Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 16. Jahrgang Der Präsident für die deutschen Gebiete Eine Spende für die Arbeitslosen- Kinder Pra g. Der Präsident der Republik Dr. Edvard Beneš hat zugunsten der Kinder derjenigen Gebiete Nordböhmens, welche von der Wirtschaftskrise besonders betroffen sind, den Be trag von 100.000 Kč gewidmet. Feier des Präsidentengeburtstages In allen größeren Orten der Republik ivurde am Donnerstag der Geburtstag des Präsidenten feierlich begangen. In Prag waren die Häuser beflaggt, im Stadion fand eine große Militärparade statt, an der sich ein bedeutender Teil der Prager Garnison beteiligte und der an 100.000 Zuschauer beiwohnten. Im Rundfunk hielten der Gesundheitsminister Dr. Czech in deutscher und Schulminister Dr. Franke in tschechischer Sprache Festreden. Zahlreiche Gemeinden ernannten den Präsidenten zum Ehrenbürger, auch im befreundeten Auslande gedachte die Presse des Tages. Grandi bei Eden Freitag, 29. Mai 1936 Exposé Dr. Kroftas in den Außenausschüssen: Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 126 Dunkle Wolken über Europa Abessinien und Rheinlandzone Schicksalsfragen der nächsten Zeit Der Außenminister für friedliche Einigung der interessierten Staaten Prag. In den Außenausschüssen der bei den Häuser erstattete Außenminister Dr.Krofta ein eingehendes Exposé über die nicht gerade besonders erfreuliche Situation, in der sich Europa heute dank der Aggressivität des italienischen und des deutschen Faschismus befindet. Einen breiten Raum in den Darlegungen nahm die historische Darstellung der beiden Konflikte hinsichtlich Abessiniens und der demilitarisierten Zone ein, die nach Kroftas Worten eine ernste Gefährdung Europas darstellen. Der Außenminister gab wiederholt dem Wunsche Ausdruck, daß beide Konflikte durch ein Einvernehmen zwischen den interessierten Staaten friedlich gelöst werden, wobei er allerdings betonte, daß eine vorhergehende Einigung der Strefa mächte über Abessinien auch die Verhandlungen mit Deutschland rascher und erfolgreicher gestalten würden. Die Tschechoslowakei ist dabei insbesondere daran interessiert, daß im Rahmen eines neuen Sicherheitspaktes anstelle von Locarno auch die Frage der Sicherheit der Tschechoslowakei und Oesterreich s gelöst werde. Der Minister schloß das Exposé mit Worten der Zuversicht in unsere eigene Stärke und die Hilfe der Verbündeten. Strofia erinnerte einleitend an das letzte außenpolitische Erposé Dr. Benešs vom 5. November v. J., über das der italienische Angriff gegen Abessinien drohende Schatten geworfen hatte. Heute nach der Besetzung der Rheinzone durch Deutschland und nach dem Sieg der abessinischen Expedition in Abessinien und der Errichtung des italienischen Kaiserreiches in frita hat sich die internationale Situation teischen. gegangen, zu denen Dr. Krofta zählt, daß die Einigkeit zwischen England und Frankreich erhalten und die Notwendigkeit erkannt wurde, das System der Locarnoverträge durch ein neues Sicherheitssystem zu erseßen und hiebei auch die Frage der Sicherheit der Tschechoslowakei und Desterreichs zu lösen. Wenn es auf dem Boden des Völkerbundes zu einer baldigen Einigung mit Italien käme, so könnte man hoffen, daß gegen die Restauration einer Dynastie zu stellen, deren Anwesenheit in Mitteleuropa den ernste= sten Konflikt im Donaubeden hervor. rufen würde. Mit der Kundgebung des Wunsches. die Vorbereitungsarbeiten der Locarnomächte mögen mit Beschleunigung abgeschlossen werden, hat die Kleine Entente mit Nachdruck betont, daß sie an der Ers haltung des Vertrages von St. Germain. Trianon und Neuilly eine Lebensinteresse hat und alles unternehmen werde, um ihren Rechten und Interessen Respekt zu verschaffen. • Bei der Charakterisierung unserer Beziehungen zu den anderen Staaten hebt der Außenminister die Wichtigkeit unseres Pattes mit der Sowjetunion hervor. Die unsinnigen Behauptungen, daß fich Sowjetmilitär in der Tschechoslowakei aufhalte, daß Flugzeughangars für Sowjetflieger erbaut würden etc., wurden seinerzeit amtlich dementiert. Die internationale Oeffentlichkeit möge sich dessen bewußt werden, woher alle derartigen unsinnigen Nachrichten kommen und welchen 3 wed sie verfolgen. Die direkten Beziehungen zu DeutschI and sind dauernd gute. Allerdings wirft die Besetzung der Rheinlandzone Schatten ar die internationale Gesamtsituation. Wir sind an diesem Konflikt nicht direkt beteiligt, dürfen aber wohl der Hoffnung Audruck geben, daß es gelingen werde, eine für alle Staaten annehmbare Lösung Wir dulden keine Störung des Reichsjugendtages! Vielmehr sind in das Leben der europäischen Na tionen neue und ernste Elemente der Unruhe hineingetragen worden. Die erwähn= ten Ereignisse haben gezeigt, mas für eine gefährliche Aufgabe das le berra fchung 3= moment in der internationalen Bolitik spielen kann. Die Aussichten für die Zukunft find mit einer dunklen Wolke verdüstert. Allerdings Aus den Veröffentlichungen der Roten Der Reichsjugendtag in Bodenbach ist und darf man auch gewisse Lichtpunkte doch nicht über- Fahne" geht hervor, daß die kommunistische Par- bleibt eine Reichsveranstaltung der sozialdemo= tei den sozialdemokratischen Reichsjugendtag in kratischen Jugend, verbunden mit einer KreisBodenbach für ihre agitatorischen Zwecke auszu- veranstaltung der sozialdemokratischen Arbeiterbeuten beabsichtigt. Sie kündigt die geschlossene schaft Nordböhmens. Sollte die kommunistische Teilnahme eines kommunistischen Demonstra- Partei gegen den klar bekundeten Willen der veranstaltenden Organisationen den Reichsjugendtag tionszuges mit Fahnen und Standarten an. Der Vollzugsausschuß der Deutschen sozial- für ihre agitatorischen Manöver mißbrauchen demokrtischen Arbeiterpartei hat sich in seiner wollen, dann trägt sie vor der ganzen ArbeiterSitzung vom 28. Mai mit der geplanten Stö- öffentlichkeit die ausschließliche Verantwortung rungsaktion der kommunistischen Partei beschäf- für die Folgen. tigt und beschloffen, öffentlich zu erklären: Sanktionen い Wunsch Italiens nach einer Annäherung London.( Tsch. P.-B.) Der italienische neswegsgebessert. Botschafter Grandi stattete Donnerstag im Außenamt einen Besuch ab und hatte eine Unterredung mit Minister E d e n. Nach den Informationen des Reuterbüros soll dieser Besuch mit dem Bestreben Italiens zusammenhängen, die ge= genwärtige Spannung zu mil= dern. Grandi hat wahrscheinlich den Wunsch Italiens nach einer Annäherung zum Ausdruck gebracht und die Ansichten Mussolinis in der gleichen Form, wie sie in der Unterredung des Duce mit dem Berichterstatter des " Daily Telegraph" ausgesprochen wurden, mitge= Die Tschechoslowakei ist in der Frage der Santteilt, insbesondere über die Unmöglichkeit, daß tionen ihren Verpflichtungen nach Italien irgend eine Anregung zu Verhandlungen gekommen, die sich aus der Mitgliedschaft im Völkerbund ergeben. Sie erfüllt diese Verpflichtun= über den Mittelmeerpakt gebe, solange die Sant- gen in dem Bestreben, ein absolut nicht nur forrettes. tionen in Kraft sind, sowie über die dringende sondern sogar ein freundschaftliches VerFrage, ob Italien im Völkerbunde verbleiben oder hältnis zu Italien zu wahren. Als Staat, welcher ihn mit Rücksicht auf die Sanktionen verlassen auf die ihm aus der Mitgliedschaft im Völkerbunde erwachsenden Vorteile nicht verzichten will und fann, fonnten wir durch unsere Handlungen die Grundsäße der follettiven Sicherheit und Hilfe nicht desavonieren, deren Geltendmachung wir eines Tages für uns selbst reflamieren könnten. Rom.( Stefani.) Aus autorisierten Krei- Auch wenn der Völkerbund nicht imstande ist, alle fen wird erklärt: Die im Ausland veröffentlichten Aufgaben zu erfüllen, wie wir es wünschen würden, Nachrichten, daß die italienische Regierung die so ist er doch eine politische Realität, mit Dr. Krofta wendet sich dann der wirtschaftlichen deutsche Regierung vergeblich um die Anerkennung welcher die Großmächte zur Verteidigung ihrer Zusammenarbeit in Mitteleuropa zu und erder italienischen Souveränität über Abessinien er- Interessen rechnen und mit welcher auch wir rechnen flärt u. a.: Die Wirtschaftskrise hat start den Gedanken in sucht habe, find völlig erfunden. Die italienische müssen. Regierung hat überhaupt keinen derartigen Schritt In der heutigen Situation haben wir keinen den Vordergrund gestellt, daß durch die wirtschaftanderen Wunsch, als daß England und Frankreich liche Zusammenarbeit in Mitteleuropa viel gewonunternommen. Ebenso werden die Gerüchte von fich bald mit Italien verständigen mögen, ohne nen werden und dadurch eine der Ursachen der ergeheimen Ahmachungen zwischen Italien und allerdings das Schicksal des Völkerbundes außer höhten Schärfe dieser Krise in Mitteleuropa beseitigt Deutschlands dementiert. acht zu lassen. Wir wollen unterdessen eine ge= werden könnte. Die Tschechoslowakei war immer meinsame Entscheidung in Genf für eine derartige Zusammenarbeit, hatte aber den abwarten und werden uns dann loyal nach ihr richten. werde. Verhandlungen mit Deutschland dementiert Aufruhr in Palästina dauert an Aus Jerusalem fommen widersprechende Nachrichten. Während Reuter Das Rheinlandproblem die Verhandlungen mit Deutschland rascher| und erfolgreicher fortfahren würden. Der Donauraum Wunsch, daß diese Zusammenarbeit eine rein wirtschaftliche fei, frei von allen besonderen politischen Einflüssen, mögen sie von welcher Seite immer kommen, ferner, daß an ihr auch Jugoslawien und Rumänien teilnehmen und daß sie schon im vorhinein die Zustimmung aller Lands, finden möge. Das Mißlingen der verschie Deutsch Großmächte, einschließlich benen bisher aufgetauchten Pläne zeigt die beson deren Schwierigkeiten dieses Problems, das eben auch hervorragende politische Seiten besitzt. Der Minister gibt zunächst eine Uebersicht über also eine eng die Ereignisse im Gefolge der Rheinlandbesetzung lische Agentur meldet, daß die britischen vom 7. März d. I. und bespricht ausführlich das Truppen und die Polizei die Lage vollkommen Memorandum der Locarno machte. beherrschen und daß seit Mittwoch in Jerusalem Uns interessiert vor allem, daß in dem ProRuhe ist, die Polizisten ihre Stahlhelme abgelegt gramm der internationalen Beratungen auch die haben und wieder gewöhnlicheStappen tragen, mel- Frage von Nichtangriffsbatten Ausführlich auf den römischen Block übergehend, den andere Berichte, daß die Sabotage und Aufzwischen der Tichoslowakei und fonstatierte Dr. Krofta in bezug auf die ZusakDeutschland angeführt ist. Es wird das Be- protokolle vom März 1936, daß darin keine ruhratte andauern. Von Jaffa kommende Boote streben der Tschechoslowakei sein, daß diese Ver- neuen Richtlinien für die Politik dieser bersuchten mehrfach Angriffe auf die Quaianlage handlungen, falls es zu ihnen kommt, auf euro- Staatengruppen festgelegt werden. Ms Mitglied der in Tel Aviv und auf jüdische Hafenleichter. Wiepäischer Grundlage in Verbindung mit den Kleinen Entente begrüßt die Tschechoslowakei konzender sind Dynamitanschläge auf Eisenbahnbrücken Verhandlungen über die Garantie der Grenzen trierende Bestrebungen in Mitteleuroba, welche ein und Straßen berübt worden. Pioniertruppen der westlichen Nachbarn Deutschlands erfolgen. ähnliches Riel wie die Kleine Entente haben. Sie wurden eingesetzt. Zehntausende von Nußbäumen Dieses Bestreben stützt sich auf die Ueberzeugung, kann deshalb ihren Blick nicht misgünstig auf und Weinstöcken in dem baumarmen Land wurdaß der Friede in Europa unteilbar ist, das die Annäherung dieser Staaten richien, auch wenn den in den letzten Wochen vernichtet. Die Araberheißt, durch die Gefährdung der Grenzen irgend sie sich die Tatsache nicht verhehlt, daß sich diese eines europäischen Staates der Frieden in ganz Gruppe von der Kleinen Entenie dadurch unterpresse beschloß amtliche Verlautbarungen nicht Europa ernsthaft bedroht ist. scheidet, daß ein Mitglied der römischen Gruppe eine mehr zu veröffentlichen und erwägt einen PresseGroßmacht ist. Streif. Die Gesamtverluste beziffern sich seit dem 19. Mai bei den Europäern auf einen Toten und 17 Verletzte, und zwar 7 Polizisten, 2 britische Soldaten und acht Zivilisten. Unter der nicht europäischen Bevölkerung wurden 48 Tote, und zivar 24 Juden, 22 Araber und zwvei Christen, gezählt. Habsburger Restauration E3 Die Großmächte sind in der Behandlung des Strittes mit Deutschland nicht weiter gekommen als zu einem vorbereitenden Gedankenaustausch. wäre ein großer Optimismus, behaupten zu wollen, daß dieses Ergebnis ein glänzendes sei, aber in der Außenpolitik ist mehr als anderswo Geduld bon nöten. Trotzdem sind aus den bisherigen Verhandlungen auch einige positive Punkte hervor: ernstester Konflikt zu finden, welche die auf Europa so schwer lastende Spannung beseitigen würde. Im Verhältnis zu Polen konstatiert der Minister eine leichte Besserung. Was Oesterreich betrifft, so weist der Minister auf den gemeinsamen Schritt der Kleinen Entente in Sachen der Einführung der Militärpflicht hin. Das Verhalten zu Ungarn hat sich nicht geändert, doch hofft der Minister auf eine allmähliche Besserung. neuerAbschließend verweist der Minister dings auf die beiden ungelösten Probleme hin, die die heutige internationale Unruhe verursachen: auf die Annexion Abessiniens und auf die Rheinland befeßung. Die Lösung beider Fragen interessiert alle Staaten, denen an der Aufrechterhaltung der internationalen Ordnung und Sicherheit gelegen ist. Im italienischabessinischen Konflikt wahren wir Neutralität und werden unser Vorgehen immer gemäß den Entscheidungen des Völkerbundes einrichten. In der Frage der demilitarisierten Zone haben wir klar und offen gefagt, daß wir dieses Vorgehen nicht gutheißen. Wir werden die Entwicklung abwarten und, falls es zu Verhandlungen mit Deutschland kommt, uns an ihnen im vollen Einverständnis mit der Kleinen Entente und den übrigen befreundeten Mächten beteiligen. Wir sind uns des Ernstes der Situation und der Gefahr für den europäischen Frieden bewußt, wenn es nicht in naher Zeit gelingen sollte, diese beiden Fragen einvernehmlich zu lösen, und wir sprechen deshalb unseren aufrichtigen Wunsch dahin aus, es möge auf dem Boden des Völkerbundes ehestens zu einer Einigung der beteiligten Staaten kommen. Gestüßt auf unsere Verbündeten, militärisch vorbereitet und wirtschaftlich konfolidiert, brauchen wir keine Befürch tungen für unsere Zukunft zu haben. Im Außenausschuß des Abgeordnetenhauses wurde die Debatte auf die nächste Sizung vertagt, Die Kleine Entente will, wie in der Ver- im Senat wurde die Debatte noch am Nachmittag gangenheit, gemeinsam mit den westlichen Großmächten für die Wahrung der Unabhängigkeit abgeführt. Von unserer Seite sprach hiebei Ge= Desterreichs arbeiten und ist entschlossen, fich nosse Dr. Heller, dessen Ausführungen wir in ebenso entschieden gegen den Revisionismus, wie Auszug noch nachtragen werden. Seite 2 Freitag, 29. Mai 193k Nr. 128 Dr. Czech über BeneS Eine Rundfunkrede an die Kinder Gesundheitsminister Dr. Czech lei« tet« die Präsidentenfeier im deutschen Schulfunk mit einer Ansprache ein, in der er sagte: Liebe, junge Freunde! Stundenlang könnte ich Euch über unseren Präsidenten Eduard Benes erzählen, der heute seinen 52. Geburtstag feiert. Aber ich werde Euch heute nur einige- aus seinem so reichen und so kostbaren Leben sägen können, denn es wollen noch ander« zum Worte kommen, um dem Manne zu huldigen, dem unser Staat und dem wir alle so unendlich vieles verdanken. Ihr kennt alle unseren ersten Präsidenten Thomas Garrizue Masaryk. Ihr habt so oft schor, und so unendlich vieles und so schönes über ihn gehört. Alt und jung sehen in ihm, in dessen Person sich alle Tugenden und Ideen vereinigen, denen wir alle nachstreben, das große weithin leuchtende Vorbild und sind ihm in unwandelbarer Verehrung und Liebe ergeben, die—dessen bin ich sicher— für immerwährende Zeiten auch in Eueren jungen Herzen eingeschreint bleibt. Als die Stunde kam, in der unser Präsident Masaryk es für notwendig hielt, sein schwieriges Amt in andere Hände zu legen, da empfahl er Eduard Benes als seinen Nachfolger und begleitete seinen Vorschlag mit ergreifend schlichten Worten ein, die unsere Herzen erzittern machten und unvergeßlich und unvergänglich bleiben.„Ich habe"— sagte der Präsident—„mit Dr. Benes gearbeitet und kenne ihn!" Und das ganze Volk horchte auf und verstand das Wort des Präsidenten und folgte seinem Rate, der sich bisher immer in jeder Lebenslage bewährte und der nun neuerlich unserem Lande und unserem Volke zum Segen sein wird. Nun haben wir den besten Schüler unseres ersten Präsidenten an der Spitze unseres Staates und damit die Gewähr, daß uns der Geist Thomas G. Masarhks weiter voranleychten, daß seine Ideen und edlen Ziele weiter fortwirken werden und uns als kostbares Kleinod, als Talisman erhalten bleiben. Diese Gewähr liegt auch in der Person unseres Präsidenten Eduard Benes. Er entstammt einer einfachen, fleißigen und strebsamen Bauern familie. Mit reichen Geistesgabcn, mit festem Willen und ganz ungewöhnlicher Tatkraft auSgcstattet, die schon in der Kindheit hervorstach, arbeitete und haute er van Jugend an unermüdlich an sich selbst. Er erweiterte sein Wissen. Gr? lernte Sprachen, et vertiefte'sich in die Geschichte, aus der er für sein Leben so viel Belehrung her« ausholtc. Unaufhörlich rang er um die harmonische Ausbildung seines Geistes. Er fand dabei immer noch Zeit genug für Handarbeit und sportliche Betätigung. Sicher habet Ihr schon etwas davon gehört, daß sich unser Präsident Benes auch ass Fußballer seine Sporen geholt hat. Der Dichter Karel C a P e k erzählte einmal, wie auch schon beim Sport das ganze Wesen und die Charaktereigenschaften unseres Präsidenten markant hervortraten. Während seine Tennispartner— erzählt Karel Capek>— Bälle, die ihnen nicht gefielen, laufen ließen, reagierte Dr. Benes auf jeden fliegenden Ball, mochte er auch noch so hoch oder weit fliegen. Er sprang nach dem allzu- bohen Ball in die Höhe und es schien ein Wunder, daß er sich nicht hinter einem allzu flachen Ball in die Erde wühlte. So, liebe Kinder, wie hier beim Sport, so ist unser Präsident auch im Leben. Man mag welche Seite seines einzigartigen Lebens immer betrachten, stets sehen wir den tatkräftigen, entschlossenen Mann, der seinen Weg geht, unbekümmert um alle Hindernisse, der immer sein festes Ziel vor Augen hat, allen Gefahren trotzt und der nichts unversucht läßt, was dem Staate und dem Volke nützen kann, der aber dabei auch ein guter Mensch ist. Man muß es nur gesehen haben, wie die Augen dieses kampfgestählten Mannes aufleuchten, wenn Kinder in seine Nähe kommen! Man muß sein soziales Fühlen erprobt haben, wenn es sich um die Sache der arbeitenden Menschen handelt, zu der er sich schon in seiner frühesten Jugend tapfer bekannte, der er bis zum heutigen Tage treu ergeben war und für die er jederzeit eine Lanze zu brechen bereit ist. Allein das Bild des Präsidenten wäre nicht vollkommen, wenn ich Euch, meine lieben jungen Keine Resolution Peters angenommen Wie einige Zeitungen, auch das„Prager Tagblatt", berichteten, soll zum Gesetz über die Wehranleihe eine Resolution des der Sudetendeutschen Partei angehörenden Peters angenommen worden sein, mit welcher die Henlein-Abgeordneten ihre Abstimmung für die Anleihe rechtfertigen. Bon der Annahme, einer Resolution Peters kann in Wirklichkeit keine Rede sein. Angenommen wurde vielmehr«ine Resolution der sieben Koalitionsparteien, die für die deutsche Sozialdemokratie vom Abg. Genossen Taub unterschrieben wurde, in der, wie wir bereits gestern berichtet haben, verlangt wird, daß bei den auf Grund der Wehranleihe erforderlichen Arbeiten bzw. Lieferungen vor allem die größten Notstandsgebiete— dazu gehören in erster Linie die deutschen— berücksichtigt werden. Der Relchskongrefi des Einheitsverbandes der Privatangestellten wird seine öffentlichen Verhandlungen an den beiden Pfingstfeiertagen im großen Saale der Prager Produktenbörse abhalten. Die internen Konferenzen beginnen bereits am Freitag. Etwa 700 Dflegiextz-ays allen Teilen der Republik und c^s dem AuSlande sind erschienen» Trümer auch eine offizielle Vertretung des Genfer Internationalen Arbeitsamtes. Die Verbandszentrale hat dem Kongreß einen umfangreichen Bericht vorgelezt, der in vier(deutsch und tschechisch erschienenen) gedruckten Bänden herausgegeben wurde. Der erste Band ist der Tätigkeitsbericht für die Jahre 1830 bis 1935, der u. a. das Anwachsen des Verbandes von 84.000 auf 85.000 Mitglieder verzeichnet, der zweite Band enthält eingehende Berichte über die sozialpolitische Verbandstätigkeit und die soziale Gesetzgebung unseres Staates, der Band„Kulturarbeit" berichtet vor allem über die vom Einheitsverband durchgeführte Enquete über die Reform der kaufmännischen Ausbildung, und der Band„Volkswirtschaft" enthält werwolle Auseinandersetzungen mit den großen wirtschaftlichen Freunde, nicht auch noch sagen-wollte, wie sehr unser Präsident sein ganzes Leben dem Ringen um den Frieden, um die F r e i h e i t und um die Demokratie geweiht hat, wie er alle seine Kräfte daransetzt, ein friedliches Zusammenleben und eine innige Zusammenarbeit aller Nationen unseres Staates herbeizuführen und wie er so ganz im Geiste des ersten Präsidenten Masaryk dessen Arbeit auch hier weiterführt. Aber noch Eines sollt Ihr wissen: daß es vor allem der unermüdlichen und zähen Arbeit unseres großen Lehrmeisters T. G. Masaryk und seines getreuen Schülers Eduard Benes zu dan« ken ist, daß wir in unserem Lande frei leben, frei atmen, unsere Meinung frei äußern, uns geistig frei entwickeln und an unserer Zukunft mitbauen können. Für alles das danken wir unserem Präsidenten Benes aus ganzem Herzen! Liebe Kinder! Ihr habt gesehen, daß sich unser Präsident an dem Vorbild seines großen Lehrmeisters T. G. Masaryk aus eigener Kraft zu seiner heutigen Stellung und Bedeutung emporgearbeitet hat. Nehmt Euch, meine lieben jungen Freunde, ein Beispiel an ihm. Möge er Euch auf dem Wege zu Eueren Lebenszielen ein sicherer, ein unbeirrbarer Leitstern sein! Fragen unserer Zeit, Aufsätze über Handelspolitik, Währungspolitik, Agrarpolitik, Arbeitsbeschaffung und Wohnungsbau, einen programmatischen Artikel des Geschäftsführers der freien Angestelltenverbände Mitteleuropas Siegfried Aufhäuser über den„Weg der neuen Wirtschaft" und Erläuterungen zu dem vom Einheitsverband aufgestellten Wirtschaftsplan, der Gegenstand der Kongreß- beratungen sein wird. Aus dem Senat Prag. Im Senat wurde am Donnerstag die Wehranleihe und die Gemeindewahlnovelle aufgelegt. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit einem Nachruf für die Opfer der Katastrophen an der Thaya und in Neupaka. Zur Verhandlung stand die letzte GerichtSentlastungs- Novelle, die nach kurzer Debatte genehmigt wurde. Nach der Haussitzung tagte der Budgetausschuß, der die Wehranleihe unverändert annahm. Im Plenum wird die Vorlage in der nächsten Sitzung, die für Freitag 10 Uhr vormittags an- gesetzt ist, verabschiedet werden. vle böhmische Landesvertretung schloß Donnerstag ihre Sommerseffion. Sie erledigte die restliche Tagesordnung, darunter vor allem den Bericht über das Programm des staatlichen Meliorationsfonds und über die in Nordböhmen durchzufiihrenden Arbeiten. Genehmigt wurde der Ankauf weiterer Grundstücke für die Masaryk-Tuberkuloseheilanstalt in Schwarz- Kosteletz. Die eingebrachten' Initiativanträge wurden den Kommissionen zugewiesen. In unserem Bericht über die Sitzung vom Dienstag wird uns mitgeteilt, daß der Landespräsident allgemein die Anträge, welche in der früheren Landesvertretung gestellt wurden, al- erledigt betrachtet, bei der Behandlung de- Antrages Dr. Strauß betreffend die Jugendfürsorge also nicht abweichend von der bisherigen Pra»^' vorgegangen wurde. Schweden als Beispiel. In der Sitzung der böhmischen Landesvertretung sprach am Mittwoch u. a. auch der der Sudetendeutschen Partei angehörende Landesvertreter Westen, der als Beispiel für eine erfolgreiche Konjunkturpolitik Schweden hinstellt. Er nannte es das Land ohne Arbeitslosigkeit, ein Land mit niedrigem Zinsfuß, großer Geldflüffigkeit und einer geregelten Wirtschaft und empfahl die Beachtung dieses Beispieles für die Tschechoslwvakei schon deswegen, weil Schweden mit uns viele Ähnlichkeit habe. — Herr Landesvertreter Westen mag recht haben. Er hat aber vergessen hinzuzufügen, daß Schweden von einer sozialdemokratischen Regierung verwaltet wird und daß es sich hier um einen Fall erfolgreicher sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik handelt! Mussolini bedroht den Balkan? Eine englische Stimme zur Bukarester Konferenz Der Außenpolitiker des Londoner»Daily higt, der Albanien in allem außer dem Namen zu Herold" veröffentlicht einen Artikel über die bevorstehende Entrevue in Bukarest, an der Doktor l Benes und der jugoslawische Prinzregrnt Paul | teilnehmeu werden,^mid bezeichnet Vie Gefahr eines nach dem abessinischen Abenteuer erfolgenden italienischen Angriffs auf Jugoslawien und Griechenland als ihr Hauptthema. Er schreibt: »Für die Balkan-Entente und besonders für Jugoslawien und Griechenland ist die i t a l i e- nische Frage bedrohlich geworden. Di« Jugoslawen erinnern an unzählige Drohredrn, an die italienischen Intrigen mit den kroattschen Terroristen und die wiederholt geäußerten A n- spräche auf Dal m a t i e n als italienisches Gebiet. Die Griechen erinnern daran, daß Mussolinis erstes außenpolitisches Abenteuer dir Bedrohung von Korfu war und daß er damals erklärte, Korfu wäre einst vrnetianisch gewesen. Beide Staaten sind auf« äußerste durch den neuen Vertrag zwischen Italien und Albanien beunru- einem italienischen Vorposten auf der Balkan- Halbinsel macht. Griechenland und die Türkei— . die jetzt gegen Mussolini einig sind— sind außerdem durch die gesteigerte Aktivität auf der italienischen Insel Rhodos und dem Dodekanes dicht an der kleinasiatischen Küste beunruhigt, und das war der haupffächliche Gund für den Entschluß der türkischen Regierung, dir Dar- , danellen wiederzubefestigen." Aus all diesen Gründen, so meint der Außenpolitiker des»Daily Herald", wird die Bukarester Konferenz sich wahr- scheinlich für die Unterstützung einer mög- lichst starken Genfer Aktion in der abessinischen Frage enffcheiden, um die Autorität des Völkerbundes wirderherzustellen. Es sei sicher, daß jeder Vorschlag Englands oder Frankreichs in dieser Richtung auf die vollste Unterstützung sowohl der Kleinen Entente alS auch der Balkan- Entente zählen kann. 20 Der Ruhm des Kämpfen Don Jadi London Copyright by Universitas Berlin, durch Dr. Präger Pressedienst. Wien. Sein Rat wurde befolgt, und als er ihn wiederholt«, drang seine Stimme schon mehr durch. Immer wieder rief er es, und allmählich verbreitete sich die Stille vom Ring aus Kreis für Kreis, nur anfangs noch begleitet von einem dumpfen Geräusch von Schlägen und Raufereien: die Lärmmacher wurden von den Umsitzenden zur Ruhe gebracht. Der Lärm hatte sich fast ganz gelegt, als wieder eine Sitzreihe zusammenbrach— diesmal dicht am Ring. Das Ereignis wurde abermals mit einem brüllenden Lachen begrüßt, und als das Lachek sich legte, konnte man deutlich eine Slimme ganz hinten im Saal hören, die quäkte: „LoS, Glendon! Wir halten mit dir!" Glendon wußte, daß er diese Versammlung, die noch vor fünf Minuten ein wüster Pöbelhaufen gewesen war, jetzt in seiner Hand hatte, und um di« Wirkung seiner Worte noch zu erhöhen, machte er eine Pause. Aber diese Pause war gerade lang genug und nicht eine Sekunde zu lang. Dreißig Sekunden lang war die Stille gekommen, und die Menge verharrte in fast ehrfurchtsvollem Schweigen. Dann begann er zu sprechen. .„Wenn ich fertig bin," sagte er,.Coerde ich kämpfen. Ich verspreche euch, daß es ein ehrlicher Kampf werden soll, einer von den wenigen ehrlichen Kämpfen, die ihr je gesehen habt. Ich will meinen Gegner besiegen so schnell ich es kann. Billy Morgan wird euch als Ansager verkünden, daß es ein Kampf auf fünfundvierzig Runden ist. Ich sage euch, daß es eher ein Kampf auf fünfundvierzig Sekunden sein wird. Als ich unterbrochen wurde, wollte ich euch gerade erzählen, daß im Ring nur mit Schiebung gearbeitet wird. Ihr seid ahnungslose Säuglinge, ihr alle, die ihr nicht daran verdient. Warum, glaubt ihr, brechen die Sitze heute zusammen? Schwindel. Geschäftsprinzipien— wie beim Boxen selbst." • Jetzt hatte er das Publikum noch mehr als zuvor in der Hand, und das wußte er. „Es sind drei Personen auf zwei Sitze gesetzt. Das sehe ich überall. Wie nennt ihr das? Schwindel! Die Platzanweiser kriegen nämlich keinen Lohn. Sie sind auf Schwindel angewiesen. Und ihr bezahlt. Natürlich bezahlt ihr. Und laßt mich euch sagen, daß die Boxer nicht schuld daran sind. Sie sind es nicht, die das leiten. Das sind die Unternehmer und die Manager, die sind es, die das Geschäft betreiben. Die Boxer sind nur Boxer. Sie fangen ganz ehrlich an, aber die Manager und Unternehmer zwingen sie mitzumachen oder jagen sie weg. „Der beste Mann möge gewinnen!" Wie ost habt ihr Billy Morgan das sagen hören! Ich will euch sagen, daß der beste Mann nicht so oft gewinnt, und wenn er es doch tut, ist es meistens doch im voraus abgemacht. Der Schwindel ist zu mächtig. Wenn eine Handvoll Männer nach drei Kämpfen dreiviertel Millionen Dollar unter sich teilen können, dann—* Ein Ausbruch wilder Raserei zwang ihn zu schweigen. In dem Geschrei, das von allen Seiten ertönte, konnte er die Rufe unterscheiden:„Was für Millionen?"„Welche drei Kämpfe?"„Erzählen!"„Los!" „Wollt ihr es hören?" rief Glendon.„Dann sorgt für Ruhe!" Und wieder erzwang er minutenlange- Schweigen. „Was hat Jim Hanford im Sinn? Welches Programm haben seine Leute mit meinen zusammen aufgestellt? Sie wissen, daß ich ihn besiegen werde, und er selbst weiß eS auch. Ich kann ihn in einem einzigen Kampf abtun. Aber er ist Weltmeister. Wenn ich nicht auf das Programm eingehe, geben sie mir nie Gelegenheit, mit ihm zu kämpfen. Das Programm sieht drei Kämpfe,vor. Den ersten soll ich gewinnen. Er findet in Nevada statt, falls San Franzisko ihn nicht zuläßt. Wir werden einen schönen Kampf vorführen. Damit es gut aussieht, wird jeder von uns zwanzigtausend gegen den anderen setzen. Das ist ein anständiges Geld, aber die Wette ist nicht anständig. Jeder bekommt seinen eigenen Einsatz wieder. Und mtt der Börse wird es ebenso gemacht. Wie kriegen jeder die Hälfte, aber das Publikum glaubt, das sie fünfunddreißig zu fünfundsechzig geteilt wird. Die Börse, die Tantieme von den Films, die Reklame- und alle anderen Einnahmen werden nicht einen Cent weniger als zweihundertfünfzig tausend ausmachen. Die teilen wir, und dann kommt der Revanchekainpf, den Hanford gewinnen wird, und dann teilen wir wieder. Dann kommt der dritte Kampf. Den gewinne ich, was mein gutes Recht ist, und damit haben wir dem Publikum dreiviertel Millionen aus der Tasche gezogen. Das ist das Programm, aber das Geld stinkt. Und das ist der Grund, weshalb ich heute Schluß mache—" In diesem Augenblick puffte Jim Hanford eine Gruppe Polizisten zwischen die Sitzreihen, hob seinen riesigen Körper zwischen die Seile und brüllte: „Das ist Lüge!" Wie ein wütender Stier stürzte er sich auf Glendon, der zurücksprang und auswich, statt dem Angriff zu begegnen. Außerstande, sich zurückzuhalten, prallte der große Mann gegen die Seile, die ihn federnd zurückschleuderten. Wieder ging er auf Glendon los, der ihm aber diesmal entgegentrat. Kaltblütig und mit sicherer Berechnung schoß sein Faust vor und traf mit einem Schlage, in den er zum erstenmal in seiner Boxerlaufbahn seine volle Kraft legte, das Kinn Hanfords. Alle Kraft, über die er verfügte, lag in dieser zerschmetternden Muskelexploston. Hanford war schon in der Lust tot, wenn man Bewußtlosigkeit Tod nennen will. In dem Augenblick, als die Faust Glendons ihn berührte, hörte das Leben für ihn auf. Seine Füße hoben sich vom Boden, und er schivebte frei in der Lust, bis er auf das oberste Seil fiel. Einen Augenblick hing er da, dann gab das Seil nach, und er stürzte den Pressevcrttewrn auf die Köpfe. Das Publikum tobte. Es hatte jetzt schon mehr gesehen, als es für sein Geld verlangen konnte, denn der große Jim Hanford, der Weltmeister, war besiegt worden. Allerdings war es inoffiziell, aber es war durch einen einzigen Schlag geschehen. Noch nie in der Geschichte des Boxsports hatte man so etwas erlebt. Glendon betrachtete bedauernd seine zer- schundenen Knöchel, warf einen Blick über die Seile hinweg auf Hanford, der gerade wieder zu sich kam, und hob die Hand. Im Publikum ttat wieder Stille ein. „Als ich mit Boxen anfing", sagte er,„nannte man mich den„Ein-Schlag-Glendon". Ihr habt den Schlag eben gesehen. Dieser Schlag stand mir stets zur Verfügung. Ich kämpfte mit meinen Gegnern und besiegte sie, nahm mich'aber stets in acht, daß ich nicht aus voller Kraft schlug. Dann sollte ich belehrt werden. Mein Manager sagte, es sei unrecht gegen das Publikum. Er riet mir, die Kämpfe in die Länge zu ziehen, damit die Leute etwas für ihr Geld zu sehen bekämen. Ihr erinnert euch an meinen Kampf mit Rat Powers. Ich habe ihn gar nicht besiegt. Ich hatte Verdacht geschöpft. Da vereinbarte es die Bande mit ihm. .(Schluß folgt.». Nr. 126 Freitag, 29. Mai 1936. Sudetendeutscfier Zeitspiegel Die SdP- Fraktion stimmt gegen die Arbeitslosen Aus der Praxis der eindeutig sozialen" Partei Seite 3 Gegen Kürzung 12 der Ernährungsaktion Beschluß des Vollzugsausschusses der Partei sie beweisen uns täglich durch Gehaltsabbau und Der Vollzugsausschuß der deutschen sozialAntreibersystem wie sie die Volksgemeinschaft auffassen. Unsere Kampfgefährten sind die tiche demokratischen Arbeiterpartei hielt gestern eine chischen sozialistischen Jugendlichen, nur mit Sigung ab, die sich auf Grund eines Berichtes des ihnen gemeinsam fönnen und wollen wir für die Parteisekretärs Genossen Taub mit den letzten Interessen der Arbeitenden des tschechoslowakischen Vorbereitungen für den Reichsjugendtag in BoStaates und der deutschen arbeitenden Bevöl- denbach und einer Reihe anderer organisatorischen ferung eintreten. Wir begrüßen daher aus vollem Fragen befaßte. fociálnědemokratická, die sich am Reichsjugendtag beteiligen werden. Nicht im nationalen Stampf gegen die Tschechen, der uns von unseren tiche chischen Genossen trennen würde, sondern mit und tschechische Reaktion können wir die Gleich ihnen gemeinsam, im Kampf gegen die deutsche berechtigung des deutschen Arbeiters erreichen. Alles für die Rechte der deutschen arbeiten den Bevölkerung! Taub über die in der laufenden Periode der Ernährungsaktion vorgenomme nen Kürzungen beschloß der Vollzugs. ausschuß, gegen die vorgenommenen zu erheben, und beauftragte die parla Kürzungen den entschiedensten Protest mentarischen Vertreter, diesen Protest den maßgebenden Steller mit dem ent. sprechenden Nachdruck zur Kenntnis zu bringen. In der Mittwoch- Sihung des Abgeordneten-| lich in einer Frage, die gleichermaßen eine Erleich- Herzen die 300 Jugendgenossen aus der Mládež Nach einem Bericht des Genossen hauses hat die 44 Mann zählende SdP- Frattion terung für die Arbeitslosen wie für die stellenihre Kopflosigkeit glänzend unter Beweis gestellt. Lose junge Intelligenz bedeutet, fein Interesse beEs wurde über einen Antrag der tschechisch- kundete, das möge die SdP- Fraktion nur vor sozialdemokratischen Abgeordneten Pit und ihren Wählern verantworten. Nový abgestimmt, wonach die Gesuche von Arbeitslosen um öffentliche Stellen von der Stempelpflicht befreit werden sollten. Für diese durchaus gerechte Forderung stimmten selbstverständlich alle sozialistischen Parteien und sogar die bürgerlichen Fraktionen des Hauses. Zum allgemeinen Erstaunen erhob sich in den Bänken der SdP keine Hand. Einige Minuten borher hatte die Fraktion Henleins geschlossen für die Wehranleihe gestimmt. Warum sie dann plözordneten wieder darauf ausreden, daß ihnen bei Wahrscheinlich werden sich die Henlein- Abgeder Abstimmung ein„ Irrtum" unterlaufen ist. Damit würde sie sich allerdings ein jämmerliches Armutszeugnis ausstellen. Es gibt doch einige SDP- Volfsvertreter, die soviel tschechisch können, um einer Abstimmung folgen zu fönnen. Hatten diese eindeutig sozialen" Herrn fein Interesse daran, für die Arbeitslosen eine Erleichterung anzustreben? Haben die stimmgewaltigen„ ArbeiterStandesvertreter" geschlafen? Henlein zieht Bilanz Eine Redeanleitung klärt auf Henlein hat es für gut gehalten, feinen Mannen eine Redeanleitung zu geben, in der der 19. Mai gefeiert wird. Diese Redeanleitung, die außer den SdP- Abgeordneten auch uns zus kam, ist typisch für die Verlogenheit, die in der SdP Trumpf ist. Da heißt es z. B.: ,, Der ziffernmäßige Wahlerfolg wird aber noch übertroffen durch die Bedeutung der ethischen und sittlichen Kräfte, die durch unsere Bewegung unter den Deutschen aller Schichten und Stände für den Gedanken der Bolfsgemeinschaft freigelegt wurden." Die sittlichen und ethischen Kräfte haben während des Wahlkampfes in den Bezirken Dur und Bilin Triumphe gefeiert: für die Herren Voltsgemeinschaftler waren die Sozialdemokraten rotes Gesindel" und rote Schweine". Aber wir zweifeln nicht daran, daß die SdP- Leute eben dies für Kultur halten. Wenn ihre Gesinnungsgenossen im Dritten Reich im Namen der nationalsozialistischen Kultur Menschen zu Tode prügeln dürfen, kann es den Henleinrednern doch nicht verwehrt sein, ihre Kulturgejinnung dadurch zu erweisen, daß sie Not reden. Und wenn ihr etwa wissen wollt, was die SdP in dem einen Jahr geleistet habe, so flärt euch die Redeanleitung auf: Kampf dem Faschismus und dessen Schrittmacher, der Sdp! nis Ein enges Freundschafts- und Kampfbündmit unseren tschechischen Genossen! Dies ist der Sinn und politische Inhalt des Reichsjugendtages. Austritt Kaspers aus der SdP Nach dem ,, Prager Tagblatt" ist es in der SdP zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Hauptleitung und dem Leiter des SdP- Stelle Der Reichsjugendtag für Arbeit, dem ehemaligen nationalsozialiſtiſchen vermitteln die rasche Unterstützung unserer Parlaim mentarier- Kameraden, Landes- und Bezirksvertreter und sonstiger Fachleute. 44 Abgeordnete, 23 Senatoren, 27 Landesvertreter, rund 600 Bezirksvertreter und 8000 Gemeindebertreter seßen sich in den gesetzgebenden Körperschaften und in allen Selbstverwaltungsförpern für die Rechte der Sude= tendeutschen ein." Daß die Sudetendeutschen, denen vor dem 19. Mai ausreichende Hilfe verbindlich versprochen wurde, noch immer Not leiden, ist zwar ein Faktum, es steht aber auch nicht in der Redeanleitung. Dafür wird u. a. auch noch dies gejagt: ,, Wir müssen vor allem in Betracht ziehen, daß unser bloßes Dasein als sudetendeutsche Kampfbewegung unsere parteipolitischen und völkischen Gegner auch indirekt zu Leistungen für das Sudetendeutschtum zwang. Die deutschen Splitterparteien werden durch das bloße Vorhandensein unserer mächtigen judetendeutschen Voltsbewegung gezwungen, sich anzustrengen, um nicht voll und ganz durch die SdP über den Saufen gerannt zu werden. Wenn es diesen deutschen Splitterparteien auch gelungen ist, vom Regime begünstigt, fleine Interventions"-Erfolge au erzielen, so sind die Erfolge dieser Splitterparteien indirekte Leistungen der SDP. Ohne den durch unsere Bewegung entstandenen politischen Drud wären auch diese ganz geringfügigen Erfolge der Splitterparteien dem Sudetendeutschtum nicht zu gute gekommen. Wir können somit ruhig behaupten, daß unser Vorhandensein als starke Voltsbewegung allein schon genügte, um die Gegner dieser Bewegung zu Leistungen für das Sudeten deutschtum anzuspornen." Rundfunk Eine unmittelbare Reportage über den Reichsjugendtag läßt sich wegen der beschränkten Zeit nicht unterbringen, doch wird in der deutschen Sen dung am Sonntag abends ( 18.45 Uhr) eine ausführlichere Darstel lung des Verlaufes dieser großen Veranstaltung gegeben werden. Nationale Engstirnigkeit Abgeordneten Kasper gekommen, in dessen Verlauf Kasper aus der Partei ausgetre= ten ist. Gewitter mit Hagelschlag Am Mittwoch, den 27. Mai, in den Abendstunden gingen über Nordböhmen verschiedentlich schwere Unwetter nieder, die große Wasser- und Hagelschäden an den Obstkulturen und Getreide= feldern verursachten. Auch der Tetschner Bezirk, namentlich die Umgebung der Stadt Tetschen und das Po I z ental wurde hart in Mitleidenschaft gezogen. der Gegen halb 11 Uhr seite ein schiveres Gewitter ein. Ein Schlag folgte dem anderen und ganze Horizont flammte ununterbrochen bon Blizen. Der anfänglich leichte Regen ver= wandelte sich plötzlich in einen förmlichen Wolfenbruch und zugleich prasselte auch grober Hagelschlag nieder. Die sehr dicht fallenden Eisstüde hatten die Größe von Haselnüssen und haben in den Obstgärten und Getreidefeldern schweren Schaden verursacht. Wir lesen im„, Volkswville", in einem Leitartikel, der sich mit der Zurücksetzung der deutschen Arbeiter beschäftigt, u. a. folgendes: ,, Wir haben fürzlich den Fall Brunnersdorf hier behandelt, und haben mitgeteilt, welche uns endliche, monatelange Mühe es gekostet hat, um wenigstens fünf von den einheimischen Arbeitslosen so weit in den Vordergrund des eisenbahnDie ungeheuren Regenfluten konnten von amtlichen Interesses zu rüden, daß sie nach allen Prüfungen und Sondierungen als würdig befun- den Einfallschächten der Stanäle nicht gefaßt werden wurden, die Zusicherung zu erhalten, man den und überfluteten die Straßen. In einzelnen werde sie in diese Taglohnarbeit einreihen. Wir Häusern drang das Wasser in großen Mengen in hatten schon zuviel gesagt; denn inzwischen sind die Keller, so daß in der Nacht die Feuerwehr wir verständigt worden, daß von den fünf nur alarmiert werden mußte. Besonders arg war es einer dieser Ehre teilhaftig werden kann, weil in der Gomplizerstraße in Tetschen, wo die Keller bei den anderen vier die Vorbeschäftigung bei der Firma ,, Union" unter Wasser gesetzt wurden, der Eisenbahn nicht einwandfrei nachgewiesen so daß die Feuerwehr bis zwei Uhr nachts mit der wurde. Die Sache wird sich in verstärktem Aus- Motorsprize arbeiten mußte, um des Wassers make in Klösterle wiederholen. Bei der Herr zu werden. Bahnerhaltungssektion Faltenau wurden die ersten Arbeiter nach Herausgabe des oben zitier ,, An nicht weniger als 57.300 großen Ver= sammlungen und Kundgebungen aller Art, in denen verschiedene Redner mehr als 120.000mal das Wort ergriffen, beteiligten fidh 8,250.000 Sudetendeutsche. Die Versammlungstätigkeit wurde unterstützt durch die Herausgabe von 34 verschiedenen Broschüren, Gesezesterten und Flugschriften in einer Auflage bon 154.500 Stüd mit einem ungefähren UmStaatlicher Lehrgang für Buchwarte in fange von 7,725.000 Seiten. Weisungen der HauptSie brauchen also die Splitterparten Ministerialerlasses ant 26. April d. J. neu Marienbad. Das Ministerium für Schulwesen ſtelle in Eger an die Ortsgruppen, Bezirke und teien", um überhaupt politisch wirksam werden eingestellt: Ze hn Mann tamen aus dem hiesigen und Voltskultur veranstaltet in der Zeit vom 8. Streife tourben allein 473 Stüd mit einer Seiten zu können, die totalitären Herren! Wer zweifelt Gebiet daran, z wa nz i g Mann wurden aus der bis 29. Juli in Marienbad einen staatlichen Lehrzahl bon 1212 in einer Gesamtauflage von daran, daß sie, die jetzt die Erfolge der Splitter Budweiser Gegend herangeholt. Sofort feste gang für Buchwarte an Gemeindebüchereien in 1,896.000 Blait versendet. Die selbständigen Wei- parteien" auf ihr Konto buchen möchten, auf unser Widerspruch ein, aber die Fremden arbei- Orten von 2000 bis 10.000 Einwohnern und für fungen der Bezirke und Kreise sind dabei überhaupt direktem Wege nicht das geringste erreicht hätten? ten nicht nur immer noch weiter, sondern eben Silfskräfte der Buchwarte in größeren Büchereien, nicht eingerechnet... 3450 politische Leiter stehen und wer zweifelt daran, daß die SdP auch durch jest find wieder dreißig Mann neu aufgenommen die einen solchen Lehrgang noch nicht besucht im politischen Kampf für unsere Idee ihnen zur die Erfolge der„ Splitterparteien" nicht rein- worden, und davon fünf Mann aus unserem haben. Empfohlen wird der Besuch dieser VerSeite 17.600 politische Amiswalter und 18.800 gewaschen wird, da sie doch den Sudetendeutschen Gebiet und fünfundzwanzig aus weiter anstaltung auch allen Buchwarten kleinerer Biberufsständische Vertreter. 99 Hauptamtlich ange- versprochen hat, den Sudetendeutschen mehr Ferne. Das ist so toll, daß man es nicht für mög- chereien für weniger als 2000 Einwohner und stellte Kreis- Bezirksgeschäftsleiter betreuen und und gründlicher zu helfen als die deutschen lich halten sollte, und das widerspricht derart besonders den Distriktsbüchereiaufsehern und beraten darüber hinaus unsere Kameraden und| Regierungsparteien? fraz auch dem Geiste und Sinne des Begriffes Büchereireferenten der BBA. Da die Leistungsder Staatsverteidigung, daß man schon nicht fähigkeit der Gemeindebüchereien im hohen Maße Kapital zeigt, sondern ihnen eine Rettung durch mehr weiß, ob man mehr über den Mangel an von der fachlichen Ausbildung der Buchwarte ab= den Erlöser jenseits der Grenzen verspricht. Sie menschlicher Einsicht bei den Verantwortlichen hängig ist und jedem BBA. daran liegen muß, in gefährdet damit die Sicherheit der tschechoslowa- flagen, oder sich mehr über den Mangel an staat- seinem Bezirke fachlich geschulte Buchwarte zu Ein Mitglied des Sozialistischen Jugend- kischen Demokratie und verrät die Interessen des lichem Interesse bei den entsprechenden staatlichen haben, wird es allen BBA. zur Pflicht gemacht, Verwaltungsstellen wundern soll." darauf zu bestehen, daß die bisher nicht ausgebil sudetendeutschen Volkes. deten Buchwarte den Lehrgang besuchen. Be= Gute Beschäftigung der Wollindustrie in günstigungen: 50 Prozent Fahrpreisermäßigung, Neustadt a. T. Der Betrieb der Wollwarenfabrik für unbemittelte Teilnehmer staatliche Unter= Janas Klinger in Neustadt a. d. T., derzeit Be- stüßungen im Betrage von 100 bis 150 Kč. Nür triebsaktiengesellschaft ,, Laner", nimmt einen er billige Unterkunft und Verpflegung wird vorge freulichen Aufschwung. Die Fabriken, die bei sorgt. Die Anmeldescheine sind beim Referenten boller Kapazität 1500 Leute beschäftigen fönnen, des staatlichen Volksbildungsdienstes Fachlehrer stehen derzeit mit beinahe 900 Arbeitskräften im Franz Hala, Kosolup bei Pilsen, erhältlich, der Einzelne Abteilungen arbeiten in auch alle Anfragen erledigt. Anmeldefrist bis Betriebe, Einzelne Abteilungen arbeiten 20. Juni 1936. Schichten. Der Reichsjugendtag ein Schlag gegen Henlein berbandes schreibt uns: Der Reichsjugendtag bedeutet für uns mehr als eine schöne Pfingstfahrt und ein frohes Tref fen mit den Genossen der ganzen Republit. Reichsjugendtag bedeutet den Aufmarsch der geschlossenen Reihen des Sozialistischen Jugendverbandes und die Demonstrierung seines einheit lichen Willens: Entschlossen und tatkräftig ein zutreten für die Rechte des arbeitenden deutschen Volkes. Dieses Ziel fann jedoch nur erreicht werden im Kampf gegen diejenige Partei, welche Not und Elend des judetendeutschen Volfes ausnüßt und den Werktätigen den Weg zu ihrer Befreiung nicht im Kampf gegen das deutsche und tschechische Kaufet alle die wunderschöne Festschrift anläßlich des Reichsjugendtages Pfing. ften 1936 in Bodenbach. Preis Kč 1.50. Zu bestellen bei den Funktionären des Sozialistischen Jugendverbandes. Unser Aufmarsch an der Grenze soll gleichzeitig ein Protest sein gegen Ausbeutung und Terror im heutigen Deutschland, das seinen Arbeitern die primitivsten Rechte der Freiheit geraubt hat, gegen die Methoden des Regimes, das die Henleinpartei der deutschen Bevölkerung der Tschechoslowakischen Republik als Vorbild hinstellt. Wir lassen es nicht zu, daß die Tschechoslowakei aus der Front des demokratischen Frank reich und England und der Sowjetunion herausgeriffen und an die Seite des faschistischen Deutschland gedrängt wird! Wir werden nicht zusehen, daß unsere Gewerkschaften gleich den deutschen zerschlagen und durch Staatseinrichtun gen ersetzt werden, die der Niederhaltung der Löhne dienen! Im Bündnis mit Frankreich, England und der Sowjetunion, in der Verbesserung der sozialen Lage im deutschen Gebiet, in der nationalen Gleichberechtigung von Deutschen und Tschechen, in der Stärkung der Arbeiterparteien und Gewerkschaften liegen die wahren Interessen der sudetendeutschen Bevölkerung. Reichsjugend- und Kreisarbeitertag ohne Kommunisten! mit Frankreich, Eng- Ohne Trot unseren wiederholten Feststellungen unterstellen müssen, daß kein kommunist isehen die Kommunisten ihre Propaganda fort und fcher Redner sprechen wird und daß nur das schreiben in ihrer Presse und in Flugblättern, daß gefchieht, was das von der Verbandsleiunser Reichsjugend- und Kreisarbeitertag gemein- tung der S3 und der Kreisleitung der Partei befam mit ihnen veranstaltet werde, daß sie Grup- schlossene Programm enthält. pen, Redner, eigene Fahnen und Standarten stellen werden usw. In dem Bestreben, dies zu erreichen, sehen Die„ Rote Fahne" behauptet neuerdings, wir uns eins mit der tschechischen sozialistischen daß die Bezirksleitung Bodenbach einen MehrJugend, die unser bester Bundesgenosse ist. Ja Dem gegenüber stellen wir nochmals fest, heitsbeschluß beinhaltend die Zustimmung der wohl, wir sagen es jedem Henleinmann offen und daß ni mand mit ihnen irgend Teilnahme der Kommunisten gefaßt habe. Diese find stolz auf dieses Bekenntnis: Wir sehen die welche Vereinbarungen getroffen Behauptung ist ebenso, wie die anderen Behaup Mitkämpfer für die Rechte der deutschen Bevöl- hat, daß sich alle Teilnehmer der tungen un wahr, was wir nur zur Illustration ferung nicht in den deutschen Kapitalisten, denn Disziplin des Hauptausschusses der kommunistischen Methoden feststellen. Seit« 4 Freitag, 29. Mai 1936 Nr. 126 Streiks In Frankreich und Spanien Paris. Der Streik der Arbeiter, namentlich in den Flugzeugfabriken und in der Metallindustrie in der Pariser Umgebung und anderen Orten dauert an und nimmt an Uinfang zu. Donnerstag früh schlossen sich den Streikenden die Arbeiter der Flugzeugfabriken in Duc und, Taussus le Noble an. Auch in der Renault-Automobilfabrik ist eine starke Gärung zu bemerken. Die Arbeiter verlassen auch nachts die Fabrikanlagen nicht. Auf den Fabriken wehen rote Fahnen. In einigen Fällen wurde zum Teil der Lohnforderungen der Arbeiter stattgegeben, doch traten die Arbeiter ihre Arbeit nicht an und erklärten, sie beständen darauf, daß auch den übrigen streikenden Arbeitern entgegengekommen werde.• Alle Pariser Blätter beschäftigen sich mit dem Streik in den Pariser Vorstädten und stimmen in der Ansicht überein, daß es sich hier um eine ganz neue Art eines Streiks handle. Es ist dies ein„Streik an Ort und Stelle". Alle Blätter anerkennen, daß der Streik in vollster Ruhe verläuft und daß keine Agitation betrieben wird. Die Linksblätter stellen den Streik al^ eine rein ständische Bewegung dar. Die Rechtspresse bezeichnet diese Ausstände als eine gefährlich wachsende Anarchie, vergleicht die Lage mit den Verhältnissen in Spanien und spricht die Befürchtung aus, daß dies erst der Anfang wäre. Die Links- presse betont die Diszipliniertheit der Streikbewegung und meint, es handle sich durchaus um die Erledigung berechtigter Lohnforderungen. Der Metallarieiterstreik in Paris und Umgebung hat bedeutend an Ausdehnung zugenom- mrn. In fast allen Fabriken der Btetallindustrie haben sich die Arbeiter Donnerstag abends geweigert, die Fabriken zu verlassen, und haben sich in den Fabriken ein geschlossen, so insbesondere alle 30.000 Arbeiter der Automobil- fabrik Renault. Die Gesamtzahl der streikenden Arbeiter, welche in zwöls Fabriken verblieben und die Fabriken besetzten, beträgt etwa 45.000. Madrid. Der seit einigen Tagen in Madrid bereits andauernde Streik in den Eisfabriken wirkt sich jetzt in der öffentlichen Nahrungsmittelversorgung fühlbar aus. In der Zentralmarkthalle lagern 125 Tonnen Fische, die infolge des Fehlens von Eis verderben. Hilfe den Emigranten! Appell ans Gewissen der Kulturwelt Am 2. Juli d. I. tritt in Genf die Staatenkonferenz zur Regelung der deutschen Emigrau» tenfrage zusammen und kurz vorher, am 28. Juni zu Paris eine Tagung der Hilfsorganisationen der Einwanderungsländer. Eine ausführliche Denkschrift mit wohlbegründrten Forderungen für die Sicherung der rechtlichen und materiellen Lebensmöglichkeiten dieser ins Ausland entkommenen Opfer des Hitlerterrors ist dem Hohen Völkerbundskommissar Sir Neill Malcolm kürzlich, bei seinem eintägigen Prager Aufenthalt voin„Comite national pour les emigrants d’Allemaque“ überreicht worden. In einer Konferenz mit Vertretern der im „Comite national" zusammengefaßten Hilfsstellen der Emigranten selbst und der Presse wurden diese Forderungen durch zahlreiche Beispiele aus der traurigen Unsicherheit des Flüchrlingslebens unterstrichen. In der Debatte verwies im Namen der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der CSR Klubsekretär Genosse Dr. Wiener auf die vielfache Tätigkeit unserer Partei für die Emigranten und sagte zu, daß diese Solidarität auch in Zukunft nicht erlahmen werde. Aus der Versammlung wurde noch besonders das unermüdliche Eintreten des Genoffen S. Taub und anderer für die Emigranten yiit Dank hervorgehoben. . Daneben mußte freilich auch die geringe Einsicht mancher unteren Verwaltungsbehörden erwähnt werden. So schreibt das mährische Landesamt einfach allen Emigranten, auch den völlig mittellosen, die Zahlung einer Gebühr für die Äufenthaltsbewilligung vor, mindestens 10 XL pro Person oder 20 XL pro Familie, die dann die Hilfsstelle bezahlen muß. Obgleich die Gesamtzahl der unterstützten Flüchtlinge aus Deutschland in unserer ganzen Republik nur 913 beträgt, zu denen höchstens noch 300 aus eigenen Mitteln lebende kommt, gibt es noch Verwaltungsbeamte, die ernstlich glauben, es seien Zehntausende Emigranten hier, weshalb sie Aufenthaltsbewilligungen für weitere verweigern möchten! Mit Recht wurde verlangt, daß die nötige Belehrung vom Ministerium erfolge, das doch das Asylrecht nicht bloß auf dem Papier anerkenne. "Die Versammlung schloß mit der Annahme einer Resolution, in der es heißt: Die in Deutschland herrschenden Umstände zwingen immer wieder Menschen wegen ihrer Gesinnung oder Abstammung zu flüchten, weil ihr Leben oder ihre Freiheit bedroht sind. Aufgabe wahrhaft demokratischer Staaten ist es, diesen Menschen im vollen Umfange Asyl zu geben und nicht von ihnen Respektierung der Methoden zu verlangen, die dem demokratischen und humanen ordre publique des eigenen Landes widersprechen würden. Aufgabe der am 2. Juli stattfindenden Regierungskonferenz in Genf ist es, diese grundsätzliche Aufiaffung zu internafional zu verankerndem Gesetzesgut zu machen. Unwetter Uber Schluckens» Am Mittwoch ging über Schluckenau und Umgebung eine ganze Gewitterserie nieder. , Bon zwei Uhr nachmittags bis nach Mitternacht gab es fünf Gewitter, die unermeßlichen Schaden anrichteten. Die Waffermaffen rissen alles mit, j was sich ihnen in den Weg stellte. Zäune wurden 1 umgelegt, von den Ufermaurrn wurden an mrhre- 1 re» Stellen ganze Stücke herausgrrissen. Am schrecklichsten tobten die Elemente in Riederkai- \ serswalde, in den niederen Stadtteilen von ! Schluckenau und in Rosenhain. Eine große Zahl ! Häuser mußten geräumt werden, weil das Wasser ! hereindrang. Die Straßen, die in Kaiserswalde ! und Schluckenau am Bach liegen, sind stellenweise | fast unpassierbar. Sie wurden bis auf den Unter- ; gründ abgeschwemmt. In der Schluckenauer Bahn- i Hofstraße riß das Wasser aus dem Gehsteig die j Asphaltplatten heraus und trug sie weg. I« dut- izendrn Kellern steht das Wasser. Dazu kommt, daß das Wetter mit einem Schloßenregen verbunden war, der alles, was das Wasser nicht vernichten konnte, zerschlug. Die Ernte auf den Feldern, das Obst, alles wurde von den Schloßen zerschlagen. I Wenn man Donnerstag früh durch Niedrrkaisers- A-esimägkelkn. Unerbittliche Justiz Im Gefängnis zu St. Ouentin in Kalifornien ist soeben ein Mann hingerichtet worden, für den sogar ein König umsonst um Gnade gebeten hatte. Der Hingerichtete war ein Schotte, Alexander Mackay, und der König sein Staatsoberhaupt, Edward VIII, Mackay hatte eine gute Erziehung in englischen, schottischen und kanadischen Schulen genossen. Er lebte'mit seiner Mutter fünf Jahre in Kanada und ging dann, 1926, nach den Bereinigten Staaten, um sein Glück zu suchen. Er hat sein Iknglück gefimden. In NSA kam er auf die schiefe Ebene und wurde 1934 wegen Raubes verurteilt. Im Dezember 1934 machte er mit drei anderen Sträflingen einen Fluchtversuch. Das Gefängnis von St. Ouentin war überfüllt; es war für 3300 Gefangene bestimmt und mit 6000 belegt; Unzuträglichkeiten entstanden; es war zu Meutereien gekommen. Die Gefängnisleitung wußte sich nicht anders zu helfen, als indem sie möglichst viele Gefangene vor Ablauf ihrer Strafe entließ. Unter diesen Gefangenen befand sich auch ein notorischer Schwerverbrecher, Clyde Stevens, der sofort nach seiner Entlassung seinen Beruf wieder aufnahm und in kurzer Zeit vier Banken beraubte- Als der-Gnadenausfchuß des Gefängnisses gerade den betrüblichen Fall Stevens besprach» traten vier Sträflinge ins Zimmer, zwangen die Ausschußmitglicder, mit ihnen die Kleidung zu wechseln und schlugen den Gefängnisdirektor bewußtlos. Dann bemächtigten sie sich des Autos des Direktors und entflohen, wobei sie die Mitglieder des Gnadenaußschuffes als Geiseln mitnahmen. Sie wurden sofort verfolgt. Um die Polizei aufzuhalten, stießen sie den Sekretär des Ausschusses aus dem Pagen. Die Mißhandlung des Direktors und des Sekretärs waren die einzigen Mißhandlungen, die vcrsibt wurden. Del Obmann des Ausschusses wurde, unabsichtlich, leicht verletzt. Die Fliehenden wurden eingeholt; einer, Rudolph Straight, wurde angeschossen und starb am nächsten Tag im Gefängnisspital. In der Verhandlung stellte sich heraus, daß Clyde Stevens Waffen ins Gefängnis geschmuggelt hatte, mit denen die vier Häftlinge dann die Ausschußmitglieder bedrohten. Von den drei Ueberlebenden wurde einer zu lebenslänglichem Zuchthaus, die beiden anderen, Kristy und Mackay, zum Tode ver- urteilt. Anklage: Meuterei und Kidnaping. Malka» hat sich wahrscheinlich nicht einmal an der Mißhandlung des Gefängnisdirektors beteiligt. Es wurden Gnadengesuche eingereicht; fünf der an der Verurteilung beteiligten Geschworenen schlossen sich diesen Bitten an; Mackay schrieb an Edward VIII., mit der Bitte, sich seiner anzunehmen, und der britische Gesandte bat auf dem Weg über Cordell Hüll, den amerikanischen Außenminister, um Begnadigung. Das britische Gesuch unterstrich vor allem, daß die Todesstrafe dem Verbrechen nicht angepaßt sei, da nicht nur kein Mord vorgekommen, sondern auch das Kidnaping nicht zN^ecks Erlangung von Lösegeld ausgeführt worden iei. Das Lindpcrgh-Gesctz, meinte die britische Regierung/ sei daher nicht anwendbar. IMackay(und Kristy), der unsprüuglich am 28. Feber gehenkt werden sollte, erhielt zweimal Aufschub; aber schließlich beharrte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten auf der Ausführung der Strafe. Sie wurde am 22. Mai vollstreckt. Die Verurteilten hatten das Recht, fünf Zeugen einzuladen. Mackay lud den Obmann des Begnadigungsausschuffes, Frank Sykes, ein. Er schrieb ihm:„Es wird für Sie herrlich sein, das Sterben der Männer mitanzusehen, vor denen Sie um ihr Leben bettellen. Ohne Zweifel wird es Ihnen Vergnügen machen, zu sehen, wie Männer ! durch die Galgen-Klappe fallen, die, wenn sie Sie jauch rauh behandelten, das doch mit Höflichkeit taten und Ihnen zu verstehen gaben, daß sie lieber die Gefangennahme und eventuelle gerichtliche ! Verfolgung erdulden würden, als Sie und Ihre I Kollegen töten." waldr ging, glaubte man sich in eine Winterlandschaft versetzt. Stellenweise lagen noch Schloßenhaufen bis zu einem viertel Meter Höhe. Bon den höher gelegenen Feldern wurde die Erde und auch dir frischgestrckten Kartoffeln weggeschwemmt. Der Schaden, den die Gemeinden an den Straßen und ! Kommunikationen und vor allem aber private Besitzer erlitten haben, ist vorläufig nicht abzuschätzen. Dazu kommt, daß die Gemeinden Kaiserswalde und Schluckenau kein Geld haben, um die Schäden wieder gutzumachen. «Große Berheerungrn richtete das Unwetter auch in Rixdorf und Umgebung an. Der Hagel- schlag wütete über eine Stunde lang. Zeitweise sielen taubeneigroße Schloßen, welche die Straßen dicht bedeckten. In der Hauptstraße kam es zu einer Ueterschwemmung, die in den Abendstunden besonders in Niedernixdorf bedrohlichen Charakter annahm. Die Wassermassen drangen i» viele Keller und Häuser ein. Der Hagel lag stellenweise zehn Zentimeter hoch. Die Ernte wurde vollkommen vernichtet. Der Schaden, der angerichtet wurde, ist unübersehbar. Ob Obmann Sykes sich die Hinrichtung angesehen hat, wird nicht gemeldet. Wahrscheinlich nicht. Auch Lindbergh hat Hauptmanns Tod nicht aus der Nähe genossen. M. B. Das Arrotaxi ist da. Die Einführung des ersten tschechoslowakischen Aerotaxis in der Republik blieb der Stadt Zlin Vorbehalten. Die Bala- Werke haben das in ihren Werkstätten erzeugte Volksslugzeuz, eine Type, die bisher nur für Sportzwecke benützt wurde, ihrem regulären Flugpark als Aero-Taxi einverleibt. Die Taxe beträgt 1 XL pro Flugkilometer. Der erste Flug erfolgte nach Brünn. Ozeanflieger alS Spirituosenschmuggler. Die polnischen Flieger Josef und Benjamin AdamoviL wurden in New Aork zu je 15 Monaten Kerkers verurteilt. Die gleiche Strafe wurde auch über den Bruder der beiden, Branislav, verhängt. Die Flieger, welche in Europa nach dem glücklichen Ueberfliegen des Atlantischen Ozeans im Jahre 1934 gefeiert wurden, befaßten sich mit dem Schleichtransport von Spirituosen, welchen die Föderialpolizei bei der Durchsuchung ihrer Sodawafferfabrik in Brooklyn feststellte. Sie waren angeklagt, daß über ihre Anregung eine geheime Fabrik für Spirituosen errichtet wurde. Streik in Warschau. In Warschau streiken seit Mittwoch die Zeitungsverkäufer, die in einer Sonderabteilung des sozialistischen Transport- afibeiterverbandeS zusammengeschlossen sind. Oie Streikenden versuchten Streiwrecher an der Aufnahme der Arbeit zu hindern, u. a. versuchten sie auch die Reifen eines Transportautos zu zerschneiden. 16 Streikende wurden verhaftet. Ein alter Feinschmecker. Ein Bauer aus dem Dorfe Agrica in Bosnien, der dieser Tage seinen 100. Gckurtstag gefeiert hatte, hat sich gestern mit dem schönsten Mädchen seiner Gegend verheiratet, das erst kürzlich das 17. Lebensjahr erreicht hat. Der abessinische Kaiser, der sich an Bord des britischen Kreuzers„Kapstadt" im Mittelmeer befindet, wird am 29. Mai in Gibraltar erwartet. In Gibraltar wird er sich ca. zwei Tage aufhalten und wird sich dann auf den Dampfer„Oxford" begeben, mit welchem er nach England seine Reise fortsetzt. „Ouern Mary" auf Fahrt. Eine Nachricht von Bord der„Queen Mary" von Donnerstag früh besagt, daß die Fahrt bei kühlem Wetter und umzogenen Himmel gut fortschrejtet. Die Sicht ist gut. Im Hafen von Cherbourg versammelten sich Donnerstag nachts große Mengen von Seeleuten und Zuschauern, um das passierende Schiff zu begrüßen. Mordversuch durch Klapperschlangen.(MTP.) In. Los Angeles ist ein gewisser Robert James wegen Ermordung seiner Frau, die er ertränkt hat, verhaftet worden. Die nähere Untersuchung des Falles hat ergeben, daß bevor er sie ins Wasser stieß, er einen Versuch unternommen hat, der grauenhafter überhaupt nicht vorstellbar ist. Man fand nämlich in seiner Wohnung eine Kiste mit Klapperschlangen. Es meldete sich ein Zeuge namens Eugene Williams, der der Nachbar von Robert James war und der in aller Harmlosigkeit berichtete, daß er die Klapperschlangen auf Veranlassung von James von einer Schlangenfarm in Pasadena geholt habe. James gab kaltblüfig an, daß er schon immer seine Frau habe loswerden wollen. Er hat sie gefesselt auf einen Stuhl gesetzt, ihr Schuhe und Strümpfe ausgezogen und die nackten Füße in die Kiste mit den Klapperschlangen gestellt. Merkwürdigerweise biß nur eine der Schlangen zu; das Gift genügte aber offenbar nicht, denn di« Frau wurde nicht einmal ohnmächtig. Pasadena habe ihm offenbar alte Schlangen oder solche ohne Giftzähne geliefert. Dies alles erzählte James mit einem Zynismus, der an seiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln läßt. Uebrigens handelt es sich bei der Ermordeten um die fünfte Frau von James, der überhaupt viele Frauenbekanntschaften hatte, die er als Friseur leicht machen konnte. Die Polizei von Los Angeles verfolgt zur Zeit die verschiedenen Beziehungen, die James hatte, um festzustellen, ob es sich nicht um einen gefährlichen Sadisten handelt. Es bleibt kühl! Die Hauptgrenze zwischen der nordwestlichen polaren Luftströmung und dem warmen Osten des Festlandes lagerte Donnerstag nach- Hilfsmaßnahmen für Neu-Paka Rru-Paka. In den durch den katastrophalen Wolkenbruch heimgesuchten Gemeinden wurden sofort Hilfskommissionen sowie Bezirkskommissionen ins Leben gerufen, die mit größter Beschleunigung an den Elaboraten für das Innenministerium und den Landeskulturrat arbeiten,.damit den Betrof- fenen in der nächsten Zeit Unterstützung zuteil werden könne. Die Ortskommission Neu-Paka schätzt den am Haus- und Warenbesitz in Neu-, Paka allein verursachten Schaden auf 3,843.000 XL. Das Innenministerium bewilligte den im Bezirk von Neu-Paka Betroffenen eine sofortige beträchtliche Aushilfe. Im Bezirke Jikin wurden die Gemeinden Ulibice, Kasakovä Lhota und Lujany in bedeutendem Maße heimgesucht. 30 Wohngebäude wurden hiebei erheblich beschädigt und fünf Häuser mußten eingeriffen werden. Auch die Landstraßen und Brücken wurden bedeutend beschädigt, eine Brücke mußte abgetragen werden. In LuHany ertrank, wie bereits bekanntgegeben wurde, die 38 Jahre alte Gattin des Bauern N o v o s v i t f f Anna. Im Jikiner Bezirk werden die an den Immobilien verursachten Schäden auf 120.000 XL geschätzt, die Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen, insbesondere am Getreide und an den Baumbeständen, werden mit bis Millionen XL angegeben. Im Bezirk Neu-Bydjov setzte der Ja« Vorka-Bach in seinem nichtregulierten Unterlaufe die Ortschaften Smidar, Cervenves, Sktivany, Loucnä Hora, Smrkovice, Nevratice, Chomusice, Obora und Ohnistany unter Wasser. Diese Gemeinden ersuchten telegraphisch das Prager Landesamt um eine kommissionelle Feststellung der angerichteten Schäden. mittags in einer Zone von Finnland entlang der Ostsee über Polen, Mähren und den Alpen zum Ligurischen Meer. Die Temperaturunterschiede an beiden Testen dieser Grenze sind bedeutend. In Deutschland wurden um 14 Uhr nunmehr 10 bis 13 Grad Celsius gemessen, dagegen erreichten die Temperaturen in Mütelrußland 25 Grad Celsius. In den nächsten Tagen werden voraussichtlich unsere Länder im Bereiche der kühlen Luft bleiben. Deshalb wird bei uns veränderliches und kühles Wetter mit zeitweisen Schauern noch Vorhalten.— Wahrscheinliches Wetter F ceitag: In den böhmischen Ländern: Veränderlich, stellenweise Schauer oder Gewitter, Päßig kühl. Zeitweise auffrischender Nordwestwind. Vom Rundfunk ■■gtaMaiiiwwtu aus tfen Programu«ai Samstag: Prag, Sender L: 10.05: Deutsche Presse, 12.10: Sarka, von Smetana, symphon. Gedicht, 15: Nachmittagskonzert, 16.45: für die Jugend, 17.55: Deutsche Sendung: Aus Karlsbad: ZumTagder„Freiheit" derNeu- dekerArbeit erschaft, 18.45: Deutsche Presse. 19.30: Uebertragung aus dem Nationaltheater: Verkaufte Braut von Smetana, 22.25: Tanzmusik. Sender S.: 7.30: Populäres Konzert. 14.10: Deutsche Sendung: Der 20jährige Lfizt als Lehrer, 14.40: Kulturrelief: 14.50: Deutsche Presse, 18: Argentinische Munk.— Brünn: 11: Salonquartett, 17.40: Deutsche Sendung: Opernarien.— Preßburg: 22.40: Buntes Konzert.— Kascha»: 17.25: Leichte Musik.— Mähr.-Ostrau: 12.35: Mittagskonzert, 17.30: Tanzmusik, 18: AuS Kompositionen des 13jährigen Hurnik. Eingesendet. Ermüdung! Die Heufigen Verhältnisse verlangen ein ungewöhnlich entkräftigendes Arbeiten, um einen Erfolg in seinem Berufe zu erzielen. Die Arbeit am Lande ist anstrengend und hart und die Arbeit in der Stadt erschöpft die Nerven und entkräftet seelisch. Und doch haben wir so viele Vorsätze und Wünsche, die wir gern erfüllen möchten. Wir haben unsere Ziel«, di« zu erreichen einen frffchen Geist und gesunden Körper erfordern. Wir müssen uns deshalb verschiedenarfig sorgen, wie wir uns nach beendigter Arbeit am besten erfrischen könnten, denn wer sich stets v müdem Zustande befindet, hat gar nichts vom Leben und kann demgemäß keinen Erfolg erringen. Wenn wir nach der Arbeit nach Hause kommen, sollten wir uns eine Massage mit dem guten Alpa-Franzbranntwein gönnen. Denjenigen, die Kopfarbeit zu leisten haben, wird eS hauptsächlich empfohlen, die Nerven durch Bestreichen der Schläfen und Stirne zu beruhigen, womöglich auch Alpa in die ganze Haut zu verreiben, denn dadurch werden die Nerven erfrischt und der Blutkreislauf belebt, so daß wir uns nachher frisch fühlen. Nach körperlicher Arbeit empfiehlt sich ein« Massage der ermüdeten Muskeln mit Alpa. Die Massage wird stets in-der Richtung zum Herzen durchgeführt. Massagen mit Alpa wirken sehr rasch. Das. Blut im ermüdeten Muskel kreist schnell mü> schwemmt di« angesammelten Gifte, die in uns das Müdigkestsgefühl.wachrufen, weg. Die Ermüdung entsteht den wissenschaftlichen Forschungen nach dadurch, daß sich im arbeitenden Muskel Stoffe ansammeln, sogenannte Ermüdungskörperchen, welche eigentlich Reste der komplizierten Verbrennungsprozesses sind, zu dem es im menschlichen Muskel durch Ermüdung kommt. Solange wir arbeiten, hat das Blut sozusagen keine Zeit, diese Stoffe zu entfernen und sie durch andere gesunde zn ersetzen und erst beim Ausruhen kommt«S dazu. Wenn wir die Massage mit Alpa-Franzbranntwein durchführen, können wir von unserem Körper rascher und gründlicher die Spuren der Ermüdung entfernen und uns, man könnte sagen, gleich erfrischen. Nr. 126 Freitag, 29. Mai 1936 Seite 5 General Wehib Pascha Der einzige abessinische Heerführer, der den italienischen Truppen erfolgreich Widerstand zu leisten vermochte, toar Ras Nasibu, dem sich der türkische General Wehib Pascha zur. Verfügung gestellt hatte. Nach der Flucht des Kaisers und nach dem Zusammenbruch der abessinischen Armeen mutzten jedoch Ras Nasibu und General Wehib Pascha ebenfalls flüchten. Unser Bild zeigt den General Wehib Pascha im Gespräch mit den französischen Kolonialoffizieren ig Diredaua. Großglocknerstraße wird verlängert. Die Bilanz der Grotzglocknerstratzen-A.-G, für 1938 weist Einnahmen aus den Mautgebühren von rund 700.000 Schilling auf. Der nach Abzug der Ausgaben sich ergebende Reingewinn soll für Investitionen verwendet werden. Es ist beabsichtigt, die Stratze bis zur Pasterze zu verlängern und an deren Ende einen dritten Parkplatz zu errichten. Mit den Arbeiten wird noch heuer begonnen werden. Beweis der Größe,(mb.) In der„New Dort Herald Tribüne"(Pariser Ausgabe) schreibt ein in Rom lebender Amerikaner, die Klima- und Geländeschwierigkeiten in Abessinien seien tatsächlich so grotz gewesen, wie zu Beginn des Feldzuges die Militärfachleute aller Länder behauptet hatten; und gerade deshalb hätten die Italiener durch ihren Sieg ihre Kraft und Grütze bewiesen,«Tw-hätten bewiesen, das; Genie, Kraft und. Glaube das Unmögliche möglich machen können.— Selbst die Ueberwindung von halbnackten Wilden, deren schrecklichen Schietz- gewehren und Speeren man nur die harmlosen Kinderwaffen modernster Kriegsflugzeuge und modernster Giftgase entgegenzusetzen hat. Ein seltsames Duell (MTP.) In einer dunklen und kalten Jännernacht des Jahres 1936 hörten die Bewohner des Pariser Vorortes Champigny Schüsse, Säbelgeklirr und wilde Schreie. Man alarmierte die Polizei, die in dem Garten einer Hauses einen laut gestikulierenden Mann vorfand, der sich über eine ohnmächtige Frau beugte, die auf der Erde lag. Folgendes war'passiert: der Ingenieur Raoul Broquet, 63 Jahre alt, war seit Kriegsende mit Mlle Maria Lerminiaux befreundet, die heute.62 Jahre zählt. Sie lebten jahrelang in bester Eintracht miteinander, der Ingenieur versprach ihr schließlich die Ehe. Jedoch überlegte er sich die Sache, und Ende 1933 kam es zu einem Bruch. Mlle Lerminiaux, für ihr Alter noch recht rüstig, schwur Rache. Sie besatz einen Schlüssel zur Wohnung ihres Freundes, und da sie genau wußte, daß dieser stets erst gegen neun Uhr abends nach Haus« zu kommen pflegte, begab sie sich bereits um sieben Uhr in die Wohnung, zwei riesige Koffer in der Hand. In den Koffern befanden sich außer Lebensmitteln, einer Literflasche Wein, einem Kissen und einer Decke nicht weniger als drei Revolver und etwa achtzig Patronen. In der Wohnung ihres Freundes angekommen, richtete sie sich in dem riesigen Kleiderschrank häuslich ein, ließ die Tür einen Spalt offen und wartete in aller Ruhe auf das Eintreffen des Ingenieur-: Dieser kam auch gegen neun Uhr, schien sehr müde zu sein, legte fich sofort ins Bert und löschte das Licht aus. Kaum war es dunkel geworden, öffnete Mlle Lerminiaux leise die Schranktür und begann ohne ein Wort zu sagen, wild darauf los zu schießen. Ter Ingenieur, der glaubte, es mit Einbrechern zu tun zu haben, sprang auf und ergriff einen riesigen alten Säbel, den er als Kriegserinnerurig über dem Bett hängen hatte. Licht konnte er nicht machen, denn einer der ersten Schüsse hatte die Lampe getroffen. Er stach also im Dunkeln, ebenfalls wortlos, auf den Insassen des Schrankes ein, traf jedoch nicht, und die Klinge zerbrach. Obwohl er berests durch drei Schüsse in die Arme getroffen war, gelang es ihm schließlich, den vermeintlichen Einbrecher zu fassen, der aber, noch weiterschotz, trug ihn ans Fenster und warf ihn hinaus. Erst auf die Schreie des Opfers hin, das auf den Rasen gefallen war erfuhr er, um wen eS sich handelte. Beide wurden schwer verletzt urst> haben ein Vierteljahr im Krankenhaus gelegen. In der nächsten Woche beginnt der Prozeß, den beide gegeneinander angestrengt haben. 8 Dreimännere- Terpentinöl- Seife macht das Waschwasser weich; der hohe Gehalt an echtem französischem Terpentinöl entfernt den fettesten Schmutz leicht aus dem Gewebe, macht das mühevolle Reiben und Rumpeln überflüssig und schont deshalb Ihre Wäschel " deimänner waschen für Sie! Urania- Kino, Klimentská 4. Fernsprecher 61623. Drei Tage verlängert! rift Wenzel V. aus Brag II., erlitten eine Gehirn abgewiesen. Dem Sohn aber öffnet sich ein neues vorzuheben, welche vom Brager Smetana- Museum Die Mühle im Schwarzwald " Lustspiel. Verlanget überall erschütterung. V. auch noch einen Bruch des linken großes Tor in die Welt: Heirat mit einer jungen, zur Verfügung gestellt werde. Die in Baden bei Wien Arms; beide wurden auf die Klinik Schloffer ge- reichen Amerikanerin. Das Stück ist start auf hell lebende Tochter des weltberühmten tschechischen Tonbracht. Pokorný wurde verhaftet, sein Führerschein dunkel gestimmt, auf der einen Seite die Ge- dichters wird bei der Eröffnung auch zugegen sein. beschlagnahmt. sellschaft": oberflächliche, wißelnde, geistreichelnde, Großen Beifall wird die Dvořák- Sammlung Nadelschluckerin. Das 15jährige Lehrmädchen kokettierende Schwazbasen. Auf der anderen die finden, da ganz unbekannte, von den Söhnen des M. M. aus Groß- Jirna schludte gestern in der Menschen: Mutter, Sohn und die junge Amerikane großen Musikers aufbewahrte Manuskripte jetzt vor Schneiderwerkstatt, in der sie beschäftigt ist, in selbst- rin. Ihnen verbleibt der Sieg. Sie schütteln die die Oeffentlichkeit gebracht werden. U. a. soll auch mörderischer Absicht 13 Stecknadeln und eine Näh- hochnäsige Gesellschaft ab und beginnen ein neues das Diplom Dvořáks und das Ehrendiplom der Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch di. Bost monatlich Kč 16.-. vierteljährig Kč 48.- halfjährig Kč 96.-. ganzjährig Kč 192.-. Rüdstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarfen. Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Posts und Tele graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Druderei: Orbis". Druds, Verlags- und Beitungs- A.- G. Prag. Volkszünder Inserate werden laut