Sonntag, 7. Juni 1936 16. Jahrgang ERSCHEIN! MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova«r. telefon sxn. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR« DR. EMIL STRAUSS, PRAG. IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) Kurze, aber inhaltsreiche. Erklärung Blums Das Programm der Linksregierung Die Kammer spricht Blum mit 384 gegen 210 Stimmen das Vertrauen aus Die Bukarester Zusammenkunft erster * Die Regierungsmehrheit unterbrach sehr häufig durch lebhaften Beifall und zustimmende Rufe die einzelnen Absätze des Regicrungspro- grammes. Das Zentrum schloß sich hei den die Friedensliebe Frankreichs erwähnenden Passus dem Beifall an. be- des I I Paris. Das Kabinett Leon Bl« mstellte sich Samstag Nachmittag dem Parlamente mit einer Regiernngserklärung vor, welche in der Kammer Ministerpräsident Lion Blum, im Senate der Bizepräsident der Regierung und Minister für Nationalverteidignng D a l a d i e r verlas. Leon Blum stellte nach der Debatte die Vertrauensfrage. Mit einem Stimmenverhältnis von 384 gegen 210 Stimme» wurde ihm das Vertraue« ausgesprochen. Ferner wird die Regierung dem Parlamente ein System der Vereinfachung und Erleichterung des Steuersystems unterbreiten, welches die Bedin gungen der Produktion und des Handels crleich-1 darüber aus, daß die Regierung gegen die Deval- tern wird........: Neue Steuern nur für Reiche Die Regierung wird neue Steuern nur den großen Vermögen auserlesen. Sie wird Steuerhinterziehungen bekämpfen und die Belebung der allgemeinen Unternehmertätig keit sowie der französischen Wirtschaft fördern und zur Linderung der Arbeitslosigkeit beitragen, um allen jenen, welche durch ihre Arbeit den tatsäch lichen Reichtum des Landes schaffen, Wohlstand und Sicherheit zu geben. Schutz der Republik Wir werden dir republikanische Ordnung sichern. Wir. werde» die Gesetze der rrpubliktz- nischen Verteidigung mit ruhiger Festigkeit an wenden. Wir werden zeigen, daß wir alle Verwaltungen und öffentlichen Dienste mit, republikanischem Geiste erfüllen und seine unerschütterliche Re spektierung gewährleisten werden. Die Regierung ist sich durchaus im Klaren über die Schwierigkeiten, die sie erwarten und Will sie auch dem Lande nicht verhehlen. Ast wenigen Tagen wird die Regierung öffentlich eine erste Bilanz der wirtschaftlichen und finan ziellen Lage aufstellen, wie sie sich zu Beginn der gegenwärtigen Legislaturperiode darstellt. In d.. i gleichen Geiste und mü der glei chen Entschlossenheit wird das Kabinett die Füh rung der internationalen Angelegenheiten in Angriff nehmen. Der Wille des Landes ist klar: Das Land will den Frieden, und zwar einstimmig, es will den ungeteilten Frieden mit allen Rationen der Welt und für alle Nationen der Welt. ■ In der Einleitung heißt es in der Regierungserklärung, daß die aus den letzten Kaunnerwahlen hcrvorgegangene Mehrheit die mächtigste und klarst« Mehrheit darstellt, die jemals in der Geschichte der Französischen Republik zu verzeichnen ist. Das französische Volk hat seinen unerschütterlichen Willen kundgetan, die demokratischen "Freiheiten gegen alle Versuche der Gewalt und der List zu schützen. Das Volk hat seine Entschlossenheit bekräftigt, neue Wege zur Bekämpfung der Krise zu suchen. Die Gesetzentwürfe ! Zu Beginn der nächsten Woche wird die Regierung der Kämmer einen Komplex von Gesetzen einbringen und die Kammer bitten, daß sie sie rasch erledige. Diese Gesetze werden betreffen: Die Amnestie, dir 40-Stundrn-Arbeitswochr, die Kollektibvrrträge, die bezahlten Urlaube, einen Plan für große öffentliche Arbeiten zur wirtschaftlichen, sanitären und wissenschaftlichen Ausrüstung, für den Sport und den Fremdenverkehr, die Verstaatlichung der Kriegswaffen- herstrllung, die Schaffung eines Grtreideamtes, (welches als Beispiel für die Aufwertung anderer landwirtschaftlichen Erzeugnisse dienen soll, wie des Weines, des Fleisches und der Milch), die Verlängerung der Schulzeit, einer Reform der Satzungen der Bank von Frankreich, die das Vorherrschen nationaler Interessen in der Verwaltung der Bank garantiert, ferner eine erste Abänderung der Notverordnungen zugunsten der am meisten betroffenen Gruppen der Angestellten der öffentlichen Dienste und der ehemaligen Frontkämpfer. Sobald diese Maßnahmen angenommen sein werden, wird die Regierung dem Parlamente eine zweite Serie von Vorschlägen unterbreiten, welche die Schaffung eines Stawtsfonds für Arbeitslose, die Versicherung gegen Katastrophen in der Landwirtschaft und Erleichterungen der landwirtschaftlichen Schuldenlast, ein neues Pen- stonsregime, welches die bejahrten Arbeiter sowohl in den Städten als auf dem Lande vor der Rot schützen wird, betreffen. vation ist. Sturmszenen rief der rechtsradikale. Deputierte Vallat hervor, als er den Ministerpräsidenten mit antisemitischen Schlagworten angriff. Vallat mäßigte sich aber in dem Augenblick, in welchem der Kammerpräsident Herriot Diszi- plinarmittel ankündigte, die fiir Vallat den E n t- z u g der Diäten für eine gewisse Zeit deutet hätten.. Die Sitzung mußte wegen Lärms eine Zeitlang unterbrochen werden. Schlußwort Blums . Leon Blürtt erwiderte ckbends.' Er" führte hierbei aus:„Wir", sind Sozialisten/ aber das Land. hat nicht den Sozial isteii- allein, noch den proletarischen Parteien die" Mehrheit gegeben. Wir sind in der. Regierung. pm. das.Programm der Volks-öinksfront zu verwirklichen. Wir werdest das auf verfassungsmäßigem Wege und unter allen gesetzlichen Garantien tun. Dir Arbeiterklasse wünscht eine Verbesserung ihrer Situation, aber sie will sie in Ruhe erreichen. Die Streikbewegung ist ernst, der Streik hat wirklich eine»roße Ausdehnung genommen, aber die Arbeiter bewahre« überall Ruhe. Sie haben zwar die Fabriken besetzt, in keinem Falle aber ist es zu Zusammenstößen, wie so oft in der Vergangenheit, gekommen. Ein Streik ist zwar keine legale Form, man muß sich aber dessen bewußt werden, daß die Hauptursache der Unzufriedenheit der arbeitenden Schichten und damit des gegenwärtigen Streikes in der sehr langen Dauer der Krise und Rot der Arbetterklasse zu suchen ist. Wechsel in der Leitung der Bank von Frankreich Paris. Der Ministrrrat genehmigte ei« Dekret, mit dem der Generalprokurator des Rechnungshofes Labeprie mit der Ausübung der Funktion des Gouverneurs der Bank von Frankreich an Stelle des bisherigen Gouverneurs betraut wird. Der. Ministerpräsident stimmte der sofortigen Debatte über die Regierungserklärung zu. Als Redner ergriff der der Rechten angehörige Dpu- tirte Fernand Laurent das Wert. Er erklärte, das Vertrauen könne nur dann votiert werden, wenn ein Programm der Regierung besteht. Dieses geht aber, aus der Regierungserklärung nicht hervor. Der zweite Redner, Paul Rey« nault(Zentrum), spricht seine Verwunderung Bukarest. Präsident Dr. Benes kam SamStag vormittags um 10 Uhr in Bukarest an. Auf deni Bahnhof wurde er von König Carol, der gesamten Regierung mit dem Ministerpräsidenten T a t a r e s e u und Außenminister Tituleseu an der Spitze, dem diplomatischen Korps und zahlreichen anderen Würdenträgern empfangen. Rach der Begrüssung schritt Dr. Benes die Ehrenkompanie ab, worauf er in festlichem Zuge in das königliche Palais geleitet wurde. Prinz Pavle von Jugoslawien, welcher kurz darauf in Bukarest ankam, wurde mit demselben Zeremoniell empfangen. Zu Mittag wurde in der rumänischen Hauptstadt, die Festkleid trägt, eine große Truppenparade abgehaltrn. Zur Begrüßung der Staatsoberhäupter sind in Bukarest 10.000 Bürger-, meister von Städten und Gemeinden erschienen. Rach einem. Galadiner empfing Präsident Dr. Benes am Nachmittag den Ministerpräsidenten Tataresru und den Außenminister Tituleseu. Gegen Abend begab sich der Präsident auf die ffchechoslowakische Gesandtschaft, wo er die Vertreter der ffchechoslowakischrn Kolonie empfing. Vor einem Bürgerkrieg in China Dir Spannung zwischen dem Südwestlichen Politischen Rat in Canton, der ein Stütz- puntt der linken Kuomintang ist, und der Zentralregierung in Nanking ist in den letzten Monate» wieder akut geworden, nachdem es eine Zeitlang den Anschein hatte, als ob diese Spannung weniger scharf geworden sei. Abgesehen von den innenpolitischen Differenzen(Nanking vertritt die zentralistische Richtung gegenüber den Föderalistischen Tendenzen von Canton), handelt es sich da vor allem um das Bc r h ä l 1 n i s z u Japan. In Nanking scheint in den letzten Monaten jene Richtung die Oberhand zu gewinnen, die in dieser oder jener Form zu einer Brrstän- digung» ja zu einer engeren Entente mit Japan neigt. Marschall Chiangkaischek glaubt offenbar nicht an die Möglichkeit eines erfolgreichen Widerstandes gegen die japanischen Urbergriffe in Rordchina, jedenfalls nicht in absehbarer Zeit und nicht bei dem jetzigen Zustand der chinesischen Wehrkraft. Ein Krieg mit Japan in der heutigen Situation würde bestimmt zu einer Katastrophe für China führen. Auch die allgemeine weltpolitische Situation ist für China ungünstig, da man weder von englischer noch von russischer Seite eine tatkräftige Unterstützung erwarten darf. Die Bereinigten Staaten find aber gegenwärtig und wohl ijs zu der Präsidentenwahl im November zu sehr durch innenpolitische Kämpfe in Anspruch genommen, um einen Einfluß auf die fernöstlichen Ereignisse zu nehmen. Die Cantoner Bewegung richtet sich weniger gegen Japan als gegen die Regierung Chiangkaischeks. Die Kau ton es en können auch p r a k t i s ch«ich t s g e g e n I a p a n unternehmen: die Entfernung zwischen Canton und Peiping ist fast ebenso groß wie zwischen Madrid und Berlin. Eine größere politische Be- deutung haben die Ereignisse in der Provinz F« kie n, die der japanischen Insel Formosa (Taiwan) gegenüber liegt. Dir Aufstandsbewegung in Fukien ist wahrscheinlich auf japanische Einflüsse zurückzuführen, Japan erhebt seit langer Zeit Anspruch auf eine besondere Stellung in dieser Provinz, die heute zum Machtbereich von Canton gehört. Vie Erschütterung der SdP Unter dem wachsenden Druck der Rebellionen in den verschiedensten Parteikaders hat sich die SdP endlich entschlossen, durch einen„Aufruf" des Gottsöbersten und durch einen spaltenlangen Artikel S a n d n e r s in der„Rundschau" —- die;3eit" bringt daraus nur einen kurzen Auszug—- einiges zur Erklärung der Revolte verlauten zu lassen. Nach der.Darstellung Sand- ners handle es sich lediglich um ein halbes Dutzend Männer, die erste Machtpositionen in der Partei beanspruchten, ohne noch das„letzte Vertrauen des Führers" zu besitzen. Sandner plaudert dabei bedauernd aus, daß Henleins Leibgarde„durch Monate hindurch über Vorgänge geschwiegen" hat, die sie eigentlich„schon frühzei- tig zum entscheidenden Eingreifen hätte"veranlassen sollen". Diejenigen, denen am vorbildlichen Funktionieren der SdP gelegen ist, dürften und müßten also nun dem Herrn Henlein den Vorwurf machen, daß seine göttliche Fähigkeit, Ordnung zu machen, monatelang versagte, obwohl, wie Sandner weiter feststellt, die SdP„seit den ersten Tagen ihres Bestandes unter den Forderungen dieser Anspruchsvollen schwer zu leiden gehabt haj"! Und diese Anspruchsvollen hätten nun in offener Rebellion ihre Forderungen zu erzwingen getrachtet. Als Rebellanten zählt Sandner die Herren Haider, Stnagon, Brehm und Dr. Kreiß! und als mit ihnen solidarisierend die Herren Kasper und den Achg. Liebl auf. Dem Herrn Haider wird vorgeworfen, daß er— obzwar er nicht einmal Parteimitglied war(und es bis heute nicht ist), von Henlein als dessen Stellvertreter eingesetzt zu werden wünschte; dazu. hielt mag ihn noch für nicht genügend bewährt, aber man"machte ihm„wiederholt verschiedene weitgehende Angebote", die wiederum dem Herrn Haider nicht als genügend verlockend erschienen. Wohlgemerkt: man wollte ihm große Positionen einräumen, obzwar er. nicht einmal der Partei angehörte l. So also schaut die Wirtschaft iy.her, Führung der„Volksgemeinschaft'" aus! Draußen, im sudetendeutschen Gebiet, trejben die Henleins, wo sie können, den Arbeitern und Angestellten die Arbeitsplätze ab, wenn die. der„.Totalität" Abholden nicht das Mitgliedsbücher der SdP besitzen— aber in der Hauptleitung werden Leute, die nicht eimnal— wie sagt SaNdner?:„die pri- mitivste Voraussetzung jeglicher Mitarbeit", nämlich den Beitritt zur SdP nachweisen,, zu den höchsten Ehrenämtern der Partei herangezogen! Da wird es nun niemanden mehr wundernehmen, wenn wir mitteilen— Herr Sandner selber gibt da? nicht Mm Vesten— daß auch in der Redaktion des SdP-Zentralorgans, der„Zeit", Redakteure sitzen und saßen/die der SdP gar nicht angehören. Man hat uns sogar berichtet, daß die Mehrzahl der.„Zeit"-Redakteure nicht SdP- Mitglieder sind. Was sie aber nicht hindert, jeden Tag alle diejenigen anderen, die nicht der SdP antzehörtn, als„außerhalb der Volksgemeinschaft" Stehende und also als Deutsche minderen Grades zu" disqualifizieren! Dem Herrn S m a g o n wirft Sandner vor, daß er in der Mähr.-Schönberger Kreisleitung intrigierte, statt zu arbeitens Und Herr B r eh in hätte Aehnliches getan, obzwar"man ihm als Zeichen^vorbehaltlosen Vertrauens"" sogar eine Jahreskarte auf der Eisenbahn verliehen hatte! Wie nobel diese Verleihung, wie nobel jetzt der Vorwurf ihrethalben! K r e i tz l hätte sich mit den Genannten solidarisch erklärt und Kasper: und Liebl, zwei Männer höchsten„Führer"-Vertrauens, hätten mitgetan. Diese sechs also hätten„das Vertrauen der Massen erschüttert und den Glauben an den Wiederaufstieg des Sudetendeutschtums untergraben". Nun, wenn Herr Sandner glaubt, daß Lis große Masse der SdP-Anhänger von diesen seinen Erklärungen befriedigt sein wird, befindet er sich unseres Erachtens ganz elend auf dem Holzweg. Nach der Darstellung des Herrn Sandner wäre anzunehmen, daß die ganze Revolte in der SdP lediglich auf den Ehrgeiz eines halben Dutzend Männer zurückzuführen sei. In Wirklichkeit aber rech ellieren doch H underte und T a u- sende, und wahrhaftig nicht deshalb, weil sie sich kränkten, daß der Herr Brehm oder der Herr Smagon noch nicht zu SdP-Generalen ernannt wurden. Nein, sie rebellieren, weil sie mit der Polttik und Taktik der Partei nicht einverstanden Seite 2 Sonntag, 7. Juni 1936 Nr. 133 sind, weil sie die vor allem im Sozialpolitischen reaktionäre Haltung der Partei verurteilen und weil sie empört sind über die Methoden, die sich der Führerklüngel zurechtgelegt hat. Herr Sandner ist jetzt vom Allmächtigen mit der Durchführung der„Läuterungsaktion" betraut. Wäre er Göring und lebte er in Berlin, dann könnte er das halbe Dutzend und noch einige mehr an die Wand stellen, den Rest der Rebellen mit Konzentrationslager bestrafen oder doch bedrohen. So aber wird er nur reden und verhandeln, auf den Tisch schlagen und mit Enthüllungen drohen können— was aber die Bedrohten totstcher mit dem freundlichen Hinweis darauf beantworten werden, daß sie selber auch einiges Nette über die SdP zu erzählen hätten. Und vielleicht werden die von Sandner schon jetzt namentlich Verfemten, die Ausgeschlossenen und. Ausgetretenen, in der Presse sofort manches verlauten lassen, noch ehe Herr Sandner mit der„Läute- rungsäktion" im ersten Parteikreis fertig zu sein glauben wird. Der Krach in der SdP Aeäbietet alles, was je an Zerwürfnissen innerhalb einer sudetendeutschen Partei zu verzeichnen war. Niemals ist in einer deutschbürgerlichen Partei hierzulande— vott den Sozialdemokraten natürlich gar nicht zu reden— eine solch« Rebellion von Uirterführern und Geführten gegen die Parteileitung zutage« getreten. Selbst die Kommunisten, die bisher den Rekord an Garniturenwechseln und dergleichen hielten und die mehr als ein Jahrzehnt hindurch mit«Säuberung saktionen" die angestrebten Ziele immer mehr verfehlten, können sich darin mit den Henleins nicht messen, bei denen di« Geschichte„Läuterung saktion" heißt. Nun stehen innerhalb der„Einheitspartei" die einen gegen die anderen. Welche Konsequenzen das noch für das innere Getriebe der SdP und für ihre politische Stellung innerhalb des Sudetendeutschtums und innerhalb des Staates haben wird, läßt sich nicht Voraussagen. Auch jetzt noch möge sich niemand zu der Illusion verleiten lassen, daß die.SdP nun gleich radikal zu- sammenbrechen werde. Eines aber steht fest: der Nimbus ist gewichen, die Zweifel beginnen zu nagen, die„Totalität" fängt an, sich durch sich selber zu verbluten. Und deffen freuen wir uns vom ganzen Herzen, weil wir überzeugt sind, daß die Ernüchterung in der SdP und über sie notwendige Voraussetzung für einen wahren Aufstieg des arbeitenden sudetendeutschen Volles ist. IMe Strelklage Paris. Samstag, am elften Tage des Arbeiterstreikes, hat dieser sowohl in den verschiedenen Fachgruppen als auch unter dem Ladenpersonal eine weitere Ausbreitung erfahren. Alle großen Warenhäuser sind geschloffen. Nur eines von ihnen»«Bon Marchs", meldet, daß es den Angestellten«inen bezahlten Urlaub gewährt. Es scheint, daß sich der Streik in den nächsten Stunden auch auf die Theaterbediensteten sowie auf das Personal der Biographen und der Filmateliers aubbreiten wird. So wie in den vergangenen Tagen ist auch heute in Paris der Verkehr gesichert. Für die Versorgung von Paris ist im vollen Maße und allseitig gesorgt. Die Wasser«, Gas und Elektrizitätsversorgung funktioniert normal, ebenso wie der Dienst in den Zentral« Markthallen. Die Arbeiter des SchlachthofeS haben wieder den Dienst angetreten, denn ihren Forderungen wurde entsprochen. Von nirgends wird eine Störung der Ordnung gemeldet. Früh sind wieder alle Blätter erschienen, aber das Hachette-ExpedittonSbüro und die Chauffeure der Transportgesellschaften streiken. Deshalb unterblieb die Versendung der Zettungen in die Provinz. In den Citroen- Werken wurde zwischen Arbeitgebern und der Ar« bettevschaft keine Einigung erzielt. AuS diesem Grunde haben die Arbeiter neuerdings dre Fabrik besetzt. Der Streik in Lille brettet sich in einer Reihe weiterer Betriebe aus. Im Gebiete vcn Lille besetzten die Arbeiter in vollkommener Ruhe ungefähr 200 Fabriken. Vle Taktik der französischen Kommunisten (AP.) Die künftige Taktik der französischen Kommunisten im ganzen genommen ist zur Zeit noch so wenig eindeutig, wie sie es bisher in Einzelfragen, z. B. in der Stellung zur Armee, ist. Dort haben wir ein Schwanken zwischen der alten Taktik der Armeezersetzung, der antimilitaristischen und defaitistischen Propaganda einerseits und der neuen, durch das französisch-russische Bündnis und die Gefahr seitens des Dritten Rei» ches gebotenen Linie der positiven Einstellung zur nationalen Verteidigung und den Bedürfnissen des französischen Heeres. Dies Schwanken ist nicht verwunderlich, denn der neuen Praxis ist die Theorie, die unverändert blieb, nicht angepaßt worden. Auf der einen Seite haben wir die Weigerung, an der Regierung teihunehmen, den Ruf der„Humanitt" nach drakonischen Maßnahmen in wirtschaftlicher Hinsicht, die, wie das Bemühen zur Beruhigung der Wirtschaft angesichts der Kapitalflucht und der Goldabwanderung zeigt, keineswegs im Sinne der Regierung Lion Blum liegen, ferner den Vorschlag zur Bildung einer einheitlichen Arbeiterpartei und den Ruf zur Schaffung von Komitees der republikanischen Verteidigung und Uebevwachung, die die Tätigkeit der Regierung kontrollieren und eine Art Nebenregierung bilden sollen. Das würde bedeuten, die Sozialisten zu bevormunden und die Volksfront unter rein kommunistischen Einfluß zu bringen. Es gibt aber auch viele andere Momente. Der kommnistische Fraktionsführer forderte in einer Rede die Intensivierung des französischen Sports und bezeichnete es als beschämend für Frankreich, daß die ftanzösischen Sportsleute international überall ins Hintertreffen gerieten. Er forderte 1 Milliarde Francs zur Anlage vtzsii Stadien und SporHlätzen. Weiter kündigte er Anträge zur— Hebung der Geburtenziffer an. Dies hat ungeheures Aufsehen ausgelöst. Ferner wurde bekanntgegeben, daß die Vermögensabgabe sich nicht auf Vermögen über 800.000 Francs, sondern erst auf Vermögen über 1 Million Francs erstrecken solle. Bon den Sparern, Gewerbetreibenden und Landwirten wurde das beifällig ausgenommen. Zur Kolonialfrage äußerte die„Hu- manite" entgegen der bisherigen Forderung der „Befreiung vom Joch des französischen Imperialismus", man begnüge sich mit der Einsetzung einer parlamentarischenUntersuchungSkommiffion, die die Lage in Nordafrika und Jndochina zu überprüfen haben werde. Die KPF hat augenblicklich einen Januskopf. Die Arbeitsvermittlung Unternehmerangriffe gegen den Entwurf des Fürsorgeministeriums Der Initiative der Sozialdemokraten ist es zu danken, daß eine von der Arbeiterschaft sett Jahren vertretene Forderung der Verwirklichung jetzt ein Stück näher gebracht worden ist. Das Sozialfürsorgeministerium hat vor kurzem dem interministeriellen Verfahren einen neuen E n t- wurfüber die Errichtung von Arbeitsvermittlungsämtern zugeleitet, der ein« baldige parlamentarische Erledigung finden soll. Dieser Entwurf berücksichtigt weitgehend die Anregungen der Gewerkschaften. Wird er Gesetz, so ist damit das große sozialpolittsche Aufbauwerk in twr Tschechoslowakischen Republik wieder ein gutes Stück weiter gebracht worden. Aber eben das wollen die Gegner einer fortschrittlichen sozialpolitfichen Gesetzgebung verhindern. Mit voller Wucht stürmen die Unternehmer- svndizi in Arttkeln, die die bürgerlichen Zeitungen ohne Unterschied der Nationalität bereitwilligst veröffentlichen, gegen den Entwurf an, und die Handelskammern und Jndustriellenberbände fabrizieren in ihren schleunigst einberufenen Ausschußsitzungen Protestentschließungen. Die sachlichen G r L n d e für die ganzstaalliche Regelung der Arbeitsvermittlung, für die Errichtung von Vermittlungsämtern, für die Einführung des Meldezwanges, für den Bedarf an Arbeitern und der obligatorischen Verpftichtung, Neueinstellungen nurmehr durch die Vermittlungsstelle vorzunehmen, werden von den Unternehmern einfach ignoriert. Daß die Dauer-MassenarbeitSlofigkett die Mängel der privaten Arbeitsvermittlung unerträglich gemacht, daß durch sie die Arbeitslosigkeit von Tausenden arbeitsbereiten Menschen verlängert und ihr Elend vermehrt worden ist, daran gehen sie achtlos vorüber. Daß gerade in den Krisen« jähren sich durch das Verhalten der Unternehmer Mißstände über Mißstände herausgebildet haben und zahlreiche Fälle zu verzeichnen sind, wo der Gesinnungsterror gegen die Arbeiter nachweislich ist, das alles wird in den Unternehmerkundgebungen gegen den Gesetzentwurf über die Arbeitsvermittlungsämter verschwiegen. Aber es wird um so vollkommener der alte Trick geübt, die wahren Gründe der Gegnerschaft gegen diesen geplanten sozialpolittschen Akt zu der, heimlichen und dafür um so lauter über die Schädigung der Wirtschaft und deS kleinen Angestellten und über den angeblichen„Widerspruch zu den grundlegenden BerfaffungSrechten" zu klagen. Der Unternehmerspudikus Dr. Milto Kotrba bedauert in der„Bohemia" in einem Artikel„Irrwege der Arbeitsvermittlung" den kleinen strebsamen Angestellten, der sich dann nicht mehr nach einer befferen Stelle umschen könne. Der ArbeltgeberauSschuß des-- tschechoslowakischen Jndustriellenye.rbandeS wendet siH dagegen, daß der Arbeitsvermittlung „Aufgaben übertragen werden sollen, di« in keinem Zusammenhang mit ihr stehen" und daß„sie sich auf alle Zweige der Lohnarbeit beziehen soll". Deutlicher ist schon dieser Satz der Entschließung: „Ebensowenig kann allerdings dem beantragten Rechte der Arbeitsvermittlungsstcllcn zuge« stimmt werden, auf die Bedingungen der ArbeitS- verhältniffeS Einfluß zu nehmen und in Lohnstrtt« ten gegen den Arbeitgeber zu kämpfen. Die Folgen des Verbotes, daß die Arbeitsvermittlungsstellen für einen Betrieb, in dem ein Stteik oder ein« Aussperrung ausgebrochen ist, keine Arbeitskräfte vermitteln dürfen, find leicht abzusehen, wenn der Arbeitgeber keine anderen Kräfte aufnehmen darf als jene, die ihm die Arbeitsvermittlungsstelle zuweist. DieS würde einen d irekten A n- reiz zu ständigen Stritten aus oft kleinlichen Gründen bedeuten und in seinen Folgen auch zu einer Desorganisation in den Kreisen der Arbeitnehmer führen." Ja, wenn in dem Entwurf die Arbeitsvermitt- lungsämter zur Vermittlung von Streikbrechern verpflichtet würden, dann würden die Industriellen ihm keinen Widerstand entgegensetzen und auch nicht über Verletzung von BerfaffungSgrundsätzen klagen. Aber weil das Gesetz die Arbeiter vor der Unternrhmerwillkür, vor dem sich breitmachenden Terror gegen die Irenen Anhänger der Sozialdemokratie«nd der freien Gewerkschaften schütze« und damit den demokratischen Grundsätzen auch auf dem sozialen Boden unseres Staates den Weg ebne« will— darum wollen die Industriellen alS Gegner der Demokratte»nd als Feinde des sozialpolittschen Fortschritts den Entwurf zu Fall bringe«. Das Blatt der Hochfinanz Sorgen der»Bohemia" Die„Bohemia" hat Sorgen. Nicht etwa deswegen, weil es im sudetendeutschen Gebiet zehntausende von Erwerbslosen gibt, sondern— weil in der geplanten Steuernovelle„bei den Abzugsposten zur Besserung der Erwerbsteuer- Grundlage Bestimmungen ausgenommen werden» welche die unter dem Titel„Gehälter" gezahlten Beiträge nur bis zu einer Höhe von 250.000 Kö als Abzugsposten anerkennen." Die„Bchemia" tut dabei so, als ob es sich nicht um das Luxuseinkommen von ein paar Bank- und Fabrikdirektoren handelte, sondern um den Staat, der durch eine Senkung der hohen Einkommen um Steuern kämel Welche Heuchelei in dieser Begründung liegt, zeigt sich schon ein paar Zeilen ttefer, da das Blatt davon spricht, es handle sich bei diesen hohen Gehältern nur um Ausnahmen, ohne dcwei zu bedenken» daß dann der Sttuer- entgang für den Staat gar keine Rolle spiell. Es ist unnötig, mit der„Bohemia" lange zu polemisieren, es genügt festzustellen, daß im Jahre 1936, da zehntausende deutscher Volksgenossen keine Arbeit haben und auf die Ernährungskarten angewiesen sind, die„Bohemia" einen Feldzug für jene führt, die ein Jahreseinkommen von mehr als 250.000 Kö haben. Wer da noch daran zweifelt, daß die„Bohemia" ein Blatt der Hochfinanz ist, der ist unbelehrbar. Präsident«nd Regierung für die Berteidi- gungsanleihe. Der Präsident der Republik hat vor seiner Abreise nach Bukarest hinsichtlich brr persönlichen Zeichnung der' NaaiSvetttidlgurW- anleihe, an der er sich mit einem bedeutenden Bettage beteiligen wird, Dispositionen getroffen. Ebenso haben die Mttglieder der Regierung, beschlossen, daß sich jedes von ihnen der Zeichnung der Staatsverteidigungsanleihe, und zwar jedes Mitglied mit dem gleichen Betrage» beteiligen wird. Die Betriebs« usschußwahlen im Bräuhaus in Pilseu hatten folgendes Ergebnis: Die Kandidatenliste Nr. 1 des Verbandes der Angestellten der Lebensmittel-Jndusttie(sozialdemokratisch) erhielt 522 Stimmen und 7 Mandate, die Kandidatenliste Nr. 2 der Bereinigung der Brauerei- Angestellten der nationalsozialistischen Partei 286 Stimmen und 3 Mandate, die Nationale Bereinigung 42 Stimmen und kein Mandat. 6 Wir suchen ein Land Roman einer Emigration Von Robert Grötzsch Aber wenn die Nächte. über ihm dunkeln» dann träumt der Platz von denen, die ihn schufen, die ihm Leben gäben und. ihn hegten. Dann träumt er von der Heiterkeit spielender junger Menschen, träumt von den Vätern und Müttern, die sich in seinem Birkensande lagerten, träumt von der Freiheit» die sich im Brausen jedes Frühlings ankündigt... Auch den Sportwart— er war inzwischen sozialdemokrattscher Stadtverordneter geworden — fing man. Sein Westenfutter barg verbotene Literatur. An einer Straßenecke versetzte er den zwei Braunen einige Stöße und enttam. Er heißt Karl Herkner und dies ist die Geschichte seines Platzes. Hl. Ka p i t e l. Der Mai wurde wärmer und wärmer. Die Bauern warteten auf Regen, aber es reichte nur hin und wieder zu einem Gewitterguß. Die Natur war zu zeitig aufgestanden. Apfelbaum und Flieder blühten dicht nacheinander. Die fünf Burschen der Spinne lagen am Wasser. Was sollte man anderes tun nach der Arbeit! In drei Tagen hatten sie ihr neues Heim so stürmisch angepackt, daß sich die Wände nicht wieder kannten. Acht Zimmer würden drau- werden und eine große Eßstube. Ihre Arbeitssachen fleckten von Kalk und Farbe. MoseS Verkäuferpfötchen waren vom Ziegelgreifen rauh und wund. Wirklich wohl fühlte sich dabei nur Frosch. Ein Ziegelstein wurde in seinen Flossen klein und bescheiden. Aber herrlich war es für alle, gegen Abend am Flusse zu lager»;md den Schiffen nachzuschauen, die weiter unten eilig hinter den ersten Brückenpfeilern von Liwsch verschwanden. Sie hockten im llfersande. Wenn Dampfer vorüberglittrn, rauschte der Gischt der Kielwellen über ihre Zehen hinweg. ”„Das mußte gar nicht so kommen", sagte Frosch und dehnte seinen großen, knochigen Körper.„Mensch, nach dem fünften März lagen wir Reichsbannerleute alle auf der Lauer. Ein Kommando von der Gauleitung— und in zwei Stunden wär die ganze Stadt in unfern Händen gewesen." ,^uer Kaff, jawohl, bet war schnell erobert"» meinte Pettr, während Paul zustimmend die letzten Worte wiederholte.—„Aber die jrotzen Städte! Die Reichswehr, mein Lieber, die Polizei, Stahlhelm und Nazi— alle jejen uns! Hamm die Kommunisten wat jewagt? Wir Hamm nischte davon jehört, nich Paul!" Der nickte eifrig. „Unsre ganze Politik mußte eben anders sein", meinte der Kleine. Di« Drei stimmten zu. Nur MoseS schwieg und schaute überS Wasser, dessen Spiegel tröstlich dahin welltt. Immer derselbe Quätsch, hier genau wie in der Villa Wanja.. A jeden Tag dieselbe Platte: hätte, hätte... wenn, wenn... Als ob an der Nieder- lage nicht daS ganze Proletariat schuldig wäre! Es hatte auch gar keinen Zusammenhang mit dem Gespräch, als Frosch plötzlich drohte:„Wenn Herkner mich nochmal so anraunzt wie gestern früh, da fliegt ihm vielleicht mal'n Ziegel an Schädll" Gings gar nicht mehr, dann gab'S noch etwas anderes: hinüber gehen ins Dritte Reich, da bin ich, fragt mich was. Oho, man könnte aflerhand verraten, wenn man zum Lump werden wollte! Er sah schräg an den anderen vorbei, warf wütend einen Stein rücklings über die Böschung hinweg, die hinter ihnen zu den We!- denbüschen empor stieg. Da oben, an den Büschen entlang, lief ein schmaler Pfad einsam zur Stadt. Moses behielt dies«» Uferpfad gut im Auge, und so entdeckte er das Mädchen wieder zuerst. Langsam kam sie, mit ihrem Badeanzug im Lederriemen, an den Büschen entlang. MoseS hob im Sitzen den Kopf, Frosch schaute neugierig auf und bald sahen alle in der gleichen Richtung. -„Da is sie wieder", meinte Peter. Seit drei Tagen hatte das Mädchen neben den Burschen gebadet. Immer blieben fünfzig Meter Abstand. Immer kleidete sie sich im Weidengebüsch aus. .vielleicht iS ihr weiter unten das Wasser zu dreckig." Von weit drunten, wo eine Badeanstalt dunkel aus dem Wasser stieg, scholl das Gelärm badender Kinder. Jetzt trat daS Mädchen aus dem Gebüsch, stülpte die blaue Badekappe überS Haar, ttippelte durch Steingeröll zum Wasser. „Feines Kerlchen", schmunzelte Frosch, „schlank, aber dabei"— und er machte mit seinen Händen wellige, rundende Bewegungen Wer seinen knochigen Leib. „Wollen der Herr fteundlichst die Schnauze mäßigest", mahnte Moses leise, ,chas Wasser ttägt ihr Gebrüll auf hundert Meter, Herr! Sie verscheuchen die einzige Wassernixe, die sich zu uns heraus wagt!" Frosch schwieg. Er hätte gern auch so geantwortet, aber sowie er dazu ansetzte, gefroren ihm die Worte. Keine Kunst, so'n lausiger Heringsbändiger lernt's eben hinter der Laden- tafel, aber wenn er einen Ziegel hob, kriegte er Blutblasen. „Spitzeln wird se woll'n", sagte der Kleine und spie ins Wasser.„Was? Nee? Mensch, wie war'n daS bei der Billa Wanja, wollte die nich ooch spitzeln?" MoseS stand auf. ,^S ist nicht alles Spitze- line, was Bubikopf hat. Kleiner".... Mit frischen Stößen schwamm das Mädchen in den Strom hinaus. Die blaue Kappe hüpfte Wer dem Wasser■.. Bon oben hörte man Stimmen. Herkner und Schwarzer kamen den Weg entlang.„Achtung, Schnauze, unsre Bonzen", knurrte Frosch. „Gusti hätte mal mitkommen können", hörte man Herkner.„Wäre gut für sie, die Luft"... Schwarzer schwieg. Was will man machen, wenn so'ne Frau nicht aus dem Bau'rauSzu- lriegen ist. War sie mit der Küche fertig, ging das Flicken los. Die fiinf Burschen kraulten und prusteten im Sttome, aber das Mädchen holte" keiner mehr ein. Sie stieg drüben schon ans andre Ufer und lief ein Stück stromauf. Unschlüssig ttudelten die Fünf auf der Stelle— da taucht« es auf, weit vraußen: lange Holzstöße, eine rott Fahne, drei Mann vorn an den Rudern. Der Kleine, der die schärfften Augen hatte, erkannte es zuerst: den Einschnitt des Fähnchens und den Alten. Alle schwammen aufgeregt ans Ufer und brüllten zu den Weiden hinauf:„Unser Floß, unser Floß!" Herkner und Schwarzer stiegen in die Badehosen, dann standen alle auf einem Häuft». Jawohl, das war der Alle und drei Mann; einer mochte in der Hauptstadt dazugekommen sein. Dem Kleinen blieb der Mund offen: vor fünf Tagen an der Billa Wanja und jetzt schwamm das Holz erst hier vorbei. Herrgott, hatten die Zeit... Alle rillen stromauf, ins Wasser, schwammen hinWer, winkten dem Allen zu:„Tag, Vater, s bohem, s bohem!" Der Alte kam an den Randbalken und half einem nach dem andern herauf. Knickebeinig und tticht gekrümmt turntt er auf dem glttschigen Holz dahin, als wolltt er jeden Augenblick ins Wasser fallen und lief doch sicherer als ttgend- einer. Wie gefällte Riesen lagen die Stämme aufeinander, knorrig und in langer Wucht. Durch di« Fwßlöcher gurr"te die Flut. (Fortsetzung folgt.)! Nr. 133 Sonntag, 7. Juni 1936 Seite 3 Sudetendeutscfier Zeitspiegel Vandervelde betraut Die offene Rebellion Ausbruch der Revolte in Bodenbach und Aussig = " In Bodenbach und Tetschen, bisher Aufschluß geben soll. Es ist allerdings, so schreibt berläßlichen Hochburgen der SdPẞ, fanden dieser die Deutsche Landpost", zu bezweifeln, daß KonTage stürmisch verlaufene SdP 3u- rad Henlein dieser Zitierung Folge leistet und in fammenfünfte statt, in denen von der Görfau wirklich Rede und Antwort steht, denn er Hauptleitung verlangt wurde, das gegen den Ab- würde noch dazu ohne seinen Adlatus Doktor geordneten Lie b I- Görfau eingeleitete Diszipli-| Brand, gegen den sich eine immer stärker werdende narverfahren sofort einzustellen. Die Versamm- Erregung in Anhängerkreisen der SdP richtet lungen beschäftigten sich weiter mit den Anschuldi- bei diesem Rededuell wahrscheinlich den gungen gegen die Hauptleitung, daß sie mit den Kürzeren ziehen. Finanzen der Partei arge Mißwirtschaft treibe. Falls das isziplinarverfahren gegen Liebl nicht zurückgezogen werde, sollen entsprechende Maßznahmen angewendet werden. * In Aussig, wo die SdP- Leute in besonderer Manier fämpften, stehen große Ereignisse bebor. Der Bezirksleiter Dr. Tauche, Beamter der Brauerei Großpriesen, kann die streitenden Brüder nur unter größten Anstrengungen besänftigen. Der Fall des Geschäftsstellenleiters Weber, zu desfen Ungunsten junge Leute aus Prag eine Unterbilanz von 10.000 Kč feststellten, beschäftigt heftig die Gemüter. In Schreckenstein haben frühere führende Nationalsozialisten, die jetzt der Henleinpar tei angehören, die Parole ausgegeben, aus der SdP auszutreten, oder besondere Gruppen in der Partei zu bilden und sich bereitzuhalten, der von Simm neuzugründenden Partei beizutreten. Die früheren Nazis, die in Schreckenstein dominieren, sind mit der Politik der Henlein, Brand, Sandner nicht zufrieden. Das Arbeiterelement, besonders die Ordner, die von jeher einen Unruheherd bildeten, stehen in scharfer Opposition zu der Ortsgruppenleitung, zu deren Vorsitzenden, Architekt Brosche, sie kein Vertrauen haben. * In einer stürmisch verlaufenen Versammlung der Ortsgruppe Nesto mit der SdP regnete es Mitgliedsbücher zurück. Selbst bisher äußerst zuverlässige Funktionäre wollen nicht mehr mittun. Krach auch in Görkau Eine christlichsoziale Stimme „ Das Volk" in Jägerndorf schreibt in einem Leitartifel über die Partei der Uneinigen" unter anderem: Die jüngste Entwicklung dieser deutschen Einigkeit ist besonders eklatant und äußerst sich bereits in Parteitagsraufereien, in Massenhinausschmissen, in Erklärungen und Gegenerklärungen. Die Schwierigkeit, ein ideologisches Konglomerat von der Zusammensetzung der SdP zu regieren, haben wir von Anfang an betont. Dies hier aber ist noch etwas ganz anderes: dieselbe Unduldsamkeit, rechthaberische Dickschädligkeit, rücksichtslose Draufgängerschaft, die sich ehedem gegen andere deutsche Parteien wendete, die er= plodiert jezt in der eigenen Ba rade.... Diese Aufbrüchler, diese alleinberechtigten Sprecher des Sudetendeutschtums, diese Volksgemeinschaftler sie haben den Mund sooo voll genommen von Einigkeit und Einigkeit un jetzt schmeißen sie einander heraus! Sie sollten sich schämen, der Welt ein solches Schauspiel vor zuführen... Der Kameradschaftsbund besteht weiter Die„ Prager Presse" stellt folgende Behauptungen auf: 1. Daß der Kameradschaftsbund unter welchem Namen immer weiterbesteht und sich sowohl innerpolitisch wie außenpolitisch in einer Weise betätigt, von der zwar die große Mehrheit der Partei Konrad Henleins nichts weiß, die aber immerhin wie die letzten Ereignisse bewiesen haben bestimmte Kreise innerhalb der SdP sehr lebhaft beschäftigen. Auch der Heimatsbezirk des Abg. Liebl, Görkau, hat sich nun gegen die Leitung der 2. Daß dieser Kameradschaftsbund StatuSdP gestellt. In einer Versammlung der SdP= Ortsleiter des Bezirkes, die dieser Tage stattfand ten besitzt, die ob sie nun in diesem oder jenem und an der über 100 Personen teilnahmen, spra- Dokument oder überhaupt nicht schriftlich niederchen sich alle Anivesenden unbedingt für gelegt sind jedenfalls geheim gehalten Abg. Liebl aus. Die Hauptleitung hatte zu werden. dieser Versammlung zwei Vertreter geschickt, die gegen Liebl Stellung nahmen, aber ihr Verhalten rief eine derartige Erregung hervor, daß es zu Tätlichkeiten gegen die Vertreter der Hauptleitung gekommen wäre, wenn der Abg. Liebl nicht besänftigend eingegriffen hätte. 3. Daß es in Bad Ullersdorf in Nordmähren und im Schloßrestaurant Sellbrunn bei Salzburg zu Zusammenfünf ten dieses Kameradschaftsbundes gekommen ist, die gleichfalls geheimgehalten wurden, weil sie geheimgehalten werden mußten. Die Opposition völkischer Studenten Die Daraufhin wurde beschlossen, für Samstag, den 6. d., eine Bezirkstagung als geschlossene§- 2Bersammlung einzuberufen, in der Abg. Liebl und auch der ausgeschlossene Arbeiterführer völkische Studenten Korporation Kasper sprechen werden. Mitglieder der Ramphold Gorenz" veröffentlicht gegen die Hauptleitung sollen zu dieser Versammlung SDP- ,, Rundschau" eine Erklärung, in der es nicht zugelassen werden, außer Konrad u. a. heißt: Henlein, der angeblich sein Erscheinen zugesagt Heiliger Osaf, gib mir einen 30. Juni! und daß unser Name in Verbindung mit politischen Auseinandersetzungen innerhalb der SdP genannt wird. Es ist eigenartig, wenn man auf der einen Seite den Gedanken der Volksgemeinschaft zu vertreten angibt, auf der anderen Seite die völkische Studentenschaft in ihrem natürlichen Gefühl auf das schwerste verlebt und in Auseinanderfeßungen hereinzieht, die von ihr nie gewollt wurden. Diese Studenten verwahren sich weiter gegen den Versuch verantwortlicher Stellen des Deutschen Turnverbandes", Angehörige unserer Korporation wegen ihrer Stellungnahme zur Deutschen Hochschülerschaft" in der Turnerschaft herabzusehen. " " Brüssel. Vandervelde wurde Samstag vormittags nochmals vom König empfangen. Nach einer etwa halbstündigen Unterredung verließ er das Schloß und erklärte den Journalisten, daß er vom König offiziell beauftragt worden sei, die Bildung einer Regierung der nationalen Einigung zu versuchen. Er werde sich mit den Vertretern der katholischen und der liberalen Partei in Verbindung setzen, um ihre Zustimmung für ein aus den drei traditionellen Barteien( Sozialisten, Kas tholiken und Liberale) bestehendes Kabinett zu ge= winnen. Der König hat Vandervelde gebeten, ihm Montag über den Erfolg seiner Bemühungen zu berichten. Gorki im Sterben London.( Renter.) Nach einem in der Nacht aus Moskan in London eingetroffenen Telegramm ist der Zustand Maxim Gorkis hoffnungslos. Holowatyjs Strafe ermäßigt Wien.( Eig.-Ber.) Der Oberste Gerichtshof beschäftigte sich gestern mit der Berufung, welche die Gewerkschaftsfunktionäre Steind. I und Holowaty i gegen ihre Verurteilung zu 5 und zu 10 Jahren Gefängnis eingelegt haben. Sie wurden damals des Hochverrats schuldig erfannt, begangen durch die illegale Tätigkeit für die freien Gewerkschaften. Die Vorgeschichte der Sache dürfte noch gut in Erinnerung sein. Auf Grund einer Denuntiation der vaterländischen Front wurde bei dem sozialde= suchung veranstaltet, wobei eine Stollektion illegaler mokratischen Tischler Stein deine HausdurchFlugzettel gefunden wurde, welche sich aber( bis auf zwei) nur auf die Gewerkschaften bezogen. Auf die Frage, ob zwischen ihm und Holowatyj Verbindungen bestünden, verneinte Steindl dies hartnäckig; trotzdem ermutigte man den Mann bei der Polizei, Holowathi zu belasten Zwei Monate nach der Verhaftung Steindis machte die Polizei eine Hausdurchsuchung bei der Mutter Holowathis. In dem tam Holowatyj, der ohne Wissen der Polizei illegal in Wien weilte, und lief den Beamten glatt in die Arme. Dann erhob der Staatsanwalt die Anflage we= gen Hochverrais. Er erblickte in dem Inhalt von zwei Flugblättern, welche sich nicht auf Gewerks schaftsangelegenheiten beziehen, hochberräterische Der neue Bürgermeister von Leitmerik. Die Umtriebe. Die Flugblätter datieren aber aus einer Bezirksbehörde hat den bisherigen ersten Bürger- fährt erscheint. Darum hat der Staatsanwalt andere Zeit, die solange zurückliegt, daß das Vergehen vermeister- Stellvertreter in Leitmeris, Ing. Johann Flugblätter zu Hilfe genommen, welche in der urs Vogt, Baumeister in Leitmerit, zum Bürgermei- sprünglichen Anklage überhaupt nicht erwähnt sind. ster ernannt, welche Stelle durch den Tod Franz Er dehnt die Hochverratsanklage auch auf diese FlugKřepets freigeworden ist. Zum ersten Stellver- blätter aus, was bei dem Schnellverfahren dieser Art Prozesse leicht zu bewerkstelligen ist. treter wurde an die Stelle Vogts Wenzel Czech, ahntechniker in Leitmeris, ernannt. Die Berufung, welche von Dr. Steinitz formu liert wurde, legt dar, daß das Urteil auch juridisch Hauptversammlung der Deutschen Haupt- vollkommen unhaltbar fei. Noch während der Verstelle für Kinderschuß und Jugendfürsorge. Am handlung schließt der Prokurator die Deffentlichkeit Freitag, den 19. Juni, findet um 17 Uhr im aus und auch die Journalisten mußten den Saal berlassen. Dies bedeutet also soviel, daß in Oesters Dachgartensaal des Deutschen Hauses, Prag II., reich nicht über den Prozeß berichtet werden darf und Graben 26, die ordentliche Hauptversammlung daß nur der Urteilsspruch veröffentlicht wird. der Deutschen Hauptstelle für Kinderschutz und Samstag wurde das Urteil bekanntgegeben. Jugendfürsorge statt. Neben den üblichen Be- Das erste Urteil wird dahin abgeändert, daß richten Geschäfts-, Kassabericht etc. wird die Angeklagten von den neu geklagten Fakten. ,, Wir verwahren uns scharf da- die Sekretärin der Hauptstelle Frau Dr. M. freigesprochen wurden. Im übrigen wurde die Nichtigkeitsbeschwere verworfen. Die Strafe Hohat und der über den Ausschluß Kaspers und die gegen, daß unsere Korporation im Zusammen- Czerny ein Referat über„ Mutterschulung" er- watyis wird von 10 auf 6 Jahre herabgefeßt, die Gründe des Disziplinarverfahrens gegen Lieb! hang mit einem sogenannten„ Aufbruch- Kreis" statten. 土 Hocke ન 期 HOTEL POSE Central Strafe Steindls bleibt unverändert.( 5 Jahre.) Jugendtagsausklänge Ausklang! Auf Klang" liegt der Nachdruck. Schwedisch, dänisch und deutsch zugleich schmetterte die„ Internationale" zur offenen Saaltür eines Herrnsfretschner Wirtshauses hinaus in den strömenden Pfingstmontagregen und in das liebliche, wenn auch henleinverseuchte Dorf in der letzten romantischen Schlucht, die, knapp bevor die Elbe hitlerisch wird, in diese mündet. Ein paar Schritte weiter und aus wär's mit dem Gesang der ,, Internationale"! . Aber laßt die Sache vom Anfang erzählen! Vierzig Schweden, dreißig Dänen und einige Oesterreicher Gäste des Reichsjugendtages in Bodenbach find am Pfingstmontag nachmittag mit einer Gruppe von Partei- und Jugendgenos= jen nach Herrnsfretschen gefahren. Zwar: Es goß und goß und goß in Strömen und die Landschaft hat die denkbar schlechteste Reklame für sich ge= macht: Aber unter diesen jungen Menschen war die Stimmung ausgezeichnet. Die Verständigung war zwar schwierig, dafür aber das Verstehen umso gründlicher! Ein Teil der Gäste ließ sich's trotz des schlechten Wetters nicht nehmen, in die Edmundsklamm zu fahren. Die Uebrigen stifteten einstweilen einen fröhlicheninternatio= nalen Nachmittag, ausgerechnet in Herrnsfretschen! Schwedische, dänische, deutsche Kampflieder, Freiheitslieder, Volkslieder, Schlag auf Schlag. Es war ein frohes Wettsingen! Erst spät am Abend landete die lustige Gesellschaft wieder in Bodenbach. Unseren nordischen Gästen hat dieser Nachmittag sehr gut gefallen und wir freuen uns darüber. Die Roten Falken in Bodenbach Die Roten Falfen beteiligten sich an dem Die beste Antwort auf die Versuche der Hen! einpresse, unseren Reichsjugendtag zu verkleinern: Aufnahme der Kundgebung auf dem Tetschener Marktplatz( sichtbar sind etwa zwei Drittel der Teilnehmer) Reichsjugendtag in schr großer Zahl. Nicht weni Scite 4 Jagesneuigkeiten Kein ,, Kuriosum" Sonntag, 7. Juni 1936 Ein Beleidiger Koloman Wallischs verurteilt Eine Presseklage der Gen. Paula Wallisch gegen den christlichsozialen Redakteur Dr. Kußl aus Trautenau Verurteilung des angeklagten Redakteurs Nr. 133Oslo. Die übrigen Verletzten sind größtenteils Wiener oder stammen aus Tirol. Unter den Berletten befindet sich auch ein französisches Ehepaar, das sich auf der Hochzeitsreise befand. Der ,, grüne Anton" streift. Die französische Streifivelle greift weiter um sich. Neben den Be= Vor dem Kreisgericht in Jičin wurde die ner Pressegerichte gegen den verantwortlichen Re- legschaften großer Betriebe sind auch die Ange„ Kuriosa"- das sind jene im Publikum ser Tage ein Prozeß in erster Instanz beendet, dakteur des berüchtigten Blattes Freiheit" gestellten anderer Unternehmungen in Streit ge beliebten Mitteilungen der Amüsierpresse, mit dessen Ergebnis das Intereſſe weitester Schichten führten Prozesse erging, in welchem Prozesse, der treten. Aber es entbehrt gewiß nicht der Komil, denen sie leise andeutet, daß selbst sie, die doch ten Arbeiterschaft in Anspruch nehmen wird. der inländischen und ausländischen klassenbewuß seinerzeit eine Sensation hervorgerufen hat, das daß sich darunter auch die Chauffeure und die berufsmäßig alles versteht, die Welt nicht mehr Wiener Gericht nach genauer Prüfung des Sach- Begleitmannschaften der grünen, vergitterten Das in Trautenau erscheinende Blatt der verhaltes und Durchführung von Beweisen auch Gefangenenwagen befinden. Man erfährt dadurch versteht. Aber diese Presse ist gerade dann ganz deutschen christlichsozialen Partei„ Volksbote". durch ungarische Behörden, zu einer schweren auch zum ersten Male, daß der Gefangenentranss besonders einfältig, wenn sie sich nachdenklich hat am 23. Jänner 1935 unter der Ueberschrift Verurteilung des Redakteurs der Freiheit" ge- port nicht von der Polizei durchgeführt, sondern stellt. Zum Beispiel veröffentlichen eben ein paar Self, was helfen mag" einen Artikel veröffent- langt war. Genossin Wallisch konnte sich auch auf einem privaten Unternehmen übergeben ist. von diesen Amüfierzeitungen, offenbar um auf licht, welcher schwere Beleidigungen und Vor- ein anderes österreichisches Urteil, nämlich des Jedenfalls ist nun die Polizei gezwungen, diese Irrtumsmöglichkeiten der ärztlichen Kunst hin- würfe gegen das Andenken des in den Febertagen Bezirksgerichtes Grobming aus dem Jahre 1931 Aufgabe, die auch normalerweise zu ihrem Tätig zuweisen, die nachstehende Meldung der„ New 1934 auf Grund eines standgerichtlichen Urteiles berufen. Der Vertreter der Genossin Wallisch keitsbereich gehören sollte, zu übernehmen. Aber York Tribune" als„ Kuriosum": des Kreisgerichtes in Leoben hingerichteten, von wies darauf hin, daß es in der demokratischen und das ist das Erstaunlichste an dem Gander Arbeiterklasse der ganzen Welt verehrten Ge- Tschechoslowakischen Republik unzulässig sei, die zen sie kann die Häftlinge nicht in der ,, Grüs nossen Koloman Wallisch enthielt. Bezeichnung eines toten politischen Gegners als nen Minna" transportieren. Denn auch diese blutige Bestie zu verbreiten, auch wenn ein par- Spezialwagen sind Privatbesiz. Und die Angeteiisches österreichisches Gericht den Verbreiter stellten, die in diesem Streit die Betriebsmittel dieses Ausdruckes freigesprochen hat. in der Hand behalten, haben auch die Gefange nenwagen mit Beschlag belegt. „ In Nebraska starb im Alter von 115 Jahren Salomon Rickner, der in seiner Jugend dreimal von der Militärkommission als untaug lich abgelehnt worden war." Die Witwe nach Gen. Soloman Wallisch, Genossin Paula Wallisch, überreichte darum bei dem hiefür zuständigen Kreisgerichte in Koloman Wallisch durch Gen. Dr. Sch wel b, Jicin in Wahrung des Andenkens des Genossen die Preffeflage gegen den verantwortlichen Redatteur des christlichsozialen Blattes, Dr. Kußl. den dauerte, wurde das ganze Material vom Bei der Schlußverhandlung, die fünf Stun Kreisgerichte in 3ičin eingehend geprüft und soWas an dieser Nachricht den Journalisten furios zu sein scheint, ist unerfindlich. Merkwür dig wäre doch höchstens das Gegenteil, nämlich eine Mitteilung des Inhalts, irgendwo sei im dann das Urteil gefällt, mit welchem der An= Dr. Kußl hielt es für gut, diesen Prozeß getlagte Dr. Kul wegen Vergehens der Alter von 115 Jahren ein Mann gestorben, der durchzufechten. Er trat für die Behauptungen des Ehrenbeleidigung nach§ 1 und des Vergehens der in seiner Jugend von der Militärkommission Artifels, insbesondere darüber, daß Gen. Wal- üblen Nachrede nach§ 2 des Ehrenschußgesezes, dreimal für„ tauglich" erklärt worden ist. Wer lisch als Präsident des ungarischen Revolutions- begangen an dem Rufe eines Verstorbenen, innerhalb der letzten 115 Jahre kriegsdiensttaug tribunals angeblich Prügelstrafen und Todes- schuldig erkannt und zu einer Geldstrafe lich gewesen ist, hat doch gewiß weniger Chan- strafen verhängt hat und daß er Arbeiter brot bon Kč 1000.- im Nichteinbringungsfalle zu cen gehabt, 115 Jahre alt zu werden, als jeder berief sich auf ein vor vielen Jahren gefälltes Ur- geklagte Dr. Kußl wurde auch zum Ersaze der los gemacht hat, den Wahrheitsbeweis an und 14 Tagen Arrest verurteilt worden ist. Der Anglückliche" Untaugliche". Wäre Salomon Rid- teil des Bezirksgerichtes in Klagenfurt, in wel- Stoften des Strafverfahrens und der rechts ner in seiner Jugend gefünder gewesen, dann chem nach seiner Behauptung der Redakteur einer freundlichen Vertretung der Klägerin verurteilt. hätte er an einem halben Dutzend Kriege teil- Heimatschutzzeitung, der Gen. Koloman Wallisch In den Urteilsspruch wurde ausdrücklich aufgenehmen müssen, eine Verpflichtung, die er- als blutige Bestie bezeichnet hat, freigesprochen nommen, daß die Wahrheit der Behauptungen fahrungsgemäß die Lebensdauer nicht eben ver- worden ist. nicht erwiesen wurde. längert. In einer Welt, die sogar die Journa- Der Verteidiger des Dr. Kußl, der Advokat Dem Angeklagten wurde weiter aufgetra listen nicht mehr zu verstehen behaupten, gehört Dr. Trur aus Braunau, führte auch ins Treffen, gen, das Urteil im„ Volksboten" zu veröffent daß Dr. Kußl, der christlichsozialer Landesvertre- lichen und der Privatklägerin Paula Wallisch grade das friedliche Altern kriegsdienstuntaug- ter ist, in Wahrung öffentlicher Interessen gehan- wurde das Recht zuerkennt, das Urteil auf Kosten licher Leute zu den wenigen Dingen, die sich von delt hat, als er den toten Koloman Wallisch vor des Angeklagten im Trautenauer Echo" zu verselbst verstehen. Die Nachricht vom Tode des ge- der hiesigen Oeffentlichkeit entfarbte. segneten Greises Salomon Richner aus Nebraska ist also fein„ Kuriosum". Ein Kuriosum hingegen wäre es, wenn sich der Redakteur einer Amüsierzeitung beim Ausüben seines Gewerbes irgend etwas dächte. i. m. Dem gegenüber konnte sich Gen. Paula Wallisch auf das Urteil berufen, welches im Jahre 1931 in einem von Koloman Walisch beim Wieverkehrs, mich erbarmungslos blechen ließ. Nutzen wird die Bahn natürlich Wie die Bahn den Dienst am Kunden" einen haben. Denn ich muß versuchen, die versteht. Eine Leserin schreibt uns:" Ich hatte 30 Kč, die ich dem strengen Schaffner opfern mir zu Pfingsten eine Rückfahrkarte Prag- Aussig mußte, einzusparen und werde es selbstverständgelöst. Dann fuhr ich noch mit einer regulären lich tun, indem ich meine Wochenend- Bahnfahrten Starte nach Tepliß, wo ich mir für die Teilstrecke solange einstelle, bis ich die 30 Kč eingebracht nach Aussig auch wieder eine reguläre Retour- habe. Und die Nachrede, dem ich dem freund farte löste, In dem Zug Aussig- Teplis herrichte lichen Schaffner halte, wird bei meinen Freunden ein starkes Gedränge. Ich hatte ein Kind und auch nicht die Lust verstärken, sich, scfern sie sich Gepäck bei mir und hatte auch noch die Fahrkarte eines anderen Verkehrsmittels bedienen können, einer Freundin bei den meinen. Ich gab dem der Bahn anzuvertrauen". Schaffner, da ich mich in den Karten( die ja meist mit einem bunten Durcheinander von Stations " öffentlichen. Die Verurteilung ist bedingt auf zwei Jahre. Der Angeklagte hat gegen das Urteil die Nichtigkeitsbeschwerde und die Beschwerde gegen den Kostenausspruch angemeldet. che It aus Jostřebiz bei Dauba vor dem Schwurgericht in B.- Leipa beginnen. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag aber machte Reichelt sei nem Leben in der Gefängniszelle des Kreisgerich tes B.- Leipa durch Erhängen ein Ende. Reichelt. dessen Fall im Jahre 1934 in ganz Nordböhmen großes Aufsehen erregt hatte, war des zweifachen Mordes, der Amtsveruntreuung und der Brandstiftung angeklagt. dedte eine Hausfrau im Magen einer Gans, die fie Die Goldene Gans. In Britisch Kolumbien ents " ausnahm, mehrere Goldkörner. Nicht nur hatte sie den Sonntagsbraten umsonst, sie verdiente auch am Inhalt der lederen Hülle noch ein gutes Geld. Große Aufregung im ganzen Land. Man spürte den Far mer auf, dem die Gans gehört hatte, und nun beginnt ein ,, Goldrun" auf die ganze Umgebung, denn man hofft, noch mehr von diesem Gänsefutter" zu der Farmer war im Nu all seine Tiere losgeworden, finden. Vorher hatte aber ein ,, Gänserun" eingesetzt, zum Teil zu phantastischen Preisen, aber für die Säufer ist bis jetzt nichts anderes dabei herausge tommen als ein- etwas teurer Gänsebraten.( mh.) Guten Appetit! Ein neueröffnetes Restaurant in Tokio fündigt als Spezialität Rattenbraten an. Man darf daraus nicht etwa schließen, daß in Japan eine Sungersnot ausgebrochen sei, im Gegenteil: es handelt sich um einen neuen Leckerbissen für die Oberen Zehntausend, und die Rattenkoteletts sind gar nicht billig. Natürlich verwendet man nicht die ordinären Ratten, die in den Arbeitervierteln Tokios zu Hunderttausenden herumivimmeln, sondern sozusagen eine Edelrasse, die auf Formosa gezüchtet und gemästet wird, bis sie etwa 65 Zentimeter lang ist. Ein japanischer Baron gab kürzlich dreihundert auserlesenen Gästen auf alle möglichen Arien zubereitete Ratten zu essen, und höflich, wie die Japaner nun einmal sind, behaupteten alle Anwesenden, daß es ihnen ausgezeichnet geschmeckt habe.( mh.) europa erhalten sich in den Gebieten, die durch Noch immer Wetterstörungen. In Mitteldie Gebirgskämme der Sudeten, der Westkarpathen und der Alpen abgeschlossen werden, andauernd Reite fühler, ursprünglich volarer Luft. In der Umgebung dieser polaren Luftmassen und Geschworenengericht verurteilte Samstag den Grenzfläche der verschiedenartig temperierten Todesurteil in Troppau. Das Troppauer oberhalb derselben strömt wärmere Luft. An der 27jährigen Schlosser Ladislav Šajtar aus Stau- Luft bilden sich zahlreiche Störungen aus. Dess Die genossenschaftlichen Zentralen für die ding wegen dreifachen Mordes zum Tode durch halb kann bei uns, besonders aber in der Westnamen bedruckt sind) alle Karten und fümmerte Berteidigungsanleihe. In der Beratung der ge- den Strang. Sajtar drang heuer am 7. Feber in hälfte des Staates, noch keine durchgreimich nicht weiter darum, welche er geleicht hatte. nossenschaftlichen Zentralen wurde beschlossen, aus die Wohnung der Eheleute Honus unter dem fende Wetteränderung erwartet In dem Zug von Aussig nach Prag wies ich eigenen Mitteln und aus denjenigen der Fonds Vorwande ein, eine Bestellung auszurichten zu werden. Wahrscheinliches Wetter meine Rückfahrkarte vor, die, wie ich nunmehr den Betrag von 14,310.000 Kč zu zeichnen. haben. Er schlug die beiden Ehegatten mit einer von heute: Vom Nordwesten her fortschrei=\ erst von dem zweiten Schaffner hörte, fälschlich Gleichzeitig wurde beschlossen, daß alle Genossen- Hacke nieder; in gleicher Weise ermordete er tende Abnahme der Bewölkung und der Niederdurchlöchert worden war. Obwohl ich für den schaften und die organisierten Genossenschafter deren Pflegekind Rosa Russet. Sajtar leugnete ſchläge, untertags wärmer, im ganzen bleibt Hergang der Sache Zeugen hatte, ließ mich der aufgefordert werden, ihr Bestes zu tun, damit die vor den Geschworenen, wurde jedoch überführt. jedoch die Wetterlage für die Westhälfte des Schaffner, obwohl er meine Angaben nicht zu be- Anleihe von Erfolg begleitet werde. Die Zeich- Die Schuldfrage wurde mit elf Stimmen bejaht. Staates sehr unsicher. Im Osten: wärmer, NeiBei dem Eisenbahnunglück, das den Wien- gung zu Gewittern. zweifeln schien, den ganzen Betrag noch einmal nungsstelle für Genossenschaften ist die AllgeWetteraussichten zahlen. Ich mußte für die Fahrt Prag- Auffig meine Genossenschaftsbant in Prag, ihre Zweig Pariser Schnellzug betroffen hat, wurden zwei für Montag: Weitere Abnahme der Bewölund zurück, die regulär etwa 54 Kč, mit Rückstellen und alle an den Zentralverband der tiche Bersonen getötet, und zwar ein Postbeamter aus fung und der Niederschläge, Erwärmung. fahrkarte 36 Kč, gekostet hätte, fattisch 66 Kč choslowakischen Genossenschaften angeschlossenen Linz und ein Wiener Geschäftsmann. Es ist bisher entrichten, weil der Schaffner in dem Tepliß- genossenschaftlichen Arbeiter- Vorschußkassen. nicht sicher, ob unter den Trümmern nicht noch Vom Rundfunk Aussiger Zug sich geirrt hatte und der andere Vor der Schwurgerichtsverhandlung erhängt. weitere Leichen gefunden werden. Unter den Schaffner, formal zwar im Recht, aber gewiß Am Freitag, den 5. d. M., sollte die Hauptver- Schwerverletzten befindet sich ein gewisser Baul Empfehlenswertes aus den Programmen! nicht im Interesse der Propaganda des Personen- handlung gegen den Doppelmörder Emil Rei Bernhard aus Kopenhagen und eine Dame aus " Abreise der Skandinavier Montag Prag, Sender 2.: 7.00: Orchesterkonzert. 10.05: Deutsche Presse. 11.35: Rundfunkorchesterkonzert. 12.10: Schallplatten aus Smetana- Opern. 13.30: Arbeitsmarkt. 15.25: Schallplattenkonzert. 17.40: Klavierkonzert. 18.10: Deutsche Sendung: HenschelJahre Fachschule Friedeberg. 18.25: Zwei lustige Schwarzwasser: 100 Jahre schlesischer Granit, 50 Studentinnen erzählen von Paris. 18.35: Pädago aischer Funk. 18.45: Deutsche Presse. 19.10: Schallplatten. 19.30: Konzert aus Karlsbad. 20.30: Lies derkonzert. 22.20: Jtalienisch für Touristen. Deutsche Sendung: Musikalische Reise in den Orient. Sender S.: 7.30: Salonorchesterkonzert. 14.20: 18.10: Stonzert. Brünn: 17.40: Deutsche Sens dung: Schirmeisen: Landwirtschaftlicher Vortrag. neue Bücher für die Jugend. 20.55: Der verlorene Regenschirm, Rundfunkszene. Breßburg: 12.35: Mittagskonzert. 17.15: Geigenkonzert. 12.05: Aus Wagner- Opern. Mähr. Ostran: 17.35: Liederfongert. 18.10: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Brodkorb: Soziale Stellung der Landbewohner. Dienstag ger als 700 waren da, der größte Teil war in schrieben hat. Vor Hunderten von jugendlichen und| Hitlein" vorausschickt,„ Hanemann geh du voreinem Zeltlager in der Nähe des Festplazes un- erwachsenen Zuschauern spielten die Haidaer auf an, du haft die Ordnerstiefel an!" ,, Wer tergebracht. Dieses Zeltlager, das die Kinder selbst dem Rasen(!), aber deswegen nicht weniger wir fürchtet sich vorm braunen Mann?" lacht die Juverwalteten und streng bewachten nicht einmal kungsvoll, diese Burleske, wie sie der Autor selbst gend und„ Niemand, niemand" tobt der Chor und einem Mitglied des Parteivorstandes gelang es, bezeichnet hat. Jugendherolde rufen die Spie- dann rennen sie die feindlichen Gestalten über den ohne Lagerausweis hineinzufommen wurde ler:" Auf Brüder und Schwestern empor, Freude Haufen und ziehen das Revolutionslied sin durch einen heftigen Regenguß am Sonntag un- fci euer Motor!" Und dann zieht die Spielgend ab! ter Wasser gesetzt, so daß die Kinder in Waggons schar fröhlich singend in den großen Zuschaueruntergebracht werden mußten. Das tat der Stim- freis, tanzt und singt bis der„ Geldsack", die erste Der Jugend, die da in Bodenbach aufmarmung keinen Abbruch. Die Falken waren auch der feindlichen Gestalten, erscheint und die Jubeim Festzug und bei der Kundgebung und be- gend einzuschüchtern droht. Aber die Fröhlichkeit schiert war, hat der Pfingstregen nichts, aber auch stritten einen Teil des Nachmittagsprogrammes. der Jugend vertreibt ihn. Wieder folgen Musik gar nichts anzuhaben vermocht. Es näherte sich Ihr strammes, fröhliches Auftreten hat überall und Tanz, bis die Sudetentante erscheint, eine schon der Abend, als das ReichsjugendtagsproFreude und Begeisterung hervorgerufen. gottvolle Karikatur der judetendeutschen Schrift- gramm zu Ende ging; denn nach den Haidaern leiterpresse, die sich zu Tode darüber wundert, daß zogen erst ein paar hundert Rote Falken zu Spiel ,, Freude ist unser Motor" so knapp vor dem Dritten Reich die rote Jugend und Tanz am gleichen Plaze auf. Wir haben schon in unserem Gesamtbericht so stark und ausgelassen ist: Ja, hab ich euch denn bom Reichsjugend- und Kreisarbeitertag in Bos nicht totgelogen?" Auch sie wird von dem denbach mitgeteilt, daß ein wolkenbruchartiger Re- fröhlichen Lied der Jugend davongejagt. Der JuPrag, Sender 2.: 10.05: Deutsche Presse. Gestern, Donnerstag, nachts sind die 30 11.00: Rundfunk für deutsche Schulen, höhere Stu gen, der Pfingstfonntag zu Mittag in der Gegend bel der Zuschauer will nicht enden, als der„ Lüben Bodenbach niederging, den Festplatz für die genteufel" mit dem Mikrophon auf seinem über- dänischen Jugendgenossen wieder in ihre Heimat fen. 15.00: Chopin- Kompositionen. 17.20: Slomafische Lieder. 18.10: Deutsche Sendung: Besuch im Nachmittagsveranstaltungen nicht nur aufgeweicht, lebensgroßen" Klumpfuß heranhinkt und„ Ach gefahren. Heute vormittags um 8.56 Uhr reisen tschechoslowakischen Bregbüro, Reportage, 18.45: sondern geradezu„ unter Wasser" gesezt hat, so tung, achtung, hier ist der Deutschlandsender" auch die Schweden ab. Die skandinavischen Gäste Deutsche Presse. 19.30: Aus dem Ständetheater: daß das für nachmittag vorgesehene Programm ruft. Gleich hat ihn aber die lustige Spielschar besuchten am Donnerstag die Nährmittelwerte des Troubadour, Oper von Verdi. Sender S.: 7.30: nur teilweise und unter großen Schwierigkeiten beim Genid und nun singt sie ins Mikrophon: abgewickelt werden konnte. Daß die Bühne auf Volksgenossen nun hören sie, das deutsche Mies- Gec- Verbandes in Neratowiz. Dort waren sie Jugendstunde Schallplatten. 18.00: Mandolinen dem großen Festplatz einsam über den Wassern macherpotpourri!"- Und was nun folgte war so Gäste der Gec. Sie waren von dem Umfang des fongert. Brünn: 12.35: Mittagskonzert. 17.00: Für die Jugend. 18.30: Klaviersolos. 22.35: Tanz thronte, ließ die Jugend nicht irre werden! Auf geistreiche, so wißige und zutreffende Satire auf Betriebes überrascht und von seiner Einrichtung musit. Breßburg: 16.10: Nachmittagsfonzert, dem benachbarten Sokol- Sportplay, der dem das Dritte Reich, daß die Zuschauer, die übrigens begeistert. Die Gec hatte den standinavischen Kaschau: 11.00: Smallplattenkonzert. 21.30: RundReichsjugendtag ebenfalls zur Verfügung stand einigemale spontan Beifall flatschten, aus dem Freunden auch die Besichtigung der Schuhfabrit funtorchesterkonzert. Mähr. Oftrau: 17.30: Viound den das Unwetter nicht in dem Maße herge- Lachen nicht herauskamen. Die letzte der feind in Böhmisch- Kamnik ermöglicht und sie dort zum nommen hatte, wie den Hauptplatz, führte die so- lichen Gestalten, die auftritt und sich mit lautem zialistische Jugendgruppe Haida das ausgelas- Stiferifi ankündigt, ist der Stammesführer Sit Mittagessen eingeladen. Die Skandinavier haben sene, fröhliche und satirische Jugendspiel lein". Zum Schluß versuchen es die drei Gestalten also in das Wesen unserer judetendeutschen KonFreude ist unser Motor" vor, das mit einem großen Spieß noch einmal, wobei jumgenossenschaftsbewegung einen tiefen Einblick Genosse Franz Orr für den Reichsjugendtag ge- eine treffliche Episode! " der„ Geldsack" den tun können. Bopuläres Konzert. 14.15: Deutsche Sendung: Ioncellofongert. Dr. Hodža im Rundfunk. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Hodža wird Donnerstag um 12 1hr 05 Minuten im Rundfunk sprechen. Die Stundgebung wird über alle Sender übertragen werden. Nr. 133 ,, Kaffee, steht hier, soll sehr aufregen..." „ Die Brühe, die du kochst, regt mich allerdings auf!" Volkswirtschaft und Sozialpolitik Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten Handelsverhandlungen mit Belgien. In Brüssel verhandelt zur Zeit eine tschechoslowakische Handelsdelegation mit Vertretern des belgischen Handelsministeriums über die Neuregelung der gegenseitigen Handelsbeziehungen. Das jetzt bestandene Abkommen ist am 1. Juni 1. J. abgelaufen. Kartellauflösung. Nach nur kurzem Bestand ist das Kartell für bedruckte Stoffe wieder zerfallen. Es konnte keine volle Einigung zwischen den zur Branche gehörigen Betrieben erreicht werden, so daß nach dem Kartellzerfall auch der alte Preisstand wieder Plaz greift. Radiokartell mit Außenseitern. Das Kartell der Radioerzeuger ist; nachdem auch über die schwierige Frage der Festsetzung von Minimalpreisen eine Einigung erzielt werden konnte, gebildet worden. Die Verständigung über die Produftionsquoten war schon vorausgegangen. Dem Kartell find 12 Firmen beigetreten, während 3 Firmen sich als Außenseiter dem Kartell nicht an schließen wollen. Steigender Teeverbrauch. Der Teekonsum der Tschechoslowakei, der im Teejahre 1933/34 848.000 lbs betragen hatte, ist mit dem am 31. März 1936 endenden letzten Teejahr auf 1,180.000 Ibs gestiegen. Armeeflugtag Sonntag, 7. Juni 1936 Prager Zeitung findet bei jedem Wetter statt Seite 5 Kunst und Wissen Die Zusammenarbeit der Arbeiterschaft mit den Künstlern kommt durch den Beschluß der Mitglieder eine Gehirnerschütterung und eine Kopfivunde. Der des technischen Personals des Neuen Deutschen TheaSchuster beziffert seinen Schaden auf 17.000 Kč. ters zum Ausdruck, die dem Ausschuß des Klubs der Das Automobil wurde zertrümmert. Das Siraf- tschechischen und deutschen Bühnenangestellten miigeteilt haben, daß sie am Mittwoch, den 10. Juni, bei berfahren wurde eingeleitet. der Aufführung" Tscheche und Deutscher" für ihre außerordentliche Nachtarbeit kein Honorar verlangen, vielmehr zugunsten dieser Verständigung zwischen den staatlich denkenden Tschechen und Deutschen vollkom men umsonst arbeiten werden. Diese Vorstellung wird u. a. auch deshalb interessant sein, als auf dem Boden des Neuen Deutschen Theaters zum erstenmal chen werden wird. Gerichtssaal Der Armeeflugtag in Kbely findet heute bei jedem Wetter statt, da eine weitere Verschiebung aus militärisch- technischen Gründen nicht möglich ist. Der Wetterbericht läßt hoffen, daß es diesmal ohne Störungen durch größere Regenfälle abgehen wird. Vormittag wird eine Gruppe von drei Flugzeugen nach Lány fliegen Raubüberfall auf den eigenen Vater in feiner Geschichte von der Bühne tschechisch gespround dort einen Lorbeerkranz mit einer Huldigung für T. G. Masaryk über dem Schloßhof abwerfen. Der Präsident der Republik, der in Rumä nien weilt, wird beim Flugtag durch den Ministerpräsidenten vertreten werden. Dr. Hodža wird die Ehreneskader des 1. Flieger- Regimentes abschreiten und die ausgerückten Fliegereinheiten besichtigen. Nach der Besichtigung wird dann das borgesehene Flugprogramm abgeivickelt werden. 17jähriger überfährt 75jährige. Ein 17jähriger Student überfuhr vorgestern abends mit seinem Motorrad beim Weinberger Stadttheater die 75jah rige Pensionistin Elena Nosta, worauf er sich aus dem Staube machte. Es gelang jedoch, ihn zu verbaften. Die Verlegte wurde mit einer Gehirn erschütterung und einer Rißwunde im Gesicht auf die Klinik Jiraset gebracht. Unfall bei der Arbeit. Wie berichtet, hat sich vorgestern ein Fleischergehilfe in Wrschowitz bei der Arbeit mit dem Fleischermesser nicht ungefährlich am Unterleib verlegt. Genau derselbe Unfall wieder holte sich gestern vormittags mit dem 32jährigen Fleischergehilfen Wenzel Balud in einem Laden in der Brenntegaffe. Er wurde mit einer sieben Zentimeter tiefen Stichwunde auf die Klinik Schloffer gebracht. Leiche auf dem Kinderspielplak. Auf dem Kinderspielplatz im Vergnügungspart Eden in Wricho= wig wurde geſtern vormittags der 45jährige städtische Angestellte Josef Kubik aus Wrichowitz mit einem Taschentuch erdrosselt aufgefunden. Da der Selbstmord erwiesen ist, wurde die Leiche in die Leichen halle gebracht. Der zweite Teil einer Tragödie verwahrloster Jugendlicher Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute, Sonntag 6: Götterdämme verhandelte das Schwurgericht gestern einen Prozeß, und mein kleiner Bruder, volkstüm Prag.( rb.) Nach zwei geheimen Verhandlungen rung, Festspiele VI, D 2.- Montag 8: Ich der bereits ein Vorspiel vor dem Jugendgericht hatte. Liche Vorstellung, Abonnement aufgehoben. Am 10. April wurde ein Fünfzehnjähriger Dienstag halb 8: Fidelio, Gastspiel der Wiewegen eines Raubüberfalles auf den Arbeiter Kovařit Samstag halb zu zweieinhalb Jahren Verschließung verurteilt. Wir ner Staatsoper, Festspiele VII, Abonnement aufgehaben seinerzeit über den Fall ausführlich berichtet. Tscheche und Deutscher( Cech a Němec) hoben. Mittwoch halb 8: Juristen, B. 1. 11: Am 18. Dezember v. J. wurde der aus der Arbeit Nachtvorstellung des Klubs tschechischer und deut heimkehrende Arbeiter Kovařit an einer einsamen scher Bühnenangehöriger. Stelle auf dem Sandberg bei Břevnov von dem jun- Eine Nacht in Venedig, volkstüml. Vor- Donnerstag halb 8: gen Burschen aus dem Hinterhalt angesprungen, wobei ihm dieser mit einer Latte einen Hieb über den Juristen, D 1, 9: Nachtserenade im stellung, Abonnement aufgehoben. Freitag halb 8: Kopf versetzte, in der Absicht, ihn zu betäuben und für st en berggarten. dann zu berauben. Die Latte war indessen ange- 8: Aida, A 1.- Sonntag halb 8: Lumpacifault und brach entzwei, ohne Schaden anzurichten, bag a bundus, B 1. worauf der jugendliche Räuber die Flucht ergriff. Als er eingeholt und verhaftet wurde, gestand Sonntag 8: Salzburg ausverkauft. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, er bei dem Polizeiverhör ein, daß er zu diesem Ueberfall von dem eigenen Sohn des Ro- tag 8: Menschen auf der Eisscholle. Montag 7: Spiel um die Welt. Diens vařit angestiftet wurde. Dieser ist heute 21 Jahre alt und arbeitslos feit seiner AusMittwoch 84: Salzburgaus ber= Lehre. Der beschäftigungslose junge Mensch verfauft. Donnerstag 8: Eine Frau ohne fiel der Verwahrlosung und tauchte in dem gefähr= Freitag 84: Salzburg lichen kriminellen Milieu der Großstadtperipherie aus berfauft. Samstag halb 8: Da s große ABC, Erstaufführung. Sonntag 8: unter. Er trieb sich herum, schlief in Strohschobern und Erdhöhlen und wurde zum völlig entwurzelten Das große ABC. sozialen Außenseiter. " # Bedeutung. Der Film Schließlich verkam er soweit, daß er sich mit seinem um fünf Jahre jüngeren Kameraden zu einem gewalttätigen Anschlag auf den eigenen Vater zusammentat.„ Der Alte hat Geld bei sich, man muß ihn bei guter Gelegenheit All Tage ist nicht Sonntag. Ein Volksstück, das abtun Dieser von ihm gebrauchte Saz um das Thema des alten Volksliedes gedreht wurde. Exzedierender Zuchthäusler. Zwei Kraluper charakterisiert wohl am deutlichsten die moralische aber diesem reichsdeutschen Film fehlt der Humor. Gemeindeangestellte brachten gestern vormittags den Verfassung des damals zwanzigjährigen Friedrich der uns irgendwie angehen könnte. Es beherrscht ihn 30jährigen Häftling der Zwangsarbeitsanstalt in Kovařit, der gestern wegen Anstiftung zum eine gemachte und papierene Lustigkeit, die uns kalt Bardubiß Josef Duchovsky von Pardubiz nach Bhso- Verbrechen des Raubes an dem eigečan. Im Zuge begann Duchovsky unglaublich zu nen Vater vor den Geschworenen stand. exzedieren, demolierte das Abteil und zerschlug zwei Fensterscheiben und begann bei seiner Auswaggonierung am Holleschowizer Bahnhof mit dem Bahnhofspersonal zu raufen. Die herbeigeholte Wache über wältigte ihn und brachte ihn auf die Polizeiwachstube, von wo er im Wagen der Rettungsgesellschaft nach Vysočan gebracht wurde. Nach den Aussagen seines jugendlichen Komplicen, die durch weitgehendes eigenes Geständnis bestätigt und ergänzt wurden, ergibt sich, daß die bei den nicht nur einen detaillierten Plan zu dem Raubüberfall ausgearbeitet, sondern auch am Tatort verschiedene vorbereitende Uebungen veranstaltet haben. um die Art des Angriffes regelrecht einzustudieren. Auto stößt Steinpfeiler in die Moldau. Der Zu der Tat selbst schickte Friedrich Kovařit seinen Chauffeur Franz Hulinsky aus Žižkov fuhr gestern fünfzehnjährigen Kameraden vor. Er selbst versteckte mittags mit seinem Bersonenauto 17.842 entlang fich hinter einem Gebüsch, in der Absicht, erst zur des Smichower Legionentais, als in der Malatgasse Beraubung seines betäubten Vaters auf der Bildder Wagen plötzlich ins Rutschen fam, auf den Geh- fläche zu erscheinen. bier Meter langes Stück des eisernen Geländers in steig fuhr und einen steinernen Pfeiler sowie ein die Moldau stieß. Das Auto selbst blieb mit den Vorderrädern über dem Fluß hängen. Es wurde stark beschädigt; verlegt wurde niemand. läßt und uns manchmal anmutet, als habe man uralte Jahrgänge von Wizblättern ausgegraben. Ein junger Faulenzer, der alle Tage Sonntag haben möchte, gewinnt das große Los und verliert im Laufe der Begebenheiten sein Geld wieder. Er sitt Schwindlern auf und kehrt belehrt zu seiner alten Arbeit und zu seiner kleinen klugen Braut zurück. Die hausbackene Moral von der Geschichte verkündet dröhnend Adele Sandrock, die im übrigen eine liebe Großmutter zu spielen hat. Wolfgang Liebeneiner ist der junge Tunichtgut und seine Braut, recht anmutig und natürlich, Carola Höhn. Zu nennen ist noch Paul Henkels, der als spekulierender Tabattrafikant bei aller Uebertreibung einem doch ein Lächeln abit. ringt. Mitteilungen der» Urania« ,, Unvergeßliche Filme." Trenter in Der lauf. Der Angeklagte widerrief natürlich alle früDie Verhandlung nahm einen schnellen Verheren Geständnisse und schob alle Schuld auf seinen bereits abgeurteilten jugendlichen Komplicen. Im übrigen ergab sich, daß Friedrich Kovařit schon als Jugendlicher einer Korrektionsanstalt überstellt werden mußte, über deren bessernde Wirkung selbst der Staatsanwalt in seinem Plädoyer ein bitteres und Sohn der weißen Berge," Montag, nicht unberechtigtes Wort fallen ließ. Dozent Dof- 49 Ubr. tor Kalmus als gerichtsärztlicher Sachverständiger erklärte den Angeklagten zwar für geistig minderwertig, aber strafgesetzlich verantwortlich. als einziger Beuge geladene Vater des Angeklagten Deyers, Tiedtke, Find. Musif Stün ne de. Heute entschlug sich der Aussage. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage Der Urania- Kino „ Der Vetter aus Dingsda." Lustspiel mit 4, 6, 49 Uhr. Mehr Zinn. In Uebereinstimmung mit der Entwicklung des Zinn- Weltkonsums hat sich auch Auto zerschlägt Leitungsmast. Der Fabrikant der Zinnverbrauch in der Tschechoslowakei erhöht. Jaroslav Stejčet fuhr gestern um 2 Uhr nachmit Vom 1. April 1935 bis Ende März 1936 hat die tags mit seinem Personenauto B 1497 durch die Tschechoslowakei um 28,5 Prozent Zinn mehr Fügnerstraße in Lieben, als er bei der städtischen verbraucht als im Jahre vorher. Erziehungsanstalt plößlich die Herrschaft über den Zuwachs der Sparkasseneinlagen. Im ersten Wagen verlor und gegen einen eisernen Leitungsmast der Straßenbahnleitung stieß. Das Automobil Quartal 1936 sind die Gesamteinlagen auf Bü- wurde stark beschädigt, der untere Teil des Mastes chel und Kassenscheine bei sämtlichen Attienbanken, zertrümmert, verwundet wurde niemand. Landesgeldinstituten, Sparkassen, landwirtschaft- Bermißt wird seit Freitag Friedrich Abt, Chauflichen Vorschußkaffen, bürgerlichen Vorschußlas- feur, am 30. Juni 1909 in Libfowis geboren, höherer auf Antiftung zum Raub mit allen 3 w Filme in Prager Lichtspielhäusern fen und bäuerlichen Gegenseitigkeitstassen weiter Statur mit braunen Augen und Haaren. Er frug Stimmen. Der Schwurgerichtshof( Vors. GR. gestiegen. Sie stellten sich Ende März auf 50 Mil- braunen Rock und Schuhe, farierte Hojen, grauen Dr. Sruška) berurteilte den Angeklagten zu liarden 881 Millionen Kč. Gegenüber dem Vor- Raglan und dunkelgrauen Hut. fieben Jahren schweren und verschärften Kerkers. jahre, in dem sie 49 Milliarden 296 Millionen Auto fährt in Schusterladen. Gestern früh fuhr Kč betragen hatten, ergibt sich sonach ein Zuwachs der Chauffeur Josef Smejkal aus Hostowitz mit seibon rund 1 milliarde 600 Millionen Kč. Der Welthandel. Nach dem Maibulletin des Völkerbundes ist der Goldwert des Welthandels lit fuhr, die er völlig zertrümmerte. Der neben ihm in den ersten drei Monaten 1936 gegenüber der fizende Franz Cerba aus Rughn erlitt Rippenbrüche, Boltsfinggemeinde. Dienstag, den 9. Juni, Ausgleichen Vorjahrszeit um 7,6 Prozent gestiegen. einen Bruch des Schlüffelbeins und eine Rißwunde schußibung.. Um 7 Uhr Frauenchor, um 8 Uhr Die mengenmäßige Steigerung beträgt nur 3%. am Ohr; der Spediteur Josef Donat aus Litowis| abends Männerchorproben. Fabeln Von Karel Čapek. Bericht aus dem Hauptquartier des Herodes. Unsere Regimenter haben einen glänzenden Sieg über die Säuglinge von Bethlehem erfochten. Alexander der Große. nem Laſtauto durch die Schleſiſche Gaſſe in Brag Vereinsnachrichten XII, als er vor dem Hause Nr. 1 auf den Gehsteig geriet und in die Auslage des Schusters Franz PavDiplomatie. Der Eroberer. Diese Feiglinge lämpfen mit Pfeil und Bogen gegen unsere Kanonen! Wir verurteilen zwar die Gewalt, doch sind wir bereit, Waffen zu liefern. Kolonisation. Der Heerführer. Gebraucht die Waffen nur gegen die, welche sich wehren, und natürlich auch gegen die, welche sich nicht wehren. Der Geschlagene. " Adria:„ Ich bin kein Engel." Mae West. A. Alfa:„ Die moderne Zeit." Chaplin. A. Avion:„ Eine Stunde mit Dir." Chevalier, MacDonald. A. Beranek:„ Spionagebüro Nr. 2." Fr. Fenix:„ Wir von Kronstadt." Russ. Flora: Für ein Weilchen Glück." A. Gaumont:„ Alle Tage ist kein Sonntag." D. Hollywood:„ Alle Lage ist kein Sonntag." D.- Hvězda:„ Der Mann, den ich will." Gable, Harlow. A. Julis:„ Wilhelm Tell." Conrad Veidt. G. Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen. Koruna: Aktualitäten. Journale, Grotesken. Kotva B 36:„ Anna Christie." Greta Garbo. A. Lucerna:„ Flucht vor der Unterwelt." A. Und nun werden wir väterlich um die sorgen, Dir." A. welche übriggeblieben sind. A. Mars. ... Verbot der Angriffstriege? Ein Glück noch, Ich bin geflohen, um weiteres Blutvergießen daß die Verteidigungskriege und die Straferpeditionen geblieben sind. Mein Ziel ist erreicht. Ich habe Indien für elvige Zeiten zu einem Teile Mazedoniens gemacht. zu verhindern. Siegesnachricht. Der Bericht. Auf unserem Vormarsch haben wir einige Wir haben uns zwanzigtausend Gefallenen und weitere Dörfer eingeäschert. Die Reste der Bevölke einigen Verrätern unterworfen. rung bereiteten unseren Soldaten einen begeisterten Empfang. Auf den Trümmern. So, und nun ist der Friede wieder hergestellt. Attila. Ich will auch Frieden, aber einen hunnischen. Der Chan. Rottet sie nur aus! Ich will mich zu ihrem Kaiser ausrufen. Auf dem Schlachtfelbe. Seht, unsere Nation hat sich um dreitausend gefallene Feinde vermehrt. Der Kolonialfrieg. Wartet nur, ihr schmußigen Wilden, bis ihr unfere treuen und glücklichen Untertanen sein merdet! Der Imperialist. Gleichgewicht der Kräfte, das ist, wenn wir die Uebermacht haben. Der Neutrale. Was ist Neutralität? An dem Krieg verdienen, den andere führen. Das Kriegsdenkmal. Hier ruht das Unbekannte Saumtier, Bericht vom Kriegsschauplak. Metro:„ Sutters Gold." A. Passage:„ Der Weg zum Ruhm." Richard Tauber. D. Braha:„ Sutters Gold." A. Radio: „ Die Milchstraße." H. Lloyd. A. Stant: Die Milchstraße." A. Světozor:„ Eine Stunde mit Alma:„ Der letzte Tag von Pompeji." Bajkal: Weiße Gardenien." A. Beseda: „ Konfetti." D. Carlton: Die Junggesellenbraut." A. Illusion:„ Die Milchstraße." A. Kapitol: Mädchenräuber." Pat und Patachon. D. Konvikt:„ Spionagebüro Nr. 2." Fr. Lido II: Der Fall des Rechtsanwalts Prentice." A. Louvre:„ Der Fall des Rechtsanwalts Prentice." A. " Maceška:„ Der Fall des Rechtsanwalts Pren tice." A. Olympic:" Bretter, die die Welt bedeuten." D. 1 Vejvodu:„ Gold." D. „ Tichapaje w." Russ. Beletrhy: Valdek: MädchenUnser heldenmütiger Gasangriff hat die Sorjahre einer Königin." D. den der Eingeborenen in feige Flucht geschlagen. Friede. Und nun können wir uns friedlich den weiteren Rüstungen widmen. Fortschritt. Wir werden die Wilden bald zibilisieren; sie haben bereits Thermit und Yperit fennen gelernt. Der Tod. Ihr Narren, das ist mein Sieg! ( Deutich von Julius Mader.) -Ein neues Werk des antifaschistischen Dichters: Ignazio Silone Brot und Wein Noman aus dem Alltag des faschistischen Italien Preis geb. Kč 56.Zu beziehen durch die Zentralstelle für das Bildungswesen, Prag XII., Slezffa 13. Seite 6 Lernen Sie die Schönheiten Threr Heimat kennen Die Westkarpathen ein Land erhabener Naturschönheiten Wenigen nur bekannt, ganz losgelöst von irgendwelcher Bindung mit den Sudetenländern so liegen die armen Dörfer der aus Oesterreich vor etwa 150 Jahren eingewanderten Alpenländler einsam und verlassen da. In wunderschöner Gegend, mitten im ruthenischen Sprachgebiete eine deutsche Siedlung, die Tes reschwasprachinsel. Aber kein Sudetendeutscher unbeachtet ,, Sozialdemokrat" des Flußtales der Tereschwa auf. Entlang dieses reinen Gebirgswassers schlängelt sich die einzige Fahrstraße. Dann lichtet sich das Tal und es ist, als wäre man plößlich in einem anderen Lande. Reihen schnurgerade angelegter, schmucker Holzhäuser lassen erkennen, daß wir in einem deutschen Dorfe angelangt sind. Aus den Höfen der ein und Pferdeherden der Deutschen und dort liegen auch an der Waldgrenze in geschüßter Lage die Sennhütten und Ställe für das Vieh. Troß größter Not hat sich die Bevölkerung ein heiteres Gemüt bewahrt, von dem jeder Fremde sogleich in Bann gezogen wird. zu steigen, wo die Sennerinnen die Kühe des Niemand wird es versäumen, auf die Almen Billige Huren an den heißen, hochrad. Thermen findet den Weg in dieſes feit ſcher unbende KURANSTALT REICHENBERG Bad Teplitz- Schönau gelassene Gebiet. Wer hielte es für lohnend, so weit in den Osten der Republik sich zu verirren? RHEUMA GICHT ISCHIAS TRENČIANSKE TEPLICE gibt Ihnen Ihre jugendliche Gelenkigkeit wieder, schenkt Ihnen neue Arbeitskraft und Lebensfreude! 3422 Und doch sind die Waldkarpathen mit ihren mächtigen Bergrücken und ihren ausgedehnten Wäldern ein Land erhabener Naturschönheiten. Das in dieser Landschaft siedelnde Völkchen Deutscher lebt noch ganz in dem guterhaltenen Brauchtum der einstigen Heimat, bietet dem Fremden ein erfreuliches Bild der Schlichtheit und Aufrichtigkeit. Es ist die Siedlung Ktönigsfeld- Rujjisch- Mokra- Deutsch Motra. Mit deutschen Autobussen fährt man von der Station Tjacovo( an der Hauptstrede Prag- Jajina) gegen 40 Kilometer in das Gebirge erst durch verwahrlofte ruthenische Dörfer. Doch bald rücken die Berge näher zusammen; man merkt, es geht ir die Karpathen. Immer enger werden die ffeilen, mit Buchenwald dicht bewachsenen Berge, mächtige Rücken und Kämme von unübersehbarer Mannigfaltigkeit türmten sich zu beiden Seiten Suchen Sie Gesundheit? Besuchen Sie Quälen Sie Rheumatismus, Gicht, Ischias oder Frauenleiden? Wollen Sie in Ruhe schön und Physikal. diätet. Hellmethoden- Schrothkuren Mäßige Preise Chefarzt Dr. J. Neugebauer ladend freundlichen Holzhäuser ragen die Stangen der Ziehbrunnen. Wir sind in Königsfeld. Mitten drin auf freiem Plaze die schöne Kirche, das Heiligtum der äußerst frommen Bewohner. Sie sprechen noch in voller Reinheit ihren Salzburger Dialekt und man fühlt sich sogleich wie mitten im österreichischen Alpengebiet. Auch die Vom Rückenweh befreit! Ziehenden Rückenschmerz, der bei Frauen zumeist von Verwachsungen und Entzündungen m Becken ausgeht, durch eine Pistyaner Thermalkur, Die aufsaugende Kraft des Schlammes scheidet krankhafte Stoffe aus und lindert den Schmerz. Pauschalpreise durch die Badedirektion. Sie finden dauernde HEILUNG IN BAD PISTYAN Almen haben sie wie in der alten Zeit wiedergefunden, denn über der Waldgrenze( bei 1300 Meter) ziehen sich lang zusammenhängende breite Bergrücken und grasbewachsene Berghänge hin. Dort oben weiden die Rinder, Ochsen, Schaf Felsenstadt WEKELSDORF Sommerfrische, Luftkurort, modernes Luft- und Sonnenbad. billig Ihren Urlaub verbringen? Das alljährliche Reiseziel tausender Naturfreunde Bad Bohdaneč! 3428 des In- und Auslandes. 3496 bei Gicht, Rheuma, Ischias. Auskunft: Städtische Kurdirektion oder Clarysche Kurdirektion. 3476 Dorfes betreuen, Butter und Topfen für die Dorfleute bereiten und wo man Prügel be= kommt. Jeder, der zum ersten Male in die Almhütte kommt, muß sich jenem eigenartigen Brauch unterziehen. Er muß sich auf die Bank legen und jede Sennerin schlägt mit einem eigens zugerich teten Holzscheit kräftig zu:„ Eins für den Ehe= stand, eins zur Ehr und eines zur Gesundheit". Dem kann sich keiner entziehen. Zum Abschied von der Alm werden jedem Besucher einige frische Jodler nachgeschickt, ein Jodeln, das so ursprünglich ist, daß man sich nicht in den Waldkarpathen, sondern auf der Alm in den Alpen glaubt. An Königsfeld schließen Russisch- Mokra an je zur Hälfe deutsch und ruthenisch und die letzte rein deutsche Gemeinde, Deutsch- Mokra. Jede Gemeinde mit eigener Alm. Der Aufenthalt auf dieser Sprachinsel wird zu einem einzigen, wundervollen Erlebnis, besonders dem, der es versteht, mit dem Besuche der deutschen Siedlung auch Wanderungen in reinen Urwald zu verbinden oder zu den urwüchsig- typischen Suzulendör fern der Umgebung bis in die Gegend gegen Hotel Smetana Bad Luhačovice 50 guteingerichtete Zimmer Erstklassiges Restaurant Ältestes Haus am Platze Mäßige Preise 3462 Sajina, wo man eigenartige Trachten findet. Der Großteil der Holzarbeiter ist seit Jahren arbeitslos. Bei dem großen Kinderreichtum kann der Familienvater nicht einmal Brot bieten. Seine Ein neuer Mensch tägliche Mahlzeit besteht aus einem einfachen Maisbrei, dem Tokan. Viele Familien entbehren jogar einer Kuh. Das einzige Nahrungsmittel, das in dieser hochliegenden Gegend gedeiht, sind ein paar armselige Kartoffel. 3469 Wir sind billig bei erstklassiger werden Sie in den Einrichtung, Bedienung und Pflege. Schrothschen Kuranstalten wartet auf Sie in BOHDANEC Nieder- Lindewiese, C.S.R. Saison vom 2. Mai bis 30. September Ihre Gesundheit und Erholung ,, Varieté- Orpheum" Karlsbad das führende Varieté in der Č. S. R. bringt Attraktionen von Weltruf. 3478 Programmwechsel jeden 1. und 15. im Monat. Kaum zu glauben Wald- Sanatorium Dr. Schweinburg Zuckmantel, Schlesien Erstklassige, physikalisch- diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- u. Stoffwechsel- Krankheiten Mäßige Pauschalkuren. * 3468 Denket daran, die Ihr Euch zur Urlaubsteise anschickt und nüßet Freikarten, Rundfahr farten und Ermäßigungen für die weite, doch lohnende und romantische Strecke in den Osten der Republik! Seltene Ruhe, freundliche Aufnahme wartet Euer in den Dörfern der Ge= birgler! Die erst fürzlich auf Fremdenbeherbergung eingerichtete Bevölkerung bietet günstige Penjionen, etwa 14-16 Kč Tagespension. " Sonntag, 7. Juni 1936. Nr. 133 Wunderkräfte im Wasser! Kostbare Geschenke der Natur sind die Quali tätsmineralwässer. Besonders ,, Mattoni's Gießhübler" enthält in natürlicher Bindung große Mengen von freier und gebundener Kohlensäure, Kieselsäure, Natrium, Magnesium, und Kalium. Seine Wirkung erstreckt sich nicht bloß auf ein ers franktes Organ, sondern beeinflußt in günstiger Weise den gesamten Organismus. 3492 Deutscher Theaterverein in Brag Die Mitglieder des deutschen Theaterbereines in Prag werden zu der am Montag, den 22. Juni 1936, um 17 Uhr 30 nachmittags im Deutschen Hause stattfindenden General- Berſammlung höflichst eingeladen. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht für das Vereinsjahr 1935. 2. Bericht des Revisionsausschusses. 3. Festsetzung der Mitgliedsbeiträge für das Jahr 1937. 4. Wahl des Vereins- und des Revisionsausschusses. 5. Entscheidung über etwaige freie, schriftlich vorher beim Vereinsaus schusse eingebrachte Anträge, borb 84997311 distette Der Vereinsausschuß. Habt Ihr schon gehört? Drillinge hat sie bekommen! Natürlich haben wir da wieder mehr zu tun- mehr Wäsche, mehr Arbeit Lächerlich! Wir» Dreimänner« schaffen das schon Und die Wäsche der kleinen wird blütenrein und sauber, dass die Mutter ihre Freude daran haben wird! Die> Dreimannere⚫ Terpentinöl- Seife macht das Waschwasser weich; der hohe Gehalt cn echtem französischem Terpentinöl entfernt den fettesten Schmutz leicht aus dem Gewebe, macht das mühevolle Reiben und Rumpeln überflüssig und schont deshalb Ihre Wäsche! " derimänner" waschen für Sie! Reichenberger Sparkasse Gemeinde- u. Bezirkssparkasse Gegründet im Jahre 1854 Postsparkassen- Konto Nr. 9323, 25055, 35591- Fernsprecher Reichenberg 3941 Hauptanstalt: Reichenberg, Schloßgasse 9- Zweiganstalt: Reichenberg, Altstädter Pl. 23- Zweiganstalt: Reichenberg, Am Kranich, Hanicher Straße 12 Zweiganstalt: Georgswaide. Fernsprecher Nr. 13 Postsparkas en- Konto Nr. 80.020 Unbeschränkte Haftung der tidige meinde und des Bezirkes Reichenberg 445 VERLANGEN SIE in jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., Pilsen sind die allerbesten! Mit„ Zauberdung" behandelt 3 S7 Schwester die Möglichkeit einer Eheschließung bie-| stens fünfzehn Zentimeter von einander entfernt tet, ganz einfach mit einem Baum oder einem ſizen müssen.) Strauch zu verheiraten. Von welchem„ Gatten" ist, daß in den Vereinigten Staaten im Jahre das Mädchen indes jederzeit wieder geschieden Kaum zu glauben ist aber auch, daß man 1935 rund eineinhalb Millionen Stapitalverbre- werden kann, wenn sich ein passender Freier von just in Prag nicht daran denkt, den in den Stras chen begangen wurden, daß also sozusagen jeder Fleisch und Blut findet.) ßen unserer Hauptstadt immer wieder anzutref 84. Bewohner der USA einem Verbrechen zum fenden Wahrsagern" und„ Astrochiromanten", Opfer fiel.( Die Bekämpfung des organisierten Kaum zu glauben ist weiters, daß es in Vir- diesen ambulanten Nuznießern menschlicher Verbrechertums die Zahl der Gangster wird ginia, USA, ein Gesez gibt, das bestimmt, daß Leichtgläubigkeit und Unwissenheit, das Handwerk auf etwa drei Millionen geschäßt kostet jähr jedem Eisenbahnzug nach Einbruch der Dunkel zu legen; denn wenn man es schon für zu umlich fünfzehn Milliarden Dollar; mit zwei solchen heit ein Mann mit einer roten Laterne voranzu- ständlich oder für zu kostspielig halten mag, der Jahresannuitäten wäre die gesamte Staatsschuld gehen bezw. voranzureiten hat.( Das Gesetz Dummheit und dem Aberglauben durch entspre= der Union beglichen.) stammt aus der Zeit der ersten Eisenbahnen, chende Bildungs- und Aufklärungsarbeit an den wurde jedoch bis heute nicht aufgehoben und ist Leib zu rücken, dann sollte man es sich vorder= Kaum zu glauben ist ferner, daß in Indien somit de facto noch immer in Geltung. Wobei zu hand zumindest angelegen sein lassen, alles. diese und trotzdem ist der„ Zauberdung" jährlich zund 70.000 Mädchen verheiratet werden bemerken ist, daß es im Land der Freiheit" noch Uebel Fördernde auszumerzen.( In England hat Bäume!( Im Lande Buddhas herrscht näm- andere, nicht minder kuriose Geseze gibt: im man schon vor geraumer Zeit allen Stern- und lich ein altes Kirchengesetz, das den jüngeren Töch- Staate Kansas, z. B., existiert ein Gesetz, das die Handschriftdeutern, Hellsehern und Geisterbetern einer Familie verbietet, zu heiraten, solange Länge der Hemden beschränkt, während hinwie schwörern den Krieg erflärt, und in den letzten nicht die älteste Tochter unter die Haube gebracht derum in Connecticut ein Gesez besteht, das be- Monaten wurden auch in Rumänien und Bulga=" Frauenwelt", Prag XII., Fochova tř. 62, und ist. Und so hat man den Ausweg gefunden, die stimmt, daß auf Bänken in öffentlichen Partanta rien Maßnahmen ergriffen zur Ausrottung des erstgeborene Tochter, sobald sich einer jüngeren igen Personen verschiedenen Geschlechtes minde- 1 Wahrsagertums.) Ernst Ma che t. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch di Post monatlich Kč 16- vierteljährig Kč 48.Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. hal jähric Kč 96.- ganzjährig Kč 192 Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Inserate werden laut graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Die Zeitungsfrankatur wurde von der Bosts und Tele Druckerei: Orbis". Druds, Verlags- und Zeitungs- A.- G. Brag. an * wächst alles eins, zwei, drei, noch lang' nicht Hexerei 1 Paket zu Kč 5'60 durch die Verwaltung der bei allen Kolporteuren erhältlich