L Nr. 75 Samstag, 28. März 1936 16. Jahrgang Offiziöse polnische Enthüllungen Russenpakt demonstrativ Vor der Beratung der Generalstäbe rung seines Planes gegenüber der Rheinlandzone gleichzeitig auch Italien helfe, da Genf dadurch verhindert werde, die Oelsanktionen gegen Italien anzuwenden Er habe sich deshalb Vergewissert, daß Mussolini den ihm erwiesenen Liebesdienst nicht dadurch entgelten werde, daß er vorschnell den abessinischen Krieg einstelle und zur Stresa-Front, zurückkehre. ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova«2. Telefon saun. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Kontakte mit der reichsdentschen Gestapo stand und daß nach der Aufdeckung der antipolnischen Verschwörung dieser Organisation in« Poln.-Schle- fien der Chef der Gestapo, H i m m l e r, an der polnischen Grenze eingetroffen sei, um dir notwendigen Anordnungen betreffend der aus Polen nach Deutschland geflüchteten Mitglieder der Organisation zu erteilen. Himmler soll u. a. die Zuteilung der Flüchtlinge zu verschiedenen Parteistellen und zum Arbeitsdienst veranlaßt haben. Der„Robotnik" behauptet weiter, daß in den nationalsozialistischen Kreisen in Deutschland der Plan erwogen werde, aus den haken- kreuzlerischen Flüchtlingen aus Polen nach dem Muster der österreichischen Legionen eine spezielle polnische Legion zn bilden. drre Macht im Osten würde, so sagte Chamberlain,, sofort vor das Forum des Völkerbunds gebracht werden; dann sei England bereit, den Verpflichtungen aus dem Kölkerbundstatut nachzu- kommrn. Deutschland habe bisher noch keinen Beweis für seinen guten Willen zu einem Abkommen geliefert. Die Fühlungsnahme der Generalstäbe Englands und Frankreichs betreffe»ich einen Plan zur Vertreibung der deutschen Truppen aus dem Rheinland, sondern solle nur Garantien für den Fall eines unprovozicrten Angriffs schaffen. Einzelpreis 70 Hiller 'einschließlich$ Heller Porto) Wahlsieg der Labour Party London. Bei den Wahle« im Bezirk La- nelly wurde der Kandidat der Arbeiterpartei Griffith gewählt» der 32.188 Stimmen erhielt, während auf den nationalliberalen Kandidaten Jenkins 15.967 Stimmen entfielen. Grif- stth ist Vorsitzender der Bergarbeitervereinigung in Südwales. Bei den letzten Wahlen wurde der Arbeiterkandidat ohne Opposition gewählt/- Die Unterhandlungen, die er durch Vermitt lung des deutschen Botschafters von Hassel mit Mussolini geführt habe, hätten ihm die Möglich- I stellen und einen neuengroßenWclt- kcit gegeben, die Taktik der beiden Regierungen I b e tru g in die Wege zu leiten. IENTRALORGAN_ DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK Paris. Rach Informationen der Agentur Havas aus Loudon wird dir britische Regierung in der am Montag stattfindrndrn Kabinrttssitzung dieEntscheidung über die Festsetzung des Datums für die Beratungen der englischen, französischen und belgischen Generalstähe gemäß dem Abkommen vom 19. März treffen. Zu der Freitag vormittags stangefundenrn Unterredung Edens mit Botschafter von Ribbentrop erfährt der gleiche Berichterstatter, daß der britische Staatssekretär für Aeutzeres dem deutschen Delegierten bekanntgegeben habe, daß nach der einseitigen Kündigung der Locarnoverträge Deutschland nicht mehr das Recht auf die Geltendmachung der britischen Garantien in Anspruch nehmen könne. Diese Garantien könnten Deutschland erst dann wieder gewährt werden, wenn' es Zugeständnisse mache und auf die grundsätzlichen Bedingungen eingehe, welche die übrigen Signatare des Rhrinpaktes" von ihm verlangen. Trotz der Milderung der Disharmonie zwischen England und Frankreich wird an vcr- Unter Freunden Nazi-Irredenta In Polen Warschau. Die Blätter veröffentlichen in Verbindung mit dem bevorstehenden Prozesse gegew die verhafteten Mitglieder der vor kurzem in Polnisch-Oberschlrsien aufgelösten illegalen deutschen nationalsozialistischen Organisation (nationalsozialistische deutsche Arbeiterbewegung) aufsehenerregende Einzelheiten, über die Tätigkeit dieser OrgckNisation, welche die Lostrennung Polnisch-Oberschlesiens vom polnischen Staate zum Zwecke hatte. Der sozialistische„R 0 b 0 t- n i k" behauptet«. a., daß die nationalsozialistische deutsche Arbeiterbewegung in Polen im engen für die nächsten Wochen miteinander in Einklangs zu bringen. Als Entgelt für die Erleichterungen, die Deutschland Italien verschaffe, werde die intalie- nische Regierung, obwohl sie zu den Garanten des Locarno-Paktes gehöre, nichts gegen den deutschen Ständpunkk einwendcn und nichts unternehmen, was die Anwendung etwaiger wirtschaftlicher Sanktionen gegen Deutschland erleichtern könnte. Gleichzeitig teilte Hitler mit, daß er eine Reihe „positiver Vorschläge" machen werde, die London Willkommen sein würden und von den Engländern nicht abgelehnt werden könnten. Aus diesen Enthüllungen des polnischen Offiziosus geht mit aller Deutlichkeit hervor, daß Hitler und Mussolini ein abgekartetes Spiel getrieben haben und daß ein faschistischer Diktator dem anderen Hilfsdienste geleistet hat, um die Völker Europas vor vollendete Tatsachen Wir haben seit der Zerreißung des Locarno- Paktes, die eine neue schwere Krise in Europa heraufbeschwor, die Auffassung vertreten, daß der Gewaltstreich Hitlers in enger Fühlung mit Mussolini vorgenommen worden ist. Diese Auffassung wird weitgehend bestätigt durch die Enthüllungen über die Vorgeschichte des Locarno- Putsches, die in dem polnischen offiziellen Blatt ,,G azetaPolska" veröffentlicht worden sind. In diesen Berichten schildert der Berliner Korrespondent des Blattes, der in engen Beziehungen zu den regierenden Kreisen steht, die einzelnen Maßnahmen, die dem Einmarsch in die entmilitarisierte Zone und der Zerreißung des Locarno- Pccktes vorausgingen. Den Beschluß zum Ein marsch ins Rheinland habe Hitler schon bei derl llebernahme der Regierung gefaßt, er habe es aber bloß nicht gewagt, ihn gleichzeitig mit der Proklamierung der allgemeinen Wehrpflicht am 16. März 1935 zu verwirklichen, weil er den Widerstand Englands fürchtete. Nach dem Ausbruch des italienisch-abessinischen Krieges habe Hitler nur auf die Gelegenheit gewartet, um sich in den Gang der Ereignisse einzuschalten und 8 e g e n O e st e r r e i ch vorzustoßen. Die Auffassung Hitlers war gleichzeitig die, daß„solange die österreichische Frucht noch nicht re.if sei", alles getan werden müsse',.um die Souveränität Deutschlands auf dem ganzen Reichsgebiet wicderherzustellen. Am 11. Jänner 1936 fand eine Kontere nz der deutschen Generalität in Potsdam statt, die von General B l 0 m b e r g einberufen worden war. Blomberg teilte hier die Auffassungen Hitlers mit, die mit Befriedigung ausgenommen wurden. Im übrigen drehten sich die Verhandlungen hauptsächlich um die Frage der Remilitarisierung der Rheinlapde. Am 2. März berief Hitler eine Konferenz ein, an der Neurath, RMentrop, Heß, Göring, Goebbels, Blom- berg und Admiral Raed er teilnahmen. In dieser Sitzung verkündete Hitler, daß nun der Augenblick gekommen sei, um aktiv in den Gang der Ereignisse einzugreifen. Eden schicke sich an, schärfere Maßnahmen auf dem Gebiete der Oelsanktionen gegen Italien, zu ergreifen. Dies könne dazu führen, daß die gegenseitigen englisch-französischen Beistandsverpflichtungen verstärkt würden. Wenn angesichts dieser Situation Italien gezwungen sein würde, den abessinischen Krieg einzustellen und Friedensverhandlungen im Rahmen des Völkerbundes zu führen, so werde es für Deutschland zu spät sein, sich einzuschalten und für sich etwas herauszuschstlgen. Ueber die Haltung Italiens äußerte sich Hitler, nach dem Bericht des Polnischen Offiziosus, folgendermaßen: „Italien hat alles mögliche getan, um Deutschland diesen Schritt zu erleichtern. Es kann gar keine Rede davon sein, daß die deutsche Politik irgendetwas von ihren grundlegenden Zielen preisgebe. Aber die österreichische Frage ist setzt nicht aktuell. Italien befindet sich außerdem in einer schwierigen Lage: dieselben internationalen Kräfte, die dem Dritte« Reiche feindlich gegenüberstehen, verbergen nicht ihre Hoffnungen aus den baldige» Sturz des ttalienischen Faschismus. Diesliegtnicht imInteresse des deut sch en Nationalsozialismus." Hitler erklärte weiter, er gebe sich durchaus Rechenschaft darüber, daß er bei der Durchfüh, Schutz der Tschechoslowakei Eine Rede Im englischen Unterhaus Das englische Unterhaus schloß am Freitag die Aussprache über de» Bericht des Außenministers Eden ab. Als letzter Redne r sprach Neville C h a m b e r l a i n, dessen Darlegungen vor allem sür die Tschechoslowakei von größter Wichtigkeit sind; sie beschäftigen sich mit dem Schutze der Tschechoslowakei für den Fall eines unprovozierten Angriffs durch Hitler-Deutschland. Chamberlain wies zunächst auf die berech tigte Angst hin, die bei- den Nachbarn Deutsch lands vor einem deutschen Angriff herrsche. Es gelte vor allem die Unabhängigkeit H 0 ll an d s zu schützen. England werde in die sich aus dem russisch-französischen Abkommen ergebenden Ver pflichtungen nicht verstrickt werden; es beschränke sich auf die Verbindlichkeiten aus dem Locarnoabkommen. Allerdings seien ähnliche Abkommen wie das russisch-französische Wer die Integrität der Grenzen in Osteuropa wünschenswert. Ein unprovoziertrr Angriff Deutschlands aus die Tschechoslowakei oder auf Polen oder eine an- antwortlichen französischen Stellen mit Entschiedenheit erklärt, daß der französische Ständpunkk unverändert sei. Wenn Frankreich auch den guten Willen Edens anerkenne, könne es doch z. B. grundsätzlich seinem Vergleich"Nicht zustimmen, derFrankreichstvelches das Recht und die inter- Nationalcn Verpflichtungen respeltiret, auf die gleiche Stufe mit Deutschland stellt, das das gegebene Work und übernommene Verpflichtungen bricht. Deshalb werde Frankreich mit Deutschland nicht in Verhandlungen eintreten, solange Deutschland dcst in dem Abkommen vom 19. März enthaltenen Bedingungen nicht entsprochen habe. Einen Beweis der festen Entschlossenheit Frankreichs in diesem Sinne bildete auch der Umstand, daß Außenminister Flandin bei seiner nachmittags stattgefnndenen Unterredung mit Litwinow den definitiven Austausch der Ratifikationsurkunden vornahm, so daß der französisch-sowjrtrussische Pakt über den gegenseitigen Beistand heute definitiv in Wirksamkeit getreten ist. Mussolini und Hitler unter einer Decke Die Hintergründe des Locarno-Putsches nacht cs so weiter! Unsere Genossenschaften laßen! Heute treten die Amtswalter des„Verbandes deutscher Wirtschaftsgenossenschaften", der grüßten Organnation der deutschen Verbraucher in der Tschechoslowakei und eine der bedeutendsten Verbraucherorganisationen des Landes überhaupt zu zweitägigen ernsten Beratungen zusam- men, die über die genossenschaftlichen Kreise hinaus in del gesamten Arbeiteröffentlichkeit Beachtung finden werden und die auch von der bürgerlichen Oeffentlichkeit nicht übergangen werden sollten, die sonst für die Wirtschaftsorganisationen der Arbeiterschaft wenig Verständnis übrig hat. Das gesamte Sudetendeutschtum sollte sich dessen bewußt werden, daß es sich hier um eine bedeutsame und, wie wir mit Stolz sagen können außerordentlich erfolgreich, Organisation handelt. Während die Krise im' Bereiche der Privatwirtschaft verheerend gehaust hat, hat sie weder die Grundlage noch dem Bau der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung in der Ts ch e ch 0sl0 wa kei e r sch ü i- t e r n können. Es legt siir die Einsicht und die kommerziellen und administrativen Fähigkeiten der Funktionäre unserer Genossenschaftsbewegung ein vorzügliches Zeugnis ab. daß ihnen dies gelungen ist und dieses Verdienst ist um so höher anzuschlagen, als durch die Krise, d. h. durch Arbeitslosigkeit und Lohnsenkung die Kaufkraft gerade jener Schichten entsetzlich gelitten hat, die von den Genossenschaften erfaßt werden. Wenn daher im Berichtsjahre(welches das zweite Halbjahr 1934 und das Halbjahr 1935. umfaßt) der gesamte Umsatz der verbandsangehörigen Genossenschaften nur um 12.5 auf 447.5 Millionen Kö, das ist um 2.71 Prozent zurückgegangen ist, so beweist das die außerordentliche Lebenskraft unserer Genossenschaftsbewegung, zumal im Verlaufe des Berichtsjahres drei Konsumvereine aus dem Verband ausgetreten sind. Auch der Mitgliederstand zeigt nur einen geringen Rückgang von etwa 247.500 auf 243.000, also um rund 4500 Personen, ein Beweis für die Treue, mit der die Mitglieder trotz aller schweren Zeiten, die über sie gekommen sind, an ihren Konsumvereinen festhaltcn. Was diese Vereine wirtschaftlich bedeuten,, sei nur an der einen Ziffer klar gemacht, daß ihre Aktiven rund 270 Millionen betragen. Wer den sorgsam ausgearbeitcten Jahresbericht des Verbandes liest, der erhält ein an-. näherndes Bild der Fülle v 0 n Arbeit, welche der Verbaust leistet. Eines seiner Hanpt- arbeitsgevietc sind hie.Revisionen,,, durch welche der ausgezeichnete finanzielle Ruf unserer Genossenschaften begründet' wird. Bedeutsames haben auch die Fachberätungsstellen geleistet, ohne welche die Genossenschasten heute gar nicht mehr zu denken sind. Ebensoviel hat die genossenschaftliche Presse für die Aufklärung getan, zielbewußte Bildungsarbeit wurde geleistet und durch die Heranziehung der Frauen und Bildung besonderer Frauensektionen wurden jene Schichten für das Genossenschaftswesen, auf die es schließlich an- kommt, stärker in Bewegung gesetzt. Einige Worte mögen auch über die kaufmännische Zentrale des Verbandes, die G r 0 ß- einkaufsgesells ch a f t(Gec) gesagt werden. Auch der Umsatzrückgang der Gec ist nur ein gerüiger, der Umsatz verminderte sich um rund 7.5 Millionen, oder 2.73 Prozent auf 273.7 Millionen. Im besondern betrug der Umsatz der Eigenproduktion 52.7 Millionen, auch da ist ein.nur geringer Umsatzrück- gang von 2.74 Prozent festzustellen. Die Betriebe der Gec werden immer mehr ausgebaut und ihre Beschäftigung ist im vergangenen Jahre zufriedenstellend gewesen^ Es war die Arbeit, vieler Vertrauensmänner von der kleinsten Vertchlungsstelle angefangen bis zur verantwortlichsten FunÜion im Verbände und in der Gec notwendig- um. im Sturm der Krise das Schiff der Genossenschaften zu lenken und den richtigen Kurs zu halten. Millionen'sind den Genossenschaften, d. h. der organisierten Arbeiterschaft erspart worden und so die Kaufkraft ihres oft kärglichen Einkommens erhalten worden. Des-• wegen begrüßt die politisch organisierte Arbeiterschaft, begrüßen wir Sozialdemokraten, unsere genossenschaftlichen Vertrauensmänner auf das herzlichste und wir haben alle nur einen Runsth Leite 2 Samstag. 28. März 1936 Nr. 75 Der Sinn des Mieterschutzes Lex UhliF im Senat An der--Akeitagssitzung erledigte der Senat bokerst^käs'Gesetz Wer die Unterstützung für die ehcyräligen Angestellten der G roß- g ndbesitze und nahm im Zusammen- dchnjt eine R e s b-I uti o n der Koalitionsparteien an, in welcher die Regierung aufgefordert wird, sicheAustellen, wieviele dieser Angestellten keine' Abfertigung erhalten haben, tzhne im Genuß einer Altersgrenze oder einer anderen Altersversorgung zu stehen. Sodann genehmigt der Senat den Gesetzentwurf betreffend den Kauf der Ostrau-Friedländer B ah n» durch welchen der Staat 66.551 Kilometer übernimmt. Der Entwurf wurde ohne Debatte in beiden Lesungen angenommen. Eine ausführliche und stellenweise erregte Debatte entwickelte sich bei der Behandlung der Ltx Uhlii über den Privatunterricht. Berichterstatter war Sen. Sladlh(tsch. Nat.-Soz.), welcher eingehend die Verhältnisse im Hultschiner Land schilderte und zu dem Schluß anhand der preußischen Volkszählung gelangte, daß die über-» 'wiegende Mehrheit der dortigen Bevölkerung nicht deutscher Nationalität ist, sondern sich schon vor dem Kriege zur mährischen Nationalität(Moran- zen) bekannte. Er betonte, haß die Hultschiner . Frage eine„Frage des Brotes" ist und daß die Verhältnisse dort fich nicht eher ganz beruhigen werden, bevor nicht normale Verdienstmöglichkeiten geschaffen werden können. Der Umstand, daß zahlreiche Mekischen nach Deutschland in Arbeit gehen, wird von der reichsdeutschen Propaganda zur Arbeit gegen die Republik mißbraucht. In. der Debatte sprachen Roväk(Rep.), Dresl(Komm.) und Dr. Greger(SdP), welcher die Vorlage ablehnte. Während seiner Rede kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen unseren Genossen und den Henleinleuten, die m einem Exzeß des Sen. Bock gipfelten. Die SdP ist in der Frage der lex Uhlir in einer Verlegenheit, die sie mit allen Mitteln zu verbergen trachtet. Obwohl ihr Sprecher im Abgeordnetenhaus^ Abg. Hodina,. zugeben mutzte, daß die kritischen Stellen des ursprünglichen Entwurfes beseitigt wurden, laufen andere Redner der SdP gegen das Gesetz Sturm. In der entscheidenden Sitzung im Senat, im Kulturausschuß, hat jedoch keiner der SdP-Vertreter auch nur ein Wort gesagt. Sen. Enhuber stellte sich zum Schluß im Plenum auf den Standpunkt, daß das Gesetz nicht schlecht wäre, daß er aber kein Vertrauen zur Durchführung habe. Den größten Teil seiner Rede widmete EnWber der Immunisierung von beschlagnahmten Stellen aus der „Rundschau". Seine Ausführungen werden dem Senatsvräsidium zur Zensur vorgelegt. Sen. T u r ch a n y,i(Ung. Ch.-Soz.) brachte Beschwerden derungarischen Minderheit vor. SchUeßlich-sprachen--noch Rypar(VolkLP.),' Vetterova-BeLvärovä(Rat.-Ber) und Zilka (Volksp.), worauf der Referent sein Schlußwort hielt, in welchem er betont«, daß die Vorlage nicht gegen den Privatunterricht schlechthin, sondern nur gegen den von antistaatlichem Geiste geleiteten gerichtet und daß das Ziel des Gesetzes auch nicht die Entnationalisierung von Kindern ist. In demselben Sinne sprach dann auch der Referent des Budgetausschuffes Sen. Hubka. Die Vorlage wurde dann in beiden Lesungen angenommen. Damit hatte der Senat fiin Programm vor den Feiertagen erledigt. Die nächste Sitzung wird auf schriftlichem Wege einberufen werden. eine Kerle 6er Senetorr Reyzl In der Freitagsitzung des Senats hielt der deutsch« sozialdemokratische Senator Reyzl eine Rede über den Mieterschutz. Er sagte u. a.: Das vorliegende Gesetz ist der klarste. Ausdruck dafür, daß die gänzliche Auf-'. Hebung des Mieters schutzes derzeit un möglich ist. Kein" Verantwortungsbe wußter, der die Ver hältnisse draußen kennt, könnte dies tM. Allerdings ge ben wir zu, daß für manche Hausbesitzer der Mieterschutz ein« Härte bedeutet. Wir sind der.Meinung» haß diesen kleinen Hausbesitzern am, besten- durch Steuererleichterungen geholfen werden kann. Was nützt ihnen denn ein« Mittenerhöhung, da ein Teil der Erhöhung wieder vom Fiskus weggesteuert wird? Wir müssen den Mieterschutz aber von dem Gesichtspunkt aus betrachten, ob seine Aufhebung der Bevölkerung nicht mehr Schaden als den Hausbesitzern Nutzen bringen würde. Man sieht, was in jenen Fällen vorgeht, wo der Hausbesitzer Mieter delogieren kann. Es gibt wenige Gemeinden, wo nicht Familien auseinandergerissen und ihre Möbel irgendwo in Scheuern eingestellt wurden, wo sie zugrundegehen. Nach diesem Gesetz eNdet der Mieterschutz im Jahre 1940.'Die Abstufungen, welche es enthält, entsprechen uns nicht ganz, aber sie sind für die Arbeiter und Arbeitslosen, die nicht höhere Mieten zahlen können, erträglich. Der Schutz bleibt für Wohnküchen weiter bestehen und wir wünschen Nür.däß di« Regierung bei der Kennzeichnung der Gebiete, für welche auch der Mieterschutz für Ein- und Zweizimmerwohnungen bleiben wird, von der Ermächtigung deS Gesetzes reichlich Gebrauch machen wird. In der Beratung der lex Uhlir im Budgetausschuß hatte Genosse Hackenberg den Standpukt der Partei vertreten, daß in erster Reihe die Errichtung von öffentlichen Schulen erforderlich ist. Für den Gesetzentwurf haben die Sozialdemokraten erst dann gestimmt, als die bedenklichen Stellen entfernt wurden. Die Ausführungen des Genossen Hackenberg wurden in der„Zeit" mit der Tendenz„berichtet, ein Verbrechen der Partei aufzuzeigen. Für die falsche Berichterstattung ist dabei schon, bezeichnend, daß als Vertreter unserer Pckriei iM'Budgetausschuß Genosse Grünzner genannt würde. Im Kulturausschuß schweigen die SdP-Senatoren, über den Budgetausschuß erscheint ein Phantasiebericht— das sivd die Leistnugen der SdP., bei der Beratung der lex Uhlik. Neuer Bezirkshauptmann in Bilm. Die Biliner Bezirksbehörde, die vor einigen Jahren mit der Duxer vereinigt worden war, nimmt mit 1. April ihre selbständige Tätigkeit wieder auf. Zum Bezirkshauptmann wurde Rat K o n o p i k ernannt, der bisher der Bezirksbehörde in Brüx zugeteilt gewesen ist. Der Wohnungsnot hat die Privatinitiative nicht abgeholfen und' in der Zeit nach dem Umsturz, als wir ein wirklich gutes und brauchbares Baugesetz hatten, war es gerade das deutsche Bürgertum, welches es sabotiert hat. Erst als es abgelaufen war, besann man sich daraus, daß man es hätte genau so. ausnützen können, wie es im tschechischen Gebiet geschah und wir wurden mit Interventionen überlaufens damit daS Gesetz wieder in Kraft gesetzt werde. In den Gemeinden wurden gerade auf Drängen der Arbeitervertreter in den letzten Jahren Bauten aufgeführt und wir müssen sagen, daß bei den bürgerlichen Vertretern meistens das soziale Empfinden nicht vorhanden war. Allerdings sind die Mietzinsrückstände und auch Geld- und Krediunan- gel nicht ermutigend und wir müssen uns dafür einsetzen, daß endlich die Gemeindeentschuldungsaktion in Angriff genommen wird.^Das Argument freilich, was bei Eintreten einer Konjunktur mit den vielen Kleinwohnungen geschehen soll, ist unrichtig, denn dieser Ueberschuß wird durch den Bevölkerungszuwachs immer wieder ausgeglichen. Von privater Seite wuÄe fast' nur gebaut, wo jemand eine Woh- nung für sich selbst gebraucht hat. Senator Tschakert wünschte, daß in leerstehende Fabriken Wohnungen eingebaut werden. In den Fällen, die ich kenne, ist es evident, daß dieser Umbau von Fabriken mehr gekostet, hat als ein Neubau. Solche Vorschläge sind also unverständlich., Senator Tschakert hat sich' weder deutlich für, noch gegen den Mieterschutz ausgesprochen, nach seiner Rede ist er mehr gegen den Mieterschutz eingestellt. Diese Gegnerschaft der SdP ist leicht erklärlich. Ich nenne nur einen Fall aus meiner Heimat. Der betreffende Hausbesitzer, ein sehr eifriger Henlein-Anhänger, hatte in seinem Haus einen Gewerbetreibenden. Diesen sekkierte er so lange, bis er auszog, obwohl er unter Mieterschutz stand. Aus der Werkstatt« und den beiden Räumen, die frei wurden, machte nun der Hausbesitzer drei(!) Wohnungen, fiir welche er sich insgesamt 2800 KL zahlen läßt. Früher erbielt er 800 KL. Wenn man solches sieht, versteht man schon, warum das Bürgertum gegen einen Wohuungsüberschuß ist. Die Steuerreform Ueber die letzten Sitzungen des Koalitionssubkomitees, das zur Beratung der Novelle über die direkten Steuern eingesetzt wurde, wird ein offizieller Bericht veröffentlicht, der erkennen läßt, daß das Subkomitee auf seine seinerzeit beschlossenen Grundsätzen für die Novellierung trotz dem Widerstande des Finanzministeriums beharrt. Nach Anhörung von Sachverständigen beschloß das Subkomitee grundsätzlich, auf der beavtrqgtev Aenderung. des Steuerprhrcs zu beharren, weil nur diese-Maßnahme imstande sei,, die Kompliziertheit unseres Steuersystems zu beseitigen. Es werde das sowohl für die Finanzverwaltung, als auch für den Steuerträger, der zu Jahresende wißen wird, wie er dran ist, eine Erleichterung sein. In der Frage der fakultativen Einhebung der Zuschläge durch die Gemeinden teilen die Fachleute gleichfalls die Ansicht des Subkomitees, daß man jenen Gemeinden, die es verlangen, die Einhebung beteiligen soll. Man könnte in Erwägung ziehen, daß die Selbstverwaltung sich überhaupt ihre Zuschläge selbst ein- kaffiert. Das würde eine gewisse Dezentralisierung bedeuten und die Finanzverwaltung würde fich von viele n Arbeiten befreien, die die Ge- Klelnkrieg an der mandschurlschenGrenze Die Telegraphenagentur der Sowjetunion meldet«ine Reihe von ernsten Zwischenfällen an der mandschurischen Grenze. Am 24. März wurden drei Lastautos auf mongolischem Gebiet bei Mongol-Dsagas von mandschurisch-japanischen Truppen überfalle«. Rach einem Feuergefecht zogen fich die Angreifer zurück.— Am 25. März eröffnete eine aus etwa 200 Rann bestehende mandschurisch-japanische Militärabteilung auf die mongolische Grenzwache eia heftiges Gewehr- und Maschinengcwehrfcurr; auch Artillerie griff ein. Rach dem Eintreffen von Verstärkungen drängte die mongolische Grenzwache die Gegner wieder zurück, die bereits das Haus der Grenzwache besetzt hatten. Die Konzentrierung mandschurisch- japanischer Truppe« dauert an, weShalb eine Steigerung der Unsicherheit zu erwarten ist. meinden im eigenen Wirkungskreis durchführen könnten. Ferner beharrt das Subkomitee darauf» daß in der Slowakei und in Karpathorutzland das Steuersystem für die kleinen Steuerträger, namentlich für die Landwirte bis zu 50 Hektar Besitz, das, Steuersystem in der Weise vereinfacht wird, daß zur Grundsteuer ein veränderlicher Zuschlag erhoben wird(80 Prozent des Katastral- reinertrages oder 120 Prozent der Grundsteuer), der dann sowohl die Einkommensteuer, als auch die Umsatzsteuer zu ersetzen hätte. Das Sübkomi- tee ist der Ansicht, daß das Staatsintereffe in den heutigen bewegten Zeiten es unbedingt erfordert, daß in der Frage der Vereinfachung der Steuervorschriften ohne weiteren Aufschub radikal Ordnung gemacht werde. Das Subkomitee wird sich bemühen, daß die beantragten Aenderungen nach erfolgtem Einvernehmen mit der Finanzverwaltung sobald wie möglich verwirklicht werden. Veränderungen in der Rärodni rada. Prof. N e m e c, der im Verlaufe seiner Präsidentschaftskandidatur schwer kompromittierte Vorsitzende der Rärodni rada, beabsichtigt nach Meldungen der tschechischen Blätter, den Vorsitz an eine andere Persönlichkeit abzughhen. Den Kommentaren der Linksblätter zu dieser Meldung ist zu entnehmen, daß die Mitarbeit der Linksparteien an der Nä- rodni rada durch den Rücktritt des Prof. Nemec wieder für möglich gehaüen wird. Die ESR. und der Völkerbund.„L'Oeuvre" bringt einen Beitrag des Präsidenten Dr. Benes, in dem dieser u. a. sagt:„Wer immer den Weltfrieden erhalten will, muß die- Prinzipien der kol- lektwcn Sicherheit annehmen und verwirklichen wollen und wenn der Friede bedroht ist, mutz er danach handeln. Die tschechoslovakische Politik, deren Anregungen immer in Uebereinstnmnungen mit den Genfer Ideen waren, und die dem Völkerbund alles gegeben hat was sie ihm geben konnte, hat ihren Standpunkt nicht geändert und wird ihn nicht ändern. Sie wird nicht zögern, öffentlich ihren Wille« zur Anwendung eines Systems zu erklären, das als Grundlage den Völkerbundvertrag hat. In dieser Hinsicht wird sie imstrer solidarisch mit allen denjenigen sein, die in den übrigen Staaten die gleichen friedlichen Ziele verfolgen und die gleichen Prinzipien des Rechtes und der Gerechtigkeit erfüllen." MANNER, FRAUEN I UND WAFFEN I Roman von Manfred Georp . Copyright by Dr. Manfred Georg, Trag An alle diese Dinge dachte Mardrier, als er nach dem Besuch bei Schumann übör den Ring schlenderte. O ja, er wußte schon, was mit ihm los war. Aber man hatte ihn zu dem gemischt, was er war. Jetzt konnte er kein neues Leben »mehr beginnen. Die Erfahrungen, saßen ihm tief unter der Haut, die Art seiner Lüste und Befrie- digunaen war seltsam genug ast, aber er litt nicht darunter. Es trieb! ihn, /aber.er ließ sich gern treiben. War eß. nicht wundervoll gewesen, wie damals die Baronin V. in Frankfurt am Main allmählich so von feinet Suggestion erfüllt worden war, daß sie schließlich ganz' steiwillig und ohne daß man ihm etwas nachweisen konnte, Gift genommen hattet Wie er jenes junge Mädchen in Mailand gezwungen hatte, die Liebe zu ihrem Verlobten aufzugeben, so daß der rasende junge Mann mit dem Messer auf die Geliebt? losgegangen wart Mardrier setzte sich an das Fenster/de^ Easts„Heinrichshof" und sah auf die, belebte Straße. Es war schön, einen Blick hinter den Augenlidern und eine Stimme hinter den Zähnen zu haben, mit denen man bezauberte uns betäubte. Mgkropulos hatte ihn ganz, richtig erkannt. Makropulos war auch für ihn üpbeein- flutzbar. Dieser Zwerg stand sowieso jenseits des , Menschlichen und seme einzige Leidenschaft waren Hunde, von denen er die schönsten Exemplare der seltensten Sorten in einem Jwinger/in der Umgebung Wiens hiell. Der Grieche wußte, wie pAchWoll«in so fähiger Mensch wie Mardrier, der mit dem angenehmsten Aeußeren. eine so vollendete Skrupellosigkett, mir der völligen Herzlosigkeit aber für gewisse Momente auch eine intensive, böse triebhafte Willensstärke verbinden konnte» zu verwenden war. Mardrier kam an alle Leute heran, zu denen Makropulos auf harmlose Weise keinen Zutritt bekam. Denn Mardrier nahm niemand ernst und vierfiel ihm doch. Bor Makropulos schwieg man mißtrauisch, voller Antipathie, bestenfalls respektvoll. Vor Mardrier verlor man sich. Ein Vagckbund, ein Vortrags- künstler, ein Gentleman, der nicht nur die Frauen bezauberte. Makropulos hatte das schmunzelnd festgestellt. Daß die Fürstin Sawrescu diesem Burschen auf das Schamloseste nachlief, darüber hatte er sich nicht gewundert. Aber daß sich der Bankier Landvai zum Beispiel von ihm einwickeln ließ, ihm Börsentyps gab, Geld lieh und lauter Dinge tat, die bei ihm sonst völlig ungewohnt waren, das hatte Makropulos in seiner Meinung bestückt. Er wußte niemanden Besseren, den er Schumann zur Seite geben konnte. Dieser Schumann, dachte Mardrier und unterbrach plötzlich den Flirt mit einer schmalen, blonden Frau, die-ihm, obwohl sie in der Begleitung eines unruhig und mit besorgter Miene auf sie einredenden Mannes saß, anstarrte. Wie seltsam das doch war! Er hatte da oben im Sanatorium sich diesen hageren Patienten aus dem Rudel eingebildeter kranker Spießbürger herausgefischt, hatte zum ersten Male fest langem wieder den Glücksfall gehabt, tatsächlich einen guten Tip geben zu können, und jetzt war der sein Vorgesetzter. Und dieses Mädchen Haydee! In der Fe- mina war ihm ihr Tanz, der mit der Niederlage vor der Dänin geendet hatte, stark ins Blut geschlagen. Dann hatte er sie an der Seite dieses alten Esel» im Sanatorium wiedergesehen. E» hatte ihn gejuckt, hier dazwischenzufahren, gejuckt vor allem, ihre hingebende Kindlichkeit, die er spürte, zu zerstören oder wenigstens zu be schmutzen. Wie war er hereingefallen! Der ganze Besuch im Hotel bei ihm war ein abgekartetes Spiel zwischen dieser brausten Katze und dem alten grauen Fuchs gewesen. Mardrier fühlte sich zum ersten Male seit langem betrogen und wicht auf der Höhe. Es war ihm»eine Genugtuung mehr, daß er gegen Schumann den Trumpf von Sevilla in der Hand hatte, den er ihm hämisch auf den Tisch hauen konnte. Er mußte noch froh sein, daß Schumann seine Tochter nicht gefunden hatte. Sonst läge er heute bestimmt auf der Straße, es sei denn, er säße im Gefängnis. Denn Makropulos pflegte seine Herzchen, wie er sie nannte, nicht gern herumlaufen und schwatzen zu lassen. Wenn man schon mit Borbe- strasten arbeitet, war es günstig, sie, zerstritt man fich mit ihnen, endgülttg verschwinden zu lassen. Mardrier hatte eine ganze Masse unbezahlter Rechnungen zu begleichen. Gelber ein Erpresser, war er vor dem Ober-Erpresser wehrlos. Mißmutig ging er ins„Imperial" hinüber» in dessen Halle er immer Bekannte traf. Er setzte sich zu der Fürstin Satoreseu, die allein in einer Ecke saß/ an den Tisch und begann ihr die häßlichsten Dinge über Haydie zu erzählen, weil er die erfolglose Neigung der Fürstin zu dem Mädchen kannte. Niemand, der dies elegante Paar dort in der Ecke sah, das in vollendeter Haltung miteinander plauderte, hätte vermutet, daß mit dem liebenswürdigen Lächeln, mit dem fich die Fürstin dem Mann zuneigte, gleichzeitig di« Worte kämm: „Du bist das gemeinst« Schwein, das ich kenne. Habe ich dich aufgefordert, mir etwas von dem Mädchen zu erzählen?". Mardrier lachte kurz: „Pie dis dem Schumann vexfallen sein kgnn, diesem häßlichen Gerippe, ist mir wahrhaftig unklar.„Werner", schrie sie mit ganz hoher Stimme und ihre Augen brachen unter mir weg." Die Sawrescu fühlte sich seltsam angerührt. Seft sie nach dem völligen Verlust ihres Vermögens in die Abhängigkeit von Makropulos geraten war» dem es maßws schmeichelte,„die schönste Frau Rumäniens" zur Partnerin zu haben, lebte sie eine Existenz, die fortwährend Dinge von ihr forderte, an die sie sich nur schwer gewöhnte. Zu stolz oder zu hirnlos, um für sich allein ein Leben auf- zubauen, ließ sie sich und ihre Beziehungen von Makropulos ausnutzen. Die große, ein wenig schwere Gestalt, deren Temperament nur selten sichtbar wurde, aber doch das schöne, schwermütig verhaltene Wesen überleuchtete, hatte Mardrier i" der Umgebung des Zwerges zuerst wie eine Erlösung empfunden. Zu spät hatte sie gemerkt, daß sie sich neben einem ManNe, der sie nur körperlich demütigte, noch einen erworben hatte, der es geradezu darauf anlegte, sie seelisch zu martern. Seine vollendeten Formen, die sanfte, weltmännische Ironie, die knabenhafte Reinheit, die er trug, waren dir Falle gewesen, in die sie hineingetappt war. Als sie entdeckt hatte, was hinter diesem Engelsgesicht an Bosheit steckte, war es zu spät gewesen. Er hatte sie schon geformt, ließ sie nicht mehr los. Sie siebte ihn, ohne daß er sich das Geringste daraus gemacht hätte. Wie eine entführte Sklavin kam sie sich manchmal bei Tafeleien zwischen dem schmatzenden Zwerg, der ehemals i" Smyrna ein kleiner Händler mit gestohlenen Juwelen gewesen war, und seinem Agenten vor, der die Worte so zu vergiften wußte, daß sie, einmal ins Bewußtsein gesetzt, Gedanken-Eiter trieben. „Du darfst jetzt nicht aufstehen," zischte Mar- prier,„man sicht her. Ich weiß überhaupt nicht, warum du so hinter der Tänzerinher bist. Ist doch auch nur ein bißchen Blut, Fleisch und Knochen/ In diesem Augenblick empfand er die empfangene Ohxfeige al» ein Werk Haydses und fügte hinzu: „Ulbicigens Knochen, die ich brechen werde!" „Du wirst dem Mädchen nichts tun!" (Fortsetzung folgt.» Nr 75 Samstag, 28. März 1836 Grite 3 Wieder ein Todesopfer der Antreiberei Im Bergbau Air lesen im„Bolkswille": Der Bergarbeiter Anton Birner aus Kloben mar am 28. März in der Nachmitt!gs- sckickt als Häuer auf einem Bruchabbau in den F e l i z i a n-Schächten in Zieditz beschäftigt. Während er im Abbau Kohle in den Hunr lud, löste sich von der Decke ein großes Stück Kohle, bas Birner am Kopse traf und ihn derart schwer verletzte, daß sofort der Tod eintrat. Der Unfall ereignete sich wieder'in Fallorte, wo vor kurzer Feit der Bergarbeiter Bolkmann tödlick vcr-1 unglückte. Obwohl die Arbeit auf dem Bruck- abbau sehr gefährlich ist, werden von den Berg- f arbeiten: Lei st ungen verlangt, die sie bei größter Anstrengung nickt erreichen können. Können sie den Aufträgen nicht i nackkommen. werden sic von den Vorgesetzten befragt, warum und weshalb die geforderten Leistungen nickt erreicht wurden. Es gibt auck Bergarbeiter, welche fürckten, daß sic ihr'en Arbeitsplatz verlieren könnten und deshalb werden fest Kohlenhunte gefördert, ohne daß dabei, auf den notwendigen Sckntz geacktet wird. Es wäre doch im der Zeit, daß diele Zustände geändert werden. Anton Birner war verheiratet nnd hatte für seine Frau und zwei Kinder zu sorgen. I Nimm Vitello fur’s Osterbrot! Dann kannst Du sicher sein, dafe es wirklich gut gerät und herrlich schmecken wird. Vitello ist ja— das muht Du wissen— keine gewöhnliche Margarine. Nur sorgfältig ausgewählte Rohstoffe unter Zusatz von Frischmilch werden von erfahrenen Fachleuten hygienisch einwandfrei zur guten Vitello verarbeitet. fudetendeu tsdier Zeitspie&el Leidensweg einer Proietarierfrau Von der SdP Im Stiche gelassen Das Rätsel der„Europastunde* 1 Wir haben uns schon öfters mit der bei Stiepel in R e i ch e n b e r g erscheinenden Funkzeitschrift„Europastunde" beschäftigen müssen, weil dortimmer wieder eine Deutschland-Neigung zutage kitt, für die ein Großteil der Leser erfreulicherweise kein Verständnis hat. In der letzten Nummer gab's nun wiederum eine Art„Rückfall". Nicht genug damit, daß da den Lesern ein Kreuzworträtsel in der Form des Funkturms des „Reichssenders Berli n" vorgesetzt würde, wurden sie auch aufgefordert, sich an dem „großen Kreuz-Funk-Rätselabend des Reichssen- ders Berlin, am Donnerstag, den 26. März" zu beteiligen und die Rätscllösung dem Reichssender Berlin einzusenden, mit dem aber wahreDe- mokraten absolut nichts zu tun haben wollen. Die Folge davon ist, daß, wie uns mitgeteilt wird, viele Abonnenten nun die„Europastunde" a b b c st e l l e n. Und nun bedenke man, daß diese Zeitschrift sich„Of fizielles deutsches Organ des tschechoslowakischen Rundfunks" nennt und am Kopf den Vermerk trägt:;,A u f s ätze undBilderredi- tz irr t D o ir d e r Prager Urania fD i rx tTö't Dr. Oskar Frankl)". Wir fügen dieser Feststellung hinzu, daß gewisse Erscheinungen für die Demokratie unseres Erachtens nachgerade unerträglich zu werden beginnen! Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 29. März, 14.30 bis 14.48 Uhr: Die Schvldenregelong für Arbeitslose und Landwirte (Tr. Paul Ehrlich), Wie Arbeitslose von der SdP behandelt werden, zeigt ein Vorfall in D u x, der berechtigtes Aufsehen erregt hat. Dort wohnt ein gewisser Alexander Meyer, der schon viele Jahre ohne Beschäftigung ist. In der Hoffnung, Hilfe zu finden, meldete er sich im Mai 193» bei der SdP an. Er und seine Frau zahlten trotz der Arbeitslosigkeit bis November ihre Mitgliedsbeiträge bei der Duxer SdP-Ortsgruppe. Da die beiden EhKeute nicht den Nachweis der dreimonatigen Beschäftigung erbringen können, sind sie ohne jede Unterstützung. Als sie schon drei Monate die Miet» schuldeten, flehte Frau Meyer den SdP-Abgeordneten E i ch- Holz, der Gruppenleiter in Dux ist, auf den Knien um Hilfe an. Eichholz schickte fie zum Orts- gruppenkasfier Ritsche. Dieser wies sie an den Bezirkssekretär Hasler. Bo» dort wurde sie zur Sudeten deutschen Bolkshilfe geschickt, 2» deren Kanzlei wäre» viele Lebensmittel aüfgestapelt—cs wurden in Dur über 30.000 KC gesammelt—, aber man verweigerte Frau Meyer jegliche Hilfe. Ein Gesuch, das sie schon vor Weihnachten eingebracht hatte, blieb un- bcantwoktct. Run wandte sich dir hungernde Frau an den SdP-Abgeordneten Aippeliusin Teplitz-Schönau, denselben, der vor kurzem bei der Jndustriellentagung war. Auch dieser hatte keine Krone übrig und versprach, die Duxer Geschäftstelle von der Notwendigkeit einer Hilfeleistung zu verständigen. Als Frau Meyer in die Ortskanzlei trat, schrie sie der SdP-Funktionär Horn an:„Und wenn Sie sich zwanzigmal bei Zippelius beschweren, so bekommen Sir zwanzigmal nichts!" Dir Frau, so sagte man, betätige sich nicht in genügender Weise für die SdP; offenbar find die Funktionäre der SdP darüber erbost, daß die Familie Meyer gewisse Aufträge aus verständlichen Gründen nicht wunschgemäß ausgeführt hat. Bei dem Auftritt in der.Kanzlei sagte Frau Meyer, daß Pensionisten mit einer Pension von 700 XL und der Bauleiter Sch. und Herr K. aus der SVH Spenden schöpfen, für ganz. Arme habe man jedoch nichts übrig. Frau Meyer zerriß die Mitgliedsbücher der SdP und verließ die Kanzlei.. Aehnliches spielte sich im Frauenabend der SdP in'Dux ab. Die„Damen" verlangten, daß die Arbeiterfrauen die Kayzlei unentgeltlich 'aufräumen. Es meldete sich aber niemand frei« willig. Da sagte eine Bürgersfrau entrüstet:„Die Frauen erhalten ja für diese Arbeit, hin und wie- ,deL ein Kilamanuu Mehl I" Man. Wtt. fid^ heftig, so daß der Lärm bis auf die Straße zu hören war.' Ein Vermittlungsvorschlag, durch den abwesende Arbeiterfrauen für die Aufräumung namhaft gemacht werden sollten, ging im Lärm unter, die Frauen gingen heftig streitend auseinander: In den Kreisen der Arbeiter ist man über das hochfahrende Benehmen einzelner SdP-Funktionäre und über die ungerechte Verteilung der Unterstützungen auf das höchste,empört. Das ist die„Volksgemeinschaft". Hoffentlich werden die Arbeiter bald erkennen, daß sie nicht zn den Herren nm Zippelins, sondern zur Sozialdemokratie gehören! . Mittwoch. 1. April, 18.20 bis 18.40 Uhr: Der Arbeiter und dir Demokratie(Heinrich Wondra k, Karlsbad); Freitag, 3. April, 18.85 bis 18.45 Uhr: Aktuelle zehn Minuten; Sonntag, 5. April, 14.30 bis 14.45 Uhr: Erziehung zur Vorurteilslosigkeit und zur Gerechtigkeit(Johann Storch). Rundfunkvortrag des Gesundheitsministers Dr. Czech. Sonntag um 10 Uhr überträgt der Rundfunk die Eröffnungsfeier der Woche der Fürsorge für das Land. Nach dem Einleitungschor und der Ansprache des Vorsitzenden der Aktion A.bg. Beran sprechen Gesundheitsininister Dr. Czech und Landwirtschaftsminister Dr. Z a- d i n a., SA-Mann in Karbitz verhaftet. Freitag nachmittag gegen 2 Uhr erschien in einer Wohnung in Karbitz der angeblich in deutschen Reichsbahndiensten stehende tschechoslowakische Staals- angehörige Wifli P l a n i tz k a und erzählte, daß er sich bereits vier Jahre in Deutschland aufhalte. Seine Stelle habe er dadurch erhalten, daß er in der SA. als tüchtiger Schläger bekannt war. Planitzka wurde verhaftet. In seinem Besitz wurde eine Reichsbahnlegitimation„Lehrter Bahnhof Berlin" vorgefunden. Playitzka hatte in Karbitz einen früheren Nazi besucht. ~ Schlecht unterrichtet ist auch die„Rote Fahne", die, auf dem Gebiete der Oberflächlichkeit erfolgreich mit der„Zeit" konkurrierend, mit einer Rede des sozialdemokratischen ParteivorSlowaken sagen ab Kodias Vorschläge ungenügend Prag. In der heutigen Sitzung ihres Prä- f sidiums und ihrer Abgeordneten und Senatoren I hat es die Slowakische Bolkspartci a b gelehnt, in die Regierungsmehrheit e i n z u t r c 1 r n. Das Parteipräsidium hat zur Begründung seines' Standpunktes eine Mitteilung! veröffentlicht, worin es erklärt, daß die bisherigen Verhandlungen mit dem Ministerpräsidenten keine hinreichenden sachlichen Garantien für dir Lösung des slowakischen Problems gebend Bon kompetenter Stelle wird dem Tsch. P,-B. mitgeteilt, daß die Differenz zwischen dem Standpunkt des Ministerpräsidenten einerseits und der Slowakischen Volkspartei andererseits sich auf die Frage eines besonderenMini- ft e r i u m s konzentriert«, das nach dem Vorschlag der Slowakischen Volkspartei die Kompetenzen aller Reffortministerien, mit Ausnahme deV Ministeriums für Nationalverteidigung und des Außenministeriums hätte konzentrieren sollen, soweit deren Kompetenzen sich auf das Ge-! biet der Slowakei erstrecken. Der Vorsitzende der Regierung tonnte zu der Errichtung dieses Ministeriums seine Zustimmung einerseits aus verfassungsrechtlichen, andererseits aus politisch-ad- milnsrrativen Gründen nicht geben, da er die Teilung der staatlichen Vollzugsgewalt als technisch und finanzrcchtlich undurchführbar ansieht. Im Sinne seiner Kundgebung im Abgeordnetenhaus« erklärte der Ministerpräsident bei den Verhand- lungen mit der Slowakischen Volkspartei, er sei entschlossen, das slowakische Problem im Rahmen der bisherigen Struktur der Staatsverwaltung und Länderverfassung zu. lösen. Die Regierung wird ohne Zusanuncnhairg mit den Verhandlungen mit der Slowakischen Volkspartei an die Dezentralisierung des Wirkungskreises ihrer örtlichen Verwaltungsorgane, insbesondere der territorialen Eisenbahndirektionen, herantreten, wodurch sie sichere Garantien für die Durchsetzung des heimischen slowakischen Elements auf allen Gebieten der öffentlichen Verwaltung schafft. sitzenden Dr.. Cz.e ch polemisiert, die dieser nicht gehalten hat. Und zwar behauptet die„Rote Fahne", daß Dr. Czech diese Rede am Mittwoch in einer Prager Gewerkschaftsversammlung gehalten habe. Da nur der„Zeit" des Herrn Henlein die gleiche Dummheit passiert ist wir haben gestern schon mitgeteilt, daß Dr. Czech gar nicht in jener Versammlung war, also dort auch nicht geredet haben kann— scheint erwiesen zu sein, daß die„Rote Fahne" ihre Informationen über das Wirken der Sozialdemokraten aus der„Zeit" bezieht. Das ist zwar keine verläßliche Quelle, aber sie paßt zu den Kommunisten, wie Gottwalds Gehirn zu seinen Taten. Gottwalds Besen. Der Diktator der KP§., Gottwald, hat nicht nur den Redaktionsstab des „Rude Prävo" und der„Hälo Noviny" ausgewechselt, sondern auch veranlaßt, daß alle von den bisherigen Redaktionen dieser Blätter ausgestellten Berichterstatter-Legitimationen annulliert werden. Kommunistische Weisheiten und Wahrheiten. 2n einem Diskussionsartikel, den die„Rote Fahne" veröffentlicht, wird der„Rat" Gott« Walds wiederholt, im Diarsche—nach rückwärts! — die Fehler zu korrigieren. Es sollten, so wird empfohlen, auch güte Funktionäre ausgebildet werden,„damit die Kaderfrage nach vorwärts geschoben werden könne". Die guten und ehrlichen Elemente in der Partei würden zu wenig berücksichtigt.(Dafür aber hat Gottwald das große Wort.) Und schließlich wird einbekannt:«... die Arbeiter fragen uns: W o istdenneurePa r t e i? S i e w o l l e n sie eben sehen!"— Man zeige den Arbeitern den Gottwald, wie er ißt, trinkt, schläft und säubert, denn Gottwald:.das ist die Kommunistisch« Partei! Wenn aber die Arbeiter erst nach der Kommunistischen Partei zu fragen beginnen, dann sind sie auf gutem Wege— von Gottwald weg! Lin Veteran der Arbeiterbewegung Heute vollendet Ge nosse Ludwig Glaser aus, Litschkaü bei Saaz sein 80. Le bensjahr. Alle seine Freunde, und er hat derer insbesondere innerhalb des Gebie tes-unserer Kreis organisation des Launer Wahlkreises sehr viele, werden seiner heute gedenken und ihm den. herz herzlichsten Glück wunsch darbringen. Genosse Glaser,.der.1856 geboren wurde, ist. 1870 auf die. Wäliderschaft gegangen und ist in Deutschland bereits, in den siebziger Jahren mit der entstehenden Arbeiterbewegung in Berührung getreten. Glaser hat alle die bedeutenden Begründer der deutschen, Sozialdemokratie, insbesondere Bebel und. Liebknecht gekannt. In den achtziger Jahren kam Glaftr in die Heimat zurück und hat sich damals trotz des Ausnahmezustands^ da das Bekenntnis zur Ar- bcieelbewegung ein großes persönliches Opfer bedeutete, der Sozialdemokratie angeschloffen. Seitdem steht Glaser ununterbrochen in der Parteiorganisation und er hat.die ganze wcckselvolle Geschichte der deutschböhmischen, Sozialdemokra-, tie tätig miterlebt. Er hat eine Reihe.von Vertrauensfunktionen in seinem Heinmtort bekleidet und war als Delegierter sauf, unzähligen. Parteikonferenzen. Noch am letzten Sonntag,, hat der rüstige Alte, der temperamentvoll seine Meipiuzg zu sagen weiß und sich mit den. Gegnern: thrr Partei noch eifrig herumzüschäg-n pfleMi an einer Konferenz in Saaz- teilgenommett^' Die Partei wünscht ihrem alten-Veteranen, er möge noch viele Jahre in Gesundheit der Idee dienen, der er zeitlebens so treu.gewesen ist.- Berufungen Im Sozlalistenprozefi Der Staatsanwalt hat bezüglich der 14 Verurteilten,(das find alle mit Ausnahme der Hauptangeklagten Sailer, Em hart und Fel le i s) gegen die nicht auf Hochverrat erkannt wurde, die Nichtigkeitsbeschwerde überreicht. Auch einige Angeklagte haben berufen, so daß sich das Ö berste Gerich t mit dem Urteilsspruch beschäftigen wird. Siegreicher StreikabschiuB Warschau.(PAT) Der Streik der Ar- beitrr in den Salzgruden in W i e l i r z.k ä bei Krakau wurde dank der Vermittlung des Arbeits- generalinsprktors durch ein Schiedsverfahren beigelegt. Das vereinbarte Kompromiß gewährt für die Erfüllung der Forderungen der Arbeiter große Möglichkeiten. 1200 Arbeiter werden die Arbeiten in den Gruben wieder aufnehmrn. Todesurteil wegen Sabotage Verhandhin vor dem Moskauer Militärgericht Moskau.(Laß.) s|das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes verhandelte vom 21. bis 24. März in Krasnojarsk den Fall der ehemaligen Mitarbeiter des Krasnojarsker Depots. Das Gericht stellte ftst, daß der Hauptangcklagte Joses Breidak, Leiter der Reparaturwerkstatt, der früher in der Koltschak-Armce und als polnischer Legionär diente, und der Depotangestellte Pit- s ch u rin von einem Agenten eines ausländischen Geheimdienstes für Spionage und Sabotage angeworben wurden. Die. beiden gründeten im Juni vergangenen Jahres eine konterrevolutionäre Spionage- und Sabotage-Organisation und leiteten die Orgänisationsmitglieder, die in ihrem Auftrage rollendes Material mit Absicht zerstörten und außer Betrieb setzten, mit dem Ziele, die Macht des Sowjetstaates zu untergraben. Brej- dak und Pitschurin wurden zum Tode durch'Erschießen verurteilt. Die übrigen fünf angeklagten Mitglieder dieser Organisation wurden zu Freiheitsstrafen von verschiedener Dauer verurteilt, [rlilliokli in allen verteilungssteilen der Konsumgenossenschaften. Seite 4 Samstag, 28. März 1936 Nr. 76 Der französische Festungswall an der Ostgrenze Unter einem Kostenaufwand von vielen Milliarden hat Frankreich in den Nachkriegsjahren seine Ostgrenze durch einen Festungswall gesichert, der alles in den Schauen stellt, was bisher aus diesem Ge- bi?til gebaut würde. Dir Kfigeft einige. Bilder dieser Anlagen, die nach Anficht maßgebender Fachmänner schlechthin unüberwindlich sind. O b enli n k s: Niemcyld sieht es diesem friedlichen Gelände an, daß sich hier bis zu einer Tiefe von 160 Meter betoniert« Räume erstrecken, die nicht mir Aufenthaltsräume und Borratskammern enthalten,.sondern auch durch regelrechte Untergrundbahnen mireinandcr verbunden sind. Die Anpassung an das Gelände ist schlechthin vollkommen.— Oben rechts: Von Fort zu Fort ziehen sich die unzähligen Windung^ die unterirdischen Verbindungsgänge hin. Sie sind nicht gerade gebaut, weil im Falle eines örtlichen Einbruchs ein feindliches Maschinengewehr den geraden Gang auf weite Entfernung beherrschen könnte.— Unten links: Abgeschrägte breite Betonmauern liegen in den Wäldern versteckt und bilden die ersten Kennzeichen der Nähe einer Festung.— Unten rechts: Eingang zu einer der unterirdischen Auffangstellungen, die, stark betoniert und gegen Sicht völlig geschützt, sich hinter der ganzen französischen Festungslinie hinziehen. Sie dienen als bombensichere Stützpunkte für die Mannschaften und als Munitionsdepots. Abessinien oder Drittes Reich? Ein gleichgeschalterer hitlerdeutscher Geograph schildert Abessinien so, daß man wesentliche Züge deS heutigen Deutschlands und seiner Führerpersönlichkeit wiederzuerkennen glaubt, — ein unsre i w illiges Selbstporträt.* Geläuterte Rechtsauffassung Alles ist geblieben, wie es seit Jahrtausenden war, und wenn viele der Sftafen uns unerhört grausam erscheinen, so ist die aethiopi- sche Rechtsprechung der Mentalität der Masse doch besser angepaßt als unsere. Die Methoden aethiopischer Rechtsfindung sind sonderbar, aber sie ftnb deswegen nicht weniger erfolgreich als unsere Polizeiverhöre und die Tätigkeit unserer Untersuchungsrichter." Wer ist's? „... Er hatte verrückte Launen, aber wenn seine Villa in Addiet auch einen Balkon bayrischen Stils hat, über dessen Brüstung ausgestopfte Löwen, Tiger und Hyänen schauen Reichtum gibt Macht, und in Abessinien gelten Narren als unberührbar, fast als heilig." Göring kurbelt die Kultur an „... Da war der Ras in Paris gewesen, wo er die Auslage eines bekannten Juweliers aus- kauste, da hatte er in Djibuti einen Schlepper gesehen, der ihm gefiel, weil er dicke Wölken kohlschwarzen Rauches ausstieß. Er hatte den Schlepper um 600.060 Francs gekauft, an den Strand setzen und zerlegen lassen, er hatte den Dampfer mit der Bahn bis Diredaua mitgenommen. Da der König des Godscham das neue Spielzeug auf dem.Tsanasee haben wollte, wurden 4000 Bauern unOoO Mäuuie're äüsgehMn, M'wükven ganz einfach Dörfer enwölkert und weite Landstriche brachgelegt und nun das Schiff über halsbrecherische Bergpfade, über brückenlose Flüsse, über die wilden Canons des Nils, durch Wüsten und Urwälder zu dem fast 3000 Meter hoch liegenden Bergsee geschleppt.... Ein Jahr und sechzehn Tage lang. Dann verlor der Ras die Lust an seinem neuen Spielzeug, man ließ den Schlepper und seine Maschinen liegen.... Ein Nar r, die-. ser Ras Hailu? Der König des Godscham war— und ist-rr nicht nur in Abessinien überaus beliebt, er hat aiich in Europa sehr viele Freunde.».." Leichtsinn mit tödlichen Folgen. Mittwoch abends ereignete sich im Gasthause des Johann Polcar in Nekmik bei Taus während einer Theaterprobe ein Unglück. Bei der Probe zog der mitwirkende 19jährige Tischlergehilfe Wenzel Stetka eine kleine Granate aus der Tasche und versuchte aus Neugierde, mit einem Nagel aus ihr die kleine Feder herauszuheben. Plötzlich kam es zu einer Explosion. Dem Stttka wurden die Lunge und eine Hand zerrissen. Bei der Explosion wurden weiter der 16jährige Bräuerlehrling Josef Hlgdik, der 19jährige Johann Kxva und der 26jahige Ladislav Pokorny, alle aus Nekmik, verletzt. Der Distriktsarzt Dr. Ganz leistete den Verletzten die erste Hilfe. Hladik und SiLtka wurden sofort in das Pilsener Krankenhaus gebracht, tpo Stktka seinen tödlichen Verletzungen erlag.‘ Die Ursache des Unglückes wurde Dbnnerstag von der Pilsener Gendarmerie-Fahndungsstation untersucht. Sie untersucht hauptsächlich den Umstand, wie Ztktka zu der Granate gekommen ist. Seinen Kameraden hatte er erzählt, daß er sie auf der Straße gefunden habe. Deutsche Flugpaffagiere in Mexiko abgc- siürzt. Ein dreimotoriges Ford-Flugzeug der mexikanischen Luftverkehrsgesellschaft, das sich mit einer deutschen Reisegesellschaft auf einem Sonderflug von Mexiko-Stadt nach Guatemala-Stadt befand, ist am Donnerstag in den Gebirgspaß zwsschen den Vulkanen Popocatepetl und Jxtaxci- huatl abgestürzt. Die zehn Flugg ä st e, sämtlich Deutsche, und vier Mann Besatzung wurden g.e t ö t e t. Das Flug- Der englische Oelindiqtrielle Rickett ist in der abessinischen Hauptstadt eingetroffen. Obwohl er sich über seine Pläne in vollkommenes Stillschweigen hüllt, ist man doch in Addis Abeba überzeugt, daß Rickett mit einer diplomarischen Mission an den Äegus selbst betraut sei. zeug hatte Mexiko um 10.33 Uhr verlassen und hat halbstündlich über seinen Standort, zuletzt über Amecameca, berichtet. Als bis 12 Uhr kein weiterer Bericht eintraf, flog ein Flugzeug der Panamerican Airways von Mexiko ab, um nach dem verschollenen Flugzeug zu suchen. Es fand schließlich die Trümmer des verbrannten Flugzeuges um 13.45 Uhr in dem genannten Gebirgspaß auf. Bon Mexiko sind sofort zwei Autos mit, Rettungsmannschaften abgegangen, um die Verunglückten zu bergen. Unter den ums Leben gekommenen deutschen Fluggästen befinden sich Adolf vcn Schaumburg-Lippe und Prinzessin Elisabeth von Schaumburg-Lippe. Die Opfer der Dynamit-Explosion. Bei der bereits gemeldeten Explosionskatastrophe in Tul- tenango im Staate Mexiko konnten bisher 26 Tote geborgen Werden, doch liegen noch viele unter den Trümmern. Die Rettungsmannschaften arbeiten ohne Unterlaß. Mehrere Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Flugzeugunglück. Auf dem Militärftugfctde in Jachcice bei Bromberg(Polen) stürzte am Freitag während eines Uebungsfluges ein Militärflugzeug ab. Die Insassen desj.Flugzeuges, ein Fliegerleutnant und ein AiegerünieroffiDk, fanden unter den Trümmern des Apparates den Tad. Selbstmord eines Elternmörders. Ferdinand Ar t m a n n, der im Jahre 1929 als 16jähri- ger Gymnasiast wegen Meuchelmordes seiner Eltern zu sieben Jahren verschärften Gefängnisses verurteilt worden war, hat kürzlich sein« Strafe abgebüßt und wurde in Freiheit gesetzt. Kurz darauf kam er nach Wien und nahm in einem Hotel des VH. Bezirkes eine starke Dosis Veronal. Nach seiner Ueberführung ins Krankenhaus starb er heute nachts. Oppositionsführer-Staatsamt! Zu den Besonderheiten des englischen und ältesten Parlamentarismus gehört es^ daß der Führer der Opposition— seit Jahren also der Führer der Arbeiterpartei— gewissermaßen dem Führer der Mehrheit, also dem Premierminister, gleichgestellt ist. E hat im Unterhaus prachtvolle Räume zu seiner Verfügung und er wird von wichtigen Regierungsabsichten und-entscheidungen früher als sonst jemand unterrichtet. Diese Stellung soll nun auch materiell bewnt werden. Der Konservative Abg. Bivian Adams stellte im Unterhaus zu der Neuregelung der Ministergehälter(Antrag des Liberalen MacLay) den Zusatzantrag, die Führung der Opposition zu einem Staatsamt zu erklären und dem Inhaber dieses Amtes ein Jahresgehalt von 2Ü00 Pfund(240.00V KL) neben den Diäten von 500 Pfund(59.000 KL) zu gewähren. An der Annahme dieses Antrags ist nicht zu zweifeln, zumal der Sprecher der Arbeiterpartei, Latham, nur dazu bemerkte, es solle dadurch keine Erhöhung der Gesamtausgaben erfolgen. Die Neuregelung der Ministergehälter geht vor allem auf die Abschaffung der großen Ungleichheit hinaus. Bis jetzt bekommt z. B. der Schatzsekretär weit mehr als der Premierminister. Verkehrsflugzeug abgestürzt. Unweit der Stadt Lyndhurst in Hampshire stürzte ein britisches Verkehrsflugzeug ab. Bei dem Unfall sind vier Männer und eine Frau ums Leben gekommen. Rote-Kreuz-Station vernichtet. Ein Reu- ter-Telegram aus Addis Abeba meldet: Nach den eingegangenen Meldungen haben italienische Flieger bereits zum zweiten Male die schwedische Rotkreuzambulanz bombardiert. Diese bei der Stadt Goby in der Provinz Bali, etwa 150 Kilometer südöstlich von Addis Abeba stationierte Ambulanz wurde teilweise vernichtet. In Ogaden setzen die italienischen Flieger eifrig die Bombardierung der Abessinier fort, welche ihr« Stellungen südlich von der Straße Harrar— Dschidschiga— Berbern verstärken. Die Hochschulbildung in der Sowjetunion. Ende des Jahres 1935 gab es in der Sowjetunion 591 Hochschulen gegenüber 137 im Jahre 1930. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der industriellen Hochschulen in der Sowjetunion von 29 auf 122 gestiegen, die Zahl der landwirtschaftlichen von 31 auf 97, die der pädagogischen von 40 auf 220 und die der.medizinischen von 11 aus 64. Die Gesamtzahl der Studierenden an den Hochschulen der Sowjetunion ist von 191.000 im Jahre 1930 auf 519.000 im Jahre 1985 gestiegen. Im laufenden Jahre werden in die Hochschulen der Sowjetunion 125.000 Personen neu aufgenommen werden,. Beim Abspringen mit verzögertem Oeffnen des Fallschirmes find die jungkommunistischen Fall- schirmabspringerinnen Ljuba Berlin und Tamara Iwanowa in Moskau umgekommen. Die beiden Frauen gehörten zu den mutigsten Fallschirmabspringerinnen; Ljuba Berlin hatte 49 und Tamara Iwanowa 46 Fallschirmabsprünge ausgeführt. Bom Klatsch in den Tod getrieben. Im 17. Wiener Bezirk spielte sich heute eine Familieniragö- die ab, die zwei Menschenleben förderte. Die 50- jährige Postoffizialin r. R., Adele Riedel und ihre 15jährige Tochter Auguste wurden in ihrer Wohnung mit einer Leuchtgasvergiftung tot aufgefunden. AuS einem hinterlassenen Briefe gehr hervor, daß Mutter und Tochter wegen in der Nachbarschaft verbreiteten böswilligen Klatsches gemeinsam Selbstmord begingen. Grostfener. In der Gemeinde Kapossüred in der Nähe der Stadt Kaposvtlr hat, ein Riesenbrand 25 Wohnhäuser mit allen Nebengebäuden eingeäschert. Der Schaden Ist sehr bedeutend. Der Dieb und die Löwin. Die Lcirerin des Moskauer Kinderzoos erzog eine junge, vor wenigen Wochen geborene Löwin,.Mnuli"(d. h. die Fortgeworfene) bei sich zu Hause. Das junge Tier war vollkommen zahm und lernte die Dressur besonders schnell. Es begleitet zuweilen seine Herrin auf dem Wege in den Zoo und ist das Staunen aller Moskauer Kinder. Als vor einigen Tagen seine Herrin nach Hause kam, stürzte sich jedoch die kl..ne Löwin aufgeregt auf Se und raste dann in das Zimmer zurück. Sie sprang einen Schrank an, und die erstaunte Direktorin sah auf dem Schrank einen Mann, der mit entsetztem Ausdruck sich zu verbergen suchte. Er erklärte, in die Wohnung eingebrochen und dabei auf das Tier geswßen zu sein. Boller Angst kletterte er auf den Schrank, wo er mehr als vier Stunden zitternd zubrachte. Ein Chinese als Kammcrherr des Papstes. Pius XI. hat dem Direktor der Straßerck>ahng«sell» schäft von Schanghai und Leiter des chinesischen Elektrizitätstrust, Lo-Pa-Hong, die Würde eines päpstlichen Kammerherrns verliehen. Diese ungewöhnlich hohe Auszeichnung für-inen Chinesen ist darauf zurückzuführen, daß Lo-Pa-Hong'seit Jahren eine große charttattve Tätigkeit«stfgltet. Ei hat in Schanghai das Hospital St. Joseph gegründet, das 2000 Betten hat, und in dem täglich Lis zu 1000 Kranke auchulaiorisch behandelt werden. Jn den zwanzig Jahren des Bestehens dieses Hospitals sind über drei Millionen Kranke darin aufgenommen worden. Lo-Pa-Hong hat noch ein weiteres Hospital „Zum Herzen Jesu" gestiftet, sowie einige Altersheime. Seine großen geschäftlichen Berpfljchwngen hindern es nicht, daß er sich selbst um Kranke, Greise und sogar um Gefangene kümmert. Er ist einer der eifrigsten Christen in China, und die Missionen haben vieles seiner Unterstützung zu danken. Sprechende Briefe. Jede Woche erhält Mrs. Emma Calvin in Marion(Ohio) ein Paket, das per Luftpost aus Barranquilla(Kolumbien) kommt. Es ist der wöchentliche.Brief" ihres dort lebenden Sohnes Robert Calvin, aber er enthüll keine geschriebene Zeile. Statt dessen befinden sich in dem Paket einige Schallplatten, zwei oder drei, je nach dem, was zu berichten ist. Der Sohn ist Ingenieur und zicht diese technische Methode der Verständigung mit seiner Mutter dem veralteten Briefwechsel vor. Die Osterferien an den Schule«. Zu den in der Tagespreffe erschienenen Meldungen erhallen wir von amtlichen Stellen folgende Aufklärung: Die Osterferien wurden durch Erlaß des Unterrichtsministeriums vom Jahre 1935 geregeü und in der dadurch getroffenen Maßnahme wurden kein Aen- derungen vorgenommen. Infolgedessen dauern auch die heurigen Osterferien vom Dienstag 12 Uhr mittags nach dem Palmsonntag bis inklusive Dienstag nach dem Ostersonntag. Philatelistenkongreß-Possstempel. Der im Gemeindehause der Hauptstadt Prag für den 29. März 1936 bewilligte Sonderschalter des Postamtes Praha 1 wird einen Gelegenheits- Orts- und Tagesstempel mit der Legende„Praha 1— I. relostätni sjezd filatelistu" in blauer Farbe verwenden. In der Zeit vom 30. März bis 5. April 1936 wird das Postamt Praha 1 noch bei seinen Philatelieschaltern Postmarken zu philatelistischm Zwecken abstempeln. Eine Prüfungsfrage für Hausftauen. Wenn es beim Hausfrauenberuf Meisterprüfungen gäbe, lautete eine der Prüfungsfragen sicherlich: Wo sitzt der Schmutz?— Das muß man nämlich wissen, wenn man ihn wirklich gründlich entfernen will. Bei beschmutzter Wäsche z. B. hat man eS im allgemeinen mit zweierlei Schmutzarten zu tun. Einerseits stammt er aus den Unreinlichkeiten der Luft, besteht aus Staub und Ruß und ist gewöhnlich von trockener Beschaffenheit; dieser Schmutz sitzt meistens an der Oberfläche der Gewebe und ist verhältnismäßig leicht auszuwaschen. Ost genügt eS ja schon, die Wäsche am Abend vor dem Waschtag mit„Frauenlob" einzuweichen, um diesen Schmutz aus der Wäsche zu lösen. Schwieriger ist«S bei dem stark fetthaltigen Schmutz, der beim Tragen der Wäsche gebildet wird. Dieser Schmutz dringt oft tief in das Gewebe ein, setzt sich zwischen den einzelnen Fasern fest und ist schwer wieder zu entfernen. Hierzu muß man eine Seife mit außerordentlich hoher Reinigungskraft verwenden. Die Lösung einer solchen Seife dringt tief in das Gewebe ein und holl restlos diesen hartnäckigen Schmutz heraus. Man sollte daher stets eine wirklich gute Kernseife zum Waschen nehmen, also Schicht-Hirschseife. Bei dieser Seife gibt die jahrzehntelange Erfahrung der Firma Schicht die Gewähr dafür, daß sie die Wäsche wirklich gründlich und dabei schonend wäscht. Rat und Auskunft in allen Waschängelegenheiten erteilt gern die Georg Schicht A. G., Aussig. Etwas kühler. Der Wetterbericht vom Freitagabend lautet: Der Luftzufluß aus niedrigeren Breiten, der Donnerstag schwüles Wetter gebracht hatte, ist wieder zum Stillstand gekommen und im Laufe des heutigen Tages hat der Einfluß eines Hochdruckgebietes, das sich über Skandinavien ausgebildet hat, das Uebergewicht erlangt. Der Wind hat sich gegen Nordosten gedreht, und in einem großen Teil des Staates hat es sich wieder abgekühlt. Auch in den Alpenländern, wo es ausgiebig geregnet hat, ist die Temperatur gesunken. In Bayern und im Salzkammergut war es Freitag um 10 bis 15 Grad kälter als tagS- zuvor. Nur Wer der ungarischen Tiefebene behaupten sich noch Reste warmer Luft und im Zusammenhang damit wurden Freitag um 14 Uhr auch in dir Südslowakei noch 17 bis 18 Grad Celsius verzeichnet. Troppau hatte gleichzeitig nur 6 Grad und Sprühregen, die Schneekoppe und die Lysa Hora meldeten plus 2 Grad. Der nordöstliche bis öslliche Wind dürfte anhalten.—» Wahrscheinliches Wetter Samstag: Bei nordöstlichem Wind wechselnd bewölkt, auch im Karpathengebiet etwas kühler. Allgemeiner Wit- terungschari.kter etwas unsicher. Vom Rundfunk Sonntag: Prag, Sender L: 7.30: Konzert aus Karlsbad, 8J30: Wolf: Italienische Serenade. 8.55: Mozart: Flötenkonzert, 9.25: Konzert des Musst!« salonquartetts, 10.45: Frauenchöre, 12.20: Mit« tagSfonzert, 14.05: Dr. Brügel: Das Allgemeine Krankenhaus wird erweitert, 17.50: Deutsche Sendung:„Die Bekehrung deS Ferdinand Pistora von Langer, deuffch von Otto Pick, 18.50: Deutsche Presse, 19.10: Militärkonzert, 23: Tanzmusik. Sender S: 14.30: DeutscheArbeitersen- düng: Dr. Ehrlich: Die S chuldeuregelung für Arbeitslose und Landwirte, 14.45:©offner lieft aus feinem Buch„Exotische Bilder", 15.80: Schallplattenkonzerts— Brünn 17.50: Deutsche Sendung.— Preßburg 20: Operette aus dem Studiuw: Ter Lar. Nr. 7S Samstag, 28. MLrz 1936 La die Intellektuellen Dcutsdilands! Von Bronislaw Haberman Im„Manchester Guardian" har der bekannte Künstler, der durch fachliche Virtuosität, anständige Gesinnung und Zivilcourage gleichermaßen ausgezeichnet ist, einen Offenen Brief publiziert, den wir mit geringen Kürzungen wiedergeben:.. Seit der Veröffentlichung der Ausfsihrungs- bestimmungen zum Nürnberger Gesetz, diesem Dokument des Barbarismus, habe ich darauf gewartet, von Ihnen ein Wort der Bestürzung zu hören oder eine befreiende Geste zu sehn. Ein paar von Ihnen zumindest hätten doch einiges zu dem, was geschah, zu bemerken gehabt, wenn Ihre Bekenntniffe von einst noch gelten sollen. Aber ich habe vergebens gewartet. Angesichts dieses Schweigens darf ich nicht länger stumm sein. Zweieinhalb Jahre sind vergangen, seit ich mit Dr. Wilhelm Furtwängler, einem der repräsentativsten Führer des geistigen Deutschland, einen Briefwechsel geführt habe. Dr. Furtwängler hatte mich eingeladen, mit seinem Orchester in Deutschland zu spielen. Man muß sich erinnern," wie er sich bemühte, mich von der Veröffentlichung meiner Absage abzubringen. Sein erstaunliches Argument, war, daß sich mir durch eine solche Publikation die Grenzen Deutschlands für Jahre, vielleicht für immer verschließen würden. Meine Antwort vom 31. August 1935 besagte unter anderem: Trotz allem würde ich vielleicht-mit dieser Veröffentlichung ae,ög«rt haben, wenn die Kluft zwischen Deutschland und der Kulturwelt nicht Lurch kürzliche Ereignisse noch weniger überbrückbar geworden wäre. Nichts enthifllt mehr die schrecklich wachsende Brutalität weiter Kreise des deutschen Volkes als die Androhungen, die vor Wochen in den Zeitungen gemacht worden sind und die besagen, daß deutsch« Mädchen an den Pranger kommen sollen, falls sie in der Gesellschaft von Juden... angetroffen würden oder falls sie gar zu ihnen in einem Liebesverhältnis stehen sollten. Diese Ketzerei konnte nur in solchen, auS dem dunkelsten Mittelalter stammenden Bestialitäten enden, wie sie in der„Times" beschrieben sind...(Gemeint ist der Fall jener jungen Deutschen,, die in Streichers Nürnberg durch die Straßen gezerrt und an den Pranger gestellt wurde, bis sie in eine Heilanstalt überführt werden, müßte.— Der Hebers.) Dr. Furtwängler war aufs tiefste erschüttert nicht nur über den Nürnberger Fall, den er und alle»wirklichen Deutschen", wie er mir versicherte, ebenso heftig verdammten wie ich selbst, — er war^s auch über mich, weil ich von der wachsenden Brutalität weiter Kreise des deutschen Volkes gesprochen hatte. Er sah sich gezwungen, dies als„eine monströse Verallgemeinerung" zu bezeichnen,„die nichts mit der Wirklichkeit zu tun" habe. Inzwischen sind zweieinhalb Jahre vergangen! Zahllose Menschen sind in die Gefängnisse und Konzentrationslager geworfen, getötet, zum Selbstmord oder inS.Txil getrieben worden. Katholische und protestantische Würdenträger, Juden, Demokraten, Sozialisten, Kommunisten, Generale wurden gleichermaßen die Opfer. Herrn Furtwänglers Haltung zu diesen Geschehnissen ist mir nicht bekannt, aber er hat seiner Meinung und der Meinung aller„wirklichen Deutschen" über die Schändlichkeit, Pranger für sogenannte Rassenschänder aufzustellen, deutlich genug Ausdruck gegeben. Ich hege nicht die leisesten Zweifel an der Echtheit seiner Bestürzung und glaube auch fest, daß viele, vielleicht die Mehrzahl der Deutschen, seine Gefühle teilen. Aber was haben Sie, die„wirklichen Deutschen", getan, um Ihr Gewissen und Deutschland und die Menschheit von dieser Schmach zu befreien, seitdem Liese Möchte-gern-Deutschen, die aus Argentinien, aus Böhmen, aus Aegypten und Lettland stammen, meine„monströse Verallgemeinerung" zur gesetzlichen Realität gemacht haben? Wo sitid die deutschen Zolas, die Clemen- eeaus, Painleves und Picquarts in diesem monströsen Dreyfuß-Prozeß gegen eine völlig schutz lose Minderheit; wo sind die Masaryks in diesem alle Vorstellungen übersteigenden Polna-Fall? Wo ist die Stimme des Blutes, wenn schon nicht die Stimme der Gerechtigkeit und der Vernunft, wo ist sie erhoben worden gegen die unmenschliche Verfolgung jener aus Ehen zwischen Ariern und Juden Geborenen, und wo zugunsten der reinen Arier, die das Mißgeschick haben, die Gatten von Jüdinnen zu sein? Vor der ganzen Welt klage ich euch an, ihr deutschen Intellektuellen, ihr Nicht-Nazis, ich klage euch an als die wahren Schuldigen an all diesen nazistischen Verbrechen, an diesem ganzen jämmerlichen Zusammenbruch eines großen Volkes, an dieser Zerstörung, die über die ganze weiße Raffe Schande bringt. Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte, daß die Gosse nach der Macht gegriffen hat, aber den deutschen Intellektuellen blieb es Vorbehalten, der Gosse zum Erfolg zu verhelfen. Es ist ein entsetzliches Drama, dem eine erstaunliche Welt beizuwyhnen einge- laden ist: deutsche geistige Führer von Weltruf, die bis gestern das deutsche Wissen und den deutschen Genius repräsentierten, Männer, die kraft ihres Ranges und ihres Beispiels die Nation zu führen berufen waren, sie scheinen seit dem Beginn der Reaktion bis zum heutigen Anschlag gegen die heiligsten Güter der Akenschheit zu nichts anderem fähig zu sein, denn zu liebäugeln, mit- zuarbeiten und zu verzeihen. Und wenn dann di« demagogischen und ignoranten Usurpatoren sie ihres eigenen geistigen Werkzeuges berauben, um so den Terror, die Schurkerei, die Unmoral, die Geschichtsfälschung mit dem Mantel der Freiheit, des Heldenmuts, der Ethik, der Wissenschaft und der Mystik verdicken zu können, dann erklimmen die deutschen Intellektuellen. den Gipfel, ihres Verrats: sie beugen die Knie und verharren in Stille. Deutschland, du Land der Dichter und Denker, die ganze Welt— und nicht allein die Welt deiner Feinde, auch die deiner Freunde lauscht in ängstlicher Erwartung auf- dein'befreiendes Wort.••>• Z.- Erster Schulgang In der Frühlingsonne Volhswlrtsfliaft und Sozialpolitik Das Zuckerdumping 300 Millionen zu Lasten der Verbraucher Die Tschechoslowakei hatte in früheren Jahren einen verhältnismäßig hohen Anteil an der Zucker-Weltproduktion, und sie war auch an der Weltausfuhr hervorragend beteiligt. Durch die Entwicklung in der Nachkriegszeit wurde ihre Zuckerausfuhr, vor allem seit 1927, stark herab.gedrückt. Die Zuckerindustriellen haben den Jn- landskonsumenten die schwersten,-fast untragbaren Opfer auferlegt, um den Rückgang der Zuk- terausfuhr aufzuhalten. Sie haben, um bei den sinkenden Weltmarktpreisen konkurrenzfähig zu bleiben, den inländischen Zuckerpreis auf eine phantastische Höhe hinaufgetrieben, auf der sie ihn dank der Monopolstellung, die sie genießen, und infolge des agrarischen Einflusses— die Zuckererzeugung ist eine der wichtigsten agrarischen Industrien— seither halten können. Dieser hohe Ueberpreis ist von den Zuckerindustriellen mit der Begründung zu rechtfertigen versucht worden, daß nur er die Aufrechterhaltung der Ausfuhr, die zu starken Verlustpreisen erfolgen müßte, ermögliche. Die Ausfuhr aber sei notwendig, um die Betriebe in Gang zu halten, die Arbeitslosigkeit nicht zu vermehren und um außerdem dem.Staat Devisen hereinzubringen. Die angebliche Rücksicht auf die Aufrechterhaltung der Betriebe und die Arbeitsmöglichkeit für die Arbeiter steht den Zuckerindustriellen deshalb schlecht, weil sie nicht nur eine starke Konzentrierung der Erzeugung durchgeführt haben, sondern weil sie die Produktion so stark einschränken, daß sie nicht einmal die Nachfrage zu befriedigen vermag. Im Oktober vorigen Jahres, als dir Weltmarktpreise für Zucker anzogen, brachten die tschechoslowakische Zuckerindustrie und die Großhändler keine Ware auf den Markt. Wohl aber traten sie selber als Käufer auf» um die Preise noch höher steigen z« lassen und um die gekauften Mengen mit erheblichen Gewinnen wieder z« verkaufen. Wenn auch die Arbeiter mlserer Zuckerindustrie dadurch keine Stunde mehr Beschäftigung erhalten haben, so haben die Spekulationskäufe den Industriellen und Großhändlern doch einträgliche Mehrgewinne gebracht. Aber vpn den großen Vorteilen, die sie aus der Exportfinanzierung der Jnlandskonsumenten und aus der Regelung der Zuckerwirtschaft nach ihren Interessen von jeher bezogen haben, haben die Zuckerkapitalisten-bisher stets geschwiegen. Sie werden es weiter tun. Diese Zuckerpolitik hat in der Praxis dazu geführt, daß der tschechoslowakische Exportzucker in Hamburg Ende vorigen Jahres zu 7.40 bis 7.80 RM je 100 Kilogramm zu haben war, das find rund 75 bis 80 Kfc. In der Tschechoslowakei betrug der Großhandelspreis für 100 Kilogramm 550 KL, also mindestens das siebeneinhalbfache mehr. Bis Anfang März 1936 hat sich der Zuk- kerpreis auf dem Weltmarkt leicht befestigt. Immerhin ist die Spanne zwischen dem Jnlands- und dem Weltmarktpreis nur. leicht verringert worden. Daß bei einem solchen Preisverhältnis der Zuckerexport zu einer diese Volkswirtschaft schädigenden Angelegenheft wird, dafür sei nur auf die Zuckerausfuhr vom vorigen Jähre als Beweis zurückgegriffen. Im Jahre 1934/35 wurden insgesamt 220.000 Tonnen Zucker aus der Tschechoslowakei ausgeführt. Da die Erzeu- gungs- und Transportkosten je 100 Kilogramm erheblich höher liegen als der im Export ab Hamburg erzielte Preis, so hat der Jnlandskon- sument mindestens 140 Kö für je 100 Kilogramm ausgeführten Zucker zu zahlen. Das ergibt einen Betrag von über 300 Millionen Kronen, der den Abnehmern unseres Zuckers zu Lasten lier inländischen Verbraucher dirett geschenkt worden ist. Dabei bedeutet die Zuckerausfuhr nicht einmal unter dem Gesichtspunkt der Handelspolitft ein Plus, denn unter den gegenwärtigen Bedingungen des Außenhandels ist die Tschechoslowakei gezwungen, im Kompensationsverkehr von den Zuckerabnehmern andere Waren zu kaufen. Trotz dieser ganz außerordentlich belastenden Exportfinanzierung ist die tschechoslowakische Zuckerausfirhr dennoch stark zurückgegangen. Kamen 1925/26 von der produzierten Zuckermenge etwa zwei Drittel zur Ausfuhr, so 1934/35 nur noch ein Drittel. Verlanget überall Volkszünder Rom.(AP.) Die italienischen Eisenbahnen schließen mit einem Defizit von 900 Millionen Lire ab.— Auch die Kommunen weisen teilweise große Fehlbeträge auf. So beträgt das Defzii^der Stadt Mailand 230 Millionen Lir« Rom.(AP.) Seit Oktober 1935, also inner- halb eines halben Jahres, haben sich die Lebens- mfttel in.Italien folgendermaßen verteuert: Reis (ein Kilo) stieg von 0/90 auf 1.90 Lire, Kartoffeln von 0.40 auf 0.80 Lire, getrockneter Stockfisch von 2 auf 4.50 Lire, Gorgonzola-Käse von 5 auf 6.50 Lire, Kaffee von 31 auf 35 Lire, Seife pro Stück von^O.70 auf 1.60 Lire, das Dutzend frische Eier von 4.90 auf 6.30 Lire. Frankfurt.(AP.) Der Frankfurter Verein für Volksbildung, an dessen Kursen jährlich Zehntausende teilnahmen, mußte seine Tätigkeit aus Mangel an Mitteln einstellen. Peiping.(Reuter.) Ein Telegramm aus Tun- kuang besagt, daß in Huntung in der Provinz Schgnsi zehn Missionäre von der chinesischen roten Armee gefangen genommen worden sind. Unbekannt ist das'Schicksal von weiteren acht Missionären. Ri» de Janeiro.(Havas.) In der Haupfftadt Brasiliens wurde der Kriegszustand verhängt. Ter Justizminister hat zur Begründung erklärt, daß trotz des bestehenden Belagerungszustandes die umstürzlerische Tätigkeit zugenommen hat. Er lieferte„Hormone“ und tauschte Prügel ein Prag. Die meisten wissenschaftlichen Entdeckungen gelangen zur Kenntnis der breiteren Oeffent- lichkeit auf dem Weg über mehr oder minder mißverständliche Pressenotizen, die in Len Köpfen der durchschnittlichen Leser mehr Verwirrung als Aufklärung Hervorrufen mrd fruchtbaren Boden schaf- fenfür den übelsten kommerziellen Mißbrauch, der solch«„informativen" Tätigtest der kapitalistischen Presse auf dem Fuß zu folgen pflegt. Wir haben die„K a l o r i e n- Psychose" erlöst, die darin gipfelt«, daß die Itahrungsmittelindustrie der verschiedensten Zweige^ihren Kunden nicht die Ouali- tät,, sondern den Kaloriengehalt ihrer Erzeugnisse anpries. Dann kam die„Vitamin- Periode", die eine ähnliche großzügige Reklamefampagne zur Folge hast«. Schließlich beherrschte das Schlagwort von der Wirkung der H o r m o n e die Oeffentlich- test. Die bewundernswerten Forffchritte der Wissenschaft spiegeln sich in diesen kapitalistischen Ausschrotungsmethoden wieder wie in einem verzerrenden Spiegelglas. Derzeit stehen wir also im Zeichen der Prost a ganda der Hormone, jener Reizstoffe, von denen die Wissenschaft nachgewiesen hat, daß sie als innere Ausscheidung verschiedener Drüsen den Aufbau und das biologische Schicksal des Organismus bestimmen. Wer den beispiellosen Humbug verfolgt, der im Inseratenteil bürgerlicher Zeitungen und Zeiffchriften mit dieser eminent bedeutungsvollen wissenschaftlichen Entdeckung getrieben wird, kann sich nicht wundern, wenn diese derzeit moderne Massenpsychose sonderbare Blüten treibt, wie dieser, vor dem Strafsenat H r u s k a verhandelte Fall beweist. In einem Bierausschank erschien ein außerordentlich beredter Gast, der sich den versammelten Stammgästen als Chemiker vorstellt« und eine lange Rede über die segensreiche Wirkung der angeblich von ihm fabrizierten„H o m o n p i l l e n" hielt. Die Bierbanffpießer lauschten andächtig und einer von ihnen, ein 52jährig»r Junggeselle zeigte sogar lebhaftes Interesse für die Erzeugnisse des„Hormon-Erzeugers". Dieser hatte nämlich feierlich er- klärt, daß seine Hormonpillen«ine Wirkung Hervorrufen, der gegenüber sich die Berjüngungsmethoden einer Steinach oder Woronoff einfach verstecken müßten. Der besagte Junggeselle wollt« auf der Äelle eine Schachtel der Wunderpillen erstehen, aber der Erfinder dieses erstaunlichen Präparates zeigte sich bescheiden und bvt dem Interessenten einstweilen eine-Probe an. Der alte Junggeselle nahm also drei der angebotenen Pillen, zahlte freiwillig die Zeche des großmüttgen Lieferanten und ging seiner Wege. Der angebliche Chemiker blieb als angesehene Person in der gemütlichen Runde und zeigte sich als angenehmer Gesellschafter.' Das ttauliche Beisammensein fastd indessen«in sehr unharmonisches Ende. Denn plötzlich stürzte flammenden Blickes jener ältere Junggeselle ins Lokal, und geradewegs auf den Hormonlieferanten los. Er nannte ihn einen Lausbuben und einen elenden Kerl und gab ihm ein« Ohrfeige, daß dem jungen Mann sofort das Blut aus der Nase schoß. Als ihn der Gastwirt und die Gäste zurückhalten wollten,begann er die auf dem Schanktisch stehenden Bi^rgläser als Wurfgeschoße zu verwenden und zer-' trümmerte die Fensterscheibe, wodurch mehrere in der Nähe sitzende Gäste in Gefahr gerieten. Aus seinen abgerissenen Reden ging hervor, daß die „Hormonpillen" keineswegs die erhoffte Wirkung gezeitigt hatten. Im Gegenteil— sie'hatten sich lediglich als außerordentlich wirksames Abführmittel erwiesen. Das ganze war ein Scherz gewesen, den einige Freunde des alleren Herrn, der eine Schlväche für derartige Präparate hat, inszeniert hatten und die sich des jungen Mannes bedimten, um ihren Kameraden hereinzulegen. Sämtliche Beteiligten zergten sich Vox Gericht beschämt und keiner der Zeugen bemühte sich den alleren Junggesellen zu beigsten, der nebstl e i ch t e r K ö r p e rverletzung der boshaften Sachbeschädigung angeklagt war. Der gesetzliche Tatbestand war freilich erfüllt und so wurde der Angeklagte zu d t e i Mo- n a t e n verurteilt— freilich bedingtauf zwei Jahre. rb. Seite 6 „Sozialdemokrat" Samstag, 28. Marz 1936.. Nr. 75 Sroger Rettung Prager Pferdcflcischbüielts und Ihre Schicksale Die Zeiten, da jeder„bessere Mensch" sich beim Worte„Pferdefleisch" verpflichtet fühlte, sich zu schüttelt und„hu!" zu sagen, sind längst vorbei. In den Krisenjahren ist der Konsum dieser ehemals verpönten Fleischsorie in ungeahnter Weise gestiegen. Die Pferdefleischer hatten Hochkonjunktur und mancher unscheinbare Vorstadtladen ist s-'"-r zu einem prunkvollen Verkaufslokal geworden, in welchem zur Zeit, da die Pferdewürfte und-würsteln heih aus der Räucherkammer kommen, mächtiger Andrang herrscht. Dann begann der gesteigerte Pferdefleischkonsum aus der Peripherie auf das Stadtzentrum überzugreifen. Es entstand ein Pferdefleisch- Büfett, und zwar in nobler Gegend, am Moldaukai. Dieses Unternehmen fand solchen Anklang, daß bis 5000 Mittagessen verabreicht wurden. Nach kurzem Bestand wurde aber der„Pserde-Automat". wie diese Gaststätte kurzerhand genannt wurde, wegen angeblicher Konzessionsmängel behördlich gesperrt. Man erzählt sich, daß an gewissen Stellen die Existenz eines solchen.plebejischen" Unternehmens in so vornehmer Umgebung AergerniS erregte. Durch Schließung dieses Unternehmens wurden übrigens zahlreiche Arbeitskräfte brotlos. ,•* Vor einigen Tagen wurde ein neues Unternehmen gleicher Art in der Passge von der Wassergasse zur Stephansgasse eröffnet.„Restaurant Cheval"(„Restauration Pferd") lautet die Fir- menbezeichnuyg dieses.Unternehmens, das außer Fleischhauerei und Selcherei noch ein Büfett und Restaurationsräume umfaßt. Der Andrang war austerordentlich, was um so begreiflicher ist.' wenn man die Preise der übrigens recht reichhaltigen Speisekarte in Betracht zieht. Eine Pferde- gulaschsuppe kostet 80 Heller, ein Gulasch K£ 1.80. Die Speisekarte enthält aber auch Rostbraten, ferner„Tafelspitz a la Eszer- hazy". Beefsteak, Saftbraten u. a. m. Als Spezialität„W ienerSchnitzelvomFLl- l e n". Die Preise bewegen sich zwischen XL 3.— und 4.80. Die Kundschaft des Büfetts rekrutiert sich größtenteils aus Arbeitern und Heinen Angestellten, die allgemein ihre Zufriedenheit äusterten, für billiges Geld einen ordentlichen Bisten Fleisch zwischen die Zähne zu kriegen. Im Restaurant sahen wir auch andere Typen. Es gibt wirkliche Feinschmecker, die behaupten, daß Pferdefleisch an Saft und Wohl- geschmack das Rindfleisch übertreffe. ■» Auch über dem„Restaurant Cheval" hing vom Anfang an das Damoklesschwert der mangelhaften Konzession. Vor dem Lokal waren UnterschriftÄbogen äusgelegt.^in denen sich die zufriedenen Kunden ein- trugen. Drese in die Hunderte gehenden Unterschriften sollen als lebendiger Protest des Publikums gegen, behördliche Schikanen Verwendung finden. Während' sich die begeisterten Anhänger des „Restaurant Cheval" um die Unterschriftsbogen drängtest, erschien plötzlich eine ältliche und dicke Frau, die unter heftigem Weinen erklärte.ihr fti nach Genust eines Pferdegulaschs schleckt geworden. Die blühende Gesichtsfarbe der Matrone ließ.diese Behauptung freilick als wenig zuverläffig erscheinen. »Das versammelte Publikum überschüttete sie mit Spottreden:„Sie ist bezahlt! Die Ko^kur-. renbhatsie bezahlt! ESisteine Komödiantin! Tie plärrende Alte verschwand a.igesichrS dieser Haltung des PublikmnS spurlos. * Auch das„Restaurant Cheval" ist gestern der behördlichen Schließung verfallen. Die Gründe sind uns nicht bekannt. Die.Speiseräume sind verödet und, nur der Fleischer- und Selcherladen im Betrieb. Der Andrang ist erdrückend. Auf engstem Raum bemühen sich die Verkäuferinnen der ungeheuren Anfrage gerecht zu Norden. Und vor dem Lokal drängt sich ein murrender Menschenhaufen, der leine Unzufriedenheit äußert, daß ihm der billige Bissen Fleisch entzogen wurde. Autos im Baumgarten? Tagesblätker brachten die Nachricht, daß die Hauptstraße des Baumgartens bis zur Restauration für den Auwverkehr freigegeben werden solle.— Ist das möglich? Ist es wahr, daß man die letzte grüne, von Benzindämpfen bisher verschonte Insel preisgeben will? Das man den Kinder n, den geistig und körperlich arbeitenden Menschen ihre Erholungsstätte verschandeln, ihre Freude an dem bißchen Natur trüben will, bloß damit ein paar Großverdiener, die 10 Minuten Gehzeit von der Ausstellung bis zum Genußplatz erspart bleibe und. so bis zur vollen Schüffel fahren werden können?— Den paar Burschen und Mädchen, dm mit dem Rad im Baumgarten spazierfahren wollten, den armen Arbeitern aus Selz, Rostok, Troja usw. hat man im Vorjahre den Baumgarten gesperrt, so daß sie nach der Tagesarbeit noch einen großen Umweg machen müssen, um ihr Heim erreichen zu können—und den reichenPrassern öffnet nmnihn wieder, damit sie das Leben besser in ihrer Weise „genießen" können, ohne Rücksicht darauf, daß sie es anderen vergällen. Die Wohltätigkeitspostmarken werden ausnahmsweise bereits Sonntag den 29. März bei dem Gelegenheitsschalter des Postamtes, der im Gemeindehause(näm. Republik»j in Prag in dem Raume errichtet werden wird, zum Verkauf gelangen, in welchem der ganzstaätliche Kongreß der sche- choslovakischen Philatelisten stattfsndet. Zur Ausgabe gelangen drei Werte der Wohltätigkeitsmarken: zu 50 Heller, 1 XL und 2 Kc. Jede Wohltätigkeitsmarke wird mit einem Aufschlag von 60 Heller zugunsten der Fürsorge für darbende Kinder verkauft. Ter Zahlungstoert der Marke ist jedoch einzig deren Nennwert, der auf ihr verzeichnet ist. Die Wohltä- iigkeitsmarken können für Sendungen im In- und ins Ausland verwendet werden. Bei den übrigen Postämtern gelangen die Wohltätigkeitspostmarken erst ah 1. April 1936 zum Verkauf. lümst nach Mssea Chorkonzert. Unter der Stabführmrg Professor Rudolf Krauß' hatten sich die Sängerinnen und Sänger der Deutschen Staatslehrerbildungsanstalt in Prag und des Deutschen Männergefan gver ein es in Smi- ck o w zu gemeinsamer chorgesangskünstlerischer Tat zusammengeschlossen. Prof. Krauß ist nicht nur ein umsichtiger Dirigent, der seine Wirkenden fest in der Hand hat, sie sicher führt und seiner eigenen Auffassung unterzuordnen versteht, sondern ein vortrefflich zu Werke gehender Chorleiter, der seine Sänger tonliche Disziplin und Wortdeutlichkeit gelehrt hat, der feinen Chor vor allem richtig nach der Bedeutung^ der Stimmgruppen geordnet hat. Vor allem in den A-capella-Chören zeigte sich die schöne Proportion der Stimmen, zeigte sich ein bedeutendes Maß chorgesangstechnischer, in Dynamik und Rhythmik schön gegliederter Kunst. Den geiskig hochstehenden Musiker Krauß zeigte sein Chorprogramm, das in der ersten Hälfte geistliche Chorwerke, eine fünfftimmige Motette von dem alten deutschen Meister Heinrich Schütz und eine vierstimmige Motette des bedeutenden zeitgenössischen deutscken Tonsehers Heinrich K a m i ns k i, enthiell, während die zweite Abteilung insbesondere dem V o l kSlie d e gewidmet war. Hier hörte man erfreulicherweise auch einmal eigene sudetendeutsche Volkslieder(aus dem Böhmerwald und aus Schlesien) im gefälligen gemischten Chorsatz von dem Deutsch böhmen Camillo Horn, von Taubmann und Schmidt. Anerkennenswert war auch die Aufnahme zweier Chöre von dem kürzlich verstorbenen hervorragenden tschechischen Komponisten Jösef Suk in das Programm; eines Franenchores und eines gemischten Chores, beide mit Klavierbegleitung. Dem Charakter des Konzertes als Vokalkonzert entsprechend waren als seine Solisten ebenfalls Vokalkünstler gewonnen worden; die Sopranistin Mayer, der Basfist Dr. E h m und der Tenor Dr. Longin, die Arien von Job. Sebastian Bach, ein Lied von Suk und Volkslieder den Zuhörern zu Dank sangen. Als vielseitiger Klavierbegleiter bewährte sich Doktor Utschig. E. I. Deutsche Mofikakademie, Donnerstag, den 2. April: Öeffentlicher Abend. Klaviekwerke von Beethoven, Schumann, Brahms, Chopin, Debussy, Reger und Bartok. Eine Dickens-Ausstellung. Zur Feier des 100.' Jahrestages seit der Ausgabe Dickens Piewicker veranstaltet die Karäskov-Galerie in Prag Sonntag, den 29„.März, ein? Ausstellung der ersten Ausgabe der Dickens-Werke und anderer Andenken (Bildnisse usw.) aus dem Eigenbesitz und Entliehenen Sammlungen Dr. P. Tomans und aus der Naprstek-Bibljothet. Die Ausstellung ist während des ganzen Monates April geöffnet und wird' Sonntag um 11 Ijhr mit einem Vortrag Prokop Tomans eröffnet werden. Arbeitervorstellung„Der Freischütz", Oper, am Sonntag den 5. April, um halb 3 Uhr nachmittags. Karten ab Dienstag täglich von 8 bis 2 Uhr, 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Lauri Bolpi, der berühmte italienische Tenor, der heute abends im Prager Deutschen Theater den Herzog in Berdi's„Rigoletto" singt. Auch Deine Blrtmen blühen so schön, wenn Du sie mit dem gute« Mmen-3auberdung pflegst! 1 Paket KS 5.60 durch die Verwaltung der„Frauenwett", Prag XII, Fochova tr. 62, und bei allen Kolporteuren erhältlich. das noch so klein, wird stets für Dich von Ein Inserat I Nutzen Unser Inserent, DelnKauimann Wochen spiclplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag Rigoletto.— Sonntag halb 3: UnentschnldigteStunde, 7: Der Rosenkavalier, D 2.— Montag 8 Uhr: IV. philharmon. Konzert, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8'.Orpheus in derUnterwelt, A2.— Mirtwoch halb 8: Liebe ist nicht so einfach, B 2.— Donnerstag halb 8: Das Mädchenausdem gold enen Westen, neuinszeniert, C 2.— Freitag halb 8: Ein Kind klagt an,.Erst- aufführung, D 1.'— Samstag halb 8: Große Liebe, Ensemblegastspiel des Theaters in der Jo- sefstadt, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 3 Uhr: Der Freischütz, Arbeitervorstellung, halb 8: Ping-Pong, Gastspiel des Theaters in der Josefsradt, Abonnement aufgehoben. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag häbb 8:Dr. med. HiobPrH(torius, Erstaufführung.— Sonntag 11: Tanzmatinke Sa- scha L e o n t i e w, 3: W a s I h r w o l l t, 8: D r. med. Hiob Prtztorius.— Montag 8: Spielum die Welt, Bankbeamte I und freier. Verkauf.— Dienstag 8:Dr. med. Hiob Prätorius.— Mittwoch 8: Spiel um die Welt, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8:U«entschuldigte Stunde.— Freitag 8: T r. m e d. H i o b P r ä t o r i u s.— SamStag halb 8: Ich uni mein Keiltet Bruder, Erstaufführung.— Sonntag 3: College Crampton, 8: Ich ugd mein kleiner Bruder. Der Dknr Neues Aktualitäten-Klno Im Svanda-Theater in Smichov ist am Freitag mit Lizenz der Smichover Jugendfüv- sorge ein neues Nachmittags-Kino eröffnet worden, nun schon das dritte in Prag, das sein Programm aus Wochenschauen und Trickfilmen zusammensetzt. Im Eröfhmngsprogramm laufen neben dem Ufa- und dem Paramount-Journal farbige und gezeichnete Grotesken der verschiedenen amerikamschen Walt Tisney-Nachahmer, die besonders bei der Jugend(die zu Programmen dieser Art behördlich erlaubten Zutritt hat) Entzücken Hervorrufen. So wahrscheinlich es ist, daß die Vermehrung der Aktualitäten-Kinos ihren Grund in den niedrigen Preisen der hier gezeigten Kurzfilme hat, so bezeichnend ist sie aber auch für das immer stärker« Interesse des Publikums an Filmprogrammcn ohne Stars, dramatische Konversatton und Liebesszenen. Ein Jnte^sse, das der Kritiker durchaus zu würdigen weiß und das auch die Filmproduzenten mehr als bisher würdigen sollten.—eis— Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania:„Das Mädchen vom Moorhof."— Adria:„Tas Wachsfiguren-Kabinett." A.— Alfa: „Der Geheimdiplomat." L. Howard. A.— Avion: „Charlie Chan in Aegypten." Warner Oland. A. — Beranek:„Die sündigen Frauen von Boom." Fr.— Fenix:„Tarzan und seine Gefähr- tin." A.— Flora:„Das Licht seiner Augen" Tsch. — Gaumont:.Herbstmanöver." D.— Hollywood: .Königswalzer." D.— Hvczda:„Das Wachsfiguren-Kabinett." A.— Julie:„Taras Bulba." H. Baur, Regie: Granovsky. Fr.— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— stotva B 36:„Wir fahren nach Honolulu." Laurel u. Hardy. A.— Lucerna:„Tarzan und seine Gefährtin." A.—- Metro:„Königswalzer. D.— Olympic:„In den Gäßchen von Paris." M. Chevalier. A.— Passage: .Herbstmanöver." D.— Praha:„Charlie Chan in Aegypten." A.— Radio:„In den Gäßchen von Paris." M. Chevalier. A.— Skaut:„Das Licht seiner Augen." Tsch.— Svitozor:„Taras Bulba." H. Baur. Fr.— Alma:„Sequoia." A.—I Baikal:„Golem." Fr.— Belvedere:„Das Licht' seiner Augen." Tsch.— Beseda:„Königin der Liebe." D.— Carlton:„In den Gäßchen von Paris." M. Chevalier. A.— Illusion:„Die sündigen Frauen von Boom." Fr.— Kapitol:„Einmaleins der Liebe." D.— Lido II: „Prinzessin Inkognito." A.— Louvre:„Golem." Fr.— MaceÄa:„Sie sündigen Frauen von Boom." Fr.— Roxy:„Das Licht seiner Augen." Tsch.— Sport:„S e q uoia." A.— U Bejvodu:„Grandhotel Nevada."—„Eva oder Peter."— Baldek:„Tas Licht seiner Augen.'" Tsch. — Beletrhy:„Sie sündigen Frauen von Boom." Fr. Sonntag, de« 19. April, von 3 bis 8 Uhr treffen sich alle Genossen und Genossinnen im großen Radiosaal, Fochova 56, bei der Grölten Atus-Akademie ES treten an die AtuS-Kinder, die Atus-Mädeln, die Atuv-Frauen, die Atus-Münner, zusammen 100 Attis-Türner und-Turnerinnen. Diese Akademie soll aber auch ein FreundschaftS-Nachmittag sein. Ihre Mitwirknng haben zugesagt: Die BolkS- singgemeinde, die Sozialistische Jugend, die Roten Fallen. Da darf man hoffen, daß auch kein Parteimitglied fehlen wird und daß diese Akademie fick zu einer großen sozialdemokratischen Kundgebung gestalten wird. Rrgiebeitrag: Erwachsene 5 Kc, Kinder 2 Kc. Karten bei den Brrtrauensmäunent. Ortsgruppe Prag: Treffpunkt Samstag um 3 Uhr in Smichov: Cast Westend, Fahrt zur Hütre. Sonntag Wandelung über Karl- tzein nach Cernoöice.— Oster- Wanderung.in die Daubner Schweiz: Interessenten mögen sich his zum 3. April int Vereinsheim melden!*»' VERLANGEN SIE in jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie.. PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., Pilsen sind die allerbesten! Hochleistungs-Drehbänke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaping- ü. Hobelmaschinen Spannlutter in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Arno Plauert Warnsdorf, CSR. M1 Be z u gs b e d i n g un g e n: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch dü Post monatlich XL 16.—. vierteljährig XL 48.—. halbjährig XL 96.—, ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Di; Zeitungsfrankatur wurde von der Pott- und Tele- graphendirektton mit Erlaß. Rr. 13.800,'VII/1930 bewilligt,.'— Druckerei:„Orbis". Druck-, Verlags- und Zeitungs-A.-G. Prag.