Sosialdemokra ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TAGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 16. Jahrgang Donnerstag, 2. Juli 1936 Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 153 Blum als Führer zum Frieden Geist und Tradition der Armee Zum Tage von Zborow Genfer Rede des französischen Sozialistenführers Friedenssicherung unter Umständen auch durch Krieg ben ebentag der Schlacht bei Zborow, jener Léon B I u m, der sozialistische Ministerpräsident Frankreichs, hielt am Mittwoch in Genf eine große Rede, in der er sich als Staatsmann von europäischem Format offenbarte. Die Rede zeigt den Weg zur Organisier rung des Friedens: nicht Schwäche und Resignation, sondern mutiges An faffen aller Probleme und positive Abwehr der Gefahr, sei es auch um den Preis eines Krieges. Der Geist, von dem Blums Rede erfüllt war, kann Europa den Frieden retten und den Völkerbund auf neue, feste Grundla gen stellen. ohne Umschweife sprechen. In Besprechung der internationalen Situation lehnte er die VorEinleitend sagte Blum er werde offen und Die Alternative des Krieges Alle pazifistischen Staaten, fuhr Léon würfe ab, daß der Einfluß Frankreichs in der in- Blum fort, müssen sich zu diesem Zwede fest zuternationalen Politik in der letzten Zeit schwächer sammenschließen. Die auf der Koalition höhegeworden sei. Im Gegenteil. Frankreich und rer Kräfte gegen den Angreifer begründete kolseine Regierung seien entschlossen, wirksam mit lektive Sicherheit muß eine gefahrløsere- und zuarbeiten und die internationale Arbeit zu unterſtüßen, namentlich den Völkerbund und dessen Unternehmungen. Léon Blum stellt sich gegen die Hegemonie der Staaten außerhalb des Völkerbundes. Dann führte Redner die verschiedenen Gerüchte auf das richtige Maß zurück, denen zufolge Frankreich in letzter Zeit durch Arbeiterstreifs und innere Unruhen geschwäch t worden sein soll. Die Debatte darüber, sagte Léon Blum, falle nicht in den Rahmen des Völkerbun des. Redner erklärte, daß die große soziale Bes tvegung in Frankreich in absoluter Ruhe vor sich gehe und dem tatsächlichen Willen des franzö fischen Voltes entspreche. den Frankreich will den Frieden Das französische Volt wolle auch den Frieden Frieden bei Gleichberechtigung und internationaler Moral Aller. Der Friede, wie ihn das französische Volk wünsche, sei nicht nur ein französischer Fricden, es sei dies ein unte il barer, ein europäischer und Weltfrieden. Der Umstand, daß Frankreich zum Beispiel am 7. März ds. J., als Deutschland den Locarnovertrag auffündigte und die Rheinzone beseẞte, nicht mobilisiert habe, dürfe nicht als Schwäche Frankreichs, sondern im Gegenteil als Friedensliebe Frankreichs ausgelegt werden. Juristisch genommen bedeute diese Tat Deutschlands unzweifelhaft einen Angriff, andererseits aber sei es wahr, daß französisches Territorium unangetastet geblieben sei und daß die französische Regierung in Zusammenarbeit mit den übrigen Locarnoſtaaten einen versöhnlichen Weg zur RegeTung dieser Situation erreichen wollte. Rettung des Friedens liebend wie Frankreich, dessen Regierung und Zwischen den Konferenzen Wenn in den Genfer Konferenzen, eine Pause eintritt, so verhandelt man von Hotel zu Hotel. Von links: Delbos, Avenol und Bum pflegen hier ein offenbar sehr ernstes. Gespräch. sichere Lage für den Frieden schaffen. Die der kollektiven Sicherheit beitretenden Staaten müssen in diesem ihrem festen Willen bis an Ende gehen und sie eventuell bis zu dem Entschluß verteidigen, zum Kriege zu greifen. Es ist also notwendig zur Rettung des Friedens mit der Alternative des Krieges zu rechnen. Ich erkläre ohne Zögern, sagte Redner, daß dieses Riskieren des Krieges zum Schuße des Friedens beherzt und ohne 3 andern in Erwägung gezogen werden muß. Die kollektive Sicherheit must später mit der allgemeinen Abrüstung kombiniert werden. Wer ist guten Willens? Der französische Ministerpräsident sprach hierauf von dem wahnsinnigen Wettrüsten und erklärte, er sehe es ein, daß bei der gegenwärfigen Sitration tein Staat an die Abrüstung schreite insolange die Organisierung der kollek= tiven Sicherheit und die gegenseitige Hilfe nicht die Sicherheit einer absoluten Garantie vor dem Kriege gewähre. Redner kommt dann auf den tonkreten Fall der Beseßung der Rheinlandzone und den abessinisch- italienischen Konflikt zu sprehen und sagt, daß Frankreich durch das Eingehen auf die Aufhebung der Sanktionen damit nicht verkünden wolle, daß vielleicht der Krieg das Recht ersetzen solle. Die Erfahrungen aus die sen beiden Ereignissen müssen jedoch, so erklärte Redner, zum wirklichen Frieden, zum o r= ganisierten, unteilbaren Frieden beitragen. Es ist notwendig, daß eine neue bessere Zukunft unter der Patronanz des Völkerbundes aufgebaut werde. Blum stellt die Frage, ob die Staaten für diese bessere Zukunft vorbereitet seien oder nicht. Die tschechoslowakische Armee feiert. Heute ersten größeren Gefechtshandlung im Sommer 1917, bei der die Legionen als selbständiger Faltor eingesetzt wurden und einen Sieg über die ihnen gegenüberstehenden f. u. f. Truppen heimbrachten... Zborow" ist für die Legionen und für die Armee ein Symbol geworden. An den Namen 3borow knüpft all das an, was man Le gionärgeist und Legionärstradition nennt und was zugleich eines der wesentlichsten und stärkstellt. Der Ideologe und Führer der Legionen, sten geistigen Fundamente der Republik dar Majaryt, hat in der Schrift„ Das neue Europa", welche während des Weltkrieges in Rußland ers schienen iſt, auseinandergefekt, daß die tschechoslowakischen Legionen, indem sie Krieg gegen Desterreich- lingarn und für die staatliche Freiheit des eigenen Volkes führen, für die Demokra= tic, für ein neues Europa, für eine bessere soziale Ordnung fämpfen. Darum kann der Tag von Zborow auch von denen gewürdigt werden, die während des Weltkrieges nicht auf der Seite der Legionen standen, sondern in den Gräben diesseits der Verhaue. Dennoch birgt 3 bo row ein Problem in sich. Man hat wiederholt darauf hingewiesen, daß 3borow zu einem guten Teil ein Kampf von Tschechen gegen Tschechen gewesen sei, denn der besiegte und mit schweren Verlusten unterlegene Heeresteil war vorwiegend aus westböhmischen Truppen zusammengesetzt, unter denen sich Pilſener und Slattauer Tschechen befanden. Aber selbst wenn dem nicht so wäre, besteht doch das Problem, wie die rein militärische Legionärstradition sich in einer Armee auswirken kann, die zu nahezu einem Viertel aus Deutschen, zum Teil auch aus Magyaren, zum sehr großen Teil aus den Nachkommen jener Tschechen zusammengesetzt ist, die im Striege nicht die letzte entscheidende Handlung setzten, sondern bis zum Ende in der österreichisch- ungarischen Armee blieben. Werden übirgens die Staaten ebenso wie Frankreich der Aufrichtung dieses besseren FricVor kurzem ist ein überaus interessantes dens beistimmen? Welche Angebote machen sie Buch erschienen, das abgesehen von seinen sonstiund welche Garantie geben sie? In dem von der gen verdienstlichen, als Geschichtsquelle bedeutitalienischen Regierung der Völkerbundversamm- samen Beiträgen zur Geschichte unserer Armee lung eben vorgelegten Memorandum wolle die schon darum wichtig ist, weil es die entscheidende franzöfifche Regierung einen gewiffen positiven ideologische Frage unserer Wehrmacht aufrollt: Beitrag zu diefer Frage sehen. Die französische Budování Armády( Aufbau der ArRegierung spricht den Wunſch aus, daß auch die mee) von Rudolf Kathous( Verlag morandum ein positiver Beitrag zur Schaffung der Schöpfer unserer Armee, aber er war nicht beutfce Antwort auf das britische Me- Melantrich, Prag). Der Autor iſt ſelbſt einer einer befferen Situation in Europa sein möge. Legionär, sondern bis zum Umsturz t. u. t. OffiDer gute Willen eines jeden Staates müsse nun zier, zuletzt zugeteilt dem Armee- Ober- Komöffentlich überprüft werden. mando in Baden. In der Organisierung einer bewaffneten Macht, bei der Besetzung der deutschen Randgebiete, in der Behebung jener Män gel, die unser junges Heereswesen im Kampfe mit der ungarischen Noten Armee gezeigt hatte, spielt Oberstleutnant Kalhous eine hervorra gende Rolle. Er ist dann ebenso wie manche an derer seiner Kameraden der alten Armee aus dem altiven Seeresbienſt ausgeſchieben, weil er Meinungsverschiedenheiten mit der französischen Lester nach Genf durch Rettung Genfs Leider, sagte Redner weiter, seien das heu Deutscher tige Europa und die heutige Welt nicht so friedDas ,, Prager. Tagblatt" erfährt aus Genf, christlichsozialer Minister dessen Volk. Der französische Ministerpräsi daß die Reise des Hohen Kommiffärs von Danzig, Schon seit längerer Zeit wird über Lester, große Aufmerksamkeit hervorrufe. Es dent legte hierauf die bereits bekannte These dar, daß Frankreich um die Aufrechterhaltung des den Eintritt der deutschen Christlich. Friedens bemüht jei und daß es verhindern wolle, fozialen in die Regierung verhandelt werde ein Appell Leſters an Genf erwartet und Militärmiſſion hatte. Kalhous iſt – unſeres Grz daß Europa dorthin gelange, wo es vor dem Diese Verhandlungen haben bereits zur fein Hinweis darauf, daß die nationalſozialistische achtens zu Recht und mit gutem Grunde Jahre 1914 gewesen sei. Der Weg zur Vermei- Rennung des christlich sozialen Mini- Danziger Regierung alle dem Völkerbund durch frühzeitig für die kürzere 14monatige Dienſtdung dieser Situation führe eben über Genf sterkandidaten geführt. Es handelt sich den Senatspräsidenten Greifer gegebenen Ver- zeit eingetreten( die er auch noch während der durch Festigung der internationalen Solidarität um den Abgeordneten Erwin 3 afprechungen gebrochen habe und daß das lidu" verteidigt hat), er hat sich gegen das franlegten Debatten über dieses Thema im Právo und Stärkung der Aittorität des Völkerbundes. Es iſt unbeſtreitbar, ſagte Blum, daß der Völk, beffen Ernennung burch den Prä. Berhalten: der Danziger Regierung geeignet zöſiſche Syſtem gewandt, das die Armee vorterbund in der letzten Zeit in einigen seiner Be- fibenten der Republik in den nächsten scheine, den Frieden zu stören. strebungen gescheitert ist und an seiner Autori- Stunden erfolgen dürfte. Zajiček. wird, tät und seinem Prestige gelitten hat. Grund hie- wie Dr. Spina, Minister ohne für ſei jedoch nicht so sehr der Völkerbund selbst. Portefeuille fein. als cher die späte und unvollkommene AnwenRe- Der dung des Wölferbundvaktes. Deshalb münche Frankreich keine akademische und pauschale Re Der Präsident vifion des Völkerbundpattes und lehne sie ab. Die französische Regierung will aber nach reiflicher Kämpfe In Westabessinien züglich für den Stellungskrieg ausbildete, weil er eine in erster Linie, rasch bewegliche und für den Bewegungskrieg taugliche Armee angesichts unserer Grenzverhältnisse für notwendig hielt, er hat sich überhaupt dagegen gewandt, daß man Chartum. Reisende aus Westabessinien er alles im Lande Ueberlieferte und hier Gewachklären, daß der Negus nach dem Verlassen des fene als schlecht und erledigt abtat und hauptLandes das Prestige bei den abessinischen Häupt- fächlich fremde Muster übernahm. Er verweist nach Reichenberg ingen und bei der abessinischen Bevölkerung ver- insbesondere darauf, daß 1919 die französische Erwägung und vorheriger Befragung aller in- Der Bürgermeister Neichenbergs lud den loren habe. Die Regierung in Gore ſetzt sich nur und vor allem die italienische Führung in der teressierter Staaten nach ihrem Urteil eine neue Staatspräsidenten anläßlich der gestrigen Audiens auf die übrigen abessinischen Provinzen feinen system sich dort als unzulänglich erwiesen und daß aus einigen lokalen Führern zusammen und hat Slowakei manches verabsäumt, daß ihr Kordonprattischere Auslegung und Anipendung der Hauptartikel des Bölkerbundpaktes vorschlagen. zu einem Befuche Reichenbergs ein. Dr. Bene Anspruch. Demgegenüber haben die Italiener be- die ungarische Heeresleitung, deren Berater Frankreich verkündet vor diesem Forum feierlich erwiderte, daß es ſein Wunsch sei, die Bedürfniffe, deutende Schwierigkeiten mit den Stämmen in Generalſtäbler aus der alten t. u. t. Armee gefeine Treue zum Völkerbund. Es wünscht die Or Forderungen und Nöte der nordböhmischen Beder unmittelbaren Nachbarschaft: der Hauptstadt. wesen seien( ſo vor allem Strom fel d) fich ganisierung der tollettiven Sicherheit und wird Die Straße von Addis Abeba nach Dessie war ihrer Aufgabe besser gewachsen gezeigt habe. aus allen Sträften zur Belebung des Völkerbune ölkerung, kennenzulernen und daß er die Reichen- einige Male von abeffinischen Kriegern befest, mit Wesentlicher aber als diese Argumente und des beitragen, desgleichen auch zur Belebung des berger Meffe zum Anlaß nehmen werde, Reichen denen die italienischen Abteilungen Kämpfe füh- Thesen des heute abseits stehenden Organisators Vertrauens unter allen Staaten guten Willens. berg einen Besuch abzustatten. unserer Heimat- Armee sind seine Betrachtungen ren mußten, Seite 2 Donnerstag, 2. Juli 1936 Nr. 158 | Das Bundesturnfest des ATUS ist das Fest aller Kommt am 4., 5. und 6. Jull nach Komotau! zum Thema der Tradition und des Geistes der Ar me c. Kalhous der zweifellos ein guter Tscheche und ein loyaler Bürger der Republik ist, macht sich Gedanken darüber, ob die Armee bei ihrer Zusammensetzung und bei ihrem doppelten Ursprung aus Legionären und aus t. u. t. Soldaten eine einseitige Legionärstradition brauchen könne. Er verneint diese Frage und er bricht, ohne darum sentimen tal zu werden oder sich als Tschechoslowake und Republikaner etwas zu vergeben, eine Lanze für ihrer gen 3 to be me both bee e arr Königgräß eine noch schwerere Niederlage der Krankenkaffen einander gegenüberstehen und die Fie ein Zweifel bestehen! D. Red.), dann könnte der Weißröcke geworden, hätte es mit der Kapitula nanzverwaltung sich um ein Uebereinkommen bemüht Minister dieser Vorwurf erst nicht als berechtigt tion im offenen Felde geendet, die nur durch die habe. Die Finanzverwaltung habe sich sogar be- und gerecht anerkennen". Leistungen einzelner Teile der Armee, vor allem müht, diese Frage wenigstens in der Novelle völlig der Artillerie verhindert wurde, so wäre wohl auflären, doch sei es nicht dazu gekommen. Die Das schwierige Personalproblem Amnestie im Gefolge der Bauförderung sei der das Annegionsprogramm Wilhelms I. erfüllt. Finanzverwaltung gegen ihren Willen In dem zweiten Teil seiner Rede weist der MiSchlesien, aber auch Böhmen von Eger bis Trau- aufgedrängt worden, auch aur Amnestie im Bu- nifter auf die stetig ansteigenden Personalausgaben tenau zu einem Drittel von Preußen annettiert nanzverwaltung nicht die Anregung gegeben. Was für die öffentliche Verwaltung hin. Nach dem lesten worden und es gäbe heute wahrscheinlich keinen sammenhang mit der Arbeitsanleihe habe die di- Budget betragen die Ausgaben für die Bezüge der tschechoslowakischen Staat! die Amnestie im Gefolge der Verteidigungsanleihe öffentlichen Angestellten 6.5 Milliarden( davon 3 in ben Sprozentigen Bapteren ja jahon für alle Butunft ſtaatlichen Unternehmungen und 1 Wiliarde für die vor, die noch betreffe, müsse man bedenken, daß der Staat bei der eigentlichen Staatsverwaltung, 2.5 bei den die ,, Heimat"-Tradition der Armee. Er hat diese Deutschen der Republik, die das Ideal der Legio- eine 33prozentige Sonderſteuer( die Differenz zwi Lehrergehalte), während die Pensionen in der Tradition auch inspfern gestützt, als er einigen tschechischen und slowakischen Regimentern die näre bejahen und in Zborowo das Symbol ber fchen dem 4-, 5- und dem sprozentigen Ertrag) eigentlichen Staatsverwaltung 1 und in den staatalten Regiments- Nummern belassen hat. lichen Unternehmungen 1.1 Williarden ausmachen. fämpferischen Humanitätsidee sehen, werden, um einhebe. die Bindung der Deutschen an die Republik und Der Vorwurf Dr. Meißners, daß die Finanz- Insgesamt erreicht der Personalaufwand die Höhe Es spricht sicher manches für die Forderun- an die Armee enger, ip eng und innig als mög- verwaltung in ihren Ansichten von einer„ ll einen von 8.6 Milliarden. Troß den Gehaltsabzügen find gen, die Kalhous an Geist und Tradition der lich, zu gestalten, wünschen müssen, daß nichts beherrscht werde, sucht der Weinister mit dem Sinweis ge wa chien, so in der eigentlichen Staatsverwal unverantwortlichen Finanzgruppe" diese Ausgaben gegenüber 1929 noch absolut Armee ſtellt. Gedenktage wie der an die Schlacht un bersucht bleibe, aus den ehedem eine Ein- auf den Ge I d'beirat zu begegnen, beffen Gut fung( Aftivbezüge, Benfionen und Lehrergehalte) bei se öniggrä 3. der morgen auf den Tag heit bildenden, dann zerrissenen und wieder ver- achten die Finanzverwaltung manchmal in Anspruch von 4.700 auf 4.989 Millionen. Die größte Aufvon Zborow folgt, machen es recht augenfällig, einten Völkern der böhmischen Länder den eini- nehme, in dem aber doch a II e Interessentengruppen mertsamteit müsse man dem ständigen Anwachsen der daß in manchem Kampf der alten Armee auch ge und durch gleiche Tradition zu gleichen Ide- vertreter seien. Sollte eine andere Gruppe Bahl der öffentlichen Angestellten und Penſioniſten für böhmische Interessen im wahr- alen verbundenen Träger einer neuen als der Geldbeirat gemeint sein( und darüber dürfte widmen, worüber folgende Aufstellung Aussten Sinn des Wortes gefochten wurde. Wäre Staatsidee zu machen! nach den Ausführungen Dr. Meißners wohl faum funft gibt: Der Finanzminister verteidigt sich Der wachsende Steuerdruck die Hauptursache der Unzufriedenheit der Steuerzahler Prag. Im Senat hielt Mittwoch Finanzminister Dr. Kalfus seine bereits in der Vor moche angekündigte Rede, die zum großen Teil darauf hinauslief, das Finanzministerium gegen die in der vorwöchigen Parlamentsdebatte aus. gesprochenen Vorwürfe in Schuh zu nehmen. Man fann nicht behaupten, daß diese Antwort in allen Teilen hieb- und stichfest wäre. Der Minister brachte weiters sehr offen das Problem des ständigen Anwachfens der Verfonalausgaben zur Sprache und verlangte, daß man aufhören müsse, ben Verwaltungsapparat mit immer neuen Aufgaben zu belasten, wenn man die Kosten des Verwaltungsapparates zumindest stabilisieren wolle. ** Im ersten Teil seiner Rede fuchte der Minifter zunächst darzutun, daß die Beschwerden über die Steuerpolitik der Finanzverwaltung in erster Reihe aus der großen Steuerbelaitung erwach ſen. Er zeiate an Hand einer Statistit auf, daß, von 1929 bis 1935 die Gesamtsumme aller Steuern und Abgaben von 11.315 auf 8220 Millionen, d. i. um 28 Prozent zurückgegangen fei, die diretten Steuern aber nur von 2032 auf 1877, d. i. um 7.6 Prozent, die Ums a ſteuer gar nur von 2846 auf 2257 Millionen oder um 8.8 Prozent. Dadurch habe sich der Drud der direkten Steuern und namentlich der Einkommensteuer zelativ start erhöht. Eine der Hauptursachen des machsenden Steuer. drudes liege in der Ausgabenwirtschaft des Staates und der Selbstverwaltungsverbände, der man eine um so größere Aufmerksamkeit widmen müsse, ie mehr die Steuerlait steige. Auf dieses Geleise suchte also der Minister die Hauptverantwortung für die Unzufriedenheit der Steuerzahler abzuschie ben. Die gerügten Erscheinungen in der Steuer pragis fommen nach ihm erst in zweiter Linie als Ursache der Unzufriedenheit in Betracht. Auch hier mache es die öffentliche Meinung der 26 Wir suchen ein Land Roman einer Emigration Von Robert Grötzsch Copyright by Eugen Prager- Verlag. Bratislava. Berzentuelle Aenderung 1929 1986 Angestellte der eigentlichen Staatsverwaltung 98.684 115.887 +17.4 Lehrer( ohne Pensionisten) 51.816 67.000 + 30.5 Penfionisten der eigentlichen Staatsverwaltung 60.000 81.000 +85,0 Bostangestellte 34.000 35.000 +8.0 Pensionisten der Post 16.197 20.150 +25.0 Eisenbahnangestellte 188.000 116.000 16.0 Pensionisten der Eisenbahn 108.060 29.639 154.000 27.642 +42.5 6.2 Finanzverwaltung schwer, indem sie einmal ein scharfes Vorgehen gegen jene Steuerzahler verlange, die nicht ordentlich ihre Steuern bezahlen und auf der anderen Seite wieder für ein mildes Vorgehen den Aftivbezügen um 100, bei den Venfionen um eintrete.( Dier bergißt der Minister gans, daß die 80 bis 40 Millionen. Auch den Staatsangestellten Deffentlichkeit genau einen Unterschied macht ami- fönne dieſe Erſcheinung nicht gleichgültig sein, denn fchen, den großen Steuererträgern, die sich der wenn dies so weiter ginge, müßte dies unbedingt zu gerechten Besteuerung mit allen Finessen au ent- einer weiteren Nivellierung der Bezüge führen. ziehen wissen, und den kleinen Steuerträgern, Einen Auswen sucht der Minister darin, daß die den Schifanen der Finanzverivaltung hilflos man der Staatsverwaltung nicht immer wieder neue gegenüberstehen. Die öffentliche Meinung weist ge- Laften aufbürdet und ihr die Arbeit nicht durch kom. rade hier der Finanzverivaltung genau den Weg, plizierte Vorschriften erschwert, die angeblich aum nach welcher Richtung sie streng und nach welcher sie größten Teil darauf zurückgehen. daß sich in den waltung, wie gerade die Worte des Ministers zeigen, politischen Seite geltend machen. Die öffentliche Gesetzen in weitestem Maß die verschiedensten Intermilde vorgehen soll, nur will dies die Finanzver- eisen sowohl nach der wirtschaftlichen wie nach der einfach nicht begreifen! D. Red.) Finanzminister bestreitet Wenn das Verhältnis zwischen den Steuer- Verwaltung müffe felbft neue Wege zu ihrer VereinRückwirkung der Vorlage trägern und der Finanzverwaltung in legier Beit auch das Schulproblem, wo das Anwachsen fachung fuchen. Eine besondere Beachtung verdiene Prag. Die Steuernovelle wurde am Mittsehr getrübt wurde, so gibt der Minister weiters die der Lehrkräfte und der Ausgaben die größten Be- woch vom Budgetausschuß des Senates unver Schuld der Ueberbürdung der Steuers fürchtungen nicht nur nach der finanziellen Seite. ändert angenommen, trotzdem in den Beratungen administrative und der Kompliziertheit der Steuergesetzgebung, die gerade in der letzten Beit sondern auch in der Richtung hervorrufen, daß uns an einzelnen Bestimmungen der Vorlage, in denen durch die Geltendmachung vieler Spesialintereſſen Beschäftigung finden kann. au viel Intelligena heranwächst, die feine manche doch die verpönte i ne marche body bir, Remitch Stritit geibt Burbe gesteigert worden sei. Im leßten Teil seiner Mede beschäftigte sich der Sehr richtig zieht der Miniſter darauß den Minister dann mit der Budget politit. Dieſe Unzufriedenheit fand ihren Niederschlag Schluß, daß die Finanzverwaltung in erster Linie 5. H. mit der Ausgabenſeite unferer öffentlichen auch in dem von dem Referenten Modráček ge= vereinfacht werden müffe. Er verweist hier auf die wirtschaft. Er appelliert an die Nationalversamm= zeichneten Bericht des Budgetausschusses, worin es begonnene a ufalierung der Umlung, die Bemühungen der Regierung und dese u. a. heißt: Obwohl aus den Verhandlungen assteuer, auf die bereits getroffenen Verein- Finanzministeriums nach Serabiesung der öffentli- des Budgetausschusses hervorging, daß es sich um fachungen bei den fleinen Steuerträgern auf die chen Ausgaben zu unterſtüben. Mit fortschreitender ziemlich strittige Fragen handelt, Bonifitationen, die doch gerade den guten Befferung der Wirtschaft würde wenigstens eine Steuerzahlern zugute fommen sollen, und auf die Stabilisierung der bisherigen Ausgaben bzw. daß einzelne Artikel des Beſchluſſes des Uh( iebielte?) Aktion zur Liquidierung der Steuer in vielen Fällen ausreichen, um bei Befferung der geordnetenhauses eine genauere Stilis rückstände. Durch den Aufschub der Wirtſamleit des Ginnahmen die Steuerlaiten abzubauen. Das Dub- ierung oder Ergänzungen erGesetzes um ein halbes Jahr sei die Finanzverwal net für 1987 werbe eine Belastungsprobe für unsere fordern würden, hat sich der Budgetausschuß des tung bereits um 35 bis 40 und die Selbstverwaltung ganze Wirtschaftspolitik bilden. um 50 Millionen gekommen. Angestellte und Pensionisten der Tabakregie Alljährlich steigt der Aufwand regelmäßia bei Finanzgesez) vereinigt. Nach den Referaten über die beiden letzteren Vorlagen wurde die Sigung auf Donnerstag, 9 Uhr früh, vertagt weil Senator Modraček, der Referent zur Steuernovelic, erklärt hatte, sein Referat nicht in so kurzer Zeit fertigstellen zu können. Donnerstag gegen Mittag foll der Ministerpräsident Dr. Hodža seine bereits angekün digte politische Mede halten, der man allgemein mit ziemlicher Spannung entgegenficht. Gegen den weiteren Vorwurf, daß die Finanzverwaltung die Judikatur des Verwaltungsgerich tes nicht anerkenne, wehrt sich Dr. Kalfus mit dem Hinweis, daß hier in der Frage der Erwerbsteuer der Aerzte die Intereffen der Aerzte und der Justus nickte stumm. Hätte ich doch dem Sterl nichts versprochen, dachte er... Aber warum nicht? Was geht's mich an, wie sich die jungen Leute entscheiden? Senate mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Vorlage dennoch nicht entschließen können, an dem Die Debatte über das Exposé des Ministers Beschluß des Abgeordnetenhauses etwas zu wurde mit der Aussprache über die in Verhand- ändern." lung stehenden finanziellen Vorlagen( Steuer- Auch der Finanzminister Dr. Kalfus ging novelle, Fleischsteuernovelle und Novelle zum in seiner Rede auf die in der Presse ausgesproAls lese sie seine Gedanken aus dem Ge-| Ihr kleiner gewölbter Mund zwang sich zum Lä- gen sich die Extreme erst mal abschleifen, sag sicht, sagte Eva: ,, Also Moses geht nach Palächeln. Und Gusti wartet mit der Suppe." Und ich immer. Hab ich recht, Frau Thekla? Er sah ihr voll in die Augen, um seinen die Schwester teilt eine Gurke und sagt: Ganz verschnittenen Bart herum wetterleuchtete es wie recht, Herr Wendisch, sag ich Eva jeden Tag." da draußen am Horizonte. Aber er sagte nur: Eva scharrt das Haar mit den Fingern Also schreiten wir zum Wahle... und träu- struppig, zieht eine Strähne in die Stirn, vermen Sie schön!" schiebt den Kragen des Kleides, bis er schief sitzt Er hat mich zu der Reise eingeladen... Eva hatte den kleinen viereckigen Marktplatz und geht hinunter, langsam und müde. Reisegeld stünde zur Verfügung... Würden erreicht, als die ersten Tropfen lospeitschten, Herr Wendisch begrüßt sie schon im KorIm Nachen verstummte das Pfeifen und Sie... Würden Sie mir dazu raten?" Ihre groß wie Taubeneier. Gierig leckten Steine und ridor. Fabelhaft schen Sie aus, Fräulein Eva, Singen. Alle fünf standen starr auf einen Hau- Halsader klopfte; die Stimme war spröde. Er- Erde jeden nassen Fleck. Im Laufschritt nahm wie ein wildes Ponny. Fabelhaft." fen. Dann brach beim Kleinen der Jubel durch. regung machte die Mienen starr. Eva die kleine Anhöhe, gelangte mit f feuchtem Er ist über Fünfundvierzig, sein Haar dunMit einem langen Saß sprang er vom Nachen Er stieß Luft durch die Zähne. Sehr Haar nach Hause, ging in ihr kleines Zimmer fel und voll, die Figur übermittel, straff, Reserüber einen Wasserstreifen hinweg auf den Lan- schwer, in diesen Beiten zu so' ner Frage ja oder hinauf. Und er, wo geht er jest? dachte Eva, veleutnant, tönnte gut noch beim Fußball der bem er wird völlig burchnäßt. Ich hätte ihm wenig. Seniorentaffe fein. Bet Tiſch ist er manierlich, uns!" X. Kapitel. wahr Moses, is es wahr?" Die anderen tamen gen versprochen, höhnte eine Stimme in ihm, stens einen Schirm beschaffen sollen! Sie fann auch gut zuhören mit fragenden Gesichtern hinterdrein. Selbst willst du jetzt kneifen? Und noch etwas wuchs in warf sich in das alte blaue Biedermeiertanapee. wenn Eva von seinen Weisheiten genug hat. Schwarzer war aufgefragt, seine Stirne war ihm: Spieltrieb, Neugierde des Alternden. Was Also er hat nichts dagegen, wenn ich fort gehe; Dann lächelt er aus rotbädigem Gesicht mit lleis heiter geträufelt, seine Hände schlenferten un- würde sie sagen? Sie beherrschen mehrere er tann in ruhigem Tone darüber reden. Nun ja, nen raschen Augen, als verſtünde er alles, alles ruhig und ehe er fragen konnte, legte Moses Sprachen... Vielleicht ginge es als Sprachleh er lebt in seiner Welt, seiner größeren Welt, in- und man darf zusammenfassend sagen, daß eine Faust auf des Kleinen Schulter und sagte: rerin... Immerhin ein werdendes Land." der die Völker und Klassen aufeinanderknallen er auch in jeder Großstadt als gute Partie gelten ,, Seid nett zu uns, ihr werdet uns nur noch Ihre junge träftige Brust hob und sentte und neue Kontinente enstehen da ist kein Plak würde. einige Tage in eurer Mitte haben! Asien ruft sich. Eva schwieg eine Weile, dann sagte sie: für mich, für einen halben Backfisch", wie Thekla Eines Tages werde auch ich wandern..." sagt... Dice Tropfen trommeln gegen das FenSo, nun waren die Brücken abgebrochen, aber nicht mit Moses, Tag ihr auf der Zunge. ter. nun mußte no fein, bjöf( buguratinete Sie verschludte es. Uber nicht nach Balästina..Eva, bitte effen!" ruft von unten her die Gusti stand vorm Spiegel und zog die gelbe auf und genoß die Sensation ringsum. Eine Sie zeigte gen Süden. hinunter, wo Sie Schwester. Eva wirft sich in ein andres Kleid. Bluse zurecht. Die halblangen Ärmel umfingen Flut von Fragen umprasselte ihn. so oft gewesen sind, ins unberührte Europa, Sie hört den Schwager und dazwischen Herrn ein paar runde weiße Arme. Der ellipsenförmige Von weiter unten winkte Eva noch ein- Montenegro, Albanien..." Wendisch. Er ist heute zu Gaste. Eva tämmt das Spiegel reicht nur bis zu den Knien, aber Gusti mal zu der Gruppe zurück. Die Wolken am Him- Er stuzte, riß sich aber wieder zusammen. Saar flüchtig durch. Soll es strähnig sein, fie fonnte nicht übersehen, wie gut fie den Rahmen mel wurden dunkler und schwerer. Es wird Das wird sehr traurig für mich, aber..." Er mag nicht verführerisch" aussehen... Ach, jetzt füllte. Ein Kreuz war's, auch in der Spinne nahm Regen geben", sagte das Mädchen und sah zu vollendete nicht. Aber einmal muß es wohl sein, wird es wieder losgehen: Wie war das Wäffer- sie zu. Wenig Fleisch auf dem Teller, viel Arbeit Justus auf, streifte seine Hand und fühlte das Sie werden doch hier nicht versauern, müßte chen, Fräulein Eva? Schön hellbraun und knus- und dabei did werden wenn der Mensch prickelnde Bedürfnis, diese Hand zu nehmen, er sagen. Trüb für mich, ihre Stimme nicht prig werden Sie, pok Donner. Schwimmen Sie Bech hat! Schwimmen ging sie jetzt auch jeden diese leicht gebräunte Hand mit den kräftigen mehr um mich zu haben. Maria damals, die nicht ein bißchen zu viel? Sie sollten sich nicht zweiten Abend. Da setzte sie sich immer gern mit wohlgeformten Fingern, mit dem feintnochigen sprach auch so, es war derselbe Klang und soviel mit den Emigranten abgeben, Pardon, ich gaben, daran vorbeizusehen. Nur der Kleine Handrücken, durch dessen Haut die Adern hell sie ging auch von dannen, weil sie den Ruf der meine, nicht zu viel Politik. Berdirbt die Linie, schen hingen zu sehr an der Fülle ihrer weißen blau schimmerten diese Hand zu nehmen und Jugend hörte. haha... In England fümmern sich die Menschen Glieder, wenn sich auch alle fünf einige Mühe " sich führen zu lassen. Justus schaute lächelnd Ein Windstoß zerriß die Luft, es blizte am auch weniger drum... Was sollen wir uns mit gaben, daran vorbei zu sehen. Phir der Meine über ihr helles Haar hin, in dessen lockerem Ge- Horizonte. Die beiden gingen schon in den ersten Dingen quälen, an denen wir vorläufig gar blidte wirklich starr hintveg, aber dafür liefen ringel der Wind spielte. Und ich soll ihr zureden, Häuserreihen. Eva reichte ihm die Hand. Sie nichts ändern können, nich? Jaja; Sie haben gans feine Ohren immer feuerrot an, sobald Gusti in irgendwohin auszuwandern? müssen gehen, sonst geraten Sie in den Regen." recht, viel Ungerechtigkeit ringsum aber mö- seine Nähe tam. ( fortjezung folgt.). Nr. 153 Donnerstag, 2. Juli 1936 Seite 3 Fahrpreisermäßigungen detendeutscher Zeitspiegel für das Bundesturnfest In den Sonderzügen für das Bundesturnfeft in Romotau gelten unter den bereits bekannt gegebenen Bedingungen folgende Fahrpreisermäßigungen: 60 Prozent für diejenigen Komotau- Fahrer, welche mit einer Atus- Legitimation versehen find; 50 Prozent für alle anderen Benützer der Sonberzüge. Das Unglück auf dem Prokop- Schacht Verhandlung auf den Herbst vertagt Leitmerik. In der Hauptverhandlung wurde Bergmann Franz Riha bestätigte die Verdie Zeugeneinvernahme vorläufig beendet. Die hältnisse in der Grube und gibt als bemerkenswert Beugen Ing. Pařikov und die Bergleute an, daß den unter Tag arbeitenden Bergleuten und Rudolf Ritschel, Franz Riha, Erwin Kalous und den Kohlenförderen bei der Arbeit wiederholt brenFranz Hanslit bestätigten im allgemeinen nende kohlen auf den Rüden und bie Angaben der Anklage und die Aussagen Kopf fielen. der bereits gehörten Belastungszeugen. E R ATUS chenen Befürchtungen ein, daß die Vorlage doch rüdwirten de Steuerbestimmungen enthalte. Dem ist jedoch, wie der Minister versicherte, Der Bergmann Franz Han slik gibt an, daß nicht so. Der ursprüngliche Regierungsentwurf die Häuer immer erzählten, daß die Knglücksstelle habe die Bestimmung enthalten, daß die Vorlage Interessant ist die, wenn auch zurückhaltende, im Hauptstollen sehr gefährlich sei und daß man dort mit Beginn des Steuerjahres 1935 Geltung er unter Eid abgegebene Zeugenaussage des Ing. nicht gern arbeite, weil immer glühende Kohlenlange. Dagegen wurde Sturm gelaufen und beařikov. Er gibt an, daß zuerst durch zwei stüde herabfallen. antragt, daß das Gesez erst ab 1. Jänner 1936 Hauptstollen gefördert worden sei und daß auch zwei Anschließend an die Zeugenaussagen wur gelten solle. Diesem Wunsche wurde entsprochen Ausgänge da waren. Einer der Bugänge sei dann den von den Verteidigern über 30 Beweisund das Inkrafttreten des Gesezes im Prinzip gesperrt worden. Auf seine Anfrage beim Reviers anträge zur Verantwortung der Beschuldigso vereinbart, daß die Bestimmungen über die bergamte sei hierzu die Erlaubnis unter der besten gestellt: Vorerst die Beiziehung von SachRenteniteuer euer in bem auf die Berlaut ſtimmten Vorausfebung erteilt worden, daß ein verständigen im Bergfach über die Feuerbarung des Gesetzes folgenden Monat in Krafi Hauptstollen in Ordnung ist und auch in Ordnung bekämpfung beantragt und als Sachverständiger treten, die übrigen Steuerbestimmungen erst im gehalten werde. Das sei aber nie der Fall ge- Ing. Rosenberg vorgeschlagen, weiters für die Steuerjahr 1986. Daß noch knapp vor der Ples wesen, denn im Hauptstollen war immer genug Abgabe des Sachverständigengutachtens die vornarsizung des Abgeordnetenhauses tertliche Feuer", aber wenig Sauerstoff und nes beantragt, ferner die Einvernahme von Menderungen vorgenommen wurden, dürfe nicht bie& eutelonnten borttaschlechte Luft, herige Vornahme eines Lotal augenschei= wundern, da ja die ganze Vorlage mit Rücksicht Es mußte andauernd in allen drei Schichten geför- 3 wölf 3eugen, Herbeischaffung aller Aften auf die Aenderung des Steuerjahres stilistisch dert werden, für die Sicherungsarbeiten des Revierbergamtes über die Grube Prokop neu zurecht gemacht werden mußte. In dem Be- waren aber te ine Arbeitskräfte vorhane und schließlich Erhebungen über Bersonal fragen. Die SJ am Bundesturnfest schluß des Abgeordnetenhauses könne aber keine ben. Er habe den Besitzer auch auf die bestehende einzelne Belastungszeugen betreffend. Das GeGefahr aufmerksam gemacht. Einmal gab es in der richt beschloß die Zulassung von gerichtlichen Verlegung der vom Ministerpräsidenten ausge- Grube große Rauchentwicklungen. Eine deshalb Sachverständigen im Sinne der gestellten Ansprochenen Rechtsgrundsäße erblickt werden, insoferne es sich um die rückwirkende Kraft von durchgeführte Kommission hatte aber der Sache keine Bedeutung beigemessen und auch deshalb keine Ges Steuergeseßen handle. fahr feststellen können. Er hält dafür, daß die er Ein Konflikt zwischen dem böhmischen Lan- richteten Aschenbecken zu dünn waren und daß auch an den Decken zuviel abgebaut worden war, so daß besausschuß und dem Landwirtschaftsministerium. teine Spannung mehr vorhanden war, die dem Drud Der böhmische Landesausschuß beschloß in seiner widerstand. In einem versperrten Nachbargang Testen Sizung, beim Obersten Verwaltungs- feien bei gleicher Abbauweise mehrfach Deckeneingerichtshof Beschwerde gegen eine Entscheidung brüche erfolgt. Bei Vorweis eines Rapportes des des Landwirtschaftsministeriums einzubringen, Auffchers Wend erinnert sich der Beuge, daß es einwomit dieses selbst die Vorsitzenden der Prü- mal einen Motorbefelt gab, wobei das Licht versagte fungskommissionen für die Reifeprüfungen an den und in den Gängen, in denen nicht gearbeitet wurde höheren Landeswirtschaftsschulen ernannt hat, Rauch auftrat. Bergrat Ing. Blazet, der des obwohl nach den geltenden Vorschriften die Er- halb eine Inspizierung vornahm, habe damals nennung dieser Vorsitzenden im Einverneh= ,, a Iles in Ordnung gefunden!". men mit dem Lande Böhmen erfolgen soll. # träge der Verteidiger. Die Bestellung der Sachverständigen bleibt noch dem Gericht vorbehalten; über die Vornahme des Lokalaugenscheines wird nach der Vereinbarung des Gerichtes mit dem zu bestellenden Sachverständigen entschieden werden, als Zeugen werden zur Vernehmung vorläufig zugelassen Ing. Jan Chour, Ing. Rat Bosselt, die Bergleute Josef Morgenstern, Josef Kopriva, Franz Witcek und Josef Milec. Ebenso wird der Beischaffung der Akten des Revieramtes zuge= stimmt. Die Verhandlung wurde zur Durchführung der Beweisanträge auf unbestimmte Zeit vertagt; die nächste Hauptverhandlung dürfte wohl erst wieder für den Spätherbst angeordnet werden. Nur noch wenige Stunden trennen uns von dem großen Aufmarsch in Komotau. Es ist selbstverständlich, daß jedes Mitglied der SJ, das am Bundesturnfest aktiv mitwirkt, in der A T US. Kleidung teilnimmt. Die übrigen Mitglieder der SJ kommen in der blauen Jugendkleidung. In diesem Sinne sind auch die Welsungen ergangen. Folgende Angaben sind genauest einzuhalten: Alle Festkarten sind von den Atus Vereinen zu beziehen. Massen lager der SJ: Komotau, Langegasse, Altes Gymnasium. Flasko Henleins in Troppau bon reditgeschäften nichts verstanden habe. Der feler: Sonntag um 17 Uhr, Weingasse, Neue Locarno- Konferenz ganze Vormittag war mit der Erörterung des Paris. Die Locarno Staaten Für Montag, den 29. Juni, hatten die Joachimsthaler Falles ausgefüllt. Triebe sagte, werben, wie die Genfer Berichterstatter der Troppauer Henlein- Leute eine Massenbersamm- Stumpf habe sich nicht in die Kreditverhandlungen Bariser Abendblätter mitteilen, am 20. Juli in lung der Amtswalter und ein Voltsfest in den hineingemischt, sondern er habe sie nur mit Fest! Brüffel zufammentreten. Neben Frankreich, Drei Hahnen- Saal" einberufen. Konrad Hen- gepflogen: Triebe bekräftigte nochmals, daß England und Belgien wird auch Italien zu die- lein sollte selbst erscheinen. Wie die Lidové Stumpf und Fest in gutem Glauben gehandelt ser Konferenz eingeladen werben. Die Konferenz Novinh" melden, endete die Veranstaltung anders haben. Auch Feitt habe nicht gewußt, daß die wird aus zwei Phafen bestehen. Zunächst werden als die Einberufer es erwartet haben. Die Oppo- Joachimsthaler Protokolle gefälscht seien. Die sich die Staaten mit den Folgen der Auffündigung sition lehnte ganz einfach die Beteiligung ab, so Fälschung habe er, Triebe, allein vorgenommen. ber Locarno- Abkommen durch Deutschland be- daß an Stelle der erwarteten 3500 Personen bei Dann wurde noch Katechet Stumpf einvernomfaffen und hierauf eine neuerliche Einladung an der Versammlung der Amtswalter nicht ganz men, der sich als nichtschuldig erklärte und erDeutschland zu Verhandlungen und zur Mit- 1200 erschienen, wobei auch viele einfache Par- zählte, daß er nicht informiert gewesen sei. Nicht arbeit ergehen laffen. Die zweite Konferensphase teiangehörige mitgezählt wurden. Noch peinlicher einmal der Amtsdirektor habe ihn bei der Amtswürde bereits unter Teilnahme Deutschlands wirkte die Beteiligung an dem Boltsfeit, die im übernahme eingeführt. Er habe alles unterschriestattfinden. Laufe des Tages zwischen 400 und 1200 ben, was Festi ihm gebracht habe. Die Verhandschwankte und dies kaum ein Jahr seit der vor- Tung geht heute weiter. jährigen Versammlung mit einer Beteiligung von zehntausend! Auch das vorher angekündigte Jerufalem. Vor dem Gebäude des britischen und tatsächlich erfolgte Erscheinen Henleins, der Bolizeikommissariats in Haifa wurde eine Bombe von 14 bis 17 Uhr unter seinen Getreuen weilte, geschleudert, die jedoch nicht explodierte. Einige half nichts. Der Verlauf der Amtswaltertagung berdächtige Personen wurden berhaftet. Bei war dementsprechend. Der Gauführer Barwig Neue Kämpfe in Palästina aertur fourbe eine britiſche Bolizeipatrouille aus dem Hinterhalt überfallen. In dem darauf folgenden Kampfe hatten die Araber bedeutende Verluste, während von den Polizisten niemand ver legt wurde. Neuwahl in Finnland Am 1. und 2. Juli werden 200 Mitglieder des finnischen Abgeordnetenhauses gewählt. Das Land ist in 16 Wahlbezirke geteilt, von denen jeder 7 bis 26 Abgeordnete wählt. konnte in Abwesenheit der Hälfte der erwarteten Vertreter dem anwesenden Führer der unentvegs ten Treue aller Gekommenen versichern. Triebe entlastet Stumpf Der gestrige 2. Verhandlungstag im TriebeProzeß begann mit dem Kreuzberhör des Hauptangeklagten Tri e be durch die Verteidiger der beiden Mitangeklagten. In dem Verhör bemühte sich Triebe, besonders den Katecheten Stumpf zu entlasten. Von Stumpf erklärte er, daß dieser Bewegte Aussprache in Genf Hochschulkurse für deutsche Bürgerschullehrer Einer langjährigen Forderung der deutschen Lehrerschaft Rechnung tragend, hat das Schulministerium kürzlich die Errichtung von staatlichen Fortbildungskursen zur Heranbildung deutscher Bürgerschullehrer an der Deutschen pädagogischen Atademie beschlossen. Die Errichtung konnte allerdings so lange nicht erfolgen als nicht die Zustimmung des Finanaministeriums zu den Absichten des Schulministeriums vorlag. Nunmehr hat das Finanzministerium, nachdem sich Genosse Dr. Cz e ch wiederholt zugunsten einer günstigen Erledigung eingesezt hatte, wie ihm mitgeteilt wurde, dem Vorschlag des Schulministeriums zugestimmt, so daß es nunmehr bald zur Errichtung dieser im Interesse der gesamten Das Pfeiffonzert, das die italienischen daß mit Rüfficht auf die militärische Lage inbes- beutschen Lehrerschaft bringlich notwendigen Kurse Journalisten am Dienstag in Genf veranstaltet finien die Sanktionen wirkungslos geworden seien. hatten, hatte in der Mittwochsizung ein Nachspiel. Eine militärische Attion sei ausgeschloffen. Die kommen dürfte. Der Vorsitzende der Völkerbundversammlung gab Völkerbundversammlung könne jedoch die Erobe. dem Bedauern über den Vorfall Ausdrud; die rung Abeffiniens durch Italien nicht anerkennen. Handlungsweise der Störer würden von allen Die außerordentlichen Sicherheitsmaßnahmen Mitgliedern verurteilt.( Die Journalisten wur- das Abkommen der Mittelmeermächte- müßten den borläufig freigelassen, doch wurden ihnen die aufrecht bleiben. Eben stimmte den Aeußerungen Völkerbundsausweise entzogen. In einem frechen Blums zu. Telegramm n des faschistischen Presseministers Alfieri war ihnen gratuliert worden.) Der kanadische Vertreter bedauerte den Miß erfolg der Santtionen und sprach sich für deren Aufhebung aus. Der Vertreter Kolumbien& vertei bigte den Sanktionsbeschluß als ein Mittel, dem Litwinow erklärte in einer Nebe, daß die LiRechte Geltung zu verschaffen und forderte den quibierung der abeffinischen Unabhängigkeit nicht Ausbau der Wirksamkeit des Völkerbundes. Der die Liquidierung des Bölterbundes im Gefolge Vertreter Pan a m a 8 verlangte die Beschleuni haben dürfe. Es fei nicht am Blake, jene Staaten gung der Entwicklung des internationalen um jeden Preis in den Bölkerbund zurüdzuführen, Rechts. In einer temperamentvollen Rede sprach die aus ihm ausgetreten feien, weil er sie an der sich der Bertreter der Südafrikanischen Berwirklichung ihrer aggressiven Bläne gehindert Union für die Aufrechterhaltung der Sant tionen aus... Fünfaig Nationen", so führte er aus, geführt von den dret stärksten Völkern der Welt, müssen ihre Ohnmacht beim Schuße des schwäch ten Staates erklären." Der englische Außenminister Eden meinte, habe. Die von diesen Staaten verlangte Auflaffung des Grundfakes der tollettiven Sicherheit hätte nur die Sicherheit des Angreifers zur Folge. Litwinow erklärte sich mit den Ausführungen Blums ebenfalls einverstanden. Aufstellung zur Kundge. bung: Sonntag punkt 10.30 in der Schloßgasse in Komotau, Spitze Marktplatz. Aufstellung zur Abschluß rechte Seite, Schluß Schillerstraße. Leiter des SJ- Zuges ist Josef Krei ner, Komotau. Bei ihm haben sich an den Stellplätzen die Kreis- bzw. Bezirksleiter mit ihren Gruppen zu melden. Sorget alle dafür, daß die SJ stark und diszipliniert vertreten ist! Kommet alle zum Bundesturnfest nach Komotau! Freiheit! Der Verbandsvorstand. * * * Am 3. Bundesturnfest wird der Arbeiter Esperantisten bund eine Ausstellung über den Fortschritt der Esperanto- Weltsprache und die Lehrtätigkeit des Verbandes durchführen. Alle Esperantisten nach Komotau! Die Rundfuntübertragung vom 3. Bundesturnfest wird Sonntag, den 5. Juli, über den Brager Sender, und zwar vom Hauptfestplass, in der Zeit von 17.35 bis 18.05 Uhr durchgeführt. Am Mikrophon Genoffe unig. Komotaufahrer, Achtung! Vergest nicht Euere Eintrittskarten, Euer Festabzeichen und Quartierscheine. Ohne Quartierschein kein Einlas in die Maffenquartiere. * * * Zur Information aller Fußballer Das projektierte Blizturnier wird mit seis nen Beginn auf 12 Uhr mittags bers schoben, um allen erst vormittags eintreffenden Vereinen Spielgelegenheiten zu bieten. Alle fich baran beteiligenden Vereine entsenden ihren Manns schaftsleiter Samstag früh auf den Oberdorfer Atus= Blaß, wo awischen 8 und 10 Uhr die Spielpartner ausgelost werden. Der Fußballer- Dreikampf für Bes gemäß auf dem Oberdorfer Atus- Plaz a b 7 Uhr früh durchgeführt. Alle Bezirksmannschaften haben um 6.45 Uhr früh gestellt zu sein. aittamannschaften( ie drei Mann) wird programm Selbstmord eines Kaffenleiters. Der leitende Beamte der Graslißer Bezirkskrankenversiche= rungsanstalt Friedrich Pickert, hat Dienstag tag, halb 8 Uhr früh, auf dem Oberdorfer AtusDie Kreisspielleitung des 5. Kreises hält Samsa früh in Faltanau seinem Leben freiwillig ein Biel Blaß eine Sigung ab, an welcher auch alle Bezirksgefeßt. Ein zwingender Grund zu dieser Tat lag spielleiter teilzunehmen haben. Die Solidaritätsnicht vor; es sprechen aber alle Anzeichen dafür; spende gelangt ebenfalls auf dem Plaße zur Auss daß er die Tat im Zustande einer Gemütsdepreszahlung. sion begangen hat. Viele Erscheinungen der leß- Alle Sportvereine und Fußballriegen nehmen ten Monate deuteten schon darauf hin. So wert-| am Festzug in Komotau in kompletter Dreß teil, voll Friedrich Pickert als Beamter des Graslizer Bur Sondervorführung ist der Ball mitzubringen. Versicherungsinstitutes war, das er vorbildlich Diejenigen Fußballer, die im Besize der Atus- Klei leitete, so gut seine Arbeit war, die er in ver- bung find, haben als Turner daran teilzunehmen. schiedenen öffentlichen Körperschaften geleistet hat, so unverständlich war wieder manches an seinem Wesen, insbesondere in der lezten Zeit. Tod im Schacht. In der Nacht von Dienstag auf Weittwoch verunglückte auf dem Elbe- IIISchacht in Serbiß der Bergarbeiter Karl Bulta. Er hinterläßt die Frau und ein Kind. Die Urs fachen des Unglücksfalles tonnten bis gestern noch night festgestellt werden. Der Präsident der Republik empfing am 1. Juli den Minister Dr. Fr. Spina, weiters den Generalstabschef Armeegeneral Ludwig reičt, sodann den Bürgermeister der Stadt Reichenberg, Senator Karl Kostka und den Präsidenten der Reichenberger Messe Th. Lie bieg Seite 4 Das rollende Geschoß Donnerstag, 2. Juli 1936 In vier Stunden fünfzig Minuten von Prag nach Preßburg__ Slovens fast r e I a, Slowakisches Ge-| Autofahrzeiten vom Flugplak zum Stadtzentrum schoß( oder Slowakischer Pfeil"), so nannten seine zugezählt werden. Dagegen schießt das rollende GeSchöpfer das alatte rote Projektil, das auf rollendem schoß ſeine Fahrgäſte prompt vom Stadtzentrum Nade mit der Geschwindigkeit einer abgeschossenen Prag zum Stadtzentrum Brünn und wieter nách Kugel von Prag nach Bref burg rast. Preburg. In der Tat, nichts ist treffender, als dieser Vergleich. Wenn das in Stromlinien liegende Ungetüm auf blanker Schiene aus der Ferne mit unheimlicher Geschwindigkeit herannaht, wenn es fauchend vorbeizischt und wieder hinaus in die schimmernde Unendlichkeit des Schienenpaares stößt, dann hat man den Eindruck einer vorbeigeschleuderten Granate. Aber die rasende Geschwindigkeit des Slowafischen Geschosses", die bei den Versuchen auf den zur Verfügung stehenden Streden bis auf einhundertachtund vierzig kilometer in der Stunde gesteigert werden konnte und die im normalen Betrieb einhundertdreißig Kilometer in der Stunde spielend erreicht, ist nur die eine Seite der Wunder dieses Fahrzeugs. Die anderen Wunder liegen in den außerordentlichen Fahreigenschaften und dem daraus für den Passagier entstehenden Gefühl der absoluten Sicherheit. Dieses Gefühl der Sicherheit hat man noch nicht, wenn man im Fahrplan liest, daß man in diesem roten Projektil in nur vier Stunden und fünfzig Minuten von Prag nach Bratislava fahren fann und sich die dazu nötigen Fahrgeschwindigkeiten herausrechnet. Das ist das Wunder, daß man dieses Gefühl der unbedingten Sicherheit aber hat, in dem Augenblick, in dem das Fahrzeug beginnt aus der Bahnhofshalle zu gleiten. Es ist mir nicht möglich, einen Vergleich für dieses erstaunlich weiche Anfahren zu bringen. Ein aus dem Hafen fahrendes Schiff zittert unter dem Stoß der Schiffsmaschinen. Ein startendes Flugzeug fibriert im Dröhnen der Propeller. Alle anderen Fahrzeuge auf Straßen und Schienen geben durch irgend einen fleinen Rud und ein Brummen fund, daß ihre Fahrt beginnt. Dieses rote Geschoß beginnt sein Gleiten ohne Laut und Stoß. Ga steigert seine Fahrgeschwindigkeiten in fürzester Zeit auf jede Höhe, ohne daß es der Passagier an etwas anderem erfennt, als am wirbelnden Tanz vorbeifliegender Telegraphenstangen. pelten Geschwindigkeit fahren könnte. Es wird also in Zukunft oft bei der Auswahl des Verkehrsmittels der Vergleich der Geschwindig feiten ausscheiden können und nur die Frage des Preises und der Sicherheit bleiben, denn auch das Problem der unangenehmen Eisenbahnermüdung durch Schienenstoß und stoßweise Geschwindigkeitsveränderungen ist beim Slowakischen Geschoß" durch sorgfältigste Federung und durch ein neues sinnreiches System einer elettrome ch anischen Supp I ung beseitigt. noch verbessert werden können, wenn man sich ents schließt, den brennstoffsparenden Dieselmotor zu verwenden. Es wäre selbstverständlich zu gewagt gewesen, diesen Versuch mit neuartigen Motoren zugleich mit dem Experiment der überhöhten Geschwindigkeiten zu machen. Da aber nun die Versuche mit den vor furzer Zeit für regelmäßigen Verkehr noch phantastischen Geschwindigkeiten vollkommen ge= glüdt sind, ist der Weg für das zweite Experiment frei. Gegenwärtig fann die Rentabilität für solche überschnelle Verbindungen nur auf der Grundlage der Preise für die zweite Klasse errechnet werden. Man darf aber dabei nicht vergessen, daß die zweite Klasse von Prag nach Preßburg im roten Projektil mit reserviertem Plaz 140 Kč fostet, während man zum Beispiel in Deutschland für die gleiche Strede im gewöhnlichen Schnellzug dritter Klasse ctwa 153 Kč zahlen muß. Ing. Kurt oberer * Nr. 153 An unsere Abonnenten es und Kolporteure! Anläßlich des Feiertages wird am Montag, den 6. Juli, nicht gearbeitet, so daß unsere Dienstagausgabe entfällt. Die Verwaltung. o umfangreich, daß mit einer zwei bis dreigegen die Beschuldigten gesammelte Material ist wöchigen Prozeßzdauer zu rechnen ist. 22.000 Denkmäler! Die türkischen Behör den haben beschlossen, in allen türkischen Gemeinden, etwa 22.000 an der Zahl, Denkmäler für Kemal Atatürk zu errichten. Etwa die Hälfte der Gemeinden besiẞt bereits solche Denkmäler oder Gedenktafeln; in einigen Gemeinden befinden sich sogar mehrere. Was die Sicherheit betrifft, so fann man das rote Projektil einem Schnellzug vorziehen. Trotz der fast verdoppelten Geschwindigkeit, ist der„ Slovenská strela" auf fürzere Strede zum Halten zu bringen. Der normale Verkehr mit dem„ Slowakischen Es bleibt alſo eigentlich nur der Prei 3= Pfeil" zwischen Preßburg und Prag wird Montag, Streit gegen antisemitischen Boykott. Die vergleich. Bei den jest zwischen Prag und Preß- den 13. Juli, aufgenommen werden. Gemäß dem jüdische zioniſtiſche Partei ſowie die jüdiſche ſoziaburg eingefeßten beiden roten Projektilen, mit ie Interesse der Oeffentlichkeit für diese neue Verbin- listische Arbeiterpartei haben Dienstag in Warzwei Motoren von einhundertsiebzig Pferdestärken, dung der Slowakei mit den historischen Ländern kann schau und in den größeren polnischen Provinzist die Wirtschaftlichkeit garantiert, wenn durch vorausgesetzt werden, daß der Slowakische Pfeil" städten einen zweistündigen Demon= schnittlich die Hälfte der Pläße belegt werden. Die infolge seines ruhigen Ganges bald ein beliebtes ſtrationsstreit zum Zeichen des Protestes ses Verhältnis dürfte bei neuen Wagenmodellen Verkehrsmittel der GSD. werden dürfte. gegen das Andauern des antisemitischen wirtschaftlichen Boykotts durchgeführt. In der Haupta stadt blieben die jüdischen Geschäfte, Läden, WohnMord unter Offizieren. Die Prager Polizei- häuser und sonstige jüdische Unternehmungen so. forrespondenz meldet: In Prag- Střešovice Cp. wie auch die Büros geschlossen. 413 hat Mittwoch abends der Kapitän des Sani- Einem grauenhaften Explosionsunglück fietätsdienstes MUDr. Stanislav Pospíšil den len in Montevecchio bei Görz fünf Personen zum Oberleutnant Antonin ag an erschossen und Opfer. Eine Gruppe junger Leute suchten in der sich dann durch einen gutgezielten Schuß selbst Umgebung des Städtchens nach Ueberresten von das Leben genommen. Oberleutnant Sagan wurde Kriegsmaterial aus dem Weltkrieg. Bei dem Verins Garnisonsspital gebracht, wo er seiner Versuch, eine nicht trepierte Granate auszugraven, cung cring. Die Motive der Tat jind noch nicht explodierte der Blindgänger. Alle fünf Perſonen, die sich an dem Geschoß zu schaffen gemacht hatbekannt. An Ort und Stelle traf eine Unter- ten, wurden vollständig zerrissen, so daß es unſuchungskommiſſion ein. möglich war, die Identität der Leichen festzustellen. Jagesneuigkeiten Eine Kundgebung richtet: der Menschlichkeit Aus Aulaß der am 5. Juli in Brüssel stattfindenden Europäischen Amnestiekonferenz für die politischen Gefangenen in Deutschland Unwetter in aller Welt. Ueber Agram hat Thomas Mann folgende Erklärung anging Dienstag nachmittags ein sehr heftiges Gedas Organisationskomitee. der Konferenz ge- witter nieder. In einigen Minuten waren die goßzergény( Komitat Ocdenburg) brach ein Feuer Großfener durch Brandstiftung. In AgyaStraßen überschwemmt. Das Wasser erreichte an aus, dem 40 Wohnhäuser zum Opfer fielen. Nach einigen Stellen bis einen Meter Höhe. Der Blitz den polizeilichen Erhebungen entstand das Feuer schlug mehreremale ein. Die Telephonverbindung durch Brandstiftung. wurde unterbrochen. Feuerwehr und Militär Hochzeit im Taucheranzug. Wo kann das schon mußten an zahlreichen Stellen Hilfe leisten. Ein passieren, daß man Hochzeit unter Wasser feiert? Rettungsarbeiten schwer verlegt. In den Vor- Staaten. Dort hat ein U- Bootsfapitän ein Cowgirl Feuerwehrmann und vier Arbeiter wurden bei den In Seattle im Wilden Westen der Vereinigten stadtvierteln haben sich viele Einwohner nur da- geheiratet. Und da er in Seattle nicht mit seinem durch gerettet, daß schwammen. Kaukasus und Ostküste begnügt, mit seiner Braut zu sehen. Der Kuß der Jungvermählten Als Mensch und als Deutscher bin ich mit meinem ganzen Herzen bei den Männern und Frauen, die aus vielen Ländern in Brüssel zuGeschwindigkeiten, die im Fahrplan stehend sammenkommen, um das Gewissen der Welt und uns noch bedenklich erschienen, zeigen sich uns nun, so vielleicht auch das der Machthaber Deutschals vollständig beherrscht von diesem souveränen lands wachzurufen, damit den Tausenden, welche Fahrzeug. Wenn der Geschwindigkeitsmesser spielend um ihrer Gesinnung, ihres Glaubens willen im über den roten Strich tanzt, der uns anzeigt, daß Deutſchen Reich eine, graujame Gefangenſchaft der materialidades mito auf 10 Millionen U- Boot auf den Grund des Meeres herabgehen wir die vorgeſchriebene Höchstgeschwindigkeit erreicht erdulden, endlich die Freiheit wiedergegeben Dinar geschätzt. Die Ernte in Bosnien und dem Pfarrer Taucheranzüge anzulegen und in haben, dann hat man nur das Gefühl, daß dieser werde. Möchten die politischen Sieger Deutsch- und Serbien hat durch Unwetter schweren Schaden einen Teich von 20 Meter Tiefe herabzusteigen. Dort fabelhafte Wagen von uns aus auch noch mit der dop- lands sich bewußt werden, daß die unerfättliche genommen. Unweit von Skoplje war der Eisen- vollzog der Pfarrer die Trauung. Das Jawort war Dieſes berechtigte Gefühl der v.o I 1 ft å n- d- i- Rachsucht, die fie befunden, von der Welt als, hautatufet at beſondere die Pfiftiſte des away, nicht zu hören, aber das Kopfniden deutlichgen Sicherheit, das am Führerſtand des ro- Merkmal innerer Kleinheit, ja Niedrigkeit Schwarzen Meeres wurden von ſchweren niet- mußte allerdings verschoben werden, bis man wieder ten Projektils auch der Laie bei jeder Geschwindig- empfunden wird, und daß sie damit ein Volt, tern heimgesucht. Vielfach wurde die Ernte verfeit hat, fann er am Führerſtand auch unserer mos das für ihre Taten nichts kann, der gesitteten nichtet und an Baulichkeiten beträchtlicher Schaden an die Oberfläche gelangte. Wer die Geschichte nicht dernſten Schnellzugslokomotiven nicht finden. Und Menschheit entfremden. Wenn es ihnen nicht angerichtet. Die Verbindungen waren vielfach laut, braucht nur die Bildſeiten der großen ameri das, obgleich hier nur Söchſtgeſchwindigkeiten von nur um den üppigen Genuß der ihnen zugefal- unterbrochen. Auch einige Opfer an Menschenlebenniſchen Zeitſchriften durchzusehen. Es handelt ſich Man glaubt, man wäre ein Tierbändiger mit einem lenen Gewalt, sondern, wie sie beteuern, um find zu beklagen. Löwen. Man sieht eine fauchend glühende Urgewalt Deutschlands Größe und Ehre zu tun ist, so der Natur in viele Zentner Stahl gepreßt und in mögen sie endlich ein wenig Großmut, ein wenig jeder Minute nur durch eine Unzahl von Rädern Gerechtigkeitssinn in sich entdecken und denen, und Hebeln und Griffen und Schrauben gebändigt. die keine andere Schuld trifft, als daß sie an In Schweiß gebadete Männer halten hier hinter Völkerfreiheit und Völkerfrieden glaubten, die glühendem Feuerloch an plumpen Hebeln und Grif Kerfertore öffnen. Auch um Europa, auch um fen unter Einfaß ihrer ganzen förperlichen und gei- den Frieden ist es stigen Energie die Wacht. eu fut. Wie sehr wäre auf belten, bie gern ihren Worten glauben möchten, geholfen. wenn sie erkennen dürften, daß in Deutschland nicht rechtlose Willfür, sondern der Geist regiert, der allein auch in internationalen Beziehungen Vertrauen erzeugen kann! einhundert Kilometern in der Stunde erlaubt sind. Wie ist es dagegen im Führerstand des„ Slo- gen walischen Geschosses"! Ein Mann sigt im füh Ten Luftzug an zwei kleinen Hebeln. Mit der linken Hand gibt er Gas, mit der rechten bedient er, wenn notwendig, die Bremsen. Dabei ruht sein Auge vor überstreichend auf den dicht beieinanderliegenden Meßinstrumenten, die auf elektrischem Wege Bericht über den Zustand der Motoren geben. Direkt vor ihm, im fleinen runden Streis, klettert der Zeiger des Geschwindigkeitsmeſſers. Ihr sehr ergebener Ein Massenmörder. In dem Dorfe Volfow bei Poſen beging der 33jährige Volksschullehrer Be try to wifi, wahrscheinlich in einem Wut anfall einen Maſſenmord. Petrykowſki tötete mit brachte ihrer neunjährigen Tochter tödliche VerHammerschlägen seine 30jährige Schwägerin und leßungen bei. Hierauf erschoß Petrykowski seinen Bruder, ben Gatten der Getöteten, und ein all denen, die Dienstmädchen und entleibte sich schließlich durch einen Schuß in die Mundhöhle. Thomas Mann. Bomben in Madrid. In einem Neubau in Madrid explodierten kurz nacheinander sieben Bomben, wodurch großer Schaden verursacht wurde. Kurz darauf erfolgte eine Explosion in cinem anderen Neubau. Autobus stürzt um. Ein mit 100 Doppelder Straße Varallo- Alagna im Sejiatal( Norditalien) gegen das Geländer einer Brücke und stürzte die etwa 20 Meter tiefe Böschung hinab, wobei der Wagenlenker und zwei mitfahrende Personen den Tod fanden. Eine vierte Person er litt schivere Verlegungen. diesmal nicht um Tridaufnahmen. Unter diesem Titel ist in Broschürenform das Re,, Gewerkschaften im Staatskapitalismus." ferat erschienen, welches Genosse Franz Rehwald auf der im Mai 1936 stattgefundenen Tagung der Union der Textilarbeiter gehalten Uebersicht über die allerneuesten Entwicklungstenhat. Das Büchlein gibt eine gedrängte gute denzen in der Wirtschaft und die daraus erflies ßenden Aufgaben der Gewerkschaften. Die Broschüre ist um den billigen Preis von 50 Hellern bei der Union der Textilarbeiter in Reichenberg, Schleusengasse 12, zu bestellen.-Wir können die Leftüre der Schrift des Genossen Rehwald aufs wärmste empfehlen, sie ist instruktiv und leicht faßlich geschrieben. Das Wetter. In der ganzen Republik dauert bei südwestlichem Wind fühles und unsicheres WetStaatsgebie ter an. In den tes, wo die vom stellenweise meter hatten, hat die Gewittertätigkeit zwar Mitteine Ergiebigkeit von 30 bis 75 Liter pro pro Quadrat woch meist aufgehört, in Böhmen und Karpathorußland traten jedoch nachmittags wieder Gewitterregen auf. In Südwesteuropa fühlt es sich nunmehr allmählich ab unter dem Einfluß weiterer Ausläufer die Nachmittagstemperatur bereits vielfach unter des britischen Tiefdruckgebietes. In Frankreich blieb 20 Grad. Am wärmsten war es in Polen und in der Ungarischen Tiefebene, wo 30 bis 31 Grad verzeichnet wurden. Das Wärmegebiet dürfte sich nunmehr langsam nach Osten zurückziehen. Wahrscheinliches Wetter Donnerstag: Nach kurzer Besserung wieder Bunahme der Neigung zu Gewit tern und Regenfällen von Südwesten her. Schwil und später etwas kühler. Hauseinsturz. Am Dienstag ist in. Voiron bei Grenoble ein dreistöckiges Haus eingestürzt. Glücklicherweise befanden sich im Augenblick des Diese zwei Bilder zeigen uns deutlicher als Ehrendoktorat für Masaryk. Die Korpo- Einsturzes nur zwei Personen von insgesamt etwa vieles andere, wie wir uns am Umbruch zweier tech- ration Colegio de Doctores", die im Jahre 15 Bewohnern im Hauſe. Eine Frau tam ums nischer Zeitalter befinden: Das Zeitalter der 1536 bei der Madrider Universität gegründet Leben, ihre vierzehnjährige Tochter konnte sich Dampfmaschinen und des festen Brennstoffs, der wurde, hat zu ihrem Ehrenmitglied den Präsi- an einer nicht einstürzenden Mauer festhalten und Kohle, nimmt von uns in unseren Schnellzugsmas denten- Befreier Dr. T. G. Masaryk ernannt. Zu unversehrt geborgen werden. schinen mit vielen Tonnen Stahl und einer Fülle forrespondierenden Mitgliedern wurden ernannt: verwirrender Hebel und Griffe Abschied. Das neue Dr. Alice Masaryková, Dr. Robert Flieder, tiche- zentnern Mehl beladener Lastraftwagen fuhr auf Zeitalter der Explosionsmotore, der Elektrizität und choslowakischer Gesandter in Madrid, und Legader flüssigen Brennstoffe begrüßt uns im Slowa- tionsrat Dr. Zdenek Formánet. Die Diplome fischen Geschoß mit leichtem Aluminium, mit zu wurden bei der Jahresfestversammlung in Anschlanken Konstruktionsteilen gepreßtem Edelstahl wesenheit der Vertreter der Regierung und des und mit zwei Hebeln, die Herr über eine Ge- diplomatischen Korps übergeben. schwindigkeit von rund einhundertfünfzig Stilometern in der Stunde sind. Regelung des Feiertags- Postdienstes in den In diesem Moment, in dem die Eisenbahn be- Sommermonaten des Jahres 1936. Am 6. Juli Sonnenfinsternis im Tonfilm. Aus Mo 3 ginnt, mit dem Rüstzeug des neuen technischen Beit- und am 15. August 1936 wird der Dienst im tau wird geschrieben: Der Kurz- Tonfilm, der alters zu kämpfen, wird sie zugleich ein ebenbürti- Post-, Telegraphen- und Telephonverkehr wie an während der Sonnenfinsternis am 19. Juni 1936 ger Gegner von Kraftwagen und Flugzeug. Ihre Feiertagen versehen. Am 6. Juli wird die Post gedreht wurde, wird demnächst zur Vorführung Konkurrenz beginnt in der entscheidenden Domäne bloß im lokalen Zustellbezirk eingehändigt wer- gelangen. Die Aufnahmen wurden mit gutem von Auto und Acroplan, in der Geschwindigkeit, zu den, während am 15. August dies auch im Ueber- Gelingen in der Sichtbarkeitszone der totalen lands- Bustellungsbezirk geschehen wird.( Von der Sonnenfinsternis gemacht. Der Aufstieg der Der entscheidende Vorzug des Kraftwagens, an Direktion für Post- und Telegraphenwesen.) Substratosphären- Ballons, die feinen Fahrplan gebunden zu sein, wird in dem Notlandung. Mittwoch früh mußte ein Flug- Sonnenfinsternis von Flugzeugen aus, ver qu der AufMoment unbedeutend, in dem das Schienenfahrzeugzeug der Schweizer Gesellschaft Suisse Air“ bei stieg von Registrierballons, die Tätigkeit der ausaus der einmal täglich verlehrenden Seite der Bojkov unweit Pilsen eine Notlandung vorneh- ländischen und sowjetrufſiſchen wiſſenſchaftlichen huber: Rechtsberatung für jedermann, 18.85: ArbelSchnellzugswaggons zum leichtbeweglichen öfterver- men. Das Flugzeug, Marke HB- LAH, das sich Erpeditionen, Vorträge der Gelehrten in den tersendung: Aktuelle zehn Minuten, 18.45: Deutsche lehrenden Schnellfahrzeug wird, das eine dem Auto auf dem Flug nach Prag befand, wurde beschä- Nollettivwirtschaften der Gebiete des Aſowschen Preſſe, 22.15: Tanamufit. entscheidend überlegene Geschwindigkeit befißt. Vom digt. Die Besaßung des Flugzeuges, der Fabri- und des Schwarzen Meeres u. a. sind in diesem Orchesterkonzert, 14.30: Schubert- Sinfonie, 15.15: Senber S: 7.80: Auto bleibt dann nur die für große Streden un fant Dr. Thüle, der Pilot Mittelhofer und der Filme festgehalten. Deutsche Sendung: Für die Frau. bequeme Enge und die bei hohen Geschwindigkeia Mechaniker Zucher blieben unverlegt. Das Flugten vervielfachte Gefahr., zeug wird zerlegt und mit dem Zuge nach Prag Straftammer in Cleve begann heute ein Prozeß burg: 12.85: Mittagskonzert, 22.30: Tanamufit. Neuer Ordens- Prozeß. Vor der Großen 12.10: Operngefänge, 16.10: Nachmittagskonzert. 17.40: Deutsche Sendung: Klavierkonzert. Auch das Flugzeug ist dann im Inlandverkehr transportiert werden. Die Ursache des Flugzeug- gegen fünf Franziskaner- Brüder und 14 weitere Rafchau: 19.30: Unterhaltungsmusik. der Schiene nicht mehr entscheidend überlegen. Den unfalles wird von einer Polizeikommission aus Angeklagte wegen angeblicher Schmuggel- und Dftrau: 18.10: Deutsche Sendung: Grüner: Pho Flugzeiten müssen ja die oft ausschlaggebenden Bilsen untersuc Devisenvergehen. Das von der Anklagebehörde tographische Aufnahmen als Lehrbehelf. nack 109. drücken. noidl Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programment Freitag Brag, Sender 2: 7.00: Konzert, 10.05: Deuts che Presse. 11.05: Salonorchesterquartett. 18.40: Arbeitsmarkt, 14.00: Schubert: Klavierquintett, 18.05: Deutsche Sendung: Obergerichtsrat Weins Brünn: Breß Mähr. Mr. 153 Vor siebzig Jahren*) Wie es Donnerstag, 2. Juli 1936' schaftlichen Busammenschluß insbesondere der ökonomisch fortgeschrittenen deutschen Länder. Sie hatten 1883 zur Gründung des deut schen Zollvereines geführt, der nach und nach genau den Umfang jenes Kleindeutschlands an= zum Kriege kam nam, bas Dismard dann alviſchen 1866 und 1871 ( Dr. E. F.) Die deutsche Einheits- und Freiheitsbewegung war um die Wende des 18. und des 19. Jahrhunderts geboren worden. Das große Beis spiel der französischen Revolution und des Anstieges Frankreichs zur europäischen Vormacht, andererseits der Drud der französischen Fremdherrschaft, der nach der Niederwerfung Preußens im Kriege von 1806/07 immer schwerer auf großen Teilen Deutschlands Tastete( feineswegs auf den unmittelbar annettierten Gebieten des Westens, die der Vorteile moderner Verwaltung und eines bürgerlichen Rechtes teilhaftig wurden, wohl aber in den Ländern, die ihre alten Beherrscher behielten und dazu französische Besagun gen befamen), der Aufstieg der bürgerlichen Klasse Deutschlands und insbesondere der Intelligenz, wirkten zusammen, um bei den Deutschen die Sehnsucht nach einem national einheitlichen großen Staatsgebilde mit freien politischen und gesellschaftlichen Formen zu weden. Die sogenannten Befreiungsfriege" brachten aber einen Zustand, der das Volt bitter enttäuschte. Von politischer Freiheit war nicht die Rede und statt der nationalen Einheit bescherte der Wiener Kongreß den Deutschen ein Gebilde, das höchstens eine Karikatur auf die Wünsche der romantischen Jugend von 1813 war, den Deutschen Bund, eine Föderation von rund drei Dußend souberänen Staaten verschiedenster Größen- Ordnung, worunter zwei Großmächte- Desterreich und Preus ßen waren, die aber jede nur mit einem Teil ihrer Gebiete dem Bund angehörten. Die Revolution von 1848 richtete sich in ihren nationalen Bestrebungen gegen diesen Deuts schen Bund, den sie durch ein stärkeres und einheit liches staatsrechtliches Gebilde, sei es ein neues deutsches Reich oder eine groß deutsche Repus blit ersehen wollte. In der Frankfurter Paulsfirche, dem deutschen Parlament von 1848, gab es drei große Strömungen: die Linke, die Großdeutsch land als Republik wollte, die großzdeutsch- austrophile Partei, die eine Erneuerung des alten Reiches mit Einschluß der deutschen Länder Desterreichs anstrebte, und die kleindeutsche Richtung, die Desterreich aus dem Bunde ausschließen und Preußen die Führung des übrigen Deutschland anvertrauen wollte. Nach dem Sieg der Konterrevolution in Desterreich im November 1848 sanken die Sympathien für dieses Reich in Frankfurt und es siegte die fleindeutſche Richtung. Am 28. März 1848 wählte die Nationalversammlung Friedrich Wilhelm IV. von Preußen zum„ Kaiser der Deutschen", am 3. April aber lehnt der Hohenzoller die aus der Goffe aufgelesene Krone", die den Lubergeruch der habe, ab. Die letzten Bersuche, die revolutionate Bereating bor värtautreiber ( Aufstände in Dresden, Baden, der Pfalz) werden mit Waffengewalt niedergeworfen. Nun macht Preußen seinerseits den Versuch, einen engeren Für stenbund, die Union, unter Ausschluß Oesterreichs zustandezubringen. Desterreich, nach der Niederwerfung der magharischen Erhebung wieder auf der Höhe seiner militärischen Leistungsfähigkeit, droht mit Krieg, der Bar schlägt sich auf die Seite der Unionsgegner und Ende November 1850 muß Preußen in dem Abkommen von Olm üß auf der ganzen Linie fapitulieren. Jenseits der politischen Einigungsbestrebungen gab es ſeit langem die Tendenzen zu einem wirt *) Vergl. auch die Artikel„ Custoza" in Nr. 147 und Trautenau" in Nr. 151 unseres Blattes. Ein gefährliches Erziehungsprinzip verwirklichte. Dem Zollverein setzte Anfang der fünfziger Jahre Desterreich die Idee des Handelsministers Brud, eine große mitteleuropäische Zollunion, entgegen. Aber schon war der Stern Habsburgs im Sinten. Die verfehlte Politik Franz Josephs im Krimkrieg, die Niederlagen Desterreichs | im italienischen Krieg von 1859, machten den mitteleuropäischen Plänen der Wiener Politik ein Ende. 1859 bis 1861 wurde das Königreich Italien geschaffen. Die nationale Einigung ItaLiens belebte auch die nationale Bewegung in Deutschland wieder, der Imperialismus Napoleons III., für Frankreich ein zweischneidiges Schwert, da er mit dem Heraufbeschwören der Nationalitätenfrage eben auch die deutsche Einheitsbewegung förderte, trug dazu bei, daß in Deutschland nationale Strömungen durchbrachen, andererseits hatte Destere reich, aus Italien verdrängt, um so mehr das Bedürfnis, seine Stellung in Deutschland zu, festigen. 1868 berief Franz Joseph einen Fürstentag nach Frankfurt, der den Auftakt zur Ausrufung des Habsburgers zum Deutschen Kaiser bilden sollte. Aber in Preußen war inzwischen Otto von Bismard ans Ruder gelangt, der seinerseits darauf ausging, Desterreichs Vormachtstellung im Deutschen Bunde zu brechen und Preußen die unbedingte Führung mindestens in Norddeutschland zu sichern. Bismard brauchte eine nationale Politit schon deshalb, um das opponierende liberale Bürgertum Preußens, mit bem er in offenen Konflikt lag, an die Wand zu spielen. So awang er den König Wilhelm, dem Fürstentag fernzubleiben. Das bedeutete aber das Scheitern der Pläne Franz Josephs. Sonja vor der Aufnahme Die vielfache Weltmeisterin im Eiskunstlauf Sonja Henie in ihrer Garderobe in Hollywood, wo sie mit den ersten Aufnahmen für ihren Film Champagnerivalzer" beginnt. Ihr weltbekanntes Gesicht muß sie nach den Wünschen des Regisseurs verwandeln. Zur ſelben Zeit wurde ein Affäre wieder spruch Volkswirtschaft und Sozialpolitik reif, die seit vielen Jahren die Gemüter in Deutschland bewegte: der Kampf um Schleswig- Hols stein. Die Elbherzogtümer waren teilweise deutfches Bundesgebiet, standen aber unter der Souveränität des Königs von Dänemart. 1868 sette eine alldänische" Partei ein Verfassungsoftroi durch, das die Autonomie Schleswigs aufhob und die Holsteins beschränkte. Der Deutsche Bund schritt ein und als Dänemark unnachgiebig blieb, griff Bismard die Gelegenheit auf, Preußen an die Spiße der nationalen Bewegung zu bringen. Desterret, um sich nicht ausschalten zu lassen, ging mit und ein gemischtes preußisch- öſterreichisches Korps besetzte Schleswig, Jütland u. Alſen( siegreiche Gefechte der Desterreicher unter Gablenz bei Jagel, Deverſee, Veile, Erſtürmung der Düppler Schanzen durch die Preußen, Seegefecht Tegetthoffs bei Helgoland). Dänemark trat die Herzogtümer an Preußen und Desterreich ab und nun begann das Feilschen um die veraegtuner au toberfaffen, forderte aber eine Gris schädigung gedacht war an die Rückgabe von Glaz an die böhmische Krone. Da Preußen zu einer Entschädigung nicht bereit war, schob Desterreich die Thronansprüche des Herzogs Friedrich von Augusten burg vor. Im August 1865 wird in der Gastei ner Konvention eine provisorische Einigung erzielt, aber niemand zweifelt mehr daran, daß es längst um mehr geht als um die Elbherzogtümer, daß Bismard entschlossen ist, an dieser Frage den Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland entbrennen zu lassen. Bismard bereitet den Konflikt diplomatisch mit genialem Blick und sicherer Hand feindliche Haltung während des polnischen Aufstanbor. Er hat sich durch seine russophile und polendes bon 1863 die Freundschaft Rußland 3 gesichert, das seit dem Krimkrieg ohnehin auf die Gelegenheit wartet, sich an Desterreich zu rächen. Er hält Napoleon III. durch Andeutungen, halbe Versprechen und fluge Beschwichtigungsversuche hin, so daß der Kaiser der Franzosen sich schließlich in dem Glauben wiegt, er werde als Vermittlerlohn im Krieg der deutschen Mächte das linke Rheinufer oder nur in Wien zum Kriege( wo er sich wieder im voraus Venetien als Kuppelpelz ausichern läßt), sondern er hezt auch in Florenz Italien in die Allianz mit Preußen, weil er nur so das Gleichgewicht auf dem preußisch- österreichischen Kriegsschauplas gefichert glaubt. Weniger glücklich war Bismard auf dem innerdeutschen Felde, obwohl er auch da alle Minen springen ließ. Am 9. April 1866 beantragte er auf dem Bundestag die Reform des Bundes unter Mitwirfung eines aus allgemeinen Wahlen hervorgehenden Methode Sitters: bei ihrer gallon in eigenen Lande- Bismard regierte seit Jahren verfassungswidrig gegen die Mehrheit der Kammer haben schon die Deutschlands Welthandels- Anteil sinkt Beneš antwortet, Eden Seite 5 Prag. Die Antwort des Präsidenten der Republik auf das Telegramm, das er vom Vorsitzenden des Völkerbundrates Eden erhalten hat, lautet: ,, Seine Exzellenz Herr Anthony Eden, Vorsitzender des Völkerbundrates in Genf. Ich bin tief gerührt durch die liebe Erinnerung und die Wünsche, welche die XVI. Versammlung des Völkerbundes unserem Lande und mir selbst ge= sandt hat. Obwohl ich von meinen lieben lang= jährigen Kollegen entfernt bin, bin ich mit ihnen einig in der Erwartung, daß ihre Beratungen trog der gegenwärtigen Schwierigkeiten zu einem glücklichen Ergebnis gelangen. Ich bitte Sie, Herr Vorsißender, daß Sie allen Delegierten meine wahrhafte Anerkennung und mein inniges Gedenken zum Ausdruck zu bringen. Belieben Sie, Herr Vorsigender, den Ausdruck meiner Hochachtung entgegenzunehmen. Dr. Edvard Bes 11 e." Gerichtssaal Ein Kavalier Prag( rb.) Der Prager Fabrikant Franz Träger machte im Jahre 1981 die Belanntschaft eines jungen und hübschen Landmädchens. Das favaliermäßige Auftreten des Herrn Fabrikanten machte auf das unerfahrene Kind mächtigen Eindruck. Die Bekanntschaft wurde intim und schließlich fam ein Kind zur Welt. Das Vormundschaftsgericht verurteilte den Kindesvater zu einer Alimentenzahlung von monatlich 350 Kč. Gleichzeitig aber lief gegen den Fabrikanten, der seiner Geliebten inzwis schen überdrüssig geworden war, ein Strafver fahren wegen Verführung unter Obwohl die nationalsozialistische Wirtschafts- 8 ui a ne der Ehe, bei welchem die Kindespolitik die erdenklichsten Anstrengungen um eine mutter Wi ar ie 2. als Reugin erklärte, fie sei bis Ausweitung des deutschen Außenhandels unter- au der Bekanntschaft mit dem Fabrikanten Träger nimmt, hat sie das Sinken des deutschen Anteils unberührt gewesen. an den Welthandelsumsäßen nicht aufhalten kön= Dieser noble Herr, der sich mit Händen und nen. Man muß sich die vielseitigen Maßnahmen Füßen aenen die Alimentenzahlung gesträubt hatte vergegenwärtigen, mit denen insbesondere die natürlich unter Berufung auf die Krise und den Steigerung der Ausfuhr erreicht werden soll. schlechten Geschäftsgang dieser notleidende FabriNeben den verschiedenen staatlichen Vergünsti- fant hatte also auf einmal hinreichend Geld, um eine qungen ist im vergangenen Jahre die Ausfuhr Detektivkanzlei damit zu beauftragen, das Vorleben aus dem Exportförderungsfonds unterstützt wordes Mädchens zu beſchnüffeln, um ihr gegebenenfall den, in den die Industrie einige hundert Millio: Detektivkanzlei bearbeitete denn auch verschiedene.. aus ihrer Aussage einen Strick zu drehen. Die nen Mark fließen lassen mußte. Troß allem Nachbarn und Bekannte der Marie L. und brachte konnte die Ausfuhr im Vergleich zu 1934 nur verschiedene Reugen dafür auf. daß das Mädchen um 100 Millionen Reichsmart gesteigert werden. Schon vor der Bekanntschaft mit dem abrilanten Außenhandelsumfäße auch anderer Träger intime Verhältnisse achabt habe. Der FabriGlacion Deftlegent Thin, fonnte Dicle geringe Bus Em fant wurde von der Verführima treia efor o= namie den Rückgang des deutschen Anteils amen und die Aften wanderten zur Staatsanwalt Welthandel nicht aufhalten. Nach einer im zwei- fchaft, die gegen Marie L. die Anklage wegen ten Waiheft von„ Wirtschaft und Statistit" ent- falicher Beugena usia ae erhob, wegen haltenen Darstellung über den Welthandel im jener Bekanntschaft unberührt gewefen. Es sei be der angeblich falschen Behauptung, sie sei zu Beginn. Jahre 1935 hat sich der deutsche Anteil am tont, daß es nicht der staatsanwaltschaftliche Funk Welthandelsumfaß wie folgt entwickelt: tionär war, der dieses Strafverfahren in Gana feste. 1931 1932 1933 1934 1935 10.0 Prozent 9.5 Prozent 9.1 Prozent 9.0 Prozent 8.7 Prozent Der Anteil der deutschen Ausfuhr an der Weltausfuhr weist sogar einen noch stärkeren Rüdgang, nämlich von 12.4 Prozent im Jahre 1931 auf 9.2 Prozent im Jahre 1985, auf. Diese Ziffern belegen mit aller Schärfe, daß die deutschen Ausfuhrbemühungen nur von geringem Erfolg begleitet waren und sie erklä ren auch die Anstrengungen, die in der letzten Beit zur Eroberung des südosteuropäischen Mart. tes gemacht werden. Handelsabkommen mit Ungarn Am 15. Juni 1936 wurde in Prag das Handelszusazabkommer zum Handelsabkommen vom 14. Juni 1985 zwischen der Tschechoslowafischen Republik und dem Königreich Ungarn unterzeichnet, wodurch Ungarn einige Erleich terungen für die Einfuhr von Weichseln, Schaumwein, spezielle Sorten ungarischen Käses( Puszta, Pálpusztai) sowie gemahlene Zwiebeln und Knoblauch gewährt wird. Ungarn gewährt der Tschechoslowakischen Republik Bollnachläffe auf Karlsbader Sprudelsalz, Marienbader Salz und für Glasknöpfe sowie die Verpflichtung der RollAusspielen„ bemokratifer" Paro freiheit auf nicht imprägnierte Telegraphenmasten Ien im Kampf gegen den Nachbarn. Eine Vermitt lungsaktion der Großmächte scheitert. Ein Vor- und Masten für elektrische Zeitungen sowie Rollschlag Bismards auf Teilung Deutschlands entlang bindung auf Automobilchassis sowie deren Nahder Mainlinie wird in Wien abgelehnt, obwohl er men und gebundene Zollzuschläge bei sieben Arten eine goldene Brüde für Oesterreich darstellt. Die von Automobilkarosserien. Wiener Diplomatie i reitung der Entſcheibung, fo in bie in der VorbeDas Strafverfahren gegen Marie 2. megen des Verbrechens der falschen Reugenaussage brachte so zahlreiche Zeugen vor den Gerichtshof des GR. Dr. Bed, daß die Verhandlung seinerzeit vertaat werden mußte. Im aanzen liefen aber die Ausiagen der aufgebotenen Belastungszeugen auf lävvischen Tratsch hinaus und die unappetitliche Sache endete mit dem rei i bruch der Angeklagten. Die schöne Borte" 98 ( Bezirksgericht.) Brag.( rb.) Bartbesaiteten Lesern sei von der Lektüre dieses alles abgeraten, denn auch der abge= härtete Gerichtssaalreferent verspürte ein gewisses Uebelbefinden, als die Einzelheiten dieses Bezirkss gerichtsproseffes aufgerout wurden. Angeklagt war ein gewisser Herr Julius C. der Teichten Sörperverlegung. Die Personalien des Angeklagten tun nichts zur Sache. Feit steht, daß er am 10. Mai d. J. dem Aushilfskellner Jaroslav Cáda zwei Rähne ausgeschlagen hat. Der Schauplaß dieser dramatischen Szene ist. ein Ausflugsort der weiteren Prager Umgebung. Herr Julius C., ein alter Bierkenner. fam in das überfüllte Lokal und bekam ein Glas Bier vorgesetzt, das teine Svur der von Biertrinkern so geschäßten schönen Borte" zeigte. Mit einem Wort: das Bier var schal und ohne Schaum. Herr Julius C. bereb bifstellner& ada nuo berelmi finish balt Bier fort, mit dem Versprechen, dem Üebelstand abzuhel fen. Seine Bereitwilligkeit mußte er mit zwei ausgeschlagenen Bähnen bezahlen. Warum? fäumte nicht, Mangel zu rügen und der Der Annetlagte Julius C. entschuldigte ſein Weise. Als der Aushilfskellner Cade das beanstän= dete Bier wegtrua. sei er ihm auf der Suche nach einem gewissen Dertchen nachgegangen. Dabei habe er bemerken müssen, daß der Aushilfskellner auf ebenso originelle als unappetitliche Art die verlangte ..schöne Borte" produzierte, Cada habe nämlich einen Schluck Bier in den Mund genommen und diesen allau temberamentvolles Vorgehen auf folgende den entscheidenden Tagen selbst der Bismards hoffnungslos unterist die Erweckung kindlicher Eitelkeit und die öffentlegen. Bum Testenmal treuzen in Frankfurt die Die Gedichte eines vom Dritten Reich bann burch die Bähne zurückgesprit. liche Prämiierung von Kindern. In Frankreich hat Diplomaten die Degen. Am 1. Juni stellt Deftereben wieder eine Schönheitskonkurrenz für Kinder reich dem Bunde die Entscheidung über SchleswigAusgebürgerten: wodurch er sich die schöne Borte" mit ziemlichem Erfolg au fabrizieren bemühte. Angesichts dieser Schweinerei habe er ihm in begreiflicher Aufwallung. bie Absicht, ihn ernstlich zu verlegen. ftattgefunden, bet ber die beiden hier abgebildeten Solſtein anheim, am 10. Juni beantragt Breußen Prolet, das bist du einen Sieb auf die Schnauze" berſcht, aber ohne Stleinen, ein neunjähriges Mäderl und ein wenig den Ausschluß Oesterreichs aus dem Bunde, am 14. über neun Jahre alter Knabe als fchönste Juni beschließt der Bundestag auf Antrag Defter Kinder von Frankreich" mit je einem Botal ausgezeichnet wurden. ( In unserer gestrigen Ausgabe wurde irrtümlich über diesen Bildertegt ein anderes Bild gestellt, das englische Polizisten beim Ausprobieren eines neuen Rettungsapparates zeigte.) reichs Mobilmachung und am 15. Juni richtet BreuBen an Sachsen, Hannover und Kurhessen ein Ultimatum, sich unter preußisches Kommando zu stellen. Am 16. Juni marschieren die Preußen in Sachsen ein. Der Krieg um die Vorherrschaft in Deutschland hat begonnen. von Kurt Doberer Kč 8.-. Organisationsrabatt.- Bu beziehen durch die Bentral stelle für das Bildungsmefen, Prag XII. Sleasta 13. Der Verlegte beitritt in äußerst temperaments boller Art diese Darstellung des Angeklagten, gegen den er übrigens auch noch die Ehrenbeleidigungstlage eingebracht hat. Die Auseinanderseßungen der beiben Parteien nahmen solche Formen an, daß die beiderseitigen Anwälte Gelegenheit haben werden die protokollarisch festgelegten gegenseitigen Beschuldigungen zum Gegenstand neuer Klagen zu machen. Seite 6 Zwel Selten * Prager Zeitung ,, Sozialdemokrat" such des Präsidenten Dr. Beneš ausge= zeichneten Opernaufführung wurde die Spielzeit des Deutschen Theaters beschlossen. E. J. läufer. 0. Donnerstag, 2. Juli 1936. Mr. 153 Der Film Verstümmelt durch den Drudfehlerteufel" wurde gestern unser turzer Bericht über die Samstag- Nachtvorstellung. Wir wiederholen ihn deshalb: hotel werden durch einen Ueberfall auf einen reichen Ueberfall im Hotel. Menschen in einem Bergam südlichen Hang des Riesen Für den Ferialfonds der Mitglieder des Prager Gast aus ihrer Sommerruhe geschredt. Und da gebirges" hält. Deutschen Theaters hatten diese am Samstag ciue Hinter seinem Tischchen steht der StraßenDas Wetter im Juni. Laut Mitteilung der Nachtvorstellung veranstaltet, die durchaus der hei- zwischen gibt es allerhand Liebesgeschichten, die, am händler und zaubert. Er hat fleine Brettchen mit See im Sonnenschein geknüpft, den Sommer überteren Muse" gewidmet war. Es gab auch wirklich dauern. Ein wohldressierter fleiner Hund und sein furzem Stiel und drei Löchern. Durch das mittlere Staatsanstalt für Meteorologie war der Juni in Lustiges- wenn auch nicht durchaus. Die„ paro- biederer Besizer sorgen für Humor. Unter der ReLoch stedt er ein Hölzchen. Dann streicht er beschwö Die Mitteltemperatur betrug an der Staatlichen Prag etwas übernormal warm und ziemlich trocken. distische" Verunglimpfung Schillers durch eine Art rend mit der Hand über das Brettchen hin und auf Kurzposse Kabale und Liebe" kann nicht anders gie Karl Lamač wurde aus Sommerstimmung. einmal ſtedt das Hölzchen im oberen Loch. Das Sternwarte im Klementinum 18.4 Grad Celsius, las denn als Entgleisung bezeichnet werden. Aber ein otelatmosphäre, verschwundenen Bilanzen und daher um 0.6 Grad Celsius über dem 80jährigen macht der Mann so geschickt, daß die Zuschauer gar Normalwert; am Observatorium der Staatsanstalt Großteil des Publikums unterhielt sich auch über einem chloroformierten Generaldirektor ein ebenso unterhaltender, wie spannender Kriminalfilm zu= nicht merken, wie er das Brettchen unter der flachen für Meteorologie, am Alarob betrug fie 17.6 Grab dicien Spaß, wie über deſſen Vor- und Nach- jammengemischt. So gut gemist, daß der Buſchauer Sand schnell gewendet hat und daß zwei der Löcher Celsius. Die ersten zwölf Tage waren start unterwirklich in Atem gehalten wird und die richtige Lös nur ein wenig eingebohrt sind, das eine durchge= normal, die übrigen Tage war es warm, namentlich Aus den Anfängen des sozialen Dramas. In sung der geheimnisvollen Vorgänge kaum erraten bohrte Loch aber auf der einen Seite des Brettchens um den 18. Juni herum. Am höchsten stieg die Tem- großer Not, ähnlich wie viele andere tschechische fann. So sei es auch hier nicht ausgeplaudert, wie das mittlere, auf der anderen das obere Loch ist. peratur am 18. Juni, und awar im Stementimum wie Schriftsteller ſeiner Zeit, it doſef st a je t an fid) alles in überraschender weiſe in 38oblacfallen Der Mann kann aber noch verblüffender zau- auch am Klarov auf 29.8 Grad Celsius; am tiefsten Thl vor 80 Jahren( 11. Juli) in Bilsen gestor- auflöjt. Man trifft mehrere alte Bekannte aus dem bern. Auf dem Brettchen hat er mit Gummifäden fant sie am 3. Juni, und zwar im Klementinum auf ben. Seine materielle Situation und die soziale reichsdeutschen Film wieder, so vor allem Rudolf vorschiedene Gegenstände befestigt, auf der einen 6.6 Grad Celsius. am Marob auf 5.8 Grad Celsius. Welle, welche sich vor dem Jahre 1848 aus Frant- Klein- Rogge, Trude, Hesterberg, Hans Brausewetter Seite ein Zündholz, auf der anderen drei, oder auf Es gab 15 Sommertage mit Höchfttemperaturen reich nach Witteleuropa wälzte, verstärkt durch den und die unvermeidliche volternde Adele Sandrod. der einen Seite ein Seronenstüd, auf der anderen über 25 Grad Celsius. Die Sonne schien im gan- Aufstand der schlesischen Weber im Jahre 1844, Gine reizende junge Schauspielerin Jessie Vihrog ein Fünffronenstück, oder einen Straßenbahnfahrzen 268 Stunden, d. i. um 42 Stunden mehr als haben dazu beigetragen, daß sich Thl gerne mit spielte eine pflichtvergessene verliebte Telephonistin, schein und einen Zehntronenschein. Der Mann zeigt das zehnjährige Mittel ausmacht. Der Himmel sozialen Problemen befaßte. Er schrieb eine ErGr: Als Hauptdarsteller iſt der kleine Filmbund Lumpi es, macht Hokuspokus, läßt das Brettchen am Stiel war im Mittel zu 50 Prozent mit Wolfen bedeckt. zählung über arme Leute, einen Aufsaß über Wa- au nennen, der seine Rolle mit Anmut und treuz zwischen den Fingern wirbeln und icht sehen die Seiter waren acht, trübe fieben Tage, an zwei Tagen schinenstürmer und ironisierte in einigen Couplets herzigem Hundehumor spielt. Ein freundlicher überraschten Zuschauer auf beiden Brettchenfeiten zeigte sich die Sonne überhaupt nicht. Im Klemen seiner Lustspiele soziale Gegenfäße. 1847 schrieb er Unterhaltungsfilm, der, umrahmt von hübschen Bilnur Straßenbahnfahrscheine. Der Zauberer hält tinum regnete es insacfamt 39.8 Millimeter, d. i. cine Tragödie, welche das erste soziale Stüd in der dern aus dem Zugspizen- Gebiet, eine entsprechende inne und läßt es ſchen: wirklich, es ist ein ganz bloß 63 Prozent der Normalmenge. Am meisten tschechischen Literatur iſt,„ Kutnohoršti haviri" Sandlung sauber serviert und dessen Fehler nur iſt. gewöhnlicher Umsteiger". Der Mann macht die be- regnete ca 12.0 Millimeter am 24. Juni. Am Kla- Die Bergarbeiter von Kutten- daß die zu lärmende Begleiimusit stellenweise die schwörende Handbewegung, läßt wieder das Brett rob wurden elf Tage mit Regen verzeichnet, dar berg"). Es war ein fühnes Beginnen, im Vor- Dialoge verschluckt. it. chen wirbeln und jetzt haben sich die" Fahrscheine unter sieben Tage mit mehr als einem Millimeter. märz solche„ verdächtige" Themen zu behandeln. auf beiden Seiten in Zehntronenscheine verwandelt. Gewitter wurden an fünf Tagen, Nebel und Sturm Um so mehr muß bedauert werden, daß dieses Drei Männer im Schnee. Der Millionärs,, So mache ich es, wenn ich kein Geld habe," sagt überhaupt nicht beobachtet. soziale Drama in den letzten Jahrzehnten über- roman Erich Kästners, in dem sich der gleichder Mann. Und die Zuschauer mögen noch so scharf Bäberpauschalaufenthalt der tschechoslowakischen haupt nicht aufgeführt wurde und seine mit dem geschaltete Autor auf wenig anständige Art über aufpassen Staatsbahn für Einzelpersonen, anzutreten an jedem Todestag Tyls in Bufammenhang gebrachte Wie- seine Leser lustig gemacht hat, ist troß mancher zu sehen. beliebigen Tag für beliebige Zeit, z. B. drei Wochen deraufnahme durch das Ständetheater am Sams- wißiger Wendungen eine entseßlich seichte, bewußt in Strbité Pleso 375 Kč in Billen, 1695 im Hotel tag, den 27. Juni, infolge der vorgerüdten Saison titschige und in der Erfindung abgedroschene Ver Sriwan und 2115 Kč im Grand- Hotel Hvězdoslav. ein schwach besuchtes Haus fand. Hoffentlich wer wechslungsgeschichte. Aber die Leser find Herrn Weiter Tatranská Lomnice 1740 im Grand- hotel den zahlreiche Reprisen im Herbst folgen. Es ist Kästner auf den Leim gegangen, das Buch war ein Praha, Lubochňa in der Slowakei 980, Johannisbad ein Verdienst der Bearbeitung. daß im Theater Erfolg, es ist sogar( unter dem Titel., Das lebens890, Joachimsthal 1205, Marienbad 1100, Karlsbad 1110 Kč.. Im Preis ist die Reise hin und zurüd, ganze Verpflegung samt Trinkgeld inbegriffen. Im Hinblick auf das große Interesse müssen Anmel dungen in der Hochsaison Juli August rechtzeitig erfolgen. Anmeldungen und Prospette im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 383-35( 8 bis 12, 14 bis 17, Samstag 8 bis 13 Uhr). nur wirbelnde Zehnkronenscheine sind Jedes Ding hat zwei Seiten. Mit einem Trid und einiger Fingerfertigteit hebt der Mann diesen alten Erfahrungssas auf und beweist, daß man es nur geschickt anzustellen braucht, um die Zuschauer nur die eine Seite sehen zu lassen und sie glauben zu machen, sie sähen beide. Solche Taschenspieler gibt es an vielen StraBen. Und alle wollen sie ihre Sache an den Mann bringen. Sie lassen die Brettchen wirbeln und dann sehen die getäuschten Zuschauer nicht mehr, was sie doch alle aus eigener Erfahrung wissen. Der Zauber flimmert ihnen vor den Augen und sie schen bei spielsweise nicht mehr die magere Krone, die ihnen der Unternehmer als Lohn für ihre Arbeit zahlt jie sehen nur noch Volksgemeinschaft". Und sie halten es sogar für ganz in der Ordnung, daß der Zauberer in Fürstenschlössern frühstückt, in Fabrifantenvillen zu Mittag speist und am Abend den fleinen Leuten seinen Hokuspokus vormacht. Sie alle wollen ihre Brettchen an den Mann bringen. Nur: dieser Straßenhändler hier zeigt seinen Abnehmern den Trick, damit sie ihn nach machen können. Im andern Falle aber wird das Brettchen zum Brett. Die Gläubigen tragen es vorm Kopf und begreifen gar nichts mehr. Das ist der Unterschied. Das Jeschkenhaus eine altböhmische Burg. Eines der Melantrich- Blätter brachte unlängst eine Fliegeraufnahme des Jeschtengipfels, worauf auch das bekannte Jeschkenhaus zu sehen ist, die schmucke Baude, die so um 1910 herum vom„ Gebirgsverein für das Jeschten- und Isergebirge" errichtet wurde. Diese Baude wirft ja von oben gesehen einigermaßen burgähnlich. Je denfalls setzte sich einer der Redakteure jenes Blattes, der offenbar von heimatkundlichen Kennt nissen ziemlich unbeschwert ist, hin und versah das hübsche Bildchen mit dem noch hübscheren Text: Kunst und Wissen längliche Kind") dramatisiert worden, und am Ende ist nun gar ein tschechischer Film daraus ge= worden, der Berlin in Prag, die Alpen ins Ric sengebirge und den Herrn Schulze in einen Herrn Novotný verwandelt hat. Da er außerdem die Kästnerschen Einfälle" plump auftrumpfend wiedera holt, die im Buch schon unglaublichen Figuren noch unmöglicher erscheinen läßt und den Kitsch geradezu strahlen läßt, ist nichts Erfreuliches über ihn zu berichten. Ueber den Lustspiel"-Stil des Regisseurs Slawinský braucht hier nichts Neues gesagt zu werden( der einzige Fortschritt ist, daß er diesmal nicht fingen läßt). Und für die krampfhaften Uebertreibungen der Darsteller, wäre, wenn man von Hugo Ha a s absicht, die Bezeichnung Schniere" ―cisiene Stellen besonders hervorgehoben wurden, welche soziale Fragen behandeln. In Kuttenberg, der alten Silberbergstadt, hauste der Münzmeister des Königs Vladislav aus der Dynastie der Jagellonen, Beneš von der Weitmühle. Um sich zu bereichern, betrog er den König und schmälerte die Löhne der Bergarbeiter. Die Lohnfürzung hatte große Unzufriedenheit und eine Zusammenrottung der Kuttenberger Bergarbeiter zur Folge, welche im Jahre 1493 mit Weib und Kind aus Kuttenberg fortzogen und sich auf dem Berge Kant( Gang) in der Nähe der Stadt niederließen. Sie wurden umzin gelt, ausgehungert und zehn Geiseln, die sie stellen mußten, in Poděbrad und Pürglis hingerichtet. Das Stück, das sozial optimistisch endet, ist auf Grund dieser historischen Begebenheiten geschrieben. Alle nicht fehl am Orte. Mitwirkenden taten ihr Möglichstes, um diesem alten Stüde zum Erfolge zu verhelfen, insbesondere Vydra als Münzmeister Weitmühle, Vojta als Rebellenführer Opat, Štěpánek als verschmitter Schreiber Reforbat. r. i. " Vereinsnachrichten Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker Mitgliederzufammenkunft beim Atus- Feft in Die verkaufte Braut.( Abschied Hilde Konezni.) In Smetanas immer wieder entzüdender Meisteroper Die verlaufte Braut" hat vorgestern abends wilde Konezni von der Prager deutschen Oper und vom Prager Publitum Abschied genommen, um einem überaus ehrenden Ruf an die Wiener Staatsoper Folge zu leisten. In den Jahren, en, während welcher Hilde Konezni dem Sommerspielzeit der Kleinen Bühne. Die Kleine Verbande des Prager Deutschen Theaters angehörte, Bühne eröffnet heute ihre diesjährige Sommerspielist sie rasch zu einem wirklichen Bublifumsliebling zeit mit einem Gastspiel der Mitglieder des Wiener geworden und dem Theater zu einer wertvollen fünft- Burgtheaters Maria Eis, Barbara Uth, Hellmuth lerischen Stüße und Attrattion. Silde Konezni ist Krauß, Wilhelm Schmidt, Reinhold Siegert, Eduard eine Gesangstünstlerin, der von der Natur nicht nur Volters und Philipp v. Besta. Spielplan: Heute, Komotaut. Die Mitglieder der Freien Vereinigung, eine sieghaft schöne und blühende Stimme geschenkt 2. Juli:„ Kontuschovka". Freitag, 3. Juli: die am Atus- Fest teilnehmen, treffen sich Montag wurde, sondern auch die erforderliche repräsentative on tu chovka". Samstag, 4. Juli:" Die vormittags um 9 Uhr zu einer wichtigen Bespre äußerte Erscheinung und schauspielerisches Talent. Ihr Millionärin". Sonntag, 5. Juli nachm. 4: chung. Treffpunkt Café Reiter. eigener Fleiß und ihre hohe Intelligenz haben die ont uschovka". Sonntag. 5. Juli, abends: natürlichen Gaben zu reifster Stunst geformt, so daß Die Millionärin". Beginn der Abendvoruns Hilde Konezni als gesangstechnisch bedeutende, stellungen 8 Uhr. Preise 5 Kč bis 45 Kč. Vorvergrundmusikalische und gestaltungsstarte Künstlerin fauf: Deutsches Haus, Truhlařová, Wezler. berläßt, der wir im neuen Wirkungsfreis den gleichen Erfolg wie bei uns wünschen. Als Maric in der Verkauften Braut" zeigte sie uns vorgestern " Kultur und Arbeit im fergebirge Ausstellung in Gablong a. N. 12. bis 26. Juli 1936. Qualitätsschau des weltbekannten Gablonzer Glases und Schmudes. Spielwaren, " Der Jeschten eine der reizenbiten noch einmal alle ihre fünſtlerischen Zugenden u Verlanget Verlanget überall mudes, Indufiriemalerei, Grableren, Brägen, fünftet. alt böhmischen Burgen usw." Aus war Gegenstand lebhaftester Beifallsbezeugungen seidem weiteren Tert erfuhr man, daß der geist- tens des ausverkauften Hauses. Mit dieser von immer glücklich musikalisch betreuten, durch den B ereiche und kundige Verfasser diesen bei Reichen- Stapellmeister Rieger liebevoll, wenn auch nicht Volkszünder berg gelegenen Berg für einen Wach post en werden. " Galalith, Aluminium, Beleuchtungsförper, Lichtbild, Erfinderschußberband u. a. Kunstausstellung. geistige Kultur, Raumtunst. 6 große Ausstellungsgebäude. 3521 Arkadien an der Moldaubie Wässer davon. Und als ewiger Klang füllt Tagen. Aber an ihren grünumbuschten Sockeln gleichen Augenblick entschwindet das gar nicht pasdas starte weiche Rauschen den Tag und die ein- hat sich die Idylle angesiedelt. Tramphütten, halb- sende Bild, das nur die stille Feierlichkeit dieser In trockenen Sommern, in denen zeitweise same Nacht. versteckte Blockhütten nisten im Grünen. Und die Fahrt heraufbeschwor. Es ist kein Charon, der uns In diesen Strudel hinein gleitet der Kahn. schmalen Ufer sind belebt von arkadischem Som- führt; es sind gebräunte Schiffer. Und der Alte die Prager Moldaudampfer kaum bis Zbrazlav lamen, ohne auf dem Grunde zu schleifen, wird Eigentlich ist es nur ein flacher Trog, lang, breit merleben. Menschen in bunten Schwimmtrikots mit seinem freundlichen Faltengesicht legt die Rucs wohl auch am oberen Moldaulauf mehr Steine und schwer, ohne Kiel. Gegen hundert Menschen lagern im Gras, spielen am Wasser, rufen her- derstange bordlängs und erzählt mit lauter als Wasser gegeben haben. Nun aber hat das ſizen auf quergelegten Brettern in Reihen wie auf über und winken zum Gruß. Es mutet an wie Stimme Geschichten von den Felsen rechts und regenreiche Frühjahr alle Quellen geschwellt; auch den Bänken einer Schule. Die Breite und Schwere Volksstamm nadter brauner Menschen, ein Sonn- links. Genießerisch legt er den Kopf zurück und die neuerbaute Staustufe bei Vraně wirkt bis des Kahnes läßt ihn die Stromschnellen zwischen tagsvolk, das in Blockhütten wohnt und stadtfern mit zusammengefniffenen Augen, aus rundem weit über Štěchovice hinauf. Gesättigt, üppig flu- den Klippen glatt überwinden, aber für die Fähr- das idyllische Tal besiedelt. Die geringe Entfer- Munde unter dem struppig hängendem Schnurrtend zwischen grünen Ufern rauscht der Fluß über leute ist es schwere Arbeit, das schwerfällige nung vom Kahn zum Ufer läßt sie alle einander bart gibt er die Pointe zum Besten. Schmunzelnd die felsigen Barren der Stromschnellen. Ein Schiff" durch die Schnellen zu steuern. Fest ein- ähnlich erscheinen. Es ist viel Jugend unter die heimst er die Grheiterung seiner Zuhörer ein kräftiger Mann, der den Schwall zwischen den gestemmt, an den in den Grund gestoßenen Stan- sem Hüttenvolt; alle sind gebräunt und fast alle am Ende der Fahrt auch ein Trinkgeld. Dann Klippen überwinden will, muß mit aller Kraft gen hängend, zwingen sie den Kahn in die ge- sind schlank und kräftig und gut gewachsen. Frei- greift er wieder zum Ruder und jede Sehne an mehr klimmend als schwimmend an den Felstan- wollte Bahn und mit gespannten Muskeln seßen lich, auch andere Gestalten sieht man, Männer diesem alten Fährmann ist Spannung und zähe ten unter Wasser Halt suchen, um vom gewalt sie der Kraft des Flusses die Kraft ihrer Arme mit gewaltigen Bäuchen, den Kühlerhauben ihrer Kraft. Die Wellen klopfen an die Planten. Tattsamen Drange des Wassers nicht mitgerissen zu entgegen. Polternd, mit dumpfem, schluckendem abseits parkenden Autos ähnelnd. Aber sie sind mäßig flatscht der Ruderschlag. Das triefende Prall flopfen die Wogen von unten gegen den vereinzelt. Die Jugend überwiegt. Der Sport, Studer streut glißernde Tropfen übers Wasser hin. Eilig und mit gelassener Kraft zugleich Brefterboden. Und dann glättet sich die Strö- das freie Wochenendleben in Luft, Wasser und Mit schwerer Drehung gleitet der Kahn in die schwingt sich der Fluß aus grünen Talgründen mung. Die Schiffer legen die Stangen hin, wischen Sonne hat doch schon eine Generation heranwach- Biegung. Die Ruder ruhen und lautlos wandelt heran. Welche Lockung liegt in jeder dieser Win- sich den Schweiß von der Stirn und ziehen die sen lassen, die sich ungeniert der Sonne darbieten sich die Szenerie. : die erhitzten Körper. darf. Ein Mädchen steht am Wasser, schlank, mit Und dann weitet sich der Talraum. Der dungen und Biegungen, dem Flusse immer wei- Jacken über die e ter aufwärts entgegenzuwandern, seinen Lebens- Still gleitet der Kahn. Ruhig, in epischem braunen Gliedern, in zitronengelbem Schwimm- Kirchturm von Štěchovice taucht auf und gleitet lauf zu erleben bis hinauf an die dunkelbeschat- Ablauf der Bilder zicht die Flußlandschaft heran trikot mit weißem Gürtel, in jugendlicher An- heran. Noch ein mäßiger Strudel, ein letter Nachtete Quelle im Böhmerwald! Aber gleich genuß- und vorüber. Grüne Ufersäume im Goldglanz der mut, als trüge Eva noch den zarten Hauch der flang, schon übertönt von der Lautsprechermusit zwischen Karussell und Luftschaukel.„ Já bych chtěl voll ist das Bleiben und Verweilen am Ufer, des- Sonne, steile Waldhänge, dicht am Ufer aufstei- Schöpfung unberührt auf blanken Schultern. sen Gräser das Wasser schwappend bespült. Ver- gend, weich hingeschwungen unter der Hülle der Eine Stunde dauert die Fahrt. Auf den mit tvé foto..." wir kommen aus grüner halten, sich sammelnd hemmt der Fluß seine flotte Laubwälder, schroffe verkauflete Felswände, die Strecken zwischen den Stromschnellen zieht der Stille und es war, als sei dies alles weit entFahrt, als wisse er schon um den Sprung, den er das Tal zur Klamm verengen und den Fluß berg Fluß ruhig dahin. Feierlich gleitet der Kahn mit fernt von Prag. Arkadien an der Moldau. Doch tun muß. Da legt sich ihm die felsige Klippe quer seeartig abzuschließen scheinen, um sich dann in seiner schweren Fracht und unwillkürlich schwei- da liegt schon der Dampfer an der Landungsvor den Lauf. Eine Barocksäule auf dem Felsen der Biegung leicht und leise zur Seite zu drehen gen in der Stille auch die Menschen. Ein zweiter brücke. beschwört mit frommen Inschriften die Gefahr, wie hohe Torflügel, die den Blick in liebliche Tal- Kahn folgt ihm. In der Entfernung vor dunkel- Mit schwerer Drehung schwenkt der Kahn mit der die steinerne Barre den Flößer bedroht. räume freigeben. Felsen, in Schichtungen und blaugrün schimmernden Schattengründen erinnert and Ufer. Es ist Ziel und Ende dieser Fahrt, von Und da ist die Klippe auch schon erreicht und mit Faltungen aufgetippt und aufgebogen, schieferig das lautlose Gleiten der Menschenreihen über der ein Leuchten in der Erinnerung, zurückbleibt, wirbelndem Sprunge genommen. Gischt sprißt um verwittert, von Urwässern zernagt; tragen die niedrigem Bord für eine flüchtige Vorstellung an blau und goldgrün, von weichem Rauschen durch= nasses Gestein. Erregt, aufgewühlt, in strudeln Niederschrift ihrer Entstehungsgeschichte auf zer irgendwo gesehene Bilder, an Charons Kahn auf tönt wie dieser Sonntag in der Stille." den Wogen sich rückwärts überschlagend schießen splitterten Tafeln, Urkunden aus gewaltigen den schweigenden Wässern des Acheron. Aber im Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch di. Post monatlich Kč 16.-. vierteljährig Kč 48.- halljährig Kč 96.- ganzjährig Kč 192.-.- Inferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rüdstellung von Manuftripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungsfranfatur wurde von der Bofte und Teles graphendirektion mit Erlag Nr. 18.800/ VII/ 1980 bevilligt. Druderei: Orbis". Drud. Verlags- und Beitungs-.- G. Prag. Edgar Hahnewald.