Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 16. Jahrgang Dienstag, 28. April 1936 Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 100 Neuer Vorstoß nach Süden Konservatives Frankreich: Asmara.( DNB.) Am Sonntag hat eine riesige aus 3000 Lastautomobilen bestehende Kolonne, die sich in den letzten Tagen in Dessie versammelte, den Marsch nach Süden angetreten. Die Kolonne wird den Eingeborenen- Abteilungen folgen, die vor einigen Tagen aufgebrochen sind und verhältnismäßig rasch marschieren. Die Kraftwagen- Abteilung ist mit den allermodernſten technischen Mitteln ausgerüstet. Auf vielen Lastwagen sind kleine Tants aufmontiert. Graziani kommt nicht weiter? Addis Abeba. Von abessinischer Seite wird gemeldet: Nachdem die erste italienische Offensive bom 14. bis 17. April an der Südfront verlustreich zusammengebrochen ist, haben die italienischen Truppen am 24. April zu einer neuen gröBeren Offensive in Richtung Sa isabanehangesetzt. Der Angriff wird von allen Truppengattungen, die verfügbar sind, durchgeführt. Troßz dem großen Einsatz ist es den Italienern während der schon drei Tage andauernden Schlacht nicht gelungen, Safiabaneh und die Stellungen südlich davon zu erreichen. Am 25. April sind von den Truppen südlich von Sassabaneh fünf italienische Bombenflieger abgeschossen und zwei Tanks durch Abwehrgeschüße zerstört worden. Von der Nordfront zurückfehrende Verwuns dete berichten, daß die Erfolge der Italiener zum großen Teil darauf zurückzuführen seien, daß die Stämme der Raia- Azebu und Galla die kämpfenden Abessinier vom Rüden her augrif fen und ihre Lager ausplünderten. Diese räuberischen Stämme würden von den italienischen Fliegern reichlich mit Geld, Waffen und Munition sowie auch mit tattischen Weisungen bersehen. Diese Stämme hätten auch den Fall Dessies verschuldet, da sie drei Tage vorher in einem nächtlichen leberfall die Waffen- und Benzinlager des Negus gestürmt und verbrannt hätten. Chamberlain in Budapest Budapest. Austen Chamberlain befuchte Sonntag vormittags den Ministerpräsidenten Gömbös, mit dem er eine längere Unterredung hatte. Sodann wurde Chamberlain vom Reichsverweser Horthy in Audienz empfangen. Montag mittags trat Chamberlain die Rückreise über Wien nach London an. Der Todeskampf König Fuads Wahlen der politischen Stabilität Sozialisten gut behauptet Kleine Erfolge auf den extremen Flügeln Die Linke im Vorteil für die Stichwahlen Paris. Das Innenministerium hat Montag gegen Abend eine Statistik von 616 Ergebnissen aus insgesamt 618 Wahlbezirken herausgegeben. Im ersten Wahlgang wurden 183 Deputierte gewählt. Engere Wahlen finden in 433 Wahlbezirken statt. Nach dieser Statistik ergibt sich folgendes Resultat: Kommunisten + Sozialistisch- republikanische Vereinigung Sozialisten Unabhängige Sozialisten Radikalsozialisten Unabhängige Radikale Linksrepublikaner und Unabhängige Volksdemokraten Republikanisch- demokratische Union Konservative Rechte. 6673 Gewählt Gewinn Verlust 9 3 23 2 5 + 1 25 2 13 2 38 12 51 11 6 13 2 Es fehlen noch zwei Ergebnisse aus Korsika. Nach den letzten Berichten vom Abend führt Chiappe in Ajaccio mit ungefähr 200 Stimmen gegen Landry, doch stehen noch die Ergebnisse aus zwei Gemeinden aus, welche über den Sieg entscheiden werden. Nach dem ersten Wahlgang, welcher in der Mehrzahl der Bezirke eher einen lokalen und persönlichen Charakter trug, wird der zweite entscheidende Wahlgang vor allem politischen Charakter tragen. Bis zum Zeitpunkte der Stichwahlen werden sich die Kandidaten und die politischen Parteien über die gegenseitigen Ronzessionen einigen. Mittwoch tritt eine gemeinsame Sitzung der die Volksfront bildenden Parteien zusammen. Der Wahlgang vom 26. April hat Frank- leberraschungen, mit umwälzenden Machtver reichs alten Ruf als konservativstes Land des schiebungen gerechnet haben. Wir haben nicht zu Kontinents erneut bestätigt. Konservativ hat hier ihnen gehört. Unsere Prognosen haben keinen freilich nicht den gleichen Sinn wie für den Mit„ Erdrutsch" vorweggenommen und wir sehen das teleuropäer, es schließt nicht die Elemente eines bestätigt, was wir seit Monaten für wahrscheinvorbürgerlichen Weltbildes in sich, aber es be- lich hielten: daß sich auch in Frankreich Ansäte deutet ein starkes Beharrungsverjener Entwicklung zeigen, die Mitteleuropa durchmögen, ein Festhalten an liebgewordenen For- macht, also Tendenzen zur Zerreibung der bürmen, gewohnten Programmen, bewährten gut gerlichen Mitte, zur Stärkung der ertremen Rechten und der extremen Zinken, darüber hinaus eine oder schlecht bewährten So ist der Wahlausfall für alle diejenigen estigung der demokratischen eine Enttäuschung geworden, die mit großen Widerstandszentren gegen den FaMännern. schismus. Aber was man sonst befürchten oder erhoffen mochte, ist ausgeblieben. Da gab es im Nazilager in Deutschland und bei uns- Leute, die an Hitlers Prophezeiung von der nahenden Bolschewisierung Frankreichs glaubten. Noch am Vorabend der Wahlen schrie= ben hitlerdeutsche Blätter von der nächsten Etappe der Weltrevolution"; dann gab es Leute, die ein rapides Anwachsen der faschistischen Rechten erhofften oder befürchteten. Insbesondere in Italien glaubte man gern und stark, daß die ,, la= teinische Schwester" schon aus Sympathie für die Giftgastultur Roms radikal rechts wählen würde. Und endlich gab es Illusionisten der„ Volksfront", im fommunistischen wie im sozialistischen Lager, die an einen geivaltigen Sieg der vereinigten Linfen, an eine Zerschmetterung der schleichenden Reaktion dachten. Nichts dergleichen ist einges treten. Das französische Wahlverfahren verlegt die endgültige Entscheidung über die Zusammensetzung der Kammer in den zweiten Wahlgang, die Stichwahlen. Aber da es feste Kartelle der Parteien gibt, Bindungen für den zweiten Gang, so läßt sich schon jest ungefähr übersehen, wie die Ergebnisse des kommenden Sonntag aussehen werden. Während die Rechte sich anscheinend, indem sie weniger Kandidaten aufstellte, im ersten Wahlgang start ausgegeben hat, dürfte die Stärke der Linken erst im zweiten Wahl= gang sichtbar werden. Denn diesmal kämpften neben einem bis zwei Kandidaten der Rechten in manchem Kreis drei bis vier Kandidaten der Linken und der Mitte miteinander um den Kammersiz. Erst kommenden Sonntag werden Radikale, Sozialisten und Kommunisten geschlossen für den Mann stimmen, der am 26. April innerhalb der Front papulaire" die meisten Stimmen auf sich vereinigt hat. Das wird voraussichtlich zu einer Sicherung des Besitzstandes der Sozialisten und Radikalen, zu einer Vermehrung der kommunistischen Mandate führen, denn durch ihre Isolie rungspolitik war bis 1932 gerade die KPF bei der Mandatsverteilung benachteiligt. Aber es ist durchaus möglich, daß die Erfolge der Volksfront andererseits die der Rechten " Göring- Diktator über Rohstoffend auf Stoſten der Mittelgruppen und und Devisen schränkung und allmähliche Ausschaltung der bisherigen so bedeutenden und einflußreichen Tätigkeit Schachts bedeutet, wird sich bald zeigen müssen.( Tsch. P.-B.) * Berlin. Das Deutsche Nachrichtenbüro dem Vernehmen nach gegenwärtig auf Urlaub und meldet amtlich: ,, Da bei der Bearbeitung der die wird erst im Mai zurückkehren. Ob, wie manche Rohstoffe und Devisen betreffenden Fragen zahl- wissen wollen, die neueste Regelung eine Einreiche staatliche und parteiliche Stellen zusammenwirken müssen, hat Reichskanzler Hitler den preusischen Ministerpräsidenten Göring mit der Prüfung und Anordnung aller erforderlichen Maßnahmen beauftragt. Ministerpräsident Göring kann hiezu alle staatlichen und parteilichen Stellen anhören und anweisen. Er kann sich von den zuständigen Reichsministern unterstützen und nötigenfalls vertreten laffen." Schon seit einigen Tagen gingen in Berlin Kairo. Das Leben Königs Fuads geht trop Gerüchte um, daß Ministerpräsident Göring zum der aufopfernden Fürsorge der Aerzte schnell zu Vizetangler ernannt werden solle, Ende. Das letzte ärztliche Bulletin besagt: Der Sitler in der Regierung ebenso zu vertreten, wie Zuſtand des Königs verschlechtert sich ständig. Die deß deſſen Stellvertreter in der Partei ist lokale Infektion wird ständig ernſter. Im Hin- Ueberraſchenderweiſe iſt nun Göring mit der Anblick auf die langandauernde Krankheit und mit ordnung aller notwendigen Maßnahmen hinsicht Rücksicht auf die Infektion und die Schwierig- lich der Rohstoffe und Devisen beauf keiten der Absorbierung der Nahrung, wird der tragt worden. In Induſtries und Handelstreifen Gesamtzustand des Kranken ständig ungünstiger. mengt sich in die leberraschung auch einige Die Mitglieder der königlichen Familie Be stürzung. Man sagt sich, daß die Aendewurden an das Krantenlager des Königs be- rung der bestehenden Zustände und Kompetenzen nicht notwendig wäre, wenn alles in schönster Ordnung ginge. Die Beauftragung Görings laffe aber vermuten, daß doch zwischen staatlichen und Parteistellen gewisse Reibungen vorkamen und vorkommen. rufen. Nach den letzten Meldungen liegt der König bereits in Agonie. Da die Parlamentswahlen am 2. Mai stattfinden, müßte für den Fall seines Todes noch das alte Parlament binnen zehn Tagen einberufen werden. Der König hat bereits im Jahre 1922 für den Fall seines Todes drei Regenten bestimmt, deren Namen noch geheim gehalten werden. Der Kronprinz ist erst 17 Jahre alt und weilt derzeit in England. um Die Stellung des Reichswirtschaftsministers und Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht wird allerdings in gewisser Hinsicht erleichtert, da für bestimmte unbeliebte Verfügungen Göring jetzt die Deckung übernimmt. Dr. Schacht selbst ist nicht auf Kosten der jeweils extremen Gegner gehen. Es ist bezeichnend, daß Herriot und Reynaud im ersten Wahlgang unterlegen sind, wäh reno de Kérillys und Thorez gewählt wurden. Die Sozialisten haben sich gut geschla gen und soweit sich übersehen läßt, ihre Stimmzahl von 1932 mindestens behauptet, obwohl sie inzwischen die Abspaltung der„ Néos" zu überwinden hatten( deren Kandidaten sich im übrigen auch gut gehalten haben). Daß Frankreich eine revolutionäre Welle wie Spanien erleben würde, fonnten nur Illusionisten erwarten. Warschau. Durch ein Dekret des Präsiden ten der Republik wird die gebundene Devisen ausgang die Bedeutung und die Arbeit der Es wäre falsch, wenn man nach dem Wahl= wirtschaft eingeführt. Diese Maßnahme wird da-" Boltsfront" unter schäßen wollte, wie man sie mit begründet, daß in den letzten Monaten im zeitweise vor den Wahlen über schäßt hat. In Inland vielfach Gold und Devisen the sau der Abwehr des Faschismus hat die Volksfront riert und so der Wirtschaft entzogen worden seit Jahr und Tag Hervorragendes geleistet und seien. Für die normalen Wirtschaftsoperationen ohne ihre Gründung hätte vielleicht Sonntag der mit dem Ausland werde das neue Devisenregime französische Faschismus einen Sieg erfochten. Aber kein Hindernis darstellen; auch die Versorgung die Grenzen der Volts front waren für mit Rohstoffen und den notwendigen Fertigwaren jeden nüchternen Beobachter immer deutlich abgewerde in keiner Weise zu leiden haben. Es handle steckt. Sie lagen vor allem in der strukturellen sich ausschließlich um Schußmaßnahmen für den Buntheit der Linken, in der Unklarheit über das wirtschaftlich aktiven Teil der Nation gegen Ziel, in der Ungewißheit darüber, was man mit Spekulation und wirtschaftlichen Defaitismus. der Macht anfangen würde. Ebendies, was nach dem 3. Maige Wahlsieg der Linken in Neupesti che ben wird, bleibt auch jetzt unklar. Wird das Kabinett Sarraut- Flandin einer Linksregierung Budapest. Die Gemeinderatswahlen, die am| Daladier- Blum weichen oder wird sich die tragiSonntag in Neu pest, dem größten Budapester komische Verkettung von 1924 und 1932 wieder Vororte, stattgefunden haben, erbrachten für die holen, daß Wahlerfolge der Linken damit enden, vereinigten Lintsparteien einen überraschenden daß die Rechte wieder regiert? Das ist die Frage, Erfolg. Diese Parteien vermochten ihren bis- die im Augenblick aktueller ist als die scheinbar berigen Besitz von 36 auf 51 Mandate zu erhöhen. näherliegende, welche Fraktion bei den StichDie vereinigten Rechtsparteien von Neupest gin- wahlen um ein Dußend Mandate besser oder schlechter abschneiden wird, gen von 24 auf 9 Mandate zurück. Seite 2 Abgeordneter Jaksch in Bodenbach: Dienstag, 28. April 1936 Die Republik braucht einen Festungsgürtel von staatstreuen Deutschen! Hindernis. Staatstreuen deutschen Arbeiter und Angestellten. Unfere berechtigten Beschwerden sind bisher an einer aussprechen, was ist: Nr. 100 Mauer des Totschweigens abgeprellt. Wir müssen An unsere Abonnenten, Leser und Kolporteure! die tschechische Politik steht vor der inneren Entscheidung, ob in ihrer Staatskonzession für die Sudetendeutschen Plak ist oder nicht. Es ist die folgenschwerste Entscheidung, die der tschechischen Politik seit 1918, ob sie die Verständigung mit den deutschen Aktivisten sucht, oder die Dinge treiben läßt. Wir erklären ganz offen, daß die Benachteiligung der Deutschen im öffentlichen Dienst, in der Sprachenfrage und in der ganzen Verwaltung einen Grad erreicht hat, der allgemein als unhaltbar empfunden wird. Für industriellen Wiederaufbau, gegen Industrieverlegung Wegen des Staatsfeiertages am Freitag, den 1. Mai, entfällt am Samstag, den 2. Mai unsere Ausgabe. Die nächste Ausgabe erscheint dann zur gewohnten Stunde am Sonntag, den 3. Mai. Die Verwaltung. Nicht nur äußere, sondern auch innere Friedensarbeit tut not Hart an den Grenzpfählen des Dritten Rei- genossenschaft der deutschen Bauern, Handwerker und ches stehen unsere nordböhmischen Arbeiter auf Intellgenzschichten angewiesen. republikanischer Friedenswacht. Bodenbach Henleins Weg führt zur Katastrophe ist einer der Brennpunkte des Ringens zwischen Solange die tschechischen Arbeiter trotz ihrer dem Ungeist des Hitlerismus und demokratisch- demokratisch- sozialistischen Einstellung in nationalen sezialistischer Staatsgesinnung. Die Bezirksorga- Fragen mit anderen politischen Gruppen ihres Volnisation Bodenbach mit ihren 5000 Mitgliedern tes zusammengehen, muß diese Freiheit auch für uns Dazu kommt noch das wirtschaftliche und soziale Staate gegeben wird, was des Staates ist, geſetzgehört zu den besten und aktivsten Kerntruppen gelten. Besonders im deutschen aktivistischen Lager Problem unserer hochindustrialisierten Grenzgebiete. liche Maßnahmen zu fordern, die den Bestand des der Partei. Diese fünftausend roten Grenzler ha- ist eine engere Zusammenarbeit notwendig. Bisher Dem beispiellosen Pauperisierungsprozeß in den deutschen Volkes in der Tschechoslowakei ſicherben sich am Sonntag zu Worte gemeldet, indem war der antisozialistische Geist und die antimarri- Notstandsgebieten kann auf die Dauer nicht mit Er- stellen und geeignet sind, jeden Versuch nationalen sie ihre Bezirkstagung den brennendsten sozialen stische Spekulation gewisser Gruppen das größte nährungskarten gesteuert werden. Wir warnen vor Unrechts auszuschalten. Das ist eine unveräußer und nationalen Lebensforderungen der sudeten= einer fünstlichen Industrieverlegung. liche Forderung des deutschen Aktivismus, der sich deutschen Arbeiterbevölkerung widmeten. Referent Die Wiederbelebung des Exportes und die Aus- dauernd bereit erklärt, ein friedliches Zusammen war Genosse I aks ch. Wir bringen nachstehend nüßung der hohen Arbeitsqualität der deutschen leben der Völker zu garantieren. Seine Aktionseinen Auszug aus seinen mit Zustimmung aufIndustriebevölkerung liegt im gesamtstaatlichen fähigkeit ist allerdings von der Bereitschaft zur Interesse. genommenen Ausführungen: Gerechtigkeit auf der anderen Seite abhängig. Tschechen und Sudetendeutsche tragen ein gemein- Weil wir nicht wollen, daß der deutsche Aktivisfames Raumschicksal. Ihrer beider Zukunft hängt mus, zu dem sich heute ein großer Teil der deuts von der Erhaltung unserer Industriepositionen in der Weltwirtschaft ab. schen Bevölkerung bekennt, scheitert, darum liegt Die Wendung vom industriellen Bessimismus uns an der Erklärung von seiner Begrenzung zu neuem wirtschaftlichen Optimismus ist der ent- durch dauerndes Unverständnis für seine berechscheidende Punkt in der innerpolitischen Problematik. tigten nationalen politischen Forderungen. Ein großzügiges Entgegenkommen von tschechischer Seite wäre nicht Ausdruck der Schwäche, sondern Beweis der inneren Stärke. Außenpolitisch ist jeder Schritt zum realen Interessenausgleich zwischen den Völkern dieses Staates ein gewaltiges Die Krise Europas, so führte der Redner aus, drängt nach grundsätzlichen Entscheidungen. Die Demokratie ist im taktischen Nachteil, wenn sie dem Faschismus das Gesetz des Handelns überläßt. Es genügt nicht, an den Ufern der demokratischen Inseln zu stehen und zu warten, bis sich die Siniflut des Faschismus verläuft. Die Gegner das Faschismus müssen zu den neuen Ufern einer höheren Ordnung Europas hinstreben. Die sudetendeutsche Tragödie Von sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunk ten aus gesehen sind die Sudetendeutschen eines der unglücklichsten Völker des Kontinents. Sie sind von fünf Krisen gleichzeitig heimgesucht worden: 1. von der großen Strukturfrise des kapitalismus, die sich mit unerhörter Schärfe in unseren dichtbesiedelten Industriegebieten auswirkt: 2. von der großen Position strife des Kontinents, die sich in dem Verlust des westund mitteleuropäischen Industriemonopols in der Weltwirtschaft ausdrückt; 3. durch den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands seit 1914, der seine Reflexe über die Grenzen wirft; = Henleins Marsch führt auf den Weißen Berg des fudetendeutschen Schicksals. Seine Politik ist die des nationalen Selbstmordes. Wir treten ihr entgegen nicht nur im Interesse der Demokratie und des Sozialismus, sondern auch im Lebensinteresse des Volkes. Es gilt, die Sudetendeutschen vor Rückschlägen zu bewahren, die größer sein würden als die Katastrophen der Husiten zeit oder des Dreißigjährigen Krieges. Gestützt auf die eigene Kraft, nehmen wir den Kampf um die Korrektur des unglücklichen Wahlergebnisses vom 19. Mai auf. Das Kampfterrain wird jedoch von den Richtlinien der Staatspolitik ausgemessen. Die Fehler der tschechischen Politik Die Grundfragen des nationalen Zusammenlebens wurden seit 1918 entweder einseitig beant- Plus. wortet oder sie sind ungelöst geblieben. So geht der nationale Kleinkrieg auf allen Fronten weiter und verpestet die innenpolitische Atmosphäre. Die tichechische Formel, daß die Verpflichtungen der Minderheitsverträge erfüllt wurden, kann uns nicht befriedigen. Die Sudetendeutschen sind keine ,, Minderheit" im ethnographischen Sinne, sondern ein durchgebildeter Volkskörper. Seit Jahrhunderten find sie Träger eines politischen Sonderschicksals. Wer uns als Minderheit abtun will, bedenke, daß in Europa mehrere Völker von geringer Bahl ihren eigenen Staat bejizen. Die tschechische Politit tranft an einer unter 4. durch die 3 er stücke I ung des alten ch ä ßung der inneren StaatsproOesterreich Ungarn, welche wir mit bleme. Es ist unmöglich, im Donauraum die dem. Verlust der wichtigsten Absahmärkte bezahl- föderalistische Initiative zu ergreifen und zu Hause an einem starren Zentralismus festzuhalten. Neben 5. durch die Industrialisierung der legalen gibt es hierzulande eine illegale Natioauch der tschechischen Agrargebiete, die nalitätenpolitik. Offiziell werden die Deutschen als unsere furchtbar erschütterte Industriebasis noch Gleiche unter Gleichen bezeichnet. mehr schmälert. ten; Im Banne dieses gehäuften Unglücks haben die Sudetendeutschen ihre geistige Selbstbestimmung berSie vermögen mehr Inoffiziell find die nationalen Kampfvereine als Hüter der Ungleichheit tätig. Die deutsche Sozialdemokratie hat im GrenzBoſition aus pontiſch zu denten. Densen habe die ein politibes Benfifchen Wine eigenen gebiet Verhältnis au Sudetendeutschen, die seiner Partei zugeströmt sind, derheiten gesucht und zumeist auch gefunden. nur im Negativen geeinigt. Jede seiner Standes- Sie steht aber in schärfstem Widerspruch zu dem gruppen stellt ihre eigenen Forderungen auf, die Geist jener Minderheitsorganisationen, die in jedem sodann von der Parteiführung ad acta gelegt wer- Deutschen einen Staatsfeind sehen. Wer den letzten den. Wollte Henlein eine Resultante aus aen Wün- deutschen Briefträger oder Eisenbahner ausrotten schen ziehen, die sich auf ihn konzentrieren, dann will, ist ein Totengräber der Staatsgesinnung im müßte feine Partei am nächsten Tage an ihrer inne Grenzgebiet. Vom staatspolitischen Standpunkte aus ren unwahrhaftigkeit zerbrechen. Seit dem Vorgesehen ist es heller Wahnsinn, in die übervölkerten dringen der nazistischen Ideen ist das Sudeten- Krisengebiete immer neuen Menschenzuzug zu lenken. deutschtum innerlich zerrissen und vergiftet, wie noch Dadurch werden in der deutschen Bevölkerung die nie zuvor. Dieser Zustand birgt tödliche Gefahren. Strisenstimmungen immer mehr auf nationales GeDie politische Problemstellung dieses Landes ist der Stampf mit wechselnden Fronten. Neben dem Ringen zwischen Arbeit und Kapital spielt sich der Kampf zweier Völker um den Lebensraum ab. Die deutschen sozialistischen Arbeiter verteidigen die Demokratie und ihr soziales Recht im Bündnis mit den tschechischen Arbeitern und dem tschechischen Fortschrittslager. Im Ringen um ihre nationalen Rechte sind die deutschen Arbeiter auf die BundesDie nationale Befriedigung der Tschechoslowakei ist geradezu die Voraussetzung zur Erfüllung ihrer europäischen Funktion. Wir können an den Grenzen keine Maginot- Linie bauen, deshalb muß sich der tschechoslowakische Staat einen Festungsgürtel von staatstreuen Deutschen sichern. Die Tschechoslowakei ist heute der stärkste Eckpfeiler des europäischen Friedens. Gelingt es ihr, innerhalb ihrer Grenzen den nationalen Frieden herzustellen, dann wird sie erhöhte Verteidi gungstraft gewinnen und moralisch unangreifbar fein. Für diese Ziele die besten Sträfte einzusetzen, ist die gemeinsame Aufgabe vor allem der jungen Generation im tschechischen und judetendeutschen Volke. Es gilt im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten die Initiative zu einer gemeinsamen sozialistischen Europapolitik zu ergreifen! In der auf sehr hohem Niveau stehenden De batte, an der sich u. a. die Genossen Ke ßler und Schweich hart beteiligten, ergriff auch der als Gast anwesende tschechische Genosse Dozent Dr. Fischer aus Prag das Wort. Er charakterisierte die Internationalität der faschistischen Strömungen in Mitteleuropa und sprach sich für ein enges Zusammenwirken der sozialistischen Sträfte aus. Seine Arbeiterschaft erfüllten Ausführungen machten auf bon Verſtändnis für die Lage der deutschen die Konferenz einen nachhaltigen Eindruck. Abgeordneter Schütz für nationale Verständigung ,, Der Friede an der Moldau könnte der Ausgangspunkt für den Frieden Europas werden Auf einer von 300 Vertrauensleuten der christlichen Gewerkschaften besuchten Konferenz in Gießhübel hielt Abgeordneter Schütz eine nationalpolitische Rede, welche eine Präzisierung des Standpunktes der deutschen Christlichsozialen enthält. Die in der Verfassung vorgesehene Gleichberechtigung aller Bürger, so sagte der Redner, kann das nationale Porblem nicht befriedigend lösen. So wie die europäische Ordnung nur aufrecht erhalten werden kann, wenn ihr Fundament die Gleichberechtigung ist, so kann die Ordnung in einem Nationalitätenstaat nur dauernd gesi chert werden, wenn die soziale und nationale | Gleichberechtigung verbürgt ist. Soziale Revolu tionen sind die Folge gesellschaftlicher Unterdrükkung. Krieg und Aufruhr aber werden aus nationalem Unrecht geboren. Wer Revolution. Krieg und Aufruhr verhindern will, muß die Quellen des sozialen und nationalen Unrechtes verstopfen. Der fudetendeutsche Schicksalsraum liegt zwischen schen Bolf müſſen wir deshalb die Anerkennung Staatsgrenze und Sprachgrenze. Vom tſchechider Sprachgrenze ebenso fordern, wie der Staat von allen Völkern die Respektierung der StaatsGustav Hacker fordert Schutz grenze zu fordern hat. Die Forderung nach Anerkennung des Lebensraumes der Sudetendeuts gegen Entnationalisierung schen enthält keine Spize gegen die tschechischen Die am Sonntag in Saaz stattgefundene Mitbürger, welche feit Generationen dort zu Hauptversammlung der Deutschen Hopfenver- Hause sind. Aber in einer Beit schwerster und kehrsgesellschaft gestaltete sich zu einer Straft- Arbeitspläze, aus welchen Motiven immer tsche drückendster Wirtschaftsnot, bisherige deutsche probe zwischen dem BdL und dem bäuerlichen Anhang der SdP. Bei der Neuwahl der Funk- chischen Landsleuten in die Hände spielen, heißt den sudetendeutschen Aktivismus bei lebendigem tionäre siegte die von Hacker geführte KandidaLeibe an das Kreuz schlagen. tenliste der Landbündler mit etwa 2900 Stimmen gegen 550 Stimmen der Henlein- Bauern. Nach dem 19. Mai wurden innerhalb der Tsche- Nach dem Wahlakt hielt Gustav Hacker eine nachen Stimmen der Erkenntnis laut, daß den Deut tionalpolitische Rede, in welcher er u. a. erklärte: schen gegenüber schwere Fehler begangen wurden. Die Der deutsche Aktivismus hält sich für berupraktischen Folgerungen sind aber ausgeblieben. Die forcierte nationale Durchdringungspolitik in den fen, in einer Zeit, in welcher das StaatsverteidiGrenzgebieten richtet sich in erster Linie gegen den gungsgesetz verabschiedet wird, durch welches dem biet verschoben. Die beste Staatssicherung: nationale Gerechtigkeit Den ganzen Vormittag lärmten sie, um die In einer Zeit, wo Weltpolitik und Weltwirts schaft vom Sturm durchpeitscht werden, wäre gerade unser schönes Land berufen, Kern und Hort einer neuen Ordnung zu werden. Der Friede, der an der Moldau wirklich geschlossen würde, könnte der Ausgangspunkt für den Frie den Europas werden. Mammys Geschichte Gehoorenen zusammenzufriegen. Nachmittags ging, stand ein Mann hinten im Saale auf. rückwärts gestrichen hatte, und mit ihren blauen iväre. erzählte der Mann, der Johnson herausgefahren hatte, alles, was er wußte, aber es war nicht viel, weil er sagte, Johnson habe den ganzen Weg kaum Von William M. John ( Fortsetzung.) Mammy schüttelte sich, als ob ihr talt etivas gesprochen. ..Es ist also besser, Sie erzählen mir alles, was Sie wissen, vielleicht kann ich Sie dann herausbekommen." ..Ich weiß, daß ich nicht hübsch bin," sagte Mammy und ich weiß, daß ich nicht mehr jung bin, aber das ist nicht meine Schuld. Ich kann Ihnen nicht mehr sagen, und wenn Sie mich hängen... gut, so sollen sie mich hängen; das ist alles." Der Advokat klopfte an die Tür, und als der Gefängniswärter geöffnet hatte, jagte er:„ Führen Sie sie zurück, Jim; ich werde später wiederfommen." Dann richteten sie an den Leichenbeschauer und den Polizisten einige Fragen. Die sagten beide, daß der Mann auf dem Boden in der Küche dagelegen sei, und daß Mammy gesagt hätte, sie hätte es gemacht. Dann stand Mammys Advokat auf und sagte, er führe nur einen einzigen Zeugen, und das wäre die des Mordes angeklagte rau; aber er würde beweisen, daß sie unschuldig sei. Und dann rief er Mammys Namen. Und dann hielt Mammy ihre Hand hoch und ging vor, und der Advokat sagte, sie solle die Geschichte mit dem Erschießen erzählen, und Mammy erzählte genau dasselbe, was sie immer erzählte und sagte zum Schluß:„ Und das ist alles." Wir blieben drei Monate im Gefängnis, und Der andere Advokat sprang auf und fragte mit Ausnahme, daß der Advokat zwei- oder drei- Mammy, wie alt sie sei und wo sie geboren war. mal kam und mit Mammy allein sprach, hat es Sie sagte, sie sei dreißig und in Chicago geboren. nichts gegeben; Zar und Lizzi fingen an ihre und dann fragte er sie noch eine ganze Menge Kleider zu zerreißen, und Mammy wurde immer anderer Sachen über mich und Zar und Lizzi, und dünner, und sie war schon schrecklich dünn, als sie wo sie den Vater getroffen hätte und wie lang sie hergekommen war. verheiratet war. Mammy antwortete, wie sie imEines Morgens fam der Wärter herein und mer wegen des Schießens geantwortet hatte, als sagte uns, wir sollten uns bereit machen, zu Ge- ob das alles nicht sehr wichtig wäre. Er fragte richt zu gehen, heute sollte die große Verhand- sie dann auch, wie lange sie Johnson gekannt lung sein. Wir rieben uns sauber und richteten hatte, und wie gut sie ihn gefannt hatte, und uns zurecht. Ich trug Lizzi und Zar hielt Mammy warum er in unser Haus gekommen war an jenem an der Hand. Wie wir hereintamen, war der Saal Tag, als sie ihn erschossen hat, und ob sie seine voll von Menschen, und alle schauten uns an, als Frau und seine Kinder kenne. Aber Mammy blieb ob wir wilde Tiere seien, die sie nie vorher gesehen immer bei ihrem Nein, Nein, bis sie es überhätten. Einige standen auf, um uns besser zu drüssig zu sein schien, und dann sagte sie:„ Das sehen. ist alles." Als Mammy vom Verhandlungstisch weg- Haar, das sie glatt aus ihrem weißen Gesicht nach Mammy warf einen Blick auf ihn und ging wie Augen, die so blau waren wie der Himmel, wenn versteinert auf ihren Plaz zurück. Der Mann kam die Sonne gerade untergegangen war, über alles vorwärts, bis er vor dem Richter stand. schön, schöner, als ich je eine Frau gesehen hatte. „ Euer Gnaden," sagte er.„ darf ich einige Worte sprechen?" Mammy packte ihren Advokaten am Arm und wisperte ihm zu und ihre Stimme klang ganz heiser:" Lassen Sie ihn nicht sprechen, um Gottes willen, lassen Sie ihn nichts sagen." Mammy sah aus, als müßte sie gleich sterben. Ich faßte Lizzi beim Zipfel, weil sie eben unter den Tisch frie chen wollte, aber Mammy hat es nicht einmal bemerkt. ,, Wer ist er und was wissen Sie von ihm?" fragte der Advokat ebenso leiſe. „ Ich weiß nichts, ich habe ihn nie vorher gesehen, aber lassen Sie ihn nicht sprechen!" Der Richter fragte den Fremden, wer er sei. Er sagte, er sei Robert Johnson, Stuart Johnsons Bruder, und daß Mammy nicht alles erzählt habe, und wenn die es nicht tue, so werde er es tun. Frau Jugowiß," sagte Mammys Advokat, ,, ich verlange jetzt, daß Sie, soweit Sie sie wissen, die Geschichte Ihres Lebens erzählen." Mammy richtete sich auf, als ob sie versuchen wolle, nicht müde zu sein, heftete ihre Augen auf den fremden Mann und dann begann sie: Ich weiß nicht, wo ich geboren bin. Das erste, an was ich mich erinnern fann, ist, daß sie mich im Waisenhaus geschlagen haben, weil ich eine Schachtel zerschnitten hate, um mir eine Puppe daraus zu machen. Ich habe nie wieder, solange ich im Waisenhaus war, versucht, mir eine Puppe zu machen, aber mein Gott, wie habe ich mir eine gewünscht. Ich habe mir was zum Gernhaben gewünscht, etwas, das ich an mich drücken konnte, wenn ich am Abend ins Bett ging. Als ich sechzehn Jahre alt war, gab mich die Waisenmutter in ein Restaurant in den Dienst, um die Teller zu waschen. Als ich vom WaisenMammys Advokat sagte ihr etwas, was ich haus fortging, gab sie mir ein Papier, auf dem nicht hören konnte, und sie bewegte den Kopf, als stand: Martha Irving, drei Wochen alt,' und ab sie versuchte, ja zu sagen. Dann sprang er auf sagte mir, das sei an meinen Kleidern angehef und sagte, er wünsche, daß Mammy nochmals aus- tet gewesen, als man mich hier gelassen hätte. Ich sage. Der andere Advokat machte darüber einen habe dieses Stück Papier noch. großen Lärm, aber der Richter sagte Mammy, Für den ersten Dollar, den ich im Restau sie solle wieder vorkommen. rant verdient habe, kaufte ich mir eine Puppe. Ich habe früher darüber nie nachgedacht, ob Dann habe ich mich geschämt und mich gefürchtet, Mammy hübsch war oder nicht, ich habe nur ge- die Leute würden meinen, ich sei zu groß für eine wußt, daß sie mir gut gefiel. Aber wie sie da Puppe; aber bei Nacht nahm ich sie hervor und oben gewesen ist, habe ich mir gedacht, was der herzte sie und sprach mit ihr. Es war das erste Advokat gesagt hatte, daß sie nicht hübsch sei, ist Ding in meinem Leben, das ich zum Liebhaben eine Lüge. Sie schien mir mit ihrem schwarzen hatte. ( Schluß folgt.). Nr. 100 Dienstag, 28. April 1936 Seite 3 Vorsicht, Kommunisten! Sudetendeutscher Zeitspiegel Unter den wenigen deutschen Mitgliedern des Kommunistischen Jugendverbandes wird eifrig für den Besuch des Reichsjugendtages geworben, der vom Sozialistischen Jugendverband fen. Führer" gemeinsam mit einem Kreisarbeitertag zu Bfing- Seton Watson gegen SdPe 3 und 8 aus dem 5. Streis des Atus müsMenge Arbeit zu bewältigen haben. Die Turnbe ſten in Bodenbach veranstaltet wird. Die Wer,, Gedankengänge der hakenkreuzlerischen fen nicht nur für die Herrichtung des Plates forbung der kommunistischen Ingeni hat den Zweck, gen, sondern auch einige hundert technische Helfer dem Reichsjugendtag den Stempel einer Ein=. heitsfrontkundgebung aufzudrük- In einer Zuschrift an die ,, Lidové Noviny" stellen und die Quartierfrage lösen. Es sei daher den kommunistischen In- äußert sich der englische in der ganzen Welt an- Der organisatorische und technische Aufbau gendlichen mitgeteilt, daß ein geschloffener Auf- gesehene politische Schriftsteller Seton Watson zeigt in seinem theoretischen Entwurfe die Entmarsch kommunistischer Gruppen beim Reichs- über die Politik Henleins und der SdP, die er wicklung auf, die der Atus in den letzten Jahren jugendtag unter keinen Umständen in Betracht verurteilt. Sein Artikel ist um so bemerkenswer- genommen hat. Von der individuellen Leistung erkommt, und daß auch alle notwendigen Vorkeh- ter, als der Versuch unternommen wurde, unter folgt der Uebergang zur Massenarbeit, die zu rungen getroffen sind, um den Mißbrauch der Ju- Berufung auf ihn den Eindruck hervorzurufen, gleich Präzisionsarbeit ist. Nur ein Viertel des gendtagskundgebung zum Zwecke der kommunisti- daß die Sdß im Auslande Anerkennung gefunden technischen Betriebes wird der individuellen Leischen Einheitsfrontagitation durch einzelne in hat. Wir zitieren: stung, Dreiviertel jedoch der Massenarbeit geden Zug eingegliederte„ Kaderleute" zu verhinwidmet ſein. dern. Dieser Hinweis möge von den Kommunisten so ernst genommen werden, wie er gemeint ist! Der Reichsjugendtag ist eine Kundgebung der sozialistischen Jugend und der sozialdemokratischen Partei, keineswegs aber wird er zu einer Tummelstätte der Einheitsfrontler werden! Umtausch der Staatsanleihen gegen Unifizierungsanleihe Prag. Die Regierung hat dem Senat den schon seit längerer Zeit angekündigten Gesezent wurf über die Unifizierung der inneren Staatsanleihen vorgelegt. Die bisherigen Staatsschuldverschreibungen der verschiedensten Zinsfüße und Laufzeiten sollen freiwillig gegen eine Unifi= zierungsanleihe umgetauscht werden, die in bier Typen ausgegeben wird. Drei davon sind binnen 50 Jahren amortisierbare Anleihen zu dem Netto- Zinsfuß von 4.5, 434 und 3 Prozent, die bierte eine dreiprozentige ewige Rente. Die bisherigen Staatsanleihen sollen grundsätz lich zum Nominale gegen einen gleich hoch ver zinslichen Typ ausgetauscht werden. Nach Abrech rung der bisherigen Abzüge von den Bruttozinjen entsprechen die neuen Typen den alten Anleihen zu dem( jetzt nur noch nominellen) Zinsfuß von 6, 5 und 4 Prozent. Eine weitere Zinseneinsparung auf Kosten der Anleihenbesizer tritt also nicht ein. Für den Staat bestehen die Vorteile in der Vereinfachung der Manipulierung, vor allem aber in der Verteilung der Amortisierung auf 50 Jahre. Als teilweiser Ersatz für die Verlängerung der Tilgungsfrist wird bei einigen Typen ein höherer Uebernahm 3furs( von 101 Prozent bei den sechsprozentigen Anleihen bis 110 Prozent bei der Arbeitsanleihe) bewilligt. Wer nicht freiwillig seine Staatspapiere umtauschen will, muß sie unter vollem Namen bei der Postsparkasse hinterlegen; er bekommt davon nur die Zinsen, die endgültige Regelung dieser Anleihen bleibt einem späteren Gesez vorbehalten. Nicht einbezogen in die Unifizierung sind die Baulose und sechs Emissionen, deren Nettozins niedriger als drei Prozent ist, Der Austausch bezieht sich auf Staatspapiere im Nominale von rund 20.6 Milliarden Kč, nicht gerechnet die 2.2 Milliarden der niedrigst verzinslichen Anleihen, die gleichfalls umgetauscht werden können. Das Aergste überwunden schaftsfragen Ueber die Propaganda und die Organisation des Festabends sprach Genosse Heißer. Der erste Teil der Propaganda war erfolgreich, denn die Kalenderaktion erbrachte nahezu 40.000 Aronen, die ausschließlich den arbeitslosen mitgliedern zugeführt werden. Genosse Kaufmann faßte die Ausführungen der Redner zusammen: Wir betrachten die in den Referaten vorgebrachten Wünsche als Aufträge, die uns Komotauern erteilt werden; wir seven unsere Ehre darein, unsere ganzen Kräfte in Mit dem den Dienst dieser Sache zu stellen. Festlied" wurde die Tagung beendet. Die unabsehbare Reihe... In Broßen bei Weg städ tI wurde dieser Tage der Henleinmann Wenzel Wil he Im verhaftet und dem Gerichte eingeliefert. Ihm wird ein Vergehen gegen das Gesetz zum Schußze der Republik zur Last gelegt. Tödlicher Fenstersturz eines Kindes. Sonntag, den 26. d. M., gegen Abend ereignete sich in Bodenbach- Rosawiß ein gräßlicher Unglücksfall, dessen Opfer ein siebenjähriger Knabe wurde. Der siebenjährige, schwachsinnige Kurt Pilch, der sich bei Biebeltern in Pflege befand, stürzte aus dem Mansardenfenster zehn Meter tief auf die Straße, wobei er sich derart schwere Verlegungen zuzog, daß er wenige Stunden später im Tetschener Krankenhause starb. Das Programm des Komsomol Stalin auf dem Kongreẞ Als aufmerksamer Leser der Beit", welche wie ich voraussetze die Politik der Partei und ihrer Führer darstellt, kann ich nicht darüber überrascht sein, daß der Standpunkt der tschechi schen öffentlichen Meinung gegenüber der sudetendeutschen Partei immer zurückhaltender wird. In jeder Tagesfrage, hauptsächlich in allen grundlegenden Fragen der kollektiven Sicherheit, des internationalen Rechtes, der Unverlegbarkeit der Verträge, der Zukunft des Völkerbundes, der demokratischen Regierung, zeigen sich die Gedan Die letzte Sitzung des Komsomol- Kongresses kengänge der hakenkreuzlerischen Führer und Zeitungen Deutschlands 3. B. des„ Völkischen ist in Anwesenheit von Stalin verlaufen, den Molotow, Kaganowitsch, Woroschilow und andere Beobachters". Aber nicht nur das, offen wird das Würdenträger begleitet haben. Stalin war in ganze System der tschechoslowakischen Allianzen fritisiert, sowohl der individuellen als auch der dieser Sitzung in seiner Eigenschaft als Delegier= kollektiven, mit der Kleinen Entente, mit Frankter zum Komsomol- Kongreß anwesend, da alle lo= reich, mit Rußland. Es existiert nur ein einziges falen Komsomol- Organisationen ihn zum DeleLand, das sie nicht kritisiert und das ist Deutsch- Zu den judetendeutschen Theatern, die be- gierten erwählt hatten. Stalin hat auch, zusamTand. Seine ungeheuren Rüstungen, seine Reli- reits als Beispiel für die Henlein- Wirtschaft men mit allen anderen Delegierten, für das gionspolitik, seine Judenverfolgungen, seine totale dienen, gehört nicht zuletzt die Nordmah neue Programm des Komsomol Idee der Erziehung, seine vollständige Unter- risch schlesische Städte bühne in gestimmt. Die Quintessenz des neuen Programms drückung der Pressefreiheit dies alles übergeht mahr. Schönberg, dessen Theaterverein ist in der ,, Komsomolskaja Prawda"( 22. IV.) sie mit Schweigen, während alle anderen Unvoll- fürzlich beschloß, die kommende Winterspielzeit so dargelegt worden: tommenheiten eines jeden anderen Staates, Haupt- mit der alten Direktion nur dann durchzuführen, sächlich Frankreichs, auf das Genaueste beschrieben wenn die ersten zwei Werbevorstellungen eine erwerden. folgreiche Spielzeit gewährleisten sollten, denn die Direktion hatte dem Theaterverein bisher für Komotauer Bezirksappell zum Bundesturnfest " " SdP und Theater = M pie großzügigen Unterſtüßungen = ,, nicht immer in entsprechender Weise gedankt. Das Vertragsverhältnis mit der Nordmährisch- schlesischen Städtebühne wird unter anderen Bedingungen erst im Herbste erneuert werden, und zwar nach dem Grundsatz: Erst Leistung, dann Förderung." Sonntag versammelten sich in den Parkjälen" in Komotau die Funktionäre der Arbeiterturnvereine aus den Bezirken Komotau und Seestadt I. Mehr als 600 Teilnehmer waren erschienen, Turngenossen und-Genossinnen, die fich freudig in den Dienst des dritten BundesturnDaraus geht hervor, daß man mit den bis festes stellen wollen. Den Vorsis führte Genosse Franz auf herigen Leistungen nicht gerade sehr zufrieden geDen Vorsitz führte Genosse Franz aufwesen zu sein scheint. Es gibt also doch anscheimann. Ueber den organisatorischen und techni- nend noch Menschen, die von einem Theater etwas schen Aufbau des dritten Bundesturnfestes spra- anderes verlangen als das zweimalige chen die Genossen UIImann und Graffe. Auftreten Konrad Henleins. Die Sie führten aus, wie weit die Vorarbeiten bereits Theaterdirektion hat sich gründlich verrechnet. Sie gediehen sind und welche herrliche Stimmung in glaubte es besonders schlau anzustellen, wenn sie den Vereinen vorherrscht. sich mit Haut und Haaren der SdP verschreibt und durch die Aufführung von reaktionären Ten denzstücken in das Horn der SdP bläst. Diese zeigt sich nicht imstande, ein so kleines Theater lebensfähig zu erhalten. Und so wird in Mähr. Schönberg jest in Erwägung gezogen, eine Theatergemeinde zu gründen, die im Falle einer theaterlosen Zeit durch Vorträge über Theaterivesen und Theaterkultur sowie durch Es ist zu erwarten, daß Komotan das größte Bundesturnfest sehen wird, das je vom Atus abgehalten wurde. Vertreter unserer Organisation nahmen an Tagungen der tsch e chischen Genossen teil. Sie alle fanden bei den DTI- Leuten außerordentlich großes Interesse vor. Aber auch aus dem Auslande find bereits zusagen eingetroffen, daß TeilStarhemberg- Schuschnigg 1. Die fozialen Abgrenzunund Differenzen werden gen beseitigt. Der Komsomol wird zu einer parteilofen Organisation der ganzen fortschrittlichen Sowjetjugend. 2. Rampf für die Festigung der Familie. Die Komsomolzen müssen vorbildliche Eltern sein. Unsere Kinder, die Kinder der Komsomolzen, müssen die besten Kinder der Welt sein. 3. Die Pflicht des Komsomol ist die V e r= teidigung unseres Landes. Wir müssen in uns Mut und Ausdauer erziehen, Verachtung gegenüber der Feigheit, den Geist der strengsten Disziplin. Wir müssen die Deserteure, die Verräter hassen. Verratene Budgetgeheimnisse Strenge Untersuchung im britischen Schatzamt. ten der verschiedenen politischen Parteien am London. Es verlautet, daß die Abgeordne Montag im Unterhause von der britischen Regierung Aufklärung über einen Fall fordern werden, der als indirekte fiskalisch.e Veruntreuung quali fiziert wird und bedeutende Erregung in der City und in den Parlaments couloirs hervor City und in den Parlaments couloirs hervorgerufen hat. Es ist bekannt, daß das neue bristeuer und der Teeabgabe enthält. Es wurde nun tische Budget eine Erhöhung der EinkommenEs für den Fall der Erhöhung dieser Abgaben versichern Iießen. Ueber diese Geseßentwürfe wurde, wie üblich, strengstes Stillschweigen bewahrt und bis zum Budgettag" waren darüber nur die Mitglieder der Regierung und hohe Beamte des Schabamtes informiert. Es handelt sich jetzt darum, festzustellen, wer die Pläne des Schabtanglers verraten hat. Die Lloyds- Versicherung betraute bereits ihre Agenten damit, ein Verzeichnis jener Personen anzulegen, die sich im letzten Augenblick gegen das Risiko der Erhöhung der erwähnten Abgaben versichern ließen. Fürsorgeminister Ing. Nečas über Wirt- nehmer nach Komotau entfandt werden. Sie alle einzelne vollwertige Gastspiele den Stock an festgestellt, daß sich in den Tagen von der Vorfreuen sich, die deutschen Arbeiter unserer RepuIn Preßburg sprach Sonntag Fürsorgemini- blik, die Kämpfer gegen die faschistische Invasion bereits ganz ernstlich mit dem Ende der Städte- lage des Budgets zahlreiche Personen ster Genosse Ne čas. Seine Rede galt den slowa- in Mitteleuropa kennen zu lernen. Die Ko- bühne! Und diese SdP will das ganze Sudeten fischen, aber auch ganzstaatlichen Fragen. Der motauer Genossen, werden aber eine ungeheure deutschtum Kultur lehren! Minister stellte fest, daß sich die wirtschaftliche Situation im Laufe des lesten Jahres gebessert hat. Das muß den defaitistischen Stimmen entgegengehalten werden. Diese Besserung kann nicht nur durch die Ziffern des Außenhandels, sondern auch durch die Ausweise der Sozialversicherungsanstalten und andere belegt werden. Wenn diese Biffern auch noch nicht bedeuten, daß wir zufrie den sein können, so bedeuten sie doch, daß wir das Aergste überwunden haben. Im Verlaufe der Rede betonte der Fürsorgeminister im Hinblick auf die Klagen über Betriebseinstellungen in der Slowakei, daß es auch im Westen der Republit ganze Gebiete gibt, in denen Unternehmungen ihren Betrieb einstellten oder einschränkten. in schwerer Kampfstellung In Desterreich scheinen sich wieder einmal| Vorstoß Starhembergs scheint aber noch andere eberraschungen vorzubereiten, ohne daß man Gründe zu haben als die Abwehr der Entmilifreilich die typisch österreichische Ueberraschung- tarisierung". daß nämlich nach großem Lärm gar nichts ge= Die Stellung Starhembergs ist durch den ficheht ausschließen könnte. Starhemberg hat bei einem Heimwehtappell Phönig- Standal aufs neue schwer erin Horn, bei dem der Bundeskanzler Schuschnigg schüttert. Das wird von der Opposition, und zwar von allen drei Gruppen der Opposition, von den nicht anwesend war, mit unverkennbarer Spize gegen Schuschnigg, die Monarchisten, die Kirche Nazis, den Sozialisten und den Monarchisten Für die Gemeindewahlen in Mißlis legten und die Christlichsozialen, prahlerisch erklärt, die fräftig ausgenüßt. Starhemberg muß sich also die einzelnen Parteien auf Grund einer Verein Heimwehren würden niemals abrüsten. Nur durch handgreifliche Drohungen Bewegungsfreibarung Kompromißkandidatenlisten vor. Hiedurch über seine Reiche, verkündete nach be- heit im Sumpf schaffen. entfiel die Vornahme der Wahl. Mitglieder der rühmtem Muster der trinkfrohe Fürscht", könne Ferner scheint die Mission Austin Gemeindevertretung sind vier Republikaner und man zur Entmilitarisierung der Heimwehr kom- Chamberlain 3, ob sie nun mit der Frage tschechische Gewerbeparteiler, vier Nationalsozia- men! Es gebe in Oesterreich nur drei Möglichkei- der Restauration zusammenhängt oder nicht, doch listen, drei Volksparteiler, dret tschechoslowakische ten, den Bolschewismus, den Nationalsozialismus auf eine Lösung Oesterreichs von Sozialdemokraten, vier deutsche Gewerbeparteiler, oder einen Staat, wie ihn die Heimwehr( alio Italien abzuzielen, also auf die Entthronung bier Mitglieder der Sudetendeutschen Partei, drei Mussolini) wünsche. Wenn es nicht im Guten Starhembergs. Auch dagegen müssen sich Mussodeutsche Christlichsoziale, ein deutscher Sozial- gehe, werde man eben andere Methoden anwen- lini und Starhemberg zur Wehr sehen. Sie tun demokrat, ein Kommunist, ein Vertreter des Bun- den. Schuschnigg müsse sich von seinen Freun- es, indem sie Schuschnigg offenbar mit einer des der Landwirte und zwei Vertreter der Jüdi- den"( Klerikale? Monarchisten?) abwenden, Neuauflage des 25. Juli 1934 drohen. Starhemschen Bartei. sonst werde er von diesen beseitigt werden. berg galt in leßter Zeit nicht nur als Favorit Zu Treuhändern des Phönig" im Sinne der Schuschnigg, gegen den Starhemberg diese Mussolinis, sondern auch als Kompromißkandidat fürzlichen Regierungsverordnung wurden Mini- faum noch verhüllt" zu nennenden Drohungen Hitlers, da dieser natürlich, um eine habsbur fterialrat Dr. Černoctý aus dem Innenmini- ausgestoßen hat, sprach seinerseits Sonntag in gische Lösung zu verhindern, auch eine Bundes sterium, Ministerialrat Dr. Šebet aus dem Baden in einer Versammlung der BF von der verweserschaft Starhembergs( mit Naziministern) Rechnungskontrollamt und Oberdirektor Špičsorgenvollen internationalen Lage" und dem in Kauf nehmen würde. Darin liegt für Schuschta vom Reestompte- Institut vorgeschlagen. Auf bevorstehenden Generalangriff auf Desterreich." nigg und die Christlichsozialen die Gefahr. Sie die Treuhänder gehen alle Rechte und Verbind- Schuschnigg erwähnte auch den Phönigs wissen, daß jede Art Putsch zu einer Allianz Stars lichkeiten der Phönig- Vertretung für die Tschecho- Standal, an dem bekanntlich Starhemberg Hemberg- Habicht führen könnte. Diesen GeneSlowakei über. Sie sind dem Innenministerium führend" beteiligt ist. ralangriff" scheint Schuschnigg zu meinen und berantwortlich und werden nach ihrer Ernennung Daß Schuschnigg die Entmilitarisierung" mit dieser Lösung" droht Starhemberg, wenn der Heimwehr anstrebt, ist bekannt. Der heftige er Schuschnigg vor seinen ,, Freunden" warnt. ins Handelsregister eingetragen werden. 11 " " Um in Troja einzudringen, bedienten sich die Griechen der bekannten Sage nach eines riesigen hölzernen Pferdes, in dem Bewaffnete verborgen waren und das den Trojanern als Weihgeschenk dargebracht wurde. Die trojanische Friedenstaube Wowinn eine Erfindung Adolf Hitlers! Seite 4 Dienstag, 28. April 1938 Rr. 100 ^ageMemgäcitetr Ehezins für den„Führer** In keinem Lande der Welt sind Politik und Geschäft so eng miteinander verquickt und verstrickt, wie im Reiche Adolf Hitlers. Denn dort, wo der„Führer" mit gutem Beispiele vorangeht, darf man sich nicht wundern, daß auch die anderen diesem Beispiele folgen. Vor nicht zu langer Zeft wurde im Dritten Reich von Amts wegen angeordnet, daß alle Aemter und Be- amten Adolf Hitlers„Mein Kampf" anschaffen müssen, und man kann sich ausrechnen, daß der Parteiverlag Eher in München und mit ihm der „Führer" schön verdient haben. Nun scheint aber diese Verdienstquelle versiegt zu sein. Aber schon ist man mft einem neuen Schlager da: Durch Runderlaß an die Standesbeamten und ihre Auffichtsbehörden bezeichnet es der Reichs« und preußische Innenminister als erwünscht, daß die Standesbeamt en, soweit diefinanzielleLagederGemeinden dies nicht ausschließt, bei der Eheschließung jedem Ehepaar Hitlers Buch„Mein Kampf" aus händigen. Die Aushändigung kommt nur in Betracht, sofern keiner der Ehegatten Jude ist und der Ehemann die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Die Kosten für die Beschaffung des Werkes sind als Kosten der Standesamtsführung anzusehen, die den Gemeinden zur Last fallen. Damft hat man endlich auch einen dauernden Absatzmarkt gefunden, denn geheiratet wird ja immer werden. Das Schönste an der Sache ist aber, daß die Gemeinden, das heißt die steuerzahlenden Massen/ Adolf Hitlers Geschäft zu^finanzieren haben. Das ist praktische Kommunalpolitik, wie man sie im Dritten Reich betreibt: die Allgemeinheit wird dazu koniman- diert, den Profit der einzelnen Parteibonzen zu vermehren. Alles in allem erinnert der Brauch an die schönen Zeiten des Feudalismus, da jeder Bauer bei der Heirat dem Herrn eine Geld ablöse' für das„Recht der ersten Nacht" zahlen mußte. Heute muß also bei jeder Hochzeft dem Führer der Zehent gesteuert werden. Macht bei 730.000 Heiraten im Jahr und etwa 60 Pfennig per Exemplar für Hitler 438.000 Mark aus!„Gemeinnutz geht vor Eigennutz." Ausgelieforte Emigranten. Der sozialistische „Peüple" berichtet, daß vor einigen Tagen in Brüssel fünf deutsche Emigranten verhaftet wurden, deren Papiere nicht ganz in Ordnung waren. Drei von ihsten wurden bald darauf wieder frei- gelasien, währestd die beiden anderen, ein Mann namens Heinrich Bell und ein 75jähriger Mann namens Lewy von der Polizei nach der deutschen Grenze abgeschoben wurden, wo die Gestapo sich der beiden Emigranten sofort bemächtigte. Heinrich Bell soll dem belgischen Blatt zufolge in Deutschland des Hochverrats beschuldigt sein, und es droht ihm die Todesstrafe.„Peuple" nimmt an, daß diese Auslieferung infolge irgendeines Mißverständnisses erfolgt sei und verlangt von der Regierung, daß sie nunmehr diplomatische Schritte unternehme, damit die beiden Emigranten wieder an Belgien ausgeliefert werden. Außerdem verweist das Blatt auf die Notwendigkeit, die Tätigkeit der Geheimagenten der Gestapo in Belgien zu liquidieren. Ein Hausverwalter sprengt das Gebäude in die Luft. Unweit des Alexanderplatzes in der Ge- orgenkirch-Straße in Berlin ereignete sich in der Nacht zum Sonntag in einem Wohnhaus eine schwere Explosion. Das ganze Gebäude wurde auf das schwerste beschädigt. Sämtliche Wohnungen und Läden boten den Anblick eines Trümmerfeldes. Besonders stark haben das Quergebäude und der Seitenflügel des Grundstückes gelitten, in denen alle Fensterkreuze und Türen durch die Auswirkungen der Explosion eingedrückt wurden. Die Treppe bis zum ersten Stock wurde vollkommen zerstört.. 13 Personen wurden durch herab- Zlehuns der Klassenlotterie Unverbindlich. Prag. Bei der Montag-Ziehung der 5. Klaffe der 34. tschechoslowakischen Klaffenlotterie wurden folgende Lose gezogen: «0.000 liö Los Nr. 86499. 30.000 liö Los Nr. 7814. 20.000 Kö Los Nr. 37760. 10.000 K£ die Löse 103920 99496 87110 45356 70131 105838 101579. 5000 ltö die Lose Nr. 29865 98101 89777 21960 76976 51826 34609 39827 77934 58837 83516 79370 107840 61059 44067 69919 13441 98991 51903 102875.100562 77221 24342 96814 51942 59624 20808 90849 5122. 2000 K£ die Lose Nr. 25317 93338 110596 2093 29068 57126 13584 71897 108807 45869 59524 106180 792273081 10422860863 39592 70065 45797 8484 106816 2408 104646 11375 40340 62902 2242 65770 97035 108577 47587 25836 62307 13721 63253 73376 85262 7294 109550 56442 101956 87638 26940 110124 25258 23260 30163 17112 3737« 105687 104649 76606 29515 64836 100587 57506 27961«4142 92548 38594 27033 17843 75448 104953 23390 86402 8054« 9855« 872 20775 38546 95160 109965«7332 47631 59963 7580 87570 1356 71847 15405 90241 41400 51410 57689 88798 36723 93415 80646. Die Bodenbacher Entschließung Die Bezirkskonferenz in Bodenbach, über deren Verlauf wir an anderer Stelle be- richtey, hat folgende Resolution angenommen: Tief durchdrungen von der Ueberzeugung, daß die drohende Kriegskatastrophe Europas nur durch eine kühne Offensivpolitik der sozialistischen und demokratischen Kräfte, zu verhindern ist und daß in diesen Schicksalsstunden auch- die sudetendeutsche Arbeiterbewegung auf ihrem wichtigen Frontabschnitt ein Höchstmaß van Initiative entfalten muß, spricht die Bezirkskonferenz Bodenbach offen aus, daß zur Erhöhung der Sicherheit der Republik eine Reihe von tiefgreifenden nationalpolitischen/wirtschaftlichen und sozialen Maßnahmen erforderlich ist. Die in Bodenbach versammelten Vertrauensmänner betrachten als unerläßlich 1. Die erneute Aufrollung der wirtschaftlichen und sozialen Lebensfragen der deutschen arbeitenden Bevölkerung, insbesondere der Dauer-Erwerbslosen und der arbeitslosen Jugend, durch eine gemeinsame Aktion der Partei und Gewerkschaften. Diese Aktion soll vor allem der Durchsetzung der Erkenntnis dienen, daß die bisherigen Maßnahmen zur Krisenbrkämpfung unzureichend sind und daher auf breiterer Grundlage ausgebaut werden müffen, nm wenigstens das nackte menschliche Dasein der Krisenopfer über die schlimmste Zeit hinüber zu retten. 2. Eine besondere Aktion der Gesamtregierung für den industriellen Wiederaufbau in den Exportgebieten. Beispielgebend dafür sollen die in E n g l a n d getroffenen Maßnahmen sein, wo von der Regierung besondere Fachkommissionen in die Krisengebiete entsandt und eigene Rrgie- rungsbrvollmächtigte zur Unterstützung ihrer wirtschaftlichen Wiederbelebung eingesetzt worden sind. 3. Aufnahme von Verhandlungen zwischen den deutschen attivistischen Parteien über die gemeinsame Formulierung und Vertretung der nationalpolitischen Mindestforderungen der deutschen Bevölkerung i nder Staatspolitik. 4_ Die Einladung der tschechoslowakischen, der österreichischen und der ungarischen Bruderpartei zur Beratung über die gemeinsamen sozialistischen Aufgaben in Mitteleuropa. 5. Einen Borstoß in der sozialistischen Arbeiterinternationale für die Forderung nach einem sozialistischen Friedens- und Aufbauplan in Europa. ■ Die Bezirkskonferenz beauftragt die Bezirksleitung, diese Forderung vor den leitenden Parteiinstanzen zu vertreten. fallende Wandverkleidungen und durch Glassplitter verletzt. Glücklicherweise sind sämtliche Verletzungen nicht ernstlicher Natur. Auf Anordnung der Baupolizei mußte das Haus wegen Einsturzgefahr vollständig geräumt werden. Wie die poli- ! zeiliche Untersuchung ergab, hat der 61jährige Verwalter Haenl, der auf dem Haus auch eine Hypothek stehen hatte, aus Rache an den Besitzern des Grundstückes, seiner Schwester und Nichte und einigen Mietern, das ganze Gebäude durch eine Gasexplosion in die Luft zu sprengen versucht. Bei der Ausführung seines Planes ging er als echter Preuße ganz systematisch vor. Er öffnete die Gashähne in seiner Wohnung und in der Waschküche. Um durch die Explosion selbst nicht zu Schaden zu kommen, kroch er auf das Dach des Hauses, entzündete einen mit Benzin getränkten Lappen und warf ihn in den zur Waschküche gehörenden Schornstein Der brennende Lappen fiel tatsächlich bis zum Abzugloch des Waschküchenofens und brachte so das Gas zur Explosion. Die Prärie brennt. Im Paarl-Gebirge am Südzipfel des afrikanischen Konttnentes wurde durch ein Riesenfeuer eine der schönsten und fruchtbarsten Gegenden vernichtet. Das Großfeuer brach in den Abendstunden aus, die Riesenflam- > men konnte man in einem Umkreis von mehr als 160 Kilometern weithin beobachten. In der Umge- /büng der Moffelbai griffen die Flaminen in einetn Umkreis von 15 Kilometern um sich. In denselben ,verbrannten Hunderte von Schafen und auch anderes Vieh bei lebendigem i Leibe. Die Stadt Muikenberg ist vom Norden und I vom Süden durch die Flammen bedroht. Eines der Feuer hat die ganze Halbinsel von der Außenwelt abgeschnitten. Der Mikado nicht mehr„Selbstherrscher". Der Mikado wird numnehr amtlich nur noch„Daj Nippon Tekoku Tenno" genannt, was. wörtlich übersetzt „Kaiser, Sohn des Himmels des großen Japan" heißt. Von dem bisher üblichen Titel unterscheidet sich der neue dadurch, daß das Wort„Tenno"— „Sohn des Himmels", dasWort„Kotes"—„Selbstherrscher" ersetzt hat. Es soll durch diese Aenderung zwar das Gottesgnadentum des Kaisers von Japan betont werden, aber gleichzeitig auch die moderne parlamentarische Monarchie als Staatsform gekennzeichnet werden. Außerdem dürfte für die Aenderung der Wunsch mitgespielt haben, nicht den gleichen Titel wie Pu-Ai von Mandschukuo zu führen, der sich„Kotes" nennt. Ei« Puschkin-Denkmal in Paris. Zum hundertjährigen Todestage des großen russischen Dichters Alexander Puschkin am 10. Feber 1937 soll Paris en: Puschkin-Denkmal erhalten. Auf Initiativ« einer in Paris erscheinenden großen russischen Wochenschrift hat sich ein Ehren-Komitce gebildet, dem unter anderen Herriot, De Monzie, Pierre Benoit, Claude Farrsre und andere bedeutende Politiker und Männer der Kunst und Wiffenschaft angehören. Der Pariser Stadtrat hat sich sehr beifällig für diesen Plan ausgesprochen, und es soll eine öffentliche Sammlung für dieses Denkmal in ganz Frankreich veranstaltet werden. Sowjetfilm über Abessinien. Nach viermonati- gem Aufenthalt in Abessinien sind die Sonderberichterstatter der sowjetrusfischen Filmorganisationen B. Zeitlin und W. Jeschurin nach Moskau zurückgekehrt. Sie haben in Abessinien etwa 14.000 Meter Film gedreht und werden jetzt daraus einen großen dokumentarischen Film über die Geschehnisse in Abessinien herstellen. Die sowjetrussischen Filmoperateure haben in Abessinien viele Orte, so u. a. Dessie,. Kobo, Koram, die Tanakilwüste, wie auch die vordersten Stellungen im Bezirke Amba-Alaghi bei Makalle besucht. Ein Savonarola entdeckt. In Moskau ist eine außerordentlich seltene Ausgabe der Predigten von ' Girolamo Savonarola entdeckt worden. Das Buch, das um das Jahr 1500 herausgegeben wurde, enthält 40 Predigten des berühmten ttalienischen Re- formawrs und Predigers.— Die erste Predigt im Buche reicht auf den 28. Feber 1498, die letzte aus den 7. April des gleichen Jahres zurück. Da? Buch ist dem Museum der Lenin-Bibliorhek der UdSSR überwiesen worden. Die Straße nach Addis Abeba gesprengt Die Abessinier haben die Straße nach Addis Abeba durch große Sprengungen für die Italiener unbenutzbar gemacht. Unter Leitung europäischer Ingenieure wurden Gebirgsbäche umgeleitet und Maschinengewehrnester angelegt, so daß die hohen Pässe schwer passierbar gelvorden sind. Der Pilot des Regus in Italien nvtgelandet. Der Flieger Drouillet, der Pilot des abessinischen Kaisers, der, wiewohl sein Flugzeug amtlich versiegelt war, geheim vom Pariser Flugplatz Le Bourget aufgestiegen war, ist bei einer norditalienischen Gemeinde notgelandet. In Seenot. Auf dem Atlantischen Ozean befinden sich drei Dampfer, und zwar„Saint Quentin",„Rushpoöl" und„Jvankoe" in Seenot. Die Dampfer, die ihnen zu Hilfe eilen wollen, sind infolge des herrschenden Sturmes daran gehindert.— Die Ueberseedampfer, welche auf der Strecke Bremen—Washington auf See sind, melden, daß der polnische Dampfer„Pilsudski" mit dem britischen Dampfer„St. Qurnttn" zusammengestoßen sei, welcher SOS-Signale aussendet. Man befürchtet, daß das Schiff„St. Quentin" bald sinken werde. Die Räume, in welchen die radiotelegraphischen Apparate untergebracht sind, stehen bereits unter Wasser; auch die Steuerung des Schiffes ist beschädigt. Im Rebel gerammt. Im Kaitegaii ist der dänische Dreimastschoner„Jylland" in dichtem Rebel von dem deutschen Dampfer„Erika" gerammt worden. Ter Zusammenprall war so heftig, daß der Dreimastschoner sofort zu sinken begann. Der Kapitän konnte an Bord der„Erika" hinüberspringen, während die drei restlichen Mann der Besatzung ins Wasser springen mußten. Sie wurden jedoch von einem Rettungsboot der„Erika" ausgenommen und die gesamte Besatzung wurde an der Küste Jütlands an Land gesetzt. Brahma und Allah. Die Zahl der Opfer der Zusammenstöße zwischen Hindus und Mohammedanern in Poona ist größer als ursprünglich gemeldet wurde. Zwei Personen wurden getötet und an 200 verletzt. In die Stadt wurden Polizei und Militärverstärkungen entsandt. Eine scheußliche Liebeserklärung. Vor einigen Tagen fand ein Totengräber auf dem Friedhöfe von Brighton ein Paket, in dem sich eine abgeschnittene Zehe von einem menschlichen Fuß befand, di« von einem sonderbaren Liebesbrief begleitet war. Der Brief lautete:„Liebe Reneel Ich weiß jetzt, daß Sie mich nicht lieben. Ich aber werde nie aufhören. Sie zu lieben, und als Zeichen meiner grenzenlosen Leidenschaft schicke ich Jbnen anbei einen Beweis, daß ich zu allem entschlossen bin, um Ihre Hand zu erhalten." Es gelang bald, die Empfängerin dieses Paketes festzustellen. Es handelte sich um eine Krankenschwester namens diente, die üft Hospital von Brighton arbeitet und ohne tveireres zugab, den seltsamen Liebesbeweis erhalten zu haben. Sie war jedoch so erschrocken, daß sie sich nachts des Paketes entledigte, indem sie es über die Mauer des Friedhofs warf. Sie konnte auch über den Adressaten Ausknnft geben: dieser war ein junger. Pfleger des gleichen Hospitals, der ihr beständig nachstellte. Als ver 1. klar Im Rundfunk Europas Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß die internationale Arbeiterbewegung heuer in verstärktem Maße den Rundfunk in den Dienst des 1. Diai- Gedankcns stellt. So bringt der Rundfunk in einer Anzahl demokratischer Staaten spezielle 1. Mai-Programme, die von den sozialistischen Radipverbänden organisiert werden. In Belgien hören wir den Vorsitzenden der Sozialisti- schen Arbeiter-Internationale, Louis de Brou- k e r e und den Genoffen Minister Emile B ä n- dervelde. Auch in Dänemark und in der Tschechoslowakei stehen amtierende Minister und Parteigenossen vor dem Mikrophon. In diesem Kreis fehlen aber leider einige große demokratische Länder wie England und Frankreich. In England gestattet die Monopolstellung der BBC .keine politischen.Aussendungen. In Frankreich hat die bisher ablehnende Stellung der Regierung eine starke Bewegung für die Freiheit des Mikrophons ins Leben gerufen. Sie ist noch zu jung, nm zu diesem 1. Mai einen Erfolg buchen zu können. Außer der Maifeier der DeutschenAr- b erters en düng in Pra g-Radiojournal(18 Uhr 10 bis 18 Uhr 50), deren genaues Programm wir bereits veröffentlichten, verzeichnen wir noch folgende sozialistische 1. Mai-AuSsendungen in Europa: Brüssel H. 9.00 Uhr: Morgengruß, Kampflieder, Ansprache-Hendrik de ManS. TaS Abendprogramm beginnt um 17 Uhr 45 und dauert bis 23.00 Uhr. Brüssel I. 9.00 Uhr: Ansprache Louis /de Brouköres. 21.00 Uhr: Ansprache Emile B an- derveldes.- Hilversum: Festprogramm von 8 Uhr morgens biS 22 Uhr. Kopenhagen. 19 Uhr 50: Großes Festprogramm mit Ansprache des Handelsministers Genossen Kjaerbol. Bern. 11.00-bis 12.00 Uhr: Matinee. Oslo: Mehrere sozialistische Vorttäge tagsüber. man ihm bei der polizeilichen Vernehmung Vorwürfe wegen seiner Selbstverstümmelung machte, zeigte er jedoch lachend seine Füße: an keinem fehlte eine Zehe. Der Mann hatte einfach von einem ampu- tierten Bein eine Zehe abgeschnitten. Er fand offenbest, daß ein Mädchen, das ihn nicht erhöre» will, sich mit einem zwar entsetzlichen, aber wenigstens schmerzlosen Liebesbeweis begnügen müßt«. Vom Rundfunk ImMilaiuwartM mm«tau ProfnaaMi Mittwoch: Prag, Sender L: 10.05: Deutsche Presse, 7: Salonorchester, 10.35: Schallplatten, 12.10: Klaviersolos, 13.40: Deutscher Arbeitsmarkt, 16.55: Theater für die Jugend, 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Winter: Bolzano und die nationale Frage in Böhmen, 18.20: Arbeiterfunk: Abg. Kögler: Was denkt der Arbeiter über die Krise? 18.40: Sozial, informationen, 18.45: Deutsche Presse. 20.05: Aus dem Smetanasaal: Konzert des staatlichen Konservatoriums, 22.25: Leichte Musik. Sender S: 7.30: Salonorchesterkonzert, 14.15: Deutsche Sendung: Stunde für Kinder: Kasperl als Taxichauffeur, 19.10: Geigenkompositionen.— Brünn 13.20: aus Verdi-Opern, 13: Nachmittagskonzert, 17.40: Deutsche Sendung: Rundfunkspiel, 20.45: Salon-Trio.— Preßburg 12.35: MittägS- konzert, 21.20: Grieg, 22.30: Tanzmusik.— Kascha« 16.10: Rundfunkorchesterkonzert.— Mähr.» Ostrau 11: Aus der Oper„Zwei Witwen", 18.20: tschechischer Arbeiterfunk, 19.20: Beim Brunnen, walachische Szene.‘, Mitteilungen aus dem Publikum. Zur Feier des Festes der Arbeit in Zlin. Die diesjährigen Feiern des Festes der Arbeit am 1. Mai in Zlin stehen im Zeichen der Propaganda: Für die Erneuerung des Wirtschaftslebens, für di« Stärkung der Rechtssicherheit und Besserung der Vorbedingungen für den Unternehmungsgeist der Bürger und die wirtschaftliche Zusammenarbeit aller Volksschichten des Staates. Die eigentliche Zliner Maifeier beginnt" um 7 Uhr früh mit dem Weckruf von via Musikkapellen. Um 10 Uhr versammeln" sich die Mitarbeiter der Balawerke und ihre Gäste am Platz da Arbeit, wo der Chef der Werke I. A. Bata und der Vorsitzende des Werksausschuffes Josef Bruna sprechen werden. Am Platz der Arbeit reihen sich dann die Mitarbeiter zum großen Festzug durch die Stadt in Zwölfareihen, unter Begleitung von 32 Musikkapellen. Im Festzug fahren auch eine Reihe von allegorischen Wagen, die die verschiedenen Wege zur Wirtschastserneuerung versinnbildlichen, während über der Stadt eine Gruppe von Bataflugzeugen, unter ihnen auch sechs Flugzeuge der neuen in Zlin erzeugten XII kreisen werden. Nach dem Mittageffe« sind eine Reihe von Sport- und VergnügungSmög- lichkeiten vorgesehen. Sonderzüge der ESD zum 1. Mai nach ZU«. Von Brünn über Bisenz, Abfahtt Brünn 5,45, An« kunft Zlin 8.09; von Mähr.-Ostrau, Abfährt 5.30, Ankunft in Zlin 8.09; Sonderzüge Prerau—Zlin fahren aus Prerau 5.30 und 6.02. Ein direkter Sonderzug Hullein—Zlin fährt aus Hussein um 6.38. Ein direkter Sonderzug Beseli n. M.—Zlin fährt aus Vesell n. M. um 4.12. Ein direkter Sonderzug Lundenburg—Zlin fährt aus Lundenburg um 5.25. Der Brünner Sonderzug geht von Zlin inn 19.02 ab und ist in Brünn um 21.45, der Ostrauer Sonderzug geht von Zlin um 17/30 ab und ist in Ostrau um 20.14. Nr. 100 Das ,, Volksrecht" jubiliert " 1 Unser Aufsiger Tagblatt, das ,, Volksrecht", feierte am vergangenen Sonntag seinen vi er= zigsten Geburtstag in einer festlichen Jubiläums- Ausgabe, die schon durch ihren 40Seiten- Umfang imponiert. Noch eindrucksvoller aber ist worauf es ja ankommt der In halt dieser Festnummer, der Genosse Leopold Pölzl, der Bürgermeister Aussigs, ein kraftboll- beschwingtes Geleitwort schrieb. Mit Interesse liest man dann die Aufsäße über die Entstehung des Volksrecht", über seine Bedeutung für die deutschböhmische Elbe- Industriemetropole, über die sozialen Großtaten der Aussiger Stadtges meinde, über die kulturellen Leistungen im Aussiger Gebiet, die in so hohem Maße Verdienst oder Mitverdienst unserer prachtvollen Bewegung dort sind. Ausgezeichneter Bilderschmuck ziert diese Festnummer, die den journalistischen Fähigkeiten unserer Aufsiger Genossen und Kollegen das schönste Zeugnis ausstellt. Zugleich und vor allem aber ist die Art, in der das ,, Volksrecht" seinen 40jährigen Bestand feiert, Ausdruck der unversiegbaren Straft unserer Aussiger Bewegung im besonderen, der sudetendeutschen Sozialdemo fratie im allgemeinen, des unbeirrbar sozialistischen Denkens, Fühlens und Wollens unserer Genossen, ihres politischen und kulturellen Ernstes. Wir beglückwünschen die Aussiger Partei und ihre Redaktion, mit der wir ja engst zu= sammenarbeiten, zu diesem Jubiläum und zu der ausgezeichneten Zeitungsausgabe, in der sie es begingen. Mit der Gesamtpartei sind wir stolz auf das Volksrecht". Glück auf ins 41. Jahr! Masaryk- Denkmal in Schreckenstein In Schreckenstein wurde Sonntag ein Denkmal des Präsidenten Masaryk enthüllt. Die Sandsteinfigur in Ueberlebensgröße stammt aus der Werkstatt des Schreckensteiner Bildhauers Karl Schubert und steht in einem kleinen Part beim Rathaus. Die Beteiligung an dem Enthüllungsaft wird auf mehrere tausend Menschen geschätzt. Nach einer deutschen Begrüßung durch den Bürgermei ster Binzenz Repta und einer tschechischen Ansprache des Schulleiters Ie že k sagte Abg. Dr. Moyr- Harting in einer Rede u. a.: Die Enthüllung des Denkmals ist für die Deutschen die beste Gelegenheit zu dem Bekennt nis, daß es möglich ist, ein ehrlicher Bürger des tschechoslowakischen Staates zu sein und gleichzeitig ein Sohn des deutschen Volkes zu bleiben. Defterreich ging in Trümmer, da es nicht verstand, die Frage des friedlichen Zusammenlebens aller seiner Nationen als Gleichberechtigte zu lösen. Masaryk kämpfte an der Schaffung eines neuen Staates, der diese Aufgabe erfüllen soll. Er lehrt den Sieg der Wahrheit und das Vertrauen in die Demokratie, verkündet Erlösung durch Menschlichkeit und Nächstenliebe. Dienstag, 28. April 1936 Polnischer Staatsbesuch in Budapest In der ungarischen Hauptstadt ist der polnische Ministerpräsident Koscialkowski zu einem Staatsbesuch eingetroffen. Am Bahnhof schritt er mit Ministerpräsident Gömbös die Front der angetretenen nationalen Verbände ab. Der umstrittene Sudan also ein doppelter: 1. die Entziehung des Wassers, 2. die Konkurrenz in der Baumwollproduktion. Praktisch ist seitdem das Kondominium aufgehoben. Auch die ägyptischen Beamten sind aus dem Sudan. verschwunden, und selbst die Zahl der ägyptischen Landarbeiter wurde begrenzt. ( AP.) Die Besetzung der Ufer des Tana- Sees, floß, Baumwollpflanzungen im Sudan nußbar gedurch italienische Truppen hat die Frage des Sudans macht werden sollte. Der Schlag für Aegypten war wieder in den Vordergrund gerückt, die gleichzeitig in den englisch- ägyptischen Verhandlungen eine hervorragende Rolle spielt. Die Engländer begründen ihr Anrecht auf den Sudan damit, daß die Sudanesen die Aegypter hassen und von ihnen derart unterbrückt worden seien, daß sie nicht mehr zu Aegypten zurück wollten. Die Sudanesen wollen in der Tai nicht zu Aegypten zurück, aber sie erklären auch nicht, daß sie unter englischer Herrschaft bleiben wollen. Die Aegypter wieder versichern, daß sie nicht eher ruhen werden, bis der Sudan wieder in ihrem Besiz sei. Der Sudan wird von Mohammedanern und D Heiden, von Braunen und Schwarzen bewohnt, und die Zahl der dort gesprochenen Jdiome, insbesondere im Süden, ist Legion. Im Norden überwiegt die arabische Sprache. Ueber 7 Millionen Eingeborene herrschen 700 Engländer, die zum Teil in der HauptUnter Mohammed Ali hatten die Aegypter in stadt Khartum wohnen, zum Teil über das Land der Tat den Sudan erobert, und sie besaßen ihn noch, verstreut sind. Die Hauptmacht ist das als die Engländer Aegypten besezten. Beim Mahdi- otton( Baumwolle) Syndicate. länder aus dem Sudan vertrieben. Gemeinsam erAufstand wurden sowohl die Aegypter wie die Eng- Baumwolle ist das Leitmotiv des Sudan, ist der Rohstoff, der dieses Gebiet so kostbar macht, der die oberten sie dann den Sudan zurück. Die Engländer Ursache der Rivalität zwischen Engländern und behaupten dazu nun, daß die Aegypter ohne englische Aegyptern ist, genau so wie er beide jetzt zu Gegnern Führung den Sudan nie wieder erlangt hätten. Italiens macht, das dem Sudan hinsichtlich der Beumgefehrt versichern die Aegypter, daß die Englän- wässerung das gleiche antun kann, was England der ohne ihre Hilfe niemals den Sudan erobert bom Sudan, aus den Aegyptern antat: Entzug des haben würden. Nach der Wiedereroberung des Su- Wassers und neue Baumwollkonkurrenz. Dieselben dans suchten die Engländer eine Kompromißformel, Gründe, die England zu einer so feindseligen Stel indem sie sowohl die britische wie die ägyptische hungnahme gegen das italienische Abenteuer veranFlagge hißten. Sie errichteten eine Kondominium. laßten, sind auch schuld daran, daß England über Heute erweist sich jedoch diese Lösung von 1899 als ein gewisses Maß von Konzessionen gegenüber Aegypten nicht hinaus kann. Ob es sich um den von zweifelhaftem Wert, Sudan handelt oder um Oberägypten oder um Abesfinien, immer steht die Baumwolle im Vordergrund. Aber alle anderen politischen Streitfragen, die mit Aegypten bestehen, werden durch diese Stellungnahme zur Sudanfrage indirekt beeinflußt. Will man Aegypten in dieser Angelegen beit nicht nachgeben und den Status- quo im Sudan aufrechterhalten, ja jogar jede Diskussion über dieses Problem ablehnen, dann muß man auch politische Folgerungen daraus ziehen, die sich auf die militärischen Möglichkeiten der Engländer und andefeits auf die ägyptischen Streitkräfte erstrecken. Das durch werden die Möglichkeiten zu einem Kompromiß außerordentlich eingeengt, und es ist wenig Spielraum zum Nachgeben vorhanden. Das wiegt umso schwerer in einer Zeit, da die ägyptische Gegenseite ihre Gelegenheit gekommen sieht und der Wafd unter dem Druck der raditalen, faschistischen Elemente steht. Nach Dr. Mahr- Harting sprach in tsche= Bis 1913 hat Aegypten über 5 Millionen Pfund chischer und deutscher Sprache der Vor- dazu beigetragen, um das Defizit des Sudan zu sisende des Senats, Dr. Frant. Soukup, der das decken. 1924 teilte Lord Curzon mit, daß der Sudan Leben des Präsidenten Masaryk als eines fultu- ohne Aegyptens finanzielle Mithilfe bankerott wäre. rellen Führers aller Völker der Welt würdigte, der Er sei außerstande, sich selbst zu erhalten. Aegypten sein ganzes Leben für Freiheit und Wahrheit, für habe mit dem Sudan nicht nur eine Verbindung Menschlichkeit und Friede gekämpft hat. Wenn wir durch die Frage des Nilwassers, sondern auch durch diese seine Ideale hochhalten, dann werden wir zahlreiche andere Dinge. In dem gleichen Jahre aber dieses Land in ein Paradies verwandeln. Dieses wurde das Mitbestimmungsrecht Aegyptens am Denkmal ist ein Symbol der Menschlichkeit und Sudan aufgehoben, und zwar im Zusammenhang des Friedens. Auch wenn wir unsere Feinde nicht mit der Ermordung des Gouverneurs Sir Lee Stack. fürchten, so wollen wir doch die Schrecken verhü- Ein scharfes Regiment wurde eingeführt, und Engten, die zu einem Untergang der Zivilisation fühland verlangte die Zurückziehung der ägyptischen ren würden, und wir wollen da zusammenarbe: Truppen aus dem Sudan, den Neuaufbau der ten Tschechen wie Slowaken und Deutsche Sudan- Armee unter Ausschluß aller Aegypter, die am Werke des Friedens. Erweiterung der Bewässerung der Gezira, eines Landstriches zwischen blauem und weißem Nil, wodurch praktisch Wasser, das bisher nach Aegypten Nach der Enthüllung des Denkmals wurde die Staatsflagge gehißt. Nach Chören des deutschen Männergesangsvereins und des tschechischen Gesangsvereins Foerster" erfolgte ein Vorbeimarsch der uniformierten und Trachten- Korporationen mit Musik. Nach der Genfer Pleite beit mitztalien zu legen. So schreibt der ,, Temps" Wenn es Italien, das in den allerbesten Bezie= hungen mit Oesterreich sich befinde, gelingen sollte, die Brücke weiter zu schlagen, zur Kleinen Entente und besonders zur Tschechoslowakei, werde der ganze Südosten Europas gesichert sein. Die Tschechoslowakei unterhält ihrerseits freundschaftliche Beziehungen zu der Sowjetunion, die gegenwärtig eine Annäherung an Polen versucht. Hier bestehe eine Aussicht für die Pazifizierung von ganz Osteuropa. Italienische Diplomatie ( E. B.) Die Londoner Presse ist nach dem An den Präsidenten- Befreier und an den Mizerfolg der Genfer Aktion pessimistisch gePräsidenten der Republik Dr. Ben es wurden stimmt. Die liberale ,, News Chronicle" befürchvon der Stadt, die das Denkmal in ihre Obhut tet, daß die letzte Sitzung des Völkerbundsrates genommen hat, Begrüßungsdepeschen ernste Folgen für die internationale Situation gesandt. haben könne. Es sei insbesondere nicht ausgeAm Vorabend der Enthüllung hatte eine schlossen, daß die Kleine Entente unter dem EinAkademie stattgefunden, bei der einträchtig druck der Genfer Schwankungen das Schwerges deutsche und tschechische Schulkinder, Gesangs wicht ihrer Politit von Paris weg und in der bereine und Musiffapellen mitwirften.. Richtung nach Berlin verschieben werde. Die ,, Times" beschuldigen die französische Regierung, Ein Dorf eingeäschert. In Apetlon bei Neu- daß sie nicht energisch genug gegen die unmenschMan darf wohl feststellen, daß die italienisiedel am See brach Sonntag nachts im Hause der lichen Striegsmethoden Italiens aufgetreten sei. sche Diplomatie in den letzten Wochen mit Landwirtin Susanna Schreier ein kleiner Brand Paul- Boncour habe erklärt, daß es unmöglich sei, außerordentlichem Geschick manöaus, der im Nu zu einem Großfeuer ausartete den Strieg zu vermenschlichen. Die Pariser Presse, vriert hat. Ohne mit der sogenannten Locarnound von dem Haus der Bäuerin Schreier auf eine besonders die Rechtspresse, führt eine ziemlich front zu brechen, hat das römische Kabinett die ganze Reihe anderer Bauernanwesen übergriff. scharfe Sprache gegen England. So schreibt das llebernahme irgendwelcher Verpflichtungen ber Das Feuer griff sodann mit rasender Schnellig Sprachrohr des Generalstabes. ,, Echo de Paris": mieden, die aus der Remilitarisierung der Rheinfeit um sich, und als aus den Nachbarorten die in der I e ten Rede Edens sei eine zone sich für Italien als eine Locarnomacht anBrandwehren eintrafen, standen bereits 25 Drohung versteckt. Eden habe angedeutet, scheinend ergeben haben. Die römische Regierung Bauernhäuser in hellen Flammen. Alle 25 An- daß, wenn die Autorität des Völkerbundes ins hat das Abkommen der Locarnomächte vom wesen wurden in Schutt und Asche gelegt. Wanten gerate, jeder Staat seine eigenen Wege 19. März nicht ratifiziert, sie hat auch an den werde gehen müssen. Ho are habe im Septem- Beratungen der Generalstäbe nicht teilgenommen, ber 1935 in demselben Tone gesprochen. Aller obgleich Italien eine offizielle Einladung zu diedings habe Eden hinzugefügt, seine Worte entfen Beratungen erhalten hat. Die italienische Rehalten feine Prophezeiung, sondern drücken bloß gierung hat sich gleichfalls geweigert, an FrankSeite 5 ist bekanntlich durch die englische Regierung gleich nach dem Abschluß der letzten Londoner Verhandlungen abgesandt worden. Diese Politik des Kabinetts von Rom wird offiziell dadurch erklärt, Italien fönne nicht als gleichberechtigte Locarno= macht irgendwelche Verpflichtungen übernehmen, solange die Sanktionen ihm gegenüber angewandt werden. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um ein sehr geschicktes Manöver: Mussolini will die Brücken nach Berlin nicht abbrechen, um durch die Drohung mit einer Verständigung mit Deutschland und mit der Herstellung einer ,, revisio nistischen Front" einen Druck auf England und vor allem auf Frankreich auszuüben. Dieser Politik verdankt auch Rom seinen letzten großen Erfolg in Genf. Aber troß der Siegesstim mung gibt man sich in Rom nicht der Illusion hin, daß der abessinische Krieg bereits beendet sei. Man weiß, daß sogar die Einnahme von Addis Abeba noch keine endgültige Liquidierung des Krieges bedeuten würde. Der Krieg verursacht indessen kolossale Ausgaben, während die Sanf tionen, an deren Aufhebung vorläufig nicht zu denken ist, die Volkswirtschaft bedeutend schädigen. Unter diesen Umständen scheint in Rom die Stimmung in den politischen Kreisen, trotz des zur Schau getragenen Siegesjubels, nicht besonders zuversichtlich zu sein. Man befürchtet vor allem, daß nach den französischen Wahlen, die wahrscheinlich die Linke bedeutend verstärken werden, in Paris Elemente Einfluß erlangen fönnen, die der britischen Sanktionspolitik williger folgen werden. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Der industrielle Produktionsindex In den ersten Monaten des laufenden Jahres liegt der vom„ Obzor Národohospodářský" errechnete Produktionsinder bedeutend über dem Stand des Vorjahres. Für die gesamte industrielle Erzeugung ergeben sich folgende Ziffern( 1929 100) Jänner 1936 1935 1934 75.4 64.6 59.1 73.6 64.9 61.2 Feber. Während also in den beiden voraufgegangenen Jahren der Gesamtinder der industriellen Produktion vom Jänner zum Feber eine Erhöhung erfuhr, hat er in diesem Jahr einen Rückschlag um 1.8 erlitten. Für den Monat März 1936 fonnte der Produktionsindex bis jetzt noch nicht für alle Indu= striezweige errechnet werden. Soweit er bereits vorliegt, ist er in der Metallindustrie und für die Papierproduktion höher als im Feber, für die Stromerzeugung niedriger. Er betrug jeweils im März: Metallindustrie. Papierproduktion. Stromerzeugung 1936 1935 1934 63.8 52.9 49.2 94.2 89.0 81.4 109.3 96.1 90.1 Es ergibt sich demnach gegenüber dem Stand von 1934 die stärkste Zunahme in der Stromerzeu gung. Für die chemische Industrie betrug der Produktionsinder im Feber 1936 103.9 gegen 79.2 im Feber 1934, für die Textilindustrie 94.6 gegen 75.5 in derselben Vergleichszeit. Ein ganz auffäl lig starter Rückgang fennzeichnet die Entwicklung des Produktionsinder für die Nahrungsmittelindustrie. Von 104.9 im Feber 1934 ist er auf 86.8 im Feber 1936 herabgesunken. Noch Jänner 1936 hatte er sich auf 112.8 gehalten. im Der Produktionsanstieg erfaßt also bis jetzt nicht alle Industriezweige unserer Wirtschaft und er ist auch verschieden start; im Durchschnitt jedoch liegt die Produktion in der Mehrzahl unserer Industrien auch in den ersten Monaten 1936 über den Stand des Vorjahres. Ein Denkmal für Kriegsbrieftauben Auto als Kindermörder. Ein Automobil überfuhr bei der Einfahrt in den Ort Calusco d'Adda ( Italien) ein Kind, das sofort getötet wurde. Der Wagen geriet dann ins Schleudern und fuhr gegen ein Haus, vor welchem eine Gruppe von Kindern eine Befürchtung aus, aber die Befürchtungen reich und Belgien ein Schreiben zu richten mit In Lille in Nordfrankreich wurde ein Denkmal zur spielte. Drei Kinder waren auf der Stelle tot, die der britischen Minister beziehen sich vor allem auf dem Verischen der unbedingten Unterstüßung Erinnerung an die Brieftauben enthüllt, die im übrigen Kinder und eine Frau wurden zum Teil Frankreich. In dieser Situation scheint man in Pa- im Falle des endgültigen Scheiterns der Ver- Kriege an allen Fronten zur Nachrichtenübermitt schwer verletzt. ris wieder größeren Wert auf eine Zusammenar| handlungen mit Berlin. Ein solches Schreiben lung verwendet wurden. Ecite 6 Prager Zeitung ,, Sozialdemokrat" bekannt. Eine Anregung sei vorgebracht: solche Marionettenbühne wäre wohl der einzige Rahmen, Dienstag, 28. April 1936. Nr. 100 in dem man Teile aus Arno Holz Blechschmiede" Der beiliegende Erlagschein ist zur Bezahlung der Abonnementsgebühr aufführen könnte, aber auch Wedekinds ,, Sonnen spektrum", manches von Aristophanes und darüber hinaus überhaupt literarische Raritäten, für die Programm des 1. Mai 1936 ur drei Baironen?" Ja, das genügt! Eine feine Bühne Intereſſe zeigt, könnten hier eine beimin Prag Am Vorabend, den 30. April 1936, im Neuen Deutschen Theater Mai- Festvorstellung La Bohême Oper in vier Bildern. Musik von G. Puccini. Terti von G. Giacosa und L. Jllica. Deutsch von Ludwig Hartmann. Preise der Plätze: Logen von 60 bis 70 Kč. Parterresize von 13 bis 19 Kč, Balkon von 13 bis 16 Kč. Galerie von 6 bis 11 Kč. Es sollte sich jeder Genosse und jede Genossin zur moralischen Pflicht machen, dieser Festvorstellung beizuwohnen. Am Vormittag, den 1. Mai: Demonstrationsaufmarsch, gemeinsam mit der tschechischen Partei, zur Mai- Kundgebung auf der Slawischen Insel. Redner: Senator Genosse Theodor Hackenberg. Treffpunkt: Prag II, Ece MezibranstáŽitná, 34 10 Uhr. Am Nachmittag des 1. Mai: Am Turnplak der DTJ, Pohořelec( Elektrische 1) Treffen aller Genoffinnen und Genossen der SJ. Falten, Kinderfreunde, Atus, Singgemeinde, RW. In der Badewanne ertrunken. Der 65jährige Schneider Jan Klimes wurde in der Nacht auf Sonntag von seiner Frau tot in der Badewanne aufgefunden. Der herbeigerufene Hausarzt fonstatierte Tod durch Ertrinken, der Polizeiarzi ordnete die Sezierung der Leiche an. Vor Angst beinahe verbrannt. In der Nacht auf Sonntag schlief die 31jährige Zuckerbäderin Franziska Bohuslav, die mit ihrem tranten zweijährigen Kind allein in der Wohnung in Žižkov war, bei der Petroleumlampe ein; die Lampe jezte die Vorhänge und dann die Fensterrahmen in Brand. Als sie durch den starken Rauch aufwachte, erschrak sie derart, daß sie völlig die Besinnung verlor, nicht imstande war, die Tür zu öffnen, sondern nur an die Wand schlug und schrie, bis sie ohnmächtig wurde. Zufällig hörte der nebenan wohnende Arbeiter Bartos ihr Geschrei, schlug die Glasscheibe der von innen versperrten Tür ein und befreite die Bohuslav, die mit ihrem Kind bereits Verbrennungen erlitten hatte. Beide wurden auf die Klinik Samberger gebracht. für meine Alte und zweifür meine Töchter. Wenn mir die Luder wenigstens meine vierzig Fuhren Mist bezahlt hätten.. statt finden! E. F. zu verwenden! „ La Boheme" mit 3 denka Bifova( Wiener Wer im Rückstande bleibt, schädigt die Partei und deren Tresse Staatsoper) als Arbeiter vorstellung ( Maifestvorstellung) am Donnerstag, den 30. April, um halb 8 Uhr abend 3. Karten täglich von 8-2, 4-6 Uhr bei Optifer Deutsch, Koruna. W Nach diesem Wortwechsel, den wir getreulich mit den Worten des gestern als Zeugen einbernommenen Verkäufers wiedergegeben, hielt es dieser für ange zeigt, unauffällig den nächsten Polizestn verständigen Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. zu lassen, der alsbald erschien und den verdächtigen Käufer abführte. Bei der Polizei und auch vor dem Heute, Dienstag, halb 8 Uhr: Nathan der Untersuchungsrichter erklärte dieser ohne weiters, er eife, Ensemblegastspiel des Theaters in der habe seine Familie„ abknallen" wollen. Die Folge Josefstadt mit Albert Bassermann, AbonDonnerstag halb 8: 2ifa, neuinszeniert, B 2. war eine Anklage wegen des Verbrechens der nement aufgehoben. Mittwoch halb 8: Mona gefährlichen Drohung, die gestern vor Sem Straffenat Pernt verhandelt wurde. , La Boheme," Arbeiter Festvorstellung Gastspiel Bei der Hauptverhandlung versuchte der Ange- 3 denka zika, Abonnement aufgehoben. flagte es ist der Landwirt Josef Boháč aus Freitag: geschlossen. Samstag halb 8: Rosen Sonntag: halb 3 Uhr: Der rádek feine Drohung abzuschwächen, ohne in- tavalier, A 1. dessen seine feindselige Gesinnung gegen seine Frau beilige Antonius, halb 8: Liebe zu verheimlichen. Die beiden Töchter, denen er im nicht genügend, D 2. Gespräch mit dem Verkäufer zwei Patronen zuge= Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute dacht hatte, sind in Wirklichkeit Stieftöchter unehe- Dienstag 8: Salzburgaus vertauft, liche Kinder seiner Frau, die außerdem noch mit ihm Mittwoch 8: Salzburg ausverkauft, Donnerstag zwei Söhne hat. Seine Stieftöchter sah Boháč jeit Bankbeamte II und freier Verkauf. jeher mit scheelen Augen und als die Banterie" von 8 Uhr: Salzburg ausverkauft. Samstag 8 Uhr: Sa Iz einer Tante ein Stück Grund erbten, begann er sie zu Freitag: geschlossen. hassen und zu beneiden. Insbesondere berief er sich burgausverkauft. Sonntag 3: Dr. darauf, er habe für diese Wiese 40 Fuhren Mist bei- me d. Hiob Prätorius, 8: Salzburg gestellt, die ihm seine Frau als Vormund der beiden ausverkauft. Kinder nicht bezahlen wollte. Sie habe ihm im Gegenteil öfter bedroht, daß sie ihm Gift in die Suppe fun, ihn erschlagen und zu Würsten verarbeiten" würde und dergleichen mehr. Der Film V Die Frau, die inzwischen von ihm geschieden worden ist, entschlug sich der Zeugenaussage nicht, Du kannst nicht tren sein. Es wäre eine Preissondern belastete ihren gewesenen Gatten, so sehr sie fonnte, wobei fie betonte, er habe ihr unaufhörlich frage, wie dieser Film zu seinem Titel kommt; denn ihre jüdische Abkunft und ihre unehelichen Kinder wer Sensationen der Untreue und Eifersucht erwarvorgeworfen und jie ständig betrobt. Der meranid, tet, wird enttäuscht sein. Der Film ist leichteſte Amiüfiche Hader zwischen den feindlichen Ehegatten dauerte fierivare reichsdeutschen Ursprungs, eine Filmpofse geraume Zeit und die Verhandlung endete damit, daß ohne ernſtere Ansprüche. In einem Wintersporthotel der bereits mehrfach vorbestrafte Angeklagte zu wird einer Widerspenstigen Zähmung vollzogen. vier Monaten Kerter berurteilt wurde. Er Eine Wirtstochter, die das Personal nach dem Vornahm die Strafe an und erbat sich bloß eine bild des preußischen Kasernenhofes kommandiert, 23 o che Strafaufich ub, da er Kartoffeln wird von dem neuen Oberkellner erobert, aber der Oberfellner ist gar kein Oberkellner, sondern ein stecken müsse. Hotelbesizer, so daß es keineswegs zu einer Mesalliance" fommt. Speelmans, den man schon in besse ren Rollen gesehen hat, flirtet, rauft und singt sich sympathisch durch den Film und Lucie Englisch macht ihr bekanntes Schmollgesicht. Auch mehrere andere sonst gute Schauspieler sind eifrig bemüht, die Lachmuskeln der Zuschauer zu reizen. Der Film ist ohne Sorgfalt gedreht, ein paar Landschaftsbilder deuten dürftig das Milieu an und nur eine heitere Szene von der Stiübungswiese bietet ein erfreulicheres Bild in diefem reichlich verspäteten winterlichen Film. Eine weibliche Kautionshyäne rb. Prag. Der 35jährigen Marie Se it át, die wegen schwerer Betrügereien seinerzeit zu zwei Jahren verurteilt worden war, machte es teine Schwierigkeiten, sich nach Entlassung aus dem Kriminal eine neue Eristenz zu gründen. Solche Schwierigkeiten eristieren wohl für arme Teufel, denen der Mangel der Unbescholtenheit jeden Weg zu einer neuen Eristenz versperrt, nicht aber für eine elegante und welterfahrene Hochstaplerin. So konnte denn beMißglückte Diebsjagd. Der 67jährige Uhr- sagte Marie Šesták ohne jedes Kapital, von feiner macher Josef Klima aus Wrschowiz begegnete Sonn-| Polizeibehörde behelligt, daran geben, eine..Bentag nachmittags in einem Gasthaus in Wrschowis fion" zu gründen, welche Gründung indessen nichts Basis für weitere Gaunereien, deren einen Mann, der vorgab, ihm eine 11 hr ablaufen zu par, als wollen; als klima ihm eine zeigte, rig er sie ihm Opfer diesmal stellenf uchende Menschen iveg und erklärte, fie als Erjas für die Uhr zu be- wurden, die auf dem Weg über verlockende Inseraie halten, die er ihm vorher in Reparatur gegeben der strupellosen Betrünerin Rautionen" im hatte. Einige Stunden später traf Klima den Mann Gesamtbetrage von über 180.000 Kč in den Rachen auf der Straße wieder, wo er ihm die Uhr zurück- warfen. Ein ehemaliger Rottmeister verlor, in der gab und eine bessere verlangte, wobei er versprach, Hoffnung. Direktor in dem Unternehmen zu werden. er werde ihm etwas auf die Uhr, die er tatsächlich 50.000 Kč, daneben eine lange Reihe von Bewerbern bei ihm hatte reparieren lassen, aufzahlen. Guts um sonstige Bosten, Köche, Kellner und Stubenmäd= mütigerweise gab ihm Klima abermals eine Uhr, chen im Einzelfall bis zu 5000 Kč. der Unbekannte lief mit ihr davon und Klima, der furzsichtig ist, stolperte, während er ihn längs des Boticbaches verfolgte und fiel drei Meter tief in den Fluß, aus dem ihn ein Arbeiter herauszog. Er hatte hiebei einige Verrenkungen erlitten und mußte auf die Klinik Schloffer gebracht werden. Nach dem Unbekannten wird geforscht. 38.000 Telephonabonnenten in Brag. Am 25. April wurde in Prag die Zahl von 38.000 Haupt Telephonstationen erreicht. Damit ist die Kapazität des Prager Telephonnebes bereits zu 70 Prozent ausgenüßt. Von der Gesamtzahl von 120.000 Telephonstationen in der ganzen Republik bejizzt Prag allein 31.6 Prozent. Anfangs 1932 hatte Prag nur 29.800 Telephone oder rund 25 Prozent des da maligen Gesamtstandes von 114.000 Telephonen. bor Der Hochstaplerin fam zu statten, daß eines der der seinerzeitigen eingeklagten Delikte noch Verurteilung begangen war, weshalb der Straffenat Krystufet nur eine zufasstrafe aussprechen konnte, die er aber in dem höchstmöglichsten Aus maß von einem weiteren Jahr schweren und verschärften erters verhängte. Da inzwischen vier weitere Betrugsverbrechen der Angeflagten aufgedeckt wurden, wird sich diese später neuerlich zu verantworten haben. Kunst und Wissen rb. it Sport- Spiel- Körperpflege Habrman- Memorial der DTJČ Die Verwaltung schußschwach war. Nach der Spiellage betrachtet, ist wohl der„ Sieg" der Heimischen verdient, aber wenig Merkwürdig finden wir es, daß bei einem Spiel befriedigend, da es eben nur ein Elfer war. ziveier Teams demokratischer Länder ein Schiedsrichter aus dem Dritten Reich fungieren mußte, der, offen gejagt, die Gäste in verschiedenen Phasen schädigte und überhaupt so lar in seinen Entscheidungen war, daß die Frage mehr berechtigt ist, ob denn solche Spiele mit„ Diplomatie" noch einen Zweck haben. Daß aus Anlaß dieses Herrn auch die Hakenkreuzfahne gehißt wurde, mag wohl bürgerlich internationaler Courtoisie entspre chen, nicht aber demokratisch- freiheitlicher Gesinnung. Zum Glück" sah man diese Fahne nicht auf dem, sondern abseits des Spielplates besser noch: sie wäre ganz abseits geblieben. DFV ,, repräsentiert" im Dritten Reich Nach langer, langer Zeit veranstaltete auch der DFV ein internationales" Verbandsspiel und als ,, würdiger" Beginn dieser Saison trug man ein Spiel mit dem Nazi- DFB aus, der den Gau Sachien als noch dazu in schwacher Aufstellung! Partner stellte. In Zittau ging dieser„ denkwürdige" Stampf vor sich und mit 4: 2( 1: 0) geschlagen fehrten die Mannen des DFV heim. Spielern des Team, welches sich zum Greteil auspici DFC Prag, Teplißer FK, verstärkt durch je einen Gablonzer und Saazer, zusammensetzte, war die „ Enttäuschung" in spielerischer Hinsicht. Aber das macht nichts, Hauptsache war, wie man den Berichten entnehmen kann, daß der Empfang überaus herzlich" war und der Mannschaft vor, während und nach dem Match„ große Ovationen" bereitet wurden das gleicht doch so eine Niederlage„ verdient" wieder aus... Favoriten der Division Mittelböhmen geschlagen! Die am Samstag und Sonntag ausgetragenen Spiele brachten nichterwartete Niederlagen der Favoriten. Rapid schlug Viktoria Žižkov 1: 0 und Bohemians verloren gegen Vittoria Nusle 1: 2, doch auch Techie Starlin wurde von Slavoj VIII 1: 3 geschlagen und in Kladno gab Sparta durch eine 1: 0- Niederlage die Punkte an Meteor VIII ab. SA Nusle gewann gegen CAFE fnapp 4: 3, Nuselsky SK besiegte Sparta Košič 6: 2 und Union Žižkov blieb mit 4: 1 über Lissa erfolgreich. 0: 2. Sonstige Fußballergebniffe. Prag: Sportbru der Brag gegen DFC B.- Budweis 3: 2( Mittelgan Meisterschaft). Kladno: Brür gegen Kladno Chrudim: AFK gegen AFK Kolin 3: 3 ( 2: 1).chlan: Kladno gegen Slany 3: 2. B.- Budweis: Cs( als Stadtteam) gegen Pil ſen 3: 2. Bilfen: Prag gegen Pilien1: 5. Karlsbad: Kyk gegen DFC Prag 5: 3( 4: 2). Komotau: DFK gegen Schwalbe Brür 4: 2. Bodenbach: Teplißer FN gegen SpVg 2: 0. Reichenberg: RFK gegen DSK Gablonz Trautenau: BSK Gablonz gegen DSV 31in: Hana gegen Tešin 6: 0. Brinn: In Böhm. Brod fanden am Sonntag zum fünftenmale die leichtathletischen Wettkämpfe der DJ- Sportler um das„ Habrman- Memorial" statt. Troß der unfreundlichen Witterung, welche am Vormittag herrschte, kamen nach Böhm.- Brod zahlreiche Wettkämpfer aus Prag wie aus der nächsten Um gebung. In der Kategorie der Männer siegte Kolin ( Radotin) mit großem Vorsprung, da sein Gegner Bican( B.- Brod) mit einer Verlegung antrat. In Liga gegen Division 3: 2, BSK gegen AFK Nitolsder Kategorie der 3öglinge kam es zu einem ſchar- burg 4: 1, Židenice gegen DSV 3: 2. fen Kampf zwischen den Pragern Pick und Strnad. DTI Radotin gewann die Plakette für die größte Anzahl der Teilnehmer. Die technischen Ergebnisse: 3öglinge( 1000 Meter): Bid 3: 08.7 Min., Strnad( beide Brag I u. V) 3: 09.4 min., Kostka ( Radotin) 3:12 Min. Frauen( 1000 Meter): Stehliková( Smichov) 3: 43.2 Min., Somolová ( Radlig) 3: 52.2 Min. Männer( 2500 Meter): Kolin( Radotin) 6:41 Min., Bican 7: 11.4, Prochazka( beide B.- Brod) 7.14.8 Min. Bei den sowjetrussischen Schwimm- Meisterschaf= ten in Mosta u verbesserte Borissow über 400 Meter Freistil mit 4: 53.7 Min. die sowjetrussische Bestleistung und die 200 Meter Rücken schwamm er in 2: 32.3 Min., welche Zeit besser ist als der bürgerliche Europarekord. ,, Die hölzerne Truppe", eine Karlsbader Dank der großzügigen Werbeaktion der Postverwal- Marionettenbühne, hat zwei Abende in Prag ga- Der DTJ- Schachwettkampf Prag- Brünn zivi tung, die mit einer wesentlichen Verbilligung itiert und in allen, denen es vergönnt war, zwei schen dem Prager Kreis des Verbandes der DTJE des Telephons Hand in Hand ging, konnte troß der Stunden in der Zauberwelt der Puppen zu verwei- und der jubilierenden DTJ Brünn V endete mit Wirtschaftskrise die Zahl der Telephonteilnehmer er- len, den Wunsch geweckt, die lieblich- ernite, tieffin- dem Prager Siege von 6: 4 Punkten. heblich gesteigert werden. Heute kostet ein Telephon nig- heitere Bühne bald wieder in Prag zu Gaste zu nur mehr ein Bauschale von 1.50 Kč täglich zuzüg- jeben. Wie die meisten Marionettentheater so ist auch lich der Kosten von 60 Hellern für jeden eigenen die ,, Hölzerne Truppe" Schöpfung und fünstlerisches Anruf. Bei einer größeren Zahl von Gesprächen wird Bekenntnis vor allem e i ne 3 Mannes. Der Leiter noch ein weiterer Nachlaß von 5 bis 40 Prozent( von der Karlsbader Puppenspiele, der in der Anonymi800 Gesprächen monatlich aufwärts) gewährt. Auf tät zu bleiben wünscht und sich auch als Kommentaje 100 Einwohner entfallen in Prag 4.1, in Brünn tor seiner Figuren und Stücke hinter der geschnitzten 2.5, in Mähr.- Ostrau und Reichenberg 2.0, in Auffia Gestalt eines Puppen- Conférenciers verbirgt, ist eine 2.2, in Gablonz 2.9 und in Karlsbad 3.1 Haupt- starke künstlerische Persönlichkeit. Seine hölzernen telephonstationen. Rechnet man auch die Neben- Masken sind mehr als Marionetten, sie dürfen zum stationen mit, so entfallen in Prag auf 100 Einwoh- Teil als vollgültige plastische Bildwerke angesproner bereits 7.2 Telephone. Gerichtssaal Durch Elfmeter gewonnen 1: 0. 5: 1. Mähr.Ostrau: Slezsfa župa gegen DFV- Nordostgau 5: 1. Kroměřiž: SK Nachod gegen Han. Slavia 2: 1. Sillein: SK Proẞniß gegen S 3: 1. Preßburg: Westslowakischer Gau( CSF) gegen Budapest: Hungaria ungarischer Westgau 9: 2 gegen Ferencvaros 3: 2, Ujpest gegen Budafok 2: 1. Wien: Admira gegen Austria 3: 2, Rapid gegen WAC 3: 2, Vienna gegen FC Wien 1: 1( 0: 0), Wader gegen Libertas 1: 1( 1: 1), Fab. AC gegen Sportklub 2: 1. Das Endspiel im Englischen Cup gewann am Samstag in London Arsenal, das die zweitklassige Sheffield United mit nur 1: 0( 0: 0) besiegen konnte. Vereinsnachrichten DAS Volksfinggemeinde. Sänger, Achtung! Da wir bei der diesjährigen Maifundgebung mitwirken, ersuchen wir Euch, bei der heutigen Probe unbedingt vollzählig zu erscheinen! 7 Uhr: Frauenchor; Männerchor um 8 Uhr. Suchen Sie Gesundheit? Quälen Sie Rheumatismus, Gicht, Ischias oder Frauenleiden? Wollen Sie in Ruhe schön und billig Ihren Urlaub verbringen? Tschechoslovakei gegen Spanien 1: 0( 1: 0) Das am Sonntag in Prag auf dem Spartachen werden und man denkt beim Anblick dieser Köpfe an Daumiers Kleinplastiken( B. an den Kopf plaße ausgetragene Länderspiel erbrachte nicht den Louis Philipps, die Birne"). Wie diese Puppen Beweis, daß der bürgerliche Fußballsport derzeit die dann am führenden Draht lebendig werden, wobei Erkenntnis alles Besseren wäre. Noch selten hat nicht die großen, groben Bewegungen, sondern die man Mannschaften so niveaulos spielen und schießen fleinen Gesten und die mechanisch und optisch be sehen wie diesmal. Die Zuschauer fanden sich nicht wirkte Mimik der geschnitten Gesichter die entschei- mit diesem„ Erfolg" der Heimischen ab und pfiffen Drei Patronen und vierzig Fuhren Mist bende Rolle spielen, das ist ein weiteres Wunder. Sie gehörig aus. Man hätte einen großen Sieg erDer Wille war ja wohl vorhanPrag. In eine Prager Waffenhandlung kam vor Endlich aber verrät sich im Programm und im Tert ringen können. einigen Wochen ein ländlich aussehender Mann in eine Gesinnung, die man dem Theater der den, auf beiden Seiten, doch negativ wurde jede auf Besuchen Sie Schaftstiefeln und kurzem Lodenrod und verlangte Großen nur wünschen könnte. Das Programm der gelegte Situation verpulvert. So spielen auf keinen Die erste Halbzeit brachte einen guten Revolver. Der Verkäufer erkundigte sich beiden Prager Abende brachte Mehrint, Morgenstern, Fall Auserwählte". nach dem Waffenpaß des Käufers, aber der winkte ab. Arno Holz, Oskar Strauß- Rideamus( mit der Tusti- noch ein etwas ausgeglichenes Spiel beider Teams, ..Ich brauche den Revolver nicht zur Parade, sondern gen Drachenszene aus Hugdietrichs Brautfahrt") aber nach der Pause, wo die Heimischen ein leberzu praktischen Zweden, Aber schießen muß er gut!" und Walter Mehring dazu ein paar entzückende gewicht besaßen, zeigte sich die Stümperhaftigkeit Die Geschäfte geben schlecht heutzutage und so Kleinigkeiten wie den derbkomischen Monolog des ihrer Stürmer in einem traurigen Lichte. Die Spadrückte der Verkäufer allerdings gegen die Vor- Egerländers Pepp, der die Erſtürmung des Lobčen nier spielten in ruhiger Weise und in W- Formation, Man wird hoffentlich auf die Wiederho- welche bei ihren rasch vorgetragenen Angriffen nicht schrift beide Augen zu und legte dem Kunden erzählt. einige Revolver bor, aus denen sich dieser tatsächlich lung des Gastspiels nicht zu lange warten müssen. immer von Vorteil war. Auch bei den Gästen waren besonders der Toreinen auswählte. Wünschen Sie auch Patronen?" Daß die Hölzerne Truppe ein reiches Repertoir die hinteren Formationen auf der Höhe, während der Angriff ebenso 3428 ..adreil" Der Verkäufer war verblüfft: hat, aus dem sie diesmal nur Proben spendete, ist mann Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch di. Post monatlich Kč 16.-, vierteljährig Kč 48.- halbjährig Kč 96.-, ganzjährig Kč 192.-. Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Vost- und Tele graphendirektion mit Erlag Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Druderei:„ Orbis". Drud, Verlags- und Zeitungs- A.- G. Prag. 25 Bad Bohdaneč! Wir sind billig bei erstklassiger Einrichtung, Bedienung und Pflege. Ihre Gesundheit und Erholung wartet auf Sie in BOHDANEČ Saison vom 2. Mai bis 30. September Inserate werden laut