Dienstag, S. Juni 1936 Nr. 134 16. Jahrgang Eiiiniimis 70 Heller (•inuhli.ßlich 5 Haller Parte) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova a. Telefon 53077. HERAUSGEBER) SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR) DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Ein groBer Erfolg L6on Blums: Erfolgreiche Vermittlung im Streik Unternehmer geben nach/ Ole Grundlagen eines modernen Arbeitsrechtes geschaffen der 500.000 Leon Blum und fein Innenminister Talengro(gleichfalls Sozialist) haben in der Nacht vom Sonntag zum Montag die Krrhandlungrn mit den Bertrrtern der Arbeiter nnd der Unternehmer anfgenommcn. Es gelang ihnen, ein Einvernehmen in den grundsätzlichen Fragen zustandezubringen. Das Abkommen, au f Grund dessen der Streik in den* ersten Tagen der Woche wahrscheinlich völlig liquidiert werden wird, bringt der Arbeiterschaft große Erfolge. Nicht nur die beträchtlichen Lohnerhöhungen, sondern vor allem die Anerkennung gewisser Funda mental s ätze des Arbeitsrechtes, das in Frankreich bisher sehr im argen lag, dürfen als gewaltiger Erfolg der Arbeiterschaft und der Regierung gebucht«erden. Man hofft, das Abkommen verallgemeinern und die faktische Beendigung des Streiks binnen kurzem erzielen zu können. Die öffentliche Meinung erblickt in der glücklichen Vermittlung allgemein rin Zeichen der Stärke der Volksfront-Regirrung, die unverzüglich an die Durchführung ihres Programms schreiten will. Das abgeschlossene Abkommen sieht vor: 1. Die Einsührung von kollektiven A r b e i t s v e r t r ä g e«, 2. Gewerkschaftsfreiheit der Arbeiter, 3. Erhöhung der Löhne nm sieben Prozent für die höheren b i s z n 1 5 P r o z e«t für die niedrigsten Löhne, jedoch derart, daß die gesamte Nrnbelastnng des Betriebes durch die I Lohnerhöhung nicht mehr als zwölf Prozent betragen darf. 4. Einführung von Arbeiterräten in alle Betrieben mit mehr als zehn Arbeiter«. 5. Keine Strafmaßnahmen gegen die Streikenden, 6. Anfforderung seitens der Arbeiterabord- nungcn zur sofortigen Wiederaufnahme der Arbeit in den bestreikten Betriebe«, sobald die Ar- Vie Bukarester Festlichkeiten durch ein furchtbares Unglück gestört Tribünen-Elnsturz Im Stadion Die Bukarester Entrevue der Oberhäupter der drei Kleine Entente-Staaten erlitt Montag eine tragische Störung durch einen Unglücksfall im Stadion. Bis dahin war die Zusammenkunft festlich und harmonisch verlaufen. Die Gäste der rumänischen Hauptstadt, unser Präsident Dr. Benes und der jugoslawische Prinzregent Pavle, sind von der rumänischen Bevölkerung mit großer Herzlichkeit ausgenommen worden. Die Beratungen der drei Staatshäupter und die parallel laufenden Konferenzen der Außenminister ergaben eine, auch in den Ansprachen und Trinksprüchen immer wieder betonte, völlige Uebereinstimmung in den politischen Ansichten und vor allem in der Ueberzeugung, daß die Kleine Entente als ein Ganzes, als eine Einheit erhalten werden muß. Sonntag wurde über die Entrevue folgendes Kommuniquee ausgegeben: »Heute fand in Srrovistr die zweite vierstündige Beratung zwischen König Carol, dem Präsidenten Dr. Benes und dem Prinzen Paul statt, an der Mnisterpräsident Tatarese«, Minister des Aenßern Titulrseu und der tschechoslowakische Minister des Aeußern Doktor K r o f 1 a teilnahmen. Es wurden sämtliche Probleme geprüft, die auf dem Programm waren. Es wurde konstatiert, daß über sämtliche dieser Probleme dir vollkommene Identität der Anschauungen besteht und daher eine vollkommene Aktionsgrmein- schaft frstgestellt." Montag vormittags fand im Stadion von Cotrocqn bei Bukarest aus Anlaß des Thronbesteigungsfestes Carols II. eine große Jugendfeier des Verbandes der„S t r a j e r i", einer sportlichen und der vormilitärischen Erziehung dienenden Organisation. statt, an der sich etwa 25.000 Knaben und Mädchen aktiv beteiligten. Ueber den Unfall berichtet das Tsch. P.-B. u. a.: Als gegen 11 Uhr dir Formierung zur Defilierung vorgenommen wurde, ereignete sich auf bisher unaufgeklärte Weise ein großes Unglück. Auf dem Stadion, das ursprünglich ein Uebungs- platz war, sind drei kleinere Ehrentribünen, links vom Haupteingang errichtet worden. Auf den anderen drei Seiten des Stadions find je drei große Tribunen für das Publikum. Auf diesen Tribünen warnt unten die Steh-, oben die Sitzplätze. Jede Tribüne faßte schätzungsweise 3000 bis 4000 Zuschauer. Zum Entsetzen aller Anwesenden g a b p l ö tz- lich die äußere Tribüne auf der Seite gegenüber den Ehrentribünen nach und wie ab- gcschnitten brach sie insichzusammen; nur die Hauptpfeiler zu beiden Seiten der Tribünen ragten aus den Trümmern empor. Nach dem ersten Schrecken wurde das Publikum durch Lautsprecher aufgcfordert, Ruhe zu bewahren. In kurzer Zeit wurden die erste« Ber- wundetrn weggetragen. Man sah insbesondere Verletzte an Händen und Fü^n. Nach und nach erscheinen die eingestürzten Balken, Pfosten und Bretter, die dir'Rettungskorps wcgräumen und auf einen Haufen schichten, um zu den Verwundeten zu gelangen. Ambulanzen und Arrzte arbeiten rasch. Unermüdlich arbeiten auch die Skauts, die von allen Seiten mit Tragbahren herankommen. Rasch find Personen- und Feuerwehrkrast- wagen zur Stelle. Das Publikum, von dem Unglück tief erregt, bewahrte musterhafte Ruhe und Ordnung. Wie das Innenministerium abends mitteilt, hat das heutige Unglück bei der Feier der rumänischen Jugend drei Menschenleben gefordert, und zwar eine Frckst, einen Kapitän und einen Privatbeamten. Bon den etwa 300 Verletzten, die im Krankenhaus behandelt wurden, konnten viele Unruhen In polen dauern an Warschau. In dem Jndustriestädtchen Biala im Teschencr Schlesien stehen seit einigen Tagen die Arbeiter der Textilfabrik Lenko, 1400 an der Zahl, im Ausstand.' Zur Unterstützung des Lohnlampfes der Arbeiter dieser Fabrik ist heute im/ ganzen Bielitz-Bialer Jndustrierevier ein allgemeiner Ausstand der Textilarbeiter proklamiert worden. Dieser allgemeine Streik führte im Laufe des Montags zu schweren Ausschreitungen. Im Laufe des Nachmittags drangen einige tausend streikende Textilarbeiter in die Räumlichkeiten der großen Textilfabrik Fischlowitz in Bie- litz ein. Zwischen den Streikenden und den Streik«. beitgeber das grundsätzliche Abkomme» angenommen«nd Verhandlungen über dessen Durchführung angesetzt sein werden. Schnellarbelt in der Kammer Paris.(Tsch. P.-B.) Die Regierung bereitet einen A m n e st i e-G esetzentwurf, weiters Entwürfe für dir40-stündigeAr- beits woche und über Kollektivverträge vor«nd wird sie am Dienstag Nachmittag der Kammer mit dem Ersuchen vorlegen, sofort eine Sonderkommission zu wählen, welche sie beraten«nd dem Plenum zur Annahme empfehlen würde. Die Regierung hat die Absicht, das Parlament zu ersuchen, gleichzeitig mit der Annahme dieser Vorlage der Negierung die Ermächtigung zur praktischen Anwendung der Texte, deren Prinzipien das Parlament annehmen wird, zu geben. Es handelt sich nicht, wie Leon Blum in der Kammer ausdrücklich erklärt hat, um irgendeine außerordentliche Vollmacht, sondern nur«m Delegierung, d. i. Verleihung der Vollmacht. Minister Netas in Nordböhmen Reichender g. Amtlich wird gemeldet: Sonntag vormittag fand im Rathaus von L lebe n a u bei Rrichrnberg eine Beratung des Ministers für soziale Fürsorge Jng. N e k a s mit den Vertretern der staatlichem Behörden und autonomen Faktoren über wirtschaftlich« und soziale Fragen in dem schwer heimgesuchten Reichenberger Gebiet statt. Außer industriellen Fragen wurde die Frage der öffentlichen Investitionen durchberaten«nd über die Hilfe für die Selbstverwaltung beraten. An den Beratungen nahmen die Bertreter der tschechischen nnd der deutschen Bevölkerung teil. nach Anlegung von Verbänden in häusliche Pflege entlassen werden. Die Verletzungen bestehen zum größten Teil aus Frakturen. Bon den ausländischen Gästen wurde nie- niand verletzt. Auch verhältnismäßig wenig Jugend ist von dem Unglück betroffen. Schon knapp bei Beginn des öffentlichen Auftretens ereignete sich ein kleinerer Unfall auf einer anderen kleinerm Tribüne beim Eingang zum Stadion, wo gleichfalls einige Stufen mit den Zuschauern einstürzten und wo nach den ersten Meldungen auch einige Personen verletzt wurden, darunter auch Kinder. Trotz des Unfalls fand die D e f i l i e r u n g programmgemäß und während man noch mit den Bergungsarbeiten beschäftigt war statt. Nachmittags reiste der Prinzregent Pavle aus Bukarest ab. brechern dieser Fabrik kam es zu Schlägereien. Die Polizei vertrieb mit Hilfe von Tränengasbomben und unter Anwendung der blanken Waffe die Streikenden, wobei einige Streikende verletzt wurden. In Thorn begaben sich Arbeitslose nach einer Straßenkundgebung vor das Gebäude der Woiwodschaft. Eine Deputation wurde hier empfangen. Die Demonstranten gaben sich mit der Antwort nicht zufrieden und versuchten,än das Wojwodschaftsgebäude einzudringen. Die Polizei schoß. Es wurden zwei Arbeitslose, darunter der Sekretär eines Ar>>-iterverbandes getötet, vier Llrbeitslose wurden schwer.verletzte Entlarvung des Sudetofaschismus Von Dr. Ludwig Czech Auf dem prächtig verlaufenen Kreisarbeitertage in Tachau, über den wir im Innern des Blattes berichten, hielt der Parteivorsitzende Dr. Czech eine Rede, in der er zu den wichtigsten außen« und innenpolitischen Ereignissen Stellung nahm. Er überbrachte den Böhmer- Wald-Arbeirern zunächst den Gruß der Gesamtbewegung, gedachte der schönen Tage von Bodenbach und fuhr dann fort: Die ganze Welt verlebt jetzt bange Stunden. Der Geist der Brachialgewalt hat sich in Mitteleuropa an die Macht htrangearbeitet. Er hat die Sinne großer Teile des deutschen Volkes betört und schwerstes Unglück über die deutschen arbeitenden Menschen gebracht. Vergessen sind die fürchterlichen Auswirkungen d e s W e l t k ri e g e s, vergessen das Blutbad, das viele Millionen an Menschenopfern erheischte. Vergessen das fürchterliche Leid der Millionen von Witwen, Waisen und Krüppeln, vergessen die Brandschatzung unermeßlicher Kulturwerte, die Vernichtung der Weltwirtschaft, die zwangsläufig den Zusammenbruch der Wirtschaft der kleineren Staaten im Gefolge haben mußte. Und wieder ist Europa auf dem besten Wege, in ein neues gewaltiges Kriegsabenteuer hineinzuschlittern, das uns eine zweite, aber sicherlich noch tragischere Auflage des Weltkrieges bringen könnte. Bon verblendeten, der Verzweiflung verfallenen Menschen aus den Schild gehoben, ist der Faschismus eben daran, in Europa einen n e u e n B r a n d a n z u z ü n d e n, gegen den— angesichts der ins Unheimliche und Wahnwitzige gesteigerten Mordtechnik—; der Weltkrieg nur ein Kinderspiel sein würde. Und so steht die ganze zivilisierte Welt wieder vor den größten Gefahven, die zu bannen die brennendste Aufgabe der Stunde ist. Aber diese Aufgabe vermag einzig und allein dassozia- listische Proletariat zu meistern. Nur das klassenbewußte Proletariat, um dessen Schicksal es geht und das allein die Kraft besitzt, den schweren Kampf aufzunehmen, vermag den Faschismus in seinem Vormarsch aufzuhalten, sich ihm entgegenzuwerfen, ihm in den Arm zu falle.: und ihn niederzuschlagen. Darum muß es sich an die Spitze dieses Kampfes stellen und seine Führung übernehmen. Der Faschismus schützt vor, daß sein Kampf ausschließlich gegen den Marxismus gerichtet ist, aber in Wirklichkeit ist er nur der D e ck m a»> i e l für die Auseinandersetzung des Kapitalismus mit dem Sozial is- m u s, für die Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arheit. Im Bereiche dieser Auseinandersetzung bÄvegt sich in Wirklichkeit die Kampflinie. Hier verlaufen die Barrikaden, auf denen um die Entscheidung gerungen wird. Das hat die sozialistische Arbeiterklasse längst erkannt und längst den wahren Charakter des Faschismus entlarvt. Darum konzentriert sie alle ihre Kraft auf die Niederwerfung dieses Feindes, dessen Vernichtung die Vorbedingung für die Befreiung der Welt von dieser fürchterlichen Geißel, die Vorbedingung für die Zusammenarbeit der Völker und Staaten, für die Wiederaufnahme der internationalen Wirtschaftsbeziehungen, für den wirtschaftlichen Umschwung ist— nach dem die ganze Welt und vor allem die Arbeiterklasse lechzt—, da sie auch hier wieder den hauptsächlichsten Teil der Opfer zu tragen hat. Das spüren die Arbeiter unseres Landes und besonders die unserer Randgebiete. Daran hatten auch unsere Böhmerwäldler schwer zu tragen. Das hatten auch unsere Arbeitslosen schwer zu büßen, vor deren Heroismus wir uns in Ehrfurcht beugen. Bald werden es sieben Jahre, sein, seitdem die Wirtschaftskrise ins Land gezogen ist. Rur mühevoll und unter den schwersten Entbehrungen vermochten sich die arbeitenden Menschen unseres Landes während dieser Zeit über das Schlimmste Hinwegzubringen. In, diese» Stunden ist unsere ganze Bewegung ununterbrochen an der Seite unserer tapferen Arbeiter gestanden. Unter Anspannung aller.Kräfte haben sich all« Funktionäre, alle unsere Vertrauensmänner an allen hiefiir in Betracht kommenden Stellen: in der Regierung, im Parlament, in den Gewerkschaften und den Genossenschaften ganz in Seite 2 ihren Dienst gestellt und alle bereitstehenden Mög-| lichkeiten restlos ausgeschöpft und an Sie herangebracht. Und sie werden es auch in Zukunft so halten. Der Faschismus und mit ihm der Hens Teinismus versucht den Arbeitern aufzuschwatzen, daß alles Elend vom Sozialismus und Marrismus kommt, daß der Sozialismus sie ins Elend gestürzt, ihre fürchterliche Notlage herbeigeführt und sohin verschuldet hat. Aber in Wirklichkeit ist es das kapitalistische System, zu deffen Verteidigung der Faschismus gedungen wurde und dessen feiler und bezahlter Kostgänger er ist. In den deutschen Gebieten unseres Landes besorgte er diefe Täuschung mit Hilfe des Volts gemeinschaftsschwindels. Das ist die Parole, mit der Konrad Henlein ins Kampffeld gezogen ist, das ist die Verheißung, das ist der Trick, dem hunderttausende verzweifelter und ratlofer Menschen erlegen sind. Sie alle gaben sich den Irrwahne hin, daß es der kapitalistischen Gesellschaft möglich sein werde, die sich mit jedem Tag verschärfenden Gegensätze in der Interessenharmonie zwischen den Arbeitgebern und Arbeitneh mern verschwinden zu machen. Selbstverständlich fonnte dieser großzügige Betrug dem wirklichen Leben auch nicht eine einzige Sekunde standhalten und entlarvte sich sehr bald selbst. Denn die vor= getäuschte Harmonie blieb aus. Dafür aber brachte jeder weitere Tag ein weiteres Umsichgreifen des Kampfes der Unternehmer- Kameraden gegen die Arbeiter. Und heute ist dieser Kampf nach einem sehr kurzen Waffenstillstande wieder in vollster Blüte. Er steht im Zeichen von Betriebseinschränkungen, Arbeiterentlassungen, der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, des Kampfes gegen die Verkürzung der Arbeitszeit, gegen die Arbeitsvermittlung, wobei die deutschen Fabrikanten- Kameraden ihren tschechischen Kollegen tapfer vorangingen. Nur naive Menschen konnten es anders erwarten, nur Kindstöpfe konnten sich täuschen lassen. Und die Folgen sehen wir in der schweren Krise, die die Henleinbewegung jetzt zu bestehen hat, deren Kern im Wesen sozialer Natur ist und infolge der sich immer mehr verschärfenden und bertiefenden Gegensäße immer flarerer an die Oberfläche tritt. als man es meinte So hat sich die Volksgemeinschaft- früher selbst die Maske vom Gesicht gezogen. So ist der große Betrug von der Intereffenharmonie zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern, so das Wort von der Schicksalsgemeinschaft zwischen Fabrikanten und Arbeitern in sich selbst zusammengebrochen. Nein, werte Freunde! Nicht zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sondern zwischen den Arbeitern aller Nationen in unserem Lande zwischen den deutschen und tschechischen Arbeitsmenschen besteht die wahre Schicksalsgemeinschaft. An sie alle tritt das Leben mit der gleichen Härte, mit der gleichen Tücke heran. Lassen Sie mich Ihnen eines meiner erschütterndsten Erlebnisse erzählen. Als ich vor einigen Wochen während des DurBiliner Wahlkampfes in Dur sprach, in dessen unmittelbarer Nähe der Unglüdsort Offet liegt, da trat mir das Wort von der proletarischen Schickfalsgemeinschaft in erschütternder Weise in Erscheinung. Dreimal habe ich diesen Ort während meiner Betätigung im Fürsorge- und im Arbeiten= ministerium besucht. Das eine Mal unmittelbar nach der Nelson- Katastrophe, der 142 Bergarbei ter zum Opfer fielen. Das zweitemal beim Leichenbegängnis der geborgenen Unglücksopfer. Das war das schauerlichste Zeichenbegängnis, dem ich in meinem Leben beigewohnt hatte. Bedenken 7 Dienstag, 9. Juni 1936 Sie den erschütternden Anblick, als die entseßliche Reihe von Särgen an mir vorüberzog. Und dann fam ich wieder nach Osset zur Enthüllung des Grabmales, um das sich Hunderte von Witwen und Waisen gruppiert hatten in ihrem heroischen Schmerz, der die Nerben zerriß. Sehen Sie, werte Freunde! 142 tote Bergarbeiter, 71 Deutsche, 70 Tschechen und ein polnischer Arbeiter, die der Todernde Schlund des brennenden Schachtes verzehrt hatte. Es waren lauter Arbeiter, deutsche, tschechische und ein polnischer Bergarbeiter, aber keiner von den Gruben- Kameraden", die auf den Schächten das große Wort führen und die die Gewinne ziehen. " Das ist die Wahrheit über die Konrad Hen Teinfche Boltsgemeinschaft und über die proletaris sche Schicksalsgemeinschaft, wie wir sie täglich in den verschiedensten Formen zu fühlen bekommen, in ihrer ganzen Tragit und mit allen ihren Elends, auswirkungen. Bei der Henleinbewegung erleben wir wieder eine der vielen Charlatanerien, die in der Geschichte immer und immer wiederkehren. Wieder einmal hat Karl Marx recht behalten, als er sagte: „ Es ist das Eigentümliche der Revolution, daß gerade dann, wenn ein Volt einen größeren Sprung nach vorwärts machen und eine neue Aera beginnen will, es sich stets von Illusionen der Vergangenheit beherrschen läßt und all die Macht und den Einfluß, den es so teuer erkauft hat, in die Hände von Männern legt, die als Träger der Volksbewegung einer früheren Zeit galten." Sehen Sie: Hitler, Henlein, zu allerlegt der belgisch- faschistische" Rer", alles Träger von Volfsbewegungen, die ideologisch einer früheren 3eitepoche angehören und die ebenso verschwinden werden, wie sie gekommen sind. Wir aber werden bleiben! Denn für uns wirkt unsere herrliche, unüberwindliche und sieghafte, unsere große ſozialistische Idee, die die Menschheit aus der kapitalistischen Knechtschaft befreien, eine Klassenlose Se sellschaft aufbauen, sie mit sozialistischem Geiste erfüllen, den arbeitenden Menschen Frieden, Freis heit und Brot sichern und ihr auch die höchsten Kulturgüter erschließen wird, die heute ein Privileg der befizenden Klasse sind und dereinst Gemeingut aller arbeitenden Menschen sein werden. Die ,, Läuterungsaktion" beginnt mit einem Rückzug... Henlein will sich mit Kasper Die SdP läßt verlautbaren, daß Henlein sich entschlossen hat, mit Kasper neue Verhandlungen aufzunehmen, um eine Spaltung der Partei zu verhindern". Die beiden seien bereits Sonntag in Eger zusammengetroffen. Die Initiative dazu sei von Henlein ausgegangen, der in den sonntägiger Parteiversammlungen der Edp eine Erklärung verlesen ließ, daß er aus freiem Ent fch I u ß, aus Großmut und um jeglichen Bruderkampf zu vermeiden", sich zu dieser Taktif entschlossen habe. Bermutlich werden sich in der SdP Törichte genug finden, die da wirklich an die ,, Großmut" des Führers" glauben. Tatsächlich ist aber da von einer Freiheit" des Entschlusses wenig zu von einer Freiheit" des Entschlusses wenig 3 spüren. Vielmehr handelt es sich darum, daß en lein sich gezwungen sah, dem einen Manne gegenüber, um den herum die offene Rebellion in der SdP ausbrach, flein beizu geben, weil dies dem Herrn Henlein zweifellos als die einzige Chance erscheint, einer to eiteren grenzenlosen Ausbrei tung des Rebellion sherbes ent gegenzuarbeiten. Wie dieser Versöhnungsversuch ausfallen und was er für unmittelbare Folgen haben wird, wird man ja bald genug erfahren. Aber wie immer das Ergebnis sein wird die Unzufriedenheit innerhalb weiter Teile des SdP wird sich nicht nur nicht von heute legen, sondern zwangsläufig wieder neue Nahrung erhalten, da eben die SdP ihr polilisches Gesicht keinesfalls beibehalten oder ändern kann, ohne die einen oder die anderen in ihrem Lager immer wieder rebellisch zu machen. Dr. Brand langsam kaltgestellt? Das Prager Montagsblatt", das seine ausführlichen Informationen über die SdP so liebevoll gestaltet, daß man es fast für ein Organ des Herrn Henlein ansehen könnte, will bezeich= nenderweise jetzt schon wissen, wie das Ehrengericht..gegen" Dr. Brand ausfallen dürfte: die saß sie im Sande, hatte die Badekappe herunter Wir suchen ein Land setan und spielte mit Steinen. Roman einer Emigration Von Robert Grötzsch Ganz vorn. Auf dem ersten Stoß, stand das Mädchen. Auf ihrem nassen blauen Trikot glänzte die scheidende Sonne. Mit einem langen Sprung tauchte sie wieder seitlich in die Flut und ließ sich eine Weile nebenber treiben. Die Strömung riß das Floß schnell vorwärts. Das Mädchen schwamm zum Ufer und sah noch, wie da oben mit Geschrei Abschied genommen wurde, dann sprangen einige ins Wasser. Peter und Paul gingen mit Hechtsprüngen hinein. Der Kleine versuchte einen Salto. Frosch platschte breitbeinig mit dem Bauche auf dafür hatte man ihm seinen Namen gegeben. Moses verabschiedete sich mit Handstand und Ueberschlag ins Wasser. ,, Bravo", sagte Herkner und wußte: es ist alles des Mädchens wegen. Auf dem Heimwege suchte Moses hinter der Kolonné zu bleiben. Vielleicht könnte man noch einmal hinunter an den Strand... vielleicht faß sie jetzt dort und fämmte das Haar... Aber der Kleine blieb immer an seiner Seite. Später, als sie gegessen hatten und sich müde auf ihre Feldbetten warfen, lachte der Kleine auf.„ Du Moses, wenn die wüßten, daß wir in vier Wochen abhqun!" „ Eiweih", macht der nur, hatte jedoch kaum hingehört. Sein Denken war bei der blauen Badekappe. Vielleicht doch eine Genossin... Solid mußte sie sein, eine Lockere geht nicht so in die Einsamkeit, die sucht den Badebetrieb der Stadt auf. Aber so allein! Ist doch fabelhaft gewach sen, mit einem frischen, pikanten Gesicht... „ Du, Moses in Palästina kann ich doch dann' ne Jüdin heiraten, nich?" " Jawohl, Ernst, du wirst Rassenschande treiben und Kleinasien aufnorden." „ Das wird Sache, Moses, wenn wir hier abhaun." Er kann's faum fassen. Schwöre mir, daß du mich mitnimmjt!" " Eine Weile stand der Haufe noch aufrecht am Ufer, winfte und rief hinter dem Floß drein. Aber Moses stellt sich leise schnarchend; sein Dann wurde es plöglich still, als überlegte jeder, Denken ist bei der Badekappe und er weiß: es gibt warum sie cigentlich so aus dem Häuschen gerie- etwas, das ihn von der Reise zurückhalten könnte ten. War es die Ahnung vom ewigen Kreislauf Jezt nur nicht schwören. der Dinge... und daß alles einmal wiederkehrt Der Kleine zappelt weiter." Weißt du, wie und daß manche Trennung vorüber geht? Sie meine Frau mal sein müßte? Wie die Gusti. wußten es nicht. Still liefen sie ihrem Plaze ent- Du, Mensch, die is sauber wie meine Mutgegen, kamen an dem Weidenbusch vorbei, in dessen ter! Und immer fröhlich... und paar richSchatten des Mädchens Kleider gebettet lagen. tige Waden hat se." Er hört ein dumpfes StampDaneben eine Zeitung. Moses sah scharf hin: Das fen von unten her; das ist Gusti mit dem Plätt Volfsrecht... Drei Pfeile am Kopfe... Auch eisen.„ Bei der müßte eigentlich jede erst mal Froschs Augen leuchteten.„ Hast du gesehn, Wirtschaft lernen, nich?" Mensch? Eine Genossin?" " Moses zuckte die Achseln und dachte: Wär das schön, wär das schön und wußte nicht recht, Es war doch bekannt, daß es viele Genossinnen gab... Er schaute zur Seite. Unten warum. Keine Antwort. Der Kleine streckt sich, duselt hinüber, sieht Palmen, die Mauern von Jerusalem und braune Menschen, Gusti kommt aus einer Hütte, nimmt ihn in den Arm, küßt ihn und zieht ihn sanft an ihre üppige Mutterbrust. aussöhnen Nr. 134 Rüstet in allen Bezirken und in allen Orten für den Kindertag am 21. Juni berg, der Vater von vier Kindern ist und jahrelang in größter Not lebte, erhielt seine Kündigung mittels refommandierten Briefes und ohne Angabe von Gründen. Er habe seinen Gehalt bis zum AbTauf der Kündigungsfrist an jedem Ersten bei den Kassenschaltern abzuholen, dürfe aber die Schriftleitung nicht mehr betre ten. Dr. Singule erhielt seine Kündigung, während er gerade auf Urlaub weilte, ebenfalls mittels eingeschriebenen Briefes an seine Frau. Singule unterbrach daraufhin sofort seinen Urlaub und kehrte nach Prag zurück, aber auch ihm wurde jede weitere Arbeit in der Schriftleitung der ,, Beit" untersagt. Für die beiden entlassenen Schriftleiter wurden bereits zwei Nach folger eingestellt, so daß man auch nicht Ersparungsgründe als Ursache der Kündigungen annehmen kann. % Zur Kennzeichnung der Art, wie man im Verlag der Zeit" mit den Redakteuren umspringt, teilt die Warnsdorfer ,, Bolts- Beitung" mit, daß bei der Zeit" schon in den ersten Wochen ein Herren Ehrenrichter würden ihn ,, nach Auffassung Journalist ausgebootet wurde, den man eigens informierter Kreise" rehabilitieren, aber feine als Fachmann für katholische Angelegenheiten Machtbefugnisse würden nachher eingedämmt aus fester Stellung herüberge werden. Der ehemalige Chefredakteur der Zeit" 30gen hatte. dürfte demnach auch aus der KanzleisenLeins hinaus bugsiert und mit einer anderen Aufgabe, vielleicht mit der Vertretung der EdP im Ausland, betraut werden. Wenn diese Vermutungen zutreffen, dann hat Herr Henlein doch den Mund zu voll genommen, als er vor wenigen Tagen, eben im Hinblick auf die schwere Opposition gegen Dr. Brand, in seinem Aufruf erklärte, daß er es ab lehne ,,, Mitarbeiter fallen zu lai en". Geschieht aber dem Dr. Brand nichts, dann hätte um so mehr die Rumburger Zeitung" recht, die am Sonntag schrieb: V Neuer Obmann der Deutschen Gewerbepartei. Die Deutsche Gewerbepartei hielt Samstag und Sonntag in Prag ihre Reichskonferenz ab. Der Parteivorsitzende Alois Stenzl lehnte troiz einstimmig erfolgter Wiederwahl die Uebernahme der Obmannstelle ab; er wurde über einmütigen Beschluß der Tagung als Parteibevollmächtigter mit ler politischen Führung betraut. Zum geschäftsführenden Parteiobmann wurde das Mitglied der Prager Handelskammer Franz Striegl( Abtsdorf) gewählt. Bereinigung der beiden jüdischen sozialistiDer Fall Dr. Brand braucht längst schen Parteien. In der verflossenen Woche kam es fein Ehrengericht mehr, der Fall Dr. in der jüdischen Arbeiterbewegung zu einer wichBrand ist bis in alle Einzelheiten abgeschlossen und tigen Entscheidung. Unter Vorsiz des Genossen reif und wirft durch seine künstliche Konservierung Dr. Tartatower fand eine gemeinsame seine schweren Schatten auf das Schicksal der Sizung der zwei sozialistischen Organisationen Sudetendeutschen Partei und damit auf das Jüdische sozialdemokratische Arbeiterpartei ,, Poale Schicksal des gesamten Sudetendeutschtums. Ein 3ion" und der ,, Arbeitsgemeinschaft sozialistischer System aber, das den Vertrauensvorschuß hundert Bionisten" statt, bei welcher die Vereinigung beitausender Menschen und die unsägliche materielle der in eine einheitliche Partei beschlossen wurde, und seelische Not des Volkes bis zum Zerreißen und für die Vereinigung der Name: Vereinigte mißbraucht, muß früher oder später zu Fall kom- zionist- sozialistische Arbeiterpartei( Poale- Zionmen und damit auch Herr Dr. Walter Brand, Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Zionisten) ge= den man ruhig als reinsten Verförperer wählt wurde. In der Exekutive der neuen Partei dieses Syst e m 3 bezeichnen kann, der ein sind beide Gruppen paritätisch vertreten. Ehrengericht gegen sich einberufen läßt, in der gut arrangierten Gewißheit, daß es sich so oder so um der ganzen Bewegung willen nur positiv für ihn aussprechen kann. Häuserpacht auf 99 Jahre. Der tschechische Verband sozialistischer Gewerbetreibender und Kaufleute in der Tschechoslowakischen Republit hat am 4. Juni im Prager Gewerkschaftshaus eine Enquete veranstal= tet über die Frage, auf nach englischem Muster gepachteten Grundstücken zu bauen, da sich durch denEntfall des Grundstücantaufes die Baukosten um 40 bis 50 Der Prager Zeitungsdienst" schriebt zu der Prozent herabseßen ließen. Die Pacht ist gedacht auf plöblichen Entlassung der Zeit"-Redakteure Dr.| 99 Jahre. Der Verband bezweckt damit eine Belebung Roberg und Dr. Singule: des Wohnungsbaues. Einem Referat über diese AngeWie die» Zeit«<- Redakteure hinausgeschmissen wurden Wie verlautet, sollen die beiden Fälle auch legenheit folgte eine rege Debatte, die Anträge wer noch in der Reichsgewerkschaft der den schriftlich ausgearbeitet werden, worauf dann der deutschen Presse zur Behandlung tommen. Sto genannte Verband seine Vorschläge erstatten wird. " Gusti rasselt noch immer in der Küche herum.| Ignaz' Knien schaukelte der Strohhut mit dem Das Plätteisen dampft und fährt über eine Män- welligen verbogenen Rand. Man sprach von nerhose. Morgen kommt man ja doch nicht dazu. ,, drüben", von der Spinne, von der Arbeit im Morgen ist Sonnabend, morgen will Herkner an die Grenze. Seine Frau soll nicht sagen, es tüm mert sich niemand um seine Sachen. An die Grenze... Wenn jemand ihren Buben dorthin bringen könnte... nur einmal, nur eine Stunde... neuen Heim. Im Herbst würden die Unterstüßun gen noch knapper werden, hatte Herkner erfahren. ,, Keine Sorge, Kamerad", sagte der Hagere und bog den Hutrand herum, daß die Krempe knisterte, solange wir da sind, verhungert ihr nich". Er hüstelte trocken. Herkner sah zu ihm auf: die Und dann war der Augenblick endlich da, lange Nase, die harten, kantigen Backenfnochen; der Herkners Spannung leise milderte. Das Abkömmling aus altem Webergeschlecht. Seit kleine Auto, das zur Grenze fuhr, wartete auf Sindesbeinen stand er an der Webmaschine. der Landstraße, die in weitem Abstand an der Manchmal Kurzarbeit, manchmal arbeitslos, drei Spinne vorüberzog. In der hinteren Ecke des Kinder, bei einem Lohn, der immer schmaler Wagens lehnte der Hagere Schwarzbärtige, der den Einmarsch der Emigranten in das neue Heim geleitet hatte. ,, Guten Tag, Ignaz", sagte Hert ner und wäre dem Langen und dem im Vordersiz am liebsten um den Hals gefallen, weil es endlich gen Norden ging. Um Ignaz Nase stand eine Falte. Er hatte mit seiner Frau einen Streit gehabt; seit der letzten Arbeitslosigkeit reichte es nicht mehr hinten und nicht mehr vorne... Durch die Fenster blinkte die scheidende Sonne, die im Westen noch einmal hinter dunklen Wolfen hervorsprühte. wurde. Wie sollen wir euch das je vergelten, wollte Herkner sagen, habt selbst zu wenig, immer weniger wird's, die Not würgt eure Reihen, viele pon euch wissen nicht, wie sie die Kinder satt machen sollen und sammelt für uns Krone um Krone; selbst die Aermsten von euch geben... Stille elden seid ihr; wer in der großen Welt da draußen weiß von euch und von diesem stillen, großen Att sozialistischer Kameradschaft... Herfner sagte nichts; er fürchtete, mitten im Sake stecken zu bleiben. Aber Weiler flogen an ihnen vorbei, die Straße Kleine Ortschaften glitten im Halbbunkel zog wie ein Band unter dem Wagen hinweg. Am vorbei, stillgelegte Fabriken, Hungergebiete. Steuer saß Wenzel, der Kaufmann. Schmal und Freudlose Mienen sahen hinter dem Auto drein, zart war sein Gesicht, mit leichtem Anflug von Männer mit Händen, die nicht recht wußten woKoteletten, weil der Sechsunddreißiger so jung hin. Schlechter geht's euch auch nicht, wollte Ignaz aussah. Politik schien ihm eine zuwidere Sache, sagen, brach aber im ersten Anlauf wieder ab. traurig für den, der sich damit abgeben mußte. Heimatlojen Proleten geht's stets schlechter. Aber seitdem man seinen deutschen Freund ins" Wenn ich morgen mittags meine Tour hinter mir Konzentrationslager geschleppt hatte, tochte eine habe, können wir ihre Frau spazieren fahren, stille Wut in ihm. Auf seinen Fahrten zur Grenze Herkner", meinte Wenzel über die Schulter. nahm er jeden mit, der es mit den Braunen zu Herkner nickte dankbar. In den Dörfern flammtun hatte. ten die ersten Lichter auf. Höher furrte der Sagen, immer höher. Ueber den Wäldern kämpfte die Abendfühle mit der Wärme, die der Tag hinterließ. Janaz wog einen großen Leinwandbeutel in der Hand. ,, Munition", brummte er. Herkner nickte; seine Mienė war hell, die Schmarre am Sinn erschien ausgeglichener denn sonst. Auf ( Fortseßung folgt.) Nr. 134 Dienstag, 9. Jun? 1936 Seite 3 Auf neuem Vormarsch Große Kundgebungen der deutschen Sozialdemokratie in Tachau und Dettendorf Der vergangene Sonntag sah wiederum zwei große Aufmärsche der sudetendeutschen Sozialdemokratie, die sich würdig an die überwältigend schöne und große Beranstaltung des Rrichsjugendtages anreihen. In Tachau kgm der ärmste Teil der sudetendeutschen Bevöl- kernng zum„Kreistag der Arbeit" zusammen;«S waren die Arbeitslosen, die Heimarbeiter und Holzarbeiter des Böhmerwaldgrbietes, deren Teilnahme mit den unvorstellbarsten Opfern verbunden war und die doch Wind und Wetter um der Idee willen trotzten, der sie in rührender Treue ergeben find.— In Dessendo rf marschierten die Arbeiter des Gablonz-Tann» walder Industriegebiete- unter unseren Fahnen auf— so stark wie noch nie seit der Spaltung. Sie marschierten, obwohl es in Strömen regnete, marschierten, weil sie von Trotz und Begeisterung erfüllt find. Kreistag der Arbeit In Tachau Während de- ganzen Samstags goß es in I die Aermsten ist, de- Manne-, dem sie grenzen» Strömen. Die Veranstalter de- Kreistags der> lose- Vertrauen entgegenbringen. Man zeihe un- nicht der Freude an Superlativen, wenn wir sagen, daß unsere Sprache zu arm ist, um das Erlebnis dieses Berbundrnseins zwischen dem Parteiführer und der Gefolgschaft, das Erlebnis dieser halben Stunde wiederzugeben, da Czech zu de« Böhmerwäldlern sprach! Arbeit, die unter großen Opfern alles auf dagründlichste vorbereitet hatten, konnten nicht mehr hoffen, daß sich die großen Erwartungen erfüllen würden, mit denen sie dem Fest entgegengesehen hatten. Das Siedlungsgebiet, aus dem sich die Teilnehmer an diesem Kreistag der Arbeit rekru» tieren, ist sehr ausgedehnt. Die Bahnverbindungen sind schlecht. Was aber das entscheidende ist: die Menschen sind so arm, daß sie sich eine Bahnfahrt nicht gestatten können. Die Glücklicheren, die im Besitze eine- Rades find, legen die weiten Strecken mit diesem HilfSmitel zurück. Die anderen aber müssen fünf, sechs und noch mehr Stunden wandern, um dabei sein zu können. Am Sam-tag waren nur die Unentwegtesten da: unsere Jugendlichen vor allem, in denen da- Erlebnis von Bodenbach noch nachzitterte, das sich auch denen mitgeteilt hat, die nicht dabei gewesen find, dann die Turner und R W-L e u t e. Und auch viele Genossen und Genossinnen au- nah und fern. So daß das Ber- einSheim in Tachau, in dem am Samstagabend eine Feier stattfand, vollkommen überfüllt war. Diese Feier bot einen Querschnitt durch die Leistungen unserer Kulturorganisationen im Böhmerwaldgebiet. Am Sonntag: Tachau Ist rot Als Dr. Czech geendet hatte, erhob sich minutenlanger Beifall, Tausende Fäuste streckten sich grüßend der Tribüne entgegen, Frauen und Männer hoben ihre Kinder empor und all der Sturm der Liebe und des Vertrauens, der hier emporschlug aus der Gemeinschaft der Aermsten, die auch unsere Getreuesten sind, verkörpert sich am sinnvollsten und ergreifendsten in dem schlichten, von einem tief erschütterten Arbeiter dem Partrivorsitzenden zugerufenen Satz:»jawohl, B o t a, r« f ner, mir kumma scho!" Nach Dr. Czech, dessen Rede wir an anderer Stelle bringen, sprach der tschechische Bergarbeiter Jannausch, dessen Bekenntnis zur Verbundenheit zwischen tschechischen und deutschen Arbeitern begeisterte Zustimmung auslöste. Dann beendet« Willi Wan k'a, der junge Kreissekretär der Partei und zweite Vorsitzende des Sozialistischen Jugendverbandes, dieKundgebung. Wieder erhob sich stürmischer Jubel, ergriffen sang die Menge das„Lied der Arbeit". Die feierlichen Klänge der Staatshymnen beendeten die Kundgebung. Dann marschierten die vielen Menschen an Dr. Czech vorüber.„Noch nie habe ich so viele arme, abgearbeitete Menschen beisammen gesehen", sagte er»„noch selten auch solche Liebe und Treue". Abschluß Am Nachmittag wurde auf dem Festplatz das vorgesehene Programm abgewickelt. Im Mittelpunkt standen turnerische Vorführungen aller Art. Auch die tschechischen Arbeiterturner beteiligten sich an der Ausgestaltung des Festnachmittags. Dr. Czech war auch auf dem Festplatz immer im Mittelpunkt grüßender Gruppen. Keiner» der an diesem Kreistag der Arbeit teilgenommen hat und die Kraft unserer Bewegung zutiefst erlebte, wird ihn je vergessen. ver Parteivorsitzende bei Karl Fleischmann Karl Fleis chman n, der alte Tachstuer Vorkämpfer der Sozialdemokratie in Tachau, vollendete am 8. Juni sein 79. Lebensjahr. Fleischmann ist einer der bekanntesten sozialistischen Werber des Böhmerwaldgebietes, er ist das lebendig« Symbol für die Treue und die Unbeugsamkeit der Böhmerwaldarbeiter. Anläßlich seines bevorstehenden Geburtstages suchte ihn Genosse Dr. Czech am vergangenen Sonntag in seiner Wohnung auf, um ihm die Glückwünsche der gesamten Bewegung zu überbringen. Die Begegnung der beiden Männer war erschütternd, denn Fleischmann ist in der letzten Zeit vollkommen erblindet. Der alte Mann hielt die Hand Czechs fest und fand vor Rührung lange keine Worte. Dann aber war er der alte, knorrige BöhmerwäHler, der kräftig gegen di« Feinde wettert.— Wir schließen uns den Glückwünschen des Parteivorsitzenden für den tapferen Karl Fleischmann an und sagen ihm, daß sein Wunsch, wir mögen so treu sein wie er, erfüllt wird. Vox dem Besuch bei Fleischmann informierte sich Dr. Czech auf dem Bürgermeisteramt über den Stand der Arbeitslosigkeit und den Stand der Hilfsmaßnahmen. Dann besuchte er das Krankenhaus. ■ Zweitausend im Itergeblrge Samstag und Sonntag fand in Dessen» darf ein Bezirksarteitertag unserer Partei statt. Schon Samstag abends kamen Turner und RW a«S dem ganzen BrzirkSgebirtr, um teilzunehmen an der Abendfeier, dir vom Turnverein„Lassalle" anläßlich feines vierzigjährigen Bestandes veranstaltet wurde. Uevrr 300 Genossen und Genossinnen füllten den Festsaal, in welchem dir Turner Zeugnis ihres turnerischen Könnens ablegten. Der Sonntagmorgen begann mst turnerischen WertnngSkämpfen und einem Weckrufe. Trotz dem äußerst ungiinstigen Wetter kamen die Genossin, nen und Genossen aus dem ganzen weiten Bezirke nach Drssendorf geströmt und als zu Mittag die Aufstellung zum Demonstrationszuge begann, waren etwa 1500 Jscrgebirgsprolrten gestellt. Unter Borantritt von zwei Musikkapellen und vielen Sturmfahnen setzte sich der herrliche Demonstrationszug in Bewegung. Besonders stark waren im Zuge die Arbeitersportler, die RW und die tschechischen Genossen der DTJ vertreten. Der Demonstrationszug löste allgemein dir größte Verwunderung aus, da dir Gegner auch mit Rücksicht auf das schlechte Wetter mit einem Fiasko der ganzen Beranstaltung rechneten. Auf der Kundgebung, an der über 2000 Personen teilnahmen, sprach nach einer kurzen Begrüßung der Kundgebung durch den Bezirksvertrauensmann H l a d i k Abg. Taub, stürmisch begrüßt, in rindntcksvoller Rede zu den Festteil- nehmrrn. Die Rede des Genossen Taub und das Begrüßungstelegramm an den Präsidenten Benes wurden von der Kundgebung mit lebhafter Begeisterung ausgenommen, womit auch die Jsergebirgsproleten bekundeten, daß sie treue Wächter der Demokratie sein wollen. Der Arbeitertag von Dessendorf war ein voller Erfolg unserer Parteiorganisation des Jsergebirges. Er hat gezeigt, daß es, so wie überall in unserem Or- ganisationsgrbiete, auch dort vorwärts geht und daß die Zeit nicht mehr allzufern ist, in welcher die Sozialdemokratie wieder die dominierende Partei des JsergebirgeS sein wird. Die für den Sonntagvormittag geplanten Wettkämpfe der Turner, der Jugendstaffel und der RW mußten wegen des durch den Regen unverwendbar gewordenen Platzes abgesagt werden. Dafür aber boten sich andere Ueberraschun« gen: der Regen hatte aufgehört, und obwohl die Straßen fast unpassierbar geblieben waren, zogen ununterbrochen große Scharen,,„.von-, Teilnehmer«.nach, Tn-hg» Viele kamen mit Rädern, die meisten aber, zu Fuß. Als sie aufgebrochen waren, goß es noch in Strömen: es gäb Männer und Frauen, die in der Morgendämmerung von zu Hause weggingen und um 10 Uhr vormittags in Tachau eintrafen. Nicht nur Junge, sondern auch viele Alte. Rührend, wie sich diese armen Menschen, dentn man die Not vom Gesicht ablesen konnte, diese abgearbeiteten Frauen und darbenden Männer auch äußerlich auf den Festtag, ihren Lag, potbereitet hatten: das einzige gute Gewand, meist das sHvarze HochzeitSgewand, daS für die festlichsten Gelegenheiten aufbewahrt wird,' war hervorgeholt worden. Neber diesem Zuge mußten unsere roten Fahnen leuchtender flammen als sonst.... Und immer neue Scharen kamen: Jugendliche mit klingendem Spiel, Turner, Sänger, Radfahrer. Ein Sonderzug aus Mies, von dem man schon geglaubt hatte, daß er nicht würde zustande kommen, brachte mehr als 1000 Menschen. Als der Festzug, auf seinemMarsch durch die Straßen lebhaft begrüßt, auf dem Platze ein- luarschierte, waren schon ebensoviel Versammlungsteilnehmer hier wie im Zuge. Die amtliche Zählung ergab 4200 Festzugteilnehmer, die Stärke der Versammlung auf dem Marktplatze, der Wohl noch nie eine solche Kundgebung gesehen hat, wird von der Behörde mit 8000 angegeben. Die Kundgebung Unter der Lestung des Gau-Chormeisters H a l ä trugen die Arbeitersänger den„Arbeitergruß" vor, dann begrüßte der Kreisvcrtrauens- mann Star! die Versammelten. Er beantragte unter stürmischer Zustimmung BegrüßungStele- gramme an den Staatspräsident en und an den erkrankten Abg. Wenzel Jaksch und brachte die Entschuldigung des Fürsorgeministers N e L a s zur Kenntnis, der durch andere Verpflichtungen an der Teilnahme verhindert war. Dann bestieg der Parteivorsitzende Dr. Czechdie Rednertribüne. Unbeschreiblich ist der Jubel, mit dem er empfangen wurde, unbeschreiblich auch der Geist dieser Versammlung des ärmsten Teiles unserer Bevölkerung. Immer wieder wurde Dr. Czech von spontanen Zustimmungserklärungen unterbrochen, die so schlicht und ursprünglich waren, wie ei die Menschen sind, die sie äußerten. Man sah Frauen, Männer und Jugendliche, die vor Ergriffenheit weinten. Als Dr. Czech von den Sorgen um die Arbeitslosen sprach, ging eine stille Bewegung durch die Versammelten, die in stürmische Entrüstungsrufe gegen den ungeheuerlichen Betrug mündete, den die SdP an den Arbeitslosen verübt. Wie gebannt lauschten die Menschen den Worten des ManneS, der für sie das Symbol treuester Pflicht- erfüllung, der lebendigste Ausdruck der Sorge um fadetendeufscfier Zeitspiegel Wahlen in 2-8 Gemeinden Sonntag sollten in 318 Gemeinden rm ganzen Staatsgebiet Gemeindewahlen stattfinden. Da in 80 Orten jedoch einheitliche Wahllisten vorgelegt wurden, wurde der Wahlakt nur in 238 Gemeinden durchgeführt, von welchen 144 in Böhmen, 43 in Mähren»Schlesien, 36 in der Slowakei und 15 in Karpathorußland liegen. Insgesamt gaben 104.000 Wähler ihre Stimme ab. Gegenüber den Parlamentswahlen im Vorjahr ergaben sich dgbei nur geringfügige Abweichungen, so daß auch der vergangene Sonntag die Stabilität der politischen Verhältnisse bestätigt hat. Soweit die Kandidatenlisten mit den Wahlen vom 19. Mai 1985 verglichen werden können und das Bild nicht durch rein lokale Listen getrübt wird, haben einen Zuwachs aufzuweisen die tschechische Volkspartei, die Nationale Vereinigung(welche in Proßnitz die Stimmen der Faschisten erhielt und dort die stärkste Partei wurde), die Agrarier und die tschechischen Nationalsozialisten. Einbußen verzeichnen die Gewerbepartei, die flowakische Volkspartei, die Kommunisten und die tschechischen Sozialdemokraten, bei welchen jedoch berücksichtigt werden mutz, datz in manchen Orten die Kleinbauern, wie immer bei Gemeindewahlen, eigene Listen hatten und datz auch die jüdischen Wähler entfielen. Bon Interesse ist das Wachstum der tschechischen Stimmen im Teschener Gebiet, wo die Polen Verluste erlitten haben. Karwin bekam zum ersten Male eine tschechische Mehrheit. Bis auf wenige Ausnahmen fanden die Wahlen im tschechischen Gebiet statt, deutsche Listen waren nur in wenigen Orten eingebracht. In Neu-Oderberg erhielten(in Klammer Wahlen 1935 die deutschen Sozialdemokraten 338 Stimmen, 2 Mandate(437), der deutsche Wahlblock 2266 Stimmen, 14 Mandate (1955), tschechische Nta. Ver. 706 Stimmen, 4 Mandate(824), tschechische Sozialdemokraten 512, Stimmen 3 Mandate(809), Poale Zion 135 Stimmen, 1 Mandat(—), bürgerl. jüd. Liste 183 Stimmen, 1 Mandat(—), Kommunisten 302 Stimmen, 2 Mandate(532), Nationale Vereinigung 586 Stimmen, 3 Mandate (493), tschechische Gewerbepartei 111 Stimmen (188). Hier haben lokale Verhältnisse das Wahlresultat auf das stärkste beeinflußt. In P u d l a u erhielten die deutschen Sozialdemokraten 563 Stimmen, 8 Mandate(579), deutsche Wahlgemeinschaft 484 Stimmen, 6 Mandate(523), Kommunisten 190 Stimmen, 2 Mandat«(214), tschechische Sozialdemokraten 186 Stimmen. 2 Mandate(213), tschechische Nat.-Soz. 216 Stimmen, 8 Mandate(221). FriedrichSwald bei Deutsch-Brod erhielten die deutschen Sozialdemokraten 180 Stimmen(142), die deutsche Wahlzemeinschaft (Henlein) 354 Stimmen(342). Henlelnvertreter gegen Kleinbauern In den Gemeinden spielen sich in den letzten Jahren unglaubliche Vorgänge bei der Verpachtung der Gemeindegrundstücke ab. Die Gemeindeordnung läßt es zu, daß die Grundstücke im Lizitationswege vergeben werden, was in vielen Fällen zur Folge hat, daß die geldkräftigen Großbauern den kleinen Leuten die Grundstücke weg- lizitieren und sie dann oft mit erheblichem Gewinn weiter verpachten oder die Nutzung(z. B. bei Wiesen und Weiden) mit Profit an arme Teufel verkaufen. Selbstverständlich blüht diese Geschäftemacherei hauptsächlich dort, wo die Großbauern die Gemeindeverwaltung in den Händen haben. Datz sich hierbei die Henleinbquern in erster Linie auszeichnen, liegt auf der Hand. Sie befimden dadurch ihre soziale Eindeutigkeit und den wahren Charakter der Volksgemeinschaft. Landesvertreter Gen. H a l a hat nun als Sachwalter der kleinbäuerlichen Interessen in der Landesvertretung bei einer ihrer letzten Tagungen beantragt, datz die Gemeindeordnung geändert werden soll und Gemeindegrundstücke in erster Linie aus freier Hand an bedürftige Kleinland- lvirte und Häusler zu verpachten sind. Dieser Antrag wurde dem landwirtschaftlichen Ausschuß zugewiesen, dort aber hat sich das Selbstverständliche ereignet, datz autzer dem Bund der Landwirte auch die Henleinvertreter gegen diesen Antrag stimmten, der aus diesem Grunde nicht zur Annahme, bzw. Weiterleitung an die Regierung gelangen konnte. Während der Vertreter des Bundes der Landwirte nachträglich erklärte, daß er nur auf Grund eines Mißverständnisses dagegen gestimmt habe, liegt die Feindseligkeit der Henleinvertreter gegen die Kleinbauernintereffen offen zutage. Die Kleinbauern und Häusler, die bei den letzten Wahlen der Henleinpartei die Stimme gaben, mögen sich nun dafür bei ihr bedanken, daß ihnen die Großbauern in den Gemeinden auch weiterhin die Gemeindegrundstücke wegnehmen und damit Geschäfte machen. Ueber die Sache selber ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die organisierten Kleinbauern und Häusler werden den Kampf gegen dieses Unrecht in verschärfter Form weiterführen. Günstige Aussichten für Tellnitz Allem Anschein nach verlaufen die Verhandlungen zur Schaffung einer neuen Industrie in den Gebäuden der Porzellanfabrik Tellnitz günstig.' Eine Königswalder Firma, die Metallwaren — Möbelverchromungen— herstellt, beabsichtigt, die Gebäude zunächst zu pachten und später eventuell käuflich zu erwerben. Die Firma würde 50 Facharbeiter mitbringen und rund 150 Arbeiter der früheren Porzellanfabrik einstellen. Es sollen größere Aufträge vorliegen, so daß die Fortführung des Betriebes gesichert ist. Dem Vernehmen nach wurden von dem neuen. Interessenten bereits Maschinen in Prag bestellt, die in den nächsten Wochen aufgestellt werden sollen. Schwierigkeiten bezüglich des Verkaufes der Gebäude der Prozellanfabrik, die darin bestanden, datz der frühere Inhaber des Betriebes Egon Stein gegen die Veräußerung des Betriebes Rekurse ringe- bracht hatte, sind dadurch bereinigt wprden, daß alle Gerichtsinstanzen, vor etwa zwei Wochen auch das Oberst« Gericht in Brünn, die Einsprüche und Rekurse des Herrn Stein cwgewiesen haben. Professor Dr. Heinrich Raudiberg spricht morgen, Mittwoch, in der Prager Deutschen A r- bcitersendung über„Die Sozialversicherung in der Zeit der Wirtschaftskrise". 1500 Staatspolizfften ins Grenzgebiet. Nach der Verstaatlichung der Polizei in Nordböhmen haben 1500 Staatspolizisten den Dienst in den Bezirken Gablonz, Reichenberg, Böhm.-Leipa, Tct- schen-Dodenbach, Aussig, Teplitz, Dux, Brüx, Karlsbad, Eger und Marienbad angetreten. Demgegenüber wurde die gleiche Anzahl Gendarmen ins Innere des Landes versetzt. Tagung des Reichsverbandes der deutsche« Aerztevereiue. Samstag und Sonntag fand in Mähr.-Ostrau die Delegiertenversammlung und Hauptversammlung des ReichSverbandeS der deutschen Aerztevereiue, der Wirtschaftsorganisation der deutschen Aerzteschaft, unter dem Vorsitze von Dok« wr Schoeppe(Aussig) statt. Es lagen Begrüßungsschreiben u. a. von den Ministern Dr. C z ch und Jng. N e l a 3 vor. Die Beratungen galten einer Fülle von ärztlich-wirtschaftlichen und volksgesund- beitlichen Problemen von großer Bedeutung. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand die Sozialversicherung(Rahmenvertragskaffen, Beamtenkranken« kaffen und HeilfondS), die Erwerbsteuer der Aerzte aus Kaffenbezügen', die PenfionSverficherung der Aerzte, die Behandlung der Arbeitslosen, die Frage der Zulassung unqualifizierter Kräfte als Zahntechniker u. v. a. Auch der Unterbringung deS ärztlichen IcachwuchseS galten die Beschlüsse. Selbstmord. Montag mittags warf sich die im Jahre 1905 geborene Hausgehilfin Anna Schuster auf der Strecke Karlsbad—Marienbad vor einen Zug, Dem Mädchen, das die Tat aus Liebeskummer beging, wurden beide Beine abgefahren. Sie starb kurze Zeit darauf. Seite 4 Dienstag, 9. Juni 1936 Nr. 134 Der Prager Armee- Flugtag so daß der Flieger beim Auffallen auf dem Boden den Tod fand. Sämtliche Flieger waren bei dem Absprung mit zwei Fallschirmen versehen und es fonnte nicht festgestellt werden, warum der Flieger nicht den Reservefallschirm geöffnet hat. Leutnant Karl StáRiesige Beteiligung Todesopfer beim Fallschirmabsprung Pra g. Der Sonntag auf dem Flugplatz von einhüllte. Damit war das offizielle Programm er- cel ist verheiratet, kinderlos, Angehöriger des FlieKbely veranstaltete Armee- Flugtag war eine schöpft. machtvolle Manifestation der Bevölkerung für bic Der Todessturz Leutnants Skácels Armee und das Flugwesen. Insgesamt wird der Besuch auf 400.000 Personen geschätzt. Punkt 15 Uhr traf der Vorsitzende der Regierung, Dr. Hodža, ein, der den Präsidenten der Republik Dr. Beneš vertrat, welchen der Minister für Nationalverteidigung Machnit begrüßte. Der Ministerpräsident begab sich auf den Flugplak, wo vor der Ehrentribüne eine Ehrenstaffel des Flies ger- Regimentes Nr. 1 aufgestellt war und wo die mehr als 150 Flugzeuge, die an dem Armee- Feld verlassenden Flieger weggefegt wurde. Der Flugtage teilnahmen, aufgestellt waren. Um 15.20 Uhr begann das eigentliche Programm mit einer Huldigung vor der Staatsflagge. Es startete ein Jagdgeschwader von drei Staffeln, mit je drei dreigliedrigen Schwärmen. Außerdem ein Erfundungsflugzeug, welches vor der Ehrentribüne einen Lorbeerkranz mit Schleifen in den Staatsfarben abwarf. Dann überflogen den Flugblaß in mu sterhafter Ordnung ein Jagdgeschwader mit Staffeln in entwickelter Linie, im Suwarm und in freier Verbindung. Eine neungliedrige Jagdstaffel führte zunächst in freier Verbindung einen Angriff auf ein Landziel am Flugplaß aus, indem sie aus Maschinengewehren schoß und Bomben abwarf. Die Flieger ließen sich zweimal jählings bis unmittelbar an die Erde herunter, erhoben sich dann wieder in die Höhe, wo sie sich wieder in dreigliedrige Schwärme formierten. In mehrfachem Sturzflug griffen dann einzelne Flugzeuge das Landziel an. Als dritte Programmnummer vollführte eine neungliedrige Jagdstaffel und eine neungliedrige Bombardierungsstaffel Proben und Formationsänderungen. Die ganze Programmnummer wurde in geradezu glänzender Weise absolviert und bildete einen Beweis der Diszipliniertheit, Sicherheit und der vorzüglichen Ausbildung der Flieger. Inzwischen famen drei schwere Bombardie rungsflugzeuge, die die Aufgabe hatten, den Flugplaz zu bombardieren. Sieben Jagdflugzeuge überfielen fie. Zwei Jagdflugzeuge wurden dabei ,, abgeschossen". Durch Rauch wurde ihre Inbrandsteckung und durch Trudel ihr Fall gezeigt. Aber auch alle drei Bombardierungsflugzeuge wurden getroffen" und abgeschossen". Ihre Besatzung von je fünf Mann sprang mit Fallschirmen ab. Als erster Leutnant Skácel, dessen Fallschirm fich nicht öffnete und der tot auf dem Flugplatz liegen blieb. Wir berichten darüber an anderer Stelle. Eine interessante Probe von radiophonischer Technik brachte die weitere Programmnummer. Ein dreigliedriger Jagdschwarm stand in radiophonischer Verbindung mit dem Sprecher des lokalen Rundfunts, der ihm die Befehle erteilte, die auch das Publikum hören und verfolgen fonnte. Dabei vollführte der Jagdschwarm entsprechend den radiophonischen Befehlen einen Angriff auf den sogenannten Schleppärmel", der in der Luft durch ein Flugzeug nachgezogen wurde. Jeder Befehl zu einer Flugrichtungsänderung oder zu einer anderen Evolution wurde absolut präzis durchgeführt. Eine glänzende Programmnummer war die Gruppenakrobatie eines dreigliedrigen Spezialschwarms unter Leitung der bekannten Fliegerafrobaten Leutnant Novák, Stabsrottmeister Siroký und Bugsführer Hubáček. Zunächst führten diese Gruppenafrobatie vor, indem sie ihre drei Flugzeuge durch ein Gummiseil verbunden hatten. Nachdem sie sich geteilt hatten, führten sie den zweiten Teil ihrer Proben vor. Das Publikum bereitete ihnen begei sterte Ovationen. Es folgte der imposante Start von 144 Flugzeugen zur Schlußdefilierung. Während die defilierenden Flugzeuge sich außerhalb des Gesichtskreises des Flugplakes in die entsprechenden Formationen reihten, zeigte auf einem Spezialflugzeug Rottmeister Pilot Siroký Proben höherer Afrobatie. Kaum war er gelandet, zeigte sich am Firmament die ganze ungeheure Eskadre der defilierenden Flugzeuge, die den Flugplatz in glänzend ausgerichteter Formation, in der Richtung Ost- West, überflog. Nach der DefiTierung führte Leutnantpilot Novák sein berühmtes System höherer Akrobatie vor. Als Leutnant Novák geendet hatte, ertönten die Sirenen, die einen Flie gerangriff ankündigten. Die ganze Gruppe, die die Defilierung über dem Flugplak vorgenommen hatte, führte einen Bombardierungsanflug vor. Als sich die Gruppe dem Flugplab näherte, erscholl das Feuer der Flugzeugabwehrgeschüße und der auf dem Flugplatz aufgestellten Maschinengewehre. Unter betäubendem Feuer und Bombenwerfen, die durch Raketen veranschaulicht wurden, kam eine ungeheure Gruppe von Flugzeugen über das Flugfeld geflogen. Das Einfallen ihrer Bomben wurde durch Rauch veranschaulicht, der die zahlreichen Hangare und Kajernen Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen Mittwoch: ger- Regiments Nr. 8, 8. Staffel, und aus Olmük gebürtig. Er diente aktiv in den Jahren 1933 und 1934 und wurde sodann in die Reserve überfest. Den weiteren freiwilligen Dienst trat er am 1. Ottober 1935 an. Prag. Von den Hunderttausenden, die auf dem Flugplatz in bely dem Fallschirmabsprung der 15 Flieger zujahen, bemerkten nur die wenig- Diese Meldung genügt nicht. Vierundzwansten, daß der erste der Abspringenden zu Boden zig Stunden nach Beendigung des Flugtages und fank, ohne daß sich der Fallschirm geöffnet hätte. nachdem bereits eine Reihe tschechischer MontagsErst als kurz nachher der Ambulanzwagen auf das blätter berichtet haben, daß im Augenblick des AbFeld fuhr, bemächtigte sich der Massen einige Un- sprungs die Flugzeuge zu niedrig flogen, so daß ruhe, die jedoch von der Begeisterung für die das bei dem Fallschirmabsprung nicht nur der Tod Leutnant Skácels zu beklagen ist, sondern auch Leichnam des Leutnants Skácel wurde in einem zwei andere Springer mit gebrochenen Füßen wegleerstehenden Hangar abgebahrt und mit einer geschafft werden mußten, darf die Oeffentlichkeit Staatsfahne bedeckt. Nach dem Flugtag begab sich verlangen, daß das Ministerium für nationale der Ministerpräsident und zahlreiche öffentliche Verteidigung einen präzisen Bericht herausgebe. Funktionäre an den Aufbahrungsort, wo Minister Wenn das Interesse der Bevölkerung für das Machnik dem Toten einen Nachruf hielt. Ueber Armeeflugwesen geweckt und ihre Ueberzeugung das Unglück meldet das Tschechoslowakische Korre von seiner Leistungsfähigkeit bestärkt werden soll, spondenz- Büro: dann ist es auch die Aufgabe der zuständigen Stel Bei Absolvierung des vierten Programmpunk- len, volle Klarheit über die Ursachen von Unglückstes des heutigen Armeeflugtages öffnete sich bei einem fällen, wie es der Tod Skácels war, zu schaffen Massenabsprung mit Fallschirm der des Leutnants und, wenn ein Verschulden vorliegt, die KonseStarl Stácel vom Flieger- Regiment Nr. 2 zu spät, quenzen daraus zu ziehen. Der Kreistag der Arbeit in Tachau Links oben Dr. Czech beim Vorbeimarsch der Massen. Unter den Bergknappen der junge Kreisparteisekretär und zweite Vorsitzende des Sozialistischen Jugendverbandes Willi Unter und neben ihm: Arbeitertypen aus dem Böhmerwald. Wanka. Jagesneuigkeiten Du hörst es nicht... Von der ,, Schwarzen Legion" In den Vereinigten Staaten ist ein neuer Geheimbund, die sogenannie Schwarze Legion" aufgedeckt worden, der ähnliche Bestrebungen verfolgt wie der vor mehreren Jahren aufgelöste Ku- Klux- Klan, also Verteidigung des reinen Amerikanertums gegen alle fremdrassigen und fremdgeistigen Einflüsse. Das Bild zeigt Gewänder und Waffen, die von Mitgliedern der ,, Schwarzen Legion" getragen wurden und wie sie bei einer Haussuchung in Detroit aufgefunden wurden. Kriegsopfer im Frieden. In Wilna ist heute bei einem Uebungsflug über der Stadt ein Militärflugzeug abgestürzt und fiel auf das Dach eines Wohnhauses nieder. Bei dem Unglück fanden die beiden Insassen des Flugzeuges den Tod. Eine motorisierte Batterie fuhr Montag vor mittags an der Peripherie Polas auf einen Gehsteig und in eine Menschengruppe hinein. Fünf Personen wurden getötet und zwanzig verlegt. Nach Privatnachrichten ereignete jich Montag vormittags in Spalato eine schwere Flugzeugkatastrophe. Zwei Militärflugzeuge stießen über der Stadt zusammen und stürzten auf ein Haus, das in Brand geriet. Außer den beiden Piloten wurden bei dem Unglück auch meh rere Straßenpassanten getötet und verletzt. Flugzengabsturz. In dichtem Nebel stürzte: in der Nähe des Flugplazes Parans ein argentinisches Militärflugzeug ab. Die beiden Insassen, Fliegerunteroffziere, waren sofort tot. 1. Ein Pyromane verbreitet im New- Yorker Ar menviertel Schrecken. Nach einer Reihe von Brän den am Samstag und Sonntag hat der Brandleger. seine Tätigkeit Montag früh wieder aufgenommen und an sieben Häusern in Harleem und Brony Feuer gelegt. Eine Person fand den Tod, elf wurden verwindet. 75 arme Familien sind durch die letzte Brandleging betroffen. 300 Polizisten wurden aufgeboten, um den gefährlichen Brandleger zu stellen. schrieben.. Das Geweih verjüngt! Die Chinesen haben schon jeit uralten Zeiten ein aus Hirschgeweihen herNapoleon III. und Franz Joseph wurden vom gestelltes Pulver als Medifament eingenommen, Grauen vor der Ernte ihrer Taten geschüttelt. dem sie eine Genesungs- und Verjüngungskraft zu Heute hat man Distanz gewon- Mostauer Endefrinologen befaßt, denen die Tiere Nun haben sich mit dieser Fragedie nen. Die Technik erlaubt uns, genügend Raum des Moskauer 300s zur Experimentierung zur Ver zwischen den Nächsten und uns zu schieben. Du fügung gestellt wurden. Es hat sich nun bei diesen siehst ein Unglück, du staunst über den Zusam- Versuchen herausgestellt, daß das junge Hirschmenbruch der Tribüne, aber du hörst die Schrek geweih eine Art Affumulator für die sich im Blute „ Die Ursache des Unglücks ist bisher noch fensschreie nicht, denn das Stadion ist groß ge- befindenden Hormone darstellt. Ein aus diesem Genicht genau ermittelt doch tadelt man allgemein die ungenügende Prüfung der Tragfähigkeit der nug, es hat Raum für das Sterben und zugleich weih hergestelltes Pulver kann tatsächlich als ein Tribünen, die 60 bis 70 Meter lang sind und sich für die Defilierung. Zweihundert liegen mit ge- glänzendes Heilmittel gegen Müdigkeit, Schlaffheit, Selbst bei schweren stufenweise zu zehn Meter Höhe erheben. Die brochenen Knochen da und das Fest geht weiter... Appetitlosigkeit etc.. dienen. Tribüne brach in der Mitte durch, so daß der Fall Wunden und nach großem Blutverlust leistet dieses ten Dienste. Da die Arbeit der Gelehrten noch nicht alte und jetzt von neuem entdeckte Pulver die größbeendet ist, kann man hoffen, daß dieses Mittel auch dadurch gemildert wurde. Das dort stehende Pu- Hochwassergefahr der Elbe. Die anhaltenblikum glitt sozusagen zur Mitte ab. Das Getöse der einstürzenden Tribüne und das Schreien der abgestürzten Zuschauer war auf der gegenüberliegenden gdeckten Ernetribüne nicht zu hören, so daß die Zuschauer dort den staunenden Eindruck hatten, daß die ganze Tribline lautlos versunken sei, als ob sich unter ihr die Erde geöffnet hätte. den Regengüsse der letzten Zeit veranlaßten ein wesentliches Steigen des Wasserspiegels der Elbe und der Moldau. Der Aussiger Pegel zeigte Montagmorgen+236, der Neſtomizer+231 3enein Verjüngungsmittel wie es die Chinesen lust schenken wird. glauben in Zukunft den Greisen frische Lebens timeter. Nachrichten vom Oberlauf melden einen Wuchs von zusammen 408 Zentimeter. Die Wehre Die zärtlichen Brüder. In einem New Yorker bis Lobositz wurden gelüftet. Nur in Lobojizz und Vorort verstarb im Alter von 81 Jahren James, der Schreckenstein geht die Schiffahrt durch die Stam- ältere der beiden Brüder Colman, die 62 Jahre lang mern. Es besteht Hochwassergefahr. Es steht zu in einem Stübchen miteinander gehauſt hatten. Ihre In diesem zuletzt berichteten Umstand wäre befürchten, daß das Wasser der Elbe in Aussig Gefühle für einander waren so, daß sie niemals mit für eine in die Tiefe dringende Betrachtung auch über die Ufer tritt. einander sprachen. Ein Kreidestrich quer durchs Zimdie entscheidende Ursache dieser wie Orkane und Gewitter. Die Staaten Ofla- mer zeigte das Privatappartement jedes einzelnen so vieler anderer Tragödien unserer Zeit zu Homa und Kansas wurden von schweren Wirbel- an, und niemals hat einer von ihnen diesen Strich suchen. Wir sind so weit voneinander entfernt, stürmen und Wolkenbrüchen heimgesucht. Neun überschritten, der genau in der Mitte der Türöffdaß die Nächstenliebe und was alles aus ihr ent- Personen wurden getötet und zahlreiche verletzt. nung begann. Jeder kochte in seiner Ede für sich, Prag, Sender 2: 7: Orchesterkonzert, 10.05: Springen könnte, Mitleid, Fürsorge, Verantwor- Auch der Sachschaden ist sehr groß, da viele Häu- und nie gab der eine dem anderen auch nur einen Bissen. Der jüngere, der 79 Jahre alte George Deutsche Presse, 10.15: Rundfunk für deutsche tungsgefühl, sich nur fümmerlich entwickeln fön- fer umgeweht wurden. Schulen, niedere Stufen, 13,40: Deutscher Arbeits- nen. Wir leben ja in der Zeit der Rekorde und litischen Gegnern wurden in Orense( Spanien) auch seine Frau überschritt nie die Streideschwelle Bei blutigen Zusammenstößen zwischen po- Washington Colman, ist seit 57 Jahren verheiratet; marft, 16.55: Theater für die Jugend, 18.10: Deut großen Dimensionen, der technischen Wunder und zwei Personen getötet und zwei lebensgefährlich und sprach nicht mit James. Sie bestritten ihren sche Sendung: Dr. Maras: Aus dem tschechoslowaki- der unbegrenzten Möglichkeiten. Wir sehen verlegt. In Malaga erschossen linksradikale Ele- Lebensunterhalt durch Gemüsebau, selbstverständlich schen Kulturleben, 18.20: Arbeiterfunk: Prof. Dr. Heinrich Rauchberg: Die Sozialversicherung in der allenfalls noch, was drüben vorgeht, aber die mente einen Beamten der Guardiacivile. In La waren die. Beete voneinander streng geschieden. WöZeit der Wirtschaftskrise, 18.40: Sozialinformatio- Schmerzensschreie der Sterbenden hören wir Coruna sind die städtischen Arbeiter und Ange- chentlich einmal fuhren sie mit dem einzigen Pferdenen, 18.45: Deutsche Bresse, 21: Rundfunkorchester nicht mehr. Ist es nicht auf dem„ modernen" stellten in den Streit getreten. In Malaga hat magen zum Markt. Auch in diesem Wagen befand fonzert, 22.15: Bulgarische Lieder. Sender S: 7.30: Schlachtfeld ebenso? Früher einmal starben Ge- sich der Streit auf die Eisenbahn- Arbeiter ausge- sich in der Mitte ein Kreidestrich, und es ist nie vorSalonorchesterkonzert, 14.15: Deutsche Sendung: nerale neben den Soldaten oder mußten zumin- dehnt, so daß am Sonntag mehrere Züge die gekommen, daß die Brüder die Seiten vertauschten. Jugendstunde. 14.50: Deutsche Presse, 18: Schallplat Sie sind auf diese Art immerhin ganz gut mitein tenfonzert, 19.10: Russische Lieder und Arien. dest die Nerven haben, den Anblick Hunderter Station nicht verlassen konnten. Brünn 11: Salonirio, 15: Rachmittagstonzert, Sterbender, Tausender Verwundeter, das Stöh- uhu ist auf dem Jangtse- Fluß ein japanisches Unglück auf dem Jangtse. In der Nähe von ander ausgefommen. 17.40: Deutsche Sendung: Sedlar: Ethnographisches nen der Getroffenen zu ertragen. Auf dem Kanonenboot mit einer chinesischen Dschunke zu- ter Dienstag: Veränderlich, stellenweise, Neigung Kein Sommerwetter. Wahrscheinliches Bet Museum in 3naim, 20.05: Volkslieder. burg 20,05: Populäres Rongert, Raidan 16.10: Schlachtfeld von Solferino( 1859) erlebten auf jammengestoßen. lleber zehn Chinesen ertranten. zu Schauern, mäßig fühl, Nordwestwind. WetterRundfunkorchesterkonzert. Mährisch- Ditran 18: beiden Seiten die Höchstkommandierenden und Die Polizeibehörden haben eine Untersuchung aussichten für Mittwoch: Ohne wesentliche AendeHöchswerantwortlichen ein paar bange Stunden. eingeleitet. Tanzlieder. Preßrung. Nr. 134 Dienst«-, S. Smti 1936 Seite 5 Schafft Lebensraum für den Kleinbauern! Von einem deutschen Kleinbauern Viele tausende Kleinbauern und Häusler sehLn einer trüben Zukunft entgegen, es bietet sich kein Ausblick, kein Ausweg aus dieser Wirtschaftsnot. Einst war für sie die kleine Landwirtschaft nur ein Nebenerwerb zur Erleichterung des Fortkommens. Vor dem Kriege arbeiteten sie als Bauarbeiter in Deutschland und Österreich, andere waren als Berg- oder Fabrikarbeiter beschäftigt oder verdienten ihren Lebensunterhalt anderswo. Der Lohn für die Berufsarbeit war die Grundlage der Existenz. Das ist längst vorbei! Das Heer der Bauarbeiter, das in jedem Frühjahr ins Ausland zog und einen guten Verdienst heimbracht« konnte nach dem Kriege nur im Jn- lande und nur zeitweise Arbeit finden. Die Wirtschafskrise hat das Werk vollendet. I n a l I en Branchen wurden diejenigen Arbeiter zuerst ent- lassen, die etwas Grund und B o d« n b e s i tz e n, also die Kleinbauern und Häusler. Sie rnüs sen auch damit rechnen, daß sie die Letzten, sein werden, die wieder in Arbeit kommen. Selbst die Vierzigstundenwoche kann die Arbeitslosigkeit nur mildern aber nicht beseitigen. Für die Kinder des Kleinbauern besteht keine Möglichkeit zur Gründung eines eigenen Haushaltes, einer eigenen Existenz. So blickt der Kleinbauer und seine Familie in eine trübe, Zukunft: Alle Reserven sind aufgezehrt, der kleine Besitz'mutzte mit Schulden belastet werden, notwendige Anschaffungen und Reparaturen mutzten unterbleiben, der Boden meist schlechter Bonität kann keinen Kunstdünger erhalten, weil der Kleinbauer keine Einnahmen hat. Zwei Jahre Dürre haben den Viehstand vermindert und qualitativ entwertet, weil die Futtermittel nicht ausreichten. Das hat zur Folge, datz der Ertrag der Landwirtschastt noch mehr herabsinkt. Deshalb die Frage: Gibt es denn keinen Ausweg aus dieser Not, soll so die Existenz vieler tausender, fleitziger Menschen vernichtet werden? Der Kleinbauer und Häusler, der Arbeitslose, der am Lande aufgewachsen, ist in erster Linie geeignet zu einer Berufsumstellung. Er braucht keine Schulung, er kennt die Arbeit, die ihm eine neue Existenz schaffen soll, er braucht nur genügend Grund und Boden und die Betriebsmittel zu dessen Bearbeitung, um diese neue Existenz auf» und auszubauen. Hier liegt der Einsatzpunkt! In unserem Staate ist genügend brachliegender' und schlecht bewirtschafteter Boden vorhanden, noch befindet er sich in ungeheuren Ausmaßen in den. Hände» weniger Grundherren. D u r ch e ine gerechte und soziale Bodenreform wäre es möglich den Lebensraum des Kleinbauern zu erweitern und für seine Kinder neue Existenzen zu schaffen! Deshalb mutzten sich alle Kräfte vereinigen, um dieses grotze Werk des sozialen Um- und Aufbaues in Zugriff zu nehmen. Die Erbauung der notwendigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude könnte erfolgen durch eine an, paffende Änderung des neuen Baugesetzes. Jahrzehntelang haben die Großagrarier die Subventionen des Staates und der Länder für sich in Anspruch genommen, nun sollen diese ausschließlich sozialen Zweckey,dienen, zur Anschaffung und Ergänzung des Inventars, zur Kultivierung des Bodens dieser neugeschaffenen Kleinbetriebe. Eine Steuerbefreiung in den ersten Jahren müßte so, wie in anderen Siedlungsländern, den Anfang erleichtern. Jede Krone, die der Staat Zu diesem Zwecke z u- sch ietzt oder garantiert, wirkt Produktiv! So würden Hunderttausende eine Lebensgrundlage haben, sie würden durch Deutachiand bietet zur Zeit seine veralteten Waffen zum Verkauf an. Nix zu handeln? die Hebung ihrer Kaufkraft zu ständigen Abnehmern von Jndustrieprodukten, wodurch auch Arbeitslose in der Industrie Beschäftigung fänden. Die Zahl der Arbeitslosen würde bedeutend und dauernd herabgedrückt werden, der Staat würde sich für die Zukunft ehrliche Steuerzahler schaffen. Bor dem Kriege stellten einige Gebiete unseres Staates einen bedeutenden Prozentsatz der Auswanderer in iibcrseeische Länder. Nach dem Kriege ist das anders geworden, die grötzten Ein- wanderungsländcr sperrten den freien Zuzug ab. So mutzten im Laufe der Jahre Hunderttausende im Staatsgebiete verbleiben, die sonst auswan- derten. Viele andere Staaten haben längst die soziale Bedeutung der Auswanderung erkannt und die notwendigen Schritte unternommen, um diese wieder in Gang zu bringen.— Wir erfahren aus den meisten überseeischen Einwande- rungsländern, datz dort nur wenige Kategorien^ industrieller Arbeiter eine lohnende Beschäftigung finden können. Es ist vor allem nur die landwirtschaftliche Siedlung, die da in Frage kommt.. Es werden deshalb auch jene jüngeren Arbeitslosen ein Interesse an der Auswanderung haben, die von der Landwirtschaft etwas verstehen und in der Heimat keine Existenzmöglichkeit finden können. Meist sind dies wiederum dieKinder unserer Kleinbauern und Häusler. Wir müssen deshalb verlangen, datz auch bei uns die maßgebenden Faktoren die Bedeutung der Auswanderung richtig einschätzen. Beide Probleme, die soziale Bodenreform und eine gutorganisiertc, zielbewutzte Auswanderersiedlung harren in unserem Staate noch der Verwirklichung. Es mützten sich alle verantwortungs- bewutzten Faktoren, denen an der Beseitigung der Arbeitslosigkeit gelegen ist, zusammenfinden, um sie zu lösen. L. P. 1736?—1936! Im Sankt James-Palast gab König Eduard VIII. einen Staatsempfang, bei dem zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korps, Offiziere der Armee, der Flotte und Luftstreitkräfte sowie hohe Beamte zugegen waren. Der König trifft, von der Menge begrützt, in der goldenen Staatskutsche am St. James-Palast ein. Frankreichs großes oder kleines Spiel Pertinax Uber, die internationale Situation Einer derbe ft i»formierten außenpolitischen Publizisten Frankreichs, Pertinax, äußert sich auf den Spalten des letzten Heftes der Pariser Wochenschrift„Äu" zu den a k t u e l- st en Problemen der Weltpolitik. Der i t ä- lienische Sieg sei wenig erfreu- l i ch. Die Italiener seien in der letzten Zeit provokativ geworden. Die römische Taktik in T u n i s sei einfach unbeschreibbar. Die Italiener gebärden sich dort so, als ob sie bald Herren der Lage in Tunis sein werden. Der italienische Einfluß bei den arabischen Unruhen in Syrien und P a l ä st i n a sei unverkennbar. Pertinax glaubt, daß die Sanktionen aufgehoben werden sollen, obgleich das mit einem entsprechenden Zuwachs des Ansehens von Rom und mit einer unvermeidlichen Minderung des britischen Prestiges verbunden sein werde. Einige britische Minister erwarten mit Sehnsucht den Augenblick der Aufhebung der Sanktionen, aber sie möchten aus Gründen der Innenpolitik die Verantwortung dafür auf Frankreich schieben. Daraus könnte leicht in der britischen öffentlichen Meinung eine starke Animosität gegen Frankreich entstehen, woraus dann ein« Annäherung Londons an Berlin von selbst sich ergeben würde. Eine französisch-italienische Annäherung würde England noch mehr in die Anne von Hitler stoßen. Eine solche Annäherung würde aber auch eine Zersetzung der Kleinen Entente nach sich ziehen, deren Tplikter dann unvermeidlich in das Anziehungsfeld des Berliner Magneten geraten würden. Die Rolle der S o w- j e tu ni o n in Mitteleuropa wäte damit liquidiert, Moskau würde sich in seine Grenzen zurückziehen und kein Interesse mehr an Europa nehmen. Der Völkerbund würde in diesem Falle auch keine politische Rolle mehr spielen können. Was könne nun unter diesen Umständen Frankreich tun? Paris könne, nach Ansicht von Pertinax, entweder ein großes oder einkleinesSpiel führen. Das grotze Spiel würde in der Fortsetzung der traditionellen französischen Außenpolitik stehen: überall für den Frieden einzutreten; die französische Politik an jene der befteundeten und verbündeten Staaten anzugleichen; jene Mächte, die dem deutschen Dynamismus die Waage halten können, also England, Rußland und die Kleine Entente, mit Frankreich zu vereinigen. Das„kleine Spiel" würde aber darin bestehen, sich aus Europa hinter die befestigten Grenzen zurückzuziehen und sein außenpolitisches Ansehen dem Bedürfnis nach vorübergehenden Ruhe opfern. Die französischen Politiker, die die Taktik des„kleinen Spieles" predigen, wissen selbst nicht, wohin sie das Land stoßen. Sie wissen nicht daß die Folgen dieses Spiels sehr bald offenbar und eine für Frankreich katastrophale Situation schaffen würden. Der Parteitag der sozialdemokratischen Partei her Schweiz hat mit 263 gegen 253 Stimmen entgegen dem Anträge der Geschäftsleitung(engerer Vorstand) beschlossen, für das zur Zeit dem Parlament vorliegende Wehrkreditbegehren von 235 Millionen Franken nicht einzutreten. Die Mehrheit der Mitglieder der Geschäftsleitung erklärte hierauf ihren Rücktritt. Schließlich sprach sich der Parteitag mit allen gegen wenige Stimmen gegen eine Geldabwertung aus. Illegal. Ein Teilnehmer an den Feber- Stürmen des Jahres 1934, der 25jährige ehemalige Krankenkassenbeamte Johann S o l d a- t i c s, entging seinerzeit seiner Verhaftung durch die Flucht in die Slowakei. Im nächsten Jahre wurde er aber auf österreichischem Boden an der Grenze betroffen, als er auf vur Lastautomobilen größere Mengen der Brünner„A r- beiterzeitung" nach Oesterreich bracht:. Soldatics wurde zunächst vom Kre-sgericht in Korneuburg zu e i n e m Jahr Arrest wegen Verbreitung beunruhigender Druckschriften verurteilt. Jetzt hatte sich Soldatics vor dem Wiener Geschworenengericht zu verantworten und wurde wegen Hochverrates zu einem Jahr fchwexenKerkers verurteilt. Die belgischen Provinzialwahlen. Nach dem endgültigen Ergebnis der Provinzialwahlen sind insgesamt 696 Provinzialräte gewählt worden. Die Sitze verteilen sich auf die einzelnen Parteien in folgender Weise: Sozialisten 221 Sitze(Verlust 20), Katholiken 224 Sitze(Verlust 94), Liberale 89 Sitze(Verlust 6), Rexisten 78 Sitze (Gewinn 78), National-Vlämischer Block 50 Sitze (Gewinn 19), Kommunisten 27(Gewinn 20), Heimattreue Front in Eupen-Malmedy-St. Vith 3 Sitze(Gewinn 1), Probelgische Partei(Arrondissement Berviers) 2 Sitze(Gewinn 2), Landwirtschaftliche Berufsvereinigung in Luxemburg 0 Sitze(Verlust 2), Katholische Sonderliste 2 Sitze (Gewinn 2). Warschau. In Zgierz» einem Städtchen im Lodzer Jndustrierevier» fanden am Sonntag GemeinderatswaÄen statt, welche den Sozialisten starke Erfolge und den Rationaldemokraten, sowie der Regierungswahlliste Verluste brachten. Die Sozialisten, welche bisher 5 Mandate hatten, erzielten 11 Vkandate, die Nationaldemokraten verloren von den bisherigen 16 Mandaten 5, auf die Regierungswahlliste entfielen 5 gegenüber bisher 8 Mandaten. Die Wahlen nahmen einen sehr stürmischen Verlauf., GEDENKET bei elfen Anlässen der Arbeiterfürsorge! Trotj Konjunktur— Arbeitslosigkeit in USA Die Wiederbelebung der amerikanischen Wirffchast wird durch einige neuere Ziffern unterstrichen. Das vielbeachtete Bulletin der National City Bank von New Uork stellt fest, daß im vergangenen Jahre 2010 statistisch erfaßte Gesellschaften ihre Nettogewinne insgesamt um 42 Prozent erhöht haben; für das laufende Jahr schätzen die Finanzexperten, datz die Gewinne den Stand von 1930 um 30 Prozent übersteigen werden. Die Dividendenzahlungen im ersten Vierteljahr 1936 sind um 18 Prozent höher gewesen als zur gleichen Borjahrszeit; der Kurs- index für 90 wichtige Wertpapiere war im März 1936 106 gegenüber 61 im März 1935. Die industrielle Produktion war im April 1936 um 14 Prozent höher als im analogen Monat des Vorjahrs; die Stahlwerke, die vor drei Jahren auf 14 Prozent der Kapazität gesunken waren, arbeiten mit 70 Prozent der Produktionsfähigkeit, die Bauaufträge waren im März um 83 Prozent höher als im Vorjahr. Bemerkenswert ist auch die Entwicklung der Autoindustrie; die General Motors hat im ersten Quartal bereits alle früheren Rekorde geschlagen. Aber es gibt eine Ausnahme von dieser neuen Prosperität: der Arbeitsmarkt. Der Gewerkschaftsbund gibt für Ende März die Arbeitslosenziffer mit 12,184.000 an, das fft nur um 559.000 weniger als im Jänner, also kaum mehr als eine saisonmäßige Belebung; di« Abnahme ist sogar relativ etwas geringer als im Vorjahr. Am Tiefpunkt der Krise, im März 1933, war die Wirtschaftstätigkeit um 42 Prozent unter dem normalen Niveau; da dies bereits inzwischen eingeholt wurde, müßte auch die Arbeitslosigkeit um über acht Millionen geringer sein, als damals. Indessen ist sie bloß um etwa 5.2 Millionen kleiner, so daß bei einer gleichen Konjunktur jetzt um 2.8 Millionen Arbeitslose mehr gezählt werden. Allen Anschein nach wird also sogar ein neuer Prosperitätsrekord der USA einen Rest von sechs bis sieben Millionen„strukturellen" Arbeitslosen zurücklassen; längst ist eine Erhöhung der Produktion und Besserung der Konjunktur nicht mehr mit einer analogen Steigerung der Beschäftigung verbsirsi»ep,.Dabei entfällt ettyo..fiip,Jjj&ittel der Arbeitslosigkeit auf junge Leute..' ßencsttssaak Karl Kraus einst und jetzt Eine Preffeklage gegen den„Aufruf" Prag,(rb) Gestern wurde vor dem Preflesenai Illner wieder eine Klage Karl Kraus' verhandelt. Diesmal klagte er den Autor Lucien Ver- n o u und Herrn Dr. Friedrich Bill als verantwortlichen'Redakteur wegen eines seinerzeit im „A u f r u f", dem Organ der Liga für Menschenrechte erschienenen Artikel, der den Titel trug:„D i e Fqckel rauch t—In dem inkriminierten Artikel wurde die Haltung Karl Kraus' zu den Feberkämpfen der österreichischen Arbeiterschaft glossiert und der„Fackel" die Patronanz des Arbeiter- mörders Feh nachgesagt. Es hieß weiter, daß die Anschwärzungen der'kämpfenden Arbeiter noch schwerer zu beurteilen wären, wenn dem Karl Kraus nicht als erleichternder Umstand zugute käme, daß er Anzeichen von Paranoia zeige. Die Klagebeantwortung führte zur Illustrierung der bemerkenswerten heutigen Einstellung Karl Kraus an, daß dieser, der häufig genug die Gastfreundschaft unserer Republik genieße, in der, ausschließlich von ihm geschriebenen„Fackel" im Sinne seiner neuesten Haltung unsere Demokratie als„beispiellose Dummheit" bezeichne, die Person des Präsidenten Dr. Benes herabzusetzen suche, daß Kraus sich seit jenen blutigen Febertagen jederPolemikgegendas Dritte Reich enthalte», dgl. m. Weitere Bewetsanträge behielt sich die geklagte Partei vor. Die Verhandlung wurde vertggt. Dreifache Notzucht— sechs Jahre Kerker Prag,(rb) Die gegenwärtige SchwurgerichtS- periode ist reich an Verhandlungen über Sittlichkeitsverbrechen. Auch gestern tagte das Schwurgericht unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Angeklagt war der 34jährige Wagner Josef Olmer wegen des dreifachen Verbrechens derNotzucht und des Verbrechens des Raubes. Opfer der Notzuchts-Attentate wurden eine Geburtsassistentin. eine Trafikantin und eine HauSgehiffin. Alle drei wurden von dem Angeklagten auf einsamen Feldwegen überfallen. Der Prozeß war ursprünglich auf den 80. Mai anberaumt gewesey, mußte aber vertagt werden, da sich eine der Hauptzeuginnen nicht eingestellt hatte. Die Anklage wegen R a u b e s ist darauf zurückzuführen, daß der Angeklagte einem seiner Opfer ihr Täschchen mit 28 K£ entrissen haben soll. Von der Raubanklage wurde Olmer indessen einstimmig freigesprochen, dagegen mit allen Stimmen des dreifachen Verbrechens der Notzucht schuldig. Das Urteil lautete auf sechsJahre schweren und ver- schärftcn Kerkers. Dienstag, 9. Juni 1936. Nr. 134 Seite 6 27-30 9.Leinensandalen mit Gummisohlen, besonders breit in den Zehen. 27-30 19.Bequeme Luftige Kindersandalen aus weissem Leder mit fester Sohle und Gummiabsatz. 27-30 9.- 3 Für unsere kleinen Damen diese schönen Schuhe aus weissem Leinen, mit Gummisohle. 27-30 29.Leichte Schuhe aus weissem Box mit fester Sohle und Gummiabsatz. ,, Sozialdemokrat" Ihre Kinder. unsere Kunden werden bei uns von ihren ersten Schritten an vollendet bedient. Mit der grössten Sorgfalt stellen wir die Kinderkollektion zusamen und wählen so lange, bis sie allen Anforderungen genügt: denen der Schönheit, der Hygiene und der Billigkeit. Aata Prager Zeitung [ der Götterdämmerung", zeigte es sich, daß ein " Hauptmangel dieser lezzien ,, Ringaufführung" in der stilistischen und künstlerischen Ungleichmäßigkeit der Sonntag, den 14. Juni, alle Genossinnen Solisten zu suchen war; denn den stärksten Eindruck und Genossen zum und hier war auch wirklich festliches Operntheater zu spüren machte der vor allem auf die Wirkung des Chores fich stüßende zweite Aft. Hier erreichte Kindertag auch Szélls musikalische Interpretation, die im ersten am Pohořelec- Turnplatz des DTJ( oberhalb des Aft recht matt wirfte, erst ihre richtige Bedeutung Strahover Klosters)! Sie Aus dem Programm: Samstag, den 13. Juni: 5 Uhr nachmittags Sonntag, den 14. Juni: 6 Uhr Tagwache und Morgen- Gymnastik der Roten Falken und Atus- Kinder; vormittags Ballspiele und leichtathletische Wettfämpfe; nachmittags um 3 1hr Kin dertag Feier mit Liedern, Tänzen, Kreisspielen und turnerischen Vorführungen. = und Größe. Brünhilde war Frau Rose Merker, die einstige Hochdramatische unseres Theaters. imponierte noch immer durch die Schönheit und Gepflegtheit ihrer Stimme, trotzdem diese in der Höhe Zeltlager- Aufbau der Roten Falken und Atusnicht mehr frisch genug und in der Tiefe matt klingt. Kinder; 7 Uhr abends Lager- Eröffnung; halb 9 Uhr Darstellerisch wirkt sie vor allem durch die warme Lagerfeuer. Menschlichkeit ihres Wesens sympathisch. Josef& a= Lenberg als Siegfried zeigte als Sänger die gleichen Mängel fehligen und schmelzlosenStimmtones wie unlängst im Siegfried" und war auch als Darsteller nicht sehr repräsentativ. Dagegen war Julius Gutmanns mit einprägsamer Charakteristik in Ton, Wort und Geste dargestellter und gesungener Hagen eine Ueberraschung im besten Sinne. Nur ein wenig mehr tonliche Disziplin und Noblesse wäre diesem intelligenten und vielseitigen Künstler zu empfehlen. Sehr gut war auch Herr Hagen als Wir laden die Erwachsenen ein, schon Sonntag Gunther, während Hariot Henders als Gutrune stimmlich unzureichend blieb. Gut abgestimmt flan- früh zu kommen, jedenfalls aber am Nachmittag. gen die Terzette der Nornen( K o nezni, Ried, Bringet viele Kinder mit, möglichst auch solche, die Kindermann) und Rheintöchter( Book, Menoch nicht in unseren Organisationen erfaßt sind! dat, Wanta); durchaus befriedigend sangen ihre Kinderfreunde Prag. Atus Prag. Kleineren Partien Lydia Kindermann( Waltraute) und Adolf Fuchs( Alberich). Besonders zu Toben ist die Leistung des 6 hores der Mannen im zweiten Aft. Die Regie führte.als Gast wieder Paul Sch I enter. Das Theater war gut besucht, aber feineswegs so, wie es früher bei ,, Ring"-Aufführungen üblich war. E I. aber unterwegs verschied. Der Unbekannte machte einen stark unterernährten Eindruck; er ist etwa 160 Zentimeter groß, mit auffallend eingefallenen Wangen, graumeliertem Haar und grauen Augen und nur einem Bahn im Oberkiefer. Er trug einen braunen furzen Winterrock, sonst nur eine dunkle Hose und schwarze Weste. Nach seiner Identität wird geforscht. Die Leiche wurde ins Institut für gerichtliche Medizin gebracht. Kunst und Wissen Götterdämmerung Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Dienstag halb 8: Fidelio, Gastspiel der Wiener Staatsoper, Festspiele VII, Abonnement aufge hoben, Mittwoch halb 8: Juristen, B. 1. 11: Tscheche und Deutscher( Čech a Němec) Nachtvorstellung des Klubs tschechischer und deutscher Bühnenangehöriger. Donnerstag halb 8: 3496 Eintritt frei! Die Kinder erhalten eine Janse. Für einfache Verpflegung während des Tages ist vorgesorgt. Mitropacup nicht länger als eine Runde dauerte und das„ Geschäft" für sie nicht lohnend war, denn daß auch nur ein Rüdspiel- Gewinn entscheidend für den Aufstieg in Frage käme, ist zweifelhaft. Eine außerordentliche Generalversammlung der GA befaßte sich u. a. mit einem Antrag des DFV auf Erhöhung der Liga auf 14 Klubs. Aber der Wunsch des DFV ging nicht in Erfüllung und es bleibt bei zwölf Vereinen. Der Ausschluß der Funktionäre des ehemaligen tschechischen Mittelgaues wurde zur Kenntnis genommen. Sparta Prag trug in Amsterdam gegen 2: 0( 1: 0). 4: 3. Felsenstadt WEKELSDORF das Zwaluwen- Team ein Spiel aus und gewann Sommerfrische, Luftkurort, DFC Prag und Teplitzer FK- im Dritten modernes Luft- und Sonnenbad. Reich. Die Prager weilten Samstag und Sonntag in Breslau; sie verloren und gewannen mit 2: 4 bzw. Das alljährliche Reiseziel tausender Naturfreunde 6: 2. Die Teplizer siegten in Leipzig 4: 2. des In- und Auslandes. Sonstige Fußballergebnisse. Se ladno: SK Eine Nacht in Venedig, volfstüml. Vor- gegen Sparta 8: 1.- Lissa: SK gegen AFK Kolin stellung, Abonnement aufgehoben. Königgrä: Polaban Nimburg gegen Freitag halb 8: Juristen, D1, 9: Nachtserenade im S 2: 0. Karlsbad: KFK gegen Sportbrüder Altrohlau 13: 1. Fürstenberggarten. Komotau: DFK gegen DFK Samstag halb 8: Aida, A 1. Schreckenstein: DSV Saaz Sonntag halb 8: 2umpaci- Aussig 4: 1. gegen Sportbrüder 3: 1. Gablonz: BSK gegen bagabundus, B 1. DSV B.- Leipa 4: 3.-Warnsdorf: WFK gegen Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Diens- Reichenberger FK 5: 1. M. Schönberg: S tag 8: Menschen auf der Eisscholle. gegen TSK Olmüß 9: 0.31in: Bata gegen Mor. Mittwoch 84: Salzburgaus ber= Slavia 6: 3.- Troppau: Admira Wien gegen fauft. Donnerstag 8: Eine Frau ohne DSV 17: 1( 10: 0).- Pro Bniz: SK gegen FloBedeutung. Freitag 84: Salzburg ridsdorfer E 5: 1. Preßburg: CS gegen aus bertauft. Samstag halb 8: Da 3 Hungaria Budapest 7:21 Ungvar: Rusi Už große ABC Erstaufführung. Sonntag 8: horod gegen FTC Filokovo 2: 1; durch diesen Sieg Pas große ABC. wurde Rusi slowakischer Meister. Novy 3am ty: Ferencvaros Budapest gegen MSE 7: 1. Wien: FC Wien gegen Wader 3: 0. stan bul: Vienna Wien gegen türkisches B- Team 1: 4. Sport- Spiel- Körperpflege Leichtathletisches DTJ- Meeting In Prag Zu dem Wettkampf um das„ FeldekMemorial" auf dem Wrschowizer DTI- Platz hatten sich Sonntag vormittags zwölf Mannschaften mit rund 120 Wettkämpfern eingefunden. Reider waren die Platzverhältnisse durch das tagelange Regentetter nicht die besten und die Kämpfe wurden deshalb auf den 28. Juni verschoben. Auf den aufgeweichten, schweren Boden wurde dann ein furzez Meeting durchgeführt, an dem gegen 60 Leichtathleten teilnahmen. Die Ergebnisse sind, ge= meifen an den widerwärtigen Umständen, immerhin noch guter Durchschnitt. Der Prager Atus hatte auch gemeldet; aber, leider, er war fast gar nicht zu sehen. Hier wird wohl mal die Vereinsleitung nach dem Rechten sehen müssen. Im Vergleich früherer Jahre ist die ses Versagen der Leichtathletik- Sparte oder besser gesagt einzelner Sportler gerade bei dieser Veranstaltung nicht besonders lobenswert und für die Zukunft auch nicht wünschenswert. Etwas mehr Pflichtgefühl gegenüber die Bewegung wäre daher schon zu erwarten. Um so mehr, als eine stattliche Zahl von Zuschauern bei dem obigen Meeting anwesend war. = ČAC Raudnis gewinnt den Primatoren- Achter. Am Sonntag wurde auf der Moldau in Prag der Endlauf im Primatoren- Achter( 2000 Meter) aus getragen, den Raudnik sehr knapp in 5:52 vor SV Lundenburg in 5: 52.6 gewann. Der Geher- Länderwettstreit TschechoslowakeiSchweiz in Luzern endete unentschieden 28:28 Punkten. Ueber 3000 Meter siegte Schwab( S) in 13: 24.4 Min., über 10.000 Meter Balšan( Tsch) in 47: 16.8 Min. und über 30 Kilometer wieder Schwab in 2: 34: 45.3 vor Balšan in 2: 36: 47.5 Std. Vereinsnachrichten Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker. Dienstag, den 9. Juni, abends 8 Uhr, im Parteiheim, Národni 4, Vortrag des Genossen Ernst Křeček über Die Gegenwartsaufgaben der fudetendeutschen Arbeiterbewegung". " Falken, Achtung! Donnerstag, den 11. Juni, versammeln sich a II e Kameradschaften um 8 Uhr bei der Endstation der 17er- Elektrischen in Bránit. Wir wandern mit den Atus- Kindern auf den Spielplaß ins Libuscher Tal. Pflichtbeteili gung für alle& alten! Wenn es früh regnet, versammeln wir uns am gleichen Treffpunkte um 11 Uhr. Bei ganz schlechtem Wetter kommen Opfer des Verkehrs. Sonntag nachmittags riß sich in der Prosefer Gasse der siebenjährige Benediti Sus von der Hand seiner Mutter los und lief direk: vor das Auto& 26.045 des Chauffeurs Karl Meßner aus Bubentsch. Das Kind wurde überfahren und getötet. Die Leiche wurde ins Institut für gerichtliche Medizin gebracht, das Verfahren eingeleitet. Der Student Franz Svab aus Smichow überfuhr gestern früh mit seinem Motorrad in der Kronenstraße in Prag XII den 60jährigen Pensionisten Prokop Jilm aus Žižkov. Jilm erlitt eine Kopfverlegung und einen Bruch des rechten Beins. Die Rettungsgesellschaft brachte ihn auf die Klinik Schloffer, das Verfahren wurde eingeleitet. Der 26jährige Glaser Jaroslav Couf überfuhr gestern vormittags mit ſeiDie wichtigsten Ergebnisse sind: 100 nem Motorrad in der Fochstraße die 59jährige PriMeter: Emiral( Böhm.- Brod) 12 Sek. Kugel: alle Falken um 2 Uhr nachmittags ins Parteiheim, vate Valerie Kisch aus Prag XII. Sie wurde mit Nový( Prag VII) 11.33 Meter. 800 Meter: Národni tř. 4. einem Bruch der linken Hand und des linken Ober- ,, Vollendet das ewige Werk..." läßt sich mit Sarafiat( Žižkov) 2: 17.2 Min. Speer: Těšitel arms auf die Klinik Schloffer gebracht. Der Wagner anläßlich der Beendigung der zykli-( Lieben) 43.47 Meter. 3000 Meter: Bican Chauffeur Anton 3met aus Wokowiz stieß in der schen Gesamtaufführung seiner( B.- Brod) 9: 48.8 Min. chen Gesamtaufführung feiner( B.- Brod) 9: 48.8 Min.- Diskus: Těšitel 35.10 Mitteilungen aus dem Publikum. Nacht auf gestern mit seinem Auto in der Dr. Braf- Ring"-Tetralogie mit der sonntägigen Meter. Die Ferien gehören den Kindern Gasse in Bubentsch das Auto& 26.625 des Franz Götterdämmerung"-Aufführung sie haben Hroch aus Koschirsch um. Der Wagen überschlug im Prager Deutschen Theater sagen. Leiwährend des Schuljahres ehrlich gearbeitet und fich; zwei darin fißende Personen wurden leicht ver- der wurde das ,, ewige Werk" aber nicht sehr glücklich freuen sich so auf die Ferien. Gönnet ihnen legt. Das Strafverfahren gegen 3met wurde einge- vollendet. Wagners Nibelungen"-Drama in zykli= ihre Freiheit, quälet sie nicht mit Aufpußen Teitet. Der 44jährige Beamte der Elektrizitäts- scher Aufführung sollte immer ein musikfestliches An der diesjährigen ,, Konkurrenz" nahmen erst- und Mahnen. Lasset sie tollen und ziehet sie dazu werke Bohumil Marek aus Smichow sprang geſtern Ereignis ſein; erſt recht aber, wenn es, wie diesmal mals Schweizer Vereine teil, die aber wider Erwar- zweckmäßig an. Einen praktischen Waschanzug und mittags in der Pilsener Straße in Lieben aus einem im Deutschen Theater, im Rahmen von Festspielen ten nicht das hielten, was man sich von ihrem Mit- die Hauptsache gute Schuhe. Die bekommen fahrenden Autobus und verletzte sich nicht unerheb- aufgeführt wurde. Zum ,, feftlichen" Charakter fehlte wirken" versprach. Eine hohe Niederlage holte sich Sie am billigsten aus der reichhaltigen Kinder lich am Kopfe. Er wurde auf die Klinik Schloffer der beendeten„ Ring"-Aufführung so manches. Hin- der Schweizer Meister FC Lausanne in Brünn. gebracht. In der Nacht auf gestern kam es in der sichtlich der musikalischen Neueinstudierung, der das Židenice, das keine besondere Leistung bot, geFochstraße zu einem Zusammenstoß zwischen dem Gesamtwert unterzogen worden war, die Sorgfältig wann 5: 0( 2: 0). Die Schweizer gefielen trotzdem Auto P 25.513 des Russen Grigorij Nagorny und feit des Details und die einheitliche Geschlossenheit und waren überaus fair, da auch die Brünner nicht dem Motorrad des Stanislaus Franc aus Strasch- des dramatischen Musikstiles, an welch lekterem aus dem Rahmen fielen, bekam man ein ruhiges, jeniz. Franc wurde aufs Pflaster geschleudert und Mangel der Umstand schuld war, daß die musikalische doch zeitweilig langweiliges Spiel zu sehen. mit einer Kopfberlegung auf die Klinik Jirasek ge- Leitung des Gesamtwerkes nicht in der einen und Wien siegte erwartungsgemäß Austria über bracht. einzigen berufenen Hand des Opernchefs blieb. We- Grashoppers 3ürich mit 3: 1( 2: 0) berSterbender im Gebüsch. In der Nacht auf nig zur Einheitlichkeit der Aufführung trug auch die dient, der FC Bern verlor daheim gegen FC ToSonntag fanden Bassanten in der Nähe des Prokop- Besetzung der Brünhilde mit drei verschiedenen Sän-| rino 1: 4( 0: 2) und Young Fellows Zür ch baches in Hlubočep einen unbekannten sterbenden gerinnen bei, die leicht zu vermeiden gewesen wäre. wurde auf eigenem Platz von höbus Buda In der sonntägigen, von Prof. Georg Szél I pest mit 0: 3( 0: 1) geschlagen. Mann im Gebüsch, der von der Rettungsstation soSomit fann ge= fort ins Allgemeine Krankenhaus gebracht wurde, geleiteten Aufführung des Testen Ring"-Abends, fagt werden, daß das Auftreten der Schweizer im Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch di. Boft monatlich Kč 16.-. vierteljährig Kč 48.- halfjährig Kč 96.-. ganzjährig Kč 192.-. Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarfen. 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