Samstag, 16. Mai 1936 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Heller (einschlieölich 5 Heller Porto) 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova 42. telefon sann. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. taatsanwalt Dr. Witold G r a- Teilsanierung ange« und Industrie: Adam Roman Untrrstaatssrkrrtär im Außenmini- schaftskammer, Peter Mandorfer. zum Minister für Land- und Forstwirtschaft ernannt, nachdem der frühere Minister Födermayer aus Gesundheitsrücksichten abgelehnt hatte. Der zurücktretende Landwirtschaftsminister Jng. Strobl wird auf seinen früheren Posten als anitierender Vorsitzender der österreichischen Großeinkaufsgesellschqft(Gör) zurückkehren. k | die Grsamtdemission zu überreichen. Starhemberg wollte putschen Schuschnigg einem zweiten 25. Juli zuvorgekommen? Aeuherung einer ganzen Nation hört, die ein Kaiserreich haben wollte und die es verstehen wird, falls dies notwendig ist, dieses morgen mit aller ihrer Entschlossenheit und allen ihren Kräften zu verteidigen.'■ Tana-See als Luftstützpunkt? London. Wir der„Daily Telegraph" aus Genf berichtet, beabsichtigen die Italiener, den Tanü-See zum Stützpunkt für eine große Motte von Flugzeugen mit einem großen Aktionsradius zu machen. Die Italiener seien geneigt, künftige Gespräche über die Walsrrzufuhr aus dem Tana- See nach Aegypten lieber mit Kairo als mit London zu führen. Arbeiterpartei für Verschärfung der Sanktionen London. Tie Arbeiterpartei veröffentlicht eure Erklärung, in der die Aufrechterhaltung und Verstärkung der Sanktionen gegen Italien befürwortet wird. Weiter wird dir Anwendimg und Achtung der internationalen Gesetze, dir Organisierung deS Friedens und die Festigung des Völkerbundes gefordert. Die Arbeiterpartei* sei gegen Bündnissysteme oder geheime Abmachungen Sollen die Versicherungsprämien an der Phönix gezahlt werden oder nicht? Diöse Frage steht naturgemäß seit dem Auskommen der Phönix- Affäre im Vordergrund des Interesses und ihre präzise Beantwortung ist dringend geboten. I n- s o I ü n g e. dieselbe nicht erfüllt ist, kann nicht behauptet werden, daß irgendetwas zum Schutze'der Versicherten g e s ch e h e n s e i: Die Verhängl'iig eines einseitigen Moratoriums zugunsten der Gesellschaft ist unter diesen Voraussetzungen nicht nur unbegründet, sondern schafft auch einen Vertragszustand, der offenbar gegen die guten Sitten verstößt, da dem betrügerischen Unternehmen all« Rechtsmittel in der Hand gelaßen wurden, durch die es den Betrogenen weiteren Schaden zufügen kann/ Ein solches Vorgehen ist um'o weniger zu eiitschuldigen, als kein sachlicher Gründ v o r l i e g t, die P a u i, st i m m u n g unter den Versicherten andauern zu lassen. Daß bei Fortdauer dieses Zustandes sich namentlich von den kleinen Betsicherungsnehmern viele nicht"werden entschließen können, die mit einer Fortsetzung der Prämienzahlung verbundene Gefahr weiterer Verluste auf sich zu nehmen, ist leicht vorauszusetzcn. Es muß daher gerade im Interesse dieser Versicherten aufs schär st st e dagegen protestiert werden, daß zu ihren Lasten eine auf Störnogewinne gegründete st r e b t wird. In diesem Zusammenhänge muß daran erinnert werden, daß es seit Jahren nicht an Versuchen gefehlt hat, vor den bedenklichen Methoden der Phönix-Propaganda im Wege der Tagespiesse zu warnen. Mit einzigartiger Willfährigkeit hat sich jedoch der Zensur ap parat in den Di e n st. der K o r r u p.t i o.n gestellt und bis zum letzten Augenblick alles verhindert,, n«s ! wenigstens die Zahl der Opfer hätte verkleinern l können. Wenn man schon bei näherem Studium der Tarife, nach denen der Phönix seine sogenannte Volksverficherung betrieben hat, zu der Ueberzeugung kommen muß, daß die offenkundige Uebervorteilung des Versicherungsnehmers nur durch vage Versprechungen verdeckt ist, so kann es auf keinen Fall geduldet werden, daß gerade diese Kreise unter welchem Vorwand immer, neuerlich geschädigt werden. Um dies aber zu vermeiden, ist. unbedingt erforderlich, daß die Regierung klare Instruktionen herausgibt, durch die die Frage der Prämienzahlung für di- Zwi-^ sch en ze it bis zur endgültigen Entscheidung in einer Weise geregelt wird, die dem Versicke- rungsnehmer vor weiteren Verlusten unter allen Umständen schützt. Es muß ausdrücklich bewnt werden, daß die erwähnte Regelung grundsätzlich auf zweierlei Weise möglich ist, ohne^aß eine Verschlechterung des finanziellen Status der Gesellschaft eintritt.' Zunächst kann das Moratorium auf die- innerhalb der bestimmten Frist fälligen Prämien ausgedehnt werden mit der Maßgabe, daß für die Zeit des Zahlungsaufschubes die rechnungsmäßigen Zinsen von den gestundeten Beiträgen entrichtet werden müsien, falls die Versicherung fortgesetzt werden soll..Dies wäre wchl der einfachste Weg. Will man jedoch eine Unterbrechung der Prämienzahlung vermeiden, so ist der Schütz der Versicherten durch entsprechende Ga- ! rantiemaßnahmen zu gewährleisten. Solche sind ! schon verschiedentlich vorgeschlagen worden, die ' zweckmäßigste. Regelung.wäre, wohl die folgende: Die in der Zeit vom Tage der Beröfs nt« ! lichung des finanziellen Zusammenbruchs der Ge- sellschast bis zur endgültigen Entscheidung über das weitere Schicksal der Versicherungen fälligen Prämien sind bei sonstigem Eintritt der vertragliche» Folgen(Reduktion oder Rückkaufs zu befahlen. Wird die Vcrsichcrüiig dann auf Grund Verschärfung der Sanktionen — Kriegsgefahr Herausfordernde Erklärung Mussolinis Paris.„Le Matin" veröffentlicht ein Inter-, diew mit M u s s o l i n i, der darin u. a. erklärt: Ich will den Frieden und will für den Frie den arbeiten. Wenn aber Versuche gemacht wer den, uns die Früchte des mit solchen Opfern be zahlten Sieges zu entreißen, wird man uns ent schlossen und zu jedem Widerstand be reit finden., Abessinien ist heute u n to i t> i r» r ü. f l i ch v y l I t o m m e n u n d a u s- schließlich italienisch'.' Als der Korrespondent des Pariser Blaties Mussolini an die im Septencher des Vorjahres ge sprochenen Worfe exinnert, daß militärische Aktionen die Gefahr heraufbeschwören, daß die Landkarte Europas eine Aenderung erfährt, er klärte der italienische Ministerpräsident: Was ich da^nals über die militärischen Sanktionen sagte, wiederhole ich heute auch in bezug auf die Er weiterung der wirtschaftliche» Sanktionen. Mussolini schloß: Das ist uiüviderruflich I I für militärische Unterstützung: ebenso lehne sie Wiederholen Sie dies, wiederholen Sie dies, noch die vielfach empfohlene Politik der„I s o l a- einmal! Es ist notwendig, daß ganz Europa diese> t i o n" ab. n a t't o als neuen Generalsekretär an Stelle des| Obersten Adam vor, während Vizekanzler B a a r- Baarenfels zum Kommandanten der Miliz ernannt wurde. Ferner kündigte Dr. Schuschnigg verschiedene organisatorische Aenderungen in der Vaterländischen Front, u. a. die Einsetzung e i n e s b e s o n d e r e n F ü h r e r r a t e s an. Neben den bisherigen rot-weiß-roten StaatS- färben werden auch die grün-weißen Farben des Heimatschuhes verwendet werden. Zum Schluß befaßte sich Dr. Schuschnigg ausführlich mit der Miliz und teilte mit, daß in Zukunft außer der Miliz keine freiwilligen bewaffneten Organisationen bestehen werden. Schuschniggs neueste Extratour Wien. Die österreichische Regierung Hat die Annexion Abessiniens durch Italien anerlannt. Ottos Schwester In Wie» Wien. Die älteste Tochter der ehemaligen Kaiserin Zita Adelheid, welche bekanntlich vor kurzer Zeit die österreichische Regierung um , die Bewilligung zur Rückkehr nach Oesterreich er- I sucht hatte, um hier zu studieren, ist Freitag in Wien eingeiroffen und hat im Hause einer adeligen Familie Wohnung genommen. Der fürstliche Vizekanzler a. D. und nun mehrige Bundes-Sportführer oder— wie der Wiener Volkswitz bereits sägt: Halbwelt-Meister ---- ist Donnerstag abends nach Rom abgereist. Es gibt Leute, die von einer Reise in die Emigration sprechen. Tatsächlich sind dem Sturz Starhem- bergs stürmische Auseinandersetzungen vorausge gangen. Ein Teil seiner Vertrauten befindet sich i n H a f t I Wir erfahren aus Wien, daß nicht nur die seit langem bestehenden Gegensätze zwischen Schuschnigg und dem Landsknechtsführer, nicht Nur die Zusammenstöße a m D e r- gangenen Sonntag und das Tele gramm S t a r h e m b e r g s an Mussolini, das von allen demokratischen Regierungen Euro pas als schwere Herausforderung angesehen! wurde, nicht nur der Besuch Chamber-! l a i u s in Wien zu der rascken Entscheidung ge- führt haben, sondern daß Schuschnigg handeln mußte, wollte er sich nicht dem Schicksal Dollfuß' aussetzen. Starhemberg stand, wie sich auch Sonn tag erwies, mit dem gestürzten Fey wieder in| Verbindung. Beide wollten durch einen Putsch dir reine Hrimwehrdiktatur Herstellen und gemeinsam Schuschnigg stürzen. Es liegt die Annahme nahe und es bestehen gewisie Anzeichen, dafür, daß beide wieder mit den Nazis konspirierten.- Fey lyrt darin ja Erfahrungen. Die seinerzeit in der bekannten Kreisler-Broschüre„Wer hat Dollfuß ^Mordet?" zuerst aufgedeckten Zusammen hänge zwischen Key und den Nazis! beweisen ja, Westen die Heimwehrhäuptlinge auch ihre» Freunden gegenüber, fähig sind. Noch ehe das Bündnis Fey-Starhemberg voll zur Auswirkung gelangte, entschloß sich Schusch nigg, selbst zuzugreifen. Es scheint ihm gelungen zu sein, zu der A r m e e, auf die er sich schon bis her hauptsächlich stützte, doch größere Teile der im allgemeinen noch immer fragwürdigen P o l i z e i auf seine Seite zu ziehen. Das Verhalten der Polizei bei den Krawallen am Sonntag war min destens eindeutig heimwehrfeindlich. Das Tele gramm Starhembergs und die, allgemein als er folgt betrachtete, Intervention Englands, schufen einen. Einsatzpunkt, die Vorfälle vom Sonntag, wo! der Bundeskanzler auf offener Straße beschimpft und bedroht wurde, während andererseits der „Freiheitsbund" Kunschaks doch seine Stärke und Popularität gegenüber den Heimwehr-Banditcn bewies, scheinen Schuschnigg Heu Ernst der Lage bewiesen zu haben. So griff er zu. Starhemberg soll sich'verzweifelt gewehrt haben, es scheint! aber, daß er in entscheidender Stunde von seinen| Unterführern verlassen wurde, für die er ja längst kompromittierend geworden war. Wie man in Heimwehxkreisen den Abgang Les„Fürsten" auf nimmt, beweist die Kundgebung des oberösterrei chischen Landesführers Wcninger, der in einem Aufruf erklärt:„Die oberöstcrreichischen Heim- wrhre» danken dem Bundesfützrer Starhemberg für seine befreiende Tat!" Eindeutig-zweideutiger kann man schon nicht sprechen. Um die Heimwehren gegen Starhemberg zu! drnt der Republik hat die Demiffion angenommen. \ In den Nachmittagsstundrn betraute er mit der ! Neubildung des Kabinetts den bisherigen Vize- ! Minister für Heerpswesen, General S l a w o j- Skladkowski, der in zwei Kabinetten | nach dem Mai-Umsturz den Posten des Innenministers bekleidet hatte. Stach 20 Uhr bestätigte der Präsident der Republik folgende Liste des neuen Kabinetts: Ministerpräsident und Innenminister: General Tlawoj-Skladkowski, Bi'.eprrmicr, Minister für wirtschaftliche Angelegenheiten und Finanzminister: Jng. Kwiat- ! k o w s k i, Aeußeres: Beck, Soziale Fürsorge: Kosrialkowski(der bisherige Ministerpräsident), Handel (bisheriger sterium),' Justiz: bow s k i. Die übrige Zusammensetzung des Kabinetts bleibt unverändert, und zwar: Heerwesen: Kasprzyeki, Ackerbau: Poniatowski, Unterricht: Prof. Dwientoslawskl, Verkehrswesen: Oberst Ul r y ch, Post- und Telc- ■ graphen: Jng. Kalinfk i. Phönix-Prämien bezahle»? Im nachstehenden schneidet ei».Versicherungsfachmann die entscheidende, die Bevölkerung augenblicklich am meisten interessierende Frage in der Phönix-Affäre an. Die Scharfe, mit welcher der Artikel des objektiven Fachmannes geschrieben ist, zeigt der für das tschechoslowakische Versicherungswesen kompetenten Behörde deutlich, daß eine rasche Lösung nottut und daß man sich den Luxus der bürokratischen Behandlung dieser Angelegenheit nicht lange mehr leisten darf. Entwaffnung der Heimwehr! Bundeskanzler Dr. Schuschnigg fand sich I Freitag abends im Hause der Vaterländischen Front ein, um die oberste Führung dieser Organisation zu übernehmen. Er schilderte in einer längeren Rede die Notwendigkeit einer einhcit- . lichen Leitung der Vaterländischen Front und ver- I wies darauf, daß sich der bisherige iDualismus nicht bewährt und Verzögerungen hervorgerufen habe. Ferner stellte Dr. Schuschnigg den Staatssekretär Guido Zer-\ Eine prinzipielle Aenderung im engeren Sinne des Wortes wurde eigentlich nur auf dem Posten des.Justizministers durchgeführt, von welchem der von den oppositionellen Linksparteien besonders stark bekämpfte Exponent der Oberstengruppe M i ch a l o w s k i zurückgetreten ist. Der Umstand, daß zu seinem Nachfolger Dr. Grabowski ernannt wurde, der im Brester Prozesse gegen die ehemaligen Führer der oppositionellen Links-; und Zentrumsparteien als Staatsanwalt funktionierte, wird als ein Beweis dafür angesehen, daß die von der Oeffentlichkeit erwartete und sogar von einem Teile der Presse bereits ange-? kündigte Anlehnung an die gemäßigten oppositionellen Parteien neuerlich für unbestimmte! Zeit verschoben wurde und daß die maßgebenden Faktoren den' gegenwärtigen Augenblick noch nicht für eine solche Annäherung als geeignet erachten. Tas neue Kabinett wird im! allgemeinen von der Oeffentlichkeit und den politischen Kreisen als eine Regierung d er„stark e n Ha n d". angesehen, die in gleichem Maße das Vertrauen des Präsidenten der. Republik wie des Gencralinspettors der Armee Rydz-Smigly genießt. . Das Verbleiben Becks in der Regierung wird als ein Beweis dafür angesehen, daß auch der a u ß e n v o l i t i s ch e Kurs Polens zumindest für die nächste. Zukunft unverändert bleiben Wird. gewinnen oder wenigstens zu neutralisieren, mußte ihnen Schuschnigg anscheinend gewisse Zugeständnisse machen. Darauf scheinen die bisher noch nicht völlig geklärten Verschiebungen im Ka- > binctt, also die Auswechslung von Znidaric, ' Strobl und Dobretsberger zurückzuführen zu sein. Die Regierungsbäsis Schuschniggs ist selbstverständlich durch die Ausbootung Starhembergs nicht breiter geworden. Wenn auch der Sturz des allgemein verachteten Abenteurers von den Mas-1 sen als ein befreiendes Ereignis gewertet wird, so bleibt doch das Mißtrauen gegen das Regime und auf der andern'Seite wächst die Feindschaft der Gestürzten, die um so mehr mit den Braunen Zusammenarbeiten werden. S ch us ch n i g g hat gerade nach der Beseitigung! - Starhembergs nur n o ch eine W a h l: die| Basis seiner Regierung nach links z« erweitern, durch eine wirklich versöhnende Tat, einen Akt der I Wiedergutmachung Teile der Arbeiterschaft zu' gewinnen. Tut er das nicht, fo wird sein Erfolg 1 eine Episode bleiben.! Wien. Der Bundespräsident hat über Vorschlag des Bundeskanzlers Dr. Schuschsiigg den Präsidenten der obcrüsterrcichischen Landwirt- Kabinettswechsel In Polen Kabinett der ttarken Hand/ Aussöhnung mit der Opposition vertagt Warschau. Das Kabinett K o s c i a l-1 o w s k i hat Freitag vormittags beschlossen, Der Pkäst- Seite 2 amstng, 16. Mai 1936 Nr. 115 dcr zu erlassenden Sonderbcstimmungcn aufrecht erhalten, so ist dem Versicherten für die innerhalb der erwähnten Frist gezahlten Prämien unter allen Umständen der dem ursprünglichen Vertrag entsprechende volle Gegenwert anzurechnen. Entschließt sich der Versicherungsnehmer jedoch züm Rücktritt, so sind ihm diese Prämien zurückzucr- stäftcn und seine Polizze ist so zu behandeln, als ob die Stornierung vor Fälligkeit der ersten, diesen Äusnahmsbcstimmungen unterliegenden Prämie erfolgt wäre. Es ist mit um so größerer Dringlichkeit anzustreben, daß sich die Regierung einen dieser beiden Vorschläge zu eigen marbt, als bei der gegenwärtigen Sachlage amb von privater Seite keinerlei allgemeine Ratschläge hinsichtlich der Bezahlung oder Nichtbezahlung der fälligen Prämien erteilt werden können. Drei leitende Phönlx*Beamte verhaftet Nach dreitägigen Verhören nahm die Prager Polizei die Direktoren der Phönix in Prag Jan Musik und Josef Kavka sowie den Prokuristen Josef Weber in Sicherungshaft. Alle drei wurden Donnerstag nach Pankrar eingeliefrrt. Unsere größte Gewerkschaft berichtet Zum Verbandstagc der Union der Textilarbeiter Advokatennovelle abermals verschoben Prag. In der Frage der Verlängerung der Konzipientenpräxis hatte die Regierung Donnerstag abends den bereits gemeldeten Vorschlag des Justizministers genehmigt, auf der sechsjährigen Praxis zu beharren, dagegen den Konzipienten, die ihre Militärzeit absolviert haben, die Hälfte der Militärjahre einzurechnen. Freitag vor der Haussitzung wurde über Verlangen der Nationalsozialisten jedoch beschlossen, die Entscheidung abermals bis zur nächsten Sitzung zu vertagen, die erst für den 26. Mai anberaumt wurde. In der Zwischenzeit soll den Studentenorganisationen noch Gelegenheit gegeben werden, über diesen neuen Antrag mit der Regierung und den Koalitionsklubs zu verhandeln. * Infolgedessen wurde in der kurzen Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses lediglich das Referat des tschechischen Genoffen Dr. Mares zur Advo- katennovelle erstattet. Dr. Marcs verwies darauf, daß die sechsjährige Konzipientenpräxis bereits ein Kompromiß mit den noch weiteraebcnden Forderungen der Advokaienkammern darstelle. Der Regie- rungsentwurf operiere mit dem Hinweis darauf, daß man das Bildungsniveau des Advokatenstandes durch eine länger« Vorbereitungszeit vertiefen muffe. Tas sei aber nicht nur«ine Frag« der Länge der Kon- zipientenpraris. sondern auch eine Frage der Reform des Jusstudiums und anderer Probleme. Der Referent"lenkte feister" die Aufmeiksantkeit der Oeffentljchkeit auf die schlechten materiellen Verhältnisse im Advokatenstand: ein großer Teil der Advokaten habe unter der wirtschaftlichen Bedrängnis genau so wie andere Stände zu leiden. Auch die Frage des kolossalen Andranges'zum Rechtsstudium müsse gelöst werden. Von 1923 bis 1933 ist die Zahl der RechtShörer von 3676 auf 6666, die Zahl der Advokarnrskonzipienten(bis 1930> von 1016 auf 1367 gestiegen. Das Hauptmotiv der Novelle liege ,überdies nicht in der Verlängerung der Kon- zipientenzeit, sondern in' der Schaffung einer Altersversorgung für Advokaten. Es gebe beute Fälle, daß 80- bis 8öjähriae Advokaten noch ihren Beruf anSüben. Der Referent regte auch an. di« Frage von Mindestgehältern für Konzipienten anznichneiden. Angriffs- und Abwehrbewegungen Die Aufgaben einer Gewerkschaft in der Krise erstrecken sich nicht darauf, die eigenen oder Staatsmittel zur Auszahlung zu bringen, sondern es müssen, namentlich im deutschen Gebiet, ununterbrochen Groß- und Kleinkämpfe um die bis- Jahren auszahlt, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. Seit dem 1. April 1929 bis Ende 1935 hat die Union nicht weniger als 63 0.166 Artz e i t.s I os enunterstützungsfälle bearbeitet. Die Zahlderllnterstüt- zungstage erhöhte sich von 25 Tagen im Jahre 1929 auf 50 im Jahre 1935. Jeder Arbeitslose erhielt im Vorjahre von der Union im Durchschnitt 503.35 XL ausgezahlt. Umgerechnet auf die gesamte Mitgliederzahl des Verbandes entfielen an Arbeitslosenunterstützung im Durchschnitt auf ein Mitglied, gleichviel ob es arbeitslos war oder nicht, im Jahre 1929 122 und 1935 1028 Kronen. Werden die Mitglieder diese Riesenleistungen auch entsprechend gewürdigthaben? Auto-Hilfe beschlossen Prag. Eine Beratung der Restortminister über die Unterstützung des Automovilismus beschloß nach einem Referat des Direktors der volkswirtschaftlichen Abteilung' beim Ministerratspräsidium, Arch. Bitter mann, daß eine einheitliche Vorlage über die Unterstützung des Auto- mobilismus, und zwar vom Minister für öffentliche Arbeiten mit den. beteiligten Ministern vorgelegt werden wird. Von den Punkten, welche in der Beratung definitiv gelöst wurden, sind die wichtigsten:. Die Gültigkeit der Begünstigungen für die Käufer neuer Wagen wird bis 31. Dezenibetr 1939 statuiert. Die Befreiung von der Steuer von Motorfahrzeugen für neugekaufte Wagen wird eineinhalb Jahre(bei Wagen mit Ersatzbrennstoffen vier Jahre) gelten. Die Konkurrenzgrenzen zwischen dem Automobil und der Eisenbahn beim betriebsmäßigen Transport wird von den bisherigen 30 auf 50 Kilometer erhöht. Die Wirksamkeit der Abkommen nach dem Gesetze Nr. 77 ex 1935 wird um ein halbes Jahr bis zum 1? Juli 1937 hinausgeschoben. Was die Avgaben für AmtS- handlungen anlangt, werden alle administrativen Stellen, die die Abgaben bemessen, eine Regie- rungs-Jnstruktion erhalten, während der Zeit der Hilfsaktion für den Automobilismus diese Abgabe nur zu den niedrigst zuläffigen Sätzen vorzuschreiben. Die Erleichterungen bei der Einkommensteuer: werdest etn'Mld dnnselben KküfrrAw'Lw e i Aptos im Laufe dreier Jabre gewähr«. Tie Frage des Preises des Brennstoffgemisches wird in den Details nächste Woche zu Ende beraten werden. Die größte deutsche und die zweitgrößte Ge-stn en an ih re Mitglieder inwenigen Werkschaft unseres Staates, die Union bei Textilarbeiter, Reichenberg, hält vom 17. bis 19. Mai ihren Verbandstag in Reichenberg ab. Sicher eine bedeutsame Tagung, zu der ein 340 Seiten starker Bericht vorliegt, der von Rückblicken und Perspektiven der Weltwirtschaft, Betrachtungen über die Krise und Zukunft unserer Textilindustrie, Sozialpolitik und Arbeitsrecht bis zu den Berichten aus den Gaugebieten alles ent hält, was über das Leben und Wirken einer sol chen Schicksalsgemeinschaft von 50.000 Menschen berichtet werden kann. Es dürfte für die Oeffent- lichkeit nickt uninteressant sem, hierüber einiges zu erfahren. Bedeutung und Krise der Textilindustrie Die Textilindustrie beschäftigt nach der letz ten Berufszählung rund 349.000 berufstätige Personen oder 14 Prozent der Gesamtzahl. Daß sie für die deutschen Gebiete teilweise eine Lebens frage bedeutet, dürfte hinreichend bekannt sein. Unsere Textilindustrie ist von der weltwirtschaft lichen Gestaltung der Wirtschaft weitgehend ab hängig. Sie ist ein Opfer der Entwicklung, die sich namentliche bezüglich der Neuindustrie- alisierung in den südosteuro- p ä i s ch e n S ta at e n seit Jahren vollzogen hat. Ihre Zukunft ist trübe, dennoch nicht hoffnungslos. Was der Vorstand der Union der Textilarbeiter zu alledem zu sagen hat, wird mit Zahlen und Daten unterlegt in dem Bericht mit treffsicherem Urteil ausgeführt. Die Wirts ch a ftslagederZukunft ist weit gehend davon abhängig, inwieweit es n a ch den Vorschlägen desBor st and es der Union gelingt, den Export an Textilerzeug- nisten wieder, aufzunehmen. Aufgsbenbewsltigung und Leistungen der Union Im Jänner 1936 waren nichtweniger gl s 8 0,0 00Tex tilarbeit erarbeit s- l o s. Die Arbeitslosigkeit war besonders stark in den deutschen Gebieten. In der Berichtszeit vom* Jänner 1929 bis Ende 1935 hat sie sich in der Textilindustrie verzwanzigfacht. So kann man sich denken, daß auch die Union der Textilarbeiter ge zwungen war, die Aufgaben der Organisation auf die Linderung der Schädigungen der Krise und ihrer Opfer zu verlegen. Von Anfang 1929 bis Ende 1935 hat die Union nicht weniger als 290 Millionen Kronen an Arbeitslosenunterstützung zur Auszahlung gebracht. Da von allein 71,201^00^Fkron e n aü s si g^e n^n M i t- t e l ns Diese Leistungen sind ein herrlicher Akt gelverkschaftlicher Solidarität. Die von den Ge werkschaften ausgezahlten Unterstützungen mach ten manchmal einen wesentlichen Teil der Kauf kraft in von derArbeitslosigkeit betroffenen Kreise und Gemeinivesen aus. Wenn z. B. die Union in Rumburg in der Bxrichtszcij über 30 Millionen Kronen zur Auszahlung brachte, dann dürfte diese Summe einen großen Teil der dort in Umlauf gesetzten Geldsumme bedeutet haben. Von der „Sudetendeutschen Volkshilfe" und anderen Bet- telsuppcnorganisationen wird betreffs ihrer Lei stungen ein Wesen dahergeinacht. Daß«ine Gewerkschaft allein2 9lMillio- Mlnlsterrat Prag. Der Ministerrat hielt Freitag nachmittags eine Sitzung ab, in welcher der Minister des Aeußern einen ausführlichen Bericht über das Ergebnis der Verhandlungen der Belgrader Konferenz des' Rates der Kleinen Entente von An- l fang Mai und über die außenpolitischen Richtlinien erstattete, die auf dieser Konferenz zur Sicherung und zum Schutze der Interessen der I Staaten der Kleinen Entente einmütig festgelegk herigen Lohn- und Arbeitsbedingungen und um den Arbeitsplatz geführt werden. Der Verband hat Angriffsbewegungen gefördert und unterstützt, die von nicht geringem Erfolg begleitet waren. In der Krise bildeten, die Abwebr- bewegungen die Mehrzahl. Es wurden deren nicht weniger als 400 geführt. Davon konnten 18 Prozent mit vollem Erfolg, 68 Prozent mit teilwci- sen und 14 Prozent mußten ohne Erfolg beendet werden. Das Wirken des Verbandes hat für seine Mitglieder einen starken Schutz bedeutet. Oie Aufgaben des Verbandstages Nach einer solchen Kanipf- und Krisenperiode tritt nun der Verbandstag in Rcichenberg zusammen. Neben dem allgemeinen V e r b a n ds- b e r i ch t, die der geschäftsführende Obmann, Genosse Anton Roscher, erstattet, werden die .übrigen Vorstandsmitglieder über ihre Ressorts berichten. Der Redakteur des Fachblattes, Genosse R e h w a l d spricht über„Gewerkschaften im Staatskapitalismus". Und Genosse Mayer-Rcichenbcrg behmrdelt die Frage der Werbung neuer Mitglieder und die Erfassung der Jugend in der Textilindustrie. Die Mitgliederzahl von 49.000, mit der die Union zu den Großgewerkschaften gehört, kann noch um ein Erkleckliches vermehrt werden. Man kann der Tagung mit Interesse ent- ! gegensehen. wurden.^ Dcr Bericht des Ministers des Aeußern wurde zustimmend zur Kenntnis genominen. Der Minifterrat genehmigte ferner u. a. ein« Novell« zur Gemeindewahlordnung über den Kostenersatz seitens durchgefallcner Wahlgruppen und Vorschriften über die Behandlung verpfändeter oder abgetretener Forderungen gegen den Staat, ferner eine Durchführungsverordnung zum Währungsgejctz, di« gewisse Schwierigkeiten der Rationalbank bei der Durchführung internationaler Vereinbarungen über den Zahlungsausgleich beseitigen soll. Allen Ministerien wurde aufgctragen, eine Revision der bts- herigen Praxis der vorhergehenden Genehmigung der Maßnahmen dcr Landesbehörde durch die Zentralbehörden durchzuführen. Für den Monat Mai wurden die erforderlichen Diaßnahmen zur Sicherung der normalen Auszahlung der Bergarbeitcrpensionen durch die Zentralbruderlade getroffen. Dann folgten di« üblichen Berichte über aktuelle politische und wirtschaftliche Fragen sowie administrative und personelle Angelegenheiten. Hitler verschiebt die Antwort Berl i n. Der Reuter- Berich trrstatter mel- I det: Reichskanzler Hitler har beschlaffen, jegliche formale Antwort auf das dritischr Meniorandunl zu verschieben. Dir Ursache seiner Entscheidung soll der Umstand sein, daß dir gegenwärtige internationale Lage vielzuunfichrrundver- ä n d e r l i ch fei. besuch Edens bei Leon blum Paris. Der britische Außenminister Ede« ist Samstag vormittags auf der Rückreise aus Genf■ in Paris eingetrcffcn. Er stattete dem tranken Minister des Aeutzeren F I a n d i n einen Besuch ab. Später traf Eden mit dem künftigen Ministerpräsidenten, dem sozialistischen Führer LeonBlum, zusammen. 9 Der Ruhm des Kämpfers Don Ja di Landon Copyright by Universitas Berlin, durch Dr. Prüfer - Pressedienst. Wien. Die Zeit sei schon vorbei, versicherten die Berichterstatter, da er seine Kraft auf Boxer dritten Ranges verschwendete, die nur Versuchskaninchen für ihn darstellen konnten. Wo waren Ben Menzies, Rege Rede, Bill Tarwater und Ernest Lawson? Es wurde Zeit, daß sie gegen diesen jungen Mann antraten,, der sich, so plötzlich als ein Boxer von Rang erwiesen hatte. Was für ein Manager war das, der keine Herausforderungen verschickte? Und dann kam eines Tages die Sensation. Stubener lüftete das Geheimnis, daß dieser junge Mann kein anderer war als der Sohn Pat Glen- dons, des alten Pat, des unvergessenen Helden der vorigen Generation, So wurde er der«junge Pat Glendon" getauft, und Sportsleute und Journalisten scharten sich um ihn, bewunderten ihn, ermunterten ihn und schrieben über ihn. Mit Ben Menzies beginnend und mit Bill Tarwater endend, forderte er die vier Boxer zweiten Ranges heraus und besiegte sie. Er mußte hierzu verschiedene Reisen unternehmen; die Kämpfe fanden in Goldfield, Denver, Texer und New Uork statt, und es dauerte Moimte, bis er sie alle hinter sich hatte, denn größere Kämpfe sind nicht inuner leicht zu arrangieren, und seine Gegner verlangten auch Zeit» um zu trainieren. Das zweite Jahr seiner Laufbahn sah ihn mit dem halb Dutzend großen Boxern kämpfen, die dicht unter der obersten Sprosse des Ruhmes standen. Auf der obersten Sprosse stand fest und sicher der„Große Jjm Hanford", der unbesiegte Weltmeister. Hier, in der Höhe, ging cs langsamer vorwärts, obgleich Stubener unermüdlich Herausforderungen verschickte und die öffentliche Meinung der Sportwelt bearbeitete, um die Kämpf« zu erzwingen. Will King war in England. Tom Harrison war auch weg, und Glendon mußte ihn um die ganze Welt verfolgen, bis er ihn endlich am zweiten Weihnachtstag in Australien besiegen konnte. Aber die Börsen wurden immer größer. Statt der hundert Dollar, die seine ersten Kämpfe ihm eingebracht hatten, erhielt er jetzt zwischen zwanzig- und dreißigtausend Dollar für einen Kampf, und ähnliche Summen zahlten ihm die Filmgesellschaften. Gemäß dem Kontrakt, den der alte Pat aufgesetzt hatte, erhielt Stubener von allem seine Manager-Prozente, und trotz der großen Kosten, mit denen diese Reisen verbunden waren, wurden sie beide reich. Diesen Reichtum hatten sie mehr als allem andern ihrer enthaltsamen, Lebensweise zu verdanken. Sie waren auch keine Verschwender. Stubener legte sein Geld mit Vorliebe in Grundstücken an, und sein Besitz in San Franzisko, wo er Wohnhäuser baute, war größer, als Glendon sich je träumen ließ. Es gab jedoch ein geheimes Wettsyndikat, das die Einnahmen, welche Stubener zuflossen, besser kannte, und ein schwere Vergütung nach der andern wurde, ohne daß Glendon ettvas davon wußte, seinem Manager von den Filmleuten bezahlt. Die wichtigste Aufgabe Stubeners war es, über die Tugend seines jungen Helden zu wachen. Aber auch das war nicht schwer. Glendon hatte nichts mit dcr geschäftlichen Seite der Dinge zu tun, und sie interessierte ihn auch wenig. Im übrigen verbrachte er alle freie Zeit, wohin er auch kam, mit Jagen und Fischen. Selten ließ er sich näher mit Leuten aus der Sportwelt ein, er war als scheu und verschlossen bekannt und zog Museen und Gedichtbücher allen sportlichen Veranstaltungen vor. Seine Trainer und Sparringpartner waren von Stubener streng darauf hingcwiesen, Glendon niemals auch nur das geringste von den im Ring üblichen Schiebungen zu erzählen. Uebcr- haupt isolierte Stubener ihn nach Möglichkeit von der Welt. Selbst interviewt wurde er nur in Gegenwart des Managers. Nur ein einziges Mal machte man einen Annäherungsversuch bei Glendon. Das war vor feinem Kampf mit Henderson. Man bot ihm hunderttausend Dollar, wenn er sich besiegen ließe. Das Angebot wurde ihm eilig in einem Hotelkorridor zugeflüstert, und es war ein Glück für den Mann, daß Pat sich beherrschte, nur verächtlich die Achseln zuckte und ihn stehen ließ. Aber er erzählte es Stubener, welcher sagte: „Das war nur Scherz, Pat. Man hat Sie aufziehen wollen." Er bemerkte, daß die blauen Augen funkelten.„Vielleicht auch Schlimmeres, wenn Sie die Sache ernst genommen hätten, würden die Zeitungen einen guten Sensationsstoff gehabt haben, und Sie wären- erledigt gewesen. Aber ich bezweifle, daß es ernst war. So etwas kommt heutzutage nicht mehr vor. Es ist eine Sage, die aus der Frühzeit des Boxsports auf uns überkommen ist. Damals wurde viel im Sport geschoben. Heute aber würde sich, kein Boxer oder Manager von Ruf auf so etwas einlassen." Und während Stubener so sprach, wußte er ganz genau, daß der kommende Kampf mit Henderson nicht weniger als zwölf Runden— wegen der Filmaufnahmen— und nicht mehr als vierzehn dauern durste. Und er wußte auch, daß Henderson sich verpflichtet hatte, nicht mehr als vierzehn Runden durchzuhalten, und daß große Einsätze darauf gewettet waren. Glendon, der sonst nie derarttge Angebote erhalten hatte, schlug sich die Geschichte aus dem Sinn und ging aus, um den Nachmittag mit der Aufnahme von Farbenphotographien zu verbringen. Die Kamera war seine neueste Liebhaberei. Da er keine Bilder malen konnte, suchte er Ersatz dafür im Photographieren. Unter seinem Gepäck befand sich ein kleiner Koffer doller einschlägiger Bücher, und er verbrachte viele Stunden, um sich .mit den verschiedenen Prozessen bekanntzumachen. Nie hatte ein Boxer gelebt, dcr der Boxwelt so fremd war wie er. Weil er so wenig Bcrüh- rungspnkte mit den Leuten hatte, mit denen ec kämpfen sollte, galt er bald für tückisch und ungesellig, und hiernach bildeten sich die Zeitungen ihre Meinung von ihm, die weniger eine Ueber- treibung als eine völlige Verkennung war. In aller Kürze charakterisierte man ihn als ein stumpffinniges Tier mit den Muskeln eines Stiers, und ein unreifer Sportreferent, der ihn gar nicht kannte, taufte ihn„Höllenbiest". Der Name blieb an ihm haften. Die ganze Sportwelt übernahm ihn, und bald las man nichts mehr über ihn, ohne daß die Bezeichnung„Hüllenbiest" an seinen Namen geheftet war. Man fand sie sogar oft ohne weitere Bezeichnung in den Ueberschriften der Artikel und Unterschriften von Bildern. Die ganze Welt wußte, wer dieses Biest war. Das veranlaßte ihn, sich noch mehr als bisher in sich selbst zurückzuziehen, und entwickelte gleichzeitig in ihm ein bitteres Vorurteil gegen alle Zeitungsschreiber. Was das Boxen selbst betraf, so wurde sein anfangs schlvaches Interesse allmählich größer. Die Männer, mit denen er jetzt kämpfte, waren alles eher als Anfänger, und die Siege wurden ihm nicht mehr so leicht gemacht. Es waren auserwählte Männer, erfahrene Generäle des Ringes, gegen die er jetzt'antreten mußte, und jeder Kanipf gab ihm Probleme zu lösen. Bei manchen Gelegenheiten war es ihm nicht möglich, sie in dcr vorausbestimmten Runde zu Boden zu bringen. So erging es ihm zmn Beispiel mit dem gigantischen Deutschen Sulzberger. Der Versuch, ihn wie beabsichtigt, in der achtzehnten Runde zu fällen, mißlang, in der neunzehnten war es dieselbe Geschichte, und erst in der zwanzigsten glückte es ihm, den unbändigen Widerstand seines Gegners zu brechen und den Kampf zur Entscheidung zu bringen. (Fortsetzung folgt.) Tt. 115 Gamstag, 16. Mai 1936 Seitr 3 fudetendeu istfter Zeitspiele t Seine Reminiszenz an das große Morden vor zwanzig Jahren, das man heute im Eifer der neuen KrirgSvorbereitung beinahe schon vergessen hat! Nur soviel sei gesagt, daß man„Niemandsland" jenen schmalen streife» Landes nannte, der zwischen den feindlichen Gräben lag, als die Fronten im Stellungskrieg erstarrt Ivaren. Auf jenem schmalen, granatendurchpflüg- leir stück Land, das die Völker des Kontinents in zwei sich haßerfüllt gegenüberstehende Parteien schied, gedieh keine Freude, sondern nur der stumme oder laut brüllende Schmerz, es trug kein Leben, nur tote Menschen und tote Tiere, dort regierte weder Kaiser noch König, sondern nur die kalte Majestät deS Todes, obzwar der sinnlose Tod, den die Menschen dort starben, nichts majestätisches an sich hatte. Das Niemandsland, das wir heute betreten, das sind die ausgebeuteten, zerwühlten und von den Besitzern verlassenen Kohlenfelder Nordwest- böhmens. Solange der Abbau gewinnbringend erschien, fraß sich der Bergbau uuaufhaltsmn in die Erde hinein, zerstörte Wasserläufe, Teiche, Wiesen und Wälder, doch als die Flöze an Mächtigkeit abnahmen und abbauunwürdig wurden, stellte man die weitere Förderung ein uüd ließ eine geschändete, mit tausend blutenden, Wunden behaftete Landschaft achtlos zurück. Was kümmerte den Unternehmer der mißhandelte, unbrauchbar gewordene Boden! Das Bergbaukapital kann sich nicht von Gefühlsanwandlungen leiten lassen; wo es nichts mehr verdienen kann, da ergreift es die Flucht. Lehmhalten, zerwühlte Tagbaue, brennende Abraumlöcher, wassergefüllte„Pingen" bildeten eine zur Wüstenei gewordene Landschaft und blieben verlassen. Niemand kümmerte sich um den unfruchtbaren Boden: das Land war zum Nieman d SE a u d^gcwordetr.!. Die Jahre des Brennstoffmangels nach"dem Krieg und noch mehr die Jahre der großen Krise brachten die noch vereinzelt lagernden Kohlenreste zu neuen Ehren. Arbeitslose schlossen sich zu Gruppen zusammen und fingen an, den begehrten Brennstoff avzuvauen, mrd als das zutage liegende Gut erschöpft war, ging man daran, einfache, schmale Schächte zu bauen, um die tiefer liegenden Schichten erreichen zu können. Die gewonnene Kohle verkauften sie meistens an Ort und Stelle an andere Arbeitslose, die sie wieder mit Handwagen bis in weit entfernte Orte führten. So suchte und fand eine große Anzahl armer Menschen einen geringen Verdienst, bis— ja bis sich die Bergbaubesitzer besannen, daß sie in den von ihnen verunstalteten und lange Zeit unbeachteten Gebiet noch eine Funktion zu erfüllen hatten I Sie konnten es nicht ertragen, daß einige arme Teufel dort einige Kronen herausholten, wo sie selbst Millionen verdient hatten und sie riefen nach der Staatsgewalt. Das Bergbaukapital glich hier durchaus dem bösartigen Kettenhund, der einige in Sicherheit gebrachte Knochen zwar nicht selbst fressen kann, der sie aber mit Zähnen und Klauen gegen den hungrigen Köter verteidigt, dem die dürren Knochen als ein immerhin respektables Fressen erscheinen, llnd die staatlichen Behörden, die sich bisher auch sehr wenig um die dreckigen Abraumlöcher gekümmert hatten, begannen mit seltener Schnelligkeit und Bereitwilligkeit die Heiligkeit der Besitzrechte zu wahren. Seitdem schicken sie immer wieder die Gendarmerie in die Abbaugebiete, und da die Arbeitslosen nie die Grundbegriffe des kapitalistischen Wirtschafts- shstems. begreifen werden und immer wieder in die Schächte hineinsteigen. Um darin ein mageres Stück Brot zu verdienen, wird dieser Kampf um das Niemandsland erst dann zu Ende sein, wenn das letzte Stück zurückgelassener Kohle verwittert oder verbrannt sein wird. Wir verlassen die staubige Straße und gehen auf einen holperigen, um kleine Hügel sich herumwindenden Weg in das Abbaugebiet hinein. Immer wieder kommen uns schwer beladene, von Männern, Frauen und Kindern gezogene und geschobene Kohlenwagen entgegen. Auf den kleinen | Wägen türmen sich die gefüllten Säcke und man ! wundert sich, daß die gebrechlichen Gefährte die schwere Last aushalten. Viele Arbeitslose haben keinen eigenen Wagen und müßen sich einen aus- ! borgen. Um ihnen das zu erleichtern, hat sich in | den Braunkohlengebieten ein neuer Erwerbszweig |gebildet und das ist der der Handwagenverleiher. Nun kann der gänzlich Unbemittelte von dem ge- ! schäftstüchtigen- Verleiher, der dreißig oder vier- \ zig Wagen gleichzeitig laufen hat, gegen eine täg liche Miete von drei bis vier Kronen einen Wagen ausborgen. Kein Elend ist so groß, daß man nicht noch einen Gewinn daraus schöpfen könnte l Wir schauen in das riesige Kraterloch eines aufgelassenen Tagbaues hinab. Das Bild, das wir sehen, ähnelt einer Mondlandschaft: Trichter neben Trichter, von kleinen Hügeln getrennt, be- | decken den Boden. Rotkiesige Gruben, Haufen schwarzer Lösche, gelbe Lehmflächen und mit weißer Asche bedeckte, ausgebrannte Kohlenlöcher liegen nebeneinander. Daneben aber breitet sich ein großer, dunkelgrün schimmernder Teich, aus, der ! der Landschaft eine eigenartige Note gibt. Doch auch er gebiert und enthält keinerlei Leben; wo [ seine Wellen an das Ufer schlagen, dehnt sich keine grüne Rasenfläche aus, nur ein schmaler, schwefliger Streifen säumt seine Ufer. Das Wasser bil- ! det hier ein Totes Meer im kleinen. Neben uns dringt Rauch aus der trügerischen Erde, die letzten Kohlenreste in der Erde verbrennen langsam zu roter Asche. Wenig später sind wir bei den wilden Kohlengräbern, die allen verhängten Strafen zum Trotz immer wieder durch die engen Schächte in die Erde hinabsteigen und die gewonnene Kohle im einfachen Haspelbetrieb ans Tageslicht fördern. Um jeden Schacht sitzen oder stehen eine größere Anzahl Menschen herum und warten darauf, bis sie die emporaehobene Kohle aussieben und in Säcke füllen können. Sie warten oft fünf, sechs oder acht Stunden lang, denn der oft umgewühlte Boden wird immer ärmer an dem begehrten Gut und damit das„wilde Kohlengraben" immer weniger ertragreich. Ueberhaupt ist die geförderte Menge bei weitem geringer, als die um ihren Profit bangenden Kohlenhändler der Oeffentlich- keit einreden wollen. Es gibt natürlich keine Sta- ! tistik übet die Förderung, wie es ja auch keine Statistik über die dabei verschütteten und erstickten Bergleute gibt, doch dürften kaum mehr als 10:000 Tonnen jährlich im gesamten Braunkohlengebiet herausgeholt werden, und das ist sehr wenig im Vergleich zu unseren 20 Millionen Ton-' nen Jahresförderung. Die Arbeitslosen, die so lange Zeit um die Schachtöffnung Herumsitzen, langweilen sich sehr i in den endlosen stunden, und wenn sie ein Stück Zeitungspapier in die Hand bekommen, dann lesen sie es durch von der ersten bis zur letzten Zeile. Sie beachten sogar die so uninteressanten Wirtschaftsnachrichten. Da lesen sie vielleicht auch, daß die Duxer Kohlengesellschaft, der der Boden gehört, dem sie ihre Kohle entnehmen, im vorigen Jahr einen Reingewinn von 3,086.000 Kö erzielt hat und 200 Kronen pro Aktie an Dividende auszahlte, oder sie lesen weiter, daß die Böhmische Handelsgesellsibaft, die Besitzerin der Tagbau- Wüstenei jenseits der Straße, einen Gewinn von 17,845.000 Kronen verteilte, und wenn auch der ! Leser sehr wenig vom Attienwesen versteht, so sagt \ er sich doch, daß in dieser Welt etwas in verdamm- ter Unordnung sein muß, wenn solche Riesengewinne und so grenzenloses Elend nebeneinander bestehen könne, wie er es täglich vor Augen hat. Aber wenn er nun stundenlang über das und noch über andereunerfreuliche Erscheinungen in dieser Welt nachgedacht hat, dann kann es geschehen, daß der kleine Förderbetrieb plötzlich anhält, weil die Häuer fluchtartig ihren Stollen wegen Gasgefahr verlassen müssen, und wenn es das Verhängnis will, dann bleibt einer unten und | kamt nur als Leiche geborgen werden.— Dann bleiben auch die andern kleinen Schächte stehen, denn es kommt eine Kommission, die jeden weiteren Abbau streng verbietet. Doch wenn die würdigen Männer noch dabei sind, die Kommissionsspesen zu kassieren, beginnt der Betrieb von neuem. Daß es im Kampf um die verwitternde Kohle nicht nur Verwundete, Gaskranke und Tote, sondern auch Gefangene gibt, sahen wir schon eine Viertelstunde nach, unserem Eintreffen bei den kleinen Schächten. Auf den Alarmruf eines Burschen geriet alles in wilde Bewegung. Jeder ergriff seinen Karren und rannte mit ihm über Stock und Stein davon. Wenige Augenblicke später sahen wir die Ursache der überstürzten Flucht: von der Straße her kam in Schwarmlime eine Abteilung Gendarmerie über das hüglige Gelände heranmarschiert. Einige abfahrenoe Wagen wurden ! angehalten und ihre Besitzer aufiwtiert. In lveni- | gen Sekunden war bei allen Schächten das Seil | losgelöst und in den Schacht geworfen, war die Haspel irgendwo vergraben worden. Beladens Wagen, gefüllte Säcke, Siebe und Holzböcke ließ man ruhig stehen und rannte davon. Einige der Flüchtenden wurden von den Gendarmen festgehalten, her weitaus grüßte Teil aber entkam. Die Eingefangenen zeigen keilte besoitdcrc Aufregung, sie kennen schon die Taxe, die hier bezahlt werden muß» sie heißt Haft im Bezirksgefängnis von einem bis zu sechs Tagen, bei sehr miserabler Kost. Als die schwerbewaffneten Hüter der Ordnung bei dem von Menschen verlassenen Durcheinander angelangt waren, gingen sie mit gewichtigen Schritten um die Schächte herum und schauten hinein. Natürlich wissen sie, daß unten Männer bei Karpidflämmchen sitzen und zur Oberfläche herauflauschen und rufen hinunter, daß sie heraufkommen sollen. Das fällt den Untcn- fitzenden gar nicht ein, sie machen vielleicht gerade Frühstück und legen dabei auf die Gesellschaft der Gendarmen gar keinen Wert, sie wissen anch, daß keiner von denen da oben fünfundzwanzig Meter tief zu den dreckigen Kohlengräbern herabkriechen wird und die Gendarmen wissen, daß das die Untensitzenden wissen, und also ist auf keiner Seite Grund zur Aufregung vorhanden, wenn nicht die Gendarmen mit dem strikten Auftrag gekommen sind, die Schächte zu sprengen. Dann allerdings kommen die beobachtenden Kollegen herbei und ziehen die Eingeschlossenen mit Serken heraus. Auch der Tod in diesem Niemandsland hat nichts begehrenswertes an sich. Diesmal kommt kein einziger Kohlengräber | aus seinem Schacht heraus. Dir Gendarmen wif- | seit offensichtlich nicht recht, was sie tun sollen, i Auf den nahen Halden stehen die Geflüchteten und i schauen ihnen zu. Vor einem beladenen Kohlenwagen liegt ein großer schwarzer Zughund und blinzelt sie gleichgültig an. Vielleicht denkt er, daß ihm ja nichts geschehen kann. Hunde sind straffrei, sie werden nicht wie gefährliche Tiere hinter eisenbeschtagenc Türen gesperrt. Eingesperrt wird | nur der Mensch, der also oft viel schlechter daran ist alH mancher Hund. Als die Gendarmen einige Zeit herumgestiegen waren, gingen sie zu ihren Wagen zurück und fuhren zum nächsten Abbaufeld weiter. Es war. in | den letzten vierundzwanzig Stunden die fünfte I Razzia, die sie hier gemacht hatten, aber den Hunger der Menschen, der sie dazu treibt, aus diesem unfruchtbaren Boden ein Stück Brot her- auszuwirtschaften," kann man nicht durch Polizeimaßnahmen aus der Welt schaffen. Man gebe I den Hungernden Arbeit oder ausreichende Unter- ! stützuitgen, dann wird sich kein Teufel um den ! verwüsteten Boden mehr kümmern. Zehn Minuten später siird die Schächte wie- ! der im vollen Betrieb. Trotz Gendarmerie, Gas- I gefahr, drohenden Wassereinbrüchen und Erd- I rutschen. Oie Prager deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 17. Mai, 14.30 bis 14.45 Uhr: Ziviler Luftschutz und Gemeinde(Bruno Schwab- Wegstädtl); M i t t w och, 20. Mai, 18.20 bis 18.40 Uhr: Bodenbach, die Stadt des Reichsjugendtages(Franz Keßler, Bürgermeister von Bodenbach); F r e i t a g, 22. Mai, 18.35 bis 18.45 Uhr: Aktuelle zehn Minuten; Sonntag, 24. Mai, 14.30 bis 14.45 Uhr: Vom Muschclgcld zum Scheck(Fritz B i e l i g k). Hierin liegt seine Kraft! Nur wenn der Körper Reserven besitzt, kann er die Arbeit meistern. Deshalb das Essen mit Ceres, dem 100% reinen Pflanzenfett, zubereiten— darin liegt seine ganze Kraft I Militärverrat eines Henleinfunktionärs Zehn Jahre schweren Kerker Das Kaschauer Divisionsgrricht fällte gestern nach zweitägiger geheimer Verhandlung das Urteil in dem Prozeß gegen den des Verbrechens des Militärverrates angeklagten Soldaten des 110. Dragonerrrgimentes Iosef S ch l n sch, i der in Berrhovo garnisonirrt war. Schlnsch wurde zu zehn Jahren schweren Kerkers und zum Verlust der bürgerlichen ! Rechte für fünf Jahre verurteilt.\ Aus dem I öffentlichen Urteil geht hervor, daß der Verttr- teilte vor Antritt des Militärdienstes : Mitglied der anfgrlösten nationalsozia- listischen Partei und später führender Funktionär der sndetendeutschen Partei war. Während seines im Troppaurr Gebiet verbrachten ordentlichen Urlaubs verriet | er wichtige Militärgeheimnisse. Sowohl der Ver- I urteilte wie auch der Staatsanwalt haben sich drei Tage Bedenkzeit erbeten. Wieder eine politische Verhaftung in Aussig. Von der Aussiger Polizei wurde abermals eine politische Verhaftung vorgenommen. Es handelt iich.w.ü.. eüten gewissen,K.„ der seit längerer Zeit in' einem Geschäft am Marktplatz-tätig war.—• Die'wiederholten Verhaftungen, die in letzter Zeit in Aussig zu verzeichnen waren, werfen ein bedenkliches Licht auf die Zuverlässigkeit bestimmter politischer Kreise. 3. Bundesturnfest Die um ein Viertel ermäßigten Tauerfestkarten für Erwachsene und Kinder können bis 31. Mai bei allen Funktionären des Atus, der Partei und Gewerkschaften bestellt, bzw. bezogen werden, L e tz t e r B e st e l l t a g: 31. Mai. lag der Atus-Wanderung: 17. Mai Sonntag wandern wir. Sonntag werben mtd marschieren wir. Genossinnen und Genossen, Arbeiterkindei! schließt euch an, wandert am 17. Mai mit uns, dem Atus. Wir tragen zur Wanderung unsere Atus- I kleidung, unsere blauen Bluse» oder Hemden. Wir tragen ab 17. Mai unser Ätus- oder Parteiabzeichen. Donnerstag, den 28. Mai, im P r a- gerRundfunkvon 18 Uhr 10(.6 Uhr 10)! bis 18 Uhr 25(6 Uhr 25) Vortrag über das 3. Bundesturnfest. Seite 4 Samstag, 16. Mai 1936 Nr. 115 Ein Ueberfall am 1. Mai Unsere„Zukunft" berichtet, daß am 1. Mai zwei Genossen bei der Rückkehr von der Maifeier in Marienbad von zwei Heulcinleuten in Plan überfallen wurden. Die zwei Söhne des Verwalters S ch m i d b a ch aus Kuttenplan drangen ohne Anlaß auf die zwei Genossen Schnur und Ctinmnn ein, rissen ihnen die roten Netten herunter und schlugen sie nieder. Als aber weitere Genossen hinzu kamen, hielten die beiden Helden die Flucht für den besseren Teil der Tapferkeit..Zwei Kuttenplaner Gendarmen in Zivil sowie der Bahnwärter waren Zeugen dieses frechen tleberfalls.. Bevor noch unsere Genossen bei dem Gendarmerieposten angekommen waren, hatten die zwei vielversprechenden Verwalterssöhne schon ihre Anzüge gewechselt und stolzierten in Kuttcnplan umher. Bei der Einvernahme beim Kuttenplaner Gendarmerieposten leugneten sie natürlich alles nach, treudcutschem Muster. Dennoch wird dieser Terrorakt den beiden Schmidbachs teuer zu stehen kommen. Die mißhandelten Genossen stehen beide in ärztlicher Behandlung. Nach Aussage des Arztes^ dürfte die eine Verletzung mittels eines Schlagringes erfolgt sein. Der eine Genosse kann auch seiner Arbeit nicht nachgehcn. Auf alle Fälle wird die Sache ein gerichtliches Nacht' p i e l haben. „Das Ende einer sozialdemokratischen Sensation** Die Verurteilung eines Henlein-Redakteurs Am-11. Mai fand beim Kreisgerichte in Chrudim ein interessanter Preßprozeß seinen Abschluß. Unser Landskroner Bruderblatt, der „A d l e r g e b i r g s b o t e", hatte seinerzeit die auch von unserer übrigen Parteipresse veröffentlichten Enthüllungen über das Referentenmaterial der SdP veröffentlicht. Das Landskroner Hen- lesn-Blatt„Deutsche Grenzwacht", veröffentlichte hiezu im August 1935 eine offenbar von der Zentrale der SdP inspirierte Antwort unter dem Titel „Das Ende einer sozialdemokratischen Sensation". In dieser Antwort behauptete die„Deutsche Grenzwacht", Landskron, daß der Artikel des ..Adlergebirgsboten" erstunken und erlogen sei, es liege ein Fall von politischer Verleumdung und von Denunziation vor, wie er krasser nicht gedacht werden kann. Genosse Franz Treml in Landskron, als Herausgeber des„Adlergebirgsbotc", klagte darum durch Genossen Tr. Schwelst den Herausgeber und verantwortlichen Redakteur der „Deutschen Grenzwacht" Josef Czerny beim Kreisgerichte in Chrudim Am 11. Mai kam es nun vor dem Kreis- gerichje in Chrudim zur Hauptverhandlung. Das Kreisgericht in Chrudim fällte das Urteil, mit welchem Joses Czerny des Vergehens der Beleidi-> gung schuldig erkannt wird. Czerny wurde zu A r r e st in der Dauer von 14 Tagen, verschärft durch einen Fasttag, verurteilt, ferner zum E r- s a tz e der P r o z e ß k o st e n und der Kosten der rechtsfreundlichen Vertretung des„Adlergebirgsboten". Es wurde ihm ferner auferlegt, das Urteil in der„Landskroner Grenzwacht" und im „Adlyrgeüirgsboten" auf eigene Kosten zu peröffentlichen. Die Verurteilung erfolgte bedingt mit'einer Bewährungsfrist von einem Jahre. Bor Berbindlichkeit der Textilverträge in Reichenberg, Friedland, Tannwald. Tie Verhandlungen über die zur Verbindlichkeit beantragten drei Textilverträge für Reichenberg, Friedland und Tannwald, wurden abgeschlossen. Für das Reichenberger Gebiet sind im Vertragszustand 43 Textilbetriebe mit 11.200 Arbeitern. Ausgedehnt wird der Vertrag auf 25 Betriebe mit 356 Arbeitern. Im Bertragszustand stehen 97 Prozent.' In Tannwald fallen unter den Vertrag 16 Textilbetriebe mit 2648 Arbeitern, ausgedehnt wird er auf zwei kleine Betriebe mit 26 Arbeitern. Es stehen 99 Prozent im Vertragsverhältnis. In Friedland fallen darunter 13 Textilbetriebe mit 4176 Arbeitern, einbezo- gcn werden zehn weitere kleine Betriebe mit 55 Arbeitern, vcrtragsgcbunden sind daher 98.7 Prozent. Eine wichtige Zollentscheidung. Das Zollberufungsgericht in New Uork hat vor kurzem eine Wichtige Entscheidung gefällt, nach welcher Kindermusikinstrumente, wie sie bei uns hauptsächlich in G r a s l i tz hergestellt werden, nicht als Musikinstrumente, sondern nach§ 1513 des Zolltarife- von 1930 als Spielzeug verzollt werden. Vom Rundfunk empfehlenswertes aus den Programmen! Sonntag Prag: Sender L.: 7.00 Uebertragung aus Karlsbad. 9.20 Violoncellokonzert. 10.05 Schallplallen. 12.20 Buntes Konzert. 15.20 Schallplatten. 17.35 Deutsche Sendung: Klassische Zeugen— Stimmen der Völker, Hörfolge. 18.15 Schönherr: Rajtanz. 18.50 Deutsche Presse. 19.10 Militärkonzert. 22.40 Deutsche Sportnachrichten. 22.45 ^alonorchesterkonzcrt.— Sender St.: 14.30 Deutsche Sendung: Arbeirerfunk: Schwab- Weg städtl: Ziviler Luftschutz und Gemeinde. 14.45 Zum Andenken Stradals. 15,00 Kampf mit den Molchen,. Probe aus dem neuen Roman von Eapek.— Brün«: 17.50 Deutsche Seiämng: Bittner: Pfingsten undeutsche Gebräuche.— Preßburg: 20.15 Ouvertüre ans„Egmont".— Kascha«: 15.30 Nachmittagskon- zert.— Mähr.-Ostrau: 20.10 Sängerquartett. Die Arbeitslosigkeit in Nordböhmen Bei den 47 Bezirksarbeitsvermittlungsanstalten des Sprengeis der Reichenberger Landeszentrale waren Ende April 130.860 Arbeitslose, Ende März 139.273 Arbeitslose gemeldet. Der Rückgang im Vormonat beträgt daher 8413. Gemeldet waren bei diesen Anstalten 12.212 freie Dienststellen, erzielt wurden trotz der große« Schwierigkeiten, welche durch die Zersplitterung des Arbeitsinaxktes hervorgerufen wurden, 10.804 Vermittlungen. Am stärksten beteiligt daran sind die Saisonberufe, und zwar Bauarbeiter.mit 2860, Tagarbciter mit 2112, Hilfsarbeiter mit 1360, Glasarbeiter mit 752, Textilarbeiter mit 640 Personen. Wie groß die Zahl der direkt besetzten freien Arbeits- und Dienststellen ist, läßt sich genau nicht erfassen. Ein Vergleich mit den Stattstiken aus den Vorjahren ergibt, daß die Arbeitslosigkeit gegenüber 1932 um 15.608 Keiner, gegenüber 1933 um 38.552 kleiner gegenüber 1934 um 1.382 größer gegenüber 1935 um 1.407 kleiner war. Dieselben Statistiken zeigen einen ständigen Rückgang der durch die Gewerkschaften unterstützten gänzlich Arbeitslosen und— mit Ausnahme von 1935— auch der so unterstützten zettweise Arbeitslosen. Eine Uebersicht über die Entwicklung in de« einzelnen Berufsgruppen gibt die nachstehende Ausstellung: 1933 1934 1935 1936 Landwirtschaft. 4.599 3.174 3.868 3.914 Bergbau 4.760 4.038 3.787 4.085 Tonindustrie 3.091 2.034 2.395 2.287 Glasindustrie. 25.446 19.079 15.385 14.298 Metallindustrie 13.456 9.594 9.751 8.946 Maschinenindustrie 3.614 2.834 S.739 2.635 Holzindustrie........ 6.279 4.904 5.897 5.630 Tcrtilindnstrie 31.100 23.058 22.999 20.627 Bekleidungsindustrie •• 4.781 3.112 3.696 4.025 Bauarbeiter 16.048 12.778 15.041 14.722 Hilfsarbeiter 25.409 20.043 20.653 21.160 Taqarbeiter 13.373 10.451 10.747 10.828 Handels- und Jndustricanstestellte. 4.215 .4.014 4.376 4.887 Haushaltungspersonal....- .» 3.525 3.074 3.173 3.598 Einen starken Anteil an der Herabdrückung der Arbeitslosenzahl haben die staatlichen Jnve- stitions- und Nosstandsarbeiten. In den ersten vier Monaten wurden vom Fürsorgeministerium Beiträge für 303 solcher Arbeiten bewilligt. Fünf Centimes für den Unterstützungsfonds der Zeitungsverkäufer In Madrid wurde ein„Tag der Zeitungsleute* veranstaltet, an dem die Zeitungen um je 5 Centimeteurer verkauft wurden. Den Ueberschuß führte man t einem Unterstützungsfonds der Zeitungsbetriebe zu. Zahlreiche Festlichkeiten fanden aus diesem Anlaß statt, und die Zeitungsverkäuferinnen erschienen in den prächttgen traditionellen Mantillen. Ein Amt für reines Wasser. Nach anderthalbjährigen Vorbereitungen wird sich dieser Tage im Landwirsschaftsministerium ein besonderer Beratungsausschutz für die Reinhaltung der Flußläufe konstituieren. Der Obhut dieses Ausschusses wird zugleich die Wasserversorgung der Gemeinden sowie Trinkwasser überhaupt anvertraul werden. Außerdem wird die neügeschaffene Behörde für die Säuberung und Verwertung von Abfallwässern und die chemische und hydrobiologische Kontrolle aller Gewässer uird Wasserleitungen Sorge tragen. Unfall-Serie? Am 15. ds. um 6.20 Uhr entgleisten in der Station Velim bei der Verschiebung des Lastzuges 2682 drei Wagen und ver- raimnelten die beiden Streckengeleise. Verletzt wurde nienrand. Die Schnellzüge Nr. 1, 63, 23 und 9 wurden auf der Hilfsstreckc über Ryinburk und Lissa, der Schnellzug Nr. 126 und der Eilzug S 38 über Poriöany und Rvmburk geleitet, wodurch sie eine Verspätung von 30 bis 60 Minuten erlitten. Um 9 Uhr 10 Minuten war die Strecke freigemacht. Die Ursache des Unfalles wird untersucht. Mißliche Personalverhältniffe bei den mähr.- schlesischen Gerichten. Vor mehr als einem Jahrzehnt begann das Brünner Obergericht mit der Aufnahme der. sog..„Kanzleipraktikanten", die nach scchsmonatlicher Dienstzeit zu Kanzleigehilfen ernannt werden sollten. DicS unterblieb jedoch so daß etwa 600 junge Leute zwei bis vier Jahre dienen mußten, ohne zur Pcnsions- und Sozialversicherung angcmeldct worden zu sein. Die Bezüge dieser Angestelttenkategarie betragen wäh- i rend der ersten zehn Jahre 540 bis 700 KL mo- | natlich und ihre Angehörigen erleiden durch den I erwählten Entfall der Pensions- und Sozialver sicherung während ihrer ganzen Dienstzeit einen Schaden, der bis zu Beträgen von 30.000 Kro nen reicht. Sie haben nunmehr eine Tenkschrist ausgegeben, worin sie eine soforttge Besserstellung und Erhöhung ihrer Bezüge auf ein Halbwegs an ständiges Niveau fordern. Besuchssperre bei allen Ministern. Der Vor sitzende der Regierung und sänttliche Regierungs mitglieder werden in der nächsten Woche(18. bis 23. Mai) überhaupt keine Besuche empfangen. Sämtliche(auch die bereits angemel deten) Besuche entfallen. Gefährlicher Einbrecher frst-enommen. Am Freitag gelang es der Karlsbader Gendarmerie, den Führer einer bekannten westböhmischen Ein brecherbande, namens Franz Wagner, stellig zu, machest,' der sich, wahrend die Mitglieder seiner aü'fgcputzt"7durch die Ttra^eti'gc'fahren'ünd haben Bande bereits alle in Haft find, bisher dem Zu-|„Konditortvaren und Delikatessen" an die offen- griff der Gendarmerie stets zu entziehen vermocht& ar sehr naschhaften Sowjetbürger abgesetzt. Der nATrA Ui I•<41„*1XAVA•“• A Avltt nv XaW Itm A„*. a\,•••<■„ y• a«„„.«• 11. Mar ist einfach zuernemBolksfestge- worden, das sich von ähnlichen Veranstaltungen in Europa kaum noch unterscheidet, und das bißchen Politik, das er noch repräsentiert, wird von dem„guten Leben" fast völlig in den Hintergrund gedrängt." 10 Millionen Rubel für die Elektrifizierung ! der Kolchoz-Wirtschaften. Die Tatz meldet aus Moskau nach einem Berichte in der„Leningradskaja Pravda" vom 6. Mai, daß im Lahre 1936 den Kolchoz-Wirtschaften zur Elektrifizierung ihrer Wirtschaft ein 10-Millionen-Staatskredit | eröffnet werden soll mit einer Laufzeit von sechs Jahren gegen fünf Millionen im vergangenen Jahr. Die Landwirtschaftsbanl der SS SR hat im * i Zusammenhänge damit die Kreditassignattonen -1 verteilt. Die Kolchozen der RSFSR. erhalten 5,700.000 Rubel. In. diesem Betrage sind 400.000 Rubel für das Leningrader Gebiet enthalten.- Peinliche Aussichten... Donnerstag abends Wurden im Rahmen eines Empfangsahends des außenpolitischen Amtes verschiedene Fernsehgespräch« zwischen Berlin und Leipzig durchgeführt. Tas erste Gespräch führte Staatssekretär Ohnesorge mit dem Leipziger Oberbürgermeister Tr. Gördeler. Bei dieser Gelegenheit kündigte Staatssekretär Ohnesorgt an, daß im Frühjahr des nächsten Jahres die Fernsehsprechstrecke Berlin—Leipzig bis nach Hamburg und München, also auf eine Entfernung von 1000 Kilometer, ausgcbaut werden würde. Er sagte weiter, daß die Fernseh-Industrie inzwischen beträchtliche Fortschritte, vor allem in der Verkleme- rung der Apparatur, gemacht habe, was eine größere | Beweglichkeit bedeute, so daß man bald auch Ereignisse außerhalb deS Senderaumes, die sich j draußen auf der Straße oder in der freien Landschaft abspielen, senden könnte. Ei« gesegnetes Alter. In der Gemeinde Oles- nik in Äarpathorußland lebt Frau Anna Matejkovä, dj« 112 Jahre all ist. Sie wurde im Jahre 1824 geboren und erinnert sich noch gut an die Kämpft aus der Koffuth-Zeit. Tie Greisin lebt bei ihrem Enkel, ist sehr rege, Hilst in der Hauswirtschaft aus und ist hauptsächlich um ihre Urenkel besorgt. Pftde 1936.(mb.) Die in Modedingen tonangebenden jungen Amerikaner haben den Hosengürtel I abgelegt und tragen auf einmal Hosenträger. Richt schön, aber bequem. Wird es schön? Samstag: Im Ganzen | schön, mäßig warm, nur stellenweise noch Neigung gegen die Dunkelmänner in aller Welt auStobte? zu Gewittern oder Schauern.— Wetteraus- Nicht einmal der Kirche darf man ja jetzt in Rutz- sichten für Sonntag: Ohne wesentliche land mehr zu Leibe gehen, seitdem Stalin auf dem Aenderung, etwa- kühler, besonders im Osten des jüilgsten Komsomolzenkongretz in Glaubensfragcn Staates. Vorschlag für Katholiken Der volksparteiliche Senator K r e j c k, also ein guter Katholik, machte in seiner letzten Scnatsrede den netten Vorschlag, die Emigranten samt und sonders in Konzentrationslagern unterzubringen. Allerdings war er so freundlich, zu sagen, daß er nicht an Konzentrationslager von der Art derer denke, die es im Welt- kriege gab und jetzt in Deutschland gibt. Eine nähere Beschreibung der Konzentrationslager, die c r wünscht, hat er unterlassen. So hätten w i r denn den Vorschlag, daß der Senator Ärejki an die Verwirklichung seines Planes schrettet. Er könnte Prak- tisch zeigen, ob seine Absichten geeignet sind, die Emigranten zu begeisterten Besürwortxrn der Konzentrationslager zu machen. Wir zweifeln nicht daran, daß HerrKrejki Gesinnungsfreunde genug finden wird, die aus Liebe zu ihm und seiner Weltanschauung das Experiment unterstützen mochten: es find aus Deutschland schon so viele wegen ihrer religiösen Gesinrmng und Betätigung gefährdete Katholiken emigriert, daß Krejki kaum große Mühe hätte, ein ansehnliches Lager voll zu bekommen. Wir wüßten ihm auch einen Lagervcrstand von Rang: ettva den gewesenen Reichskanzler Brüning, der sich jetzt in London mehr schlecht als recht durchschlägt, oder aber hervorragende Funktionäre der katholischen Gewerkschaftsbewegung. Wir hassen, daß Krejki unserer Anregung entsprechen wird. Wenn das geschehen sein wird, wollen wir uns mit ihm wieder über die Emi- grationslager für Einigrantcn unterhalten. hatte. Als die Gendarmerie erfuhr, daß sich Wagner in einem Wäldchen bei Putscht r n aufhielt, umzingelte sie dieses, und als Wagner sich einer größeren Anzahl bewaffneter Gendarmen gegenübersah, ließ er sich widerstandslos festneh- men. Nach einem Verhör durch die Gendarmerie wurde er dem Gericht eingeliefert. Die Bande Wagners hat in Westböhmen eine Reihe schwerer Einbrüche auf dem Gewissen, darunter auch den Einbruch in den Konsumverein von Chodau, wo ihr 50.000 Kd in die Hände fielen. Bühnenkünstler beim Präsidenten. Eine Abordnung des Klubs der tschechischen und deutschen Bühnenangehörigen wurde Freitag vormittags vom[ Präsidenten der Republik Dr. Benes empfangen. Ter Delegation gehörten an: Vaclav Vydra, Fritz Volk, Walter Taub, Otatar Jeremias, Dr. E. Konrad, Otto Pick, Hanus Thein und Irantisek j Salzer. Nach einer Ansprache Vaclav Bydras an den Präsidenten Dr. Benes entspann sich eine kurze Aussprache, in welcher der Präsident der Republik seine volle Svmpathie für die Ziel« des Klubs äußerte und dessen Unterstützung zusagte. Präsident Dokwr Benes sagte ferner der Delegation zu, daß er di« Nachtvorstellung des Theaterstücks„Cech a Nemec" im Prager Stäitdetheater am 23. Mai besuchen werde. Tie Audienz dauerte über eine halbe Stunde. Höhlrn-Einftnrz— sieben Tote. In dem Dorfe Lada in Asturien stürzte ein Höhle, die einer Zigeunerfamilie als Wohnung diente, plötzlich ein. Von den Bewohnern der Höhle, die von dem Einstttrz im Schlafe überrascht wurden, wurden siebengetötet und zlvei schwer verletzt. Rußland wird konservativ. Die als sehr objektiv bekannte Basler„Nationalzeitung" schreibt über den 1. Mai in Rußland u. a.:„Wie sehr sich das Leben in Sowjetrutzland gewandelt hat, sieht man nun auch an der Art, wie in diesem Jahr der 1. Mai gefeiert worden ist. Die große Parade auf dem Roten Platz in Moskau hat natürlich tradi- tionsgemätz stattgefunden; Boinbenflugzeuge und modernste Tanks haben der staunenden Menge die militärische Macht des Sowjetrcgimes vordemonstriert, der Umzug der Hunderttausende, das Mas- ssenaufgebot von Sport-, Musik-, Kunstveranstal- tungcn, die Propaganda der Zeitungen und Flugblätter, die Meetings und Festreden, alles das 'verfehlt seinen Eindruck nicht. Aber wohin ist der flammende Geist entschtvunden, der sich stüher an diesem Tag in revolutionären Ausrufen, geistrei- chen und derben Verhöhnunger. der Bourgeoisie, kühner künstlerischer Persiflage, Kampfansagen i den Stürmern und Drängern„geduldige Aufklä- j rungsarbeit" vorgeschrieben hat! Wie zahn nimmt | sich daher denn auch aus, was diesmal in Moskau in das„Maiprogranust" ausgenommen worden ist:.300 Musikkapellen sollen in den verschiedenen Klubs gespielt haben, auf der Gorkistratze, der früheren Twerskaja, sind die Schaufenster der Läden für eine einzige große Architekturausstellung, die das neue Stadtbild Moskaus und den Bau des Moskwa-Wolgakanals veranschaulicht hat, mit Beschlag belegt worden, und auf dem Swerdlow- platz waren drei Seiden zelte errichtet, in denen„bis 12 Uhr nachts" Süßigkeit?» aller Art verkauft wurden. Ueberhaupt die Süßigkeiten! Auch 16 Tramwagen sind,„künstlerisch Nr. 115 Samstag, 16, Mai 1936 Seite 5 VIM kostet nur Kc 2>- in der sparsamen, großen Dose mit 300 Gramm Gewicht! Jetzt ist VIM das Universal- putzmittel geworden! VIM krgtzt nie, putzt aber olles gründlich und sauber. VIM holt den Schmutz aus d®n verstecktesten Ecken und tiefsten Ritzen schonend und schnell heraus. VIM putzt alles Kreditanstalt der Deutschen DerwaltungSkapital 930 Millionen Kä. tzaftungskapital 90 Mlllione« Kt *1 Nieöerlassungen. Dragee Zeitun- Ter Schutzverhand Teutscher Schriftsteller in Prag veranstaltet einen Vortragsabend am Montag, den 18. Mai, 20 Uhr, im Palace-Hotel. Es spricht Prof. Dr. Josef Körner über„Prag und die Deutsche Freiheitsbewegung". Anschließend: Vorlesungen aus Merken von Kleist, Brentano, Arndt, Vanihagen durch erste Künstler des Deutschen Theaters- Gäste willkommen.- Tas Prager Berficherungsgericht ist übersiedelt. Tas Versicherungsgericht in Prag wir bisher in einer Meise untergebracht, die seiner sozialen Bedeutung nicht entsprach und auch für die Parteien schwere Nachteile hatte. Tas Versicherungsgericht amtierte in den Räumlichkeiten des Zivilkre'S» gerichtes am Obstmarkt, wo sich auch die Einlaufsstelle befand, die Kanzleien waren in den oom Kreisgericht gemieteten Räumlichkeiten am Pokik Nr. 7 untergebracht. Da die verfügbaren Verband« lungszimmer am Vormittag vom Kreisgericht benützt wurden, mußten die Verhandlungen des Versicherungsgerichtes stets für den Nachmittag festgesetzt werden. Dies war, namentlich für auswärtige Parteien, sehr unangenehm, da auf diese Weise oft ein ganzer Arbeitstag verloren ging, was zu vermeiden gewesen wäre, wenn die Verhandlungen am Vormittag hätten erledigt werden können. Es ist daher sehr zu begrüßen, daß das Versicherungsgericht endlich in entsprechender Art untergebracht worden ist. Seine Räumlichkeiten befinden sich nunmehr im Gebäude des ZiZkover Bezirksgerichtes (Bezirksgericht Prag-Ost) in der Ziztover Karls- gasse, schräg gegenüber dem Hochhaus der Penfions- bersicherungsanstalt. Von nun an wird also auch das Versicherungsgericht am Vormittag verhandeln. Außerdem wurde durch entsprechende Zuteilung ständiger Referenten eine entsprechende Beschleunigung des Verhandlungstempos sichergestellt. Es sei aber darauf aufmerksam gemacht, daß die Einlaufstel lesichweiterhinimKreisgerichts- gebäude am Ob st markt befindet. rb. KarlSbrückc gesperrt. Bon heute bis zum 23. Mai— also während der Dauer der Johannes- Feierlichkeiten— bleibt die Karlsbrücke zwischen HL 8. und'/HS Uhr abends für den Verkehr gesperrt. Mit Rücksicht auf die erhöhte Frequenz während dieser Woche wird auch sonst Fußgängern und Chans-' teuren, die die Brücke benützen, äußerste Vorsicht empfohlen. Heficktssaat Oie„Bigamie“ eines verspäteten Kriegs-Heimkehrers Prag. Es war mitten in der„großen Zeit", im Mai des Jahres ISIS, als der Arbeiter Wenzel Hrdliöka, damals 24 Jahre alt und zum „Landsturmdienst mit der Waffe" eingezogen, vor seinem Abgang an die russische Front die„Kriegstrauung" mit seiner Braut Marie Chramosta vollziehen ließ. Dann ging er ins Feld, wurde im Oktober des gleichen Jahres von den Ruffen gefangen genommen und blieb seither für seine Angehörigen verschollen. Seine kriegsgetraute„Frau" gab nach vieljährigem Warten die Hoffnung auf, daß ihr gesetzlicher Gatte noch am Leben sei. Sie lernte einen Mann kennen, in den sie sich verliebte. Auf ihren Antrag-wurde der verschollene Hrdliöka durch Edikt des Landesgerichtes für tot und die Kriegsehe für ausgelöst erklärt und die vermeintliche Kriegswitwe heiratete ihren neuen Bewerber. Die Ehe hatte kurze Tauer, denn es stellte sich heraus, daß dieser zweite Gatte keineswegs ein Witwer tvar, als den er sich ausgegeben hatte, sondern verheiratet und nicht einmal geschieden. Er wurde daher wegen Bigamie verurteilt und wanderte ins Gefängnis. Die Ehe wurde natürlich für ungültig erklärt. ' Und nun geschah das gänzlich Unerwartete: Der verschollene und für tot erklärte Hrdliöka kehrte zurück. Die verlaffene und getäuschte Frau .hätte an dieser Rückkehr ihres totgeglaubten ersten Gatten ihre Freude haben können. Sie hatte sie aber nicht, denn ihr Mann hatte inzwischen in Stalingrad eine Ehe mit der Ruffm Tatjana Sevöenko geschlossen und brachte seine zweite Frau! in die alte Heimat mit. Die Konflikte, die sich aus dem Wiedersehen der beiden kriegsgetrauten Gatten ergaben» endeten damit, daß gegen Wenzel Hrdliöka und seine in Rußland angetraute Frau di« Anklage wegen des Verbrechens der Bigamie erhoben wurde. Dieser Fall, der vor dem Strafsenat Deck zur Verhandlung kommen sollte, wurde vertagt, well sich die Angeklagten nicht eingesunden hatten. So menschlich einfach diese Angelegenheit erscheinen mag, so kompliziert ist sie vom Standpunkt der starren Gesetzesparagraphen. Wenzel Hrdliöka hat die neue Ebe in Rußland geschlossen, obwohl er — nach der Anklage— habe annehmen müssen, daß das alte„Eheband" noch bestand, da die Ehe nicht rechtskräftig geschieden, noch getrennt war. In Wirklichkeit ist freilich dieses-ebemalige„Eheband" durch die Todeserklärung des Angeklagten und die Ungültigkeitserklärung seiner Kriegsehe inzwischen längst aufgehoben worden, doch hat der Angeklagte von dieser ihn gänzlich entlastenden Tatsache bei Eingehung seiner zweiten Ehe keine Kenntnis gehabt. Der Angeklagte erfuhr lediglich von der neuerlichenVerheiratung seiner Frau und glaubte, daß damit alles in Ordnung sei und er sich seinerseits neuerlich verheiraten 'könne. Wenzel Hrdliöka hat eben keine Rechtsstudien betrieben und sich in Unkenntnis der geltenden Strafparagraphen(sie sind, nebenbei bemerkt, 13 3 Jahre alt), von seinem schlichten Menschenverstand leiten lassen. Ob das ihm zur Last gelegte „subjektive Verschulden" zur Verurteilung nach dem Wortlaut des Gesetzes ausreicht, wird erst das Urteil erweisen. rb. JCunst and Wim Manieren des Herrn Mordo Am 9. Mai richtete namens der Redaktion der Leiter unserer Kunstrubrik an Herrn Renato Mordo, Oberregiffeur des Prager Deutschen Theaters, folgenden Brief: Es ist uns schon früher einmal aufgefallen, haß in den„Blättern des Deutschen Zchcaters" unter den empfehlenden Preffestimmen zu einer Premiere auch Stellen aus der in unserem Blatte erschienenen Rezension zittert wurden, obwohl diese im einzelnen Falle in der Hauptsache ungünstig und ablehnend war. Kürzlich habe ich gelegentlich einer Kritik, di« ich wieder ablehnend zu halten mich gezwungen sah, halb scherzweise auf diese Praxis der„Blatter des Deutschen Theaters" hingewiesen. Nun aber finden wir in der Nr. 36 dieser Blätter neuerdings auch den„Sozialdemokrat" unter jenen Preffesttmmen zittert, die di« Revue„Salzburg ausverkauft" empfehlen sollen. Tas geschieht, indem aus dem Bericht unseres Kritikers vier Worte dem Zusammenhang entnommen werden, die, so zittert, den Eindruck erwek- ken, als ob der„Sozialdemokrat" diese Revue in den höchsten Tönen gelobt hätte, während er in Wahrheit diese Aufführung ablehnte und nur eine einzige Ausnahme gelten ließ, die nun von den genannten Blättern in der beschriebenen Weise verwendet wird. Es ist uns unangenehm, daß auf solche Weis« bei Leuten, die die betreffende Kritik in unserem Blatt nicht lasen, der Eindruck entstehen muß, daß wir uns auch in diesem Falle unter dem Chorus der begeistert Lobenden befinden, obzwar infolge unserer künstlerischen Gesinnung das Gegenteil der Fall ist. Tattächlich berichtete uns ein Freund unseres Blattes(der die Kritik im„Sozialdemokrat" nicht gelesen hatte), daß er auf das Peinlichste berührt war, während einer Vorstellung von„Salzburg ausverkauft" unsere scheinbar begeisterte Zustimmung zu- einer - Darbietung zu lesen, die doch nach seiner Kenntnis unserer künstlerischen Forderungen von uns hätte abgelehnt werden müffen. Sie würden uns also, sehr geehrter Herr Oberregiffeur, sehr verbinden, wenn Sie veran- laffen wollten, daß in den genannten Blättern die Stimme des„Sozialdemokrat" nur dann mitaufgezählt werde, wenn sie in ihrer Gesamtheit als positiv aufzufaffen ist. Dazu wird sich zweifelhaft sehr oft, vermutlich sogar in der überwiegenden Zahl der Fälle, Gelegenheit ergeben. Aber so sehx wir uns freuen, etwas zu dem Erfolg einer Aufführung beitragen zu können, wenn, unsere überzeugt lobende Stimme genannt wird, so sehr verstimmt es uns, wenn durch ein Zitieren in der oben geschilderten Art bescheidene Tatsachen, die wir sehen, gegenteiligen Eindruck Hervorrufen. Es wäre uns sehr angenehm, wenn Sie uns Ihre Stellung zu dieser unserer Meinungsäußerung bekannt gäben. Als Antwort darauf erhielten wir gestern folgendes(vom 12. Mai datiertes) Schreiben: Sehr geehrte Herren, in Beantwortung Ihres Schreibens vom 9. d. M. teilen wir Ihnen mtt: Um zu vermeiden, daß die von uns zitterten . Preffestimmen-Auszüge etwa nicht immer den richtigen Eindruck Ihrer Gesamtkritik vermitteln, werden wir in Zukunft keine Kritiken aus dem„Sv- zialdemokrat" veröffentlichen. Vielleicht wird aber den Abonnenten des „Sozialdemokrat", soweit sie als Theaterbesucher Einblick in das Programmheft nehmen, durch die Lektüre der anderen Kritiken ein richtiger Gesamteindruck von unseren Lejstungen vermittelt werden. Mit den ergebensten Grüßen (Gezeichnet i. A. Deutsches Theater Dramaturgie Prag— Mordo. Wir veröffentlichen diese beiden Briefe, weil wir sie für allgemein lehrreich halten. Eine Redaktion und ihre Kritiker wehren sich' sachlich und höflich dagegen, so zittert zu werden, daß ihre Haltung mißverstanden und mißdeutet werden könnte— doch der für diese unbedingt anzufechtende Verwendung von Preffestimmen verantwortliche Beauftragte des Deutschen Theaters sicht auch jetzt noch nicht das Fehlerhafte und die Unseriosität solcher Zitierkunststücke ein und findet, anstatt sich zu entschuldigen und für die Zukunft Gewissenhaftigkeit in Aussicht zu stellen, den Aus weg, gerade das Blatt, das uneitel lediglich auf Sauberkeit bedacht ist, statt mißbräuchlich Nun gar nicht mehr zu zitieren! Herrn Mordo blieb aber zweifellos nur deshalb kein anderer Ausweg, weil er gar nicht den Versuch unternehmen will, uns künftig nur korrekt und verläßlich zu zitteren. Bei solcher Vorgangsweise werden nun alle Theaterbesucher, nicht nur unsere Abonnenten, sich vorstellen können, wie vorsichtig sie sein müffen, wenn sie sich durch die Lektüre der anderen Kritiken— d. h. der Mordo'schen Zitate, die teil- toeise eine Irreführung der Oeffent- l i ch k e i t darstcllen— einen„richtigen Gesamteindruck" wollen vermitteln lassen. Wenn Herr Mordo als Redakteur der„Blätter des Deutschen Theaters" unsere, auf das Urteil„peinlich" abgestimmte Kritik der M o r d o's ch e n Revue„Salzburg ausverkauft" so zitterte, daß er die auf eine einzige Sängerleistung angewendete Bemerkung„salzburgisch im festspielmäßigen Sinne wirkte allenfalls" sogar des„allenfalls" entkleidete und als, unser Gesamt urteil über dieses„Werk" deuten ließ, dann wird wohl jedermann Herrn MordoS Zitiererei nur mit größter Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Und daß' das, wie überhaupt diese Manieren des Herrn Mordo, im Interesse des Deutschen Theaters liege, werden mit uns sicherlich sehr viele verneinen. Wollen etwa die Renato Mordos mit solchen, sagen wir: balkanmäßigen Manieren, die, sich selbst richtend, von demokratischen Mitteleuropäern abprallen, die Gunst„nordisch" eingestellter Theater- „Freunde" erringen? Kulturelle Beziehungen zur US2R.’ Ende Mm trifft ein russischer Sängerchor unser Leitung des Dirigenten Sweschnikow in Prag ein. Das erste Konzert findet am 2. Juni statt. Am 3. Juni wird der Chor im Prager Rundfunk singen. Das Konzert wird auch durch den sowjetrussischen Rundfunk übertragen werden. Anschließend wird der Chor auch Konzerte in verschiedenen tschechoslowakischen Provinzstädten veranstalten. Im Sepk^nber dürfte der tschechoslowakische Arbeiter-Gesangverein„Typo- grafia" zu einem Gegenbesuch in der Sowjetunion eintteffen. Eine Rcger'Gcdenkfeier veranstaltet die Deutsche Musikakademie in der Form von' drei Konzerten, deren erstes am 23. Mai im Mozarteum stattfindet und von Professoren der Akademie aufgeführt wird. Wochenspirlplan des Reuen Deutschen Theaters. Samstag IVi'. Katarina Jsmai- l o w a, C 1.— Sonntag 2%:Unentschul- digte Stunde, 7s4: GI ü ck m u ß m a n haben, DI.— Montag 7sh: Die Fledermaus, volkstüml. Vorstellung,. Abonn. aufgehoben.— Dienstag 7(4: Der Pariser Zug, A 2.— Mittwoch 7l4: Fra D i a v o l o, B 1.--- — Freitag 7%: Der Pariser Zug, D 2,— Donnerstag 7%: Glückmußmänhaben, C2. Samstag 7%: Fra Diabolo, A 1.— Sonntag 7%: Madame Dubarry, B 2. Wochenspirlplan der Kleinen Bühne. Samstag 8: Salzburg ausverkauft.— Sonntag 8: M e n s ch e n auf der Eisscholle, Bankbeamte I und freier Verkauf.— Didnstag 8: Menschen auf der Eisscholle.— Mittwoch 8: Salzburg ausverkauft.— Donnerstag 8: Menschen auf der?, Eisscholle.— Freitag 8: Ein Volksfeind, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier! Verkauf.— Samstag 8: Salzburg ausverkauft.— Sonntag 3: Menschen auf der Eisscholle, 8: Salzburg ausverkauft. Dee Mn» Oie Milchstraße Harold Lloyd, der angebliche Grotesk- Komiker, ist in Wahrhett nur ein Spaßmacher, und er erweist diesen Tatbestand mit seinem neuen Film sehr deutlich. Da er hier in zettliche Nachbarschaft zu den letzten Chaplin-Film geraten ist, wird Vic Erkenntnis wohl auch denen nicht schwer fallen, die zwischen einem Genie wie Chaplin und einer lusti gen Mittelmäßigkeit wie diesem Harold mit' der Hornbrille keinen Unterschied zu machen wußten. Sie werden sehen können, daß Harold Lloyds Kunst dort aufhört, wo die Chaplins beginnt: die zufällige.« Mißverständnisse, die gut trainierten Ungeschicklichkeiten, die lächerlichen Situationen, die Chaplin zum Anlaß für satirische Enthüllungen und groteskpsychologische Menschendarstellung werden, bleiben bei Hgrow Lloyd Selbstzweck. Und während Chaplin, als Dichter und Darsteller, im Unsinn den revolü- ttonären Sinn entdeckt, sonnt sich Harold Lloyd— lächelnd hinter Brillengläsern— an den komische« Unwahrscheinlichketten, die ihm sein« Manuskriptautoren zurechtgemacht haben. Diesmal erscheint er als linkischer Milchkutscher, der in eine Schlägerei mit einem Boxweltmeister gerät, versehentlich für den Sieger dieses Kampfes gehalten wird und daraufhin von einem fixen Manager(der freilich seine Not mit dem neuen „Champion" hat) als Box-„Tiger" gestartet wird. Natürlich geschieht das Unwahrscheinliche: daß er durch die Gunst des launischen Schicksals auch jenen Kampf gewinnt, den er eigentlich verlieren sollte, aber er sorgt dafür, daß auch hie nicht zu Schaden kommen, die auf eine Niederlage spekulieren. Es ist ein spAßhafter Film, nicht mehr und nicht weniger,— ein Film, in dem alt« Wirkungen aufgefrischt und ein paar ulkige Einfälle hinzuge- tan wurden— und in dem Harold Lloyd seine Kunst geschickt und ungeschickt, erschrocken und optimistisch zu sein, zum Vergnügen des Publikums vorführen kann.—eis— Vereitlsnacstdc/sten. Falken, Achtung! Jung-Falken um 4 Uhr, Rot- Falken um halb 3 Uhr Heim im Parteiheim. Halb 7 Uhr Helferrat. © Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 17. Mai, Treffpunkt um 8 Uhr bei der Endstation der 21er-Elektxischen in Bxanik. Wanderung nach Toöna, Loch- kov, Radottn, Hluboöepy. Führt: Schäl. ültL der Sattel Deutsche sozialdemokratische Brzirkserganisa- ttan Prag. Mittwoch, den 20. Mai, um 7 Uhr abends im Parteiheim Sitzung des Finanzkomttees. —- Freitag, den 22. Mai, um 8 Uhr abends im Par» teiheim Sitzung der Bezirksvertretung mit wichtiger Tagesordnung(Fortsetzung der letzten Sitzung). Derlanget überall Dolhniinder! VERLANGEN SIE la jeder Verkauf»«teile des Konsumvereine». SELCHWAREN der Firma HEGNER« Cie., PILSEN Sei eh waren der Fa. HEGNER*Cie„ Pilsen sind die allerbesten! Hochleistungs-Drehbänke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaplng- u. Hobelmaschinen Snannfuttyr in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeusmaschinenfabrlk Arno Mauert Wernsdorf,■■ ■Illi