Nr. 130. Abonnements- Bedingungen: 3 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit illustrierter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft BeitungsPreisliste für 1899 unter r. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. „ Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bte nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. " fels, durch K. R. 50,-. Quitfung. " . Mittwoch, den 7. Juni 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Gerichtsverhandlung fand am 2. Juni vor der Straffammer des Landgerichts in Schweidnis statt. Aus der umfangreichen Beweisaufnahme heben wir folgendes hervor: Zeuge Arbeiter Niemczyk: Wegen meiner schlechten Lage nach der Entlassung war ich nicht im stande, die Beiträge zur Pensionskasse weiter zu bezahlen und verlor deshalb meine Anrechte an die Kaise. redfamkeit gleichmäßig fortplätschert. Anekdoten über Anekdoten, selbe auch seitens unseres unseres in Langenbielau erscheinenden grausliche und läppische Geschichten durcheinander, aber Partei- Organs, Proletarier aus dem Eulengebirge". Es hieß dort Im Monat Mai gingen bei dem Unterzeichneten folgende nirgends auch nur ein Versuch, diese Er- in einem Artikel, der am 6. Juli 1898 erschien, daß die MassenParteibeiträge ein: Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 3. Kreis 510,-( darunter 8ählungen in einem tieferen, geistigen Sinne maßregelungen, insbesondere auf Baildonhütte bei Kattowitz und auf der Bismarckshütte bei Königshütte stark betrieben wurden. Dadurch Maisammlung Buchdruckerei Maurer u. Dimmid 10,-). 4. Streis 8u berarbeiten, nirgends ein Gedanke an verlieren die Arbeiter die jahrelang gezahlten Beiträge zu den PensionsOften 1500,-( darunter Decimalwage 10,-, bom 160. Stadtbezirt, eine seelische, sittliche oder gar social- faffen. Manche sollten 600 M. und mehr einbüßen. In den Vergnügen 46,30). 4. Streis Südost 1500,-( darunter S. D., Cuvry- wissenschaftliche Würdigung. Maßregelungsmitteilungen, die die maßregelnden Mitglieder des straße, lebersch. v. Maskenball 50,-). 5. Kreis 528,75( darunter noch Eine gewisse Sammelwut ist allerdings den Verfassern Schwarze Listen- Verbandes einander zuschicken, werde als Grund der auf Löbtauer Listen 28,75). 6. Kreis Rosenthaler Vorstadt u. Gesund der Denkschrift nicht abzusprechen; nichts ist ihrem Eifer zu Entlassung widersetzlichkeit" angegeben, ein Entlassungsgrund, der brunnen 700,-. 6. Kreis Wedding u. Oranienb. Vorstadt 450,-( dar. gering, um es zu verzeichnen. Sie werden jedenfalls den den Verlust aller Ansprüche der Arbeiter an den Kassen zur Folge Maibeitrag von W. G. 20,-). 6. Kreis Moabit 550,-. 6. Streis Ruhm haben, zum erstenmal in der Welt das beliebte Genre habe. Allerdings hätten massenhaft Beamte aller möglichen Werke Schönhauser Vorstadt 300,-. Berlin, diverse Beiträge: Gesammeltes der Abtrittspoesie parlamentarisch gemacht zu haben( Dent- Oberschlesien dürfte man die Nichtbefolgung eines solchen Befehls Annoncengeld von S. B. 2,50. Dr. 2. A. 100,-. Sechs Hutmacher, der Abtrittspoesie parlamentarisch gemacht zu haben( Denk den Arbeitern befohlen", ultramontan zu wählen; aber selbst in Annoncengeld von S. B. 2,50. Dr. 2. A. 100,-. Sechs Hutmacher, schrift S. 34). Non olet- es riecht nicht. Königstr. 25, 5,-. Accidenzabteilung R. M. 10,55. Rote Buchbinder, Grünstr., 5,-. P. S. 50,-. 2. 23. 50,-Roland 10 schen Angaben über die mit Arbeitskämpfen zusammen- Baildonhütte beleidigt und stellten deshalb Strafantrag gegen den A. B. 10,- Mehr wie wertlos, geradezu irreführend, sind die statisti- von Gerichtswegen nicht als widersetzlichkeit betrachten. Durch diese Behauptungen fühlten sich fieben Beamte der Vom Müllerschen Bau, Schönweide, 3,-. Von Mitgl. der U.-Dr. 4,70. Egypten 1,-. 11. 8,20. Von den Mitgliedern des Verbandes hängenden Anklagen und Verurteilungen. Die Denkschriftler Redacteur des„ Proletarier aus dem Eulengebirge", unseren Parteideutscher Buchdrucker im Vorwärts", gesammelt am 1. Mai 50,- kennen oder berücksichtigen den ersten Grundsatz jeder wissen- genossen Franz Feldmann in Langenbielau. Butzerkolonne Dobrich, Kolberg- Strandschloß, durch Berlinkow 8,- schaftlichen Statistik nicht, daß nämlich absolute Zahlen überBuzerkolonne Seifert 5,-. Werkabteilung von Bading 15, haupt nichts beweisen. Da werden aneinandergereiht AnA. G. 3,-. J. Werkoff, Rußland, 21, B. V. P. S. 11 000,- gaben, wie viel in diesem Gerichtsbezirk Verurteilungen erfolgt Arbeiter und Arbeiterinnen der Buchbinderei von M. Bading 15,-. Zeuge Hütteninspektor Mettte: Die Arbeiter Settniť 2. P. 3,-. Cigarrenfabrik N. Schulz, Friedrichsfelderstr. 21 7- feien, und wie viel in jenent, aber wie viel Arbeiter in und Droselz seien wegen socialdemokratischer UmBernburg 10,- Bern 50,-. Barth a. d. Ostsee 5, Bockenen, diesen Bezirken in einem wirtschaftlichen Kampfe gestanden haben, triebe entlassen worden. Einer der Entlassenen habe seine von Holzarbeitern 5,-. Cainsdorf, A. St. 20,-. Elsterberg, von wie lange die Dauer der Ausstände, welches der Grad ihrer Beiträge nach einem Monat nicht weiter gezahlt. den Parteigenossen durch Fr. R. 60,-. Elberfeld, von den Partei Schärfe gewesen ist, ob die Arbeiter sich in einem schnellen Beuge Ingenieur Genzmer: Der Arbeiter Niemczyk sei genossen durch den Vertrauensmann 400,-. Faltenberg( Oberschl.) Angriffe oder in einer lang hingezogenen Abwehr befunden von ihm wegen socialdemokratischer Umtriebe ent2,- Flensburg, durch den Vertrauensmann 100,- Forst N.-., haben, darüber wird keine Untersuchung angestellt. Dabei lassen worden. Niemczyk jei einer der besten Arbeiter gevon den Parteigenossen 300,- Freiburg i. B., von badischen Partei hätten es die Verfasser sehr bequem gehabt, sie hätten ja nur wesen, der 7-8 M. pro Tag verdient hätte; er hätte nicht dulden genossen 50,-Friedrichsberg, Monopol- Fahrrad- Werke 36,05. Greiz, die treffliche Statistik aus Legiens„ Koalitionsrecht der dürfen, daß dieser den schlechter gestellten Arbeitern durch seine Wahlkreis Reuß ä. 2. 50,- Gera, Wahlkreis Reuß j. 2. 50,-. socialdemokratische Thätigkeit ein schlechtes Beispiel gäbe. Auf AnGießen, E. R. 10,-. Hamburg, Seger des„ Echo", halber Tage- deutschen Arbeiter" abzudrucken brauchen. Aber freilich diese frage eines anderen Werkes habe er diesem mitgeteilt, daß Niemczyk John vom 1. Mai 118,- Hohenstein- Ernstthal, durch G. E. 20, wirklich nach wissenschaftlichen Grundsäßen aufgenommene wegen socialdemokratischer Umtriebe entlassen worden sei. Harburg, 17. hannov. Wahlkreis 500,-. Hastedt bei Bremen, von Statistik hätten ihnen nichts nügen können, denn sie hätte Zeuge Produkten Verwalter Wolf: Den anderen Parteigenosien 10,-. Hamburg, im Monat Mai in der Expedition ergeben, daß in einem Jahre bei den mit höchster Erbitterung Werken jei nur auf besondere Anfrage mitgeteilt worden, warum die des Echo" eingegangen 154,15. London, C. A. B. V., für Krefeld geführten Abwehrstreiks von 1000 beteiligten Arbeitern 4,26 also Gemaßregelten entlassen worden seien. auf Listen gesammelt 114,24. München, Waldläufer 5, noch nicht 1/2 Proz. wegen Streifvergehens verurteilt worden habe er die ihm unterstellten Arbeiter zusammengerufen und ihnen Memel, von den Parteigenossen 30,-. Nienstedten, gesammelt find, während dieses Verhältnis bei Angriffsstreifs sogar nur empfohlen, reichstren zu wählen. unter den im Zentralverband organisierten Maurern 49,60. Reich 3,04 für das Tausend beträgt. fau, gef. v. Frege'schen grünen Jungens im Bayrischen Hof 3,-. Ober- Langenbielau, v. Arbeitern aus dem Eulengebirge 100, Es bedarf danach keiner besonderen Ausführung, daß die Ottensen, durch Poulsen, 15. Rate 10,-. Plettenberg, rote Ge- beweglichen Klagen der Denkschrift über die Zunahme der burtstagsfeier 2,35. Pries, von Pries und Umgegend 32,20. Stade, Verurteilungen aus Anlaß von Streifs nicht die geringste Zeuge Arbeiter Letteit: Ich war 25 Jahre auf der von Parteigenossen durch die Redaktion der Nordwacht" 16,30. Beachtung verdienen. Wenn aber wirklich hie und da die Baildonhütte beschäftigt. Als ich nach dem Entlassungsgrunde frug, Triberg, v. d. Parteigenossen d. d. Vertr. 5,-. Wurzen, aus dem Verurteilungen im Verhältnis zugenommen haben sollten, so wurde mir gesagt: Sie wissen ganz gut, weshalb Sie ent11. jächs. Wahlkr. d. 5. Vertr. A. Fl. 25,-. Württemberg 50,- muß man sich vergegenwärtigen, woher das kommt: die Unter- lassen sind. Meines Erachtens bin ich wegen meiner Thätig Wald bei Solingen, Maifeier oberer Streis Solingen 300,-. Weißen- nehmer, denen die Begünstigung ihrer Interessen durch den feit für die Socialdemokratie entlassen worden. Während der Reichstagswahl hätten die Meister Wahlzettel für den Kandidaten Für den Unterstützungsfonds nach Schluß der Löbtauer Samm- Staat den Kamm mächtig geschwellt hat, denunzieren von der Centrumspartei Letocha verteilt. Ein Arbeiter habe einen StimmJahr zu Jahr häufiger auch in den gleichgiltigsten Fällen. Tung 2. Rate 3001,24. Unter dem in Nr. 86 des„ Vorwärts" für den 6. Berliner Wahl- Die Behörden entdecken jedes Jahr neue strafbare Handlungen, etter mit der Bemerkung erhalten:„ Hier haben Sie den Zettel vom freis, Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen, quittierten Beitrag von denen bisher kein Mensch gedacht hatte, sie könnten gegen Zeuge Arbeiter Roztowski: Meine Beiträge zur von 600,- befinden sich folgende Einzelbeiträge: Kranz- Ueberschuß das Gesetz verstoßen man denke an die Verurteilungen Pensionskasse konnte ich nach der Entlassung nicht weiter bezahlen, vom 18. März Heimstätte Malchow 1,65, Fußpartie am Charfreitag wegen Erpressung, groben Unsugs, Kollekten, Straßenpolizei- da ich keine Arbeit mehr bekam. 13,80, Ehrlicher Seemann, Ackerstr. 123,5,-. fontraventionen u. a. m. Beuge Hütten direktor Mary: Bei seinem Werke sei und dann schlägt man großen Berlin, den 6. Juni 1899. Lärm über die zunehmende Ziffer der Bestrafungen! Grundsatz, jeden Arbeiter zu entlassen, der Socialdemokrat Wenn es nach dem Verfasser der Denkschrift ginge, fet. Die oberschlesischen Walzwerke teilten sich untereinander würden wir natürlich noch weit mehr Verurteilungen erleben, mit, welche Arbeiter wegen Widersetzlichkeit entlassen worden ohne daß auch nur eine einzige Strafthat mehr wie bisher Zeuge Hütten direktor Kollmann sagt ebenfalls, daß vorkäme, denn reichlich ein Drittel dieses Werkes besteht in unter den Hüttenwerken der Brauch bestehe, die Namen fummervollen Betrachtungen darüber, daß immer noch nicht der Entlassenen mitzuteilen. Massenmaßregelungen Die angekündigte umfangreiche Denkschrift über die Aus- alles bestraft werden könnte, was den Unternehmern un- hätten seiner Ansicht nach nicht stattgefunden. Zeuge Gewerbe Inspettor Czimatis, früher bei schreitungen bei den Arbeitskämpfen der letzten Jahre" liegt angenehm ist. Ein Agitator konnte nicht gefaßt nun vor, und wenn man das dicke Quartheft von außen be- werden", weil er in seinen Reden sehr vorsichtig" war, feinen erheblichen Vorteil von der Weiterzahlung ihrer Beiträge zu der Gewerbe- Inspektion in Seattowiz, sagt aus: Die Arbeiter hätten trachtet, könnte man denken, die Regierung habe mit dem also weil er den Arbeiterfeinden nicht den Gefallen thun den Pensionskassen gehabt, meistens hätten sie infolge ihrer wirtZuchthausgesetz so lange gezögert, weil sie Zeit gebraucht habe, wollte, sich einsperren zu lassen( S. 59). In einem anderen schaftlichen Lage nicht weiter zahlen können. Das Recht zum um ein sehr reichhaltiges Material zusammenzutragen und zu Falle wird geklagt, daß eine Verurteilung nicht zu erzielen weiterzahlen hätten auch mur die Arbeiter, die mindestens berarbeiten. Macht man sich aber an den Inhalt, so findet war, weil die Arbeiter die bloße Einhaltung vertragsmäßig fünf Jahre auf dem Werke beschäftigt worden seien. Die man sich schrecklich enttäuscht. Um diese Sorte von Gründen, verabredeter und darum rechtsgiltig bestehender Bedingungen übrigen verlören bei der Entlassung ihre Ansprüche alltäglich wie Brombeeren, zusammenzupflücken, brauchte man bezweten." an die Pensionskasse. Es sei öfter Anlaß zum Verlust der wahrlich keine drei Viertel Jahre, und erst recht die Art, wie Und so geht es fort. Durchgängig sieht die Denkschrift Pensionskassenbeiträge gegeben und es könne schon vorkommen, daß den Stoff verarbeitet ist, zeigt alles eher, als den Bienen auch in jeder friedlichen Einwirkung auf andere Arbeiter, jemand mehr als 600 M. an Beiträgen verliere. Einer der EntTassenen sei zu ihm gekommen und habe gesagt: Zur Zeit des fleiß, dem vielleicht man eine Anerkennung zollen könnte, die man zu überzeugen oder durch Gewährung von Geld- Kulturkampfes set man entlassen worden, weil man Letocha wenn man ihn auch an einen höchst unwürdigen Gegenstand mitteln zu bewegen gesucht hat, nicht Streitbrecher zu werden, gewählt habe, und jetzt werde man entlassen, weil man ihn verschwendet sähe. etwas principiell verwerflliches, und sie liefert damit den besten nicht gewählt habe." Eine Aenderung der Einrichtung der Die Behauptungen einseitig und übertrieben, unüber Beweis dafür, was von der Versicherung zu halten ist, das Pensionskassen habe er seiner Zeit bei der Regierung angeregt. Der Angeklagte wurde trop dieses Ganges der Beweisaufnahme sichtlich disponiert, schlecht erzählt, ein Stil von fast Fregescher Buchthausgesetz solle nur den ungesetzlichen Zwang bezu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Fest stehe so sagt das Eleganz, das sind die Merkmale der Denkschrift, die man dem seitigen. Reichstage vorzulegen wagt; wahrlich, eine„ Denkschrift" in Ebenso charakteristisch ist, daß die Denkschrift ein Urteil, daß Arbeiter wegen Bethätigung ihrer socialdemokratischen erster Reihe für die Beurteilung des Geistes und der Kennt Bort von Ausschreitungen und Drohungen Gesinnung entlassen worden seien. Fest stehe, daß den Arbeitern nisse der Regierungsmänner, die für ihren Inhalt verant- der Unternehmer gegen ihre Kollegen und die Arbeiter befohlen worden sei, ultramontan zu wählen. Fest stehe ferner, daß die Entlassenen zum Teil ihre Pensionskassen- Beiträge verwortlich sind. Um aber nicht ungerecht zu sein, müssen wir enthält, wovon wirklich in der letzten Zeit genug Beispiele toren hätten. Nicht nachgewiesen aber sei, daß als Entlassungshervorheben, daß etliche Blüten unfreiwilligen Humors das bekannt geworden sind. grund von den Beamten der Baildonhütte Widerseßlichkeit angegeben Werk verschönen. Die Regierung hat sich und dem Zuchthaus- worden sei. Dieser Vorwurf sei besonders schwer, weil WiderWenn unsere Urgroßmütter, den Spinnrocken im Arme, gesete keinen Dienst geleistet, indem sie diese feglichkeit ohne weiteres den Verlust der Beiträge zur Folge habe zum Lichten zusammenkamen, da stockte den ganzen langen Dentschrift herausgab. Suchen der Gesezentwurf und und die Angabe dieses Entlassungsgrundes den Entlassenen die AufWinterabend über nicht das Gespräch vom Werwolf und seine Begründung noch den Schein der Unparteilichkeit aufrecht findung neuer Arbeit besonders erschwert hätte. Deshalb und weil vom wilden Jäger und von den schlechten Leuten im zu erhalten, und behaupteten sie, Licht und Schatten gleich der Angeklagte schon mehrmals wegen Preßvergehen vorbestraft sei, hätte auf eine hohe Strafe erkannt werden müssen.§ 193 sei nicht Dorfe, die die guten frommen Kühe beheren. Heute verteilen zu wollen, so zeigt die Denkschrift die innersten Ge- hätte auf eine hohe Strafe erkannt werden müssen.§ 193 sei nicht find wir natürlich weit über solche Altweiber- Märchen danken der Urheber dieser gesetzgeberischen Aktion und den Anwendung gebracht worden, weil der Angeklagte keine be= rechtigten Interessen gewahrt habe. hinaus. Aber wenn jetzt die Herren Honoratioren abends zum nacktesten Unternehmerstandpunkt. Schöppchen zusammenkommen, dann wissen sie auch zu erzählen, was jedem von ihnen passiert ist, von der wilden Jagd der„ roten Socialen" und den Hehern und Agitatoren". Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Kazbachstr. 9. Die Denkschrift. Wer ,, terrorisiert“? seien. Politische Neberlicht. Der Reichstag Berlin, den 6. Juni. die die guten, frommen, profitspendenden Arbeiter beheren. Aus Oberschlesien wird uns berichtet: Und die Herren Staatsbeamten ſizen dabei und nicken und Die letzten Reichstagswahlen haben unserer Partei besonders geben auch einige Geschichten zum Besten, wie die Autorität in Oberschlesien einen gewaltigen Zuwachs gebracht. Die Nachwehen trat heute ebenso beschlußunfähig wieder zusammen, Es Seele. die ZuchthausFreilich, das Gewitter war. untergraben wird, und dann sind alle ein Herz und eine blieben nicht lange aus, bald wurden eine große Anzahl Arbeiter, die wie er vor Pfingsten auseinandergegangen in dem Verdachte socialdemokratischer Gesinnung standen, von den oberschlesischen Hüttenwerken entlassen. Diese war schwül in dem leeren Haus Der Geist soichen Stammtischgeflätsches charakterisiert die Entlassungen wurden fast von der gesamten deutschen Presse, auch vorlage schwebt in der Luft. Denkschrift von der ersten bis zur letzten der 107 Quartſeiten, von der Presse der beteiligten Centrumspartei, meist im ist noch nicht reif-es kann borläufig blos wetterleuchten. durch die der Strom staatsanwaltlicher und polizeilicher Be- verurteilenden Sinne besprochen. Natürlich geschah das- Die Schwüle machte sich recht bemerkbar, als der Herr Staats sekretär von Bülow das Wort ergriff a der glück- bei sich empfangen, um sie zu bestimmen, ihre Koalition auf-| bisherigen Handels Deutschlands mit den Karolinen aus der liche Ramschkäufer in spe Karolinen- zulösen. der Diebsinseln, Karolinen- zulösen. In der Audienz seßte der Staatssekretär den Ab- statistischen und geographischen Litteratur zu unterrichten. inseln und sonstiger von dem bankrotten Spanien los gesandten des Verbandes auseinander, daß er Gegner der Betrug doch z. B. nach der Hamburgischen Statistik- der geschlagenen, andere Liebhaber nicht findenden Reste seines bestehenden Koalition sei und daß er nicht wünsche, daß eine ganze deutsche Handel mit jenen Gebieten liegt in den Händen Kolonialreiches. Herr v. Bülow, für den seit einiger Zeit über das ganze Reich sich erstreckende Organisation bestehe. Hamburger Firmen der Wert der Gesamteinfuhr von den eine überaus kräftige, fast an Bismarck erinnernde Reklame Um diesem Wunsche den nötigen Nachdruck zu geben, be- Starolinen nach Deutschland im Jahre 1896 nur 3970 M., gemacht wird, rechnete wohl auf eine bessere Aufnahme seiner diente er sich eines Mittels, das nach der 1897 gar nur 2650 M. Es ist daher denn auch recht wohl begreiflich, wenn die frohen Botschaft von den Diebsinseln 2c. Auf der Rechten 3uchthausvorlage zweifellos unter den Beein paar schwache Bravo! im übrigen eisige Ruhe. Das griff der Drohung fällt. Er sagte nämlich, Hamburgische Börsenhalle", das Organ der sonst für die war vor Eintritt in die Tagesordnung. wie wir schon in unserm Berichte über den Ver- Schaffung deutscher Kolonien so sehr begeisterten Hamburger der Auf der Tagesordnung stand die Beratung des Na ch bandstag mitteilten: Post Unterbeamten Falls Schiffsreeder und Groß- Exporteure, in ihrer gestrigen trags Etats. Es ist nämlich der Unfug eingerissen, nach man jener Verfügung, die seinem Wunsche Ausdruck Abendnummer den Handelswert der neuen Befizungen vorsichtig sich auf die Bewilligung des Staatshaushalts für das Jahr sofort mit gab, nicht genügen zu fönnen glaube, so werde schon recht gering einschätzt und Nachträgen an die Volksvertretung zu kommen. Der jezige am Montag( also am 5. Juni, die Audienz war nur ein Meinung beschränkt, die Abtretung der Karolinen und Nachtragsetat umfaßt Ausgaben im Betrag von über paar Tage vorher) für diejenigen, die sich nicht fügten, und Mariannen würde bei näherer Erwägung als 82 Millionen. Und der Ankauf der Diebsinseln 2c. wird noch für die, die beim Verbandstage als Redner gegen seinen 3 um Nuzen Deutschlands ausfallend be. einen zweiten Nachtrag in doppelter Höhe notwendig machen. Wunsch auftreten würden, eine Antwort erfolgen, trachtet werden können". Dafür weiß allerdings Aus der Debatte sind nur zwei Punkte hervorzuheben- die den Betreffenden gewiß nicht angenehm das Blatt von ideellen Vorteilen" zu berichten, die Anerkennung, welche dem verdienstvollen Bibliothekar des fein werde. Herr v. Podbielski führte namentlich denen, die nach seiner Ansicht die Erwerbung zur Folge haben wird. Reichstags, Dr. Müller, für die Herstellung des Katalogs die Familie haben, vor Augen, daß es ihnen doch gewiß recht Nachdent es nämlich die geringe Produktion der Karolinen, und die ganze Ordnung der Bibliothek gezollt wurde. fatal sein würde, wenn sie plötzlich von Berlin nach Nimmer- die fast ausschließlich aus Kopra, Brotfrüchten, Sago und Steinfatt" verfekt würden. nüssen besteht, sowie die Bedeutungslosigkeit des dortigen Der Staatssekretär drohte also offen mit Maß- deutschen Handels zugestanden hat, meint es weiter: regelung. Er suchte als Arbeitgeber, Arbeitnehmer von einer gefeßlich erlaubten Koalition durch eine sehr nachdrückliche Drohung abzuhalten resp. abzubringen. Eine solche Handlungsweise ist ohne Zweifel nach§ 1 der Zuchthausvorlage straffällig. Und zwar soll dies Vergehen mit Gefängnis bis zu einem Jahre geahndet werden. Und das Wetterleuchten des Zuchthausgesetzes. Bebel knüpfte an die Forderung einer Geldsumme für die Opfer der Hungersnot in den afrikanischen Kolonien eine Betrachtung an über die Wertlosigkeit unserer Stolonien, auch der neu erworbenen über die Thorheit, Geld für Kolonien auszugeben, statt für Forderungen der Humanität im Innern, 3. B. die Bekämpfung der Tuberkulose. Es sei ein Widersinn, Die Ausdehnung unseres Exporthandels durch billige Löhne herbeiführen zu wollen, welche den Binnenabsatz zerstören. Die Reichsregierung sei aber für die Entbehrungslöhne und im Interesse der Kapitalisten will man jetzt die Arbeiter knebeln, fodaß sie an einer Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage gehindert seien.pro Der Reichs- Postsekretär darf froh sein, daß die Zuchthausvorlage noch nicht Gesetz ist. " 1 Das ist allerdings zur Zeit wenig, fann daher auch bei dem Erwerb der Inseln nicht den Ausschlag geben, und die Entscheidung in dieser Hinsicht hat von anderen Erwägungen auszugehen. Es ist da zu bedenken, daß die Karolinen und die übrigen Inseln den Besitzungen Deutschlands im Großen Ocean, nämlich den Marschall- Inseln, Deutsch- Neu- Guinea und dem Bismarck- Archipel, zunächst liegen, so daß die genannten bisherigen oceanischen Kolonien des Deutschen Reiches durch die Neuerwerbung eine Konsolidierung erfahren. Das ist das entscheidende für die Entschließungen Deutschlands, wie andrerseits auch nicht außer acht gelassen werden darf, daß die Beziehungen zu den deutschen ErAnfrage an den Grafen v. Posadowsky. werbungen in China durch weiteres Fußfassen im fernen Osten mur In der Maschinenfabrik von Schwabenthan u. Co., Berlin, gestärkt zu werden vermögen. Wenn positiv der zu zahlende Betrag Bebel kennzeichnete nun in furzen, kräftigen Worten Chausseestr. 29, wurde einem der älteren Arbeiter mitgeteilt, von 25 Millionen Peseten auch ein recht erheblicher zu nennen die neue Zuchthausvorlage als„ Schandgeset"- ein Ausdruck, daß die älteren Arbeiter nach und nach entlassen werden ist, so erscheint er relativ und in Berücksichtigung der durch die der ihm einen Ordnungsruf einbrachte. sollten. Am Sonnabend, den 3. Juni, wurde dann ein Ar- Erwerbung zu erzielenden ideellen Vorteile als ein durchaus anHerr von Posadowsky, der einige Verlegenheitsbeiter entlassen, der 2½½ Jahre in der Fabrik thätig war. gemessener, so daß in dieser Hinsicht nichts zu erinnern bleibt." worte sprach, fündigte an, daß die Regierung die baldige Be- Am 5. Juni machten darauf 6 Arbeiter, die zwischen Das ist mit anderen Worten genau dasselbe, was wir in Der Handelswert der ratung des Zuchthausgefeßes verlange ein Verlangen, in 3 und 10 Jahren bei der Firma beschäftigt der Sonntagsnummer ausführten. dem die Regierung sich mit der Socialdemokratie begegnet. waren, von ihrem Recht der Vertragsauflösung( Kündigung Karolinen ist gleich Null; die neue Erwerbung hat für unsere nur deshalb Wert, Morgen: Fortsetzung der Beratung des Invaliden- ist durch die Fabrikordnung ausgeschlossen) Gebrauch, weil sie gesetzes. lieber selbst gehen wollten, als durch den Arbeitgeber ohne Grund diese Kolonialunternehmungen in China und der ihre Entlassung allmählich zu erhalten. Diesen 6 Arbeitern weitere ist seitens des Verbandes der Berliner Metall. Südsee sehen. Das Land, das wirklich von dem Ankauf der Das Abgeordnetenhaus, weil Welt- und Flottenpolitiker in dem neuen Besitz einen Stützpunkt für das am Dienstag wieder zusammentrat, beschäftigte sich zu industriellen( den bekannten Kühnemännern) bekannten Kühnemännern) der Inseln durch Deutschland Nugen hat, ist allein Spanien. Es nächst in erster Lesung mit dem Gesezentwurf betreffend Nachweisschein verweigert. Infolge dessen sind ist Besitzungen los geworden, die nie etwas einbringen die Versehung älterer richterlicher Beamten in den diese sechs Arbeiter von allen Meta II. werden, und erhält dafür eine recht respektable Summe zur Ruhestand. Die Vorlage bestimmt, daß Richter, welche am * * 1. Januar 1900, dem Tage des Inkrafttretens des Bürgerlichen industriellen, bei denen sie um Arbeit ansprachen, Aufbesserung seiner Finanzen. Thatsächlich ist denn auch soGesetzbuches, mindestens 65, aber noch nicht 75 Jahre alt find, fich zurückgewiesen. Von mehreren wurde ihnen erklärt, daß fie fort nach dem Bekanntwerden der spanischen Thronrede der unter drei Jahre langer Weiterbeziehung ihres vollen Gehalts angenommen würden, falls sie vom Verband der Berliner Sturs der spanischen Rente in die Höhe gegangen. penfionieren lassen können. Irgend ein Zwang soll auf die Richter Metallindustriellen einen Schein erhielten. Dieser Schein ist Eine interessante Erinnerung gräbt die Leipziger Volkszeitung" nicht ausgeübt werden. Es handelt sich im ganzen um 365 Beamte, ihnen ohne jeden Grund verweigert worden. Es ist also 6 Arbeitern aus. Fürst Bismarck hat sich über die Bedeutung der Karolinen von denen 245 auf Anfrage des Justizministers erklärt haben, sich ohne jeden Grund die Möglichkeit, Arbeit zu erhalten, geraubt. für Deutschland in der Neichstagsfizung vom 11. Januar 1887 sehr unter ein derartiges Gesetz stellen zu wollen. Eine derartige Behinderung In der Debatte begegnete die Vorlage faft bei allen Rednern Arbeit zu erhalten, ist zwar unmoralisch und findet durch das ungweideutig ausgesprochen. Er erklärte gegenüber dem Abgeordneten Bedenken. Wenn sich auch mit dem Grundgedanken des Entwurfs alle, Parteien einverstanden erklärten, so nahmen sie doch Anstoß Gesez keine Stüße. Thatsächlich wird aber eine solche offene daran, daß das Gehalt nur drei und nicht fünf Jahre lang gewährt Behinderung Arbeitswilliger, Arbeit zu erhalten, wider und Recht betrieben. Die betreffenden Arwerden soll. Ganz besonders nachdrücklich wurde verlangt, die Gesetz Altersgrenze von 75 Jahren fallen zu laffen, d. h. auch den über beiter werden versuchen, im Civilwege die Fabrik, die 75 Jahre alten Richtern auf ihr Berlangen das volle Gehalt zu gegen sie Uriasbriefe ausgestellt hat, auf Schadenersatz zu zahlen. Die dadurch entstehenden Mehrausgaben können nicht allzu verflagen. 1. Januar 1900 diese Altersgrenze erreicht haben. Voraussichtlich beträchtliche sein, da Preußen mur 37 Richter zählt, die am Wir richten hiermit an den Grafen Posadowsky die wird sich die Regierung in der Kommission, der die Vorlage über- Frage: giebt es nach dem bestehenden Strafgesetz gegen solche wiesen wurde, zu Konzessionen herbeilassen müssen. Vorläufig ist sie brutale Koalitionen zur Verhinderung Arbeits. aus finanziellen Nidjichten nicht willens, weiter zu gehen, als es der williger femme Strafgesete? Weshalb trifft der ErEntwurf vorschlägt. preffungsparagraph nicht zu? Und wenn nicht: weshalb will die Zuchthausvorlage solche gemein. schädliche Auflehnung gegen das Recht Arbeitswilliger ausdrücklich straflos lassen? Ü. A. w. g. Hierauf beriet das Haus den Initiativantrag Stalisch( frf. Vg.) und Gen., die Regierung aufzufordern, baldmöglichst einen Gescßentwurf vorzulegen, durch welchen den Städten und Landgemeinden der Pro vinz Posen eine ihrer Einwohnerzahl und Steuerleistung entsprechende Bertretung auf den Kreistagen eingeräumt wird. Der Antrag, der mur lokale Bedeutung hat und im wesentlichen bezweckt, daß auch in der Provinz Poſen die Streisordnung von 1872 endlich eingeführt wird, wurde vom Minister v. d. Rede für unannehmbar erklärt, aber troydem einer Stommiffion überwiesen. Morgen: Nachtragsetat, zweite Lesung des Gefeßentwurfs, betr. die ärzlichen Ehrengerichte, Initiativanträge, Wahlprüfungen. Die badischen Genoffen werden auch ein Fluglatt zur Aufklärung der gesamten Bevölkerung verbreiten. Dieses Mittel dürfte fich allgemein empfehlen, da unsere Zeitungen nicht in alle Streise der Bevölkerung eindringen. Alle Mittel müffen zur Anwendung gebracht werden, um dem Volle klar zu machen, wie die friedensbegeisterte Bourgeoisie den socialen Striegschürt. Landtags- Proteft. Bedrohung der Gewerkschaftskartelle. Windthorst: Dann hat der Herr Abgeordnete mir vorgeworfen, ich hätte die Starolinenfrage einmal für sehr wichtig gehalten und dann hätte ich sie eine Zumperei genannt. Der Herr verwechselt dabei zwei Dinge, die ja heute zusammen gehören, das sind die Karolinen und Spanien. Ich halte die Karolinen auch heute für eine Lumperei; das, was wir dort erwerben und erstreben konnten, war ein Geschäft von ungefähr 60000 m. jährlich. Die deutschen Kaufleute, die da waren, setzten, entweder einer oder alle zusammen, 60 000 M. oder vielleicht 120 000 M. um; wieviel dabei reiner Gewinn war, weiß ich nicht. Wegen dieser Sache mit Spanien Krieg zu führen, wäre mir nie im Traume eingefallen, und hätten wir ahnen können, daß Spanien, welches 1877 amtlich zugegeben hatte, daß es keinen Anspruch auf die Karolinen mache, hätten wir ahnen können, daß Spanien plötzlich hervortreten würde, so hätten wir von diesem ziemlich wertlosen Besitz es war das Geschäft zweier Handelshäuser die Finger gelassen Also ich bezeichne noch heute die Karolinen als eine Lumperci, und gerade weil es eine Lumperet ist, habe ich mit Spanien deshalb Frieden haben und den Krieg nicht herbeiführen wollen." Deutsches Reich. Bei einer RundDas Zuchthausgesetz ist so voll von Fallstricken für die ArbeiterBewegung, daß man all ihre Tüden auf den ersten Augenblick gar nicht abschen fann. Es ist in der That nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß durch die Zuchthausvorlage die Roalitionsfreiheit Die gegenwärtige Regierung ist bereit, 17 Millionen Mark für der Arbeiter total vernichtet wird. Wir möchten darauf hinweisen, diese Bumperei" auszugeben, welche Summe jedoch nur die wie jedes halbwegs entwideltere Gewerkschaftskartell furzerhand erste Rate aus dem deutschen Reichs Steuersädel für die neue unterdrückt werden famn, falls die Vorlage Geses werden sollte. Die Erwerbung bedeutet. Die Arbeiter und die Zuchthausvorlage. meisten Gewerkschaftskartelle haben es sich zur Aufgabe gemacht, Die Arbeiterklasse rüstet allenthalben zum entschiedensten Pro- an ihrem Orte die gewerblichen Betriebe zu überwachen, und auf deren Abteste gegen das geplante Attentat auf ihr Koalitionsrecht. In allen un vorhandene Mißstände aufzudecken Teilen des Reiches sind bereits Versammlungen vorbereitet, deren stellung zu drängen. Ferner kontrollieren sie genau die Zahl Zuchthausvorlage für Studenten. Besuch ein außerordentlicher zu werden verspricht. So liegen schon der in jedem Gewerbe vorhandenen Arbeiter, schon um zu Wir hören zuverlässig, daß die Regierung noch diverse Meldungen vor aus Halle, Bielefeld, Karlsruhe und Umgegend, wo wissen, wie start die Bahl der Organisierten der Gesamtzahl der Arbeiter gegenüber ift. Gewerkschaftskartelle, die einigermaßen über Zuchthausvorlagen dem Reichstag vorzulegen beabsichtigt. fiber 20 Bersammlungen angemeldet werden, aus der Umgegebung von Mittel verfügen, geben alljährlich einen Bericht über ihre Beobach- Bumächst ist ein Specialgesetz gegen die Ausschreitungen der Dresden, Leipzig, Chemnik, Zwickau, woselbst außer den social tungen und Wahrnehmungen heraus, ein Beginnen, das aus den studierenden Jugend in Vorbereitung. demokratischen Arbeitern auch die Nationalsocialen eine Versamms verschiedensten Gründen zu begrüßen ist. Nun kommt die Zucht- frage, die Graf Posadowsky im Auftrage des Reichslung veranstalten, aus Gera und Umgegend, Dessau, München, Har- Hausvorlage und bestimmt in§ 4, daß der Drohung gleichgeachtet tanglers vor einiger Zeit ergehen ließ, hat sich herausburg, Altona, Hamburg, Ottensen, Wandsbek. werden solle die planmäßige leberwachung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Arbeitsstätten 2c. gestellt, daß diese studentischen Ausschreitungen sich im Da es sich ein Gewerkschaftskartell zum Geschäfte macht, diese plan- Laufe des letzten Jahrzehnts außerordentlich vermehrt haben mäßige leberwachung vorzunehmen, so wird jedes Mitglied desselben und daß sie, was die Fertigstellung der Vorlage noch weit nach 88 der Vorlage mit Gefängnis nicht unter drei Monat bestraft. dringlicher erscheinen lajje, sich von der früher üblichen HarmEine für die örtlichen Arbeiterverhältnisse so fegensreiche Institution losigkeit akademischer Schwänte immer mehr entfernen und wie die Gewerkschaftskartelle sind nach der Buchthausvorlage einfach einen überaus wüsten, ja gemeingefährlichen Charakter an ummöglich, indem die Gerichte die jeweils gewählten Vertreter sofort genommen haben. Die Regierung ist aber der Meinung, daß ins Gefängnis fteden. Die Mitglieder eines Startells branchen gar gerade die Jugend der gebildeten Kreise die Pflicht nichts gethan noch viel weniger etwas verbrochen zu haben; der ein- habe, Bevölkerung der übrigen mit Vorgutem fache Umstand genügt, daß sie sich haben ins Gewerkschaftsfartell Es bilde voranzugehen. müsse darum die bisher Der gemeinschaftliche Landtag Koburg Gotha sprach find sie auch schon nach der Zuchthausvorlage füirs Gefängnis reif, von den Gerichten geübte milde Praxis gegenüber den Koburg- Gotha wählen lassen. Sobald sie zur Wahl ihre Zustimmung erklärt haben, in feiner heutigen Sigung fein Bedauern über die Zustimmung ba ja das Gewerkschaftskartell eine Einrichtung zur planmäßigen studentischen Ausschreitungen gründlich beseitigt und ein des Koburg- Gothaischen Bundesrats Vertreters zur Bucht: Ueberwachung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Arbeitsstätten ist strenges Geses geschaffen werden, das für gewisse besondere hausvorlage aus. Eine Nesolution, welche die Beschränkung des und in der That auch eine solche Einrichtung sein will. Roheit aufweisende Delikte sogar Zuchthausstrafe verEs verlautet, der Reichskanzler werde bei Koalitionsrechts verurteilt, wurde angenommen. Und nicht nur die besondere Einrichtung der Gewerkschaftskartelle hängen soll. ist bedroht, nein, jede gewerkschaftliche Organisation. Denn thatsächlich der demnächstigen Einbringung des Gesetzes eine Denktann jeder solchen Organisation die planmäßige Ueberwachung von Podbielski als erstes Opfer der Zuchthausvorlage. Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Arbeitsstätten nachgewiesen werden. schrift zur Verlesung bringen, in der die besondere Nach§1 der Zuchthausvorlage wird mit Gefängnis bis In der That wird jede unsichtige Organisation eine solche Neber- Pflicht der Regierung betont wird, gerade jenen bezu einem Jahre bedroht, wer es unternimmt, durch Drohung wachung ausüben und dadurch immer der Gefahr ausgefegt sein, dauerlichen und die öffentliche Moral schwer schädigenden VorArbeitgeber oder Arbeitnehmer von der Zeilnahme an solchen daß die jeweiligen Vorstände der Gewerkschaften mit Gefängnis kommnissen ein Ende zu machen, deren Urheber die studentische Jugend, die zufünftigen Lehrer, Geistlichen, Aerzte und Richter Vereinigungen oder Verabredungen abzuhalten, die eine Ein- bestraft werden. seien, die eine Elite der Gebildeten darstellen sollten, aber wirkung auf Arbeits- oder Lohnverhältnisse bezwecken. In Eine Lumperei für 17 Millionen. leider vielfach die Pflichten, die ihnen ihr Stand und ihr den Mofiven wird ausdrücklich noch betont, es soll fünftig auch derjenige strafbar sein, der andere durch Drohung an der Der Jubel, mit dem gleich nach Eintreffen der Madrider Bildungsgang auferlegen, bergessen hätten. Wir zweifeln nicht, daß die Vorlage den Beifall aller Bethätigung des Koalitionsrechtes zu hindern sucht. Von Depesche die liberale Presse unsere neueste Erwerbung in der Arbeitgebern werde verlangt werden dürfen, daß sie sich, Südsee begrüßte, hat recht bald einer gewissen Ernüchterung staatserhaltenden Parteien finden wird. Wohl wird es schmerzmögen ihnen auch die Koalitionen der Gegner im wirtschaft- Plaz gemacht, wenn auch vorläufig noch pro forma das Ge- lich sein für die Parteien von Besitz und Bildung", Anlichen Kampfe feindlich gegenübertreten, einer Verlegung der schwät über das freudige Ereignis" seinen Fortgang nimmt. gehörige ihres Standes zahlreich schwerster Strafe unterworfen Stoalitionsfreiheit mit verwerflichen Mitteln enthalten. Die Summe von 18-20 Millionen Mart, die nach neueren zu sehen, doch sie werden sich der Regierungsmarime nicht Die Strafbestimmung in§ 1 findet nach§ 10 der Vor- Mitteilungen Deutschland für die Abtretung des wertlosen Be- entziehen können, daß, Licht und Schatten gleichmäßig verteilt Tage auch auf alle Betriebe, die dem öffentlichen Verkehre sizes an Spanien zu zahlen hat, haben denn doch die Be- werden müsse," daß, wenn den Arbeiterausschreitungen, die dienen, Anwendung, also in hervorragender Weise auf die geisterung etwas gedämpft, zumal die zuerst flott darauf los- jezt schon mit hohen Gefängnis- und Zuchthausstrafen bedroht Po ft. Nun hat Herr von Podbielski dieser Tage vier Ver- schreibenden Enthusiasten inzwischen Zeit gefunden haben, sind, ein neues Buchthausgesetz recht ist, auch den Ausschreitungen treter des Poſt- und Telegraphen Unterbeamten Verbandes sich über die geradezu lächerliche Geringfügigkeit des der Gebildeten ein eben solches Gesetz billig ist. Es steht sogar Mus Gotha meldet uns der Telegraph: wird. zu erwarten, daß die konservative Partei, deren Klaffenangehörige| gehen wäre, und die Koalitionsfreiheit möglichst zu beschränken| Materialmangels mußten große Werte bereits Feierschichten einin studentischen Ausschreitungen besondere Fachkenntnisse besigen, lei. Dort aber, wo die Ausübung eines unrechtmäßigen Bivanges legen und jenen eisernen Bestand", den sie sich fürsorglich für verschiedene Verschärfungen der Regierungsvorlage beantragen behauptet wird, vermißt man durchweg den Beweis, weshalb nicht Streits zc. angelegt hatten, angreifen, sodaß nun die Leiter der schon die bestehenden Strafvorschriften dagegen ausreichend sind.... Werte mit Besorgnis in den Herbst blicken. Während aber die Klagen über den Kohlenmangel den Handelsteil aller KapitalistenExpreffung. Der Verband der Metallindustriellen im Bezirke blätter füllen, verkaufen die Kohlenbarone, unbekümmert um die Um das überaus reichhaltige Material, das die Regierung für ihren Studenten- Zuchthausgesehentwurf bereits gesammelt Leipzig beschloß am Sonntag, daß 170 ftreifende Arbeiter auf vielgerühmte„ nationale Produktion", den größeren Teil der Förde hat, noch zu vervollständigen, teilen wir mit, was uns aus 2 Jahre aus den Verbandsbetrieben ausgeschloffen rung nach Belgien. Dort war und ist während und nach dem Bergwerden, wenn sie nicht bis zum 12. Juni die arbeiter- Ausstand viel zu verdienen, denn die belgische Industrie hat Süddeutschland geschrieben wird: Auch bei uns häufen sich in letzter Zeit die Ausschreitungen Arbeit zu den bisherigen Bedingungen wieder aufnehmen. Die deutsche Kohle gut bezahlt. Ihre Macht ging auch so weit, der Das ist nach der den Arbeitern gegenüber bereits mehrfach ge deutschen Kohle während des Streits auf bestimmten der Hochschul- Studenten in erschreckender Weise. Der Senat übten Rechtsprechung eine Erpressung. Wird sich ein Staatsanwalt Bahnlinien Ausnahmetarife von der belgischen Regierung zu der Universität Straßburg mußte vor einigen Tagen zwei finden, der den Beweis liefern will, daß Unternehmer und Arbeiter erwirken. Wenn auch das Organ der Kohlenbarone, die" RheinischStudenten, Angehörige der katholischen Studentenverbindung, Badenia", Westfälische Zeitung" und andere Blätter sich gegenseitig überboten von der Hochschule verweisen, die im verflossenen Winter einen jungen vor dem Gesetze gleich find? Kaufmann in einem großen Restaurant auf's gröblichste beschimpft Es giebt keine Zuchthausvorlage. Ich mache darauf auf- haben in Versicherungen, es würde aus dem Ruhrrevier keine Kohle und, als er sich dies verbat, mit schweren Hirschhornstöcken merkjam, daß der Ausdruck zuchthaus- Vorlage nicht nach Belgien geschafft, weil die Aufträge der heimischen Industrie zu Boden geschlagen sowie mit Fußtritten regaliert hatten, mehr gestattet wird!" so verkündete mit fategorischer Sicher die Bechen voll beschäftige, so waren das eben plumpe fapitalistische so daß der Bedauernswerte zeitlebens an einer starken heit am Sonnabend in einer Metallarbeiter- Versammlung ein Lügen, die herausgestoßen wurden, weil man thatsächlich eine Beeinträchtigung seiner geistigen Thätigkeit leiden wird. Der Polizist in? natürlich in Sachsen, in Piefchen bei Dresden. Der Heidenangst hatte vor dem Uebergreifen des belgischen Streits Hauptthäter bei der brutalen Mißhandlung ist von der Straß- Mann ist vermutlich der Meinung, daß man eine Gesetzesvorlage, auf das Ruhrrevier. Die hiesigen Arbeiter haben den Kohlenburger Straffammer außerdem mit sechs Monaten Ge- die dem edlen Zwecke der Beschüßung der Arbeitswilligen dient, ver- versand flug tontrolliert. Sie haben nämlich 8 ettel an die fängnis bestraft worden. Bald darauf hatte sich das Gericht mit ächtlich mache und herabwürdige durch die Bezeichnung Zuchthaus- 2owries geklebt, um zu wissen, wohin die Kohlen geund dadurch konstatiert, daß, entgegen einem zweiten akademischen Bürger der reichsländischen Hochschule Vorlage. Das wäre eine treffliche Kennzeichnung der Vorlage, deren führt wurden, zu befassen. Derselbe hatte die Tochter einer angesehenen Straß- Bezeichnung als Zuchthaus- Vorlage nur eine wahre Thatsache allen Lügenberichten der Presse, die Kohle eben doch nach burger Familie aus dem elterlichen Hause entführt und, allen Vor- fonstatiert. Belgien ging. Die Grubengewaltigen waren gezwungen, zu allermacht. stellungen des bekümmerten Vaters sowie der zu dessen Unterstützung Kolossal schneidig! Der Schutzverband für Handel und Ge- hand Kniffen zu greifen, um die Wachsamkeit unserer Bergleute zu angerufenen Polizei zum Troz, sich geweigert, den Eltern das werbe in Mitteldeutschland hatte an den Kaiser, den Herrn von der übertreffen. Inzwischen nimmt der Kampf zwischen dem KohlenMädchen wieder auszuliefern. Als die Familie endlich einen Rechts- Recke und einige andere Würdenträger eine Resolution gerichtet, syndikat und den großen Werken der Eiſenindustrie schärfere Formen anwalt mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragte und die von der Konkurrenz der Beamten- Konsumvereine handelt. an. Das Syndikat hat, wie bereits in voriger Korrespondenz mitdieser nach langen Verhandlungen seinen Forderungen that: Darauf ist von Herrn v. d. Rede bie folgende Antwort ergangen: geteilt, den großen Werken, die sich durch Ankauf von Syndikatsfräftigen Nachdruck zu verleihen begann, paßte Der Herr Der Herr Regierungspräsident v. Dewitz in Erfurt hat in zechen in ihrem Kohlenbedarf unabhängig von den Syndikatsleuten wollen, mit einem regelrechten Boykott gedroht, Studiosus den Rechtsanwalt, deni er an Körpergröße und Kraft Erwiderung auf die mündliche Vorstellung mehrerer Material- machen weit überlegen ist, auf offener Straße ab, überschüttete ihn mit den warenhändler am 12. Februar die für und gegen Gründung eines der in der Preſſe viel Staub aufwirbelte. Das Beispiel der jedoch, die sich durch die Drohung nicht gröblichsten Schimpfworten und mißhandelte ihn durch Stockhiebe Konsumvereins sprechenden Gründe in sachgemäßer Weise beleuchtet. Firma Krupp und Faustschläge ins Gesicht. Das Gericht fah sich veranlaßt, den Irgend eine Beleidigung des soliden Handelsstandes ist in seinen hat einschüchtern lassen, und die Verhandlungen bezüglich des Ankaufs jungen Mann zu 14 Tagen Gefängnis zu verurteilen. Aeußerungen nicht enthalten. Der Schutzverband hatte daher einer Syndikatszeche weiter führt, hat auch anderen Werken Mut geEin anderes Bild. Die Corps der Karlsruher technischen HochSo plant die große Dortmunder Union" eine Erhöhung teinen Anlaß, in dieser Angelegenheit eine Resolution schule haben alljährlich über die Pfingstfeiertage Zusaminen zu fassen und eine Eingabe an mich zu richten. Sein ihres Kapitals, um die noch in fremden Händen befindlichen Kure fünfte in dem Städtchen Weinheim bei Heidelberg. Dieses Borgehen muß aber umsomehr gemißbilligt werden, als ihm ir der Zeche Adolf v. Hansemann vollständig zu erwerben und sich die Jahr scheint diese Festlichkeit in besonders solenner" Weise gend welche Legitimation dazu nicht zur Seite Beche einzuverleiben. Auch der Schalter Gruben- und Hüttenverein begangen worden zu sein. Die Einwohnerschaft Weinheims teht, und das Maß seiner Kritit sich nicht in den zulässigen betreibt weiter seine Fusion mit der Bergbau- Attien- Gesellschaft sch sich wenigstens, nachdem die eleganten Herren die Mauern ihrer Grenzen hält. Hiernach weise ich die Eingabe vom 7. März als Pluto und der Hörder Bergwerks- und Hüttenverein thut daffelbe. Es hat sich unter den Eisenwerken eine große Stadt verlassen hatten, veranlaßt, in einer öffentlichen Kundgebung unbegründet, unangemessen und ungehörig zu Animonisität gegen das Syndikat herausgebildet und wir er den Wunsch auszusprechen, die Wahl des Ortes für das Fest der Karlsruher Corpsiers möge in Zukunft auf eine andere Stadt Schneidig ist die Antwort, aber richtig ist sie nicht. So leben vielleicht in nächster Zeit im Ruhrrevier einen großen wirtfallen." Wir möchten allerdings bezweifeln", so heißt es in dem fehr die Ansichten des genannten Schußverbandes von den unseren schaftlichen Kampf des Kapitals gegen das Kapital, bei welchem es Notschrei der Weinheimer, ob sich eine andere Stadt in Deutschland differieren, so wüßten wir doch nicht, was eine wirtschaftliche Or- och fraglich ist, ob das Kohlensyndikat taktfest aus demselben Es ist das Schicksal der tapitalistischen Unterfinden wird, wo die Studenten sich benehmen dürfen wie bei uns. ganiſation verhindern sollte, sich mit ihren Anträgen oder Beschwerden hervorgehen wird. Die Polizei war gegenüber diesen Massen an die entsprechenden Behörden zu wenden. Die fragliche Resolution nehmer- Bereinigungen, daß sie stets durch noch stärkere zerbrochen ausschreitungen völlig machtlos(!), eine Wer wird Herrn v. d. Rede ja nicht seiner schönen Augen wegen zustärkung durch auswärtige Mannschaften müßte das gegangen sondern weil er der Minister des Innern ist, der nächste Mal stattfinden, damit die Aufrechterhaltung der die ihm aus den Kreisen des Publikums zugehenden Zuschriften öffentlichen Ruhe und Sicherheit garantiert pflichtgemäß zu erledigen hat. wird." Eingehendere Schilderungen des Weinheimer Corpsierstages melden, die Studenten hätten in ordnungs polizeilicher und sittlicher Beziehung wie in Feindesland gehaust". Förderung der Tuberkulose. Der Verband der Berliner Metallindustriellen verjendet unterm 26. Mai 1899 an seine Mitglieder ein Rundschreiben, in dem es heißt: " Durch Rundschreiben des Vorstandes der neuen Maschinenbauer- Krankenkasse Borsigender Herr Franz Lüben ist mitte dieses Monats eine Dentschrift, betitelt" Zur SchwindsuchtsBekämpfung", an Arbeitgeber versandt worden mit dem Ersuchen, für Verbreitung dieser Broschüre unter den Arbeitern wirken zu wollen. amt rück. v. d. Rece." 1 Kapitalsanlage. Die Stadtverordneten von Weißenfels haben beschlossen, aus den Ueberschüssen der Sparkasse 50 000 M. zur Herstellung eines Denkmals für Kaiser Wilhelm I. zu entnehmen. werden. Von der Samoa- Kommiffion. Aus Apia wird gemeldet: mata afa und Malietoa haben sich bereit erklärt, bei den Beschlüssen der Kommissäre zu verharren. Beide Teile legen die Waffen nieder. Mataafa hat bereits 1800 Gewehre an Bord des britischen Kanonenbootes" Badger" eingeliefert. Die Sachlage nimmt im allgemeinen einen ruhigen Charakter an. geborenen bekunden großes Vertrauen zu der Kommission. Die Friedenskonferenz. Die EinIn die Sparkasse tragen gewöhnlich die weniger bemittelten ihre ersparten Sümmchen, und Ueberschüsse einer Sparkasse kommen in der Weise zusammen, daß mit dem hinterlegten Kapital höhere Zinssummen erwirtschaftet werden, als fie den Einlegern ausgezahlt oder Die dritte Kommission der Friedenskonferenz hielt am Montag gutgeschrieben werden. Angesichts dieser Sachlage erscheint es uns eine Sigung ab, in welcher sämtliche Mitglieder zugegen waren. recht deplaciert, die Herstellung eines Kaiser Wilhelm- Denimals aus Descamps, Berichterstatter der Unterkommission, brachte darauf den Ueberschüssen einer Sparkasse zu bezahlen. Mögen die Leute, den Wortlaut des Entwurfs betreffend die die Verlangen nach Monarchendenkmälern haben, sie auch selbst bezahlen. guten Dienste und die Vermittelung zur Verlesung. Der Entwurf lautet folgendermaßen: Artikel 1: Zum Anti- Prügeleriaß des Kultusministeriums Um so viel als möglich zu vermeiden, daß in den internationalen schreibt die Kölnische Volkszeitung": Beziehungen zu einem Machtmittel gegriffen wird, sind die Von einem Verbandsmitgliede wurden wir auf die Seite 37,„ Recht bedenklich erscheint die Bestimmung, daß jeder Lehrer vor Signatarmächte dahin übereingekommen, alle Anstrengungen anBeile 20-28 von oben enthaltene Auslassung aufmerksam gemacht, jeder einzelnen Züchtigung die Einwilligung des Rettors zuwenden, um durch friedliche Mittel eine Lösung der Streitfragen welche folgenden Wortlaut hat: beziehungsweise des Schulinspektors nachzujuchen hat. Die Ausberbeizuführen. Artikel 2: Im Falle schwerwiegender MeinungsDie Arbeit soll den Kräften angemessen sein. Je übung des Büchtigungsrechtes ist nämlich das verschiedenheiten oder eines Konfliktes werden, ehe zu den mehr Schädigungen der Gesundheit mit einer Arbeit ver- Traurigste und Widerwärtigste, was der Lehrerberuf mit sich Waffen gerufen wird, die Signatarmächte ihre Zuflucht zu bunden sind( Staubentwickelung, schlechte Haltung, Giftigkeit bringt, und nur der Umstand, daß der Lehrer das strafende den guten Diensten oder der Vermittlung einer oder mehrerer des Materials), desto kürzer muß sie sein. Ganz besonders Urteil zugleich fällt und ausübt, also Richter und Voll- befreundeter Mächte nehmen, falls nicht außerordentliche schädlich ist die Aceordarbeit und vor allem die streder des Urteils in einer Person ist, vermag ihm über diese Umstände dem entgegenstehen. Artifel 3: Unabhängig von Ueberstunden, da in allen Arbeitszweigen heute schon traurige Seite seines Berufes hinwegzuhelfen. Dieser Umstand aber diesen Mitteln halten bie Signatarmächte es für nützlich, daß eine die Arbeitszeit zu lang ist. Zu erstreben ist die Achtfällt jegt. Es ist ihm benommen, selbständig und frei das Urteil zu fällen, oder mehrere an dem Streitfall unbeteiligte Mächte aus eigener stundenarbeit, welche dem Körper seine Frische und indem er vor der Vollstreckung die Einwillung seines nächsten Initiative und, so weit die Umstände es zulassen, ihre guten Dienste Spamitraft bis zum nächsten Tage wieder gewinnen läßt."- Borgejezten nachzusuchen hat. Dieser kann selbstredend die Ein- oder ihre Vermittelung den streitenden Mächten anbieten. Das Da die von der Centralkommission der Krankenkassen Berlins willigung geben, tam sie aber auch verweigern. Somit spricht in Recht, ihre guten Dienste anzubieten, steht den an dem betreffenden und Umgegend herausgegebene und dem Reichs Versicherungs- Zukunft thatsächlich der Vorgesetzte das Urteil und dem Lehrer Streitfall unbeteiligten Mächten auch während des Ganges der Berlin unterbreitete Druckschrift sich durch die oben bleibt nichts als die Vollstreckung. Die Folge der in Feindseligkeiten zu und die Ausübung dieses Rechts kann niemals wiedergegebene Aeußerung in shroffsten Gegensatz zu Mede stehenden Bestimmung wird daher sein, daß die körperliche als ein wenig freundschaftlicher Akt aufgefaßt werden. Artikel 4: den Grundprincipien unferes Verbandes Bei- Züchtigung aus der Schule, abgesehen vielleicht von den Klassen der Die Rolle des Vermittlers besteht in der Versöhnung der sich entbehnltung des Zehnstundentages, event. notwendiger Ueber- Rettoren und Hauptlehrer, furzer Hand verbannt wird; denn nur gegenstehenden Ansprüche und in der Beruhigung der Gemüter. stunden und der Accordarbeit stellt, so fönnen wir ihre Ber- ganz ausnahmsweise wird sich der eine oder andere Lehrer dazu Artikel 5: Die Thätigkeit des Vermittlers hört auf, wenn festbreitung unter unseren Arbeitern nicht nur nicht empfehlen, fondern verstehen, die vorgeschriebene Einwilligung nachzusuchen." müssen im Gegenteil eine solche Verbreitung als eine direkte Diese Folge erwarten auch wir von dem Erlaß, daß die Lehrer gestellt ist, daß der Vergleich oder die Grundlagen für eine freundschaftliche Verständigung nicht angenommen werden. Artikel 6: Die Schädigung unseres Verbandes und seiner Mitglieder ansehen. sich nicht dazu hergeben werden, die nachträglichen Vollstrecker der guten Dienste oder die Vermittelung haben ausschließlich Durch derartige, von mehr oder minder berufenen oder sachkundigen zudiftierten Brügetration zu werden. Wenn der Erlaß durchgeführt den Charakter eines freundschaftlichen Rates. Diese ersten sechs Kommissionen aufgestellte Forderungen, die sich scheinbar auf wird, dann werden sich die Herren Bädagogen daran gewöhnen, daß Artikel sind aus dem russischen Antrag entnommen. Artikel 7, wissenschaftliche, statistische Erhebungen stüßen, werden die Menschen auch ohne Hundepeitsche zu erziehen sind. der aus dem Amendement Nigra stammt, besagt: Die Annahme Arbeiter zur Aufstellung immer nener Forderungen angeregt, zu immer erneuten Streiks und Ausständen verleitet und so der sociale Vom Polizeiregiment in Eachsen. Dem Verbandstage des einer Vermittelung kann, außer wenn das Gegenteil ausgemacht ist, zutr Folge haben, daß die Mobilisation Frieden immer von neuem gestört." Revisionsverbandes sächsischer Konsumvereine, der jegt in Krim- nicht andere Kriegsvorbereitungen untermitschau tagte, wurde von der Kreishauptmannschaft in Leipzig unb Auf dem Kongreß zur Bekämpfung der Tuberkulose ist verboten, einen Bericht über englische Konsum- brochen, verzögert oder eingeschränkt werden. anerkannt worden, daß die Hebung der socialen Lage der vereine und die englische Großeinkaufs- Gesellschaft entgegen- Wenn die Annahme der Vermittelung nach Eröffnung der FeindArbeiter das wertvollste Mittel zur Bekämpfung der Schwind- zunchmen. Dieser Punkt liege nicht im Rahmen des Statuts. Bum feligkeiten eintritt, so werden die laufenden militärischen Fragen da fucht ist; aber was dort die Vertreter der Wissenschaft aus befieren Verständnis der Sachlage sei bemerkt, daß die sächsischen durch nicht unterbrochen, falls nicht das Gegenteil ausgemacht ist. geheckt haben, das hat nur scheinbaren" Wert, die Unter- Konjumvereine vor einiger Zeit neun Delegierte nach England ent: Artitel 8( aus dem besonderen Vermittelungsvorschlag der nehmer wissen es besser. Eine Wissenschaft, die scheinbar" sandten, um sich über das Genossenschaftswesen dort zu unterrichten Amerikaner): Im Falle schwerer, den Frieden bedrohenden Zwiftignatürlich Kenntnis die Erfahrungen dann zur dem Profit gefährlich werden könnte, die hat für die Unter- und der feiten wählt jede der betreffenden Staaten je eine Macht, einzelnen Vereine beziehungsweise deren Vertreter zu bringen. bie er beauftragt, mit der von der anderen Seite gewählten nehmer keinen Wert und steht in schroffstem Gegensatze zu aber noch mehr. Die Verwaltungsbehörde in Krimmitschau verbot Macht in Verbindung zu treten, um den Bruch der friedlichen Be auch eine öffentliche Versammlung, in welcher der staats- ziehungen zu verhindern. Während der Dauer des Mandats, die gefährliche Bericht über das englische Genossenschaftswesen gegeben 30 Tage nicht überschreiten darf, ist die Streitfrage als ausschließlich Zuchthausvorlage und Reichstags- Vertagung. Die Freis. werden sollte, weil dieselbe als eine Umgehung der Anordnung der diesen Mächten übertragen anzusehen, die alle ihre Bemühungen darauf richten müssen, den Streitfall zu regeln. Im Falle des wirk Es verlautet, daß die Regierung jetzt den Schluß der Leipziger Streishauptmannschaft anzusehen sei. lichen Bruches der friedlichen Beziehungen behalten die Mächte die Session anstatt der bisher in Aussicht genommenen Bertagung Allen Respekt vor den sächsischen Ordningskünften! plant. Wenn vorher noch die erste Beratung der Zuchthausvorlage Ueber die Thronfolge in Sachsen- Koburg und Gotha hat gemeinsame Mission, jede Gelegenheit zu benutzen zur Wiederherstellung des Friedens. stattfände, so würde die Regierung in der Lage sein, angesichts im gemeinschaftlichen Landtage beider Herzogtümer der Abgeordnete Der Entwurf wird auf der Konferenz noch eingehend behandelt der dabei hervortretenden Abneigung einer großen Mehrheit Dr. Hausinger- Koburg folgenden Befragungsantrag eingebracht: des Reichstages für die folgende Session auf die Wieder- Durch die gesamte Presse ist eine Mitteilung gegangen, daß einbringung der Zuchthausvorlage von vorn Anordnungen getroffen worden seien, wodurch die Thronfolge in den Im Gegensatz zu ihrem Namen, hört man, daß es auf der herein zu verzichten." Herzogtümern Koburg und Gotha von dem Herzog und dem Prinzen Friedenstonferenz gar nicht allzu" friedlich" zugehen soll. Die Man wird gut thun, fich durch solche optimistischen Auffassungen von Connaught auf den Herzog von Albany übertragen Geister sollen recht häufig scharf aufeinanderplazen. Geschlossen der Situation sich nicht über den Ernst der Situation hinwegtäuschen werden soll. Es mehren sich die Anzeichen, daß diefer Nachricht etwas agierten nur die Russen und Franzosen und die Engländer. Sie Thatsächliches zu Grunde liegt. Wir erlauben uns deshalb anzufragen: Ueber die Denkschrift zur Zuchthausvorlage sagt die Frei- 1. Ist der herzoglichen Staatsregierung bekannt, ob diefe Mitteilung feien aber unter sich geteilt und nähmen eher eine dem Zwecke der Ueber die Denkschrift zur Zuchthausvorlage sagt die" Frei- zutreffend ist, und, im Falle der Bejahung: 2. Welche Gründe Konferenz, feindliche Haltung ein. Die Vertreter der DreibundDie Denkschrift zeigt wiederum nur, wie solche amtlichen Er- find maßgebend gewesen für diese Uebertragung, die sich mit der dem mächte seien zwar ostentativ unter sich einig und unterstützten hebungen nicht zu machen sind. Statt die einzelnen Fälle, welche gemeinschaftlichen Landtag gewordenen und von dem Herrn Staats- die Ruffen; man wisse aber, daß auch unter ihnen starke Mei„ ehrerbietigstem" Dank be- ungsverschiedenheiten herrschten. Von den ottomaniman glaubt für die Vorlage besonders verwerten zu können, ein- minister namens der Regierung mit gehend nach allen Michtungen darzustellen, wird ein Sam me I- gleiteten Erklärung des Herzogs von Connaught in direkten Wider- schen Delegierten schlössen sich Nuri Bey und General Abdullah furium tunterbunt vorgeführt von allerlei thatsächlichen Angaben lichen Landtag jede Mitteilung über die geschehene Veränderung am Stimmung sei ziemlich pessimistisch. Auch beklage man sich jurium tunterbunt vorgeführt von allerlei thatsächlichen Angabenbruch ſetzt? 3. Welche Gründe haben vorgelegen, dem gemeinschaft- Pafcha den Deutschen offenkundig an, während Turkhan Pascha allgemeine und Meinungsäußerungen aus Berichten der einzelnen Behörden. 31. Mai d. J. vorzuenthalten? 4. Welche Schritte hat die Die Schlüssigkeit jeder solchen Angabe läßt sich schon deshalb nicht herzogl. Staatsregierung gethan, um für die endgültige Regelung oteliers und sonstige Geschäftsleute. allgemein über die rücksichtslose Ausbeutung durch ihren Grundprincipien." 8tg." schreibt: zu lassen. finnige 8tg.": werden. beurteilen, weil dieselbe nicht die begleitenden Umstände umfaßt und der Thronfolge in möglichster Beschleunigung Sorge zu treffen? aus dem Zusammenhange des betreffenden Berichts gelöst, auf wenige Zeilen oder Worte beschränkt. Aus dem rheinisch- westfälischen Kohlenrevier wird uns Die Dentschrift enthält dagegen einen Kuddelmuddel der ver- geschrieben: Vom Eisenmarkt fommen laute Klagen und die Not um schiedensten Art. Sie enthält eine Summe von Slagen über den Material bildet den hervorstechendsten Zug der ganzen Lage. Anfangs Gebrauch des Koalitionsrechts überhaupt, gleichsam als ob die fehlten hauptsächlich Coatstohlen und damit Coats, jezt beginnen Ausübung dieses Rechts schon an sich ein Beraber auch Kessel- und Generatorkohlen zu mangeln. Wegen dieses darüber: * Die Inzwischen fangen die Staaten an, auf die Wertlosigkeit der Konferenzbeschlüsse hinzuweisen. Die englische Presse äußert sich über den Beschluß der ersten Kommission, die Verwendung von Dum Dum Geschossen zu verbieten. Der Standard" jagt Mit allem möglichen Respekt für die erste Kommission der p Totenliste der Partei. Sonnabendabend starb in Braunschweig I verhindern. Dupuy erwiderte, General Burlinden sei in Bezug auf Friedenskonferenz fürchten wir, daß es doch ohne die Dum- Dum- im Alter von 61 Jahren der Reichstagskandidat des 2. braun Picquart unbeugfam.- Der Politique coloniale" zufolge sollen Kugeln nicht geht. Mit 18 gegen 3 Stimmen hat die Kommission schweigischen Wahlkreises, Wilhelm Wenzel, an einem langwierigen Burlinden und der Generalprofurator Bertrand demnächst andere ihr Veto gegen die Verwendung der Kugeln eingelegt; aber wir Leiden, welches ihn seit Monaten an das Bett fesselte und durch Stellen erhalten. 8ola wurde gestern nachmittag das gegen möchten die Afridi, Jirghas und den Kalifen vor voreiligen Beglück- welches die linke Seite des Körpers vollständig gelähmt wurde, so ihn gefällte Versäumnis Urteil des Versailler Schwurgerichts wünschungen warnen. Die Konferenz ist fein Kongreß und darin liegt daß vor einigen Wochen, als die Braunschweiger Genossen davon durch einen Gerichtsvollzieher zugestellt. Gegen dies Urteil der Unterschied. Wir können nicht gegen unsern Willen erfuhren, seine Ueberführung von seinem Wohnsiz Königslutter nach fann Zola binnen fünf Tagen die Nichtigkeitsbeschwerde erheben. durch eine, wenn auch noch so starke Mehrheit gezwungen werden, dem Krankenhause in Braunschweig auf Parteifosten veranlaßt wurde. Die nationalistischen Blätter halten die Berurteilung Drey einen Schritt zu thun, der unsern Interessen schadet. Die Partei ist durch den Verlust um so schmerzlicher betroffen, als fus' durch das neue Kriegsgericht für nicht unwahrscheinlich, da unwahrscheinlicheibe. Das ist deutlich! Genosse Wenzel einer der besten der Genossen, stets bereit zum Mercier, der Hauptzeuge gegen Dreyfus sei, unantastbar bleibe. Kampf, mit Hintanseßung seines eigenen Jchs überall für das Wohl Mercier sagte einem Berichterstatter, welcher ihn von dem Kammerder Arbeiter und für die Aufklärung der Massen einzutreten votum verständigte:„ Ich danke meinen Freunden für die Sympa bereit war. tien, welche sie mir bewahrt haben. Ich betrachte mich noch immer nicht als Angeklagter, sondern bleibe Antläger." Vermutlich nicht mehr auf lange! Ausland. Argumente der Maffe. ―st.- Wien, 5. Juni. Die Schneidigkeit der Polizei, die sich gestern beim„ Ringstraßen Korso" der gegen das Luegersche Gemeindewahl- Gesez protestierenden Arbeiter bewährte, hat auch den Wiener Staatsanwalt ergriffen: Die heutige Nummer der Arbeiter Beitung" verfiel der Konfistation. Das Auftreten der Polizei läßt nun feine andere Deutung zu, als daß sich die Regierung mit der christlich- socialen 〃 = " " In der Abrechnung des Unterstügungsfomitees für die Effener Verurteilten( siehe gestrige Nummer) hat sich insofern ein Fehler eingeschlichen, als in den Unterschriften der Komiteemitglieder die Unterfchrift von W. Meinert Bradel weggelassen wurde, was hiermit berichtigt wird. Die Abrechnung datiert überdies vom 25., nicht vom 24. Mai. Polizeiliches, Gerichtliches usiv. Die Dreyfus Affaire, == " Der Senat Unter ein nahm in seiner Sizung vom Dienstag ebenfalls Stellung zu den Standalscenen in Auteuil. Der Präsident versichert, daß der Präsident der Republik in der hohen Versammlung die wärmsten Sympathien genieße. Senator Guyot stellt namens Strafmandate über 3 M. erhielten 6 Genossen in Franken- der vier republikanischen Gruppen folgenden Antrag: Wahlreform solidarisch fühlt und entschlossen zu sein Haufen( Schwarzburg- Rudolstadt), weil sie am 1. Mai ihre schul- Der Senat schließt sich den vom Präsidenten ausgesprochenen Gescheint diesem elenden Machwerk die kaiserliche Sanktion zu pflichtigen Kinder an der Maifeier im Barbarossa- Garten haben teil- fühlen an, brandmarkt die durch die Feinde der Republik in Auteuil verschaffen. Sie würde auch sonst nicht so beharrlich schweigen, nehmen lassen und demnach ihr Verweilen in einem Schanklokal begangenen, nicht zu rechtfertigenden Handlungen und geht zur umsomehr als sie begreifen muß, daß ihr Schweigen geduldet haben. Diese Bestrafung ist nicht von der Polizeibehörde, Tagesordnung über." die Erregung noch steigern und zu Ausbrüchen führen wird. Freilich sondern direkt vom fürstlichen Landratsamt verfügt worden. Das Le Cour- Grandmaison tadelt die Brutalität der Polizei und hat die Regierung genug eigene Wege; weiß sie doch nicht, wie" Saalfelder Volksblatt" weist nicht mit Unrecht darauf hin, daß es wird von der Linken lebhaft unterbrochen.( Zwischenrufe:" Nieder lange sie noch am Leben sein wird. Da aber das erste Erfordernis, boch mindestens sonderbar sei, daß man doch bisher auch der Teil- mit den Jesuiten!") Le Cour- Grandmaison erklärt, daß er was der Kaiser an eine Regierung stellt, das ist, daß die nahme von Kindern besserer" Leute an den von der Badedirektion die Bezeichnung" Jesuiten" nicht für beleidigend ansehe. Er spricht Ruhe in Wien nicht gestört werde, so wird Graf Thun im Kurhause veranstalteten Reunions, Konzerten und Bällen nichts seine Verwunderung darüber aus, daß man Patrioten verhaftet der Wiener Frage" nicht lange ausweichen können. Es dürften in den Weg gelegt habe. habe, welche ihre Sympathie für die Armee fundgegeben haben. gestern auf der Ringstraße zehntausend Demonstranten ( Widerspruch.) Die Wahl im Februar sei verhängnisvoll gewesen. gewesen sein, obwohl der„ Korso" erst am Sonnabendnachmittag be( Allgemeiner Tumult.) Präsident Fallières fordert den Redner schlossen worden war. Nichts steht aber im Wege, daß die auf, feine Worte zurückzunehmen. Er muß unter allgemeinem Demonstration jeden Sonntag wiederholt wird, und die so lange die Gemüter nicht nur in Frankreich, sondern überall Tumult die Rednertribüne verlassen, weigert sich aber auf wiederwenn auch die Regierung durch ihre Polizisten und Soldaten die in der Kulturwelt, wo man noch Sinn für Gerechtigkeit hat, holte Aufforderung, ſeine Worte zurückzunehmen. hat nun, wo sie sich ihrem Schlusse ent mütiger Zustimmung der Linken wird die Censur über ihn wird sie nicht anders herstellen, als indem sie den gegen neigt, noch einmal die politischen Leidenschaften der verhängt. Ministerpräsident Dupuy schließt sich dem Antrage Arbeitern Recht giebt. Die Wahlreform ist offenbar der Franzosen in ihren Tiefen aufgewühlt. Wir haben gestern Guyot an und führt aus, die Behauptung, daß die Rufe:" Es Preis dafür, daß sich Herr Lueger für die Nuhe Biens verbürgte, ausführlich über die Angriffe der vornehmen, monarchischen und lebe die Armee!" als aufrührerische angesehen worden seien, ſei eine gelingt es aber den Arbeitern, den Beweis zu führen, daß gerade nationalistischen Gesellschaft auf den Präsidenten und über die Züge. Ebenso verhalte es sich mit der Behauptung von der Bru diese„ Wahlreform" die„ Gaffe" lebendig gemacht hat, so werden sich bewegte kam mersizung des Montag berichtet. Wir können talität der Polizei. Allein in ihren Reihen habe es Verwundete die Dinge wohl noch wenden lassen. Und es scheint, daß die Arbeiter nun noch nachtragen, daß am Schluß jener Sigung auf Antrag der gegeben. Der Antrag Guvot wird schließlich mit 258 gegen diesen Beweis nach oben" recht deutlich zu führen verstehen werden. 20 Stimmen angenommen.( Lebhafte Rufe:„ Es lebe Heute sind wieder acht Versammlungen einberufen, und es ist die Republik!") Le Provost de Launay verlangt, die charakteristisch, daß keiner von ihnen, obwohl sie alle dieselbe öffentliche Anschlag des Kassation8urteils Regierung über die gegen gewisse Beamte ergriffenen Maßnahmen Tagesordnung haben wie die gestern verbotene, von der Behörde beschlossen worden ist. Durch den Antrag wurde die Regierung auf zu interpellieren. Der Justizminister erklärt, die Regierung stehe zur Schwierigkeiten in den Weg gelegt worden. In Oestreich kann man gefordert, den Urteilsspruch des Kassationshofes in allen Ge- Verfügung des Senats. Le Provost de Launay bespricht die VerEr tadelt, daß ein heute nur dann etwas erreichen, wenn man die maßgebenden Kreise meinden Frankreichs anschlagen zu lassen. Trannoy be- handlungen im Prozeß Déroulède. einschüchtert, und deshalb mußte eben zu den Argumenten der Masse kämpft den Antrag, damit nicht das Kriegsgericht in Rennes beein- Zeuge nach seiner Aussage zum Minister berufen wurde, Brisson erklärt, daß er den Antrag unter und gegriffen werden, da sich die Argumente der Vernunft als wirkungs- flußt werde. sein Befremden darüber aus, daß spricht Dieser sei los darstellten, um das Recht der Arbeiter vor Vergewaltigungen zu stüßen werde, weil sein Kabinett unglücklicherweise die Rede des Fabrit des Grafen Dion geschlossen habe. bewahren. früheren Kriegsministers Cavaignac habe anschlagen lassen, welche fein Müßiggänger, sondern ein großer Industrieller. eine Fälschung enthielt. Ministerpräsident Dupuy erklärte sich tabelt weiter, daß man gegen Richter vorging. Die ergriffenen ebenfalls mit dem Antrage einverstanden, der schließlich mit 307 Maßnahmen glichen einer Beeinflussung des Richterstandes. Der gegen 212 Stimmen angenommen wurde. Justizminister Lebret stellt die Thatsachen fest und erkennt an, daß die Unabhängigkeit der Zeugen sichergestellt werden müsse. Die Richter hätten bei der Aussage Beaurepaires einschreiten müssen. Die von ihm ergriffenen Maßnahmen werden in lleber einstimmung mit allen Ministern erfolgen. Le Provost de Launay fordert schließlich die Regierung auf, ein Vertrauensvotum zu ver langen, durch welches ihre Handlungen gut geheißen werden. Die Linke fordert die einfache Tagesordnung, welche mit 252 gegen 1 Stimme angenommen wird. Vom 6. Juni wird uns Wien telegraphisch gemeldet: Socialisten der Der Pariser Gemeinderat Gestern fanden in verschiedenen Bezirken, 8 Versammlungen der socialdemokratischen Arbeiterschaft statt zum Zweck von Protestfundgebungen gegen die von dem niederöstreichischen Landtage beschlossene Wahlreform. 8 wei dieser Versammlungen wurden nahm aus Anlaß der Vorkommnisse in Auteuil folgende Tageswegen der Angriffe auf die Regierung aufgelöst; die übrigen ordnung an: nahmen einen bewegten Verlauf. Die Ordnung wurde jedoch nicht gestört. Nach Schluß der Versammlungen fanden den Wohnungen einiger christlich- socialer Parteiführer Demonstrationen statt. Die Wache schritt ein und nahm mehrere Verhaftungen vor. bor Italien. Sympathie- Rundgebung für den französischen Präsidenten. Rom, 16. Juni. Bei Beginn der heutigen Sigung der Deputiertenkammer richtete Bissolati( Socialist) an den Kammerpräsidenten die Anfrage, ob er es nicht angebracht halte, dem Präsidenten der französischen Republik Roubet, der am legten Sonntag von reaktionären Fanatikern beschimpft worden sei, die Sympathiegefühle der italienischen Kammer zum Ausdruck zu bringen.( Beifall links.) Der Präsident erklärte hierauf, daß er den Gefühlen der italienischen Kammer der Regierung der Französischen Republik gegenüber Ausdruck verleihen werde.( Lebhafte Zustimmung.) Hierauf begann die Kammer die Beratung über die politischen Maßnahmen. England. " man Aus der Frauenbewegung. die Redner Im Hinblick auf die wider wärtige Gewaltthätig keit, die von einer namenlosen Partei, welche durch geschickt organisierte Ruhestörungen Beunruhigung im Lande zu erhalten hofft, verübt worden ist, überliefert der Gemeinderat den Anstifter und die Verüber dieser Gewaltthätigkeit, welche des Namens von Franzosen und Patrioten unwürdig sind, der Verachtung aller wahren Republikaner; der Gemeinderat appelliert an den gesunden Sinn und den wahrhaft republikanischen Bei den Wahlen zur Generalversammlung der Ortskrankens Geist der Pariser Bevölkerung, um die Wiederkehr von Agitationen tasse in Frankfurt a. M. wurden 9 Frauen, Mitglieder des Kaufund Unordnungen, welche fortgesetzt dem Handel und der Industrie männischen Vereins weiblicher Angestellten, in die Generalversammlung Beunruhigung bereiten, energisch zu verhindern, und bringt dem gewählt. Präsidenten Loubet seine a chtungsvolle Sympathie zum Der Verband der holländischen Näherinnen entfaltet eine Ausdruck und wiederholt ihm die Versicherung seines vollen Ber- sehr rührige Agitation. Von Amsterdam aus hat er eine Reihe von trauens. Mit ihren Maßregeln fährt die Regierung fort. In derselben Zweigvereinen im Lande gegründet, so u. a. in Rotterdam, Arnheim, mit, es seien 47 Civilpersonen und 3 Offiziere verhaftet worden und Sigung des Gemeinderates teilte der Polizeipräfett Blanc Haarlem, Dordrecht und im Haag. würden wegen Beleidigung des Präsidenten verfolgt werden. Der Das Frauen- Stimmrecht in England. Angriff sei so feig gewesen, daß Graf Christiani nicht einmal London, 6. Juni.( W. T. B.) Bei der Beratung des Ausschuß den Mut habe, seine Handlungsweise zu vertreten, berichtes über die Vorlage betreffend die Verwaltung von sondern erkläre, er habe beim Suchen nach einem Ausgange Loubet dadurch getroffen, daß er mit seinem Stocke herumfuchtelte. Die 2ondon nahm das Unterhaus mit 196 gegen 161 Stimmen einen Antrag Courtney an, der Frauen die Wählbarkeit zu Grafroyalistische Jugend habe den Angriff organisiert. Bom Dienstag wird berichtet: schaftsräten oder Aldermen verleiht. Die Ruheftörungen in Belfast in Irland, von denen wir bereits in der vorigen Nummer Notiz nahmen, entstanden aus Außer dem Grafen Christiani werden nur acht von den Streitigkeiten zwischen den Katholiken und Protestanten. in Auteuil verhafteten Personen vor dem Zuchtpolizeigericht Es wurde dabei bedeutender Sachschaden angerichtet. Die wieder Amerika. holten Bajonettangriffe des Militärs trieben schließlich die Menge auseinander. Eine Zeit lang war die Lage so ernst, daß die AufDie Maurer der lokalen Richtung beschlossen in der gestrigen ruhr- Atte verlesen wurde und Dragoner zum Angriff bereitgehalten Im Athleten klub von Puteaug, der polizeilich geöffentlichen Versammlung, ebenso wie die Maurer der centralen wurden. Eine Anzahl Polizisten und Soldaten wurde durch Stein- schlossen wurde, bei dem Grafen Christiani und in der Privat- Richtung, auf allen Bauten, wo dies angängig, einen Stundenlohn würfe verwundet. wohnung des Grafen Dion wurden Haussuchungen vor- von 65 Pf. zu fordern. Türkei. genommen. Der Polizeipräfeft befahl dem Direktor des Gefäng Begnadigung von Die Beisetzung von Johann Strauß. Jungtürken. Konstantinopel, nifies, feinerlei Personen zu den wegen der gestrigen Vorfälle Ver5. Juni. Der Sultan hat während der letzten Woche gegen fechzig hafteten vorzulassen. Wien, 6. Juni.( W. T. B.) Unter außerordentlicher BePersonen, welche wegen jungtürkischer Umtriebe zu längerem In den vornehmen Familien sollen die Verhaftungen sehr übel teiligung aller Kreise der Wiener Gesellschaft fand heute nachmittags 3wangsaufenthalt in Arabien oder Tripolis verurteilt waren, be- vermerkt worden sein. In der Nähe des Polizeigefängnisjes spielten das Leichenbegängnis Johann Strauß' statt. Unter den gnadigt, und deren Zurückführung nach Konstantinopel angeordnet.sich am Abend und in der Nacht tomische Auftritte ab. Die Trauergästen befanden sich in Vertretung des Unterrichtsministers lieben Väter und Mütter und Gattinnen der Verhafteten famen in ihren Equipagen teilweise im großen Gesellschafts- Ministerialrat Stad I er, ferner Statthalter Graf Ki e Imansegg, Der„ Evening World" wird aus Manila telegraphiert: Heute oder Gatten einen Besuch abzustatten oder ihnen Lebens- Schriftsteller und Künstlerwelt. Die Trauerrede in der Ein Rückzug von den Philippinen. New York, 5. Juni. anzuge angefahren, um ihren Lümmeln von Söhnen Operndirektor Mahler, zahlreiche hervorragende Vertreter der abend trafen Hospital- Schiffe mit 500 Mann von der Brigade mittel oder Wäsche zu bringen. Eine Dame stand da mit einer Dorotheentirche hielt Pastor Zimmermann. Vor dem Lawton hier ein, die verwundet oder vom izschlag getroffen Bettdecke unter dem Arm, eine andere trug eine Reisetasche, eine Musikvereinsgebäude hielt der Trauerzug kurze Zeit; hier hielt nach find. Der Kampf der Brigade mit den Filipinos war sehr schwer. dritte hatte eine Flasche in der Hand. Die Polizei aber fümmerte Vortrag eines Chorals Hofrath Koch einen warmen Nachruf. Die Es stellte sich als unmöglich heraus, den Truppenfordon fich weder um die Mittel, noch um die Titel der Besucher und wies Beisegung erfolgte im Ehrengrabe der Stadt Wien an der Seite über das ganze Gebiet bestehen zu lassen; infolge: fie alle ab. dessen gelang es den Filipinos, die amerikanischen Linien zu umgehen und die Telegraphendrähte im Mateothale so oft zu durchschneiden, daß die dort stationierten Posten die Telegraphen Ein wunderbares Schicksal will es, daß die so oft verfolgten Wien, 6. Juni.( B. H.) In Kriesdorf fand zwischen tro a leitung aufgeben mußten. Eine amerikanische Batterie socialistischen Arbeiter jetzt die Schußwehr der Republik tischen Eisenbahnarbeitern und Bauern ein heftiger mußte ihre Munitionswagen nebst der Munition zerstören, damit darstellen. Unser Pariser Parteiblatt, die Petite République" Kampf statt, in welchem zwei Bauern getötet, vier schwer verdieselben nicht in die Hände der Feinde fielen. schreibt, daß am nächsten Sonntag 100 000 Arbeiter auf dem wundet wurden. London, 6. Juni. Nach einer Meldung aus Manila hat Rennplatz von Longchamps beim Grand Prix anwesend sein würden, Linz, 6. Juni.( B. H.) Auf der Fahrt von hier brach dem die Brigade Lawton, die im Norden der Laguna de Kah gegen die um für die Republit einzutreten und den Bräsidenten Postdampfer Seronprinz Rudolf" die Hochdruckkolbenstange, Philippiner vorrückt, eine ernste Niederlage erlitten. Die Artillerie 2oubet gegen alle Angriffe und Beleidigungen der Nationalisten sodaß sich das Schiff schnell mit Wasser füllte. Durch die Geistes. mußte ihre Laffetten und Munition verbrennen, damit sie nicht den Tagalen in die Hände fielen. Die Brigade Hall hat nach hartem und Monarchisten zu schützen. verfolgt werden, nämlich Graf Dion, Louis und Felix Banio: Lehte Nachrichten und Depeschen. Baron Baulny, Graf Fromessent, Baron Saint Mary, Graf d'Aubigny d'Assy und de Neuville. Kampf Morony besetzt. 營 " Brahm's. gegenwart des Kapitäns und der Mannschaft konnten aber die 120 Passagiere, welche sich auf dem Dampfer befanden, von einem zur Hilfe herbeigekommenen Dampfer aufgenommen und gerettet worden. Paris, 6. Juni.( B. H.) In außerordentlicher Sigung beschloß der Ausschuß der Professoren an der Universität Paris, dem Präsidenten Loubet in einer Adresse ihre Ehrfurcht, und Ergebenheit auszusprechen. Es scheint dieser Niederlagen wegen in den Washingtoner Inzwischen hat der ,, Hauptmann" Dreyfus, wie er mun wieder Regierungsfreisen nunmehr definitiv aufgegeben zu sein, den Feldzug amtlich heißt, schon die Teufelsinsel verlassen. Es wird während der Regenzeit fortzuseßen. Ueberdies haben die zur Abgabe gemeldet eines Gutachtens aufgeforderten Aerzie des Offupationsheeres Cayenne, 5. Juni. Hauptmann Dreyfus wurde heute der einstimmig alle Unternehmungen während der Regenzeit für un- Militärbehörde übergeben. Dis Donnerstagabend bleibt er auf der möglich erklärt, wolle man nicht neun zehntel der Gesamt- Ile royale 3u diesem Zeitrunfte wird er an Bord des„ Sfar" in Paris, 6. Juni.( W. T. B.) Die Anklagetammer hat truppen dem Sumpffieber preisgeben. Bis zum Ablauf dieser See gehen. die Beschlußfassung in der Sache Picquart vertagt. WahrJahreszeit hofft Striegssekretär Alger jedoch 30 000 Mann frischer Fort de France( Martinique), 5. Juni Das Depeschenboot scheinlich wird dieselbe am Freitag erfolgen. Truppen nach Manila schicken zu können. " Goeland" hat heute Cayenne zur Fahrt nach der Teufelsinsel ver- Temp3" will wissen, daß die Freunde Picquarts die Zulassen. An Bord befinden sich der Gefängnisdirektor und der Kom- ficherung erlangt hätten, daß, wenn Picquart von der Civiljustiz mandeur der Marine- Artillerie, welche von der französischen Re- in Freiheit gefeßt würde, er von der Militärjustiz nicht mehr vergierung beauftragt sind, den Hauptmann Dreyfus amtlich von der haftet werden solle, obgleich diese bereits einen Haftbefehl gegen ihn Revision seines Prozesses in Kenntnis zu setzen." beschlossen habe. Partei- Nachrichten. * * London, 6. Juni.( W. T. B.) Das Oberhaus nahm die zweite Lesung der Vorlage an, durch welche die Erteilang wie die Annahme geheimer Aufträge als Strafvergehen erklärt wird. Petersburg, 6. Juni.( B. H.) Infolge des Beschlusses über die Wehr vorlage steht die Auflösung des finnischen LandZu den fächsischen Landtagswahlen. Der socialdemokratische Verein in Zwickau beschloß nach einer Meldung der Leipziger Volkszeitung", das schlechte Beispiel der Leipziger Genoffen nachzuahmen Wir verzeichnen noch die folgenden Pariser Meldungen: und entgegen dem Beschlusse der sächsischen Gesamtpartei sich nicht Paris, 6. Juni. Infolge des Gerüchts, daß die Militär an den Landtagswahlen zu beteiligen. Das Stimmenverhältnis in behörde eine neue Verhaftung Picquarts plane, wenn die Civiljustiz der Stadt Zwickau war vor 6 Jahren 1214 socialdemokratische gegen seine Freilassung anordnen sollte, begaben sich die Senatoren Trarieur 2729 gegnerische Stimmen. und Ranc zu Dupuh und ersuchten ihn, die Ausführung dieses Planes zu tages bevor. Verantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 130. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 7. Juni 1899. Reichstag. führung, vor allen Dingen nicht für einen weiten Geschäftsblick beschränken. Wir werden ihn in diesem Bestreben unterstüßen. spricht. Wäre der letztere vorhanden, fo hätte meines Erachtens eine In Bezug auf die Brüder Denhardt bin ich der Ansicht, daß wir ganze Reihe von Forderungen, die in dem Nachtrags- Etat auf- fie jedenfalls entschädigen müssen. Ob die 100 000 m. genügen, das genommen find, schon in dem Haupt- Etat stehen müssen, werden wir in der Kommission sehen. fich als Was die Hungersnöte in den Kolonien anlangt, so waren diese 86. Sigung, Dienstag, 6. Juni 1899. 2 Uhr. Am Tisch des Bundesrats: v. Bülow, v. Posadowsky.weil Freiherr v. Thielmann, v. Goßler, Tirpiz. Präsident Graf Ballestrem: Vor Eintritt in die Tagesordnung hat das Wort der Herr Staatssekretär v. Bülow. Staatssekretär v. Bülow: = das einiger leberlegung einere zum Beispiel an dort von je die Regel. Jetzt ſuchen wir nur denſelben zu steuern. Abg. Richter( frs. Wp.): " bei notwendig voraussehen ließ. die mehrfachen Nachtragsforderungen für die Pariser WeltAbg. Graf Bernstorff Lauenburg( Np.): ausstellung. Unter allen Umständen ist es für den Ueberblick über Dem Wunsche des Herrn Staatssekretärs entsprechend, will ich die Etatsverhältnisse sehr schwierig, genaue Einsicht zu bekommen, auf die Karolinen nicht eingehen. Was die Summe zur Abhilfe des infolge der fortgesetzten Nachtragsforderungen. Andererseits, und Notstandes anlangt, so wird das Haus fich wohl mit ihr einverstanden Ich habe das Wort erbeten, meine Herren, um dem hohen Hause das ist das einzig Erfreuliche bei der Sache, ist damit der Beweis erklären. Nur ein Punkt: der Minimaljaz des Einfuhrzolles für mitzuteilen, daß Deutschland mit Spanien einen Staatsvertrag ab- geliefert, daß die Forderung, der Reichstag folle sich auf zwei Branntwein ist offenbar nicht ausreichend, um die Eingeborenen vor geschlossen hat über die Abtretung der Karolinen, der Palaos fährige Etats einlassen, unausführbar ist. dem Branntwein zu schützen. und der Mariannen- Inseln. Zur Ausgestaltung unserer Besitzungen Forderungen von principieller Bedeutung sind in dem NachAuf der Brüsseler Konferenz ist diese Sache verhandelt worden. in der Südsee wie im Hinblick auf die Handelsinteressen, welche tragsetat nicht aufgestellt, doch will ich die Gelegenheit nicht vorüber- Man sagt, die Regierung hat ein fiskalisches Interesse daran. Aber wir seit lange auf den Karolinen befizen, haben wir es gehen lassen, ohne über einzelne Ereignisse der letzten Zeit, wie es ich meine, trog diefes Jnteresses fann eine Erhöhung des Bolles für unsere Pflicht gehalten, rechtzeitig dafür Sorge zu bei der Etatsberatung ja üblich ist, einige Bemerkungen zu machen. nicht schaden. Vor allem muß das Interesse der Eingeborenen gee tragen, daß diese Jufelgruppen im Falle eines Besitzwechsels uns Aufgefallen ist mir, daß wieder für die Hungersnot in Ost wahrt werden. Ich frage die Regierung, welche Stellung sie zur nicht verloren gingen. Das mit dem Königreich Spanien am afrita 50 000 Mart gefordert werden, daraus ist doch ersichtlich, Brüsseler Konferenz einnimmt. 12. Februar d. J. getroffene Abkommen lautet in deutscher Ueber- daß der Zustand der Einwohner dort ein so bedauerlicher ist, fegung wie folgt: Unterstaatssekretär Freiherr v. Richthofen daß sie zum Teil nicht ohne Hilfe des Reichs dauernd lebensfähig erwidert, die Verhandlungen der Brüffeler Konferenz würden wohl Die kaiserlich deutsche Regierung und die königlich spanische Re- erhalten werden fönnen. Gleichwohl wird bon gewissen gierung sind über die folgenden Punkte übereingekommen: 1. Spanien Seiten aus bei uns fortgesetzt auf Erweiterung unseres kolonialen noch in dieser Woche zum Abschluß gelangen. Deutschland würde der wird an Deutschland die Karolineninseln mit den Palaos und Besizes gedrängt. Wir haben ja erst heute zu hören bekommen, daß neuen Bestimmungen wohl zustimmen. Marianneninseln gegen eine auf 25 Millionen Pesetas fest- Deutschland die Gelegenheit wahrgenommen habe, von Spanien die gesezte Geldentschädigung abtreten. 2. Deutschland wird Karolinen zu erwerben. Herr v. Bülow wünschte, aus Gründen dem spanischen Handel und den spanischen landwirt politischer Courtoisie, daß der Reichstag zur Zeit nicht näher darauf schaftlichen Unternehmungen auf den Karolinen, Palaos eingehen möchte. Nun gestehe ich ganz offen, daß ich nicht geneigt und Marianneninseln die gleiche Behandlung und die gleichen Er- bin, Gründe politischer Courtoisie in solchen Dingen, die das allleichterungen gewähren, welche es dem deutschen Handel dort ge- gemeine Interesse Deutschlands sehr nahe angehen, gelten zu lassen. währen wird, und wird auf den genannten Inseln den spanischen Von„ vaterländischen" Rücksichten, wie Herr Lieber meinte, hat Herr religiösen Ordensgesellschaften die gleichen Rechte und die v. Bülow nicht gesprochen und ich wüßte auch nicht, worin die begleiche Freiheit gewähren, wie den deutschen Religionsgesellschaften. stehen sollten. Ich will jedoch dem Wunsche des Herrn Staats- Der Herr Staatssekretär wünscht heute keine Diskussion über 3. Spanien wird je ein Kohlendepot für die Kriegs- und Handels- sekretärs insofern entgegenkommen, als ich nicht ausführlich auf den den Karolinen- Vertrag. Ich verstehe den Grund sehr wohl: Marine auf den betreffenden drei Archipeln errichten und auch in Wert dieser Inselgruppe für Deutschland eingehen will. er fürchtet, daß bei der übertriebenen Wertschätzung neuer KolonialKriegszeiten behalten können. 4. Dieses Abkommen soll sobald 25 Millionen Pesetas, also ungefähr 17 mil. M., soll Deutschland be- erwerbungen, wie sie auf der rechten Seite üblich ist, die spanischen als möglich in der durch die Geseze beider Länder vorgeschriebenen zahlen. Die Inselgruppen werden von ungefähr 46 000 Menschen Cortes etwa durch solche Reden verführt werden könnten, den bewohnt, fodaß Deutschland also pro Kopf des Einwohners 370 M. Saufpreis nachträglich zu steigern.( Heiterkeit.) Von Sobald die Cortez den Verkauf genehmigt haben, werden wir zahlen würde. Da ist es doch noch sehr die Frage, ob wir im unserer Seite find solche Reden allerdings nicht zu befürchten. bieſem hohen Hauſe ſofort die erforderlichen Vorlagen, zur Beschluß- Deutschen Reiche nicht Verhältnisse und Zustände haben, wo wir dieſe Serr Bebet meint, air beginnen faffung unterbreiten und wird dem Haus alsdann mit aller Aus- 17 Millionen Mark besser verwenden können. Da erinnere ich nur bei einem Kaufpreis von 17 Millionen mit 340 m. Ich glaube aber funft zugleich die Möglichkeit zu voller sachlicher Prüfung geboten an die Verhandlungen des Zuberkulosetongresses. Dort nicht, daß die Zahl der dortigen Deutschen 100 erreicht; aber wenn werden. Mit Rücksicht hierauf und angesichts der Thatsache, daß die wurde ausgeführt, daß, um mit Nachdruck den außerordentlichen es selbst der Fall wäre, so würden von den 17 Millionen auf jeden getroffene Vereinbarung im Augenblick. einem fremden Staate zur Schaden, welchen notorisch die Lungenschwindsucht für weite Kreise Deutschen, der dort unter die Hoheit des Deutschen Reiches zurückBeratung vorliegt, würde die kaiserliche Regierung auch aus Gründen der Bevölkerung befizt, zu beseitigen, es notwendig wäre, circa geführt würde, 170 000 M. entfallen.( Seiterkeit.) Dies zur Klarstellung, internationaler Courtoisie es mit Dant anerkennen, wenn das Haus 100 Millionen Mart aufzubringen. Wenn die Verbündeten Re- daß der Beifall, der der Ankündigung des Staatssekretärs von einzelnen von einer weiteren Besprechung zur Zeit noch Abstand nehmen gierungen uns eine Vorlage gebracht hätten, die als ersten Seiten gespendet wurde, nicht allseitig aus diesem Hause erAnfang zu einem Vorgehen auf diesem Wege 17 Millionen forderte, flungen ist. dann würde diese Vorlage einen ganz anderen Beifall wollte.( Bravo!) Das Haus tritt in die Tagesordnung ein. Etats. Abg. Graf Oriola( natl.) Ueber die sogenannte 3uchthaus Vorlage" werden wir bei der ersten Lesung demnächst unsere Ansicht kundgeben. viel glaube ich aber heute schon sagen zu können, daß bei der Verteidigung der Vorlage die Regierung auf unsere Hilfe nicht zu rechnen hat und sie deshalb, was uns betrifft, wesentlich auf ihren eigenen, heute geschonten Patronenvorrat( Heiterkeit) angewiesen sein wird. Abg. Lenzmann( frs. Bp.) ( HeiterErster Gegenstand derselben ist die erste Lesung des Nachtrags: gefunden haben, als das bei diesem Vertrag mit bespricht den Fall Denhardt und meint, daß den Brüdern Denhardt Spanien der Fall sein dürfte. Ich finde, daß überhaupt ein Rechtsspruch nicht zustehe; es könne sich nur um eine moralische ein viel zu großes Gewicht darauf gelegt wird, unsere auswärtigen Verpflichtung handeln. bemängelt es, daß im Etat des Auswärtigen Amts die Dotation Handelsbeziehungen zu erweitern. Die Erfolge unseres Handels im Abg. Bebel für das archäologische Institut und dessen Sekretariate in Athen und Auslande beruhen zum großen Teile darauf, daß die deutschen Wenn Graf Posadowsky meinte, die Zuchthausvorlage sei nur Rom um 10 000 M. gekürzt ist. Ferner erregt die Art und Weise, Arbeiter zu Löhnen zu arbeiten gezwungen sind, dazu bestimmt, die Auswüchse des Koalitionsrechts der Arbeiter wie die Regierung mit den Brüdern Dehnhardt vor: zu denen die Arbeiter der mitkonkurrierenden Nationen zu arbeiten zu bekämpfen, so erwidere ich ihm, es giebt feinen Kulturstaat, geht, unser höchstes mißfallen. Das, was sie ihnen nicht genötigt sind. Die deutsche Industrie arbeitet mit Hunger- weder England noch die Schweiz, wo die Regierung es wagen bewilligt, genügt in gar keiner Weise. Und ich glaube, daß löhnen und deshalb ist es notwendig, daß die deutsche Volks- könnte, der Volksvertretung einen solchen Gesezentwurf nur anzuich hierin den Empfindungen der großen Mehrheit Ausdruck gebe. wirtschafts- Politik in weit höherem Maße darauf gerichtet wird, die bieten.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Wenn Graf PosaIch habe vollständig recht behalten mit der Behauptung, die Kauffraft und die Konsumfähigkeit seiner Arbeiter im Innern zu dowsky sich heute nicht verleiten lassen will, seine Patronen zu ver ich bei der Etatsberatung aussprach, daß der Einfluß des Herrn erhöhen. schießen, so muß er doch von der Güte dieser Patronen nicht überzeugt sein. Kolonialdirektors für die geschädigten Brüder Denhardt mur einen Was aber geschieht statt dessen? Wir haben vor ein paar Tagen In der That scheinen es mir nur Playpatronen zu sein. schwachen Trost darstelle. Was sind ihnen 100 000 Mart? Damit eine Vorlage bekommen, die direkt darauf ausgeht, künftighin feit.) Wenn die Patronen, die er noch in dem Laufe zu haben vorretten Sie die Leute nicht vor dem Ruin, vor dem wir sie bewahren die deutschen Arbeiter zu zwingen, unter allen Umständen giebt, nicht beffer find, als die Patronen, die in der sogenannten Bewollen. Wir haben sie in anständiger Weise zu entschädigen. Die fich den Bedingungen der Unternehmer zu fügen und nach gründung der Vorlage verschossen sind, so kann sich Graf Bosadowsky Erfüllung dieser Ehrenpflicht liegt gerade im Interesse unserer deren Willen für Hungerlöhne zu arbeiten.( Widerspruch rechts. mit seinem ganzen Gesetzentwurf begraben lassen.( Stürmische Kolonialpolitik. Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Jawohl, meine Heiterkeit.) Beim Etat des Reichsamts des Innern erfüllt uns mit Herren, der Geseßentwurf zum Schuße des gewerblichen ArbeitsStaatssekretär Graf Pojadowsky: besonderer Genugthuung, daß die Regierung einen Zuschuß zu den verhältnisses ist das stärkste Attentat, daß jemals auf die Jch wiederhole, daß es mein Wunsch ist, den Gesezentwurf zum Kosten der Ausrüstung einer Südpolar Expedition ein- Freiheit und die Unabhängigkeit und die Menschenwürde der Schuß des gewerblichen Arbeitsverhältnisses sobald als möglich hier gestellt hat. Beim Militäretat finde ich es durchaus richtig, deutschen Arbeiter unternommen worden ist( Lebhafte Zustimmung im Plenum des Reichstags erörtert zu sehen. Wenn ich mich heute daß neue Beamte zur Durchführung der neuen Militär- Strafprozeß bei den Socialdemokraten), ein Attentat, von dem man einfach nicht auf eine Diskussion nicht einlassen will, so liegt das daran, daß ich Ordnung in Aussicht genommen sind. Doch richten wir die Frage begreift, daß sich die Regierung eines Kulturstaates findet, die es den Gefeßentwurf für politisch und wirtschaftlich viel zu wichtig an die Regierung, wann diese neue Militär- Strafprozeß- Ordnung wagt, eine solche Vorlage einer Volksvertretung zu machen!( Bravo halte. als daß er heute so en bagatelle diskutiert werden könnte. eigentlich in Kraft tritt. Die Vorlage ist durchaus ernst zu nehmen.( Lachen links.) Und ich muß dem Abg. Bebel gegenüber, der von meinem Gesezentwurf geiprochen hat, betonen, daß dies Gesetz nicht eine Vorlage des Reichsamts des Junern ist, sondern eine Vorlage des Bundesrats, die vom Reichskanzler unterzeichnet worden ist. # Was den Marine Etat anlangt, so liegt uns daran, nähere Auskunft über die geplante Nenorganisation der Marine zu erlangen. Wir hoffen, daß die Schlagfertigteit unserer Marine durch den Fortfall des Oberkommandos teine Einbuße erleidet. Erstaunt hat es mich, daß kein Posten eingestellt ist zur Erhöhung des Fonds für unser Fernsprechwesen. Wir haben noch feine Fernsprechverbindung mit Paris, obgleich die Pariser Welt ausstellung vor der Thür steht. Mit den in der Erhöhung der Gehälter der Unterbeamten zu Tage tretenden Tendenzen erklären wir uns einverstanden. Im allgemeinen stehen wir dem Nachtragsetat durchaus wohl wollend gegenüber. Ich beantrage Verweisung desselben an die Budgetkommission. Abg. Lieber( C.): bei den Sociald. Lachen rechts.) Abg. Dr. Sattler( natl.): In dem Augenblick, wo uns von jenseits der Vogesen der Telegraph die Nachricht brachte, daß dort ein jahrelanges, bitteres Unrecht, begangen von einem einzelnen Manne, nach ungeheurer Agitation, die die Motive im Innersten aufgewühlt hat, durch den höchsten Gerichtshof des Landes gut gemacht wird, in einem Augenblick, da uns von jenseits der Alpen die Nachricht kommt, daß sich dort das Wie die andern Redner, will auch ich auf die Zuchthausvorlage Königtum veranlaßt sieht, durch eine allgemeine Amnestie das schwere, und den Kaufvertrag über die Karolinen nicht eingehen. Ich möchte allgemeine Unrecht gut zu machen, das man den Arbeitern im mich hier nur dem Bedauern des Abg. Lieber darüber anschließen, vorigen Jahre in dem provozierten Maiaufstande angethan hat, in daß die unübersichtlichkeit der Etatsaufstellung von Jahr zu Jahr diesem Augenblick, wo Frankreich und Italien mit solchen größer wird. Am besten wäre die Aufstellung eines KomptabilitätsAtten der Versöhnung vorgehen, kommen die deutschen gesetzes über Einnahmen und Ausgaben nach dem Muster von Regierungen mit einem Gefeßentwurf, der die gesamte Preußen. deutsche Arbeiterklasse bis in ihre tiefften Grundvesten auf- Damit schließt die Diskussion. Der Nachtragsetat wird der regt( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten. Widerspruch Budgetkommission überwiesen. rechts) und sie mit vollster Erbitterung gegen dieses Staats- Es folgt die erste Beratung des Entwurfs einer ReichsEs muß schon als Glück gelten, wenn man nur einen Nach- wesen und die, die es regieren, erfüllen muß. Wenn jemals Schuldenordnung. Die Vorlage hat in der Hauptsache nur finanztragsetat erhält. Aber der diesjährige erweitert doch die Kosten in be- eine Vorlage eingebracht worden ist, die den Klassen- technische Bedeutung und erstrebt eine Vereinheitlichung der bisher denklicher Weise. Wir befinden uns offenbar gegenüber dem früheren haß in die weitesten Kreise der Bevölkerung hineinträgt, dann ist es zersplitterten gefeßlichen Bestimmungen an. Nach einer Erläuterung Bestreben, zweijährige Etatsperioden einzuführen, in einer rück- diese!( Lachen rechts. Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemo- durch den Reichs- Schatzsekretär Frhrn. v. Thielmann und läufigen Entwickelung. Die Ueberweisung an die Budgetkommission fraten.) Der Reichstag wird ja höchstwahrscheinlich im Laufe dieses einigen Bemerkungen aus dem Hause wird die Vorlage an die scheint mir als ein gutes Mittel, den Regierungen mit allem Nach- Monats auseinandergehen; ich habe den dringenden Wunsch, Budgetkommission verwiesen. druck zu erklären, daß ein Nachtragsetat nur für ganz außerordent. daß uns die Gelegenheit gegeben wird, wenigstens die erste liche Fälle aufzustellen ist. Man tommt ja aus dem Wirrfal garnicht esung dieses Schandgesetzes im Hause vorzunehmen.( Lärm mehr heraus. rechts. Glocke des Präsidenten.) In Bezug auf die Einzelheiten will ich bemerken, daß ich auf die Karolinenfrage jegt nicht eingehen will, nachdem der Herr Staatssekretär sich eine solche Zurückhaltung auferlegt hat; ich will an vaterländischer Gefimmung nicht hinter ihm zurückstehen. Aus dem gleichen Grunde verzichte ich auch auf eine Anfrage nach dem Stande der Samoa Angelegenheit, zu der sonst der Nachtragsetat wohl die passende Gelegenheit bietet. Präsident Graf Ballestrem: Herr Abg. Bebel, Sie dürfen eine Borlage der verbündeten Regierungen nicht ein Schandgesez nennen: ich rufe Sie deshalb zur Ordnung.( Bravo! rechts.) Abg. Bebel: Nun, meine Herren, ich hoffe, Sie werden unserm Wunsche willfahren: bei Philippi sehen wir uns wieder. ( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten. Unruhe rechts.) Staatssekretär Graf Posadowsky: Gar nicht einverstanden bin ich damit, daß die Dotation für das archäologische Institut in Nom um 10 000 m. gekürzt ist, und Wenn auch die Art und Weise, wie der Herr Abg. Bebel von daß dafür im Reichsamt des Junern zur Förderung der römisch- unseren tolonialen Bestrebungen überging auf das Gefeß zum Schuß germanischen Altertumsforschung 20 000 m. eingestellt sind. Wir des gewerblichen Arbeitsverhältnisses, unzweifelhaft recht gezwungen wissen ganz genau, wo die Glocken hängen. Wir haben keine Ver- war, so will ich doch auf seine Bemertungen ganz fura erwidern. anlassung, die eines natürlichen Todes sterbende Limes- Kommission Ich teile die Auffassung des Herrn Abg. Bebel über dieses Gesez, zu galvanisieren. Dergleichen Aspirationen muß von vornherein welches hoffentlich demnächst zur Beratung in diesem hohen Hause entgegengetreten werden. tommen wird, in keiner Weise.( Heiterkeit links. Rufe: Selbstlnerhört finde ich es, daß die Regierung die Brüder Denhardt mit verständlich!) Jch behandle die Frage wesentlich ruhiger und, wie dem Jammergeld von 100 000 M. entschädigen will. Und dafür sollen ich glaube, von einer etwas höheren Leiter aus( Heiterkeit), wie die Brüder Denhardt an Händen und Füßen gebunden dem Kolonial- der Herr Abg. Bebel und werde mich nicht verleiten lassen, amt überliefert werden. Eine solche Abfindung verträgt nicht die ihm jezt in dem gleichen Tone zu antworten, weil ich es höhere Gerechtigkeit, auch nicht die Ehre und Würde des Deutschen für unvorsichtig halten würde, bei der tendenziöjen socialdemokratischen Agitation gegen dieses Gesez mir jezt die Patronen Im übrigen bietet der Nachtragsetat teine Veranlassung zu aus dem Lauf nehmen zu lassen. Ich will abwarten, bis von dem einzelnen Bemerkungen. Ich will nur die Gelegenheit benutzen, um gesamten deutschen Publikum recht eingehend die Denkschrift studiert im Namen des ganzen Reichstags dem Oberbibliothekar des Reichs- worden ist, die wir als die Grundlage für die Forderungen des tags, Professor Dr. Johannes Müller, für die Vollendung des Gesetzes betrachten. Wir fürchten in keiner Weise, daß dies Gesez Katalogs der Reichstagsbibliothek unseren wärmsten, Dant auszu- in den breitesten Kreisen des Volkes zum Gegenstand der Kritik sprechen.( Bravo!) gemacht wird, weil wir der Ueberzeugung sind, daß wir hier AusAbg. Bebel( Soc.): wüchse der Koalitionsfreiheit treffen wollen, die kein Kulturstaat und ( Lebhaftes Ich stimme dem Herrn Vorreduer darin zu, daß er sein leb- fein geordnetes Staatswesen überhaupt dulden kann. Bravo! rechts.) haftes Mißfallen aussprach über die fortgesetten Nachtrags Etats, mit denen der Reichstag seit einer Reihe von Jahren von den ver Abg. Graf zu Stolberg- Wernigerode( f.): bündeten Regierungen bedacht wird. Ich bin der Meinung, daß Der Herr Abg. Lieber hat in Aussicht gestellt, daß er in der diese Thatsache nicht gerade für eine egatte Gefäfts- Kommission bemüht sein wird, den Nachtragsetat nach Kräften zu Reiches. Darauf vertagt sich das Haus. Nächste Sizung: Mittwoch 1 Uhr.( Gefeze wegen Verwendung des Reichs- Invalidenfonds. Fortsetzung der zweiten Beratung des Invalidenversicherungs- Gesetzes.) Schluß 514 Uhr. Parlamentarisches. In der Wahlprüfungs- Kommiffion des Reichstags wurde gestern der Bericht über die Wahl des Abgeordneten Dietrich ( III. Potsdam), Beanstandung und Erhebungen, festgestellt. Weiter wurde die Wahl des Abgeordneten v. Christen( IV. Staffel- Eschwege) geprüft und nach längerer Beratung für gültig erklärt. Herr v. Christen ist in der Stichwahl gegen unseren Genossen Hugo mit ca. 2700 Stimmen Mehrheit gewählt worden. Nur dieser großen Mehrheit verdankt es der Gewählte, daß seine Wahl nicht beanstandet wurde. Dieses Schicksal ereilte aber den Abg. Müller- Rudolstadt. Gegen dessen Wahl werden eine Reihe von Beschwerden über amtliche und private Beeinflussungen geltend gemacht, welche der Kommission, besonders in Rücksicht auf die geringe Majorität des gewählten Abgeordneten es angebracht erscheinen ließ, die Entschließung über die Gültigkeit der Wahl auszusetzen und über eine Reihe der erhobenen Beschwerden Erhebungen zu veranlaffen. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Zur Riemendreher- Bewegung. Troß des Beschlusses der Handelskammer und der Vertreter der Arbeiter und Unternehmer macht eine Firma in Barmen noch Schwierigkeiten, die die vollständige Beendigung der Bewegung noch in Frage stellen. Die Firma Molineus u. Münz verlangt nämlich in angeborenem Herrenübermute, daß jeder Arbeiter einzeln um Arbeit nachfrage. Eine Versammlung der Arbeiter wies dieses unwürdige und auch unverständige Berlangen mit umso größerem Rechte zurück, als es doch die Unternehmer waren, die zum Nachgeben gezwungen wurden. Der Vorsitzende des Streiffomitees in Bremerhaven, der Maurer N. Sobota und der Maurer Groß sind Sonntag Bormittag verhaftet worden. Beide sollen Sonnabend früh in Verbindung mit 1 Tokales. Gegen die Zuchthausvorlage 1. Kreis. zur Zahlung mit nicht zufrieden, je nachdem der Entwurf des Ortsstatuts die Verpflichtung zur Zahlung der Beiträge den großindustriellen Arbeitgebern oder den Zwischenmeistern auferlegen wollte. Einen Streise glaubt der Magistrat zur Zeit umsomehr ablehnen zu müssen, urals eine besondere reichsgefegliche Regelung der KrankenUSERS versicherung der Hausindustrie demnächst zu erwarten ist. Die Benou 100hit yunruhigung und Belästigung der gewerblichen Kreise, die durch eine Gait man so umfangreiche Organisation wie die Krankenversicherung sämtlicher Hausindustriellen in Berlin hervorgerufen worden wäre, erschien dem test is Magistrat um so bedenklicher, als die reichsgefeßliche Regelung auch eine Abänderung der ortsstatutarischen Bestimmungen voraussichtlich zur Folge haben würde. dem Maurer Witte Arbeitswillige„ belästigt" und sich dadurch gegen werden heute abend 8 Uhr in folgenden Lokalen 19 Volfsverfamm- Eingriff in die widerstreitenden Interessen der beteiligten den berühmten§ 153 der Gewerbe- Ordnung vergangen haben. lungen abgehalten: Sonntagvormittag hatten sie deswegen eine behördliche Vernehmung zu bestehen, nach deren Beendigung Sobota und Groß wegen Fluchtverdachts verhaftet wurden. Witte blieb, weil verheiratet, auf Cohn( großer Saal), Beuthstr. 20-21. freiem Fuß. Mögen die Verhafteten sich des Vergehens schuldig gemacht haben oder nicht, zur Festnahme lag, so schreibt unser dortiges Partei- Organ, unseres Erachtens tein Grund vor. Sobota wohnt seit circa 7 Jahren, Groß seit circa 4 Jahren hier in Bremerhaven, beide haben sich bisher nicht das geringste zu Schulden tommen lassen, und daß sie jezt flüchtig werden würden, ist vollständig ausgeschlossen. Es sind denn auch bereits Schritte eingeleitet, um die Wiederfreilassung zu bewirken. Die Meister jubeln natürlich, glauben sie doch jetzt nach Festnahme der„ Streifführer" Herr der Situation zu sein. Daß sie zu früh triumphieren, dürften fie bald erfahren. Deutsche Koalitionsfreiheit. In Arnstadt( SchwarzburgSondershausen) wurde die Verbands- Zahlstelle der Fabritarbeiter mit folgender Begründung verboten:" Die vorgelegten Statuten laffen es unklar, was unter„ and, Hilfsarbeitern und Arbeiterinnen" verstanden wird. Nur den gewerblichen Arbeitern ist im§ 152 der Reichs- Gewerbe- Ordnung die Koalitionsfreiheit eingeräumt. Arbeitervereine mit den in dem vorgelegten Statut gedachten Zielen, welche auch andere als gewerbliche Gehilfen, Gesellen und Fabrikarbeiter zur Aufnahme berechtigen wollen, find nach§ 8 des Landesgesetzes vom 9. Juni 1856 verboten." Ausland. Vom Textilarbeiter Streik in Brünn. Der Streik dauert munmehr in die sechste Woche und die Arbeit ruht noch in allen Fabriken vollständig. Die Unternehmer hatten ihre Hoffnung darauf gesezt, daß am Sonnabend für viele Arbeiter zum zweitenmal während des Streits die Miete fällig war, aber auch diese Schwierigfeit wurde überwunden und kein einziger ließ sich zwingen. Ein Versuch des Bürgermeisters von Brünn, eine Verständigung herbeizuführen, scheiterte an der Hartnäckigkeit der Unternehmer. Gesammelt wurden bis jetzt für die Streifenden 31 000 Gulden. 2. Kreis. Bodbrauerei am Tempelhofer Berg. Bidels Festsäle, Hasenhaide 52-53. 3. Kreis. Ressource, Kommandantenstraße 57. Möhring, Admiralstraße 18 c. 4. Kreis( Osten). Kellers Fest säle, Koppenstr. 29. ( Süd- Osten.) Urania, Wrangelstr. 11. Drachenburg, An der Schlesischen Brücke 1/2. 5. Kreis. Der langen Rede furzer Sinn ist eben der, daß der Magistrat sich vor dem Wehgeschrei scheut, das die Großkonfektionäre abermals erheben könnten, wenn sie zu den selbstverständlichen und überall sonst vom Unternehmertum erfüllten socialen Pflichten herangezogen werden sollen. Brauerei Friedrichshain( Lipps), Am Friedrichshain 22/29. berüchtigte Maitresse Friedrich Wilhelms II., als Klägerin ihr 6. Kreis. Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Mierkes Voltsgarten, Schönhauser Allee 101/102. Peters, Alt- Moabit 80/81. Ballschmieders Salon, Badstraße 16. Schöneberg. Klubhaus, Hauptstraße 5/6. Charlottenburg. Bismardhöhe, Wilmersdorferstr. 39. Rigdorf. Apollo Theater, Hermannstr. 48/50. Köpenick. Auch eine Centennar- Erinnerung. Von einem eigenartigen Sensationsprozeß, der vor nunmehr 100 Jahren die Berliner lebhaft beschäftigte, berichten einige Urteilsverkündigungen" in" Dentwürdigkeiten und Tagesgeschichte der Mark Brandenburg" vom Jahre 1799. Als Verklagte figuriert die Gräfin Lichtenau, die Dienstmädchen Karoline Belderbusch. Gegenstand der Klage sind einige Real- und Verbalinjurien", indem indem die Beklagte der und sie Klägerin eine Ohrfeige gegeben haben sie„ infame Bestie, infames Luder, infame Kanaille, infames Mensch und schönes Früchtchen genannt haben soll"." Karoline" muß diese, offenbar im Hofton" gehaltenen Schmeichelnamen falsch verstanden haben, sie ging hin und verklagte ihre gnädige Frau" wegen Beleidigung. Frau Gräfin bestritt die angeblichen Beleidi gungen", konnte jedoch nicht leugnen, eine andere annoch denunzierte Verbalinjurie" angewandt zu haben, indem sie die Klägerin in zivei an den Präsidenten v. Eysenhardt geschriebenen Briefen eine nichtswürdige Kreatur und eine gefährliche Person genannt hat". Als Entschuldigung hierfür führte die Frau Gräfin ins Feld, daß die Klägerin sich fälschlich für ein Fräulein ausgegeben Wilhelms- Garten( Scheer), gegenüber der Langen Brüde. und jemand wegen Vergiftung fälschlich denunziert, auch sei Weißensee. Schloß Weißensee( großer Saal). Lichtenberg, Friedrichsberg, Friedrichsfelde, Rummelsburg. Miller, Frankfurter Chaussee 86. Die Massenanssperrung in Dänemark. Im Korrespondenz blatt der Centralfommission der Gewerkschaften Deutschlands" veröffentlicht die Geschäftsleitung der centralisierten Gewerkschafts- Verbände Dänemarks eine Darstellung der Aussperrung und einen Arbeiter, Parteigenoffen und Genossinnen! Es ist Eure Pflicht, Aufruf zur Unterſtügung der Ausgesperrten, denen der Kampf um zahlreich in diesen Versammlungen zu erscheinen und einmütig gegen die Erhaltung einer mit schweren opfern erkämpften Organisation aufgezwungen worden ist. Die Generalfommission hat beschlossen, die geplante Vernichtung Eures Koalitionsrechts zu protestieren. als Sammelstelle für die eingehenden Unterstützungen zu fungieren. es ihre besondere Pflicht gewesen, auf die Leute in ihrem Hause acht zu geben, da des höchstseeligen Königs Maje, ät öfters in ihrem Hause die Gräfin von der Mark( beider Tochter) besucht habe. Zugleich berief sie sich auf eine Stabinetsordre vom 12. Des zember 1794, durch die ihr jetzt verstorbener fürstlicher Geliebter den fchon damals schwebenden Prozeß niedergeschlagen. Ihre Einwände wurde festgestellt,„ daß fie gar nicht erwiesen", auch vier Jahre nach wurden jedoch zurückgewiesen. Bezüglich der falschen Denunziation" der Beleidigung des Mädchens erfolgt sein sollte.( Wahrscheinlich handelte es sich dabei um den Tod der mit dem König in Bigamie lebenden Gräfin Julie Voß- Ingenheim, die die Lichtenau vergiftet Die Aussperrung der englischen Stuccateure ist beendigt. „ Evangelisations": Versammlungen im Grunewald haben sollte.) Hinsichtlich der Kabinetsordre sagte das Gericht:„ daß eins Der Redaktion der„ Daily News" ist es abermals gelungen, werden im Sommer bei gutem Wetter jeden Sonn- und Festtag von feitige landesherrliche Verfügungen die Rechtssachen der Unterthanen über sich als Friedensstifter in einem gewerblichen Konflikte zu dem hiesigen, christlichen Verein junger Männer" ver- ihre Privatrechte nicht entscheiden und aufheben könnten", als erbewähren. Unter dem Vorsitz ihres Chefredacteurs Edward J. Cook anstaltet. Die Evangelisten" wenn man sie so nennen darf schwerend hielt man der Verklagten dagegen vor, daß sie eine Person hat Ende des vorigen Monats eine Konferenz von Vertretern der ziehen hinaus, stellen sich in der Nähe eines vielbegangenen Touristen höheren Standes", das Endurteil aber lautete, daß die Beklagte verorganisierten Bauunternehmer und des Stuccateurverbandes statt- weges auf und fingen ihre Lieder. Sobald dann die Spaziergänger bunden, der Klägerin schriftlich oder mündlich Abbitte zu leiſten". gefunden, die zur Beendigung der seit nahezu drei Monaten aus Neugier herantreten, halten sie ihnen kurze Ansprachen, knüpfen Die Lichtenau erhob Intervention, dieselbe half ihr jedoch nichts; es währenden Arbeitssperre geführt hat. mit dem einen oder dem anderen eine persönliche Unterhaltung blieb dabei, die Gräfin Lichtenau muß der Belderbusch öffentlich Der Kompromiß ist ein solcher, daß man schwer sagen kann, an und suchen sie für ihre Sache zu gewinnen. Das haben sie Abbitte thun und ihr eine Ehrenerklärung geben". Ob das Urteil welche von beiden Barteien als besiegte aus dem Kampf hervorgeht. nun schon neun Sommer hindurch so getrieben. Ein offizieller ebenso gelautet hätte, wenn die Frau Gräfin noch bei Hofe in Gunst Jedenfalls aber haben die Prinzipale ihr Verlangen, daß die Ge: Bericht über diesen Zweig der Arbeit des Vereins sagt: wirklich gestanden und nicht als Kontubine seines verstorbenen Vaters des werkschaft eine Kaution für die Einhaltung der Abmachungen hinter- gestört worden sind wir in diesen neun Jahren nur regierenden Königs bestgehaßte Freundin" gewesen wäre, bleibe legen soll, als unhaltbar zurückziehen müssen. Die Gewerkschaft zweimal." In neun Jahren dürften über hundert solcher dahin gestellt. " hat dagegen versprochen, über keine Verbandsfirma Geschäftssperre Versammlungen stattgefunden haben. Wenn von dieser großen Zahl Die Lohn- und Arbeitszeitbedingungen waren in dem Konflikt nicht in Frage gestellt, es war ein reiner Kampf um Rechte oder, wenn man will, Privilegien, und jedenfalls geht die Gewerkschaft aus ihm stärker hervor, als sie in ihn eingetreten ist. Sociales. " " Summe zu verhängen, ohne ihr sechs Tage vorher Anzeige zu machen. Die nur zwei wirklich gestört" worden sind, so ist das ein schlagender verſität unter höfischem Pomp enthüllt worden. Der Vorsitzende des Das Helmholt- Denkmal ist gestern im Vorgarten der UniForderung der Londoner Sektionen, daß die Wertführer der Gewerk- Beweis dafür, wie unberechtigt das Geschrei der bersität unter höfischem Bomp enthüllt worden. Der Vorsitzende des fchaft angehören müssen, gilt als endgültig zurüdgezogen, die Streitigkeiten fir dlich gesinnten reise und ihrer Presse über Denkmalfomitees, Prof. Dr. König erhielt bei der Gelegenheit einen über Arbeitsabgrenzung sollen von gemischten lokalenkomitees geschlichtet die angebliche Roheit der der Kirche ent- Orden vierter Klasse. werden, die Ausländer in dem Maße entlassen werden, als sich fremdeten Bevölkerungsschichten Berlins ist. Eheschließungen, Geburten und Todesfälle. In der Wochee Heimische Arbeiter finden, ihre Stellen zu befeßen. Die Weigerung Dasselbe gilt übrigens für die Schiffergottesdienste, die gleichfalls vom 14. bis 20. Vai fanden in Berlin 455 Eheschließungen statt. der Gewerkschaftler, gemeinsam mit Nichtgewerkschaftlern zu arbeiten, unter freiem Himmel, auf einem innerhalb Berlins vor Anker Die Zahl der Lebendgeborenen betrug 915( 453 männliche, 462 soll nur für bestimmte Kategorien der letteren gelten. Die Lehr liegenden Kahn abgehalten werden. Auch sie sollen fast ausnahms weibliche). Totgeboren wurden 31 Kinder( 18 männliche, 13 weibLingsfrage ward den Distriktskomitees überwiesen, doch erklärte los ohne Störung verlaufen. Besonders bemerkenswert erscheint liche). Unter den Lebendgeborenen befanden sich 144, unter den Totman sich auf beiden Seiten dafür, zum alten System regel uns das aber bei den„ Evangelisations"- Versammlungen. Wer am geborenen 11 außerehelich geborene Kinder. Die Zahl der Sterberechter Lehrtontratte zurückzukehren. Sonntagnachmittag nach dem Grunewald hinausfährt, um einmal fälle betrug in der Berichtswoche 676 und betraf 367 männliche, ein paar Stunden den Staub der Woche und, wenn's geht. 309 weibliche Personen. Unter den Verstorbenen befanden sich 223 auch die Sorgen von sich abzuschütteln, der wird in der Regel Kinder im ersten Lebensjahre( 170 ehelich und 53 außerehelich ges wenig Verlangen danach haben, sich sein ohnedies nur be- borene). In Krankenhäusern sind 204 Personen( 111 männliche und scheidenes Vergnügen noch von einen Jünglingsverein beein- 93 weibliche) gestorben. Auf gewaltsame Weise endeten 14 trächtigen zu lassen. Da wäre es zwar nicht zu billigen, aber Personen, darunter 6 durch Selbstmord. Auf die einzelnen StadtVerband britischer Eisenbahner. Vor einigen Tagen ist der doch allenfalls zu begreifen, wenn öfter mal einem auf diese Weise teile verteilten sich die Sterbefälle wie folgt: Berlin- Kölln- Dorotheen1898er Jahresbericht des Verbandes der briti belästigten Spaziergänger die Galle überliefe, so daß stadt 10; Friedrichstadt 17; Friedrich- und Schöneberger Vorstadt 23; schen Eisenbahner erschienen. Er giebt die Zahl der Ver- er für Gesang und Ansprache mit einem derben Wort quittierte. Friedrich- und Tempelhofer Vorstadt( westl.) 10; Tempelhofer Vorbandsmitglieder am Jahresschluß auf etwas über 54 000 an. Der Erfreulicherweise geschieht das jedoch, wie die Erfahrungen des er stadt( öftl.) 39; Quisenstadt jenseits des Kanals 78; Luisenstadt diesfabelhafte Aufschwung, den der Verband 1897/98 nahm- er schwoll wähnten Vereins lehren, nur sehr selten- man darf sagen: fast seits des Kanals 43; Stralauer Viertel 63; Königsviertel 71; auf über 80 000 an- scheint nicht vorgehalten zu haben. Die nie. Gleichwohl sind wir der Ansicht, daß es immer noch zu Spandauer Viertel 26'; Rosenthaler Vorstadt 97; Oranienburger jetzige Zahl jedoch, heißt es im Bericht, zeigt das zuverlässige, stabile oft geschehen ist, und daß unter den beiden wirklichen Vorstadt 54; Friedrich- Wilhelmstadt und Moabit( öftl.) 32; Moabit Element. Troß eines sehr kostspieligen Streits in Irland und der Störungen", die in den neun die in den neun Jahren vorgekommen find,( westl.) 45; Wedding 68.- Die Eheschließungen betrugen 26,1, die Verluste, die der Kohlengräber- Ausstand in Wales dem Verband genau zwei zu viel waren. Lasse man doch die Lebendgeborenen 26,3, die Totgeborenen 0,9, die Sterbefälle 19,4 verursachte, schließt der Finanzbericht mit einem kleinen Ueberschuß eutchen gewähren! Bor Störungen sollte sich schon pro Mille der Bevölkerung. gegen das Vorjahr ab. Der Kassenbestand beträgt rund 4 Millionen deswegen jedermann hüten, weil man nicht wissen kann, ob Mart. die„ Evangelisations"-Bersammlungen im Grunewald, wenn sie auch Musikhandwerker. Eine der originellsten Jnnungen, welche improvisiert erscheinen und genau genommen nur den Charakter Berlin aufzuweisen hat, ist zweifellos die„ Jumung der Musikmeister", eines Privatvergnügens haben, nicht doch den Staats- welche dem Beilchen gleich im Verborgenen blüht, aber dennoch eine anwälten und Richterkollegien als eine gottesdienstliche ordnungsmäßige Innungsthätigkeit entfaltet. Dieser Junung, deren Für den Achtuhr Ladenschluß erklärte sich die Haupt- Handlung gelten, deren Störung gegen das Gesetz verstößt. Wenn Geltungsbereich sich über Berlin und dessen Vororte erstrect, versammlung des deutschen Verbandes taufmännischer Vereine, die wir übrigens nach dem, was wir gelegentlich selber beobachtet haben, gehören im ganzen 19 Musikmeister" sowie eine Wufitmeister Diese Musifmeister" beschäftigten am 5. Juni in Eisenach in Gegenwart des Oberbürgermeisters und urteilen dürfen, so müssen wir annehmen, daß die nach dem Grune- witwe" als Mitglieder an. eines Beauftragten der weimarischen Staatsregierung tagte, durch wald hinauspilgernden Berliner die Evangelisten" thatsächlich nach insgesamt im legten Berichtsjahre 298 2ehrlinge, soday jeder Richtung hin ungeschoren lassen, indem sie auch in auf im jeden Meister Durchschnitt in runder Annahme der folgenden Resolution: " Dfe Jahresversammlung des Deutschen Verbandes Kaufmänni- freundlichem Sinne so gut wie gar teine Notiz von 15 Lehrlinge lommen. Von diesen sind 86 Lehrlinge ausgeschrieben", scher Vereine begrüßt es mit Freude, daß in der Novelle zur ihnen nehmen. Die meisten von denen, die ihnen in die d. h. sind„ Gesellen" geworden, während 4„ Gesellen" die„ MeisterGewerbe- Ordnung, in Verbindung mit den Beschlüssen der betreffen- Arme laufen und etwa stehen bleiben, hören sich die Sache ein Weilchen prüfung" bestanden haben. Für die„ Gesellen" besteht ein besonderer den Reichstags- Kommission, Mittel zur Beseitigung der übermäßigen mit an, um bald topfschütte Ind wieder fürbaß zu schreiten. Gesellen- Ausschuß", auch bejizt die Innung der Mujitmeister". Arbeitszeit und anderer auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit Manchem unserer Leser wird hierbei allerdings einfallen, daß bei welche den klangvollen Beinamen Harmonia" führt, ein eigenes der Handlungsgehilfen schädlich wirkender Uebelstände in Laden uns nicht jedermann so unter freiem Himmel vorher verabs Schiedsgericht. Hauptzweck dieser Imung scheint demnach die Lehrgeschäften geboten werden. redete Zusammenfünfte mit Seinesgleichen abhalten darf, wo und lingszüchterei zu sein, und unter dem Dedmantel der InnungsIn Erwägung jedoch, daß der§ 189e der Novelle zu Unzu- wann er will, Ansprachen halten darf, an wen und worüber er will, Privilegien" die ungestörte Pflege der persönlichen Interessen der träglichkeiten bei seiner Handhabung führen muß, betont der auf seine Zuhörer einzuwirken und sie zu überreden suchen darf, Musikmeister". Ob die Herren sich auch zu den Kunsthandwerkern" Deutsche Verband kaufmännischer Vereine, unter Hinweis auf die wie und wozu er will. Die Zuchthausvorlage will schon die rechnen? Beschlüsse der Kommission für Arbeiterstatistik, deren bezüg- harmlosesten Einwirkungs- und Ueberredungsversuche, denen ein Arbeitswilliger" ausgesetzt wird, bestraft wissen. Es Verein Berliner Drosch kentutscher auf eine Petition erteilt, Einen ablehnenden Bescheid hat der Polizeipräsident dem liche Erhebungen durch die im Jahre 1890 an den Herrn Reichstanzler gerichtete Denkschrift des Verbandes veranlaßt wurden, daß darf hier aber nicht überschen werden, daß dabei doch wohl in welcher der Verein im Auftrage der am 27. April d. J. abgeer es nach wie vor für unbedingt notwendig hält, für das ganze ein feiner Unterschied besteht. Deutsche Reich einen allgemeinen Ladenschluß um spätestens 8 Uhr gemeinsamem Kampf Befferung ihrer Arbeits- und Lohnverhältnisse haltenen öffentlichen Versammlung der Droschkentutscher Berlins um erreichen und den auf ihnen lastenden Druck der Aufhebung der bekannten Polizeiverordnung über das Befahren der abends, mit Ausnahme der Abende vor Sonn- und Feiertagen, ge- Ausbeutung einigermaßen zu mildern suchen, gefährden durch Leipziger- und anderer Straßen mit unbesetzten Droschken vorſtellig seglich anzuordnen. Die Versammlung erklärte sich ferner für besondere kauf- ihr Thun den ungeschmälerten Fortbestand der geworden war. männische Schiedsgerichte, für die Erweiterung und einheitlichere Ge- gegenwärtigen Gesellschaftsordnung, deren Funda- Von einem Müllwagen totgefahren wurde vorgestern nachmittag staltung der Sonntagsruhe und für den Wegfall des Versicherungs- ment die schrankenlose Ausbeutungsfreiheit ist. Die Kirche dagegen um 4/2 Uhr die fünf Jahre alte Tochter Elisabeth des Kutschers zwanges für Staufleute bei der Alters- und Invalidenversicherung. und ihre Anhänger bemühen sich, diese herrliche, nach ihrer Woop aus der Warschauerstraße 59. Das Kind war von der Mutter Versicherung von Gott gewollte Gesellschafts- nach dem gegenüberliegenden Hause zum Bäcker geschickt worden, um Der Prinz von Wales und die Sonntagsarbeit der Bäcker. ordnung zu schüßen und zu stützen. Ihr Singen und zum Kaffee Schnecken zu holen. Als es bei der Rückkehr den FahrVor einigen Tagen fonstatierte der Vorsigende des englischen Bäder- Beten hilft ihnen zwar nichts, aber es sch a det auch niemandem. Damm wieder überschreiten wollte, erschrak es durch den Zuruf eines verbandes, J. Jentins, auf einer Versammlung in Walthamstow, Gegen den Polizeiknüppel, wie er aus der Zuchthausvorlage Pferdebahntutschers, der mit seinem Wagen von der Frankfurter daß bis vor kurzem für den Haushalt des Prinzen von Wales in hervorgudt, muß und wird sich die Arbeiterklasse träftig ihrer Allee hertam, drehte sich um und lief unter einen aus der anderen Marlborough House, jeden Montagmorgen frische Semmeln geliefert aut wehren, diejenigen, die mir das harmlose Gebet- Richtung kommenden Müllwagen, der ihm über die Brust hinweg wurden. Bor drei Wochen nun sei der Prinz darauf aufmerksam buch gegen sie schwingen, darf sie lächelnd gewähren ging und es auf der Stelle tötete. Den Kutscher trifft keine Schuld, gemacht worden, daß dies Somtagsarbeit bedeute, gegen welche die lassen. da er beim besten Willen den Wagen nicht mehr rechtzeitig zum Gewerkschaft ankämpft, und der Prinz habe darauf sogleich verfügt, daß diese Praxis fortan unterbleiben solle. Möge sich die Aristokratie Hause wird berichtet: Für den Beschluß des Magistrats, das von Rückfichtnahme auf die Großkonfektionäre. Aus dem Nat. Stehen bringen konnte. Ein Einbruch ist vorgestern'am hellen Tage bei dem Kaufmann daran ein Beispiel nehmen. Die Sache zeigt den Einfluß der Arbeiterbewegung. In Deutschversicherung der Hausindustriellen abzulehnen, die gegen 61 Uhr das Dienstmädchen mit den beiden Kindern zum Die Sache zeigt den Einfluß der Arbeiterbewegung. In Deutsch der Gewerbedeputation vorgelegte Ortsstatut für die Kranken- Echlägel in der Gräfestraße 5 verübt worden. Frau Schlägel schickte land erscheint derartiges zur Zeit noch ganz undenkbar. Frage aber nach Ablauf von zwei Jahren wieder in Erwägung zu Spazierengehen aus und ging dann selbst weg, um eine Beziehen, war die heftige Gegnerschaft maßgebend, die in den beteiligten sorgung zu machen. Als Schlägel um 81/2 Uhr nach Hause Kreisen gegen den Erlaß eines Ortsstatuts hervortrat. Sowohl die kam, fand er die; Wohnungsthür unverschlossen und sämtliche BeArbeitgeber wie die Arbeitnehmer und die Krankenkassen waren da- hälter durchwühlt. Diese zu öffnen, war den Spizbuben " Die Arbeiter, die in " " " " Be mehr nicht schwer geworden, da Frau Schlägel die Schlüsse wird es ja lehren, inwieweit unsere„ unabhängigen" Vertreter ge- Arbeiterinnen war von dem Gutsinspektor geohrfeigt im Speisezimmer auf dem Tische hatte liegen laffen. Die willt sind, ihr Wort einzulösen, und im Interesie ihres eigenen worden, was sich der Bruder der Geschlagenen in heftigster Weise Einbrecher haben 90 m. bares Geld, das ganze Silbertafelzeug Ansehens" dem Magistrat gegenüber feine Nachgiebigkeit zeigen verbat. Er bedrohte den Inspektor mit einer Dungforte, wogegen ( EB-. Thee, Suppenlöffel 2c. mit dem Monogramm F. N.) und die werden. Schmucksachen der Frau Schlägel erbeutet, u. a. einen vierreihigen dieser sich mit einer Kartoffelhade bewaffnete. Infolge dieser auf. Korallenschmuck mit entsprechenden Ohrringen, Armband und Haar- 10 Uhr brach in den Begenbürgerschen Häusern, Lankwißerſtraße, ein in Neu- Ruppin polizeiliche Hilfe erbeten worden. Von dort langte Aus Groß- Lichterfelde berichtet man uns: Am Montagabend freiem Felde sich abspielenden Gewaltscenen war vom Gutshofe aus tamm, einen goldenen Halsschmuck mit Amethyst, goldene Ohrringe und Brosche, ein breites, schwarzes Emaille- Armband und ein gol- euer aus, das rasch um sich griff und einen äußerst gefahr- nischen Arbeiter zu verhaften. Dies wurde aber von etwa 50 bis denn auch ein Polizist auf dem Gute an, um den„ aufsässigen" pols. denes Spiralarmband. Auch einen Ueberzieher Schlägel's haben sie drohenden Charakter annahm. Die Bewohner des oberen Stodmitgenommen und ferner die Versicherungskarte des Dienstmädchens, als die Flammen schon in mächtigen Garben aus dem Dache hervor wertes lagen bereits im Schlafe und gewahrten die Gefahr erst, 60 polnischen Arbeiterinnen 3 น verhindern gesucht, sodaß der Polizist blank zog. den Nun erst gelang es, Mann die sie vielleicht beim Versetzen der Sachen benugen werden. schlugen. Sie konnten von ihren Habseligkeiten nur das Not- zu verhaften und mit Hilfe des Gutspersonals nach Zwei Wegelagerer, die gerade im Begriffe standen, einen wendigste retten. Zum Glücke sind die meisten, darunter auch unser Neu- Ruppin in Polizeigewahriam zu bringen. Dorthin zogen Arbeiter zu überfallen, sind Montagabend um 7/2 Uhr am Ver- Parteigenosse Lubasch, versichert und so wenigstens vor den aber auch die polnischen Arbeiterinnen. Sie versammelten sich vor lorenen Weg hinter dem Friedrichshain festgenommen worden. Die schlimmsten Folgen der Brandkatastrophe geschützt. Die Feuerwehren hafteten. Polizeikommissar Klinder ließ endlich die Aufgeregten in dem Stadthause und verlangten stürmisch die Freilassung des VerStrolche verlangten von dem Arbeiter, der ruhig seines Weges ging, von Lichterfelde und Lankwik mußten sich in der Hauptsache auf den hafteten. Polizeikommissar Klincker ließ endlich die Aufgeregten in einen Groschen für Schnaps. Als der Mann sich weigerte, für diesen Schutz der anstoßenden Gebäude beschränken. Bei dieser Gelegen worden war, gelang es ihm mit Hilfe zweier als Dolmetscher den Hof des Stadthauses, und nachdem ein Protokoll aufgenommen Zweck Geld zu geben, gingen sie ihm unter Drohungen zu Leibe. heit hat sich wieder einmal gezeigt, daß die Einrichtungen zur Sie wurden jedoch von Bewohnern der benachbarten Laubentolonie tämpfung von Feuersgefahr in unserem Orte noch fungierenden Neu- Ruppiner Bürger, die Frauen zu beruhigen und überwältigt, durchgeprügelt und einem Schußmann übergeben. als sehr viel zu wünschen übrig lassen. Der einzige und zum Abzuge zu veranlassen. Voraussichtlich wird diesem Krawall aus der Hansottestraße 47 zu Reinickendorf, dem am Montag auf Es ist klar, daß der Wasserdrud bei einer solchen Entfernung, fich Seinen Verlegungen erlegen ist der Kutscher Leo Schulze nächste Hydrant ist von der Brandstätte etwa 400 Meter ent- noch ein Strafgericht folgen, wobei allerdings der ohrfeigende fernt, derjenige auf Lankwizer Gebiet beinahe ebensoweit. Inspektor frei ausgehen dürfte. dem Navenéschen Abbruch ein Balken auf den Kopf gefallen war. derart vermindert, daß die Menge des ausgeworfenen Wassers einem Unglückliche Liebe hat wieder einmal zwei Selbstmord- solchen Brandherde gegenüber nahezu bedeutungslos ist. Es wird bersuche veranlaßt. Die 20 Jahre alte Comptoiristin Martha Sache der Gemeindevertretung sein, den Uebelſtänden auf dem GeEhrich aus der Simeonstraße 24 unterhielt ein halbes Jahr lang biete des Feuerlöschwesens durch Einrichtung weiterer Hydranten und mit dem Sohne eines Destillateurs ein Liebesverhältnis und konnte Anschaffung besserer Gerätschaften beizeiten abzuhelfen. Es muß es nicht überwinden, daß ihr Geliebter sich Pfingsten mit einem dies umso eher erwartet werden, als es der Gemeinde bekanntlich anderen, wohlhabenden Mädchen verlobte. Tag und Nacht quälte sie bei Errichtung neuer und natürlich auch„ notwendiger" Kirchen usw. ihr Liebesgram.. Am Montagmorgen erzählte sie ihrer Wirtin, daß auf eine Handvoll Noten noch nie angekommen ist. sie sich im Traume mit ihrem Mag vergiftet habe. Als sie gestern Morgen in das Geschäft in der Friedrichstraße 225 kam, befand sie sich in einem so elenden Zustande, daß der Prinzipal sofort einen Arzt von der Unfallstation holen mußte. Nun stellte sich heraus, daß das Mädchen unterwegs Schweinfurtergrün genommen hatte. die erforderlichen Gegenmittel an und ließ dann die Unglückliche in Der Arzt wandie ein Krankenhaus bringen. Die 25 Jahre alte Dienstmagd Anna Bartsch, die bei dem Schlächtermeister Lehnacker in der Reichenberger straße 72 in Stellung ist, hatte seit 5 Jahren ein Verhältnis mit erwähnen cinem Bierfahrer, den sie schon in der gemeinsamen schlesischen Heimat In Joachimsthal wird am Sonntag, den 18. Juni, das Denkmal für den märkischen Dichter Brunold enthüllt. den Digter Bruno enthälfte die unweit von Fürstenbrunn, ist der Maurer August Köppe aus Ertrunken. Beim Baden an unerlaubter Stelle in der Spree, Berlin ertrunken. Die Leiche wurde noch nicht aufgefunden. 106 Vermischkes. Eine Botschaft von Andrée. Der am 4. d. M. in Mandal wurde eine vom Kreis- Landrath erlassene Polizeiverordnung für berichtet, zwei Knaben hätten am 14. Mai in Nord- Island eine in Reinickendorf. In der letzten Gemeindevertreter Sigung( Norwegen) aus Jsland eingetroffene Kapitän des Dampfers Vaagen" Reinickendorf einstimmig abgelehnt, und zwar mit der Moti- Stort eingelegte Stapfel aufgefunden, in welcher ein Zettel, datiert vom vierung, daß die alte Orts- Polizeiverordnung noch vollständig den 11. Juli 1897( dem Tage des Aufstiegs Andrées) und mit den Namen vertretung als des Amtsausschusses zur Aufrechterhaltung der Ruhe Better trage folgende Mitteilung:„ Alles wohl. Ausgeworfen ungefähr heutigen Verhältnissen entspricht. Unter Zustimmung der Gemeinde- Andrée, Strindberg, Frankel unterzeichnet, enthalten gewesen sei. Der undOrdnung auf den Begräbnisplägen der Gemeinde Reinickendorf wurde bei 81 Grad Länge, Breitegrad unbekannt. Der in Gothenburg wohnende eine Polizeiverordnung erlassen, aus der folgende Bestimmungen zu Bruder Andrées hat erklärt, daß der Beschreibung nach die Kapsel wären: Die Begräbnispläge stehen dem für die Briefbogen passe, welche die Andréesche Expedition mitgeführt in den Monaten Oftober bis und in den Monaten April bis inllusive September vormittags von gemeldete Auffindung der von der Andréeschen Expedition herrührenbis 6 Uhr durch folgende Depesche: Stockholm, 6. Juni. Ueber die bereits 7-12 und nachmittags von 1-8 Uhr offen. Der Aufenthalt auf den Stapfel ist der hiesigen anthropologisch- geographischen Gedenselben zu anderer Zeit ist nur nach vorgängiger Genehmigung fellschaft folgendes Telegramm vom Schiffsreeder Bathne in werden. Das Tabakrauchen auf den Begräbnispläßen während einer Dampfschiff" Bagen", hier angekommen. Kapitän erzählt, daß er gestattet. Während der Beerdigung muß die größte Ruhe bewahrt Mandal zugegangen: Gestern vormittag ist Kapitän Hueland, Beerdigungsfeierlichkeit ist verboten. Jeder Besucher hat sich den bogengelent aufgeschnitten. Ein Arzt legte ihr einen Notverband an Anordnungen des Totengräbers oder Stellvertreters zu fügen am 14. Mai bei Kollafiord- Jsland 65 Grad 34 Minuten nördl. Br., 3- 2.) schwimmende Boje, gemerkt Lagen Nr. 7, gefunden. In In Boje w war Kapsel, gemerkt„ Andrées Polarkennen gelernt hatte. Am Sonntag kam es bei einem Ausgange zu einem 18 bis 12 und nachmittags von icßlich März habe. Diese Nachricht erhält eine Ergänzung und weitere Bestätigung Berwürfnis. Am Montagabend ließ sie sich von einer Verkäuferin ein großes Schlächtermesser geben, da sie Brot schneiden wolle. Um 10 1hr fand man sie in ihrem verschlossenen Zimmer, in das man durch ein Fenster einsteigen mußte, blutüberströmt und bewußtlos auf einem Stuhle sizen. Sie hatte sich mit dem Schlächtermesser den linken Arm der Länge nach von der Pulsader bis ungefähr zum Ellen Haft bestraft. expedition", worin Zettel mit Inhalt:„ Schwimmende Boje Nr. 7. Jm Streite schwer verletzt worden ist vorgestern auf dem Ab- Mit der Errichtung einer obligatorischen Fortbildungs- Diese Boje ist am 11. Juli 1897, abends 10 Uhr 55 Minuten nach bruch von Töpfers Hotel am Karlsplatz der Kutscher Poppen- schule beschäftigte sich dieser Tage eine in Rummelsburg ab- Greenwich Mittelzeit, unter 82 Grad nördl. Br. und 25 Grad westl. 2. dorf, der hier Steine abfahren sollte. Pappendorf war angetrunken gehaltene Volksversammlung, die aus allen Schichten der Einwohner- von Greenwich von Andrées Ballon ausgeworfen. Wir schweben und hänselte einen anderen Arbeiter solange, bis dieser in der Wut schaft zahlreich besucht war. Von unserm Parteigenossen in Höhe 600 Meter. Alles wohl. Andrée. Strindberg. Fraenkel." einen Spaten ergriff und ihn damit über den Kopf schlug. Der Ritter wurde darauf hingewiesen, wie wenig die Volts- Wenn diese Position richtig ist, so ist die Andréesche Meldung Berlegte mußte in die benachbarte Charité gebracht werden. Der schule leiste; die Schüler können bei der Entlassung kaum den ungefähr in der Höhe der Independence- Bai, die in die Nordostküste Schläger wurde nach Feststellung seiner Persönlichkeit auf der Revier- dürftigsten schriftlichen Aufsatz selbständig herstellen, das gelte auch von Grönland einschneidet, geschrieben worden. Expeditionen nach wache wieder freigelassen. von den Berliner Schulen; er wünsche, daß einmal von Stummels- West- und Oftgrönland find bekanntlich unterwegs, to daß es nicht Die„ Treptower Sternwarte" veranstaltet am heutigen Mittwoch burg gesagt werden könne, es stünde mit seinem Schulwesen in erster ganz ausgeschlossen ist, daß uns auf diesem Wege Aufklärungen über eine„ Astronomische Nacht". Das Institut bleibt bis morgens 7 Uhr ge Reihe. Die Debatte gipfelte in der Annahme folgender Resolution:„ Die das Schicksal der Erpedition zu teil werden können. Diese Nachricht öffnet. Mit dem„ Riesen- Refraktor" wird beobachtet: Jupiter von 8 bis versammelten Bürger der Gemeinden Borhagen- Rummelsburg und ist nicht die letzte von Andrée; die lezte Nachricht datiert vielmehr 10 Uhr, Swiftscher Komet von 10-12 Uhr nachts, Saturn 12-2, Ring: Stralan erklären sich einstimmig für Errichtung einer obligatorischen vom 13. Juli, 12 1hr 30 Min. nachmittags, und war am 82,2 Grad Heberts b. Ceyer 2-3, Wega 3-4, Venus 4-2 partielle Sonnen- Fortbildungsschule in Rummelsburg." Ferner fam ein Antrag Ritter nördl. Br. und 15,5 Gr. ö. L. geschrieben. Es war dies die Nachfinsternis von 5 Uhr 48 Minuten bis 6 Uhr 46 Minuten. Coenberwagen eine von Gemeindetoſperſchaften aus ihrer Mitte richt, welche die vom Kapitän des„ Allen" am 20. Juli 1897 geder Straßenbahn werden den Verkehr zwischen der Sternwarte und Berlin Auffallend bleibt im Hinblick auf die der Nacht gesorgt. Direktor F. S. Archenhold wird Anweisungen für die geber und zwei Arbeitnehmer, mit den nötigen Vorarbeiten zu be- in dieser Meldung angegebene Position die Datierung vom 11. Juli aufrecht erhalten. Durch Aufstellung eines Buffets ist für Verpflegung in zu wählende Kommission, verstärkt durch zwei Schrer, zwei Arbeit schossene Brieftaube brachte. Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis geben. in der Bojenpost. trauen. Zu der morgen( Donnerstag) morgens 5 Uhr stattfindenden Aus Friedrichsfelde wird uns berichtet: Wegen Fahrrad- In Effen stürzte Sonntagmorgen während des Festgeläutes partiellen Sonnenfinsternis wird die Urania- Sternwarte in der diebstahls und Hehlerei ist der Maurer St. und der Handelsmann P. die große Glocke der Marienkirche Herab und riß im Sturze eine Invalidenstraße bereits von 5 Uhr ab für das Publikum geöffnet sein; um von hier am Sonntag verhaftet worden. R., welcher beim Bau der eine kleinere Glocke mit sich. Die Glocken durchschlugen das Ges 5½½ wird Herr Aſtronom G. Witt einen Vortrag mit Lichtbildern über Be- Monopol- Fahrradwerke und später in dieser Fabrik beschäftigt war, wölbe, zerschmetterten die Orgel vollständig und blieben auf einem deutung und Verlauf der Finsternis halten. brach bei seinem Chef ein und stahl mehrere Räder; dieselben sollen eisernen Träger hängen. Zum Glück wurde niemand verletzt. Theater. Jm Schiller Theater wird nach der„ Schönen von ihm und seinen Helfershelfern in Strausberg verkauft worden Toledanerin" von Lope de Vega- 3abel, die in Verbindung mit der Schul- sein. Die Pest forderte in den letzten 8 Tagen in Hongkong und Folgendes Tarifturiosum ist hier auf der Ostbahn Umgegend 8 Opfer. Die englische Gesundheitsbehörde wird in ihren reiterin" Freitag, den 9. Juni zum ersten Male zur Aufführung gelangt, zu verzeichnen. Löst man sich auf Bahnhof Lichtenberg- Friedrichs- Maßregeln zur Bekämpfung der Seuche von der Bevölkerung auf ein Ginakterstrauß die Spielzeit beschließen. Zur Darstellung fommen: felde eine Wochenkarte nach Alexanderplatz so zahlt man dafür alle mögliche Weise behindert, da dieselbe jede ärztliche Maßregel Die Burgruine" von Carl Caro,„ Ein Schäferstündchen" von Georg Engel 1,10 M.; löst man sich aber eine Wochenkarte bis Stralau- als gegen ihre Religion und als gesundheitsschädlich betrachtet. Die ( Novität),„ Ziebesträume von wear Drever, 31 Civil" von Gustav Mummci su so toftet fie 30 Bf. von pa bis Alexanderplas Behörde muß Gewaltmittel gebrauchen, um von den Eingeborenen Radelburg. Am 28. Juni findet die letzte Schauspiel Vorstellung statt. Im Central Theater wird das plattdeutsche Ensemble des Ernst Drucker- Theaters aus Hamburg am 1. Juli ein Gastspiel eröffnen. Julius Stindes Hamburger Leiden" wird gegeben. 0 Feuerbericht. Potsdamerstraße 65 war in einer Badestube Feuer ausgebrochen, das größeren Umfang anzunehmen drohte, aber mit Hilfe der Hansleitung abgelöscht werden konnte. Ein Preß fohlenbrand in einem Lagerkeller verursachte einen Alarm nach Adalbertstraße 21. Aus gleichem Anlaß erfolgte ein Ausrücken der Wehr nach dem Görliger Bahnhof, wo ein Waggon Kohlen durch Selbstentzündung in Brand geraten war. Havelbergerstraße 29 wurden einige Möbel eingeäschert und der Fußboden start beschädigt. Weitere Alarmierungen nach om mandantenstraße 15, Kreuzbergstraße 11, Hagels bergerstraße 4 und Oderbergerstraße 3 waren auf unbedeutende Veranlassung zurückzuführen. der " Aus den Nachbarorten. 50 Pf., macht insgesamt 80 Pf., somit hat man 30 Pf. bei dieser Gehorsam zu erzwingen. In Alexandrien sind keine neuen Einrichtung gespart. In der Trunkenheit versuchte sich in Erfrankungen an der Best vorgekommen. Karlshorst ein arbeitsloser Maurer aus Friedrichsberg im Walde zu erDer öftreichische Dampfer ,, Silefia" hat, 720 Meilen von ihn auch wieder zum Bewußtsein; nachdem der zähe Selbstmörder Brasilien entfernt, einen französischen Dampfer, der mit 700 Passahängen. Hinzueilende Bauarbeiter schnitten ihn los und brachten noch einen zweiten Versuch gemacht hatte, wurde er der bereits be- gieren von Colombo nach Bordeaux unterwegs war, mit zernachrichtigten Polizei übergeben, welche ihn zu seiner Sicherheit brochener Schraube angetroffen. Der östreichische nahm den franzö einsperrte. Nüchtern geworden und entlassen ging er, als wenn nichts fischen Dampfer ins Schlepptau. vorgefallen wäre, nach Hause. Marktpreise von Berlin am 5. Juni 1899 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. D: Ctr. 16,60 15,20 Schweinefleisch 1 kg 15,50 14,10 Salbfleisch Weizen * Roggen * Futter- Gerste Hafer gut " Nichtstroh 1,60 1,10 " 1,80 1, " 13,60 12,90 Hammelfleisch 1,60 1, " 15,60 15,10 Butter 2,40 2, mittel 15,- 14,50 Gier 60 Stüd 3,60 2,20 gering " 14,40 14, Karpfen 1 kg 1,80 1,20 Aale 2,80 1,40 " " " Zander " 2,60 1, " 40, 25, Hechte " 2,20 1,20 50, " 25, Barsche " 1,60 0,80 70,- 30, Schleie " 2,80 1,20 6,- 4, Bleie 1,20 0,80 1,60 1,20 Strebse 1,20 1, per Schock 12, 2,50 Speisebohnen Erbsen artoffeln, neue Rindfleisch, Kente 1kg do. Bauch *) Ermittelt pro Tonne von der Centralfielle der Preuß. LandwirtNotierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium 196 Mühlenbeck. Wir berichteten fürzlich, welche sonderbaren Schwärmer die Gastwirte in Mühlenbeck sind, die auf das Verlangen der dortigen Arbeiter, einen Saal zu Versammlungen freizugeben, die Arbeiter damit straften, daß sie den Preis des Bieres erhöhten. Die organisierten Töpfer am Orte nahmen nun den ihnen aufgenötigten Kampf auf, indem sie durch Flugblätter die Einwohner Mühlenbecks über die Angelegenheit aufflärten. Dies hatte zur Folge, daß die Ortsangehörigen sich vollständig auf die Seite Man schreibt uns aus Schöneberg: Eine Trübung des bis der Arbeiter stellten; seit drei Wochen werden die Lokale ge= herigen guten Heu Einvernehmens zwischen Magistrat und Stadt- mieden. Die Arbeiter in den Fabriken nahmen Flaschenbier aus verordneten ist durch die Stellungnahme der legteren in der Frage erklärte der Kutscher aber, kein Bier abladen zu dürfen, da der der Brauerei Gregory in Berlin. Vor einigen Tagen Errichtung eines städtischen Arbeitsnachweises" eingetreten. Nicht nur die Stadtverordneten, sondern Brauerei- Inspektor ihn in diesem Falle mit sofortiger Entlassung Die Wirte Mühlenbecks geben sich einer falschen auch der größte Teil der Gewerbetreibenden und in erster Linie bedroht hätte. die Arbeiterschaft Schöneberg 3 tönnen es nicht verstehen, Hoffnung hin, wenn sie mit solchen kleinen Mitteln die Angelegendaß der Magistrat dem Verlangen auf tostenlose Vermittelung Bier; im übrigen wird die Maßnahme der Gregoryschen Brauerei schaftskammer heit zu beseitigen denken. Es liefern ja auch andere Brauereien so schroff ablehnend gegenübersteht. Weit unverständlicher jedoch erscheint das Verhalten eines Teils der Stadtväter, die es sich nicht ver- dazu dienen, daß die Arbeiter noch fester auf ihrer Forderung be- für den Doppel- Centner. teifen konnten, den etwas eigentümlichen" Standpunkt des Magistrats stehen. +) Kleinhandelspreise. gutzuheißen und zu unterstügen. In treffenden, die Sachlage flar Produktenmarkt vom 6. Juni. Weizen gab um 2 M., Roggen Eine Blutthat ist am Sonntagmorgen in dem Dorfe Kiekezeichnenden Worten hatte der Stadtverordneten- Vorsteher Gustav busch verübt worden. Müller gleich unseren Genossen darauf hingewiesen, daß, nachdem Grothe, der bei seinem 60jährigen Vater, dem Bauerngutsbesizer G. der Haltung gegen gestern, doch trat später eine kleine Befestigung ein. Der 33jährige trunksüchtige Bauernsohn M. für spätere Sichten nach. Hafer und Mais verkehrten ſtill und ab: geschwächt, Rüböl leblos. Der Spiritusmartt verfehrte in abwarten: die Stadtverordneten- Versammlung bei ganz bedeutenden Objetten in Dienst stand, lebte mit seinen Eltern in Unfrieden. Am Sonn- Gehandelt wurden 53 000 Liter 70er Ware, die mit 39,90 m.(+0,20 m.) dem Magistrat ein unbedingtes Vertrauen bewiesen, es sich eigentlich abendabend hatte er einen Vergnügen in Woltersdorfer Schleuse gehandelt wurden. 50er Ware nicht zugeführt, Termine verkehrten wie gestern. von selbst verstände, daß der Magistrat von seinem Standpuntt ab- beigewohnt und kehrte am Sonntag früh nach der elterlichen BeKartoffelfabritate. Berlin, 6. Juni. Feuchte Kartoffelstärte lasse und den Wunsch der gesamten Bürgerschaft erfülle. haujung zurück. Der Vater machte ihm Vorhaltungen, und zwischen per 100 kg.--. Prima trockene Kartoffelstärke per 100 kg. 20,40 M., Sollte dies aber wider Erwarten nicht geschehen, so bleibe nur der beiden kam es zu einem Streit, der sich auch auf dem Hofe fortsetzte, per 100 g. 20,40 W., do. Supra 21,00 M., do. Sekunda 16,00-18,00 Dr. bo. Supra 21,00 M., do. Sekunda 16,00-18,00 m. Prima Kartoffelmehl Weg der Beschwerde beim Bezirksausschuß. Und auf wohin sich der Bauer begeben hatte, um mit dem Knecht nach dem Berlins Getreide und Mehlzufuhren zu Wasser vom diesem Standpunkt hätte man stehen bleiben sollen. Dadurch hätte Felde hinauszufahren. Plöglich ergriff der junge Grothe eine Forte 5. Juni mittags bis 6. Juni mittags betrugen 453 Tonnen Weizen, man bewiesen, daß man bestrebt sein wollte, die Wünsche und stieß die Spigen dem Vater in die Brust, der sofort besimungs- 675 To. Hafer, 31 To. Gerste, 2544 To. Mais, 6250 D.- Ctr. Weizenmehl. und Interessen der Bürger zu vertreten, daß man es aber durchaus los zusammenbrach. Dann griff der Wütende auch den Knecht an, ablehnt, sich von Empfindungen" leiten zu lassen. Schon die der schleunigst flüchten mußte, und eilte in die Scheune. Dort segte nächste Stadtverordneten- Sigung dürfte beweisen, wie sehr wir mit der Trunkene den Heuboden in Brand und warf sich in die Wetter Prognofe für Mittwoch, den 7. Juni 1899. unserer Anschauung im Rechte waren. Bekanntlich hatte die Tief Flammen, in denen er auch seinen Tod fand. Die aus den Nachbar- westlichen Winden; nachher wieder aufflarend. Kühler, zunächst ziemlich trübe mit etwas Regen und frischen nord bautommission beschlossen, beim Magistrat zu beantragen, daß orten herbeigeeilten Feuerwehren vermochten nur den völlig vereines der drei Schöneberger Mitglieder der gemeinsamen| fohlten Leichnam zu bergen. Die Verlegungen des alten Grothe Kanalisationstommission der drei Orte Schöneberg, haben sich glücklicherweise als nicht lebensgefährlich herausgestellt. Friedenau und Wilmersdorf aus der StadtverordnetenBersammlung gewählt werden möge, während z. B. die drei Mit: Sonnabendabend ein junger Mann erschossen. Der SelbstIn der Nähe der Bahnstation Rahnsdorf hat sich am glieder dem Magiſtiat angehören. Dem stimmte der Magistrat mörder hatte sich mit einem Revolver eine Kugel durch die ent- ir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahv nicht zu, beantragte vielmehr bei der Entwässerungs- blößte Brust gejagt; vier Patronen lagen neben ihm. Nach den bei Abonnement quittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beantanzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll und die letzte tommission aus jeder der drei Gemeinden einen Stadtverordneten resp. der Leiche gefundenen Papieren handelt es sich um einen Fris Schaff, Gemeindevertreter zu tooptieren. Diese Mitglieder erhalten jedoch wohnhaft Berlin, Katharinenstraße 11 bei Prillwig. wortet und schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. nur beratende", nicht beschließende" Stimme. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8½ 1hr abgehalten. O. F. Hohmann. Ihre Anfrage ift Sonntag, den 4. Juni, 4. Bet: steht zur Verfügung. " " Dars Ueber die über ist man min in den Kreisen unserer Stadtväter mit Recht ent- Motive der That ist bis jetzt noch nichts bekannt. rüstet. Es entspricht nicht ihrer Würde, bei einer solch' wichtigen Der Gutsinspektor als Erzieher. Zu einem argen Krawall kommunalen Angelegenheit, handelt es sich ja doch dabei um polnischer Arbeiterinnen ist es am Sonnabendabend auf dem Gute Millionen mir gehört zu werden. Die nächste Sigung Trestow bei Neu- Ruppin gekommen. Eine der polnischen " Berliner Wetterbureau Briefkasten der Redaktion. age unter" Hohmann" beantwortet. Brieft. Antwort geben wir nicht. Marke W. Spandau. Ja. Tribüne ging 1892 ein. P. Letschin. Benutzen Sie nachstehende Adresse: Redacteur A. Thiele, Halle a. S., Geiststr. 21. Maifeier. Die von Arbeitern der Maschinenfabrit. ärger arrangierte Maifeier, bei der auch der Karthaus- Kummersche Männerchor" mitwirfte, ergab einen Ueberschuß von 94,93 M., welche Summe uns zur Vermittelung an die Krefelder Weber übergeben wurde. 1 -Stralau. Es Budapest 18,48. Ihre Mitteilung fam etwas spät, und da wir schon| flaufel gefchloffen haben, so thun Sie gut, die Miete nicht einzubehalten, scheidungsklage für die Frau verauslagen, 5. 5. 100. Zahlen Sie vorher eine kurze Notiz über die Angelegenheit hatten und stets unter vielmehr nur den Wirt aufzufordern, die vereinbarten Reparaturen zu nicht. Sie sind nur dann zur Zahlung verpflichtet, soweit Ihr Sohn hilfs großem Stoffandrang leiden, so haben wir von Ihrer Einsendung feinen machen, thm eine Frist unter Androhung, daß Sie selbst die bedürftig war.- Rigdorf 3460. 1. Ja. 2. Ja. 3. Nach vollendetem Gebrauch mehr machen können. Ju Zukunft werden uns jedoch kurze Be- Reparaturen auf seine Kosten ausführen würden, fezent, die 18. Jahr. 4. Der Vater soll schleunig ft gegen den Zwangserziehungs: richte, die möglichst schnell eingehen, sehr willkommen sein. Reparaturen dann auszuführen und die verauslagten Gelder einzuflagen. Beschluß Beschwerde einlegen und gelegentlich mit dem Beschluß die Arthur L. 1. Nein, die Sechswochenfrist zum ersten Quartalsersten juristische Sprechstunde besuchen. Mr. B. 34. Nein. muß eingehalten werden. 2. Ja. 1000. J. 3. Es genügt die Adresse genügt die Vorlegung der Vollmacht im Termin. K. M. 54. Nein. Reichstag. O. Müller. Sie würden mit Ihrem Anspruch nicht durch Waldenburg. Die Mutter fann Strafantrag bei der Durlacher dringen. Fabian. Solche Bestimmung ist uns nicht bekannt. Staatsanwaltschaft stellen und die Durlacher Gemeinde um Rücksendung N. 3. 100. Ja. N. 3. 100. 3.- 1 R. 50. Unverständlich. R. H. 1995. Ja. des Mädchens( auf Kosten der Mutter) ersuchen. 1900. 1. Jm Gebiet sechs Antworten sind zutreffend. Eine eingehende Behandlung Ihrer Berlassung, Versagung der ehelichen Pflicht, unvermögen, Raserei oder sechs Fragen im Briefkasten verbietet dessen Raum. Es wäre wohl am Wahnsinn, Nachstellung nach dem Leben, grobe Verbrechen, unordentliche ratsamsten, daß Sie gelegentlich die juristische Sprechstunde aufsuchten. Lebensart, Versagung des Unterhalts und unüberwindliche Abneigung. W. N. 4. Der Hund ist pfändbar, das andere nicht. C. A. M. 300. 2. Etwa 200 Mart. 3. Sechs Monate bis drei Jahre. 4. Das Andere Kosten sind von Ihnen nicht zu zahlen, wohl aber müssen Sie die Armenrecht nachsuchen. Sie thun besser, statt allgemeine Anwalts- und Gerichtskosten für die von Ihrer Frau angestrengte Che: Fragen zu stellen, Ihren Fall in der Sprechstunde vorzutragen. E. S. 48a. Nein. Da keine Kündigungsfrist vereinbart ist, besteht für und gegen das Dienstmädchen die sechswöchentliche zum Quartalsersten. Sie fönnen also nur unter Einhaltung von sechs Wochen Frist zum 1. Oftober fündigen. A. F. 65. Die Höhe der Prozeß kosten hängt von der Höhe des Streitgegenstandes ab, die das Gericht auf Antrag festsetzt. Jaeschke. Wenn Sie schriftlichen Vertrag mit der üblichen Ermissions: Parteigenossen und Genossinnen! Gegen die Zuchthausvorlage finden Mittwoch, den 7. Juni, abends 8 Uhr: 19 Volks- Versammlungen in folgenden Lokalen statt: 1. Kreis. Cohn( großer Saal), Beuthstr. 20-21. 2. Kreis. Bockbranerei am Tempelhofer Berg. Bickels Festfäle, Hasenhaide 52-53. 3. Kreis. Refonrce, Kommandantenstraße 57. Möhring, Admiralstraße 18c. 4. Kreis( Osten). Kellers Festfäle, Koppenstraße 29. ( Süd- Osten). Urania, Wrangelstraße 11. Drachenburg, An der Schlesischen Brüde 1-2. 5. Kreis. 中華 堂 Mierkes Volksgarten, Schönhauser Allee 101-102. Peters, Alt- Moabit 80-81. Ballschmieders Salon, Badstraße 16. Schöneberg. Klubhans, Hauptstraße 516. Charlottenburg. Socialdemokratischer Todes- Anzeige. Wahlverein f. den 2. Berliner Gentralvercin d. Former = Reichstags- Wahlkreis. Todes Anzeige. Am Montag, den 5. Juni, verschied nach langen schweren Leiden das Mitglied, der Schneider 238/12 Fritz Manske im 42. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Juni, nach: mittags 42 Uhr, von der Reichenhalle des Neuen Jeruſalemer Kirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes: Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein innig: geliebter, herzensguter Mann, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Schneider Fritz Manske im 42. Lebensjahre nach langen schweren Leiden sanft entschlafen ist. Um stilles Beileid bittet im Namen der Hinterbliebenen} Witwe Jda Manske. Die Beerdigung findet Donnerstag: nachmittag 42 Uhr vom Neuen Jerusalemer Kirchhofe, Rixdorf, Her mannstraße, aus statt. Versteigerung. Wichtig für Tapezierer u. Polsterer. Am Donnerstag, den 8. Juni, vorm. 10 Uhr, wird in einer Streitfache ein größerer Posten Polsterwerg, gesund und trocken, Berlin, Usedomstr. 8, Ein gang Wattstraße( alter Biehhof) ver: steigert. und Berufsgenossen. Am Montag, den 5. Juni, starb nach langen schweren Leiden unser langes und eifriges Mitglied, der Former Rudolf Ganser 61/12 im 42. Lebensjahre an der Proletarier: frankheit. Die Beerdigung findet 4 Uhr vom Moabiter Krankenhause Donnerstag, den 8. Juni, nachmittags aus nach dem Nazareth- Kirchhofe, Dalldorfer Chauffee, statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Die gröblichen Beleidigungen, welche ich am 13. Mai 1899 Herrn Steinsetzmeister Herzog hier mittels Fernsprechers ohne Nennung meines Namens zugefügt habe, nehme ich bedauernd zurück. Emil Kiewitt, Steinmetz, Rixdorf, Steinmezstr. 27, II. Allen Freunden, Bekannten und Verwandten, welche meinem innigs, geliebten Mann und unsern guten er die letzte Ehre bei seinem Be gräbnis erwiesen haben, sowie dem Chef, den Buchhaltern, Kollegen der Firma Stieghahn, den Freunden des Lotterieklubs„ Ohne Hoffnung" für die reiche Kranzspende unseren tief= empfundenen Dant. 4796 Frau M. Conrad nebft Kindern. Socialdemokratischer Wahlverein Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39. für den 6. Berliner Reichstags= Wahlkreis. Rixdorf. Apollo- Theater, Hermannstr. 48/50. Köpenick. gegenüber Wilhelms- Garten( Sheer), der Langen Brücke. Weissensee. Brauerei Friedrichshain( Lipps), Schloß Weißensee( großer Saal). Am Friedrichshain 22-29. 6. Kreis. Lichtenberg, Friedrichsberg, Friedrichsfelde, Rummelsburg. Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23. Müller, Frankfurter Chaussee 86. Tagesordnung: Den Mitgliedern resp. Bezirksführern zur Nachricht, daß laut Beschluß der General- Versammlung die Zahlabende auszufallen haben. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in den festgesetzten Versammlungen zu erscheinen, um Protest zu erheben gegen die Zuchthaus- Vorlage. NB. Den Vorstandsmitgliedern zur Nachricht, daß die Sigung am Freitag, 9. Juni, abends 9 Uhr, bei Gleinert, Kolbergerstr. 2, stattfindet. [ 247/4] J. A.: Max Kiesel. Am Mittwoch, den 7. Juni, vormittags 11 Uhr, im Lokal des Herrn Nümann, Brunnenstraße 188: Versammlung d. ausständigen Steinsetzer. 174/6 Tagesordnung: Die Situation des Streiks. Die Lohnkommission. Chemigraphen. Donnerstag, den 8. Juni, abends 8 Uhr, in den ,, Armin. hallen", Kommandantenstraße 20: Migtlieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über:" Die Treptow- Sternwarte". 2. Disfuffion. 3. Ver einsangelegenheiten. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet 96/11 Die Verwaltung. Die Zuchthausvorlage. Achtung! Kistenmacher. Achtung! Donnerstag, den 8. Juni, abends 8½ Uhr: Referenten: Auer, Baudert, Bebel, Calwer, Fischer- Berlin, Fischer- Dresden, Förster, Haase, Mitglieder- Versammlung Heine, Herzfeld, Kunert, Liebknecht, Molkenbuhr, Rosenow, Schippel, Singer, Stadthagen, Wurm, Zubeil. Achtung! MAURER. Die Vertrauensleute. 94/18 bei Stechert, Andreasstraße 21. Die Tagesordnung wird in der Versammlung befannt gemacht. Das Ericheinen aller Kollegen ist dringend notwendig. Der Vorstand. J. A.: Franz Schulz, Griebenowstr. 5. frei.SW. str. 23. A. Flick.[* Prima harte Achtung! B. Günzel, Lothringerstr. 52. Epecialität: Vorträte Vereinszimmer feet SW. Simeon Freitag, den 9. Juni, abends 8 Uhr, in Cohus Feſtſälen, Beuthstraße 20-21: Große Versammlung der Baudeputierten. Tagesordnung: Der Stand unserer Lohnbewegung. 132/20 Jeder Bau muß durch einen Delegierten vertreten sein. Die Lohnkommiffion. J. A.: K. Panser. Rehlitz' Garten 1. Saal 300-600 Personen fassend, f. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gerichts- Beitung. 4 genommen: Mittwoch, 7. Juni 1899. Die meisten Redner sprachen die Arbeiten übernehme. bleibt. Aber auch den Angestellten in den offenen Verkaufsstellen, die bietet der Entwurf, der eine 14 st ündige Arbeitszeit zuläßt, Ueberzeugung aus, daß das neue Unternehmen auf große Hindernisse Das Tragen von Kränzen mit roten Schleifen auch nach die noch bei allen möglichen Gelegenheiten ausstoßen werde. Vor allem werde es auf die Solidarität der Kollegen Ansicht der Strafkammer kein grober Unfug. Wie wir seiner gedehnt werden kann, keinerlei Vorteile, ja er bedeutet nur ankommen, Dann würden die Vorteile nicht ausbleiben, wie ſtets, Zeit berichtet haben, wurden die Arbeiter Stahl und Schallen- eine gefeßliche Festlegung der gegenwärtig üblichen Art der Aus- wenn die Zimmerer etwas gemeinsam unternommen haben. Wohl berger, welche bei einem Begräbnis eines Stockarbeiters an der beutung. Der Referent beleuchtete hierauf das Verhalten der bürger- fei ein paritätischer Arbeitsnachweis den augenblicklichen Verhält Spize des Leichenzuges mit Kränzen mit großen roten Schleifen lichen Parteien bei der Beratung der Novelle im Plenum und in nissen vorzuziehen, da dadurch auch die Unternehmer gezwungen gingen, wegen groben Unfugs angeklagt, aber frei der Kommission und stellte fest, daß nur die socialdemokratischen würden, ihren Arbeitsnachweis aufzulösen. Doch haben sich die gesprochen. Wie in erster Instanz bekundete der als Beuge ver- Vertreter die Interessen der Handelsangestellten vertraten, während Unternehmer bisher ablehnend verhalten. Wenn nun auch der neue nommene Schußmann, daß das Polizeipräsidium seinen Beamten aufge- die Vertreter der kapitalistischen Parteien sogar noch die minder- Arbeitsnachweis der dritte wäre, da die centralorganisierten Zimmerer tragen habe, das Tragen von roten Schleifen nicht zu dulden, und daß einige wertigen Verbesserungen, die der Entwurf enthält, bekämpften. Er auch bereits einen hätten, so müsse doch endlich eine principielle Leute im vorliegenden Fall daran Anstoß genommen und gefagt fritisierte sodann die übertriebenen und unzutreffenden Einwände, Entscheidung herbeigeführt werden. hätten, so etwas dürfe man nicht dulden. Das Schöffengericht hielt die seitens der Unternehmer- Vercinigungen gegenüber den Forde Nach der sehr lebhaften Debatte wurden folgende Anträge und dieses Aergernisnehmen einzelner Passanten zur Annahme des groben rungen der Angestellten, insbesondere im Bezug auf den Ach tuhr- das folgende Reglement angenommen: I. Der Verein der Zimmerer Unfugs für ausreichend. Es wurde dieses Urteil in langen, trefflichen Aus- Ladenschluß, der neben anderen anerkennenswerten Vor: Berlins und Umgegend errichtet einen täglich geöffneten unentgeltführungen begründet. Gegen das freisprechende Urteil hatte der Staats- schlägen auch von der Kölner Handelskammer befürwortet wird, ge- lichen Arbeitsnachweis nach dem§ 5 des Vereinsstatuts. II. Die anwalt Berufung eingelegt. Er begründete dieselbe damit, daß die macht werden. Arbeitsvermittlung soll nur von einer Stelle erfolgen. III. Das Frage, ob grober Unfug vorliege, bejaht werden müsse, da die In seinen weiteren Ausführungen, die vielfach von Zustimmungs- Umschauhalten ist nicht sofort zu beseitigen, da die Vereinsmitglieder meisten Menschen doch wohl Aergernis daran nehmen würden, wenn bekundigungen begleitet wurden, betonte der Redner, daß eine sonst schließlich keine Arbeit bekommen würden. Das Reglement sie bei einem Begräbnis die Demonstration einer politischen Ge- Einschränkung der ungeheuren Mißstände nur zu erwarten lautet: 1. Der Arbeitsnachweis ist geöffnet von 9-1 und von finnung in dieser Weise sähen. Der Verteidiger, Rechtsanwalt ist, wenn die von den Handelsangestellten motivierten 3-7 Uhr und steht die Benutzung desselben jedem Zimmerer frei. Heinemann, hob demgegenüber hervor, daß, die Richtigkeit Forderungen in der Novelle Berücksichtigung finden. Und zwar daß 2. Die Arbeitsvermittlung ist für Arbeitgeber und für Arbeitnehmer dieser Ansicht Ansicht selbst zugegeben, immer noch kein grober das Gesetz ausgedehnt wird auf das gesamte Handelsgewerbe und unentgeltlich. 3. Jeder Arbeitsuchende hat sich in ein im ArbeitsUnfug vorliege. Dazu gehöre, daß die Handlung sich gegen den die sonstigen offenen Verkaufsstellen; daß kaufmännische Betriebe nachweis ausliegendes Buch einzutragen; die Ausgabe der offenen Bestand der öffentlichen Ordnung richte und unmittelbar das gleichviel welcher Art und offene Verkaufsstellen in der Zeit von Stellen erfolgt der Reihe nach, jedoch können besondere Wünsche der Publikum in seiner Allgemeinheit belästige, sämtlich Voraus- 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens geschlossen sein müssen und die Unternehmer berücksichtigt werden. 4. Erhält jemand, dessen Name fegungen, die vorliegend nicht gegeben seien. Auch an dem fub- Angestellten innerhalb dieser Zeit nicht beschäftigt werden dürfen. im Arbeitsnachiveis Buch verzeichnet ist, ohne den Nachweis Arbeit, jettiven Thatbestand fehle es. Habe doch erst jüngst das Kammergericht Die tägliche Arbeitszeit der Angestellten darf zwölf so muß er dies sofort melden. Das müssen auch jene, die vom in dem Adlershofer Iluminationsprozeß ausgeführt, daß Stunden, der Angestellten unter 18 Jahren und Lehrlinge neun Arbeitsnachweis Arbeit erhalten. Die hierzu nötigen Formulare die Angeklagten das Bewußtsein der Strafbarkeit nicht gehabt haben Stunden, einschließlich der 21/2 stündigen Pausen, nicht überschreiten. werden jedem bei der Eintragung in das Arbeitslosenbuch eingehändigt. können, wenn sie nur das thaten, was den Anhängern aller anderen 36 stündige Sonntagsruhe. Geeignete Vorschriften über die 5. Jeder Arbeitslose hat sich wöchentlich einmal in den letzten drei politischen Parteien erlaubt sei. Das Gericht sprach die Angeklagten Arbeits- und Lagerräume und deren Einrichtungen. Zur Ueberwachung, Tagen zur Abstempelung seiner Karte im Bureau zu melden. Geschieht von der Anklage des groben Unfugs frei. Von einem daß die gesetzlichen Bestimmungen auch durchgeführt werden, Ein- dies nicht, so wird er aus der Liste der Arbeitslosen gestrichen und groben Unfug könne nicht die Rede sein. Num wurden beide Un- fegung von Aufsichtsbeamten, die aus den Seiten der Spomblungs- muß die Eintragung von neuem erfolgen, 6. Werben Arbeitsloſe getlagte wegen Zuwiderhandlung gegen das Straßenpolizeireglement gehilfen zu wählen sind, usw. Der Redner wandte sich im weiteren von vorhandener Arbeit benachrichtigt, so haben sie das verauslagte zu 3 M. Geldstrafe verurteilt, weil fie der Aufforderung des Schutz gegen die sogenannten deutsch- nationalen, antisemitischen Handlungs- Porto zurückzuerstatten. 7. Wenn arbeitende Gesellen erfahren, daß manns, fich im Zuge zu verteilen, beharrlichen Widerstand entgegen gehilfen, die wohl mit dem Gesetzentwurf jetzt recht unzufrieden irgendwo Arbeitsfräfte gebraucht werden, so haben sie dies auf dem gesetzt haben. find, aber durch ihr ganzes Verhalten, durch ihre Quertreibereien, schnellsten Wege dem Arbeitsnachweis anzuzeigen. 8. Der ArbeitsEin Renkontre mit Kriminalschuhleuten führte gestern den durch die fortgesetzte unschöne Bekämpfung ihrer Klaffenbewußten nachweis untersteht der Kontrolle des Vorstandes und sind Beschwerden Schankwirt Hennig unter der Anklage der Beamtenbeleidigung Kollegen, gerade wesentlich daran schuld find, daß der Gesetz- sofort an den Vorsitzenden zu richten. Ferner wurde beschlossen, durch vor das Schöffengericht. Als der Angeklagte an einem Aprilabende entwurf in dieser Form zu stande gekommen ist. fein in der Stönigsberger Straße gelegenes Lokal föließen wollte, fiirmiſchem Veifall forderte er ſchließlich die Verſammelten an die Unternehmer die Gröffnung des Arbeitstagweifes anzuzeigen. stürmischem bemerkte er zwei Männer, welche im Thorweg standen. Die Leute zum festen Zusammenschluß in der Organisation auf, die ziel Zum Schluß wurde bekannt gemacht, daß die legte Urania- Borstellung kamen dem Angeklagten verdächtig war. Erst vor kurzem und klassenbewußt die Interessen der Handels- Angestellten vertritt, etwa 30 M. Ueberschuß ergeben habe und daß am Mittwoch die war versucht worden, in seinen Keller einzubringen. Er ging an die um gemeinsam mit den übrigen organisierten Arbeitern Agitationskommission feine Sigung abhält, sondern die Protestbeiden Männer heran und fragte sie, was sie dort zu thun hätten. bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen auch in versammlungen gegen das Zuchthausgesetz besucht werden sollen. Als er keine Antwort erhielt, erklärte der Angeklagte, daß er sie im diesem Berufe zu erkämpfen. In der hierauf folgenden Diskussion, In der Branchenversammlung der Einsetzer, die am 28. Mai Verdacht habe, in seinen Keller einbrechen zu wollen. Darauf an der sich unter anderen Hinge, A. Cohn und Liepmann bei 3ube il tagte, wurde nachstehende Resolution einstimmig anwurde ihm die Antwort: Stören Sie uns nicht, wir sind im Sinne des Referats beteiligten, wurden der Gesezentwurf und Kriminalbeamte und im Dienste hier." Der Angeklagte auch die Motive zu demselben einer herben Kritik unterzogen. Die Die Versammlung der Einfeßer verpflichtet sich, mit aller Energie erwiderte: Das kann jeder sagen, zeigen Sie uns Ihre Legitimation. Anhänger der antisemitischen Richtung beteiligten sich an der dafür einzutreten, die Beschlüsse des Verbandes hochzuhalten und Nun streďte der eine der Beamten ihm mit den Worten:" Hier ist Debatte nicht und begnügten sich, wie behauptet wurde, weil das schädliche System der Ueberstunden energisch zu bekämpfen. Das meine Marke!" die Hand entgegen, aber mit einer solchen Wucht, sie zu schwach vertreten waren, um die sonst von ihnen Verhalten einzelner Kollegen wird in scharfer Weise gemißbilligt und daß der Angeklagte glaubte, er folle einen Stoß be beliebten Scenen aufzuführen, mit einigen unangebrachten Zwischen die Versammlung giebt sich der Erwartung hin, in Zukunft solche tommen und schnell einen Schritt zurüdwich. of des rufen. Es gelangte schließlich eine Resolution zur Anahme, Schäden nicht mehr diskutieren zu brauchen. Verlangen des Hennig, man solle ihm die Ausweismarke unter der in der sich die Versammelten mit den Ausführungen des Referenten Die Mitglieder des Verbandes der Tapezierer( beider Laterne zeigen, kein Gehör fand, ließ er zwei Schuleute holen, völlig einverstanden erklären und verpflichten, sich der auf dem Filialen) nahmen am 30. Mai den Wierteljahresbericht der welche bestätigten, daß die Verdächtigten wirklich Kriminal Boden des Klassenkampfes stehenden Organisation anzuschließen, um Bibliothef- und der Arbeitsnachweis- Kommission beamte waren. Das Polizeipräsidium nahm auf Grund damit einen vernünftigen Arbeiterschuß erringen zu können. entgegen. Bericht des Arbeitsnachweises: Gingeschriebene Kollegen der Anzeige an, daß seine beiden Beamten von dem Angeklagten Eine öffentliche Versammlung der Arbeiter und Ar- 240, nachgewiefene Stellen 157, eingeschriebene Näherinnen 10, nachbeleidigt( 1) worden seien und werden sollten! Ebenso beiterinnen in chemischen Fabriken fand unter starter Beteiligung gewiefene Stellen 15. Dieses zeigt einen erfreulichen Aufschwung der Staatsanwalt, der gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von am Montag statt. Es handelte sich um Besprechung der Mißstände gegenüber dem letzten Jahre. Die Bibliothek enthält 270 Bände, 3 Mark beantragte. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schöps, trat in den Fabriken auf Attien( vormals Schering) und Riedel, worüber 68 Bände wurden verliehen. Die Bibliothek wird zu fleißiger Bemit Entschiedenheit für Freisprechung ein, er hielt es für völlig un- Faber und Schumann in längeren Ausführungen referierten. nugung empfohlen, dieselbe ist unentgeltlich, aber während des angebracht, daß überhaupt ein Strafantrag gestellt worden sei. Der Obwol an die Aktionäre der ersteren Fabrit schon bis 19 und Sommers nur Montag und Donnerstagabend geöffnet. Sodann Gerichtshof hielt eine Beleidigung nicht für vorliegend, sondern sprach 24 Prozent Dividende verteilt wurden, verdienen langjährig be- wurden die Mißstände in der Tapeziererherberge zur Sprache ge den Angeklagten frei. schäftigte Arbeiter pro Woche kaum 20 M. Ueber den Mangel an bracht. Leider ist in dieser Beziehung keine Besserung zu erwarten, Ein bemitleidenswerter Vater stand gestern in der Person gutem und ausreichendem Trinkwasser haben sich nicht nur die Ar- da mit dem Wirt schon mehrfach Rücksprache genommen wurde. des Maurers Hermann J. vor der 4. Straffammer des Land- beiter, sondern auch die Chemiker zu beklagen. Eine Bade- Ein- Schließlich wurde noch auf das in der Neuen Welt stattfindende gerichts I. Er sollte sein einziges Kind, einen zweijährigen Knaben, richtung ist garnicht, ein Speiseraum nur für etwa 50 Personen Sommerfest aufmerksam gemacht. durch Fahrlässigkeit getötet haben. Am 3. April wollte der An- vorhanden, während über 300 beschäftigt sind. Entsprechend den getlagte seine Küche fünchen. Er ließ sich von dem Maler Bimmer unzureichenden Gewerbe- Ordnung entsprechen In der öffentlichen Holzarbeiter- Versammlung, abgehalten die nicht einmal den An am 1. Juni bei Goßmann, Kreuzbergstraße, referierte Robert mann die Zuthaten geben, welche aus zwei Beuteln mit Farbe und forderungen i hat sich die Schmidt über das Thema:" Warum organisieren wir uns?" einer Seltersflasche voll Lauge bestanden. Zimmermann machte Bahl der Erkrankten sowie der Krankheitsfälle ungemein ge- Redner wies in treffenden Worten auf die Notwendigkeit der Organiihn darauf aufmerksam, daß die Läuge sehr scharf sei, und er steigert. Als einmal ein Arbeiter durch Ginatmung von Schwefel- sation hin und führt die englischen Gewerkschaften vor Augen, die mahnte ihn zur Vorsicht. Nachdem der Angeklagte zu Hause säure erkrankte, wurde ihm vom untersuchenden Fabrikarzt entgegnet: bereits eine Macht geworden sind, sodaß ihnen ein Mitbestimmungsdie Mischung vorgenommen hatte, stellte er die leere Flasche in Sie haben wohl zuviel Knobländer gegessen?" Tie Behandlung recht innerhalb der Betriebe zugestanden werden mußte. Redner den umberſchloſſenen Küchenschrant. In einem unbeaufsichtigten war mangelhaft; bald darauf iſt der Arbeiter geſtorben. Ein anderer Leht im eieren Berfauſe ſeiner Ausfüllungen die Vorteile, des Augenblick ergriff sein Söhnchen die Flasche und setzte sie an den Arbeiter erfuhr eine ähnliche Behandlung. Die Arbeitszeit dauert Holzarbeiter- Verbandes hervor und fordert die Anwesenden auf, für Mund. Es war so viel von dem Inhalte der Flasche auf dem vielfach bis 18 Stunden! Ein Arbeiter, der nach siebzehna dessen Ausbreitung zu agitieren. Eine Resolution im Sinne des Boden der Flasche zusammengelaufen, daß das Kind einen, wenn stündiger Arbeitszeit vom Betriebsleiter schlafend getroffen wurde, Referats wurde einstimmig angenommen. auch nur fleinen Schluck nehmen konnte. Dies genügte aber, um habe dafür, wie bemerkt wurde, 3 M. Strafe zahlen müssen; bei den Tod des Kindes herbeizuführen. Die Mitglieder des Centralverbandes deutscher Maurer einem Lohn von 15 M. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten das zu- Bei alledem soll es, nach den Ausführungen der Redner, Lattenaufsteller mit in die Zahlstelle III aufzunehmen. ( Rabitzputzer) beschlossen in ihrer letzten Versammlung, die lässig niedrigste Strafmaß, einen Tag Gefängnis, der Gerichtshof in dieser Fabrik üblich sein, daß immer, wenn der Besuch Es entspann sich sodann eine längere Diskussion über die Schädlichfam aber zu einem freisprechenden Erkenntnis, da man dem des Gewerbe- Jnspektors angekündigt ist, nicht nur alle entkeit des Accordsystems. Den Mitgliedern, die auswärts ihren Angeklagten den Vorwurf der Fahrlässigkeit nicht machen könne. sprechenden Vorfehrungen getroffen, die sämtlichen Räumlichkeiten Schutz vor Schuhleuten. Aus Hamburg wird berichtet: gereinigt und gelüftet werden, sondern auch während der Dauer der Wohnsitz haben, wird zur Pflicht gemacht, dem Kassierer ihre hiesige Wegen Körperverletzung im Amte hatte sich der 35jährige Schuß- Besichtigung durch den Beamten die äußerst gesundheitsschädliche Wohnung anzugeben. Der Kassirer macht bekannt, daß die Protokolle mann Müller V vor dem hiesigen Landgericht zu verantworten. In Herstellung der chemischen Produkte: Formalin und Tannin auf- vom Bauarbeiter- Stongreß bei ihm zu haben sind. Die Korbmacher hielten am Montag bei Wilte, Andreasbei™ " der Margaretenstraße in Eimsbüttel verübten einige junge Leute, hört, um, wenn der Beamte wieder die Räume verlassen hat, sofort straße, eine gut besuchte Versammlung ab. Nach längerer Diskussion unter denen sich auch zwei Instrumentenmacher befanden, in der wieder damit zu beginnen; auch bleibt sonst alles beim alten. Sylvesternacht allerlei unerlaubte Scherze. Als der eine an einer dort Fast noch schlimmer als in der Fabrik von Schering, sollen, über die Zwangsinnung wurden 8 Kollegen in Vorschlag gebracht stehenden Milchkarre Turnübungen machte, schob der Schuhmann ihn wie weiter hervorgehoben wurde, die Zustände in der chemischen zur eventuellen Kandidatur zum Gesellen- Ausschuß. Ueber die Werkbon der Karre weg und versezte ihm von hinten ein paar kräftige Fabrik von Riedel sein, wo das Oeffnen der Fenster bis statt von Schlesinger wurde der dort herrschenden traurigen Ohrfeigen. Als der Begleiter des Mißhandelten den Schußmann in zu 1 Mark Strafe untersagt ist, die Bewohner der Verhältnisse wegen lebhafte Klage geführt; demnächst soll eine ruhiger Weise wegen seines Uebergriffs zur Rede stellte, erwiderte Nachbarschaft nicht zu belästigen. Während aber den Arbeitern Wertstätten- Versammlung darüber verhandeln. Zum Schluß wurde Müller: Sie können auch was bekommen", und schlug auch Stundenlöhne von 18-20 Pf. und durchschnittliche Wochenlöhne von diesen. Die beiden Mißhandelten erhoben sofort auf der nächsten 15 M. gezahlt werden, ist das Gehalt des Direktors um 4000 M. In der Versammlung der Vertrauensmänner- CentralPolizeiwache Beschwerde gegen den Schuhmann M., gegen den das erhöht, wofür dieser Herr die Liebenswürdigkeit hatte, eine Ver- organisation der Bauarbeiter Berlins und Umgegend vom Strafverfahren eingeleitet wurde. Müller erklärte, er habe sich infolge längerung der täglichen Arbeitszeit bis zu 2 Stunden anzufündigen. Sonntag, den 4. Juni, sprachen en öp chen und Seater über die des anstrengenden Dienstes etwas übereilt. Er bestritt entschieden, und dies alles, trotzdem die Gewerbe Inspektoren, gerade Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisation. Der Vertrauensmann auch den zweiten Instrumentenmacher mißhandelt zu haben, was für die Arbeiter der chemischen Industrie, nachdrück- Krüger ersucht, dahin zu wirken, daß auf allen Bauten der aber von den Zeugen mit aller Bestimmtheit behauptet wurde. Der lich eine Verkürzung der Arbeitszeit fordern. Die Arbeits- Mindestlohn von 40 Pf. pro Stunde für die Bauarbeiter erreicht Staatsanwalt beantragte unter Berücksichtigung der Sachlage nur räume in denen Salicylsäure, Höllenstein 2c. hergestellt werden, werde. Es müsse auch danach gestrebt werden, daß sich jeder an eine Geldstrafe von 25 M. oder 5 Tage Gefängnis. Der Gerichtshof find geradezu unerträglich. Einem Arbeiter wurde einfach auf seinen den Sammlungen zum Streitfonds beteilige. Befchloffen wurde, daß erkannte diesem Antrage gemäß. Wunsch um Lüftung der Fenster, geantwortet, daß darin eben kein der Vertrauensmann sich gegen eine Entschädigung von 30 M. pro Kurort sei." Die Beseitigung dieser Mißstände fönne nur erreicht Woche ganz der Organisation widmen solle und daß ein besonderes werden, indem seitens der zuständigen Behörde nicht nur eine Bureau einzurichten jei. Mitgeteilt wird, daß die Generalversammlung strengere Kontrolle geübt werde, sondern daß die beteiligten Arbeiter des Verbandes am Sonntag, den 11. Juni, morgens 10 Uhr, bei Der Gefehentwurf zum Schuhke der Angestellten im es für ihre Pflicht erachten, sich dem Verband der Fabrik-, Land- Witte, Andreasstraße, stattfinden werde. und Hilfsarbeiter 2c." anzuschließen. Troß mehrfacher Aufforderung Die in Färbereien und Appreturanstalten beschäftigten Handelsgewerbe beschäftigte wieder eine gut besuchte öffentliche seitens des Vorsitzenden, die gegen diese Fabriken erhobenen An- Arbeiter und Arbeiterinnen hielten am 4. Juni eine öffentliche Bersammlung der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen, die am Montag lagen zu widerlegen oder zu berichtigen, meldete sich von den zahl- Versammlung bei Feind, Weinstr. 11, ab. Adolf Hofmann im Saale des Grand Hotel Alexanderplatz tagte. Der Reichstags- reich anwesenden Beamten und Angestellten feiner zum Wort, so sprach über" Auf was wir stolz sind" und schloß seinen mit lebhaftem Abgeordnete Rosenow schilderte in eingehender Weise zunächst die ungeheueren Mißstände, unter welchen die Angestellten im Handels- daß die Versammlung nach Annahme einer entsprechenden Re- Beifall aufgenommenen Vortrag mit einem Appell, für die Vergewerbe zu leiden haben, und die im wesentlichen auf die solution, mit einem begeisterten Hoch auf die Arbeiterbewegung breitung der Arbeiterpresse zu sorgen. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Unter Verschiedenem wurde von einem Kollegen schlechten Organisationsverhältnisse und die Zersplitterung unter den geschlossen wurde. Versammlungen. " Stieg zum Bibliothekar gewählt. Berufsangehörigen, welche sich die Prinzipalität zu nutze gemacht Der Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend be- angeregt, Material über Arbeitsverhältnisse zu sammeln. Nachdem hat, zurüdzuführen sind. Auch die Erhebungen der Kommission schäftigte sich am Sonntag in einer Versammlung bei Cohn in der noch die Anwesenden aufgefordert wurden, die am 7. Juni stattfür Arbeiterstatistik im Jahre 1893 haben ergeben, daß die Handels- Beuthstraße mit der Frage der Errichtung eines Arbeits- findenden Protestversammlungen gegen die Zuchthausvorlage und die angestellten des gesetzlichen Schutzes dringend bedürfen und ins- nach weises. Sämtliche Redner waren einig, daß der Versuch im Englischen Garten am 13. Juni stattfindende Tertilarbeiterbesondere eine Beschränkung der gegenwärtig überaus langen Ar- mit einem eigenen Arbeitsnachweis gemacht werden müsse. Zwar Bersammlung( Berichterstattung vom Gewerkschaftskongreß) zu schloß der der Vorsitzende die Versammlung. Zum beitszeit, der schrankenlosen Ausbeutung der weiblichen Angestellten spreche die Innung den Zimmerern durchaus das Recht ab auf einen besuchen, der Vorsitzende an die und der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter playgreifen muß. Ob eigenen Arbeitsnachweis, auch unterhalte der Unternehmer- Verband Schluß der Versammlung richtete wohl seit den Erhebungen 6 Jahre verflossen sind, entspricht der selbst einen. Da dieser jedoch nur zum Schein und mit großen Anwesenden den Appell, noch mehr als bisher für einen endlich erschienene Gefeßentwurf auch noch nicht den bescheidensten Kosten aufrecht erhalten werde, eine genaue Statistit und bessere guten Besuch der Versammlungen und die Ausbreitung der Organis Erwartungen der im Handelsgewerbe Angestellten. Entgegen Kontrolle über die Arbeitsgelegenheit aber notwendig sei, liege die fation zu forgen. Die Arbeiter der Branche gehören zu den schlechtallen Erwartungen nimmt der Entwurf nicht auf das ge- Berechtigung zur Errichtung eines Arbeitsnachweises vor. Die bezahltesten in Berlin, es sei Zeit, daß sie sich eine bessere Existenz famte Handelsgewerbe Bezug, sondern beschränkt sich lediglich auf Umschau" müsse endlich überflüssig gemacht und mehr wie bisher erkämpfen. die Angestellten in den offenen Verkaufsstellen, während die große für die alten Zimmerer gesorgt werden; die Kosten Theaterverein„ Helgoland". Seute abend 92 Uhr Ackerstr. 144; Bahl der Angestellten in den Großgeschäften völlig unberücksichtigt I würden nicht bedeutend sein, da das vorhandene Bureau Sigung. Gäste willkommen. Für den Juhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Mittwoch, den 7. Junt. Opernhaus. Die weiße Dame. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Die Journalisten. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Urania Taubenstrasse 48/49. 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