Samstag, 25. April 19SK 16. Jahrgang Nr. 98 Einzel^rals 70 Heiter (einschließlich i Heller Porto) 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova 62. Telefon«D7. HERAUSGEBER« SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR« DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Der Magdeburger Sozialistenprozeß endete mit folgendem Urteil: z e h n Angeklagte erhielten Zuchthausstrafen von 3— 11 Jahre n, zwei Angeklagte wurden zu einem Jahr (bzw. 14 Monaten) Gefängnis verurteilt. Einer wurde freigrsprochen. Sämtlichen Verurteilten wurden, die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Di« Verurteilungen erfolgten wegen„B o r b e- r e i t u n g zum Hochverrat". Kampf gegen das„eine" Prozent und Ansporn für Nazi-,,Ueberelfer‘* Berlin.(Deutsches Nachrichtenbüro.) Der Reichskanzler hat ein neues Gesetz über die Gewähr von Straffreiheit unterzeichnet. Dys neue Straffreiheitsgesetz unterscheidet mehrere Gruppen von Straftaten, für die eine Gnadenbegünstigung gewährt werden soll: und zwar diejenigen Fälle, in denen sich der Täter durch Uebereiferim Kampf für den nationalsozialistischen Gedanken hat hinreihen lasten. Ausgenommen sind vorsätzliche Handlungen, die den Tod eines Menschen herbeiführten oder eine gemeine Gesinnung des Täters erkennen lasten; weiters die Fälle der»politischen Nörgler und Schwätzer".(Hier handelt es sich u. a. um Straftaten, die in öffentlicher Beschimpfung des Reiches und der Partei und Vergehen gegen den sogenannten Kanzel- Paragraphen(staatsfeindliche Aeuße- rungen von Geistlichen) bestehen.) Weiter um Beleidigungen des Reichskanzlers und. anderer leitender Persönlichkeiten des Staates oder der Partei. Hier gilt Straffreiheit nur für leichtere Fälle. IumlMal1936 Arbeitendes Volk! Genossen, Genossinnen! In schweren Tagen voll Unruhe und Unsicherheit rufen wir Euch zur Feier des 1. Mai, unseres Arbeiterfeiertages. Wir rufen Euch zu Kundgebungen, mit denen wir unseren entschlossenen Willen und unsere Bereitschaft zum Kampf gegen alle manifestieren wollen, die den ruhigen Gang der Entwicklung durch Anstiftung von Konflikten im Volke und zwischen den Völkern bedrohen. Der Friede der Welt ist ernstlich gefährdet durch die Verletzung der Friedensverträge und fest vereinbarter Verbindlichkeiten. Das faschistische Italien hat den kriegerischen Konflikt in Abessinien hervorgerufen, Hitler-Deutschland hat eine gültige und von seinen Vertretern unterschriebene Vereinbarung gebrochen und das reaktionäre Oesterreich hat durch Einführung der Wehrpflicht Ehrenpflichten verletzt. Die Regierungen aller faschistischen Staaten erschüttern die Grundlagen des europäischen Friedens. Sie bereiten eine verhängnisvolle kriegerische Katastrophe vor, die den Zusammenbruch der gesamten Zivilisation und den Untergang der menschlichen Kultur nach sich ziehen müßte. Die faschistischen Staaten führen durch ihre Rüstungen und durch ihre einseitigen Gewaltakte die Völker an den Rand des Abgrundes. Indem sie die Fundamente des europäischen Friedens untergraben, verschulden sie schwere Störungen des wirtschaftlichen Lebens und soziale Erschütterungen. Sie vergrößern die wirtschaftliche Verwirrung und vertiefen den Verfall der Staaten und Nationen. Ihnen gebührt auch der traurige Ruhm, daß die Arbeitslosigkeit der Männer und Frauen eine verhängnisvolle soziale Dauererscheinung geworden ist. Die sozialistische Arbeiterbewegung führt seit Jahren einen schweren Kampf gegen den Faschismus, in dem sie eine soziale, politische und kulturelle Gefahr erblickt. Den gleichen. Kampf führt sie für den dauernden Frieden der Welt für das friedliche Zusammenleben und die Verbrüderung der Nationen. Die Sozialdemokatie war immer der entschlossenste Verfechter der kollektiven Sicherheit und der Unteilbarkeit des Friedens. Sie unterstützt entschieden und mit dem ganzen Gewicht ihrer politischen Macht alle Fledensbestrebungen und bleibt auch weiter die verläßlichste Stütze des Friedens in der internationalen Politik. Sie unterstützte und unterstützt in der Tschechoslowakischen Republik alles, was zur Vereidigung des Staates und der Bevölkerung notwendig ist, und was zur Festigung unserer Bündnisse mit allen friedliebenden Staaten führt. Sie stellte sich voll und ohne Rückhalt in die Dienste der Republik und verpflichtete sich, alle Kräfte zur Festigung ihrer Selbständigkeit und Unteilbarkeit und zur Sicherung ihrer demokratischen Verfassung einzusetzen. Wir manifestieren am 1. Mai in mächtigen Kundgebungen vor allem für den Weltfrieden und demonstrieren gegen alle seine Feinde und Schädlinge. Der Vorstand der Tschechoslowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Je mehr die Welt in Wirken verstrickt wird und je offener das Bestreben der Störer des ruhigen und friedlichen Zusammenlebens der Nationen hervortritt, um so mehr müssen wir alles daran setzen, daß der Friede erhalten wird. Nur auf der Erhaltung des Friedens beruht die sichere Gundlage der demokratischen Verfassung, der bürgerlichen Freiheit, des kulturellen Fortschrittes, der gesunden wirtschaftlichen Entwicklung und des sozialen Aufstieges der arbeitenden Schichten. Wir manifestieren am 1. Mai auch für die Sicherung des Arbeitsplatzes für alle Gesunden und Arbeitsfähigen, für den gehörigen Schutz der wirtschaftlich Schwachen, für die Verkürzung der Arbeitszeit, für die öffentliche Arbeitsvermittlung, für die Rechts- 1 Verbindlichkeit der Kollektivverträge! Unsere Kundgebungen müssen große Manifestationen für ein besseres Leben und eine schönere Zukunft der Arbeitenden in Stadt und Land sein! Die tiefste Ursache aller politischen und wirtschaftlichen Krisen ist der Verfall der alten kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Der Kapitalismus kann, dem Volke das Brot nicht mehr gewährleisten und den Weltfrieden nicht Bichern. Er hat Verwirrung hervorgerufen, Mängel verschuldet und Millionen ins Elend gestürzt. Er ist unfähig und hat nicht jpehr die Kraft, die ruhige Entwicklung des wirtschaftlichen Lebens wieder herzusteilen und die Bedingungen für das freundschaftliche Zusammenleben der Völker zu schaffen. Diese kapitalistische Wirtschaftsordnung, die den Haß der ganzen fortschrittlichen Welt auf sich gezogen hat, muß überwunden werden. Die menschliche Gesellschaft muß anders geordnet und geleitet werden. Für eine Neuordnung der Gesellschaft, für eine Neuorganisation der Wirtschaft und für die sozialistische Ordnung kämpft die Sozialdemokratie. Nicht nur durch ihren Kampf, sondern auch durch schöpferische Arbeit bereitet sie neue und bessere wirtschaftliche und soziale Verhältnisse vor. Die Früchte der schaffenden Arbeit dürfen nicht die Beute einzelner oder kleiner Gruppen sein! Sie müssen kollektives Eigentum werden. Die Produktionsmittel müssen Eigentum der Arbeitenden werden. Erst dann wird die Zeit des Friedens und der Ruhe, des Wohlstandes und der kulturellen Blüte kommen. Wir manifestieren an unserem Feiertage für den Sozialismus und für eine neue Ordnung der Welt. Wir gehen mit dem arbeitenden Volke der ganzen Welt in den Kampf gegen Faschismus und Reaktion, gegen die Kriegshetzer und gegen die Verelendung der Arbeitenden. Unter den roten Fahnen der Sozialdemokratie gehen wir in den Kampf für den Schutz unserer Republik, für Freiheit und Frieden, für Demokratie und Sozialismus, für die Verbrüderung der gesamten Menschheit. Der Vorstand der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei „Volksgericht“ Wir müssen die Anklagen einschränken, sonst brechen wir in die 99prozentige Front der Ja- Sager ein! Gericht über das Attentat auf Blum Paris. Gestern wurde vor dem Strafgericht für Uebertretungen die Verhandlung gegen drei Personen eröffnet, welche der Teilnahme an dem am 13. Feber l. I. auf den Deputierten Leon Blum ausgeführten Angriffen beschuldigt werden. Alle drei Angeklagten sind Royalisten, zwei von ihnen junge Leute, der dritte ein 60- jähriger Architekt. Das Gericht verurteilte einen der Angreifer zu drei»Monaten Gefängnis, einen zweiten zu 14 Tagen unbedingt. Der dritte Angeklagte wurde mangels an Beweisen freigesprochen. Poona.(Reuter.) Bei einem Zusammeustoh zwischen Mohammedanern und Hindu- wurden zwei Moscheen und vier indische Bethäuser in Asche gelegt. Außerdem itnirben' 82 Personen verwundet, davon 12 Personen schwer. Der Anlah zu diesen. Unruhen wgr der Umstand, daß vor einem indischen Tempel eine Musikkapelle spielte, wogegen die Mohammedaner. protestierten, Spanische Unruhen Madrid. In Almeria sind ernste Unruhen entstanden, zu denen ein 16 j ä h r i g e r Knabe die Veranlaffung gab, der sich einer kommunistis che»Gruppe in den Weg stellte und sie aus einem Revolver zu beschießen begann. Er verletzte zwei Personen. Nach feiner Verhaftung sprach er sein Bedauern aus, nicht mehr Munition gehabt zu haben. Die Schüsse verursachten unter den Kommunisten eine Panik, wobei ebenfalls mehrerePersonen Verletzungen erlitten. Später wurde eine Protestkundgebung veranstaltet, wobei die Menge ein Mitglied derGardeer« schlug, das den Zug aufhalten wollte. Die Polizei verhaftete zahlreiche Anhänger der Rechten. Der Zivilgouverneur hat die strengsten Maßnahmen getroffen, um weitere Zusammenstöße zu verhindern. Die Erregung in der Stadt ist noch immer sehr groß. Ernste Unruhen entstanden auch in L e b r i s bei Sevilla. Extremisten versuchten die Kirche des HL Fanziskus und'einige andere Gebäude, insbesondere das Haus des Obmannes der lokalen! VolkSaktivn anzuzünden. Sie zogen hierauf zu den Vereinsräumlichkeiten dieser Partei, die sie plünderten und in. B r a n d steckten. Ein Leutnant der Bürgergarde wurde mit einem Gummiknüppel e r s ch l a g e». Zwei Lastautos mit Bürgergarde wurden an den Ort der Unruhen entseiwet. JnOlloniego bei Oviedo beschlossen die Bergarbeiter einen S t r e i kzu beginnen. Sie sperrten die Ingenieure und Aufsichtsorgane in den Büros ein und fuhren dann in die Gruben ein, indem sie einen Aufseher als Geisel Mitnahmen. Die Bergarbeiter weigern sich, die Grube zu verlassen und fordern Lohnerhöhung. In Z a m o r a-nahm die Polizei im Zusammenhang mit einer B o m b e n e x p l o s i o n im Volkshause in Requijo sechs Personen fest, darunter den Pf a r r e r und den früheren Bürgermeister. Südfront behauptet sich? Addis Aheba. Zu dem Kampf an der Südfront wird eine offizielle abessinische Verlautbarung veröffentlicht, wonach lydische und Somali- Truppen mit Unterstützung von italienischen Jagd« und Bombenstaffeln sowie von motorisierten Abteilungen die abessinischen Stellungen bei Denan angegriffen haben. Die Schlacht, die am 14. April begonnen und drei Tage gedauert habe, sei Äußerst heftig gewesen. Wie« der offizielle abessinische Bericht behauptet, habe die Schlacht mit einem Sieg der abessinischen Truppen geendet. Besonders tapfer geschlagen hätten sich die Abteilungen unter-em Kommando des Dedjasmatsch-Wakonnen und des Desjasmaffch Abbebe. Nach dem Berichte sollen die Italiener mehrere tausend Tote und eine große Menge von Kriegsmaterial auf dem Schlachffeld zurückgelassen haben. Einige Flugzeuge seien abgeschossen worden. Die abessinischen Truppen, so behauptet der Bericht weiter, hätttn die fliehenden Italiener weit verfolgt, aber auf Grund neuer italienischer Angriffe hätten sich die abessinischen Truppen auf ihre Kampfbasis zurückziehen müssen. 460 Millionen Dollars für Invalide und Arbeitslose Washington. Präsident Roosevelt ersuchte den Kongreß um die Aufnahme eines Postens von 460,8 Millionen-Dollars in das Budget, und zwar für die Zwecke der Altersversicher- rung und für die Arbeitslosenunterstützung. Der Betrag soll sowohl im laufenden' als auch im künftigen Fiskaljahr in das Budget ausgenommen werden. Ule Arbeiter für Roosevelt Rew Uork. Die Hauptführer der nationalen Arbeitsföderatior haben sich zugunsten der Wiederwahl Roosevells zum Präsidenten der Vereing- ten Staaten ausgesprochen, da sie der Ansicht sind, daß eine Niederlage Roosevelt? für d i e A r b e i t e r-G e w e r k s ch af t s- bLweLUSS 84?Lsxf>IiSwäre. Seife 2 Samstag, 25. Avril 1936 Nr. 98 Schutz den Angestellten und Versicherten! Ein Wort zur„Phönlx“-Affäre Die Regierungsverordnung, die sich auf die durch den Zusammenbruch des„Phönix" geschaffenen Verhältnisse bezieht, ist nur eine vorläufige Regelung. Es wird darin das inländische Vermögen der Gesellschaft zugunsten der Versicherten sichergestellt, ein Treuhänder bestellt und eine Uebertragung des Versicherungsstockes an eine andere Gesellschaft möglich geinacht— aber die entscheidenden Fragen sind damit noch nicht gelöst. Was hat also-noch zu geschehen? Zunächst ist es Pflicht der Aufsichtsbehörde, also des Innenministeriums, dieSchuldigen fe st zu st eilen— selbst wenn diese in diesem Ministerium gesessen sind oder noch sitzen. Gewiß sind die Hauptschuldigen jene, welche das Geld»der Versicherten zu Spekulationen an der Börse benützt oder sonstwie dunkle Geschäfte gemacht haben. Ebenso müßte die„Liste der Bestochenen", von der im Abgeordnetenhause gesprochen wurde, veröffentlicht werden, damit die Bevölkerung die Kavaliere kennen lerne, welche die Machenschaften des „Phönix" gedeckt haben. Aber darüber hinaus muß gefragt werden, ob es nicht ein Leichtsinn gewesen ist, daß man dem„Phönix" seinerzeit gestattet hat, die Versicherungen einer Reihe von Gesellschaften zu übernehmen, ohne daß die zur Sicherung der Ansprüche erforderlichen Aktiven dagewesen wären. Aber es genügt nicht die Schuldigen festzustellen, man muß auch an die Opfer der zusammengebrochenen Gesellschaft denken, das sind die Angestellten der verkrachten Anstalt und die Versicherten. Wenn eine oder mehrere Anstalten die Versicherungsverträge des„Phönix" übernehmen, so müssen bei den erforderlichen Neuaufnahmen nur die Angestellten des„Phönix" berücksichtigt werden. Die deutsche Sozialdemokratie wird gemeinsam mit den beiden anderen sozialistischen Koalitionsparteien mit aller Entschiedenheit darauf drängen, daß in dieser Frage eine Gerechtigkeit geübt wird, nach der nicht nur die Angestellten, sondern die gesamte sozial empfindende Oeffentlichkeit laut und vernehmlich-ruft. Einen weit größeren Umfang von Personen betrifft aber die Frage, was mit den Versi- ch e r u n g e n des„Phönix" geschieht. Die Versicherungsträger der Gesellschaft sind nicht nur reiche Leute, die in der Lage sind, Versicherungen über eine Summe von 100.000 odckt mehr Kronen abzuschließen. DieMehrheifd^rVer- sicherten sind kleine Leute, Kleinbauern, Kaufleute, Gewerbetreibende und Arbeiter. Weit mehr als die Hälfte der 340.000 Menschen in der Tschechoslowakei, die beim„Phönix", versichert waren, sind Leute, deren einziger Spar-' groschen diese Polizzen sind. Sollen diese proletarischen Existenzen um ihr Geld kommen? Will man wirklich die Witwe und die Waisen eines ManneS, der so vorsorglich war, für den Fall seines Ablebens seine Angehörigen vor dem Aergsten zu schützen, um all das bringen, und sie ins Elend stoßen? Willman den Gedanken der Versicherung erschlagen und den Spartrieb in Verbindung mit der Vorsorge fürs Ableben unheilvoll kompromittieren? Wir glauben als Vertreter der arbeitenden Massen und aller kleinen Leute, daß dies un- möglich ist und wir werden als Partei uns nicht nur der Angestellten, sondern auch der Versicherten mit allem Eifer annehmen. Wir müssen auch auf eine rasche Lösung des ganzen Fragenkomplexes drängen, denn kein„Phönix"-Versicherter weiß heute, ob er seine Prämien weiterzahlen soll. Diese Ungewißheit muß rasch beseitigt werden. Es bleibt nichts anderes übrig als den Schaden, den ein paar Hallunken Hunderttausenden Menschen angetan haben, auf die Allgemeinheit gleichmäßig zu verteilen, sollen nicht diese Hunderttausende um ihren letzten Spargroschen kommen. Die Versiche- Frankreichs Wahlkampf auf dem Höhepunkt (E. R.) Der Höhepunkt des Parteienkampfes um die französischen Kammcrwahlen vom 26.'April und vom 3. Mai ist sicherlich erreicht. Das französische Wahlsystem sieht vor, daß in 615 Wahlkreisen der Kandidat als gewählt gilt, der im ersten Wahlgang die absolute Stimmenmehrheit erzielt; erreicht kein Kandidat diese Mehrheit, so entscheidet im zweiten Wahlgang die relativ größte Stimmenzahl. Dieses Persönal- wahlsystem trägt in den örtlichen Wahlkampf natürlich auch eine große Menge ganz persönlicher Momente hinein. Die leuchtend bunt beklebten i Bretterwände, die an zahllosen Stellen für die | Anbringung der Wahlanschläge errichtet sind, tragen oft außer den Proklamationen der großen Parteien fast nur gedruckte Plakate, in denen einayder die Kandidaten in freimütigsten Beschimpfungen die üppigste Korruption vorwerfen. Die Kampagne verläuft trotz leidenschaftlicher Anteilnahme der Massen' in den ruhigsten Formen. An manchen Stellen kam es in voller Ordnung dazu, daß Kandidaten auf Aufforderung ihrer Gegner in dtzken Versammlungen I das Wort ergriffen. Auf diese Weise kam auch Henri de Ksrillis, der Wahlmacher der Rechten und der Schwerindustrie, Redakteur des „Echo de Paris" und Kandidat in Neuilly, zu seiner ersten Rede in einer„kommunistischen Versammlung, in der Maurice Thorez, der Generalsekretär der kommunistischen Partei, ein artiges Duell mit ihm austrug. Eine Neuerung in diesem Wahlgang bestand in der Durchführung von Radio-Ansprachen der Hauptvertreter aller wichtigeren Parteien über das ganze Land hin. Die Sozialistische Partei, die mit. aktiver Unterstützung der Sozialistischen Jugend eine, wuchtige Propaganda entfaltet, hatte Gemeinschaftsempfänge für das Abhören der sozialistischen Radio- reden organisiert, von denen die von Ledn Blum und Paul F a u r e besondere Beachtung fand LU. Die Radioreden haben sicherlich dazu beigetragen, den Wählern über den Rahmen des örtlichen Wahlkampfs hinaus allgemeine Gesichtspunkte für die Bewertung der Parteien zu vermitteln. Zweifellos aber ist nicht zu leugnen, daß die Wahlen stark unter dem Druck einer beträchtlichen Verwirrung stehen. Die Hauptrolle scheinen dje Fragen der Außenpolitik zu spielen. Ihre Beantwortung fällt heute besonders Wver. Tie Gewaltakte der faschistischen Staaten haben das System der kollektiven Sicherheit erschüttert. Die auf Schonung Italiens abgestellte franzüsi-| sche Außenpolitik bat selbst dazu beigetragen, die Vorstöße Hitlers zu ermöglichen und den Grundsatz der automatischen' Kollektkdsankttonen der Völkerbundstaaten gegen den Angreiferstaat zu schwächen. Diese Politik aber wurde in Frankreich jilbstlhauptsächlich mit'dent Wunsche nach Frieden begründet, der bedroht sei, wenn die Sanktionspolitik gegen Italien fortgesetzt würde. Nachdem der'Streich^des deutschen Faschismus diF bittere Lehre geliefert hat, daß der.Wunsch nach Frieden allein die Organisierung der Friedensfront gegen die faschistischen- Kriegsherde nicht»u ersetzen vermag,ist die Einsicht in die V erde r b l i ch« k e it d e r.. sr.a nz ö s i s ch e n H a l tung zu dem itcklienisch-abessini- schen Krieg noch nickt weit genug fortgeschritten, um allgemein zu klaren Schlußfolgerungen und zu einer wirklich vernichtenden Niederlage der Freunde einer pro-faschistischen Außenpolitik zu führen. Das ändert nichts daran, daß Frankreich linke W a h l e n haben wich. Ihr hervorstechendstes Merkmal wird der allgemein erwartete Stimmen- und Mandatszuwachs der Arbeiter- parteieu, vor allem auch der Kommunisten sein. Auch abgesehen davon, daß die Kommunisten in. d?r letzten Kammer nicht ihrer Wählerzahl entsprechend vertreten waren, werden sie vermutlich starken Anteil an dem Wahlerfolg der Volksfront, haben, zu der sie sich immer wieder laut bekennen. Der Auftrieb der Arbeiterparteien wird auch' ein Anzeichen der Bewegungen sein, die sich in den ausgebeuteten Klassen Frankreichs zu zeigen beginnen. In ihrer Kmnpffähigkeit durch die im März 1936 organisatorisch endgültig besiegelte Gewerkschaftseinheit gefördert, erheben die Arbeiter der verschiedensten Berufe mit Energie ihre Forderungen nach Lohnerhöhung, nach Verkürzung der Arbeitszeit und nach der Erstreckung der Kollektivverträge auf alle Arbeiter der Branche und auf die jeweilige Industrie des ganzen Landes. An verschiedenen Stellen Frankreichs mehren sich die Streikbewegungen. Wenn die Forderungen der Bergarbeiter des Nordens nicht befriedigt werden, so wird Frankreich zwischen dem ersten und dem zweiten Wahlgang den Ausbruch eines Streiks der Gesamtheit der Bergarbeiter aller Reviere erleben, Zeichen eines KampfwillenS der französischen. Arbeiterklasse, der seinen Ausdruck auch in den Kämpfen finden wird, die den politischen Entscheidungen vom 26. April und vom 3. Mai folgen werden. rungen müssen(mit den geringen Ausnahmen der.! GratiSbersicherUngen, die Geschenke oder chungen bedeuteten) aufrechterhalten bleiben. Das' Wird im Schoße der Koalition bzw. der Regierung, auch geschehen— gerade deshalb sind irgend^ welche Versprechungen der Sude» tendeuts ch e n Partei in dies er Frage nicht einen Heller wert.'Die Versicherten des„Phönix" mögen sich hüten, ihre Sache auf. die Versprechungen der Hausierer der SdP zu stellen. Helsen werden ihnen nur diejenigen, die auf die Entscheidung der„Phönix"-Frage Einfluß haben und die deutschen Sozialdemokraten, die wissen, daß sich gerade unter den Sudetendeutschen viele befinden, die Anforderungen an den„Phönix" zu stellen haben, werden alles tun, um die Versicherten vor einer Katastrophe zu bewahren. Der parlamentarische Spar- und Kontroll- ausschnß tagte gestern in Anwesenheit der Minister Dr. Cerny und Dr. Kalfus, die ihre Fachreferate erstatteten. Die Berichte betrafen teils die Geschäftstätigkeit der«P h ü n i x"-Gesell»! schäft vom Begin» ihrer Tätigkeit auf dem Ge biete der Tschechoslowakischen Republik an bis in die letzten Tage,' teils'die'" bisher düröhgeführteii Revisionen. Der Ausschuß faßte einen Beschluß, der bezweckt, daß der Schaden, den der Staat eventuell erlitten hat, festgestellt werde und daß Heide Ministerien, solveit dies noch nicht geschehen ist, alles unternehmen, um irgend einen Schaden vom. Staat auch weiterhin abzuweiiden. Weiter beschloß der Ausschuß, daß festgestellt werde, wen von amtSwegen oder sonst ivgendwie die Schuld trifft und daß schließlich im Interesse der Versicherungsnehmer und des Schutzes ihrer Ansprüche sowie im Interesse des guten Rufes des tschechoslowakischen Versicherungswesens überhaupt die L i q u i d i e r u n g, falls sie sich als notwendig erweisen sollte, unparteiisch durch Anwendung aller gesetzlichen Maßnahmen durchgeführt werde, wozu der erste Schritt die eben erlassene Regierungsverordnung ist. -* Eine öffentliche Enquvte über die Phönix"- Versicherung, welche von den„Halo-Noviny" für Freitag abends auf die Slawische Insel in Prag einberufen war, wurde von der Polizei verboten. Mlnisterrats-Beschlüsse Prag. Der Ministerrat hielt gestern eine Sitzung ab, in welcher der M i n i st e r des Ä u tz e- r e n ein Referat über die auswärtige Lage erstattete. Der Bericht wurde zustimmend zur .Kenntnis genommen und es wurden die Grundsätze für das künftige Vorgehen festgelegt, insbesondere auch für die Anfang nächsten Monates.in Belgrad stattfindende Konferenz der Kleinen Entente. Genehmigt wurden u. a. der Regierungsentwurf des Eisenbahngesetzes, durch welches das gesamte. Gebiet des Eisenbahnrechtes neukodifiziert wird; der Entwurf einer Regierungsverordnung, mit den Durchführungsvorschriften zu dem Gesetze über den Wehrbeitra g; der Entwurf einer Regierungsverordnung über die zeitweise Verlängerung der Gültigkeit der K o l- lektiv-Arbeitsverträge, und zwar unter Beibehaltung des bisherigen Zustandes- bis Ende des Jahres 1936; der Entwurf einer Regierungsverordnung formalen und administrativen Charakters für die Durchführung des Staatsbeitrages zu den Arbeitsloseu- unterstützungen bei den Gewerkschaftsorganisationen. Auf dem Gebiete.der wirtschaftlichen Tätigkeit wurden u. a. die Anträge zur Bewilligliiig . von Umsatz-Erleichterungen für die Jahre 1936 und 1937 bei der Ausfuhr genehmigt; ferner das Zusatzabkommen, zu dem Handelsabkommen mit Frankreich; schließlich'die Anträge auf Durchführung einer Reihe von. qutzer- ordentlicheN H i 1 f S m a ß° n a h m e n fstx die im Jahre 1935 von Elementarkata- st r o p h e n betroffenen Landwirte. Die Novelle zum Autorenrecht Sonderbestinunungen für den Rundfunk Prag. Das Abgeordnetenhaus nahm am Freftag in einer kurzen Sitzung die bereits vom Senat genehmigte Novelle zum Urheberrecht an literarischen, künstlerischen und photographischen Werken ohne Debatte an. Der Referent Richter wies auf die Notwendigkeit hin, unsere diesbezüglichen Vorschriften der Berner Konvention über den Schutz literarischer und künstlerischer Werke der neuen, in Rom 1928 festgelegten Form anzupaffen. Die meisten dieser Bestimmungen sind bereits in unserem modernen Autorengesetz enthalten, ja vielfach durch dieses übertroffen. Wichtig sind die Bestimmungen über die Verbreitung von literarischen Werken durch den Rundfunk. Hier kann nach 8 16 die Zustimmung des Autors eines literarischen, künstlerischen oder photographischen Werkes zu deffen Verbreitung im Rundfunk nur dann verweigcrr werden, ryenu dies durch denCharalter des Werkes oder durch pichtwaterielle Ilrheberintercffen begründet werden kann. Dem Autor bleibt der Anspruch auf eine angemessene Entlohnung gewahrt, die gegebenenfalls auch vom Gericht zu bestimmen ist. * In zweiter Lesung wurde das P a r t e i e n- auflösungsgefetz genehmigt. Ein loM- munistischer Antrag, der ein Expose des Ministerpräsidenten über die„Phönix"-Affäre und über die Maßnahmen der Regierung zum Schutz der kleinen Versicherungsnehmer, und Angestellten verlangte, wurde abgelehnt. Für die nächste Sitzung am Dienstag um 11 Uhr vormittags sind die beiden Vorlagen über die S p i o n a g e und über vle L a n d e s- Verteidigung auf der Tagesordnung. Die Debatte über beide Vorlagen wird gemeinsam abgefübrt werden. Mit Rücksicht mif den 1., Mai, der die Amoesenheit der meisten Abgeordneten bei den verschiedenen Kundgebungen erfordert, herrscht daS Bestreben vor, die Debatte noch am Mittwoch zu Ende zu führen und den Donnerslag bereits sitzungsfrei zu halten. Mammys Geschichte Von William M. John Vater kam heim und starb an einem Dienstag. Oder eigentlich, er ging schlafen und stand nicht mehr auf. Zar kam in die Küche, wo Mammy die Kartoffeln fürs. Essen briet und sagte:„Vater ist tot." Mammy sagte in ihrer müden Art:„Oh, ich glaube nicht, daß er tot ist".• Zar sagte:„Ich glaube, ja; ich hab' ihn mit einer Nadel gestochen, er hat sich nicht gerührt." Zar ist erst zehn Jahre alt, zwei Lahre jünger als ich, aber wir haben in Kolorado an einem sehr trockenen Orte gelebt und haben zwei Ackerpferde und drei Kühe, weil sie kein Wasser und .kein Fuller kriegten,, sterben gesehen, und so wußte er schon, wie ein Ding aussieht, wenn es tot war. Mammy machte ihre Kartoffeln fertig und .ging dann ins Zimmer, wo Vater war. Sie kam gleich wieder mit Lizzi, das ist unser Kleines, auf dem Arm heraus und sagte zu mir:„Martha, dein Vater ist toi. Geh zu Briggs hinüber und sag ihm, daß er Herkommen soll." Briggs war unser nächster Nachbar; er wohnte zwei Meilen weit von uns. Ich sattelte Slat auf, daS war daS einzige Pferd, das uns geblieben war, und ritt hinüber zu Briggs. Frau Briggs sagte mir, ihr Mann wäre nach Kim gefahren, aber er müßte bald wiederkommen; sie werde es ihm sagen. Als ich heimkam, war Muller gerade über Vaters Taschen. Sie fand etwas Papiergeld, einen Revolver, und neben dem Bett stand eine halbvolle Whiskyflasche. Vater war gerade die Nacht vorher aus Aguilar gekommen. Es kam nur alle zwei Monate heim, um uns etwas Geld zum Leben zu geben und nachzusehen, wie es mit der Wirtschaft ging. Er war nicht ganz fest auf den Beinen, als er aus der Fuhre der Gepäckspost ausstieg; aber das war nichts. Vater war fast immer betrunken, wenn er nach Hause kam. Er schlug Zar, weil er unsere letzte Kuh hatte sterben lassen, fluchte ein bißchen auf Mammy, trank noch Whisky und ging zu Bett. Briggs kam nach einer.Weile, und nachdem er ins andere Zimmer gegangen war, uni nach Batet zu sehen, fragte er Mammy, was man tun solle. Ihn begraben, sagte Mammy. Aber Briggs sagte, wir könnten ihn nicht begraben, der Leichenbeschauer müßte ihn zuerst sehen. Es könnte sonst jemand glauben, wir hätten ihn umgebracht. „Ach," sagte Mammy,„ich kenne schon Leute, die ich gern umbringen möchte, aber der Ruß war nicht unter ihnen." Mutter hatte Vater fast immer nur den Ruß genannt. Brigg sagte, er wolle nach Kim— Kim war die nächste Stadt— und um den Leichenbeschauer telephonieren. Und Mammy meinte, er wolle sagen, der Leichenbeschauer müsse sich beeilen.„Der Ruß wird sich nicht lange bei diesem Weller halten," sagte sie,„obgleich er ganz mll Branntwein angefüllt ist." Wir schliefen alle diese Nacht in der Küche auf einigen Decken, weil wir nicht ins Zimmer , wollten, wo Vater lag. Den nächsten Morgen sagte Mammy, wir könnten uns etwas zurecht richten, wo man Vater zum Begraben hineinlegen könnte. Zar nahm einen Hammer und einige Nägel, und ich nahm Lizzf und wir gingen alle in den Schuppen. Mammy zog aus dem Schuppen einige Bretter heraus, und wir arbeiteten alle, bis wir eine Kiste fertig hatten, von der wir glaubten, sie sei für Vater groß genug. Gegen Mittag kam Briggs mit dem Leichenbeschauer. Sie blieben einen Augenblick im Zimmer, wo Vater war, und dann kam der Leichenbeschauer in die Küche heraus. Er fragte Mammy, an was Vater gestorben sem möge.„Am Saufen," sagte Mammy. Er ging wieder ins Zimmer zurück und sprach wieder mit Briggs. Und dann kam er wieder heraus und sagte: „Fran Jugowitz, ich werde um den Leichenbestatter telephonieren." „Sie brauchen sich nicht zu bemühen,„sagte Mammy;" wenn es nicht gegen das Gesetz ist, können wir ihn gleich hier begraben. Für dir Kinder und mich ist nicht viel übrig, und so hätten wir noch eine Zeitlang zu essen." So gruben Briggs und der Leichewbeschauer eine Grube, etwas weiter vom Hause weg. Mammy und der Mann rollten Vater in ein Leintuch, legten ihn in die Kiste, die wir gemacht hatten, und nagelten sie zu. Und gerade bei Sonnenuntergang gingen wir alle hinaus und sahen zu, wie sie die Kiste in daS Loch hinunterließen. Der Leichenbeschauer sagte etwas von: ,>,Gott gebe seiner Seele Ruhl", Lizzi weinte, weil sie hungrig-war, und dann war alle- fertig. So gegen zwei Wochen, nachdem Vater gestorben war, sagte eines Morgens Mammy beim Frühstück;„Kinder, wir müssen darüber nachdenken, wovon wir jetzt leben sollen. Hundertsechzig Dollar ist alles, was wir haben, und wenn wir Uns nicht vorsehen, werden wir bald alle Hungers sterben wie-unser Vieh." Zar sagte, ob es nicht besser wäre, wenn wir nach Trinidad auszögen. Er und Mammy könnten auswärts arbeiten und ich könnte zu Hause blejben und auf Lizzi achtgeben und die Wirtschaft führen. Er war für sein Alter ein fixer Junge. Mammy sagte, das wäre für alle viell^cht das beste, und jedenfalls wäre sie schon schrecklich müde, die Fässer mit Wasser anzufüllen und meilenweit nichts als verbranntes Gras zu sehen un- die Telegraphenstangen, die vor Hitze entzweisprangen. Ich saß an diesem Morgen nach dem Frühstück der Küchentür gegenüber und gab auf Lizzi acht, und Zar machte Holz klein, als'ein Wagen über die Straße kam und vor unserem Zaun stehen blieb. Es waren zwei Männer darin. Einer stieg aus und kam auf unser Haus zu. Er war ein großer Mann und trug Stadtkleider, sowie der Prediger, der einmal zu uns gekommen war. Er sah sich ein bißchen um, dann kam er auf- mich zu und fragte, wo Mammy wäre. Ich sagte, sie sei im Hause packen, weil wir am nächsten Tage ausziehen wollten. Er sah mich lange an,' als ob er von mir etwas haben wollte, dann gab er mir einen Dollar in die Hand und sagte: „Nimm die Kinder und geh mtt ihnen hinter den Schuppen'spielen, bi- ich'dich rufe!" Ich zeigte Zar den Dollar und sagte ihm, er solle mit mir und Lizzi kommen. (Fortsetzung folgt.) Kr. 08 DamStag, 25. April 1936 Seife 3 An die Jugend! In wenigen Tagen feiern wir den ersten Mai. Er ist ein Fest- nnd Feiertag aller Sozialisten. Er wnrde uns nicht geschenkt. Seit einem Menschenalter wagten Sozialisten Stellung, Freiheit und oft das Leben, um der bürgerlichen Welt diesen einen Feiertag der Arbeit zu entreißen. An diesem Tage geben wir auf die Straße, um der Welt zu zeigen, daß wir da sind, daß in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung eine Macht besteht, fähig und entschlossen, auch unser Land zu führen. Es gilt, zugleich mit unserer Entschlossenheit auch unsere Disziplin und unsere Zahl zu zeigen. Genosse! Genossin! Eine Demonstration ist eine Probe: Für die Stärke einer Bewegung nnd für die Treue jedes Einzelnen. DeinPlatzam 1. Mai ist im Demonstrationszug der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Der Berbandsvorstand des Sozialistischen Jugendverbandrs. NIMM tfrauenlob zum Einweichen es schont die Wäsche und erleichtert die Arbeit fudetendeu isrfier Zeitepie^ef Brief an den Zeitaniegel Aus Prager deutschen fJniversitätskreisen wird uns geschrieben:• Das»Deutsche Volksblatt« in Kpvtyotau nimmt einen Brief an den»Zeitspiegel« vom 15. April, zum Anlaß, den Sozialdemokraten den Vorwurf zu machen, daß sie„an die letzten Reste sich selbst verwaltender freier Wis- senschaft Hand anlegen”. In ein Henleinblatt paßt diese Bemerkung ungefähr so wie die Faust aufs Auge. Aber eine Hochschulautonomie, die einer rückschrittlichen Minderheit die Möglichkeit gibt, freigewordene Lehrkanzeln nach politischen Gesichtspunkten zu besetzen, wird Sozialisten auch weiterhin nicht begeistern, denn wir haben immer•verlangt, das ausschließlich w i s s e-n s c h a f t- liehe Befähigung den Maßstab bilde. Das »Deutsche Volksblatt* beantwortet nicht unsere Frage, wer die Schuldtragenden an dem deutlichen Verfall unserer■ Hochschulen zur Verantwortung ziehen wird, sondern will die Aufmerksamkeit davon ablenken, daß in einem demokratischen Staate, in dem über ein Drittel der Bevölkerung sozialistisch gewählt hat, also Sozialisten sing, kein einziger ordentlicher Professor der deutschen Hochschulen Sozialist sein kann, daß kein bewußter Sozialist oder Antifaschist und Nichtanhänger Henleins auch nur Assistent werden kann. In einem demokratischen Staatswesen sollen alle Bevölkerungsgruppen gleichberechtigt sein! Unter dem Deckmäntel der jetzt bestehenden Hochschulautonomie sind die deutschen Hochschulen tatsächlich ein unbestrittener Besitzstand einer kleinep antisemitisch» nationalsozialistisch gesinnten Gruppe geworden, die rücksichtslos alle anders Denkenden bis auf geringe Ausnahmen von den bezahlten Stellen ausschließt. Wir würden gerne den Standpunkt des•»Deutschen Volksblattes« zur Abschaffung der Hochschulautonomie in Deutschland hören!, Tatsache ist, daß die Professoren San Ni- c o To, Gi qr a ch und Bunt ru, die hier so tatkräftige Verfechter der Hochschulautonomie waren, seit ihrer Berufung nach Hit> lerdeutschland kein einziges Wort zur Auf- rechterhältung der HöchschuTäütoüömie Zü sprechen wagten. Ob dasj»Deutsehe Volksblatt« auch dann für die Hochcchulautonomie eintreten würde, wenn die Mehrzahl der deutschen Hochschulprofessoren in der OSR Sozialisten wären? Intensivere Arbeit— weniger Lohn Schicksal der Bergarbeiter Mit geradezu klassischer Exaktheit hat— wie wir dem„Glückauf" entnehmen— anläßlich des Besuches des Fürsorgeministers R e L a s in Falkenau der Obmann der Union dex Bergarbeiter Genosse Josef Zinner die Lage des Falkenauer Reviers auseinandergesetzt. Er sagte u. a.: Das Falkenauer Braunkohlenrevier, zu dem die Bezirke Falkenau, Elüogen und Karlsbad gehören, beschäftigte im Jahre 1921 im Jahre 1929 im Jahre 1935 12.644 Bergarbeiter 6.106 Bergarbeiter und 3.987 Bergarbeiter welche Zahl durch Fortsetzung der Entlassungen in den ersten Mengten des Jahres 1936 zurückging. Bon dieser Belegschaft wurden: im Jahre 1921 im Jähre 1929 im Jahre i'93f> 44,453.329 q Kohle 43,981.729 q Kohle und 28,683.929 q Kohle gefördert. Der Förderanteil pro Schicht und Ar beiter betrug im Jahre 1921 im Jahre 1929 im Jahre 1935 13.90 Meterzentner 25.26 Meterzentner und 31.07 Meterzentner. Der Wochenlohn ging in diesem Zeitraum von K£ 324.37 im Jahre 1921 auf KL 225.50 im Jahre 1929 und auf KL 187.81 im Jahre 1935 zurück., Arbeitslosigkeit für Tausende und für die Arbeitenden inten- sivereArbeitund weniger Lohn— das ist die Lage der Bergarbeiter. Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 26. April, 14 Uhr 30 bis 14 Uhr 48: Immer noch Bolksverseuchnng durch narkotische Mittel(Univ.-Prof. Dr. Oskar Fischer). M i t t w o ch, 29. April, 13 Uhr 40 bis 13 Uhr 50: Arbeitsmarkt.— 18 Uhr 20 bis 18 Uhr 40: Was denkt der Arbeiter über die Kris«?(Abg. Franz Kögler-Bodenbach).— 18 Uhr 40 bis 18 Uhr 43: Soziale Informationen. I F r e i t a g, 1. Mai, 18 Uhr 10 bis 18 Uhr 50: Festprogramm der Arbeitersendung: Ansprache des Parteivorsitzenden Dr. Ludwig Czech, Chöre(Männer und Frauen) der Sängerriege des Atus-Kosolup, Rezitationen (Hans L i ch t w i tz), Musik. Sonn tag, 8. Mai, 14 Uhr 30 bis 14 Uhr 43: Die neuen Bauförderungsgesetze(Dr. Erwin Rotzmeisl). Ein SdP-Redner, der vom Gericht widerlegt wurde, ist der Ernst Petscher aus Ruppersdorf. Dieser wollte in einer Versammlung di« Sozialdemokratie dadurch„erledigen", daß er den Genossen Drbohlav verächtlicher Handlungen beschuldigte, die dieser im Jahre 1906(!) begangen haben soll. Das Gericht bewertete die Argumentation des Petscher mit drei Tagen Arrest, wenn auch bedingt, und mit der Verpflichtung zum Ersatz der Advokatenspesen. Dieses Urteil stützt sich auch auf das Geständnis Petschers,«in Beweis mehr für die alte Erfahrung,— daß der Lliut der Henleiner vor den Türen des diversen Amtsgebäudes aufhört. Die Hauptversammlung der Nnturfreunde- Winter-Touristen findet am Samsrag, den 2. Mai, im BolkshauS in Bodenbach statt. Die Bezirksleitungen(nicht die Sektionen) entsenden für je 50 aktive, zahlende.Mitglieder einen Dele- Besserung der Beschäftigung Im Mürz 1936 um 192.000 mehr Krankenversicherte als Im März 1935 Rach den Ausweisen der Bezirkskrankenversicherungsanstalten, welche der Zentralsozialversicherungsanstalt unterstehen, und der Beamtenkrankenkässen waren im März dieses Jahres durchschnittlich um 173.058 Personen mehr versichert als im Feber 1936 und um 192.136 mehr als im März des Vorjahres. Die Bewegung der Versichertenzahl geht ans der nachstehenden Tabelle hervor, welche den Stand jeweils am Letzten eines jeden Monats angibt. Jahr Krankenkassen Monat die der ZSVA unterstehen Beamten« 1935 Arbeiter Angestellte u. Beamte zusammen krankenkassen Jänner. 1,654.611 169.305 1,814.916 210.854 Feber 1,659.079 170.047 1,829.126 212.170 März, 1,760.475 171.168 1,931.643 212.205 April. 1,886.540 171.741 2,058.281 212.502 Mai 2,025.619 173.040 2,198.659 213.374 J«ni. 2,053.978 171.927 2,225.905 213.998- Juli.. 2,098.630 165.477 2,264.107 216.543 August. 2,076.259 165.596 2,241.855 217.680 September 2,044.043 169.106 2,213.149 219.344 Ottober. 2,058.894 171.575 2,230.469 221.319 November 1,996.163 173.410 2;169.573- 222.841. Dezember 1936 1^695.377 174'L19 1,869.tz9tz 222.316 Jänner. 1,772.319 171.578 1,943.897 225.825 Feber 1,763.243 172.635 ) ,935.878 227.038 März. 1,934.738 174.084 2,108.822 227.152 SN an. Auf dem Geldmarkt hält die Flüssigkeit Der Kreditbedarf ist bisher gering, die Unternehmungen besitzen noch genug eigener liguider Mittel zur Finanzierung des sich belebenden Betriebes. Die günstige Entwicklung der Staatsfinanz- einkünfte auf dem Gebiete der öffentlichen Steuern und Abgaben dauerte auch ssn Feber an. In der Jndustrieerzeugung stellte sich Heuer die Frühjahrsbelebung in vielen Zweigen sichtbarer als in den vorhergehenden Jahren ein, was auch für den Bedarf des Binnenmarktes gilt. Die ersten Rachrichten über die heurige Bautätigkeit zeugen von deren günstigeren Voraussetzungen, vornehmlich in den Stadtagglomerationrn. Infolge des größeren Wirtschaftsvertrauens in die Preisentwicklung kann eine beginnende Bildung von Lagerreserven beobachtet werden. Die Ergebnisse des Außenhandels waren auch im März d. I. neuerlich besser als-vor einem Jahr, wobei an der Ausfuhrsteigerung wieder die freien Exportgebiete den größten Anteil nehmen.. Wlrtschafftsbelebung hält Aus dem Bericht des Bankamtes Der Bankrat der Nationalbank hielt am Freitag seine ordentliche Monatssitzung ab. Dem Geschäftsbericht entnehmen wir folgendes:. Dje politische Spannung in Europa, welche durch die Besetzung der demilitarisierten Rhein zone durch Deutschland entstand und durch die er folglosen Bestrebungen- nach Liquidierung des afrikanischen Kriegskonfliktes verstärkt wurde, hatte eine allgemeine Zunahme der Unsicherheit in den internatio nalen Beziehungen zur Folge. In der Weltwirtschaftsentwicklung verursachte jedoch diese politische Unruhe bisher keine größeren S t ö r u n g e n, da die durch diese neuen Kompli kationen hervorgerufenen diplomatischen Ver- handlungen sichtlich von dem Bestreben geleitet wurden, eine Lösung auf dem friedlichen Wege des Uebereinkommens zu finden. Rach den jüngste« Nachrichten nimmt die Wirtschaftsbelrbnng weiter an Umfang zu, und zwar auch in Ländern, die bisher von dieser unberührt blieben. Die Entwicklung in der Tschechoslowakei war analog z« dieser Welt-....... wirtschaststendenz, der Frühlingszuwachs der Aus Exportkreisen laufen zahlreiche Beschwerden Erzeugung und der Beschäftigung scheint Heuer über die übermäßige Dumpingkon- in zahlreichen Branchen stärker zu sein alsikurrenz einiger Staaten auf den Ayslands- man bloß aus Saisonvoraussetzungen rrwar-1 Märkten ein. Die Märzbilanz des Außenhandels tete. war aktiv. gierten, wobei ein Delegierter auch eine Vertretung übernehmen kann. Die ausständigen Berichte über die Tätigkeit sind umgehend einzusenden. Der Beginn der Tagung wird von 3 Uhr nachmittags auf halb 5 Uhr verschoben. Die Reichsleitung. Die Angestelltenjugend fordert! Anläßlich des Verbandstages des Allgemeinen Angestellten-Ber- bandes inReichenberg traf Ostermontag auch die Jugend aus den größten' nordböhmischen Ortsgruppen zu einer bedeutsamen Kundgebung zusammen, die unter überaus großer Beteiligung vor sich ging. Als Hauptredner sprach Verbands-Jugend- ' fetter Hermann Müller(Reichenberg) über den Kampf des Verbände- füt di« Angeftelltenjugend. Begründet durch die Feststellung der wirtschaftlichen Lage und deren Auswirkungen im Angeftelltenbe- rufe, ganz besonders in der Angestelltenjugend, um- I schrieb der Redner unter oftmaliger Zustimmung der | Versammelten die Kampsaufgaben der Jugend im I Allgemeinen Angestellten-Berbande und dessen Programm für die wirtschaftliche und soziale Besserstellung. Neuerdings erging aus dieser Kundgebung ! der Ruf nach gerechter Berücksichtigung der sudetendeutschen Angestellten und Angestelltenjugend. In sozialpolitischer Hinsicht erhob die Versammlung vor allem die neuerliche Forderuckh nach Einbeziehung der kaufmännischen Lehrlinge und Lehrmädchen in das Privatangestelltengesetz. Besonderer Nachdruck wurde jedoch auch auf das Verlangen ausreichender Hilfe für die arbeitslose Jugend gefegt. Die anwesende Jugend stimmte begeistert mit dem Redner überein, den Umbau der derzeitigen Wirtschaftsordnung in eine Form vernünftiger Plan- und Bedarfsdeckungswirtschaft unter Mitbestimmung der arbeftenden Menschen geistig bereits heute vorzube reiten. Außerdem sprachen die Verbandsvertreter, und zwar der bisherige Verbandsobmänn Florian B e r g m an n und der neugewählte Verbandsvorfitzende Franz Kirchhof, die Vie^Angestelltenjugend der vollsten Solidarität und des Verständnisses des Verbandes für ihre Eristenzftagen versicherten. Mit besonderer Genugtuung- nahm He Kundgebung auch zur Kenntnis, daß der Allgemeine Angestellten-Verband ab 1. Mai d. I. seinen Jugend-Monatsbeitrag auf 2 KL ermäßigte, ohne daß die bisherigen unerreichten Anwartschaften der Jugend geschmälert werden. Ebenso begrüßte die'Jugend die Widmung des eigenen Kurhauses, in Bad Liebwerda zu Jugend-Erholtings- und Schulungszwecken.— Ostersonntag führte die Jugend Sport- und Tischtennismeisterschaften' durch und wirkte abends bei dem Festabend zu Ehren der Verbands- Neue NRA-Gesefee? Zuifl Zwecke des Sftidiums der Rückwirkungen der aufgehobenen NRA-Gesetze auf die Volkswirtschaft, insbesondere auf die Arbeitsbedingungen, wurden vom Präsidenten Roosevelt zwei amtliche Büros im Rahnten des Handelsministeriums gegründet, und zwar:„Ausschuß für industrielle Analyse" und die„Abteilung für Industrie-Wirtschaft". Die'Tätigkeit, der beiden Büros wurde ursprünglich bis 1. April 1936 befristet. Nach den vorliegenden Meldungen hat sich Roosevelt zu einer Verlängerung entschlossen. Wie der„Frankfurter Zeitung" aus Washington gemeldet wird, beabsichtigt Roosevelt durch die Untersuchung dieser Büros Grundlagen für ein Gesetz zu schaffen, das an die Stelle der NRA treten soll. Zum ersten Frühjahrs-Rendezvous kommen Sie und Er schon in Frühlingskleidern. Sie im neuen Kostüm mit einem Blumensträußchen am Revers des Kostüms, in neuen Bata'Schuhen. Et im Frühjahrsraglan und Nubuk-Halbschuhen von Bata, die so ausgezeichnet gefallen. Diese beiden entzückenden Menschen werden gute Eheleute werden. Sie verstehen einander in allen Sachen und einigen sich gut. Beide sind überzeugt, daß es am vorteil- | Haftesten ist, bei Bata einzukaufen. 1030 ssn untere ssdnrnenlen, l-erer und Kolporteure! Wegen be$ StaatsfeiertageS am Freitag, den 1. Mai, entfällt am Samstag, de« 2. Mal unsere Ausgabe. Die nächste Ausgabe erscheint dann zur gewohnten Stunde am Sonntag, de« 3. Mat. Die Verwaltung. Stite 4 amStag, 25. April IW« Nr. 98 Vom Arbcifcr-Tiirn- und Sport-Verband Sport am Sonntag Im 3. AtuS-Kreis gelangen in der Fußball- Meisterschaft der ersten Klaffe u. a. nachstehende Spiele zur Austragung: Schönpriesen gegen Wan- now, Aussig-Nord gegen UllgerSdorf, Kleische gegen Nestersitz, Aussig-Ost gegen Krochwitz, Schönfeld gegen Predlitz; spielfrei: Türmitz. Tabrllenftand der Meisterschaft Gruppe ll Spiele Tore Punkte Kleische,, . 8 35:12 15 Nestersitz., a . 8 29:12 13 Aussig-Nord» ■ . 8 29:25 7 Ullgersdorf. ■ . 8 14:16 7 Schönpriesen. . 8 17:25 4 Wannow,, • . 8 5:37 ff Gruppe Hk Schönfeld., W . 6 ' 17:11 8 Predlitz., a . 6 14:11 8 Krochwitz., ■ . 5 19:9 7 Türmitz.« W . 7 16:22 7 Aussig-Ost. .« 5:18 0 Anstoß 3 Uhr nachmittags. Spieländerungen nach beiderseitiger Vereinbarung gestattet, jedoch den Schiedsrichterobmann und Kreis verständigen. Berichte find sofort an den Kreis zu senden. Frankierung 1 KL per Umschlag. Die Kreisspielleitung beruft für S ä m S t a g, Len 25. A pr i!, abends 6 Uhr, in Aussig. VolkShauS, ihre fällige SreiSspielauSschuhfitzung ein. Die Genoffen werden ersucht, ihre Abfahrtszeit so einzurichten, daß pünktlich begonnen werden kann, da reichhaltiges Material der Erledigung zugeführt werden mutz. Die Kreisleitung. Die Geisteskrankheit des„Rassismus** Professor Hermann Gauch hat in einer neuen Schrift„Neue Grundlagen der Rassenforschung" die„Rassenkunde" um neue„wissenschaftliche Entdeckungen" bereichert, die man der Oeffsntlichkeit nicht vorenthalten soll, damit sie die Verwirrung der Geister im Herzen Europas etwa- besser kennen letiii. Wir zitieren kommentarlos: „Bei unnordischen Völkern stehen die Zqhne, entsprechend der schnauzenartigen(!) Enge des VorderkieferS, in einem schrägeren Winkel als bei Tieren. Die mahlende Bewegung beim Kauen der nordischen Menschen er- larrbt diesen Vorgang bei geschlossenem Mund vorzunehmen, während die Angehörigen anderer Rassen dazu neigen, dieselben schmatzenden Geräusche wie Tiere von sich zu geben. Der nordische Mund hat noch andere überlegene I Eigenschaften. Weil dieroteFarbe eine anregende Wirkung ausübt, reizt und verführt der großeroteMunddenNordi» scheu zum Küssen und zur Liebe. Der nordische Mund ist k u ß f ä h i g. Anderseits zeigt daS breitlippige, dicke, unnordische Maul im Verein mit weitoffenen Nasenlöchern sinnliche Begehrlichkeit, einen falschen und überheblichen Ausdruck, und seine Bewegungen deuten auf ivoll- lüstige Verweichlichung. Das Zuhilfenehmen von Händen und Füßen beim Sprechen ist charakteristisch für die Nichtnordifchen, während der nordischeMensch ruhig, häufig nritdenHändeninder Hosen- t a s ch e dasteht. 8m allgemeinen kann einzig die nordische Rasse Laute von zweifelhafter Klarheit von sich geben, während bei den Unnordischen die Aussprache undeutlich, die einzelnen Laute verworrener und ähnlich denjenigen von Tieren find, die bellen, schnarren, kreischen und quaken. Warum können sich die Unnordischen, wenn sie den Affen näher verwandt sind als den Nordischen, doch mit Nordischen vermischen und nicht mit Affen? Die Antwort lautet: Es ist keineswegs bewiesen, daß die Nicht- nordischen sich nicht mit Affen vermischen können." Für bessere Sprachkenntnisse der militärischen Instruktoren. Aus den Kreisen d«S Generalstabs wurde auf die ungenügenden Gprachkennt« niffe der militärischen Instruktoren hingewiesen. Dieser Umstand bereitet bei der militärischen Ausbildung der den nationalen Minderheiten an* gehörenden Soldaten erheblich« Schwierigkeiten. Der Militärverwaltung wird vorgeschlagen, für einen entsprechenden Ausbau des Sprachunterrichtes an der Militärakademie Sorge zu tragen und Stipendien für die Vervollkommnung in bestimmten Minderheitensprachen, besonders im Ungarischen, zu gewähren. Sturm in Pretzburg. Donnerstag wütete in Preßburg und Umgebung während des ganzen Tages ein ungewöhnlich heftiger Sturm, der Scha- Das größte Luftschiff der Welt Akron.(Staat.. Ohio.) Die Gesellschaft „Good Aear Zeppelin" wird das größte Luftschiff der Welt bauen. Gemäß ven fertiggestellten Plänen wird das neue Luftschiff 2 6 0 M e* ter lang sein, d. i. um 26 Meter länger als das neueste Luftschiff»Hindenburg", Der Durchmesser wnrd 40 Meter betragen. Nach Mitteilungen des Präsidenten der Gesellschaft, „Good Dear Zeppelin" Litchfield wird dieses neue größte Luftschiff der Welt den Transozeandienst des Luftschiffes.Hindenburg" ergänzen. 53.682 folgt au» den Reihen der gesaniten Bevölkerung des I re icke Vorbereitungen für die Verteidigung der Ton-, des Terek-, Kuban- und Stawropol-Gebieres* Hauptstadt. 21.987 29.711 42.098 52.769 66.276 84.534 92.562 20.360 28.987 39.796 52.389 65.133 83.955 92.173 24.201 35.861 42.826 56.552 66.432 84.906 92.843 25.831 37.288 43.316 59.459 74.029 89.118 92.939 14.498 37.899 60.059 74.867 18.670 28.494 39.716 49.509 63.741 78.774 91.354 22.990 23.092 24.409 32.843 35.928 42.625 47.794 50.398 50.420 52.512 60.753 60.791 62.670 63.782 70.268 86.492 90.772 92.090 94.449 94.552 107.553. der Klassenlotterle verbindlich, der Freita g-Ziehung der tschechosiowakischen Klaffenlotterie mit Ausnahme der im Gebirge wohnenden Natwna« litäten. Im Herbst wird für alle Kosakendivisionen eine besondere Uniform eingeführt werden. Die Kavallerie-Regimenter, die aus den im Gebirge wohnenden Nationalitäten rekrutiert werden, werden in eine besondere Kavalleriebrigade vereinigt. Bischof für sechs Dollar. Ern kirchlicher Wür- deMräger zu werden, ist heute im Lande der unbegrenzten Narrheften nicht mehr schwer. In Los Angeles hat sich nämlich«ine neue protestantische Sekte gegründet, die auch als erstes eine theologische Fakultät eröffnete.' Der Unterricht erfolgt brieflich, und der volle Kursus kostet nur drei Dollar, wofür man den TÜel„Doktor der Theowgie" erhält. Und wenn man noch' einen Ergänzungskursus durchmacht, der ebenso vixl kostet, jo wird man für insgesamt sechs Dollar sogar Bischof dieser neuen Kirche. Sie har bereits 90V Schüler, was folglich für ihre Gründer mindestens 2700 Dollar Reingewinn bedeutet. Denn die Unterrichtsbriefe stellt ihnen eine Mission kostenlos zur Verfügung'.' Postdienst am 1. und 21. Mai 1936., Am 1. Mai 1936 wird der Dienst im Post-, Telegraphen- und Telephonverkehr wie an Sonntagen, am 21. Mai 1936 wie an Feiertagen versehen Werden. Am letztgenannten Tag wird die Post nur im Ortsbestell- bczirk zugestellt werden. Wahrscheinliches Wetter SamStag. Unbeständig, mäßige Erwärmung, ohne erhebliche Niederschläge.— WetterauSsichten für Sonntag: Wetterlage zwar ziemlich unsicher, weitere Wetter« befferung und Erwärmung jedoch nicht ausgeschlossen. not, von der zirka 100.000 Erwacksene und 50.000 Kinder betroffen find. Dazu hat sich der Flecktyphus gesellt, für dessen Ausbreitung gerade die kommenden Wochen am gefährlichsten sind, wenn die polesischen Bauern ihre Winterpelze ausziehen und das darin befindliche Ungeziefer, die Verbreiter des Flecktyphus, von Hütte zu Hütte zu wandern beginnen. An allen größeren OrtSschaften mußten Typhusspitäler vom Roten Kreuz eingerichtet werden, das auch eine große Hungerhilfe organisiert hat. Die schulpflichtigen Kinder' erhalten täglich eine kostenlose Mahlzeit. Bei der ungeheuren Rot ist dies jedoch natürlich alles nur ein Tropfen, auf einen heißen Stein. Weltkrieg und kein Ende. Auf einer Straße in der Ortschaft Osojnik bei Dubrovnik spielten einige Knaben Fußball. Als der Ball in das Gestrüpp fiel und sie ihn suchten, fanden die Kngb.n eine alte österreichische Fünfzehn« zentimeter-Granate aus dem Wett« krieg. Einer von ihnen holt« eine Zange und wollte die Granate öffnen. Es erfolgte eine Er- .plosion, durch deren Gewalt vierKnabenin 18.245 28.005 39.621 48.853 63.277 78.151 90.707 95.697 97.241 100.435 104.830 107.363 5 wurden nachfolgende Gewinste gezogen: K« 20.000 das Los Nr. 47.601. Kö 10.000 die Lose Nr. 2.636 25.296 82.396. 85.190, 90.325 92.718 99.235. K6 5.000 die Lose Nr. 7.609 9.783 11.578 22.611 40.667 60.295 84.768 Ke 2.000 die Lose Nr. 221 2.794 3.385 5.328 5.795 6.771 7.216 7.363 9.890 14.645 15.150 16.645 16.927 26.512 39.301 48.636 63.165 74.876 90.499 94.311 108.165 109.665 usw. Abessiniens Kronprinz übernahm die Regierungsgeschäfte Der NeguS hat den Kronprinzen Asfou mit der Führung der Regierungsgeschäfte beauftragt. Der Prinz ist bereits in den Kaiserpalast von Addis Abeba eingezogen und traf dort umfang- Ein Segelschiff für Touristen Alljährlich verkehrt zwischen Schweden und Finnland ein Segler, der Touristen für wenig Geld in einer wochenlangen Fahrt von einem Land zum anderen befördert. 2n eineiu schönen Viermaster ohne Motor erlebt dec Reisende die wirkliche Romantik der Seefahrt auf einem Segler. Ziehung U n Prag. Bei Klaffe der 34. den an Bäumen, Dächern und Reklametafeln ver- Stücke gerissen wurden. Dem fünften ursachte. Auf dem Fußballplatz des S. K. Bra-■ Knaben wurden beide Beine weggerissen, tislava in Petrjalla. hat der Sturm, das Dach• Auch, er ist kurz darauf g e sto^b e u. einer Zuschauer-Tribüne in 80 Meter Länge ab- gedxckt. Die Zuschauer, die einem Füßvallweü- kampf beiwohnten, kamen mit dem bloßen j Schrecken davon. Eine 53jährige Arbeiterin wurde durch herabfallende Mauerstucke ernstlich verletzt. Heute hat der Sturm nachgelassen. Fast 5000 neue Rnndfnnkabonnenten. Im Monat Diärz hat sich die Zahl der Rundfunkkon- zeffionen um 4847 erhöht. Der größte Zuwachs entfällt wiederum auf die Prager Postdirektion. Insgesamt betrug die Zahl der Rundfunkkon- zessionäre Ende März 868.326; davon entfallen auf die Prager Postdirektion 468.181, d. s. 54.23' Prozent. Die Brünner Postdirektion weist 146.303 Radiohörer auf, dann folgen Pardubitz mit 85.124, Triwpau mit 67.130, Preßburg mit 64.285, Kaschau mit 23.720 und Karpathoruß- land mit 8583 Radiohörern. 300.000 Kronen veruntreut. Vor dem Strafsenat des Mähr.-Ostrauer Kreisgerichtes hatte sich gestern der 32 Jahre alte ehemalige Beamte der Mähr.-Ostrauer Sparkasse, Jar. W i l l e r t h, zu veranftvorten, der sich in den Jahren 1931—1935 unberechtigterweise Spar kassegelder aneignete. Die Anklage legte ihm zur Last, das Institut um 605.000 llö geschädigt zu haben. Der Angeklagte Willerth bekannte sich je doch bloß zu einer Veruntreuung von 302.000 XL. Dem Schuldspruch wurde dieser Betrag zugrunde gelegt und Willerth zu 2^Jahren schweren Ker ker verurteilt. Willerth nahm die Strafe cm. Hungersnot in der Woiwodschaft Polefie. In Polesie, der größten und gleichzeitig ärmsten Wojwodschaft Polens, deren fast lOOprozentige Abstimmung für die Regierungsliste seinerzeit starkes Auffchen erregte und zur Anzweiflung des Wahlergebnisses beitrug, herrscht teilweise aus gesprochene Hungersnot. Das Gebiet besteht großenteils aus Wäldern und Sümpfen.. Der Moorboden ist unfruchtbar, und es würde Millio neninvestierungen erfordern, um ihn zu ent wässern und für landwirtschaftliche Zwecke brauch bar zu machen. So gibt es in Polefien Dörfer, die nur im Winter, wenn die Sümfe gefrieren, Ver bindung mit der Außenwell erhalten. Die Ein wohner, meist Ukrainer, tragen fest Jahrhun derten nur selbstangefertigte Kleider und ernäh ren sich von den Ergeuzmssen ihres kärglichen Bodens. So sind die Dörfer, wo man Landwirt schaft, Viehzucht und Fischfang treibt, autark. Wenn die Getreide- und Heuernte schlecht ist, müssen die Bauern hungern. In dem letzten nässen Winter ist nun das im Freien aufgestapelte Heu verdorben, so daß die Bauern genötigt waren, das Vieh mit Getreide zu füttern. Daher war das Getreide schon Mitte Feber aufgebraucht, und die iiuv„„ J1H, w w Bauern haben nun selbst nichts zu essen. sondere in den Bezrrken Pmft, Kamien-Korszki j©ef«#«««* unb vorgehaltenem Revolver und rief und Stolin herricht se.t Anfang Mar^Hungers- I ben^iden anwesenden weiblichen Angestellten zu: s„Hände hoch!", schnitt die Fernsprechleitungen durch ? und raubte aus dem Kaffenschrank nahezu 1700 Mark. Er fuhr daun mit einem Fahrrade davon. Rach kurzer Zeit erschien der Räuber ohne Maske wieder I und wollte 20 Mark auf ein Konto einzahlen. Die Angestellten erkannten ihn sofort als den Täter wieder. Der Räuber wurde verhaftet und einem ersten Verhör unterzogen. Er gestand die Tat ein. Als er erneut vernommen werden sollte, fand man ihn in seiner Zelle erhängt vor. Auferstehung der Kosaken. Durch Befehl des ; Volkskommissars für Verteidigungswesen, Woro- I schilow, werden die zehnte und zwölfte Territorial» Division und die vierte und sechste Kavalleriedivision umbenannt in die zehnte Terek-Stawropoler und die zwölfte Kubaner territorial« Kosckkendivifion, ferner in die vierte Kuban-Terek Kosakendivi- fiou und die sechste Donkosakendivision. Im Dongebiete wird die dreizehnte terrftoriale Donkosakendivifion formiert. Die Ergänzung sowohl der territorialen wie der Kaderdivifionen der Kosaken er« Vom Rundfunk taeMilMiwertM aus den Programmai Sonntag: Prag, Sender L: 7.30: Konzert auS Karlsbad, 8.30: Orgelkonzert, 9.10: Lieder- und Viölinkom- posuionen von Marsik, 11.10; Bach-Kantate, 17.15: aus„Aida", 17.45: Deutsche Sendung: Lustspiel von Otto Pick, 18.05: Sportnachrichten, 18.15: .Glücklicher Zufall", Rundfunkspiel, 18.50: Deutsche Preffe, 19.40: Buntes Konzert: Mozart, Strauß ete. 21.25:' Dvokäk- Kompositionen, 22.25: Deutsche "Preffe. Sender S: 14.30: Deutsche Sendung: Arbeite rfunk: Tr. Oskar Fischer: Immer noch Bolksver- feuchuug durch narkotisch« Mittel, 15: Lieder von Klabund.— Brünn 9.55: Salonguartett, 17.50: Deutsche Sendung: Soldatenleben in der Musik.— Kascha« 12.20: Mittagskonzert, 21.05: Militärkonzert.— Mäbrisch-Ostrau 17.45: Strauß-Walzer, 19.10: Groteskes Quartett. Unzufrieden« Arbeiter.^ Die Arbester-der JG-Farben in Ludwigshafen ä. Rh.' stellen sich ] immer feindlicher zum Hitlersystem. Ihre letzte große Enttäuschung erlebten sie anläßlich der Ankündigung eines Hitler-Besuches. Sie mußten sich an diesem Tage von 12 bis 17 Uhr bereithalten. Daß Hiller selbst nicht kam, war für sie kein Schmerz. Daß aber der Lohnausfall nicht ersetzt wurde, erbitterte sie sehr. Es war ohnehin etwas Unruhe in den Betrieb gekommen, weil einige Arbeiter, die man für Hitler für gefährlich ansah, vorher verhaftet wurden. Verschiedene ! der Verhafteten befinden sich noch nicht in Frefk» heft.(FK).. Geburtstagswitze. Unter den Nazis scheint eS nicht selten vorzukommen, daß sie einander bei sehr ernsten Gelegenheiten verulken. So mußte es aufsallen, daß A d o l f.z u m G eburt^stag eine ganze Reche von W i e g e n k ö r b e n mit Baby-Ausstattungen erhielt. In die Reche der Scherze, die unter Umständen für die Urheber dumm ausfallen können, gehört anscheinend auch folgende, von der„Frankfurter Zeitung" berichtete Aktion: Als am 7. März die deutschen Truppen in dir Friedensgarnisonen im Rheinland einrückten, -hatte der Gau Saar-Pfalz der NSDAP die Ab- . sicht, dem Führer und Reichskanzler zu seinem Geburtstag eine. Flak-Batterie zu übergeben. Wie Gauleiter" M'irckel setzt m einem Telegramm an Adolf Hitler, mitteilL isr diese Absicht geändert worden:„Unser Vertrauen," so heißt es darin, „daß J"hrem so wahrhaften F r i e- denSwillen immer mehr die Vernunft''der Wett, vor allem aber unserer wesllichen Nachbarn, begegnen möge und nicht zuletzt die Ueberzeugung, daß Sie glücklich find, dann an Stelle der mlli- tärischen Aufrüstung die soziale Aufrüstung treten zu kaffen, hat ünS bestimmt Zhnen keine Kanonen zu übergeben, sondern den Betrag von 526.000 RM. Ich tue dieS im besonderen Hinweis aus Ihr« denkwürdige Rede in Karlsriche, in der Sie zum Ausdruck brachten, daß es Ihnen nützlicher erscheine, an Stelle von Kanonen Arbeiterhäuser zu bauen." Daß Hiller ernstlich Arbeiterhäuser bauen statt. Kanonen gießen wolle, ist natürlich nicht anzunehmen. Wenn es kein dreister Scherz des Bürckel ist, so könnte es nur eine bestellte Propaganda sein, die für englische Heilsarmee- Gemüter bestimmt ist. Ein belgisches Militärflugzeug, das von einem Pilotenschüler gelenkt wurde, ist abgestürzt und fing beim Aufprallen Feuer. Der Pilot kam in den Flammen um. | Räuber»der Irrsinniger. In Kronberg im Taunus betrat Donnerstag abends«in junger Mann die «r. 98 SamStag, 25. April 1936 Seit, 5 Volksfront und KP Etwas über kommunistischen Sozialfaschismus Scheitei« gestörte«. In Innsbruck starb der ehemalige sozialdemokratische Nationalrat Wilhelm' Scheibein im 68. Lübensjahre. Scheibein spielte im letzten österreichischen Parlament eine Art historische Rolle. Er war es, der durch irrtümliche Abgabe zweier auf seinen Namen lautenden Stimmzettel bei' der Abstimmung über die Frage der Ahndung des Eisenbahnerstreikes im Jahre 1933 den Anlah zur Ausschaltung des Parlamentes gab. Ter zrveire Stimmzettel hätte von dem sozialdemokratischen Abgeordneten Abram abgegeben werden sollen. Im Verlauf der darüber entstandenen Geschäfts- ordnungsdebatte legten alle drei Hauspräsidenten ihre Funktionen nieder, wodurch der damalige Bundeskanzler Tx. Dollfuß die Handhabe zur Ausschaltung des Parlaments erhielt. Scheibein wirkte ein ganzes Leben lang für die Interessen der Arbeiterklasse, er war ein eifriger Vertreter seiner Klasse, deren Vertrauen er im hervorragenden Maße genoß. Sein Werk setzen im schwarzen Lande Tirol die jungen Illegalen fort, die er erzogen hat. Japaner fördern Dpinmienchr. Miß Muriel Lester ist eben von einer Studienreise nach China heimgekehrt und erzählt, im„Daily Herald": Meine Untersuchungen haben ergeben, daß die Anstrengungen der Chinesen, die Herstellung von' Opium und den Handel mit diesem Rauschgift auszurorten, durch die Japaner fortwährend sabotiert- werden. Dabei wird von dem abgezwungenen Vorrecht. der Exterritorialität reichlich Gebrauch gemacht.- In den letzten drei Jahren haben Japaner die bereits unterdrückten Giftbuden wieder aufgerichtet.^ In Futschou allein sind jetzt 378 japanische Opiumhöhlen..In Amoy steht man ganz allgemein Firmenschilder:„Hier gutes Opinm". Chinesische Detektivs stnd beauftragt, die Kunden zu verfolgen, aber diese werden im Schutz kräftiger Wächter aus Formosa heimgeleitet, die vor den Opiumladen bereitstehen und nicht zögern, über die Detektivs herzufällen.. In der. entmilitarisierten Zone liegt die' hübsche Stadt Tschangli. Die Chinesen hatten dort die Giftbuden zerstört, aber die Japaner haben 157 neue und dazu Pfandleihen, Spielhäuser und Bordelle erstehen lassen. Ich weiß, sagt Miß Lester^ daß auch Briten sich in Sachen des Gifrhandels schlecht benommen haben, aber das kann kein Grund sein, über den traurigen Stand dieser Angelegenheit zu schweigen. Zum Schluß meint sie, die japanische Bollsvergiftung erwecke eine um so kräftigere ch i n e s i s ch e A b w e h r, die sich in die Reformbewegung umsetzt. Schulkind erstreik. In. Marchfield im Staate Illinois(USA) versuchten fast 2600 Kinder durch «inen Streik die Entlastung eines unbeliebten Schullehrers zu erzwingen. Zehn Tage hatte der Streik gedauert, und während dieser Tage verhandelten die Behörden und die Eltern mit den Rädelsführern des Streiks— ebenfalls Kindern natürlich— ohne deren-Erlaubnis kein Kind in die Schule zu gehen wagte. Ter Streik endere schließlich mir einem Kompromiß. Die Lehrer versprachen, in Zukunft alle notwendig werdenden Strafen mit dem Elternrat zu besprechen. .Der Part von Lincoln. Man kennt das Bildnis Don Abraham Lincoln, dem Sklavenbefreier, auf dem er'mit einem Kinn- und Backenbart abgebildet ist. Ein interessanter Fund, der jetzt in den Archiven grmachr worden ist, erklärt diese Barttracht. Es stellt fich heraus, daß Lincoln in der ersten Zeit immer rastert ging.. Aber aus einem eben gefundenen Brief und, aus der Antwort Lincolns darauf erfährt man, daß er fich auf Bitten einer kleinen Schülerin «ntschloffen bar,'fich einen Bart stehen zu lassen. Diese, Grace Badell, schrieb ihm im Jahre 1860, daß er wesentlich männlicher auSsehen würde, wenn er einen Bart trüge, weil er ein eingefallenes Gesicht. hab«.. Di« damals Elfjährige glaubte sagen zu können, daß er nur mit Bart zum Präsidenren gewählt werden würde. Seltsamerweise nahm Lincoln diesen Brief' sehr ernst. Er würdigte ihn nicht nur einer persönlichen Antwort, sondern erkannte aucki die Argumente als stichhaltig an. Er fürchte nur, schrieb er, daß, da er bisher keinen Bart getragen hab«, die Leute ibn für eitel halten könnten. Es gibt fast keinen Artikel, keinen Aufruf in der kommunistischen Preffe, es gibt keine Rede eines Kommunisten, die nicht Mit einem Hymnus auf die Volksfront in Frankreich und Spanien enden, und darauf gestützt, auch die Volksfront in der Tschechoslowakischen Republik fordern. Weniger enthusiastisch aber wird gesagt, was die Volksfront in jenen Ländern därstellt. Darüber breitet das Gottwaldsche AK schamhaft den Mantel der neuen Linie..Deshalb müssen wir.den uniformierten Kommunisten einmal ganz klar. sagen, daß diese diversen Volksfronten, bom kommunistischen Standpunkt aus gesehen, ganz ordinärer Sozialfaschismus stnd— wie man früher zu sagen pflegte.. Von den Kommunisten wird die Sache so dargestellt, als ob überall dort, wo die sogenannte Volksfront besteht, die Kommutt i st e n u, n d i h r e P r i n z i p i e n im Vordergründe stünden. In Frankreich steht an der Spitze der Volksfront der bürgerliche Radikale Daladier, der sorgsam darauf achtet, daß in das Programm der Volksfront sich ja keine Forderungen einnisten, die über das bürgerlich-kapitalistische Regime, hinausführen. Daß die KP Frankreichs sich dieser Führung der Volksfront anpaßt, beweist nicht nur das Programm der Volksfront, sondern vor allem auch der Führer der KPF T h o r e z, der in einer Rede, die der Rundfunk über ganz Frankreich verbreitete, sagte: „Wir haben die Trikolore unserer Väter mit der roren Fahne unserer Hoffnungen versöhnt!.." Vorderhand führt Daladier die„Trikolore Unserer Väter" der Volksfront voran, und hinterdrein marschieren sehr folgsam die Kommunisten „mit der roten Fahne ihrer Hoffnungen"- In Spanien hat die Kommunistische Partei den Parteivorstand der sozialdemokratischen Partei öffentlich aufgefordert, sofort mit ihr „Verhandlungen über die Schaffung einer einheitlichen, proletarischen Partei zur Durchführung der bürgerlich-demo- k'r a t i s ch e n Revolution aufzunehmen." Auch über diese„führende Rolle" der KP Spaniens erzählt die kommunistische Presse sehr wenig. Neben diesen Volksfronten in Europa gibt es aber auch noch einen, von der kommunistischen Presse gänzlich totgeschwiegenen Versuch der Bil-. düng einer Volksfront— in China. Volksfront unter Einschluß von Tschang-Kai-Schek, jenem Tschang-Kai-Schek, der schon einmal eine verhängnisvolle Rolle im Leben der KP Chinas gespielt hat. Vom Jahre 1924 bis 1927 bestand nicht nur eine Einheitsfront mit der bürgerlichen Partei der Kuomingtang und ihrem Führer üustand Der 10. Allrussisch« Kongreß des Komsomol. Am 15. April hat der am 10. April eröffnete Komsomol-Kongreß eine feierliche Sitzung im Moskauer Großen Theater zusammen mit den Vertretern der Roten Armee abgehalten. Der Komsomol ist der Chef der Kriegsmarine und der Luftstreitkräfte der USSR, und diese Sitzung sollte die Einigkeit der j u n g en Sowjetpatrioten mit der'Arinee demonstrieren. Vor einem gigantischen Bildnis von Stalin, das mit. Blumen dekoriert ist, steht unbeweglich eine' Ehrenwache. Hinter dem Tisch des Präsidiums sitzen der Stellvertreter des Verteidi- gungskommissars Gamarnik, die Marschälle der Sowjetunion: Jegorow, der Chef des Generalstabes, und Budjonny, der Oberkommandierende der Sowjetkavallerie, und andere Sowjetgeneräle. Tschang-Kai-Schek, sondern— auf Befehl Stalins— wurde die KP Chinas damals faktisch aufgelöst und ihre Mitglieder in die Kuomintang ge-; drängt. Im Frühjahr 1927 wendete plötzlich Tschang-Kai-Schek seine kommunistenfreundliche Politik um 180 Grad und schlug gegen die Kom-, munisten los. Die Reste der KP Chinas sowie alle ihre Hilfsorganisationen wurden verboten, alle früher offiziellen, militärischen und zivilen Helfer, und Ratgeber aus China ausgewiesen und die Kuomintang-Regierung brach die Beziehungen zu Sowjetrußland ab. Die Komintern, d. h. die Sowjetregierung, will aus außenpolitischen Gründen nun auch die Volksfront in China mit Tschang-Kai-Schek. Deshalb.stand dort ein Gottwald, der in China Wan-Min heißt, auf und dekretierte:' „.,.. jetzt brauchen wir eine Wendung auf allen Gebieten unserer Tätigkeit. Man muß ent- schloffen mit unseren ernsten linkssrkkiererischen Fehlern aufräumen. Was Tschang-Kai-Schek persönlich anbetrifft, so erklären wir offen,: Wenn er wirklich den Krieg gegen die Rote Armee einstellt, und seine Waffen gegen den japanischen Imperialismus kehrt,.so wird ihm die KP Chinas und die Sowjerregierung, trotz seiner zahlreichen Verbrechen an Volk und Land, nicht nur die Dtöglichkeit geben, seine Schuld vor Volk und Land zu tilgen, sondern auch bereit sein, in gemeinsamer Front mit ihm und seinen Truppen gegen den japanischen Imperialismus zu kämpfen." Wan-Min schlägt außerdem in einem.Artikel, in der Zeitschrift.Kommunistische' Internationale" ein neues Programm der KP Chinas vor, das sich auf die chinesischen Gebiete erstreckt, die die KP selbst als Sowjetgebiete bezeichnet. Die Hauptpunkte dieses Programms lauten: „Der Boden der militärischen Grundbesitzer, die heute wirklich am bewaffneten Kampf gegen den japanischen Imperialismus und für die Rettung des Vaterlandes teilnehmen, darf nicht konfisziert werden...'. Die Steuerpolitik muß im Sinne einer größeren Entwicklungsfreiheit des privaten Handels und der Industrie revidiert werden.... Alle übermäßigen Forderungen der Arbeiter und Landarbeiter sind zu vermeiden; di« sogenannte Arbeiterkontrolle der Produktion ist vorläufig einzustellen..'. Heranziehung nicht nur der bürgerlichen Fachleute, sondern auch anderer bürgerlicher Elemente zur Arbeit in den entsprechenden Sowjetorganen." Diese Blitzlichtaufnabmen aus der Werkstatt der Volksfronten zeigen ein Bild, auf dem von prinzipiellen kommunistischen Forderungen überhaupt nichts mehr zu sehen ist. In der Tschechoslowakischen Republik m u ß es Gottwald vorder« händ noch anders wollen. Die Sitzung wird durch drfi Generalsekretär des Komsomol, Kossarew, der di« Uniform eines Fliegers trägt, eröffnet. Wenn die Schicksalsstuyde schlägt, wird in die unüberwindlichen Reihen der Roten Armee, führte Kossarew aus, sich die ganze, nach Millionen zahlende Stalin-Jugend der Sowjetunion einreihen. Weder die Kriegstugend des Samurai noch die Macht des kriegerischen Bändi- ten in der braunen Uniform mit. dem Hakenkreuz werden diejenigen retten können, die einen Angriff auf uns wagen. Nach Kossarew hat der Kommandierende der Kriegsmarine Orlow seinen Bericht an den„Chef", d. h. an den Komsomol der USSR, erstattet Dann folgte der Bericht des Obcrkommandierenden der Luftstreitkräfte, Alks- nis:„Wir wollen und werden hö-. h e r, b e s s e r u n d s ch N e l l er f l i e- gen a l s a l l e!" Den größten Beifall hat aber der Kommandierende der U-Boot-Flotte im Fernost, Holostjakow, geerntet. Nach diesen Reden wurden auf einmal alle Türen geöffnet und im Parterre des Theaters erschienen Züge von T a n- l ist en und Maschinengewehrab- t e i l u n g e n, die im Parademarsch vor dem Tisch des Präsidiums vorbeizogen.(„Prawda", 14.—16; 4.)..'".... i. Duisburg,(A. P.) Wegen Vorbereitung zum Hochverrat rst diesmal die ganze Belegschaft eines Betriebes,, insgesamt. 400 Mann, angeklagt. Es handelt sich um die Arbeiter der hiesigen Brotfabrik „Germania". Vier Häftling« sind während der Un- tersuchungShafi von der Gestapo erschlagen worben, nämlich die Arbeiter Bittner, Hitz, Morsmann und Nöten. Herkktssaat kurioser Stritt um einen Bücherschrank (Prager Obtrgericht.)'. ts Prag. Ein merkwürdiger Zivilprozeß'wurde dieser Tage vom hiesigen-Obergericht in zweiter Instanz erledigt;' Ein fiesiger Arzt bestellte bei einer Mäbelfirma einen Bücherschrank guter Ausführung, der prompt geliefert wurde. Es war ein schönes Stück, wenigstens äußerlich. Leider hatte aber dieser schöne und teuere Bücherschrank nebst einigen anderen.' einen sehr unangenehmen"Mangel, nämlich'den, daß fich ferne Türen nicht ohne weiteres öffnen und schließen ließen. Wenigstens reicht«.die Kraft eines Menschen nicht dazu aus und es bedürfte der vereinten Anstrengungen der gesamten Familie, einschließlich der Hausgehilfin, um dieses kostbare Möbel aufzuschließen. Auf die Beschwerde des Arztes erklärte der Chef der betreffenden Firma, daß diese Widerspenstigkeit des Schrankes nur eine vorübergehende Erscheinung sei.-Das frische Holz habe sich noch nicht richtig äb- gelagert und„arbeite" noch. Dann wurde an hem Schränk noch ein wenig berumgehobelt und herumgefeilt, worauf dem glücklichen Inhaber versichert wurde, haß nun alles in bester Ordnung sei. Das war nun..leider nicht der Fall, wie.der Arzt bald nachher feststellen mußte. Denn nach Ein- lagerung seiner Hausbibliothek mußte der Doktor konstatieren, daß der Schrank einfach nicht aufzubringen war und es kostete viele Mühe,.ehe'es den Fachleuten gelang, mit Ach und Krach seine Türen zu öffnen. Der Arzt stellte hierauf den Bücherschrank der liefernden Firma als unbrauchbar, zur Verfügung und ersuchte sie, das unbrauchbare Möbel baldmöglichst abzuholen. Wer nun glauben würde, daß der betreffende Lieferant beschämt war und; sich, als reeller Geschäftsmann,- seinem Kunden zu emschul- dtgen suchte, würde schwer irrem Im, Gegenteil— dieser Möbelfabrikanr beschloß,'den Arzt unter Berufung auf den Lieferungsvertrag zu belangen und veranlaßte ein Geldinstitut, mit dem er in ständiger Geschäftsverbindung steht, seine Forderung zu übernehmen und den Arzt auf Bezahlung des Kaufpreises von 5000 Kd zu klagen. Ohne auf die Frage der kaufmännischen Anständigkeit einzugehen, muß man sich doch wundern, daß eine Sparkasse, die ja doch über Rechtskonsulenten verfügt, sich«ine derartig faule Forderung zur Eintreibung abtreten ließ. Der Prozeß ging denn auch in erster Instanz vor dem-hiesigen Kreisgericht verloren, da das Gericht natürlich dahin erkannte, daß von der Fälligkeit der eingeklagten Forderung nicht gesprochen werden könne, da die gelieferte Sache nicht gebrauchsfähig.war. Bereits in der ersten Instanz betrugen die Anwaltskosten ungefähr die Hälfte, des eingeklagten Betrages! ' Der Anwalt der klagenden Partei legte indessen Berufung«in, in der er geltend machte, daß der Besteller nicht ausdrücklich ausgemacht habe, daß der Bücherschrank in tadellosem Zustande geliefert werden müsse und daß er ohne weiteres aufzuschlirßen seil!) Der Vertreter des beklagten Arztes Dr. M e I- l a n polemisierte mit dieser äußerst merkwürdigen Ansicht des Klagevertreters, indem er darauf verwies, daß nach dieser Aufiassung etwa auch ein Autobändler für«in fahrtunfäbiges Auto von dem Käufer mit gleichem.Liecht" Bezahlung verlangen könnt«, weil jm' Kaufvertrag nicht ausdrücklich ausgemacht war, daß der Wagen auch wirklich fahren könne. Das Obergericht b e st ä t i.g t e selbstverständlich vollinhaltlich das Urteil der ersten Instanz. rb. Die versunkenen Galeonen .- Es gab eine Zeit, da war der Atlantische Ozean ein spanisches Binnenmeer, Mittel- oder Südamerika nur eine perifer gelegene Provinz Spaniens. Die Reise nach dem neuen Kontinent war kein, Abenteuer auf Leben und Tod, keine Fährt ins Ungewisse mehr. Die Aussendung von Kolonisten, die Ausreise von kaufmännischen Pionieren, die Verpflanzung vor^ spanischen Handwerkern in das neue Land, die Auswechslung von Beamten waren alltägliche, unsensationelle Ereignisse geworden. Die Ausnutzung des Landes geschah mit, System. Hatte man auch den von Kolumbus begonnenen Sklavenhandel sehr rasch fal- len lassen, so betrieb man dafür den Anbau von Kulturpflanzen, die Ausnützung des Holzreichtums, den Abbau der Bodenschätze in großem Stile. Jm Handelsverkehr gab es einen regelrechten Fahrplan: Zweimal jährlich hollen dir spanischen Galeonen— Segelschiffe, die ihren Namen von der den Galeeren ähnlichen Form hatten— die Schätze Amerikas nach dem Mutterland. Ursprünglich bestand diese Handelsflotte aus zwölf Galeonen, die auf die Namen der zwölf Apostel getauft waren. Sie segelten unter dem Schutz von Kriegsschiffen. Von Cadiz ausfahrend, berührten sie die Kanarischen Inseln, suchten die kleinen Inseln Tobagos und Grenada an der Nordküste von Südamerika auf, legten an der Mündung des Rio de la Hacha, im heutigen Ko lumbien, und in Cartagena, ebenfalls in Kolum- I bien, an. Hier, in Cartagena, lagen sie zwei| Monate vor Anker und nahmen die verschiedenen Goldvorräte an Bord, die im Lauf des bergan-^ genen Halbjahrs angesammelt worden waren. Dann steuerten sie nach Norden, nach Habana und Veracruz in Neuspanien, dem heutigen Mexiko. Von dort aus kehrten sie in diretterer Linie nach Europa zurück. Eine solche Flotte mit riesigen Schätzen an Gold, Silber und Edelsteinen durchquerte auch im Sommer 1702 den Ozean. Sie bestand aus zwanzig Galeonen, die von zwanzig französischen Kriegsschiffen unter dem Kommando des Vicomte de Chllteau-Renault eskortiert waren. ES waren die Zeiten des Spanischen Erbfolgekrieges; soeben waren Holland und England auf feiten des Kaisers Leopold I. in den Krieg eingetreten. Die Nachricht von der Kriegserllärung der beiden großen Seemächte erreichte die am 11. Juni von Veracruz abgegangene Flotte unterwegs. Es wurde ein Kriegsrat abgehalten, in dem man beschloß, nickt den Heimathafen Cadiz anzulaufen, weil man fürchtet«, am Kap von Sao Vicente, an der Südwestecke von Portugal, quf feindliche Streitkräfte zu stoßen, sondern zunächst bei Vigo, in der Provinz Galitien, Zuflucht zu suchen. Dort langte man am 22. September an und ankert« im Inneren der sogenannten-Ria", d. h. der erweiterten Flußmündung. Man begann Ausbesse-, e rungsarbeiten auf den Schiften vorzunehmen und sandte Boten nach Cadiz'ab. um zu erfahren, wie über die mitgebrackssen Schätze verfügt werden sollte. Zu Beginn des Oktobers erschien an der I Flußmündung die englisch-holländische Flotte mit über hundert Seglern. Sie durchbrach die Ab- - sperrungskette der französischen Kriegsschiffe und. griff die Handelsflotte an. Nach heftigem, aber { für die Spanier aussichtslosem Kampfe beschlossen Velasco, der Führer der spanischen Flotte, und Chäteau-Renault, die Schiffe zu verbrennen oder anzubohren. Es geschah, und seitdem liegen die Gold- und Silberbarren und die werwollen Steine auf dem Grund der Bucht von Vigo. Es sind schon verschiedene Versuche gemacht worden, sie zu heben. Schon einige Monate nach ihrer Versenkung versuchte es ein Neffe Chäteau- RenaUlts. Jm Jahre 1924 ließ sich ein Schwede, Wolters, eine Lizenz erteilen. Aber alle Bemühungen, auch spätere, scheiterten an der Unzulänglichkeit der technischen Mittel. Man gelangte zwar aufs Deck mancher Schiffe;, aber es gelang nicht, in die inneren Räume vorzudringen. Dabei liegen die Fahrzeuge in ziemlich seichtem Wasser, in der Schlucht von Rande. Ihre Lage ist bekannt; noch vor nicht langer Zeit könnt« man- sogar bei Ebbe die Mastspitz« des einen Schiffes aus dem Wasser ragen sehen. Die Bevölkerung der Küste hat den Galeonen eigene Namen gegeben, die seit Generattonen in Gebrauch sind. Für di« Fischer sind sie so. altvertraut und so selbstverständlich da wie die Buchten und Felsen der Küste, (die Riffe ihres Heimatgewässers. Sie sjnd ihnen Orientierungspunkte wie Bojen im Meer, Landzungen, Bergspitzen. Sie wissen, wann sie über den-Almirante" wegsegeln, wie sie zwischen dem! „Espicho" und der„Cruceta" durchfahren müssen,| um den„Chäterneau", den„Telleiro", den ,,So- telo", di<-Trella" zu erreichen. Sie sehen- unter sich den„Toxo" und kennen damit.die Entfernung zum Strand; sie segeln über die„Madeira" weg und wissen, wann sie in ihrem Hafen ländcri werden:. Diese Schätze sollen nun, mehr als zweihun- dert Jahre nach ihrer Versenkung, gehoben werden. Man hat eine Gesellschaft gegründet; sie ist rein spanisch, da alle Angebote fremden Kapitals kategorisch abgewiesen wurden. Das Kapital beträgt vier Millionen Pesetas. Man gibt Grün- dergktien aus, zu 5000 Pesetas, außerdem Aktien zu 100 und.500 Pesetas. Die zu 100 sind bereits erschöpft. Die Gesellschaft setzt sich aus Finattzleuten und Technikern zusammen. Die Bergungsarbeiten werden nach dem Plan des Ingenieurs Moxo ausgeführt, der im wesentlichen darin besteht, Schiff für Schiff mit einem großen Kasten zu bedecken, der durch das Einführen komprimierter Luft von Wasser entleert wird, so daß in seinem Innern in aller Ruhe die Durchsuchung ynd Entleerung des Schiffes erfolgen kann. Dies« moderne Schatzgräberei findet in Spanien allgemeines Interesse. Per Spanier ist ein leidenschaftlicher Lotteriespieler. Dazu kommt, daß dieses rein technisch-merkantile Unternehmen vom Glorienschein der großen historischen Epoche des Landes umwittert und vom Märchenzauber exottscher Schätze übersttahlt ist. Dir versunkenen Galeonen von Vigo, wenn ihre Bergung auch ganz einfach ein Finanzunternehmen ist, sind ein Stück Romantik der Gegenwart.' Max Barth. Seite 6 „Sozialdemokrat* Samstag, 25. April 1936. Nr. 98 * Kunst und Wissen Sie Bezirksleitung. Vereinsnadincliten Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker PRAG ■ Jugendkwe^ung- Bad Bohdanec! «SM, 316t STOFFWECHSELKRANKHEITEN boten, zu Nutz und Frommen der Firma natürlich nicht umsonst) die Oeffentlichkeit die streikenden Arbeiter zu mobilifieren. Dies Weitz die EKD-Arbeiterschaft und begrützt die Aufstellung der sozialistischen Einheitsliste Gesprächen feststellen konnten. Die Metallarbeiter baten die verderbliche Wirksamkeit der grünen Streikbrechergewerkschaft des agrarischen?lbg. C h l o u p e k, die beim Streik der Janecek- Arbeiter so verderblich in Erscheinung getreten ist, noch nicht vergessen, ebenso wenig, wie den hohlen Radikalismus der kommunistischen Propagatoren, die der Bürgerprefse damals den erwünschten Borwand (und gegen alles daher als taktische Notwendigkeit in diesem Ztveifronten- kampf. Einheitsliste der sozialistischen Gewerkschaften bei der Ceskomoravskä-Kolben-Danek Am 15. Mai finden in sämtlichen Betrieben des Konzerns Eeskomoravskä(Böhmisch- Mährische Maschinenfabrik)— Kolbe n-D anLk die Betriebsausschutzwahlen statt, bei denen einige Tausend Metallarbeiter ihre Vertrauensleute in die Betriebsausschüsse entsenden werden. Das EKD- Konzern ist einer der grötzten unserer metallverarbeitenden Betriebe und seine Belegschaft bildet einen beträchtlichen Teil der proletarischen Bevölkerung desLieben-VysoLaner Indu- striereviers, in welchen die Betriebe der EKD. liegen. Wie vorgestern bekanntgegeben wurde, hat der Bollzugsausschutz der beiden führenden Gewerkschaftsverbände, d. h. unseres genössischen Metallarbeiterverbandes und der nationalsozialistischen Gewerkschaftsvereinigung beschlossen, für sämtliche Wahlen eine sozialistische Einheitsliste aufzustellen, so datz in dem bevorstehenden Wahlkampf jeder unnötige Zwist zwischen den beiden sozialistischen Gewerkschaftsverbänden ausgeschaltet erscheint, der bei früheren Wahlkampagnen leider allzuviel wertvolle Kampfenergie absorbiert hat. Die Aufstellung der sozialistischen Einheitsliste, die gleichzeitig eine kräftige Absage an die Adresse des autoritären Herrn Gottwald darstellt, wurde von der sozialistischen EKD-Arbeiterschaft mit grösster Befriedigung ausgenommen, wie wir aus vielfachen Wir sind billig bei erstklassiger Einrichtung, Bedienung und Pflege. Ihre Gesundheit und Erholung wartet auf Sie in BOHDANEC Saison vom 2. Mai bis 30. September sah. datz eine Ladung Holz gerade herunierrutschte, zur Seite sprang, aber so unglücklich fiel, datz er sich das linke Knie brach. Er wurde auf die Klinik Schlaffer gebracht. Arbeitslos... Das 35jährige arbeitslose Dienstmädchen Franziska Pojar, die kurz vorher versucht hatte, sich mit Veronal zu vergiften, wurde gestern auf die Klinik Schmidt gebracht. Als Motiv ihrer Tat gab sie Arbeitslosigkeit an. Wie soeben. bekannt wurde, haben auch die sozialistischen Gewerkschaften der„Prager Ei's en" in Kladno für die bevorstehenden Wahlen eine Einheitsliste aufgestellt. rb. Frauenorganisation Prag Am Dienstag, den 28. d. M., findet eine E r- knrsion in die Sanawerke statt. Treffpunkt um halb 2 Nhr beim Reuen deutschen Theater, von wo uns ein Autobus der Sana- Werke abholen wird. Die Exkursion. mußte so früh am Nachmittag angeseht werden, weil der Betrieb nnr bis 3 Uhr arbeitet. Wir erwarten eine rege Beteiligung. Das Komitee. Riistet zum 1. Mall Einigt Tage vor dem 1. Mai stehend, wollen wir uns die Kämpfe ms Gedächtnis rufen, die von der Arbeiterklasse um diesen Feiertag des Proletariats geführt wurden. Im Sinne dieser Kämpfe sind auch wir uns der Aufgabe bewuht, vor die wir als deutsche sozialistische Jugend in der Hauptstadt unserer Ru- publik gestellt werden, nämlich, unseren tschechischen Genoffen zu zeigen, datz sie mit der Unterstützung oer deutschen Sozialdemokraten im Kampf gegen den gemeinsamen Feind rechnen können; und unseren Gegnern, wie im deutschen so auch im tschechischen Lager zu beweisen, datz eine starke und ungebrochene Jugend den Weg fortsetzt, der ihr von den Führern der Arbeiterbewegung gewiesen wurde. In der Jugend gibt es einen festen Kern, der sich nicht von der faschistischen Ideologie verführen lietz und der treu geblieben ist den sozialistischen Ideen. Darum unsere Aufgabe: eine starke Jugendgruppe im Zuge der D.S.A.P., gute Parolen und Plakate, ein straffer und diszipliniertes Auftreten, den Willen, zu zeigen, eine bessere Welt, den Sozialismus, zu erLimpfen. Darum rufen wir alle Jugendlichen: Helft uns in unserem Kampfe für den Sozialismus. Alle in unseren Zug am 1. Mai. Jugend im Kampfe voran I Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Sitzung der Exekutive Dienstag, den 28. April, 8 Uhr abends, Parteiheim Urania-Kino, Klimenhka 4. Fernsprecher 61623. Weltkurort Franzensbad hellt FRAUEN-, HERZ-, RHEUMA und IMotltMt BklMwllMkll der Rrbciterfürsorge finde« jede« Samstag von 5—7 Uhr im Verein deutscher Arbeiter, Smeckagasse Nr. 27, statt. Generalversammlung am Dienstag, den 28. April, um 20 Uhr im Parteiheim, Närodni 1. Hauptpunkte der Tagesordnung: Ausschußwahlen und Beschlußfassung über ein Tätigkeitsprogramm. Unsere Genossinnen und Genossen werden ersucht, pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Landesversicherungsanstalt in Brünn (früher: Mährische LandeS-LebensverficherungSanstalt.) Aus dem in der Verwaltungsratssitzung vom 6. d. M. genehmigten Rechnungsabschlüsse für das Jahr 1935 und, aus dem Jahresberichte für das 35. Verwaltungsjahr der Anstalt ist eine weitere günstige geschäftliche und finanzielle Entwicklung der Landesanstalt ersichtlich. Nach ihren neuen Natzungen hat die Anstalt ihre Tätigkeit auch auf die Elementar- und Schadensversicherungszweige vom 1. Jänner d. I. an ausgedehnt. Der erhöhte Neuzugang an Kapitalsver- sicherungen übersteigt den natürlichen und durch die Wirtschaftskrise bewirkten Abfall an älteren Versicherungen. Im Jahre 1835 wurden 7041 neue Polizzen auf ein Kapital von 68 Millionen(um 8,4 Mill. K5 mehr als im Vorjahre) ausgestellt.-"Der Kapiatls- vcrficherungsbestand erreichte damit eine Höhe von 685 Mill, XL. An Prämien, Zinsen von Kapitalsanlagen, Verwaltungs- und anderen Einnahmen wurden im Vorjahre 41,330.528 KL eingenommen. An fälligen Versicherungen wurden 12,372.521 XL, an Rückkäufen 4,713.114 XL ausgezahlt. Die Aktiven der Anstalt erhöhten sich um 10,8 Mill. XL auf 254,685.235 KL. Die ordentlichen(technischen) Reserven aus dem eigenen Geschäfte(nach Abzug der Anteile der Rückversicherer) erreichen die Höhe von 199,5 Mill. KL, die a.u tz e r o r d e n t l, i ch$ n Slcherheissjonds ein-, schliesslich des Gebarungsüberschusses erhöhten sich auf 11,7» KL. Der Ueberschuss von 451.466. KL wurde den in den Satzungen vorgesehenen Fond» zugeführt, ein Betrag von 12.415 KL auf neue Rechnung vorgetragen. Die Landes-Versicherungsanstalt hat ihre sozial-gesundheitliche Fürsorge für die Versicherten fortgesetzt und im Jahre 1835 in eigenen ErholnngS- Heimen 2751 Personen für die Dauer von 37.334 Tagen untergebracht. In den letzten 10 Jahren haben in allen Erholungsheimen 17.000 Personen für die Dauer von 240.000 Tagen Aufnahme gefunden. In' der Verwaltungsratssihung wurde der unermesslichen Verdienste des Präsidenten-Böfreiers gedacht, dessen Namen die zwei grössten Erholungsheime der Anstalt führen. ^Dem Masaryk-Fonds für öffentliche soziale und gesundheitliche Aufgaben des Landes Mähren- Schlesien wurden im Jahre 1935 aus den Ueber- schüffen der Anstalt insgesamt 122.573 KL zugewiesen. 3430 Sozialistische Jugend, Kreis Prag Mai-Vorfeier im großen Handwerkcrvereinssaal ve Smrikäch Montag, 27. April, abends 8!lhr Aus dem Programm: Rezitationen, aus der Geschichte des 1. Mai, Festansprache. „Was erwarten die Deutschen von den Tschechen?" Zu diesem Thema veranstaltet der B e r- söhnungsbund gemeinsam mit der Akademischen UMKA Montag, den 27. April, um 19%. Uhr im Gewerkschaftshaus, Prag I, Persttm 11, einen allgemeinen frei zugänglichen Diskussionsabend, zu welchem hervorragende tschechische und deutsche Persönlichkeiten eingeladen find. Den Vorsitz wird Prof. Dr. I. L. Hromädka inne haben. Einführende Worte spricht Abg. Wenzel Iaksch; die Wechselrede wird Abg. Prof. Dr. Macek lenen. Die Staatsbahndirektiou Prag macht die Leitungen der Schulen und Erziehungsinstitute aufmerksam, datz für die mittels Strassen-Autobussen veranstalteten Schulausflüge Sonder-Nachlässe gewährt werden. Informationen, auch auf telephonischem Wege, erteilen alle Autobusstattonen und die Staatsbahndirektton Prag(Telephon 254-51). Nicht aufspringen! Der 36jährige ehemalige Beamte Milos Pihrt aus Dejwitz wollte gestern vormittags in Dejwitz auf einen fahrenden Strassenbahnwagen der 23er-Linie aufspringen, wobei er stürzte und sich das Ärenz brach. Er wurde auf die Klinik Jiräsek gebracht. Seine Verletzung ist lebensgefährlich. Verbindung Weinberge—Ziskov gesperrt.-Tas Bauamt teilt mit. dass die drei Quergassen, die die Lucemburfkä in Zijkov mit der Fochstratze in Prag- Weinberge verbinden, in den nächsten Tagen gesperrt werden, und zwar die Wratislawgaffe von heute bis zum 3. Mai, die Rostislavgasse vom 30 ds. bis zum 7. Mai und-die Jagellonskä vom 3. bis zum 10. Mai. Das Ange ausgestochen. Der 22jährige Schleifer Anton BanLk aus Smichow arbeitete gestern nachmittags in der Werkstätte seines Arbeitgebers in Holleschowitz, wobei sich ein Stück Draht von einer Scheibe löste und den Arbeiter ins Auge traf. Der Verunglückte wurde auf die Klinik Kadlickh gebracht. Das Auge dürfte verloren sein. Arbeitsanfall. Gestern luden um 5 Uhr nachm. Arbeiter Holz auf der Kaiserwiese ab, wobei der 33jährige Arbeiter Adalbert RüZe aus Nusle.als er I Volkswirtschaft uni Sozialpolitik Ausbau des Handels mit RuBland Es war nicht leicht, gegen gewisse Widerstände den Handelsverkehr zwischen der Tschechoslowakei und Sowjetrutzland in Flutz zu bringen. Auch nachdem das geschehen ist und die tschechoslowakische Ausfuhr nach d^: Sowjetunion im Jahre 1935 um das Dreieinhalbfache höher ist als im Jahre 1934, sind immer noch manche' Möglichkeiten der Ausfuhr ungenützt geblieben. Vom Eportinstttut wird die Aufmerksamkeit auf diese Tatsache gelenkt. In einem Arttkel in seiner Zeitschrift„Welthandel" hebt es hervor, daß Sowjetrutzland in der Tschechoslowakei eine Handelsmission unterhält und daher den Vorteil genießt, Einfuhr und Ausfuhr genau regulieren zu können.„Demgegenüber war die Tschechoslowakei bis vor kurzem auf die Vermittlung von Geschäften durch einzelne Privatpersonen und in gewissen Fällen auch auf ausländische Staatsangehörige angewiesen." Jetzt beabsichtigt das tschechoslowakische Exporttnstitut durch die Bestellung eines offiziellen Vertreters in Moskau engere Beziehungen der Sowjet-Einkaufsorganisationen mit den tschechoslowakischen kleineren und mittleren Produzenten herzustellen. Dem Vertreter soll gewissermaßen die Wahrnehmung der Interessen der gesamten tschechoslowakischen Exportindustrie auf dem russischen Markt obliegen. Kurzeit 15. IV— 15. X PAUSCHALKUREN PROSPEKTE DURCH DIE KURVERWALTUNG 31£f Tosra.(Deutsches Theater.) Zdenka Z i k a, die Gastsängerin der.Losca" von vorgestern, war sicher einst im Besitze einer ebenso schönen wie grossen Sopranstimme. Heute find di« Schönheiten dieser Stimme aber schon verblasst, denn sie klingt belegt und verbraucht, matt in der Mittellage und Tiefe, wird sehr vorsichtig in den hohen Tönen behandelt und diese Töne verlieren an Farbe, Schmelz und edlen Klang, wenn die entsprechende Vorsicht im Affekt außerachtgelassen wird. Immerhin ist noch Sttmme genug da und deren Besitzerin eine so bedeutende und erfahrene Gesangskünstlerin, datz sie mit den vorhandenen Mitteln nicht nur sehr schöne Piano-Effette bringt, sondern sich auch im leidenschaftlichen Forte durchsetzt, wie vor allem das wirkungsvoll vorgetragene Gebet des zweiten Aktes bewies. In der Darstellung ist Frau Zikas Tosea durchaus auf den leidenschaftlichen Ton eingestellt, ohne indessen von der gewohnten dramattschen Gestaltung der Puccinischen Opernfigur abzuweichen. Auffallend und sehenswert war der Toilettenluxu dieser Tosca, die übrigens beim zahlreichen Publi kum eine sehr freundliche Aufnahme fand. Kapell meister E. G. Schick dirigierte die Oper mit viel dynamischem Aufwand, hätte aber dafür sorgen sollen, dass nicht verstimmte Glocken und'eine noch mehr verstimmte Orgel das. Finale des ersten Aktes schier unerträglich machten. E. I. „La Boheme" mitZdenkaZikoba(Wiener Staatsoper) als Arbeitervorstellung (Maifestborstellung) am Donnerstag, den 30..April, um halb 8 Uhr abends. Karten täglich von 8—2, 4—6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Wochenspielplan des Renen Deutschen Theaters. Samstag halb 8: Liebe nicht genügend, A 2.— Sonntag halb 3:MordprozetzFolk- n e r, halb 8: Boccaccio, C2.— Montag halb 7 Uhr: Der Freischütz, Theatergemeinde der Jugend gemeinsam mit Urania, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Nathan der Weise, Ensemblegastspiel des Theaters in der Jofefftadt mit Alber Bassermann, Abonnement aufgehoben.— Mittwoch halb 8: M o n a Lis a, neuinszeniert, B 2.— Donnerstag halb 8: ,La Boheme," Arbeiter- Feftvorstellnng Gastspiel Zdenka Zika, Abonnement aufgehoben.— Freitag: geschlossen..Samstag halb.8; R osen- k a v a l i e r. A 1.— Sonntag: halb 3 Ubr: Der heilige Antonius, halb 8: Liebe nichtgenügend, D 2. i Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag !halb 8: Salzburgausverkauf^.Uraufführung.— Sonntag 3)4: Ich und mein kleiner Bruder, 8: Unents ch u l d igte Stunde.— Montag 8:Dr. med. HiobPrä- t o r i u s. Bankbeamte I und freier Verkauf.— Dienstag 8: Salzburg ausverkauft, — Mittwoch 8: Salzburg a u s v e r k a u f t, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8 Uhr: Salzburgausverkauft.— Freitag: geschlossen.— Samstag 8 Uhr: Salzburg ausv erkauft.— Sonntag 3: D r. med. HiobPrätorius, 8:Salzburg ausverkauft. VERLANGEN SIE In Jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., Pilsen sind die allerbesten! Hochleistungs-Drehbänke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaping- u. Hobelmaschinen Spannfutter in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Arno Flauere Warnsdorf, iSR Suchen Sie Gesundheit? Quälen Sie Rheumatismus, Gicht, Ischias oder Frauenleiden? Wollen Sie in Ruhe schön und billig Ihren Urlaub verbringen? I Besuchen Sie Bezirksorganisation Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Wir mache» unsere Mitglieder auf die Mai-Vorfeier der Sozialistischen Jugend am Montag, den 27. AprU, im großen Saale des Handwerkervereines, Prag H., SmeLka, aufmerksam und ersuchen, diese Beranstaltung durch zahlreichen Besuch zu unterstützen.' Leichtathletik. Das erste Frühjahrs« Meettng am Sonntag, den 26. April, um 9 Uhr vormittags. Mit' Rücksicht auf das Bundesfest ist eine besondere Vorbereitung notwendig und daher moralische Pflicht jedes Athleten, an den Veranstaltungen teilzunehmen. Die Meifterschaftskämpfe werden mit der DTJ bestritten. Anmeldungen zu den einzelnen Disziplinen werden vom Turnwart im Turnsaal entgegengenommen. Es werden folgende Wett- kämpfe durchgeführt: 60 Meter, 800 Meter, Diskus, Kugel, Weitsprung, Hochsprung und 4X100 Meter. © Ortsgruppe Prag: Sonntag, deck 28. April, Treffpunkt um halb 4 Uhr Nachmittag am Smichover Bahnhof, Fahrt nach Dobrichovice, Wanderung zur Hütte. Sonntag früh Wanderung Wer Sim, Defetna, Stechovice, Pikovice, führt Schaffer. ,,mc scitancrln Auf eine Woche verlängert... Bezugsbedingungen: Bei Zustellung tnS Haus oder bei Bezug durch di. Post monatlich KL 16.—. vierteljährig XL 48.—, halbjährig KL 96.—, ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Bost- und Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VU/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis", Truck-, Verlags- und Zettüngs-A.-G. Prag.