Samstag, 9. Mai 1936 16. Jahrgang Nr. 109 Einzelpreis 70 Heller (einschließlich{ Heller Forte) 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xiufochova a. Telefon«77. HERAUSGEBER» SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Das Programm der Kleinen Entente Das Verhörbeginnt Zwölf Fragen Englands an Hitler avs- ihrcr Auch Harrar In Flammen Dschibuti. Aufständische abessinische Solda ten haben Harrar in Brand gesteckt. Die italieni schen Truppen sind von Harrar IS Kilometer ent> fernt. Badogllo setzt den Gesandten den Stuhl vor die TUr Die Staaten der Kleinen Entente betonen das Lebensinteresse, das sie an der Respektierung der Friedensverträge von Saint Germain, Trianon und Neuilly haben. Die Staaten der Kleinen Entente haben auf ihren gegenwärtigen Beratungen ihren praktischen Standpunkt für die Zukunft durchberaten, damij ihre Interessen und Rechte absolut gewahrt werden, und erklären mit aller Festigkeit, daß sie im gegebenen Augenblicke alles tun werden, was zur Sicherstellung der Respektierung dieser Rechte und dieser Lebensinteressen notwendig sein. wird. Sie behalten sich daher für die Zukunft jegliche Handlungsfreiheit vor, indem sie außerdem und ein für alle Mal konstatieren, daß sie. niemals, ihre Zu-, stimmung zu einer legalisierten Aenderung in- Der seit langem angekündigte britische Fragebogen ist Freitag von dem englischen Bot- schafter Sir Eric Phips in Berlin überreicht worden. Entgegen den Versionen der letzten Zeit ist er in der entschiedenen Form und in dem sehr konkreten Inhalt der Fragen keineswegs ein Zugeständnis an Berlin, sondern eher eines an die französische Auffassung. Er schafft f ü r d i e deutsche Politik schwere Verlegenheiten und kann für sie nur von dem einen Standpunkt aus als Positivum angesprochen werden, daß er die Frist für die Auf» rüstung Deutschlands verlängert, denn zweifellos werden sich an den Fragebogen sehr lang, wierige Verhandlungen anschließen. Bisher sind nur von deutscher Sefte Nachrichten über den Inhalt des Memoires ausgegeben worden. Demnach enthält es zwölf An- fr a g e ij, von denen die wichtigsten folgende Punkte betreffen: England will wiffen, ob Deutschland sich nunmehr— nach der Aufhebung der ehrverletzenden Rheinland-Demilitarisierung— in der Lage befindet,„wirkliche Verträge" a b- schließen zn können, also Verträge, die es zu halten bereit ist. Es wird eine deutsche Erklärung darüber gefordert, wie das Reich sich zu den noch gültigen Bestimmungende's Vertrages von Versailles stellt und ob es die ltt> ritoriale Ordnung des heutigen Europa— also sämtliche Grenzen— anerkennt und zu respektieren beabsichtigt,„soweit sie nicht später im Wege freier Verhandlungen und Ueberrinkunft abgeändert werden sollten". Deutschlands Stellung zum Luftpakt und zur Luftabrüstung soll im Hinblick auf die ein- vle tschechoslowakische Kolonie wohlbehalten Die französische Gesandtschaft in Prag teilte dem Außenministerium mit, daß nach einer Information, welche das französische Außenministerium von seinem Gesandten aus Addis Abeba erhalten hat, die dortige tschechoslowakische Kolonie gesund und in Sicherheit.ist..-..- j ternationaler Bestimmungen geben werden, durch die sie gemeinsam mit allen Signataren gebunden sind, falls diese Aenderung nicht mit ihnen durch beraten werden wird und falls sie dazu gemäß den Prinzipien des internationalen Programms nicht ihre Zustimmung geben. Dieser die Respektierung der gültigen in- ternationalen Verträge betrefsende Standpunkt verwehrt den Staaten der Kleinen Entente nicht energisch die Versuche fortzusetzen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit unter den Donaustaaten zu erreichen. Die Staaten der Kleinen Entente wollen sogar durch eine wirkliche Tat offensichtliche Beweise ihres guten Willens für die Erzielung eines tatsächlichen Einvernehmens in dieser Angelegenheit geben. Sie haben bereits oftmals angedeutet, bereit zu sein, die prinzipielle Zustimmung zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem römischen. Block oder mit Deutschland zu geben. ander widersprechenden verschiedenen Erklärungen Hitlers eindeutig formuliert werden. Deutschland soll sich dazu äußern, ob eS in die seinen Rachbarn angebotcnrn Nichtangriffspakte auch Abmachungen über gegenseitige Unter st ützung(also „kollektive Sicherheit") aufzunehmrn bereit ist. England will ferner wiffen, ob Deutschland bereit ist, Nichtangriffspakte auch mit Lettland, Estland und der Sowjetunion abznschliesien. Deutschland möge erklären, wir es sich künftig zum Internationalen Gerichtshof, zur Schiedsgerichtsbarkeit überhaupt und zu den verschiedenen aus den Verträgen erwachsenden völkerrechtlichen Prozeduren verhalten wird. Es wäre natürlich eine gefährliche Illusion, wollte man das Problem nunmehr darin sehen, daß Deutschland durch die Antwort" auf den Fragebogen wirklich in ein friedliches Europa eing ordnet werden kann- Die deutsche Diplomatie steht lediglich vor der Aufgabe, eine Form der Antwort zu suchen, die ihr die Eröffnung des nächsten Krieges bei strikter Einhaltung der „Verträge" ermöglicht oder Vorsicht, daß Hitler nach dem Exempel Mussolinis für den Fall eines Eroberungskrieges rechtzeitig dafür sorgt, daß der Nachbar ein Auge zudrückt. Sollten England und Rußland z. B. in Asien stark beschäftigt sein, so werden sie vielleicht geneigt sein, eine deutsche Extratour mit* ähnlichem Wohlwollen zu betrachten wie güvisse Mächte den Spaziergang des Giftgas-Duce nach Afrika. Wirklich gesichert k an n der europäische Frieden weder durch Verträge noch durch Fragebogen werden, sondern nur durch den Sturz Hitlers und Mussolinis. im wesentlichen unverändert Der Rat der Meinen Entente hat über die Ergebnisse der Belgrader Tagung ein Kommunique ausgegeben, dessen wesentliche Punkte wir im folgenden wiedergeben. Wir ; würdigen die Belgrader Tagung politisch an > anderer Stelle. Das Kommuniqe selbst bringt , wenig Neues, obwohl seit der letzten Tagung Dinge geschehen find, die immerhin geeignet schienen und noch scheinen, die europäische Politik auf den Kopf zu stellen. Die Kleine Entente j' erweist sich hier als ein Element der.Beharrung. Der Zusammenbruch des Systems der kollektiven Sicherheit wiro in dem Kommunique offiziell so . wenig zugegeben wie die faktische Aufhebung der , allseitigen Verbindlichkeit der Pariser Verträge. In der Frage der Organisation des Donauraums findet sich ein Anlauf zu einer posi- tivcn Formulierung. In der Habsburgerfrage hält die Kleine Entente an der, vor allem von Jugoslawien vertretenen Politik der Intransigenz fest, fteilich ohne diesmal so entschieden wie noch in Bled mitdem Krieg als einzig möglicher Antwort zu drohen. Di« . Erwägung, daß es heute genug Kriegsgefahren und Kriegsdrohungen gibt und daß die Pulverfässer gerade im Donauraum sehr dicht geschichtet liegen, mag dazu geführt haben, daß man mit keiner zu großen Fackel ap sie herantreten will. In dem Wunsche nach der Erhaltung des Friedens— der größten Wohltat aller Völker— haben sich die Staaten der Kleinen Entente auf das entschiedenste gegen alles gestellt, was den gegenwärtigen Stand der Dinge in Mittel- Europa gewaltsam Umstürzen könnte. Aus diesem Grunde haben sie stets die Politik der westeuropäischen Mächte, welche auf die Erhaltung der Unabhängigkeit Oesterreichs abzielte, vertreten und unterstützt. Sie haben sich g e g e n G r e n z- änderungen durch den Revisionismus sowie gegen die Restaurierung der Habsburger-Dynastie gestellt, deren Anwesenheit auf dem Thron unausweichlich den ernstesten Konflikt im Donau- rauin Hervorrufen würde. Wir erklären heute in einem für die europäische Politik außerordentlich schwierigen Augenblick feierlich, daß die Staaten der Kleinen Entente keinen Grund haben, diese ihre Politik in irgendetwas zu ändern. Sie beharren auf ihr heute mehr denn je und werden sie demnach mit der gleichen Energie und bis zu den letzten Konsequenzen, und zwar im Jntereffe des europäischen Friedens fortsctzen, Sie heben die Tiefe und vollkommene Einheitlichkeit ihrer gesamten internationalen Politik hervor, mag es sich um ihren Standpunkt gegenüber dem Völkerbunde oder gegenüber der Unabhängigkeit Oesterreichs oder der Rückkehr der Habsburger-Dynastie, um die Respektierung der Grenzen und der Bestimmungen der Friedensver- träge, betreffend die militärischen Verpflichtungen und die allgemeine Respektierung der internationalen Verpflichtungen überhaupt oder um ihr Verhältnis zu Frankreich, England, Italien, Deutschland, Ungarn, Bulgarien, Oesterreich oder Polen, zu den Staaten der Balkan-Entente und zur Sowjetunion handeln. Ihre Polittk bleibt vollkommen identisch, auf den gleichen Prinzipien, auf den gleichen Gefühlen und auf den gleichen gemeinschaftlichen Interessen gegründet. Die Staaten der Kleinen Entente werden die Politik des Völkerbundes mit. der größten Treue in der festen Hoffnung fortsetzen, daß es dem Völkerbünde gelingen wird, die gegenwärtige ernste Krise zu überwinden. Die Staaten der Kleinen Entente sind Anhänger des Grundsatzes der wirksamen Sicherheit und sind bereit, sich an ihr zu beteiligen und diesen Grundsatz in der Praxis tatsächlich zur Geltung zu bringen. In der Frage der Locarnoverträge und der Folge ihrer Kündigung wünschen die Staaten der Kleinen Entente, daß der vorbereitende Gedankenaustausch zwischen den Locarnomächten in der Frage der kollektiven Sicherheit Europas rasch beendet werde, damit die Kleine Entente mit ihrem Anteil zur Befestigung des'allgemeinen Friedens sowohl in West- wie in Mittel- und Osteuropa beitragen, könne: Rom. Wie von zuständiger italienischer Seite verlautet, hat Marschall B a d o g l i o den ausländischen Gesandten und Geschäftsträgern in Addis Abeba mitgrteilt, daß ihre diplomatische Tätigkeit zwecklos geworden fei, da die Regierung, bei der sie akkreditiert wären, nicht mehr bestehe. Aus Höflichkeit stelle es jedoch das italienische Oberkommando den ländischen Gesandten frei, den Schutz Staatsbürger weiter wahrzunehmrn. Ras Seium ergibt sich D e s s i e. Im Gebiet von Sokota meldete sich am Freitag Ras Sejum, der Kommandant einer abessinischen Armee an der Nordfront, beim ! Kommando des III. italienischen Armeekorps ! Das Ergebnis von Belgrad In dem Chaos der internationalen Beziehungen, angesichts der friedensstörenden Tat Hitlers vom 7. März, des Zusanimenbruches der Sankttonspolitik des Völkerbundes, wie er in der italienischen Eroberung Abessiniens sich offenbart hat, bedeutet die erfolgreich verlaufene Tagung der Kleinen Entente nicht viel— aber immerhin die Stärkung des Friedens und der Ordnung in Mitteleuropa. Der Beobachter der Zeitereignisse hat nich! ohne Sorge in der letzten Zeit nach Belgrad geblickt. Jugoslawien ist vom Ausgang des italienisch-abessinischen Krieges in anderer Weise berührt als die beiden übrigen Staaten der Kleinen Entente. In Belgrad befürchtet man, daß Mussolinis Sieg über den Negus das Selbstbewußtsein der Italiener stärken und obendrein den Schwerpunkt der italienischen Polittk wieder nach Europa, an die Ufer der Adria und ins Donaubecken, verlegen wird. Da Mussolini durch die allmähliche Liquidierung' des Kolonialkrieges in Afrika wieder die Hände freibekommen wird» dürfte der italienische Ausdehnungsdrang nach Osten und Norden zielen. Diese Erwägungen haben gewisse Kreise in Jugoslawien— allerdings nicht Regierungsfaktoren— dazu geneigt gemacht, nach Bundesgenossen Ausschau zu halten und als solcher Verbündeter erscheint Italiens Gegner an der Donau: das Dritte Reich. Diese Bestrebungen nach Annäherung Jugoslawiens und Deutschlands finden eine Stärkung durch die Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder. Deutschland ist ein Abnehmer jugoflawischer Agrarprodukte und Jugoslawien bezieht in steigendem Maße Lndustriewaren in Deutschland— einschließlich Rüstungsmaterial. Die von unseren Agrariern zu stark beeinflußte Handelspolitik hat die Verdichtung unserer wirtschaftlichen Beziehungen zu Jugoslawien verhindert zum Schaden unserer Exportindustrie und— wie man nun sieht— zum wirtschaftlichen und politischen Nutzen Deutschlands. Sv haben nun alle Freunde des Dritten Reiches und alle Förderer der magyarischen Revisionswünsche ein Abschwenken Belgrads von den beiden anderen Partnern der Kleinen Entente vorausgesagt, was die Lage in Mitteleuropa geradezu bedrohlich gestaltet hätte.-» Die Belgrader Zusammenkunft der drei Außenminister hat nun zwar nicht alle Fragen, die für Mitteleuropa heute brennend sind, bereinigt, aber doch den Rebel, der in der letzten Zeit über dem Donaubecken lag, einigermaßen zerstreut. Die Kleine Entente ist gegen jede Revision der Grenzen in Mitteleuropa, das hat nic- mand anders erwartet, aber die Belgrader Verlautbarung spricht sich nach wie vor auch gegen die Rückkehr der Habsburger auf den Thron aus, was die Spekulation mancher Kreise und Gerüchtemacher zerstören wird, welche die jüngste Reise Austen Chamberlains nach Wien, Prag und Budapest mit irgendwelchen Restaurationsplänen der Engländer in Verbindung gebracht haben. In dieser Beziehung besteht nun die geschlossene Front der Kleinen Ententestaaten weiter. Keine Erwähnung findet in dem Kommunique das Verhältnis zur Sowjetunion, in welchem Falle Jugoslawien eine etwas andere Stellung einnimmt als die Tschechoslowakei und Rumänien. Während früher die Tschechoslowakei mit ihrem Wunsche nach Festigung des Verhältnisses zu den Sowjets innerhalb der Kleinen Entente allein stand, besteht (nach der Bereinigung der besiarabischen Frage) auch eine Freundschaft zwischen der Sowjetunion und Rumänien. Es ist nun anzunehmen, daß die Jugoslawen, wenn sie auch der Polittk der Tschechoslowakei und RumäiKens gegenüber der Großmacht im Osten nicht so rasch folgen werden, die Tatsachen zur Kenntnis nehmen werden. Ebenso dürfte zwischen Jugoslawien und Rumänien Einmütigkeit in bezug auf den Wünsch der" Türkei nach Befestigung der Dardanellen erzielt worden sein, da sich die Mitglieder der Bälkanentente vor wenigen Tagen gleichfalls in Belgrad über alle sie gemeinsam berührenden internationalen Fragen geeinigt haben. So kann in der Mitteilung über die Tagung der Kleinen Entente gesagt werden, daß die drei Staaken„unzertrennlich verbunden" sind und eine„tiefe' und vollkommene Einigkeit in ihrer ganzen internationalen Polittk" bestehe. Die neuerliche Festigung der Kleinen Entente ist-zweifellos der erste große Erfolg des ®eife 2 Samstag, 9. Mai 1936 Nr. Id9 neuen AußennrinW^KroNa»zm.'dechlStzlr.ihn be- - glückwünschen. Ohtie issek'Ailfückben Hat-M tschechoslowakische Außenpolitik wieder einen Beitrag «zur Stärkung des Friedens in Mitteleuropa geleistet.. Die Kleine, Entente ist freilich nicht ganz .Mitteleuropa und wir möchten deshalb daran erinnern, daß Benes diese, Staatengruppierung einigemal als eine Zelle der mitteleuropäischen Ordnung betrachtet hat, die. ihr Verhältnis zu Oesterreich und Ungarn in Ordnung zu bringen babe. Die wirtschaftliche und politische,Konsolidierung Mitteleuropas bleibt weiter eine der bedeutsamsten. Fragen der tschechoslowakischen Außenpolitik, die Minister Krofta und Ministerpräsident HodZg, der sich für diesen Sektor unserer Außenpolitik-Ibesonders ldteressiert, beachten mögen. Es wäre nur zu wünschen,. daß- auch.imsere wirtschaftlichen Beziehungen mit den Donauländern dichter wurden— HüniWöblc" deb fudetendchitschen Arbeiter und zum Wohle des Staates. Oswald Spengler gestorben In München 19; küjähri-, der bekannte deutsche Kulturphilosoph-Oswald-Spengler gestorben....»''jj Spengler, der von Haus aus Mathematiker -war, äst mit einem Schlage welwerühmt geworden, als er nach dem Kriege sein zweibändiges Wert »Der Untergang des Abendlandes" vcröfrentlichte. Dieses Werk stellt eine historische und tulturphilosophische Gestaltlehre(Morphologie) dar, in der Spengler das Lebensgeseh der Völker, Raffen und Kulturkreise zu deuten versucht." Er sieht in dem historischen Prozeß einen organischen Vorgang, der zwischen Geburt und Tod durch die verschiedenen Altersstufen verläuft. Ein« alte Kultur kann demnach nicht gerettet werden, sie muß untergehen und wenn man aus Vergleichen mit anderen Kulrurtreisen ungefähr die Alterslage der eigenen Kultur bestimmen kau»; so vermag man auch ihre tpeirere Entwicklung abzuschätzen. Diese Auffaffung, die Spengler dazu führte, das„Abendland" rettungslos verlöten zu sehen, hat manches von der Starrheit des mathematischen TegkenS an sich, das den Lobensprozctz in Gesehe bannen will, die eS nicht gibt. Andererseits enthält Spengler- Gc- fchichrSphllosophie manche beachtenswerte Entdeckung, und als Gesamrwerk ist sie eine imposante"Leistung. Spengler sah Europa in den„Cäsarismus" eingehen, eine Periode gewaltiger Machtkämpfe, in denen das Blut über bas Geld triumphieren würde. Ob Hitler dem Spenglerschen Cäsarenryp entsprochen hat, mag bezweifelt werden. Spengler hat sich um eine klare Stellungnahme zum Hillersyftem vorsichtig gedrückt. -Mit einer gewissen Reserve kritisiert er eS. Er ge- herie wohl.den Kreisen der konservativen Opposition an, die das System als plebejisch ablehnt und ihm ein verschwommene- sozialaristokratisches Ideal entgegenhält. Zweifellos ist Spengler einer der Väter der HirlerfaschismuS, ober er- hat wie viele andere an seinem Kinde wohl keinen reinen Gefallen gefunden. Britische Verstärkungen nach Palästina London. Er verlautet, daß auf Ersuchen des Hohen Kommissars nach Palästina Verstärkungen entsandt werden. Die durch-Hie Konflikte, zwischen den Juden und den Arabern in Palästina hcrvorgcrufene Unruhe hat diese Maß- Nachne" notwendig gemacht.'“"!■<>> " rufen. Auf der Tagesordnung stehen die bereits vom Abgeordnetenhaus angenommenen Vorlagen über die Parteienauflösung, die Staatsverteidi- gung und die Spionage.. Ministerialrat Autengruber, der ehemalige Chef des Bersicherungsdepartements im Innenministerium, ist, wie Minister Dr. Cernh am Donnerstag im Verfassungsausschuß mitgeteilt hat, im Zusammenhang mit der Phönix- Affäre. in Haftge.nommen tyorden: Diese Mitteilung des Ministers wurde aus unbegreiflichen Gründest in die offizielle Ausgabe seiner Rede nicht ausgenommen. Am Freitag wurde lediglich im Zusammenhang mit verschiedenen Pressemeldungen amtlich-mitgeteilt, daß Autengruber vor seiner Uebernah'mc in den Staatsdienst (April 1919) nur ganz kurze Zeit(vom 1. Oktober 1918 bis 15. April 1919) m den Diensten der Phönix stand, während er vorher feit 1907 bei der Versicherungsgesestschaft„Praha" angestellt gewesen war. Autengruber habe n i ch't über die Bestellung der Regierungskommissäre bei den einzelnen Versicherungsgesellschaften entschieden, noch sei er jemals selbst Regierungskommistär der Phönix gewesen. In den letzten zwei Jahren habe er auf die Entscheidungen der Aufsichtsbehörden überhaupt keinen Einfluß mehr gehabt.— Nach Meldungen einzelner Blätter soll die Verhaftung Autengrubers darauf zurückzuführen sein, daß er sich kurz vor dem Tode des Generaldirektors Dr. Berliner auf eine Gratispolizze des Phönix, die auf den Betrag von 1,5 Millionen XL lautete, ein Darlehen von 500.000 XL geben ließ. Autengruber soll in Prag eine Luxusvilla besitzen. .die Kunstschätze im Werke von vielen Millionen birgt. Der freitägige Ministerrat hat u. a. die Kontingentsregelung-mit Rumänien für 1936 und zwei Abkommen mit Oesterreich über den Zah- lungs- und Reiseverkehr genehmigt. Weilers wurden einige Maßnahmen betreffend die Durch- führpng der Vorschriften Wer die Auszahlung des Staatsbeitrages zur Arber k s- I o s c n u n r e r st. jj tz u n g behandelt. 1 Das Abgeordnetenhaus beendete am Freitag die Debatte über das Assistrntengefctz und nahm die Vorläge in beiden Lesungen einstimmig, also auch mit den Stimmen aller"Oppositionsparteien, an. Auch die Abstimmung über die Uebernahme der Sammlungen des Kunstvereines wurde nachgetragen. Di.e nächste Sitzung findet D o n- n e rs t a g, den 14. Mai, um 3 Uhr nachmittags statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Novelle zum Advokatengesetz. Hier machen die 'tschechischen Nationalsozialisten unter dem Druck von Studentendemonstrationen wegen der Verlängerung der Konzipientendienstzeit auf sechs Jahre Schwierigkeiten, die erst bereinigt werden müssen. Landesvertreter Zelenka resigniert.Die Difierenzen innerhalb dertfchechischenVolkspartei haben zur Auflösung der Organisation in Präg« Bkevnov geführt, welcher das in Opposition zur böhmischen Landesparteileitung stehende Mitglied der Landesvertretung Zelenka angehörte. Bei her Neukonstituierung der Organisation wurde Zelenka nicht mehr ausgenommen. Er hat nun auch sein Mandat in der Landesvertretung niedergelegt. Staatsschulden nicht UbermSBig groß Erklärungen des Ftnanzminlsters Im Ausschuß Prag. Im Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses befaßt? sich-Finanzilfinister^Dr. K a l« fus bei der Beratung der Vorlage über den Austausch der Staatsschuldverschreibungen gegen Unifizierungsanleihe mit- dem Problem der .S t a a t s s-ch u l d-e n, die seit 1930 benähe um fast acht Milliarden angewachsen sind..Doch brauche man sich bezüglich dieses Anwachsens der Staatsschulden keinem Pessimismus hinzugeben; dem Anwachsen des Nominalbetrages stehe die Reduzierung der Verzinsung gegenüber, so daß der Aufwand ungefähr in den gleichen Grenzen oleibe. Die Tschechoslowakei habe derzeit rund. 40 Milliarde« Schulden, während im alten Oesterreich auf das jetzige Gebiet der Tschechoslowakei nach dem Steuerschlüssel ein Betrag von rund sieben Milliarden Goldkronen, d. s. 49 Milliarden XL, entfiel. Die Herbeiführung des finanziellen Gleichgewichtes im Staatshaushalt habe die Lösung einiger budgetärer Fragen zur Voraussetzung, unter denen Dr. Kalfus namentlich die Regelung der Arbeitslosenunterstützung, die" finanzielle Autarkie des Getreidemonopols, die Defizite der Staatsbetriebe und den Aufwand für die öffentliche Verwaltung überhaupt anführte. Diesen Fragen müsse man eine umso größere Aufmerksamkeit zuwenden, je mehr uns die a u ß e r- ordentlichen Ausg ab en für die Staatsverteidigunng bedrängen. Steuernovelle neu stilisiert Das Koälitionskomitee des Budgetaüsschusses hielt am Donnerstag und Freitag im Beisein des Finanzministers neuerlich Sitzungen ab.'Das ganze Elaborat der Steuernovelle ist nunmehr vollständig durchgearbeitet und das Finanzministerium bereitet schon die definitive Stilisierung vor. Mittwoch nachmittags tritt das erweiterte Subkomitec zur endgültigenBerabschie- dung des Regierungsentwurfes zusammen und man rechnet damit, daß eS seine Arbeiten noch in dieser Woche beenden, wird/worauf die Vorlage sofort an das Ausschußplenum gehen wird. Bis Ende des Monates soll die Vorlage dann auch vom Parlament verabschiedet werden. Gewerkschaftsvertreter beim Ministerpräsidenten Prag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Hodja empfing am Donnerstag eine^fünfgliedrige Deputation■ der GewerkschaftSzentralen der öffentlichen und privaten Angestellten sowie."dtr Lehrerorganisationen, die ihm die aktuelles Forderungen der Angestellten unterbreitete, von. denen sie als die wichtigste hervorhob, daß die Vertreter der in der Gewerkschaftszentrale vereinigten Organisationen zur Mitarbeit herangezogen, werden sollen, wenn es sich um Standesangelegenhei- ten bandelt. Der Vorsitzende der Regierung fordert« von der Deputation die Unterbreitung spezieller Vorschläge und Forderungen auf schrift- lichcm Wege an. ■ Der Senat wurde zu seiner nächsten Sitzung für, Dienstag, den 12. Mai/ um ,15 Uhr einbr- Beschleunigte Regierungsbildung als Antwort auf die Franc-Kontermlne? P a r i s. Die Parteien der neuen Kammermehrheit haben bereits die Vorbereitungen für die Bildung der neuen Regierung ausgenommen. Leon Blum hatte am späten Nachmittag de» Freitag eine Unterredung mit dem Ministerpräsi- denten Sarraut, der ihn über alle aktuellen.Fragen, hauptsächlich über die F i n a n z l a g r, informierte. Ein Teil der Linken verlangt, daß die neue Linksregierung sofort gebildet werde, damit sie durch entschiedene Maßnahmen den Goldabfluß bekämpfe. Die Kommunisten schlagen für Dienstag eine gemeinsame Besprechung aller neugewählten Deputierten der Linksfront vor, die über das weitere Borgehen der Linksfront Beschluß fassen soll. Im„Popolaire" fordert Leon Blum die Kommunisten auf, sich aktiv an der Regierung zu beteiligen.„Der Sieg der Volksfront würde", schreibt Blum,„uns nicht vollständig erscheinen, wenn sich die Kommunisten«ns nicht zugrsrllten. Dir Enttäuschung wäre in unseren Reihen und zweifellos auch außerhalb derselben sehr groß." Demgegenüber erklärt die„Humanitt", daß dir Kommunistrn auf ihrem Standpunkt verharren und sich an der Regierung nicht beteilige» werden. Herriot will kein Amt Der für dgs Amt des Außenministers ausersehene Deputierte Herriot hat erklärt, daß er keinerlei Funktion, auch nicht die des Kammerpräsidenten, annehmr, sondern ein einfacher Deputierter bleiben wolle. 0er Negus In Jerusalem Haifa. Der britische Kreuzer„Entreprise" mit dem. Negus und seiner Familie an Bord traf Freitag um 9 llhr 30 Min. im Hafen von Haifa ejn.Dex Negus trat mit seinem.50 Persoven zählenden Gefolge sofort Mittels Sonderzuges die Weiterreise nach Jerusalem an. Zur Begrüßung erschienen der Kommandant der Luftflotte des Mandatsgebietes und der Bezirkskommissär von Jerusalem. Auch eine zahlreiche Volksmenge begrüßte den Negus herzlich. Die kaiserliche Familie hat in dem Luxushotel".„King David" Aufenthalt genommen. „Oie britische Flotte Immer noch unbesiegbar** London. Großadmiral Sir Roger Kehr erklärte auf einer Veranstaltung in Malta, daß die . britische Flotte immer noch die Freiheit der Meere aufrecht erhalte.?Wenn der italienische Oberbefehl auch das Gegenteil glauben möge, so fei doch die britische Flotte immer nochunbesieg- b a r. Sie sei bereit, jede Streitkraft ä n zu« greifen, die es wage, sie heräuszufordern, ganz gleich,, welche» ihre Rüstungen, seien. Malta werde trotz aller Drohungen sicherlich der britische »Flottenstützpunkt im Mittelmeer bleiben. Der Ruhm des Kämpfers Don Jodi London Copyright by Universitas Berlin, durch Dr. Prä Und dabei sieht er gar nicht danach aus. Das ist das ewige Wunder! Scheinbar ist er nur ein Knabe; aber die, Muskeln find vop. der rechten Art» das ist der Witz. Warten-Sie nur, bis Sie ihn-sehen, mehr sage ich nicht. Merkwürdig, welche Vorliebe der^Junge für Poesie hat, für«kleine Wiesen, für ein paar Fichten mit dem Mond darüber,, für"wolkige Son«" nenuntergänge aber für Sonnenaufgänge, vom Gipfel des alten Baldy- auS gesehen. Und er ist ganz verrückt nach Zeichnungen und nach Ergüssen von„Lucifer oder Nacht", wie er sie aus den Gedichtbüchern kennt, die er sich von der rothaarigen Lehrerin lieh.- .. Ein’t, ,aß t. st. Für hie ersten- Jahre wird er sich picht mit ihnen abgeben. Er hat gar kern Verständnis für diese Geschöpfe, und im übrigen verflucht wenige davon gesehen. Da war die Schullehrerin von SamsoNs Flat, die ihm all diese Poesie in den Kopf gesetzt hat, sie war wie. verrückt hinter dem Jungen her, aber er merkte es gar nicht. Sie war ein warmherziges Mädel— nicht aus den Bergen, sondern aus der Ebene— und sie wurde allmählich ganz wild, so daß man sich schämen mutzte, wie sie hinter ihm her war. Und was meinen Sie, was der Junge tat, als er die Geschichte merkte? Er kriegte es mit der Angst wie ein Hase, packte Decken und Munition zusammen und rnachte, daß er in dir Wälder kam. Einen Monat lang sah und hörte ich nichts von ihm, dann kam-er eines Abends, als eS dunkel geworden war, aber am nächsten Morgen war er wieder weg. Ihre Briese wollte er nicht mal angucken. „Verbrenn' sie", sagte ex. Und ich verbrannte sie. Zweimal kam sie den ganzen Weg von Sam-, sons Flat hierher geritten, mir tat das junge Ding direkt leih. So verrannt war sie in den jungen Bengel», daß. jeder es ihr anschen konnte. Nach drei Monaten gab sie dann die Schule^ auf und ging wieder in ihre Heimat, und erst da kam der Junge zu mir zurück. ' Die Weiber haben manchen guten Boxer auf dem Gewissen, aber ihn werden sie nicht verderben. Kr wird roj wie ein Mädel, wenn irgendein junges Ding in Röcken ihn auch nur eine Sekunde zu lange anguckt. Und sie gucken ihn alle an. Wenn er aber kämpft, wenn er, kämpft!— Herrgott, dann meldet sich der alte irische Urmensch in ihm und setzt seine Arme in Gang. Nicht, daß er durchdrehte! Glauben Sie da» nicht. In meiner besten Zeit war ich nie so kaltblütig wie er. Ich glaube, an meinem Pech war immer mein übergroßer Eifer schuld. Aber er ist wie ein Eisberg. Ec ist heiß und kalt zugleich, ein Feuerherz in einer Eisbrust." ' Stubener war eingenickt, als das Geschwätz des Alten ihn wieder weckte. Er hörte schläfrig zu, .„Ich hab, weiß. GotH einen Mann- aus ihm gemacht. Ich hab einen Mann aus ihm gemacht mit zwei Fäusten, die er zu gebrauchen weiß, einem Paar Beinen, auf denen er stehen kann, und einem Paar schqrfer Augen. Und ich kenne den Sport, ich bin mit der Zeit gegangen und kenne- die modernen Methoden, Crouch? Sicher, er weiß, wie man^seine Kräfte schönt. Er bewegt sie nie um zwe,i Zoll, wenn anderthalb genügen.. Und wenst er will, kann er wie eiy Känguruh springen. Infighting? Warten Sie nur, bis Sie" ihn sehen! Ich sage Ihnen, ich hab ihm alles beigebracht, jeden Trick, und was er gelernt hat, das hat er selbst noch verbessert. Er ist da? reine Boxgenie.'" Und er hat oft Gelegenheit gehabt, es mit den rohen Kerlen aus den Bergen zu probieren. Ich lehrte ihn die Kunst, und sie lehrten ihn 'das Schlagen—- da gibt es keinen, der einem Streit aus dem Wege geht. Brüllende Ochsen und große Grislybären sind sie, sie hauen beim Clinchen und haben mächtige Schwinger... Und er spielt mit ihnen, wie Sie und ich mit jungen Hunden spielen würden." Als Stubener wieder einmal aufwachte, hörte er den Alten schwatzen. „Und das Komische bei der Sache ist, daß er das Boxen gar nicht ernst nimmt. Es fällt ihm zu leicht, eS ist eine Spielerei für ibn. Aber wenn es mal ernst wird, dann werden Sie sehen. Ich sage unr: Warten Sie eS ab. Dann werden Sie sehen, wie der Saft, der in ihm eingefroren war, aufbraust und wie alles, was er gelernt hat, an den Tag kommt." IN der kühlen grauen Dämmerung der Berge wurde Stubener von dem allen Pat aus den Dellen gejagt. „Jetzt kommt er"; flüsterte er heiser.„Heraus mit Ihnen, und sehen Sie sich den größten Boxer an, der jemals in den Ring steigt." Der Manager-sah, sich den Schlaf aus den Augen reibend, zur offenen Tür hinaus und erblickte einen jungen Riesen in der Lichtung. In der einen Hand hielt er ein Gewehr, und über die Schultern lag ein schwerer Hirsch. Der junge Jäger war"derb gekleidet, trug blaue Overalls und ein wollenes, am Halse offenes Hemd, an den Füßen Mokassins. Stubener bemerkte, daß sein Gang leicht und weich wie der einer Katze war trotz seiner zweihundert Pfund und dem Gewicht des Hirsches. Gleich der erste Anblick machte Eindruck auf den Manager. Herrlich gewachsen war der junge Bursche sicher, aber der Beobachter sah noch etwas Merkwürdiges und Ungewöhnliches an ihm. Er war.ein neuer Typ. ganz anders als der große Haufen der übrigen Boxer. Dies war ein Geschöpf aus dem Urwald, mehr ein umherschweifender Naturmensch aus den alten Sagen als ein junger Mann aus dem. zwanzigsten Jechrhundert. Ernes entdeckte Stubener sehr bald: der junge Pat war kein Schwätzer. Als der alte Pat die Vorstellung erledigt hatte, drückte er ihm wortlos die Hand und begann schweigend Feuer zu machen und das Frühstück zu bereiten. Die Fragen seines Vaters beantwortete er einsilbig. AIS der Vater ihn zum Beispiel fragte, wo er den Hirsch erlegt hätte, antwortete er nur: „South Fork." „Elf Meilen über die Berge", erklärte dec Alte dem Manager stolz,„und ein Weg, daß Sie einen Herzschlag gekriegt hätten." Das Frühstück bestand aus schwarzem Kaf« fee, Brot und einer ungeheuren Menge von über den Kohlen gebratenem Bärenfleisch. Der junge Mann machte sich gierig darüber her, und Stubener zog den Schluß, daß beide GlendonS fast ausschließlich von Fleisch lebten. (Fortsetzung folgt.) Nr. 109 Samstag. 9. Mai 1936 rite 3 Geres DAS des Essen- nahrhaft gemacht durch Ceres. Ceres ist 100% reines Pflanzenfett und darum so leicht verdaulich und schmackhaft. Strfe Tetschen und Aussig als das ,'.Schloß im Walde" bezeichnet, das mit einem unerhörten Lu^us erbaut und ausgestatiet sei. das Geld hätte, meinte er, können besser verwendet werden. Das„Schloß im Walde"ist entstanden durch dre Initiative der sozialdemokratischen Fraktion der, seinerzeitigen Bezirksverwaltungskommisfion Tetschen mit dem damaligen Vorsitzenden Franz Kügler und wurde gemeinsam" mit dem Bezirke Aussig, an dessen Spitze der vor kurzem verstorbene Genosse Müller stand, gebaut. Es ist zweifellos das schönste und. in seiner Zweckmäßigkeit modernste Kin- dererholungsheim in der Tschechoslowakischen Republik. Es bietet Raum für maximal 220 Kinder. Derzeit befinden stch dort 160 erholungsbedürftige junge Menschen zwischen sechs und vierzehn Jahren aus den Bezirken T e i- scheu und Aussig. Man darf es dem Leiter des .Heimes. Herrn Dozent Dr. Slavik, und den zur Aufsicht bestimmten. Silvestern glauben, daß nicht nur die Arbeit und.Mühe, sondern auch die Beran t wo r t u n g nicht gering ist. Die. Kinder haben stch sehr rasch an Ordnung gewöhnt und dann wird durch gemeinsame Beschäftigung dafür gesorgt, daß Langweile und Uebermut nicht zu abwegigen Ideen führen. Bei der großen Anzahl der Kinder lassen sich leicht gleichaltrige Gruppen Hilden, die auch leichter zu übersehen find, und die dementsprechend beschäftigt werden. Wir. überraschen eine solche Gruppe dreizehn- bis vierzehnjähriger Mädel, die fich um ihre Schwester geschart haben. Sie zeigen uns. was sie an Regentagen machen, wenn man weder spazieren gehen noch turnen kann.. Sie haben Puppen aus Stoffresten angefertigt.„Marktfrauen", wie sie sie nennen, mit originellen Gesichtern, die recht gut gelungen find. Eine Gruppe Jungen und Mädel, treffen wir beim Turnen an, das mit einem„Wettrennen" endet, eine andere hat sich irgendwo gelagert, wieder eine andere hören wir im Walde singen. Einige Jungen umschleichen. die Küche, aus der es" angenehm riecht. Sie. denken offenbar an das Mittagessen, obschon es erst halb 10 llhr ist und sie dickbestrichene Schnitten in den Händen haben. Als wir ankamen grüßten uns die meisten mit „Grüß Gott". Aber Willi H ock e hat"unter den Mädeln und Buben Bekannte und vertraut und fröhlich lachend rufen sie ihm„Freundschaft!" zu. » Während der Dauer ihres Aufenthaltes stehen die Kinder ständig unter ärztlicher Kon- trMe. Ernste Erkrankungen sind in keinem Heim, 'zu verzeichnen. Die. durchschnittliche Gewichtszunahme beträgt in den ersten vierzehn Tagen annähernd zwei Kilogramm. Die Kost muß dem körperlichen Zustande der Kinder angepatzt werden, da in den ersten Tagen ihres Aufenthaltes viele Kinder die neu« Kost nicht vertragen und erbrechen mußten. Obst, wie Orangen, Bananen, Aepfel und Kompott gibt es täglich. Für" jedes Kind wird ein amtliches Standesblatt geführt, in welchem regelmäßig der Erfolg des Erholungsaufenthaltes eingetragen wird. Diese Standes- blätter werden dem Gesundheitsministerium eingesandt. 180 Kinder in Hirschüerg und Thammühl, 220 in Dittersbach, 100 im ganzen in den fünf Heimen. In der zweiten Hälfte Mai, nach sechswöchigem Aufenthalt, kehren sie heim und es kommen 400 andere. 80Ü junge Menschen, denen eiste wahnsinnige Zeit und eine anarchische Gesellschaftsordnung alles versagt hat, auf das der Mensch Anspruch erheben kann, haben dann ein paar Wochen gelebt, die nie in ihrer Erinnerung ersterben werden. Wir wissen: diese sechs Wochen Erholungsaufenthalt bedeuten für sie nicht alles, nicht die Rettung. Aber für alle bedeuten sie Kräftigung, Aufspeicherung von Reserven, die ihnen förderlich und nötig sein werden, wenn sie wieder heimkehren. Sie bedeuten auch für ihre Familien eine wenn auch nur vorübergehende, aber dennoch fühlbare Entlastung und Abbürduyg einer Sorge um ihre Lieblinge. Und sie bedeuten für die Kinder eine Freude, Licht und Sonne in ihrem jungen Herzen, die die Welt noch nicht verstehen und.unter ihren Harten und Ungerechtigkeiten leiden. Dankbar gedenken wir, dankbar alle, denen diese Großtat sozialer Fürsorge zuteil wurde, des. Mannes, dessen Initiative sie entsprang: Dr, Ludwig Czech. LmU Arnberg. tfudeicndeutsdiet Zeitspiele! Das Ferienerholungsheim der Stadt Gablonz Erholungsheim der Arbeiterfürsorge in Hirschberg befind« sich nur ein paar hundert Schritte davon entfernt.- Es machr den Eindruck eines behaglichen Landhauses und ich hab« keine Ursache, an der Versicherung des Herrn Verwalters zu zweifeln, daß sich die 65 Kinder, die seiner Obhut anvertraut sind, hier zufrieden fühlen. Von den 65 Kindern'stammen 35 aus dem Bezirke Warnsdorf, die anderen aus den Bezirken Mies und Schüttenho fen. Auch da sind Kinder, die nie oder fast nie zu Hause Milch bekommen, solche, die nur einmal Wäsche mitbrachten. Untergewicht, unternormalen Wuchs. Kinder mit sichtlichen Merkmalen der Unterernährung und Rachitis. Ein Junge aus Georgental zählt noch neun Geschwister, der Vater ist— eine Ausnahme— nicht arbeitslos, sondern— Kurzarbeiter. Hier weiß ich Bescheid: Es ist unser Heim. Bon Arbeitern für Arbeiter errichtet. Und wir kennen es alle aus früheren Schilderungen. Es ist die geräumigste und wahrscheinlich auch die meist freguenrierreste der drei Anstalren. Jetzt beherbergt es 80 Kinder für sechs Worhen. Die Kinder, di« ich hier treffe,- kommen aus einer wahren Hölle der Krise. Es find Kinder der Glasproleten des H a i d a e r Gebietes und aus dem Leipaer Bezirke. Tort grasiiert die Arbeitslosigkeit nicht„erst" seit sechs Jahren, dort hungern die Menschen seit mehr als zehn Jahren und es wächst eine Jugend in beinahe absoluter Hoffnungslosigkeit heran. Wie mögen fich diese unglücklichen Kinder, diese freudlose Jugend fühlen, nach Jahren des Darbens und der Entsagung ein paar Wochen in sorgloser Freiheit, bei stets vollen Schüffeln zu verbrm- gen. umgeben von um sie besorgten und sie elterlich betreuenden verständnisvollen Menschen! In unserem Heim überraschte ich sie beim Abndbrot. Der ganze Speisesaal riecht nach Orangen.. Ich frage, wer Orangen gegesien habe und ein Ehor von Kinderstimmen schlägt mir entgegen:„All«".. Frage ich, ob sie genug zu essen bekämen, sagen sie:„Soviel wir wollen." Frag« ich, ob es ihnen gefällt, heißt eS: „Wenn wir nur dableiben könnten". Das Heimweh haben sie auch überwunden und nur ein Schatten stört augenblicklich das sonnige Leben, das ihnen sechs Wochen lang blüht: sie können noch nicht baden. eS ist noch zu kühl. Einstweilen geht man spazieren, turnt, spielt itzt und schläft. An der Bahnstrecke P r a g—B ako v— B.-L eipa liegt ein idyllisches Fleckchen Erde, anziehend durch seine einzigartige landschaftliche Schönheit, bekannt durch seine von dem'sonst Ueb- lichen abweichende Fauna und Flora und seit ein paar Jahren berühmt und gesucht als Ausflugsort und Ferienaufenthalt van vielen tausenden M em'chen. H i r s ch b e r g am See und Thammühl. Drei Erholungsheime in Hirschberg und Thammühl ' Drei Heime für erholungsbedürftige Menschen, die sich keinen Erholungstag gus. eigenen Mitteln leisten können, find hier in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren entstanden. Im gegenwärtigen Zeitpunkte herrscht in allen dreien Hochbetrieb. Ende Feber hat der Gesundheitsminister Dr. Ludwig Czech eine staatliche Er- bolungsaktion für die Kinder Arbeitsloser eingeleitet, an der insgesamt 8000 jung« Menschen im Alter von 6 bis 14 Jahren teilnebmen und in Durchführung dieses großzügigen Hilfswerkes, einer. Volkshilfe im wahrsten und edelsten Sinne des Wortes, sind nun die drei Erholungsheime in Thammühl und Hirschberg von insgesamt 184 Kindern besiedelt. Ich stehe in Thammühl vor einem herrlichen zweistöckigen Bau. den man für ein vornehmes Kurhotel halten könnte, wenn Gäste da wären und eine Leine Tafel einen nicht belehren würde, daß es daS Erholungshei« der Bergbauangeftellten Thammühl, erbaut vom Angestelltenrat Brüx ist. Ich sehe um mich, unten von Millionen Wellen gekräuselt die Riesenfläche des Sees, darin sich der frühlingsblaue Himmel spiegelt und im Osten schwarz-blau die Silhouette der beiden Bösigberge, davon der größere die gewaltige Ruine der Burg gleichen Namens trägt. Die alte und die neue Zeit. Dort die-letzten Zeichen der Gewalt, der Tyrannis und Unfteiheit, hier die lebende Gegenwart, die zu- kunftgeswltende kollektive Hilfsbereitschaft und tatbereite Solidarität. Der Verwalter des Heims spricht bewegt einen Namen aus, den wir alle kennen, deffen Träger aber nicht mehr unter uns weilt: A d ols Pohl. Er bat erheblichen Anteil an dem Werke, das hier entstanden ist. Gegenwärtig beherbergt das Heim 35 Kinder von 6 bis 14 Jahren. Sie haben sich gerade zur Jause versammelt und ich komme mit ihnen ins Gespräch. Es ist erschütternd, wenn sich auf die Frage, wer zu Hause regelmäßig oder doch öfters Milch bekommt, drei oder vier melden und gleich beifügen:-„Wir haben zu Hause eine Ziege". Nicht «in Drittel dieser 85 Kinder, die durchwegs aus dem Kaadener Bezirke stammen, schläft zu Haus« allein. Ein Junge ist in der Reihenfolge seiner Geschwister der sechste von neun, die all« leben und die mit den Ellern zusammen elf Personen!— in einer Stube und einer Kammer wohnen. Und trotzdem Hai es in den ersten Tagen— wenn auch nur vereinzelt — elementare Ausbrüche unbezähmbaren Heimwehs gegeben. Aher nun fühlen sich alle wohl. Selten ist eine Gegend unserer engeren und weiteren Heimat so reich und abwechselnd mit landschaftlichen Schönheiten ausgestaftet. wie das Elbe- faydsteingebirge, dessen Ausläufer sich bis in das Daubaer Land und Auschä erstrecken, das aber entlang der Elbe von Tetschen bis Schandau seinen größten Formenreichtum entfaltet. Hier gibt eS eine ganze Reihe gerne ausgesuchter Ausflugsorte und Sommerfrischen. Eine der bekanntesten und beliebtesten ist das Dörfchen D i t- 'tersbach bei B.-Kamnitz im politischen Bezirke Tetschen. Dieser Flecken Erde atmet Ruhe und Frieden: fernab vom großen Verkehr suchen hier Menschen Erholung und finden sie auch. Hier gibt es auch zwei Erholungsheime, die von sozialfühlenden Menschen errichtet, der Kräftigung und Gesundung armer, unbemittelter Menschen dienen. Das Erholungsheim der BKVA Rumburg Auf einer Anhöhe, von parkähnlichen Anlagen umgeben, wurde es, das früher Hotel war. von der BKVA Rumburg erworben und zu einem Erholungsheim. zu einem Rekonvaleszentenheim für deren Mitglieder umgebaut. Gegenwärtig beherbergt es 60 Kinder beiderlei Geschlechts aus den Bezirken R u m b ür g und Deutschgabel. Die Aufsicht führen zwei geprüfte Fürsorgeschwestern. Zwischen den Kindern und den Schwestern hat fich binnen wenigen Tagen«in freundschaftliches Verhältnis entwickelt und das ansiinglich bei manchem Kinde vorhanden« Heimweh ist verflogen. Den Kindern siebt man eS nach vierzehntägigem Erholungsaufenthalt noch deutlich genug an, daß sie der Kräftigung dringend bedürfen, obwohl die durchschnittliche Gewichtszunahme zwei Kilogramm in vierzehn Tagen bettägt. Stolz berichtet uns ein lang aufgeschossenes Mädel, daß es zum Frühstück neun Semmeln gegessen habe. Sie wird aber übertrumpft, denn ein elfjähriger Knirps hat am selben Tag" zehn Portionen Spinat konsumiert, dann aber„ging es nicht mehr". Auch hier find die Kinder durchaus arbeit?- l o s e n F a m i l i e n entnommen. Die Antworten auf unsere Fragen enthüllen grenzenlose Armut und Not. Richt ein Viertel von den'60 schläft zu Hause allein in einem Bette. Die meisten von ihnen erhalten daheim nie oder fast nie Milch, viel« haben hier zum erstenmal eine Banane gegessen. Eine ganze Anzahl hat nur ein einzigeSmalWäsche mitgebracht. Fast alle mutzten sich erst an die bessere und reichhaltigere Kost gewöhnen, bevor sie diese ver- trugen. Das Schloß im Walde Ein hervorragender„Amtswalter" und Aai- tationSredner der„eindeutig sozialen Partei" des Herrn Konrad Henlein hat vor kurzem in einer Versammlung das gxotzp öbadererholungsheim der B e- Wilder von der Jiindfr*frfio!unfsafitton Obere Reihe, in der Mitte: Kinder-Erholungsheim Ditterbach.— Mittelreihe: links das Heim der ,'.Arbeiterfürsorge" in Hirschberg a. 8., daneben: Blick auf den See.— Untere Reihe: mittleres Bild: Heim der Rumburger Bezirks-Krankenvers.-Anstalt, in Dittersbach, rechts: dos Häm der Brüaer Revierbntderlade von Thammühl. Wer viel schafft, braucht viel Kraft Deshalb ist nichts so wichtig wie ein kraftspenden- Arme Kinder auf Erholung Hirschbers« Thammühl, Dittersbach/ Das Hilfswerk des Gesundheitsministeriums rite 4 Eamstag, S. Mai 1936 Nr. 108 ^'TUL-k^sdiosendung Atus-Schüler,-Schülerinnen,-Turner und -Turnerinnen— Achtung! Morgen, Sonntag, den 10. Mak, alle Akkiben des Atus- antreten zur großen Kontrollturnstunde für das 3. Bundesturnfest. Zeit: 14.30,(halb 3 Uhr nachmittags). Unser Bundesturnwart, Gen. Fr. Grasse, leitet über den Prager Sender(Prag II, starker Sender) die Uebungsstunde. Alle Freiübungen für Kinder wie für Erwachsene werden mit Musikbegleitung geturnt. Mitwirkcnde: Atus-Prag. Achtung! Mittwoch, den 13. Mai, bringen wir in der Parteiprefse unser B u nd esse st l i e d. Ein einzigartiges Dokument bildet nachstehender Ukas an Teisendorfer Betriebs« rbciter: R. S. Rößler, Porzellanfatrik Defsendorf. ÜTR. Nordböhmen. Deisendorf, 23. 4. 1936. Zur allgemeinen Kenntnisnahme. Wir machen alle in der Fabrik Beschäftigten dgrauf aufmerksam, daß immer noch Fälle von AuSplaudereien über divBorgänge bei der Arbeit in der Fabrik an außenstehende Personen vorkommen. Es diene jedermann zur Kenntnis, daß wir jede Mitteilung über dir Arbeitsvorgänge, kurz jedes Gespräch über die Fabrik außerhalb derselben auch gegen eigene Fami- licn Mitglieder untersagen und a« f S schärf st everbieten und wir bei einem erwiesenen Falle nicht nur mit sofortiger Entlassung, sondern gleichzeitig auch ftrafgeseü- l i ch»egen diejenigen Arbeitnehmer Vorgehen werden. Weiters setzen wir uns veranlaßt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, welche verbieten, daß mitdementlassenenBrennerSchwan- der persönlichen Verkehr gepflogen wird. Auch in diesem Falle haben wir»ns entschließen müsse», mit sofortiger Entlassung zu antworten, selbst wenn der Verkehr durch Mittelspersonen aufrecht erhalten wird. Wir werden selbst Untersuchungen anftellen, ob innerhalb acht Tagen kein Grund zu irgend welchem Einschreiten alS gegeben erscheint. Stampiglie der Firma»nd Unterschrift. Daß cs in dieser Fabrik keineSvurvon Bctriebsdemokratie, kein Mitbestim- mungsrecht der Arbeiter in Lohnfragen und anderen Dingen des ArbeitSverhältnifses gibt, geht aus diesem UkaS selbstverständlich hervor! Beispiellos aber ist Ton und Inhalt dieses Befehls, demzufolge also beispielsweise ein Arbeiter kein Recht hätte, seiner Gewerkschaft etwas über diesen Betrieb zu erzählen! Und der Lohnsklave darf nicht einmal mit seiner Frau über die Bor- gange und Zustände in diesem Unternehmen berichten, das nach«ll dem eine ganz böseKa- serne des Kapitalismus zu sein scheint — also auch eine vorbildliche Pflanzstätte der „Volksgemeinschaft". Prager deutsche Arbeitersendung Sonntag, 10. Mai, 14.30 bis 14.45: Skandina vien, Holland und die. Schweiz als Friedensfak» torcn(Paul M a ll e s).' Mittwoch, 13. Mai, 18.20 bis 18.40! Die Aufgabe der Frau in unserer Zeit(Else Schmid). Freitag, 15. Mai, 18.35 bis 18.45: Aktuelle zehn Minuten. Sonntag, 17. Mai, 14.30 bis 14.45: Ziviler Luftschutz und Gemeinde(Bruno Schwab, Weg- städtl). Tödlich verletzt auf dem Bahndamm gefunden. Auf der Bahnstrecke Aussig—Bodenbach/ in der Nähe von Waltirsche, fand ein Streckende» geher einen Schwerverletzten. Der sofort herbeigerufene Arzt leistete erste Hilfe und ordnete die Überführung des Verletzten in das Aussiger Bezirkskrankenhaus an, wo er. nach kurzer Zeit gestorben ist. Die polizellichen Erhebungen ergaben, daß es sich um den beim Elbebrückenbau beschäftigten 27jährigen Mechaniker Richard P i l z aus Schreckenstein handelt. Für die Annahme eines Selbstmordes spricht der Umstand, daß man neben dem Verletzten ein Fläschchen mit Oucck- plbcr vorfand. Kaisers Geburtstag ist einfach ein Dreck gegen das, was sich am 7. Mai, dem 38. Geburtstag Konrads des Einzigen abgespielt hat. Ta man leider glicht mehr fcststellcn k-ann, daß die Berge gekreist haben, als dieses Hühnlein geboren wurde, so bemüht man sich wenigstens, zum 38. Geburtstag die Natur in Wallung zu bringen..„ Nachdem die„Zeit" schon einen Universt- tätsprofessor strapeziert hatte, daß er das Lebenswerk des„Führers" würdige, rückte nach dem Fest Herr W. B.— seinen Namen werdet ihr nicht erfahren, es ist Herr Walter Brand, die gssstige Amme des Führers in Person— zu einem Salto mortale der... Touristik aus. Der„Führer" hatte der Stadt Leitmeritz die hohe Ehre zuteil werden lassen, dort sein Wiegenfest zu begeben: Durch nichts sollte dieser Tag aus der Reihe der gleichmäßigen Arbeit herausgehoben sein. So hatte sich Konrad Henlein auch diesen Tag nicht frei genommen, um ihn im Kreise seiner Familie oder seiner Freunde zu feiern. Und doch war er von einem heimlichen Jestglanz überstrahlt. Als am Vorabend in Leitmeritz die taufenden Nienschen ihren Führer jubelnd begrüßt hatten und darauf von der Gendarmerie auseinandergetrieben worden waren, war dennoch nicht . die Anteilnahme der Menschen gestört. Als fich Konrad Henlein am Mittwoch früh zur ArbeitS- „ tagung des Sudetendeutschen Bauernrates begab, säumten di« Treppe zum Beratungszimmer die schönsten jungen Mädchen von Leitmeritz. Eme jede legte Konrad Henlein einen Strauß wundervoller Blumen in den Arm. Zum Schluß überreichte man ihm ein großes Bauernbrot, ein Stück Butter und Käse— die Zeichen der heimatlichen Arbeit des Leitmeritzer Landes. Wo di« Menschen Konrad Henleins ansichtig wurden, begrüßten ihn frohe Zurufe. Besonders die Kinder hatten es auf ihn abgesehen. Als er um zwei Uhr fortfuhr, umringten wohl an die z weihundert,Jungen und Mädel feinen Wagen.■„SBir gehen nicht eher in die Schule, als bis wir den Führer gesehen haben." Und sie waren auch nicht früher wegzubringen. Man, sollte sie nachsitzen lassen, die lieben Kleinen, und zwar beizeiten, damit sie es nicht im Leben noch bitterer büßen müssen! Während den Käse Walter Brand in Verwahrung nahm, um ihn nachher in der„Zeit" abzulagern, ritt die Kavalkade gen Kamaik, wo der ehrwürdige Jubelgreis von einigen noch um ein paar Monate älteren Volksgenossen mit der gebührenden Verehrung begrüßt wurde: In den kleinen Wirtshausgarten, in dest die Ruine Kamaik hineinlugt, sammelten sich Männer und Frauen und hie gesamte Dorfjugend, bis schließlich einige den„Mut fanden" und gratulieren kamen. Nach einer Weile humpelte ein a l t e s M ü t t e r l e i n h e r b e i. U e b e r 8 0 Jahre war sie alt und ihre Beine trugen sie nur noch mühsam, aber sie war von ihrem Lager aufgestanden, um doch auch„unserem Führer" Gottes Segen zu wünschen. Vor Aufregung brachte sie kaum die Worte heraus. Und dann kam ein 86jähriger Mann, um„unseren Konrad Henlein" zu begrüßen. Versteht sich, daß Konrad leutselig war wir der Kaiser Joseph. Rasch besucht er noch— das Auto bleibt für den hehren Tag auch ein wenig beurlaubt— den Steinbruch, wo die Arbeiter spontan die Arbeit niedcrlegen, um dem„Führer" folgen zu können. So bildet sich ans allen Ständen zusammengesetzt, die Walter Brand auftreiben konnte, ein F e st z u g, der b e i s ch ö n st e m Kaiserwetter durch die sudetendeutschen Gaue wallt: . Das Heilrufen wollte gar nicht aufhören, als Konrad Henlein seinen Weg fortsetzre. Immer . mehr Kinder sind herbeigekommen, die Steinarbeiter gehen mit, Holzfäller mit ihren Sägen und Aexten schließen sich an, die kleinen Kinder, die schon vom Mitlaufen müde sind, reiten stolz auf den Schultern einiger Erwachsener mit. Der Kreisleiter May übernimmt das„Kommando" und mit dem Lied„Es lebt der Schütze froh und frei" hält der„Festzug" seinen Einmarsch in Kamaik. Ganz unvorbereitet, von niemandem inszeniert, ganz unbeabsichtigt ist dieser kurze Besuch Konrad Henleins zu einem rechten B o l k s f e st in des Wortes schönster Bedeutung geworden. Ein herrlich blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, das Wunder der Blüten im Elbtale läßt Konrad Henlein für einige Stunden die Sorgen des Alltags vergessen. Als ihn das Auto wieder entführt, um ihn für den Abend zu einer Kundgebung in Wernstadt zu brin gen, wo ihn dann über 8000 Menschen begeistert empfangen, grüßten in den Ortschaften freudig« Menschen. Denn mit unbegreiflicher Schnelligkeit hatte sich die Nachricht verbreitet, daß Konrad Henlein in Kamaik war. Eindringlicher als größere Veranstaltungen zeigen solche Streiflichter, wie sehr Konrad Henlein von der Liebe der Sudetendeutschtums getragen, wird. Der Donnersberg, der es mitansehen mußte, soll sich über das Pimperltheater ganz schief ge- lackit haben. Der Schüler W. B. aber bekommt in GoebhclS Klassenbuch einen Vermerk wegen eindeutig erhärteter und unheilbarer journalistischer Talentlosigkeit. Denn so läppisch und für den seligen„alten Biach" berechnet, hat seit Ilrväter- tage« kein Schmock sein Pensum erledigt! Ein journalistischer Lumpenstreich. Wir haben berichtet, daß dieser Tage in Brünn ein Prozeß stattgefunde» hat, in dem die widerrechtlich mit der Leitung des syzialheyiokratischen Wiener Verlages betrauten Organe den Genossen Heinz auf Herausgabe der Gelder klagten, die er im Auftrage, der rechtmäßigen^ Geseüfchaf^ssr.,(zu, denen er selbst zählte) in Her Tschechoslowakei ficher- gestellt hat. Das Wiener„Kleine Blatt", das bekanntlich von den Diktatoren weiter herausgegeben wird, berichtet über diesen Prozeß und behauptet, daß Heinz 472.000 XL„selbst einkaffiert" habe und daß er von der„ehemaligen Parteileitung der österreichischen Sozialdemokratie in Brünn" auf Herausgabe der einkaffierten Gelder geklagt worden sei. In Wahrheit hat Heinz im Auftrage der Parteivorstandsmitglieder, die Gesellschafter waren, gehandelt. Heinz wurde von den autoritären Usurpatoren auf Herausgabe des Geldes geklagt. Durch solche infame Notizen soll aber bei der österreichischen Bevölkerung, die natürlich nur die gleichgeschaltete Presie lesen kann, der Eindruck erweckt werden, daß ein ehemaliges sozialdemokratisches Parteivorstandsmitglied sich persönlich bereichert habe, während Heinz nichts anderes getan hat, als die proletarische Pflicht zu erfüllen und Arbeitereigentum vor dem faschistischen Räubergriff zu retten, ohne einen persön- ! lichen Vorteil davon zu haben. Was wird Adolf sagen? Der„Nachrichtendienst deutscher Zeitungsverleger", der dem Minister Goebbels unterstellt ist, verbreitet folgende Notiz: „Für die Aufnahme in die Ordensburgen der NSDAP wird von einem gcwiffen Alter abdieTatsachedesNichtverheira- tetfeins nachteilig vermerkt. In den Richtlinien für die Auswahl der Anwärter der Ordensburgen findet sich nämlich folgender Grundgedanke: wenn ein Anwärter 26 Jahre oder aller ist und noch nicht geheiratet hat, so ist das als bedenkliches Zeichen für seine Entschlußkraft, seinen persönlichen Mut und seine Lebensauffassung anzusehen." Darauf seht es Konzentrationslager, oder Sterilisation, oder— Adolf heiratet. „Menschen auf der Flucht." Unter diesem Titel ist ein gedruckter Bericht über die dreijährige Tätigkeit der Demokratischen Flüchtlingsfürsorge erschienen, der sich nicht nur auf die großen für- sorgerischen Leistungen beschränkt» sondern auch der Zusammenarbeit der verschiedenen Fürsorgekomitees und den Ursachen der deutschen Emigration einen breiten Raum widmet. Der Bericht nimmt auch zu dem Hohen Kommiffariat für deutsche Flüchtlinge Stellung und fordert eine internationale Lösung der Flüchtlingsfrage. Er ist eine eindrucksvolle Streitfchrist der Humanität. Der Bericht ist durch die Demokratische Flüchtlingsfürsorge, Prag I, Pkikopy 17, zu beziehen. Adolf chinesisch. Das Chinesische Nationale Uebersetzungsinstitut hat eine vollständige chinesische Uebersctzung von Hitlers..Mein Kampf" herausgegeben. Goebbels' Argumente. Wie verlautet, soll die deutsche Regierung in Oslo erklärt haben, daß sie einen großen Auftrag auf Lieferung von Wal- Fett zurückziehen wolle, falls Carl von Osiietzkh der Nobelpreis zuerteilt werde. Wertvolle HavliLek-Akten wiedergefunden. Im Jahre 1927 verschwanden aus dem Archiv des Kuttenberger Gerichts die Akten über den historischen Schwurgerichtsprozeß gegen Karl HavliLek-Borovsth aus dem Jahre- 1851. Zeitungsartikel,.die da und dort in der Provinzpresse erschienen und offenbar unter Benützung des Aktenmaterials verfaßt waren, führten in den letzten Monaten auf die Spur der Männer, welche die wertvolle«Dokumente entwendet hatten.Die Nachforschungen wurden jetzt mit Erfolg abgeschlossen und die Sammlung zur Gänze wieder zustande gebracht. Die greisen Schwiegereltern erschlagen. In Lichendorf bei Mureck überfiel der 50jährige pensionierte Angestellte Alois Schober die Ellern seiner Frau Franz und Marie Hödl im Alter von 83 und 89 Jahren und erschlug sie mit einer Hacke, worauf er sich erhängte. Die Ursache wird in einem Prozeß gesehen, den er eben gegen die Hödls verlor en hatte. Offiziere als RowdirS. Nach einer Meldung der Agentur Domei mißhandelten drei aktiv« japanische Offiziere den Oberbürgermeister der koreanischen Stadt Heijo, der gegen ihren Willen' ein Kirschblütenfest veranstalten wollte. MS Polizeibeamte dem Oberbürgermeister zu Hilfe kommen wollten, wurden sie von den Offizieren ebenfalls tätlich bedroht. Der Vorfall wird in militärischen Kreisen sehr ernst beurteilt. Dir Löwen des Negus. In den Trümmern deS köunglichen Palais wurden u» a. die Kadaver der vier Löwen d«S Negus gefunden, welche von den plündernden Räubern in ihren Käfigen getötet worden waren. Den Raubtieren waren alle vier Beine abgeschnitten worden, welche die Räuber mit fich nahmen, um die Krallen zu verkaufen, welche in Abeffinien ein gesuchtes Handelsobjekt bilden. Italienische Jagdflieger atgestörzt. Am 4. Mai stürzten im Verlaufe eines gemeinsamen Uebungs- flugcS zwei Jagdflugzeuge ab, die dem Flugplatz in Görz angehörten. Di« ein« Maschine wurde vom Unterleutnant Lombard!, die andere vom Unterleutnant Bignoli gesteuert. Unterleutnant Lombardi benützte rechtzeitig seinen Fallschirm und gelangt« unversehrt am Erdboden an, während Unterleutnant Vignoli den Tod fand. Sw der ArbcHcr-Turn- und Sportbewegung Atus V. Kreis— FuBball Spirlergcbniffe der ersten Klgsse(Meisterschaft): Aussig-Nord gegen Kleische 2:1, Ullgersdorf gegen Schöupriesen 1:1, Nestersitz gegen Wannow 3:3, Predlitz gegen Äussig-Lst 1:1, Türmitz gegen Kroch- witz 2:1. Tabellenftand der Meisterschaft Gruppe II Spiele Tor« Punkt Kleische., 10 37:15 16 Nestersitz.. • • 10 33:16 15 Aussig-Nord U ■ .10 38:31 11 Ullgersdorf. • • 10 20:24 8 Schönpriesen • 10 21:27 7 Wannow. • a 10 9:43 1 Gruppe III Predlitz., . 8 16:18 10 Krachwitz, a U 7 24:11 9 Schönfeld, S 7 18:12 S Türmitz., • B 8 18:88 S Aussig-Ost« • V 8 6:23 1 Das Ansuchen des Vereines Komotau I wurde, erledigt und teilweise ftattgegeben. Protest Sobrifian wurde stattgegeben. Protest Dux wurde der Bundesleitung zur Entscheidung abgetreten. Protest Pihan- ken wurde teilweise stattgegeben und findet das Spiel Kleinaugezd—Pihanken am 24. Mai statt, da Grau, pen inzwischen einen Protest einbrachte. Beschwerde des Vereines Schönfeld wurde abgewiesen, dagegen muß der eingebrachte Protest durch weitere Nmn- baftmachung von Zeugen von feiten Schönfeld ehestens ergänzt werden. Dem Ansuchen der Vereines Sobrusan wurde stattgegeben und die Beschßerd« d«S Vereines Zuckmantel abgelehnt. Das Meisterschaftsspiel Pihanken—Graupen muß wiederholt werden, und wird das Spiel auf einen neutralen Platz unter Kreisaufficht zur Austtagung gelangen. Di« Vorbereitung trifft der II. Bezirk. Die vom II. Beziick verhängte Strafe von 50 Kö über den Verein Pihanken wird vom Kreis auf 10 KC herabgesetzt. Die Strafe, respektive Sperre des Spieler Schwarz, hat sofort in Kraft zu tteten und wird die Ueberwachung dem Bezirk überttagen. Die aus technischen Gründen zu- rückgestellten Proteste und Beschwerden werden in der am Sonntag, den 17. Mai, stattfindenden Kreissitzung ihrer Erledigung zugeführt. Die KreiSspielleitung. Dampfer gerammt. In der Nacht auf Freitag stieß der italienische 5400-Tonnen-Dampfcr„Anto- nietta Lauro" mit dem deutschen 32.565-Tonnen- Großdampfer„Koluuchus" zusammen, welcher der Gesellschaft deS Norddeutschen Lloyd in Bremen gehört. Der Zusammenstoß ereignet« fich bei dichtem Nebel im Aermel-Kanal, südlich von GoodwinS. Tas schwer beschädigte italienisch« Schiff dampfte mit zerbrochenem Bug nach Dover ab von wo es nach Rotterdam gebracht werden wird. Ursprünglich befand eS sich auf dem Wege nach Neapel. DaS deutsche Schiff .Kolumbus" fährt von New Jork nach Bremen. Der Einfluß der Druckstörungen über dem Mit- trlmrer läßt nach und ihre Regenzone, die Freitag früh bis in die Alpenländer reichte, löst fich nunmehr auf. In unseren Gegenden hat der Südostwind wieder eine mäßige Erwärmung gebracht, so daß di« Temperaturmaxima am Freitag wirder meist 20 Grad erreichten oder überschritten. Ueber Nordeuropa verharrt noch immer ein mächttger Druckhoch.— Wahrscheinliches Wetter von heute; Andauern des herrschenden Wettercharakters.— W etteraüss ich tenfür Sonntag: Noch keine durchgreifende Aenderung.- Ziehung der Klassenlotterie Unverbindlich. Prag. Bei der Freitag-Ziehung der V. Klaffe der 24. tschechoslovakischen Klaffenlotterie wurden nachfolgende Gewinne gezogen: 20.800»5 Sie Lose Nr. 9180, 42.146, 83.864; 10.000»ö die Lose 3.964, 38.255, 76.382, 92.341, 5000 K£ die Lose Nr. 1.897, 3.969, 4.900, 23.191, 25.826, 26.445, 43.347, 46.113, 49.925, 54.207, 58.472, 63.985, 73.943, 74.703, 83.650; 2000 K£ die Lose Nr. 3.434, 7.042, 8.888, 10.177, 10.468, 15.472, 17.182, 24.121, 26.422, 29.421, 30.056, 32.373, 33.718, 33.857, 34.002, 34.579, 42.013, 44.294, 44.837, 46335, 47.249, 48.258, 49.138, 50.259, 50.423, 52.491, 55.698, 62.826, 65.282, 67.498, 70.232, 74.252, 83.443, 84.016, 88.261, 91.998, 92.202, 92308, 95.423, 95.490, 96.919, 97.128, 98.483, 98.526, 98.694, 99.842, 100.502,101.371, 104.590, 105.294. 105.953. Vom Rundfunk aus Wen Prsariwsui Sonntag: Prag, Sender L: 7: Konzert aus Karlsbad,: 9.40: Orchesterkonzert, 11.05: Uebertragung aus dem Rationaltheater: Festkonzert Smetana; 14.30: Deutsche Sendung: Erstes Radioturnen des Deutschen Arbeitertür n-undSportverbandesfür das 41. Bundesturnfestvom4.— 6. I u l i inKomotau, 15: Rumänische Lieder, 17.35: Deutsche Sendung: Zu unserem Programm, 17.50: Ausflug ins Elbctal, 21: Konzert der tschech. Philharmonie. Sender S: 14.30: DeutscheSen« düng: Arbeitersendung: Mal- leS: Skandinavien, Holland und die Schweiz im Kriegsfälle, 14.45: Max-Reger-Feier.— Brünn: 14.30: Volkslieder. 17.50: DeutscheSendung:Dr. Fest«: StellungundAufgabender tschsl. Deutschen,— Rundfunkspiel für die Jugend.— Preßtnrg: 19.05: Slowakische Lieder.— Kascha»: 22.35: Rundfupkorchesterkonzert.— Mähr»Oftra»: 17.50: Deutsch« Sendung: Maria Stona liest aus ihren Werken, 19.20: Populärer Konzert. Tritt 5 MM t 5ra-er Keitums j putzt alles ßedcsttssaat in der Schlesischen Gaffe in Prag XU vom Auto P 15.258 des Franz Zeman überfahren, wobei ihm das Ohrläppchen abgerissen und die Rase gebrochen wurde und. er auch sonst Verletzungen im Gesicht erlitt. Er wurde auf die Klinik Jirasel gebracht. Elegante Schuhe ous Semischleder mit Verschnürung. Herrliche Luxusscrume aus braunem oder blauem Chevreaux. Zur Promenade wählen$ie diesen Halbschuh aus braunem Semisch- leder..... V. Halbschuhe aus' schwarzem Sei misehleder mif TextUverzierung. „Sozialdemokrat" . Zu jedem Schuh ein Paar feiner Strümpfe h■■ NORA:> d a u erh a ft e Strümpfe aus Kunstseide •Kc 7.— GRETA- praktische, lufti- pe Kniestrümpfe Kc 7.“ IDEAL->.feine Strümpfe In allen Modefarben KE Pi— gleich, sie bezahle einem solchen schwachen und ausgehungerten Geschöpf, das zu keinen schweren Arbeiten tauge, keinen Heller mehr. Und da Martba K. längere Zeit arbeitslos war, griff sie zu. Sie bekam, zwar eine miserable Kost pnd-mußte trotz ihrer Schwächlichkeit schwer arbeiten, aber, sie tröstete sich damit, daß ein schlechter Posten immer noch besser sei als gar keiner. Am nächsten MonatSersten bekam sie statt des vereinbarten Lohne- nur 50 KC und wurde mit dem Rest auf später vertröstet. Sie arbeitete weiter bi- zum 27. März d.&, an welchem Tage sie fristlos entlassen wurde. Gestern ständ sie Das ist wirklich«ine Überraschung für uns Hausfrauen, daß wir jetzt viel mehr VIM für viel weniger Geld als bisher bekommen! Die große Dose kostet nur noch KE 2— und hat um 20% mehr Inhalti Jetzt können wir wirklich alles im Haus mit VIM putzen! VIM kratzt nicht, schont daher die Gegenstände und putzt doch alles gründlich und sauber. Erfreuen Sie Ihre liebe Mutter zum Muttertage mit einem schönen und praktischen Geschenk. Unsere Schuhe aus der neuen Maikolektion sind so schön wie Maiblüten. Sie werden auch Ihrer lieben Mutter gut gefallen. 9h*. 109 Samstag, 9. Mai 193- Bon der Schaukel in den Kopf getroffen. Vorgestern abends gegen 11 Uhr bediente der LVjährige arbeitslose Metalldrechsler Josef Vana aus Wrschowitz ein Ringelspiel auf dem Arbesptatz in Smichow, wobei er sich so ungeschickt benahm, daß ihn eine Schaukel in den Kopf traf. Mit einer schweren Gehirncrschütteruirg und Rißwunden im Gesicht wurde er auf die Klinik Schlaffer gebracht, jedoch auf eigenen Wunsch in häusliche Pflege übergeben. Tod im Abteil. Gestern früh stieg der 54jährig« Professor Tr. Robert Gollingcr aus Brüx auf dem Masarykbahnhof in seinen Zug, hatte jedoch kaum sein Abteil betreten, als er von einem plötzlichen Unwohlsein befallen wurde und in wenigen Minuten verschied. Ein Kind wird gesucht. Anna Wolf, geb. Kozl, zuletzt in Prag wohnhaft, hatte am 18. April 1828 in der Prager Gebäranstalt ein Kind geboren, das auf den Namen Miloslav getauft wurde und jetzt spurlos verschwunden ist. Das Kind ist unehelich und sein Vater bisher unbekannt. Tie Wolf be- bauptet, sie habe das Kind sofort beim Verlassen der Gebäranstalt zwei unbekannten Frauen— einer kleinen, schwächeren und einer großen stärkeren—. als eigenes übergeben und angegeben, daß sie selbst aus Preßburg sei; doch scheint diese Erzählung nicht auf Wahrheit zu beruhen und die Wolf wurde wegen, des Verdachts einer strafbaren Handlung in Haft genommen. Tie Polizeidirektion fordert aber jedenfalls die betreffenden beiden Frauen, falls die Geschichte doch wahr sein sollte, auf, sich zu melden und sichert ihnen absolute Diskretion zu. Ei« Arbeiter überfahren. Gestern mittags wurde der Maurer Josef Kocian aus Prag-Lieben Ueb&n Jluttei zum K-/ Die undankbare Hausgehilfin und die beleidigte Frau Chef (Arbeitsgericht.) Prag. Die als Hausgehilfin in einem Vor- stadtgafthaus aufgenommenen 28jährige Martha K. sollte nebst freier Station 180 XL Monatslohn bekommen, waS freilich eine jämmerliche Entlohnung ist. aber die Besitzerin dieses Gasthauses erklärte ihr Arbeitsgericht und beanspruchte einerseits den. rückständigen Lobn, andererseits die Bezahlung der gesetzlichen Kündigungsfrist.,. Die Frau Chefin, die sich bei der ersten Verhandlung mit Krankheit entschuldigt und die Vertagung verschuldet hatte, stellte sich zu der gestrigen Verhandlung«in und war furchtbar empört. Sie habe das undankbare Geschöpf mit Fug und. Recht entlassen, weil sie das Wirtshaus.ihrer edlen Dienstgeberin«in Bordell genannt hatte. Infolge dieser„groben Beschimpfung" sei die. fristlose Entlassung gerechtfertigt und was den rückständigen Lohn betreffe, so habe die Klägerin durch ihre Ungeschicklichkeit so viel Schaden an zerbrochenem Geschirr angerichtet, daß der Rückstand als„gerechter" Abzug vvm Lohn anzusehen sei. Die Klägerin gab zu, den Ausdruck„Bordell" gebraucht zu haben, gab aber gleichzeitig eine dra- Familien darstellen, inwieweit sie alle Fäden in der Hand haben und die Geschicke des Landes hinter den Kulissen dirigieren. Die Schleier wurden jrtzt gelüftet. Wer sind diese 200 Familien? Tie Wirt- schaftsstruktur Frankreichs hat von jeher stark ausgeprägte individualistische Züge, dem Staate selbst gehört nichts, nicht einnial die Banque de France, das offizielle Geldinstitut der Dritten Republik, das unter Napoleon I. gegründet wurde. Die Statuten der Banque de France sagen ausdrücklich, daß das Institut zwar den: öffentlichen Interesse dienen solle, daß es aber in seinen Geschäften uird Entschlüffen frei sei. Nun, die Mitglieder des Direktoriums der Banque de France sind eben jene 200 Familien, gegen die der Pro- pagandafeldzug geführt wird. Die Mitglieder der 200 Familien ihrerseits sind die B e- sitzer aller großen Trusts und Konzerne Frankreichs. Also ist, so behauptet die Propaganda, die Banque de France nichts weiter als das private Geldinstitut der 200 Millionäre und Milliardäre, die mit Hilfe dieses mächtigen Apparates Frankreich beherrschen, ohne sich um die Interessen der Allgemeinheit und des Staates zu künunern, nur besorgt um ihren eigenen Vorteil. Tie 200 Familien, das sind die Herren der Schwerindustrie und des C o in i t e des Folge s, die Gebrüder deWendel, Schnei- dcr-Creusot, Dollfus, Dupont; das sind dieBrsitzer dcrPctroleumgruben, der Oel- raffincrien, der Automobilindustrie, di« Familien Bonnet, Renault, Schlumberger, Rothschild, Delaunay, Peugeot, Dreux; das sind die Besitzer der französischen Eisenbahnen, der Pariser Metro, des Telephons, der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke— denn alle diese-Gesellschaften befinden sich nicht wie in den meisten anderen europäischen Ländern in staatlichen oder städtischen Händen, sondern gehören eben Privatleuten. Und cs sind immer Wieden dieselben Namen, Die 200 Familien besitzen mehrere tausend Aufsichtsrats- und Direktoren- Posten in den verschiedenen Gesellschaften, sie sind miteinander verschwägert, sie haben ihre eigenen Klubs und geselligen Vereine, sie haben ihre Zeitungen und Zeitschriften. Und sie haben ihre gemeinsamen Verbindungen zur Politik. Dieser Punkt ist es, den die Propaganda am stärksten hervorhebt. Die gesamt« Politik des Landes, so heißt es, ist abhängig von den egoistischen Wünschen und Forderungen der 200 Familien, die z. B. in der Lage sind, jedem Kabinett, das ihnen nicht genehm ist, mit Hilfe der Bank von Frankreich derartige Schwierigkeiten zu machen, daß daS Kabinett entweder demissionieren oder sich unterwerfen muß. Leere Behauptungen? Keineswegs. Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen in den letzten Jahren, wo das Direktorium der Banque de France die Finanzpläne der Regierung nicht nur zu durchkreuzen versuchte, sondern auch durchkreuzte. Flandin, der 1934 Finanzminister war, kann darüber ein Lied singen: damals gab es plötzlich Börsenbaissen und riesige Goldabflüsse der Banque de France kurz nachdem Flandin erklärt hatte, er könne den DeflationS- und Deval- vationS-PIänen der Banque de France nicht zustimmen. Es wird weiter erklärt, daß die 200 Familien, wenn auch nicht immer direkt, so doch zwei« fcllos indirekt, an all' den^hllosen Finanzskandalen beteiligt waren, die seit Beendigung des I Krieges über Frankreich hinwegbrausten. Von der Affäre Klotz angefangen über Oustric, Hanau. Ejtroen bis zur Stawisky-Affäre. Tatsächlich ist erwiesen, daß gerade die von den 200 Familien kontrollierten Großbanken den Schwindlern und Spekulanten große Kredite eingeräumt hatten. 'Schließlich wird den 200 Familien vorge- tvorfen, daß sie versucht hätten, eine Diktatur nach faschistischem Muster in Frankreich vorzubereiten und daß sie eS gewesen seien, die den Verbänden des Obersten de la Roque, derActionFran« S a i s e, den F r a n c i st e n und anderen Grup- pensebr reichiicheSnbventionen gcgebcnhätten und stische Schilderung von den Verhältnissen in diesem! skeptisch- über die Auswirkungen einer formalen-Äe- gebcrin sie einmal nachts aus dem Bett holte und ihr Dienste im»Separatzimmer" zu mutete, von denen in ihrem ArbeitSvertrag nichts stand. TamalS nannte sie den Betrieb ihrer Ehefin mit dem rich- , tigert Namen und flog sofort auf die Straße.- Es schemt/daß die tüchtig« Wirtin shp ausgeklügelt bat. daßein in del Großstadt wenig erfahreiiits Mädel vöm Land ausisolche Weise leicht um ihren Ällstf zu prellen sei. In dieser Erwartung, täjsscht^ sich.sich zum Glück. Denn Martha K. fand Leute, die sickbe- ritten und klag re ihre gerechte' Forderung beim Arbeitsgericht ein.-.‘ Utbdrflüspg zu bemerken, daß hie DteNstgcberin -eine"große EntrüftvngSszene. aqffuhrte und! die Behauptungen der Klägerin als häßliche Erfindungen bezeichnete. Als sie aber hörte, daß Zeugen.auf dem Korridor bloß auf' ihren Aufrufe warteten,, uni die Aussagen der'Hausgehilfin-zu- bestätigen, ließ'sie sich schnell hexbri,' den eingeklägten Betrag ,amt- -Kosten"zu bezahlen.. Hoffentlich wirkt dies«'Lektion nach. sitbi in der Dritten Republik einen großen Einfluß auf zweifello das öffentliche Leben— einen viel zu großen, I wirkt. sagen die Gegner und fügen hinzu, alles sei nimmt, Käuflich in Frankreich. Nun, angenommen, daß Wirlschafts-Pcben diktatorisch beherrschen, so hat diese Behauptung stimmt, so ist jedenfalls in die-, das Material darüber, daß sie beabsichtigen, auch scm Frühjahr die Tatsache zu verzeichnen, daß die\ politisch die Macht direkt an sich zu reißen, die Propaganda gegen die Geldleute in Frankreich sich als viel stärker und durchschlagender erwiesen hat ass die Macht des Geldes. Diesem Propaganda feldzug, der überaus großzügig und außerordent lich geschickt aufgezogen wurde, hat die Linke nicht zuletzt ihren Wahlsieg zu verdanken. Tie Aufklä- rungsarbeir umfaßte Millionen von Franzosen, die bisher von vielen Dingen, die im politischen und-wirtschaftlichen Leben ihres Landes eine große, ja überragende Rolle spielten, kaum einen Begriff hatten. Die gesamte Propaganda wurde unter einem Schlagwort gestartet, das unheimlich schnell popu lär wurde. Das Schlagwort lautet:„200 Faini» Tun beherrschen Frankreich". Das ist eine Ziffer, mit der sich etwas anfangen läßt, hier gibt es keine Anonymität mehr. Die Namen der 200 Familien sind bekannt, es sind die berühmtesten Bankiers, Industriellen, Wirtschaftsführer und Konzernbcsitzcr des Landes. Aber weniger bekannt j peniebr reimiimesnvventionen gegeocnqanen uno j tu. aber die Besitzerin dieses Gasthauses erklärte rvr niiche Schilderung von den Beroairmnen m meiem urepnsch über die nuswirrungen eutcr forinaien-we- Uoch gäben. Dieses letzte Argument, das ebenfalls als Klägerin in fortgesetzrer Verhandlung vor dem> Lokal und erbot sich zu dem Beweis, daß die Ticnsi- Igelung im Weg vonÄorschriftcn.; Im Gegensatz zu „Die 200 Familien** Oie Macht des Geldes in Frankreich MTP(Paris). Die Macht des Geldes hat mit Zahlen und Argumenten belegt wurde, hat s propagandistisch mit am stärksten ge- Tcnn wenn man es den 200 schon übel daß sie das französische Finanz- und ttm die Reform deS Rechtsstüdiunis. Donnerstag fand im Vortragsmal des Fürsorgcministtriums ein Diskuffionsabeno über die Reform des RechtSstu- diums statt, wobei die.Professoren.'der.Karlj-Uni- versität Dr. Cha l u p n y und Tr. S v ö b a d a und als dritter Hauptredner Dt..S t« r n,_reterier- ten. Prof. Cb a l. u ch n n wies einleitend darauf hin, daß die Mängel des Rechtsstntstums, dessen,Rc- formbedurftigkeit schon vor,44 Jahren voll feinem Geringeren qls.T. G, M a sa.r y k eindringlich ckus- gezeigt wurden,, auch durch den vöm Schülministe- rium ausgcarbeiteten Reformentwurf, nicht, beseitigt werden. Der..Entwurf begnüg« sich. Vielfach mit äußerlichen Arnderungen, ohne einen gründlichen Ilmbau der unzulänglichen Lehr- und StudienmeAo- derr-zu bringen.-(Dissertationsarbeit' an Stelle zweier Rigorosen, praktische Hebungen, rechtSphilvso» phischks Pflichtkolleg fsir; Dokrorqrsqnwärter usw). Prof. Chalupnh betonte den Riesenumfang unseres Rechtrstudiums, in welchem drei selbständig? große Wissensgebiete.'(Rechts-,.Staats- And Wirtschaftswissenschaft) bewältigt werden sollen. An Stelle der heutigen Einführung in dieRcchtswissenschafs ans dem Wege der rechtshistorischen Fächer fordert Professor Thalupnh für den ersten Studienabschnitt s.o z i o- logische E i n f ü.h r u n g s o I l.egi en, die den jungen Studemen mit den Grundproblemen der Gesellschaftswissenschaft vertraut'machen sollen, damit er befähigt sei,- die soziologischen Funktionen des Rechtes zu erkenn«». Der jstdizielle Studienabschnitt müsse u. a. durch praktische Ucbungeu bei Gerichten. Behörden usw. ergänzt werden.. Tie rechtshi st o r.i s ch e n- F ä ch e r.(römitties, mitteleuropäisches,. Kirchenrecht üsw.) sollen'.den Gtudiengangqbschließ-j-- Prof. Svoboda betonte demgegenüber die ssinex, Ansicht nach ausschlaggebende-Bddeutling der Persönlichkeit des akademischen Lehrers ütid äußerte sich Erbitterung aufs höchste gesteigert. Tatsächlich teilen rund 200 Menschen in Frankreich die ökonomische Macht untereinander auf, tatsächlich dirigieren sie die Banque de i France und andere Großbanken. Was wird nun ! werden-?., Die Propaganda der Linken, von den I Radikalsozialisten bis zu den Kommunisten, hat die Leidenschaften des kleinen Mannes tief aufgewühlt. Es ist ihm versprochen worden, daß der französische Staat sich künftig die Nebenregierung der 200 Familien nicht gefallen lassen werde. Groß sind deshalb die Erwartungen, mit denen der kleine Mann den Taten der künftigen Linksregierung entgcgensieht. Es muß gehalten werden, was ihm versprochen wurde. Der Schleier wurde gelüftet, er darf jetzt n'cht wieder fallen gelassen werden. Ob es möglich n wird, das alles durch- zuführen, was man E,'p.rch? Die französische Linke jedenfalls steht und fällt mit ihrem Pro- gramm des Kampfes gegen die 200 Familien war bisher, welche wirklich« Macht diese 200 Frankreichs. Jena Dclmont. „Sozialdemokrat" SamStag, S Mai 1836 Nr. 109 Seite 6 k Urlaub daheim PROSPEKTE 3422 TRENClANSKE TEPLICE •) (• n (• •) (t t) fällige und irgendwie sonst geschwächte oder in ihrer Gesundheit gefährdete Kinder; da das Heim über«in pädagogisch geschultes und erfahrenes Er- ziehcrinnenpersonal und ständige ärztliche Aufsicht verfügt, so kann es auch heilpädagogische Aufgaben bei appetitlosen, nervösen und neurotischen Kindern, bei schwer lenksamen(moralisch einwandfreien), einzigen oder sonst fchlerzogenen Kindern erfüllen. Die individuelle Behandlung eines jeden Kindes ist durch die besondere Pflege und ständige Aufsicht garantiert. Als Heilkuren kommen in Betracht: Höhensonncnkuren(das Heim verfügt über zwei Höhensonnen und eine Solluxlampe), medikamentöse. Nebelbildungen—; der Talkessel, in dem das Heim steht,, ist nach Südwcsten offen, so datz er und die Räume des Hauses den ganzen Tag von der Sonne durchflutet sind. Erholung, Kräftigung und Gesundung können finden: unterentwickelte, blasse, rekonvaleszente, an- Kurzeit 15. IV— 15. X. PAUSCHALKUREN diätetische Kuren, wie Mastkuren, solche für konstitutionell abwegige— exsudative, nervöse, fettsüchtige— Kinder, hydrotherapeutische Kuren, Bctt- uässerkuren. Tie Aufenthaltszeiten sind begrenzt, und zwar sind in den kühlen Monaten sechswöchige Kuren, im Sommer vierwöchige Kuren festgesetzt; doch sind Wiederholungskuren möglich. Die Vcrpflegskosten betragen 15 Kö pro Tag und Kind; in dem Preis ist alles mit inbegriffen(wie die ärztliche Behandlung, besondere Heilkuren, Wäscherei— ärztliches Zeugnis belegt sein—). Kranke Kinder werden nicht ausgenommen und sind an die Verwaltung des Kindererholungsheimes in Dittersbach bei Tetschen die Gesuche zu richten. . Rur wenige kennen nicht die Böhmische Schweiz; zumindest ist fast jedem die einzigartige Landschaft aus Bildern bekannt. Die vielgestalteten Felsen, die tiefen Schluchten(Klamme), die übrige Mannig- faltigkeit dieser wälderreicheri Natur eröffnet bei jedem Ausfluge unerschöpfliche reizvolle Schönheiten. lind am Ausgangspunkte zu ihnen liegt der schon altbekannte Luftkurort Dittersbach und nahe von ihm das grotzc Kinder- « r h o l u n g s h e i m, malerisch in einem Talkessel gele«n, beiderseits von, Wäldern und Wiesen flankiert, rückwärts als. herrlicher Hintergrund, von drei hohcn-Fflfenzivnen.gegen Norden geschützt. Schon:d>äs Aeuhere perrät, dast wir es hier nicht mit einem Ferienheim schlechtweg zu tun haben, sondern der maffive, anmutige.. Bau ist auch vermöge der"inneren Einrichtungen(Zentralheizung, Warmwäsier, graste Wohn- und Aufenthaltsräume) für ganzjährigen Betrieb geeignet. .Die Indikationen sind mannigfaltig, da das Klima sehr günstig ist—- trockener Sandsteinboden, reicher'Waldbestand,' windgeschützte Lage, geringe erfüllt Ihre Sehnsucht nach Heilung» Erholung und Zerstreuung OURCH DIE KURV 1 R W 11TU N«E bei Mrdentbal bietet auch Ihnen allerhand Borteile für Ihre Gesundheit. Tagespreise Kt 25—, 30*—. Kalte und warme Wider sowie Packungen usw. Biele Anerkennungen und Dankschreiben Weltkurort Franzensbad hellt FRAUEN-, HERZ-, RHEUMA und Kunst und Wte&en, Menschen auf der Eisscholle Tast der tschechische Dramatiker V i l em W e r- n e r.ein wahrhafter'Dichter voll tiefsten sozialen Empfindens und dazu noch mit einem austergewöhnlich sicheren Bück für die'Bühne ausgestartet ist, haben auch wir. schon nach.seinem„Glorius" fcstge- srellt. Und gleichfalls auch an dieser Stelle wurde vor kurzem, gelegentlich der Uraufführung seiner^„Menschen auf der. Eisscholle",, berichtet, dast Werner auch mit diesem seinem jüngsten Stück die früher gerühm- Suchen Sie Gesundheit? Quälen Sie Rheumatismus, Gicht, I Ischias oder Frauenleiden? Wollen Sie in Ruhe schön und billig Ihren Urlaub verbringen? Besuchen Sie Bad Bohdanecli Wir sind billig bei erstklassiger Einrichtung, Bedienungund Pflege. Ihre Gesundheit und Erholung wartet auf Sie in BOHDANEC >428 Saison vom 2. Mai bis 3D. September Prof. Chalupnh setzte er sich sehr warm für die rechtshistorischen Fächer em, in denen er die beste Einführung sieht, denn„unsere ganze Ideenwelt tust« auf Antike und Christentum", daher: unbedingte Äufrechterhastung der römisch- und kirchenrechtlichen Kpllegs in bisheriger Form. Gegen das „S t U d i u m i n a b s e n t i a" sprach sich Prof. Svoboda, wie übrigens alle anderen Redner sehr, heftig aus. Rebst hinreichenden Seminarübungen empfahl. er V e r l ä n g e run g d e s Recht s st u- d°5 u m Sauf f ü n f J a h r e und Zerlegung der! Rigorosen in Teilprüsungen, da die Absorbierung> eines Prüflingsstoffes von 4OOO bis 5000 Seiten durch das Gehirn des Kandidaten eine ungeheuerliche Zumutung sei.—.Dr, Stern zitierte scharfe Kritiken jüngerer akademischer Lehrer an den heutigen Lebrmetbodcn und sprach sich für deren dürchgrei- fcnde Modernisierung aus. Das überlebte römische und kanonische Recht könne nicht den einleitenden Srudienabschnitt äusfüllcn,. in- welchen menschen- unh. külrurgcschichtliche Vorlesungen-Platz finden s Mufften. Der ganze Studiengang müffe überhaupt darauf eingestellt sein, stets mit dem realen Leben in Kontakt-zu bleiben und das Verständnis des Sni- denren für die Probleme- der Zeit zu wecken.— Tie Referate wie auch die folgende Debatte zeigten, dast über dieses Problem vorläufig noch wenig Einklang| herrschst Auiborchen liest die teniperamenwolle Rede eines Studenten: der u. a. bemerkte, dast die wahren! Mängel tiefer liegen und' nicht durch einfache Vcr- mehrung dep-Vvrlesungen, obligate Seminare und andere äuffxrliche Mastnahmen gn- beseitigen seien.[ Wenn heute z, B.-gllgemein die Passivität, Intcr- efselosigkeit und. das ambefriedigende Niveau der Akademiker bekläqt werde, so trage die Hauptschuld daran die verkümmernd« Wirkung der heutigen Mit- telichulerziebung, die ohne Kontakt mit Leben und I Zcirproblemen meist nnr„Büffler" heranzüchie und nickt'Menschen mit offenen Sinnen: die bereit und fähig sind, sich mit ernsten Problemen gewissenhaft auseinanderzufctzen. Und das Milieu der Hochschulen sei ganz ähnlich beschaffen. Hier müsse der Hebel angeseht werden. rb. Erholungsheim nähr. Altstadt Nord-Mähren Sechste 550 Meter »nterhslt des Sdieolitzer SämeeterzeS DaS Erlwtunac-veim ist mit allen Anforderungen moderner Hygiene ausgestattet— Elektro-, Hvdro-, Licht- und InvaiationS-Tberavie— Diätkuren— Vervflegskosten 30 Kc tSaii». Bei kaffen Mitgliedern gewüort die ZeMral-LozialverficherunaSanftalt 33- dis bvvrozentige Beiträge. Anmeldung»« und Auskünfte erteilt Bczirkskrankcuverücherungsanstalt Mähr.-Schänderg. ten Qualitäten neuerdings in prachwöller Weise unter Beweis stellte. Heute, nach der hocherfreulichen Erstaufführung dieser dramatischen Arbeit durch das D e u t s:ch e T h e a t e r,-ist all das zu untcr- streithen. Bewundernswert, wie Werner uns mit dieser.Lomödie"(die eher ein Schauspiel ist. trotz der hie und da angeschlagenen heileren Rote),, mitten hinein stellt in unser Leben, das gekennzeichnet ist durch das Reisten so vieler innerer und äusterer Bindungen, durch Massenarbeitslosigkeit. durch die Seelenpein verzweifelnder junger Menschen, durch ihre Kampfstellung gegen das Alte und gegen die Alten, durch die immensen sittlichen Gefahren für die Heranwachsende Generation, die wahrlich„von guten EllÄn" sein müst. wenn sie. vom erschütterten-Festland einer totkrankcn Kultur auf einer Eisscholle av- getricbeii. den Glauben an die-Menschlichkeit, an'rdic Ncchtschasstnhsit, den Glauben an den Glauben, an den unersetzlichen Wert irgendwelcher Religiosität wiedergcwimten soll. Sicher und fein zugleich schildert Werner die ScibstauScinandersctzung dieser Äugend und ihre Auseinandersetzung mit jenen Alten, die trotz Liebe. Vernunft, Bildung und ehrlichem Bemü- hen nach Verständnis diese Welt doch nicht mehr verstehen können. Und mit prophetischem Auge, das nur scheinbar nach rückwärts blickt, scheint her Dichter zu erhoffen, dast eine Synthese aus dem Edclüberliefer- ten einerseits und dem guten Neuen einer werdenden Gesellschaft anderseits die Menschheit zu höherem Glück führen werde. Maii kann auch das„Romantizismus" nennen. Aber vielleicht wird man sich doch abgewöhnen muffen, solch Konservativ Revolutionäres", sei es nun in der Dichtung, sei cs in der kritischen Weltbetrachtung, als absolut falsch anzusehcn. Nebenbei ein kritischer Einwand: die Episode des Rinisterialsckretärs. scheint mir den»- doch vereinzelt Mögliches zu übertreiben, ja in schädlicher Weise zu verzeichnen; und weil dies« Szene auch dramaturgisch durchaus überflüssig ist. wäre sie zmn Nutzen des Stücks und seiner Wirkung meines Erachtens besser weggeblieben.) Dem Werner;chen Stück wurde in- der Klei- nen Bühne eine geradezu brillante Aufführung zuteil, die als eine Spitzenleistung unseres Schauspiel-Ensembles anzusehen ist. Arnold Marl« hat sich als Uebersetzer und als Regisseur zwiefach grostes Verdienst erworben. Inbcsondere die ersten zwei Akte sind geradezu unheimlich lebendig ausgefallen. eine höhere Harmonie obwaltet noch in den schreiendsten Handlungs-Disharmonien, das Tempo ist vorbildlich, die Rollenbesetzung die denkbar beste. Bor allem: Hut ab vor FritzValk; sein Profesior ist in Haltung und Gestaltung meisterlich, imponierend die Kunst, mit der er diesen knorrigen, uranständigen Mann des„vorigen Jahrhunderts" äusterlich immer tiefer sich beugen lästt, ohne dast das beispielhafte Innere des Menschen und Vaters davon berührt würde. Als simple, mütterliche- tragende Gattin stehr ihm. in Lotte Stein gleichfalls eine völl:g überzeugende Figur zur Seite. Innerhalb der jungen Generation ist Fritz K l i v p c l mit ausgezeichnetem Cbaratterisierungsvermögen und mit erschütternder Glaubhaftigkeit der arbeitslose Akademiker, der zwischen dem.Drang.arbeiten zu wallen. und dem Zwang, dazu moralische Konzessionen machen zu müssen, aufgerieben zu werden droht. Zwingend in der Zeichnung der jungen, grundanständigen. gcfühlsstarken und dabei modern denkenden Frau Marion Wünsche. Aber auch alle anderen. Emmy Carpentier. Willy Wickerhau- s c r, Leo Siedler, Hermann Brix. Karl T r a- bauer(für seine waschechte Type rechtens mit Sonderapplaus bedacht), Marlk, Charlotte Küter. Rosa Schlesinger— sie alle gutes und bestes Theater. Das Publikum ging vom Anfang bis zum Schlust tief beeindruckt mit und spendete allen, insbesondere dem hervorgcrufenen Autor, grasten Beifall. Ein ausgesprochener, starker Erfolg. Wird das Prager Publikum ihn auswerten, sich ein Reifezeugnis ausstellen? L. G. Drei Einakter von Kurt Götz.' am Mittwoch, den 13. Mai, abends 8 Uhr im grasten Saal der Urania, aufgenihrt durch die Prager Bühnenvereinigung.Jia Scene" zugunsten der Demokratischen Flüchtljngshilf«. Prag II, Pkikopy 17. und des Hilfskomitee? für Emigranten aus Deutschland (Saida-Kom.) Prag I, Palast Metro, 4. Stock. Karten von 6 bis 15 Kd. Vorverkauf in den Büros der Komitees und an der Abendkasse. Wochenfpielplan des Renen Deutschen Theater?. Samstag, 7: G l ü ck m u st m a n haben, Erstaufführung, B 1...— Sonntag 7 sh: Boc- !c a c c i o, A 2.— Montag Ü',4: D i e Z ä u b e r- j flö r e, Tbeatcrgemeinde der Jugend, gemeinsam mit Urania, Abonn. aufgehoben.— Dienstag, 7Vj: Glück must man haben, Al.— Mitt- swoch, 7 sh: Der Rosenkavalier, B 2.— i Donnerstag, 7%: Pariser Z n g. Erstauffüh- | rung, S 1.— Freitag, 7%: E i n Volks'- | f e i n b,© 1.— SamStag, 7> L: Katarina I s m a i l o w a. C 1.— Sonntag: Zum 30. Male |z%: Un entschuldigte Stunde, 71h: Glückmust man haben. Dl. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag, 8 Uhr: Menschen auf der Eisscholle, Erstaufführung.—> Sonntag, 3: Salzburg au s v e-ir k a u s t; 8: Unentschuldigte ! S t u n d e.— Montag. 8:Salzburg aus- iv e r k a u f te— Dienstag, 8: Menschen aus !d e r Eisscholle, Bankbeamte II und freier IPerkaus.;— Mittwoch, 8: Salzburg ausverkauft.— Donnerstag. 8: Menschen aufderEisscholle.— Freitag. 8: Salzburg ausverkauft, Theatergemeinde des Kulrurverbandes und freier Verkauf.— Samstag, 8:Salzburg ausver kau k t.— Sonntag, 8: Menschen auf der Eisscholle, RW-Ortsgruppe Prag Der für heute angrsetzte Kameradschafts-' abend kann wegen technischer Schwierigkeiten n i ch t abgrhalten werden. Der Tltm Charlie Chan in Shanghai. Bon Australien abgesehen, haben wir den Chinesendeletriv Charlie Chan nun schon in allen(im Hollywooder Atxlier Vereinten) Erdteilen an der Arbeit gesehen, und'da er in Amerika mit Gangstern, in Paris mit Geldfälschern und in Acgyp.en mit Mumien zu tun Hane, ist es nur konsequent, dast er jetzt in seiner chinesi-! I schon Heimat' den Kampf mit Opiumichmugglcrn aufnimmk. ES sind schlaue Leute, die mit Höllenmaschinen, falschen Fingerabdrücken, verräterischen: Te.lephonfräuleius und einem falschen Detektiv arbeiten, aber der behutsame und weise Charlie Chan i s erweist sich ihnen natürlich auf die ruhigste Art über-! legen, und auch die amoureusen Telephongespräche seines Sohnes können den Erfolg seiner Arbeit nicht verhindern, die schliestlich zur Aufdeckung des mörderischen Komplotts führt. Warner Ola nd spielt die Figur des Chinesendctektivs auf seine bewährte; unaufdringliche Art, aber da die Handlung des Films zwar verwickelt, aber nicht eigentlich spannend ist, wird das Ganze für die passionierten Detektivfilmbesucher zu wenig aufregend sein.—eiS-— Aua der Harter Bezirksorganisation Prag: Sitzung der Be- zirksvertretnng. Mittwoch, den 13. Mai, 8 Uhr abends,. Parteiheim. VereürsiracilnekteN' Kinderfrrunde Prag. Montag, den 11. Mai. Ausschustsitzung um 7 Uhr abends. Wichtiges Programm: Kindertag, Sommerlager. Nächste Arbeiten bei den Falken. 8 Uhr früh bei in Hodkovikky. Alle tri der Radiosendung mitwirkenden Genossen, Genossinnen und Kinder müssen morgen, Sonntag, um Punkt 10 Uhr im Turnsaal zur Probe gestellt sein.— Wan derer u n g morgen Sonntag, Erwachsene und Kinder. Treffpunkt: der Endstation der 21er-Elektrischcn Ziel: Libuser Tal. Führer: Pauer. Ortsgruppe Prag. Samstag um halb 3 Ubr Treffpunkt bei Cafe Weitend, Fahrt zur Hütte. Sonntag früh Wanderungen von der Hütte über Ieronn- muv dül, Kuchynka. Dobris. Führt Pick. Mitteilungen aus dem Publikum Frühjahrs-Farben. Zur Demi-Saison waren es schwarz-weiste Farbenkombination, in den Früh- lingskollektionen sieht man schwarz mit gelb und goldbraun. Rach diesen Farben müssen wir auch unsere Strümpfe wählen. Zu schwarzen Schuhen und rosa Komplets rötliche Töne, zu braunen Komplets rötlich-braune und beige. Alle diese Farbtöne können gar nicht beschrieben werden. Lassen Sie sich Strümpfe in guten Oualitälen, wie sie Baka Hai, vorlcgen. Tie Strümpfe sind in- verschiedenen Onn- liräten und sehr billig. 33a Bo» Babyschuhen au... bis zu Herrsnschuhcn für Studenten und zu den reizenden Schuhen für junge Damen, haben wir unsere Maikollektion mit so viel" schönen Mustern vorbereitet, dast Sie sicher zufrieden sein werden. Gerne werden wir Ihnen die paffenden Schuhe für Ihre Lieblinge vorführen. Besuchen Sie uns bitte. Wir werden Sie bei der Auswahl fachmännisch beraten und helfen, die richtigen Schuhe zu wählen. Baka. 33 VERLANGEN SIE in jeder Verkaufsstelle des Konsum vereinet SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie.. PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., Pilsen sind die allerbesten! B e z ug s Hedi n g u u g e n: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch di Post monatlich Kö 18.—. vierteljährig Kf 4«.—. halksäbrio Kf 96.— ganzjährig sik 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisuachlast.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfranlaiur wurde vrn der Post- und Tele« graphendiretttou mit Erlast Rr. 1Z.800/V1I/1S30 bewilligt.— Druckerei:^rbis", Druck-, Verlcyzs» und ZeitungS-A.-G. Prag.