Samstag, 6. Juni 1986 Nr. 132 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Heller (•inichliafilich 5 H.ll.r Porto) TENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xu.. fochova«2. Telefon 53077. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR) DR. EMIL STRAUSS, PRAG. SdP gibt „offene Rebellion“ zu Ehrengericht fegen Dr. Brand— Sandner als Vollstrecker der „Säuberungsaktion** Die neue Nummer der„Rundschau" bringt die erste offene Stellungnahme der SdP zu den Vorgängen, die Henleins Partei erschüttern. Henlein selber läßt erkennen, wie weit die Zersetzungsarbeit innerhalb der SdP gediehen ist, indem er in einem Aufruf gegen den„Machtdünkel und die Verblendung" zu Felde zieht, von denen die Frondeure ergriffen seien und gegen die ein„h a r- terZugriff" nötig gewesen sei. Das Blatt teilt weiter mit, daß Henlein den Abgeordneten Sandner, mit der Vollendung der„Läuterungsaktion in der SdP" betraute und daß er ihn dazu mit besonderen Vollmachten ausstattete.(Es wird also ein fesches Jagen veranstaltet.). Sandner selbst spricht in einem Artikel von der „offenen Rebellion", die im „Kampf um Machtpositionen" in der Partei ausgebrochen sei, nennt als Hauptrebellen die Herren Haider, Smagon, Brehm, Kreiß!, Kasper und Liebl und versucht den einen und de« anderen von diesen durch MitteUung garstiger Partei-Interna zu diffamiere«. Aber nicht nur von diesen Anterführer«, sondern auch von einem „D ruck von unten" ist in diesen Auslastungen des von uns besonders geschätzten Herrn Sandner die Rede. Am Kasper hätten Henlein und seine Getreuesten in einer der letzten Haupt- leitungssttzungen„acht Stunden lang gerungen", aber Kasper habe sich Henleins Entscheidungen nicht füge« wollen. And der Abgeordnete Liebl habe sich — so behaupte» die Ehrenmänner der SdP— ehrenwörtlich verpflichtet, sein Mandat nicht niederzulegen und nun weigere er sich dennoch. And während Henlein in seinem Aufruf erklärt, daß er es ablehne,„seine Mitarbeiter fallen zu lasten"— was zweifellos auf Dr. Brand gemünzt ist— hat dieser sel- zer seine Aemter Herr« Henlein zur Verfügung gestellt; der aber habe diese Demission nicht zur Kenntnis genommen, worauf Dr. Brand gegen sich selber ein Ehrengericht beantragt habe, das die gegen ihn erhobenen schweren Anschuldigungen prüfen solle. Dieses Ehrengericht wurde denn auch von Henlein eingesetzt; es besteht aus dem Bundesführer des Bundes der Deutschen Wehrenfennig, aus dem Turnverbandsobmann Bernhard, aus dem Komotauer Arbeiter- Kreisstandesvertreter Alter, aus dem Hochschulprofeffor Senator Dr. Greger und dem Oberburschenschafter Sasum. *» (Weitere Berichte über die Revolte im Henleinlager bringen wir heut« im„Sudetendeutschen Zeitspiegel". D. Red.). Blums Regierungsantritt (E. R.) Seit Pfingsten hat die Streikwelle in ganz Frankreich zugenommen, obwohl schon in den Tagen vor dem Fest nach kurzen Streiks in einigen wichtigen Betrieben der Metallindustrie Verträge zwischen den Unternehmern und Arbeitervertretern zustande gekommen waren, die den Arbeitern die Erfüllung ihrer Forderungen brachten. So wurden vor allem die Streiks bei Re-, n a u l t und Citroen schnell beendet. Am Tage des Rücktritts der Regierung Sarvaut und der Machtübernahme der Volksfrontregierung Blum sind im ganzen Lande etwa 250 bis 300 Fabriken von der Arbeiterschaft besetzt, und die Zahl der Ausständigen wird auf rund 200.000 geschätzt. Der Donnerstag brachte vor allem die Ausdehnung des Streiks auf die Textilindustrie, das Transportwesen, die Tankstellen, das Bekleidungsgewerbe, die Lederindustrie, einige Gaswerke, nachdem sich die Arbeitskämpfe bereits von der Metallindustrie auf das Baugewerbe, die Nahrungsmittelindustrie und die chemische Industrie erstreckt hatten. Ueberall, selbst in den kleinsten Werken, verlassen die Arbeiter ihre Plätze noch immer nicht; sie werden von den Gewerkschaften und von den roten Bürgermeistereien verpflegt und beschäftigen sich in ost durchaus heiterer Stimmung damit, sich in den Fabriken mit Sport, Spiel und Debatten die Zeit zu vertreiben. Ost wird die rote Fahne auf der Fabrik gehißt, meist neben ihr auch die Trikolore. In der ganzen Bewegung ist bisher nicht der geringste Zwischenfall oder Gewaltakt zu verzeichnen. Während bis zum Donnerstag die.Unternehmervertreter ebenso wie dir Mehrzahl der einzelnen Unternehmer eine nachgiebige Haltung einnahmen und die meisten Forderungen der Arbeiter ohne schärferen Widerstand zu bewilligen bereit waren, haben mit diesem Tage dieMetall- industriellen die unter der Mitwirkung des Arbeitsministers geführten- Verhandlungen abgebrochen. Sie erklären- mit Rücksicht auf die Ausdehnung der Bewegung und die ernste Gefahr für die Wirtschaft des Landes trotz anfänglichen Entgegenkommens jetzt nicht mehr verhandeln zu können; es sei jetzt Sache der Regierung, aktiv einzugreifen und in Anbetracht ihrer Verantwortung für das Schicksal des Landes zu handeln. Daß dieser Schritt der Metallunternehmer gerade in dem Augenblick des Regierungswechsels'stattfindet, zeigt eindeutig, daß die Unternehmer erst unter der Regierung Leon Blum zum eigentlichen Kampf vorgehen wollen, indem sie gleich anfangs versuchen, zwischen Regierung und streikende Arbeiter einen Keil zu tr-jben. Ausdehnung des Streiks auf Kinos, Hotels und Warenhäuser Paris. Im Laufe des Nachmittags hat sich der Streik auch auf einige große Kinos und Filmateliers ausgebreitet. Auch aus den Provinzstädten, insbesondere aus dem Kreise Lille wird eine Verstärkung der Streikbewegung gemeldet, doch herrscht überall Ruhe. Auf einigen nordfranzösischen Gruben haben die Bergarbeiter die Zufuhr der Kohle zu den Magazinen auf den Bahnhöfen verhindert. Abends fand auf dec Arbeitsbörse eine Sitzung des Cafe- und Hotelpersonals statt, welches gleichfalls seine Forderungen erhebt und im Falle ihrer Nichtbewilligung in den Streik treten will. Abends nach Arbeitsschluß schlossen sich dem Streik auch die Angestellten der großen Geschäftsbetriebe„Louvre" und„Au bon M a r ch e" an, so daß bereits alle großen Geschäftshäuser im Streik stehen. Der Streik hat sich auch aus die Pharmazeutische Industrie ausgedehnt. Zahlreiche Laboranken und Apöthekerpersonal streiken. Eine bedrohliche Lage schafft der andauernde Streik der Angestellten, welche den Tanks und Pumpen in Paris Benzin zuführen. In zahlreichen Garagen sind die Benzinvorräie bereits vollkommen erschöpft. Für heute hat der A r'b e i t 3 m t n i st e r eine neue Zusammenkunft der Arbeitgeber und Arbeitnehmer dieses Zweiges zu einer raschen Beilegung des K.o n f l i 1 t e s ein- berufen. In dem amtlichen Kommunique über die erste Sitzung des Kabinettsrates gibt die Regierung neuerlich die Versicherung ab, daß sie entschlossen ist, all« zweckmäßigen Anstrengungen zu machen, damit der Konflikt rasch und glücklich beendet werde. Es wurde beschlossen, daß der Generalsekretär I o u h a u x noch gestern abends eine Rundfunkansprache an die Arbeiter halte und sie auffordere, Ruhe und Geduld zu bewahren. Heute Regierungserklärung Paris. Der Kabinettsrat genehmigte die Hauptpunkte der Regierungserklärung, mit welcher sich das Kabinett heute nachmittags dem Parlamente vorstellen wird. Die Regierungserklärung besagt u. a„ daß die Regierung am kommenden Leon Blum Dienstag Gesetzentwürfe über die Einführung der 40 stündige n*A rbeitswoche, der b e- zahlten Urlaube und der Kollektiv- ver träge vorlegen wird. Die Regierungserklärung kommt auch auf die V e r st a a t l i- chung der Rüstungsindustrie zu sprechen. Die Regierungserklärung verspricht weiter, daß die Regierung eine Revision der Regierungsdekrete Lavals durchführen und innerhalb kurzer Zeit die Restringierung der Gehälter der kleinen Staatsangestellten aufheben wird. In dem Absatz über die auswärtige Politik hebt die Regierungserklärung den Willen Frankreichs und der französischen Regierung hervor, den Frieden zu erhalten und dem Völkerbund treu zu bleiben. Paris.(Tfch. P.-B.) In seiner Freitag vormittags gehaltenen Rundfunk-Kundgebung erklärte der Vorsitzende der Regierung Leon Blum unter anderem: Die Regierung ist, so sagte Leo» Blum, weiter entschlossen, entschieden und rasch sowohl für die landwirtschaftliche wie auch für die industrielle Arbeiterschaft zu handeln. Die Regierung wird ihre gesamten Pflichten erfüllen und allen Verpflichtungen nachkommen, ihre Hauptstärke beruht jedoch vor allem in dem Vertrauen, das das französische Volk in sie legt und das es bei den Wahlen zum Ausdruck gebracht hat. Um die Tätigkeit der Regierung wirksam zu gestalten, müsse sie unter der öffentlichen Sicherheit vor sich gehen. Diese Tätigkeit wäre durch jedes gewaltsame Borgehen gegen die öffentliche Ruhr, durch jeden gewalttätigen Eingriff in den Lebenslauf des Volkes bedroht und eine jede Panik, rin jedes Chaos würde den umstürzlerischen Absichten der Volksfront-Gegner in die Hände arbeiten. Die Regierung fordert daher die Arbeiterschaft auf, bei der Verfechtung ihrer Forderungen, die gesetzlich geregelt werden müssen, auf dem Boden des Gesetzes zu bleiben, Ruhe, Würde und Diszi- plinzube wahren. Von den Arbeitgebern aber fordert die Regierung, datz sie im liberalen Geiste die Berechtigung der Ar- briter-For de r«n g en P rü fe n. Es wäre bedauerlich, wenn die Arbeitgeber gerade in dem Augenblicke, da die neue Regierung das Staatsruder ergreift, einen unversöhnlichen Standpunkt emnehmen würden. Komotau- Berlin-Antwerpen Von Rudolf Storch Wir leben in einer unvollkommenen Welt, inmitten von Wirrnissen einer Uebergangszeit, aus der heraus etwas Neues, Besseres geboren werden soll. Das ist wohl einmütige Auffassung. Nicht so einmütig ist die Vorstellung davon, w i e das Neue ausschauen soll und auf welchem Wege man dazu kommen kann. Ein Faktor, der an der Neugestaltung der Verhältnisse einen wesentlichen Anteil hat und dem deswegen eine besondere Bedeutung zukommt, weil er große Teile der Jugend in seinen Reihen erfaßt und erzieht, ist die Massen-Turn- und Sportbewegung. Es ist richtig, daß die in den verschiedensten, auch weltanschaulich gegeneinander eingestellten Verbänden organisierte Massenkörperkultur das eine als gemeinsames Ziel hat: sie will eine körperlich starke, disziplinierte und einsatzbereite Jugend erzKhen. Recht verschieden werden aber die Antworten lauten auf die Frage: wozu sollen die körperlichen und moralischen Kräfte der Jugend eingesetzt werden und für welches Ziel gilt die Einsatzbereitschaft? Die Arbeiter-Turnbewegung sieht ihre Aufgabe darin, die Arbeiterschaft körperlich und sittlich kampffähig zu machen für den Kampf Um ihre Befreiung aus dem Joche der Lohnsklaverei, für-das Recht auf Arbeit und menschenwürdiges Leben, das heißt für die Sicherstellung von Nahrung, Kleidung, Wohnung und Freude, für die Ueberwindung der Kriege und für ein vernünftiges Zusammenleben aller Völker, kurzum für den Sozialismus. Das vor uns stehende Bundesturnfest in Komotau gibt vielfache Möglichkeit und Verpflichtung, unsere Zielsetzung eindeutig zum Ausdruck zu bringen. Schon daß Arbeiterturner in Massen aufmarschieren, nicht weit von der Grenze eines Staates, in dem die Arbeiterorganisationen mit Gewalt zu Boden geschlagen und dann ausgeplündert wurden, ist eine Demonstration für die politische Demokratie, gegen den Faschismus. Unser Aufmarsch in Komotau wird eine deutliche Absage an die Totalitätsbestrebungen der Hen- leinbewegung und eine bedeutsame politische Demonstration nach der Richtung, datz zehntausende deutsche Arbeiter-Turner und sozialistische Arbeiter und Arbeiterinnen sich niemals gleichschalten lassen. Durch die Teilnahme der tschechischen Arbeiter-Turner wird aber auch zum Ausdruck gebracht, datz die gemeinsamen sozialen Interessen der Arbeiterschaft gemeinsam von den deutschen und tschechischen Arbeiterorganisationen vertreten werden müssen. Der Kampf um die Erhaltung des Friedens wird die einmütige Forderung aller am Bundesturnfest in Komotau teilnehmenden Verbände sein. Die Bedeutung des Komotauer Festes nach dieser Richtung ist innerüalb der Arbeiterschaft ersaht worden und deshalb wird es auch zu einer Massenveranstaltung und zu einem Massenbekenntnis der sudetendeutschen Arbeiterbewegring werden. Welche Bedeutung hat nun die Berliner Olympiade? Daß der bürgerliche Sport schon immer und jetzt erst recht eine politische Funktion zu erfüllen hat, die im Gegensatz zu den Interessen der Arbeiterbewegung steht, darüber sind wir uns lärigst im klaren. Unser Kampf gegen den bürgerlichen Sport besteht nicht darin, daß wir ihm Vorschriften machen, wie er sich zu benehmen hat, sondern darin, daß wir den dort in großen Massen befindlichen Arbeitern und Angestellten, die politische Orientierung des bürgerlichen Sportes vor Augen zu führen versuchen. In sachlicher und anständiger Weise haben wir unermüdlich diese aufklärende Arbeit mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu betreiben. Von diesem Gesichtspunkte aus ist es vielleicht gut, daß die Olympiade in Berlin stättfin- det, denn das gibt die Möglichkeit, an das Gewissen der sogenannten unpolitischen Sportler in den bürgerlichen Sport- und Turnverbänden zu appellieren und sie zu fragen, ob sie sich für eine Stützung des faschistischen Systems in Deutschland mißbrauchen lassen wollen.. Denn darum geht es bei dieser Olympiade in Berlin. Italiens Faschismus hat den Kampf gegen ein wehrloses Volk begonnen und dabei Milliarden investiert, um seine inneren Schwierigkeiten mit einem äußeresi Glanz kriegerischer Erfolge zu übertünchen, Deutschlands Faschismus braucht jedes halbe Jahr eine das Seite 2 Samstag, 6. Juni 1936 Nr. 132 ganze Volk in Spannung haltende Aktion oder Veranstaltung als Stoff für das Propagandaministerium, damit die Bevölkerung sich möglichst wenig mit ihren eigenen Fragen beschäftigen kann. Diese Veranstaltungen können Millionen kosten. Große Regie soll diesmal dem Auslände die Friedensliebe Deutschlands und eine hundertprozentige Gleichschaltung der Bevölkerung vortäuschen. Teilnahme in Berlin heißt also aktive Unterstützung des deutschen Faschismus, heißt aber auch, alles das mit decken, was er bis jetzt auf sich genommen hat: Beseitigung der Demokratie, Zerschlagung aller Organisationen der Arbeiterschaft, Errichtung von Konzentrationslagern mit allen ihren Scheußlichkeiten, Aufrüstung und Zerreißung übernommener Verträge, ständige Bedrohung des Friedens, Verschleppung von Menschen, Gesinnungsterror, Gestapo-- Organisation über ganz Europa, Bücherverbrennung, Rassenhaß und Hunderte andere Dinge, mit denen ein anständiger Mensch nichts zu tun haben will. Klar ist, ob bewußt oder unbewußt, jeder, dernach Berlin zur Olympiade als aktiver Teilnehmer oder als passiver Zuschauerfährt, de cktund st ütztdas faschistische Regime in Deutschland und seine Handlungen. Es ist Falschmeldung über ein Jaksch-Interview Der„Prager Mittag" gibt ein Interview wieder, das ein Redakteur des„Petit Journal" mit dem.Abgeordneten Wenzel Jaksch hatte. Dieses Interview, das auf das Ersuchen eines seriösen tschechoslowakischen Journalisten gewährt wurde, ist vom„Petit Journal" in verfälschter Form abgedruckt worden, es sei denn, daß die vom„Prager Mittag" nachgedruckten Sätze nicht richtig ins Deutsche übersetzt wurden. Nach dem„Prager Mittag" soll Jaksch u. a. gesagt haben: „Gegenüber dem Hitlerismus müssen alle Menschen guten Willens, besonders in den Reihen der Jugend, sich sammeln, die eS genug haben. Greisen zu gehorchen, die unfähig sind, sich der nationalsozialistischen Flut entgegenzustellen." Jaksch, der erkrankt ist, ersucht uns, mstgu- teilen, daß er diese Aeußerung nicht gemacht hat und daß es sich um eine journalistische Fälschung handelt. Noch eine Falschmeldung Unter Bezugnahme auf das„Rude Prävo" berichtet der gestrige„Venkov", daß an dem Ber- bandstag der deutschen Kleinbauern und Häusler in Wallern auch Kommunisten teilgenommen hätten und daß ein sozialdemokratischer Sekretär den Wunsch nach her Einheitsfront mit den Kommunisten ausgedrückt habe. Wir stellen hiemit ausdrücklich fest, daß auf dem Verbandstag kein einziger Kommuni st anwesend war und daß kein sozialdemokratischer Sekretär sich in eitlem solchen Sinne geäußert hat. Die Kommunisten sind lediglich zu einer öffentlichen Versammlung erschienen, die für alle Volksschichten zugänglich war und an der außer Kommunisten auch Henleinleute und Landbündlcr teilnahmen. Bei dieser Versammlung äußerte der k o m m u- st i s ch e Vertreter den Wunsch nach einem einheitlichen Vorgehen aller proletarischen Land-\ organisationen. Darauf erwiderten sozialdemokratische Vertreter und der Sekretär des Kleinbauernverbandes, daß die Wünsche nach einem einheitlichen Vorgehen von den Kommunisten in 5 Wir suchen ein Land Roman einer Emigration Von Robert Grötzsch Hurtig kletterte der Kleine noch einmal vom Strohsack und kramte im Koffer.„Hier is erl Hier!" Aber Moses duselte schon und lallte nur: Jawohl, Ernst, ich nehme dich mit... wenn du brav bist und endlich schläfst..Kam ins Schniefen, drehte noch einmal den Kopf und sagte:„Bloß eine Unannehmlichkeit ist dabei, Kleiner... Die Affen schmeißen dort dauernd Kokosnüsse von den Bäumen.. Lange noch lag der Kleine wach. Palästina.. Afrika, nein Asien... Staunen sollten alle, wenn er die erste Ansichtskarte schickte! Vielleicht machte er auch einen eignen Laden auf und ließ seine Mutter und seine Schwester nachkommen... Staunen sollte die Spinne, wenn er mit abging. „Genosie Herkner", würde er zum Abschied sagen, „ich habe nie mit gegen dich gemeutert, aber du kannst mich eben nicht verknusen... immer hast du gedacht, ich klaue... Jetzt wandere ich nach Asien— und niemals sehen wir uns wieder.. Unten klirrte leise eine Scheibe. Der Kleine schlüpfte behende ans Fenster, hing den Kopf hinaus und sah unten einen dunklen Schopf... Da unten stand Herkner. Auch er fand keinen Schlaf. Regungslos schaute er in die helle Nacht. Mondschein lag im Zimmer... Dort im Norden, den Fluß hinunter, dort war Deutschland. Seine Frau, seine zwei Kinder— dort lebten sie... Am Sonntag sollte er sie Wiedersehen. In fünf Tagen! Sein Herz ging schneller. Der Mond goß sein milchiges Licht vernun Sache eines jeden einzelnen, es mit seinem Gewissen auszumachen, wie er sich zur Berliner Olympiade stellt. * Die Olympiade in Antwerpen im Jahre 1937 wird eine große Kundgebung der Sozialistischen Arbeiter-Sportinternationale(Sasi) für den internationalen Frieden, für Demokratie und Menschlichkeit, für den Sozialismus. Sie wird zwangsläufig zu einer großen Kundgebung aller jener, deren Gewissen es nicht zuläßt, sich an der Berliner Olympiade zu beteiligen. Die Safi wird die Veranstalterin der Antwerpener Olympiade sein, offen stehen wird sie aber auch den Arbeiter- Cportverbänden und Organisationen, die keiner Jnternafionale angeschlossen sind und den Russen. Die internattonale antifaschistische Front wird in Antwerpen zu einer großen Massenkundgebung aufmarschieren, deren Veranstalter die Arbeitersportler der Sasi sein werden. Ihr Ruf, durch Teilnahme daran, durch Unterstützung dieser Kundgebung sich vor aller Welt als Demokrat, als echter Friedensfreund, das heißt sich.als Antifaschist zu bekennen, wird hunderttausendfaches Echo auslösen. So bekommt jede der drei Veranstaltungen eine Bedeutung, die weit über das rein Sportliche hinausreicht. Sie werden Prüfsteine der Gesinnung sein. den Jahren 1920 und 1921 angebracht gewesen wären. Dem„Venkov" und allen anderen Blättern, die solche Falschmeldungen brachten, wird eine entsprechende Berichtigung zugehen. Adolf Schmidt, Sekretär. Kunstfettabgabe genehmigt Prag. Das Abgeordnetenhaus beendete am Freitag in den Mittagsstunden die Debatte über die Steuer von Kunstfetten und genehmigte dann in beiden Lesungen die Vorlage in der Regierungsfassung mit einer von der Koalition beantragten Aenderung, wonach der Finanzminister ermächtigt wird, die nachträgliche Versteuerung auch im Wege der Pauschalierung durchzuführen. In der Debatte zeigte es sich, daß in der Beurteilung des Kunstfettproblems sehr große Differenzen bestehen. Die Agrarier sehen in der Steuer, wie Frau Mrskosovä anführte, ein Mittel, um die Preisspanne zwischen dem natürlichen und dem künstlichen Fett zu verringern. Die Zunahme des Margarinekonsums gehe nur zum Teil(?) auf das Sinken der Kaufkraft der breiten Volksmassen zurück, zum andern Teil aber auf die„zügellose" Reklame der Kunstfetterzeuger. Die Rednerin beschwert sich, daß von 47 Kunstfettfabriken nur zwölf in tschechischen Händen seien; die Produktionskosten bewegen sich angeblich zwischen vier bis sechs sic pro Kilogramm. Sehr scharf stellte sich B ö h m(B. d. L.) gegen jede Erhöhung des Margarinekontingents, weil dadurch ängevlich^gegen lOÖiOOO Milchkühe WerfMskq würden. Die Milch- und Butterproduksion dürfe nicht zugunsten der Margarinefabriken eingeschränkt werden und die Versorgung der Diargarine-Jndustrie mit Rohstoffen müsse in landwirtschaftliche Hände(!) übergehen.— Jng. Schwarz(Rat. Ber.) bezweifelt, daß die Vorlage der Landwirtschaft eine Erhöhung des Absatzes von tierischen Fetten bringen werde.— Sedh(Gew.-Partei) betont, daß das Ansteigen des Kunsffettkonsums auf die u n g e- wöhnliche Billigkeit des Kunstfettes zurück- zuführens ei. Die neue Steuer begeistere niemanden; gerade heute sollten die Kunstfettfabriken voll arbeiten, damit auch die ärmsten Konsumenten wenigstens billiges Fett konsumieren können. Der künstlich hervorgerufene Fettmangel ist eine ungesunde Erscheinung, die vor allem die Händler und Gewerbetreibenden zu büßen haben. schwenderisch über den Wiesenplan, der sich zwischen Fluß und Hauptstraße gen Litosch zog. Hier also sollte ein Stadion erstehen... Ein Spielplatz, grüner Rasen, ein Sporthaus mft Duschen — das hatte auch ein Jahrzehnt seines Lebens ausgefüllt! Und der Platz, auf dem Herkner zu Hause gewesen, der hatte einst noch etwas wilder ausgesehen als das Gelände bei der Spinne. Auch er lag weit draußen, wo die große Stadt aufhörte und wo die düsteren Reihen der Mietkasernen so grau und plötzlich abbrachen. Struppig und öde hatte er ausgeschaut. In der Mitte trauerte zertretene Wiese, an den Rändern starrten Schutthaufen. Regnete es, so wurde die Wildnis zum Sumpfe. Die Mütter schalten, wenn die Kinder dort spielten, so schmutzig kamen sie stets zurück. Faulige Lust stteg aus dem Gemülle empor. Selbst die Hunde gingen nur ungern darüber hinweg, weil sie sich an Scherben und Gerümpel wund ritzten. Am Rande ragten verlassen einige Birken als letzter armseliger Rest eines ehemaligen Wäldchens. Dann geschah etwas, das der verwilderten Flur neue, unerhörte Gestalt glch. Eine Kolonne Männer kamen mit Hacken und Schaufeln und Schubkarren und trug die Wildnis ab. Erwerbslose Arbeitersportler. Die Stadwerwaltung hatte ihnen den Platz zur eigenen Verwendung überlassen. Ein mühevolles Aufräumen begann. ES warep nur zwei Dutzend Männer und junge Burschen, die da tagaus, tatzein schaufelten, karrten, hämmerten, walzten, aber jeden Tag wurde ein neues Stück geglättet. Menschen, die unter Untätigkeit litten, hatten ein Feld der Gemeinschaftsarbeit gefunden. Sommer und Herbst strichen darüber hin, detz Winter legte Schnee und Eis über den werdenden Plan, aber sowie der Frühling die harte Kruste wieder lockerte, ging die Arbeit weiter, eroberte sie ein Stück Boden nach dem andern. Allen voran der Sportwart, einer mit breiter, eigenJm Schlußwort vertrat der Referent Hruby die Forderung, daß die Regierung wachten solle, di« Kunstfetterzeugung mehr in das Innere des Landes zu verlegen. Die größten Unternehmungen, die fast die Hälfte des Gesamtkontingents erzeugen, seien nur auf Büchsenschußweite von der Grenze entfernt. Er sieht den Haupworteil der Vorlage dann, daß in die Kunstfetterzeugung eine gewisse Ordnung gebracht wird. Das Margarinekapital sei international wie etwa der Phönix; es habe Fabriken in Oesterreich, in Polen, in Deutschland, aber der Sitz befinde sich aus steuertechnischen Gründen in Luxemburg. Von dort würden die Rohstoffe zu weit höheren als den Weltmarktpreisen fakturiert und auf diese Weise der wirkliche Gewinn verschleiert und Steuern defraudiert. Nach Annahme der Vorlage in beiden Lesungen vertagte sich das Haus auf Dienstag, den 9. Juni, um 3 Uhr nachmittags. Wahlsieg bei Skoda Pilsen. Gestern fänden in den Skoda-Werken in Pilsen die Wahlen in den Betriebsausschuß der Arbeiter statt. Es wurden insgesamt 11.969 ^Stimmen, davon 11.858 gültige und 111 ungültige, abgegeben. Die vereinigte Kandidatenliste der Metallarbeiter und der ffchechoslowakischen sozialdemokratischen und nationalsozialistischen Metallarheitervereinigung erhielt 11.724 Stimmen und 20 Mandate, die Kandidatenliste der nationalen Vereinigung erhielt 134 Stimmen und kein Mandat. Ministerrats-Beschlüsse Prag. In der gestrigen Sitzung des Ministerrates wurden u. a. genehmigt: Der Gesetzentwurf über die Ergänzung des im Vorjahre erlassenen Gesetzes betreffend den Schutz gegen Fliegerangriffe und die Abwehr von Luftangriffen, dessen Zweck die Sicherung der für die notwendigen Schutzmaßnahmen erforderlichen Deckung sein soll; der Gesetzentwurf Wer die Verlängerung und die gleichzeitige Ergänzung der bisherigen bis Ende Juli dieses Jahres terminierten gesetzlichen Vorschriften betreffend den Schutz dertschecho- slowakischen Währung und des Umlaufes der gesetzlichen Zahlungsmittel gegen unzulässige Devisen- und Valuten-Manöver bei dem Zahlungsverkehr mit dem Auslande und der Gesetzentwurf, durch den für die Periode vom 1. Juli dieses Jahres bis. 30. Juni 1938 bestimmte, zeitlich beschränkte Bestimmungen der Presse- novellen aus dem Jahre 1933, bzw. 1934 verlängert werden. Gleichzeitig wurde das Justizministerium beauftragt, mit Beschleunigung ergänzende Vorschriften zu der Pressenovelle über die Verhinderung unwahrer P r e s s e b e- i 1 ichtigunaen vorzubereiten. Ferner wurde siei GeseWiftvurfHekreffend die NovekUeKng-unb neue systematische Regelung der B e r g a r b e i- terversicherung bei den Berg-Bruderladen genehmigt. Im Zusammenhänge dqmit wurden gleichzeitig für den Monat Juni d. I. die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung des Kredites für die Auszahlung der Bergarbester-Provi- sionLn bei. der Zentralbruderlade getroffen. Auf dem Gebiet der administrativen Angelegenheiten wurde den beteiligten Ministerien die beschleunigte Ausarbeitung und Erlassung einheitlicher Instruktionen für die Durchführung der Kollaudierung öffentlicher Bauten aufgetragen, um Verzögerungen bei der Ueberprü- fung der Kollaudierungselaborate und bei der Uebernahme der Bauten zu verhindern. Festgesetzt sinniger Stirn und festem, eckig auslaufendem Kinn; eine kleine Schmarre brannte an der Seite des Kinns. Obwohl er damals kaum vierunddreißig zählte, graute an den Schläfen schon das Haar. Das, wie die Schmarre, waren Spuren des Weltkrieges, in dessen Gräben er vier'Jahre gelegen hatte. Oja, er konnte mit Hacke und Schaufel umgehen. Vormittags war er der Erste am Platze, abends der Letzte, der ihn verließ. Die Sommersonne stand schon hoch, als das letzte Stück Wildnis verschwand. Die Vorstadtwiese war wieder erstanden. An ihren Rändern liefen sandige Wege. Im Schatten der Birken streckte sich ein Shorthaus. Leichtes Gitter zog um denriesigen Plan. Ueber dem Eingang ein Schild: Arbeitersportvereist Freiheit. Selbst auf die Mietskasernen des Stadtrandes strahlte der Sportplatz etwas von seinem Glanze und seiner Freude aus. Täglich nachmittags tummelte sich junges Volk mit Bällen, Pritschen, Fähnchen auf grünen Plane. Kinder spiel- ,ten dort neben Großen; aus den Mietskasernen kamen sie, aus den Dachkammern, wo sie sich früher zu viert und fünft in enge Zimmer gebannt fühlten. Hier auf ihrem Sportplatz war Sonne, Luft, Kameradschaft. Hier stand ein Haus mit Duschen für die vom Bewegen erhitzten nackten Körper, hier gab es Spiele aller Art, hier konnten sie ihre Mahlzeiten im Freien unter Birken halten, die Kinder lägest nicht mehr auf der Straße herum, hier lebte Gemeinschaft gleichstrebender Menschen. Diesen Platz an der Sonne hatten sie sich kameradschaftlich erarbeitet, erobert. Es war ein Zuhause für viele geworden, die keins hatten, hier erwuchs den arbeitslosen Kameraden eine Aufgabe,„ Der Platz wurde erweitert; unermWlich warb der Sportwart. Bald prangten daneben zwei Tennisplätze rotsandig unter stetem Himmel. Die Männer und Frauen des Vereins konnten sich ihr Dasein sehr bald ohne ihren grünen und sandigen Arbeitslosigkeit unter Voriahrshöhe Rückgang Im Mal 85.266. d. 1.11*9 Prozent Nach dem eben veröffentlichten Ausweis des Ministeriums fü.r soziale Fürsorge betrug Ende Mai die Zahl der Arbestslose« 633.900. Da Ende April 719.166 Arbestslose gezählt wurden, betragt der Rückgang 85.266 oder 11.9 Prozent, wobei die Senkung in Böhme« 10.2, in Mähren-Schlesien 9.7, in der Slowakei 21.7 und in Karpathornßland 19.1 Prozent ausmacht. Gegenüber dem 31. Mai 1935, an welchem Tage 666.433 Arbestslose gczähst wurden, ist ein Rückgang von 32.533 oder 4.9 Prozent ein- gesteten. Die günstige Statistik ist zwar am stärksten durch die beginnenden Erntearbesten beeinflußt, doch beweist der Vergleich mst dem Vorjahr, daß auch die anderen Beschästigungszweige zn dem guten«Monatsbericht beigetragen haben. Der heurige Arbestsloseustand im Mai bewegt sich ungefähr auf der Hohe des Standes vom Jahre 1934 und ist im übrigen der niedrig st e s e i t 1 9 3 2. Er rechtfertigt also die von anderen Sesten gewonnene Ueberzeugung, daß sich die allgemeine Beschäftigung, wenn auch langsam, so doch stetig bessert. wurde der weitere erforderliche Bestag für die Fortsetzung der Ernähi^ungsak- tion für die Arbestslose». Die Gleichstellung der 4. Etappe Regierungsvorlage eingebracht Prag. Die Regierung hat dem Abgeord- netenhaus am Freitag die angekündigte Vorlage Wer die Gleichstellung der sogenannten vierten Etappe der Altpensionisten ab 1. Juli 1936 vor- gelegt und damit einer alten Forderung der Staatsangestellten Rechnung getragen. Nunmehr werden auch diejenigen Altpenfionisten, die im Jahre 1875 oder später geboren wurden, l^w. die Witwen nach Staatsangestellten, die 1880 oder später geboren wurden, in ihren Ruhe- (Bersorgungs-) Genüssen den Arigen Pensionisten gleichgestellt. Der Aufwand wird auf 40 Millionen sie jährlich geschätzt, für das zweite Halbjahr 1936 sind also 20 Millionen sic aus Einspamngen der betreffenden Budgekkäpstel zu decken. Steigende Handschuhansfuhr hält an. In der Zeit vom 1. Jänner bis 31. März d. I. wurden insgesamt 3,405,000 Paar Handschuhe für 60.4 Millionen siö ausgeführt, gegen 2,226.000 Paar für 42.5 Millionen siä in der gleichen Vor- jahrszeit. Die Handschuhausfuhr ist demnach um 1,179.000 Paar, bzw. 17.6 Millionen siö höher als voriges Jahr. Nach England wurden Heuer im ersten Quartal 769.000 Paar für 12.1 Millionen siö ausgeführt, gegen 311.000 Paar in der gleichen Vorjahrszeit. In den Handschuhfabriken wird jetzt mit geringen Ausnahmen 60 Stunden und mehr in der Woche gearbeitet. Plan nicht mehr denken. So vergingen drei Jahre. Knaben wurden zu Männern und Mädchen wurden Frauen, die hier in Sport, Spiel und Gemeinschaft hineingewachsen waren. Ein Traum der Armen hatte sich erfüllt. Zehn Jahre wehten so in Spiel und Freiheit Wer den Platz— da pflügte ihn das Schicksal wieder um. Ein Tag kam, da standen Kinder vor seinen Gittern und dursten nicht hinein. Das Schild war heruntergerissen, die Fensterscheiben des Sporthauses, seine Tische und Schränke lagen in Trümmern. Haussuchung nannten sie das. Vorm Tore lümmesten Burschen in brauner Uniform, Revolver im Gürtel. Lächerlich anzuschauen auf diesem Platz friedlicher Spiele, fuchtelten sie mit dem Schießzeug, jagten die Kinder davon: „Schert euch heim, verfluchte Marxistenhruti" Und kaum eine Woche später sah das langgestreckte Holzhaus mit zerschlagenen Augen ein ganz neues Spiel: Militärische Kommando? schnarrten Wer den Platz und junge Menschen mußten exerzieren. Lauffchritt, marsch, marsch! Ueber Sprungschanzen hinweg! Hinwerfen l Auf — nieder, auf— nieder! Dann hielten sie irgendein Stielgeschoß in den Händen, Wo vor kurzem noch stöhliches Volk Hinterm Ball drein fegte, flogen hundert imitterte Handgranaten durch die Luft, stand bewaffnete SA stumpffinnig Wache. Dieselben jungen Sportler, deren Brüder diesen Platz der Vorstadtwildnis abgerungen hatten, wurden hier zwangsweise im Töten gedrillt. Nicht alle waren dabei. Manche wurden vom Konzentrationslager verschluckt. Denn sie waren ja— wie man täglich im Rundfunk hören konnte— rote Untermenschen, töteten jeden Gemeinschaftsgeist, ermangelten jeden Gefühls für die Heimat und der Ärbest an der Heimat. (Forssetzung folgt.) Nr. 132 Samstag, 6. Juni 1936 Seite 3 Sudetendeutscher Zeitspiegel Drunter und drüber in der SdP Verfahren gegen zehn SdP-Parlamentarier? Ein Wort des Dankes Genossen und Genossinnen! Der Reichsjugendtag ist vorüber. Daß er zu einer so überwältigenden Kundgebung unserer Kraft und unseres Willens wurde, zu einer Manifestation, die in unseren Reihen Freude und Begeisterung weckte und unseren erbittertsten Gegnern Achtung abnötigte—das danken wir dem Zdea- lismus unserer Jugend, ihrer Degeisterungsfähigkeit, ihrer Solidarität, ihrer Treue. Das danken wir aber auch den vielen Vertrauensmännern und Mitgliedern der Partei, der Gewerkschaften, der Genossenschaften und der Kulturorganisationen, die an den Vorbereitungen und an der Durchführung des Reichsjugendtages mitwirkten oder durch ihre Anwesenheit die Wucht und die Bedeutung des Festes erhöhten, das danken wir nicht minder dem Opferwillen der RW-Leute, die bei Rächt und Tag, in Wind und Wetter Dienst machten. Den Dank an alle, die sich um das Gelingen des Reichsjugendtages verdient gemacht haben, sprechen wir nicht nur im eigenen Namen aus, sondern auch im Namen jener tapferen Illegalen ans Deutschland und Oesterreich, denen die Tage von Bodenbach und Tetschen zu einem tiefen Erlebnis und zu einer Quelle neuer Kraft geworden sind. Wir grüßen Euch, Genoffen und Genossinnen, grüßen Euch, Junge und Alte, Männer und Frauen in stolzer Dankbarkett. And wir wollen einander auf der nächsten großen Kundgebung der sudetendeutschen Arbeiterschaft, dem Bundesfest in Komotau, alle wieder begegnen, um vor aller Welt den Geist der Kampfbereitschaft und der Eintracht zu demonstrieren, von dem alle Zweige der sudetendeutschen sozialdemokratischen Bewegung erfüllt sind. Der Verbandsvorstand des Sozialistischen Jugendverbandes Max Karg, der über die Vor- gänge in der SdP immer gut unterrichtete Herausgeber des„Prager Zeiiungsdienst", veröffentlicht dort einen Artikel, dem wir folgendes entnehmen: „In der an Affären Konflikten und Ausschlüssen sehr reichen Geschichte der SdP.'st der letzte Konflikt mit deni ehemaligen Abgeordneten Kasper und mit einigen anderen Mitgliedern der Partei ohne Zlveifel der e r n st e st e und folge n s ch w e r st e. Hier dreht es sich nicht um eine der üblichen und im Parteileben unvermeidlichen Reibereien, sondern um eine Auseinandersetzling innerhalb der Führung der SdP., die für das weitere Schicksal der sudetendeutscheu Eini- guugsbewrgung von weittragender Bedeutung ist..In politischen Kreisen werden Gerüchte verbreitet, daß die A k t i o n der Ausschließungen noch nicht beendet ist, sondern, das; noch gegen einige Amtswalter und gegen 10 Parlamentarier ein Verfahren schwebt. Auch diese eventuellen weiteren Ausschließungen aus der Partei werden nicht mit politischen Argumenten begründet, sondern einfach damit, daß dse Betreffenden nicht mehr das Vertrauen Henleins und seines engsten Mitarbeiterlreises besitzen. Es fehlen also entweder eigentliche sachliche und politische Gründe, oder man legt Wert darauf, sie zu verschtveigen. Die Folge davon ist, daß der Beobachter den Eindruck gewinnt, daß es sich um nichts mehr als um eine persönliche Vertrauenskrise handelt, die einerseits zwischen einzelnen führenden Männern der Partei besteht und andererseits zwischen einem Teil der Mitgliedschaft und der Führung entstanden ist. Tatsächlich ist auch das der eigentliche Kern der Sache..-. Gewiß hat die politische Entwicklung im letzten Jahr viel dazu beigetragen, um die Führung der SdP in immer schwierigere Situation zu bringen. Die Politik der Partei war ein Zwischending zwischen Opposition und Rrgierungspolitik und eine Taktik, die sich staatspolitisch gebärdete» ohne staatspolitische Erfolge aufzuweisen.. Das ganze vergangene Jahr war eine ununterbrochene schwere Nervenprobe für die breiten Massen der Anhängerschaft und setzte ein ungeheueres Maß von Vertrauen in die Führung voraus. Der große Vorschuß von Vertrauen, den die führenden und neuen Ränntzx am 19, Mqi. 1935 erhalten haben, zehrt sich jetzt langsam auf und es ist klar, daß das Sudetendeutschtum jetzt eine Rechtfertigung dieses auf Vorschuß gewährten Ber- traucs fordert und verlangt. Alle die verschiedenen Ausschlüsse und Maßregelungen sind nur Ausschnitte aus dem großen Bild der psychologischen Entwicklung, die in den breiten Wählermassen der SdP und auch in den Massen der Amtswalter der Partei, denn auch das sind einige tausend Personen, vor sich geht.... Denn es geht bei diesem Konflikt für die breiten Massen des Sudetendeutschtums nicht darum, ob Brand oder Kasper das Vertrauen Henleins hat, sondern obdiegroße sudetendeutsche EinigungsbewegunginStreitund Zank versinkt oder an verschiedenen Teilen reformiert werden und gesunden soll." Wie Plan zurückerobert werden solll Karlsbad.(E. B.) Die Rebellion der SdP-Anhänger im Planer Bezirk hat die Hauptleitung zum Sturm auf den Bezirk veranlaßt, um die Opposition mundtut zu machen. Während der ganzen Woche schon fahren Autos im Bezirk herum, die Flugschriften bringen. Für den morgigen Sonntag sind.15 Versammlungen angesetzt, die alle zur gleichen Stunde stattfindcn, damit die Opposition nicht geschlossen auftreten könne. Für verläßlicheOrdner, die gegen die unbotmäßigen„Kameraden" eingesetzt werden sollen, ist gesorgt; sie werden ans anderen Bezirken hcrbeigeschafft, da jene Ordner, die sich die Kreisleitung zur Bezirksleitertagung mitgebracht hatte, meuterten und also unzuverlässig sind. Unterdessen arbeitet auch die Flüsterpropaganda. Ueberall werden Gerüchte verbreitet, daß besonders im Planer Bezirk in den nächsten Tagen größrreGeld- mittelandie arbeitslosen SdP-An- hänger verteilt werden würden. Zu d/n turbulenten Vorfällen im Bezirk Plan verlautbart die SdP folgendes: „In Billigung der durch den Kreisleiter, Kameraden F, r a n k, im Bezirke Plan getroffenen Maßnahmen bestätige ich die Absetzung des Bezirksleiters Josef Sch warz- meier wegen Treulosigkeit und Verletzung der Parteidisziplin. Ich verfüge auf Grund des Para- graphes 153 der Satzungen den Ausschluß des Josef Schwarzmeier, Plan, aus der Sudetendeutschen Partei.— Konrad Henlein." • . Für den abgesetzten Bezirksführer Schtvarz- maier wurde von der Kreisleitung der Versicherungagent Landesvertreter G i e b i s ch zum Bezirksführer ernannt. Rückstrom der Mitgliedsbücher Die„Rumburger Zeitung" veröffentlicht, wie übrigens auch andere sudetendeutsche Bürgerblätter, eine Erklärung Kaspers, laut welcher seinem Ausscheiden aus der SdP Differenzen sachlicher Art mit Dr. Brand vorausgegangen sind, weiter daß er, Kasper, bei einer zuwartenden Haltung verbleiben, aber bei fortgesetzter Tätigkeit der„Gerüchtemacher" sich„durch keinerlei Rücksichten mehr gebunden fühlen" werde.(Da kann sich also die SdP noch auf allerband gefaßt machen, d. Red.) In einer anderen Erklärung stellt Dr. K r e i ß l fest, daß er seinen Ausschluß erst aus der Z e i t u n g erfuhr, ohne daß ein satzungsgemäßes Verfahren gegen ihn eingeleitet worden wäre, das ihm Gelegenheit zur Rechtfertigung gegeben hätte. Aber alle gegen ihn erhobenen Anschuldigungen seien „haltlose Kombinationen". Auch der SdP-Abge- ordnete L i e b 1 erklärt öffentlich, daß er lediglich durch die Presse von einem gegen ihn eingeleiteten Disziplinarverfahren Kenntnis erhielt. (Also wieder Beweise, wie brutal und diktatorisch die SdP mit den Menschen umspringt, d. Red.) Die„Rumburger Zeitung" schließt ihren Kommentar zu diesen Erklärungen also: ,,DerRückstrom der Mitgliedsbüch e r in die zuständigen Kanzleien wird weder durch wohleinstudierte Treuekundgebungen der von der Hauptleitung abhängigen Amtswalter und Parlamentarier(siehe„Satzungen" und„40 Punkte"), noch von ihrem Abdruck in dem zuständigen„Trommler" aufgehalten. Das dürsten die Kassiere auch schon gemerkt haben." „Krankheit der oberen Kreise der SdP" schreibt die Henleintreue„Briixer Zeitung** In einem Artikel„D ie Krise i.n der SdP" beschäftigt sich die„Brüxer Zeitung", eines der bisher henleintreuesten Blätter, mit den Gegensätzen in der SdP, die„in die Tiefe reichen": Es dreht sich also umkeinen belanglosen Konflikt, den ein Machtwort Henleins beilegen kann, sondern um die Austragung grundsätzlicher Standpunkte, die in der Stille auseinandergewichen sind und um deren Ausgleich und allmähliche Wiederannäherung man sich nicht früh genug beküinmertc... An' einer sachlichen und überzeugenden, den Kern des Konfliktes zum Zwecke der Heilung entschlossen entblößenden Darstellung läßt es aber auch die SdP. fehlen und so bleiben allen Gerüchten und Vermutungen Tür und Tor geöffent. Das ist— man muß es offen sagen— ein Zustand, der Gefahren enthält. Es entsteht eine Atmosphäre, in der Lüg e, Entstellung und Verleumdung gedeihen und das Vertrauen zur Wegsicherheit der SdP-Führung Anfechtungen ausgesetzt ist. Dunkle Mächte sind am Werk, denen das Feld nicht allzulange mehr überlassen bleiben darf, wenn verhindert werden soll, daß die Spaltpilze zu wuchern beginnen. Unser Volk willbeisam- men bleiben. Es will die Einheit und muh daher erwarten, daß die Ursachen zur Zwietracht, die da plötzlich und zu seiner unangenehm- st e n U e b e r r a s ch u n g als eine Krankheit der oberen Kreise der SdP. sich zeigt, unter Ausschaltung aller persönlichen Einflüsse gerecht unterricht und beseitigt tverden. Die Krise der SdP kann, wenn noch lange gezaudert wird, zu einer Krise der sudetendeutschen Einheit werden und man bekämpft Krisen nicht durch Schweigen oder ungenügende Aufklärung. Das Voll hält Disziplin, aber es erwartet gerade aus diesem Grunde, daß bald zu ihm gesprochen und ihm reiner Wein eingeschenkt wird über die Dinge, die sich da im Halbdunkel abspielen und die es nicht versteht. 1 Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 7. Juni, 14.30 bis 14.45: Dir Tätigkeit des Internationalen Arbeitsamtes(Tr. I. W. Brügel); Mittwoch, 10, Juni, 18.20 bis 18.40: Die So- zialversicherung in der Zeit der Wirtschaftskrise (Prof. Dr. Heinrich R ä ü"chb e rg); Freitag, 12. Juni, 18.35 bis 18.45: Aktuelle zehn Minuten; Sonntag, 14. Juni, 14.30 bis 14.45: Lehre und Uebung im bürgerkundlichen Unterricht(Johann Storch). Drei neu« Inspektorate für die staatlichen Nationalschulen. Die Entwicklung der staatlichen Kindergärten, der Volks- und Bürgerschulen in den Greuzgebieten erfordert eine Ergänzung des Verwaltungs- und des pädagogischen Aufsichts- dienstes. Deshalb werden nunmehr drei neue Auffichtsbezirkc mit dem Sitze in K o m o t a u, Bischofteinitz und Ncutit schein errichtet. Die Einschreibungen in dir vierklassigr Ausfi- ger Handelsakademie und in die zweiklassigen Handelsschulen für Knaben und Mädchen erfolgen vom 27. bis 30. Juni. Die Aufnahmsprüfungen finden am 30. Juni um.%9 Uhr für die Handelsakademie und um halb 10 Uhr für die Handelsschulen statt. Einschreibungen in den Abiturientenkurs haben bis 1. September unter Vorlage des Reifezeugnisses zu■ erfolgen. Auch schriftliche Anmeldungen sind zulässig. Prospekte und Auskünfte durch die Direktion der Anstalt. Völlcerdund: 30. Juni Genf.(STA) Der Generalsekretär drS Völkerbundes hat die Bölkerbundsversammlung auf den 30. Juni zur Wiederaufnahme der Behandlung des italieuisch-abessinischen Konfliktes einbernfen. Dr. BeneS In der Hauptstadt Siebenbürgens Bukarest. Gestern abends ist Präsident Dr. Benes in der Hauptstadt Siebenbürgens, Cluj, eingetroffen. Am Bahnhof hatten sich zkkm Empfange des Präsidenten viele Würdenträger und eine nach Tausenden zählende Volksmenge versammelt. Bei der Einfahrt des Zuges intonierte die mit einer Ehrenkompanie auf dem Bahnhof aufgestellte Militärkapelle die tschechoslowakische Staatshymne. Präsident Dr. Benes verließ unter dem stürmischen Jubel der Versammelten den Waggon und begrüßte die zu seinem Empfgnge erschienenen Persönlichkeiten. Nach einem Aufenthalt von zehn Minuten verließ der Sonderzug unter brausendem Jubel Cluj zur Weitersahrt nach B u k a r e st, wo er heute früh eintrifst. Besonders herzlich gestaltete sich das Wiedersehen des Präsidenten Benes mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Vajda Voewod, dem der Präsident für die Teilnahme an dem Empfange dankte. Der Atus marschiert! . Zu den Hauptproben für das 3. Bundesturnfest Sonntag, den 7. und für das 3. Bundrsturnfest Sonntag, den 14. Juni, finden im ganzen Verbandsgcbiete die Hauptproben statt. 28 Bezirksturnfeste in Mahren, Schlesien, Nord-, Nordwest- und Westböhmen, im Böhmerwald, in der Slowakei, im Süden und Osten unserer Republik. Tausende Arbeiterturner und Turnerinnen treten zu den Masseniibungen an, starten zu den Ausscheidungen der Wettkämpfer und Kämpferinnen, marschieren durch die Straßen, der Festbezirke. Wir grühen alle die Tausenden, die für Komotau rüsten. Wir freuen uns auf den Tag, der alle zn einer einzigen großen Masse zusammrnführen wird, der ein neuer Trinmpf der sozialistischen Arbeiterschaft des Atus werden wird. Parteimitglieder! Freunde der sozialistischen Arbeiterbewegung! Besuchet Sonntag, den 7. bzw. 14. Juni unsere Bezirksturnfeste. Beachtet fol genden Plan der Festorte: 7. Juni: Brünn(DTJ-Stadion) 7. Juni: Nikolsburg 7. Juni: Znaim 14. Juni: Hannsdorf(Mähren) 7. Juni: Säble(Mähren) 7. Juni: Predlitz(bei Aussig) 7. Juni: Probsta«(bei Teplitz) 14. Juni: Komotau II/(Feststadt) 14. Juni: Oberleutensdorf(bei Brüx) 7. Juni: Stankowitz(bei Pilsen) 14. Juni: Tetschen(bei Bodenbach) 7. Juni: Haan(bei Dux) 7. Juni: Haida(Nordböhmeu) 7. Juni: Schönborn(bei Rumburg) 7. Juni: Altrohlau(Westböhmrn) 7. Juni: Franzrnsbad(Westböhmen) 7. Juni: Ober-Rotha« 7. Juni: Tachau(bei MieS) 7. Juni: Falkenau(bei Eger) 7. Juni Trantenau(Ostböhmen) 7. Juni: Zwittau(Mähren) Außerdem sinken noch Bezirksturnfeste im Bezirk Jägerndorf, Reichenberg, Seestadtl, Halbstadt, Ruppersdorf und Amau statt.— Meldet euch dort für Komotau für das 3. Bundesturn- ^fest. Seite 4 amstag, 6. Juni 1938 Nr. 132 Volksgenosse Unternehmer in der Krise Fabrikant Ettrlch und die Bartänzerin Prag,(ri.) Seit drei Jahren sind die Zivil- und Strafgerichte mit der Aufrollung deS ProzeßknKuelS befaßt gewesen, der sich»m die Liebesaffäre des ostböhmischen Fabrikanten Ettrich mit der Bartänzerin Perle Lachs entwickelt hatte. Wir haben vor zwei Jahren, als diese Angelegenheit daS Prager Strafgericht beschäftigte, den Sachverhalt nur andrsten können. Nun ist aber das Urteil des Zivilkreisgerichtes ergangen, durch welches die Einzelheiten dieser Affäre bekannt werden. Dieser Sachverhalt zählt wohl zu den aufreizendsten ZeitdokuMrnten, die diese Epoche deS Zusammenbruches der kapitalistischen Ordnung zutage gebracht hat. Wir begnügen uns damit, die gerichtlich fest- gestellten Tatsachen wiedrrzugebe«. Im Jahre 1923 machte Fabrikant Josef Ettrich im Prager„SektPavillon" die Bekanntschaft der aus Galizien stammenden Bartänzerin Perle Lachs. Rach einiger Zefl machte er ihr den Antrag, seine„Dauerfreundin" zu werden. Dieses Angebot, unterstützt durch, Schenkung verschiedener Schmuckstücke, die einen Wert von viele» Zrhntausrn- den repräsentieren, fand Anklang bei der Tänzerin und so kam es zu einer„Freundschaft", die sertens des Herrn Fabrikanten durch die bescheidene monatliche Zuwendung von 20.000 UL unterbaut wurde. Perle Lachs fand diesen Betrag für unzureichend und verlangte 30.00 0 XL monatlich, ungeachtet dessen, daß ihr Freund sie außer diesem ansehnlichen Liebeslohn noch mit verschiedenen Geschenken und Zuwendungen derart überschüttete, daß nach kaum einjähriger Bekanntschaft bereits Millionenbeträge erreicht waren. Außerdem wollte die geschäftstüchtige Geliebte aber eine ausreichende Sicherstellung für den Fall des Todes ihres kränkelnden„Geliebten" erreichen. Da ihr rechtskundige Freunde die Belehrung erteilten, daß selbst allfällige Notariatkverträge von den Erben nach 8 879 ABGB wegen des„gegendieguten Sitten verstoßenden Vertragsinhal- t e s" angefochten werden könnten,. wollte Perle Lacks sichergehen und verlangte nicht mehr und nicht weniger als ein testamentarisches Vermächtnis von 8,700.000 XL, in Worten: fünf Millionen siebenhunderttausend XL... Kann man sich wohl eine entsetzlichere Illustration dieser kapitalistischen„Ordnung" denken, als daß ein Repräsentant der berühmten privatwirtschaftlichen schöpferischen Unternehmer in itiativ« zur Befriedigung seiner sexuellen Gelüste Beträge wxgwerfen darf, die Tausenden Arbeiterfamilien ein JähreSauskommen bieten könnte»...? * f> Der Fabrikant Josef Ettrich war, allerdings wohl kaum auS solchen sozialen Erwägungen heraus, vorerst nicht bereit, den Anforderungen seiner Freundin zu genügen. Diese sparte nicht mit Repressalien und machte ihrem Geliebten nicht nur unter Vie; Augen, sondern in aller Oeffentlichkeit die widerlichsten Szenen. Ettrich wurde von ihr auf offener Straße, wie auch in verschiedenen„vornehmen" Lokalen attackiert, grohrfeigt und mit den ordinärsten Schimpfworten überschüttet. Tätliche Angriffe wiederholten sich mehrmals und selbst im Sanatorium, in welches sich der Fabrikant zurückgezogen hatte. * Dieses traute Verhältnis überdauerte die Zen der Konjunktur und bestand auch noch, als die Krise hereinbräch. Ettrich war durch seine„Geliebte" bereits so ziemlich ruiniert und nahm schließlich, da er über kein Bargeld mehr verfügte, seine Zuflucht zur Ausstellung von Wechseln, mit denen er seine„Perle" für eine Zeit zufriedenstellte. Höchst ansehnliche Wechsel übrigens I Nach Ausstellung verschiedener Bianco-Wechsel, bei denen die Ausfüllung der Summe der Perle Lachs überlassen blieb, unterschrieb er auf Beträge von 25.000 bis 300.000 XL. um zum Schluß sieben Wechsel auf je 500.000 XL auszustellen. Er wollte angeblich von ihr„Ruhe haben". Perle Lachs schleppte ihren hörigen Liebhaber zu einem Advokaten, damit er dort eine Erklärung unterschreibe, in welcher er auf alle Einwendungen gegen die Gültigkeit der ausgestellten Wechsel Verzicht leistete. Fabrikant Ettrich unterschrieb mit dem Seufzer:„Mir bleibt nichts anderes übrig, als zu unterschreiben." Vermerkt sei noch zur Abrundung des Gesamtbildes, das wir keineswegs durch Ausmalung zahl- Vom Rundfunk Imptehlanswartes aus den ProflriaM»i Sonntag Prag, Sender L.: 7.00: Uebertragung aus Karlsbad. 6.10: Sängerkonzcrt. 10.00: Musik» Salonkonzert. 11.25: Klassische Musik. 12.20: Mittaarkonzert. 16.00: Populäre Kammermusik. 16.30: Milüärkonzert. 17.85: Deutsche Sendung: Klassische Zeugen.—„Sommer", Komödie von Srmnek. 18.50: Deutsche Presse. 21.85: Dvorak: Slowakische Tänze.— Sender S.r 14.30: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Dr. I. W. Brügel: Die Leistungen des internationalen Arbeitsamtes. 14.45: Schallvlatten. 15.00 Klavierkompositionen junger sudetendeutscher Komponisten.— Brünn: 17.50: Deutsche Sendung: Fritsch: DaS einfache Volk in der Demokratie und Diktatur^ Weltgeschehen in der Musik. 21.85: Tckm- bertkomposition.— Pretzburg: 20.55: Unterhaltungsmusik. loser unappetitlicher Einzelheiten noch eindringlicher gestalten wollen, eine überaus bezeichnende Episode. Im Jahre 1933— also im Jahr des ärgsten Krisenelends— riet Perle Lachs ihrem Freund seine Geldverlegenheit durch Entlassung von Arbeitern auszugleichen... Ob und inwiefern dieser Rat gefruchtet hat, läßt sich im Augenblick nicht beurteilen. » Der„Liebes"-Roman endete damit, daß Perle Lachs mit dem Italiener Ing. Bernioli durchbrannte, den sie später auch heiratete. Fabrikant Ettrich brachte gegen seine Exfreundin die Klage auf Rückstellung der ausgestellten Wechsel ein, wobei er sich einerseits darauf berief, daß er diese„in Zwangslage und begründeter Furcht" ausgestellt habe, was die Nichtigkeit des Vertrages nach 8 870 ABGB bedeute. Weiter berief sich der noble Kläger auf die im Sinne des merkwürdigen§ 879 ABGB bestehende„Unsittlichkeit des Vertragsver- hältniffes", da seine Geliebte wissentlich mit ihm— einem verheirateten Mann— ein ehe- Schulausflüge Durch die Zeitungen ging die Nachricht, daß das Schulministerium neue Richtlinien für Ausflüge herausgeben will; die Veranlassung dazu bot das furchtbare Unglück in Südmähren. Solche erschütternde Ereignisse sind oft Ursache zu übereilten Entschlüssen, di?, einmal gefaßt, nicht so leicht rückgängig gemacht, oder auf das richtig- Maß zurückgeführt werden können. Es ist daher notwendig, die Frage klar zu beleuchten. Was bedeuten zunächst die Schulausflüge? Sie sind für die meisten Schüler die schönste Erinnerung an ihre Schulzeit. Das Jahr über wird gespart und das Kind freut sich die ganze Zeit; ein Stück praktischer Bürgerkunde, wie sie unser Vehrplan verlangt, wird verwirklicht. Heute ist es vielen Menschen, und vor allem den armyi, nicht möglich, die engsten Grenzen ihrer Heimat zu überschreiten; für sie sind die Schulausflüge die einzige Gelegenheit, ein Stück der weiteren Welt zu sehen. Man muß die Freude der Kinder, das Aufleuchten in den Augen gerade der Aermsten und ihr Staunen, der Beginn jeglicher neuen Erkenntnis, miterlebt haben, um das begreifen zu können. Die Ausflüge bieten derart starke Eindrücke und so viel praktischen Wissensstoff, daß der Unterricht daraus noch lange schöpfen kann. In den wirtschaftlich besseren Zeiten unternahmen Bürgerschulen daher auch Ausflüge von drei bis vier Tagen, ja sogar von einer Woche; die Reiseziele waren weit gesteckt; bis in die Karpathen fuhren Kinder aus Westböhmen. Es wäre auch deshalb unangebracht, die Ausflüge stark einzuschränken, weil kein Kind mehr so billig fahren kann, wie bei einem Schulausfluge(ein Drittel der Fahrt), niemals mehr so billig und leicht Eintritt erhält in Betriebe, Galerien, Tiergärten usw., schließlich kaum je so kundige und verläßliche Führung haben wird. Selbst heute noch besitzen gerade die armen Eltern viel Verständnis für die Ausflüge und bringen große Opfer, da"ihnen der bildende Wert bekannt ist. Auch die Lehrerschaft, vor allem die der Volks- und Bürgerschulen, hat sich zum größten Teil in den Dienst der Sache gestellt und die Opfer der Verantwortung wie die materiellen Opfer gern auf sich genommen, um den Kindern Freude wie Bildungsmöglichkeit zu gewähren. Das Unglück in Südmähren veranlaßte viele zur Meinung, daß die Ausflüge überhaupt eingestellt, oder wenigstens stark eingeschränkt werden sollen. Damit kommen sie jenen entgegen, die aus Bequemlichkeit oder Ueberängstlichkeit in den Ausflügen eine Belastung empfunden haben. Es ist notwendig, Vorkehrungen zu treffen, daß das Gefahrenmoment möglichst beseitigt, die Auslagen erniedrigt und man jede Vorsorge ob- walten läßt, damit jeder Ausflug zur vollsten Zufriedenheft abläuft. 1. Der Preis der Bahnfahrten ist wieder auf ein Viertel herabzusetzen, damit nicht die billigere, aber gefährlichere Fahrgelegenheit, das Auto, benützt werden muß, 2. Das Ueberfteigen ist möglichst zu vermeiden, die von Schülern besetzten Wagen sind umzukuppeln. 3. Für je 20 Kinder mutz mindestens eine Begleitperson vorhanden sein; die Auswahl bleibt der Lehrperson überlassen.'4. Alle Transportmittel sind vor der Benützung durch den ersten Schülerausflug eines jeden Jahres fachlich zu untersuchen und durch ein» Bescheinigung zu beglaubigen. Diese Bescheinigung ist unaufgefordert der Lehrperson vorzuzeigen. Nach einer von fachlicher Seite festzustellenden Zeit(oder Anzahl der Reisen—oder Kilometer) ist das Transportmittel wiederum zu untersuchen 5. Ein Auto darf nur so viel Kinder befördern, als bequem fitzen können. 6. Jedes Transportmittel muß für alle Fälle(Autobeschädigung, Verletzung der Kinder, Auslagen, die aus unterbrochener Fahrt für die Kinder entstehen...) versichert sein; der Besitzer kommt für alle irgendwo entstandenen Schäden auf. 7. Ter Autolenker muß den Nachweis für die Befähigung zur brecherifches Verhältnis eingegangcn sei. Außerdem bestehe „ein krasser Gegensatz zwischen der gebotenen Leistung seitens der beklagten Partei und der durch die ausgestellten Wechsel gegebenen Gegenleistung des Klägers.. Was die Geklagte einwendete, entzieht sich größtenteils der Berichterstattung, da die betreffenden Verhandlungen geheim waren. Soweit di« Aussagen durch das Urteil bekannt wurden, sind sie solcher Art, daß wir sie unseren Lesern nicht vorsetzen wollen. .Diese widerwärttge Affäre endete damit, daß das Gericht, ohne auf die verschiedenen Einwendungen einzugehen, Perle Lachs zur Rückgabe der ausgestellten Wechsel im Werte von rund vier Millionen XL verurteilte. Da die Geklagte die Wechsel ihres Exfteundes größtenteils weitergegeben hat, ist sie verpflichtet, sie rückzukaufep und dem Aussteller zurückzustellen. Soweit das Urteil, dessen prakttsche Durchführung allerdings auf Schwierigkeiten stoßen dürfte. Perle Lachs, heute Frau Berlioni, weilt im Ausland und hat die erhaltenen Millionenbeträge beizeiten über die Grenze gebracht. Ob und wie Herr Ettrich bzw. die Geldanstalten, die heute die ganze Sache in- stradieren, mit diesen Schwierigkeiten fertig werden, ist ihre Sache. ersten Hilfeleistung besitzen. 8. Die OrtSschulrät» Werden verpflichtet, Schüler, Begleitpersonen wie Lehrkräfte für die Zett des Ausfluges besonders zu versichern. 9. Die Lehr- und Begleitpersonen sollen freie Bahnfahrt erhalten, sowie es bereits bei Auwfahrten der Fall ist. 10. Durch den O.- S.-R. und die Schulleitung sind Vorkehrungen zu treffen, damit selbst das ärmste Kind an allen Ausflügen teilnehmen kann; der O.-S.-R. hätte jedes Jahr eine bestimntte Summe für Ausflüge einzusetzen, in den Klaffen wäre gleich von Beginn des Schuljahres eine Sammel- und Spar- '> aktton einzuleiten. Eine unter einsichtsvollem pädagogischen Einflüsse stehende Stelle könnte diese Vorschläge ausbauen und eine brauchbare Grundlage für eine Neuregelung des Ausflüge schaffen. Also nicht Beschränkung— sondern Ausbau! Es wäre auch verfehlt, die Enffernung der Ausflüge schematisch für die einzelnen Altersstufen festzulegen; die Verhältnisse sind überall verschieden. Alle Unglücksfälle müssen uns anspornen, den Kampf gegen die Widerwärtigkeiten aufzunehmen, um sie zu überwinden.—er. Die„verjüngte" Kammer. Während der Pfingsffeiertage haben sich die neugewählten 618 Deputierten der neuen Kammer zum erstenmal im Palais Bourbon versammelt. Es wurden freilich nur wchnisch« Angelegenheiten geregelt: die neuen Deputierten gaben im Büro der Kammer ihre Personalien. Dabei wurde festgestellt, daß das Durchschnittsalter der neuen Deputierten 45 Jahre beträgt, während das Durchschnittsalter derDeputierten der vorhergehenden Kammer 52 Jahre betrug. Viele Pariser finden, daß die neue Kammer zwar jünger sei als die alte, aber noch keinesfalls jung genug, um wirklich eine „junge" Kammer genannt zu werden. Attentat auf eine Brücke. Die Eisenbahnbrücke zwischen Haifa und Lydda wurde durch Explosivstoffe beschädigt. Dadurch wurde der regelmäßige Verkehr in diesem Teile Palästinas in Frage gestellt. Erholungsfürsorge in der TTTR.(S.) Die„Leningradskaja Pravda" vom 16. Mai berichtet, daß mit dem Monat Mai alle 457 Erholungsheime und 178 Sanatorien, die unter der Leitung der staatlichen, Partei- und Gewerk- schaftsorganisatiouen stehen, ihre Tätigkeit in Angriff genommen haben. Die Gewerkschaften haben für die Beschickung der Erholungsheime i und Sanatorien 100 Millionen Rubel vorgesehen, das ist zweimal so viel als im Vorjahr. Im Sozialfürsorge-Budget sind für diesen Zweck 546 Millionen Rubel eingesetzt. Auf Kosten des Sozialfürsorge-Budgets werden 1,700.000 Menschen in Erholungsheime, 200.000 in Sana- torien geschickt werden und zirka zwei Millionen werden in der Form des Ausgangstages auf Kosten des Sozialfürsorge-Budgets Erholung genießest. In diesen Ziffern sind nicht die ungeheueren Mittel enthalten, die die Unternehmungen und Wirtschaftsorganisationen für die Erholungsfürsorge widmen. Der A. D. G. B. ist nicht tot! Auf der Pfingst-Jahrestagung der Britischen Maschinen- bauergewerkschaft teilte Präsident I. C. L i t t l e unter gespannter Aufmerksamkeft und von stürmischem Beifall gefolgt, die Tatsache mit, daß eine Bertretungskörperschaft der deutschen Gewerkschaften eingesetzt worden ist, um den Kampf zur Ueberwin- dung des Nazifaschismus zu organisieren und zu leiten. Ihr erstes Ziel ist die Freilassung der eingekerkerten Gewerkschaftler. Der Redner erklärte, daß er keinerlei Einzelheften enthüllen könne, aber von dieser Körperschaft erfahren habe, wie schlecht die Zustände in Deutschland sind. Viele Textiler haben jetzt nur noch acht Stunden in der Woche Arbeit. Die Autoindustrie, mit Ausnahme der Heereslieferustgen, ist in elender Situation sowohl durch Rohstoffmangel wie durch die ständig gesunkene Kaufkraft. Außer dem Lohnabbau um 30 Prozent müssen 19 Prozent zur Erhaltung der Arbeitslosen hergegeben werden. Dazu Steuern und Kurzarbeit— wer arbeitet verdient nur noch ganz wenig inehr als die Arbeitsloses an erheblich geminderter Unterstützung erhalten. Andre Maria Ampöres 100. Todestag Vor 100 Jahren, am 10. Juni 1836, starb in Marseille der berühmte französische Physiker und Mathematiker Andre Marie Ampere. Ihm dankt, die Menschheit eine neue grundlegende Lehre des Magnetismus, die die magnetischen Vorgänge aus Eleftrizität zurückfiihrt. Ferner entdeckte er die elektrodynamischen Erscheinungen. Nach ihm ist die elektrische Maßeinheit Ampere benannt. Dieses zeitgenössische Gemälde zeigt Ampere in seinen jüngeren Jahren. Die Protestbewegung wider die Verschlechterung des Lebensstandards gewinnt in den Betrieben an Bestimmtheit und Energie. Die deutschen Arbeiter, schloß der Präsident, Hecken jetzt kein gesetzliches Mittel, ihre Meinung zu äußern. Langsam, aber sicher finden sie selbst Wege und Methoden, ihren Willen nach Wiederherstellung der Demokratie zu festigen, zu äußern und schließlich auch, durchzusetzen. Opfer der Wissenschaft,(mb.) In Paris ist soeben die Herzogin von Biancas gestorben. Sie kam als junges Mädchen aus ihrer Heimat Rumänien nach Paris, um Medizin zu studieren.(Damals hieß sie noch Mathilde Grünspan.) Di« Kenntnis des Radiums und die Röntgenologie standen noch in den Anfangsstadien. Frau von Biancas hat an die dreißig Jahre mit Radium experimentiert und unter anderem eine Nadel für Elekttothermie erfunden, die nach ihr genannt ist. Im November 1935, als ihre durch den Einfluß der X-Strahlen hervorgrrufene Krankheit kritisch wurde, mußte sie ihre Arbeit aufgeben. Sie konnte seither das Bett nicht mehr verlassen. 236.587 Stachanowzen in Leningrad,(s) Die „Leningradskaja Prawda" vom 18. Akai berichtet, daß die Zahl der Stachanow-Arbeiter in Leningrad zum 1. Mai 1936 auf 236.587 angewachsen ist. Innerhalb von fünf Monaten— am 1. Dezember des Vorjahres gab es 88.838 Stachanowzen— find 147.749 Arbeiter hinzugekommen, die nach der Stachanow-Methode arbeiten. Kampf dem Dudelsack,(mb.) Tas Dorf Birken- Head in England hat die drakonische Bestimmung erlassen, daß Dudelsackpfeifer nur zwanzig Minuten lang täglich musizieren dürfen, und zwar nur zwischen halb sieben und halb neun Uhr abends. Zu jeder anderen Zeit sei das Dudelsackpfeifen„ein schädlicher Lärm", unvernünftig, unnötig und der öffentlichen Gesundheit abträglich", Entführung. Auf Einschreiten der Brünner Po- lizeidirektion wurde in Marburg ein 16jährigeS Mädchen aus Brünn angehalten, das am 2. Juni von dem jugoslawischen Studenten Frana GreguriL entführt worden war. DaS Mädchen hatte seine Eltern telephonisch angerufen und sie gebeten, nach Marburg zu kommen, um ihre Einwilligung zu der Heirat der beiden jungen Leute zu geben. Die Eltern versprachen, zu kommen und ließen das^Mädchen anhalten. Gegen GreguriL wurde die Sttafanzeige erstattet. Wetter bleibt schlecht. Wahrscheinliches Wetter Samstag: Vorwiegend bewölkt, regnerisch, etwas wärmer, besonders aber in Böhmen. Wetteraussichten für Sonntag: Andaner des unbeständigen und kühlen Wetters. Mord bei Gablonz? Gablonz. Bei Gablonz wurde von Pilzsuchern in einem Walde die Leiche einer 56jäh- rigen gut gekleideten Frau gefunden, die mit dem Gesicht auf dem Boden lag. Der Frau waren einige. Weidenruten um den Hals geschlungen, die von einem wenige Meter von der Fundstelle entfernt stehenden Baum abgerissen waren. Bisher konnte noch nicht festgestellt werdep, ob es sich um einen Mord oder Selbsttnord handelt. Die Frau war, wie bisher festgestellt wurde, in einem Sanatorium in der Umgebung von Gablonz zur Kur. Es handelt sich um die 56jährige Agnes Franz aus Hohenelbe. Eisenbahnkatastrophe in Oesterreich Wien. Gestern abends entgleiste der aus Frankreich und der Schweiz kommende D-Zug N. 122 in der Nähe von Enns. Die Lokomotive, der Dienstwagen, der Postwagen und drei Personenwagen wurden umgestürzt. Bisher werden zwei Tote, sechs Schwerverletzte und eine große Anzahl Leichtverletzte gemeldet. H Nr. 132 Samstag, 6. Juni 1936 Seite 5 !52L252L252L2SllSllS2L2L252L2L2L2L2L252SM525L Felsemtadt WEKELSDORF Sommerfrische, Luftkurort, modernes Luft- und Sonnenbad. Das alljährliche Reiseziel tausender Naturfreunde des In- und Auslandes. 3496 2252S252S2LSL2L2L2S2L2L2L2LLS252L2L2L252L2L! WXII^.U. imsJ Der Vorschlag Argentiniens VOIKCrDUnU unrf die Internationale Situation oder Diktatur der Großmächte? Der Antrag auf die Einberufung einer außerordentlichen Tagung der Genfer Bundesversammlung, der am 29. Mai durch Argentinien gestellt worden ist, hat die Situation im Völkerbund und um ihn noch verschärft. Der argentinische Antrag verfolgt zunächst einen Zweck, der von der öffentlichen Meinung Europas und besonders von den kleineren europäischen Staaten nur begrüßt werden kann. Es handelt sich darum, eint Verständigung der Großmächte über das Schicksal der Sanktionen und damit über das Schicksal des Völkerbundes selbst hinter dem Rücken der Mittel- und Klein st aaten zu verhindern. In diesem Zusammenhang muß daran erinnert werden, daß rechtlich gesprochen, der Bölkerbundsrat nicht befugt ist, die Aufhebung der Sanktionen auszusprechen. Dafür sind entweder die Bundesversammlung oder die einzelnen Mitglieder des Völkerbundes kompetent. Rom verfolgt heute das Ziel, durch Sonderverhand- lüngen mit London und Paris die tatsächliche Anerkennung der Annexion Abessiniens seitens der Großmächte zu erreichen. Dabei ist Mussolini bereit, die besonderen Interessen von Frankreich und England in Abessinien und im übrigen Ostafrika zu berücksichtigen. Im engen Zusammenhang damit steht auch die Frage der Völkerbundsreform. Italien erstrebt über Wiederherstellung der S tresafront, eine neue Auflage des Viererbundes, vielleicht erweitert durch Hinzuziehung von M 0 s k a u, durchzusetzen. Die Stellung der Großmächte in Genf soll eine bedeutende Stärkung erfahren und es soll eine„Hierarchie der Staaten" errichtet werden. Die kleineren Staaten würden bei einer solchen„Reform" unter das Diktat der Großmächte gestellt werden. Während man in London und zum Teil auch in Paris bis jetzt-geneigt war, die Entscheidung über die akuten Fragen, besonders über die Sanktionen, bis zum Herbst zu verschieben, drängt R0m au f eine rasche Erledigung des Sanktions pröble ms und droht widrigenfalls, den Völkerbund zu verlassen und sich mit Berlin zu verständigen. Im französischen Regierungsblock ist man über das Schicksal der Sanktionen geteilter Meinung: während die K 0 m m um i st e n, in Ueber- einstimmung mit der Stellungnahme von Moskau, auf eine Beseitigung derSank t tonen drängen, ist die sozialistische Partei sowie ein Teil der Rddikalsozialisten für die Aufrechterhaltung und sogar für eine Verschärfung der Sanktionen. Die meisten, im Völkerbundsrat vertretenen kleineren Staaten, find für die Beseitigung der Sanktionen. Die T ü r k e i hat sich neuerdings gleichfalls für die Aufhebung der Sanktionen ausgesprochen, weil Muffolini mit großer Bestimmtheit erklärt hat, solange die Sanktionen bestehen, könne Italien der Remilitarisierung der Dardanellen nicht bestimmen. Un ter diesen Umständen ist eine Vertagung des Sanktionsproblems sehr wahrscheinlich. Vielleicht wird auch der Völkerbundsrat die Lösung dieses Problems der Bölkerbundversammlung, die gemäß dem argentinischen Antrag gleichfalls im Juni tagen soll, übertragen, um jede Verantwortung von sich abzuwälzen. Auf die Möglichkeit einer Völkerbundsreform zugunsten der Großmächte macht auch bereits im Juni-Heft des„K a m p f"(tschechosl. Ausgabe), Emil Franzel in dem, Artikel„Das Imperium Mussolinis" aufmerksam. Er schreibt: „Im Grunde läuft diese Reform des Bundes auf den Biermächtepakt Mussolinis vom Jahre 1933 hinaus, der, allenfalls um Rußland und Polen erweitert, als Sechsmächtepakt in Erscheinung treten würde... Wie die Dinge heute stehen, muß man mit dieser Lösung der Umwandlung des Völkerbundes in ein Gremium der Großmächte... wieder ernsthaft rechnen. Für die Klein st aale n gibt es dann nur eine Möglichkeit, sich in dem Kräftespiel zur Geltung zu bringen: die B l 0 ck b i l d u n g. Neben dir fünf oder sechs Großmächte könnte mindestens noch eine treten, die zu einem D 0 n a u- Europa erweiterte Kleine Entente". Was brachte Rossonl nach Berlin? (AP.) Nachträglich werden über den Berliner Besuch des italienischen Ministers Rofsoni, übrigens eines ehemaligen Sozialisten, der später ins faschistische Lager überging, Einzelheiten bekannt. Rossoni hat sich mit maßgebenden deutschen Kreisen auch über die Kolonialfragen unterhalten. Dabei brachte er, zum Ausdruck, daß Mussolini noch immer bereit sei, den Uebergang der Kolonialbefitzungen der kleinen Länder in die Hände der Großmächte zu fördern» wozu natürlich auch Deutschland gehöre. Rossoni gab zu verstehen, daß er damit die Kolonien Belgiens, Hollands und Portugals meine. Schon die Bierpakt- Politik Italiens deutete ja darauf hin, daß es dem italienischen Faschismus nicht darum zu tun ist, die Interessen der kleineren Länder denen der großen Staaten gleichzustellen. Damit werden die undemvkratischen Prinzipien auch auf die Außenpolitik übertragen. Die deutschen Absichten auf den Kolonialbesitz Belgiens," Hollands und Portugals, also m. a. auf den belgischen Kongo, auf Niederländisch-Jndien,, Angola und Mozambique erfahren dadurch eine neue Unterstützung. Wieder zeigt sich eine gewisse d e ut s ch- italienische Zusammenarbeit, die, zu leugnen unsinnig wäre, die man natürlich andererseits auch nicht überschätzen soll. Denn Italien benutzt ja Deutschland Nur für ganz bestimmte Zwecke, um mit dieser Drohung, daß es auch noch ein anderes Eisen im Feuer habe, einen Druck auf England auszuüben. MMU and WM Die Belebung des Baumarktes In dem von der tschechoslowakischen Nationalbank herausgegebenen Monatsbericht wird auch die gegenwärtige Lage in den einzelnen Industriezweigen betrachtet. Ueber die Bautätigkeit wird dabei festgestellt, daß der Gesamtumfang der diesjährigen Bausaison wesentlich höher "sei als im Vorjahre. Es zeigte sich allerdings, daß die Belebung nicht überall gleichmäßig verlaufe. Die Besserung auf dem Baumarkte sxi am stärksten in den Außenbezirken der Großstädte. In der Provinz sei besonders eine Belebung bei Kleinbauten festzustellen. Weiter bessere sich die Beschäftigung von Bauarbeitern besonders dadurch, daß zahlreiche Bauten von der öffentlichen Hand in Angriff genommen worden seien. In Prag sei die Arbeitslosigkeit in der Bauindustrie besonders stark zurückgegangen. Von der Belebung des Baumarktes hat insbesondere auch die Ziegelindustrie Vorteile. Die' Erhöhung der Zementpreise bat nämlich in vielen Fällen eine Rückkehr zum Ziegelbau gebracht. Man schätzt die durchschnittliche Besserung im Ziegelbau gegenüber dem Vorjahre bis zu 40 Prozent, während der Saisonauf- schwung in den übrigen Zweigen der Bauindustrie nur 15 Prozent beträgt. Wachsende Welterzeugung in Stahl Die Produktion von R 0 h st a h l und Roheisen hat in den wichtigsten Erzeu- zungsländern der Welt im ersten Vierteljahr 1936 gegenüber dem Vorjahr eine bedeutende Erhöhung erfahren. Es wurden im ersten Quartal erzeugt: Roheisen in Tonnen 1938 1936 Vereinigte Staaten 4,933.000 6,984.000 Deuffchland 2,989.000 8,702.000 England 1,383.000 1,842.000 Fxankreich 1,461.000 1,551.000 Belgien 729.000 828.000 Luxemburg 470.000 457.000 Tschechoslowakei 188.000 262.700 Rohstahl in Tonnen 1935 1936 Vereinigte Staaten 8,654.000 9,514.000 Deutschland 8,826.000 4,632.000 England 2,405.000 2,875.000 Frankreich 1,458.000 1,675.000, Belgien 718.000 807.000 Luxemburg 461.000 454.000 Tschechoslowakei 280.8?2 335.883 Auch in Japan, dessen Ziffern noch nicht vorliegen, ist eine weitere Erhöhung der Stahl- und Eisenerzeugung zu verzeichnen. Lediglich Luxemburg hat einen Rückgang aufzuweisen. Kaffeevernichtung in Brasilien. Brnsilien setzt, um den Preis für Kaffee nicht weiter abgleiten zu lassen, seine Kaffeevernichtungspolitik fort. Im März und April 1936 sind weitere 500.000 Sack Kaffee zerstört worden. Die Gesamtmenge des bisher von Brasilien vernichteten Kaffees beläuft sich damit auf 36,400.000 Sack. Kakteen Im Botanischen Garten Prager Kakteenzüchter veranstalten gegenwärtig im Botanischen Garten der Karlsuniversität eine Kakteenschau, die sich des regen Zuspruches der Liebhaber erfreut. Es ist alles beisammen, was der Kkck« teenfreund in seiner Sammlung nicht missen möchte, und in der Vielfättigkeit der Formen und Arten locken ihn die Besonderheiten und Raritäten, deren Reize nur der passionierte Kakteenfreunb voll z>k würdigen weiß.'Durch ihren Blütenreichtum lenken die auf Cereus gepfropften Rebutia-Arten den-Blick, auf sich; die stacheligen Knäuel sind mir, leuchtend scharlachroten Blüten dicht besteckt. Auch verschiedene Aiamillaria-Fortnen stehen in Blüte, besonders"schön eine orangerot blühende Art und eine Manillaria longimamma mit schtveselgelben Blüten. Interessant sind die Monstrosa-Formen verschiedener Cereen und die eigenartigen Kammbiwungen einiger Echinovsis- Arten. Durch, reizvolle Bestachelung fallen unter den Mamillarien die Plumosa-Formen und der von feinem weißen Seidengespinst umhüllende Pilocereus gemmata auf. Auch ein Echinopsis, der wie von zierlichen Tausendfüßlern in"senkrechten Reiben überlaufen aussieht, ist besonders hübsch. Eine der schönsten Kakteenarten ist der in eine feine gelbliche Stachelglorie gehüllte Echinocaxtus Haselbergii. In reicher Auswahl sind die seltsamen, als.chlühende Steine" bezeichneten Mesembrianthen und. die schön geformten sogenannten„Di^ofsmützen" borhandem Auch die formenreichen Sukkulenten sind in vielen Arten vertreten. Unter den Euphorbien fällt der rotblühende„Christusdorn" auf. von dem die Sage erzählt. daß aüs seinen scharfen Dornenranken die Dornenkrone Christi, geflochten worden sei. Interessenten seien auf die seltsame Kalonchoae beharensis: aufmerksam gemacht, eine großblättrige Sukkulente, die eine-Unika in Europa sein dürfte. Die Züchter der hier ausgestellten Kakteen sind selbst vor allem Liebhaber; das sicht man den Sammlungen, vor allem denen auf der Fensterseite des Raumes an. Unter ihnen"stellt auch ein. armer Bergarbeiter eine Auswahl aus seiner Liebhabersammlung aus. ch. Kindertag in Prag schon Sonntag, den 14. Juni 1936. Wie alljährlich findet die Veranstaltung auf dem ÄTJ-Turnplatz am Pohokclec statt (beim Strahov-Kloster). Der Atus hat die Teilnahme seiner. Kinderabteilungen zugesagt. Rote Falken und AtuS-Kinder werden ein Zeltlager aufbauen. Wir laden alle Bruderorganisationen zur Teilnahme ein. Haltet. Euch diesen Sonntag für den Kindertag frei! Farbe statt Kaffee getrunken. Der 48jährige Archftekt Adalbert PuL aus Brevnov wurde gestern in bewußtlosem Zustand ins Smichower Sanawrium gebracht. Er hafte, als er in seiner Werkstätte eine Taffe schwarzen Kaffee trinken wollt«, irrtümlich eines von den dort herumstehenden Farbtöpfchen erwischt, das giftige Farbe enthielt. PuöS Zustand ist ernst; er ist aus seiner Ohnmacht noch nicht erwacht. Arbeiter überfahren. In der Nacht auf gestern stieß in der Hhbernergasse.daS Auto des Ingenieurs Georg" Külda aus Prag XII., den 48jährigen, woh- nungs- und beschäftigungslosen Arbeiter Josef Ste- panek aus Neustadt a. d. Mettau zu Boden. Der Verletzte— er hatte eine Gehirnerschütterung und eine Rißwunde im Gesicht erlitten— wurde auf die Klinik Schlaffer gebracht: Der SUm Der Weg zum Ruhm. Richards Taubers neuer Fiün spielt in Wien und London,— und von einer Wiener Hcurigenkneipe bis zum Londoner Opernhaus führt der Ruhmesweg des Tenors, den Tauber darstellt. Man kennt solche Handlungen aus all den anderen Tenorfilmen, und auch die unglückliche Liebe des Sängers zu seiner Entdeckerin, die mit brechender Stimme gesungene Lpernarie und die Rückkehr zu dem schlichten heimischen Mädchen sind nicht neu. Tie Manuskripwerfasser haben es sich wieder einmal leicht gemacht, so daß man sehr viel Dagewesenes und auch viel Sinnloses in Kauf nehmen muß, um Taubers Ssimme zu hören, die auch, im Tonfilm ihre Zauber entfaltet. Das Programm"der Gesänge ist-— wie üblich— sehr gemischt: es führt von„Wien, Wien, nur du allein" zu Schumanns „Widmung" und dann wieder herab zu ein paar englischen LiebeSsongs und Arien einer englischen Oper„Der Mond von Venedig", die offenbar eigenS für diesen Film komponiert wurden, aber besser unterblieben wäre, da selbst Tauber fit nicht genußreich gestalten kann. Immerhin ist per Wechsel von Deutsch und Englisch noch das Abwechslungsreichste in diesem Tenorfilm gewohnten Stils, in dem mich Taubers neue englssche Gatttn, Diana Napier und der frühere Berliner Komiker Paul Graetz mitwirken.—eis-^- Kunst und Wisstn Wochenspielplan des Neuen Deutschen Thea» ters. Samstag halb 8: Glück muß man ha- b en, A 2.— Sonntag 6: Götterdämme- rung, Festspiele VI, D 2.— Montag 8: Ich und mein kleiner Bruder, volkstümliche Vorstellung, Abonnement.aufgehoben..— Dienstag halb 8:Fidelio, Gastspiel der Wiener StaatSoper, Festspiele"VII, Abonnement aufgehoben. Mittwoch halb 8: I u r i st e n, B. 1. 11: Tschecheund Deutscher(Sech a Römer) Nachtvorstellung des Klubs tschechischer und deutscher Bühnenangehöriger.— Donnerstag halb 8: Eine Nacht in V e n« d i g, volkstüml. Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Freitag halb 8: I u r i st e n, D 1,9: Nachts erenäde i m Fürstenberggarten.— Samstag halb 8: A i d a, A 1 Sonntag halb 8: Lumpati- vagabundus, B 1. Wochenspielplan der Kleine» Bühne. Samstag 8 Uhr: Eine.Frau ohne Bedeutung,^— Sonntag 8:Salzdurgausverk a u f t. — Montag 7: Spiel um die We lt.—Dienstag 8: MenschenaufderEisscholle. — Mittwoch 8%: Salzburg ausverkauft.— Donnerstag 8: Eine Frau ohne Bedeutung.— Freitag 8%: Salz b u r g ausverkauft.— Samstag halb 8: Dys große ABC, Erstaufführung.— Sonntag 8: Das große ABC. 8pork-8piet-X»rperpskege Leichtathletischer Wettkampf Atus 5. Kreis zezen DU Präs Ausschreibung Ter leichtathletische Rückkampf des 5. AtuS- Kreises gegen DTJ Prag findet endgültig am 21. Juni 1936 in Prag statt. Dazu sind folgende Wettkampfdiszi- plinen ausgeschrieben: 100, 200, 400, 1800, 3000 Meter, Speerwerfen, Diskuswerfen, Kugelstoßen, Weitsprung, Hochsprung, Stabhochsprung, 4X100 Meter, 10 X100 Meter, Olympische Stafette. Die Beteiligung in der Kreismannschaft steht allen Sportlern des 8..Kreises offen. Die Bewerber haben ihre Leistungen in jenen Disziplinen, in denen sie starten wollen, bis späte st ens 16. Juni an das Kreissekretariat, Aussigs Bahnhofplatz 1, zu melden. Die Auslese bzw. Kontrolle der angegebenen Leistungen, entschei- det bzw..überprüft der Kreis-Turn- und Sportausschuß. Angenommen werden nur solche Sportler, welch« nachweisen können, daß sie am BrzirkSturnfest die allgemeinen Freiübungen mitgeturnt haben und welche am 3. PundeSturnfeft zum Wettkampf starten. Arbeiter-Turn- und Sportverband, 5". Kreis. Vereinsnacfmichten Maurern O'Snllivan und Joel McCrea alls Partner in dem amerikanischen Film„Flucht vor der Unterwett". SJII. Sonntag, Wanderung, 8 Uhr Endstation der Fünfer(Hlubokep). AtuS Prag:,Sonntag- Wanderung ins Libus- tal, Treffpunkt um 8 Uhr in Hodkoviöky. Ortsgruppe Prag: Treffpunkt Sams tag, um 3 Uhr am Smichover Bahn hof, Fahrt nach Vsenory, Wanderung zur. Hütte, führt Stelzig. Sonntag Wanderung von der Hütte aus in die Umgebung. Urania-Kino, Klimentska 4. Fernsprecher 61623. Vetter ans Dingsda Ausslder Handelsakademie. Akademie: Aufnahmsprüfungen 30. Juni, 1. September.%9 Ubr früh. Zweiklaffige Handelsschule für Knaben: Zweiklaffige Handelsschule für Lstädchen: Aufnahmsprüfungen 80l Juni, 1. September, vormittags J/J10 Uhr. Abiturientenkurs für Maturantc: Anmeldungen bis 1. September. Weitere Auskünfte erteilt die Direktion. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch dj. Post monatlich siö 16.—. vierteljährig KC 48.—. halbjährig Kc 96.—, ganzjährig KC 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten effolg» nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Poft- und Tele- graphendirektton mit Erlaß Nr. 13i800/VII/1930- bewilligt,-? Druckerei:„Orbis". Druck-. Verlags- und Zeitungs-A.-G. Prag. Seife 6 TarnSfag, 6. Sttttf 1936. Nr. 133 „Toztttlbemokraf" Die Staatsvcrtcidlgunüs- verbürgt uns Sicherheit und Frieden und beschafft den Arbeitslosen Arbeit Zciciinungslflirs 97-KC• Schuldverschreibungen zu 3*1» oder 4'Mo Die Staatsverteidigungsanleihe wird in Stücken zu 500, 1.000, 5.000, 10.000 und 50.000 Ke, lautend auf den Überbringer, ausgegeben. Die Kupons sind am 15. April und am 15. Oktober, der erste Kupon am 15. Oktober 1936, fällig. Die Anleihe wird in den Jahren 1938 bis 1987 durch Verlosung amortisiert; der Finanzminister ist ermächtigt, die Amortisierung zu steigern, und zwar durch freie Käufe vorn Markte. Die Anleihe ist für die Anlage von Waisengeldem geeignet. Die Zinsen der Schuldverschreibungen zu 3°/ 0 und 4 1/ 2 0/ 0 sind von der Rentensteuer und von der Kuponsteuer befreit und unterliegen nicht dem 10°/ 0 igen Abzug aus dem Jahre 1935. Die Zinsen der 3%igen Schuldverschreibungen sind von der Einkommensteuer befreit und brauchen bei dem Bekenntnis zu dieser Steuer nicht angegeben werden. Die Zeichner der 3%igen Anleihe erlangen eine außerordentliche Steueramnestie. Den Steuerzahlern, welche gegen die Vorschreibung der direkten Steuern aus den Jahren 1927—1934 Berufung eingelegt haben, über die noch nicht entschieden wurde, welche jedoch die direkten Steuern für die erwähnten Jahre bereits bezahlt haben, wird über Ersuchen eine Gutschrift in der Höhe der von ihnen in den Berufungen geltend gemachten Forderung, höchstens aber in dem Betrag von 25°/ 0 der Steuervorschreibungen, gegen die Rekurs erhoben wurde, unter der Bedingung, gewährt, daß sie auf die 3°/ o ige‘Staatsverteidigungsanleihe einen Betrag wenigstens in der Höbe der ihnen gewährten Gutschrift zeichnen. vom 8. Juni bis 11. Juli 1936 Die Zeichnungen können bei folgenden Instituten und deren Filialen erfolgen: Agrörnl banka Ceskoslovcnskä; Anglo-Cedioslovaklsdie und Prager Kreditbank; Banka (eskoslovensktych legll; Bank für Bandel und Industrie, vormals Landerbank; Ccskä banka; Böhmlsdie Unlonbank; Böhmische Eskomptebank und Kreditanstalt; teskd Prfimuslovö banka; Deutsche Agrar- und Industriebank; nijpotetni banka Ceskd; nestskö spoHtclna praiskd; Moravskd banka; Postsparkasse; Slovenskd banka; DstEcdni banka keskyeh spoHtelen; VSeobecnä druzstevni banka; Zcmskd banka; ZiVnOStenSkÖ banka und zwar direkt oder durdt Vermittlung der lokalen Geldinstitute Ausführliche Prospekte bei allen genannten Zeichnungsstellen und deren Filialen ---- O Bedroht ist nicht, wer vorbereitet ist!