Samstag, 23. Mai 1936 Nr. 121 16. Jahrgang ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung frag xii.,fochova a. telefon sen. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) DE NJftUlSCHEitSOZIALDEMOKRATISCHEH ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK Nur noch dementsprechend ist auch die Last der Staatsschuld verkleinert. Die Arbeitslosigkeit ist rasch von den Gipfelzahlen des letzten Winters herabgestiegen. Die Abnahme wird offiziell mit 40 Prozent, rund 110-000 Mann beziffert. Jin gleichen Ausmaß ist auch die Kurzarbeit gesunken. Der Real-Stundenlohn der Arbeiter ist zwar durch die Steigerung der Lebcnskosten nach der Abwertung— der Index ist um rund 14 Prozent gestiegen— gesenkt worden, da hie Löhne nicht im gleichen Ausmaß erhöht wurden. Aber dafür ist der Wochenlohn größer geworden, da die Arbeiter immer mehr zur vollen Arbeitszeit übergehen können. Das Programm der öffentlichen Arbeiten iil. fertiggestellt und zum Teil auch schon in Ausführung begriffen. Neue Wirtschaftsorgane sind geschaffen, die dem Staat erhöhte Einflußmög- lichkeit^i auf die Privatwirtschaft gewähren. Bor allen: aber ist die Katastrophenstimmung, die vor einem Jahre im Lande herrschte, überwunden und das Gefühl allgemein, daß cs wieder vorwärts geht.- Verstaatlichung der Kriegsindustrie von den Sozialisten angekündigt (Brüssel, E. B.) Durch die Boulevards von Brüssel fahren Propagandawagen. An den Wänden kleben Plakate. Jeden Tag erblickt eine kurzlebige neue Zeitung das Licht der Welt, uin den Ruhm eines Kandidaten, die Korruption eines Gegners, die Durchschlagskraft einer neuen Parole zu verkünden. Am 24. Mai wählt Belgien. Es geht darum, die Fortsetzung des begonnenen Aufbauwerks zu sichern, es über die ihm bisher gesteckten Grenzen hinauszuführen, cs geht dar- uin, ob die Belgische Arbeiterpartei dem neuen Kurs in noch höherem Maße als bisher ihren Stempel aufzudrücken vermag. Das Kabinett Ban Zerland Schon die heutige Regierung, das Kabinett Ban Zeeland-de Man, wie man es nennen darf, die Regierung der„nationalen Erneuerung", wie sie sich selbst nennt, ist keine Regierung unter bürgerlicher Führung im traditionellen Sinn des Wortes. Der Ministerpräsident und Außenminister zugleich steht zwar den Katholiken nahe, aber er gehört jener jungen Reformgeneration an, die mit dem konservativen Flügel der" großen katholischen Partei in erbittertem Kampf steht. Daneben sind noch weitere fünf Vertreter der katholischen Partei in der Regierung. Aber die vier Sozialisten haben Schlüsselstellungen inne. Her Parteiführer Pandervelde ist stellvertretender Ministerpräsident und seine außerordentliche Autorität trägt weitgehend dazu bei, der Regierungspolitik den Kurs zu geben. Hendrik de Man ist Minister für öffentliche Arbeiten und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, wie sein offizieller Titel lautet. D e l a t t r e, der Führer der Bergarbeiter, ist Arbeitsminister, Soudan Justizminister und Paul S p a a k, der einstige Führer des linken Flügels der sozialistischen Partei, ist ein erfolgreicher Minister des Transportwesens geworden. Die drei liberalen Minister spielen daneben eine verhältnismäßig kleine Rolle. Ein einziger von ihnen, D e v e z e, der Landesverteidigungsminister, ist populär. Wichtiger aber als die Zusammensetzung des Kabinetts ist für seinen Kurs seine Entstehungsgeschichte. Es ist der Nachfolger der rein bürgerlichen Deflationsregierungen,> die seit dem Einsetzen der Weltkrise das Land dem Bankrott ent- gegenführtcn. Kein anderes Land des Goldblocks, Polen vielleicht ausgenommen, hat so hartnäckig versrrcht, durch Druck auf Löhne und Preise den Wettlauf mit den sinkenden Währungen der Kon- kurrenzländer aufzunehmen. Das Ergebnis war! der Zusammenbruch der Währung im März 1935 und der drohende Generalbankrott der Banken. Das Ergebnis war eine ungeheure Welle der Auflehnung in den breitesten Massen, weit über die Arbeiterklasse hinaus, die im„Plan der Arbeit" de Mans ihren symbolischen Ausdruck fand. Als der letzte Ministerpräsident der Deflationsregierung Theunis abtrat, Hinterließ er seinen Nachfolgern einen Trümmerhaufen. Radikalsozialisten bedingungslos in die Regierung Blum der der for» bei wohnte, hat nicht das Wort ergriffen. Bei den Beratungen der radikalsozialistischen Partei handelt es sich auch um die Hauptportefeuilles, welche die Radikalen in der künftigen Regierung fordern werden. Die Radikalsozialisten verweisen darauf, daß sie. wenn sie auch gegenwärtig eine geringere Zahl von.Deputierten, in der Kammer haben, noch immer die stärkste Partei im Senate sind, wo der Klub der Demokratischen Linken über 150 Mitglieder zählt, und über die absolute Mehrheit verfügt. Deshalb fordern sie das Portefeuille des Ministerpräsidenten-Stell- vertrters und einige andere bedeutsam«, Portefeuilles. Wahlaussichten Welche der Parteien wird aus diesem Erfolg Nutzen ziehen? Am stärksten vermutlich die Sozialisten, die alle Aussicht haben, zur größten Partei in der Kammer zu werden. Sie batten bisher 73 Mandate, die Katholiken 79. Aber die Katholiken sind durch heftige innere Konflikte, durch zahllose Affären, die mit der Partei in Verbindung gebracht werden, geschwächt. Sie werden durch die neuentstandene klerikal-faschistische Bewegung der „Rexisten" schwer bedroht. Leon Degrelle, der„Führer" der Re- xistcn, stammt aus der katholischen Partei. Nach einem abenteuerlichen Leben hat er sich die Rolle des Erneuerers der katholischen Bewegung Belgiens zugedacht. Er wettert gegen ihre Korrup- tionistcn und träumt, dem Beispiel Dollfuß' und Gil Nobles' folgend, von einem korporativen Staat. Er wird allem Anschein nach den Katholiken einige Mandate abnehmen. Ebenso werden vermutlich auch die Liberalen, die bisher 24. Mandate stellten, an die„Rexisten"— der Name kommt von Christus Rex(König)— verlieren. ' Die beiden Splitterparteien, die Kommunisten mit bisher 3 Mandaten, oie flämischen Nationalisten oder„Frontisten" mit 8 Mandaten spielen politisch kaum eine Rolle. Ihre Chancen sind schwer zu beurteilen. Der entscheidende Kampf wird zwischen den drei Koalitionsparteien geführt, die heftig um eine Machtverschiebung zu ihren Gunsten ringen. Dahinter verbirgt sich die große Frage» ob das Aufbauwerk fortgesetzt, kühne neue Reformen möglich werden sollen oder ob reaktionäre Kräfte dem Neuen den Weg versperren können. Es geht um die geistige und politische Führung des Landes. Die Belgische Arbeiterpartei hat alle Aussicht, diesen großen Kampf erfolgreich zu bestehen. Der belgische Wahlkampf Kampf um die Führung 8 Tage Alles für den Reichsjugend- und Kreisarbeitertag: Werbt! Agitiert! Arbeitet! Paris. Der Vollzugsausschuß der radikalsozialistischen Partei nahm am Abend mit allen gegen eine Stimme 'eine Tagesordnung an, die eine bedingungslose Beteiligung radikalsozialistischen Partei an ; kommenden Volksfrontregierung ! dert. Herriot, der der Sitzung Die Bilanz des Kabinetts Nur widerstrebend haben die beiden großen bürgerlichen Parteien damals vor dem Volkszorn kapituliert. Sowohl bei den Katholiken wie bei den Liberalen hat der rechte Parteiflügel gegen das neue Kabinett, gegen die Zusammenarbeit mit der großen Belgischen Arbeiterpartei Stellung genommen. Als die neue Regierung sich im April des Vorjahres-der Kammer vorstellte, zerfielen die bürgerlichen Parteien in zwei fast gleichstarke Hälften, von denen die eine-für, die andere gegen die Regierung stimmte. Die Sozialisten allein haben von allem Anfang das Kabinett unterstützt. Als ein Jahr später van Zecland dem Parlament seinen Rechenschaftsbericht erstattete, begrüße ihn das Parlament mit einmütigen enthusiastischen Vertrauenskundgebungen. Sein Werk zeugt für ihn. Die Währung ist abgewertet, aber rasch wieder stabilisiert worden und zählt heute zu den, stabilsten Währungen der Welt. Das Vertrauen! ist zurückgekehrt. Aus einem Lande der Kapitalflucht ist Belgien zu"einem Reservoir geworden, das die Äapitalfluchtgclder anderer Länder aufnimmt. Damit verbunden war ein wesentlicher Rückgang des Zinsfußes langfristiger Anlagen. Von früher 6 und 7 Prozent ist der Zinsfuß des! Ttaatskrcdits auf 4 Prozent gesenkt worden und j Im sozialistischen„P o p u l a i r e" schreibt der Generalsekretär der sozialistischen Partei Paule Faure unter dem Titel„Bon Worten zu Taten", daß die französische Republik in der nächsten Zeit über sozialistischen Vorschlag die Erzeugung der Kricgsmittel, sagen wir direkt, „nationalisieren" wird.Man wird in nichts das Programm abschwächen müssen, das wir«ns durch die allgemeine Abstimmung bestätigen ließen, wenn die Regierung der gleichen Ansicht sein wird. Wir brauchen uns auch nicht Tltulescu bei L6on Blum Paris. Der rumänische Außenminister Ti- t u l e s c u, welcher Freitag vormittags zu kurzem Aufenthalte in Paris eintraf, hatte mit Leon Blum und hierauf mit dem Staatsminister Paul-Boncoür eine Zusammenkunft. Journalisten gegenüber erklärte Titulescu, daß in der Unterredung mit.Leon Blum alle Probleme der. Außenpolitik geprüft wurden. Die Unterredung mit Paul-Boncour drehte sich Haupt-, sächlich um die V ö l k e r b u n irr e fo rm. mit einer bloßen Kontrolle zufrirdenstellen, da wir zu ihr kein Vertrauen haben. Kommen sie nicht zu unS mit einer Empfehlung zur Vorsicht, da dieses Wort in diesem Falle keinen Sinn hat, denn es bedeutet Rückzug und Kapitulation. Einstmals verfielen Wahlversprechen ebenso rasch der Bergeffenheit, wie die Wahlflugblätter der Kandidaten verblichen. Künftighin werden jedoch Versprechen in Gesetze umgrwandelt werden. Nischen Außenminister erklärt habe, die künftige französische Regierung wolle in vollem Einvernehmen mit England, Sowjetrußland und der Kleinen Entente eine Stär- knng der Bedeutung des Völkerbundes anstrr- ben. Sie werde die traditionelle französische Politik der Treue gegenüber dem Völkerbundpakt. der kollektiven Sicherheit und der Beistandspakte stärken. Die französische Regierung werde, bestrebt sein, diese Grundsätze schon bei der bevorstehenden außerordentlichen Tagung des Völkerbundsrates, der am 16. Juni zusammentreten' wird, machen. Zu der Unterredung, die Minister Titulescu mit Leon Blum hatte, wird aus informierter Quelle, mitgeteilr, daß der Führer der Sozia-1 geltend zu 1 listen und künftige Ministerpräsident dem rumä- ! Eine feste Burs Der KonsreB des Deutschen Gewerk* ichaftsbundet In der Ttchechoilowakel Von heute ab sind durch fünf Tage in Rei- . chenberg die Vertreter der freien Gewerkschaften - versammelt, die Delegierten von 19 Verbänden ■ und 219.641 organisierten Arbeitern und Arbei- | terinnen werden zu den großen und schwierigen ! Fragen unserer Zeit, unseres Landes und unserer ! deutschen Arbeiter und Angestellten Stellung nehmen, die größte sudetendeutsche Arbeiterorganisation wird durch den Mund ihrer Sprecher all die Sorgen, die^Leiden, die Hoffnungen und Mahnungen’ der arbeitenden Massen des Sudeten- deutschtums der Öffentlichkeit därlegen. Wer | sich wirklich dem deutschen Volk dieses Landes verbunden fühlt, wer das ganze Elend der sudetendeutschen Industriearbeiter empfindenden Sinnes miterlebt hat, wer nicht des trüben Wassers abgestandener Phrasen, sondern den reinen Quell der sozialen Wahrheit liebt, der wird in diesen Tagen aufmerksam den Gang der Verhandlungen in Reichenberg verfolgen. Niemals Haven die Gewerkschaften der Sudetenländer so kritische Zeiten mitgemacht wie in den vier Jahren, die seit dem letzten Gewerkschaftskongreß in Aussig 1932 vergangen sind. Wir waren zwar schon damals mitten in der schweren Krise der. Weltwirtschaft,. aber das ärgste kam noch. Dir Industrie in dem deutschen Randgebiet des Staates schrumpfte völlig zusam- i men, die Arbeitslosigkeit erfaßte in einzelnen Bezirken einen großen Teil der Berufstätigen, einen immer wachsenden Teil der Mitglieder der Ge- tverlschaftsverbände. In dieser Zeit, da die Katastrophe so groß war, daß die Verbände zusammcn- zubrechen drohten, nahmen die gewerkschaftlichen Vertrauensmänner ihre ganze Kraft zusammen und in dem furchtbarsten Sturm, den sie je erlebt, hielten sie mit geradezu übermenschlichem Willen das Steuer ihres Schiffes fest. In dem schrecklichsten Krieg, den der Kapitalismus der Arbeiter- llaffe erklärt hatte, erwiesen sich die Gewerkschaften als die festeste Burg, der stärkste Schutz der Opfer dieses Wirtschaftskrieges. In den vier Jahren von 1932 bis 1935, von denen uns der den Delegierten vorgelegte Bericht erzählt, haben die berichtenden Verbände 140 Millionen Kc an Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt, wozu noch ein Staatszuschuß in der Höhe von 443 Millionen KL kam. Staat und Gewerkschaften haben in den vier Jahren den in den Verbänden organisierten Arbeitslosen 583 Millionen ausgezahlt. Was ist dagegen die„Sudeteirdeutsche Volkshilfe" mit 15 Millionen? Gerade der 39. Teil! Selbst i wenn man vom Staatsbeitrag absieht, haben die. armen von der Krise so hart betroffenen Arbeiter neunmal so viel aufgebracht, wie die Massenpartei des Herrn Henlein, die von Volksgemeinschaft, Aufbruch und Einsatzbereitschaft überfließt. Gigantisch steht diese Leistung da— schade nur, daß so wenig Aufhebens davon gemacht wird, während die anderen mit ihrem Lärm eine ihnen dienstbare Presse erfüllen. Daneben haben aber die Gewerkschaften noch andere große Leistungen vollbracht. Das Sprichwort, daß im»Kriege die Musen schweigen, gilt von ihnen nicht. Mitten in dem aufreibenden, die Kräfte verzehrenden Ringen gegen Krise? I Arbeitslosigkeit, Elend und Verzweiflung haben die Gewerkschaften Bildungsarbeit geleistet, haben Alten und Jungen, Männern und Frauen in Vertrauensmännerkursen und Jnternatschnlen ein größeres Stück Bildung gebracht, ihnen Erkenntnisse für sich und damit Waffen für ihre Schicksalsgenossen geliefert. Davon hat Herr Konrad Henlein in seiner Külturrede nichts erzählt und davon weiß die sudetendeutsche Intelligenz wenig. Sie haben von der Kultur nur geredet, die Arbeiterbewegung hat inzwischen gehandelt, sie ist ihrer Tradition treu geblieben und hat in die Hütten der Armen das Licht der Erkenntnis gebracht. Wer.kann aber all die übrige Arbeit unserer Gewerkschaften auch nur streifen. Sie. haben zu I all den schwierigen Fragen unserer Wirtschaft j Stellung genommen, haben auf allen Gebieten der Sozialpolitik*— es sind so viele, daß es den Rahmen eines Zeitungsartikels, überschreiten würde, sie. auch nur aufzuzählen— für die arbeitende Klasse gewirkt, sie haben Lohnbewegungen und Streiks geführt— es ist als ob ein Mensch gegen einen reißenden Strom schwimmte---, sie j haben durch Verträge die Arbeitenden davor be- Seile 2 Samstag, 23. Mai 1936- Nr. 12t wahrt, daß ihre Löhne ins Bodenlose sinken. Die tzicwerkschaftcn haben aber auch gezeigt, daß sie an die Zukunft der Bewegung denken und haben der Erfassung der Jugend, besondere Aufmerksam» keit gewidmet, einige Verbände haben Jugendsektionen gegründet, die arbeitslose Jugend wurde betreut, eine eigene Jugendzeitung geschaffen. .Vtein starres Jnstrtlment sollen unsere Gewerkschaften sein, neue Zeiten erfordern neue Waffen. So haben also um'ere Gewerkschaften dem Orkane des Jahrhunderts standgchalten. Je mehr der Sturm um die Burg heulte, desto stärker haben die Verteidiger die Riemen ihres Helms zugtzogen, Die sudetendeutsche Sozialdemokratie| Für die junge Generation Neuregelung der Aspirantenfrage Pensionierung bei Erreichung der Altersgrenze Prag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan HodZa empfing Freitag eine Delegation des Zmtralverbandes der Tschechoslowakischen Studentenschaft, die ihm ihre'Wünsche des Zen- trälverbandes zur Advokatennovelle(Verlängerung der Konzipientenzeit) vortruz. Der Vorsitzende der Regierung legte der Delegation die Gründe dar, welche zu der Kompromißformulierung des Entwurfes führten und verwies auch darauf, warum es wünschenswert sei, daß die Vorlage in der nächsten Plenarfitzung der Kammer verabschiedet werde. Er machte besonders darauf aufmerksam, daß die Einrechnung rin^s Jahres der Präsenzdienstzeit beschlossen wurde, wodurch sich eigentlich die Konzipientenzeit fiir 80 Prozent der Advokaturkandidaten auf fünf Jahre reduziert. Der Vorsitzende der Regierung teilte der Deputation des Zentralverbandes weiterhin mit, daß einige Maßnahmen, die mit der Lösung des sogenannten Generationsproblems zusammenhängen, studiert und vorbereitet werden. Unter diesem Gesichtswinkel wird es sich vor allem um die gerechte und vom sozialen Standpunkte notwendige Lösung der doppelten Beschäftigung von Ehegatten im Staatsdienste handeln, wobei es notwendig sein wird, eine Resultante zwischen der linearen Lösung und der Rücksichtnahme auf außergewöhnliche Fälle, die eine Scn- derlösung erheischen, suchen. Im Gespräche mit den Delegierten konstatierte der Ministerpräsident, daß nicht an die Verlängerung des Aspirantengesctzes gedacht und inzwischen eine Lösung für die Ueber- gangszeit vorbereitet wird. Die Regierung ist nach der Erklärung ihres Vorsitzenden entschloßen, mit aller Konsequenz ihre Beschlüsse über die PMMW tßjrf i' t u n g von Beänften und Angestellten der staatlichen Administrative, welche die Altersgrenze erreicht haben,! durchzuführen. prSsidentenreisen Im Juni nach Bukarest und Mahren Das Reiseprogramm des Präsidenten der Republik Dr. Benes für den Monat Juni steht nunmehr fest. Der Präsident.der Republik begibt sich anfangs Juni nach Rumänien zur Entrevue der Staatsoberhäupter der Staaten der Kleinen Entente in Bukarest. Von dieser Reise nach Prag zurückgekehrt, wird der Präsident der Republik um die Monatsmitte für ungefähr bekennt sich voll Stolz zu ihren Kampfgenossen, mit denen sie in der Schlacht steht. Die Gewerkschaften wissen, was sie der Partei, den politischen Vertrauensmännern, den Abgeordneten, unserem Vertreter in der Regierung zu danken haben und wir vergessen niemals, was wir der Arbeit unserer Gewerkschaften danken, die in schwerer Zeit, ohne einen Augenblick zu wanken, in unerschütterlicher Treue bei uns gestanden sind. Es wird so bleiben. Das ist unsere Zuversicht. Und so grüßen wir Euch Kampfgefährten aus vielen Kämpfen und Schlachten, Helfer und Briidcr, mit denen wir wieder vorwärts marschieren wollen: in das bessere Land der Zukunft! eine Woche in M ä h r e n Aufenthalt nehmen und der Landeshauptstadt Brünn einen Besuch abstatten. Bon Zidlochovice aus werden Abstecher nach Süd- und Südwe st mähren unternommen werden. Nach dem Abschluß seines mährischen Aufenthaltes wird der Präsident der Republik die Stadt Pilsen besuchen. Die Einzelheiten des Sommerprogrammes, der einen Aufenthalt in der Slowakei und in Karpathorußland vorsieht, stehen bisher nicht definitiv fest. Verwaltungsbehörden an oberstgerichtliche Entscheidungen gebunden Am Freitag tagte im Ministerratspräfidium unter dem Vorsitze des Vorsitzenden der Regierung Dr. H o d i(t und des Justizministers Dr. D t r e r eine Sitzung des Rechtsbeirates. Der Rrchtsdrinat beriet und genehmigte einstimmig dm Antrag des Ersten Präsidenten des Obersten Berwaltungsgerichtshofes Dr. H ä ch a über die gesetzliche Regelung der Gebundenheit der Verwaltungsbehörde» an die Rechtsanschau- ung des Ob er st e» Verwaltungsgerichtes. Gleichstellung der vierten klappe vom Ministerrat genehmigt Prag. Der freitägige Ministerrat hat, wie amtlich gemeldet wird, den Regierungsgesetzent- wurf über die Gleichstellung der vierten Etappe der Altprnsionistrn vom 1. Juli 1936 angefangen genehmigt. Ferner wurde der Regierungsrntwurf über dieBerbrauchsabgabe von Kunstspeisefetten genehmigt, ebenso die Verlängerung des Ermächtigungsgesetzes auf die Dauer eines weiterrn"Jiihres, d.' bis Ende Juni 1937. Unter den genehmigten Regierungsverordnungen befindet sich eine Verordnung, durch welche Strafverfahren wegen Militärverrates bei den Strafkreisgerichten in Prag und Brunn, sowie bei den Kreisgerichten in Preßburg und Kaschau konzentriert werden. WeiterS wurden Maßnahmen zur Erleichterung der Weizen« a u s f u h r im. laufenden Wirtschaftsjahr genehmigt und für eine weitere Unterstützungsperiode die Mittel für die staatliche Ernährungsaktion für Arbeitslose» für die Milchaktion für Arbeitslosenkinder und für die Brotzuteilung in den Notstandsbezirken bewilligt. Ferner wurde die Zustimmung zur Regelung des Mineralölpauschales ausgesprochen und der Finanzminister ermächtigt, die Benzinzölle zu ermäßigen, falls sonst eine Verteuerung des Benzins eintreten würde. Ansteigen der Versichertenzahl Im Monate April 1936 waren bei 296 Versicherungsanstalten, die der Aufsicht der Zentral- sozialvcrsicherungsanstall unterliegend für den Krankheitsfall versichert: a) nach dem Gesetz Nr. 221 aus dem Jahre 1926(Arbeiter): Männer 1,201.892, Frauen 792.467, im ganzen 1,994.359; gegenüber dem Vormante mehr um 147.539 Versicherungsnehmer, gegenüber dem gleichen Monate des Vorjahres mehr um 161.480 Versicherungsnehmer.— b) Rach dem Gesetz Nr. 117 aus dem Jahre 1926(der Pensionsversicherung unterliegende Personen) r Männer 121.718, Frauen 53.168, insgesamt 174.886, gegenüber dem Vormonat mehr um 801, gegenüber dem gleichen Monate des Vorjahres mehr um 3145 Versicherungsnehmer. Krofta-Exposö im Senat Der Außenausschuß des Senats hält am Donnerstag, den 28. Mai, um 10 Uhr vormittags mit einer Fortsetzung um 14 Uhr eine Sitzung ab, in welcher Minister des Aeußeren Dr. Krofta ein Expose erstatten wird. Neuer Sieg des Einheitsverbandes. Nach den beachtenswerten Erfolgen, die die Betriebsausschußwahlen in den Betrieben von Skoda, Kol- ben-Dänek und in den Mährisch-Schlesischen Elektrizitätswerken dem Einheitsverband der Privatangestellten brachten, hat die Organisation jetzt auch einen vollen Sieg anläßlich der Wahlen für den Betriebsrat der Beamten und Bediensteten der Mähr.-Ostrauer Elektrizitäts-Gesellschaft(Moel) in Mähr.-Ostrau errungen. Die Kandidatenliste des Einheitsv/rbandes fand einstimmige Annahme. Vie volle des Obersten Löpez London. Der berüchtigte Oberst Lopez, der in der englischen Antwort auf die Beschwerde der italienischen Lieferung von Dumdumgeschoffen an Abessinien durch englische Firmen erwähnt wird, lebt nach den Informationen des„Daily Herald" bereits einige Monate in einer Londoner Vorstadt und geht daher keiner Untersuchung aus dem Wege. Er ist tatsächlich britischer Untertan.„Daily Herald" sagt»ettors, daß dieser Mann-im Kriegsministerium dieser Tage selbst erschienen ist und alles über seine Beziehungen zu der italienischen Botschaft während des letzten halben Jahres auSgesagt hat. Einem Redakteur des erwähnten Blattes erklärte er, daß er eines Tages seine Dienste der italienischen Botschaft angeboten habe. Es wurde vereinbart» daß er„d e r London« r I n f o r m a t o r" der Botschaft sein werde. Trotzdem hat Löpez seine Beziehungen zu der Botschaft unterbrochen, da er nur die faktischen Auslagen ersetzt erhielt. Weitere Einzelheiten wallte er nicht Mitteilen, gab jedoch zu, da ßer auch auf die abessinische Gesandtschaft Sing. Kein Schritt Mussolinis zur Entspannung der Lage Rom.(Strfani.) Informierte römische Kreise erklären, daß die in der ausländischen Preise veröffentlichten Gerüchte, die italienisch« Regierung habe bei der britischen Regierung eine Demarche zur Entspannung der Lage unternommen, vollkommen phantastisch sind. Die italienische Regierung hat ihrem Londoner Botschafter, dessen letzte Unterredung mit dem britischen Unterstaatssekretär Bansittart bloß einen normalen dipkomaischm Besuch darstrllte, keine besonderen Instruktionen erteilt. Vie Lage in Palästina Jerusalem.(Reuter.) Durch die Straßen der Stadt patrouillieren Polizeistreifen. Die.britischen Polizisten sind mit Gewehren, die- eingeborenen Polizisten mit großen Gummiknüppeln bewaffnet. Soldaten des schottischen Bataillons bewachen mit aufgepflanzten Bajonetten alle wichtigeren Stelle^ Tie Zugänge zur Altstadt sind von starken Abteilungen bewacht und alle passierenden Personen werden nach Waffen durchsucht. Die Kommunisten(?). sollen in der Rächt auf Freitag versucht haben, das Zollhaus und zahlreiche Pavillons der Levante-Messe in Brand z» stecken. Thomas zurückgetreten London. Der König hat die Demission des Ministers für die Kolonien I. H. T h o m a s angenommen. In seinem Schreiben an den Premierminister Baldwin sagt Thomas, daß die Art, in der bei der Untersuchung der Indiskretionen über die Steuererhöhungen von seinem Namen und seinen Privatangelegenheiten gesprochen wurde, es ihm unmöglich mache, Mitglied der Regierung zu bleiben. Premierminister Baldwin versicherte Thomas in seiner Antwort, daß er an seiner Stelle ebenso handeln würde. Er erwähnte seine häufige» Besuche bei der italienischen Botschaft und sagte auch etwas über„ein überaschendes System", mit dessen Hilfe alle Depeschen, die aus London nach Abessinien gingen, nach Rom mitgeteilt wurden. „Daily Expreß" beschäftigt sich gleichfalls mit dein vermeintlichen Obersten Lopez und erklärt, daß dieser rätselhafte Mann auch in die Affäre des S inowjew- B t iefes verwickelt war, der im Jahre 1924 in der Wahlkampagne gegen die Labour Party eine so entscheidende Rolle spielte. Lopez habe damals unter dem Nkunen Singleton versucht, den Brief dem Ministerpräsidenten Macdonald für 500 Pfund zu verkaufen. Macdonald machte sich mit ihm nichts zu tun. Daraufhin wurde der Brief im letzten Moment vor den Wahlen als konservativer Wahlschlager gegen die Labour Party veröffentlicht. Darin hätte Sinowjew angeblich die Kommunisten einer englischen Stadt aufgefordert, einen Aufstand zu organisieren. Erst nach den Wahlen konnte der Beweis erbracht werden, daß der Brief eine plumpe Fälschung war. Inzwischen hatte er seinen Dienst gegen die Labour Party geleistet. Britische Depeschen an Italien verraten? 15 Der Ruhm des Kämpfers Don Jadt London Copyright by Universitas Berlin, durch Dr. Prä*er Pressedienst. Wien. Kaum hatte Maud Sangstcr Platz genom« men, als tosender Beifall den Eintritt Rat Powers verkündete. Er kam zwischen seinen Sekundanten durch den Mittelgang, und sie erschrak beinahe über seinen mächtigen Körperbau. Aber er sprang so leicht wie ein Mann, der nur halb so viel wog, über die Seile und lachte zufrieden, als das Haus ihn geräuschvoll begrüßte. * Er war nicht schön. Seine Blumenkohlohren zeugten deutlich von seinem Beruf und dessen Brutalität, und seine Nase war so oft gebrochen und breitgequetscht, daß sie schließlich allen Bemühungen der Aerzte trotzte, ihre ursprüngliche Form wiederherzustellen. Ei» neues Tosen begrüßte die Ankunft Glendons, und sie betrachtete ihn genau, als er durch die Seile kletterte und sich in sein« Ecke des Ringes begab. Aber erst als die langweilige Vorstellung und die Bekanntgabe der Kampfregeln sowie der Herausforderuüg vorüber war, warfen die beiden Männer ihre Mäntel ab und standen einander fast nackt gegenüber. Von oben wurde der scharfe, weiße Schein vieler elektrischer Lampen auf sie gerichtet, um die Filmaufnahmen zu er- möglichen. Und als sie jetzt die zwei so verschiedenartigen Männer betrachtete, fühlte sie, daß von den beiden Glendon der Rassemensch, Powers aber das Höllentier war. Jeder war auf seine Art eine auffallende Erscheinung, Glendon rein von Gestalt und Zügen, harmonisch und von kraftvoller Schönheit. Powers unsymmetrisch, derb gebaut und stark be-1 haart. Als sie ihre Stellungen vor den Aufnahme- apparaten einnahmen, schweifte Glendons Blick über den Ring hinaus und blieb auf ihrem Gesicht haften, und wenn er sich auch nichts merken ließ, so wußte sie doch, daß er sie erkannt hatte. J>H nächsten Augenblick ertönte der Gong, der Ansager rief:„Los!", und der Kampf hatte begonnen. Es war ein schöner Kampf. Es floß kein Blut, alles ging glatt, und beide Boxer erwiesen sich als sehr tüchtig. Die erste Hälfte der ersten Runde benutzte jeder, um die Taktik des andern herauszufinden, aber für Viaud Sangster waren diese Finten und die leisen Berührungen- der Boxhandschuhe in hohem Maße nervenerregend. Powers kämpfte leicht und sauber, wie es sich für Helden zahlreicher Kämpfe gehörte, und immer wieder erntete seine Gewandtheit den Beifall der bewundernden Zuschauer. Dennoch enffaltete er seine volle Kraft nur, wenn er sich hin und wieder in der Klemme befand, und dann sprang das Publikum auf in der irrigen Annahme, daß er jetzt seinen Gegner erledigen würde. In einem solchen Augenblick— ihr ungeübtes Auge konnte nicht erkennen, daß Glendon in Wirklichkeit jedem ernsthaften Treffer auS- wich— wandte sich der Redakteur zu ihr und sagte: „Der junge Pat wird schon siegen. Er ist der kommende Mann und nicht aufzuhalten. Aber er wird in der sechzehnten Runde siegen, nicht eher." „Oder später?" fragte sie. Sie hätte fast darüber gelacht, wie sicher ihr Begleiter in seinem Irrtum war. Sie wußte eS besser. Powers war dafür bekannt, daß er seinen Gegner Runde auf Runde durch den Ring jagte, und Glendon ging willig darauf ein. Er verteidigte sich bewundernswert, und er war gerade angriffslustig genug, um das Interesse deS Publikums für den Kanwf zu steigern. Obwchl Powers wußte, tag er dazu bestimmt war, zu verlieren, hatte er doch eine zu große Erfahrung im Ring, als daß er gezögert hätte, seinen Gegner zu werfen, wenn sich die Gelegenheit geboten hätte.. Durch Bestechungen nach beiden Seiten war er so oft angeführt Worten, daß er keine RücksiA kannte. Wenn er die Möglichkeit hatte, wollte er siegen, und wenn das ganze Syndikat aufflog. Dank einer geschickten Propaganda in der Presse war die Anschauung verbreitet worden, daß der junge Pat Glendon jetzt endlich seinen Meister gefunden hätte. Aber Powers wußte selber gut, daß er einem Besseren gegenüberstand. Mehr als einmal fühlte er im Infighting, daß sein Gegner weit größere Kraft in die Schläge legen konnte, wenn er nur wollte. Für Glondon seinerseits gab es manchen Augenblick, da ein Ausgleiten oder eine falsche Abschätzung ihn einem der Schmiedehammerschläge des anderen ausgesetzt haben würde, der den Kamps entschieden hätte. Aber er besaß di« fast wunderbare Fähig» keit, Zeit und Entfernung stets richtig zu beurteilen, und sein Selbstvertrauen Würbe selbst in den gefahrvollsten Augenblicken nicht erschüttert. Er war noch nie besiegt, ncch nie für die Zeit auf die Bretter geschickt worden und war seinem Gegsier immer so entschieden überlegen gewesen, daß er sich die Möglichkeit einer Niederlage gar nicht vorstellen konnte. Am Ende der fünfzehnten Runde waren beide Kämpfenden immer noch frisch, aber Power atmete doch ein bißchen schwer, und es gab schon Leute in den vordersten Reihen, die Wetten darauf anboten, daß er bald ausgepumpt sein würde. Kurz bevor der Gong die sechzehnte Runde verkündete, beugte sich Stubener auf seinem Platz an der Ecke Glendons vor und flüstert«: »Werden Sie ihn jetzt erledigen?" Glendon warf den Kopf in den Nacken, schüttelte den Kopf und lachte seinem Manager spöttisch in das erschreckene Gesicht. Glendon sah zu seinem Erstaunen, wie Po-' wers im selben Augenblick, als der Gong ertönte, auf ihn losfuhr. Von der ersten Sekunde an war der Kampf ein Orkan, und Glendon hatte Mühe zu vermeiden, daß er künstlich getroffen wurde. Er blockre, ckinchte, duckte sich und tanzte seitwärts, wurde rückwärts gegen die Seile gestoßen und begegnete, als er wieder vorrückte, neuen wilden Attacke». Mehr als einmal sah er,, daß Powers sich eine Blöße gab, aber er unterließ es, den Blitz zu schleudern, der seinen Gegner niedergestreckt hätte. Er hielt den Schlag zurück in der Absicht, ihn erst zwei Runden später auszuteilen. Während des ganzen Kampfes hatte er noch nicht ein einziges Mal gezeigt, was er konnte, oder mit seiner ganzen Kraft geschlagen. Zwei Minuten lang ließ Powers unaufhörlich seine Schmiedehammerfäuste auf ihn niederprasseln. Roch eine Minute, und das Wettsyn- dikat hatte eine empfindliche Niederlage erlitten I Aber der Kampf sollte nicht bis zum Ende dieser Minute dauern. Sie standan mitten im Ring, in einem ganz gewöhnlichen Clinch, nur daß PcWerS iuuner noch auf seine brutale Art und Weise auf ihn losschlug. Glendon führte einen leichten Schlag mit gebeugtem linken Arm seitwärts gegen das Gesicht seines Gegners, einen Schlag, wie er ihn ähnlich schon mehrmals im Laufe des Kampfes erteilt hatte. Da merkte er zu seinem Erstaunen, daß Po- wers in seinen Armen erschlasste. Die Bejne vermochten das Gewicht des Mannes nicht mehr zu tragen, und er sank, von einer schweren Last niedergedrückt, zu Boden. .(Fortsetzung folgt.). Nr. 121 SamStag, 23. Mai 1936 Seite 3 fudetendeutsefier Zeitspiegel BAUSTEINE für seine Arbeitskraft Wissenswertes zum 3. Bundesturnfest Die Eröffnungsfeier findet Freitag im großen Zelt statt(15.000 Personen Fassungsraum); die Abendfeier Samstag abends auf dem Festplatz: die Abschlußfeier Sonntag abends nach den Was bringt der Reichsjugendtag? Wir veröffentlichen im Nachstehenden eine Uebersicht gramm des Reichsjugendtages der Sozialistischen wenigen Tagen in Bodenbach stattfindet. Das Programm enthält: Pfingstsamstag, den 30. Mai 1936: 21 Uhr, auf dem Masarykplatz in Bodenbach: Abendfeier: Aufführung des FestspieleS: „Cavalcade— eine Revue von der Zeit".— 300 Mitwirkende. Pfingstsonntag, den 31. Mai 1936: 7 Uhr 30 Min.: Morgenfeiern, und zwar: I.Variete-Kino, Dresdnerstraße:„1000 Jahre Kampf um Scholle und Freiheit"— eine Darstellungsfolge aus dem Befreiungskämpfe des Landvolkes. 2. T h e a t e r s a a l: Großes politisches Kabarett.— Veranstaltung der„Truppe 36" unter Vasa Hochmanns Leitung. 3. I n valid e n k i n o, T e t s ch e n: Internationale Morgenfeier, an der außer schwedischen auch tschechische Jugendgenossen mitwirken werden. 4. Elb- Hofkino: Filmvorführung„Viva Villa"— der packende Film aus der mexikanischen Revolution. über das gesamte reichhaltige Pro- Jugend, der zu Pfingsten 1936, also schon in Anschließend an die Morgenfeiern: Demon- strations- und Fcstzug. Um 11 Uhr: Kundgebung auf dem Masarykplatz in Tetschen Nachmittags ab 14 Uhr: Großes Jugend- und Parteifest auf den Sportplätzen des Sportovni klub, und des Sokol in Bodenbach, Rosawitzerstraße, mit sehr reichhaltiger Programmfolge, aus der wir besonders die vpn der sozialistischen Jugend aufgeführte Burleske „Freude ist unser Motor" hervorheben wollen. Aber auch turnerische und Vorführungen der RW und.der Roten Falken sind im Programm. Pfingstmontag, den 1. Juni 1936: W a n der ungen in die nähere und weitere Umgebung von Bodenbach. * Während des ganzen Jugendtages Zeltlager der Roten Falken. Mafsen-Vorführungen der. Männer. Die Tribüne am großen Festplatz hat 8000 Sitzplätze. Eine feststehende und zwei fahrbare(Auto-) Loutsprrcheranlagen(einmal 20 und zweimal 10 Watt, stehen für den technischen und allgemeinen Festbetrieb zur Verfügung. Ebenso für die Abendfeier zwei starke Scheinwerferanlagen. Für die Ausschmückung des Festplatzes werden 1000 Meter(ein Kilometer) rotes Fahnentuch gebraucht. Der Radiovortrag über das 3. Bundesturnfest findet am Donnerstag, den 28. Mai, von 6,10 Nhr bis 6.25 Uhr über«den Prager Sender statt. Sprecher Kunig. Zur Erlangung der ermäßigten Tauerfrstkar- ten, die zum Eintritt zu allen Veranstaltungen am 3. Bundesturnfest berechtigen und in die Festabzeichen, Fahxtlegitimatiou, freie Uebcrnachtung inbegriffen sind, find nub noch acht Tage Zeit. Letzter Mai, letzter Einzahltag. Oie Prager deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 24. Mai, 14.30—14.45: Vom Mn- fchclgeld zum Scheck(Fritz Bieligt). Donnerstag, den 28. Mai 18.20—18.40; TaS Bundesturnfest in Komotau(Franz Kunig, Aussig). Freitag, 29. Mai, 18.35—18.45: Aktuelle zehn Minuten. Sonntag, 31; Mai, 14.30—14.45: Tie feurige« Jungen der Freiheit(F. T« j e.ssy, Aussig.) SdP-Abgeordneter grüßt„Hell Hitler I“ Wie die„Lid. Nov." melden, hat dgx Abgeordnete der SdP Paul N i ck e r l auf deni Bahnhof in W i l d st e i n den dortjgcn Tischler Paukert mit einem zweifachen lauten„Heil!" und einem zweifachen leiseren„Hitler!" begrüßt. Durch die Tür des offenen Waggons hörten zwei Bahnangestellte diesen Gruß und erstatteten bei der Gendarmerie die Anzeige. Auf Grund des Zeugenverhörs wurde gegen den Abgeordneten die Strafanzeige wegen Störung der öffentlichen Ruhe erstattet. Oer Reichsbeirat für die arbeitende Jugend hielt Freitag unter dem Borfitz des MiN.-Rats Jng. Pokorny eine Sitzung ab, in welcher Jng. Pillmann'einen Bericht über die Tätigkeit der Sprengelbeiräte(die im Jahre 1935 insgesamt 54 Sitzungen abgehalten haben) und die Erledigung der im Reichsbeirat in der letzten Sitzung vorgetragenen Wünsche erstattete. Den breitesten Raum in der Diskussion nahm die Frage der Reorganisierung der Sprengel-Beiräte ein, deren langjährige Funktionsdauer eine Auffrischung der Mitgliedschaft notlvendig macht. Die Jugendverbände, welche bisher noch nicht die Vorschlagsliste für die Neuernennungen vorgelegt haben, verpflichteten sich, dies bis Ende Juni zu tun, um die Wiederaufnahme der Arbeit in allen Sprengeln zu ermöglichen. Im Sinne des Fürsorgeministers Gen. NeLas, welcher einer stärke- ' ren initiativen Tätigkeit der Beiräte günstig gesinnt ist, erklärte Min.-Rat Jng. Pokorny, daß zu den künftigen Sitzungen des Reichsbeirats auch Vertreter anderer Abteilungen des Fürsorgeministeriums zugezogen werden würden, so daß der Rcichsbeirat nicht bloß, auf dix Fragen der Gewerbeinspektion beschränkt bleiben wird. Schulausflug verunglückt. Am Freitag führ in R o b i tz bei Böhm.-Leipa ein mit etwa 30 Schülern Und Schülerinnen einer Pilsner tschechischen Mittelschule besetzter Autobus in den Straßengraben und stürzte um. Etwa 6 Kinder wurden verletzt, davon eines schwer. Der Autobus wurde zertrümmert. Franzbranntwein Bel; Ermüdung, Niedergeschlagenheit u. Kreuzschmerzen verwende man PFLANZENFETT Nur gute Zutaten geben dem Essen die Kraft, die der Körper braucht. Dazu gehört vor allem ein Speisefett wie das 100% reine, leichtverdauliche und nahrhafte Ceres. Baldwins Position ernst erschüttert (&. B) Man verheimlicht in London nicht mehr, daß die Stellung Baldwins erschüttert ist. Das moralische Ansehen und die Anständigkeit des Ministerpräsidenten werden allgemein anerkannt. Aber gleichzeitig wird darauf hingrwiesen, daß die gegenwärtige komplizierte und schwierige Lage nach einem anderen Premier verlange. Der Führer der Labour Party, A t t l e s, hat am 10. Mai in Swansea auf einer öffentlichen Versammlung die Regierung in außerordentlich scharfer Weise angegriffen. Jeden Tag, wenn ich die Zeitung in die Hand nehme, sagte Attlee,«warte ich mit Sicherheit eine Nachricht von irgendeiner neuen sinnlosen Aktion unseres Kabinetts. Die Regierung beginne allmählich zu zerfallen. Ich darf wohl Voraussagen, daß wir in der nächsten Zukunft eine allgemeine Parlamentswahl erleben werden. In konservativen Kreisen werden jedoch die Gerüchte über eine bald bevorstehende Neuwahl des Parlaments dementiert. Dagegen wird darauf hingewiesen, daß die Tage der Nationalregierung gezählt seien. Heute wäre eine rein konservative Regierung vorzuziehen. Schutzzölle in USA gegen Japan Washington. Präsident Roosevelt gab eins starke Zollerhöhung auf bestimmte Baumwolllva- ren bekannt. Die Zollerhühung richtet sich hauptsächlich gegen die sich ständig verstärkende japanische Einfuhr. Die am 20. Juni in Kraft tretenden Ncuwertzölle betragen 34 Prozent für Baumwollgarne und 43££ Prozent für Baumwollstoffe. Präsident Roosevelt erklärte auf eine Anfrage, daß Japans billige Einfuhr von Textilien die Textilindustrie im Staate Massachusetts schädige. Da langivierige Verhandlungen mit Japan über die Begrenzung der Einfuhr bestimmter Baumwollgewebe endgültig gescheitert seien, habe er sich zu dieser Schutzmaßnahme entschlossen. weitabgesditedencs Theater Das Döhmerwaid-Passionssplel in llöritz Ein Stratzenband von kaum 50 Kilometer Länge führt von Budweis an tschechischen Dörfern vorbei nach Kruinau, von dort durch deutsche Gemeinden nach Höritz. Schon knapp hinter Bud- Weis, etwa an einer Baka-Reklametafel, verabschiedet man fast Gesicht und Tempo dieses Jahrhunderts. Denn von da ab begegnet man nur selten niehr hastigen Autos, nicht eine einzige Tankstelle ist mehr zu sehen, kein gr^es Plakat stört mehr das Grün der Auen, die Fnihsommer- Pracht der Felder und Wälder, die sanfte Linie naher Hügel und ferner Berge; kein wüster Lärm unterbricht das Zwitschern der Vögel und das Murmeln der Wäsier. Friedlich liegt auch Markt Höritz da; kaum mehr als ein paar Fahnen zeigen an, daß man an einem Festspielort angelangt uird daß die.Saison" eröffnet ist. lieber den Ort hinaus tvandert man ein Stückchen bergan und dann durch ein liebliches, schmuckes Tal, an dessen sanft ansteigendem Ende der Holzbau des Pas- sions-Spielhauses steht,. eine freundliche Stätte uralten Volksbrauchs, böhmerwäldlerisch-fromm- sinnigen Wirkens, treuherzig-rciigiösen Spiels. Bis ins 13. Jahrhundert reicht die Tradition dieses Passionsspiels und die Höritzer sind stolz' darauf, daß sie damit den Oberammergauern den Rang ablaufen. Bor hundert Jahren hat ein Leinweber die alten Texte zu Papier gebracht, manche Aenderung und»Modernisierung" wurde seitdem vorgenonunen, aber der Kern ist unberührt geblieben. An die Stelle der urwüchsig sprechenden, im Sonntagsgewand spielenden Marktbewohner sind ihre Nachfahren getreten als Mitglieder eines Dilettantentheaters, das nun seif beinahe einem halbey Jahrhundert fern eigenes Spiclhaus(mit 1500 Sitzplätzen) hat, mit prachwollen Bildern und sehenswerten Kostümen, mit einer Orgel und einem gut geschulten Orchester(den Budweiser Philharmonikern). Jetzt hat auch der Budweiser Domkapellmeister Ludwig Schmidt den musikalischen Part, die Teile aus Haydns.Schöpfung" und die alten Gesänge um vieles bereichert und, eine gefällige, ftilgemäße und stimmungsvolle Musik hinzugeschrieben, eklektisch und doch auch voll eigener schöner Einfälle. Hans Multerer und Hans Watzlik haben letzthin das Passionsspiel auch dramaturgisch bearbeitet, haben weniger Bedeutendes gestrichen. Neues hinzugefügt. Und ein Mann der Bühne, Ernst Nowak, ist als Direktor hinzugctreken. Kurzum: die Höritzer suchen Anschluß an das 20. Jahrhundert. Noch klappt organisatorisch nicht alles. Aber immerhin: es gibt bereits eine Pressevorstellung mit Empfang und Begrüßungen, der tschechische sozialdemokratische Senator Kriz hält an die Versammelten eine Ansprache, der Staat I fördert moralisch und materiell das Unternehinen. viele, viele Tschechen(nicht nur Pressevertreter) sitzen im„Parkett"; Höritz hilft auf seine Art mit, die Brücke zwischen den beiden N a t i o n e n zu schlagen. Und dennoch ift's im wesentlichen beim Alten geblieben. Immer noch dauert das Spiel mehr als fünf stunden; immer noch verbraucht cs den Vor- und den Nachmittag,, immer noch nehmen die undramarischen Rezitationen, nur von lebenden Bildern und Chorgcsängen unterbrochen, den der Schöpfungsgeschichte und dem Alten Testament getvidmeten Vormittag in Altspruch. Und immer noch, fast ohne Ausnahme, kämpft bei den Spielern die Böhmerivaldmundart mit dem Hochdeutschen, denn alle 250 Mitwirkende sinv eingeborene Höritzer, die sich wohl zur Wehr setzen würden, wenn man sic Schauspieler nennen wollte; fehlt ihnen doch unter anderem einer der wichtigsten Bühnenbehelfe: der Souffleur. Sie brauchen ihn nicht. Ein Höritzer Theaterzettel 1936 müßte verzeichnen: i Jesus Christus— Herr Johann Wiltschko, Steinmetzmeister, Judas Jscharioth— Herr Josef Wiltschko, Steinmetz, dessen Bruder, Maria— Anna Mugrauer, Kaufmannstochter, Petrus— Herr Wurzinger, Maurermeister, Annas— Herr Tahcdl, Briefträger, Kaiphas— Herr Friebes, Kaufmann, Pilatus— Herr Gallner, Tischler, Chorführer— Herr Bürgermeister Reittinger, Uhrmacher. ! Und so weiter. Mil Adam und Eva fängt es an: i er ist Drogist, sie Schneiderin. Beim„Fall der I Engel" hört man Verse, die über die Unvor- sichtigkeiten der Demokratie selbst im Himmel reden:„Doch weil der Herr mit Freiheit sie begabt, so konnten sie auch Böses wollen..." Und so erhob sich Luzifer^ der bis zum heutigen Tag noch nicht ausgestorben ist. Ganz naiv wird der Sündenfall geschildert und die Art, mit der der Herr der Heerscharen sich überreden läßt, Adam und Eva mildernde Uinstände zuzlchilligen. Wenn dann später Pharao„des verhaßten Volkes Kraft zu brechen" sinnt, denkt man daran, daß die Juden Noch immer nicht von den Pharaonen los- gekonimen find'. Und wenn man vernimmt, daß j^s„in den Tiefen grollt und die Völker einen ! vielter uni Erlöser ersehnten", so darf man. 'weil's im Spielhaus nicht immer kurzweilig ist, ins Sonnenlicht hinaustreten und über das nachdenken, was in zwei Jahrtausenden nur wenig anders geworden ist. Dann aber fühlt man wieder mit die Ergriffenheit der andächti., Lauschcn- I den, wenn an der Krippe‘ eine schöne Mezzo- l sopranstimme ertönt, wenn der uralte Gesang von der„Stillen Nacht" sich erhebt. Die Ruhe und Weihe, die vom Antlitz des Christusdar- stellers ausstrahlt, zieht in' den Bann. Das Schluchzen der Maria greift ans Herz und die große Tragödie der Mutterliebe, die vor dem Sohn in den Staub sinkt, ist jenseits alles From- nren und Religiösen, geschweige denn alles Katholischen; an zutiefst Menschliches rührt die mater dolorosa. Uird wiederikm an das Ethische und Aesthetische, an das Künstlerische, an allen zuteilgewordenes Kulturgut das Bild des Abendmahls. Schließlich aber wird das alles fast wirklich zum Theater, zu gutem Theater: da ist ein dreistverlegener, verschlagener, erbärmlicher, leichtsinniger und dann reuegepeinigter Judas, ein kraftvoller Kaiphas, der samt dem Pilatus und dem Herodcs politische Saiten in uns ertönen läßt; da sind bunte, bewegte, gut gesehene- und gut geführte Massenszenen im Hohen Rat,' am Oelberg, bei den Verhören, bei der Geißelung, auf der via dolorosa, bei der Kreuzigung. Und immer wieder hört man ewige Wahrheiten— wenn auch die Menschen die Wahrheit siebst heute noch nicht innehaben! Nicht zu den Mitspielern/ in den Zuschauerraum und zu aller Welt, laut und groß, müßte Christus-Wiltschko das Wort sprechen:„Alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen!" Vor Christi Verurteilung erklingt ans der Orgel eine wehmütige Weise; sie. lehnt sich an an Wotans Abschiedsmotiv. Versonnen tritt man den Rückiveg an. Links und rechts der Straße sitzen ein paar Bettler. Aber kaum einer von den Hunderten, die eben das Wort Christi vernommen haben, übt Barniherzigkeit. Wie weit ist's zu der höheren Stufe, zur bewußten Solidariiät, zum ständig geleiteten sozialen Empfinden und Handeln? Das, was sie den Himmel nennen, weint. Regentrübnis scheint das Schauspiel der Passion abzuschließen. Aber in den letzten Abendstunden des MaicntageS lugt doch wieder die Sonne hervor und ein herrlicher Regenbogen spannt sich über das Land, über dieses Fleckchen Erde. Das Ewige in der Natur'siegt, deutet die Brücke an, die noch endgültig zu schlagen ist zwischen allen Menschen guten Willens, zwischen allen Richtungen, allen Nationen, zwischen dem antiken Geist des-Prokurators Pilatus, dem wahren Christentum, zum werdenden Sozialismus. L. G. Sorgen nennen es die einen... Wir haben im Staate 60.000 Meterzent- ner Weizen zuviel geerntet, weil sich die Land» wirtschaft aus Gründen des besseren Ertrages auf diesen Artikel umgestellt hat. Jetzt beginnt eine rege Diskussion, was man mit diesen Vorräten beginnen soll. Im„Pr. Tgbl." äußert sich der Präsident der deutschen Sektion des Landes- kulturrates F. Windirsch- Reichenberg wie folgt dazu: Ti« Aussichten der diesjährigen Ernte find ungemein günstig. In allen Getreidearten wird nicht nur der heimische Bedarf volle Befriedigung finden, sondern die Vorräte werden noch weiter steigen. Damit wächst die Zorge für eine zweckentsprechende Verwertung der Ueberschüfse. Also S o r g e ist es, wenn uns die Natur reichlich mit Brotfrüchten-versorgt, Sorge, was damit begonnen werden soll und gleichzeitig fehlt auf dem Tische des Arbeitslosen und Kurzarbeiters das Brot für die Familie.— Dazu gäbe es viel zu sagen oder vielmehr ä u fzuschreien. Eine Gesellschaftsordnung, die Sorgen wegen z u v i e l Weizens hat! Wer fragt nach den Sorgen der anderen? Kein Schutzgürtel— zu Tode gefallen! Beim Fensterivaschen im zweiten Stockwerke eines Hauses in der Narodni trida in Mähr.-Ostrau glitt die 33jährige Bedienerin Genofeva Drozdovä aus dem Fensterrahmen und stürzte auf das Pflaster des Hofes, wobei ihr der Schädel zertrümmert wurde, so daß das Hirn heraustrat. Die Leiche lvurde nach ärztlicher Besichtigung in die Leichenkammer gebracht. Es wurde festgestellt, daß sie keinen Schutzgürtel getragen hatte und da auch ihr Arbeitgeber einen solchen nichts besaß, wurde gegen ihn die Strafanzeige erstattet. Die Drozdovä war verheiratet und hinterläßt drei unversorgte Kin- det im Alter von acht bis zwölf Jahren. Ertrunken. Donnerstag kenterte am Neu- chitteler See ein Boot, wobei drei junge Leute den Tyd fanden. Eine junge Engländerin, die sich mit ihnen im Boote befand, wurde gerettet. Mädchrnmord. In der Nähe von Kecskemet wurde auf einem Großgrundbesitze die 14 Jahre alfe Tochter des Gutsbesitzer von einem 17 Jahre alten Knecht in bestialischer Weise ermordet. Der jugendliche Mörder tötete das Mädchen, weil es nicht feine Geliebte werden wollte. Er verstümmelte dann den Leichnam bis zur Unkenntlichkeit. Wunderbare Rettung. In der Nähe von Graz stürzte ein mit drei Personen besetztes Pri- vatyütomobil aus Fürstenfel'o, nachdem es das Straßcngeländer durchbrochen und sich d r e i m a l überschlagen hatte in einen 200 Meter tiefen Abgrund, wo es zertrümmert liegen blieb. Alle drei Personen kamen wie durch ein Wunder mit dem Leben davon. Schweres Straßenlmhnunglück. InMann- h e i m geriet ein von Ludwigshafen die Rhein- brücken-Auffahrt herunterkommender Straßenbahnwagen in einer Kurve samt dem Anhänger aus den Schienen. Beide Fahrzeuge, die stark besetzt waren, rollten über die Straße hinweg und stürzten dann über eine etwa zwei Meter hohe Böschung. Eine Straßenpassqntin wurde von einem der umstürzenden Fahrzeuge erschlagen, eine schivexverletzte Frau ist bei der Einlieferung ins Krankenhaus gestorben, so daß bisher zwei Todesopfer zu verzeickmen sind. In die Krankenhäuser wurden insgesamt 28 Verletzte übergeführt. Sieben von ihnen konnten alsbald wieder entlassen werden. Polnischer Richter erschossen. Im Gerichtsgebäude von Luck(Polen, wurde in einem Amtszimmer der Richter Josef G o r d o n von dem Kaufmann Bensdorf durch Revolverschüsse getötet. Bensdorf verübte den Mord nach dem Ab- schlüß einer Verhandlung, in der er durch Richter Gordon zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden war* Letz verdient an des Führers Kopf. Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen; nicht an dessen Inhalt. Die„New Dorker Volkszeitung" schreibt:„Einer der geschäftstüchtigsten Naziführer ist der Reichsorganisationsleiter und Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley. Der neueste Beweis: Leys Tochter, eine Bildhauerin, hat als einzige die Erleubnis bekommen, Hitler nach dem Leben zu modellieren. Aus dieser Tatsache verstand cS Ley, ein Riesengeschäft zu machen. Der Kopf der Plastik wurde von der Württem- bergischen Metallwarenfabrik in mehreren Ausführungen hergestellt. Man kann den Führerkopf in Lebensgröße für 400 Mark kaufen, man bekommt ihn aber auch schon in einfacher Aüssiih- ruyg für 50 Mark. Ley nützte nun seine Jndu- strieverbindungen aus, um die Büros der Arbeitsfront, der Betriebsführer, der VertrauenSräte usw. zum Ankauf dieser Büste zu veranlassen. Man kann den Verdienst der Familie Ley, aus diesem Geschäft auf eine Million Mark schätzen. So ist es zu erklären, daß kürzlich die gesamte nasionalsozialistische Presse melden konnte, daß Dr. Ley durch den Ankauf des Gutes Rottland E r b« hyfbauer in der Gemeinde Waldbroel geworden ist. Dieses Gut, in-er Nähe von Köln, ist rund 600 Morgen groß und hat 3 0 0.000 Mar l gekostet. Dr. Ley hat aber erst im Feber Das Passions-Spielhaus in Hörltz dieses Jahres für 160.000 Mark eine B i l l a i m Grünewald bei Berlin gekauft und für weitere 120.000.Mark adaptieren lassen. Das ist der Mann, der nicht müde wird, den deutschen Arbeitern die Heilslehre des„deutschen Sozialismus" zu predigen I Wie manch armer Dorfsleischer plackt und rackert sich sein Leben lang, verkauft Kalbs- und Schweinshaxen und dito-Köpfe und stirbt als armer Mann. Der Ley verkauft Blech und wird schwer reich. Berein der geschlagenen Abgeordneten. Soeben ist in Paris ein Verein gegründet worden, der berechtigtes Aufsehen erregt. Wie man weiß, sind bei den letzten Wahlen sehr viele der ehemaligen Abgeordneten nicht wieder gewählt worden. Junge und unbekannte Leute haben sie geschlagen. Bis jetzt verschwanden geschlagene Abgeordnete von der Bildfläche und spielten nur noch gesellschaftlich eine Rolle als„ancien de- pute". Jetzt haben die ehemaligen Abgeordneten jedoch eine„association amicale" geschaffen, einen Freundschaftsbund der Geschlagenen also. Die Karikaturisten haben sich bereits des Themas bemächtigt, und man konnte die trüb dreinblickenden Herren zusammensitzen sehen und beraten, welche Forderungen sie an den Staat stellen sollen.,So tragisch ist die Angelegenheit allerdings nicht; die Herren werden vermutlich liebgswon- nene Erinnerungen bei einem guten Mas Wein austauschen. Immerhin beschäftigd»sich sogar der „Tenips" auf der ersten Seite in einer amüsanten Glosse mit dem Verein, in dem es heißt, daß die Verbrecher ja auch die Gewohnheit haben, an den Ort ihrer Tat zurückzukehren, und man möchte doch beileibe nicht annchmeii, daß ähnliche Gefühle die Gründer dieses Vereines beherrschen! Das Piratenschiff auf Schatzsuche. Vor einigen Tagen hat die Nachricht allgemeines Aufsehen erregt, daß die Schaluppe„Girl Pak" außerhalb des Gesetzes von den Seebehörden gestellt worden ist, da man die Diannschaft im Verdacht der Räuberei hatte. Soeben ist nun«ine Nachricht bei Lloyds eingegangen, die Licht in diese Angelegenheit bringt. Ein englisches Schiff hat nach Los Palmas Bericht gegeben, dass es die Schaluppe, die als verschollen galt, gesichtet habe. Die„Girl Pat" hielt Kurs auf den Salvago-Archipel. Dieser Archipel der Salvage-Jn- seln ist um die Mitte des 18. Jahrhunderts berühmt und berüchtigt gewesen, weil sie die Zufluchtsstätte des berühmten Piraten Kcchitän Kid gewesen sind. Die Engländer haben eine ganze Flotte ausgerüstet, Oen Erzbischof von Rouen vom Papst abgesetzt Der Erzbischof von Rouen, Monsignore de la Billerabel, der im Alter von über 70 Jahren steht, wurde vom Papst wegen schwerer Verfehlungen und Rebellionen gegen die Disziplin der Kirche seines Amtes enthoben. um Kid unschädlich zu machen, haben ihn auch gefangen, und er wurde in London gehängt. Aber von seiner sagenhaften Beute konnte man nichts sicherstellen. Seit damals geht unter den Seeleuten der ganzen Well die Sage, daß auf den Salvage-Jn- seln unermäßliche Schätze verborgen seien. Man hat inuner wieder danach gesucht, zuletzt mit Regierungsgeld von englischer Seite im Jahre 1915, ohne etwas zu sinden. Wenn nicht alles trügt, ist die„Girl Pat" jetzt ebenfalls aus Schatzsuche gegangen, und lediglich damit man nichts von ihren'Absichten erfährt, dürfte ihr mysteriöses Verschwinden zu erklären sein. Gleichberechtigung beiderseits. Der Richter Jacob Pankin(USA) hat ein wahrhaft salomonisches Urteil gefällt,, das die größte Sensation erregt hat. Ein gewisser George Pikker trennte sich, als er arbeitslos wurde von seiner Frau, ohne sich jedoch scheiden zu lassen. Er erhielt eine Zeitlang Arbeitslosenunterstützung, die ihm jedoch später entzogen wurde, mit der Begründung, daß seine Frau genügend für beide verdiene. Pikker klagte darauf auf Alimente. Und Richter Pankin hat ihm Recht gegeben. In der Urteilsbegründung heißt es, daß die Frauen in AmerUa sowohl in politischer wie in sozialer Beziehung den Männern völlig gleichgestellt seien. Wenn also das Gesetz vorfchreibt, daß der männliche Ehegatte für den Lebensunterhall des weiblichen zu sorgen habe, so gill denn diese Vorschrift auch umgekehrt. Ein lächerlicher Streit. Immer noch bewegt die wellerschütternde Frage des sächsischen Dialekts die Gemüter in Deutschland. Bekanntlich war eine Kampfansage gegen die Komiker und Kabarettisten erfolgt, die angeblich bewußt und böswillig das Bild des sächsischen Menschen verzerrten, gleichzeitig aber war sprachliche Disziplin und Vorgehen gegen die „Ausivüchse des Gasiendialekts"— mangels anderer Sorgen-r verlangt worden. Darüber ist nun eine Diskussion entstanden, die schon gar nicht mehr in irgendeinem Verhältnis zur Bedeutung des Gegenstandes steht. Es kamen Klagen, daß es hart sei, nicht mal mehr.über den Dialekt lachen zu dürfen, aber ebenso auch Anerkennungsschreiben, daß nunmehr gegen die „S p r a ch l u d e r e i der Sachsen eingeschritten werden solle"(mit Konzentrationslager?), und schließlich wandten sich die Komiker gegen die „ungeheuerlichen Vorwürfe", wobei sie feststellten, daß man plötzlich keinen Spaß mehr verstehe. Darauf ließ sich nun die Staatskanzlei des sächsischen Reichsstatthalters wieder vernehmen, daß es sich nur um Mißverständnisse handele. Es solle nicht der Humor getroffen werden, aber es werde über keinen Volksstamm so viel gewitzell wie.über die Sachsen. Sie kämen dabei schlecht weg, und und die Anekdoten, die sich alle auf den phonetischen Wirkungen des Dialekts aufbauten, seien in der Mehrzahl banal. Was ün Reich als Sächsisch gelte, sei aber nur die„Gaffensprache", die sich im Leipzig-Halleschen Bezirk herausgebildet habe, während die Hälfte der Sachsen nicht sächsisch spreche, sondern sich vogtländischer, lausitzischer und erzgebirgischer Mundart bediene. Geld, das tötet. In Baden bei Wien hatte der dort zur Kur weilende 60 Jahr« alte Industrielle Adolf Auerbach aus Lemberg im Spielkasino 40.000 Schilling gewonnen und begab sich nachher auf sein Hotelzimmer. Dort angekommen, fühlte Auerbach ein Unwohlsein, worauf er einem Herzschlag erlag. Auerbach, der an einem Herzleiden laborierte, hatte sich über den hohen Gewinn anscheinend zu sehr aufgeregt. Gewaltige Regengüsse, die einer langanhaltenden Dürreperiode folgten, verursachten in verschiedenen Teilen der Insel Portorico große Ueber- schwemmungen. 25 Personen sind in den Fluten umgekommen. Besonders groß ist der Schaden in den Ortschaften LaS PedraS, San Lorenzo und Humaca. Ein lukrativer„Beruf". Vor dem Pariser Gericht standen Joseph Guerres und LouiS Beranger, die die Ausnutzung der Essenbahngesellschaften als lukrativen Beruf auSgeübt hatten. Sie nahmen Fahrkarten, setzten sich in ein leeres Coupe und stürzten aus dem Zug. Der eine oder der ander« war jedesmal Zeuge und er bestätigte, daß die Tür kine Unslückrsene Auto mit Schillern um gestürzt Innsbruck. 29 Schüler der Landeslehranstalt Rotholz(Tirol) unternahmen am Httn- mrlfahrtstag unter der Leitung des Forftrates Franz Koller auf einem Lastautomobil die sogenannte Dreipäffefahrt. Bei der Talfahrt von St. Christoph nach St. Anton versagten plötzlich die Bremsen des schweren Lastautomobils und der Wagen stürzte um. Die Insassen wurden auf die Straße geschleudert, wobei einer der Schüler auf der Stelle getötet, neun schwer und die übrige» leicht verletzt wurden. Die Berletzten wurden in drei Rettungsautos nach Landeck bzw. nach Sankt Anton gebracht. Eines der Rettungsautos st: eß auf der Fahrt nach Landeck in einer Kurve mit einem Motorradfahrer znswmmrn, der dabei verletzt wurde und ebenfalls ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Ein zweites Rct- tungsautomobil, das nach St. Anton fuhr, st i e ß ebenfalls mit einem Motorrads obrer zusammen, der in einer Kurve suhr und den Rettungswagen nicht sah. Auch dieser Motorradfahrer wurde schwer verletzt und ins Krankenhaus nach Landeck gebracht. nicht richtig schloß. In fünf Monaten haben sie viermal den Trick durchgeführt und insgesamt 39.000 Francs Schadenersatz bekommen. Und dabei fiel es Btranger leicht, den Unfall durchzrssühren; er ist nämlich Zirkusakrobat. Beim fünften Mal kam der Schwindel heraus, und beide erhiellen jetzt ein Jahr Gefängnis. Bauchtänze mit Radiomusik. In Tougghourt in der Sahara wird den Fremden noch immer der Bauchtanz als Attraktion vorgeführt. Es gibt sogar eine Schule für junge Mädchen, die diesen Tanz erlernen Ivollen. Bis vor kurzem wurde der Unterricht auf traditionelle Weise durch eine Eingeborenenkapelle musikalisch untermalt. Jetzt ist die moderne Zeit auch in die Bauchtanz-Schule von Tougghourt eingedrungen. Ein Radioapparat ermöglicht den Empfang der Konzerte des algerischen und des marokkanischen Senders, und die Mädchen lernen ihren Bauchtanz nunmehr nach den Klängen einer Jazzkapelle. Dir Sowjetpreffe. Rach der.Leningradskaja Pravda" vom 5. Mai erscheinen in der SS2R mehr als 10.000 Zeitungen mit einer jeweiligen Auflage von zirka 37 Millionen Exemplaren. Im Jahre 1935 wurden vom Parteiverlag herauSgegebcn j 2,319.000 Marx-Engels-Schriften. Weiter wurde ! die Ausgabe der gesammelten Werke Lenins und anderer Substriptionswerke Lenins beendet mit einer Gesamtauflage von zirka fünf Millionen Exemplaren. Außer diesen wurden noch zirka vier Millionen anderer Werke Lenins gedruckt. Auch die Ausgabe von Stalins Werken erreicht eine Rekordzifter. Besonders wird auch das Anwachsen der Kinderliteratur hervorgehoben. So wurden von einer einzigen Kinderverlangsanstatt im Jahre 1935 ohne Kinderjournale 16.4 Millionen Kinderbücher herausgegeben. Für das Jahr 1936 ist eine Ausgabe von 32.1 Millionen Kinderbüchern geplant. Im Fahre 1936 will man weiter in der SSSR zwölf Millionen Puschkin-Bücher erscheinen lassen. Ter Wert von Kriegsgefangenen. In New Fort sindet zur Zeit eine Ausstellung reges Interesse, die den Befreiungskriegen 1775 bis 1783 gewidmet ist. Man sieht dort auch ein Dokument, das durch den bevorstehenden Austausch von Kriegsgefangenen des Abesfinicnkrieges eine gewisse anzügliche Aktualität hat. Der General Howe hat ein Memorial verfaßt, aus dem sich der Wert der einzelnen Kriegsgefangenen ergibt. Für einen' Generalleutnant tauschte man einen Generalmajor und einen Bri- gadegencral; dieser letztere wiederum hatte den Wert von zwei Obersten. Der Generalleutnant war nach der Meinung von Howe ebenso viel wert wie 1500 Soldaten, ein Oberst wurde gegen 187, ein Leutnant gegen zwölf und ein Unteroffizier gegen drei Soldaten angenommen. Bau der Ruslcr Brücke bis 1941? Nach einer Meldung des„A-Zet" steht ein riesiges technisches Projekt vor der Verwirklichung. Die Brücke, die das Nusler Tal in Prag Überspannen und eine kurze Verbindung zwischen dem Pankracer Plateau und der inneren Stadt Herstellen soll, dürfte bis zum Jahre 1941 gebaut werden. Es wurde ein Generalprojekt angefordert. Die Baukosten werden 50 Millionen Xc betragen. Dir Wetteraussichten sind für den westlichen Teil des Staates weiterhin ungünstig.- Wahrscheinliches Wetter Samstag: Im Westteil der Republik vorwiegend bedeckt, zeitweise regnerisch, mäßig kühl. Ostteil des Staates: Zunächst warm, später Zunahme der Gewitterneigung und etwas kühler.—- Sonntag: Andauern des unbeständigen Witterungscharakters, im Westen des Staates Temperatur weiterhin etwas tiefer als im Osten, Vom Rundfunk ■■HiMMiwartu aus Sm Rrearramai Sonntag Prag: Sender L.: 9.50 Slowakische Lieder. 10.05 Deutsche Presse. 10.15 Moderne sschechische Poesie. 15.30 Schallplatte». 17.55' Deutsche Sendung: Klassische Zeugen. 18.00 Jean I. Rousseau: Rundfunsspiel. 18.50 Deutsche Presse. 19.05 Tanzlieder. 22.25 Deutsche Sportnachrichten.— Sender St.: 14.80 Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Fritz Bieligk: Von der Bezahlung mi^ Muscheln bis zum Scheck. 14.45 StaatS- opernorchester, Schallplatten. 15.05 Wenig bekannte Overnarien.— Brünn: 13.45 Schallplattenkonzert. — Kascha»: 12.25 Mittagskoßzert. 13.10 Rundfunk- Orchesterkonzert. Nr. 121 Somstng, 23. Mai 1936 «Seife 5 Die zehn Gebote des Herrn von Loesch Dr. Karl Cbristian v. Loesch, Privatdozent der Berliner Universität, ist neben Pros. Max Hildebert Boehm Leiter des„Instituts für Grenz«.und Auslandforschung" in Steglitz, Herausgeber des„Taschenbuchs des Grenz- und Auslanddeutschtmns", Leiter des„Volk und Reich"-Berlages, und der wichtigste Verbindungsmann zwischen der auslanddeutschen Jrredentaund dem Propagandamin ist e r i u m. Als ’ preußischer Junker betrachtet er allerdings das Auslandsdeutschtum als eine Art Kolonialersatz Und die Buslanddeutschen als„Natives", Ersatztür di« verlorenen Askari-Neger, kurz— vorübergehend unentbehrliches.Menschenmaterial", 1. Tas Gegendementi.' „Nichts von dem Gedankengut des Nationalsozialismus, das auf der staatlichen Eben« liegt,— und das ist sehr viel in unserer Zeit der Ausweitung der Staatsaufgaben,— läßt sich unmittelbar in' das Leben der Auslanddeutschen- übertragen. Insofern ist eben der Nationalsozialismus eine Sache deutscher Staatlichkeit. Diese, deutsche Staatlichkeit ist aber gewiß nicht auf das heutige Reich in seinem derzeitigen Umfange beschränkt, da- zeigt der Sieg des Nationalsozialismus in Danzig, das zeigen gewisse Vorgänge io Oesterreich/ auf die hier nicht näher eingegangen werden soll." 2. Die formale Ungleichschaltung. „Während also das Auslandsreichsdeutschtum, zumal da ja auch deutsche Reichsbürger im Auslände Mitglieder der NSDAP- werden können, dementsprechend auch in sehr hohem Maße vom Nationalsozialismus erfaßt wurde, und die„deutschen Kolonien im Auslände", die ja erst vor wenigen Jahrzehnten entstanden, eine kulturelle, Festigung erfuhren, die fich im günstigen Sinne auswirkt,.ist die Ausdehnung der nationalsozialistischen Bewegung aus das. übrige Auslanddcutschtum unter ganz andere Bedingustgen gestellt. Hier kann eS sich nur darum handelns den Geist,'-d er im Reiche weht, a u f z u g r e i f r n, nicht aber die Form. Denn das. nationalsozialistische Gut muß von Land zu Land eigenartig« besonder« Formen annehmen, die den,so vielfältig unterschiedlichen Bedingungen der einzelnen Heimatländer entsprechen. Man hat vielfach von auslanddeutscher Seite... darauf hingewiesen, daß--. die völkischen Einrichtungen in gewissem Sinne schon seit längerer oder kürzerer Zeit viele Forderungen deS Nationalsozialismus vorweg genommen hätten... Im übrigen w ä ch st natürlich die Einwirkung de- Nationalsozialismus mit d er r ä u m l i ch e n Nähe zum geschloffenen deutschen Siedlungsgebiet. Wie wäre es sonst zu erklären daß das sudetendeutsche Volk trotz aller Bedrängungen (wie die Alpendeutschen) immer wieder vom Nationalsozialismus erfaßt wurde?" 3- Treu und Glauben und Verträge. „Ueber alle Grenzen der Verträge, ja über die Grenzen des geschloffenen Siedlungsgebietes hin aus, weht der Geist, den Adolf Hitler formte." 4. Mitläufer dankend abgrlehnt „Es kommt auch gar nicht darauf an, wie viele mitgeschleppt werden, die schon Halbwegs oder zu noch höheren Hundertsätzen bereits in anderen Lagern stehen" 3. Leesch desavouiert die Natienalititenstatistik. „Die Riescnzahlen von Auslanddeutschen, die in manchen Handbüchern noch geführt werden, sind nicht- als Selbstbetrug." 6. Auslanddeutsche sind überwiegend „Untermenschen". „Denn eine Million Einzeldeutscher find vom Gcsamwolksstastdpunkt gesehen weniger,, als eine kleine, aber feste Gruppe von Zehn- und Zwanzigtausend mit starker innerer Tradition und entsprechendem Zusammenhalt.", 7. Zuzug ist streng fernzuhalten. .„Denn es hängt sehr viel davon ab, ob eine Nachwanderung aus dem Reiche möglich ist, und ob die schon früher Ausgewanderten mit diesen sich noch"zusammenfinden." 8. Ei« Komödiant könnt'«inen Pfarrer lehre«. „Wem daran liegt, die Einheit des deutschen Volkes zu erhalten, der muß, an welcher'Stelle er auch steht, dafür sorgen, daß die tief ethischen und aus religiöser Wurzel kommenden Grundgedanken des Nationalsozialismus auch jenseits der Grenzen der deutschen Staaten ein vollesHeimatrecht gewinnen. Es handelt sich nicht um Parteiformen. Es handelt sich nicht um mechanische Uebertragungen Es geht vielmehr darum, daß der Aufgaben- und Pflichtenbereich in jeder auslanddeutschen Gruppe, wo sie auch leben möge, neu geformt wird im Sinne der nationalen Erneuerung, die au- dem Reiche und aus Oesterreich(Adolf Hitler!) kam." 9. Hall«, hier alle deutschen Sender... „Daran können wir mit technischen Mitteln arbeiten, durch verbesserte Verbindung auf schriftlichem Wege und den Rundfunk, durch organisatorische Mittel aller Art." 10. Entweder Hochverrat oder Volksverrat! „Denn wer das nicht tut... ja überhaupt nicht mitarbeitet, ist letzthin ein Zerstörer der deut- schen Volksgemeinschaft. Wir müffen diese u m die ganze Erde herum im Sinne des nationalsozialistischen Gedankengutes neu und, soweit es der äußere Rahmen gestattet, auch einheitlich gestalten." „Rur so kann die straffere Formung der deutschen Wesenheit, wie sie in diesem Wandel der Zeiten geschieht, zu einem Bollerfolge wer-, den."(Zitiert nach:„Auslanddeutschtum und evangelische Kirche", Jahrbuch 1934, herauSgegeben von D. Dr. Ernst Schubert, Pfarrer und Konsistorialrat, Chr. Kaiser-Verlag, München, Seite 16,. 18, 19), Deutsche Wirtschaft „Besseren Papieren werden noch Lumpen zugesetzt. In der Beschaffung dieser Lumpen entstanden in letzter Zeit Schwierig- k e i t e n, da die Textilindustrie bei der gegenwärtigen Knappheit auch Lumpen minderer Qualität verarbeitet, die sonst ausschließlich der Papierindustrie zufielen.(Frankfurter Zeitung vom 9. Diai 1936.) Die Auszahlungen bei den deutschen S p ar- lassen sind im März 1936 um 62 Millionen Reichsmark gestiegen, die Einzahlungen dagegen um 26 Millionen zurückgegangen. Es hat sich im März ein Auszahlungsüberschuß von 8,9 Millionen Reichsmark- ergeben. Bereit» im Feber war eine Abnahme de» Einzahlung-Überschusses zu verzeichnen.- Die für die Fleischversorgung der deutschen Bevölkerung zur Verfügung stehende Fleischmenge, die schon im Feber zurückgegangen war, har im März weiter abgenommen. Sie ist von 4,80 Kg. je Kopf der Gesamtbevölkerung auf 4,58 Kg. oder um 5,6 Prozent gesunken. Der Faschismus in Lettland. Anfang April ist iw Lettland ein Prozeß gegen FuNkliorwre der. Sozialdemokratischen Partei und des Akbeiter- jugendvrrhgNdes durchgeführt worden. Avgeklagt waren zehn frühere Mitglieder des Arbeiterjugendverbandes und der Sozialdemokratischen Partei. Vier tveilere Gcnoffen, gegen die ebenfalls Anklage erhoben worden war, konnten sich der Verhaftung durch die Flucht entziehen. Die Anklage lautete auf illegale Fortsetzung der nach dem faschistischen Staatsstreich.aufgelösten sozialdemokra- ttschen Partei- und Jugendorganisation. Der Hauptangeklagte, der frühere stellvertretende Vorsitzende des Arbeiterjugendverbandes,' Genosse Janson, wurde zu vier Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Diese Straf« bedeutet Arbeit in den Steinbrüchen unter den fürchterlichsten Bedingungen. Die übrigen Angeklagten, von denen mehrere minderjährig sind, wurden zu ein bis drei Jähren schweren Kerker verurteilt. Alle Genossen wurden wahrend der Voruntersuchung schwer mißhandelt, aber^ sie haben sich trotz dieser Mißhandlungen fast ausnahmslos mannhaft und tapfer gehalten. Wer wird die Krönung Viktor Emanuels vollziehen'? Der Papst soll keine besondere Neigung verspüren den italienischen König zum Kaiser von Ethyopien zu krönen. Man weist im Vatikan darauf hin, daß die Päpste lediglich die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Napoleon I. gekrönt haben. Als im 18. Jahrhundert einer der Dogen von Venedig sich zum Kaiser von Persien krönen lassen wollte, hat der Papst dieses Ansinnen abgelehnt. Wahrscheinlich wird König Victor Emanuel von einem der Kardinale gekrönt werden. Die faschistischen Zeremonienmeister sind sich noch nicht darüber klar» ob der KrönungS- akt in Addis Abeba, in Rom oder in der Heiligen Stadt Abessiniens, Aksum, stattfinden soll. Mussolini ist angeblich um die Unter st ützung des Vatikans in der Angelegenheit der Krönung sehr besorgt. Den katholischen Schulen und Missionen in Abessinien sollen große Vorrechte eingeräumt werden. Der Vatikan scheint sich aber vorläufig diesen Anbiederungsversuchen gegenüber kühl zu verhalten, da man dort auf die starken katholischen Interessen im Britischen Reiche Bedacht nehmen möchte. Jugoslawische Stimmungen. Die Londoner liberale„News Ehronicle" bringt eine Unterredung mit einem hervorragenden jugoslawischen Diplomaten, dessen Name allerdings verschwiegen wird. Die in der Unterredung ausgesprochenen Ansichten sollen aber die Stimmung der Belgrader Regierungskreise genau wiedergeben. Die Schwäche, die in der letzten Zeit Mitteilungen aus dem Publikum. Gegen jedes Hebel ist ein„Kraut" gewachst«! Auch vom Rheumatismus müssen Sie fich nicht plagen lassen. Massieren Sie Ihren Körper, und besonders die schmerzenden Stellen mit Alpa-Frgnz- branntwein. Sie werden sehen, wie wunderbar das den Schmerz lindert und wie frisch und elastisch Sie sich nach jeder Massage fühlen werden! Sie sollten einmal mit Ihrem Arzt darüber sprechen! Verlangen Sie Alpa nur in Hriginalflaschen mit Pltzyche. Ausgewogenen Alpa gibt es nicht. 4 Jetzt sparen wir wirklich beim Putzenl Eine frohe Botschaft in diesen schweren Zeiten: VIM viel billiger! Welche Erleichterung für die Haushaltskasse und— für die Hausarbeit. Denn jetzt kann man wirklich ausnahmslos alles gründlich und rasch mit diesem praktischen Mittel putzen, das den Schmutz auch aus den tiefsten Ritzen herausholt, der dann durch bloßes Spülen leicht entfernt wird. Mitdiesem ausgezeichneten Putzmittel wird alles blitzsauber. von England und Frankreich an den Tag gelegt worden ist, meinte der Diplomat, habe in Belgrad eine tiefe Unzufriedenheit hervorgerufen. In Belgrad sei man davon überzeugt, daß• es heute um die Zukunft der beiden ioestlichen Großmächte gehe. Jugoslawien und seine Verbündeten auf dem Balkan werden ENg- lantz und Frankreich unterstützen, falls zwischen den beiden Großmächten eine„hundertprozentige Verständigung zum Zwecke der Durchführung einer hundertprozentigen Genfer Politik" erzielt werden wird. Widrigenfalls werde man wahrscheinlich au eine A nle h n u ng an irgendeine andere Gr o tz macht denken müssen.- Zwischen Italien, Deutschland und-der Sowjetunion werde Jugoslawien in' diesem Falle die Wahl treffen müffen, und diese Wahl werde auf die stärkste Macht fallen. Statt an die Aufhebung der Sanktionen gegen Italien zu denken, müsse man. sie erweitern und verstärken. Falls aber auch dies nicht helfen sollte, so müsse man den S u e z- K a n a l s ch l i e ß e n. Volkswirtschaft and Sozialpolitik Regionale Arbeitskonferenzen Im Verlaufe der letzten Verwaltungsratssitzung des Internationalen Arbeitsamtes wurde auch Stellung genommen zu dem Bericht über die Arbeitskonferenz der amerikanischen Staaten in Santiago in Chile. Die stattgefundene Aussprache hat gezeigt, daß die Ergebnisse dieser Konferenz von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind.' Zwischen dem Bestreben nach einer völligen Vereinheitlichung der archeitsrechtlichen Bestimmungen. und den verschiedenen Gegebenheiten regionaler Verhältnisse erscheint ein Ausgleich möglich, und es muß gerade die Aufgabe solcher regionaler Konferenzen sein, für diesen Ausgleich geeignete Vorschläge auszuarbeiten. Mehrere Berwaltungsratsmitglieder gaben dem Wunsche Ausdruck, solche Konferenzen künftig regelmäßig abzuhalten.. bekomme. Das Gesetz sieht die Bestellung eines „Minister of Marketing" und eines Äbsatzaiytes für Urprodukte vor; alle auszeführten Waren gehen zuvor ins Eigentum der Regierung über. Fabrikant und Landmädchen Komplikationen um eine Vaterschaft. Prag,(rb.) Ter hiesig« Fabrikant Träger machte seinerzeit einmal die Beanntschast eines hübschen Landmädchens, die fich in kurzer Zeit zu einem intimen Verhältnis auswuchs, das nicht ohne Folgen blieb. Es kam ein Kind zur Welt, dem Fabrikanten wurde die Vaterschaft zugesprochen wid das zuständige Gericht erlegte ihm eine Alimenteüzählung von 350 Kc monatlich auf.. Damit war die Angelegenheit aber nicht erledigt, denn die Kindesmutter erstattete gegen den Fabrikanten die Anzeige wegen Verführung unter ZusagederEhe. Dieses Verfahren endete mit hem Freispruch des Beschuldigten.'Dafür erhob die Staatsanwaltschaft nun gegen die. Kindesmutter die Anklage wegen falscher Zeugenaussage, weil einige ihrer Angaben sich als unwahr herausgestellt hätten. Ueber diese Anklage verhandelte gestern der Strafsenat des GR. Dr. Beck. Es war ein bemerkenswerter Fall, bemerkenswert sowohl nach der menschlichen, als nach'her prozessualen Seite. Die angeblich unwahren Zeugenaussagen der Angeklagten, um deren willen sie nun unter Anklage steht, drehten sich um den Punkt, ob sie damals, als sie den Fabrikanten kennen lernte, noch unberührt gewesen sei, oder nicht. Sie hat das damals behauptet, doch fanden sich mehrere Zeugen, dst das Gegenteil bestätigten. Im Läufe der sehr bewegten Verhandlung wies. der Verteidiger des Mädchens, Tr. K o st e ö k a, darauf hin,- daß- im Auftrag der Gegenpartei z w e i P r i v a t d e t t k- ti v s den Heimatort der Kindesmuttcr in ausgiebigster Weise bearbeiteten und auch jene Zeugen ausfindig gemacht haben.•• i. Harie seinerzeit das Bezirksgericht in dem Prozeß wegen Verführung die Zeugen durchwegs als unglaubtvürdig-’ befunden.(und mangels Beweisen einen Freispruch gefällt) so wiederholt« sich die absolute Unklarheit der Belastungszeugen auch bei der gestrigen Kreisgerichtsverhandlung. Dix einzig klare Aussage stammte von einem ehemaligen Bewerber des Dlädchens, der sich seiner-eit der Aussage entschlagen hatte, aestern aber bestimmt erklärte, er sei mit dem Mädchen,' das den besten Ruf genießt, niemals in intime Beziehungen getreten. Dann waten eine„Freundin" und eine Nachbarin als Zeuginnen auf, die in allerlei unklaren Redewendungen und Anspielungen die Angeklagte sichtlich, zu belaste» versuchten, ohne daß aber eine eindeutig«, auf Tatsachen hindeutende Aussage zu erzielen gewesen wäre. Dann spielte in dem Verfahren noch ein tim vier Jahre jüngerer Bursche eine Rolle als Zeuge, der, sich-einst seiner- galanten Erfolge hei. der Airge- klagten gerühmt-hat— wieder, ohne daß er künkrere Fakra glaubwürdig anzugeben wußte. Vor G« ficht spielte dieser Zeug« eine ziemlich klägliche Rolle,. Schließlich wurde die an allerlei drastischen Details sehr reiche. Verhandlung zur Ladung weiterer Zeugen vertagt. Agrarmarktkoutrolle in Neuseeland. Die Regierung Neuseelands hat das Gesetz, das eine Kontrolle der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse ermöglichen soll, nunmehr im Parlament xingebracht. In der Begründung heißt es, man müsse die Urproduzenten von den Schwankungen des Rarstes schützen und der wirksamste Weg dazu sei, daß die Regierung die Verfügung über die Produktton für Ausfuhr und Binnenland So sieht es in Tel-Aviv aus Ein Straßenzug in Tel-Aviv, der jüdischen Schwesterstadt von Jaffa, in der es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Juden und Arabern kanr in deren Verlauf zahlreiche jüdische Häuser zerstört wurden. Militärstrcifen patrouillierten durch die Straßen, um-die Ruhe wiederherzustellen. Die Unruhen sollen vor allem aus italienischen Einfluß.zurückzuführen sein. Seite 6 »Sozialdemokrat" S«m§tn B, 23. Mai 1936. Nr. 121 Noch unbekannte und beliebte Badeorte in der C. S. R. Teplice bei Mähr.-Weißkirchen ist ein von der Natur reich bedachter Ort. Die Kommunikationen sind bequem und nach allen Richtungen hin einem Kurorte entsprechend. Die Lage ist klimatisch günstig ustd besonders für die Heilung WH 1"“" Diese zumeist rheumatischer Beschwerden haben bei Vernachlässigung schmerzhafte V er- Steifungen zur Folge. Da heißt es rechtzeitig mit(ter Schlammkur beginnen. Die Pistyaner' Bäder beruhigen die entzündlichen Vorgänge und verhindern Verwachsungen. Kein Aufschub. Verlangen Sie die neuen Pau- achaiprospekte der Badedirektion und suchen Sie 6*0 von Herzkrankheiten geeignet. Teplice an der Becva liegt in einem reizenden Tal, umrahmt von bewaldeten Bergen, die das Bad vor den Nordwinden schützen. Durch das.Tal schlänget sich der Becva-Fluß, welcher mit seinem kristallreinen Wasser jedermann zum Baden einladet. Die Quellen sind für Bäder entsprechender als jene des weltberühmten Nauheim. Das Kohlensäurebad Teplice a. d. Bexva liegt an der Hauptstrecke Prerau—Oderberg, Station Hranrce. Die Zentralsozialversicherungsanstalt Prag erwarb im Jahre 1930 das Bad und das Sanatorium und ließ sämtliche Einrichtungen im Sanatorium als auch in allen anderen Badegebäuden modernisieren und vervollkommnen. Das Badehaus hat 3 modern eingerichtete Liegehallen, ein freundliches Vestibül und einen geräumigen Wartesaal. Im Parterre, ersten und zweiten Stock befinden sich die Badekabinen, welche groß und modern eingerichtet sind, im zweiten Stock ferner eine modern eingerichtete ärztliche Ordination, sowie neue, modern eingerichtete Räume für hydrotherapeutische Prozeduren nach Prießnitz- methoden. Im dritten und vierten Stock befinden sicki 36 komfortabel eingerichtete Zirsimer mit fließendem warmen und kalten Wasser, Zentralheizung und elektrischer Beleuchtung. Das Sanatorium ist ganzjährig geöffnet — das Bad vom 1. Mai bis 30. September. Die sehr wirksamen Mineralquellen und die moderne ärztliche Badeeinrichtung ermöglichen die erfolgreiche Behandlung von allen Arten Herzkrankheiten, nervösen Störungen, chronischen Erkrankungen. Die ärztliche Leitung des Bades und des Sanatoriums ist dem Facharzt für innere Krankheiten MUDr. Oskar L. Stern unter Mitarbeit von Badeärzten und geschultem Pflege- und Hilfspersonal anvertraut. Die Preise sind verhältnismäßig sehr niedrig, rind zwar wird für Logas inkl. Beleuchtung und Beheizung, Pension(Frühstück, Mittag, Jause und Nachtmahl), natürliche Kohlensäurebäder, Kaltwasserkuren laut ärztlicher Vorschrift^ XL 45.— bis XL 55.— berechnet. Das Kohlensäurebad Teplice a. d. Becva wird eine Perle unter den tschsl. Badeorten, was dieser Kurort mit seinen reichen Thermen auch vollauf verdient. TREtlClANSKE TEPLICE gibt Ihnen Ihre jugendliche Träger Leitung Militärparade am 28. Mai. Am nächsten Ton- ncrSrag wird der Präsident der Republik Dr. Benes aus Anlaß, seines Geburtstages um 9 Uhr früh im Strabover Stadion die Parade der Prager Garnison abnehmen,' an der sich auch einige Trupprnkörper auS der Prager Umgebung beteiligen werden. Der Parade werden außer den offiziellen Gälten auch die Schulet der höheren Massen beiwohnen. Auch für das sonstige Publikum ist der Zutritt frei. Besondere Karten werden nicht ausgegeben. Am Armreflngtag am Sonntag fertigt die Slaatsbahndircktio.n Prag folgende Sonderzüge ab: Zur Tribüne A(HloubLtsn) nur vom Tenis- bahnhof: Um'1-1.36) 11.50, 12.30, 13.04, 13.35, 14.01 Uhr Zur Tribüne C(K b ely) ausschließlich vom Wilsonbahnhof: Um 10.35, 10.57, 11.13, 11.31, 11.43, 11:58, 12.14, 12.81, 12.40, 12.52, 13.05, 18.17) 13.37, 1348, 14.02, 14.20, 14.27, 14.35/14.47.—Rückfahrt von der Haltestelle HloubLtin(Tribüne Al nach dem Tenis- bahnhof: Um 17.38, 17.58, 18.10, 18.39, 18.55 Uhr. Rückfahrt von der Haltestelle Kb ely(Tribüne El nach de Wilsonbahnhof: Um 16.56, 17.03, 17.13, 17.23, 17.48, 18.01 18.12, 18.21, 18.31, 18.51, 19.03. 19.17, 19.24, 19.31, 19.47 Uhr. Bollbesetzter Autobus gerammt. Vorgestern abends fuhr der Autobus P 27.222 des Chauffeurs Karl Jelinek durch die Palackystraße in Wrschowitz nach Zabihlitz, als ihm das schwere Lastauto P 8221 des Chauffeurs Vinzenz Jrmler entgegenkam und mit voller Wucht gegen seine Seitenwand stieß. Ter vollbesetzte Autobus wurde umgeworfen, doch wurde wie durch ein Wunder ein größeres Unglück vermieden; nur der Wagenlenker Jelinek wurde leicht an Gesicht und Händen und der 16jährige Lackiererlehrling Josef Stejskal aus Chodov am Rücken verletzt. Zwei Personen haben einen Rervenchock erlitten/ Die beiden Verletzten wurden-auf die Klinik'Schlaffer gebracht, beide Fahrzeuge stark beschädigt. Ein Ausstellungspferd schlägt ans. Der Landarbeiter Heinrich Toms aus Zilina bei Kladno wurde geste'rn-auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung im Baumgarten von einem Pfetd so heftig mit dem Huf gestoßen, daß ihm die linke Hand gebrochen wurde. Tödlicher Arbeitsunfäll. Der. Eisenbahnangestellte Josef Havlik aus Belt wurde gestern dein. Verschieben von Eisenbahnwagen auf dem Bahnhof Nusle-Wrschowitz von einer Lokomotive tödlich ani Kopf verletzt; auf der Minik Schlaffer wurde festgestellt, daß er einen Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung erlitten hatte. " Hochflut von Herrenpilzen im Mai! lrb.) Eine stir dir. gegenwärtige Jahreszeit äußerst ungewohnte Erscheinung zeigt.sich auf. den Prager Gemüsemärkten. Die Regengüsse der letzten Wochen iu Verbindung mir dem herrschenden warmen Wetter haben zu einer wahren Ueberflutung des Marktes mit Pilzen geführt. Vor allem werden allenthalben neben zartem Frühgemüse ganze Halden herrlicher frischer und gesunder Herrenpilze, teilweise von sehr respektabler Größe feilgeboten. Die Presse sind fast um die. Hälft« niedriger-als bei Beginn der vorjährigen „offiziellen" Pilzsaison, der allerdings ein äußerst trockener Sounner vorairging. Bei den Marklständen kostet das Kilo zwar 13 bis 14 XL, aber verschiedene „schwarze" Hausierer bieten ihre Ware schon zu 11 XL an. Marktkundige schütteln den Kopf über diese nie erlebte Frühernte und prophezeien eine um| so schwächere Hauptsaison im kommenden Herbst, i Die Erfolge der Truppe 36 die bisher in 23 Städten gastierte, lassen sich j am besten an den Besucherzahlen ermessen. Es wird zum Beispiel berichtet, daß man in' Karlsbad 1200, in Falkenau 800, in Graslitz 600, in Eger 1000, in Neudek 800, in Komotau 800» in Teplitz 1000 Besucher zählte. In Dnx waren bei der Porführung der Revue 800 und fünf Tage später bei der Ausführung des Dramas„Gerechtigkeit" 1000 Personen anwesend. Diese stattlichen Zahlen belegen besser als viele Worte den Wert der Truppe. Wir sind überzeugt davon, daß auch das P r a- gerGa st spiel, da» am 25. d. M, um 8 Uhr abends im Bühnensaal der Urania stattfindet, ein großer Erfolg werden wird. Iümst und Wissen. „Ter Ring des Nibelungen".„DasRhern- gold" 28. Mai.„Die Walküre" 1. Juni, „S i e g f r i e d" 3. Juni,„Götterdämmerung" 7. Juni. Brünhilde— Kammersängerin Anny Helm, Siegfried— Kammersänger Josef Kalenberg. Zyklus-Abonnement Ermäßigung gegenüber den Kassenpreisen bis zu 45 Prozent. DienStag„Der erste Frühlingstag". Einmaliges Gesamtgastspiel des Thearers in der Josefstadt! Donnerstag anläßlich des Geburtstages des Herrn Präsidenten der Republik neueinstudiert „Das Rheingold"(C 1). Samstag: Einmaliges Gastspiel Max Hansen! „D as bezaubernde Fräulein" s (D 1). Diese Vorstellung findet zugunsten des Ferial-1 fonds der Mitglieder-statt I Wochenspielplan des Neuen Teutschen Theaters. Samstag 714: FraDiavolo, Al.— I Sonntag 71/i: Madame Dubarry, neu insze- j niert, B. 2.— Montag 8: VI. Philharmonisches Konzert, Abonn. aufgehoben.— Tiens-' tag 7i/fc: De r erste.F r ü h l i n g s t ag, Ensemblegastspiel des Theaters in der Josefstadt, Gelenkigkeit wieder, schenkt Ihnen neue Arbeitskraft und Lebensfreudei 3422 Ein neuer Mensel werden Sie in den 3*69 Schrothschen Kuransta ten Nieder-Linde wiese, C.S.R. Abonn. aufgehoben.— Mittwoch Das Rheingold, Festvorstellung anläßlich tzes Geburtstages des Herrn Präsidenten der Republik, C 1. — Freitag 8: Madame Dubarrv, D 1.— Samstag 7>/2: Tas bezaubernde Fräulein, Gastspiel Mar Hansen und Gusti Huber, D 1. — Sonntag 7t/h:MadameDubarry, C2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8: Salz bürg ausverkauft.—Sonntag 3: Menschen auf derEis schölle, 8: Salzburg ausverkault.— Montag 8: Ich und mein kleiner Bruder, Bankbeamte 1 und freier Verkauf.— Dienstag 8: Salzburg ausverkauft.— Mittwoch 7%: Ti e Frau ohne Bedeutung, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8i Salzburg ausverkauft.— Freitag 8: Die Frau ohne Bedeutung, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf. — Samstag 8: Salzburg ausverkauft. Sonntag 8: Salzburg ausvertauft. Veremsnacstricstten RW-Prag Sonntag, den 24. Mai. Ausmarsch ins „Blaue".— Treffpunkt: Endstation der 17. und 21. Elektrischen in Branik 7 Uhr früh.— Nachmittags Zusammentreffen mit dem„Atus" am DTJ-Sporr« platz im Libuser Tal. PKAG Dir AtuS Leichtathleten kämpfen heute ab 4 Uhr nachmittags gegen DTJ VH auf der Hetzinsel.— Wanderung morgen, Sonntag. Treffpunkt-: 8 Ubr ruh Endstation der 21er Elektrischen. Ziel: LibuSer Tal. Uebungen auf.’ dem Modraner DTJ-Platz.— Komotauer Fahrt. Die Frist zum Bezug« der billigeren Dau«rfestkarie wurde bis Ende des Monats verlängert. Anmeldungen werden täglich in den Turnstunden entgegengenouunen. G TI, Prag II. Tie Heimstunde am Samstag entfällt. Samstag, halb 5 Uhr. Treffpunkt Liga, Nacht-' Wanderung. Wer nicht die Nachtwanderung mitmachen kann, komm», am S o n n.t a g um halb 9 Uhr zur Endstation Per 21er-Elektrischen in Hodkovicky. Pflichtbeteiligung! Hotel Smetana Bad Luhacovice 50 guteingerichtete Zimmer Erstklassiges Restaurant Ältestes Haus am Platze- Mäßige Preise | Wald-Sanatorium Dr. Schweinburg Zuckmantel, Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- u. Stoffwechsel-Krankheiten Mäßige Pauschalkuren. 34C8 teplitz-----1 i r:.“.. | r apUU• d.• Suchen Sie Gesundheit? Quälen Sie Rheumatismus, Gicht. Ischias oder Frauenleiden? WoUen Sie In Ruhe schön und billig Ihren Urlaub verbringen? Besuchen Sie BadBohdanec! Wir sind billig bei erstklassiger Einrichtung, Bedienung und Pflege. 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Reportagen.— Koruna: Akiualiiäicn, Journale, Grotesken.— Kotva B 36;„Niemandsland."— Lucerna:„Weiße Gardenien." A.—, Metro:„Tpionagebüro Rr. 2." Fr.— Passage: „Rädchenjahre einer Königin." D.— Praha:„Ter Kriegsreporter." A.— Radio:„Mutter Kraimerka." Tsch.— Skaut:„Sequoia." A.— SvStozor: „Stützen der Gesellschaft." D.— Alma:„Eine Frau im Offside." A.— Bajkal:„Die letzten Vier vou Santa Cruz." D.— Belvedere:„So mach ich es." A.—• Beseda:„Die ganze Stadt spricht davon." A.— Carlton:„Tarzan und seine Gefährtin." A.— Illusion:„Eine Frau im Offside." A— Kino Svanda: Grotesken, Journale.-t- Kon» | Vitt:„Wien, du Stadt meiner Träume." D.— Lid» II:„Unser kleines Mädi." Teniple. A..— Louvre:„Mädchenräuber." D.— Maretka:„Tie Wildkatze." D.— Olympier„Mata Hari." Grerq Garbo. A.— Roxy:„Ich sehne mich nach dir." VERLANGEN SIE in jeder Verkaufsstelle des Konsum vereine» SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. 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