16. Jahrgang Mittwoch, 15. April 1936 Nr. 89 Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porte) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii.,fochova 62. Telefon sott. HERAUSGEBER] SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS. PRAG. Die Italiener am Tana-Se^ Am Ostersonntag Hissung der italienischen Flagge Rom. Marschall Badoglio telegraphiert im 183. Heeresbericht: Die siegreiche Bormarschbewegung unserer Truppen an den verschiedenen Abschnitten der Nordfront wird fortgesetzt. Eine unserer Abteilungen, die von Gondar aus vorgerückt ist, besetzte am 12. April die Halbinsel G o r g o r a im Tana-See und hißte dort die italienische Trikolore. Unsere Truppen wurden von der Bevölkerung freudig begrüßt. Der Tana-See wurde mit Gondar durch eine Kraftwagen st raße verbunden, die gleich während des Vormarsches unserer Truppen gebaut wurde. Eine andere Abteilung, die sich aus motorisierten Truppen, Kamelreitern imd schnellen Kraftwagen zusammensetzte, besetzte den abessinischen Zollposten vor Gallabat, westlich von Gondar. Feindliche Armeegruppen ergriffen vor unserem Vormarsch die Flucht. Die von den Italienern besetzte Halbinsel Gorgora im Tana-See liegt im nördlichsten Teil des Sees. Mit der Besetzung der Halbinsel, die äußerst fruchtbar ist, beherrschen die Italiener das ganze Tana-See-Gebiet und die Verbindung zwischen dem Sudan und Nordabessinien. Nach einer weiteren italienischen Meldung wurden die Osterfriertage an der ganzen Front bei gesteigerter Arbeit von 120.000 Soldaten und Schwarzhemden sowie der beim Bau beschäftigten 50.000 Arbeiter, des Bersorgungsdienstes und bei r a s ch c st e m V o r m a ns ch der Truppenabteilung gefeiert, welche die ihnen gesteckten Ziele zu erreichen suchen. Mai-Aufruf an alle Werktätigen Getreu der traditionellen Bedeutung der Maifeier, des internationalen Demonstrationstages für die Arbeit und den Frieden, fordern wir alle Werk- tätigen auf, kraftvoller als je ihre Forderungen zu- tzunsten des Friedens und einer Gesellschaftsordnung zu bekräftigen, in der die Arbeit jenen Platz einnimmt, der ihr gebührt. Noch nie traten die wirtschaftlichen und politischen Widersprüche des Kapitalismus in so krasser und absurder Weise zutage wie heute. Technischer Fortschritt und Anhäufung von Reichtümern bedeuten heute für die Arbeiter und die Völker erhöhtes Elend und verschärft« Not. Ter innere Friede jedes Landes und das friedliche Zusammenleben der Natiour» find schlimmer j als je bedroht. Arbeiter und Werktätige! Größere und drohendere Gefahren erheischen, daß Ihr Eure Anstrengungen verdoppelt und in einem unwiderstehlichen Anlauf die großen Massen von Stadt und Land mit Euch reißt auf dem Wege zur Verwirklichung unserer sozialen und wirtschaftlichen Forderungen. Um ein für allemal der Weltkrise ein Ende zu setzen, gilt es, die Gesellschaft von Grund auf um-| -»bauen, die kapitalistischen Monopole zu brechen' und ihre Vormachtstellung zu beseitigen. Fordert deshalb die sofortige Einführung der 46-Stunden-Woche als erste« Schritt zu dieser soziale« Umgestaltung! - Um die Gefahren des Faschismus und die Kriegsbedrohungen, die ihm innewohnen, endgültig zu überwinden, wolle« wir ohne Gnade gegen die! faschistischen Diktaturen kämpfen, die Demokratie,| die Freiheit und die Rechte der Arbeiter festigen sowie den Frieden der Welt stärken durch'eine noch stärkere und wirksamere Solidarität und internationale Zusammenarbeit. Schon heute kann man sagen, daß die Reaktion, die in den letzten drei Iah- rren in einer Reibe von Ländern an Boden gewonnen hat, zurückweicht. Langsam«nd sicher gewinnen dis streitbarer gewordenen«nd besser organisierten Kräfte der Demokratie verlorene- Gebiet zurück. Allgemein ist man sich darüber klar, daß die neuesten militärischen Abenteuer und kriegerischen Absichten faschistischer Diktatoren auf ihr gefährdetes Prestige zurückzuführen sind. Die Kräfte der Freiheit, des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit müssen siegen über diese letzte Drohung mit dem Weltkrieg, die viel ernster ist als alle vorangegangenen. Wir werden siegen, wenn wir gewillt find, jenes Werk fortzusetzen, das uns in einem unerschütterlichen Glauben vereinigt. Vorwärts im Kampf für die Verteidigung unserer Recht«, zur Begründung einer besseren und gerechteren Gesellschaftsordnung, zur Sicherung der Freiheit«nd Demokratie«nd z«r Erringung eines dauerhaften und gerechten Friedens! DerVorsland des Internationalen GewerKsdiaitsbundes Auf dem Wes nach Dessie Ter Kriegsberichterstatter des Reuter-Büros teilt mit: Der italienische Vormarsch nach Süden geht so rasch vonstattstl, daß die Abessinier keine Zeit haben, um ihre Verteidigung zu organisieren. Die Italiener haben auf dem Wege nach Dessie bereits die Stadt M e r s a besetzt und die Besetzung von Magdala wird jeden Augenblick erwartet. Flugblätter auf Addis Abeba Asmara. 21 Bomben- imd Jagdflugzeuge starteten Montag früh zu einem Geschwaderflug nach Addis Abeba. Die Flugzeuge kreisten rnehr- mals über der Stadt, ohne daß Luftabwehr einsetzte. Es wurden Tausende von Flug- i blättern abgeworfen» in denen der Bevöl- , kexung erklärt wird, daß das Heer des Negus ! zertrümmert worden sei und daß Italien in den | eroberten Gebieten die Sklaverei qbgeschafft hat. I Tas Geschwader kehrte wohlbehalten zum Flughafen zurück. Genf. Der Gesandte Biadariaga hatte Dienstag in Genf eine Unterredung mit dem abessinischen Gesandten in.Paris, Wolde Mariam, mit welchem er die Verhandlungen über die Versöhnung Abessiniens«nd Italiens eröffnete. Es scheint, daß die abessinische Regierung an ihrem Standpunkt festhält, daß sie bereit ist, mit Italien Fricdensvrrhandlungen im Rahmen und im Geiste des Völkerbundpaktes zu eröffnen. Mittwoch wird Baron Aloisi in Genf eintreffen, der bei diesen Verhandlungen Italien vertreten wird. Gesandter Madariaga hat mitgeteilt, daß die Sitzung des Dreizrlmerausschnffes vorläufig für Donnerstag einberufen bleibt. In diplomatischen Kreisen hält man die Gesamtlage» in welcher die Verhandlungen über den Frieden in Afrika eröffnet wurden, für ungünstig. London. Außenminister Anthony Eden berät über die Fragen, welche er im Namen der Von der anderen Seite... Tripolis.(Stefani.) Die Arbeiten an dem Bau der großen Straße, die. entlang der libyschen Küste Tunis mit Aegypten verbinden soll, schreiten sehr rasch vorwärts. An dem Bau dieser Straße arbeiten 9752 Straßenarbeiter, darunter 8902 Eingeborene. Der Eindruck In London London. Die Mitteilung im amtlichen italienischen Heeresbericht, daß die Truppen das Ufer des Tanasees erreicht haben, wird von den Viorgenblättern in großer Aufmachung wiedergegeben. Gleichzeitig wird der Bericht hervorgehoben, daß eine italienische Truppenabteilung den abessinischen Zollposten in Gallabat besetzt hat. Die englischen Blatter melden hiezu, daß nur die auf der abessinischen Grevzseite befindlich? Hälfte der Stadt in italienischen Händen sei, während die im Sudan liegende andere Hälfte der Stadt von britischen Truppen besetzt sei. Die britischen und die italienischen Truppen seien nur durch ein ausgetrocknetes Flußbett voneinander getrennt. Locarno-Mächte der deutschen Regierung vorlege» soll, damit diese einige Punkte im deutschen Friedensplane erläutere, doch wird seine Aktion voraussichtlich noch nicht im Laufe dieser Woche erfolgen. Eden wird dieser Angelegenheit seine ganze Aufmerksamkeit nach seiner Rückkehr a«s Genf widmen, wohin er Mittwoch abreisrn wird. 19 Gasangriffe Genf. Die abessinische Delegation in Genf hat dem Völkerbundsekretariat ein Telegramm ihrer Regierung vom 12. April zugehen lassen, worin eine Zusammenstellung der Giftgasangriffe auf abessinische Ortschaften bis zum 7. April gegeben wird. Danach sind in der Zeit vom 22. Dezember bis zum 7. April neunzehn Gasangriffe ausgeführt worden. Bei den vier letzten Angriffen, die sich am 4., 5,r 6. und 7. April gegen Quoram richteten, soll die Stadt buchstäblich übergossen worden sein. Das am meisten verwendete Gas sei Uperit gewesen. Friedensverhandlungen eröffnet öle Generalstabs besprechungen London. Die Beratungen des Vtttischen «nd des französischen Generalstabes beginnen am Aiittwoch nm 11.30 Uhr im britischen Admiralitätsgebäude«nd werden dann in den zuständigen Atinisterien fortgesetzt werden. Dienstag abends find die beiden franzöfi-, ich en Vertreter, General Schweisguth«nd\ Admiral Abrial, per Eisenbahn, der dritte französische Vertreter, General M o» ch a r d, im! Flugzeug in London eingetroffen. Italien hat noch in keiner Weise zu verstehen gegeben, ob es beabsichtigt,, seine Vertreter zu den Beratungen. der Generalstäbe zu. entsenden. Gibraltar. Die zweite Torpedobootzerstörer- Flottille der britischen Heimatflotte ist am Samstag von Malta in Gibraltar eingetroffen und Dienstag vormittags nach England weiterge- sahren. Mandschukuo-Gouverneur wegen Beziehungen zu den Sowjets verhaftet Tokio. Der Gencralstab der Kwantnng- Armce teilt mit: Lintschrn, der Gouverneur der Provinz Holonbair iNord-Hsingan), Schuteh, der Polizeichcf der gleichen Provinz, Fulin, der Generalftabschrf der ersten Armer in der Provinz Holonbair, und drei weitere mongolische Offiziere wurden verhaftet und dem Kriegsgericht übergeben. Sie werden angeklagt, Beziehungen zur äußeren Mongolei, dir bekanntlich unter sowjetrussischem Einfluß steht, unterhalten zu haben. Die^ Verhaftung.des Gouverneurs der inner-mongolischen Provinz Nord-Hsingan an der Nordwestgrenze Mandschukuos und sechs anderer hoher mongolischer Beamter, denen ländesverräterische Verbindung mit der Sowjetunion und der äußeren Mongolei zum Vorwurf gemacht wird, hat in Tokio und Hsinking große Best ü rz u n g hervorgerufen. Die Presse betont, man habe Ling Sheng unbedingt vertraut und ihm als Vorkämpfer des Mongolenstaates weitgehende Unterstützung gewährt. Ling Sheng habe jedoch als Vertreter von Mandschukuo bei den Verhandlungen mit der äußeren Mongolei alle Verständigungsversuche Hintertrieben und alle Einzelheiten über die militärische Grenzverteidigung verraten. Arbeitslosenunruhen in Lemberg Warschau.. In Lemberg kam es Dienstag zu schweren Arbeislosenunruhen. Einige hundert Arbeitslose versuchten in das Mägistratsgebäude einzudringen. Ein Pölizeifunktionär, der von den Arbeitslosen durch.Steinwürfe leicht'verletzt wurde, gab gegen die Demonstranten mehrere Revolverschüsse W. Ein Arbeitsloser wurde getötet? ein zweiter leicht verletzt. Der Polizei gelang es schließlich, die Arbeitslosen zu zerstreuen« Das Messer an Englands Schlagader Badoglios Wettlauf mit dem drohenden Regen hat ein ungeahnt stürmisches Tempo angenommen. Nachdem bereits fliegende Kolonnen der Italiener zu den Nilquellen vorgestoßen waren, kann der Marschall nunmehr, die Besetzung der Nordufer des Tana-Sees durch regelrechte Truppen melden. ZugleichPist sein anderer Flügel bis Dessye vorgestoßen und es scheint, daß hier, wo sich noch vor vier Wochen die Schlüsselstellung des^Negus befand, kein Widerstand mehr geleistet wurde. Unterdessen streifte Badoglio mit dem äußersten rechten Flügel seiner Nordarmee an der Grenze des aügloägyptischen Sudan entlang, erfaßt also die englische Einflußzone in Abessinien und kommt in nächste. Nachbarschaft zu den englischen Besatzungen im Sudan selbst. Im Süden aber berennt Graziani die letzte abessinische Armee, die noch standhält, die Frönt des Ras Nasibu und des Ras Apte Mikael vor Harrar, die von Wehib Pascha zu längerer Verteidigung instandgesetzt wurde/.aber heute mindestens moralisch ebenfalls erschüttert sein dürste. Erreicht Graziani vor dem Regen noch H ä r r a r, io schwindet die letzte Aussicht für den Negus, die Regenzeit zum Aufbau einer neuen Armee und zur Bedrohung der italienischen Besatzungstruppen auszunutzen.. Mit dem siegreichen Vormarsch des großen italienischen Heeres, das Mussolini zur Niederwerfung eines schlecht bewaffneten,. primitiven Volles ausgeschickt hat, spitzt sich aber aüchdie Situation in de r Weltpolitik aufs neue z. ui Die Niederlage des Negus ist vor allem eine flagrante Niederlage Englands(darüber hinaus, wie wir vor einigen Tagen an dieser Stelle ausführten, auch eine moralische Niederlage des Völkerbundes). Wenn sich Mussolini auf dem amharischen Hochland, in der Tana- Region und an den Quellen des Nil dauernd niederläßt, wird es mehr und mehr fraglich, ob man noch von einer beherrschenden Stellung Englands in Nord-Ost-Afrika und Vorder-Asien sprechen kann. Die Umrisse eines gewaltigen, vielleicht phantastisch anmutenden, aber doch nicht mehr ganz utopischen Eroberungsprogramms Mussolinis beginnen sich am Horizont abzuzeichnen. Man merkt nachgerade, daß Mussolini nicht deshalb 350.000 Mann und das modernste Kriegsmäterial nach Afrika entsandt hat, damit er„Siedlungsland* oder Oelkonzessionen erhalte, sondern daß es ihm darum ging, die geopolitische Machtstellung des Britischen Reiches in Aegypten aufzurollen. Als im Jahre 1898 eine kleine französische Expedition unter dem Kommando des Kapitän Marsch and in den oberen Sudan vorstieß — damals im Bunde mit dem NeguS Menelik — war England, das eben Khartum besetzt und das Reich des Mahdi bei Omdurman zertrümmert hatte, zu einem Waffengang mit Frankreich bereit, wenn dieses auf der Besetzung Faschodas, der kleinen befestigten Schlamm-Insel im oberen Nil beharrte. Im Weltkrieg hat England nicht zuletzt auch für das Ziel gekämpft, die Deutschen aus Ostafrika zu vertreiben und die L a n d- brück eKapstad t—K a i r o zu sichern. Und nun ist der Sudan von einer Armee mit Hunderten Bombenfliegern, mit, zauberhaft schnellen Divisionen, mit einem gewaltigen, dabei sehr beweglichen Train, unter dem Kommando eines zweifellos ebenso fähigen ryrd kühnen wie zähen und nervenruhigen Generals, nun sind die Nilquellen von dem Heer einer Großmacht bedroht. Wenn England das einsteckt, so ist es der Anfang vom Ende seiner Herrschaft im Nahen Osten. Vom Tana-See nach'Jtalienisch-Lybien sind es rund 1600 Kilometer Luftlinie, vom Tana- See zum Belgischen Kongo, einem alten Ziel muffolinischer Kalonial-Expansion sind es runde 1000 Kilometer. Wann wird Italien, einmal ün sicheren Besitze des amharischen Berglandes so gut wie unangrerfbar, den Sprung Wer den Sudan weg nach dem Kongo und nach Lybien unternehmen den Nil überbrücken, ein zusammenhängendes Reich vom Roten Meer bis zum Atlantik, vorn Kongo bis zum Mittelmeer schaffen? Diese Frage legen sich heute die englischen Staatsmänner vor,' um ffo mehr als Aegypten sich in den ISudanverhandlungen eben jetzt widerspenstig Seite 2 Mittwoch, 15. April 1936 Nr. 89 zeigt, auf seine Souveränität pocht und damit Mussolini den Weg von den Quellen an den Mittellauf des Nil ebnet. Nimmt man dazu, daß Englands Protektorate in Border-Asien sehr schwach geworden sind, daß Frankreichs syrisches Mandat vor dem Zusammenbruch steht, daß die vorder-asiatische Entent eAnkar a-J r a k- Iran heute eine werdende islamitische Großmacht zwischen Indien und Aegypten darstellt, so kann man englischen Politikern die bange Sorge nachfühlen, die sie für den Bestand ihres Empire fühlen.■ Mussolini^andererseits hat sich durch eine halsbrecherische Hasardpolitik, die aber mit der Unentschlossenheit und Uneinigkeit der Gegenspieler als sichersten Faktor ganz richtig kalkuliert hat, aus einem Pfründner britischer Macht zu ihrem gefährlichsten Konkurrenten aufgeschwungen. Das Reich des Khedive ist innerlich eher schwächer als das Heilö SclassicS. Warum sollte es in zwei oder drei Jahren einem Zangenangriff von Aethopien und Lybien aus widerstehen? Was sollte Italien aufhälten, wenn es den B e,l- .gischen Kongo nehmen will? Da England sich diesmal nicht zu handeln traute, wird es in zwei Jahren noch weniger Mut haben. Und Frankreich wird vor Hitler noch mehr zittern als beute, noch ängstlicher darauf bedacht sein, Mussolini für die„Wacht am Brenner" zu bezahlen. Man kann heute beinahe mathematisch genau ausrechnen, wann Frankreich Tunis freiwillig an Italien abtreten wird: spätestens in dem Augenblick, da Hitler nach Wien marschiertl Und daßHitler zurZeit marschierenwird, dafür wird Mussolini sorgen. Das Zusammenspiel hat bisher immer ausgezeichnet funktioniert. Nur weil Hitler jedesmal rechtzeitig einsprang, wenn England und Frankreich einig schienen, hat Mussolini unbehindert an den Tana-See marschieren können. Darum auch ist das ewige Hölzchenziehen zwischen Frankreich und England, ob man mit Hitler gegen Mussolini ober mit diesem gegen Hitler vorgehen solle, die eigentliche Katastrophe Europas. Denn bei diesem Handel gewinnen totsicher immer wieder Hiller und Mussolini. Bei diesem Handel verlieren immer wieder Frankreich und England. Wenn man sich entschließen würde, gegen Mussolini vorzugehen und mit Hitler nicht zu unterhandeln/ wäre der Spuk wahrscheinlich bald verflogen. Tenn Hitler ist heute kaum marschbereit und er wäre morgen isoliert. Zu solchem Vorgehen mangelt es den Westmächten an Mat, dazu mangelt es an der seelischen Disposition der Volksmaffen, die weniger vom Elan, als von der Furcht getrieben sind und jeweils ihre Sache von dem Nachbarn betreut wissen wollen. So spiegelt sich heute in den Wassern des Tana-das phantastische Bild eines italienischen-Mejtr^iches nnd-vermWanen SM her steigt drohendes, gewitterschweres Gewölk gegen Englands glückliche Inseln auf. Unversöhnliche Iren London. Der Generalstabschef der irischen re- publllanlliben ArmeeMaurrce Tomme y, ein extremer Republikaner, erklärte in einer Rede in der Stadt Boyle: Pflicht der Iren ist es, das in England eingeführte gegenwärttge Regime zu stürzen, die beiden Teile Irlands zu vereinigen und eine unabhängige Republik zu gründen. Tommey gab der Ansicht Ausdruck, daß ein ntuer Krieg bevorstehe, in der Irland nicht an der Seite Englands, sondern gegen dieses kämpfen werde. Tschechische Osterartikel über die SdP Das Prävo Li du vom Sonntag und die Lidovä Roviny vom Montag beschäftigen sich an leitender Stelle mit der Sudetendeutschen Partei. Henlein treibt die Sudetendeutschen in die Katastrophe Im Prävo Lidu schreibt Genosse Vaclav P a tz a k: „Henlein kultiviert den menschlichen Durchschnitt als den seltensten Schatz polittschen Kapitals und wagt es, dabei zu bewnen, er leiste durch eine posittve Politik Arbeit für sein Volk. Es ist nicht unsere Aufgabe, zu prüfen, wie weit Henlein auf diesem Wege gelangt ist und ob er selbst noch zurück kann. Sicher ist, daß er auf einen Boden gelangt ist, der nicht mehr der seine ist. Er ist ungefähr in einer ähnlichen Situation, wie Gandhi, der eine Politik der Gewaltlosigkeit verkündete, und unter dessen Führung am meisten Blut vergossen wurde. Henlein verkündet die Politik der Vereinigung des deutschen Elements um den Preis der Zerschlagung der Sicherheit in Europa, um den Preis des schließlichen Verderbens auch der deullchen Natton. Er ist so sehr in die Gefangenschaft der nattonalistischen Ideologie geraten, daß er heute nicht mehr erkennt, wie er sich eigentlich jeder Möglichkeit der Verständigung auf Grundlage der Demokratie entfremdet hat. Er hat die krittsche Einstellung zu sich selbst verloren, welche er Niemals im Ueberfluß besessen hat und er berauscht sich am Gedanken irgend einer apokalhpttschen Vergeltung. Seine Politik treibt das deutsche Volk bei uns in die Katastrophe, deren kulturelle Schäden einigeGenerationen des deut- schen Volkes werden beseitigen müssen." Das politische und soziale Problem des , Sudetendeutschtums In der Lidovö Növiny schreibt Dr. Hubert Ripka: -„Masaryk hat ständig daran erinnert, daß das Verhältnis zu den Deutschen das ernsteste innerpolitische Problem der Republik ist. Durch dm Sieg der Sudetendeutschen Partei, der nie so groß gewesen wäre, wenn der Sieg des Hitleris- mus im benachbarten Deutschland nicht seine Wirkung ausgeübt hätte, ist das Problem erschwert worden: es hat außenpolitische Zusammenhänge. Wir können nicht die Tatsache übersehen, daß der HitleriSmus, der einen großen Teil unserer deutschen Minderheit gefangennimmt, in seinem Programm an erster Stelle di«>Zusam- mentassung aller Deutschen hat. Es gibt mehr als genug Gründe, damit wir aufhören, uns in kleinlicher Weise zu streiten und daß wir uns ernstlich um eine Vereinbarung bemühen, welche Politik wir im Verhältnis zur deutschen Minderheit verfolgen und durchführen wollen. Dabei handelt es sich auch um die deutschen aktivistischen Parteien. Wenn die Sudetendeutsche Partei, wie auch der Ministerpräsident Dr. Hodza erklärt hat, durch ihr Verhalten ihre ideelle Orientierung, ihre organisatorische Struktur, die aktive Zusammenarbett mit der tschechoslowakischen Demokratie unmöglich gemacht hat, hindert nichts die Zusammenarbett mit dem deutschen aktivistischen Lager(und zwar mit dem gesamten Lager, alsb auch den deutschen, Christlichsozialen) zu vertiefen. Die Verhältnisse t haben sich so entwickelt, daß di» Parteien des deutschen demokratischen Aktivismus sich eng. an die tschechoslowakische Demokratie angeschloffen haben; deren Schicksal ist auch ihr Schicksal. ES hängt von unserer Politik ab, ob diese Parteien wachsen oder noch mehr geschwächt werden. Es kann unS nicht gleichgülttg sein, wie ihre weitere Entwicklung sein wird. ES ist in unserer Macht, daß sie sich zu neuer Entwicklung aufraffen. Man muß sagen, daß es unsere freundschaftliche Pflicht ist, ihnen zu helfen, denn der Erfolg des deutschen AktivismuS ist auch der Erfolg des Staates." Ripka führt dann weiter aus, die Politik der SdP müsse erfolglos seip, weil diese Partei keinen Partner im tschechischen Lage habe.„Auf die deutsche Totalität, die sie.anstrebt", so schreibt er,„könnte einzig und allein, die tschechoslowakische Totalität die Antwort sein. Aber weil die eine und die andere nur zu verwirklichen wäre durch einen schrankenlosen Nationalismus, wäre jede Zusammenarbeit ausgeschlossen und an ihrer Stelle wurde ein wilder nationalistischer Kampf entbrennen, in welchem mit zermalmender Wucht das Prinzip des Stärkeren zur Geltung käme... Es hängt von der Regierung ab, sich auf klar« und bestimmte Weisungen für die betreffenden Aemter zu einigen und praktisch die Parole strengster Gerechttgkeit durchzuführen. Allerdings handelt es sich dabei nicht nur um die Belehrung der Sicherheitsbehörden. In gleicher Weise wichtig ist es, an die wirtschaftlichen, sozialen,^ sprachlichen und Schulmatznahmen zu denken. Das Problem ist lösbar. Aber es bedarftstaatsmännischen Sinnes und Mutes." 1940: Tschechoslowakische Arbeiter-Olympiade Kongreß der tschechischen Arbeiterturner Prag. Sonntag wurde der elfte Kongreß des Verbandes der Arbeiterturnvereine(DTJ) abgeschlossen, an welchem als Vertreter der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Genosse Paul teilnahm. Der Antrag, die vierte Arbeiter- Olympiade im Jahre 1940 abzuhalteu, wurde von den versammelten Delegierten mit allgemeinem Beifall ausgenommen. Zum Obmann des Verbandes wurde Genosse Abg. L. Vaverka, zu seinen Stellvertretern di« Genossen Haitmann, O. Stepanek und M. Kormal, zu Geschäftsführern die Genossen B. Ulrich und H. Charbat und zum Kassier Genosse Jos. Pesek gewählt. Der bisherige Obmann F. Humelhans, ferner F. Mrazek und R. Silaba wurden zu gründenden Ehrenmitgliedern erklärt. Oer Freidenker-Kongreß Anschluß der' Russen an dte Brüsseler Internationale Prag. Der Internationale Freidenker-Kongreß setzte am Sonntag die Kongretzverhandlungen fort.-. i Dr. Eugen Cervinka hielt ein Referat über die internattonäle Politik, hierauf begrüßte Dr. Bar- tosek den Kongreß im Namen der Union der proletarischen Freidenker. Nach seiner Kundgebung wurden die neueingegangenen Begrüßungen zahlreicher Korporattonen und Personen, darunter auch Begrüßungsschreiben der Sokolgemeinde, des tschechoslowakischen'Nationalrates, der Liga für Menschenrechte und des Verbandes der tschechoslowakischen Studentenschaft verlesen. Begrüßungsschreiben sind nicht nur aus der Tschechoslowakei, sondern auch aus MÄNNER, FRAUEN I UND WAFFEN I ’ Roman von Manfred Georg Copyright by vr. Manfred Georg. Prag „Das will ich auch noch gar nicht wissen. Ich bin aus ganz anderen Gründen hier. Aus privaten sozusagen." Ein Gedanke durchzuckte Schumann: vielleicht wollte der Mann Geld. Aber der fuhr schon fort:- „Es ist eine sehr merkwürdige Situatton, in der ich mich befinde." Die Stimme des Staatsanwalts wurde so dunkel wie die Nacht, die sie umgab: „Ich bin in einer sehr peinlichen Lage. Aber wir können sie ganz ruhig und sachlich besprechen. Sie dürfen auch jetzt nicht aufspringen, sondern müssen ruhig zuhören, was ich Ihnen erzählen werde: Ihre Minder wurden bei der Zerstörung des Dorfes Gornitsch ins Unbekannte verschlagen. Ihr Sohn Rudolf" Schumann sprang trotz der Ermahnung auf. Es hämmerte gewaltig in seinem Kopf, die Knie schmerzten ihm vor Spannung, zum erstenmal sprach ein Fremder den Namen seines Sohnes aus. Und wenn er ihn auch nur in den Akten, An den Agentenberichten gelesen hatte, so war es klar, daß er sich in besonderer Weise damit beschäftigte. Schumann hatte plötzlich keine Feuchtigkeit mehr auf der Zunge. Sie lag trocken wie ein Holz zwischen den Zähnen. Und auch semi Worte fielen hölzern und leer in den Raum: „Ich kannte einen Rudolf Schumann." Die Stimme referierte Gleichgültiges. „Und, unb.. drängte der Rittmeister. „Er wurde ins Russische verschlagen und wuchs hier-eigentlich in Ihrem Sinne heran, Herr Rittmeister." „In meinem Sinne?" bebte Schumann. „Wenn er glücklich war, war es in meinem Sinne." Er hörte die Worte und staunte Wer ihre Gefühlsseligkeit. „Er wird glücklich und unglücklich gewesen sein, wie jeder gesunde Knübe. Er hatte einen guten Willen, schlug sich durch, war sehr zäh. Er machte noch als Knabe die Bürgerkriege mtt. Den deutschen Namen legte er ab, wie er sich überhaupt russifizierte. Heute heißt er Umanstt. Ich glaube, man ist mtt ihm sehr zufrieden." „Aber das ist doch wunderschön. Woher wissen Sie denn das alles so genau? Und wo erreiche ich ihn?" „Es ist gar nicht so wunderschön, wie Sie sich das denken. Bitte, erschrecken Sie nicht: ich bin selber Umanski, und es besteht kein Zweifel nach den Akten, daß ich Ihr Sohn bin." Umanski hörte einen erstickten Laut, dann tastete sich, eine Gestalt zu ihm hin und stöhnte: „Mein Gott, Licht!" Der Staatsanwalt faßte den Körper, der zu ihm hinftrebte und drückte ihn mit sanfter Gewalt auf die Lagerstatt nieder. Dann löste er seine Hände von dem fiebrigen Griff, der sie umklammert hatte und legte sie zurück: „Ich habe das Licht absichtlich nicht mit hereingebracht. Sehen steigert die Austegung und macht sentimental. Wir wollen aber jetzt erst denken..." „Rudolf", wollte Schumann schreien, aber der Name kam ihm nicht durch die Zähne. Er hatte ihn doch nie ausgesprochen. Drei Jahre war dieser Mann da vor ihm alt gewesen, und man hatte zu ihm Rolli gesagt. Wen sollte er um Gotteswillen in der Finsternis da mit„Rudolf" anreden? Er wußte doch gar nicht, was das für ein Mensch war. „Sie weiden verstehen", fuhr Umanski fort,„daß ich^beim„Sie" bleibe. Ich habe mir das lange überlegt. Geiviß, Sie suchen mich jetzt und haben es auch sehr lange schon getan, aber das ändert doch nichts an der Tatsache, daß ich Sie nicht kenne. Das einzige, was ich von Ihnen weiß, ist der Anklage-Akt, und daß Sie diejenige Haridlung begangen haben, die für mich die verdammenswerteste unter fast allen verbrecherischen Handlungen ist, die ich mir vorstellen kann." Schumann blieb bewegungslos hocken. Wie hatte er sich unbewußt das Ende dieser Jagd vorgestellt. Wie hatte er gehofft» mtt jubelndem Lachen und Umarmungen eine Jdealgestall ans Herz drücken zu sonnen. Die junge, strenge Stimme neben ihm war verhallt. Aber sie klang für Schumann noch im Raum nach. Er grub die Hände verkrampft in die Taschen, wieder umfaßte er die Lederschleife Gabrieles, die ihn seit Limeo nie verlassen hatte. Er hörte seinen Atem stoß- weise gehen und lauschte auf den des änderen. Er kam frei und ruhig und verriet keinerlei Erregung. Sie schiviegen viele Minuten. Umanski wartete ofienbar auf eine Aeußerung Schumanns. Er glaubte alles gesagt zu haben. Aber als dieser sich nicht rührte und nicht räusperte,' bohrte er den Kopf im Finstern zu ihm hin und begann: „Ich verstehe sehr gut, daß das Problem auch für Sie furchtbar schwer ist. Aber ich bin doch nicht der verlorene Sohn, der heimkehrt. Ich hatte Sie nicht erwartet, und es wäre mir wahrhaftig lieber gewesen, wir wären uns nicht begegnet." „Sie sprechen, ohne zu ahnen.. „O, bitte, nein, das dürfen Sie nicht sagen! Ich ahne sehr gut, was in der Seele eines Menschen vorgehen kann. Aber in der meinen geht nichts vor. Vielleicht, wenn ich Sie unter andern Umständen getroffen hätte. Aber ich bleibe ein Mensch ohne Ettern, auch wenn Sie jetzt da sind. Well ich ohne Eltern aufgewachsen bin. Das ist Schicksal und Sie sind ja auch keineswegs schuld daran. Aber auch ich kann nichts dafür, wenn ich überhaupt nichts spüre von dem, was man bei Ihnen vielleicht„Bande des Blutes" nennt. Viel- Amerika, England, der Schweiz, Polen und Litauen eingetroffen. Rach Dr. Bartosek sprach der Holländer -I. Hoving auS dem Haag über die Judenverfolgungen. Der Redner schlug vor, daß sich der Weltton« greß der Freidenker in einer Resolution gegen das an den Juden in Deutschland begangene Unrecht und gegen deren Verfolgung sowie gegen die Verfolgung aller, ob Katholiken, Protestanten, Arbetter oder Juden, ausspreche. Es folgte ein Referat Professor A. Lukatschewskijs aus Moskau, ein Referat des Prof. I. Meisner aus Prag über die junge Genera- tton und die Freidenker-Bewegung, ein Referat.dcr Delegierten A. Rehorobä über die Tättgkeit in der amerttanischen Freidenkerbewegung und ein Referat des Dr. Schacherl aus Brünn über die exakten Wissenschaften und die R-"-ion, welches im Wesen das Problem der mode Physik betraf. Um 18.20 Uhr wurde die Plenar.agung des Kongresses unterbrochen. Montag vormittags fand der Kongreß der t sch echoslowakischen Freidenker und nachmittags die Schlußsitzung deS internationalen Kongresses statt. Das erste Referat hielt Zavadovskij-Moskau über „Wissenschaft und Religion." Ferner sprachen der stellvertretende Vorsitzende der tschechoslowakischen Freidenker Dr. L. Milde über„Gemeinsames Vorgehen gegen Faschismus und Krieg", der Sekretär der proletarischen Freidenker-Jnternattonale Jansen über„Die Einheit der internationalen Freidenker-Bewegung", worauf die Verfteter der ehemaligen deutschen Freideitter-Organisatton Bericht erstatteten. Im Namen der proletarischen Internationale sprach vor Abschluß der Tagung der Franzose Calperin. Mit der Verlesung der Resolution über Schulftagen wurde die Tagung beendet. Auf dem Kongreß sind die Russen in die Internationale Freidenker-Union eingetreten. Dieser Eintritt erfolgte auf Grund einer Resolution, in welcher der Kampf für die demokratischen Volksrechte, für die Freiheit der Gesinnung und für den s o z i a l e n und wissenschaftlichen Fortschritt und die dkmentspre- chende Erziehung hervorgehoben wird. Vom Parteitag Gottwalds Der zweite Verhandlungstag des kommunistischen Parteitages war mit dek Diskussion über, das Referat Gottwalds ausgefüllt. Da beim Parteitag die Oeffentlichkeit nicht zugelassen ist und von den Veranstaltern nur zensuriert« Berichte ausgegeben werden, ist der Verlauf der Aussprache nicht bekannt. Die offiziellen Berichte teilen begeisterte Zustimmungskundgebungen aller De« batleredner mit.— Am dritten Berhandlungstag sprach Zapotocky über den„Kampf um die Gewerkschaftseinheit in der Tschechoslowakei". Er behauptete., eine der Hauptursachen für die Zersplitterung der Gewerkschaftsbewegung sei die Politll, die„für eine Zusammenarbeit mit den Unternehmern" eintrete. Von der kommunistischen Gewerkschaftspolitik, die, als sie die Spaltung der.Gewerkschaftsbewegung aus rein politischen und parteiegoistischen Motiven durchführte, auf die Arbeit der Gewerkschaften und ihre gei- stige Haltung überhaupt keine Rücksicht nahm, sagte Zapotocky selbstverständlich kein Wort. Auch aus der Rede Zäpotockys war zu erkennen, daß die Kommunisten nichts weniger beabsichtigen, als die von ihnen angestrebte Gewerkschaftseinheit unter ihr geistiges Diktat zu stellen.— Montag nachmittags hielt dann noch K o p e c k h eine nichtssagende Rede über den Kampf um die junge Generatton. leicht herrscht auch das Blut meiner Mutter in mir vor. Das weiß ich ja alles nicht. Jetzt werden Sie sagen, ich bin herzlos. Aber ich bitte, tun Sie es nicht, denn dann müßte ich wieder sagen, daß auch Sie es sind, der Si« Herkommen um eines Geschäftes willen und die Arbeit und das Leben von vielen Menschen zerstören wollen." Wieder entstand eine fürchterliche Pause. Dieser Rudolf sprach im gleichen Rhythmus wie Gabriele. Die Front der Toten und des Lebenden war eins. Schumann verschränkte die Hände hinter dem Kopf, dehnte den Körper und sagte nur: „Und wo ist Thessa, Ihre Schwester?" Er sagte nicht„Thessa, meine Tochter". Es graute ihm vor dieser Formulierung. Hatte ihn Umanski schon so eingeschüchtert? Dieser hustete etwas verlegen und antwortete dann: „Thessa und ich blieben damals zusammen. Aber sie ist zehnjährig einer Grippe erlegen. Ich habe sie sehr geliebt." „Das ist schön von Ihnen."■. Schumann bedeckte sein Gesicht mit den Händen. Er weinte nicht. Seine Augen kamen ihm wie ausgebrannt vor. Wo hätte er Tränen hernehmen sollen? Er war am Ziel, und es war alles zu Ende. Mes hatte sich auf einfach^ Art gelöst. Gewiß, das Schicksal, das ihm die Kinder genommen, verstreut hatte und sie so wiederfinden ließ, war ungewöhnlich. Aber was war in der Well nicht ungewöhnlich? Alles hing versponnen Mit tausend anderen Dingen im Lebensraum, ein Schicksal trieb und formte bas andere, eine Energie setzte sich hundertmal um und hatte beim hundertfünfzigstenmal eine Wirkung, deren Ursache niemand mehr kontrollieren konnte. Ucber all das wunderte er sich letzten Endes in diesem Augenblick nicht. Aber der Sinn, um deffentwillen er den Atem einsog und ausstieß, statt ihn anzuhalten und daran zu ersttcken, dieser Sinn war gewichen. ^Fortsetzung folgt.), Nr. 89 Mittwoch, 15. April 1938 Sekte 3 fudetendeutsdieT Zeifepie^cl Ein Bekenntnis zu Hit!er ' Einige Gewerbetreibende von G r o ß p r i e- s e n haben an den Großpriesener Gemeinderat ein Schreiben gerichtet, in dem sie in scharfer Weise gegen die„Greurlpropaganda" gegen das Tritte Reich Stellung nehmen, die an der Tafel beim Konsumverein betrieben werde und dazu beitrage Reichsdeutsche vom Besuche des sude- te'ideutschen Gebietes abzuhalten. Diese Propaganda richte sich gegen die Staatsangehörigen des lenachbarten Deutschland und sei geeignet, deren Ehrgefühl und Würde zu verletzen. Es sei geradezu ein Schlag ins Gesicht der ortsansässigen Gastwi.rte und Sonnnerwohnungenvermieter, wenn der sozialdemokratische Bürgenneister„die Anbringung derartiger Bilder rein marxistischer Tendenz" zulaffe und dulde,„anstatt treu seinem Gelöbnis zum Wohle aller Ortsinsassen zu handeln." Es handelt sich selbstverständlich nicht um Grenelpropaganda, sondern um die Wiedergabe wahrer Ereignisse aus-dem Dritten Reich. An dieser Wahrheit können nur solche Menschen nicht interesiiert sein, die es mit Hitler halten. Diese geben sich denn auch gar keine Mühe, zu Untersuchen, in welcher Weise ihr herzallerliebster Führer durch Devisen- und andere Maßnah- men zur Einstellung des Fremdenverkehrs beigetragen hat. Fest steht, daß die Reichsdeutschen um so lieber über die Grenze kommen, je mehr! sie davon überzeugt sind, auf unserem Boden die! Wahrheit über die Zustände in ihrer Heimat zu erfahren. Ihr Wanderziek sind gewöhnlich jene sudetendeutschen Zeitungen, die sich weder Henlein noch Hitler gleichgeschaltet haben. Und so, dürfte die denunziatorische Anzeige der Großpriesener Gewerbetreibenden beim r e i ch s- deutschen Fremdenverkehrsverband keineswegs die von ihnen erwartete Wirkung Hervorrufen, noch weniger wird sie zur Folge haben, daß die Sozialdemokraten anfhören, im Interesse eines besseren Deutschland die Wahrheit über das Dritte Reich zu künden. Und wenn die Hitleran- beter, die mit solchem Eifer Fremdenverkehrsinteressen vorschützen, vor Wut zerspringen. Immerhin ist es wichtig, die Namen der „Protestanten" festzuhalten, auf daß man sie entsprechend beachtet Franz Timon,„Tivoli", Fieber„Blauer Stern", I. Pokornh„Eiche", Novotnn„Krone", Diez, Marie Reinhold„Linde", Marie Seiche Weinstube, Köckert Konditor, B. Richter, Franz Gabriel Hausbesitzerverein, Ruprich Konditor, Göhl Kaufmann, I. Seiche» Anna Czernei, A. Rrinsch, Anders Rudolf, I. Winter, Weigel August, Welzenberg, Heida, Herlitze W„ Riedel Josef, Kammel I., Baier Reinsch, Brückner, Pech, Better, Batrr, Kunte, Lassner, Lauer, Fiedler, Mache, Mathilde Hautke, Fischer, Webersinke, Edm. Mrruna, Richard Patznrr. v Die" Pensionsversicherung muß so geschützt sein, daß die Erfüllung ihrer Aufgaben gewährleistet wird. Die Krankenversicherung der Ange st eilt en darf keine Verschlechterung erfahren. Richtschnur des Verbandes soll auch ferner sein: Sicherung und Ausbau der sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Gesetze und Einrichtungen, Sicherung und Verbesserung der Lebensmöglichkeiten aller Angestellten. Entschließung zum Punkt „Wirtschaftsfragen" Gesellschäft und Wirtschaft befinden sich in einem Zustande des Ueberganges. Die Handels- und Gewerbefreiheit wird immer mehr eingeengt. Das Eingreifen der Staatsmacht in den privaten Wirtschaftssektor wird zur Notwendigkeit. Die hohe Stufe der Technisierung kennzeichnet sich in der Verdrängung der men schlichen Arbeitskraft durch dieMa- s ch i n e. Maschinisierung, Rationalisierung und Intensivierung der Arbeft stehen im Dienste de? Eigennutzes. Alle arbeitenden Schichten sind an der Abänderung dieses Zustandes interessiert. Die Angestelltenschaft verlangt nach Erkenntnis der Schäden der heutigen Wirtschaftsordnung: 1. G e s u n- düng der Kaufkraft, Hebung des Einkommens bedeutet Hebung der Wirtschaft. 2. O r d- nungderJndustrie, genügender Einfluß der Arbeitnehmer bei den Planorganisafionen der Wirtschaft; Mitwirkung und Entscheidung der Gewerkschaften in den kommenden Syndikaten und qn- deren Organisationen. Her Allgemeine Angestelltenverbaml unter neuer Leitung zweit« TiS der Verhandlungen Seit 1918 stand der Allgemeine Angestell- lcn-Berband unter der Leitung des Genossen Florian Bergmann. Bergmann, der kürzlich das 65. Jahr erreicht hatte, drängte darauf, , von seinem Amt als Obmann des Verbandes entbunden zu werden. Die Wahl zum Verbandsobmann fiel auf den bisherigen ersten Obmannstellvertreter Genossen Franz K i r ch h o f-Rei- chenberg. Er erhielt sämtliche Stimmen der Delegierten. Als Vertreter wurden Adolf P f o h I, Ober--Rosenthal, und Rudolf Appelt, Reichenberg, gewählt. Auch bei den übrigen Wahlen der Vorstandsmitglieder kam ein durchwegs einstimmiges Resultat zustande. Diese Einmütigkeit bei denWahlen zeigt den guten Zusammenhalt der Berbandsmitglieder. Der bisherige Verbandssekretär Ernst Grünzner jun. wurde gleichfalls einstimmig endgültig in dieser Funktion bestätigt und neugewählt. Oer neue Verbandsobmann, Franz Kirchhof, dankte in seinem und Grünzners Namen für die Wahl. Sie würden beide versuchen, auf der alten Bahn und auf dem Boden der bisherigen Grundsätze die Organisation vorwärts und aufwärts .zu bringen. Abschied von Bergmann Darauf sprach Kolk. Kirchhof über den bisherigen Verbandsobmann Koll. Bergmann. Wer seit 1919 mit diesem Manne zusammenarbeitet, wisse, welche Bedeutung seine Arbeitskraft für die Entwicklung der Organisation gehabt habe. Er war ein leidenschaftlicher Anwalt der Rechte und Interessen der Privatangestellten. Das große Werk der Angestelltenversicherung dieses Staates hat er als Vertreter des Allaver weitgehend beeinflußt. Der Zusammenschluß der Jnduftrie- und Handelsan^,.stellten zu einer Organisation war sein Werk. Wir gehen wefter im Geiste Bergmanns und im Dienste des Verbandes und seiner Mitglieder. Die Delegierten quittierten diese Rede durch großen Beifall. Auch Abg. Franz M a c o u n nahm die Gelegenheit wahr, im Namen der freien Gewerkschaftsbewegung und als Freund dem Kollegen Bergmann eine Dankesrede zu halten. Koll. Bergmann geht, so schloß der Redner, er bleibt unser Freund und sein Werk steht immerdar I In seiner Dankesrede hob Koll. Bergmann hervor, daß er lediglich seiner Ueberzeugung gemäß gearbeitet und seine Pflicht getan hatte, so gut dies möglich war. Soziale und wirtschaftspolitische Tagesfragen Verbandsobmann Koll. Kirchhof erstattete hierüber ein nach jeder Richtung hin gründliches Referat. Er ging aus von dem erweiterten Aufgabengebiet der Gewerkschaften in diesem Staate. Darauf mußten sie sich erst einstellen und die Organisation demgemäß ausbauen. Heute können wir sagen, daß der Allaver allen Aufgaben gewachsen ist. Wir haben überall versucht, die Rechte der Angestellten zu stabilisieren und den Privatangestellten die Lebensmöglichkeit zu schaffen. Daneben erwuchs uns eine andere Aufgabe: D i e Verteidigung des Arbeitsplatzes für den deutschen Ange st ell- t e n. Wir werden es auch in Zukunft uns angelegen sein lassen, den Arbeitsplatz des Angestell ten zu erhalten und seine Rechte, wo es auch sei, wahrzunehmen. An der Debatte beteiligten sich Hübner, Reichenberg; Walleck, Haida; S t r n a d, Prag und Genossin Kunz, Teplitz. Nachdem der Jugendsekretär dcS Verbandes, Koll. Hermann Müller, Reichenberg, die Delegierten gebeten hatte, der Jugend bei der Verbandsarbeit einen größeren Raum zum Mitschaffen zu geben und die restlichen Anträge erledigt wurden, war die Tätigkeit des Verbandstages erschöpft. .^Las.S ch l u ß wM.r t.wurde vaw Verbandsobmann Kirchhof gehalten. Die Wahlen, die einstimmig erfolgten, und die Verhandlungen haben gezeigt, daß der Verbandstag, wie selten ein anderer, einig und geschloffen war. Neue Funktionäre versuchen die Arbeit der alten fortzusetzen. Sie werden es mit dem gleichen Eifer und demselben Interesse tun. Die Gewerkschaft bleibt die gleiche und ihre Macht wird auch in Zukunft unerschüttert dastehen. Es lebe die freie Angestelltenbewegung l Aus den angenommenen Entschließungen bringen wir folgende Auszüge: Entschließung zur Sozialpolitik und zum Arbeitsrecht Die sozialpolitische und arbeitsrechtliche Entwicklung kann von den Auswirkungen der Krise nicht unberührt bleiben. Zu den Aufgabe nvon Arbeitsrecht und Sozialpolitik, die Daseinsgrundlagen des arbeitenden Menschen zu sichern und für Schutz und Recht in den Wechselfällen des Lebens zu sorgen, kommen in den Zeiten der Krise neue großeAufgaben hinzu, wie Fürsorge für die Arbeitslosen und Sicherung der Arbeitsplätze. Tie Umgestaltung der heutigen- Wirtschaftsweise wird dringend erforderlich. Auf dem Wege zu diesem Ziel erheischen verschiedene Tagesförderungen Erfüllung: Ausreichende Arbeitslosenfürsorge; Verkürzung der Arbeitszeir; Gesetzliche Arbeitsvermittlung; Bekämpfung des Doppelverdienertums; Sicherung ausreichender Löhne und Gehälter; Sicherung der sozialpolittschen und arbeitsrechtlichen Einrichtungen. Das Ende einer Leitmeritzer Theaterdirektion als Schulbeispiel der Henlein-Kultur Das Leitmeritzer Stadttheater, dessen Niveau in den letzten Jahren stark gesunken war/ wurde für die Spielzeit 1935-—1936 Herrn Georg Grundig übergeben. ES gelang ihm in den ersten Monaten, den Theaterbetrieb zu heben, er erzielte einige künstlerische Erfolge und als er vor Weihnachten in eine kritische Lage gekommen war, 2a die Einnahmen zu wünschen übrig ließen, half ihm die Stadtgemeinde mit außerordentlichen Zuwendungen ans. Als der Stadtrat im Feber das Theater neu ausschrieb, bewarb sich Georg Grundig neuerlich darum und legte eine Adresse mit mehr als tausend Unterschriften seiner Anhänger vor. Obwohl die Unterschriftensammlung nicht von den ständigen Theaterbesuchern, sondern von der sudetendeutschen Partei veran-' ft a l t e t war, beschloß der Stadtratf die weitere! Vergebung des Theaters an Herrn Grundig gleich I Atusturner! Atusturnerin! Sag es deinem Arbeitskollegen, deiner Arbeitskollegin, daß: der Atus vom 4. bis 6. Zull in Komotau sei» 3. Bundesturnfest abhätt. Daß: Die Festleitnng bis zum 1. Mai Dauerkarten zu 25 Prozent Ermäßigung herausgibt. Daß: Du die Bestellung übernimmst! Daßr Die Dauersestkarte berechtigt r Zum freien Eintritt bei allen Veranstaltungen im Rahmen des Bnndes- ' festes, zur freien Uebernachtung, sowie inbegriffen ist die Legitimation zur bOprozentigen Fahrtpreisermäßigung. (Auch als Einzelfahrer.) auf zwei Jahre zu beanttagen, in der Annahme, daß die Unterschriftensammlung eine Vergrößerung der Theatergemeinde herbeiführen werde. Jedoch bald darauf ging- es. mit dem Theaterbesuche rasch bergab, was hauptsächlich darauf zurückzuführen war, daß der Spielplan nicht mehr bot, was das Interesse des Theaterpnbliftims erweckt. Ende März ließ der Stadtrat die Geschäftsgebarung Gründigs untersuchen und da zeigte sich, daß er seit Anfang Dezember keine Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge, keine Umsatzsteuer, keine Autorenhonorare bezahlt batte und verschiedenen Lieferanten Beträge schuldig geblieben war, so daß ein Zusammenbruch des Unternehmens unmittelbar bevorstand. Der Stadtrat hob deshalbt seinen Beschluß über die Wiedervergabe auf, beschloß die Neuausschreibung und übernahm die Äassagebarung durch ein städti- sches Organ,, Obwohl Gründig die Theatereinnabmen aus der Zeit vom 21. bis zum 31. März einkaffiert und sogar schon aus dem Vorverkäufe für die Bor- stellung am 4. April einen Betrag behob«» hatte, Brief an den Zeibpieoel Aus Prager deutschen Univesitätskrei- sen wird uns geschrieben:- Dem unlängst verschiedenen Professor Jadassohn wurden Nachrufe gewidmet, in denen er als der größte Dermatolog der Gegenwart bezeichnet wurde. In jungen Jahren wurde er zum Professor für Dermatologie in Bern ernannt und übernahm einige Jahre später als Nachfolger des berühmten Professor N e i s s e r die Klinik in Breslau. Für Prag ist die Erinnerung an Prof. Jadassohn insoferne interessant, als seinerzeit die Möglichkeit bestand, Prof. Jadassohn nach Prag zu berufen. Als 1905 der damalige Prager Dermatologe Prof. F.I. P ick die Altersgrenze erreichte, schlug er dem Professorenkollegium als Nachfolger den schon damals einen großen Ruf genießenden Jadassohn vor. Das in seiner Majorität antisemitisch gesinnte Professorenkollegium der deutschen Universität übernahm aber nicht den Vorschlag Picks, sondern berief— gestützt auf die Hochschulautonomie— den jungen Professor Kreibich aus Graz nach Prag, da man den Juden Jadassohn nicht haben wollte. Heute sind beide tot und- man kann ihr Lebenswerk überblicken. Wie oben erwähnt, ist Jadassohn einer der berühmtesten Dermatologen geworden, einer der glänzendsten Vertreter der deutschen Dermatologie und Venerologie. In unzähligen Arbeiten und Büchern hat er seine Forschungsergebnisse niedergelegt und auf zahlreichen internationalen Kongressen mitgewirkt. Seine Bedeutung für die dermatologische Wissenschaft erhellt dar. aus, daß die meisten reichsdeutschen Dermatologieprofessoren seine Schüler sind. Diesen weltberühmten Mann hat ein in seiner Mehrzahl durchaus mittelmäßiges, dafür aber um so.rassenreineres Professorenkollegium abgelehnt. Wer trägt die Verantwortung dafür, daß Jadassohn nicht in Prag gewirkt hat? Bei aller Achtung vor dem Lebenswerke Prof. Kreibichs kann man wohl sagen, daß er an Jadassohn nicht heranreichte. Diese Reminiszenz ist um so aktueller, als auch jetzt wieder unter dem Schutze und Mißbrauch der noch immer bestehenden, heute aber durchaus vorsintflutlich wirkenden Hochschulautonomie ein in seiner Mehrzahl antisemitisches Professorenkollegium daran geht, die dermatologische Klinik wiederum nach unwissenschaftlichen Rassenan- schauungen zu besetzen.Wer wird die Schuldtragenden diesmal zur Verantwortung ziehen? SdP-Leute wegen Waffenschmussels verhaftet * Zwei Jugendliche aus Karlsbad wurden an der Grenze Oterwirsenthal-Keilberg von Organen der Grenzwache angehalten und nach Schmuggelgut durchsucht. Hiebei wurden bei den beiden Burschen, welche das Mitgliedsbuch der Sudetendeutschen Partei bei sich trugen, Bestandteile ausländischer Waffen vorge- funden, die sie heimlich über die Grenze gebracht hatten. Die beiden wurden verhaftet und dem Karlsbader Bezirksgerichte eingeliefrrt. Und noch einer t Am Donnerstag, den 9. April, wurde in W e g st ä d t l a. E. nach einer von der Gendarmerie durchgeführten Hausdurchsuchung der 22- jährige Franz Rrichelt verhaftet und dem Kreisgerichtr in Lritmeritz eingelirfert. Das bei der Hausdurchsuchung vorgefundene Material bezeugte, daß Reichest sich einer schweren Uebertre- tung des Gesetzes zum Schutze der Republik zuschulden kommen ließ. Der Verhaftete ist natürlich strammer Henlein mann und L e i- 1er des Jugendturnens des Wegstädt- ler Deutschen Turnvereins. In. den Turnstunden und Heimabenden sollen Lieder gesungen«nd Gedichte vorgetragen worden sein, die nicht geeignet warm», die unmündige Schuljugend zu ordentlichen Staatsbürgern zu erziehen. zahlte er den Mitgliedern seiner Gesellschaft keinen Heller auf ihre Galgen für diesen Abschnitt aus, so daß die»Stadtgemeinde aus eigenen Mitteln aushelfen tziußte, sonst wäre das ohnedies sehr bescheiden entlohnte Personal ohne Kreuzer Geld dagestanden. Als am 4. April die Vorstellung bei vollbesetztem Hause ftatfiand,zeigten Herrn Gründigs Anhänger aus der SdP wieder Interesse für das Theater. Eine Gruppe von Henleinleuteu verlangte stürmisch nach Herrn Gründig, der seit vier- Tagen nichts mehr mit dem Theater zu tun hatte, aber in einer Loge auf den Hervorruf wartete. Sein Erscheinen aus der Bühne wurde natürlich nicht zugelassen und die Folge war ein echter Nazikrawall. Nach der Vorstellung bewog Gründig den Gast des Abends, Ludwig Wolfram, seine Mitwirkung für die beiden Sonntagsvor- ftellungvn abzusagen und da neue Krawalle angekündigt wurden, mußte der Theaterbetrieb sofort eingestellt werden. Die Mitglieder verlieren die Einnahmen für die restliche Spielzeit bis zum 18. April dank dem Bündnis des Herrn Gründig mit seinen Henleinanhängernl Seite 4 Mittwoch, 15. April 1936 Nr. 89 / in men zu treffen, die ihn instand sehen, allen Widerständen und Anfechtungen Trotz zu bieten. Längst hat der Bund die Differenzen überwunden, die durch kommunistische Betätigung hineingetragen wurden. Genosse P e k a r s ch machte kurze Ergänzungen zum Kassenberichte und Genosse Weichert sprach über die BundeDpreffe und erstattete den musikalischen Bericht, der einen tiefen Einblick gewährte in das Kulturleben und die Kunstgestaltung und-Entfaltung unserer Arbeitersänger. Der Bundesverlag hat sich nach den Mitteilungen des Genossen Z e l e n k a günstig entwickelt. Der Bundestag beschloß einen weiteren Ausbau. Die Berichte wurden von den Delegierten debattelos zur Kenntnis genommen, ein Beweis für die zielbewußte und tatkräftige Leistung des Bundes. Einmütig stimmte der Bundestag auch dem Antrag der Kontrolle aus Entlastung des Kassiers zu. Anschließend genehmigte der Bundestag«ine Anzahl formaler Aenderungen der Bundessatzungen, Henleinkämpfer als Verleumder abgeurteilt Vor dem Bezirksgericht in Mährisch- Trüb a u fand Dienstag ein Ehrenbeleidigungsprozeß gegen jpuet Henleinleute aus Altstadt bei Mähr.-Trübau statt. Die beiden Helden hatten in einem Gasthaus ihres Heimatortes am 6. Oktober vorigen Jahres wüste Beschimpfungen gegen die beiden deutschen Minister ausgestoßen. Sie hatten Aeußerungen getan wie: die Minister Dr. Czech und Spma seien Lumpen, und ähnliche Beschimpfungen mehr. Die Beiden, der Molkereiverwalter P o r t-i f ch und der Pensionist H i tz l, wurden wegen des geschilderten Delikts zu Geld st rasen von je 1000 Kö u n- bedingt und zur Zahlung der Prozeßkosten verurteilt. Der„Kampf" der Nazi hat in diesem Falle den richtigen Abschluß vor der zuständigen Stelltz gefunden. die kein neues Recht... aber in vielen Fällen Klarheit schäften. Der Bericht der Antragskommisfion löste eine umfangreiche Wdchselrede aus, in der wertvolle Fingerzeige für den weiteren Ausbau des Bundes gegeben wurden. Einstimmig faßten die Delegierten einen Beschluß, der die Finanzen des Bundes derart regelt, daß er allen Anstürmen Trotz bieten und seine kulturellen Bestrebungen weiter ausbauen kann. Dieser Beschluß wurde mit Händeklaftchen und Bravorufen begrüßt. Auch die Neuwahlen bewiesen das unbegrenzte Vertrauen, das der Bundesvorstand, genießt. Gewählt wurden: Adolf Wondrejz als Obmann, Friedrich Z e l e n k a als Obmannstellvertreter, Alois P e k a r s ch. Kassier, Schütze- Teplitz, S o b o l l- Komotau, Schriftführer, Weichert und Z e l e n k a, Redakteure und Chormeister, Beisitzer: Ahne, Hierath, Häckel,Gräf; in die Kontrolle: Tampe, Studeny, Matzke; als Ersatzmänner: Krause, Weber, Thöner. Die bedeuftame Kulturtagung schloß Genosse Wonderjz mit Worten des Dankes an alle Mitarbeiter und einem herzlichen Appell zur weiteren kulturellen Mitarbeit. Die Tagung der Arbeitersänger Fünfter Bundestag des Deutschen Arbeitersängerbundes In der CSR Auf der Schöberftratze zwischen Neuhütte und Röhrsdorf kam es in der Nacht von Ostermontag auf Dienstag zu einem schweren Autounglück, das zwei Menschenleben kostete. In Warnsdorf hatte Ostermontag eine Jungbunzlauer Fußballmannschaft gastiert. Die Teilnehmer begaben sich am Abend in zwei Personenwagen auf die Heimfahrt, unterbrachen diese aber in Jnnozenzidorf, um in einem dortigen Gasthaus einzukehren. Gegen halb 11 Uhr setzten beide Autos ihre Fahrt fort. In der sogenannten kleinen Kurve auf der Schöberstraße raste das zuletzt fahrende, von dem Jungbunzlauer HaviZ gelentte Auto, in dem sich insgesamt acht Personen befanden, in voller Fahrt in den Straßengraben und stieß mit aller Wucht gegen einen Baum. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert, die Insassen herausgeschleudert. Dem neben dem Lenker sitzenden Krankenkaffenbeamten Karl Slusnh, der mit dem Kopf zwischen den Wagen und einen Baum gedrückt worden war, wurde die Hirnschale zertrümmert, so daß er a u f der Stelle tot war. Die übrigen Insassen lagen bewußtlos im Straßengraben. .Der Kaufmann Otto Risker aus Warnsdorf, der mit seinem Auto an der Unglücksstelle vorbei- kam, verständigte die Warnsdorfer Samariterabteilung, di« sich sogleich an t>ie Unfallstelle be- gab und zivei'Schwerverletzte, den 21 Jähre alten Schlosser Kasparek, der zuletzt in Kosmanos wohnte, uftd den Soldaten Ladislaus Eli äs aus Jungbunzlau mittels Rettungs autos dem Warnsdorfer Krankenhaus zuführte, während zwei Bergungswagen aus Böhm.-Leipa die anderen Verletzten namens Suk, Jirec, Leb! und den Lenker Havir in das Haidaer Krankenhaus brachten. Von letzteren haben zwei eine sehr schwere Gehirnerschütterung, einer einen schweren Kieferbruch und einer einen schweren Nasenbeinbruch erlitten. Der Lenker selbst trug nur leichtere Verletzungen davon. Der schwerverletzte Soldat Elias verschied noch auf dem Weg ins Warnsdorfer Krankenhaus und wurde in die Leichenhalle überführt. Kaspare!, der früher beim Warnsdorfer Fußballklub spielte, kam im Krankenhaus wieder zu sich. Er hat Rißquetschwunden im Gesicht und am rechten Arm, sowie verschiedene andere leichtere Verletzungen erlitten. An dem Aufkommen des nach Haida überführten Suk, der früher ebenfalls in Warnsdorf spielte, wird stark gezweifelt. Der achte Insasse des Wagens, dessen Name noch nicht bekannt ist, konnte bisher noch nicht aufgefunden werden. Man vermutet, daß er neben leichteren Verletzungen einen Nervenschock erlitten hat und möglicherweise im Walde umherirrt. Die Insassen des ersten Wagens hatten das Unglück nicht bemerkt und fuhren weiter. Der Lenker des Wagens gibt an, durch ein entgegenkommendes Auto geblendet worden zu sein. Seine Aussage deckt sich mit der Kaspareks. Die Untersuchung über das schwere Unglück wird an Ort und Stelle von der Gendarmerie in Böhmisch-Leipa durchgeführt. ubcx kjar geworden war, daß iex,„Bräutigam" sie in der niederträchtigsten Weise belogen Chatte, wanderte sie zu dem bei Schlackenwerth gelegenen Ottenteich. Dort schrieb sie ihren Namen auf einen leeren Briefumschlag, zog die Schuhe von den Füßen und ging in das Wasser. Als man sie entdeckte upd ans Ufer brachte, war Emma Schönfelder bereits tot; sie hatte diese bitterste Enttäuschung ihres Lebens nicht verwinden können. Wenige Stunden nach dem tragischen Ende des unglücklichen Mädchen wurde Ernst Walter Ponitz, alias Walter Vogel, ver- hastet. Er wird sich neben zahlreichen Betrügereien und Zechprellereien auch wegen Heiratsschwindels vor dem Gericht verantworten müssen. —r. Neue Unwahrheiten der Henlelnpresse Die Henleinpresse aller Schattierungen hat vor einigen Tagen behauptet, der deutsche sozial- Wieviel Henlein-Leute sind wieder dabei? Troppau.(Tsch. P. B.) Den Sicherheitsbehörden von F r e i w a l d a u ist es mft Hilfe der Grenzorgane dieser Tage gelungen, eine fünfgliedrige Gruppe staatsgefährlicher Personen aufzudecken, welche mit reichsdeuftchen Spionagezentralen in Verbindung standen und sich dadurch einer strafbaren Handlung gemäß 8 6 des Gesetzes zum Schutze der Republik schuldig machten. Es sind dies Franz Saeculi, Ferdinand Lauman, Karl Fitz, Josef Winkler und Rudolf Hornh. Sie wurden sämtlich verhaftet und dem Kreisgericht in Troppau eingeliefert. Die Einzelheften der Untersuchung werden mit Rücksicht darauf, daß das" Verfahren noch nicht beendet ist und daß weitere Verhaftungen erwartet werden, geheimgehalten. demokratische Abgeordnete Katz habe sich in einer pcrt,««»nreutetm Versammlung der tschechischen Grenzler in Falke-' derswo nachtrauern, Inau hinter deren Entnationalisierungsforderungen gestellt. An dieser Meldung ist kein wahres Wort. Katz teilt nun im Karlsbader„Volkswille" mit, daß er in einer Versammlung der ftchechi- schen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten gesprochen und dort die Forderungen und Ansichten unserer Partei vertreten habe. Daß diese mit den Bestrebungen gewisser Grenzler nichts zu tun haben, sondern ihnen direkt entgegengesetzt sind, ist zwar der su- detendeutschen Presse bekannt. Wie könnten aber die„Anständigen und Sauberen" eine Gelegenheit vorübergehen lassen, auf die Sozialdemokraten Kot zu werfen? Dieselben„Anständigen und Sauberen", die sich in würdeloser Kriecherei vor den tschechischen Agrariern nicht genug tun können und den tschechischen Nationalisten im Grenzgebiet Wasser auf die Mühle treiben. Aussig, 11. April. Der diesmalige Bundestag unserer Arbeitersänger fand zu Ostern im Apssiger Volkshaus statt. Samstag abends wurde die Tagung eröffnet. Bundesobmann Gen. W o n d r e j z, der die Tagung leitete, konnte eine stattliche Anzahl Delegierter und Vertreter befreundeter Organisationen begrüßen. Als Vertreter des Parteivorstandes der DSAP. war Bürgermeister Leopold P ö l z l, des ftchechi- schen Arbeitersängerbundes Frantisek Formanek- Prag, des Deutschen Gewerkschaftsbundes Julius John-Aussig, des Atus Josef PoLapka- Aussig, des Arbeiter-Rad- und Krafftahrerbundes Josef Breuer- Aussig, der R. W. Alois Ull- mann- Aussig, des Touristenvereines„Die Naturfreunde" Emil G L ä ß l- Aussig, der Kinderfreunde L ö w'i t- Schreckenstein, erschienen. Besonders herzlich begrüßt wurden vom Vorsitzenden und vom Bundestag die österreichischen G ä st e... Zwei leere Stühle mit entsprechender Kennzeichnung bezeichneten die Stellen, an denen sonst die Vertreter der deutschen und saarländischen Arbeitersängerbewegung Platz genommen hätten. Genosse Wondrejz widmete den Opfern der faschistischen Brutalität und Unkultur und allen Toten des Bundes einen herzlichen Nachruf und sprach dann über die unerhört schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse, die die Entwicklung des Bundes und das Kulturwirken der Arbeitersänger naturgeinäß stark beeinflußen mußten! Wo das Brot fehlt, geht jedes Streben nach Kultur zugrunde. Wir aber haben die Kultur zu verteidigen gegen die, die das Horst-Wessellied als Kulturgut betrachten. Für den tschechischen Arbeitersängerbund begrüßte Genosse Formanek herzlich die Tagung, wies auf die großen kulturellen Aufgaben hin, die die Arbeitersänger zu erfüllen haben und betonte die Solidarität, die beide Organisationen verbindet. Im Auftrage des Parteivorstandes^er DSAP., der Kreis- und Bezirksorganisation und aller auf der Tagung vertretenen Arbeiterkorporationen widmete Bürgermeister P ö l z l dem Bundestag herzliche Begrüßungsworte. Die Partei und die übrigen Arbeiterorganisationen haben es, so führte Genosse Pölzl u. a. aus, nicht vergessen, daß die Arbeitergesangvereine schon wirkten, als die Organisationen noch llein, die Arbeiter noch Kulis und zur Sklaverei verurteilt waren. Die Zeit hat sich geändert. Die Arbeiterbewegung wurde stärker. Die Arbtzjtergesangvereine haben sich nicht damit begnügt, nur vereinsmäßig- ihre Aufgaben zu erfüllen, sie wurden beachtliche und einflußreiche Faktoren und Förderer der Kultur, des Fortschrittes und der Kunst. Die Arbeitersänger werden dabei sein, wenn es gilt, den Faschismus endlich zu schlagen. Freiheit und freies Lied werden leben, solange es Menschen gibt, die den Mut haben, ihre Meinung auszudrücken.... Genosse John-Aussig überbrachte der Tagung die Grüße des Deutschen Gewerkschaftsbundltz, dessen aufrichtiger Wunsch es sei, daß der Bund die jetzigen schweren Zeiten gefahrlos überdauert. Am Abend vereinte Delegierte und Gäste«in Kommers der Aussiger Volkssinggemeinde, die köstliche Proben ihres künstlerischen Könnens gab. Die Arbeitstagung am Sonntag wurde eröffnet mit dem einstimmig gefaßten Beschluß, dem Staatspräsidenten Dr. Benes nachstehendes Telegramm zu übermitteln: „Sehr geehrter Herr Präsident! Die zu Ostern in Aussig versammelten Ber- . treter des deutschen ArbritersängrrbundeS in der CSR. entbieten Ihnen, sehr geehrter Herr Präsident, aufrichtige Grüße. Wir verbinden damit dir unbedingte Versicherung, jederzeit— und wir glauben damit in Ihrem Sinne zu handeln— Bannerträger und Verfechter einer fortschrittlichen Demokratie zu sein und zu bleiben, einer Demokratie, ohne die es keine wahre Kunst, keinen freien Gesang gibt." Zu dem gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht, der Aufschluß gibt über die organisatorische und kulturelle Tätigkeit des Bundes, der die Finanzlage und Kaffengcbarung wiederspiegelt, machte Genoss« Wondrejz noch werwoll« Ergänzungen. In erster Linie,— das betonte der Redner und das sagten immer wieder alle übrigen verantwortlichen Funktionäre und die Debattenredner,— handelt es sich bei der diesjährigen Bundestagung darum, den Bund nicht nur lebensfähig zu erhalten, sondern ihm frisches Blut zuzuführen und alle die Maßnah- Dic Kommunisten schließen aus. Wir lesen der„Roten Fahne": Ausschluß aus der Pattei. Die Kreislestung Pilsen hat in ihrer Sitzung vom 7. April beschlossen, Frau Anni Fray(Patzelt) aus Tachau Wegen Fraktionstätigkeit, parteischädigenden und parteifeindlichen Verhaltens aus der Pattei aus- zuschlietzen. Kreisleitung des VII. Kreises(Pilsen). Wehe, wenn einmal ein Sozialdemokrat oder ein Mitglied des Sozialistischen Jugendverbandes wegen Fraktionsarbeit> ausgeschlossen wird! Da schreien die Kommunisten gleich Zeter und Mordio. Aber wir ziehen es vor, mit Disziplinbrechern auch fernerhin so zu verfahren wie sie. Nr. 1 der Festschrift für das 3. Bundeöturn- fest ist bereits erschienen, mit Artikeln her führenden Männer des Atus und Beiträgen von Mini- ■ftef Dr. L. Czech, Minister'Jng. Nekäs, Präsident der Arbeiter-Sportinternationale Julius Deutsch, Sekretär Silaba, Genossen Kaufmann und vdn vielen anderen. In den Textfesten ist reichhaltiges Bildermatettal künstlerisch eingebaut. Bestellungen können an den Atus in Aussig a. E., Bahnhofplatz 1, geleitet werden.— Die Frist für die verbilligten Dauerfestkarten n 15 KL läuft mit 30. April ab. Bis zu diesem Tage müssen die Bestellungen und die Gelder eingelaufen sein. Verständigt alle Atus-Lcute und die Patteigenossen, die nach Komotau fahren, sofott. Am 17. April beginnt die Werbeaktion und läuft bis zum 15. Mai. Trefft alle Vorbereitungen und sorgt dafür, daß uns alle' Parteigenossen und-Genossinnen bei dieser Werbeaktion tatkräftig unterstützen. Zwangsversteigerung eines Maricnbadcr Hotels. Das Hotel„Maxhof" in Marienbad, eines der führenden Kurhäuser der Stadt, gelangt am 14. Mai beim Bezittsgerichte in Mattenbad zur zwangsweisen Versteigerung. Bei einem Schätzwert von 1,933.000 KL beträgt der Ausrufspreis 1,288.735 KL. 920« Treffer im Gesamtwerte von 320.000 KL werden am 6. Mai bei der I u g e n d f ü r s o r g e« Effekten-Lotterie in Reichenberg verlost. Darunter die Haupttreffer zu 100.000 und 20.000 KL, die auf Wunsch auch in Bargeld ausbezahlt werden! Lose zu 5 KL sind bei allen Deuftchen Bezirksjugendfürsorgen, bei LoSverschleißern zu haben oder von der Deuftchen Landeskommission für Kinderschutz'und Jugendfürsorge in Reichenberg, Waldzelle 14, zu beziehen. HrrbergSanSwttse zur beginnenden Wanderzeit. Noch immer ist es vielen, die im Wandern Erholung und Freude suchen, nicht bekannt, daß sie ihre Reisekosten bedeutend herabmindern Linnen, wenn sie nn Besitze eines Herbergsausweises sind. Schon das Nächtigen in sudetendeuftchen und ausländischen Jugendherbergen ist bedeutend billiger, als die Uebernachtung im Gasthof. Da zugleich mit dem Herbergsausweis auch die Fahrrbegünstigung auf den Gräßlidics lutounglüdf bei Röhrsdorf Zwei Tote, vier verletzte, ein Verminter Der heilige Konrad In der„Prager Presse" finden wir folgende Schllderung der Art, in der das sudetendeuftche Parade-Hähnlein aus dem Er kroch. Bankbeamter, Turnlehrer im Turnverein Asch, Gauturnwatt des Jähnmalturngaues, dann Verbandsturnwatt. Absolviert Kurse in Berlin. Schon als Vereinsturnlehrer verspütt er seine hohe Sendung. Der Turnverband müsse auf eine andere Grundlage gestellt werden. Er benützt ihn als Sprungbrett. Unter seiner Aera beginnt langsam das„Führertum" im Turnverband. Man nimmt Gelöbnisse ab, man„ernennt". Aus allen Reden spricht Radio-Hitler durch. Henlein vergißt, daß er noch alte Leute im Verband hat, die ihn beobachten, die noch im allen Turnkreis Deuftch- Oesterreich gearbeitet haben und bei der Taufe des neuen Turnverbandes in der Tschechoslowakei im Jahre 1919 Pate gestanden sind. Diese Alten werden ihm langsam unbequem, er umgibt sich mit Jungen, die haben mehr Pulver. Weiter heißt eS dann über das Saazer T u r n f e st 1933. Vom guten Gelingen dieses Festes hängt viel für den„Führer" ab. Es ist einmütig von allen nationale^ Kreisen vorbereitet worden, denn niemand außer dem engsten Kreis des„Kameradschastsbundes" ahnte die hohe poli- ftsche Bedeutung: das Saazer Turnfest soll zum Sprungbrett des jungen„Führers" in die politt» sche Laufbahn werden. Vor dieser großangelegten, bis in alle Einzelheiten durchgearbeiteten Veranstaltung regnet es Erlässe und Verordnungen. Beim Feste selbst ist viel zu sehen und zu hören. Im großen Festzelt sind Sprechchöre hernehmbar; man hört unter anderen die Worte:'„Du Konrad Henlein, unser Führer, bist uns heilig!" Die Alten erstarren ob dieser hochmodernen, durch den Lauftprecher der Volksmenge vermittellen„Gottesverehrung" wie Lots Weib. Insbesondere das mit der Heiligsprechung haben wir doch noch nicht gewußt, so gut wir auch sonst über den Führerfimmel orientiert sind. Der heilige Konrad der göttliche Hitler... Aber „höher" geht's nimmer. Eine Joadilmsthalerln Opfer eines Heiratsschwindlers Vor Wochenfrist tauchte in Joachimsthal ein etwa 40 Jahre alter Mann auf, der sich unter dem Namen Walter Bogel aus Buchholz in Sach sen einmietete und schon nach kurzem Aufenthalt die Bekanntschaft der 23jährizen Emma Schönfelde-r machte, der er vorspiegelte, er sei der Sohn einer reichen Fabttkantenswitwe aus Pirna in Sachsen. Der Fremde, der ein sicheres Auftreten hatte, übte einen gewaüigen Einfluß auf die Schünfelder aus, die ihm schließ lich, als er äußerte, es gefalle ihm in Joachims thal nicht besonders, erst eine Wohngelegenheit bei ihrer Schwester in Gottesgab und nachher bei Verwandten in Bärttngen verschaffte. Walter Vogel, der in Wirklichkeit der Farbergehilfe Ernst WalterPonitz aus Buchholz in Sachsen, zu ständig nach Dörfles bei Duppau, ist, versprach_ der Schönfelder schon nach einwöchiger Bekannt- tschechoslowakischen StaMsbahnen’ erworben werden schäft die Heirat, wlBei er dem Mädchen immer l rann, so ist auch die Benützung der Eisenbahn für wieder von seiner reichen Mutter in Pirna er- s größere und kleiner« Fahrten wesentlich verbilligt, zählte, der»r wegen der Hochzeit berefts geschrie-z Diese Begünstigungen genießen nicht nur die ben habe und die in den nächsten Tagen nach• jugendlichen, sondern auch die erwachsenen Mitglie- Joachimsthal kommen werde, um die notwendi-! der des Herbergsverbandek. Der Jahresbeitrag ist gen Vorbereitungen für die Trauung zu treffen. außerordentlich gering und beträgt für Jugendliche Sie, die Mutter, werde einen großen Geldbetrag 13 KL, für Mitglieder 11 KL. Dieser Betrag ist daher mitbttngen, damit das junge Ehepaar in den) auch für jene erschwinglich, die zwar nicht wandern ersten Monaten nach der Trauung ohne Sorge I wollen, die aber ihr Schäftlein zum Ausbau des leben könne. Der famose„Bräuftgam" entpuppte sudetendeutschen Jugendherbergswerkes beitragen sich aber als ein vielgesuchter Logisschwindler und| wollen. Jeder Sudetendeuftche gehört in den Her- Zechpreller,* dem zahlreiche Geschädigte in Wei-1 bergSverband. Anmeldungen bei dessen Gauen und Sckmiedeberg, Dallwitz, Fischern und an-' Ortsgruppen oder beim Verband für DJH, Aussig, , l. Als die Betrogene sich dar- I Auersperggasse 2. 91r. 89 Mittwoch, 15. April 1938 Seite 5 Neuer Massenprozess gegen Sozialisten Hitlers Volksgemeinschaft— gekittet mit Zuchthausstrafen Bor dem Zeiher Gericht beginnt heute, wie schon gemeldet, ein Riesenprozeß gegen Dr. Agri- cola und Genoffen. Angeklagt sind 140 Sozialdemokraten und Kommunisten. Ihnen drohen schwere Zuchthausstrafen, wenn nicht der Tod, wegen der gemeinsamen Hilfeleistung für die Ov fer des nationalsozialistischen Terrors. Die Gerichte des Dritten Reiches arbeiten unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Sie mögen aber zur Kenntnis nehmen, daß ihre Arbeit genau registriert wird. Weffen sich die Angeklagten, der Willkür der Httlerrichter schutzlos preisgegeben, z« versehen haben, zeigt das Los der Untersuchungshäfttinge. Wir greifen einige Namen heraus: Dr. Agricola, Mitglied der SAP. war wiederholt verhaftet, der Kommunist Erich Watz e n b r e t h ist in einem Konzentrationslager durch ein Jahr festgehalten worden. Die Eltern der Angeklagten Frieda Hausschildt sind 80 und 84 Jahre alt, ihr Mann wurde 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Seit der Inhaftierung der Angeklagten sind die Eltern ohne jede Unterstützung. Paul W e g m a n n ist schwer zuckerleidend, er war einer der ersten Funktionäre der SdP. Der Zimmermann PaulDobitsch wurde in der Hast so schwer mißhandelt, daß er einen Selbstmordversuch unternahm. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Der 64 Jahre alte Franz Krause hat in der Haft einen Nervenzusammenbruch erlitten, bleibt aber in Hast, weil sich seine beiden Söhne in die Emigration gerettet haben. Auch die 70 Jahre alle Frau des Krause, Klara Krause, wird wegen der Flucht ihrer Söhne im Gefängnis gehalten, obwohl sie schwer krank ist. O t t i l i e K r a u s e, die Schwiegertochter der beiden, ist ebenfalls in Hast. Ihr zehn Jahre altes Söhnchen wurde in ein nattonälsozialistisches Erziehungsheim gesteckt. Ueber die Vorgeschichte der Verhaftungen erfahren wir u. a.: Mißhandlungen Im großen Gestapo-Beamte aus Halle und Berlin, unter Führung des Gestapo-Inspektors F r a n- k e und ein Kommando von 60 Berliner Feldjägern nahmen 1935 von Mitte März bis Mitte April umfangreiche Verhaftungen in Zeitz vor. Bei den schrecklichen Prügeleien machte man keinen Unterschied zwischen Kranken und Gesunden, Alten und Jungen, Frauen und Männern, Schuldigen und Unschuldigen. Viele der Verhafteten sind stundenlang, ost tagelang mit Fäusten, Gummiknüppeln und Totschlägern bearbeitet worden. Ein junger Arbeiter versuchte sich den schweren Mißhandlungen der Gestapo durch einen Sprung aus dem Fenster zu entziehen. Er wurde im letzten Augenblick daran gehindert und er- barmungslys zusammengehflüen.,.Hin anherer, Arbeiter, der Zimmermann Paul Dobitsch wurde durch die brutalen Mißhandlungen zu einem Selbstmordversuch getrieben. Schwer verletzt, mußte er ins Krankenhaus gebracht werden. Die Frau eines Verhafteten, die mit ihren beiden Kindern von 4 und 1 Jahr im Zeitzer Gewandhaus, dem Sitz der Gestapo und dem 'Schauplatz der Prügeleien, ihren Mann sprechen wollte, berichtet: „3m zweiten Stockwerk deS Gebäudes hörte ich plötzlich fürchterliche Schreie und dumpfe Schläge. In großer Aufregung ließ ich meine beiden Kinder im Flur stehen, da ich glaubte, mein Mann würde geprügelt. Ich riß die Tür zu dem Raum auf und sah, wie zwei Zeitzer Kriminalbeamte, darunter der Kriminalsekretär Thielmann mit Gummiknüppeln auf den wehrlosen Erich Wage n b r c t h einschlugen. Die Schläge fielen wahllos auf Gesicht, Arme und Rücken. Beide Beamte hatten bei der Prügelei die Jacken ausgezogen und Hemdärmrln aufgeschürzt." Ein aus der Hast Entlassener; deffen Name aus begreiflichen Gründen nicht genannt werden kann, erzählt: „Ich wurde nach mttnrui Verhör, bei dem ich fortwährend geprügelt worden war, inS Zeitzer Polizeigefängnis im RathauSgatten eingeliefert. Der Soldat als Erzieher „Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen dem bürgerlichen und militärischen Leben. Die alten Schranken zwischen den bürgerlichen und militärischen Einrichtungen sind für immer gefallen. Bande engen Zusammengehörigkeitsgefühls verbinden künftig die Jugendorganisation, die Wehrmacht und die Schule. Die militärische Ausbildung bildet einen wichtigen moralischen Fak- wrl" Diese Sätze könnten als ein Motto der neudeutschen^soldatischen" Erziehung gelten. Sie entstammen aber einem Rundschreiben des italienischen Unterrjchtsministers.. Woraus ersichtlich wird, welch starke innere Beziehungen, trotz aller Unterschiede, zwischen dem deutschen und dem tta- lienischen Faschismus bestehen. Das Dritte Reich predigt seinen Bürgern die soldatische Erziehung. Dafür fordern die Offiziere der Reichswehr mehr Pädagogik beim Militär. Der totale Staat will die Disziplin seiner Untertanen, die Armee braucht die Intelligenz und das selbständige Denken des einzelnen. Sie technisiert sich und vervielfacht ihre Anforderungen, das bürgerliche Leben„vereinfacht" sich unter den bürokratischen Zwangsgewalten des Totalstaates. Immerhin haben die beiden Ent- wicklungSlinien doch einen Treffpunkt: den Appell zum Gehorsam! Die Grundsätze der soldatischen Erziehung, hie man ins zivile Leben zu übernahmen begehrt, Tort waren nur noch etwa 20 Verhaftete, die anderen hatte man berrtts ins AmtSgettchtsgefäng- niS gebracht. In der Freistunde, in der die Gefangenen des PolizeigefängniffeS im kleinen Hof sich fast selbst überlaffen sind, ttafrn wir Erich Wagenbrett, den wir kaum wiedererkanntm, da sein Gesicht grün«üd bla« und ganz verschwollen war. Er konnte sich nur mühsam fort» bcwcgcn. Da viele der zuletzt Verhafteten infolge der erlittenen Mißhandlungen gedrückter Stimmung waren und den Kopf hängen ließen, versuchte Erich Wagenbrett, ihnen Mut zu mache«. Er riß dabei seinen Rock und seine Hose vom Leib und zeigte uns seinen zerschlagenen Körper, der biS zu den Beinen aufgcschlagcn wie eine einzige blusige Fleischwunde war. DaS Hemd glich einem blutige» Lappe». Er sagte zu«ns, was ich nie vergeffen werde:„Der Mensch hält viel aus, wenn er will; auch die Prügeleien gehen vorüber; wir dürfe» niemanden verraten!" Dr. Agricola bekam die ganze Wut der Beamten zu spüren. Er wurde so mißhandelt, daß er sich nicht mehr bewegen konnte. Man zerschlug ihm beim Prügeln auch seine Brille. Man glaubte, von ihm so besonders werwolle Aussagen zu erhalten. Dr. Agricola hat jede belastende Aussage abgelehnt. Entlaffene Arbeiter erzählten, daß es auf alle Verhafteten einen ttefen Eindruck gemacht habe, wie Dr. Agricola, der körperlich schwache Zwischenfall in Madrid Madrid. Bei der militärischen Parade, die Dienstag aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens der Republik auf der Castellana abgehalten wurde, ist von unbekannten Tätern gegenüber der Präsidialtribüne nicht,.wie ursprünglich angenommen wurde, eine Bombe geworfen worden, sondern lediglich eine Feuerwerksschnur abgebrannt. Da die Explosion im ersten Augenblick für eine Detonation von Pistolenschüffen gehalten wurde, entstand unter den Zuschauern eine Panik, die sich jedoch bald legte. Die Parade wurde fortgesetzt. . Die Kommunisten versuchten, sich mit ihren roten Fahnen der Parade anzuschließen. Sie' wurden jedoch von der Polizei daran gehindert. Nach der Parade fand zwischen Kommunisten und politischen Gegnern eine Schießerei statt, die ein Todesopfer und vier Schwerverletzte forderte. Die Polizei verhaftete am Montag vier junge Leute, von denen zwei der kommunistischen Partei»»gehören, unter dem Verdachte, Anschläge gegen einige hervorragende Linksabgeordnete vorbereitet zu haben, darunter auch gegen die sozialistischen Abgeordneten Alvarez und Lopez. Plötzlicher Tod des griechischen Ministerpräsidenten General Metaxas der Nachfolger Athen. Der griechische Ministerpräsident D e m e r d z i s ist Montag früh einem Schlaganfall erlegen. Als ihn seine Familienmitglieder Wecken wollten, fanden sie ihn tot im Bett auf. Die Aerzte konstatieren, daß der Tod wahrscheinlich schon im Laufe der Nacht eingetreten ist.— Demerdzis war seit 1929 Führer der vereinigten fortschrittlichen Partei. Nach der Wiedereinführung des Königstums in Griechenland übernahm Demerdzis neben dem Vorsitz in der Intellektuelle, trotzdem er so furchtbar mißhandelt wurde, standhaft blieb und seinen Mitgefangenen zuredete, niemanden zu verraten. Bon den verhafteten Männern und Frauen find später» viele wieder aus der Hast entlasten worden. 140 Angeklagte werden vor dem Gericht st ehe n. Der Prozeß wird „zwecks Erleichterung des Verfahrens" in zehn von einander getrennten Abschnitten durchgeführt werden. Im benachbarten Naumburg und Weißenfels sind schon im Juli 1935 Urteile gegen illegal arbeitende Anttfaschisten gefällt worden. Die Verhandlungen fanden damals unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt und di? Sttafen waren außerordentlich hart. Der Hauptangeklagte des damaligen Prozesses, Richard Pon- t u l l a, wurde zu zwölf Jähren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, der Angeklagte' Waldemar Portius zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, der Angeklagte Friedrich Schellbach zu neun Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Die übrigen Angeklagten erhielten bis zu fieben Jahren Zuchthaus. In der Urteilsbegründung betonte der Gerichtsvorsitzende ausdrücklich: „Die Strafen sind deshalb so schwer ausgefallen, well die Angeklagte» Maffenagitatio« betrieben haben, und zwar»och 1935, wo sie die Segnungen und Fottschritte des Dritte« Reiches deutlich erkennen mußte«." Die Urteile, die in polittschen Prozessen der letzten Zeit ausgesprochen wurden, lasten befürchten, daß in den kommenden Gerichtsverhandlungen gegen die Zeitzer Angeklagten die härtesten Strafen Anwendung finden. Es stehen in diesem Prozeffe Funkttonäre der Sozialdemokratie, der Sozialistischen Arbeiterpartei und der Kommu« nisttschen Partei unter der Anklage des Hochverrates, und sie werden beschuldigt, gemeinsam Hilfe für die Opfer des Terrors organisiert zu haben. Regierung auch das Außen- und das Kriegsmi- nisterium. Der Vertreter des Ministerpräsidenten, der Minister für Krieg und Luftschiffahrt Metaxas, überreichte die Demission des Kabinetts. Der König bettaute Metaxas mit dem Vorsitz in der neuen Regierung. Die übrigen Mitglieder der Regierung verbleiben ohne Aenderung an der Spitze ihrer Restarts. Rußland sekundiert der Türkei in der Dardanellenfrage Moskau. In einem Kommentar zur tückschen Note über die Dardanellen schreibt die .„Jswjesttja" u. a.: Als der türkische Allsten« Minister im Völkerbllndrat zum ersten Male ankündigte, daß er eventuell das Problem der Meerengen aufwerfen würde, versprach ihm Volks- kommissär für Aeutzeres, Litwinow, öffentlich seine Unterstützung. Die Befestigung der Meerengen, die ausschließlich Verteidigungscharakter trägt, stellt nicht im geringsten eine Aggression dar und kann für andere Länder keine Drohung bedeuten. Darin unterscheiden sich die Maßnahmen der türkischen Regierung von der Aktton Hitlers. Die türkische Regierung, sagt das Blatt zum Schluß, hat während der ganzen Zeit ihres Bestehens viele Beweise ihrer Friedensliebe erbracht und unterstützte ständig alle Vorschläge und Maßnahmen, die auf die Festigung des Friedens gerichtet waren. Sollte die Türkei nicht in Wirklichkeit der beste Garant der Sicherheit der Meerengen sein? All dies läßt darauf hoffen, daß alle Mächte, an die die türkische Regierung ihre Note richtete, bei den bevorstehenden Verhandlungen dem Vorschlag der Türkei gebührende Aufmerksamkeit und Wohlwollen entgegenbringen werden. Phönix-Entscheidung im nächsten Ministerrat Prag. Amtlich wird mitgeteilt: Mft Rücksicht auf die verschiedenen Nachrichten, welche in der Presse in Angelegenheit der Versicherungsanstalt Phönix in Prag aufgetaucht sind, wird hervorgehoben, daß die interessierte Oeffentlichkeit sofort über die gettoffenen Maßnahmen unterrichtet werden wird, sobald die Regierung die ihr vom Innenministerium zur entsprechenden Genehmigung vorgelegten Anttäge behandelt haben wird. Dies wird in der nächsten Sitzung des Ministerrates geschehen. Sonst unterliegt der Bettieb der Versicherungsanstalt der Aufsicht des ständigen Regierungskommissärs» dessen Maßnahmen das Innenministerium genehmigt. Berlin.(AP) Ueber die Stärke der„Oester« reichischen Legion" verlautet, daß sie noch immer 7000 Mann bettägt. Von diesen befinden sich 2000 in Süddeutschland(Bayern und Württemberg), darunter eine Elitettuppe von 500 Mann, die mit 100 Motorrädern und 80 Maschinengewehren ausgerüstet ist, in Ulm. Die restlichen 5000 Mann sind in der remilitarisierten Zone untergebracht. Paris. Für die Wahl in die Deputterten- kammer sind bis Samstag mittags rund 4000 Kandidaturen angemeldet worden. Nach dem Wahlgesetz können sich die Kandidaten für die Deputiertenkammer bis zum Vorabend der Wahlen, die bekanntlich für den 26. April ausgeschrieben sind, anmelden. Riga. Im Reichsschloß übergab Samstag um 10.30 Uhr der Präsident der Republik Kviefis dia Regierungsgewalt an' den Ministerpräsidenten Ulmanis, da sein Mandat zu Ende ging. Nanking. China hat gegen den zwischen Sowjetrutzland und der Außenmongolei abgeschlossenen Beistandspatt, der am 12. März unterzeichnet wurde, in Moskau scharfen Protest eingelegt. Die chinesische Regierung behauptet, daß dieser.Pakt die chinesisch-sowjetrussische Konventton vrmr 31. Mai 1924 verletzt, in der die Sowjetunion die Außenmongolei als integralen Bestandteil Chinas anerkannt hat. Totto. Mittwoch hat unter dem Vorsitz des Kriegsministers eine Kommandeur-Konferenz begonnen, die Maßnahmen beraten soll, um das durch die letzten Vorgänge erschütterte Vertrauen des Volkes zum Heer wieder herzustellen. Die Kommandeure werden angelviesen werden, die Ordnung und Disziplin im Heer durch Aufklä- rung, oder aber auch gegebenenfalls durch schärf st e Maßnahmen wieder aufzurichten. Hinter den Kulissen der Genfer Verhandlungen. Aus gut informierter Quelle wird uns geschrieben: Trotz des in Genf erzielten Vergleiches scheinen England und Frankreich doch auf ihren früheren Posttionen zu beharren. F l an d i n soll von vornherein die Feststellungen des vollständigen Mißlingens der Verhandlungen mit Hitler gefordert haben. Eden habe jedoch ganz energisch dagegen protestiert und darauf hingewiesen, daß die deutsche Antwort noch weitere Verhandlungsmöglichkeiten biete. Van Z e e l a n d versuchte zwischen diesen beiden Standpunkten zu vermitteln. Flandin soll noch im weiteren Verlauf der Debatten sich angeblich dahin geäußert haben, der Völkerbund solle sich in der heutigen Situation in den italienisch-abes- sinischen Konflikt nicht einmischen. Angesichts des entschiedenen Sieges der Italiener können die Friedensbedingungen nur derartsein, daß der Völkerbund sich lediglich kompromittieren würde, falls er sich dabei beteilige. Die Engländer sollen über diese Aeuße- rungen Flandins empört sein und haben sie in Privatgesprächen als„zynisch" bezeichnet. schätzt den Wert der Ideologie. Als Mann konservativer Herkunft preist er die Idee des Vaterlandes als„Vermächtnis vergangener Geschlechter an die Gegenwart und an die Zukunft.* Aber die Idee des Vaterlandes allein genügt ihm nicht. Er weiß, was er dem Zeitgeiste schuldet. „Wie in einer Monarchie ein Heer nur monarchisch gesinnt sein kann, so kann es im Dritte« Reich sein Bildungsideal nur von der Weltanschauung des Nationalsozialismus erhallen." Selbstverständlich fordert Allrichter auch, daß der Soldat„über die von innen drohenden Gefahren des Marxismus aufgeklärt werden müsse". Den unverbesserlichen Optimisten, die immer noch von der Reichswehr eine Sonderpolitik erwarten, gibt er so eine deutliche Abfuhr, Allzusehr entsprechen einander auch die Grundgedanken, auf denen Heer und totaler Staat beruhen. Beide fußen auf der Maxime:„Beugen, aber nicht überzeugen." Sie vergeffen nur eins! auch ein gebeugter Rücken kann sich eines Tages aufrichten und die Last abschütteln. Der aufgerichtete Mensch liber sieht die Welt mit steiem Blick und folgt nicht dem, der ihn bedrängt, sondern dem, der ihm hilft. Herr Alttichter ist bei seiner Erkenntnis der modernen Heerespshchologie auf halbem Wege stehen geblieben: Wer Persönlichkeiten fordert, muß ihnen auch die Freihett zur Entfaltung geben. Einordnung, nicht Unterordnung heißt das Grundgebot l Klltz Lripdxjch. sind vor kurzem von einem psychologisch geschulten Militär, dem Oberstleutnant Friedrich Alttichter, in seinem Buche„Das Wesen der soldatischen Erziehung" entwickelt worden. Spranzers Zeitschrift„Die Erziehung" bringt einen Artikel dieses Offiziers, der die Gedankengänge seines Buches in kurzer Zusammenfassung wiedergibt. „Die Erziehung zur soldattschen Berufsehr» macht vor allem die Entwicklung von Verantwortungsgefühl und Selbswertrauen, sowie die Ausbildung von Gehorsam, Mut, Tapferkeit und Opferbereiffchast notwendig." Altrichter appelliert an den Kameradschafts-, Corps- und Waffengeist, an Wahrheitsliebe, Zuverlässigkeit, Ehrgefühl und Treue als sittliche Kräfte des Soldaten. Ein oft gehörter Appell! Seine Verwirklichung in Staat und Wehrmacht priesen die Vorkämpfer für„Preußentum und Sozialismus", die Spengler, Schleicher und der„Tat"-Kreis. Aber Altrichter ist nicht'so optimistisch wie sie. Zum Thema„Disziplin" weiß er immerhin etwas Nachdenkliches zu sagen:„Die Schwierigketten ergeben sich aus der Notwendigkeit, den Zögling auf der einen- Sette zum Gegenstand eines unbedingten Gehorsams zu machen, auf der anderen, ihn aber wiederum im selbsttätigen Denken und Handeln zu schulen... Bei diesem Erziehungsvorganz steht die Forderung bedingungslosen Gehorsams durchaus im Vorder- gruud, denn der Gehorsam ist dr« Grundlage> aller militärischen Disziplin... Alle Strebungen des Jchs, die dem Willen des Vorgesetzten entgezengerichtet sind, müssen ebenso, rücksichtslos und endgülttg unterdrückt werden, wie jede innere Auflehnung gegen die Ansichten, Sitten und Gebräuche der militärischen Gemeinschaft." Alttichter gibt zu:„Dieser Entpersönlichungsvorgang ist nicht selten mit Krisenerscheinungen verbunden," aber er glaubt, daß deren Behebung in der Regel doch„in Verbindung mtt der Macht der Gewohnhett nach kurzer Zett gelingt." Also geschmeidig kneten und dann formen! Aürichter kennt die Masse Mensch und Weitz sie zu behandeln. Doch er sieht auch unvoreingenommen die Gefahren, die ein Uebermatz an Disziplin der modernen Armee bringt und deshalb setzt er sich— darin liegt für einen preußischen Militär durchaus etwas Neues— für eine„planmäßige Entwicklung der Persönlichkett" ein. Er definiert sie als„Schulung der Geistesgegenwart und der Entschlußfähigkeit, Erziehung zur Selbständigkeit und zum richttgen Handeln im Gefecht, auch dort, wo der Einfluß des Führers ausgeschaltet ist." Aber eine wirklich zureichende Erklärung, wie die Spaltung zwischen Äehorsamsschulung und PersönlichkeitS- bildung zu iwerbrücken sei, vermag Altrichter nicht zu geben. So appelliert er denn an den„Blick des Führers", so wie der Fromme an das Auge Gottes und das Kind an die Einsicht der Mutter. Altrichtex jst maMipiychologjich geschult. Ex Seite 6 Mittwoch, 18. April 193« Nr. 89 TlAesnemgkeiten Der Weg zum Erfolg „Beim Kreisgericht in Troppau traf die Mitteilung des Justizministeriums ein, daß dem Ministerium von den reichSdeutschen Behörden eine Note zugeschickt wurde, durch welche die Auslieferung dsr Brandstifter Erwin Trunczik, Emil Wilczek und Josef Glabazni, die voriges Jahr im Herbst in Kravaie im Hluölner Gebiet das Sprtt- zcnhaus des tschechischen Feuerwehrkorps und in der Nachbargemeinde Kouth die tschechische Volksschule anzündeten, abgelehnt wird. Die Brandstifter flüchteten nach ihrer Tat nach Deutschland und liehen sich auf der tschechoslowakischen Gesandtschaft eine Ausschreitung zuschulden kommen. In her Note heiht es, daß es sich entsprechend den Nachforschungen in Deutschland um Strafhandlungen p o l i t i s ch e r Natur zu einem p o- litischen Zwecke handelt und daß fie nicht vorwiegend den Charakter eines allgemeinen Delikts haben." : Eigentlich keine Ueberraschung mehr. Oder hat es jemand anders erwartet? Der Mörder unseres Genossin Rosenzweig sitzt ja noch immer in einem reichsdeutschen' Gewahrsam, der in diesem Fall das Eigenschaftswort„s icher" in an- deröm Sinne als sonst verdient. Und den Mörder Theodor Lessings haben sie drüben gar nicht erst verhaftet, die Mörder des Jng. FormiS ha- den sie gar nicht erst gesucht, weil fie ohnehin vorher schon wußten, wer ihn umbringen würde. Wir a b e r... Ja, wir oder besser, unsere wachsamen Behörden sind dauernd sehr besorgt, daß nur ja keine bösartig»: Karikatur des„Führers" erscheine, unsere Gerichte fanden das Vergehen des ermordeten Formis als schwerer denn die Kollegen im Reich den Mord an dem Manne, bei uns hetzt eine gewisse tschechische und deutsche Presse täglich gegen die— Emigranten, bei uns werden gleichgeschaftete Auto- ren mit Vorliebe aufgeführt,, gleichgeschaltete Bücher in Massen importiert, denn wir sind ja zivilisiert, human und„objektiv". Die Andern sind es nicht. Welcher Weg zum Erfolg .führt, ist aus dem Geschehenen zur Genüge ersichtlich! Die Krankenkassen gegen Verteuerung von Medikamenten. Die Krankenkassen haben beschlossen, von dem ncugebildeten Verkaufslartell der inländischen pharmazeutischen Fabriken die Garantie zu verlangend baß die Internen'wirt- schaftlichen Abmachungen dieser Industrie nichr auch eine Verteuerung der Medikamente zur Folge haben werden. Das Kartell soll ferner auch die Bürgschaft für die tatsächliche Qualität der im Inland erzeugten Spezialpräparate übernehmen. Der Tote im Eulaubach. Am Ostersonntag in den frühen Morgenstunden wurde im Eulau- bäch in der Nähe des Bodenbacher Theaters die Leiche eines Mannes gefunden, die am Kopfe verschiedene Verletzungen aufwies. Am Ostersonntag vormittags kursierten aus diesem Anlasse in Bodenbach allerlei wilde Gerüchte und man sprach lspgar von einem Raubmord. An allen diesen Redereien ist kein wahres Wort. Wie die polizeilichen Erhebungen ergaben, handelt es sich bei dem Toten um den Arbeiter Franz Hoffmann aus Biela. Er wollte in den Abendstunden nach Hause gehen, und zwar, um den Weg abzukürzen, entlang dem rechtseitigen Bachufer über den Ab- lagerungsplatz in der Schmelze gegen die Bräuhausstraße. In der Dunkelheit dürfte er den Weg verfehlt haben, rutschte ab und stürzte über die hohe Ufermauer in den Eulaubach. Die hiebei erlittenen Kopfverletzungen dürften seinen Tod her- beigcführt haben. Nach der Tatbestandsaufnahme im Beisein des Stadtarztes Dr. B a r o ch wurde die Leiche in die Friedhofshalle nach Bösegründel übergeführt. Fluglehrer stürzt mit seinem Schüler ab. Dienstag abends ereignete sich kurz vor 19 Uhr auf dem Pilsner Flugplatz des Westböhmischey Aeroklubs in der Nähe des Bory-Wäldchens ein Flugzeugunglück, dem zwei Flieger zum Opfer fielen. Bei einem normalen Uebungsflug stürzte plötzlich ein dem Westböhmischen Aeroklub gehörendes Flugzeug ab, dessen Besatzung der Lehrer zur Heranbildung von Piloten Josef Eihckk mit seinem Schüler Wilhelm Kubik, beide Beamte der Skoda-Werke in Pilsen, bildeten. Das Flugzeug wurde vollständig zertrümmert. Aus den Trünunern wurde Kubik bereits tqt hervorgezo- gcn. Eihäk starb kurz nach der Ueberfiihrung ins Pilsner Krankenhaus. Die Ursache der Flug- zcughavarie wird an der Unglücksstclle untersucht. Seminar über die nationale Frage. Die Tschechoslowakische Gesellschaft zum Studium der nationalen. Frage in Prag veranstaltet im April und Mai ein Seminar über das Thema:«Die nationale Frage der letzten Jahre." Es spre- -el-en: am 21. April Obersektionsrat Josef Chme- lat über die letzten Jahre in der Bewegung der europäischen Minderheiten, am 23. April Professor Tr. Zdenkk Peska über die Krise des Völkerbundes und den internationalen Minderheitenschutz, am 28. April SektionSrat Dr. Walter Wo- hryzek über"das Prinzip der Totalität und die Politik der Minderheiten, am 30. April Seftions- gat Dr. Stanislav BrandejS über kulturpolitische Armenbeschenkung mit mittelalterlicher Pracht durch Eduard VIII Während der Kurtage nahm König Eduard VIII., die Verteilung von Almosen in der Westminster-Abtei vor. Nach der überlieferten Sitte erhalten so viel arme Männer und Frauen vom König ein Almosen, als er Lebensjahre zählt, doch wurde dieses Recht in den letzten 250 Jahren erst zweimal vom englischen König persönlich ausgeübt. In diesem Jahre erhielten je 42 Männer und Frauen die Gaben, nämlich drei Börsen mit Geld für Kleidung, für Brot und besonders geprägten Geldstücken. Die Sitte erinnert an den früheren Brauch, nach dem der König von England den Armen seines Landes die Füße wusch. Hier sieht man den König in Begleitung des Erzbischofs von Canterbury beim Verteilen der Gaben Strömungen in den nationalen Minderheiten der Tschechoslotvakei und am 5. Mai 1936 Professor Dr. Jan Patocka über den neuen deutschen Nationalismus und seine philosophischen Grundlagen. Die Borträge finden stets um halb 7 Uhr abends in der Handels- und Gewerbekammer in Prag, Nämösti republiky, statt. Jeder Vortrag wird von einer Debatte gefolgt sein. Lsterfrieden..... Am Karfreitag abends stieß der Heger einer Mukaöevoer Gesellschaft bei der Verfolgung von Wilddieben auf den 33jäh- rigen Jura Gregor« aus der Gemeinde Tuki Bystre, der bereits wegen mehrfacher Körperverletzung und Totschlages mit vier Jahren Kerker vorbestraft ist. Der Heger gab sofort einen Schuß aus seiner Schrotflinte ab. Durch die Schrotladung wurden der Kopf deS Wilderers und das schußbereite Gewehr zerschmettert. Der Tod als Hochzeitskutscher. In Schweden. ftieß ein Auto, in dem ein.Brautpaar zur Trauung in die Kirche fuhr, auf ein anderes Auto auf, Die Braut liegt im Sterben, der Bräutigam und sechs andere Personen, welche das Brautpaar begleiteten, wurden schwer verletzt. Wahlreden im französischen Rundfunk. Der Rundfunk ist auch in Frankreich für die Zwecke der Wahlagitation jetzt zum«rstenmale freigegeben worden. Redner sämtlicher Parteien werden in den nächsten vierzehn Tagen zu Worte kommen. Als erster sprach vor einigen Tagen der bekannte Rechtsabgeordnete Franklin- Bouillon. Das Bemerkenswerteste an dieser Rundfunksendung war jedoch nicht die Rede, sondern die Tatsache,. daß die Sendeleitung des französischen Rundfunks sich offenbar auf Symbolik ausgezeichnet versteht. Denn unmittelbar nach dem Abschluß der Wahlrede, offenbar als ihre musikalische Untermalung gedacht, erklang die verführerische Melodie des„Liebesliedes" von Schumann... Ein ungewöhnlich heftiger Wirbelsturm suchte die Ortschaft Aproyo Grande im Bezirk So- riano in der Nähe.des Urugay-Fluffes heim und zerstörte ein Hotel sowie zwei wettere Gebäude. AnS den Trümmern wurden bisher zwölf zum Teil schwer verletzte Personen geborgen. Eine weitere Orkan-Katastrophe brach über die Ortschaft Melo im Bezirke Ccrro Largo an der brasilianischen Grenze herein, wo sechs Personen getötet und rund hundert verletzt wurden. Neber Bord geschwemmt. Durch eine plötzliche Flutwelle wurde eine dreigliedrige Familie von dem tasmanischen Dampfer„Nairana", der von der Woge bei Port Phillip überrascht wurde, ins Meer gespült. Ein weiterer Reifender wurde durch den Anprall getötet. Bei der auf dem Schiff entstandenen Panik wurden viele Personen verletzt. Ein Panzerauto stürzt in den Abgrund. Im marokkanischen Atlasgebiete stürzte an der Straße von Urzazat nach Marakesch ein Panzerauto des ersten Fremdenlegionär-Regimentes bei Tadder 60 Meter ttef einen Abhang hinunter. Zwei Unteroffiziere waren sofort tot, zwei Legionäre wurden schwer verlebt. Ein fünfter Insasse des Automobils kam heil davon. Spiel Czigan...! In der Zigeunerkolonie Radvanka bei UZhorod kam es am Montag nachmittags bej einer Tanzunterhaltung, welche die Familie des Zigeunerprimas Ludwig Bogyo veranstaltete, zu einer heftigen Rauferei. Hervorgerufen wurde sie von den Leitern zweier Konkurrenzkapellen namens Galambos und Markovis. Der letztere brachte seinem Konkurrenten mit einem eisernen Gegenstand eine schwere Verwundung am Kopfe bei. Die Brüder Galambos fielen sodann Markovis an und verletzten ihn schwer. Auerdem wurde eine Anzahl weiterer Personen leicht verletzt. Der Rauferei machte die Uzhoroder Polizei ein Ende, indem sie die Teilnehmer äuseinandertrieb. Die beiden schwerverletzten Kapellmeister- wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Ein auftegender Vorfall spielte sich Diens- tgg vormittags in Bremen an der Wesereisenbahnbrücke ab, welche die Altstadt mit der Neustadt Bremens verbindet. Dort warf ein Mann seine beiden Kinder im Alter von acht und zehn Jahren über das Brückengeländer in den Strom herab, durchschnitt sich sodann die Kehle mit einem Rasiermesser und stürzte ebenfalls ins Wasser. Weserschiffer eilten mit ihren Ruderbooten herbei und es gelang ihnen, alle drei Personen an Land zu bringen. Der Mann war bereits tot, die beiden Kinder konnten gerettet werden. Drillinge in der Familie eines Arbeitslosen. Am Ostermontag gebar Barbara Patoökova in Groß- Chuchle Drillinge, zwei Knaben und«in Mädchen. Mutter und Kinder sind gesund. Der Vater, Heinrich Patokka, ist bereits längere Zeit arbeitslos. Tas Ehepaar hatte bereits drei Kinder und diese Zahl hat sich jetzt verdoppelt, gleichfalls aber auch die Sorgen um die Erhaltung dieser Familie, mit denen der arbeitslose Vater schon jetzt schwer zu kämpfen hatte. Explosion. In Hospilalkt(Spanien) explodierte in einem Metallindustrie-Betrieb eine große Bombe. Durch die Wucht der Explosion wurden bis zu 20 Kilogramm schwere Eisenstücke 50 Meter weit fortgeschleudert. Es wurden große Materialschäden verursacht.. Tragödien der Rot. Am Ostermontag ereigneten sich in Wien zwei Familientragödien, die durch Rot verursacht wurden. Im 12. Bezirk wurden der 71 Jahre alte frühere Eierhändler Chiel Steinberg und seine Gattin Franziska in ihrer mit Leuchtgas gefüllten Wohnung tot aufgefunden. Unter den gleichen Umständen wurden im 7. Bezirk der 65jährige Tapezierermeister Adolf Binder und seine Ehefrau tot aufgefunden. Wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, handelt es sich in beiden Fällen um gemeinsamen Selbstmord. Lruchttürmr in der Arktis. Der Schiffahrtsweg durch die sibirische Arktts wird noch in diesem Jahre gesichert werden. Vier große Leuchttürme von je 170.000 Kerzen Stärke werden errichtet, 122 leuchtende Bojen und 159 andere Signaworrichtungen werden das Befahren dieser Strecke erleichtern. Ein Denkmal für Brieftauben. Lille hat ein Denkmal für die Brieftauben des Weltkrieges und für die mit ihrer Betreuung beauftragten Mannschaften, die im Kriege gefallen sind, erhalten. Bei der Enthüllung ist ein Schwarm von Brieftauben losgelassen worden, die die Meldung von der Einweihung an den Sitz aller militärischen Stäbe Frankreichs gebracht haben. Ei« guter Fang. Fischer aus einer Fischerei» köllektivwtttschaft haben dieser Tage im Affowschen Meer einen 330 Kilogramm schweren Hausen gefangen. Aus dem Riesenhausen wurden mehr als 40 Kilogramm Rogen(Kaviar) gewonnen. Drei Goldklumpen im Gesamtgewicht von etwa drei Kilogramm find in den letzten Tagen in der Muldakajewer Goldgrube(Baschkirische Republik) gefunden worden. Der gestohlme Ehemann. Vor dem New Dorker Gericht stand Mrs. Leiiermann, eine reiche Witwe, die von Mrs. Dieismer angeklagt war, ihr ihren Mann„gestohlen" zu haben, und die diese verruchte Tat mit einem Schadensersatz von 250.000 Dollar büßen sollte. Die Beklagte hatte den verführerischen Mr. MeiSmed auf der Ueberfahrt von Europa kennen und lieben-gelernt. Sie hat noch auf dem Schiff mit seiner Frau verhandelt und ihr in aller Form angrboten, den Mann für 500 Dollar zu überneh« Das Komando der Gendarmerie* Fahndungsstation in Brünn fordert denjenigen, der am Dienstag, den 7. April, kurz»ach 18 Uhr auf einem fast neuen Rad nach Grüna» bei Mährisch-Trübau kam, bei der Pfarrei läutete und de« der Pfarrer Josef Saska in da> Vorzimmer einließ, wo er sich längere Zeit mit ihm unterhielt, auf, sich sofort bei der erwähnte« Gen- darmeriestatton zu melden.— Gleichzeitig werden die SicherheitSbehördrn in der Republik imfgefordert, den im Jahre 1908 in Triebendorf, Bezirk Mährisch- Trübau geborenen beschäftigungslose« Arbeiter Josef Klitsch sofort anzuhalten. Klitsch ist 176 Zentt- meter groß, schlank, hat dunkle nach rückwärts gekämmte Haare und einen nachlässigen Gang. ES wird aufmerksam gemacht, daß Klitsch bewaffnet ist und gewöhnlich der Berhastung Widerstand entgegensetzt. Deswegen ist gegen ihn vorsichtig vorzugehen. Klitsch ist ein gefährlicher Berbrecher. Sein« Berhastung ist der Gendarmerie-Fahndnngsstalio» in Brünn sofort z« melden. men. Wie vor Gericht durch einwandfrei« Zeugenaussagen festgestellt wurde, hat Mrs. Meismer an sich in diesem Vorschlag nichts Empörendes erblickt, fie fand nur den geböte ne n Preis zu niedrig. Mr. Meismer hingegen, der von den Verhandlungen Kenntnis hatte, fand das Angebot der reichen Witwe sehr schmeichelhaft, das Verhalten seiner Frau hingegen unwürdig. Jedenfalls überzeugte er sich, daß diese Frau ihn nicht liebe, und fuhr mtt Mrs. Leitermann nach der Landung davon. Worauf, wie gesagt, MrS. Meismer seinen Wert gerichtlich zur Entscheidung stellte. Ter Richter fand, daß Mr. MeiSmer mit' 10.000 Dollar genügend hezahü sei. Wahrscheinliches Wetter Mittwoch: Vom Südwesten het Wetterverschlechterung, vorwiegend bis wechselnd bewölkt, Zunahme der Niederschlagsneigung. Mäßig warm.— Wetter aussicht«« für Donnerstag: Unbeständig, erneut ettvaS kälter, westlicher Wind. Die Kandidatur von George Washington Bei der Besprechung der Chancen der möglichen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen hat die Zeitung.The Living Church" in Milwaukee die Frage aufgeworfen, ob George Washington heute zum Präsidenten gewählt werden würde. Sie verneint diese Frage und stellt fest, welche Gruppen gegen den großen amerikanischen Staatsmann heute stimmen würden: Die„American Legion" und alle Konservativen, denn Washington war als Revolutionär verschrien. Hearst, der-Herr-der Press«, aus den gleichen Gründen. Roosevelt und seine Parteigänger, weil Washington zweifellos das„New Deal" als Individualist abgelehnt haben würde. Die Katholiken, weil«r Freimauer war. Die A t h e i st e n, weil er immerhin zur Kirche ging. Die Kommunisten, weil er Kapitalist war; die K a p i t a I i st e n, weil er von den gleichen Rechten aller Bürger sprach. Die Neger, weil er die Sllaverei nicht aufhob. Die Bölkerbundsfreünde, weil er gegen die Einmischung der Staaten in die Polittk der anderen war; Senator B orah und seine Anhänger, weil er trotzdem ein Bündnis mit Frankreich abgeschlossen hatte. Die Zeitung bemerft, daß diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit macht, und schließt mit dem Stoßseufzer:„Armer Washington» noch viel bedauernswerterer Roosevelt!", Vom Rundfunk ■afhMuiwwtu aus den Programaui Mittwoch Prag, Sender L.: 10.05: Deutsche Presse. 10.15: Rundfunk für deutsche Schulen. Unterstufen. 12.10: Schallplatten. 13.40: Deutscher Arbeitsmarkt. 16.10: Tvorsky: Tanzmusik. 16.55: Theater fürXdie Jugend. 18.10 Deutsche Sendung: Tr. Maras: Aus dem tschechoslowakischen Kulturleben. 18.20: Rothe: Zwe'ites Zwiegesprä über Mensch und Rasse. 18.40: Sozialinformationen. 18.45: Deutsche Bresse. 18.55: Bach: Arie. 22.15: Leichte Musik.— Sender S.: 7.30: Salonorchesterkonzert. 14.15: Deutsche Sendung: Kinderftunde. 14.50: Deutsche Nachrichten. 19.10: Saxophonkonzert.— Brünn: 11: Balalaikaorchestcr, 13.40: Schallpl. 17.40: Deutsche Sendung: Werner: Bedeutende ftanzösische Schriftsteller.— Prrßburg: 12.15: Aus„Tosca". 20.15: Populäres Konzert.—- Kaschmir 12.35: Mittagskonzert.— Mährisch- Ostrau: 15.00: Nachmittagskonzert. Donnerstag Prag, Sender L.r 10.05: Deutsche Presse. 11.05: Salonorchesterkonzert. 17.45: Deutsche Sendung: Jugendstunde: Peter und Liese fahren in einen Schacht eln. 18.10: Leukert: Die Gewerkschaft als soziale Bewegung. 18.45: Deutsche Presse. 19.10: Tankmusik. 19.15: Englisch für Anfänger. 19.30: Volkslieder. 20.35: Rundfunkorchesterkonzert. 22.15: Salonorchesterkonzert.—- Sender S.: 7.30 Leichte Musik. 14.15: Deutsch« Sendung: Dr. Janovsky: Kultur und Wirtschaft. 14.35: Schallplatten. 14.50: Deutsche Presse. 18.00: Konzctt.— Brünn: 13.30: Deutscher Arbeitsmarkt, 15.00: Rachmittagskonzert. 17.40: Deutsche Sendung: Arbeiterfun'' Wlassak: Arbeiterschaft— StützedetzDemo« kratie.— Kascha«: 12.05: Opernszenen. 19.30: Konzert. 20.15: Leichte Musik.— Mährisch-Oftra«: 16.10: Nachmittagskonzert. 17.30: Liederkonzert, 18.10: Deutsche.Sendung: Referat über neue Bücher« Nr. 8S Mittwoch, 15. April 1936 Seite 7 Eingesendet. Gesundheitliche Vorteile des Malzkaffee-Germffes. Bo» MUDr. Arthur Brammer, Prag. Der Verbrauch von Getreidekaffee hat bei vielen Kulturvölkern an Stelle von Bohnenkaffee eine ziemliche Bedeutung erlangt. Auf dem Gebiete der Malzkaffee-Erzeugung nimmt die Firma Kathreiner mit ihren jahrzehntelangen Erfahrungen eine führende Stellung ein. Der von ihr hexgestellte Kneipp- Malzkaffee ist nicht nur in geschmacklicher Hinsicht auf der Höhe, sondern entspricht auch den Grundsätzen einer vernunftgemäßen Lebensweise, fo daß er vom ärztlichen Standpunkt aus bestens empfohlen werden kann. Kathreiner zeichnet sich durch seinen überaus hohen Malzzuckergehalt aus, der neben anderen wichtigen Stoffen, wie Eiweiß, Fettstoffe, Pflanzenfette, seine gesundheitlichen Vorteile begründet, durchwegs Grundstoffe, di« der Mensch zum Aufbau und zur Erhaltung seines Körpers benötigt. In den letzten Jahren hat die Wissenschaft eine weietere sehr zweckmäßige Berwendungsart des Kathreiner festgestellt. Der Genuß von purer Milch wirkt oft verdauungsstörend, da die Milch die Neigung besitzt, im Magen zu käsigen Klumpen zu gerinnen. Wird die Milch zur Hälfte mit einem kräftigen Kathreiner-Absud vermischt, so gerinnt sie im Magen zu ganz feinen Flöckchen und ist dann leicht verdaulich. Diese Mischung sollte namentlich Säuglingen und Kleinkindern verabreicht werden. Kathreiner ist nicht zu verwechseln mit gewöhnlich gebranntem Korn oder Gerste, deren Inhalt angeröstetes Mehl ist. das sich beim Kaffeekochen nicht auflöst und demzufolge auch dem Kaffeegetränk keine Nährwerte vermitteln kann. 1810 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die Tschechoslowakei als Rüstunsslleferant Es ist schon darauf hingewiesen worden, daß der leichte Aufschwung, der auch in der tschechoslowakischen Wirtschaft eingesetzt hat, zum Teile der Rüstungskonjunktur zu danken ist. Nicht nur die Tschechoslowakische Republik hat zur Vervollständigung ihrer Berteidigungsstärke umfangreiche Aufträge an die eigentliche Rüstungsindustrie erteilt, sondern auch für ausländische Aufträge sind die Rüstungssabriken stark beschäftigt gewesen. Diese Auffassung wird auch durch die Entwicklung der Waffen- und Munitionsausfuhr aus der Tschechoslowakei unterstrichen. Es betrug die Ausfuhr von: Waffen Munition 1935 1984 1935 1934 . nach in Millionen XL Rumänien.. 178.1 32.1 17.2 1.8 Polen... 78.4 0.1 27.0 0.3 Iran u. Afghanistan , 28.3 100.7 14.5 0.3 Kolumbien.. 10.7 5.2 12.1 Litauen.■ 10.0 — — — China.■ a ■ 5.5 36.0 3.1 0.6 Türkei... ■ 5.1 3.0 —. — Saudi-Arabien. ■ 4.8 — — — Oesterreich., 3.9 0.8 — — Bulgarien.. V — — 3.0 0.6 Diese kurze Aufstellung ist unter mehreren Gesichtspunkten außerordentlich interessant. Einmal zeigt sie, daß die Ausfuhr von Waffen und Munition aus der Tschechoslowakei 1935 im Ver- ateich zu 1934 stark zugenommen hat. Der größte Waffenabnehmer ist der Bundesgenosie der Kleinen Entente Rumänien. Auffällig ist auch die starke Waffeneinfuhr Litauens. Besonders lehrreich sind die umfangreichen Waffen- und Munitionslieferungen nach Polen. Bekanntlich betrachtet sich Polen politisch als der Verbündete Deutschlands und die Beziehungen zur Tschechoslowakei haben sich im letzten Jahre nicht eben freunlicher gestaltet. Dennoch sehen die Rüstungsindustriellen darin keinen Grund, Polen in der ausgiebigsten Weise mit Waffen und Munition zu versorgen. Auch die Jnstruktionstätigkeit eine? tschechoslowakischen Generals in Kolumbien hat sich für die Rüstungsindustrie in ein lohnendes Geschäft umgemünzt, wie die erhebliche Steigerung der Munitions- und Waffenausfuhr nach diesem südamerikanischen Lande zeigt. Die Mehrausfuhr an Waffen und Munition ist auch bei den übrigen der angeführten Länder recht beachtlich. Estland erwägt Jndustriegründnngssperre. Demnächst wird durch Dekret das neue Industriegesetz in Kraft gesetzt werden, das als Neuerung der Regierung das Recht auf Verhängung von Gründungssperren für- gewiffe Industriezweige geben wird. Nach Ansicht estländifther Wirtschaftskreise dürfte die Ermächtigung zunächst in der Textilindustrie zur Anwendung gebracht werden. Eine ckllfällige Preissteigerung will man durch Einfuhrregulierung ausgleichen. In letzter Zett wurden vom Konjunktprinstitut Untersuchungen über die Textilpreise durchgeführt. Im Bericht werden die estländischen Textilpreise als zu hoch bezeichnet. Verhandlungen mit der Türkei. Zwischen der türkischen und der tschechoslowakischen Regierung fand ein Notenaustausch statt, durch den das letzthin sxit der zum 3. März erfolgten Kündigung des Kontingent-Bewilligungs« und Clearingvertrages für vorübergehende Zeit, nämlich bis 15. April, abgeschlossene Bewilligungsabkommen um einen weiteren Monat, demnach his zum 15. Mai, verlängert wird. Eine türkisch^ Delegation hat bekanntlich in den vergangenen Tagen in Prag mit der tschechoslowakischen Delegation Verhandlungen über einen neuen definitiven Vertrag ausgenommen. Trager Leitung Ufas der Deutsche Pädagogische Verein treibt! Und etwas Uber den„Demokraten* 4 Scholz Am 25. März veröffentlichten wir folgende Notiz: Der deuffche Pädagogische Verein in P r.a g veranstaltet diesen Freitag in der„Urania" einen Abend mit folgendem Programm: 1. Wochenschau, 2. Lichtbildervortrag über die Olympiade, 3. Garmisch-Partenkirchen und 4. Die Bayrischen Alpen im Winter. / Wir brauchen zur politischen Erläuterung dieses Programms wohl kein Wort zu verlieren; es ist sonnenklar. Unseres Erachtens kann ein pädagogischer Verein sich in solchem Fall auch nicht auf erzieherische Aufgaben in der Körperkultur ausreden, da solchen Borwand sich höch-^ stens ein Turnverein leisten könnte. Womit also klargestellt ist, daß der Deuffche Pädagogische Verein in Prag seine Visitenkarte bei Hitler abzugeben sich bemüht zeigt und daß ihm zu diesem Zwecke sich die„U r a n i a" zux Verfügung stellt. Wir werden uns das merken. Diese Noffz hat, wenn auch unter unerfreu- lichen Umständen» erfreulicherweise ihre Schuldigkeit getan. Denn der angegriffene„Deuffche Pädagogische Verein" beschäftigte sich sofort mit der Angelegenheit, sein Ausschuß verfaßte einen Brief an uns(datiert vom 4., eingelangt am 10. April Is und ließ ihn durch eine von einem Dutzend Mitglieder besuchte Prager Lehrerver- iammlung genehmigen. In dem Brief an uns schreibt der„Pädagogische Verein", daß wir eine seiner Veranstaltungen, „ohne sich vorher pflichtgemäß genau zu informieren, in unsachlicher Weise kritisiert und dabei Verdächtigungen ausgesprochen haben, die die Entrüstung der im Denffchen Pädagogischen Verein organisierten Lehreffchaft ausgelöst haben". Weiter heißt es in diesem Briefe: „Die Mitglieder des Deutschen Pädagogischen Vereins sind sich ihrer Pflichten gegenüber dem Staate vollauf bewußt und brauchen in dieser Hinsicht keinerlei Bevormundung nichtbehördlicher, außenstehender Kreise. Im übrigen baut man Kulturwerte nicht mit grundlosen Beschuldigungen auf..." Zum Schluß ist noch einmal von„h a l t- losen Angriffen" und davon die Rede, daß eine Gleichschrift' des'^an uns grrichteten Schreibens an das Schulministetiüm, an das Staatliche Inspektorat, an den Vorstand unserer Partei und an die„Urania" abgehe. Gezeichnet hochachtungsvoll und so weiter. Wir stellen fest, daß wir in diesem Fall Hochachtung nicht erwidern können, daß wir vielmehr das Verhalten des Deutschen Pädagogischen Vereins und seinen Brief als unklug, schädlich, unaufrichtig und— dreist ansehen. Denn der Verein ist nicht imstande, auch nur lnit einem Wort unsere Feststellungen und den daran geknüpften Kommentar konkret zu widerlegen. Nicht imstande, weil alles wahr fft, was wir geschrieben haben, weil die Veranstaltung taffächlich das Programm aufwieö, das wir angaben, und weil eben diese Visitenkarte bei Httler nicht aus der Welt zu schaffen ist. Zu dem vielen Bemerkenswerten in dieser Astgelegenheit gehört aber auch, daß unsere Notiz die Absetzung dieser Vorführung bewirkt hat; einer Vorführung, die— hier unser„Irrtum" — nickt für abends geplant war, sondern für einen Vormittag, und zwar veranstaltet für die Prager deutsche Schuljugend, die bei solchen Anlässen von den Lehrern geschlossen in die„Urania" geführt werden soll! Es erhebt sich da die Frage, woher die Herren des Deuffchen Pädagogischen Vereins die Stirn nehmen, uns„unsachliche Verdächffgungen" und„haltlose Beschuldigungen" dorzuwerfen und angesichts der von uns verdolmetschten Entrüstung der deutschen demokratischen Oeffentlichkeit über das Verhalten dieses,„pädagogischen" Vereins noch selber die„Entrüsteten" zu markieren, ja sogar mit ihrem Verbruch noch in die Sonne zu gchen, das Schulmin^sterium und etliche andere Aemter auf uns aufmerksam machen zu wollen, wobei doch nur erhöhte Aufmerksamkeit für die Hintermänner dieses Vereins die Folge sein kann. W e r i st, fragen wir angesichts dieser Tatsachen,-der böse Geist in diesem Verein? . Die Antwortet deutet, nach allem, was wir wissen, auf den Herffr Lehrer oder Direktor Alfred Scholz hin, auf den Patentdemo- kraten der Prager Schule. Auf denselben Mann, der kürzlich erst sich auch für die Vermtttlung des „Uran i-a"- Saales an die Henlein- l e u t e zu deren Propagandafilm-Vorführung warm einsetzte, und der wohl auch hinter dem Briefe zu suchen ist, der sich des Olympia-Programms fiir Prager Schulkinder nicht nur nicht schämt, sondern es auch noch geeignet dafür hält, dreiste Entrüstung gegen uns zu entfesseln. Dieser Herr Direktor Scholz soll sich nicht wundern, wenn wir ihn jetzt aus der Liste dtzrer, die w i r für Demokraten ansehen, streichen. Und er samt seinem„Deutschen Pädagogischen Verein" dürfen' sich darauf verlassen, daß wir ihrer Anzeige beim Schulministerium(und so weiter) unsere Auffassung, gleichfalls in Schreibebriesen und unter Beischluß dieser unserer Stellungnahme, entgegen-' halten werden. Und dann werden wir abwarten, ob wir vom Ministerium einen schlechten Schulausweis erhalten, oder ob der„Deuffche Pädago- nische Verein" seinen Denkzettel behalten wird! Piraten der Rot! Die Affäre des Bankgeschäftes Kräsa, dessen geflüchteter Inhaber von der Polizei bisher nicht verhaftet werden konnte, sollte für die Behörden Veranlassung sein, gleichen und ähnlichen Bankinstituten und Geldverleihanstalten schärfer« Aufmerksamkeit zuzuwenden. Zum Beispiel auch solchen Geldverleihern, die Darlehen unter folgenden Bedingungen anpreisen: Sofortige Auszahlung ohne Bürgen, ohne Veff. kurzfrist. Darlehen, Gagist., Staatsangestellten, Pensionj- sten langfristige ohne Bürgen einschließlich Zinsend 6.000.— auf 8 Jahre 78.— monatl. ' 10.000.— auf 12 Jahre 100.— monatl. 16.000.—* auf 15 Jahre 189.— monatl. Privaten gegen Sicherheit. Diese Darlehen werden ausdrücklich nur Gagisten, Staatsangestellten und Pensionisten angeboten, also solchen vorübergehend in finanzielle Bedrängnis geratenen Leuten, bei denen das Risiko verhältnismäßig gering ist. Private müssen besondere Sicherheiten leisten. Um so unverfrorener ist die Art, in der die Not dieser Menschen ausgenützt wird. Denn die Zinssätze betragen, obwohl die Darlehen in monatlichen Raten zurückgezahlt werden müssen, zwischen 25 und beinahe 60 Prozent! So hat. derjenige, deffich gezwungen sieht, ein Darlehen von 10.000 XL unter den Bedingungen aufzunehmen, es nach acht Jahren vier Monaten zurückgezahlt, dann muß er aber noch weitere drei Jahre Jechre acht Monate Ueberzahlungen leisten. Wer sich 16.000 XL leiht, hat sie nach neun Jahren sieben Monaten zurückgezahlt. Fünf Jahr« und fünf Monate lang darf er dann dem ehrenwerten Verleiher monatlich 139 XL hinzählen, damit sich für den die Hilfe in der Not ordentlich lohnt! Vor solchen Krawattenmacherpraktiken sollten diejenigen, die ihnen als Opfer ins Garn gehen, geschützt werden. Reiselust zu Ostern. Auf den Prager Bahnhöfen kamen während der Osterfeiertage 427.550 Personen an— um 21.000 mehr als voriges Jahr — und reisten 418.170 Peffonen ab— um 10.000 mehr als voriges Jahr. Um diese bedeutend gesteigerte Rcisefrequeüz zu ermöglichen, mutzten 121 Sonderzüge abgeferffgt werden, davon fünf Sportzüge nach dem Riesengebirge. Den Verkehr nach dem Riesengebirge besorgten außerdem und in weit stärkerem Maße als im Vorjahr, Autobusse und Auws. Unfälle in den Ostertagen. Die 15jährige Schülerin Vera Rudolskä aus Wokowitz wurde Sonntag vormittags beim Ueberschreiten der Fahrbahn in Bkevnov vom Kotflügel des Autos P—29.988. das der Beamte Eduard Harvan aus Straschnitz lenkte, erfaßt und zu Boden geschleudert. Sie wurde mit einer Gehirnerschütterung auf die Klinik Schlöffe! gebracht.— Montag nachmittags, entgleiste infolge verfrühter Umstellung einer Weiche an der Kreuzung Belsküstraße und Sttajniekä in Holleschowitz«in Motorwagen der 17er-Linie und stieß mit einem 3er-Wagen zusammen. Die 50jährige Boiiena Beneth. die im Schleppwagen des 3er-Wagens saß. wurde hiebei leicht verletzt:— In der Nacht auf Montag warf bei der Palackybrücke das Auto P—26.626 des Chauffeurs Karl Chomucky aus Zizkov das Auto C—36.195 des Dr. Viktor Noha aus Tabor um. Beide Wagen wurden stark beschädigt, doch wurde niemand verletzt.— Sonntag vormittags glitt in Brevnov der 33jährige Beamte Kurt Baier aus Prag-Weinberge auf seinem Motorrad aus und rannte gegen einen elektrischen Leitungsmast, wobei er sich den Unterkiefer und die rechte Hand zerschmetterte. Er wurde auf die Klinik Jirästt gebracht.— Sonntag früh stieß der Privatbeamte Richard Schan- tin aus Bubenffch mit seinem Auw P—9378 beim Pulverturm den 30jährigen Zeitungsvettäufer Franz Schick aus Koschiffch von seinem Fahrrad. Schick wurde mü einer schweren Gehirneffchütterung und einer Verrenkung des rechten Fußes auf die Klinik Jiräsek gebracht,- dem Chauffeur wurde der Führerschein entzogen.— Die 18jährige Schülerin Franziska Janda aus Smichow wurde Montag vormittags vom Auw C—81.178 des akademischen Malers Wenzel Hora aus Pilsen in der Pilsner Sttaße zu Boden geworfen und mit einem Bruch des rechten Fußes vom selben Auw ins t>*-chische Kinderspüal gebracht.— Die lOjähr. Schülerin I. Semeräd aus Whsotschan wurde Montag mittags von einigen Spielkameraden mit einer Osterrute gejagt, wobei sie dem Chauffeur Jonäs in die Fabrbahn lief und zu Boden geworfen wurde. Sie erlitt jedoch nur leichte Verletzungen.— Die 54jährige Anna Peter aus Brevnov stieß Montag nachmittags beim Uebeffckrei- ten der Fahrbahn, da sie nicht auf den Weg achtete, mit dem. Kopf gegen einen fahrenden Straßenbabn- wagen. Mit einer leichtm Gehirneffchütterung und einer Rißwunde am Kopfe wurde c« aus die Klinik Schlosser gebracht. Guter Kaffee kann in jedem Haushalt geboten werden. Er ist so schnell und so einfach zubereitet, wenn die wenigen Vorschriften beachtet werden, die Julius Meinl empfiehlt. Natürlich muß auch ein guter Kaffee genommen werden, eine der bekannten Mischungen der Firma Julius Meinl Kaffee-Import 25 Vorstrafen— und noch nicht genug. Vorgestern bemerkte der Lithograph^aroslav Sykora am Denisbahnhof. daß ihm jemand die Brieftasche aus der Hinteren Hosentasche ziehen wollte: er erwischte den Betreffenden jedoch bei der Hand und ließ ibn verhaften. Es handelt sich um den bereits 25mal wegen Taschendiebstahls vorbestraften, 1907 geborenen Ladislaus Brinda aus Vinop bei Prag. Er leugnet den Diebstahlsversuch und erklärt feinen Aufenthalt im Bahnhof damit, daß er einen Skiaus- flua habe unternehmen wollen; tatsächlich war er im Skianzug, aber ohne ,Ski, die ihm. wie er sagte, im Zug davongefahren seien. Die Angabe stellte sich als falsch heraus. Ein falscher Obcrkoch. Der sgjähriae Wilhelm Nejedlh aus Brüx fügte dieser Tage besonders deutschen Firmen viel Schaden zu, indem er sich als der Oberkoch der.Spindlerbaude ausgab und eine Mena« Waren ankaufte, die er teils gleich mitncchm, teils per Nachnahme nach Spindlermühle schicken ließ. So wurden viele Prager Geschäft« nicht nur um die Waren, sondern auch um die Portoauslagen geschädigt; ja in manchen Fällen ließ er sich sogar Proviswn geben. Vor dem Betrüger, der noch nicht verhaftet ist. wird gewarnt. Motorisierte Vagabundage einer Landstreicherin Prag. Die 23jährige Marie BradaL ist eine notorische Landstreicherin und nicht weniger als fünfzehnmal vorbestraft. Bisher waren es kleinere Uebertretungen: Vagabundage, unbedeutende Diebstähle, Prostitution u. rgl. Gestern swnd sie indessen vor dem Strafsenat Cervinka unter schwererer Anklage, und^war wegen des.Verbrechens der fälschlichen Bezichtigung. Die Verhandlung enthüllte einen merkwürdigen Sachverhalt. In der Nacht auf den 10. Dezember wurde die Gendarmeriestation eines kleinen Dorfes bei Vam« Herr durch eine Frauensperson alarmiert, die den Gendarmen atemlos und offenbar aufs höchste erschöpft, in abgerissenen Watten.mitteilte, sie sei soeben das Opfer eines Sitffichkeitsverbrechens geworden. Sie sei auf der Straße von einem Auw überholt worden, das plötzlich vor ihr Haltmachte. Dem Auto seien zwei Männer eiststiegen.- die sie in den angrenzenden Wald schleppten und dott mißbrauchen wollten. Als sie siw verzweifelt wehrte, hätten die Unhplde sie an einen Baum gebunden und vergewaltigt. Sie nannte auch die Nummer jenes Auws. Als die Gendarmen sofott einen Lokalaugenschein vornahmen, fiel ihnen auf, daß auf dem mit Neuschnee bedeckien Waldüoden keinerlei Spuren eines Kampfes wahrzunehmen waren und auch der Baum, den ihnen die Anzeigettn zeigte, nicht im mindesten erkennen ließ, daß ein Mensch an ihm festgebunden worden sei. Sie faßten zwar den Argwohn, daß das ganze eine Mystifikation sei, mußwn aber doch, angesichts der strikten Beschuldigungen, die Sache weiterbeffolgen und das namhaft gemachte Auto ausfoffchen. Vorsichtshalber aber nahmen sie die angeblich Vergewaltigte, in der sie Was suchen Sie denn da in meiner Tasche? Sie werden lachen: Ostereier! Seite 8 „Sozialdemokrat" Mittwoch, 15. April 1936. Nr. 89 Wohl eine alte Kundin witterten, einstweilen in Verivahrung. Nun— das Auto mit der bezeichneten Num-1 mer wurde ausgeforscht und desgleichen die Mei! jungen Leute, die es zur kritischen Zeit gefahren hatten. Es zeigte.sich sogar, daß diese jungen Männer tatsächlich mit der Bradäö etwas zu tun gehabt hatten. Die ganze Historie von der angeblichen Vergewaltigung erwies sich indessen als hundertprozentig erfunden. Die Wahrheit ist, daß Marie B r a d a c, eine typische„Tippelschickse", wie ihresgleichen im Land» slreichcrjargon heißt, sich der modernen Zeit in kurioser Art angepaßt hat Sie hat ihre Vagabundage sozusagen motorisiert. Sie hielt nänrlich Autos auf der Strstße an und erbot sich zu gewissen Liebesdiensten.— natürlich nicht unentgeltlich. Diese Methode der Prostitution hatte den Vorteil, daß sie sich, dabei stets von ihren Augenblicksliebhabern etliche zwanzig bis dreißig Kilometer mitnehmen ließ und auf solche Art schnell und leicht ihren Aufenthalt wechseln konnte was mit Rücksicht auf die Gendarmerie seine Vorteile hatte. Auf diese Art geriet sie auch mit den Insassen des hier in Frage stehenden Autos in Kontakt und das Geschäft wurde abgeschlossen. Tann aber gab es Wohl irgendeine Differenz und die abgekühlten Kavaliere setzten ihre Mitfahrerein mitten im Wald aus. Sie gedachte sich nun für diese lieblose Behandlung dadurch zu rächen, daß sie gegen.die beiden die geschilderte Anzeige erhob. Da die Angeklagte bei der Verhandlung geständig Wan, die beiden jungen Leute fälschlicherweise beschuldigt zu haben, wurden die diskreten Einzelheiten der Vorgeschichte dieses Falles nicht weiter erörtert. Das Urteil lautete auf v i e r M o- nate schweren Kerkers. rb. Amst und Wis&en. Boccaccio Ein Augenzeuge * Aus einem Kleidergeschäst mitten in der Stadt , stürzen ein Miädchen in schwarzem Arbeusmantel i und ein Mann ohne Hut. Sie rennen um die ! Wette; die Leute schauen sich um, verwundert über ! diese stürnüsch« Neckerei am hellen Mittag. Der Mann ist schneller als das Mädchen. Mitten im Lauf packt er eine eilig gehende Frau von rückwärts an beiden Schultern, redet erregt auf sie ein, faßt ihren ArkN— es scheint ein ziemlich derber Scherz. Doch nein— in lähmendem Schreck läßt die Frau alles mit sich geschehen; so blickt ein Mensch, der in einer Sekunde alles verloren sieht— es ist eine Ladendiebin, die der Mann verfolgt und ergriffen hat. Er hält sie fest am""rin gepackt, reißt sie mit sich fort, schleppt sie in den nächsten Torweg, reißt die Einkaufstasche auf— da ist die gestohlene Ware; ein Kinderkleidchen scheint es zu sein. Der armseligen Erscheinung der Frau nach kann man sich alles ander« denken. Daß sie gestohlen hat, ist jetzt beinahe nebensächlich. Das Gesicht der Frau ist weiß wie eine Wand. Sie will sprechen, aber ihre Lippen zittern stumm; ihre Augen starren in einen entsetzlichen Abgrund. Auch das Gesicht des Mannes ist weiß. Verstört sieht er di« Leute an, die.stehen geblieben sind. Fast macht es den Eindruck, als sei er es. der ergriffen worden sei, so sehr erregt ihn der Vorfall— wahrscheinlich ist er der Filialleiter, der sur den Verlust aus seiner Tasche aufkomnren müßte, wenn er die Frau nicht ergriffen hätte. Er schleppt die Frau zurück ins Geschäft— schnell, als komme es jetzt noch auf Schnelligkeit an; es sind nur einige Schritte bis dahin, aber ein Schwarm Neugieriger ist schon hinterdrein. Die beiden verschwinden im Laden. Hinter den Glastüren sieht nmn junge Verkäuferinnen aufgeregt erzählen. Einige lächeln; das Abenteuer hat die Monotonie ihrer Tätigkeit prickelnd unterbrochen, und wie sie den Käuferinnen im Laden den Vorfall beflissen schildern, macht es den Eindruck, als sei auch das für sie„Dienst am Kunden", ihm als Drauf- i» beit nur wieder sagen, wie bedauerlich es ist. daß der tschechoslowakische Film in vielen Fällen nicht befriedigen kann. Wer öfters reichsdeutsch« Filme sieht, wird den freien Ton und den zivilen Geist in diesem heimischen Film doppelt angenehm empfinden und sich der großen Ausgabe, die der hiesige Film in unserer Zeit hätte, bewußt werden. jk. Suppes Librettisten, hatten das mtt der Verbrennung Rückwärtslern unangeneh- „Decqmerone" Boccaccios) Oie Sextanerin Die tschechische Fassung dieses Filmes von der jungen Liebe einer Gymnasiastin zu ihrem Professor ist hier besprochen worden. Tas Urania-Kino bringt nun di« deutsche Version dieses heimischen Filmes, die einen interessanten Vergleich der beiden Fassungen gestartet und überdies durch die Mirwirkmig bekannter Schauspieler des Prager Deutschen Theaters Interesse erregt. Die Sextanerin ist die lebhaft« und kluge Ellen S ch w a n n e k e, die die Rolle mit großer Wärme und überzeugender Kraft spielt. Die entscheidende Besetzung der weiblichen Hauptrolle scheint glücklicher als in der tschechischen Fassung zu sein. Der vergötterte Professor ist auch hier der syilipaihische und elegant« Rolf W a n k a. Max L i e ü l ist ein strenger Schuldirektor, Willy Volker gelingt der verknöcherte Mathematikprofessor vortrefflich, Stadler ist ein amüsanter Schuldiener, P a d l e s a k, ein junger Freund der Sextanerin. In kleineren Rollen sieht man Leo Siedler, Hans Götz, Gerda Meller, Hermann Brix, Elfriede Wait Disneys Filmkunstwerke Den Einsallsreichtum und die technische Vollendung. die karikaturistische, malerische und märchenhumoristische Begabung, die in den Kurzsilmen des Mickey-Maus-Tchöpsers und Komponisten der Silly- Svmvhonien zum Ausdruck kommt, braucht man nicht von neuem zu würdigen, da es oft-mug schon geschehen ist. Es genügt zu versichern, daß auch in der seit Ostern hier gezeigten neuen Serie der(trotz aller Nachahmungen) einzigartige Charakter der Tisneu- schen Kunst wieder zum Vorschein kommt, daß ein Kleinkunstwerk wie das Film-Märchen von der Groteske. Durchaus positiv der Eindruck Lotte M e- d a k s als Beatrice. Kleineren Partien entsprechen Göllnitz. Stanescu und?>ey mehr oder minder. Musiziert wird anständig, wenn auch nicht mitreißend; liebenswürdig, wenn auch nicht entzückend, gewissenhaft, wenn auch nicht musterhaft. Aehnliches gilt von Szene. Bild und Belvegung. Das Publikum nimmt die..neuesten Novellen" dankbar wie..aus besten Quellen" hin. L. Ä. Rudolf Mander gestorben. Am Ostersonntag Bringolf u a. auf der Leinwand wieder, die'uns starb plötzlich, nach einer Herzattacke, der ein Gehirn-! bon der Buhne her gute Bekannte sind. Die Dar- schlag gefolgt war, Radol-f Mandee. eines der ältesten^st^llung steht in der deutschen Fassung auf einem Mitglieder des Prager Deutschen Theaters. Mandee. l hohen Niveau und,st dmerenzierter und abgetönter Prager von Geburt, war als junger Schauspieler von nlsin dertfchechstch«. Man kann be^dleserGelegen Angelo Neumann um die Jahrhundertwende an das Prager Theater verpflichtet worden. Gegen Kriegs ende/ unter Kramer, vertauschte Mandee seinen Platz ai»f der Bühne mit dem des Direkttonssekretärs. Un unterbrochen, bis noch vor wenigen Tagen, hat Man- dee in der Kanzlei gewirkt, Fachmann in allen mög lichen organisatorischen und Berwaltungsfragen des so komplizierten Theatcrbetriebes. Lange Jahre war er auch die Seele der Prager Zweigstelle des Oeskerreichischen Bühnenvereins. Jodet Besucher, insbesondere der Kleinen Bübne, die seiger besonde ren Obhut anvertraut war., kannte die schlanke, vor nehme Erscheinung, die dort im Kaffabezirk amts- , waltete; niemand hätte vermutet, daß dieser fast noch blonde Kopf einem Vierundsechzigjährigen gehörte; niemand, der die Lebenslust und den Frohsinn des Mannes kannte, der dort noch in der Vorwoche seine fein pointierten, urgesunden Bemerkungen machte. hätte es für möglich gehalten, daß der„ewige Jüng ling" zu diesen Ostern auf der Bahre liegen werd«. Alle, dir Mandee näher kannten, bedauern seinen Franz bon Suppt, Zeitgenosse Johann\ Straußen» und Karl Millöckers, der Schöpfer der „Schöllen Gallarhee", der„Fatinitza", der„Flotte Bursche", des„Dichter und Bauer", noch zweier Dutzend Opereiten und eben auch des-„Boccaccio" hat— wovon allerdings nur mehr in Lexiken die Rede ist— auch eine Symphonie, eine Messe und ein Requiem komponiert. Das darf einmal erlväbnt werden, nicht nur um den himmelweiten Abstand der Operettcn-Jndustriellen unserer Tage Von den Meistern des klassischen Genres neuerdings zu unterstreichen, sondern auch um darzutun, daß man insbesondere an den„Boccaccio" mit demselben Respekt. Können und Fleiß Herangehen muß wie etwa an den „Barbier". Denn es handelt sich dort um eine komische Oper, um blendend komponierte und instrumen- tterle echte Musik, um kunstvolle Ensembles, manchmal fast verdimäßicke Duette und Terzette, um sprühende Einfälle, um bedeutende Gesangsaufgaben; und nebenher um schauspieler«*» und szenische Aufgaben. Zell und Genee; ihm ein Buch geliefert, eines den Spießern und men Dieisterwertes(des,. nicht nur aktuell ist, sondern mit seiner Parodie auf Philistertum. Aberglauben, ewig Weibliches und elvig...Männliches" mehr dauernden'Wert haben dürfte als Dutzende Opern, deren Ernst oder Scherz uns oft schon in dem Augenblick, da sie aebocen werden, nichts angehen. Das Prager Deutsche Theater warb nun um das zweifellose Verdienst einer„Boccaccio"» Neuinszenierung, obzwar diese fühlbar in kürzester Zeit herauögebracht wurde, mit großem besuchsmäßigen und genügendem künstlerischen Erfolg bei der österlichen Erstaufführung. Dort wo Zemlinsky saß, sitzt jetzt Rieger, Kramer ist durch Mordo /rsctzt, Hagen durch Libal; Leute mit besserem Gedächtnis erinnern noch an die Wolf-Ortner, an> die de Garuw. die Hussa. Boccaccio trägt nun hünenhaft die„natürlichen" Dkännerkleider: Herr Pre- g e r, dessen Gesangskunst nicht Schritt hält mit der außerordentlichen Schönheit seines Materials und seiner ebenso ungewöhnlichen Begabung. Fiameita ist Käthe Walter, immer schön, nicht immer schön singend; aber mit Herta Raun und Elisabeth W a n k a vereinigt sie sich zu einem reizvollen Terzett. Der Musik und dem Gesang sekundiert vor allem Dudek, ferner Stadler und der vielver- I wendbare Schmerzenreich durch Komik und Hingang und nehmen Antcss an dem Schmerz, von dem seine Gatttn und sein Sohn(der Komponist R. M. Mandee, Kapellmeister am Nationaltheater) bc- ttoffen wurden.— Die Bestattung Mandees findet am Freitag auf dem Wolschaner Friedhof statt. Gastspiel Gisela Werbrzirk mit Ensemble am 20. und 21. April. Erster Abend„M i z z i"(2)2.); zweiter Abend«Frau MAnister Popovicz". (A I.) Gewöhnliche Preise! Das Montagsgastspiel Werbezirk wird der Serie D 2 zugeteilt, wett dieses Achtel wiederholt ausfallen mußte. Samstag„Tristan und Isolde" mit Fine Reich- Dörich a. G., Lydia Kindermann, Fischer, Schcidl. Andersen usw. Dirigent: Zweig.(B2.) ' Spirlplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute Mittwoch, halb 8:Lvsistrata, B 2.-— Donnerstag halb 8: DerheiligeAnto- nius, C 2.— Freitag halb 8:Das Mädchen aus dem goldenen Westen, D2.— Samstag 7: T r- st a n und Isolde, B 2.— Sonntag halb 3: D r. me d. Hiob Prato« r tu s. halb 8:BoccaccioiA1. Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch 8%: Dr. med. H i o b Pratorius.— Donnerstag 8: Dr: m e ö. H i o b P r ä t o r i u s.— — Freitag 8: M o r d p ro z e ß Falkner, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier I Verkauf.— Samstag 8:J ch und m e i n 11 e i» ner Bruder.— Sonntag. 3%; 11 n e n t» schuldigte Stunde, 8:Mordproze ß Falkner. berichtet... gäbe zum Einkauf, eine so-aufregende Geschichte erzählen zu könne». Die Zuschauer draußen warten. Nun wird wohl gleich die Polizei kommen; bei, der nässten Straßenbahnhaltestelle ist ja'die Wache. Einige blicken in dieser Richtung, um den Polizisten schon von wcilem kommen zu sehen. Es verstreichen einige Minuten; die Polizei erscheint nicht.- Allmählich' geben die Neugierigen das Warten auf und gehen davon. Vielleicht ist der Mann,dg drinnen froh, daß er die Ware wieder hat. Vielleicht tut ihm jetzt die Frau leid in ihrer Angst. Vielleicht erbarmt ihn, was sie ihm weinend erzählt. Vielleicht denkt er nun. da die Frau so wehrlos ihm ausgeliefert ist, daß alles, was der Frau jetzt widerfahren würde, eigentlich viel schlinuner ist als ihre Tat. Ein Kiyderkleidchen, ein bißchen zusanmxengenähtes Zeug für ein paar Kronen, eine tote Sache— und er hat die Ware ja wieder;«s ist kein Schaden entstanden. Was hat er davon, wenn die Frau eingesperrt wird? Wie elend sie aussieht in ihrer Angst— soll er sie laufen lassen...? Nach zehn Minuten kommt die Frau heraus— mit Augen, cie wie blind an allem vorbeiseheu Einige Mädchen lachen schallend. Die Frau duckt sich wie unter Peitschen. Mer die Mädchen lachen gar »nicht über sie. Im Ladenvorbau sind zwei Zerrspiegel angebracht, in. denen man sich einmal ganz klein und breitgequettcht und einmal lächerlich lang mit winzigem Kopf und kurzen Beinen siebt, und die Mädchen lachen über ihre eigenen Zerrbilder.* Die Frau huscht vorbei, und plötzlich läuft sie, schnell, geduckt, mitten durch das Gewühl der Fußgänger, als gelte eS'erst jetzt zu enttinnen. Sie rennt und verschwindet wie von bösen Geistern ge» jagt um die nächste Ecke. Nichts mehr erinnert an den Vorfall; der Alltag flutet drüberhin. Friedlich ruft die Reklamenschrift über die Straße:„Der Frühling kündet sich an in neuen Kleidern!" „fliegenden Maus", eine Sagen-Parodie wie der „König Midas" und eine moderne Fabel wie die Geschichte vom Roboter der Mickey-Mans zu den hübschesten. gelungensten und heitersten Produktionen des Filmschaffens überhaupt gehören.—eis— Gustav Fröhlich und Dorothea Wieck „Eine unmögliche Frau" DSV gegen Reichenberger FK 4:0.— Bodenbach-: SpVg-gegen DSV Saaz 4:0.— Reichende rg: SK Proßnitz gegen RFK 4:2.— !Gablonz: BSK gegen DSK 3:0.— Zlin: Bata gegen Oxforder Studenten 8:1.— Brün n: Zidenice gegen Mor. Slavia 3:0.— Preßburg: CSK gegen Grazer AK 6:1 und gegen Phöbus Budapest 1:0, SK Pilsen gegen Pböbus 3:5 und gegen Grazer AK 2:1.-— Amsterdam: Vienna Wien gegen Ajax 4:0 und gegen Ujpest Budapest 1:0.— Antwerpen: Ferencvaros gegen FC Beerschot 7:1. Sport- SpüC- JCörperpffege Neue Niederlagen von Tepiitz und Saaz Drei Ligaspiele zu Ostern, welche immerhin eine Klärung am Ende der Tabelle ergaben. DSV Saaz hatte in Pilsen gegen die Viktoria mit 0:7(0:5) dank einer„verständnisvollen" Schiedsrichterleisrung hoch verloren. Ta aber die Teplitzer daheim gegen SK Proßnitz kein besseres Ergebnis herausholen konnren und mit 2:4 (1:1) geschlagen wurden, sind sie von der Gefahr des Abstiegs doch noch nicht befreit. In Brünn schlug Zidenice sicher und leicht den AKK Kokin 5:1(3:0). Das Frager Dsterturnier des DFC gewann Viktoria Ziztov, die WAC Wien 3:1 besiegte und gegen SK Nufle 1:1(0:1) spielte. Ter DFC blieb über Nusle nur knapp mit 3:2 erfolgreich und gegen WAC vermochte er ein Unentschieden von 2:2 (1:1) zu verzeichnen. Das letztere Ergebnis ist sehr schmeichelhaft für den DFC, da die Wiener zeitweilig die besseren waren. Tie deutschen Schiedsrichter, welch« am Monrag amrierten, wurden von den Zuschauern ausgepfiffen. Veremseackrickten Sonntag, den 18. Ä pH 1, von 3 bis i 8 Uhr treffen sich alle Genossen"und Genossinnen i im großen Radiosaal, Fochova 56, bei der ! Großen Atus-Akademie | unter Mitwirkung der Bolls siaggkmeinde, der sozialistischen Jugend, der roten. Falken und der Rrstfalken. Alle bemühen sich, unr den. Genossen einen schönen Nachmittag zu bereiten! R^giebritrag: Erwachsene o Kä, Kinder 2 Kö. i Kaufet die Karten im Poroerkauf bei den Brr. ' trauensmännern. Spartas Mißerfolg in Wien. Tie Prager Sparra nahm in Wien an einem Tunner teil, das ihr in sportlicher Beziehung keine Lorbeeren brachie. Sparta verlor gegen Rapid 1:5 und gegen Austria 0:1! Hungaria Budapest verlor gegen Austria 3:5 4ind spielte mit Rapid 3:3. Austria gewann somit das Turnier. Slavia sammelt auch Niederlagen. Der Ligameister hat eine Osterreije nach R u m ä n i e n ge. macht, welche, ebenfalls nicht erwarmitgsgcmäß ausfiel. In Bukarest verloren die Prager gegen Orades mit 0:2, gewann, dafür gegen Venus 3:1 und schlossen mit einer 1:0-Niederlage in T e m c s-' Var gegen Rispensia die Tournee ab. Aus de« Divisionen. Mittelböhmen: Cechie Karlin gegen Rapid 4:0, Viktoria Nusle gegen CAFC 1:0, Sparta Kladno gegen Union Ziztov 2:2, Lissa gegen Nuselsky SK 1:3, Slavoj 'VIII gegen Sparta Kosik 4:0.— Böhmen- Land: CSK B.-Budweis gegen Slavia Karlsbad 1:1, Königgrätz gegen SK Pqrdubitz 4:3, AFK Pardubitz gegen Pcttin 3:7, Jungbunzlauer SK gegen Polaban Nimburg 0:1, Königinhof gegen Kopist» 1:6, Snehaki Taus gegen Rakomtz 1:2.— Mähren-Schlesien: Kral. Pole gegen Pre- rau 1:2, Zabovresky gegen Schles.-Ostrau 0:2, Mo« ravia Brünn gegen Bata Zlin 0:2, Han. Slavia gegen Freistadt 2:2, Slovan M.-Ostrau gegen CSK Olmüh 2:9, Ostrauer Slavia gegen Polonia Karwin 2:2., Razi-Fußballrr.Jnvafion. Zu Ostern gab eS im West» und teilweise auch im Nordwestgau deS DFB ein« regelrechte Invasion von Nazi- Fnßballern, wie sie schon seit langen, langen Zeiten nicht mehr zu verzeichnen war und darum auch erwähnenswert erscheint. Weniger vermerkenswert sind die Namen, Otte und Resultate. Selbstver- stävdlich aber, daß diese„Gäste" in den Volksgemeinschaftskreisen überaus„gefeiert" wurden— wäre es anders gewesen, wäre eS ein Wunder. In einem Orte konnten sich die Nazi-Fußballer kaum arif den Beinen halten so ausgiebig war die„Feier" am Vorabend ausgefallen... Sonstige Spielergebniffr. Graslitz: DFC gegen SpVg Bodenbach 6:1!— Komotau: DFK geg. Sportbrüder Prag 6:0.— B.- 2 eipa: Sozialistische Jugend, Kreis £ Prag. M i t t w o ch, den 15. A M April 1936, gemeinsamer ■ Gruppenabend aller J M Gruppen um 20 llbr im kleinen Wv Handwerkcrvereinssaal. Es spricht Genosse R. S ch ö n f e l d'e r. Republikanische Wehr, Ortsgruppe Prag. Donnerstag, den 16. April, abends 8 Uhr, im Parte i h e i m Versammlung. filme in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Tie Sextanerin." Premiere in deutscher spräche! Schwanecke, Wanka usw.— Adria:„Die ganze Stadt spricht davon."—A.— Alfa:„Tie lustige Scheidung." Astair«,— ist.— Avion:„Mädchen mit Prokura^"— D.— Beranek: „Tie Sextanerin."— Tsch.—. Fenix:„Der bunte Schleier." Grera Garbo.— A.—Flora:„Sturm |ü6cr dem Gran Chaco."— A.— Gaumont:„Ter lFavorit der Zarin."— D.;— Hollywood:„Viktoria." L. Ullrich.—D.— Hvkzda: W.-Disnen- i Mickeh-Programm. Für die Jugend.— Julis:„Tie unmögliche Frau."— D.—Kinema, B.-Th.: Journale, Groteske, Report.— Koruna: Aktualitäten- bühne: Journale, Groteske.— Kotva B 36:„Tie Kameliendame."— Fr.— Lucerna:„Der bunre Schleier." Greta Garbo.— A.— Metro:„Für ein Weilchen Glück."— A.— Llnmpic:„I m Sch a r- e n d'e'r F l u g z e u g e." R.— Passage:„Der Favorit der Zarin"— D.— Prada:„Durch die Wüste."— Staut:„Die Sextanerin."— Tsch.— Svttozor:„Die unmögliche Frau."— D.— Alma: .Die Junggesellenbraut."— A.— Baikal:„Frau in Ketten."—- A.— Belvedere: ,Hn den Gäßchen von Paris." Chevalier..— Fr.— Beseda:„Der Student von Prag."— D.— Carlton:„Sequoia." — A.— Illusion:„Die Junggesellenbraut."— A. — Kapitol:„Melodie der Welt 1936."— A.— Kino Svanda-Theater: Grot. Journ. F. d. Jug. — Konvikt:, i e sündigenFrauen von Boom."— Fr.— Lido:„Die Sextanerin."— Tsch.— Louvre:„Die Sextanerin."— Tsch.— Mareska:„Benvenuto Cellini."— A.— Roxy: „Ter kleine Oberst." Teuiple.— A.— Sport:„Variete."—.D. BezugSbe d tn g u n g e n: Bei Zustellung ms HauS oder bei Bezug durch di Poft monatlich Xd 16—. vierteljährig Kk 4«.—, halbjährig Kö 96— ganzjährig Kd 192—- Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß— Rückstellung von Mauuskrwten erfolg» nur bei Einsendung der Retoürmarken— Tü Zeitiingsfrankalur ivurde vcn der Post- und Tete- graphendirektton mtt Erlaß Ar. 13.800/VW1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlags- und Zertungs-A.-G. Prag.