Nr. 74 Freitag, 27. März 1936 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Heller (einichliaBlich i Heller feite) DE^DEUTTCHEN^bziÄLDEMOKRATISCHEH ARBEITERPARTEI IN PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UNO VERWALTUNG FRAG BI, FOCHOVA«r. TELEFON 5X77. HERAUSGEBERI SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS. FRAG. kehrt | 1 LJL VCl WUMiaVALMUlUlU VLUl Q l VC l( C L UU f l C11«CUIlUll« litudn tarn eineLLranke acjetzt. 2n- der Reget gaben, namentlich auf dem Gebiete der Hauswirtschaft, erfolgen. Ferner enthält dieses Kapitel Bestimmungen über die Anforderung von Sachmitteln gegen Entschädigung, und über die wirtschaftliche Organisation während der Wehrbereitschaft, die einer Obersten Wirtschaftsbehörde unterstellt wird. In dieser Zeit kann auch die gültige Rechtsordnung abgrändert werden. Die Regierung erhält die Ermächtigung zu verschiedenen Maßnahmen, zu denen sonst Gesetze strforderlich find, da man fich nicht darauf verlassen könne, daß eine normale Tätigkeit der gesetzgebende» Körperschaften gesichert werden kann. Kapittl 6 hat den Fall vor Augen, daß außerhalb der Wehrbereilschaft im Innern des Staates oder an seinen Grenzen a u ß e r o r d, e n t- liche Ereignisse eintreten, die die Staatseinheit, seine demokratisch-republikansche Form, die Verfassung oder die Ruhe und Ordnung bedrohen, d. s. die Fälle. die im Gesetz 300/1920 vorgesehen sind. Auch hier sind besondere Vorkehrungen nötig, zumal dieser Zustand leicht in den Zustand der Wehrbercitschaft nach Kapitel 5 übergehen kann. Die restlichen Kapitel beschäftigen sich ausführlich mit den Entschädigungen, die für persönliche und Sachleistungen gewährt werden. Ferner sind Straf« und Uebergangsbcstimmungen vorgesehen. Todesstrafe für Militär-Spionage Eine zweite Vorlage, die dem Hause von der Regierung vorgelegt wurde, sieht die Verschärfung der Strafen für Militärspionage vor, die unter besonders erschwerenden Umständen selbst mit Todesstrafe bedroht wird. Der Motivenbericht weist darauf hin. daß in den letzten Jahren bereits in einer Reihe anderer Länder ähnliche Verschärfungen erfolgt sind. Angesichts der erhöhten Spionagetätigkeit sei es notwendig, das Risiko dieser Tätigkeit entsprechend zu erhöhen. Auch unerlaubte Informationen und Veröffentlichungen über Spionagefälle werden mit entsprechenden Strafen bedroht. Die Verteidiger in einem Spionageprozeß müssen in einem besonderen Register beim Justizministerium eingetragen seist und müssen schriftlich versprechen, den Inhalt der Akten oder des Verfahrens streng geheim zu halten. Die Eintragung in diese Register kann ohne Angabe von Gründen verweigert werden. In dieser Zeit ist jeder» der nicht zur Teilnahme an der Staatsverteidigung oder ihrer Vorbereitung nach anderen Gesetzen verpflichtet ist, zur persönlichen Teilnahme oder z« anderer Mitwirkung an der Staatsverteidigung, bzw. zu ihrer Unterstützung verpflichtet. Ihm können im Interesse der Staatsverteidigung Beschränkungen auferlegt, bzw. von ihm sachliche Mittel gefordrrt werden. Hirz« gehören vor allem die Arbeitspflicht in bestimmte» Arbeitsgebieten und namentlich in de» registrierten Unternehmungen. Weiter werden die Pflichten der öffentlichen Angestellten und Funktionäre und die Verpflichtung zu persönlichen Leistungen umgrenzt, denen im allgemeinen P e r s ö n e n" z w T s ch e« VT -und 60 Jahren unterworfen werden können. Auch Frauen können herangrzogen werden, sofern sie nicht für«nerwachsene Kinder zu sorgen haben, schwanger find oder seit ihrer Riedrrtunft noch nicht drei Monate verflossen find.* Hier wird es sich vor allem um Pflegedienste, um die Arbeir in gewissen Fabriken, um Dienste bei der Fliegerabwehr etc. handeln. Eine weitere Einschränkung besteht darin, daß Frauen möglichst imr'zu solchen Dienstleistungen berufen werden sollen, zu denen sie nach ihrer normalen Beschäftigung geeignet erscheinen. Die Erfüllung dieser Leistungen soll nicht auf Kosten ihrer anderen wichtigen Auf(während jhaben es jedoch für unsere Pflicht erachtet, uns Edens i,. izu. bemühensdurch Verhandlungen wieder Ber- i.s'ehr r ure l.' | trauen zu schaffen, und das war seit Beginn dieses kritischen Zeitabschnittes unser Ziel. Im Lebensinterefse Großbritanniens liegt es, daß die Integrität Frankreichs und Belgiens gewahrt werde «nd keine feindliche Macht ihre Grenzen überschreite. Unsere Verpflichtungen tragen universellen Charakter, es sind Verpflichtungen, die sich aus dem Bölkerbundpakt ergeben. Wir beharren fest auf diesen Ber- pflichtungeit» sägen ihnen aber nichts hinzu und werden auch nichts hinzufügen mit Ausnahme dessen, was bereits im Lorarnovertrag enthalten ist. Wenn wir von der allgemeinen Befriedung in Europa sprechen, müssen wir sagen, daß sehr viel dpvon abhängen wird, welche Vorschläge Reichskanzler Hitler anfangs nächster Wocke machen wird, Ich beabsichtige keineswegs, an die Lösung der Probleme der nahen Zukunft mit dem Gedanken heranzugehen, daß wir an eine Politik gebunden sind, mit der ich nicht übereinstimme, sei dies nun die französische oder die deutsche Politik.(Beifall.) Unsere Politik ist gegeben durch den Völkerbund Pakt und unsere Mitgliedschaft im Völkerbund.(Beifall.) Suter Eindruck In Paris? Paris. Außenminister Flandin Freitag.auf 24 Stunden aus seinem Wahlkreis nach Paris zurück. In Paris wird Flandin auch mit Litwinow Zusammentreffen. ,An amtlichen Stellen heißt es, daß die' Aussprache im Unter- häus den Standpunkt der französischen Regierung, der fest Umrissen sei, nicht ändern kän n e. Der erste Eindruck,von der Kundgebung ist übrigens an. amtlichen Stellen epn Edens Unterhaus-Rede Integrität Frankreichs und Belgiens garantiert Sonstige Verpflichtungen nur Im Rahmen des Völkerbundes London. Im Unterhaus begann Don nerstag nachmittags die mit großer Spannung erwartete außenpolitische Debatte. Der Sitzungs saal war bis zum letzten Platz gefüllt und auch die Diplomatenlogen waren voll besetzt. Der Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Anthony Eden leitete die Debatte ein. Er er kläre u. a.: Der Versailler Vertrag setzte fest, daß die Demilitarisierung des Rheinlandes dauern den Charakter tragen soll. An Deutschland wurde zwar viel vcn dem Versailler Diktat ge sprochen, doch sprach man niemals von einem «Locarno-Diktat", Weni^Deutschland den Wunsch hegte, daß ein Teil dieses Vertrages geändert werde, dann wäre der Weg zu Verhandlungen hierüber offen gestanden. Was den Standpunkt Großbritanniens an- langt, fuhr Minister Eden fort, muß ich erklä ren, daß wir gewisse Verpflichtun gen haben, und daß diese Verpflichtungen ganz klar sind, insbesondere aber die aus Ar tikel 4 des Locarnovertrages entstehenden Ver pflichtungen. Ach will hier ganz offen erklären, auf daß es vollständig klargestellt sei, daß ich nicht gesonnen bin, der erste Minister für aus wärtige Angelegenheiten in Großbritannien zu sein, der dir Gültigkeit einer britischen Apter- schtift bestreiten würde.(Lebhafter Beifall.)» Wir-haben nicht geleugnet, daß die Verlet zung des Vertrages durch Deutschland ernster »Natur ist. Wir haben gleichfalls die sich' daraus Ber totalitäre „Wahlsieg“ Schon heute kann gesagt werden, daß der „Wahlsieg", den Goebbels Sonntag dem„Führer" liefern wird, alles in den Schatten stellen dürfte, was wir an faschistischen Wahlfälschungen und Volksabstimmungen bisher kennen gelernt haben. Diesmal geht es wirklich darum, einen „totalitären Sieg" zu liefern, eine lückenlose Bilanz des Terrors und der Massenverdummung, der gegenüber die Mussolini und Gömbös werden gestehen müssen, daß sie Stümper sind. Schon diePlattformdes„W a hl- kam p f e s" ist in großartiger Weise vorbereitet worden. Hitler und Goebbels haben es zuwege gebracht, in drei Wochen die Zerreißung des Locarnopaktes auzuloschen und die Frage einzig auf den„F r i e d e n 8 p l a n" zuzuspitzen, für den das deutsche Volk sich einsetzen müsse. Mit einem‘ beispiellosen Aufwand an Propaganda hat man in einem Wahlkampf ohne Gegner, ohne einen anderen Gegner als den Neinsager und Nichtwähler zumindest, dem deutschen Volk eingeredet, daß der Weltfrieden davon abhänge, daß Hitler am 29. März hundert Prozent der Stimmen erhalte. Es gibt heute sicher Millionen Deutsche, die das, was Zeitung, Rundfunk, Hausagi- tatoven, Plakate, Flugblätter ihnen bis zur Be- wußlosigkeit zuschrcien, wirklich glauben, die also der. Meinung sind» der Weltkrieg sei nur noch aufzichalten, wenn Eitler Sonntag vierzig Millionen Stimmen erhält und damit die Welt zu seinem„Friedensplan" bekehren kann. Hier wird vielerlei auf einen Scblag erreicht: für das deutsche Volk wird die nach st e Kriegsschuldläge vorweggenommen, also die Ueberzeugung, daß die Anderen den Krieg wollten; diesen Andern wird vorgespiegelt, daß es nichtHitlek, sondern die ganze Nation sei, die für Vertragsbruch und Kriegspolitik eintritt; innerpolitisch endlich wird dem System zu einer totalen Mehrheit vorhol- fen, hinter die es sich ein Jahr lang wird verschanzen können. Eine nennenswerte Gegenpropaganda war diesmal weniger möglich als jemals. Die Reichstagsauflösung kam überraschend, die Propagandawelle setzte schlagartig ein, der Terror und die Spitzelei arbeiteten lückenlos und mit Hochdruck. Dazu kam als größte Schwierigkeit, daß man der Friedensparole Hitlers nicht einfach eine Gegenparole gcgenüberstellen konnte, sondern daß man die Zeit und die Möglichkeit haben müßte, das raffinierte Spiel aufzudecken, das kunstvolle Gewebe aus Wahrheit und Lüge zu entwirren, daß man jedem einzelnen Deutschen erklären müßte, wieso Hitlers Friedensplan in Wahrheit der Auftakt zum Kriege ist. Dazu fehlte es aber an Zeit und Mitteln. Zu allen diesen Schwierigkeiten des Abwehrkampfes tritt ein Moment, daö nicht übersehen werden darf, nämlich die technische Erschwerung der oppositionel- l en Stimmabgabe. Auch wenn jemand mit Nein Stimmen will,.wenn er den Mut aufbringt, mit Nein zu stimmen, so stehen diesem Vorhaben eine vReihe schwerster Hindernisse gegenüber. Die bürgerliche Baseler„N a t i o- nal-Zeitung" schreibt darüber u. a.: „Bei den früheren Plebisziten des Dritten Reiches, zuletzt bei der Bestätigung der Selbsterhöhung Hitlers zum Staatsoberhaupte, hatten die Deutschen wirklich noch so etwas wie eine Wahl: Sie konnten nämlich mitJa oder mit Nein stimmen. Diesmal gibt es b u ch st ä b l i ch k e i n e Wahl. Mann erhält im Abstimmungsraum nur den einen und einzigen zugelassenen nationalsozialistischen Stimmzettel., Was, macht man damit, wenn man gegen Hitler und sein Regime protestieren will? Man braucht ihn nicht in das Kuvert zu stecken und kann dieses leer dem Wahlvorstand überreichen. Der wird sofort fühlen,' daß der Umschlag ohne Inhalt ist. und der„Wähler" ist mithin.als Staatsfeind überführt.. Man kann ,dm Stimmzettel, zerreißen und die Fetzen im Kuvert abgeben. Hinter der dünnen Leinwand des kleinen Berschlags, in den der Wähler'tritt, wird aber das Zerreißen von Papier unbedingt von, den Rächststehenden gehört. Außerdem ist nicht sicher, ob zerrissene Stimmzettel nicht doch als gültig erklärt werden. Da die allermeisten Wahlbureaus rein parteiisch zusammengesetzt sind, ist der Gültigerklärung von zweifelhaften Stimm- Die Vorlage stellt ein umfangreiches Gesetzwerk von 200 Paragraphen dar. die in neun Kapitel gegliedert sind; sie ist das Ergebnis mehrjähriger Arbeit. Tas e r st e Kapitel enthält die grundlegenden Bestimmungen über die Verteidigung des Staates, definiert diesen Begriff und setzt die Verantwort lichkeit der Gesamtregiernng und ihrer einzelnen Mitglieder für die rechtzeitige und zweckmäßige Vocbereirung und Sicherung der Verteidigung des Staates im Frieden und im Krieg fest. Tie Staats verteidigung ist also. nicht nur«ine Ressortange legenheit des Verteidigungsministeriums. Der Re gierung obliegt die Fe'stsetzung gewisser Ziele, die die Wehrmacht erreichen soll; die Leitung der mili- tärischen Operationen.. ist r dem LbttücMÄaütt überlassen. All« Behörden werden verpflichtet, in ihrem Wirkungskreis auf die Interessen der Staatsvertei digung Rücksicht zu nehmen und für Geheimhaltung von Dingen zu sorgen, die im Jntereffe der Staats verteidigung geheimzuhalten sind. Gerichts- und andere Amtshandlungen., die solche Dinge berühren, Kimen nur mit Genehmigung der Militärstdrwalsimg durchgeführt werden. Tic entsprechenden Vorarbeiten sind schon im Frieden nach den Richtlinien des Obersten Staatsverteidigungsrates durchzuführen. Die Pflichten dieses Obersten Verteidigungs rates sind im Kapitel 2 näher ausgeführt. Vor sitzender des Rates ist der Ministerpräsident, di« übrigen Mitglieder ernennt der Präsident der Re publik über seinen Antrag aus den Reihen der Mi nister. Als Fachleute mit beratender Stimme sind her Generalinspektor der bewaffneten Macht., der Generalstabschef, während der Wehrbereitschafr auch der Oberkommandant. Als Hilfsorgan fungiert der interministerielle Ausschuß für die Staatsvertei- tzigung. Das dritte Kapüel enthält wichtige Bestim mungen über Unternehmungen, die für die Ver teidigung wichtig sind. Ihre BestinPlung erfolgt generell durch Regierungsverordnung, bzw. indi viduell durch das Berteidigungsministerium. Diese Unternehmungen werden besonderen Bestimmungen unterworfen, um die Erfüllung ihrer Aufgaben zu sichern. Es sind dies hauptsächlich Bestimmungen über die Eigentümer dieser Unterneh mungen, die Mitglieder ihrer Verwaltungs- und sonstigen Organe und auch über ihre Angestellten, die verläßlich sein sollen, aber auch über die Pflichten des Unternehmens selbst, insbesondere in bezug auf das Material. Für sogenannte regi strierte Unternehmungen bestehen noch schärfer ge faßte Bestimmungen, denen gewiffe Rechte gegen überstehen. Im vierte» Kapitel find vor allem ausführ liche Bestimmungen über di« Grenzzone ent halten. In ihr ist u. a. zur Vornahme von Bau te»»nd Schürfungen, zur Errichtmlg von Be trieben und zur Erteilung von Gewerbrkonzes- fionen di« Zustimmung der Milit ä r- Verwaltung erforderlich, die gewiffe Bedin gungen vorschreiben kann. Dee Aufenthalt von Ausländer« in der Grenzzone ist nur mit Zu» stiuunung der Militärverwaltung erlaubt. Rechte von Ausländern an Immobilien im Grenz gebiet find anzumelden. DaS Landrsamt kann mit der Militärverwaltung dem Erlanger der Recht« Einschränkungcnodcr Be dingungen auferlege«, ja sogar ihre lieber- führung ans eine« tschechoslowakischen Staats bürger anordnen. Wurde diesem Auftrag nicht entsprochen, so kann die zwangsweise Ver äußerung ungeordnet werden. WeiterS ist hier von der Behandlung von Er- fin d n.n^gen die-Red«, die für die Staatsver« ieidigung wichtig sind. Festungsbauten und andere Verteidigungseinrichtungen werden der Kompetenz der Bau- und Gewerbevors-^—rten» entzogen.• Diese ersten vier Kapitel werden auch itz jäfiXÄSÄisS 1; i«*««w dexeitschafr des St 4 hen- st o l l e n(Bezirk Reudcck) Lebensmittelkarte» an nichtbezugsberechtigte Personen ausgebe, während sie.sechsköpfigc Familien überhaupt nicht berücksichtigt. Auch beziehe die Schlvester des Gemeindevorstehers Geiwstcn Kraus Lebensmittelkarten, obwohl sie einen staatlichen Tabakverschlciß habe. Auch ein in Arbeit stehender Bruder beziehe die Lebensmittelkarten. In der Notiz wird weiter behauptet, daß der Vorsteher die Lebensmittelkarten gar nicht ausgebe, da er einen Laden habe und gleich die Lebensmittel ausgebe, bezw. die Arbeitslosen den Empfang der Karten bestätigen laste und sie dann in seine Krämerei schicke. Diesen Unwahrheiten und Entstellungen sei die Wahrheit entgegcngehalten: .* Die Gemeindesozialkommission in Hohen- stollen verteilt die Lebensmittelkarten strikte nach den Weisungen der Bezirksbehörde und nach den Richtlinien des Ministeriums für soziale Fürsorge. Frl. Berta Kraus(geb. 1886), von Beruf Heimarbeiterin, gebrechlich, bat tatsächlich einen Tabakverschleiß, der ihr rin w ö ch e n t- etwa 250 Meter vor, verschanzte sich und nahm die sowjetrusfifche Grenzwache und daS«eiter entfernt gelegene Gebäude der Grenzwache unter Gewehr- und Maschinengrwehrfeuer. Infolge der von der sowjrtrusfischri» Grenzwache getroffenen energischen Maßnahmen wurden die Japaner abends auf mandschurisches Gebiet zurückgedrängt. Ans beiden Seiten waren Tote und Brr- wundete zu verzeichnen. Wie der Telegraphenagentur der Sowjetunion von kompetenten Kreisen mitgrteilt wird, wurde sofort nach Eingang der Meldung über den Grenzübertritt japanischer Abteilungen in Moskau der sowjrtrusfische Botschafter in Tokio beauftragt, bei der japanischen Negierung Protest einzulegen, eine genaue Untersuchung des Vorfalles seitens der japanischen Militärbehörden und die Bestrafung der Schuldigen zu verlangen, wobei der Sowjetregirrung das Recht Vorbehalten werden soll, eine zusätzliche Forderung nach Entschä- I digung der Betroffenen zu stellen. Jaksch Minderheiten in den Ländern ohne Demokratie stellt diese These unter Beweis."Mit der Mehrheit des tschechischen Volkes verbindet uns das unerschütterliche Bekenntnis zur Demokratie und der gemeinsame Wille zur Erhaltung und Festigung des Friedens. Das wirtschaftliche Existrnzproblem der Sudrtendeutschen ist nur in einem befriedeten, von Kriegsfurcht und Bölkerhaß befreiten Europa zu lösen. Aus unseren Notstandsgebiete« ertönt der Schrei nach Brot und Arbeit. Diesen Ruf zu hören und ihm durch großzügige Arbeitsbeschaffung sowie durch umfassendere Hilfsmaßnahmen Rechnung zu tragen, das ist die gemeinsame Aufgabe aller deinokratischen und staatserhaltenden Parteien in der Republik. Die Sudetendeutschen dürfen aber nicht zu einem Objekt der öffentlichen Fürsorge herabsinken, sondern sie müssen selbst mit Hand anlegen bei der Neugestaltung ihres wirtschaftlichen und sozialen Daseins. Ganz besonders sind sie an einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Donauraum interessiert, zu deren Organisierung Ministerpräsident Dr. HodZa eine großzügige Initiative entfaltet. Soll dieses Bemühen nicht immer wieder von Störungserscheinungen durchkreuzt werden, dann muß mit der Reorganisation des Donauraumes die politisch-soziale Neukonstituierung Europas Hand in Hand gehen. Die gemeinsame Verantwortung aller demokratischen Republikaner unseres Staates erstreckt sich auch auf alle Tagesfragen des nationalen Zusammenlebens. Im Bewußtsein dieser Verantwortung streben wir mit zäher Ausdauer ein demokratisches Einvernehmen-nach dem Grundsatz Gleiche unter Gleichen an. Dieser Grundformel auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens Respekt zu verschaffen, ist die allgemeine Verpflichtung aller republikanischen Parteien, mit deren Erfüllung die nationale Zusammenarbeit steht und fällt. Allen Pessimisten zum Trotz halten wir die Hoffnung aufrecht, daß es durch systematische Besserung der Atmosphäre möglich sein wird, zwischen Tschechen und Sudrtendeutschen zu einem innerpolitischen Friedenspakt zu gelangen, wie er augenblicklich zwischen Tschechen und Slowaken vorbereitet wird. BiS dahin brauchen wir einen auf gegenseitiger Loyalität aufgebauten Waffenstillstand in allen nationalen Streitfragen. liches Einkommen von sechs bis sieben Kronen bringt. Sie hat einen ordentlichen Arbeitsnachweis als Heimarbeiterin nnd die Bezirkssozialkommission hat ihr die Karten gewährt. Der Bruder der Kraus, Anton KrauS, hat, seitdem die Ernährungsaktion besteht, noch nie eine Karte bezogen. Dir Abg. Sandner und Liebl haben daher beim Fürsorgeminister eine Unwahrheit behauptet. Im Ort gibt es nur ein einziges Geschäft, die Krämerei des Genoffen Kraus. Die Arbeitslosen wurden durch die Mitglieder der Gemeindesozialkommission befragt, wo sie ihre Ernährungskarten gegen Waren eintauschen wollen, ob im Orte oder im Nachbarorte. Die Arbeitslosen selbst erklärten, daß sie natürlich im O r t e mit den Karten einkaufen, da es ja eine Dummheit wäre, erst zwei Kilometer in die Nachbargemeinde einkaufen zu»gehen. Es handelt sich um 20 bis 21 Lebensmittelkarten in der Periode. Die Arbeitslosen selbst haben erklärt, daß sie gleich für die Karten die Waren im Geschäfte des Gemeindevorstehers haben wollen. Die Gemeindesozialkommission hat überhaupt nie Familien aus der Ernährungsaktion ab g e wiesen, weil sie angeblich Hilfsarbeiter waren, am allerwenigsten sechsköpfige Familien. Der Maurer Anton W i r k n e r, SdP- Mann mit sechsköpfiger Familie» war vom Juni bis Dezember bei einem Straßenbau beschäftigt, wurde aber trotzdem ständig in den Listen geführt"' Erstem Dezember wurde Wirkner von Bezirk aus der Liste gestrichen, weil er als Saisonarbeiter länger als drei Monate während der Saison beschäftigt war. Sein neuerliches Ansuchen wurde von der Be sirksbehürde abgewiesen. Im Sommer vorigen JahreS erfolgte gcKn die Gemeindesozialtour Mission eine A n z r i g e, die durchwegs unwahre Behauptungen enthielt. Dir Gendarmerie, untersuchte dir Angaben und mußte feststellen, daß die Anzeizr vollständig unbegründet ist. Darauf verlangte die Gemeindrsozialkommission Vorladung zur Bezirksbehörde. Dort wurde das Vorgehen der Gemeindesozialkommission als den Richtlinien entsprechend bestätigt. Die Anzeiger, Anton Wirkner und Josef Seifert, beide SdP-Leute, wurden wegen Beleidigung der Gemeindesozialkommisston mit zwölf Stunden Arrest bestraft. Wir überlasten das Urteil über die ,SdP und ihre Methoden auch in dieser Angelegenheit der Oeffentlichkeit. Wieder ein Grenzgefecht in Fernost Wie sie lügen I Die Hintergründe einer Interpellation des SdP*Abgeordneten Sandner Briel an den Zeitspiegel Aus Hochschulkreisen wird uns geschrieben: Es hat in Fachkreisen beträchtliches Aufsehen erregt, als in einem Prager Blatte die— offenbar verfrühte!— Nachricht auf- tauchte, die seit drei Jahren verwaiste Dermatologische Klinik der Deutschen Universität solle mit dem jüngsten Dozenten besetzt werden. Dieser Schüler Kreibichs hat erst 1927 promoviert, wurde erst vor eineinhalb Jahren habilitiert. Obwohl der Deutschen Universität drei seit 21, 16 und 6 Jahren habilitierte Dozenten für Dermatologie angehören, hat es eine bestimmte Gruppe der Professoren für notwendig erachtet, einen jungen Assistenten nach 3% jähriger Lehrzeit unter Kreibich— durch einen Nichtfachmann habilitieren zu lassen. Und nun soll er schon reif sein, die Klinik definitiv zu übernehmen, V orlesungen abzuhalten und die zukünftigen Aerzte zu prüfen. Warum hat man keinen der hervorragenden, deutschen emigrierten Professoren dieses Faches in Vorschlag gebracht 3 Oder einen der-oben erwähnten einheimischen Dozenten, die in ihrem Fach erfahren und anerkannt sindf Sollte auch hier der Einfluß des Dritten Reiches zu spüren sein und dessen Totalitätsbestrebungent Die Berufung unserer gewesenen Professoren San Nicolo, Buntru und Gierach scheint dafür zu sprechen. AgLStmügkelkk „Deutsche** und Deutsche Wir lesen in der„Pritomnost": Für Henleins„Die Zeit" ist Heinrich Monn, welchem der Ort Skuteä das Heimatrecht verliehen hat, ein„Deutscher", von dessen Deutschtum man nur in Anführungszeichen schreiben kann. Unlängst hat Henlein von der kulturellen Verbundenheit aller Deutschen auf der Welt gesprochen. Heute kann man davon nickt sprechen und es bezeugt das auch„Die Zeit", welche„Deutsche" und Deutsche unter- scheidet. Heinrich Mann, den ein hübscher Teil Europas kennt, ist für„Die Zeit" ein„Deut- scher", d. h. ein deutscher Mensch, dem die Hen- lein-Leute das Deutschtum nur in geringen Maße zuerkennen. Aber das Muster eines Deutschen ist Konrad Henlein, den vor drei Jahren niemand kanrUe. Ein Deutscher ist Herr Wan- nemacher, der in der Zeit, da er beim„Prager Tagblatt" gewesen ist, noch ein„Deutscher" ge- wesen ist. Ein Deutscher ist Herr Rosche, den auch die Henlein-Leute seinerzeit nur als einen„Deutschen" angesehen haben. Der Schriftsteller, dessen Bücher in einer west größeren Auflage er- scheinen als Henleins„Die Zeit", ist nur ein „Deutscher", während Herr Hollube, der ein radikaler Kommunist gewesen ist, heute ein Deutsches ohne Anführungszeichen ist. Heinrich Mann hat seine arischen Großmüttex völlig in Ordnung, sein Deutschtum ist in„Der Zeit" nur deswegen in Anführungszeichen gekommen, west er ein Gegner des politischen Regimes im Dritten Reiche ist. Es gilt also auch für das Zentrab organ der Henleinpartei, daß derjenige, der mst Hitler und dem Dritten Reich nicht sympathisiert, nur ein„Deutscher" ist. Ein weißer Rave. Der Troppauer Finanz- direktion ist ein Schreiben eines unbekannten Absenders zugegangen, in dem dieser bekannt gibt, daß er nachträglich freiwillig 17.500 KC an Steuern entrichtet habe, weil sich seine Bermö- gensverhältnisft zusehends gebessert haben. Gleichzeitig wurde der Finanzdirektion‘ der erwähnte Betrag eingehändigt. Der Schreiber gibt in dem Brief zu, in den vergangenen Jahren nicht das ganze Einkommen zur Besteuerung einbekannt zu haben, und entschuldigt sich mit Anfangsschwierigkeiten und Sorgen um die Sicherung des Lebensunterhaltes seiner Familie. Nun aber macht er seinen Verstoß durch Vermittlung der Bürgerlichen Borschußkasse in Orlovä als ungenannter Steuerzahler gut. Tod im Schacht. Auf der Johanna-Schacht- Anlage in Bobrek-Karf bei Beuthen ereignete sich in vergangener Nacht ein schwerer Unfall. Untertags gingen große Gesteinmassen zu Bruch, wobei vier Bergleute verschüttet wurden. Sie konnten nur mehr als Leichen geborgen werden. Keine Subventionen für Wasserleitungsbauten. Da in letzter Zeit einige Gemeinden beim Gesundheitsministerium um die Subventionierung von Wafferleitungsbauten ansuchten, teilt dieses mit: Das Finanzministerium, von dem das Gesundheitsministerium für jede Subventionierung die Zustimmung einholen muß, gewährt seit Ende 1932 diese Zustimmung gruicksätzlich nicht, und zwar so lange nicht, als die durch das Gesundheitsministerium aufgenommenen alten Verbindlichkeiten nicht restlos abgetragen sind, was bei der gegenwärtigen Dotierung noch wenigstens fünf Jahre dauern wird. Aus diesem Grunde tritt das Gesundheitsministerium wegen der Subventionierung von Wasserleitungö- bauten an das Finanzministerium überhaupt nicht mehr heran und weist alle einschlägigen Ansuchen grundsätzlich ab. Ter neue Gesandte der französischen Republik in Prag» LeopoldBictordeLa- c r o i x, der Donnerstag sein Beglaubigungsschreiben überreichte, ist Berufsdiplomat. Er ist im Jahre 1878 geboren. Zu Beginn seiner Diplomatenkarriere war er Botschaftssekretär in Konstantinopel und später in Berlin. Zu Beginn des Weltkrieges war er Vertreter des Kabinettchefs des französischen Außenministers Viviani, während des Krieges und nachher>var er Botschaftsrat in Bern. In den Jahren 1926 bis 1929 war de Lacroix französischer Delegierter in der Internationalen Donaukommission, in welcher Eigenschaft er die mitteleuropäischen Verhältnisse und die Tschechoslowakei gut kennen lernte. Umbenennung der Sportzigaretten. Der Umsatz der Sportzigaretten ist in letzter Zeit beträchtlich gesunken. Diese Zigarettensorte soll daher eine neue Fonn erhalten und oval, ähnlich wie die Vlasta, erzeugt werden. Außerdem sucht die Tabakregie nach einem neuen Namen für die bisherigen Sportzigaretten. Auto gegen Eisenbahn. Mittwoch, den 25. März, um 10 Uhr stieß bei dem ungeschützten Bahnübergang der Station Proschwitz an der Neisse das Personenauto Dr. Alfred Zasches aus Gablonz mit dem Personenzuge Nr. 6907 zusammen. Das Auwmobil wurde erheblich beschädigt, verletzt wurde niemand. Die an der Lokömotive und an einem Personenwagen verursachte Beschädigung ist geringfiigig. Ter Zug setzte die Fahrt nach kurzem Aufenthalt h>rt. Ein Dokument c Die Anklage gegen Thälmann Wenige Tage bevor das reichsdeutsche Volk in tiefer Unwissenhest über das eigene Land und das Ausland zu den Urnen getrieben wird, ist die Anklageschrift des Oberreichsanwalts Dr. Werner gegen Ernst Thälmann im Ausland bekannt geworden. Innerhalb Deutschlands bleibt sie auch weiter Geheimnis. Der Vorsitzende der KPD Ernst Thälmann, sitzt seit dem 3. März 1933 ununterbrochen gefangen. Die Anklageschrift ist abgeschlossen am 17. Dezember 1934. Wenige Tage vorher erklärte der Oberreichsanwalt in einem Interview der „Berl. Börsenzeitung", der Prozeß werde in den nächsten Wochen beginnen und den vollen Beweis, liefern, daß die KPD einen gewaltsamen Ausstand mit Mord, Brand, Plünderung und Menschenquälung beabsichtigt habe. Die Prager„Union für Recht und Freiheit" hatte den Rechtsanwalt Dr. Bouäek ersucht, diese Anklageschrift vor Vertretern der Presse zu besprechen. Seinen Ausführungen war ü. a. zu entnehmen, daß die„Beweise" für antimilitaristische Zersetzungsarbeit Thälmanns bis 1926 und weiter zurückgehen, als die friedliche Vertretung kommunistischer Ansichten vollkommen straffrei war. Da soll Thälmann ein Vorwort zu einer längst verschwundenen und auch damals recht unbekannt gebliebenen Broschüre„Anti-Nautilus" geschrieben haben. Später soll Thälmann, der niemals ein Schriftsteller war, den Entwurf einer Broschüre geschrieben haben, die zum gewaltsamen Sturz der Hitlerregierung auffordern sollte. Dieses Manuftript und sonstige „Beweise" will man im November 1933 in „Geheimkellern" des Berliner Karl-Liebknecht- Hauses gefunden haben, nachdem dieses Haus schon mindestens drei Bicrtrljahre im ungestörten Alleinbefitz der Nazis gewesen war! Thälmann erklärt diese„Beweise" für Fälschungen. Von vier Zeugen, die darüber in der Untersuchung vernommen wurden, haben zwei im gleichen Sinne wie Thälmann ausgcsagt. Die Anklage erklärt diese beiden Zeugen als„leidenschaftliche Kommunisten" und darum vollkommen unglaubwürdig. Ein dritter Zeuge hat sich der Selbstmörder im Finanzministerium. Im Gebäude des Finanzministeriums in Prag III., verübte am Donnerstag der ehemalige Schuhmacher Josef Prochäzka aus Jeviöek, zuletzt in Prag XI. wohnhaft, Selbstmord. Im Ministerium hatte er nur um die Rechtsbelehrung ersucht, wie er die Rückgabe einer alten Steuerüberzählung erreichen konnte. Es wurde festgestellt, daß Prochäzka keine Steuer überzahlt hat. In den bei dem Selbstmörder vorgefundenen Briefen bezeichnet er als Veranlassung zu seiner Tat den wirtschaftlichen Verfall des Schuhmachergewerbes. Es verlautet, daß Prochäzka in unerfteulichen wirsschaftlichen und familiären Verhältnissen lebte. Erhöhte Saxophon-Ausfuhr nach Deusschland. DaS Abkommen mit Deutschland über gegenseitige Zollbegünstigungen für Musikinstrumente, das am Donnerstag vom Parlament angenommen wurde, basiett auf einer Vereinbarung der interessierten Schande Aussage enthalten'(vermutlich wegen näher Verwandtschaft), nur, der vierte Zeuge— Kraus —bezeichnet Thälmann als den Verfasser. Die- ser Zeuge Krauss einst-Kommunist, gehört-seit dem Sommer 1933(der G e st a p o als Beamter an I Bon den insgesamt 32 Zeugen, die die Anklage nennt, sind sechzehn Gestap o- beamte, zwei notorische S P i tze l und sieben selbst p o list i s ch e-G e s a n ge n e, also- gapz in der Gewalt jener Behörde",(die bereits zwei Zeugen der Anklage-in der Voruntersuchung e r- schlagen hat, Das alles genügt wohl, um nicht nur das Verfahren gegen Thälmann, sondern die ganze„Justiz" des Dritten Reiches ausreichend zu kennzeichnen. Bleibt nur die' Frag«, warum die-Hauptverhandlung vor, dem„Volksgerichtshof"-— zwei gelehrte. Richter und drei'SÄ-,-.SS- und'Heeres- offiziere—- immer- wieder hinausgeschoben wird. Die Angst, mtt einer völlig-sinnlosen Anklage nicht durchzudringen, kann im heutigen Deutschland nicht bestehen.-Man'schickt.tagaus ta g e in Dutzend e Sozialdemokraten und Kommunisten auf-acht,- zehn, fünfzehn Jahre, ins- Zuchthaus, man hat sie massenhaft- erschlagen,„auf, der Flucht" erschossen,'„von. Rechts wegen"- geköpft. Aber für Thälmann,ist d a s A u s l a n d.-recht- zeittg interessiett. ist die Weltpresse mobil gemacht worden.- Er ist gleich nach"der Niederbrennung.des' Reichstagsgebäudes durch die Nazis verhaftet worden, kann also gegen die Hitlerregierung-gar nichts unternommen haben. Man scheute-sich bisher, ihn nach drei Jahren Untersuchungshaft auf zehn Jahre ins Zuchthaus zu werfen— ihn. der v i e r I a h r e a n der Westfro nt stand,' das Eiserne K r e uz, das- H an s e asten- kreuz und das B e-r w u n d e t e n abz e ich en erhielt Aber wenn man auch Thälmann noch schont— die Hekatomben der Opfer hören nicht auf, solange nicht die Welt und vor allem das deutsche Volk denen in den Arm fällt, die selbst alles ttrn, was sie Thälmann und seinen Genossen als von ihnen gewollt nachsagen. der. der Besatzung und ein britischer Dampfer sieben gerettet. Es sind also, wie es scheint, neun Angehörige der Besatzung ums Leben gekommen. Drei Leichen wurden in der Nähe des Wracks an der Wasseroberfläche gesichtet. Der Kapitän, der sich unter den Geretteten befindet, bestätigt,-daß die Besatzung 22 Mann betrug. Unfall oder Mord? Donnerstag nachmittags wurde gegen viertel 17 Uhr auf der Eisenbahn- strecke Karlsbad—Platten unweit von' der Ort-' schäft Saifenhäusel ein. etwa 80 bis 60jähriger Mann mtt einer schweren Kopfverletzung bewußtlos aufgefunden. Der Unbekannte starb wenige Minuten nach seiner Auffindung. Ob es sich um ein Verbrechen, einen Mord oder einen Unfall handelt, ist noch nicht festgestellt. Es wird'aber angenommen, daß ein Unfall vorliegt. Die Jden- tität des unbekannten Mannes konnte noch, nicht festgestellt werden."' Neue Opfer In Warschau Und neue Schießereien Warschau. Im Krakauer städtischenHpitalr 'sind zwei weitere-Opfer der montägigen Straßenkämpfe gestorben, so daß die Zahl der Todesopfer damit auf zehn gestiegen'ist. In C z e n st o ch a u kam es am Donnerstag zu. schweren ArbettSlosenunruhen, welche einen blutigen Verlauf nahmen. Nach einem offiziellen Kommuniquee drangen nämlich in-das-- Gebäude des'öffentlichen Arbeitswntes und' Kes'- Hilfskomitees für' Arbeitslose eine große Gruppe ,von Arbeitslosen, ein. Im Lauft der Auseinandersetzungen schoß die Polizei.Sechs der Demonstranten erlitten schwere Verletzungen- Nach. Eintreffen größerer Polizeiabteitüngen.würden die Aübeits- loseN aüseinändergetrieben. Glückbrinhcnde-Elefantcn- Tie- Elefanten des Zoologischen-Garrens in Bombay-werden, von-ihren Wärtern täglich'auf längere Spaziergänge' geführt, ' um- den Tieren, die nötige- Bewegung zur ermöglichen. Dabei kann man beobachten, daß-die Frauen, mit ihren Kindern- das. Vorbeikommen der Eiesanien-erwarten-und/ da di« Tiere völlig, zahnt- sind,-zwischen deren Beinen'hindurchlaufen. Sie- zahlen-dafür--den Wärtern«Ute Kleinigkeit, aber glauben, daß--ihr ' Kind' Nunmehr Zeit-.seines' Lebens-von? jedem. Un- glücksiäll geschützt ist.'Denn es gibt nichts, was einem im- Leben mehr Gluck' bringen kann,-als wenn- man sich'einmal zwischen den-Beinen eines Elefanten-be- funden bat, ohne- von' d'icftust zerquetscht- zu werden. Diesem uralten-Glauben- känn-hcüte gefahrlos genügt werden. Unsichere Wetterlage. Ueber'Mitteleuropa verläuft uunmehr-eine ausgeprägte'Wärtnegrenze.''-Aus Polen, wo-Donnerstag' nachmittags- stellentveise weniger^ als plus. 5 Grad, verzeichnet wurden, ,sind kühlere Luftmaffen auch über dem Nordteil. Rähren« Schlesiens und.teilweise auch' über die. Slowakei vorgedrungen.. In. diesem- GÄftt ist die Temperatur bereits zurückgegangen'und stelle nweise hat es dortein wenig-geregnet.,Im Wri'gär Teil'd'eS Binnenlandes ist es- dagegen n o ch s ch ö.n u-n d w a r m geblieben. In Oesterreich stieg die-Temperatur bis auf-23 Grad.— Wahrscheinliches Wetter von heute: Zunahme der Bewölkung und-der Niederschlagsneigung; kühler. Wetterlage s.e h r u n s.ich e r.— Wetteraussichten für Samstag: Unbeständig mck mäßig kühl.. Vom Rundfunk iNtaNMHNrlM MM 4m PrOflrMMMMI Samstag: Prag, Sender L: 12.85: Muziks Salonquartett, 15: Tschechische moderne Musik, 16-05: lieber- tragung aus dem Svandatheater: Kukacka, 17.55: Deutsche-Sendung: Uebertraguirg aus Rumburg: Konzert:' Heitere- böhstiifche Volkslftder und' Münd- artdichtungrn, 18.45:-Deutsche Presse,,,19.15:'Lustige Lieder, 22.30: Tanzmusik. Sender S: 7.80: Leichte Musik-auf Schallplatten, 14.10:' Deutsche Sendung: Janetschek: Musikalische Zeitgeschichte, 14.50: Deutsche Nachrichten, 18: Populäre-Schall- plattenfolge, 18.45: Bakulesänger..— Brünn 17.40:? Deutsche Sendung: Beethovenkomposftionen, 19.50:„König von Paris" Rundfunkspftl.,— Preßburg, 12.15: Opernmusik.— Kaschau 21.20: Populäres Konzert. Industrien auf tschechoslowakischer und deusscher Seite. Deutschland setzt den Zoll für S a x o p h o- n e tschechoslowakischer Erzeugung von 700 auf 500 Mark pro 100 Kilo herab und erhöht das tschechoslowakische Kontingent für Musikinstrumente von 250.000 auf 420.000 Mark, woran namentlich unsere Saxophonerzeugung profitiert. Dagegen setzt die Tschechoslowakei den Zoll für Blech und Zieh- Harmonikas von 1800 auf 960 und für umsponnene Saiten von 1800 auf 1000 llö pro 100 Kilo herab. Die Einfuhr von Musikinstrumenten aus Deusschland wird dem Wette nach auf 50 Prozent der Quote des Jahres 1931 festgesetzt, so daß sich die Begünsssgungen gegenseitig so ziemlich kompensieren. Der verspielte Ochse. An mittelalterlichen -Landsknechtssitten«rinnett ein Vorfall auf dem Viehmarkt in H a b st e i n sNordbühmen), Ein Landwirt, der sich in einem Roulettespiel mit Hasardeuren beteiligte, verlor nicht nur sein gesamtes Bargeld, sondern auch seinen ausgewachsene n O ch s e n, den er eben erst für teueres Geld erstanden und dann aufs Spiel gesetzt hatte. Ein Waggon Dvnamit explodiert. In dem mexikanischen Hafen Tultenango explodierte infolge eines heftigen Anpralls ein Eisenbahnwaggon mit einer Dynamitladung. Durch die Explosion wurde der ganze Bahnhof vernichtet und die Trümmer gingen in Flammen auf. Außerdem vernichtete der Brand 20 in der Nähe des Bahnhofes liegende Gebäude und zahlreiche Eiscn- bahnwaggons. Das Unglück forderte 20 Todesopfer und 50 Verletzte. Unfall im Steinbruch. In einem Steinbruch bei Böhmisch-Kamnitz wurde ein Arbeiter von herabstürzenden Geröllmasien verschüttet und erlitt mehrfache Knochenbrüche. Letzte Rettungsversuche.- Hauptmann hat ein zweites Gesuch an das zuständige Gericht unterzeichnet, das seine erste Berufung vom 11. Jänner d. I. verworfen hatte. Im Rebel gekentert. Donnerstag früh ken- ternte im dichten Nebel in der Nähe des Leuchtschiffes Dudgeon in einer Entfernung rund 24 Meilen nordwestlich von Eromer der französische 1182 Tonnen-Dampfer„Boree", der mit 22 Mann. Besatzung von Tyne nach Caen unterwegs war. Ein spanischer Dampfer hat.sechs Mitglie- Dle erste Fahrt des grollten Schiffes der Welt Die„Oueen Mary", das größte Schiff,der Welt, wurde am Dienstag von dem bisherigen Liegeplatz im westschottischen Flüßchen Clyde zum Dleer geschleppt, um nach Southampton Übergeführt zu werden. Zum erstenmal- sah man; das gewaltige Schiff, dessen genaue Tonnage noch nicht endgültig bekanntgegeven»würde, während der Fahrt, die zu einem Volksfest^für viele. Tausenöe-Wurde.- üusfantl Die englische Aufrüstung.(AP.)' Der Schwerpunkt der englischen Ausrüstung zu Lande liegt weniger in der Neuaufstellung von Regimentern als in der Modernisierung und Motors s i e r u n g der englischen Armee. Die Territorialarmee, die einen Fehlbestand von 38.000 Mann aufweist, soll in kürzester Frist auf ihre volle Stärke von 164.000 Mann gebracht werden. Eine Anzahl von Verbänden wird ausschließlich auf den Luftschutz des Heimatlandes eingestellt werden. Was die reguläre Armee anbelangt, so werden die in Aegypten befindlichen Kavalleriekräfte motorisiert. Ferner ist eine erhebliche Verstärkung der Panzertruppen vorgesehen. Infanterie, Artillerie, Pionier- und Nachrichtentruppen werden in stärkerem Matze motorisiert werden. Nach französischem und italienischem Muster wird die Ausstattung der verschiedenen Einheiten mit Kleinkampfwagen erfolgen. Besondere Bedeutung kommt fernerhin der Schaffung eines Berteidigungsministeriums zu, das die Aufgabe hat, zwischen den verschiedenen Wehrministerien zu vermitteln. Schlietzlich iit im Zusammenhang mit den durch die englische Aufrüstung aufgeworfenen Fragen die Organisation der Industrie für den Krieg zu erwähnen. Man weiß, datz es gilt, schon im Frieden gewisse Vorkehrungen zu treffen, um eine Wiederholung der Munitionsknappheit zu vermeiden, die sich im Weltkrieg so stark fühlbar machte. Man will wegen der matzlosen Verschwendung produktiver Kräfte nicht den Weg Deutschlands gehen, das riesige Vorräte an Munition und Waffen aufstapelt, sondern bevorzugt die Methode, eine Or- gattisation zu schaffen, die im Kriegsfall die industrielle Produktion des Landes von einem -Tag auf den anderen für die Bedürfnisse der Kriegführung^imstellen kann. Hand in Hand damit geht die Verlegung von Munitionsfabriken und Waffenarsenalen nach entlegeneren Gebieten, die den Angriffen aus der Luft weniger »ausgesetzt sind, ein Verfahren, das man ja auch von Deutschland und der USSR. her kennt. Beim Bau neuer Fabriken und bei der Vergebung von Rüstungsaufträgen sollen nach Möglichkeit diejenigen Gebiete berücksichtigt werden, die von der Arbeitslosigkeit am schwersten betroffen find. Anerkennung der Sowjetunion durch die Schweiz?(R. F.) Wie die„Lidove noviuy" melden, wird in der Schweiz mit der bevorstehenden Anerkennung der USSR durch die Schweiz gerechnet. Tie Haltung der.schweizerischen bürgerlichen.Presse scheint dieses Gerücht zu bestätigen. Es wird ohne 'Dementi davon Kenntnis genommen, daß die Anerkennung noch vor Ostern vollzogen werden soll. Die Schweiz ist eines dec letzten Länder, das mit der Sowjetunion keine diplomatischen Beziehungen unterhält. ,HeiL.dM.W>ruch M.JMe J.923„(Ml Conradi, der Mörder des Sowjetgesandteu Wo» r o w s k Y) von den schweizerischen Gerichten freigesprochen wurde, gehörte die Feindschaft gegen die USSR zum„eisernen Bestand" der schweizerischen Außenpolitik. Deren Exponent war der katholisch- konsewatische Bundesrat Giuseppe Motta, der sich durch sein Auftreten gegen die Aufnahme der Sowjetunion in den Völkerbund bei den Reaktionären aller Länder einen guten Namen gemacht Hai. Aber die HandelSintereffen der schweizerischen M a- s chi N e n indnstrie■ scheinen jetzt, wo der russische Markt unter dem Eindruck der ständig zurückgehenden Ausfuhr immer unwiderstehlicher lockt, den Sieg über alle„moralischen" Bedenken davonzutragen. Auf Initiative der- Maschinenindustriellen von Winterthur hat sich ein bürgerliches Komitee für die Anerkennung der Sowjetunion gebildet/ dessen Argumente offenbar auch im Bundesrat ihren Eindruck nicht verfehlen. „Zeitschrift für Sozialismus". Das soeben erschienene Märzheft dieser vorwiegend reichsdeutsche Verhältnisse behandelnden Zeitschrift enthält einen bemerkenswerten Artikel von Paul Sering über: „Historische Voraussetzungen des deuts ch en Natio nalsozialiSmus". In den Artikeln, die Sering in den vorhergehenden Heften veröffentlichte, hatte er gezeigt, daß der Faschismus eine grundsätzlich neuartige Erscheinung ist, die auS dem Zusammenstoß der ökonomischen Entwicklungstendenzen des gegenwärtigen Kapitalismus mit einer voll entwickelten Jnteressendemokratie bei WM M WM Die Zivnobank In der Kohle- und Eisenindustrie Die Zivnobank kann heute wohl als die mächtigste Beherrscherin der tschechoslowakischen Industrie angesehen werden. Sie hat sich eine große Anzahl Konzernunternehmungen aus beinahe allen Zweigen der Wirtschaft angegliedert. Allein in der Kohlen- und Effenindustrie gehören ihr die folgenden Unternehmungen an: Die Berg- und Hüttenwerks-Gesellschaft die Coburg- Werke AG, die Ferdinands-Nordbahn-AG, die Böhmische Handelsgesellschaft, die Prager Eisen- indüstrie-Gesellschaft, die Eeskomoravska-Kolben- Danek-A.-G., hie Poldihütte, die Ringhoffer- werke, die Taträwerke, die Mährisch-Schlesischen Fahrzeugwecke, die Mannesmannröhrenwerke in Komotau, die Moravia-A.-G. in Olmütz, die Ostrak, die Metallwalzwerke, die Metallwerke Stabenow, die Runa-Metall-AG, die Gebrüder Gutmann A.-G. in Prag, und das Kohlengeschäst der Zivnobank. Mit diesem gewaltigen Einfluß kn die Kohle-, Metall- und Maschinenindustrie ist den Beherrschern der Zivnobank, deren Präsident Dr. Preitz ist, zugleich die Entscheidung über das Schicksal von vielen zehntausenden Arbeitern in die Hände gegeben. Der 13. internationale Buchdrucker-Kongreß findet vom 2. bis 5. September 4836 in Luxemburg statt. Auf der Tagesordnung stehen der Bericht des Sekretariats, Referent internationaler Sekretär Grundbacher, der auch über die Lage in den faschistischen Ländern referiert. Ueber die Wirtschaftskrise und ihre Auswirkung auf das graphische Gewerbe referiert, der Vorsitzende des Buchdruckerverbandes in der-Tschechoslowakei, Genosse Senator W. Nemeäeck. Hericktssaak Des eigene Sterbegeld behoben Prag. Der 43jährige Jaroslav Ferstr, Mitglied der hiesigen Allgemeinen Bezirkskrankenver- sichernngsanstalt, beschloß-aus dieser Versicherung Die Stimme aus dem Exil Zum ftinfundzwanzigsten Geburtstax Heinrich Manns am 27. März 1936 Den Dichter, der als beschwörender Warner seiner Epoche den Spiegel vorgchalten hat, mögen manchmal im Traum die Figuren seines Werkes^ umtanzen, zu Spukgestalten gesteigert, das Gesicht» zur Grimasse verzerrt. H e i n r i ch M a n n, der heute der Emigration seinen fünfundsechzigsten Gebuttstag feiert, Mutz nicht die Augen schließen, wenn er einen Hexentanz der Schreckgespenster erleben will, die er in seinen Romanen und Dramen geschaffen hat. Am hellichten Tag gehen sie um; aus den Büchern, in die er sie gebannt wähnte, steigen sie empor, tauseydfach furchtbarer, als er sie ahnte und schilderte. Sie haben. die Heimat Heinrich Manns aus einem blühenden^Külturzen- trum in eine Kanonenfabrik verwandelt, über das Volk, das er liebt, den sternenlosen Himmel geistiger Nacht gespannt und bedrohen die Menschheit von neuem mit dem Grauen des Krieges, den zu entlarven und zu überwinden der innerste Sinn jeder Zeile ist, die Heinrich Mann schrieb. Der„Tyrann" ist da, dex sich Mer seine Mitmenschen erhaben dünkt, wen er über' ihr Gut und ihr Leben verfügt. Der„Untertan" ist da, der Uur glücklich sein kann, wenn ihm der Militärstiefel eines Befehlshabers im Nacken, sitzt. Der »Kopf", die Schwerindustriellen, Kohlenbarone und Stahlmagnaten, lenken'wieder hinter den Kulissen Deutschlands Geschick, machen mit ihres-, gleichen jenseits der Grenze fette Geschäfte und wollest den deuffchen Arbeiter gegen den französischen hetzen, auf daß die Dividenden steigen.'Der »Professor Unrat" tobt durchs Land, erzieht die, Jugend im Ungeist sklavischen Gehorsams' und bricht selbst die Moralgesetze, die er predigt. Der deutsche Bürger ist wieder auf der„Jagd nach Liebe", die für ihn eine Jagd nach dem Geld ist, der einzigen„Großen Sache", die er kennt; eine Jagd, bei der die Ideale der Humanität, der Ge- techtigkeit, des Friedens über den Haufen geschossen werden. Und das Reich, das Heinrich Mann aüs dem trägen Schlaf tatloser Duldung zur Erkenntnis des ihm von chauvinistischen Hetzern Dor- gszeichndteN Schicksals"erwecken wollte, fit wieder eist„Schlaraffenland" der pseudopatriotischen Propagandamacher und säbelrasselnden Abenteurer, geworden, dyren Profit und Phrase alles, Klüt' und Leben' nichts bedeuten: Sie tragen statt der Pickelhaube den Stahlhelm^ statt der-Abzeichen der wilhelminischen Generale das Hakenkreuz. Aber man sage nicht, daß sich sonst nichts geändert habe.'Im wilhelminischen Kaiserreich gab es noch Oasen demokratischen Geistes und ein Weltbürgertum, das mit den fernsten Ländern'der Erde" nicht nur einträgliche kommerzielle, sondern auch beftuchtende geistige Verbindungen unterhielt.>. Es'gab eine Tradition bürgerlichen Freisinns in' dem Patrizierhaus in Lübeck, in dem Thomas und Heinrich Mann ge- boren" wurden, wie in allen Hansa-Städten; und es"gab die" wenn auch" verblaßten, so doch noch lebendigen Ideale 1788, die Heinrich Manns Mutter aus ihrem französischen Vaterland in ihrem Blut mitürgchte und den Söhnen vererbte. Heute sind auch diese Oasen des Weltgeistes im deutschen Bürgertum vom blutigen Samum der einer bestimmten Zuspitzung der.Krise und der Klassengegensätze-notwendig hervorgeht, sofern- die sozialistische Gestaltung dieser Krise nicht gelingt.- In dem.neuen Artikel beschäftigt sich Sering mit den Besonderheiten der deuffchen Entwicklung.'Er untersucht daher erstens, welche besonderen organisatorischen, klassenmäßigen und ideologischen Ele- mente dieser Entwicklung im halbabsolutistischen Deuffchland erzeugt wurden, zweitens aus welchen Gründen und in welcher Gestalt sich diese Elemente in der Weimarer Republik erhielten, drittens, wie durch den Einfluß der ökonomischen Probleme der Nachkriegszeit eine Entwicklung dieser Elemente zu etwas Neuem, eben der deuffchen faschistischen Bewegung erfolgte. Willi Müller schreibt über Ursachen und Wirkungen von„Hitlers fast accompli", Gregor Bienstock über„Problematisches Japan". Außerdem enthält das Heft eine reichhaltige Bücherschau. Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder durch die„Verlagsanstalt Graphia", Karlsbad. Preis des Heftes 4 ffö. auf ziemlich abenteuerliche Weise Kapital zu schlagen. Eines Tages erschien er nämlich ber der Krankenversicherung, wo er sich als I o s e f Ferstr, Bruder des Versicherten Jaroslav Ferstr vorstellte und unter einem Tränenstrom erklärte, sein„armer Bvuder"(also er selbst) sei in der vergangenen Nacht gestorben und man möge freundlichst das Sterbegeld auszahlen. Für solche Liquidationen bestehen natürlich Vorschriften, die auch durch die rührendsten Gefühlsausbrüche nicht zu ersetzen sind. Man sagte also dem ständig weinenden„Bruder", er solle zunächst den Totenschein und die Begräbnis- rechnung vorlegen. Ferstr ließ sich nicht ekttmütigen. Die Begräbnisrechnung war leicht genug beschafft. Eine mit ihm gut bekannte Inhaberin eines Bestattungsinstitutes, eine Frau Cervinka, ließ sich ohne wefteres herbei, ihm«ine saldierte Rechnung über Begräbniskosten im Betrag von 640.— Kc auszustellen. Aerger war es mit dem Totenschein. Zunächst versucht« Ferstr in ziemlich einfältiger Art, beim Pfarramt des Krankenhauses einen solchen zu erhalten. Natürlich wurde er abgewiesen, denn wo kein Toter ist, kann auch kein Totenschein ausgestellt werden. Ferstr ging also hin und fälschte dieses Dokument, das ihm seinen eigenen Tod bescheinigte. Auf diese Weise gelang es ihm das Sterbegeld zu beheben. Er erfteute sich seines Erfolges freilich nur kurze Zeit, denn die moderne Evidenzführung deckt derarffge primitive Schwindeleien naturnotwendig in kurzer Zeit auf. Die ergatterten 640 KL kommen Ferstr teuer, zu. stehen, denn die. Fälschung einer üffentlichenUrkunde— und«in Totenschein ist eine solche—- wird als Verbrechen geahndet. Das Ende vom Liebe war, daß der„lebende Leichnam" vom Straffenat Trost zu sechs Monaten Kerker verurteilt wurde. rb. Einträgliche„Protektion** Prag. Hochgestellte und einflußreich« Protek- toren sind in der heuffgen Zeit besonders geschätzt und gesucht. Als der Buchhalter Ulrich P a d a I im Jqhre flögst feinen Posten. verlor, ging er hin und wurde ein berufsmäßiger„Protektor", h,. h. er gab sich fälschlicherweise bald als einflußreichen Advokaten, bald als Ministerialbeamten, bald als Gendarmerie-Offizier u. dgl. aus und knüpfte Bekanntschaften mit Leuten an, die gerade irgendeine Protektion nötig hatten und denen er sein« Vermittlung anbot. Zum größten Teil rekrufferten sich seine Klienten aus S t e l l e n s u ch e r n, die gern bereit waren,, dem vermeintlichen Doktor, Ministerial- kommissär, Gendarmeriemajor usw. etliche Hunderter oder Tausender in die Hand zu drücken, wenn der einflußreiche Herr ihnen zu einem Posten verDas„Traumauge“ auf dem Transport Die größte Teleskoplinse der Welt, die mit einem Kostenaufwand von 6 Millionen Dollar' für ein amerikanisches Observatorium hergestellt worden ist, wurde kürzlich mit einem Spezialwagen der Eisenbahn an Ort und Stell« gebracht."Die Amerikaner nennen diese Linse, die es Ermöglichen soll, Billionen Lichffahre zu überbrücken, Traumauge. helfe. Niemand nahm Answß an dxm jugendlichen Alter des angeblich so einflußreichen Protektors, der heute erst 32 Jcchre zählt. Es zeigt sich auch hier wieder die bedauerliche Erscheinung, daß der Glaube an die A l l m a ch t k ä u f l i ch e r P r o t e k- tion in der Administrative in breiten Schichten Wurzel gefaßt' hat und eine solche beklagenswerte i Entartungserscheinung im Bereich des öffentlichen Lobens als SeDstberständlichkeit angesehen wird. Ulrich Padal führte auf Kosten seiner genas- I führten Klienten ein behagliches Leben und es • dauerte vollesechs Jahre, ehe er im November v. I. endlich verhaftet wurde. Die Untersuchung deckte natürlich nur einen Bruchteil seiner hochstaplerischen Betrügereien auf. Immerhin führt die Anklage 24 geschädigte Personen an und beziffert den festgestellten Schaden mit mehr als 80.000 Xö, was, wie erwähnt, nur einen Teil des Gesamtschadens darstellt. Als Padal mertte, daß die Sache brenzlich wurde, suchte er sich dadurch zu saldieren, daß er sich auf die psychiatrische Klinik begab und dort verschiedene Allotria aufführte, in der Hoffnung, für unzurechnungsfähig erflärt zu werden. Dieses Manöver mißlang indessen völlig, denn Vie Irrenärzte erkannten ihn-für- geistig-absolut nor- mal." Vor dem Straffenat K r ys i kt f e k ver-' suchte er allerlei Ausflüchte, denen das Gericht aber keinen Glauben schenkt«. Der betrügerische„Protektor" wurde zu sieben Monaten schweren Kerkers verurteilt, und zwar unb.e- dingt. rR Verlanget überall Volkszünder braunen Barbarei vernichtet worden; die Quellen sind versiegt, und Sandwüste breitet sich ringsum. Mit der geistigen Tradition des Weltbürgertums nahm Heinrich Mann auch die große Tradition des französischen gesellschaftskritischen Romans in sich auf, die von Stendhal und B al- z a c zu Viktor Hugo und Emilie Zola führt. Im Zickzackkurs rast sein Werl durch die Weltgeschichte: in ewiger Unruhe sucht der Dichter immer neue Stoffe, immer neue Formen. Aber eines ist allen seinen Büchern gemein, ob sie, wie viele seiner Novellen, in der italienischen Renaissance spielen, oder im Dälmaffen und Italien des neunzehnten Jahrhunderts, wie„Die Göttinnen", ob sie das Deutschland der Vorkriegszeit schildern, wie der gewaltige Zyklus„Der Untertan",„Die Armen";„Der Kopf", oder die Nachkriegszeit der Schieber und Femeörder(„Ein ernstes Leben", „Mutter Marie"): sie dringen stets in den lebenswichtigsten Kern des gesellschaftlichen Organismus ein und legen die treibenden Kräfte bloß, die zu allen Zeiten um die Seele des Menschen gerungen und Geschichte gemacht haben: Ajff der einen Seite der brutale Egoismus, der als wirtschaftliche Machtgier und qls politischer Imperialismus auftritt, auf der anderen Seite das ewige Ideal einer Humanität, der Leben ohne Gerechtigkeit und ohne Freiheit sinnlos und unwürdig erscheint. Zwischen den Romanen und Dramen Heinrich Manns liegen poliffsche und literarische Essays, gesammelt in den Bänden„Macht und Mensch",„Geist und Tat",„Sieben Jahre". Die politischen unter ihnen haben mft einer Klarsich- tigkeit, die heute unheimlich wirkt, den Untergang der deuffchen Bürgerrepublik vorausgeahnt, die das wilhelminische Kaiserreich nur scheinbar und äußerlich, aber weder sozial noch geisffg überwunden hatte. Die literarischen gelten vor allem französischen. Schriftstellern und versuchen eine Kulturbrücke zwischen den beiden Naffonen zu schaffen, an deren Versöhnung oder Feindschaft das Schicksal Europas hängt: Deuffchland und Frankreich. Der schönste dieser Essays gilt Emile-Zola. Zu Emile Zolas gigantischem Romanzyklus„Die Rougon-Macquärt" hat Heinrich Rann m„Un- tertan", den„Armen" und dem„Kopf" das einzige gleichwerffge deutsche Gegenstück geschaffen; wie Emile Zola hat er, als Gerechtigkeit und Menschlichkeit von den Hyänen des Nationalismus- bedroht wurden, das Wort auf der Tribüne der Zeit ergriffen, kein Schreibtischdichter, sondern ein Kämpfer des Tages; und wie Emile Zola mußte er, als der brutale Chauvinismus triumphierte, ins EM gehen. Auch hier setzt er die große Tradition, in die sein Werk und sein Schicksal verflochten sind, fort: Exil ist ihm nicht Zuflucht, sondern eine neue Aufgabe, nicht Abkehr von der Zeit, sondern ein erhöhter innerer Zwang zur Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Aus Heinrich Manns Feder stammt die schärfste Abrechnung mit dem Ungeist und der Barbarei des braunen Regimes, die Essays und satirischen Szenen des Bändes„Der Haß"; und in seinem letzten Buch,„Die Jugend König Heinrichs IV.", hat der Dichter in einer Zeit, die alle Forderungen der Menschlichkeit höhnisch verwirft, den Ursprung und die Geburt der Humanität im geistigen und poliffschen Leben darzustellen versucht. Die Herren des Dritten Reiches mögen in ihrer, wahnwitzigen Ueberheblichkeit die Stimme. eines Dichters verlachen, die aus dem Exil zu ihnen dringt, um sie anzuklagen. Der Name Bik-, tor Hügii lebt, nicht der Name derer, die ihn ver- - trieben; der Name Emile Zola hat Glanz, nicht die Namen derer, die ihn ins Exil jagten. An dem Tag, an dem der Spuk vorüber sein wird, der ein friedliches Böll in eine blutgierige Herde willenloser Untertanen verwandeln will, wird die Stimme, die heute aus dem Exil ruft, wieder durch die' alte Heimat klingen, laut und hell. Dann wird das deutsche Volk die Tiefe der Tragik erkennen, die darin liegt: daß die Stimme des Republikaners, Demokraten und Sozialisten Heinrich Mann, des größten deuffchen politischen Schriffftellers dieses Jahrhunderts, eine-Stimme v o n m o r g e n bleiben mutzte, das Schicksal von heute aber in die Hand seines Gegenspieler-, des „Tyrannen", gelegt war. Fritz Rosenfeld. Seit« 6 „Sozialdemokrat Freitag, 27. N!3rz 1936. Rr. 71 ffrcmer fetom Ein Schulfest 75jähriges Bestandesfest der deutschen Volks- und Bürgerschulen in Prag Tie staatlichen Volks- imd Bürgerschulen in Prag I.- feiern Heuer ihren 75jährigen Bestand. Aus diesem Anlaß hat der Ortsschulausschuß in Prag I. bereits die nötigen Vorbereitungen ge- troffen, um am 5. April 1936 ein Fest im Saale der Restauration„Kotva" zu veranstalten. An einem Montag, es war der 21. Oktober 1861, wurde unter dem provisorischen Dir..Franz Sperl die Altstädter deutsche Hauptschule im Teynhofe mit nicht mehr als 63 Schülern— auf vier Klassen verteilt eröffnet und vom Haupt pfarrer am Teyn, P. Heinrich, in feierlichster Ze remonie eingeweiht. Im Jahre 1863 bezog dann die Schule ihre Räumlichkeiten in der Masnä 1000, wo sie sich noch heute befindet. 1875 die Schule zu einer Bürgerschule für Knaben und Mädchen erhoben. Bis 1877 war die Anzahl der Schulklassen bis auf. 33 gestiegen. Wegen der außergewöhnlich hohen Frequenz— 1878 zählte man 2610 Schüler— mußte die Anstalt in vier Gebäuden untergebracht werden, was ihr in einer Wiener Schulzeitung die Bezeichnung„Riesen bürgerschule" eintrug. Am 20/ September 1920 sand die Trennung der Knabenvolksschule von der Knabenbüraerschule statt, zu gleicher. Zeit wur den die Knaben- und Mädchenvolksschule in Prag^I.. vereinigt und die Knaben-.und Mäd- chenbnrgerschule in Prag I., der Leitung des Fachlehrers Franz Kubisch unterstellt. Mir rück wirkender Gültigkeit vom 1. Jänner 1921 wurde die hiesige Bürgerschule als Minderheitsschule in staatliche Verwaltung genommen und 1927/28 die Teilung in zwei selbständige Anstalten, in eine Knaben und in■ eine Mädchenbürgerschule, jede unter selbständiger Leitung, angeordnet. 1934/35 wurde zum einjährigen Lehrkurse eine Parallele errichtet und die Trennung nach Ge- scblechtern durchgeführt.— Von den verdienst vollen Lehrkräften und den leitenden Persönlich-. leiten, sowie all denen, die ebenfalls aus reinem Idealismus dem Wohle und Gedeihen der An stalt sich zutiefst verpflichtet fühlten, können an dieser Stelle leider nur einige wenige mit Na men genannt werden: es sind dies: Dir. Franz Sperl, Dir. Franz Tieger, Dir. Moriz Mautner, Dir. Thobias Ullmann, Dir. Lazar Margolius, Dir. Franz Kubisch, Dir. Alex. Slabihoudek, Herr Oberlehrer Leopold Pfauser, Herr Oberlehrer Th, Poetsch, die der jetzigen Mädchenbürgerschule vorstehende Frau Dir. C. Sartori und der seit, 1. Juli 1933 im Rang eines Minderheitsschnl- inspektors stehende Herr Jnspekwr Josef Schmidt, 1 der mit Wirksamkeit vom 1. Feber 1935 auch zum definitiven Direktor der Mindevheits-Kna- benbürgerschule bzw. der jetzigen staatlichen Kna- benoürgerfchule in Prag I., ernannt wurde. Dies sür Prag so seltene Ereignis, das langjährigem Erziehungseifer und deutschem Bildungswillen rin ehrend Standbild setzt, verdient, von der brei ten Oefsentlichkeit beachtet und durch zahlreichen Besuch der oberwähnten Veranstaltung entspre chend gewürdigt zu werden. Zusammenbruch einer Prager Bank Das Prager Bankgeschäft B. T. Kräsa ist zu- sammengebrochen. Der Chef der Firma, B. T. Kräsa, ist, ehe die Verhängung des Konkurses verfügt werden konnte, ausgerückt. Die Prager Polizeidirektion hat durch den Kriminalrundfunk an alle Polizeidirektionen der Welt das Ersuchen gerichtet, den Kräsa zu verhaften. Inzwischen sind der Disponent des Bankhauses Wilhelm Pick und der Akquisiteur Karl Horn verhaftet, die Geschäftsräume versiegelt, die Bücher beschlagnahmt worden. DiePassiven der Bankfirma werden auf 14 bis 16 Millionen XL geschätzt, denen Aktiven so güt wie gar ni<$t gegenüberstehen; nur 10.000 KC wurden vorgefunden. Bei den Geschädigten, die zusammen den Millionenverlust zu tragen haben, handelt es sich zum Teil um Leute, die, um durch Börsenspekulationen zu einem Vermögen zu kommen, sich mit kleineren Bankgeschäften in Verbindung setzen. Die Firma war Mitglied der Prager Effektenbörse. Es wurden bei ihr von der Kundschaft namhafte Beträge in Bargeld und Wertpapiere als Deckung für die Spekulationsgeschäfte hinterlegt. Das alles ist I verloren; ebenso hat der Staat mit Steuerforderungen das Nachsehen. ' Der Firmenträger des Bankgeschäfts war schon vor 13 Jahren in unsaubere Bandnanipulationen verwickelt, die ein Strafverfahren mit Verurteilmig zur Folge hatten. Er ging darauf nach Paris; verlegte aber nach einigen Jahren das Feld seiner Tätigkeit wieder nach Prag. Hier hatte er mehr Glück, wie die Millionenverluste seiner Klientel beweisen. Bei. der Polizei laufen jetzt Anzeigen ein: Der Kaufmann Ries aus Reutitschein ist danach um j mindestens 120.000 XL geschädigt; der Fabrikant I. W. aus Ikerotein um 87.000 Kc. Die Börsenkammer erklärt, daß das Bankgeschäft Kräsa seinerzeit auf Empfehlung einer Groß- und einer Miitelbank als Mirglied der Börsenkammer ausgenommen worden sei. Bon der Wäschemangel zerquetscht. Zwei Frauen, die gestern nachmittags in die Mangelanstalt der 30jährigen Marie Chrpa aus Nuste kamen, fanden diese vom beweglichen Teil der Mangel in der Milte des Körpers, an die Wand gequetscht. Dabei war die Mangel noch immer in Bewegung. Die Chrpa wurde, nachdem sie befreit worden war, von der Rettungsgesellschaft ins allgemeine Krankenhaus gebracht, starb aber am Wege an ihren schweren in- | neren Verletzungen. Wie es zum Unglück gekommen ist, ist nicht ganz klar; wahrscheinlich dürfte die Cbrpa ausgerutscht sein. Die Leiche wurde ins Institut für gerichtliche Medizin gebracht. Einrichtung für Flieger-Alarm in Prag. Im Rahmen des Ausbaues der Luftabwehr der Haupt- stadr Prag wird am Montag, den 30. März, zum ersten Male die Prager Alarm-Einrichtung gegen Luftangriffe ausgeprobt werden. Die erste Batterie der Prager Alarm-Sirenen ist auf dem Dache des Hotels„Axa" untergebracht. Der Kommandant der zivilen Luftabwehr der Hauptstadt Prag, der erste Primator-Stellvertreter Dr. Stüla, wird auf diese Weise den ersten Versuch der Biöglichkeit eines schnellen Alarms in der Hauptstadt durchführen, wie er bereits in allen europäischen Großstädten eingeführt ist; insbesondere di« Alarmversuche in London urw Paris zeigen, daß sich mit Sirenen von hoher Leistungsfähigkeit der Flieger-Alarm in einem Umkreis von zehn und mehr Kilometer leicht durchführen läßt. Dos Schloß ,^>»kzda" wird für die breitere Oefsentlichkeit ab 1. April 1936 wiederum zugänglich sein, u. zw. am Mittwoch und Samstag, sowie an Sonn- und Feierragen von 14—17 Uhr. Eintritt: Erwachsene 50 Heller, Kinder 30 Heller. Bei der diesjährigen Hanpwrrsammlung des Vereins für Geschichte der Deutsche« in Böhme», die am Freitag, den 27. Diärz, um 8 Uhr abends im Bankettsaale des Deutschen Hauses stattfindet, spricht des AuSschußmitglied UnivekfMtSprofessor Dr. Anton Ernstberger über„Böhmen in der Politik, Gustav Adolfs". Gäste sind herzlich willkommen. Ter Geschichtsverein, der im nächsten Jahre aus einen 75jährigen Bestand zurückblickt, will bei dieser Haupwersammlung nicht nur seinen Mitgliedern, sondern zugleich der breiten Oefsentlichkeit Rechenschaft über seine Tätigkeit und Ziele geben. Die Reform des Rechtsstudiums.. Heute 19 Uhr 80 werden über dieses Thema im Rahmen eines im großen Tackle des Einheitsverbanves in Prag II, Na Zbofenci 18, staitfindenden Diskussionsabends Prof. Dr. Heinrich Rauchberg von der juristischen Fakultät der Deutschen Universität und Prof. Dr. Ottokar Sommer von der juristischen Fakultät der Karls-Universität frechen. An die Vorträge wird sich eine freie Aussprache anschließen. Die Veranstaltung geht von dem Gewerkschaftlichen Studentenverband, von der Deutschen Hochschulgewerkschaft und der ebenfalls zum Einheitsverband gehörenden Sektion der Angestellten von Advokaten und Notaren aus. Der Zutritt ist für jedermann frei. Aufklärung über eine Sammlung. Die Deutsche Landeskommiffion für Kinderschutz und Jugendfürsorge, Reichenberg, schreibt uns:„Wie wir erfahren, wird in Prag im Namen der Jugendfürsorge von Haus zu Haus gesammelt. Wir bemerken dazu, daß weder die Landeskommiffion für Kiick»erschutz und Jugendfürsorge noch die Prager Hauptstelle für Kinderschuh und Jugendfürsorge Haussammlungcn in Prag durchführt, so daß es sich wahrscheinlich um einen Mißbrauch des Namens• der Jugendfürsorge handelt. Nur im Kinderschutzmonat Oktober wird mit Bewilligung der Behörden durch die Schulen für die Deutsche Jugendfürsorge gesammelt." Kunst und Mssen, Bezirksorganisation Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Freitag, den 27. März, acht Uhr abends, im Gewerkschaftshaus Prag I., Persthn, Mitgliederversammlung Tagesordnung: Die europäische Krise und der Sozialismus. Referent: Genoffe Dr. Emil Strauß. Rovttäten-Konzert. DieWerbekonzerke für die z e i t g e n ö s s i s ch e n Tonsetzer und ihre Kompositionen sind in der letzten Zeit Mode geworden. Nach einem tschechischen Novitätenkonzert der Musiksektion des Tschechischen Kunstvereins und einem sudetendeutschen Komponistenabend des Prager Deutschen Theaters hat nun auch die rührige Musikgruppe des Vereines bildender Künst- ler„Manes" ein Novitäten-Konzert veranstaltet, das sogar deutsche und tschechische zeitgenöffische Tonkünstler in nachahmenswerter Kunstverbunden- heit zeigte. Die Neuheiten dieses Konzertes waren: Eine Kammermusik für Cembalo und sieben Instrumente von dem Deutsch-Prager HanS Kräsa,«ine weder besonders einfallsreiche noch besonders originelle, das Cembalo im rein solislischen Sinne der älteren Kunstform behandelnde Komposition, einige s launige Lieder(nach Texten Goethes und Villons) von Paul B o t k o v e c, ein symphonisches Gedicht von Jaroslav I e z e k, eine dreisätzige.^durch eine rhythmisch ftffelnde Tocrata ausgezeichnete„Rundfunkmusik" von F. B a r t o s, eine etwas kurzatmig wirkende Konzertante Musik für Klavier und Blasinstrumente von Isa KrejLi und ein impreffio- nistisches Rondo von Bohuftav Martinu. Die liebevoll-sorgfältige musikalische Gesamtleitung des Konzertes lag in den. Händen des ausgezeichneten Musikers Dr. W. Smetäcek; seineSolisten waren der deutschprager Ceurbalist Frank P o l l a k, der tschechische Pianist Wenzel H o l z k n e ch t, der Ba- ritonist des Nationaltheaters Zdenik O t a v a und das„F O K"-O r ch e st e r. E. J. Spirlplan des Renen Deutschen Theaters. Heute, Freitag, halb 8 Uhr: Lysistrata, D 2.— Samstag halb 8:>GastspielVolpt „R i g o l e t t o".(Abonnement aufgehoben.)— Sonntag halb 3: Unentschuldigte Stunde, 7:Der Rosenkavalier, 2 2.- Spirlplan der Kleinen Bühne. Freitag 8 Uhr: Anna s.agtnein, volkstümliche Vorstellung. Samstag halb 8 Uhr: Dr. med. Hiob Prätori u s, Erstaufführung.'— Sonntag 11: Tanz- matinec SaschaLeontiew, 3 Uhr: W a s Ihr wollt, 8: D r. med. HiobPräto- rius. (Uta der Partei Achtung, Falken! Samstag find alle Kainerad- schaften im Parteiheim(Iiärodnk 4). Beginn 4 Uhr. Um 5 Uhr Falken-Gcneralversammlung. Es sprechen die Genoffen Ernst Paul und Rudi Hübner.— Helferrat um halb 7 Uhr, Parteiheim. IMWUk MMWWSeil der Arbeiterfnrsorge finde« jede« Samstag do« 5—7 Uhr im Verein deatscher Arbei»' ter, Smekkagaffe Nr. 27, statt. Der tei^egemle MagzMn ist zur NezMuug cler UokruemeuLsHeHukr zu uenvetuleti 1 Wer im Rückstände Weifö, schädigt die Partei und deren Dresse Die Verwaltung Der G. W. Pabst nach Moskau. Ter deutsche Mei- sterregiffeur G. W. Pabst, der Schöpfer der unvergeßlichen Filmes„Kameradschaft",»Die Dreigroschenoper",„Vier von der Infanterie" usw. leistete einem Angebot aus Moskau Folge, nach welchem er ein südrussisches Hollywood organisieren soll.— Pabst ist bekanntlich seit drei Jahren in Deutschland nicht mehr tätig. Mitteilungen ans dem Publikum. „Hausmittel" sind nicht zu unterschätzen! Sie beruhen meist auf jahrhundertalten Erfahrungen und letzten Endes geht ja auch die Zusammensetzung aller modernen Präparate auf die längsterprobte Wirkung solcher Mittel zurück! Mit Recht wird darum ein guter Franzbranntwein, also der Alpa- Franzbranntwein hochgeschätzt: als Einreibungs- und Maffagnnittel, als Desinfektions- und Schmerzberuhigungsmittel leistet er in zahlreichen Fällen ganz außerordentlich wertvolle Dienste! Urania-Kino, Klimentskä 4. Fernsprecher 61623. „Die blonde Carmen“ Ei» luMqer Rim. Anglo-Cechoslovahlsehe j Der Verwaltungsrat der Anglo-Eechoslova- Rschen und Prager Creditbank hielt am 26. März 1936 die Bilanzsitzung'ab, in welcher der Rechnungsabschluß für das Geschäftsjahr 1935 vorgelegt wurde. Der Abschluß weist einen Bruttogewinn von XL 55,299.548.70 aus. Rach Abzug der Verwaltungsauslagen, Steuern, Gebühren und Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von XL 865.454.80. nnd Prager Creditbank Der Verwaltungsrat hat beschlossen, der am 29. April 1936 stattfindenden Generalversammlung vorzuschlagen» den nach statutarisches Dotierung des allgemeinen Reservefonds verbleibenden Rest des Reingewinnes dem Spezialreservefonds zuzuweisen. Die Bilanz weist folgende Posten aus: Bttarr-korrto Aktiva: XL Barbestände, sofort fällige Forderungen bei äst. Geldinstituten, Lsl. StaatSbons und Lsl. Staatskaffenscheine■■ Devisen und Schecks in fremder Währung... Wechiel Effekten: a> Lechoslovakische 430,074.693.20 b) ausländische 16,191.175.70 c) fällige Kupons und verloste Werte.,, 1,258.669.60 Beteiligungen.......... Debitoren: a) durch Wertpapiere gedeckt...»» b) Forderungen bei ausländischen Banken und Bankiers.«»»»...» c) sonstige Immobilien und Inventar....... Transitorische Aktiva...... Durchlaufende Posten XL 363,236.312.90 44,617.185.80 94,910.647.70 1.820,177.571.05 Passiva: XL Eingezahltes Aktienkapital...... Reserven»•»........ Pensionsfonds der Angestellten..... Einlagen: a) gegen Einlagebücher 859,557.006.85 b) gegen Kaffenscheine...... 174,984.000.— Krediwren: a) Geldinstitute 720,842.515.90 b) sonstige 1.036,574.104.30 Richt r ingelöste Kupons von Aktien eigener Emission. Tansitorische Passiva... Durchlaufende Posten XL 863,286.312.90 Reingewinn des Jahres 1935..... Gewi««- und Verlustkonto Lasten; Zinsen Kosten: a) sachliche VerwckltungSauslagen.,,, b) persönliche Verwaltungsauslagen... Steuern, Gebühren und gesetzliche Beiträge.. Abschreibungen an Immobilien und Inventar, Reingewinn des Jahres 1985..... XL 6,170.180.15 43,723.474.70 Erträgnisse: Zinsen Provisionen Verschiedene Gewinne■■■■■■•■ XL 290,882.424.55 16,957.534.45 138,527.520.40 447,524.538.50' 78,000.000.— 1.959.705.404.55 75,846.294.85 14,015.797.70 3.016,459,515.— XL 120,000.000.— 18,137.894.— 62,329.600.20 1.034,541.006.85 1.757,416.620.20 19.924.— 23,149.014.95 865.454.80 3.016,459.515.— XL 104,277.122.10 49,893.654.85 2,464.340.05 2,076.099.— 865.454.80 159,576.670.80 134,024.575.60 18,158.778.30 7,393.316.90 159,576.670.80 B e.ä u g s b e d i n g u n g e n: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch du Post nwnatlich XL 16.—. vierteljährig XL 48.—. halbjährig XL 96.—, ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde vcn der Vost- und Tele- , graphendirektum mit Erlaß Nr. 13.800/VI1/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck-, Verlags- und Zeitungs-A.-G. 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