Samstag, 20. Juni 1936 16. Jahrgang Nr. 144 Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova 62. Telefon«77. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Paris Überläßt Genf die Entscheidung Paris. Freitag vormittags ist unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik der Mini- strrrat neuerlich zusammengetreten und befaßte sich hauptsächlich mit der Außenpolitik. Das amtliche Kommunique über die Ministerratssitzung besagt: Die französische Regierung, treu der kollektiven Tätigkeit, schließt sich allen Entscheidungen an, die vom Völkerbund angenommen werden. Die Regierung, welche über den gegemvärtigen Stand der Sanktionsfragen informiert wurde, teilt mit, daß sie der Aufhebung der Sanktionen beipflichte. Die Regierung hat die Mittel zur Verstärkung derkollektiven Sicherheit geprüft und beschlossen, daß sie tatkräftig in ihrer Geltendmachung forfah- ren wird. Dienstag wird die Regierung in der Kammer und im Senat eine Erklärung über die außenpolitische Situation abgeben und wird mindestens in der Kammer zur Verhandlung der Interpellationen über die Außenpolitik schreiten.. internationaler Gewerkschaftskongreß Vom 8. bis 11. Juli 1838 findet in London der siebente" Kongreß des Jnternqttonalen Ge- werkschaftsbundes statt. Die Eröffnungsansprache hält der Vorsitzende W. M. Citrine. Den Tätigkeitsbericht erstattet Walter Schevenels, über den Kampf gegen die Krise und die Wahrungsstabili- sierung spricht Corneille Mertens, über die Aktion gegen den Krieg, für die Abrüstung und gegen den Faschismus berichtet Leon Jouhanx, über die Gewerkschastsfreiheit, die Rolle und Rechte der Gewerkschaften in der Planwirtschaft Rudolf Tayerle. Vorher, am 7. Juli, findet die Internationale A r b ei t e,r i. n n en- Konferenz statt, bei welcher Referentinnen find: die franzö- iische Vertreterin Jeanne Chevenard und die Tschechoslowakin V. Novotnä. Nach dem Kongreß, am 11. und 12. Juli, findet eine internationale Arbeiterbil- dungskonferenz statt, in der der Untersekretär des Bundes Georg Stolz berichten wird. Man wird auch ühxr die Einrichtung emes Filmaustausches, über Rundfunk und Arbeiterbildungsschulen sprechen. Kabinett Pehrsson ernannt Stockholm. Die neue Regierung ist gebildet und vom König bestätigt worden. Kurz darauf trat die Regierung zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Von den elf Mitgliedern der Regierung sind nur fünf Mitglieder des Reichstages und des Banrrnbnndes, die übrigen gehören Beamten- und Fachkreisen an. Ministerpräsident P e h r s f o n hat sich auch das Agrarministerium vorbehalten. Die weiteren Mitglieder der Regierung sind: Außeres: Professor Westm an(Reichs- tagsmitglied), Justiz: Bürgermeister B e r g q i st, Verteidigung: Janne Nilffon(Reichstags- abgeordneter), Finanzen: Schatzmeister Vilmar Ljungdahl, Soziale Frage:«Gerhard Strindlund(Ab-■ geordneter), Verkehr: Gustav Haiding(Abgeordneter),! Kultus: Bischof Tor Audrae, Handel: Geschäftsführer Elof Eriksson, Minister ohne Portefeuille: Sture Center wall, Tage Gynnerstedt und Nils Quensel. Die neue Regierung ist die erste Regierung des Bauernbundes. Mit Ausnahme von Professor Westman bekleidete keines der Regierungsmitglieder früher einen Ministerposten. Kaunas unter Kriessrecht Kaunas. Der Kaunaser Kriegskommandant hat Freitag rnorgens durch Anschlag bekannt gegeben, daß über die Stadt Kaunas der. Ausnahmezustand verhängt wird. Obwohl die für. den Proteststreik vorgesehenen 24 Stunden vorüber sind, würde die Arbeit doch nur in einzelnen Betrieben wieder ausge-. nömmen. Es verlautet, daß die Arbeit« r der meisten Privatbetriebe" den Streik bis Montag fortsetzen wollen. Pas Finanzprogramm ' Keine Devalvation des Kabinetts Blum Strengste Maßnahmen gegen Kapitalsflucht/ Reform der Nationalbank P a r i s. Finanzminister Binrent A u r i o l erstattete Freitag nachmittags in der Kammer ein ausführliches Expose über die Finanzlage Frankreichs und die Finanzpolitik der neuen Regierung. Die Regierungsmehrheit nahm das Expose des Finanzministcrs mit wiederholten Zustimmungskundgebungen und Beifall an. Die Rechte protestierte anfangs mäßig, später durch Zurufe, so daß es zu zahlreichen Auftritten zwischen der Regierungskoalition und der Opposition kam. Nach seiner Rede unterbreitete der Finanzminister der Kammer vier Gesetzentwürfe, die er in feinem Expose erwähnt hatte. In seinem Expose erklärte der Minister u. a., das Hauptbestreben der Regierungen in der letzten Legislaturperiode sei gewesen, m. jeden Preis-das Budgetgleichgewicht herzustellen, da die Regierungen der Meinung tvaren, daß hauptsächlich davon die Besserung des Wirtschaftslebens abhänge. Die Regierungen erzielten jedoch keineswegs die erhofften Ergebnisse. Tas erstrebte Budgetgleichgewichr wurde niemals erreicht. Dgs Budgetdefizit betrug im Jahre 1934 8.8 Milliarden, im Jahre 1935— 10 Milliarden, im Jahre 1936 bis zum 1. Juni 6 bis 7 Milliarden. 'Die Emission an Staatskaffenanweisungen erreichte im Jahre 1936 die Höhe von 22,780 Milliarden. Von den im Umlauf befindlichen 21,940 Milliarden Franken in Kassenanweisungen wurden von der Bank in Frankreich 14 Milliarden eskomp- tiert, das heißt, sagte der Finanzminister offen, daß die Bank von Frankreich dem Staat einen Vorschuß in der Höhe von 14 Milliarden Franken gewährt hat.., ,. Die ständige Schuld wurde zwar durch Konversionen um 44 Milliarden Franken gesenkt, doch wuchs im Jahre 1932 die Amortisationsschuld um 75 Milliarden, und die kurzfristige Verschuldung um 16 Milliarden an. Diese letzte Schuld ist besonders beunruhigend, da sie die Höhe von 32,5 Milliarden Franken erreicht hat. Der Finanzminister erklärte das Anwachsen der öffentlichen Schuld vor allem durch die kritische Wirtschaftslage, unterzog jedoch auch die Finanz- und Wirtschaftspolitik der vorangegangenen Regierungen einer strengen Kritik. Den Deflationsbestrebungen der vorangegangenen Regierungen sei kein Erfolg beschieden gewesen. Der Finanzminister erwiderte sodann den Anhängern der"Jrankendevalvation, leh nt e ihre Argumente entschieden ab und erklärte, er beharre auf dem Standpunkte, welchen die Regierung in ihrer Regierungserklärung verkündet habe und welcher auch dem Willen des Landes entspricht. Es bleibe daher nur eine einzige Politik übrig: Ein Appell an die Nation, daß sie sich selbst rette, und daß sie ihr Vermögen rette. Das sei eine Sache, die durchaus möglich ist. 1 Der Minister schätzt das Kapital, welches die französischen Staatsbürger seit dem ersten Jänner 1935 in das Ausland ausgeführt haben, auf 26 Milliarden Franken. Die Goldvorräte im Privatbesitz übersteigen 6 Milliarden Goldfranken. Die Höhe der thesaurierten Banknoten beträgt etwa 30 Milliarden, so daß die Gesamtsumme des Kapitals, welches der ftanzösischen Volkswirtschaft und dem Unternehmertum fehlt, nunmehr etwa 60 Milliarden Franken erreicht. Der Minister erklärte,.aß, die Regierung drnjenige« Amnestie gewähren wolle, die nichtangemeldetes Kapital im Ausland besitzen, falls sie bis zum 15. Juli beeidete Anmeldungen riureichen. Sollten nach dieser Frist Fälle aufgedeckt werden, m denen dir Behörden hintergangen wurden, so würde dies sehr streng bestraft werden, und zwar unter Umständen mit der vollständigen Konfiskation des Kapitals und dem Verluste der bürgerlichen Rechte. Zur besseren Organisierung des Kredits wird" der-Finanzminister der Kammer einen Entwurf be-" treffend die Reform der Statuten der Bank von Frankreich vorlegen. I Es handelt sich darum, daß in die Leitung der Bank von Frankreich ein neuer Geist Einzug Halts, der den tatsächlichen wirtschaftlichen Interessen des Landes entspricht. In dem neuen Verwaltungsrat werden alle aktiven Komponenten des Wirtschaftslebens und der arbeitenden Bevölkerung vertreten sein. Der Finanzminister kündigte schließlich an, daß die Regierung umfangreiche Steuerreformen einführen, mehr Gerechtigkeit, in das Steuersystem . chineintragen,.Unterschleife unterdrücken und die Steuern überall dort erleichtern wird, wo ein tatsächlicher und lebhafter Wirtschaftsbetrieb besteht» 40-Stundenwoche auch vom Senat genehmigt Paris. Der Senat hat in seiner Nachtsitzung den Gesetzentwurf betreffend die 40stün- dige Arbeitswoche mit 182 gegen 84 Stimmen angenommen. Im Laufe der Aussprache ergriff auch Ministerpräsident Blum das Wort, der auf eine Anfrage über die Streiksituation m Frankreich antwortete: „Wir hoffen, daß wir dieses Gesetz in einer Atmosphäre der Ordnung und Eintracht durch- führen werden. Die sozialen Konflikte, mit welchen wir vor zwei Wochen zu tun batten und dir sehr ernst waren, haben sich bereits in ihrem Charakter geändert und ihre Schärfe verloren. Wir treten in eine Zeit der Beruhigung. Das Land beginnt wieder feine normale Physiognomie anzunehmen." Paris. Wenn auch der Streik in Frankreich sehr stark nachgelassen hat, beträgt die Zahl der Streikenden nach einer amtlichen Statistik immer noch eine Viertelmillion. Am Freitag haben die Maler und Anstreicher die Arbeit angetreten. Auch der Streik in den Petroleumraffinerien, den Filmateliers und anderwärts wurde liquidiert. "Bost den großen Kaufhäusern haben die etwa 6000 Angestellten des" Warenhauses„Louvre" die Arbeit angetreten. In den übrigen Kaufhäusern wird die. Regierung, falls keine. direkte Einigung zwischen der Direktion und den Angestellten zustande kommt, ein Arbitrageabkommen durchführen. Arbeiterpartei im Angriff Mißtrauensvotum/ Großer Propagandafeldzug London. Die Arbeiterpartei hat im Unterhaus folgenden Mißtrauensantrag gegen das Kabinett Baldwin eingebracht: .„Die Regierung hat mit ihrem Mangel an Entschlossenheit und Offenheit im Hinblicke auf die auswärtige Politik das Ansehen Großbritanniens untergraben, den Völkerbund geschwächt, den Frieden gefährdet und dadurch das Vertrauen des Unterhauses erschüttert." Neber den Antrag wird am nächsten Dienstag die Debatte eröffnet werden. Der Führer der Labourparly Major Attlee wird ihn begründen. Die Arbeiterpartei wird am Wochenende eine» große« Propagandafeldzug in den Provinzen durchführen, um den Sanktionsbeschluß der Regierung mit allen Mitteln zu bekämpfen. Die Parlamentsfraktion der Partei beschloß den Text eines Manifestes, worin das Vorgehen der Regierung bei der Aufhebung der Santtionen verurteilt und die öffentliche Meinung aufgefordrrt wird, ihre Friedensliebe und ihre Treue zum Prinzip der kollektiven Sicherheit und des Friedens kundzugrbrn, die unr durch den Völkerbund erhalten bleiben könne. Das Manifest ist betitelt:„Großer Berr al". Die Regierungspolitik wird als verderblich bezeichnet, da sie die britische Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Friedens nut auf gewisse Gebiete beschränken will. Auch der oppositionelle liberale Klub beschloß, dem Präsidium des Unterhauses einen Resoluttonsantrag vorzulrgen, worin er sich gegen den Regierungsbeschluß auf Aufhebung der Sanktionen ausspricht. Englands Rückzug Der Beschluß der englischen Regierung, mit der Aufhebung der Sankttonen einverstanden zu sein, wenn der Völkerbund sie wünscht,— ein Beschluß, der in Wirklichkeit der Anregung zur Aufhebung der Sanktionen gleichkommt,— wird von der mussolinifreundlichen Presse in aller Welt als eine Erleichterung und Entspannung der internationalen Situation gepriesen. Wer aber die politische Lage nicht unter dem Gesichtswinkel des italienischen Faschismus betrachtet, wird anderer Meinung sein. Der Rückzug Englands von der Sanktionspolitik bedeutet nämlich den beginnenden Rückzug Englands vom Völkerbund, bedeutet den Sieg des von Chamberlain und Hoare geführten imperialistischen Flügels der englischen Regierung über den Außenminister Eden, der von seiner großen Konzeption, die Interessen des englischen Weltreichs mit dem Interesse an der Stärkund des Völkerbundes zu verbinden, Abschied genommen hat. Eden hat nie einen Zweifel darüber ' gelassen, daß er den abessinischen Fall als die letzte große Prüfung des Völkerbundes angesehen hat und daß nach dem Scheitern des Völkerbundes die Rückkehr Englands zur selbständigen Wahrnehmung seiner eigenen Interessen erfolgen werde. Daß Eden dem Vorstoß Neville Chamberlains, der in seiner berühmten„Privatrede" die Fortsetzung der Sankttonen als„Höhepunkt des Wahnsinns" bezeichnete, keinen Widerstand mehr entgegengesetzt hat, beweist, daß er, der noch am 20. April dieses Jahres in Genf die Fortsetzung und Verschärfung der Sanktionen gefordert hat, jetzt selbst nicht mehr an den Erfolg der einst von ihm empfohlenen und geführten Völkerbundsaktion glaubt. Der Verlauf der Völkerbundskampagne gegen den italienischen Einfall in Abessinien war eine Kette-von Halbheiten und Uneinigkeiten. Daß an den Halbheiten die englische Regierung selbst miffchuldig war, kann die Opposition im englischen Parlament mit gühem Grund behaupten, zumal da die noch unvergessene Affäre des Hoare-Laval- Plans ja deutlich genug gezeigt hat, daß von Anfang an die Gruppe Hoare-Chamberlain die Völkerbundspolitik nur mit halbem Herzen mitgemacht hat und die erste Gelegenheit benützen wollte, um auf Kosten des angegriffenen Landes ein imperialistisches Geschäft zu machen. Damals freilich erhob" sich in den Reihen der englischen Konservativen selbst ein Sturm der Entrüstung, der Hoare zum Rücktritt zwang, während sich Anfang dieser Woche bei der Beratung der-konservativen Parlamentsfraktion über die Rede Chamberlains herausstellte, daß sich in den Reihen der Regierungspartei leine Stimme mehr gegen die Aufhebung der Sanktionen erhob. Die Hoffnung Edens, daß nach den französischen Wahlen eine Linksregierung, die keine Sympathien für Italien hat, im Amt sein würde, ist zwar erfüllt. Dafür ist aber eine Schwenkung der Sowjetunion erfolgt, die seit einiger Zeit unter Hinweis auf die dringendere deutsche Gefahr ein Abgehen von der anti-italienischen Völkerbundspolitik fordert. Unter diesen Umständen hat Eden vor dem Angriff der Chamberlain- Äruppe kapitulieren müssen, zumal da ihn Baldwins These, daß England für einen Krieg noch nicht genug gerüstet sei, die Möglichkeit nahm, noch einen neuen Vorstoß gegen Italien— etwa die Sperrung des Suezkanals— zu unternehmen. Daß Eden aus dieser Sachlage nicht die Konsequenzen gezogen und seinen Rücktritt gemeldet hat, hat anscheinend vorwiegend innerpolitische Gründe. Baldwin selbst hat Eden dazu bewogen, im Kabinett zu bleiben, weil Baldwin die Popularität des Außenministers kennt, weil der Austritt Edens aus der Regierung den linken Flügel der konservativen Partei■ alarmiert und wahrscheinlich zu einer Krise der Gesamtregierung geführt hätte— und weil Baldwin, der große Zauderer und Fanatiker des Kompromisses, die Hilfe Edens benötigt, um den Chamberlain- Flügel zu mäßigen, der die- englisch-italienische Annäherung und die Stellungnahme gegen Deutschland für Baldwins Geschmack allzu ungeduldig" betreibt. Die englische Regierung, das ist der Sinn des Kompromisses zwischen Chamber- .lain und Eden, wird nichts anderes unterstützen als die Aufhebung der Sanktionen. Aber sie wird weiterhin die Anerkennung der italienischen Annexion Abessiniens verweigern und eine Politik tteiben, die zur Schaffung eines unter englischer Führung stehenden Mittelmeerblocks führt, der Seite 2 Abschluß der Präsidentenreise Luhačovice. Der leße Tag der mährischen Reise des Präsidenten der Republik Dr. Beneš war der Besichtigung des Bades Luhačovice gewidmet. Mittags gab die Bäderverwaltung zu Ehren des Präsidenten ein Déjeuner zu 80 Gedecken. Die Rückfahrt über Brünn und Böhm.- Trübau glich wieder einem Triumphzug. Der Son= derzug traf um 23 Uhr in Prag ein, wo sich in Vertretung der Regierung Innenminister Dr. Cerny mit den Spizen der Zivil- und Militärbehörden zur Begrüßung eingefunden hatte. dem Expansionsstreben des italienischen Faschismus eine Grenze sezen soll. Samstag, 20. Juni 1936 Dr. Staněk gestorben Prag.( Tsch. P.-B.) Freitag, den 19. Juni, ist gegen 3 Uhr der ehemalige Minister und Vorfizende des Abgeordentenhauses Dr. techn. H. c. Abgeordneter František Stan et im Alter bon 69 Jahren plötzlich in Prag gestorben. 2933 Die„ Reform des Völkerbundes", die jetzt von der englischen Regierung befürwortet werden wird, ist in Wahrheit eine Auflösung des Völkerbundes in regionale Verbündetengruppen, eine Rückkehr, also von der Politik der kollektiven Sicherheit zur Politik der Koalition. Daß diese Kursänderung, die den Gedanken der Unteilbarkeit des Friedens ebenso wie den Gedanken der allgemeinen Abrüstung auf lange Zeit begräbt, von vielen heute für ein unumgängliches Erfordernis der Realpolitik gehalten wird, beweist nur den Ernst der internationalen Lage, wie sie durch die Vorstöße des italienischen und des deutschen Faschismus geschaffen worden ist. Wie durch Pressemeldungen bekannt wird, hat Die englische Regierung will jetzt den bedrohten Staněk im Podoler Sanatorium, wohin er sich zur Staaten die Möglichkeit geben, sich der Hilfe abulanten Behandlung begeben hatte, Selbstmord Italiens zu versichern, wenn sie diese Hilfe für durch Erſchießen begangen. Die Motive, die ihm an zuverlässig halten. Aber die englische Regierung der Schwelle des Patriarchenalters die tödliche ſelbſt zeigt( was die von Baldwin inspirierten Waffe in die Hand drückten, sind nicht bekannt, doch Leitartikel der„ Times" deutlich merken ließen) wird wohl die schwere Krankheit, an der Staner feine Bereitschaft, andere Garantien zu überneh seit Jahren litt, mit die Hauptursache gewesen sein. men als iin Westeuropa und im Mittelmeer, wo Englands eigene Interessen auf dem Spiele Staněk wurde im November 1867 in Strmilov stehen. in Böhmen geboren, er studierte an der Prager Technik und an der Wiener Handelsakademie und übernahm mit 25 Jahren das väterliche Gut. Zunächst in der Selbstverwaltung tätig, gehörte er seit 1901 dem österreichischen Parlament an. wurde er auch böhmischer Landtagsabgeordneter; nach seiner Ueberfiedlung nach Mähren wurde er in den mährischen Landtag gewählt und wurde bald Vorsitzender der mährischen Agrarpartei. 1901 Staněks politische Tätigkeit erreichte ihren Höhe= punkt im Kriege, wo er 1916 zum Vorsißenden des Nr. 144 Vorsitzender des Abgeordnetenhauses; seitdem hat uns lange dagegen sträubten, an dem allgemei sich sein Radikalismus etwas gemäßigt. nen fieberhaften Wettrüsten teilzunehmen, und Mit seinem Ausscheiden als Parlamentspräsi- daß wir uns nur schweren Herzens entschlossen dent nach den Neuwahlen des Jahres 1985 geriet haben, unserer Bevölkerung jene Opfer aufzuerStanět, der schon damals schwer frant war, politisch legen, die angesichts der allgemeinen internatio ins Hintertreffen und sein Streben nach der höchsten nalen Lage nunmehr zum dringendsten, verant Ehrenstelle dieses Staates wurde aussichtslos. Zum wortlichsten Gebot der Stunde geworden sind, lettenmal trat Staněk öffentlich noch vor wenigen Heute ist es für unseren Staat, will er in dieser Tagen hervor, als er den Präsidenten Dr. Beneš waffenstarrenden Welt nicht schuß- und wehrlos während dessen eben erst beendeten Besuch in Mäh- dastehen, ein Gebot der einfachsten Selbsterhalren in seinem Wahlkreis begrüßte. Steuernovelle für das Plenum fertiggestellt tung, ungesäumt alles vorzukehren, was notwen dig ist, um jeden Angreifer davon zu überzeugen, daß das Risiko des Angriffes auf ihn zurüdfällt. Wir wollen und wir werden niemanden selbst an= greifen, aber wir wollen auch niemanden im Prag. Die Novelle zu den direkten Steuern res Staates, das Leben und die Freiheit unserer Zweifel lassen, daß wir die Unversehrtheit unse wurde, nachdem am Donnerstag bis spät nachts Mitbürger, das Werk des Fleißes unserer Bür und Freitag in den Mittagstunden das Koali- ger, Bauern und Arbeiter mit den wirksamiten tionssubkomitee erneute Beratungen mit der Re- und energischesten Mitteln gegen jeden Störer des gierung gepflogen hatte, Freitag nachmittags vom Friedens zu schüßen wissen werden. Die Ruhe des Budgetausschuß in allen noch strittigen Puntten Wehrlosen reizt den Angreifer, die Bereitschaft erledigt, so daß nunmehr der ganze Entwurf für des Wehrhaften schreckt ihn zurück. Einzig diesen die Plenarverhandlungen fertiggestellt ist. Sinn hat die heutige Wehrbereitschaft des Staa= Die aufgeregte Deutsche Preffe".„ Die Unter anderen wurden die Bestimmungen über die Aenderung des Steuerjahres doch in der tes und nur diesem Sinne, der Erhaltung des Fassung des Koalitionssubkomitees angenommen. Die Ausschreibung der Rüstungsanleihe. Wer sie Friedens, dient seine neueste Wehrmaßnahme: Was die Behandlung der Bezüge über 250.000 Kč betrifft, so wurde festgesetzt, daß der 250.000 zeichnet, zeichnet sie für einen Staat, der seine Kč übersteigende Betrag nur zu 75 Prozent bei Bevölkerung unter allen Umständen vor den der Bemessung der Erwerbssteuer abzugsfähig ist. Schrecken eines neuen Krieges schützen und seinen Nach der Annahme der Vorlage wurde noch Bürgern durch eine Mobilisierung des Gutes die eine Reihe von Resolutionen angenommen. U. a Mobilisierung des Blutes ersparen will.( Miniwird die Regierung darin aufgefordert, durch einſter Spina im Rundfunk am 19. Juni 1936.) Gesetz die Beschäftigung von Staatsangestellten in Privatdiensten als Rechtsberater für ihr Spezialgebiet zu verbieten; dieses Verbot soll auch Zeit", das Organ der Henleinpartei, hatte sich dert eine Erleichterung der Hauszinssteuer für parteiler Světlit in seiner Parlamentsrede für Pensionisten gelten. Weitere Resolution for- darüber lustig gemacht, daß der tschechische VolksHäusler und Kleingewerbetreibende, eine Novel- das Bündnis mit der Sowjetunion verteidigte. lierung des Sanitätszuschlages und eine Reorga- Sie bezeichnete Světlit als den Mann des Vati nisation der Revisionsabteilung des Finanzmi- fans und knüpfte daran Schlußfolgerungen, durch die sich die deutschen Christlichsozialen, die nifteriums. zu den wütendsten Hassern der Sowjetunion ges hören, verlegt fühlten. Die Deutsche Presse" schlägt denn auch sehr aufgeregt zurück und weist darauf hin, daß der slowakische Volksparteiler Sidor gegen das Bündnis geredet habe, ohne daß ihn die Zeit" als einen Mann des Vatikans bezeichnet. Mobilisierung des Gutes erspart Mobilisierung des Blutes Von welchen absoluten, tiefen Friedensabsichten unser Staat beherrscht war und ist, geht schon allein aus der Tatsache hervor, daß wir tschechischen Abgeordnetenverbandes gewählt wurde. Genosse Dr. Czech 11 erwirkt rasche Hilfe für Tachau Die englische Opposition versucht ihr Möglichstes, um den Absichten der Regierung Wider stand entgegenzusehen. Die Labour- Party verficht leidenschaftlich die These, daß der Völker= bund, gerade weil er sich als unzulänglich erwiesen hat, für künftige Fälle gestärkt werden müsse, daß der Sanktionsparagraph nicht auf gehoben, sondern strenger gefaßt werden solle, jo daß fortan die notwendigen Maßnahmen schon bor Beginn der Feindseligkeiten( und nicht, wie im abessinischen Falle, erst nachher) ergriffen werden können, und daß die Drohung mit mili- In dessen Namen gab er am 30. Mai 1917 im tärischen Maßnahmen nicht weiterhin eine leere Wiener Parlament die befannte staatsrechtliche ErFormel bleiben solle. Aber die Aussichten dafür, flärung ab, in welcher zum erstenmal die Forderung daß die Labour- Party die Regierung Baldwin nach einem selbständigen tschechoslowakischen Staat zum Rücktritt veranlassen kann, sind sehr gering, erhoben wurde. Am 2. Oftober 1918 hielt Staněk Unter dem Titel„ Ein Mann ein germeister von Tachau mitteilen, daß über sein obwohl Baldwin seinen letzten Wahlsieg den im Reichsrat seine berühmteste Rede, worin er fich Wort" berichtet unsere Zukunft": Einschreiten beim Ministerium für soziale FürSanktionen verdankte. Immerhin ist damit zu offen zum Programm der tschechoslowakischen Aus- Gesundheitsministers Dr. Ludwig Czech forge sämtlich fünf An sin then der rechnen, daß die neue Außenpolitit der Baldwin- landsrebshition bekannte und dem alten Desterreich baile anläßlich seiner Teilnahme an unserem Gemeinde um einen Lohnbeitrag zur NefonstrufRegierung noch manchen Schwierigkeiten begegnen die Gefolgschaft auffündigte. Von dieser Rede da Kreistag der Arbeit in Ta cha u auch eine tion von Gemeindewegen und der Kanalisation wird, auch im Völkerbund selbst, wo die Regie- tiert man den Zerfall der österreichisch- ungarischen Beratung mit den Vertretern der Stadt Tachau. günstigerledigt wurden. Die Stadt rung des englischen Dominions Südafrit a Monarchie. Auf dem Rathaus nahm unser Parteivorsitzender Ta cha u erhielt insgesamt 8 8.000 tronen die Aufhebung der Santtionen In den ersten Kabinetten der Republik war er die Wünsche der Stadt entgegen und versprach zugesprochen. Ferner wurden den Gemeinden als Verratbekämpfen wird, wo Spa- bis 1922 wiederholt Minister. Daß er seither, trob- den Vertretern der Gemeinde, unverzüglich die Bra n d, Paulusbrunn, Altzednien und wahrscheinlich die Balkan- Entente dem er in seiner Partei als Vorsitzender- Stellver- notwendigen Schritte einzuleiten, um die einzel- lisch und Hesselsdorf aus dem gleichen gegen die Aufhebung der Sanktionen stimmen treter eine gewichtige Rolle spielte, bei späteren nen Angelegenheiten einer günstigen Erledigung Titel je Kč 12.000.-, d. s. zusammen weitere werden. Es besteht unter diesen Umständen die Kabinettsbildungen übergangen wurde, kränkte ihn nahe zu bringen. Die Wünsche der Stadtvertreter Kč 48.000.-, bewilligt. Möglichkeit, daß ein einmütiger Beschluß über offenbar tief. Er geriet auf den äußersten rechten betrafen vor allem Fragen der Arbeitsbe die Aufhebung der Sanktionen nicht zustande Flügel der Partei, der manchmal der Parteiführung schaffung bei Unterstüßung aus dem Titel Was den Bau der Fortbildungsschule in kommen und eine Vertagung des Problems erfol- und den agrarischen Vertretern im Kabinett unan- der produktiven Arbeitslosenfürsorge des Für- Tachau anbelangt, konnte Genosse Dr. Czech dem gen wird, die zwar die Situation der englischen genehme Stunden bereitete, namentlich seit sorgeministeriums und die Subventionierung des Bürgermeisteramt bereits am 12. Juni mitteilen, Regierung sehr heikel gestalten, zur Klärung der udržal im Jahre 1929 ein Koalitionsfabinett Baues der Fortbildungsschule daß das Schulministerium hiefür eine Subveninternationalen Lage aber noch weniger beitra- mit den Sozialisten ohne Staněk gebildet hatte. As in Tachau. tion bon einem Drittel des gen würde als das eindeutige Eingeständnis des Malypetr im November 1932 die Leitung des Kabi- Genosse Dr. Czech war am 7. Juni in Ta- Bauaufwand s, der sich auf nahezu Kč Bankrotts. netts übernahm, wurde Staněk sein Nachfolger als chau und bereits am 10. Juni fonnte er dem Bür- 500.000.- beläuft, zusichert. 17 Wir suchen ein Landfängnis gedeppt wurde. Alles für die Freiheit uns wieder, wie mit der Villa Wanja: erſt pust Schwagers erbeutet hatte. Sie stiehlt für uns, Roman einer Emigration Von Robert Grötzsch Copyright by Eugen Prager- Verlag, Bratislava. aufgestemmt, hockte er essend vor dem Worte speiWovon reden die beiden eigentlich immer? Mochte ja alles ganz interessant sein, aber deshalb brauchten sich die beiden nicht so abzusondern. Ueberhaupt Justus... Oben guckte der Mond Justus an die Ketten, mit denen er vor vierzig von früh acht bis nachmittags fünf. Warum so sogar für uns", sagte Moses und verteilte ZigaJahren direkt von der Redaktion hinsveg ins Ge- schuften? Ist es unser Haus? Vielleicht geht's retten, die Eva beim Reinemachen im Jackett des des deutschen Volfes. man sie heraus, dann kriegt man den Abschied. sie opfert sich, sie darbt daran erkenne ich die Die Stimme rollte und röhrte, schüttete Fluch Aber Herkner läßt nicht locker. Man muß Frauen meines Stammes." und Best über die kleine schwache Schar, die am was zu tun haben, wenn man nicht an der Zeit Schön, mochte ja alles sein, aber es gehörte Margarinebrot taute... Justus stellte ab. Peter verzweifeln soll. Ist der Hof in Ordnung, wird sich nicht, daß sie sich manchmal mit dem Graudrehte wieder, jagte nach einer anderen Stimme, sich was anderes finden. Besten Dank, denten die bart so absonderte. Saßen in den Weiden und lockte die Welle mit leisen, spielenden Griffen... Burschen, sich schinden für die paar Kronen? Als führten dicke Gespräche, von denen Peter und Paul Alle saßen am langen Tisch und Peter ließ jetzt war sie da, jetzt füllte sie die Stube mit an- ob's nicht auch ohne Arbeit mal eine Weile ginge! nur die Hälfte verstanden, wenn sie hinzufamen. den Apparat los. Paul drehte eifrig an den Räd- deren Worten, Klangvoll, ruhig, gleichmäßig Ja, der Justus, der darf tun, was er mag. Sitt Sagte abends einer was, dann lachte Justus, chen, stöpselte die Drähte einige Male falsch um Der Minister eines anderen Landes.. in seinem Zimmer und schreibt und schreibt, wäh- klopfte dem Burschen derb auf die Schulter und dann röhrte eine Stimme ins Zimmer hinein. Gesetz und Recht sind die Grundlagen der Kultur. rend sich die anderen mit dem Dreck rumbalgen antwortete immer so, daß keiner mit fonnte. Sie tam aus der Heimat. Rede eines Ministers. Wo nicht mehr von Menschlichkeit geredet werden Schön, er zahlte sein Kostgeld selbst. Hat Höchstens Moses, aber gerade der war in letzter Barsch, wie ein Feldwebel auf dem Kasernenhof, darf, wo die nackte Gewalt entscheidet, dort muß was Erspartes. Und ab und zu etwas für Bei- Beit recht schweigsam und verdrießlich geworden. donnerte die Stimme durch den Raum, verfluchte die Stultur versinken. Nur die Vernunft und träge in Zeitungen. Soll ja wohl eine tüchtige Manchmal noch begleitete er Eva ein Stück auf die letzten vierzehn Jahre, Marristen und Demo- der Sieg sozialen Geistes können Europa retten Feder sein. Ja, der konnte bei seinem Fach blei- dem Heimweg, aber oft war sie mit Justus schon fraten. Frosch packte seinen Teller mit Kartoffel- aller Kampf wider die Freiheit des Gedankens ben. Ich möchte voch mal wieder än richtiges weg, che sich die anderen angezogen hatten. salat, schleppte ihn zur Komode, setzte sich vor den führt in den Abgrund Haus mit maurern", raunzt Frosch. Und ich Lautsprecher, um besser zu verstehen. Einen Arm Stumm saßen die Emigranten, sogen die ich möchte mal wieder än Stück Kupfer in Blei enden Gehäuse und es war, als hackte die Stim- Worte auf... Eine seltene, eine unerhörte Mu- treiben“, sagt der Kleine.„ Eine Kanne oder so me gerade auf seinen Stopf los: ,, Abgerechnet wird fit. Wußten die Bürger dieses Landes, daß diese was, Hammerschlag mußte an Hammerschlag ſizen mit allen Feinden Deutschlands! Abgerechnet wird Stimme ihre Nation über den Dreck des ganzen Nein, das war doch wohl nicht richtig, alle auch mit dem Emigrantengesindel, das in frem- Erdteils hinaus hob? Frosch ließ den Teller in den Ländern ehrlos das eigene Land bespeit" Ruhe, feiner aß. Eine wundersame Kraft schwoll mußten Dredarbeit machen, nur Justus nicht. Und im Raume. Hier sprachen sie, sprachen alle Hei- wären's mur ein paar Stunden am Tag gewesen ,, Wer bespeit Deutschland?" brüllte Frosch matlosen; ihre Gedanken, ihr Glauben schwangen. Und dann das mit dem Mädchen... Immer Beim Aufwaschen sagt's der Kleine so nebenund stach auf seinen Kartoffelsalat los. Eure durch den Kosmos. Die kleine Schar war nicht hockten die beiden beisammen. Manchmal am Was bei zur Gusti. Kümmert euch um euren Kram", Führer haben Deutschland beſpien fünfzehn schwach und ohnmächtig, ihre Worte sprangen von fer, manchmal auf der Wiese. Man hatte sie auch meint die, ihr seid zwanzig und er sechzig! Als Jahre lang!" Justus winkte ab. Ungehemmt Volt zu Volf, kreisten zu den Sternen, rangen schon drin in Litosch gesehn, im Café." Der Herr der jo alt war wie ihr, saß er für seine Sache schon schnarrte die rauhe Stimme weiter: mit dem rauhen, heiseren Gebrüll... Durch den Redakteur, der kann det ja woll", sagte Peter und im Gefängnis..." Der Kleine friegt rote Ohren --leben im gegnerischen Auslande vom Aether rauschten zweierlei Sprachen: die barba- Paul echote:„ Aber wir jewöhnlichen Emi's" und stiert auf den Teller, den er gerade abtrocknet. Geld der Landesfeinde feile Parasiten... rische und die der Menschlichkeit. Ein Kampf in und ließ alles weitere offen. Gewiß, dem Mäd- Gusti aber denkt: Ja, das Fräulein Eva, gut hat Verräter... kein Galgen hoch genug... das den Lüften, unsichtbar, aber erbittert. Ein Kampf, chen war ja sonst nichts nachzusagen was sie's! Kann sich bei der Schwester pflegen, tann Volk wird sie eines Tages richten..." der das Schicksal eines Kontinents entscheiden gings einen schon an, nicht wahr? Alles was recht lesen und studieren. Ich komme taum mal mit Die Stimme rollte umher, heiser und bril- mußte. ist, sie blieb zu allen gleichmäßig freundlich, runter ans Wasser. Und schlank bleibt so was! Tend, duckte sich wie ein Stier, rannte wieder mit 7. Sapite I. schwamm mit jeden um die Wette, ob Kraulen oder Unsereins ißt nur halb so viel als andere und wird den Hörnern wild drauf los... Die Emigranten Rückenschwimmen war ganz gleich. Manchmal immer dicker. Unangenehm für eine Emigrantin, sahen einander lächelnd an. Schwarzer dachte an Gärt es nicht unter den Burschen der brachte sie auch Selbstgebackenes mit. Schmeckte wenn's immer heißen tann: Na, Ihnen sieht man die Qualen im Konzentrationslager, Gusti an Spinne? Herkner hört, daß sie wegen Justus nicht schlecht. Appetit hatten die Burschen immer. wenigstens teine Not an... Ja, die Eva hatte ihr Söhnchen, Herkner an den geschändeten murren. Sie haben das Haus wohnbar machen Wurde immer gleichmäßig verteilt, nein, nein, in es besser. Sportplatz und seine geschundenen Kameraden, müssen, jetzt wird der Schutt vom Hofe geräumt, dem Punkte bevorzugte sie feinen. Sie stiehlt I ( Fortschung folgt.), " sehn, Mensch!" durch die Haare. Mit seinen dreiundsechzig konnte er Evas Vater sein, und wenn er sich noch so grade hielt. Mindestens Stubendienst hätte er mitmachen müssen. Nr. 144 Samstag, 20. Juni 1936 Sudetendeutscfier Zeitspiegel Franz Pecher der neueste Die Amtswaltertagung des Heros der KPC und die Wahrheit über seinen ,, Fall" Neben Stalin dem geliebtesten Vater der Völker"( wie sich kürzlich die Kojaken in ihrer Adresse ausdrückten) und dem Väterchen Gottwald wird in der Presse der KPC sei einiger Zeit niemand so gefeiert, wie der ehemalige Bürgermeister von Neudet und ehemalige Sozialdemokrat ran 3 Pe che r. Pecher wurde, da er die Obmannstelle in dem kommunistischen wenn auch neutral getarnten Bund der Freunde der Sowjetunion angenommen hatte, aus der sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen. Welche hirnrissigen Folgerungen die kommunistische Presse aus diesem Ausschluß gezogen hat, ist teils bekannt, teils braucht es nicht erst berichtet zu werden, weil es sich um das übliche Gelaber handelt. Unsere Partei hat, um Pecher zu schonen, zu dem Heroenfult eine zeitlang geschwiegen; als es aber zu bunt wurde, beriefen unsere Genossen in Neudek eine Volts- Versammlung ein, zu der Becher wohlweislich nicht erschien. In der Debatte nahm ihn ein einziger von den vielen Rednern in Schutz. Der Referent, Abg. Genosse a b, zerstörte nun die Legende, daß Becher aus ideologischen Gründen die Parteidisziplin berideologischen Gründen die Parteidisziplin verweigert habe. Katz berichtete, daß Becher nicht weniger als dreimal gegenüber den Vertrauensleuten der Partei und zuletzt vor dem Schiedsgericht feine Bereitschaft erklärt habe, die Funktion bei den Sowjetfreunden nieder zulegen, aber sein Wort dreimal gebrochen, daß er zugegeben hat, daß es sich um eine rein fommunistische Organisation handelt, die der Sozialdemokratie Schaden zufüge, daß er sein parteischädigendes Verhalten eingesehen und an erkannt hat, daß wir dasselbe Recht haben wie die Kommunisten, auf Wahrung des Disziplin in unseren Reihen zu achten. Jedesmal aber forderte Pecher als Voraussetzung dafür, daß er wie jedes andere Parteimitglied Disziplin wahre, persönlich e Gefälligkeiten. Zweimal wurde seinen Wünschen entsprochen. Einmal handelte es sich darum, seinem arbeitslosen Sohn eine Beschäftigung zu verschaffen. Mit der zugewiesenen Arbeit begnügte er sich jedoch nicht, vielmehr forderte er einen Posten in der BKV, wo ohnehin ein Sohn Bechers bereits beschäftigt ist. Nachdem dem zweiten persönlichen Wunsch Pechers Genosse Kak verzichtete darauf, Details zu erzählen entsprochen worden war, widerrief Becher plößlich seine schriftlich gemachten Zusagen und fuhr auf Kosten seiner kommunistischen Hintermänner nach Rußland. Wer wird Henlein wählen? Kameradschaftsbundes Der Parteitag der Sudetendeutschen Partei Der Hauptleitungsmitglieder im Seite 3 Atus- Vereine, Achtung! 2. Radioturnstunde des Atus Bundesturnwart Grasse * * Sonntag, den 21. Juni: 14.10-14.40 Uhr, Prag 1., Liblice, 120 fw. Es gilt, die leszten Unebenheiten auszugleichen, die letzten Anordnungen werden getroffen. Aus jedem Atusverein vor den Lautsprecher: a) die Turnwarte ( Vorturner) aller Abteilungen, b) aus jeder Abteilung einige Teilnehmer. Sendet an Atus, Aussig, eine Programm des * war für den Mai als„ Sudetendeutscher Partei- ist man sich unter allen Umständen sicher, ebenso tag", als totalitäre Veranstaltung also, einberufen der Kreisleiter. Die Hauptleitung wird vom worden. An diesem seltsamen Parteitag hätten Kameradschaftsbund beherrscht, dem auch einige einige zehntausend Menschen teilnehmen sollen und Kreisleiter angehören, die im übrigen von der es war, selbstverständlich, auch die„ Neuwahl" des Hauptleitung völlig abhängig sind und zu diesem Parteivorsißenden geplant. Die Behörden haben Zwecke außerordentlich gut bezahlt werden. Mit diese totalitäre Demonstration verboten. Die SdP Ausnahme des Abg. Liebl scheinen auch alle Karte über den Eindruck der Turnstunde und hätte zwar die Möglichkeit gehabt, einen Parteitag Parlamentarier zur Stange zu halten: gebt an, wie sie ausgenügt wurde! abzuhalten, der den bei solchen Veranstaltungen das Mandat ist halt eine schöne Sache und Henüblichen Rahmen nicht übersteigt; aber von dieser lein hat sich vorsichtigerweise von jedem einzelMöglichkeit macht sie keinen Gebrauch. Wenn man nen Parlamentarier strenge Reverse unterschreijedoch etwva annimmt, daß dann doch kein Forum ben lassen. Bleibt also die Gruppe der Be vorhanden sei, das die Neuwahl des Vorsitzenden zirksleiter. Nun, diese Gruppe wurde vor. III. Atus- Bundesturnfestes vornehmen könnte, so irrt man sich: für heute und den Kreisleitern vor der Amitswaltertagung ge= Sonntag ist eine sogenannte„ Amtswaltertagung" hörig geprüft und gereinigt. Aufbegehrende Be- großen Zelt mit 15.000 Personen Fassungsraum. Freitag, den 3. Juli: Eröffnungsfeier nach Eger einberufen, die zwar kaum einen Bar- zirksleiter wurden von den Kreisleitern ganz einSamstag, den 4. Juli: 6 Uhr früh Beginn der teitag erſeben kann, aber zum Schluß ihrer„ Ar- fach ihrer Aemter entsetzt. Das geschah in Plan turnerischen und sportlichen Wettkämpfe, der Hand-, beit" Henlein im Amte bestätigen wird. und in Görkau. Im Falle Görkau wurde das Raff, Faust-, Schach- und Tennisspiele um die Diese Amtswaltertagung wird geistig von den Bezirksmandat von dem Kreisleiter Dr. 3ippe Festmeisterschaft. Mitgliedern des Kameradschaftsbundes lius an den ganz sicheren Kreisgeschäftsführer Halb 11 Uhr: Festzug der Schüler und beherrscht werden: ſelbſtverſtändlich steht an der Kraus übertragen. Von diesem Tatbestand er- Schülerinnen. ersten Stelle der Rednerliste jener Dr. Walter fährt man aus der Entschließung, die der Bezirk Ab 1 Uhr: Beginn des Vereins- Abteilungs Brand, gegen den eben jetzt ein ehrengericht- Görkau der SdP gegen Dr. Brand angenommen Wetturnens der Schüler und Schülerinnen. Sauptleitura schon des Ausgangs dieses Verfah- Wortlaut in der Freitagnummer der" Bohemia" gen der Kreise, und zwar Mähren, Egerland, Nordliches Verfahren läuft. Offenbar ist man in der hat. In dieser Entschließung, deren genauer Ab 5 Uhr: Haupt- Sondervorführun rens vollkommen gewiß, ansonsten man doch hätte abgedruckt wurde, wird u. a. gesagt:„ Die Amts- und Nordwestböhmen. veranlassen müssen, daß die Funktionen Brands walterschaft( des Bezirkes) entzieht dem vom bis zur Beendigung des Verfahrens ruhen. Wir Kreisleiter beauftragten finden auch Dr. Sebekovsky unter den Red- Kraus die Vollmacht, den Bezirk Görkau in Eger Kreisgeschäftsführer nern, Karl Herrmann Frank, Rudolf Sand- zu vertreten.. ner, Ernit Kundt und Dr. Neuwirth: jene fann in Eger nichts passieren. Uebrigens haben Man sieht also, den Herren Männer also, die gleichzeitig die Führung des Ka- sie in der„ Rundschau" auch eine Heze gegen die meradschaftsbundes bilden. Opposition organisiert, bei der es mit der Wahrheit nicht sehr genau genommen wurde. " Immerhin: ihre Arbeit wird das Dekorum einer Amtswaltertagung haben. Stolz verkündet die Zeit", daß an der Tagung teilnehmen werden: die Hauptleitung, die reisleiter, die Abgeordneten, Senatoren und Landesvertreter und sämtliche Be zirksleiter. Also eine demokratische Körperschaft? Mit nichten! Es handelt sich vielmehr um eine ganz gefiebte Gesellschaft, aus deren Mitte der Führung einschließlich des Doktor Walter Brand keine Gefahr drohen kann. " So weiß man denn, was von dieser Egerer Amtswaltertagung und der saßungsgemäßen Wahl des Herrn Henlein zu halten i: das ganze ist eine Komödie, die vom Kameradschaftsbund bis in alle Einzelheiten organisiert wurde. Jedem ist seine Rolle zugeteilt, unverläßliche Statisten wurden ausgeschieden. Auf diese Weise werden die " Zeit" und die„ Rundschau" melden können, daß an der unerschütterlichen Einheitlichkeit der SdP unter feinen Umständen zu zweifeln ist. Der Mord in Presci- cine Eifersuchtstat Ueber die Motive der Tat gab Gaube auf Befragen des vernehmenden Richters an, daß ihn Wagner schon seit langer Zeit mit seiner Frau hintergangen habe. Wagner be nußte jede Gelegenheit, mit der Frau Gaubes zusammen zu sein. Seit Sonntag, da der Pachtvertrag abgelaufen war und Gaubes Frau nach Aussig übersiedelte, ließ sich Wagner, der angeblich auch geschäftlich seinen Bächter schädigte und benachteiligte, im Gasthaus, wo er sonst täglicher Gast war, nicht mehr blicken. Das stille Oertchen Presei bei Großprie-| Angriffe des Wagner aufs höchste erregt, den ersen steht noch völlig unter den Nachwirkungen der sten Schuß abgegeben habe, dann dem Fliehenden Bluttat, die dort am Mittwoch sich zutrug. Die nachgelaufen sei und besinnungslos weitere Annahme, daß der Mörder Gaube den Gast- Schüsse auf den Gestürzten abgegeben habe. Hausbesizer Wagner in eifersüchtiger A u fwa II ung tötete, scheint sich zu beſtätigen. Der ermordete Besizer des Gasthauses„ Zur So also sieht der Held Pecher aus, der von Eintracht" Wagner, soll Gaube seit langer Zeit den Kommunisten als Opfer sozialdemokratischen mit dessen Frau hintergangen haben. Terrors und sozialdemokratischer Sowjetfeind- Die sofort nach der furchtbaren Bluttat von schaft gefeiert wird! Seine Sowjetbegeisterung den Gendarmerieposten Aussig, Leitmeriz und war ihm ein Anlaß, Gefälligkeiten einzuhandeln. Großpriesen aufgenommene Fahndung nach dem Die Neudeker Arbeiterschaft hat, wie sich Mörder hatte nach kurzer Zeit Erfolg. Gaube auch in der Versammlung zeigte, die Haltung der wurde in Großpriesen festgenommen. Partei im ,, Fall" Pecher, der nur ein sehr tiefer Fall Bechers von der Höhe seiner Vertrauungsstellung in die Niederungen fommunistischer Demagogie und persönlichen Schachers ist, vollauf gebilligt. Die PC wird auch sonst mit Becher feinen Staat und niemanden von uns abtrünnig machen! Wie die Tat geschah! Ein Augenzeuge, der etwa 15 Meter von Am Mittwoch hatte Gaube Wagner nach dem Haufe des Gasthofbejizers Wagner entfernt langem Suchen endlich in seiner Wohnung gefunwar, der Lackierer ust 1, machte dem Leiter der den. Er warf ihm die Zerstörung seiner Ehe und Mitteilung, daß er in der Hoftür des Hauses zwei barung vor, die Gaube um sein ganzes Geld geGerichtskommission, die den Tatort aufsuchte, die seines Familienlebens und schlechte GeschäftsgeMänner stehen sah, die heftig miteinander strit- bracht habe. Als Wagner sich zu Tätlichkeiten hinten. Plöblich jezte der eine der Männer mit einem reißen ließ und Gaube zwei Ohrfeigen versezte, Sprung auf die Straße, der andere ihm nach. wurde Gaube nach seinen Angaben„ blind vor Der Fliehende strauchelte und fiel der Länge nach Wut". Er habe den Revolver gezogen und mit hin. Bevor er sich aufrichten konnte, war der Ver- dem Rufe:„ Alles hast du mir geraubt, folger schon bei ihm und gab unter Schimpf- ie tich lägst du mich auch no ch", worten auf den am Boden liegenden drei oder habe er die Waffe gegen Wagner gerichtet und abvier Schüsse ab. Der Getroffene sant leise röchelnd gedrückt. Plötzlich habe er bemerkt, daß er mit dem zusammen und der Mörder verschwand. Revolver in der Hand vor seinem leblosen Körper stand. Die Obduktion der Leiche ergab, daß ein Schuß in die linte Brustseite eindrang, bar der erste Schuß, von dem der Täter sprach offen= die Brust durchquerte und nachdem sie die Lunge gestreift hatte, im rechten Schulterblatt stecken blieb. Ein zweites Geschoß wurde im Gehirn der Leiche gefunden, das dritte im Rückenwirbel. Der verhaftete Gaube wurde dem Kreisgericht LeitAb 8 Uhr: Große Abendfeier auf dem Festplatz. Sonntag, den 5. Juli: Ab 6 Uhr früh Vereins Abteilungswetturnen der Männer und Frauen. Marktplatz und Fe st zu g. 11 Uhr: Meeting auf dem Komotauer 1 Uhr: Beginn der Haupt- und Massen vorführungen. Freiübungen: Knaben und Mädchen; Aruk; Endkämpfe der Leichtathleten; Freiübungen der DTJ, der Fußballer, Turner und Turnerinnen; Schlußappell; Endspiele um die Festmeisterschaft in Hand- und Fußball; Fackelzug. Wanderungen in die Umgebung Komotaus, Montag, den 6. Juli: Kostenlose Führung bei Talsperre, Erzgebirge, Metallarbeiterheim, Kohlengebiet uſw., usw. ** Zur Illustration einige Ziffern über die Vors bereitungen und voraussichtliche Beteiligung: Für die Gesamtteilnahme sind annähernd 50.000 bis 60.000 Besucher gesichert. 20.000 Mitglieder und Kinder des Atus, 5.000 DT( tschechische Arbeiterturner), 3.000 RW und SI, In 5.000 Gewerkschafter, Metallarbeiter, 2.000 Aruf, 10.000 Mitglieder der sozialistischen Organisa tionen Komotaus und Umgebung- Teps lizer Parteifreis, 5.000 Parteifreis Bodenbach, 5.000 Parteifreis Karlsbad. die Parteitreise sind inbegriffen Arbeiterjänger, Kinderfreunde, Naturfreunde und Freidenker. Für die Wettkämpfe sind gemeldet( Einzel- und Abteilungskämpfe): 4000 Erwachsene, 2000 Kinder, 120 Spielmannschaften; für die Massenfreiübungen: 7000 Turner und Turnerinnen, 3000 Schüler und Schülerinnen. Bei der Abendfeier wirken mit 2000 Personen. Für 25.000 auswärtige Gäste wird Quartier gestellt. Bei der Abschlußfeier marschieren 10.000 Uniformierte auf. Für den Fackelzug werden 25.000 Fadeln berwendet. Auf dem Festplatz sind drei Meter hohe Tribünen, auf denen 8000 Personen Plaz haben, aufgebaut. Außer dem Festplatz, der 80.000 Quadratmeter mißt, stehen noch weitere fünf Bläße mit 103.000 Quadratmeter Fläche für die Wettspiele zur Verfügung. Nordwestböhmen werden zum Teil mit Sonderzügen, Die Teilnehmer aus dem Egerland, Nord- und bei denen eine 50prozentige Ermäßigung gewährt wird, nach Komotau gebracht. Die Kündigung auf dem ,, Eleonora"-Schacht bei Ladowitz Vor vierzehn Tagen wurde auf dem Eleonora"-Schacht den Betriebsräten mitgeteilt, daß die Belegschaft( 97 Mann) am 16. Juni gefündigt wird. Die Kündigung wurde von den Betriebsräten nicht zur Kenntnis genommen: die Die erste Einvernahme des Mörders Bergbauhauptmannschaft in Brür wurde davon verständigt. Bei einer Verhandlung, die Sams- der gefesselt und von einem Gendarmen bewacht, tag, den 13. Juni, in der Betriebskanzlei in La im Fonds des Leitmerizer Gendarmerieautos detviz unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Breit- saß, durch den Bezirksrichter Dr. Guschl- Aussig, felder aus Brür stattfand, wurde die Kündigung ließ Rückschlüsse zu auf die Motive der Tat. Nur am 4. bis 5. Juli 1936( während des AtusEine sozialistische Aerztetagung in Komotan mit 16. Juni nicht genehmigt, obwohl die Be- stockend kommen die Säße hervor. Während der Bundesfestes) hat folgendes Programm: Samstriebsleitung den Stand der gekündigten Bagger Beuge Hustl sich nicht zu erinnern weiß, bereits tag, den 4. Juli, 18 Uhr, Sigung in den Städtiarbeiter auf 76 reduzierte. Donnerstag, den 18 beim Eingang in den Hof Wagners einen Schuß schen Parkjälen: Begrüßungsansprache des Ge= fand bei der Bergbauhauptmannschaft in Brür gehört zu haben, gibt Gaube an, daß er schon noffen Dr. Holitscher;„ Aktuelle die zweite Verhandlung statt und es kam bei dieser hier, durch höhnische Bemerkungen und tätliche merit zugeführt. Aufgaben des Gesundheitswe= Sigung zu einem Uebereinkommen. Die Kündi iens", Referenten: Privatdozent Genosse Doktor gungen erfolgen nicht, es wird der Wechselurlaub Th. Gruschka und Gesundheitsminister Ge eingeführt, und zwar so, daß von der Belegschaft Präsidentenbeleidigung. Im Gasthaus Stahl| trunken gewesen sei. Er erhielt vier Wochen noise Dr. Ludwig Czech-" Trauma ( 240 Mann) immer 80 Arbeiter beurlaubt tische und Rentenneurosen", Refe= und 160 Arbeiter beschäftigt werden. Dieser Be- in Schwaderbach bei Grasliz kam es zwischen dem Arrest unbedingt. Der Triebe- Prozeß. Den Vorsiß in dem be- rent Genosse Prof. Ostar Fischer. Zur Disschluß wurde von den Gewerkschaftsvertretern 44jährigen Schwaderbacher Stickereidrucker Emil Lausmann, und zwei im Gasthause anwe- vorstehenden Prozeß gegen den Millionenbetrüger fussion vorgemerkt: Genosse Dr. B. H. Sajet= der Organisationen wird eingeholt, weil der senden Gästen zu einer politischen Debatte Triebe vor dem Egerer Kreisgericht am 30. Juni Amsterdam. mit Vorbehalt angenommen. Die Zustimmung Sonntag, den 5. Juli, 8 Uhr Wechselurlaub für die Bergarbeiter eine große über die Verhältnisse in der Tschechoslo wird der bekannte Strafrichter Gerichtsrat Dot- morgens Ausschuß sißung, um halb neun Belastung ist. Mittwoch, den 24. Juni, findet in wa ke i und in Deutschland, wobei Laus- tor Hoher führen, während die Anklage vom Uhr Generalversammlung im GitBrür die Abschlußverhandlung statt. mann die Partei für Hitler ergriff und gegen Prä- Staatsanwalt Dr. Stein vertreten wird. Die zungssaal der Bezirkskrankenkassa( Vorstandsbe= jident Beneš einen beleidigenden Ausdruck ge- Egerer Rechtsanwaltes Dr. Hans Wolf, die des nale Vereinigung Sozial. Aerzte und das BulVerteidigung des Triebe liegt in den Händen des richt, Kassabericht, Neuwahlen, Die Internatio in n Eine finnstörende Zeilen- Verhebung geschah brauchte. Schließlich verabreichte Lausmann sei mitangeklagten ehemaligen Joachimsthaler Bür- letin", Verschied nes.) Vorgesehen sind ein ges unsere Kinder!". Dort soll es im zweiten Absaz Nunmehr verantwortete sich Lausmann vor dem Dr. Kriegelsteiners, Eger, und des gleichfalls mit- Karlsbad. Meldungen zur Teilnahme an der Tas richtig heißen:„ Kinder brauchen zur normalen geistigen Entfaltung Spielsachen, Werk euge, Apparate, Farben, Bücher." Egerer Streisgericht, wo er sich unter der Anklage des Vergehens gegen das Schutzgesetz zu verantangeklagten Görkauer Advokaten Dr. Baierl in den Händen Dr. Pfannerers, Eger. Man rechnet worten hatte, dahin, daß er an jenem Abend voll- mit einer Prozeßdauer von einer Woche. gung und Zimmerbestellungen richte man möglichst bald an Dr. Arnold Hol its cher. Somos tau. Seite 4 Samstag, 20. Juni 1936 Die Ursachen der Teplitz- Schönauer Die Auswirkungen des ,, Falles Hamm" Theaterkrise zum Teil Hamm aus dem Theater das Defizitgespenst gebannt worden ist. Im Verlaufe der Freitag- Verhandlung selbst wurde als erster Zeuge der Schauspieler Ran ninger, der Leiter der damaligen Arbeitsgemein schaft, gehört. Er bestätigte im wesentlichen die Anflage und schilderte die Maßnahmen, die zur Entlarvung der damaligen Kassierin führten. Er tennzeichnete u. a. auch die furchtbare wirtschaftliche Lage, in der sich das Personal zur Zeit des ,, Falles Hamm" befand, allerdings, so bemerkte Ranninger, wird das Personal auch bei einer Verurteilung der Frau nichts mehr von dem ihm entaangenen Berdienst erhalten. Der nächste Zeuge, Schauspieler Saliger, bestätigt im allgemeinen die Angaben Ranningers. Schon 1903 wurden unter Kennemanns Leitung unerklärbare Mantos festgestellt, schließlich machte man nach Kennemanns Weggang neue Kontrollen durch den Ankauf eigener Karten. Auch hier zeigten sich Mantos. Das war im April 1933. Es geschah jedoch nichts. Frau Hamm blieb weiter im Amt. Nach der Direktion Scherler war die erste Sorge der Arbeitsgemeinschaft, Frau Hamm zu kontrollieren. Das Ergebnis war niederschmetternd für alle Beteiligten, auf eine solche Höhe der VerunUnd es ist kein Zufall, wie Herr Dr. Schle- treuung( über 2000) war niemand gefaßt. Frau singer anführte, daß nach dem Ausscheiden der Frau Hamm hatte von den Proben nichts geahnt. die Kontrolle der Geschäftsgebarung nicht nur mangelhaft, sondern auch leichtfertig auf das Theaterbuget Unterschlagungen in der Höhe von 200.000 Kč errechnet Leitmeris.( Eigenbericht.) Der Prozeß gegen| Best steht, daß die Kassa schlecht geführt wurde, in die frühere Kassiererin des Teplizer Stadttheaters, dieser Feststellung kann der Sachverständige auch Frau Hamm, wird nachgerade zur Sensation. Er von der Verteidigung der Frau Hamm nicht wider zeigt Details auf, die das Interesse der Gelegt werden. Fest steht weiter, daß bewußt, wenn samtbevölkerung von Nordböhmen wach such unter dem Deckmantel einer komplizierten rufen müssen. Denn nicht mehr und nicht weniger hechnungsführung bewußt Unterschlagungen verübt als eine der Hauptursachen der finanziellen Zu- wurden, fest steht aber auch, daß sammenbrüche dieses an sich nicht schlecht fundierten Theaters wird immer mehr in diesem Prozeß er fennbar. Der Sachverständige kommt in der Errechnung der Veruntreuungen an die 200.000 heran, der Staatsanwalt, der zunächst nur einen Schadensbetrag von 73.000 Kč zur Grundlage seiner Anflage machte, erhöhte den Schadensersatz auf 180.000, dann auf Grund der Beweisaufnahme am Montag auf 186.000 und es kann sein, daß noch die Summe von 200.000 Kč erreicht oder überschritten wird, weil die Zeugenaussagen immer neue belastende Momente für die Angeklagte ergeben, denen sie auch mit der größten Gewandtheit nicht gewachsen ist. Diese Summen gründen sich auf Kassenberech rungen der letzten Jahre der Amtstätigkeit der Frau Hamm. In dieser Zeit amtierten u. a. die Direks teren ennemann und Scherler. Kennes mann, gewiß ein fähiger, chtiger Direktor, mußte im Frühjahr 1933 das Rennen mit dem Theaterdefizit aufgeben. Sein Nachfolger Scherler war nach drei Monaten mit seinem Kapital in Höhe von 250.000 Kč völlig fertig und verließ das Theater, das einem Danaidenfaẞ glich, Ende Dezember 1933, weil er feine Möglichkeit sah, ohne große Defizite bis zum Ende der Spielzeit durchzukommen. Und an der Kasse saß Frau Hamm! Scherler jedenfalls ist mit dem Bewußtsein davongegangen, daß er maßlos bestohlen worden sein müsse. Davon zeugt ein Schreiben, das der Arbeitsgemeinschaft der Schauspieler zuging und dessen Inhalt vom Vertreter der Schauspieler, Herrn Dr. Schlesinger, dem Gerichte zur Kenntnis gebracht wurde. Frau Hamm fam in der Freitagverhandlung in nicht geringe Schwierigkeiten, als der Vorsitzende die Frage des Lebenswandels, bzw. der Lebenshaltung der Angeklagten anschnitt. Frau Hamm, deren noble Allüren jeder in Teplitz- Schönau kannte, wurde auf einmal zur einfachen Frau, die erhebliche Ersparnisse von ihrem Gehalt machte. Sie sei nur einmal im Jahre nach Grado gefahren und die Kosten wurden ihr zum Teil von ihrem Verehrer erjeszt. Trotz allem aber langte ihr„ Einkommen" zu, sich als Bankier zu betätigen. Den Wider spruch in der Tatsache, daß eine Angestellte mit höchstens 20.000 Kč Jahreseinfommen, Gelder in beträchtlicher Höhe ausleihen konnte, vermochte Frau Hamm auch am Freitag nicht zu erklären. Es kamen bei der Erörterung dieser Fragen allerlei 3nterna zur Sprache, die, weil von geringem Allgemeininteresse, nicht erwähnt werden sollen. Wie verträgt es sich aber mit dem Nimbus der sogenannten sparsamen Lebensweise, wenn die Angeklagte auf Vorhalt des Rechtsanwaltes Dr. Schlesinger zugeben mußte, Daß sie einer Schauspielerin eine kostspielige Badereise finanzierte, ohne das Geld zurückzuerhalten, daß sie nicht bloß nach Grado, sondern nach Steier mart, nach Wien, nach Karlsbad, nach Dresden und eft nach Prag fuhr? Daß sie dort das Leben in bollen Zügen genoß, Bekannten und Freunden die Zechen bezahlte? war. Man kann ruhig sagen: Wäre die Arbeitsgemeinschaft im Winter 1934 nicht nahe am Verhungern gewesen, hätte kein Mensch daran gedacht, so zu kontrollieren, wie es endlich geschah und zur EntLarvung führte und Frau Hamm säße noch heute am Stassenschalter im Teplitz- Schönauer Theater und Direttoren und Stadtvertretungen zerbrächen sich die töpfe, wie dem chronischen Defizit beizukommen sei. Streikende Mauthner- Arbeiter wenden sich an die Oeffentlichkeit Ueber die Ursache des Streikausbruches bei Anwesenheit der Vertreter der Bezirksbehörde, des der Firma Mauthner A.-G. in Grünwald wurden Gewerbeinspektorates geführt wurden, haben die in den letzten Tagen irrige und unrichtige Nach- Vertreter der Arbeiterschaft erklärt, daß sie nur richten in einem Teile der Presse verbreitet. Zur die Beibehaltung des bisherigen Zustandes verSteuer der Wahrheit wurde über die Ursachen, die langen. Diese Forderung der Arbeiterschaft wurde zum Ausstand der Arbeiter führten und über den strikte abgelehnt. Die Vertreter der Firma haben weiteren Verlauf dieses Kampfes der 1100 Textil- flar ausgesprochen, daß sie dieses neue, für die arbeiter der folgende Bericht der Streifleitung Arbeiterschaft unmögliche und unerträgliche Arund der am Streik beteiligten Organisationen her beitssystem, durchführen werden. ausgegeben: An die Oeffentlichkeit! Schon die zweite Woche steht die Tertilarbeiterschaft des Betriebes Tertilwerke Mauthner A.-G. in Grünwald im Abwehrkampfe. Warum ist es zu diesem Kampfe gekommen? Aus diesem Grunde hat die Arbeiterschaft einmütig und einheitlich, ohne Unterschied der Nation und Organisationszugehörigkeit nach durchgeführter geheimer Abstimmung am 11. ds. M. den Abwehrkampf aufgenommen. Wir wiederholen, unser Kampf ist ein Ab= wehrkampf, wir haben keine neuen Forderungen an die Firma gestellt, sondern verlangen lediglich die Beibehaltung des bisherigen Arbeitssystems und der bisherigen Löhne, die ohnedies mehr als dürftig sind. Diese gewiß gerechte Forderung der Arbeiterschaft des Betriebes Mauthner A.-G. in Grünwald wird durchgekämpft werden. Es ist ungeheuer bedauerlich, daß die Arbeiterschaft in einen solchen Kampf gedrängt wurde. Sie wendet sich deshalb an die gesamte Ter tilarbeiterschaft und fordert diese auf: niemand nehme in den Textilwerken Mauthner A.-G. in Grünwald Arbeit an! Die Firma Mauthner A.-G. in Grünwald besitzt eine Seidenweberei, welche voll beschäftigt ist und zum Teil in 3 Schichten mit ungefähr 1100 Arbeitern arbeitet. In den letzten Jahren ist von der Arbeiterschaft eine immer mehr gesteigerte Arbeitsleistung gefordert worden. Man ging vom Zwei- auf das Dreistuhlsystem über etc., dagegen wurden die Löhne nicht nur nicht entsprechend der geforderten Mehrleistung erhöht, sondern wiederholt herabgesetzt. Obwohl die Arbeiterschaft oft durch das Vorgehen der Firma erbittert war, hat sie bisher allen Anforderungen der Betriebsleitung Rechnung getragen. Diese friedliche Haltung der Weiter wendet sich die streikende Arbeiter Arbeiterschaft scheint bei der Firma die Auffaf- schaft in Grünwald an die gesamte Textilarbeiter fung erweckt zu haben, daß sie mit ihrer Beleg- schaft mit dem Ersuchen, ihr nicht nur moralische schaft machen kann was sie will. Sie versuchte in Unterstüßung, für die sie selbstverständlich eben der letzten Zeit in ihrem ganzen Betriebe ein neues falls dankbar ist, zu gewähren, sondern ihren Arbeitssystem, Punktsystem, einzuführen, durch Stampf auch durch materielle Unterstützung zu welches sie von der Arbeiterschaft ungeheuerliche fördern. neue Leistungssteigerung forderte, gleichzeitig aber die Verdienste herabsetzte. In den Abteilungen, wo diese neue Art des Arbeitssystems bereits eingeführt worden war, wurden 30- bis 40prozen tige Erhöhung der Arbeitsleistungen gefordert, gleichzeitig aber die Löhne so reguliert, daß die beWir sind überzeugt, daß die gesamte Textiltreffenden Arbeiter um zirka 20 Prozent weniger arbeiterschaft, ja die gesamte Arbeiterschaft überverdienen würden, als es bisher der Fall war. haupt, hinter uns steht. Das soll unseren KampDiese ungeheuerliche Verschlechterung der Arbeits- feswillen in diesem gerechten Kampfe stärken. Wir bedingungen hat die Arbeiterschaft nicht mehr erhaben uns gelobt, diesen schweren Kampf auch für tragen. Der Betriebsausschuß der Firma hat in die andere Arbeiterschaft bis zum Siege durchzuden letzten Wochen einige Male im Auftrage der Arbeiterschaft bei der Firma vorgesprochen und Also Frau Hamm war, wie der umfangreiche ersucht, das neue Arbeitssystem wieder zu beseiBriefwechsel beweist, sehr vielseitig und wenn auch tigen und das bisherige Arbeits- und Lohnsystem Briefwechsel beweist, sehr vielseitig und wenn auch weiter zu belassen. Auch bei Verhandlungen, welche bas Privatleben eines Menschen andere Leute nichts am 10. Juni ds. J. im Gablonzer Rathaus bei angeht, hat diese Rücksicht in einem Falle auszu scheiden, wo das Geld, das für Privatzwecke ausgegeben wurde, dem Theater, den Schauspielern, den Silfsarbeitern fehlte, die alle hungerten, während in der Theaterkassa die wichtigste Vertrauensperson mit den Tausendern zu ihrem Gunsten manipulierte. Dr. Schlesinger legte dem Gerichte ein Bündel Briefe und Karten vor, die Frau Hamm hatte liegen lassen, Liebesbriefe, in denen von der lieben Geldquelle die Rede ist. ,, Liebe... schick mit Geld." ,, Du bist meine letzte Hoffnung!" So lauteten die Redewendungen. Die Chancen für Frau Hamm wurden in der 1100 Textilarbeiter stehen im Kampfe, im Kampfe gegen ein von ihnen gefordertes unerträgliches Arbeitstempo, im Kampfe gegen Versuche weiterer Verschlechterungen unserer Lohn- und Arbeitsbedingungen! halten. Für die streikenden Arbeiter des Betriebes Textilwerke Mauthner A.-G., Grünwald: Die Streilleitung und die am Kampfe beteiligten Gewerkschaften. bevor er Nachfolger Bismarcks geworden, Reisen der in Spülklosetts" gewesen. Aehnliche RespektJagesneuigkeiten losigkeiten gegen den aristokratischen Mitinhaber der anrüchigen Firma lagen ihr völlig fern. Sie war zufrieden, daß die Dinge wieder in Ordnung famen. Arbeiter und Angestellte hatten nichts Freitagvormittagsverhandlung durchaus nicht besser. Zwei Kanzler, eine Firma! mehr zu sagen, und die Chefs regierten. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen Sonntag: Hermann Müller und Papen In der Zentrumsfraktion des preußischen Landtags galt Papen als ein etwas einfältiger Kavalier. Man wunderte sich, daß der Generalstab während des Krieges für die Botschaft in Washington keinen besseren Militärattaché hatte als diesen Bruder Leichtfuß, der die Sprengung von Munitionstransporten so dreist betrieb, daß Lansing ihn kurzerhand hinauswarf, und der dann Nr. 144 er war der Freund Schleichers und Csfar von Hindenburgs, und darum auch bei Meißner hoch im Kurs. Er hatte auch noch andere Freunde, die ihm ihren Geist liehen. Woran sollte es fehlen? Daß ein solcher Mann deutscher Reichstanzler werden konnte, war ein Zeichen einer auf die Spize getriebenen Günſtlingswirtschaft. Es war aber auch ein Beweis dafür, daß die alte Herrentaste die Fähigkeit, zu regieren, nicht mehr besaß. Heinrich Lersch gestorben.( Id) In Remagen im Rheinland ist am Donnerstag der Dichter Heinrich Lers ch im 47. Lebensjahre an einer Lungenentzündung gestorben. Lersch war Kupferschmied von Beruf und trat während des Krieges als einer der drei Arbeiterdichter hervor, deren Gedichte gleichzeitig in Eugen Diederichs Verlag erschienen: neben ihm Karl Bröger und Mar Barthel. Das Schicksal der drei ist eine Miscelle aus der deutschen Geschichte dieser Zeit: der Arbeiterdichter Karl Bröger, dessen Gedicht vom ärmsten Sohne Deutschlands, der„ auch sein treuester" war, der Reichskanzler BethmannHollweg im deutschen Reichstag rühmend zitierte. ist in der Schußhaft" trant geschlagen worden; Max Barthel, einst Gast der Sowjetunion, hat sich als einer der ersten Ueberläufer schmachvoll gleichgeschaltet; Heinrich Lersch hatte die ruhm lose Wandlung vom christlich- katholischen Arbeiterdichter zum Barden des Dritten Reiches vollzogen. So ist sein Tod kein Abschied von früheren Freunden diesen Abschied hatte Lersch schon selbst voriveggenommen. Adolfbaude ganz niedergebrannt. Freitag um 7 Uhr früh war der Brand der Adolfbaude noch nicht gelöscht. Die Baude selbst war nicht zu retten. Nur der neue Anbau bei der Baude konnte gerettet werden. Die Gäste verließen die Baude in Ruhe, ein Unfall ereignete sich nicht. Soweit in Abwesenheit der Eigentümer der Schade abgeschätzt werden kann, beträgt er ungefähr 1,5 Millionen Kč und ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Zu der Ermordung der 22jährigen Anna Thurn in Hermannschlag bei Kaplitz wird ge= meldet, daß der Mordtat ein unbekannter Artist verdächtigt wurde, der unter einem falschen Namen auftrat und dem es gelang, zu flüchten. Die tschechoslowakischen und österreichischen Gendarmeriestationen fahndeten Tag und Nacht hindurch, um die Flucht des Mörders zu bereiteln. Wie Freitag früh aus Gmünd gemeldet wird, wurde der Mörder, ein gewisser Berger, österreichi scher Staatsbürger, nach Mitternacht in Wultschau verhaftet. Bei der Perlustrierung gestand er, die Tat verübt zu haben. 100 Schmuggler ertrunken. Freitag früh scheiterte unweit von Seoul( Korea) ein Motorboot, das mit 125 Koreanern besetzt war, welche auf Schleichwegen nach Japan gelangen wollten, wobei mehr als 100 von ihnen ertranten. Das Boot betterte infolge hohen Seeganges. Nur einige Personen wurden von koreanischen Fischern ge= zettet. Sintflut. Ueber Tebessa und Umgebung ( Algerien) ging gestern ein ungewöhnlich schweres Gewitter, begleitet von fintflutartigem Regen, nieder. In wenigen Minuten stand das ganze Eingeborenenviertel unter Wasser. Zwei Eingeborenenbaracken wurden vollkommen überflutet und ihre Einwohner, drei Frauen und drei Kinder, famen ums Leben. Zwei andere Eingeborene, die in einer Hüte schliefen, wurden von den Wassermassen fortgeschwemmt. Man flüstert: Göring hat einen Zusammenbruch erlitten. Die Olympia- Glocke, die er sich umgehängt hatte, war doch zu schier gewesen.. Göring läßt sich die Haare lang wachsen. Er will auch einmal BoM- Uniform tragen! Weekend schön und warm. Ueber plus 30 Grad ist die Temperatur am Freitag nachmittags nur noch im Rheingebiet und in Ostfrankreich angestiegen. In den übrigen Teilen des Binnenlandes hat es sich ein wenig abgekühlt, namentlich in Polen, two bloß 16 bis 19 Grad berzeichnet wurden. Von dort her hat sich etwas startere Bewölkung auch über unsere Gegend ausgebreitet. Sonst ist jedoch die allgemeine Wetterlage unter dem vorwiegenden Einfluß eines Hochdruckgebietes über Norwegen noch günstig und die Temperatur liegt noch immer über dem Normalwert für diese Jahreszeit. Zu einer durchgreifenden Verschlechterung dürfte es wohl voraussichtlich jetzt noch nicht kommen abgesehen von einer mäßigen Zunahme der Neigung zu Lokalbon einer mäßigen Zunahme der Neigung zu Lokalgewittern, namentlich im Ostteil der Republik. wahrscheinliches Wetter von heute: Im allgemeinen schön und warm, Nordwind. Vereinzelt Schauer von Gewittercharakter; besonders im Osten des Staates. Sonst trocken.- Wetter= aussichten für Sonntag: Allgemeiner Witterungscharakter ohne erhebliche Aenderung. Ziehung der Klassenlotterie Inverbindlich. Prag. Bei der Freitag= Ziehung der 43.654. 38.503. 464, 56.776, 73.212. 32.509, 33.619, 43.812, 47.420, Auf das Kuriosum, daß zwei deutsche Reichskanzler, und zwar der allerverschiedensten Art, von ein und derselben Firma herkamen, macht Friedrich Stampfer aufmerksam in Brag, Sender 2: 7: Konzert aus Luhačovice, seinem soeben erschienenen, 640 Seiten starken 14.10: Deutsche Sendung: Deutsche RundfunkBuch„ Die vierzehn Jahre der Ersten Deutlebungsstunde der Arbeiterturner und des Sportschen Republik"( Verlagsanstalt Graphia, so leichtfertia war, daß er sich auf der Heimreise I. Klasse der 35. tschechoslowakischen Klassenlotterie verbandes der Tschechoslowakischen Republik in Aufsig Karlsbad). Zugleich gibt er von dem ihm per- von Engländern mit seinem ganzen Belastungs- wurden nachstehende Gewinste gezogen: zum ganzstaatlichen Turnerfest am 4., 5. und 6. Juli in Komotan, 16.45: Konzert, 17.15: Deutsche sönlich bekannten jezigen deutschen Gesandten material erwischen ließ. Nun hatte er ein großes Sendung: Radiowochenübersicht, 17.45: Fröhlicher in Wien, Herrn v. Papen, die folgende nicht Aftienpaket der führenden Berliner Zeitung des Zentrums, der„ Germania", erworben und vers Sängerfrieg, ausgeführt von splendid Artist Piep- gerade schmeichelhafte Charakteriſtik: suchte, was ihm mit seinem Geist nicht gelang, mäßen, 18.20: Deutsche Presse, 19.30: Uebertragung aus dem Nationaltheater: Rusalfa von Dvořák, Ein Wiz der Weltgeschichte hat es gefügt. politischen Einfluß und Macht zu geivinnen. Dem 22.45: Buntes Konzert. Sender S: 14.30: Deutsche daß aus der Firma Villeroy und Boch, Fabriken Zentrum gehörte er an, weil sich das für einen Sendung: Arbeiterfunt: Dr. Mag Adler: Die Frage für Hartsteingut in Mettlach an der Saar, mit katholischen Edelmann so gehörte, und ungezählte des Doppelverdienertums, 14.45: Sonka liest aus Filialen im ganzen Reich, zwei deutsche Reichs- Male hatte er im Landtag für Braun und Sebe feinen Werken: ,, Meine slowakische Fibel", 15.30: fangler hervorgingen: Hermann Müller, der ring gestimmt, bis er schließlich unter dem EinModerne tschechische Poesie. Brünn 8.30: Englische Mujit, 10.30: Slowakische Lieder, 12.25: Un- fich dort als junger, schlecht bezahlter Angestellter fluß der steigenden Welle der Reaktion seinen Beterhaltungsmusik, 17.15: Deutsche Sendung: Dr. Sein Brot verdiente, und Franz von Papen, der ruf zum Führer erkannte und seine eigenen Wege Feita: Humanismus und Heroismus, Rundfunk elegante lanenoffizier, der durch Einheirat Mit- ging. Warum auch nicht? Er war Anfang der spiel: Fröhliche Wallfahrt. Breßburg 17: Unter chef geworden war. Von Hermann Müller hatte Fünfzig hatte Geld und beste Beziehungen, die bis haltungsmusit. die nationalistische Propaganda behauptet, er jei, in die französische Schwerindustrie hineinreichten, 120.000 Kč 50.000 Kč 20.000 Kč 10.000 Kč 72.2232. 28.081, 30.437, 36.260, 51.293, 65.422, 68.035, 70.294, 87.548, 96.437, 109.195. 5.000 Kč 2.000 Kč 1.594, 13.958, 22.845, 24.230, 358, 6.209, 8.117, 8.141, 8.735, 10.127, 12.290, 13.757, 14.045, 18.035, 19.997, 26.750, 31.993, 36.992, 37.860, 38.160, 41.400, 42.584, 43.555, 45.421, 53.873, 53.882, 53.918, 65.337, 68.013, 78.692, 80.598, 80.765, 86.166, 93.968 usw. usw. «r. 1'< Samstag, 20. Juni 1936 Seite 5 Der Abbö Sieyds Zu seinem hundertsten Todestag Von Hermann Wende l. In der Sitzung Les Jakobinerklubs vom 20. Juni 1791 donnerte Da n t o n heftig gegen den Priester. Sieyes, der den Kirchenzehnt verteidigt, den Priester Siehes, der sich gegen die Erklärung des Kirchenbesitzes zum National-- eigentum ausgesprochen, den Priester Siehes, der ein Gesetz zur Einschränkung der Preßfreiheit ausgearbeitet hat", und nicht viel später hieß Robespierre den gleichen Politiker den „Maulwurf der Revolution", der unermüdlich im Erdreich unter dem Parlament wühle. Aber von der Morgenröte der großen Bewegung des Bürgertums war niemand magischer bestrahlt als der Abbe Siehes; um ihn zu sehen, reckten die Tribünenbesucher die Hälse, und Mirabeau, um den sich in dem ersten Aschnitt der Umwälzung alles zu drehen schien, bewunderte ihn als seinen„Meister", nannte ihn„den Mann, der der Welt die wahren Grundsätze der Repräsentativregierung offenbart hat".» Selbst in den Jahren,, da der Lorbeer um die Schläfe des erst so stürmisch Gefeierten ziemlich entblättert war, reichte sein Ansehn aus, damit it stets, meist sogar von mehr als einem Wahlkreis, in die jeweilige parlamentarische Versammlung entsandt wurde. Dieses ganze große Kapital an Volkstümlichkeit verdankte Emanuel-Joseph Siehes dem Jännertag des Jahres 1789, da der Einundvierzigjährige, der sich mit dem erzwungenen Priesterberuf, mehr schlecht als recht abgefunden hatte, mit seiner Broschüre„W a s i st der Dritte Stand?" vor die Oeffentlichkeit trat. In jener gärenden Zeit, da sich das Bürgertum zum großen Machtkampf gegen die bevorrechteten Stände sammelte, wimmelte es von politischen Flugschriften aller Art; keine schlug auch nur entfernt so ein, wie diese 127 Seiten, die mit der zündenden Formulierung begannen: „Was ist der Dritte Stand?" Alles! Was war er bisher in der politischen Ordnung? Nichts! Was verlangt er zu sein? Etwas!„Da das Merkchen alle schaffenden Elemente der Nation, Bauern, Handel- und Gewerbetreibende, Handwerker, Arbeiter, samt den freien Berufen in die große Einheitsfront Les Dritten Standes zusam- menfaßte und ihm, die privilegierten Stände, Adel und Geistlichkeit, als einen Haufen von Schmarotzern und Ausbeutern entgegenstellte, sprach es klar und deutlich aus, was diese überwältigende Mehrheit des Volkes dumpf und unklar empfand, j Die Dinge vom Standpunkt des Bürgers wer-' tend, ging die Schrift geflissentlich über die Privilegien hinweg, die dem Eigentum entfloßen; das waren„natürliche" Ungleichheiten wie die des Alters, des Geschlechts, der Körpergröße, aber indem dargetan wurde, daß knapp 200.000 Privilegierte, die sich auf Kosten der Nation mästeten, 25 bis 26 Millionen Franzosen beherrschten und unterdrückten, ging von dem beredten Appell an die Vertreter des Dritten Standes, sich als Nationalversammlung zu konstituieren,> eine unwiderstehlich revolutionäre. Wirkung aus. Mit seinen scharfsinnigen Voraussetzungen und kühnen Folgerungen bedeutete„Was ist der Dritte Stand" 1 als liberales Manifest Wv./die Bewegung der Bourgeoisie da» gleiche wie zwei Menschenalter später das' „K o m m'u^n i sti^ch e Manifest" für die Bewegung^ des Proletariats, nur daß die Bürger für die Gedanken des Abbe Siehes sofort offenere Ohren hatten, als die Arbeiter für die Ideen von Marx und Engels. Wenn es Jahrzehnte dauerte, bis deren Lehre wirklich Masten ergriff, jo wurden von„AaS ist der Dritte Stand?", binnen zwei Monaten 30.000 Stück abgesetzt, jeder las, jeder kannte, jeder erörterte die Schrift, und ihr Verfasser, in die Konstitu- ante gelvählt, erschien als Gefäß der Hoffnungen der Nation. Noch einmal sprach er, fünf Wochen vor dem'Bastillensturm, ein historisches Wort aus, als.> er die angesichtes der Haltung der Krone ängstlichen und entschlußlosen Abgeordneten mit der Losung:.^kappen wir das Tau!" fortriß, aber als das Schiff auf hohem Meere schwamm; enttäuscht« er mit jedem Tage mehr. Es fehlte i^n an der nötigen Begeisterung für dieRevolution, zum mindesten an der Gabe, sie auszudrücken. Ein matter, trockener, kathederhaft langweiliger Redner ohne Schwung und Feuer,.. ließ er auf der Tribüne selbst seine Freunde kalt, aber solcher Freunde zählte er wegen seiner hochmütigen, mißtrauischen, verschlossenen, essigsauren Wesens nur wenige. Was er als Mitglied des BerfassungS- ausschustes vorschlug, wurde achtungsvall angehört, weil eS von dem Bcrfässer des„Katechismus der werdenden Revolution" stammte, aber regelmäßig verworfen, weil.'es der überzeugenden Einfachheit ermangelte, und nur ein Werk, zu dem er Anregung und Entwurf geliefert hatte, überdauerte ihn bis auf diesen Tag: die Einteilung Frankreichs in Departements, Kantone und Gemeinden. Für das radikale Kleinbürgertum, wie es sich im Klub der Cordeliers zusammenfand, gebrach es dem bis in die Fingerspitzen philosophisch Gebildeten an jedem Verständnis; er entsetzte sich darüber, daß hier„schmutzige Formen, gemeine Gewohnheiten, verdorbene Sprache, und aus den unreinsten Tollhauskloaken aufgestiegene rohe Gelüste als Zeichen eines glühenden Patriotismus und als einziger Beweis aufrichtiger Liebe zur Gleichheit betrachtet würden". Auf den drehen • schäumt auch in kaltem Wasser frisch gewaschen! Wie angenehm, ein Was A- mittel für die Reise zu haben, das man überall und jederzeit verwenden kann. LUX löst sich restlos audi in kaltem Wasser, es schäumt sofort und wäscht im Nu alles wieder sauber. LUX sollte nie im Koffer fehlen I Leichtathletik- Wettkampf ATUS-DTJ 5. Kreis Zlikov m Prag Sonntag, den 21. Juni, 9 Uhr vorm.» Sportplatz: DTJ Ziikov (bei der Straschnitzer Sendestation) Genossen und Genossinnen, besuchet recht zahlreich diese Veranstaltung! ♦ Morgen, Sonntag, treffen sich die Leichtathleten des 3. Atus-Kreises in dem Rückkampf mit der DTJ Zizkov auf deren Platze. Die vorjährige Begegnung in Aussig endete mit 69.5:63.5 Punkten zugunsten der Atus-Sportler. Wie man uns mitteilt, werden dem diesmaligen Atus-Team drei gute Könner fehlen, welche sich beim Training Verletzungen zuzogen. Die Aufstellung der übrigen Sportler gibt aber die Gewähr, daß ihre Vertreter ihr. Bestes geben werden, um dieses Minus auszugleichen. Die Ätus-Sportler, zirka 18, treffen heute SamStag um 18.23 Uhr auf dem Prager Masaryk-Bahnhöfe ein. Bänken des Nationalkonvents saß er denn ohne innere Ueberzeugung, und wenn er anfangs noch die Girondisten gegen die Männer vom Berge zu beraten suchte, so betrieb er nach her Zerschmetterung der„Fraktion Roland" durch Robespierre die einzige Kunst, sich totzustellen; er war da und dennoch fast unsichtbar. Später gefragt, was er. in der Schrcckeuszeit getan habe, pflegte ex, voll Stolz auf diese unleugbare Leistung, zu erwidern:„J'ai pLcul Ich war am Leben!" In der Tat zeigte sich, als nach dem 9. Thermidor die rückläufige Bewegung begann, daß von ästen Bordergrundgestälten aus den Anfängen der Revolution Sieyäs der einzige war, den der gewaltsame Tod auf der Guillotine oder sonstwo verschont hatte. Ganz von selber kam er derart wieder zu Aemtern und Ehren, wurde erst als Ge-, sandter der Republik, nach Berlin geschickt und" ein Jahr.später, im Mai 1799, in das-fünfköpfige Direktorium gewählt, das Frankreich regierte. Noch immer gründeten große Hoffnungen des Volkes auf dem Manne,.der einst der Revolution'das.Stichwort zugerufen hatte, aber 'er selber hatte den Glauben an.die parlamentarische und demokratische Republik eingebützt; ersann-auf Diktatur.„Wir brauchen", meinte er. nachdenklich,„zweierlei: einen Kopf und einen Säbel". Der Kopf— das war natürlich er; der Säbel— den galt es zu finden. Als Bonaparte jählings aus Aegypten zurückkehrte, glaubte Sieyes den Degen gefunden zu haben, aber leider hatte der Säbel selber einen Kopf, so daß es., dem General gelang, den Direktor nach Strich und Faden einzuwickeln. Als'darum Sieyes den Staatsstreich des Achtzehnten Bru- maire begünstigte, ahne er nicht, daß er dem schrankenlosen Despotismus dessen, den er als i Werkzeug genommen hatte, den Steigbügel hielt. Eine kurze Weile durfte er sich neben den eigentlichen Sieger des Tages als provisorischer Konsul sonnen; dann wurde er, mit einer Dotation und der Würde-eines Senatspräsidenten, unbarmherzig auf sein Altenteil abgeschoben. Insgeheim schimpfte er auf den. Usurpator, aber er lehnte nicht einmal den Grafentitel des Kaiserreichs ab.„Was ist der Dritte Stand?" Nichts, weniger als nichts, wenn er ein Wappen von Napoleons Gnaden an seinen Kutschenschlag malt! Nach Rückkehr der Bourbonen mußte Sieyäs, der 1793 für den Tod Ludwigs XVI. gestimmt hatte, auf seine alten Tage noch fiir fünfzehn lange Jahre ins Brüsseler Exil, ober als er am 20.: Juni 1836 in Paris starb, war er schon viele Jahrzehnte politisch tot. ‘ Nur hätte sein Leben längst den Rahmen des' Individuellen gesprengt. In den Etappen dieses Erdenganges, in der kühnen Formel von 1789' und dem revolutionären Vorstoß,- dann in der Angst vor den nachrückenden Massen und dem Zögern und Zurückhufen, schließlich in der glatten Abdankung vor der Diktatur spiegelt sich das.Schicksaleiner ganzenKlasse, eben des Bürgertums, dessen umjubelter Herold der Abbe Siehes einige Jahre war. sehe ich ihn durchs Glas; er schaut zu mir her, legt sich wieder ins Heu und schläft weiter.- Wie fern ist die Sonne! Wir leben durch sie— aber erfassen; wir ihr Sein jenseits unserer Formeln? Und da ist ein Mensch, arm und obdachlos— mit mir auf der gleichen.Erde-4- wie fern ist mir das Sein seines Lebens; wie fern bin ich ihm! Und wenn ich hinginge 7—, ich siime ihm nicht näher. Und er— nach der Sonnenfinsternis Hat er nicht geschaut. Nichts will er, als schlafen dürfen was. kann finsterer sein als sein Lehen? Langsam gleitet der schwarze Mond über die-Sonne, dreht sich allmählich nach dem linken unteren Rand. Die Sichel verbreitert sich wieder. Das Licht in der Landschaft nimmt zu. Gegen Osten liegen Felder und Hügel in zartem Silberdunst. Ein Zug fährt fern mit weißgerändertem Rauchgelock. Eben als ich mich wieder umwende,, hebt sich der Mann aus dem Heu. Er schüttelt seinen graubraunen Röck aus, zieht die graue Sportmütze fest übers Häar. Und. noch eine Gestalt erscheint, steht gebückt und richtet sich auf— eine Frau. Sie ist nicht mehr jung, auch der Mann nicht; ich sehe durchs Glas. Die Frau schlägt ein schwarzes Tuch um die Schultern; eine Mütze hat sie nicht. Dann gehen sie hintereinander durch die Felder stadtwärts. Sie gehen im Sonnenlicht, aber mit fröstelnd eingezogenen Schultern — an welchen Straßenecken werden sie bettelnd stehen? Ich sehe dann das Lager— eine zerdrückte Mulde im'Heu und, beiseite geschoben,'mtzffjgks, vom Regen verdorbenes Aleeheu, das als Decke gedient hat... Langsam gibt der Mond die Sonne frei. Eine kleine Einbeulung ist noch sichtbar. Dann verschwindet auch diese. Makellos schwebt der Sonnenball im blendenden Glanz. 6.02 Uhr. Die Sonnenfinsternis ist vorüber. Fabriksirenen heulen. Auf asten Feldwegen kommen vereinzelt, zu zweien, zu dreien.' Männer, Frauen, Mädchen, mit Taschen und Brdt- bündcln auf dem Wege zür Arbeit. Der Alltag beginnt. , Edgar Hahnrwyld. Ausland Deutschland und Italien. Die französische Presse verfolgt.mit Jfltereffe die Entwicklung des deutsch-italienischen Flirtes.»Figar0" will sich damit trösten, daß es sich hier mehr um ein Spiel als.um eine, wirkliche Annäherung handle. Rom und Berlin können einander nicht trauen. Man habe in Rom insbesondere nicht vergessen, wie der Freund Italiens, D 0 l l f u ß, auf Geheiß von Hitler ermordet wurde. Dagegen meint P er- tinax im»Echo de Paris", daß die Ansicht der Optimisten, Rom werde mit Berlin nie einig werden, und zwar gerade wegen des ö st erreich i s ch e n. Z a n k a p f e l s, fälsch' sesi^ Bis jetzt habe die französische Diplomatie diese optimistische Ansicht vertreten, in der allerletzten Zeit sei hier eine Meinungsverschiedenheit entstanden. Die Spannung zwischen Italien und der Kleinen Entente einer- und der Konflikt zwischen London und Rom andererseits vermögen die deutschen Positionen gegenüber Rom zu. stärken. Nach Astsicht des»Journal," sei der italienisch-deutsche Flirt eine sehr zweideutige Angelegenheit. Das Sprichwort laute bekanntlich, daß z u e i n e r E h e zweigehör e n. Nun behaupte Mussolini, daß er bloß zu winken brauche und Deutschland fliege in seine Arme^ Hierüber seien jedoch Zweifel gestattet. Vielleicht brenne Berlin gar nicht danach, sich Mussolini an den Hals zu werfen, sondern man mache dort einem ganz anderen Anbeter Aeuglein, nämlich dem„perfiden Albion". Das wäre der Richtige! Was für eine glänzende Partie! Wilhelm II. habe seinerzeit den allergrößten Fehler begangen, als er die Beziehungen zu London vernachlässigte. Sollte Hitler nicht entsprechende Lehren ziehen? Himmlische Begebenheit Die Sonnenfinsternis vom 19. Juni '' 3 Uhr morgens. Aus- fahlem Schein treten die Dinge ins Dasein. Die Vögel sind schon wach. Es Ist nicht mehr die jubilierende Mäicnfinfönie. Amseln flöten über den Dächern. In den Gärten lärmen die endlosen Sprechchöre der Spatzen, Und dann schieße^ Schwalben mit scharfem„Zrii- zrir" durch die Frühes Der Himmel ist blank im Zenit, rauchig grau>und trübrötlich am Horizont. Nun krähen auch schon' die Hähne, Tauben gurren in einer Bretterbaracke. 3.82 Uhr ist Sonnenaufgang. Es gibt keinen Irrtum im.. himmlischen. Kursbuch. Dunstschichten. verhüllen /jedoch das Geschehnis. Der Osthimmel glüht wie im Widerschein einer Feuersbrunst. Und mit«inmmale ist die Sonne da, ein feuriger Ball, streifig, durchschnitten. Frei,! leicht gewellt breitet sich die Landschaft am Rande der Stadt. Weicher, grün silberner Dunst liegt über den Gerstenfeldern. Lerchen steigen; ein zärter Baldachin von Gesang scwvebt über den Fluren? Rebhühner flattern schnurrend aus dem tauigen Kleeacker auf. Züge raunen und tollen fern. Gleißend steigt die Sonne. Man muß immer wieder für eine Werke westwärts blicken, über di« goldgrün gestrichelten Gerstenfelder hin, weil in der Blendung die Sonne geschwärzt mit wallendem Ring erscheistt und Schwärme schwarzer Sonnen um sie flirren. d.18 Uhr. Am rechten Rande der Sonne entsteht eine Einbuchtung, als hätte ein ungeheurer Daumen den Sonnenüall eingedrückt. Das -ist' der Beginn. Langsam schiebt sich der Mond weiser vor die Sonnenscheibe. Man weiß, daß es der Mond ist, der die Sonne verdunkelt, und man weiß, wie es vor sich geht, aber alle Begriffe werden gering vor dem Wunder, daß der kleine' kalte Mond die strahlende Sonne,- die flammende Spenderin des Lebens auszulöschen vertnag. Und doch wirkt das Geschehen gar nicht als erregende Sensation. Groß und lautlos vollzieht es sich— unendlich fern von uns. Als entfache der Vorgang erst recht ihren Glanz, scheint die Sonne die Verfinsterung zu überstrahlen. Aber gleichmäßig gleitet die schtparze Scheibe weiter. Die Sonne nimmt die Gestalt einer Orangenschnitte an, dann die einer breiten, scharf gespitzten Sichel, die immer schmäler wird und aus der Schräge sich immer mehr mit den Spitzen nach unten neigt. Es ist ein Wunder, ebenso schön, geheimnisvoll und unfaßbar wie der. Anblick der betauten Rose im Garten vor-schlafenden Häusern, wie alle unmittelbare Natur, die zu kennen und zu verstehen wir nur glauben, die uns anblickt mit unergründ- lichem Sphinxgesicht, mitleidlos, ewig, und menschenfern.. 5.08 Uhr— fünfzig Minuten sind vergangen;'die Verdunkelung hat ihren höchsten Grad erreicht. Die Sonne schwebt als schmale Sichel im Glänz. Ein seltsames,, schwer zu bestimmendes Zwielicht überhaucht die Landschaft, wie feiner unsichtbarer Rauch, als blickeMan in eine sonnige Landschaft durch eist leicht graugefärbtes Glas, Während ich dieses Licht betrachte, regt sich in einem Haufen Kleeheu auf dem Acker, zwei« hundert^Schritte von mir entfernt,«in dunkler Fleck. Ein Tier? Nein— ein Gesicht hebt sich— es, ist ein Mensch, ein Obdachloser, der sich sein Nachtlager im Heu gesucht hat. Vorhin bin ich auf« fünf Schritte an diesem Haufen vorübergegangen und habe den Mann nicht bemerkt. Jetzt Verlauf der Sonnenfinsternis, wie sie bei uns zu sehen war. Die weißen Kreisflächen stellen die Sonne, die schwarzen Flächen den Mond dar Seite 6 Lernen Sie die Schönheiten Threr Heimat kennen XUJED Das schlesische Paradies ,, Sozialdemokrat" Freiwaldau- Gräfenberg: man weiß, daß| Josephspart genug Möglichkeiten zu beschaulicher dort Nervenfranke Heilung finden, daß Wasser Rast oder beschwerdelosen Spaziergängen. Wer und Luft, die der einfache Bauer Vinzenz Prieß- feinen Urlaub ohne Wasser mag, fann im neuen nitz als Heilmittel entdeckte, dort Wunder wirken. großen Schwimmbad, einem der schönsten und Aber man braucht nicht nervenkrank zu sein, um modernsten des Landes, baden und sich an der gerne das liebe freundliche Städtchen Freiwaldau aufzusuchen. Der Erholungsbedürftige wird, Gesunde Gelenke sind beweglich und gut geformt. Entzündliche Veränderungen verraten sich durch Schwellungen und Rötungen. Vernachlässigt man solche Gelenksentzündungen, so führt das zur Versteifung. Rechtzeitige Schlammbehandlung in Pistyan rettet die Funktion. Pauschalkuren von Kč 75aufwärts durch die Badedirektion. Suchen Sie HEILUNG IN BAD PISTYAN wenn er es einmal kennen gelernt hat, immer wieder dort Ruhe suchen, und der Wanderfrohe wird es mit Vorliebe zum Ausgangspunkte seiner Aufstiege auf die Goldkoppe, die Nesselkoppe, die Hochschar und den Keppernik und auf den Altvater machen. In weitem Rund umschließen die Züge des Altvatergebirges die Stadt, in sanften HänWald- Sanatorium Dr. Schweinburg Zuckmantel, Schlesien Erstklassige, physikalisch- diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- u. Stoffwechsel- Krankheiten Mäßige Pauschalkuren. 3468 Sonne braten lassen, behaglich auf dem Rasen liegend, der das große Bassin umsäumt. In einer waldumschlossenen Stadt muß die Luft rein und frisch sein. Und gar auf dem Gräfenberg und in den Wäldern, in die man auf Sanatorium Martinstal 3wvidau i. B. Leitender Arzt Dr. A. Gaube. Moderne Heilanstalt für alle inneren und Stoffwechselfrankheiten, rheumatische Erkrankungen, Nerven frankheiten, Moorbad. 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Die Naturdenkmäler zählen zu den beliebtesten Reisezielen tausender Touristen. Sommerfrischen- Herrlich angelegte Bäder Hotels: Eisenhammer, Wekelsdorf. Prospekte durch die Felsenverwaltungen. Wie erquickend ein Morgengang auf dem Koppenweg! Mit jedem Schritte eröffnen jich neue Felsenstadt Adersbach gen steigen die dunklen Waldberge rings um sie Böhmerwald- Sommerfrische Neuern auf. Es gibt faum eine zweite unter den vielen schönen Städten unseres Landes in gleich anmutiger Lage! Idealer, billiger Sommeraufenthalt, ausgedehnte Fichtens wälder, großes, sonniges Freibad, Waldtheater, Tennispläße, schöne, ruhige Wohnungen, qute Hotels, bequeme Wir empfehlen das 1 Restaurant ,, Haas" in Ober- Neuern, Kirchenstraße. 3496 Wer nicht viel steigen will, findet in dem Tagestouren Spizberg, Schwarzer See, Offer, Arber. Reisende sehr empfehlenswert. Modern eingerichtet. Guter billiger Mittagstisch. Für grozen, allmählich in den Wald überleitenden Prospekte durch den Fremdenverkehrsverein. 3509 Prager Zeitung Saubere Fremdenzimmer. Kunst und Wissen 3510 Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag, halb 8: Lumpacivagabundus, Mitt Ferienlager der Falken in Schelesen irud deren skrupellose Autoren den Zwed verfolgen, an G 1. Sonntag, halb 8: Der Rosenkava Hirschberg. Wie alljährlich, so veranstaltet auch persönlichen Feinden durch solche Angebereien ihr Lier, Gastspiel Erich Kleiber, D.1. Montag, heuer die Lokal- Organisation der Kinderfreunde Mütchen zu fühlen. Meiſt mit Erfolg, denn wenn halb 8: Unentschuldigte Stunde, Abonn. in Prag ein Ferienlager de roten Falken in auch derartige Denunziationen gewöhnlich anonym aufgehoben, volkstümliche Vorstellung; 9 Uhr: NachtSchelesen und Hirschberg. Rundschreiben oder In- bebungen einleiten, die dem Verdächtigen manche 8: Lumpacivagabundus, A 2. sind, müssen doch die Untersuchungsbehörde die Er- serenade im Fürstenberg- Garten. Dienstag, halb formationen gibt Genosse Hellmich ,,, Sozialdemo- schwere Stunde bereiten, che seine Unschuld erwiesen woch, halb 8: Hoffmanns Erzählungen, frat", Tel. 53077. Jene Eltern, welche ihre Kin- ist. Solche Denunziationen enden freilich letzten Endes B 1. Donnerstag, halb 8: Boccaccio, C 1.der an dieser Aktion teilnehmen Tassen wollen, stets mit einem Strafverfahren gegen den Angeber Freitag, halb 8: Derfliegende Holländer. werden gebeten, sich heute Samstag, 20. Juni, wegen des Verbrechens der fälschlichen Bezich= 1. Samstag, halb 8: Orpheus in der zwischen 5 und 6 Uhr im Parteiheim, Národní ia una und wir haben zahllose solcher Ver- Unterwelt, volkstümliche Vorstellung, Abonn. tř. 4, einzufinden, wo die restlichen Informatio- leumdungsprozeſſe z. B. um die unaufgeklärten aufgehoben. nen und Formalitäten erledigt werden. Nach- Mordfälle der Prostituierten Vránský und Janota Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag, trägliche Anmeldungen können nicht mehr berück- erlebt. Geſtern fand vor dem Straffenat Iančit 8: Das große ABC.- Sonntag, 8: Menwieder eine Verhandlung dieser Art statt. Diesmal ichen auf der Eisscholle. Montag: Gebezog sich die Denunziation auf die Ermordung schlossen. Dienstag, 8: Das große ABC, Betrunkener Chauffeur fährt in eine Auslage. des unglüdlichen Ing. Form is. dem Bankbeamte 1 und freier Verkauf. Gestern um 3 Uhr früh fuhr der 31jährige Chauffeur Angehörigen der Schwarzen Front", der in á Was Ihr wollt, volkstümliche Vorstellung. Mittwoch, 8: Josef Toman aus Smichow mit seinem Auto hoti einen Kurzwellensender montierte, mit dem Donnerstag, 8: Dr. med. Hiob Prätorius, 26.637 in betrunkenem Zustand durch die Straße er allerlei unangenehme Wahrheiten nach HitlerNa Pantraci in der Richtung zum Vyšehrad, verlor deutschland funkte. Ing. Formis wurde bekanntlich volkstümliche Vorstellung. Freitag, 8: Das die Herrschaft über den Wagen, fuhr auf den Geh- von einem nazistischen Mordkommando im Herbit des und freier Verkauf. große ABC, Theatergemeinde des Kulturverban steig, stieß eine Pumpe um und fuhr weiter in eine 1934 auf bestialische Art ermordet und die Mörder getan, volkstümliche Vorstellung. Samstag, 8: Ich habs Auslage, bei der der Rolladen zertrümmert und die enttamen in ihr Drittes Reich. Scheibe eingeschlagen wurde. Da die Straße menschenleer war, wurde niemand verwundet. Toman wurde nach der polizeiärztlichen Untersuchung wegen Trunfenheit verhaftet, sein Führerschein beschlagsichtigt werden. nahmt. Autobusse Davle- Štěchovice. Jeden Sonntag während des Sommers und außerdem am 29. Juni ( Beter, und Baul) und am 6. Juli( Hus) verkehren vom Bahnhof in Davle nach Štěchovice und zurück Autobusse der Staatsbahnen. Preis einer Fahrt 2 Kč. Anschluß von den Zügen ab Prag- Wilsonbahnhof 8.09, 10.45, 14.22 und ab Prag- Weinberge 6.29, 7.01, 9.56, 12.52. Gerichtssaal Nachklänge zur Ermordung Ides Ing. Formis Vereinsnachrichten Am 8. Feber d. J. ging nun dem Unteriuchungsrichter Dr. Horn ein anonymer Brief zu, der behauptete, daß die Mörder von dem Tischlermeister Karl Karlovský auf die Spur des fie auch nach der Mordstätte Záhoři geführt. Der Ing. Formis geleitet worden seien und dieser habe untersuchungsrichter mußte diese, wenn auch sehr tiger Falkenappell im Parteiheim, Národní tř. 4. Falken, Achtung! Heute Samstag wichfragwürdige Spur aufnehmen, doch ergab die Unter- Erscheinen aller Falken und Helfer Pflicht! ProDenunziation. Nun begannen die Behörden nach dem Salb 7 Uhr Sigung des Helferrates. fuchung in furzer Zeit die völlige Haltlosigkeit der gramm: Falkenlager Schelesen und Hirschberg. Denunzianten zu forschen und der Verdacht lenkte ich auf den Tischler Johann Horák, dessen Handschrift der zu Unrecht Beschuldigte mit Be stimmtheit als die des Anonymus erkannte. Die beiden haben vor einiger Zeit einen Prozeß ausge tragen und es scheint, daß Johann Horák sich auf diese Weise rächen wollte. DIE NA ATUS PRAG Leichtathleten! Heute Sams tag, den 20. Juni, tragen wir unseren zweiten Meisterschaftskampf in Projet aus. Zusammenkunft halb 5 Uhr nachmittags Endstation der 15er und 19er in Vysočany. Sonntag alle zum Meeting Ortsgruppe Prag: Sonntag, den 21. Juni Treffpunkt um halb 7 Uhr am Weinberger Bahnhof. Fahrt nach Strančice, Wanderung Dolní RomNeue Bauschalpreise im Sanatorium Martinstal, Zwickau i. B. Das Sanatorium ist infolge seiner schönen Lage im waldreichen Grenzgebiete Nordböhmens sehr gut besucht. Die Besucherzahl stieg während der drei Wintersaisonen von 299 der Eröffnungssaison 1933/34 auf 366 der Wintersaison 1935/36. Ein Beweis, daß sich das Sanatorium infolge seiner modernen Einrichtungen, guten fachLeistungen immer größerer Beliebtheit erfreut. 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