Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TAGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFONI 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) 16. Jahrgang Mittwoch 8. Juli 1936 Nr. 157 Feerschau des fudetendeutschen Sozialismus 50.000 beim Meeting und Festzug in Komolau- Sonntagszauber der Alus- Turner und-Turnerinnen im Stadion Ueberwältigende Schlußkundgebung- Dank Dr. Beneš- Abend der roten Fackeln Jedem Sozialisten und Demokraten dieses Landes hätten wir gewünscht, Sonntag, den 5. Juli 1936, mittags vom altehrwürdigen Rathaus der deutschböhmischen Stadt Komotau auf den riefigen Marktplatz zu schauen, auf das unerhört bunte Getriebe zu blicken, als die Massen aufmarschierten oder den Jubel und die Freiheit" Mufe der Männer und Frauen, der Jungen und Mädels, der Kinder zu hören oder aufmarsch am Stadion zu ſehen, ber den SchlußSchönsten und Eindrucksvollsten, was wir je gesehen haben, es gibt uns ein neues Kraftgefühl, neuen Glauben an unseren Sieg, an den Sozialismus! Komotau.( Eigenbericht.) Der Berichterstatter sieht sich noch vierund. zwanzig Stunden nach Ablauf des dritten Bundesturnfestes fast außer stande, seine Eindrücke so zusammenzufassen, daß diejenigen, die nicht dabei waren, wenigstens eine ungefähre Vorstellung empfangen von dem Ueber. reichtum der Bilder, die sich den Zehntausenden boten, von der Wirkung der Kraft und Begeisterung, die da lebendig ward, vom Können und Wollen, von der Disziplin und unermüdlichkeit unserer herrlichen Atus- Leute und all der anderen – insbesondere auch unserer imponierenden RW. Nach wie vor ist eine auch nur annähernd zulängliche Schätzung der Teilnehmerzahl unmöglich. Aber daß am Sonntag an aktiven Turnern, Ju gendlichen, Parteigenossen, Festgästen und Zuschauern mindestens 60.000 auf den Beinen waren, steht außer Frage. Ein Erlebnis, das für Komotau ohne gleichen ist, darüber hinaus aber für das ganze Land unleugbarer Beweis unzerstörbarer sozialdemokratischer Stärke und also für die Gegner eine Ueber. raschung darstellt, die ihre Verlogenheit in Verlegenheit verwandeln muß. Komotaus grösstes Meeting Graslizer Jungens, deren Clairons( franzöſiſche Militärpfeifen) Entzücken hervorriefen, schritt die tapfere Gruppe sozialistischer Aerzte. Nach einer Generalpause nahte das kolossale Aufgebot des At us. Just als der Wald von etwa hundert großen Vereins fahnen und der an schließende Zug von etwa doppelt so vielen kleineren roten Fahnen und Wimpeln einzog, läuteten die Mittagsglocken. In dieses Tönen mischten sich die Marschlieder und Rhythmen der Kapellen, die Begrüßungsrufe aus dem Publikum, das immer wieder angestimmte Frei Heil!" der Turner und Turnerinnen. Beispielhaft eraft, stramm, diszi pliniert, in flottem Marsch, der nicht eine Sekunde Verzögerung erlitt, besetzte der Atus den Marktplay. Wie mit dem Metermaß ausgemessen, reichte das Karree gerade aus, um die Atusmassen in die übrige, schon aufmarschierte Versammlung eingliedern zu lassen. Da sprechen und schreiben die aufgeblasenen Soldschreiber und die Phraseure der Sudetendeut schen Partei von uns als Splitterpartei. Sie hätten die Splitter" sehen sollen, die sich da in Komotau zusammengefunden haben. Nicht nur; daß es Zehntausende gewesen sind, darunter kräftige junge Burschen und hübsche Mädchen, welche Nach vollzogenem Aufmarsch bot der Marktzur Zukunft des Sudetendeutschtums zählen play, dessen Oitseite mit einer Wand von Fahnen Bereits am frühen Vormittag des Sonntag| offiziellen Gäste Aufstellung genommen. An den abgeschlossen war, mit seinen bunten Farben und es waren Menschen, die in ihrer Treue zur sozia zeigte der Komotauer Marktplaß ein ungewöhn Fenstern des Stadthauses hatten unter anderen in der schier erdrückenden Fülle der Menschen ein listischen Urbeiterbewegung unerschütterlich sind, lich startes Um Tampfbereite, opfermutige Sozialisten. Wean dente fion que es eben, ilm, balb dlf Uhr waren bort die Minifter Genossen Bechyn& und Doktor undergeßlich schönes Bild. Großer Beifall grüßte erwars Czech und Parlaments- Vizepräsident Genosse sodann die Fahnen, als sie selber zum Gruße nach daran, daß in eser Zeit der schweren Not Tau- teten, zusammengeströmt, daß man hatte meinen Stivin Platz genommen. In der Nähe sah bern getragen wurden, empfangen von einem sende sich buchstäblich die Fahrtgroschen vom können, diese Masse sei schon die Versammlung. man ein Auto mit Presse, Film- Leuten Meer geredter Arme und geballter Fäuste der Munde abgespart haben, viele von ihnen erst vor Rings um den Marktplatz gab es aufsehenerre- und Photographen.( Selbst vom Turm der Turner und Turnerinnen. Inrzem in Bodenbach gewesen sind und nun wiegende Plazmusiken der S3. Defanaltirche wurden Filmaufnahmen gemacht.) der in Komotau aufmarschierten! Für diesen SI zu Hunderten nahm dort Aufstellung, die Opfermut, für dieses Hochhalten eines großen diensttuende RW wurde von dort aus dirigiert, menschlichen Ideals hat das sudetendeutsche Bürunsere Samariter hatten dort ihre Zengertum allerdings wenig Sinn. tralstation. Das iſt das Bezeichnen an dem Berhört nis des sudetendeutſchen Bürgers zu ſeinem proletarischen Volksgenossen, daß der Bürger nicht nur nichts empfindet an dem großen und erhebenden Fest der Arbeiter, sondern daß er fremd, wenn nicht gar feindselig auf den Aufmarsch der Massen blickt. Man erinnere sich doch, wie bei der letzten Arbeiter- Olympiade in Prag die Bevölkerung geflaggt und gejubelt hat, weil der große Teil des tschechischen Volkes die körperliche Ertüchtigung und den geistigen Aufstieg feines Proletariats mit Sympathie verfolgt und als eine Seite des voltlichen Aufstieges empfindet. Das sudetendeutsche Bürgertum läßt die Entwicklung seiner Arbeiterklasse nach vorwärts und aufwärts talt, Es kommt die Stunde, da dieses Bürgertum über rascht und erschrocken sein wird, wenn der kultu telle Aufstieg der sudetendeutschen Arbeiter machtpolitisch wieder zum Ausdruck kommen wird! Komotau aber sollte eine Lehre sein nicht nur für die sudetendeutsche Deffentlichkeit, sondern auch für die Tschechen und verantwortlichen Staatsmänner dieses Landes. Unsere tschechischen sozialdemokratischen Freunde waren dort zahlreich vertreten und haben sich mit uns der Freude hingegeben, daß es auch im Sudetendeutschtum aufrechte, tapfere Sozialisten und Demokraten gibt, die bereit sind, die Demokratie zu verteidigen, auch wenn es Ernst werden sollte. Ebenso hat der Herr Staatspräsident all den Tausenden in Komotau das Herz höher schlagen lassen, als er uns sagen ließ, daß sich die Demokratie auf ihn verTassen könne, so wie wir ihm tündeten, daß er auf uns zählen könne. Aber alle Tschechen, welche diesen Staat als demokratischen erhalten wollen, mögen nicht vergessen, daß in dieser sudetendeutschen demokratischen Armee unter allen Umstän= den das Bewußtsein erhalten werden muß, man habe nicht an diese tapferen Soldaten vergessen, d. h. es müssen Taten gesetzt werden, um den Menschen zu helfen, ihnen beizustehen, wie es ehrliche Kampfgemeinschaft im Ringen gegen Unfreiheit und Untultur gebietet! Wir Sozialisten haben aus Komotau die Ges wißheit mitgenommen, daß unsere Bewegung in allen ihren Zweigen, die bei unseren Turnern zu Gast gewesen ist, organisatorisch, diszipliniert und ideell fortschreitet, daß wir nicht stillestehen, sondern vorwärtsgehen. Wir marschieren und wir werden alle Hindernisse überwinden. Wir scheuen nicht den Kampf, die Flamme, die in uns loht, wird uns zur Fackel des Sieges werden! Gegen elf Uhr wurden da die Tausenden Buschauer trotz Aufforderung durch den Lautspre cher den Platz nicht räumten, vier Hundertschaften der RW zur Erfüllung dieser notwendigen Aufgabe eingeſeht. Wie ſie bag in den Dini rasant und scheinbar mühelos, tadellos diszipliniert, ohne Lärm, entschieden und dennoch ohne jede Härte erledigten, war imponierend und bewundernswert. Um elf Uhr lag das Riesencarree des Marktplates frei, eingesäumt von NW- Leuten, hinter denen sich h die W Massen erivartungsvoll stauten. Rings um die Rednerkanzel Eindrucksvolle Kundgebung Großartiger Aufmarsch fämpferisch augleich, von der Stanzel her a n Um halb zwölf Uhr marschierte die Spike des Zuges, vom Festplatz herkommend, auf den Marktplay: mehr als tausend NW- Leute. Fanfarentlänge und Spiel der Pfeifer tönte über den Raum. Bewunderung erregte gleich der Einmarsch der etwa tausend Köpfe zählende Zug der DTJ. Die Rednerkanzel war nehen dem Tor des( etiva zu zivet Dritteln Frauen), der sich, von Stadtamts, im West- Eck des Plages, aufgestellt. seiner imposanten Fahnengruppe umgeben, beim Dort hatten unsere Parlamentarier unter Füh- Brunnen postierte. Dann folgte die Metallrung des Genossen Ta ub, die Vertreter der arbeiter- Jugend, uniformiert, ebenfalls an Atus- Bundes- und Feſtleitung und ein Teil der i tausend Mann start. Hinter unseren prächtigen Einmarsch der Fahnengruppe auf dem Marktplatz ( Das Bild zeigt nur den südlichen Teil des Platzes) Persil Um viertel ein Uhr erklangen festlich und mann als Obmann des Feſtausschusses eine faren. Dann hielt Genosse Franz Kaufkurze Ansprache, in der er, unter stürmischem Beifall der Zehntausende, Minister Genossen Rudolf Bechyně herzlichst willkommen hieß und dessen, inniges Bedürfnis vermittelte, ein paar Stunden in der Mitte unserer Bewegung zu verweilen. ( Wiederum großer Beifall.) Genosse Kaufmann umriß dann kurz die Bedeutung dieses Tages als eines herrlichen Zeugen unserer Kraft und als großartigen Ausdruck des Gelöbnisses der Massen zu unverbrüchlicher Treue für den Sozialismus, der tiefen, unlöslichen Verbundenheit der Arbeiterturner mit ihrer Internationale, mit unserer sozialdemokratischen Partei, mit den Getverkschaften. Noch einmal schilderte Kaufmann die grenzenlose Opferbereitschaft, die sich bei der Vorbereitung wie bei der Durchführung des Festes einzigartig manifestierte und schloß mit einem leidenschaftlichen Kampfruf für die Demokratie und gegen den Faschismus.( Bei der Nennung des Namens Dr. Beneš brauste Beifall über den Platz.) Dieser kurzen Ansprache folgte ein noch kürzerer Appell des Genossen Ullmann: ,, Der Atus grüßt alle feine Gäste. Er gelobt, weiter Schulter an Schulter, was auch Tommen mag, zu kämpfen. Freiheit, Freiheit, Freiheit!" *: Die ganze Kundgebung hatte drei Minuten gedauert; dennoch ward alles gesagt, was gesagt werden mußte. Und alle Beteiligten empfanden dieſes Abſtanbnehmen von langen Reden als gut und richtig, insbesondere im Hinblick auf die gro ßen Anstrengungen, die das Fest dennoch mit sich brachte. Bei dieser Gelegenheit sei noch verzeich net, daß das Meeting, der Festzug und auch der Nachmittag und der Abend vom herrlichsten Wetter begünstigt waren. Der Festzug Unter Vorantritt der Delegationen des Bundes und des Festausschusses, unseres Parteiborstands, der Klubvertreter, fetzte sich nun der Seite 2 Mittwoch, 8. Juli 1936 Nr. 157 bin und hladký. Bom Justizminister Genoffen Dr. Dérer ist folgendes Schreiben eingelangt: und die Musit verstummte, verlas Senator GeDank Masaryks noffe Heinrich Müller vom Balkon herab Antwort des Präsidenten der Republik Der Herr Präsident T. G. Masaryk war über die Erinnerung erfreut, die ihm die Teilnehmer des dritten Bundesfestes des Atus gewidmet haben. Er dankt herzlichst für ihre liebeit Grüße und für die ihm zum Ausdruck gebrachten Glückwünsche. Zug durch die Stadt zum Festplatz hin in BeweGäste aus der Bruderpartel gung. Auf dem ganzen Wege standen dichte Spa liere; insbesondere aber die Strecke zwischen Von tschechisch- sozialdemokrati- cieberum unter großem Beifall die an Masaryk Aus der Kanzlei des Präsidenten- Befreiers Markt- und Festplatz war schwarz von Menschen- cher Seite nahmen, abgesehen von der großen und Beneš abgegangenen e ft bepeschen und Mafaryt lief folgendes Danttelegramm eine massen. Vom Gymnastum her bot die Weingasse, DTJ- Delegation, am Atusfest teil: die Minister sodann folgende in der unzählige Zuschauer Aufstellung genommene čas und Bechyně, die Abgeordneten Stihatten, ein beispiellos schönes Bild, als die Spize des Zuges bergan zu schreiten begann. Die NW. mit der Staatsfahne, die führenden Genossen, die Arbeiterradfahrer, die Fahnengruppen, unsere Jugend, die Metallarbeiterjugend, die ukrainis schen und ungarischen Gäste, die TrommYer und Pfeifer, die DTJ, die sozialdemokratischen Frauen und dann die Turnerinnen und Turner wurden immer wieder stürmisch begrüßt. Immer wieder reckten sich die Arme zum antifaschistischen Gruß, immer wieder wurden Freiheit und Freundschaftsgrüße ausgetauscht. Berauschend wirkten die Farben im hellen Sonnenglanz, Freude, Feststimmung und Kampfvillen lag über allen Gesichtern. Genau eine Dreiviertelstunde dauérte dieser Vorbeimarsch einer der schönsten, den es je in der Arbeiterbewegung gab. Ich hatte den besten Willen, mich an dem Bundesturnfest in Komotau zu beteiligen, doch sehe ich, daß dies nach den lezten Dispositionen nicht Čadca und auch an dem folgenden Tage ist meine Anwesenheit in der Slowakei dringend notwendig. Ich bitte daher, meine Abwesenheit mit diesen wichtigen politischen Umständen zu entschuldigen. Ich spreche den Wunsch aus, daß die Festtage in Komotau voll gelingen und den Erfolg bringen, welchen Ihr Euch von ihnen versprechet. Prag, am 2. Juli 1986. Mit Gruß: Dr. Ivan Dérer. Atus- Schönheit und Atus- Kraft überfluten das Stadion Danke herzlich für die mir vom III. Bundes. fest überfandte Kundgebung. Insbesondere werte ich Ihr Bekenntnis zur Freiheit, Demokratie und Völkerverföhnung, sowie Ihre Versicherung, bah ich, mag kommen, was immer, auf den Atus bauen Vorbildliche Samariterarbeit kann. Auch auf mich können alle Demokraten, welche biefen Staat und feine! Demokratie mit aller Energie verteibigen wollen, verantwortungsvollen und oft schweren Dienst ge Die Atus- Samariter haben in Komotau ihren vertrauen. Ich wünche Ihrer Arbeit ben besten radezu mustergültig versehen; sowohl im Stadion Erfolg. Präsident Dr. E. Beneš. als auch in der Stadt. In vielen hunderten leichten Auch die Antwort des Präsidenten wurde mit Fällen, wie sie beim Busammenströmen Behntausengroßem Beifall von den Massen aufgenommen. der Menschen unvermeidlich sind, haben sie mit unglaublicher Raschheit hilfreich eingegriffen. Allein Genosse auf mann stellt als Festobmann in dem der Stadt zunächst liegenden der vier Saniden vollen Erfolg dieser Veranstaltung fest, dieses tätsstationen auf dem Festplaß selbst wurden bis bewundernswerten Symbols der Kraft, der Treue Sonntag abends gegen 400 Fälle verzeichnet, fast Kampfwillen burchaus ungefährlicher Art, vor allem Ohnmachts= Namen, und des Armee", ruft Kaufmann. anfälle, Magenverstimmungen, Kontusionen, leichte fann nicht geschlagen werden! Der Verlegungen. Als bei der Schlußkundgebung einige Es ist uns leider aus Naumgründen nicht die Anmut ihrer Uebungen, jugendlich Kraftvolles bemokratische Staat kann sich auf uns verlassen, von den Turnerinnen vor Uebermüdung zu wanken möglich, auch nur flüchtig alle die Bilder zu er- mit weiblich Bartem verbindend, die Akuratesse so wie wir erwarten, daß der Staat treu zu uns begannen und diese Erscheinung innerhalb der Koz wähnen, die im Laufe diefer Fefſttage, insbesondere der Uebungen: all bas ergab ein fast ribrend bante am und Lonine anſtedend an witten anfing, waren die Samaaber am Sonntag- Nachmittag das Stadion wäh- fchönes, fanftes und doch zugleich auch großartiges dankt Kaufmann allen am Feſte Beteiligten und riter jedesmal mit ihren Tragbahren blitzschnell zur rend der Uebungen und Vorführungen bot. Es Bild. Beim Abmarsch der Turnerinnen erfüllte schließt mit einem Hoch auf die tschechisch- deutsche Stelle. Auch ihnen, natürlich ebenso den Genossen exzellierten die einzelnen Turnkreise, es löften die wahrhafter Jubel das ganze Stadion, in dem die sozialistische Internationale, auf die Weltinter- Aeraten, gebührt herzlicher Dant aller. Evolutionen der tschechischen Turnerin Menschen an 30.000- Stopp on, mit nationale der nen und Turner helle Begeisterung bei den und standen. Begeisterte Nufe schollen den Mädels Sodann betritt Genosse Dr. Czech, als Zehntausenden aus, es warven mit Erfolg die und Frauen entgegen und gingen erst unter in Vorsitzender der deutschen sozialdemokratischen Fußballer diesmal ohne Fußball zu spielen dem Jauchzen, mit dem die sodann einmarschieren- Arbeiterpartei, den Rednerplatz auf dem Balkon. die genannt werden müssen um die Sympathie der Zehntausende. den viertausend Atus- Jünglinge und Männer Er faßte in seiner Rede den tieferen Sinn des Das Schönste vom Schönen aber, das keiner empfangen wurden. Das Auge, noch trunken von Festes zusammen in der Formel: Sportler richten über Stomotau mehrmals genannt wurden, Außer den Namen derer, die in unseren Beje vergeffen wird, der es miterlebte, war das Auf der weichen Schönheit der Frauen, überströmte sein ist gut, aber Sozialist sein noch beffer!" verdienen insbesondere noch folgende Männer treten der Atu 8- Tausende selber. Schon beim Anblick der geballten Kraft, des Massen- Er wird in der herzlichsten Weise vom Felde und wegen der großen Verdienste, die sie sich um das als unsere prachtvollen Atusmädels, etwa zwei willens, der Massen- Kampfbereitschaft, die die von den Tribünen her begrüßt; unterhalb des Fest erwarben, namentlich Erwähnung: der Oreinhalb Taufend, das Feld betraten, entzündete Atusmänner im Schritt der Gladiatoren verkör: Balkons versammeln sich während der Rede( die ganiſationsleiter Genoſſe UI I'm a nn, die Stomofich im ganzen Stadion der Beifall, der immer verten. Selbſtverſtändlich fanden auch die Nebun- wir an anderer Stelle wiedergeben) Taufende, die tauer Organiſatoren Reich I, May, Kilian, stärker und stärker wurde. Der Aufmarsch diefer gen der Männer immer wieder großen Beifall, der die Rede direkt, nicht auf dem Umwege über den Kolonnen gesundheitsstrohender weiblicher Jn sich bei ihrem Abmarsch zu ganz großen Kund- Lautsprecher anhören wollen. gend, ihre Ausbreitung dann über das ganze Feld, gebungen steigerte. Ueberwältigende Schlußkundgebung Um halb sieben Uhr, im Lichte der Abends( phonie der Farben, der Kraft und Schönheit, nicht fonne, vollzog sich im Stadion die gewaltigste, hins nur war das alles edel getaucht in die Harmonie reißendſte Abſchlußkundgebung, die je ein judeten den umgebenden sanften Verglandſchaft, üverdeutsches Fest gefunden hat.. Wieder machten die glänzt vom Abend eines wunderschönen Tages; Fahnen den erhebenden, begeistert applaudierten nein, noch mehr, noch Besseres, Unvergleichliches Anfang, das Feld umwandelnd und im Hinter erfüllte diese Massenszene: das fühlbare Verbungrund Ausstellung nehmend. Es folgten die densein aller Aufmarschierten und aller Zuschauer schmucken Aruk- Leute, dann wuchtig, Respekt er in der Idce, das fast greifbare Bewußtsein aller zwingend, die NW, die DTJ, die Jugend und Schntausende, daß dieses Große und Einmalige, schließlich das Zehntausend der Atus- Frauen und dieses Ergebnis von Opferwillen, Disziplin, KörMänner. Ein Beifallsorfan beim Vortragen der perkultur, Solidarität, Schönheitsfinn und KraftFahnen in Gliedern über das ganze Feld. Und gefühl doch nur diene dem alle und alles umfaffen wieder Sturm von Applaus beim Fahnenmarsch den Gedanken des Sozialismus und seiner aktuel auf die Estrade zu, zu der dann die Banner len Aufgabe der Verteidigung der Demokratie und emporſtiegen, also im Hintergrund ein Szenen Menschlichkeit, des Friedens und der Völkerverbild krönend, das keine Freilichtbühne der Welt föhnung gegen die Barbarei des Faschismus. übertreffen fann. Denn nicht nur stand das Sta Als der Aufmarsch vollzogen war und die dion jest im höchsten Zeichen freiwilliger Diszi proletarische Division gewissermaßen Gewehr bei plin, nicht nur berauschte das Auge eine Sym- Fuß stand, als der Beifallssturm sich gelöst hatte 30 Wir suchen ein Land antusch; Schalet als Wirtschaftsleiter, Sacher für den Bauausschuß, die hochverdienten technischen Turnleiter Grasse, Mitura und Nach Dr. Czech sprechen noch kurz Genosse Franz Grasse, der Bundesturnwart und der übsch, der unermüdliche Propagandaleiter Bundesobmann Genosse Počapka. Dann er- unig( dessen Rundfunkreportage am Sonntag flingt, gespielt und von Tausenden mitgefungen, allgemein gelobt wird), Genosse eißer als die Internationale", von den Hunderten Programmleiter und Autor des Festspiels und des= Fahnen gegrüßt. fen Sprecher Genosse Ranninger.— Nicht vergessen aber sei auch das Komotauer Ors Das Fest ist zu Ende die Fackeln für den che st er unter der Leitung Hugo Schmiths Heimweg tönnen entzündet werden das ſtundenlang ohne Unterlaß und unermüdlich spielte und so eine ganz ungewöhnliche Leistung vollbrachte. Abschließender Fackelzug 1 Noch einmal fam Komotau in Belegung: Bei Hunderte, tausende anderer Namen müßten Einbruch der Dunkelheit formierte sich beim Gym- noch genannt werden, wenn der Raum es zuließe; najium am Weinberg ein mächtiger Fackelzug. vor allem die der vielen Atus- Funktionäre, die Musikkapellen zogen ihm voran, jubelnd sang die das Fest vorbereiten und durchführen halfen; der Jugend ihre Lieder. Bald war die Straße vom RW- Kommandanten und Männer; der Konsums Weinberg bis auf den Marktplaß ein Flammen- vereins- Wirtschaftsleiter und ihrer hunderten meer. Das Spalier war noch dichter als tagsüber. Helfer, die unermüdlich vom frühen Morgen bis Die Fackelträger waren zum größten Teil Mit- zum späten Abend an den Festtagen ihren Dienst fahrer der Sonderzüge, und so bewegte sich das verfahen. Sie alle und alle, die wir etwa verleuchtende Band zum Bahnhof. Begeistert grüßte gaßen- mögen sich durch das Bewußtsein, einer die Menge an den Straßenrändern die Vorüber- großen und schönen Sache selbstlos gedient zu ziehenden immer wieder. haben, bedantt fühlen. der Kleine blieb daheim und stieg in seine Kam- Kleine schauten in das Gefunkel, froh und er-[ um. Herkner, das war ihr Boß. Zu seiner Kos mer hinauf. staunt, als hätten sie es seit Jahren nicht mehr| Tonne gehörten sie. Roman einer Emigration bor ihr, auf den Händen ein Etwas in eine mit, Kleiner, das wird uns sobald nicht wieder panspaulka. Nochhen von Von Robert Grötzsch Copyright by Eugen Prager- Verlag. Bratislava. Gusti klirrte in der Küche umher und stellte gesehen. Die Lichtreklamen des Wenzelsplates Auch die Nacht brachte Regen und Stühle. das Geschirr zusammen. Plößlich stand der Kleine spielten ihr buntes Lied, in allen Farben blühte Am Morgen dampfte der Nebel über Prag. Mo1 Seiden- die breite Promenade. Nimm dir einen Hut voll ses und der Kleine papier. Gusti nimmt es erstaunt, packt aus, diese Stadt, tupferne Schale tritt zutage, der Aschenbecher, geboten“, sagte Moſes, ſah hinter blendenden einen vollen, langen, leßten Blick. Die Hügel und den sie sich seit langem gewünscht: große, runde Schaufenstern imposante, selbstbewußte Verkaufs- Türme hoben sich über dem Nebelrauch. Die Schale, mit geschweiftem Rand und Nillen zum tische und fühlte ein Heimweh, das ab und zu Sonne drückte den Dampf hinunter. Wie eine Die zwei sehen sich einen Moment an, dann Ablegen, getriebenes Kupfer, Schlag ſigt an durch Erinnerungen an Eva zerlöchert wurde. Wolfe hing er über dem Tale. Auf dieser Wolke setzen sie ein, gleichzeitig mit der Mundharmonika. Schlag. Verwundert heftet sie ihre braunen Augen Sie hatten auf den Konsulaten ihre Pässe schwebte ein Schloß matt im Gold der Morgenund alle fallen mit ein, als habe der Wind vom auf den Kleinen, der verlegen am Tisch lehnt. Klar gemacht. Für den Kleinen gab's noch einige fonne leuchtend. Der Hradschin. Hoch oben, los= Strome und von den Bergen, von den Wiesen ,, Ernst? Das hast du fertig gebracht? Drü- Schwierigkeiten: das jugoslawische Durchreise- gelöst von der Erde, auf weißen Ballen. Schloß und Feldern her das Lied durchs Fenster geben bei dem Meister?" bifum fehlte. In einigen Tagen sollte das Auto in den Wolken. weht: Kde domův můj... Wo ist meine Heimat? Wo ist mein Heim? Mein Vaterland? Wasser rauscht durch grüne Triften. Kiefernwald auf Fels und Klüften. Frühlingsblumen auf. der Flur. Paradies ist die Natur: Das ist meine schöne Heimat: Böhmerland, mein Vaterland! Er nidt, sagt: Bum Abschied" und weiß gen Ungarn rollen. Bis zur Abfahrt schliefen Moses machte eine weite Gebärde... Präg mit den Händen nicht wohin. Sie wog den Becher beide im Emigrantenheim. Dort stießen sie auf dir das ein, Ernst, leidjt. Wie Idjön, foie aus einem feinen Laben, einige Stameraden bon eheben, als man noth in Weibt bu, mas ein gübrer über ebel, alte Handarbeit. Herrgott, so etwas hatten die der Villa Wanja beisammen saß. Und was war Der hat auch einmal auf dem Amboß' rumgeSerle nun gelernt, das war ihr Beſtes und nie- aus den anderen geworden? Nun ia, eine Ko- bauen wie bu... Wenn wir im gelobten Lande mand wollte es.. Tonne macht eine alte Mühle im Böhmerwald Hausen, werden wir Europa vergessen. Ist auch ,, Ernst, das ist doch richtige Kunst!" urbar, die andere wurde schon wieder zersprengt. nig anderes wert, nich? Aber das muß bleiben, Er lächelte schräg an ihrer braunfeibenen Der Emil und der Jörg, wißt ihr noch, die merk dir's: der große alte Mann dort im Hrad Das Lied flattert ums Haus, übers Dach, Bluse vorbei. Eine Strähne seines hellen Schop- beiden Hamburger, die haben sich ohne Paß zur schin das ist das lekte, was man sich von auf die Straße hinaus, traurig und start, schwingt es hing in die Stirn. Gusti strich sein Haar nach Adria durchgeschlagen, ohne Paß und jetzt Europa merken muß, mein Sohn." Der Kleine hatte die Hände feierlich ineins zum Strome hinüber. Justus hat glänzende ben, die Teller auf dem Aufwaschtisch begannen fahren sie auf einem alten Kasten, so'n TotenAugen: Alle beim Tische kennen das Lied, alle fin- vor seinen Augen leise zu schwanken, denn Gusti schiff, das eines Tags untergehen muß, wegen ander gelegt. Moses hob stolz die Brust. Seit gen mit. Wieder einmal scheint alles um ihn her hatte ihren vollen weißen Arm um seinen Naden der Versicherung. Einige schoben ins Dritte Reich gestern merfte er, daß seine Rede wieder dahinverwandelt. Als er den Sang vor vierzig Jahren gelegt, zog ihn an sich, tüßte ihn auf Mund und zurück, zwei davon sind im KB verschwunden. strömte, ivie einst, che Justus in die Spinne zum erstenmal hörte im böhmischen Land, da Wange, fein Gesicht war dicht über ihrem vollen Einer, der Ede, ist zum Lumpen geworden, hat fam... Der Kleine fühlte Moses Hand auf bed Und bei euch in der Spinne? Schulter. Merk dir diesen Tag, Ernst. Du bist war das Lied klein und verfolgt. Unterdrückte Busen und möchte dazwischen versinten, ver- alles verraten. fangen es, bis es frei wurde. Ueber vielen Stämp- schwinden, für immer... Jest nur nicht wieder Alle noch da? Und Hertner? Wo ist Herkner? beinahe zehn Jahre jünger als ich, du wirst den Inch fen der Freiheit schwanz es nun heute, viele aufsehen müssen und reden. Er brauchte das auch Die beiden zudten die Achseln. Der Kleine Sieg unserer Sache noch genießen. Wenn Mo Menschen anderer Länder flüchteten zu Thls nicht, denn sie ging mit ihm hinauf vers Haus, spürte einen Stich. Herkner. Vielleicht sah er ihn ripens Gebeine einst unter Zedern modern, wirst schlichtem menschlichen Liede, bargen sich unter er durfte neben ihr auf der Bank fizen, fie zog nie wieder. Ja, das war einer von der festen du deinen Kindern sagen sie werden deine seinen wachsenden Schwingen, trugen seine We- seinen Stopf leicht an ihre Schulter, schloß die Sorte, wenn er auch damals wegen den Bigaret- Saare haben und Rebekas dunkle Augen, jawohl, Todie auf den Lippen und huldigten dem Geiste, ugen, lächelte und träumte, ihr Bub fäße neben ten der es einst gebar und dem Stück Erde, aus ihr. dem es sich vor hundert Jahren aufschwang. XI. Sapitel Spät kam die Spinne an diesem Abend zur Ein Regentag war niedergegangen und hatte Ruhe. Gegen Mitternacht erst brachen Eva und die Schwaden der Zulihize zerwaschen. Der PraIgnaz mit seiner Frau auf. Justus, Schwarzer ger Asphalt glänzte feucht und befreit im Gestrahl und die Burschen bummelten ein Stück mit. Nur des abendlichen Lichtermeeres. Moses und der na ja, Schwamm drüber. Und die Mut verlaß dich darauf, sie wird Rebeka heißen! ter... wann sah er die wieder? An die Grenze wirst du ihnen fagen: Seht, damals in Braz, da wollte sie tommen und konnte nicht. Kein Fahr- hat mir der alte weise Moriß, auch Moses ge geld. Herkner?" hört Ernst den roten May, nannt, das Schloß in den Wolken gezeigt; selHerkner arbeitet illegal. Je jetzt in Süddeutsch biges war damals unser Metta, damals, als wir land. Falsche Papiere. Ich hab's von einem Stu- arm und verjagt auf dem steinigen Boden der rier. Aber Maul halten!" Emigration jäteten." Moses und der Kleine schauen stolz rings( Fortsetzung folgt.). Mittwoch, 8. Juli 1936 Seite 3 TO C EA R ATUS Die Atus- Tage in Komotau: Linke Kolonne von oben: Fackeltanz auf der Abendfeier am Samstag. -W Sozialistische Jugend marschiert auf. Edmund Reichl, der sozialdemokratische Vizebürgermeister von Komotau und( darunter) Alois May, Sekretär des Internationalen Metallarbeiterverbandes, zwei Genossen, die hervorragenden Anteil an den Festarbeiten hatten.- DTJ auf dem Stadion. Abmarsch nach dem Schlußappell Gemeinsame Uebungen der Turner und Turnerinnen. Rechte Kolonnevon oben: Während der Freiübungen.- Abmarsch der Turnerinnen. Spalier grüßt den Festzug. Die Minister Czech und Bechyně. Der Bundesvorstand an der Spitze des Festzuges. Fahnengruppe marschiert auf, Unten: Der Schlußappell, darüber Fahnentribüne während der Abendfeier Seite 4 Mittwoch, 8. Juli 1936 Die turnerischen und sportlichen Veranstaltungen waren von ungeahnter Zahl und Mannigfaltigkeit; eine Anzahl von Wettkämpfen konnte aus Mangel an Zeit nicht mehr durchgeführt werden. Im großen und ganzen war der gebotene Sport zu friedenstellend, nicht so sehr fam er in Spizenleistungen als in der Massenbeteili gung zum Ausdruck. Ein gutes Zeichen für die weitere Entwicklung besonders der Leichtathletik im Atus. Die Ergebnisse in dieser Sportart find teilweise scheinbar ohne Fortschritt, aber die Bahnen waren nicht in so ideaTer Verfassung wie a. B. im Aussiger Stadion. Trotzdem Bundesturnwart Franz Grasse gab es in den Mehrfämpfen einige ganz beachtenswverte Resultate, wie auch diese Disziplinen überaus zahlreich beschickt waren. Eine neue Bundesleistung im Weitsprung erzielte die Prager AtusSportlerin Sa u e r. Der Fußballsport war mit einem Blizturnier und einem Dreikampf vertreten. Sieger des Turniers wurde überraschenderweise ein Verein aus dem 6. Kreis. Tennis und Schach been= deten Sonntag vormittags ihre Spiele. Von den turnerischen Wettkämpfen wäre zu sagen, daß sie beachtliche Leistungen hervorbrachten, zu schwer, um das wirklich vorhandene Können der OberrothauRaffball- Bundesmeister [ 11.51, 3. Unger Anton, Unterrothau 11.22, 4. Reim Ostar, Putschirn 11.21 Meter. Speer: Bruha J., DTI Pilsen 45.05, 2. Amsler ans, Atus Prag 43.62, 8. Geibel Serbert, Auffig 42.11 meter. Diskus: 1. Byleta J., DTI Pilsen 88.15, 2. Unger Anton, Unterrothau 30.57, 3. Mrva V., DEI Bilfen 28.41 Meter. Schleuberball: 1. Börner Karl, Weipert 44.48, 2. Beb Franz, Binsdorf 44.06, 8. Mrva V., DTI Pilsen 43.75 Meter. Um die Entscheidung um die Raffball- BundesFrauen: 60 Meter: 1. Gertrud Michaler, Obermeisterschaft traten drei Kreismeister an. Die Vor- Teutensdorf 9 Set. Weitsprung: 1. Else Sauer, runde ergab die folgenden Resultate: Pihanten gegen Atus Prag 4.68 Meter( neue Budesbeſtleiſtung). Oberrothau 3:18, 3naim.gegen 5. Kreis- Team 9: 5. Schleuberball: 1. Else Seidl, Graslih 29.88, 2. Oberrothau und Bnaim hatten somit das Schluß- Seldmann, Auffig 29.85, 8. Cubova, Atus Prag spiel durchzuführen. Schon im ersten Spiel zeigte 29.52 Meter Oberrothau guten Sport, besonders in Fangtechnik, Fünfkampf der Sportler: Jugend, 14 bis 16 Stellungsspiel und raschem Werfen. Znaim versuchte, Jahre: 1. Straube Frib, Aussig 296.02 Puntte, 2. ein annehmbar günstiges Ergebnis zu erzielen, aber Jual J., DTI Pilfen 289.79, 3. Graul Karl Heinz, Oberrothau hat den Bundesmeistertitel verdient, 278.67, Steinsdorf 276.11 Punkte. wenn man weiß, unter welch schwierigen Verhältnis Jugend, 17 bis 18 Jahre: 1. Willfahrt Richard, sen dieser Verein heute sein Leben fristen muß, ist Fischern 814.69, 2. Rauer Hans, Turn 309.62, 3. das doppel hoch zu bewerten. Becher Josef, Unterrothau 808.94, 4. Langhammer Johann, Unterrothau 295.25, 5. Sabel Herbert, Bünauburg 292.18. Sportler, 18 bis 22 Jahre: 1. Gaube Erwin, Großpriesen 310.18, 2. Nosset Walter, Atus Prag 308.62, 8. Hafenrichter Karl, das Endergebnis lautete 12: 5 für Oberrothau. Atus Prag 4. Peißig Fr., Bünauburg Als einziges Handballspiel fand die Bes gegnung Friedersreuth, Meister des 6. Kreises, und Oberleutensdorf, Meister des 4. Bezirfes im 5. Kreis, statt, welche Oberleutensdorf mit 9: 5 gewann. Unsere Elitekampftruppe Aus der Ansprache Dr. Czechs bel der Schlußkundgebung Im Komotauer Stadion Genosse Dr. Czech sagte in seiner Schlußrede zum Bundesfest u. a.: Wir stehen am Abschlusse des Bundesfestes aber in der Mehrzahl waren doch die Pflichtübungen und sind von den Eindrücken überwältigt, die an einzelnen Teilnehmer zu erweisen. Die Oberstufen- den beiden Festtagen auf uns einstürmten, die Turner und Turnerinnen führten ihrellebungen tadel- farbenprächtigen und berückenden Bilder, die an 103 burch, was beſonders in der Sür, 3.2. auch in fast, unſerem Auge vorbeizogen, waren von blendenartiſtiſchen Leiſtungen, in Erscheinung trat. Für die dem Leben erfüllt und aus allen flutete uns der unteren Stufen wird man aber in Sintunft die crquidende Atem der Jugend entgegen. Pflichtübungen leichter gestalten müssen. Gutes leistete die Jugend und dieser Nachwuchs wird für die weitere Entwicklung des Geräteturnens feine Sorge bilden. Reges Leben herrschte Sonntag früh beim Vereinsturnen der Turnerinnen und Turner, zu welchem 166 Mannschaften mit rung 3800 Teilnehmern an traten. Ein Bahl, die gewiß Beachtung erheischt. Außerdem trat hiebei auch noch die DTJ in Erscheinung. Die Abwicklung der einzelnen llebungen vollzog sich reibungslos schnell, hatte jedoch troßdent aur Folge, daß die vormittägigen Proben nicht programmgemäß einsehen konnten. Das Vereinswett turnen ist nämlich eine Prüfung der Turnwarte über den Stand der geleisteten Arbeit und man fann fagen. daß die Siegespalme wirklich der besten und erat testen Tätigkeit des jeweiligen vorführenden Vereines zugefallen ist. Bei den Turnern wirfte natürlich lie Straft und Wucht, während bei den Turnerinnen mehr die Anmut im Spiel und Tanzreigen zur Geltung fam. Kontraste, welche sich wirkungsvoll darboten und vereinigten. Da wir nun doch wieder heimkehren, wieder an die Arbeit gehen müssen, sind wir glücklich, daß uns die gewaltige Straftquelle, die aus dem Bundesfeste in so reichem Maße auf uns einwirkte, seelisch bereicherte und mit neuem Mut und Nichts von dem Ungeist sahen wir hier, der aus dem anderen, aus dem f a schistischen ag er kommt, nichts von dem Hasse gegen die wahre Freiheit und Demokratie, nichts von dem erdendrill der bürgerlichen Sportfegereiund auch nichts von dem Kada vergehorsam, den Henlein in feinen Reben und Auffäßen zur völtischen Turnbewegung" mit den auch für seine politische Bewegung charatteristischen Worten umschreibt: ,, Du schuldest Deinem Führer in turnerischer und böltiſcher Hinsicht Gehorsam. Erst nach der Erfüllung seines Gebotes magst Du um den Sinn fragen." Nein Freunde, nichts wollen wir von dem blinden Autoritätsglauben wissen, mit Siegeszuversicht erfüllte. Die Komotauer der wie wir in letzter Zeit erlebt haben Tage waren nicht bloß Freuden- und Fests tage, sie galten nicht bloß der Erprobung schließlich doch von den„, Rebellen" kaputt ge und feierlichen Bejahung der Ideen der sozia- macht wurde. list ischen Körperkultur, sie dienten nicht bloß der Beweisführung, daß un= fer Arbeitersport, dessen Spizenführer der Atus ist, ein sozialistischer Erziehungsfaktor und daß unsere Turnerwahre Träger der sozialistischen Kultur und Wegbereiter des Sozialismus find, sondern sie sollten das herrliche Wort wahrmachen: ,, Sportler sein ist gut, aber Sozialist noch beffer."( Lebhafter Beifall.) Nachmittags begannen auf dem von Zuschauern Denn so sehr auch der Gedanke des Arbeiters bollbesetzten Plaße die Massenvorführungen. Sie sports in die Mitte des Bundesfestes gestellt war, find die Krönung der gesamten Veranstaltung, das so wurde es doch aus dem Geiste heraus, der alle Spiegelbild der Leistungsfähigkeit des Verbandes in turnerischer und in erzieherischer Hinsicht. Den Be- Festteilnehmer beseelte, au ginn machte der Arut mit seiner Sondervorführung, welche aus llebungen mit dem Fahrrad bestanden. Neuartig und etwas ungewohnt, solches von den Madfahrern zu sehen, aber doch anerkennenswert in seiner Ausführung. Eine Vorführung, welche die Zusammenarbeit des Aruf mit dem Atus symbolisch zum Ausdruck brachte. Während der Arut abmars schiert, erscheinen die Atusschüler, welche in großer Zahl zu ihren Freiübungen antraten und die sie zu einem wirkungsvollen Abschluß brachten. Geräte- Wettkämpfe der Turner ( 8 eh nk amb f.) Nichts von alledem sah man hier, dafür aber ein sozialistisches Arbeitervolk, das sich aus sich selbst heraus, aus freiem Willen, eigener Kraft und unbeugfamem Kampfestros zu einer wahren Elitekampftruppe des flaffenbewußten Broletariates emporgearbeitet hat. Wir erlebten hier den herrlichen Anblick unserer Jugend, die kampfestüchtig, siegesbewußt. zielflar und stolz auf ihre Zugehörigkeit zum Proletariat, die Fahnen emporschwang und in die Welt rief: ,, Uns verbindet der heilige Glaube an eine bessere Zukunft! In diesem Beichen wollen und werden wir siegen!" Und so vereinigte sich hier alles um uns herum zu einem herrlichen Afforde, aus dem die heiße Sehnsucht nach einer neuen Ordnung quoll, die ein Dichter in seinem Hymnus auf die Arbeit vorausahnte: einer grandiosen Manifestation fozialistischen Bekenntnisses, zu einer elementaren Kundgebung proletarischen Geistes, zu einem Kampfruf gegen den fluchbeladenen Faschismus, 34 einer internationalen sozialistischen Heer= f cha u, die in jeder Regung der lebendige Aus. " Jest blüht der Hammer in unserer Hand, druck des Kampfwillens des Proletariates und Frei herrscht die Arbeit im freien Land!" des Ringens der sudetendeutschen Arbeiterklasse Der Ansprache Dr. Czechs folgte großer Beium Frieden, Freiheit und Demokratie wurde. ¡ fall aus allen Teilen des Stadions. Mähr.- Trübau Jugend, 14 bis 16 Jahre: 1. Bronec, DTI Bundesmeister im Faustball Prag 323.65 Puntte; 5. Pfob Klement, Bärringen 300.43 Puntte. 17 bis 18 Jahre: 1. Staret, Die Faustballer trugen ihre Spiele um den DT Prag 305.24; 2. Báf, DTI Prag 308.75; Bundesmeistertitel aus. Der mährische Kreis wurde 3. Jugl Ernst, Komotau II 300.68 Punkte.-Mit- durch Mähr.- Trübau vertreten, der 4. Kreis durch telstufe: 1. Häuser Florian, Bärringen 334.34; Görsdorf, der 5. Kreis durch Lerchenfeld- Aussig, der 2. Pors Albin, DTJ Prag 382.80; 3. Kristen Otto. 6. Kreis durch Dobrzan und der 7. Kreis durch M.- Trübau 330.56; 4. Wagner Anton, Altrohlau Tschermina. Die erste Runde ergab folgende Ergeb825.12. Oberstufe: 1. Klüal Johann. Altrohlau niffe: Lerchenfeld geg. M.- Trübau 46:42, Tschermna 335.75; 2. Fastner Rudolf, Saida, 332.94; gegen Görsdorf 58:65; in der zweiten Runde ge3. Peißig August, B.- Kamnik, 324.38; 4 Altmann sann Tschermina gegen Dobrzan 67:68. Im Schluß Wilhelm, Hostomiß 318.99; 5. Toth St., DTI Prag spiel siegte dann M.- Trübau über Tschermna mit 818.21 Buntte.- Männer über 35 Jahre: 46:48. M.- Trübau hat also mit ganz nappem 1. Buchner Hans, Roßbach 828.68; 2. Hönig Rudolf. Unterschied von zwei Fehlangaben den BundesmeiDeffendorf 321.65; 3. Singel Gustav, Steinpöhl stertitel erworben. 320.31; 4. Brech Josef, Bodenbach 318.37; 5. Palme Heinrich, Faltenau- Sitz 316.18 Punkte. Geräte- Wettkämpfe der Turnerinnen ( Neuntamp f.) Internationales Schach- Turnier Die Arbeiterschachspieler hatten ein internationales Turnier, an welchem Ungarn, DTJE, 5. und 6. Atus- Kreis teilnahmen. Das Ergebnis des Turniers war: 1. DTIC 11 Puntte, 2. 5. Atus- Kreis 8, 8. Ungarn 6.5, 4. 6. Atus- Kreis 4.5 Puntte. Außerdem fand ein Freundschaftswettkampf awischen dem 5. und 6. Streis auf 19 Brettern statt, der mit dem Siege des 5. Kreises von 11.5: 7.5 endete. Einzelergebnisse der Leichtathletik Eger 270.49, 4. Umlauft Emil, Steinsdorf 269.02, 5. Beder Anton, Franzensbad 268.38; 22 bis 35 Jahre: 1. Richter Mar, Bobenbad 824,98, 2. Bra K., DTI Pilsen 311.08, 8. Maier Franz, Eichwald 806.49, 4. Löbl Josef Biela 304.70, 5. Beran Joſef, Startstadt 804.05 Puntte. Dreikampf der Alterssportler. 36 bis 40 Jahre: 1. Brož Fr., DTI Bilfen 187.97, 2. Blechatsch Franz, Lampersdorf 180.04, 8. Cuba A., DTI Prag 176.68, 4. Stutscher Josef, Altfatti 168.41, 5. Langhans Albert, Elbogen 165.46; über 40 Jahre: 1. Sot Josef, Trautenau 109.50 Buntte. Dreikampf der Sportlerinnen. Jugend, 14 bis 16 Jahre: 1. Sokolova Vl., DTI Pilsen 218.98, 2. Mazurova Bd., DTI Pilsen 212.60, 8. Tupa VI., DTI Pilsen 192.21, 4. Mračet Georgine, Brüg 190.19, 5. Fischer Marie, Maierhöfen 187.98; 17 bis 18 Jahre: 1. Cubova Mirka, Atus Prag 211.69, 2. Mlicto Anni, Teplis 189.44, 8. Simm Elfe, Deir fendorf 184.17, 4. Cutilova Marie, DTI Pilsen 174.85, 5. Modes Herma, Unterrothau 155.92. Frauen, 19 bis 25 Jahre: 1. Müller Silde, Reichens berg 215.57, 2. Wanet Frieda, Altrohlau 204.42, 8. Badmüller Elfa, Roßbach 202.73, 4. Wolf Anna, Neufatti 199.26, 5. Kilian Anna, Bilin 198.55; über 25 Jahre: 1. Nejedlo Lieft, Karlsbad 228.27, 2. Schleger Marie, Kleinaugeab 211.18, 8. Richter Selene, Abertham 206.89, 4. Wiesner Hedwig, Atus Brag 202.99, 5. Janda Luise, Karlsbad 200.19 Punkte. Nr. 157 Chef des Sowjetflugwesens kommt zu Besuch nach Prag In den nächsten Tagen wird in Prag an Bord eines viermotorigen Großflugzeuges der Kommanbant des Sowjetflugwesens Armeegeneral Alt8nis eintreffen, um den Besuch zu erwidern, den im Vorjahr der Chef des tschechoslowakischen Flugwesens General Faifer in Moskau abgestattet hat. General Alksnis wird von vier hohen Offizieren begleitet sein. Die Besatzung des Fluggeuges bilden weitere fieben Personen. besten Einzelleistungen: Fußballweitstoßen 58.20 Meter; Zielschießen aufs Tor flach 15 Buntte, hoch 10 Buntte; 100- Meter- Lauf in Dreß 18 Set. Das Fußball- Blißturnier wurde mit Spielen von 2 × 10 Minuten durchgeführt. Bei Knentschieden entschied das Los. Da dem 6. Kreis fünf Vereine des 5. Kreises gegenüberstanden, mußte man annehmen, daß der 5. Kreis Sieger bleiben werde. Das war jedoch nicht der Fall. Die erste Runde brachte folgende Ergebnisse: Aussig- Nord geg. Chodau 1: 2, Grasliß gegen Nestomiz 1: 0, Schönlinde gegen Udwiß 1: 0, Komotau II gegen Nestomiß 0: 0( Los für Komotau), Komotau I gegen Neudorf 1: 0. Die zweite Runde: Schönlinde gegen Chobau 0: 2, Komotau II gegen Graslip 0: 8, Komotau I gegen Chodau 0: 1. Am besten haben die Endspielgegner Graslih und Chodau sowie noch die Mannschaften von Komotau gefallen. Sportlich war das Turnier für den 6. Kreis ein schöner Erfolg. Schwerathletik Im Ringen siegte in der Jugendklasse( bis 65 g): 1. Tschochner Johann, Warnsdorf; Federgewicht: 1. Görisch Johann, Chodau; Leichtgewicht: 1. Schmidt Karl, Bodenbach, 2. Lebeda Josef, KleinBriesen; Weltergewicht: 1. Görgner Emil, Rothau, 2. Podlibny Karl, Bodenbach; Halbschwergewicht: 1. Diese Kämpfe waren Hampl Heinrich, Chodau. sehr spannend und technisch einwandfrei durchgeführt, bie voit ben Buſchauern mitunter auau lebhaft berfolgt wurden. Die Gewichtheber trugen einen Bierkampf ( beftarmig Reißen, beftarmig Stoßen, beidarmig Reißen, beidarmig Stoßen) aus, welcher folgende Gesamtleistungen brachte: Bantamgewicht: 1. Becher Karl, Listowe 265 Kg., 2. Fischer Karl, Chodau 240 Stg.; Federgewicht: 1. Süller Alfred, Rothau 242.50, 2. Seifert Karl, Neudet 227.50 g.; Leichta gewicht: 1. Dobauer Anton, Chodau 242.50 Kg.; Mittelgewicht: 1. Görgner Emil, Rothau 280, 2. Grundel Josef, Listowe 255 kg.; Halbschwergewicht: 1. Hampl Heinrich, Chodau 360 Kg.; Schwer gewicht, Jugend: 1. Fischer Franz, Chodau 255 Kg. Neue Bundesbestleistungen wurden erzielt im Bantamgewicht von Becher Karl, Listoweb, in rechts Stoßen mit 65 Kg. und im beidarmig Stoßen mit 85 Kg. und im Halbschwergewicht von Hampl Heinrich im beidarmig Reißen mit 90 Kg. Das Vereinswetturnen 510 Knaben: 2. Stärkeklasse: 1. Eulau 147 Punkte. 8. Stärtellasse: 1. Abertham 148.5; 2. AltRohlau 142.5; 8. Eichwald 187.5; 4. Neudet 184; 5. Romotau II 128; 6. Lerchenfeld 128.5; 7. Gaas 121; 8. Putschiren 120.5; 9. Bensen 119; 10. Weistirchliß 117 Punkte.- 4. Stärteklasse: 1. MariaRadschik 148; 2. Eger 135.5; 3. Bruch 181.5; 4. Algersdorf 129.5; 5. Drahowit 127; 6. Faltenau merle 116.5; 9. Schmiedeberg 116; 10. Deutsch126.5; 7a. Predlib 117; 7b. Jechnik 117; 8. Bö Kralup 114 Punkte. 2. Romotau II 132.5 Puntte. Mädchen: 1. Stärteklasse: 1. Komotau I 164; 3. Stärtellaffe: 1. Krochip 164; 2. Eger 155.5; 8. Tetschen 149; 4. Putschiren 148; 5. Bensen 143; 6. Sporis 142; 7. Weiskirchlit 186; 8. Lang- Ugest 135; 9. Probstau 183; 10. Reudet 126 Puntte. 4. Stärfe lasse: 1. Asch 154; 2. Teplis 148; 8. Topkowitz 147; 4. postomiß 148.5; 5. Eulau 142; 6. Bodenbach 138.5; 7. Niederleutensdorf 188; 8. Lifivit 134; 9. Saaz 182; 10. Bruch 132 Puntte. Männer: 1. Stärketlasse: 1. Predlis 165.5; 4. Romotau II 142; 5. Eulau 188; 6. Lerchenfeld 2. Chodau 159; 8. a Neudet 157.5; 8. b Eger 157.5; 187; 7. Strochwiz 124 Buntte, 2. Stärtellafie: 1. Roßbach 174; 2. Romotau I 145.5; 3. Faltenau a. 5. G. 139 Buntte. 3. Stärtetlasse: 1. Maierhöfen 158.5; 2. Putschirn 158; 8. Strahl 154: 4. Turn 147; 5. Bodenbach 140.5; 6. Tetschen 188.5; 7. Bezirksmannschaft V/ 10 186; 8. Eichwald 135.5; 9. Zeplik 184; 10. Ladowitz 127 unite. 4. Stärtellafie: 1. Gebastiansberg 153; 2. Soitomit 149; 8. Aidh 148; 4. Deffendorf 147; 6. Girmiß 146; 6. Alt- Rohlau 145; 7. Wolfsberg 148.5: Sporik 141; 9.b Prag( Atus) 141; 10. Probstau 8. a Weiskirchlit 143; 8. 6 Bärringen 148; 9. a 140.5 Punkte. Frauen: 1. Stärkeklasse: 1. Neudet 160.5: 2. Auffig 151.5; 8. Gulau 138 Punkte. 2. Stärte Haffe: 1. Maierhöfen 151; 2. Romotau II 148.5: 8. Romotau I 148; 4. Teplit 184; 5. Krohvik 188 Buntte. 8. Stärtellasse: 1. Lerchenfeld 168.5; 2. Dug 164.5; 3. Faltenau 188.5; 4. Eger fchen 158; 8. Atus Starlsbad 152; 9. Chodau 151; 168; 5. Bredlit 163; 6. Atus Prag 162.5; 7. Let10. Roßbach 148 Punkte.- 4. Stärteklasse 1. Turn 165.5; 2. Alt- Rohlau 165; 8. Graslih 168; 4. Gichwalb 151; 5. Fischern 150; 6. Butschirn 149.5; 7. Languaest 148.5; 8. Asch 148; 9. Oberleutensdorf 147.5; 10. Bruch 147.5 Buntte. Unterstufe, 14 bis 16 Jahre: 1. Niger Serta, Maierhöfen 292.13; 2. Storm Serta. Tetschen 284.90; 3. Stral Elfe, Gichwald 284.21; 4. Strohwasser Olga, Altrohlau 284.10; 5. Guha Refi. Maierhöfen 278.21 Punkte. 17 bis 18 Jahre: 1. Troll Elisabeth, Altrohlau 303.94; 2. Vojtěchova Jana, DTJ Prag 289.17; 3. Vabsch Marie. MaierDas Tennisturnier höfen 288.58; 4. Subátová Emilie, DTI Prag 100 Meter: 1. Kühni Josef, Komotau 11.8, brachte Wettkämpfe im Männer- Einzel, Frauen285.88; 5. Schrider Marie, Liebauthal 278: 94. 2. Šindler J., DTI Pilsen 11.9 Set.-200 Meter: Die Fußballsparte Einzel, Männer- Doppel und gemischten Doppel. Am 19 bis 25 Jahre; 1. Hermann Trude, Komotau I 1. Brejcha E., DTI Pilsen 26.4, 2. Kraft K., DTI interessantesten verlief der Entscheidungslampf im 284.78; 2. Brauen Liest, Putschirn 279.45; 3. Vichl Bilsen 27.2, 8. Rudert Willi, Fischern 27.5 Set.. hatte einen leichtathletischen Dreifampf und ein Blik- Männer- Einzel, der in fünf Säßen gepielt werden Anna, Bwvodau 279.28; 4. Grant Grna, Butschirn 1500 Meter: 1. Langer Eduard, Eichwald 4: 84.2, turnier durchgeführt. Bei den leichtathletischen Bett- mußte. Die Ergebnisse: Männer- Eingel: 1. Wil279.18; 5. Pierath Angela, Karlsbad 276,15 Buntte. 2. Kraus Gerhard, Turn 4: 88.2, 8. Rüdert Frana, fämpfen zeigte es sich, daß auch bei den Fußballern heim Bechel, Tepliß; 2. Erich Aron, Auffig; 8. Ernst Ueber 25 Jahre: 1. Bodermayer Elia, Elbogen Aussig 4: 41.4 Min.- Hochsprung: 1. Ott Wenzel, gute Kräfte vorhanden sind. Die Ergebnisse im Sochs, Aussig. Entscheidungsergebnis: 6: 4, 2: 6, 298.39; 2. Beißig Anna, B.- Kamnis, 276.16; Eger 1.65 Meter, 2. Fanta Karl, Reichenberg 1.60, Dreitampf find: 1. Wagner Karl, Aussig- Oft 6: 4, 2: 6, 6: 4. Frauen- Einzel: 1. Sophie Liebisch, 3. Peißig Gisela, B.- Kamnik 274.05; 4. Münal 2a. Teufel Erwin, Biela 1.60 Meter. Beitsprung: 168 Buntte, 2. Selmich Ernst, Ausfig- Oft 158.43, Auſfig; 2. M. Hochs, Aufsig; 8. Lilli Salm, Settenz. Anna, Rwodau 269.20; 5. Kreisl Johanna, Fischern 1. Vyleta J. DTI Pilsen 6.06 Meter, 2. Bruba B. 8. Weipert Hans, Ullgersdorf 154.14, 4. Stiefeletter Entscheidungsergebnis: 6: 2, 7: 5. Männer- Dop 283.60. Oberstufe, 19 bis 25 Jahre: 1. Sauer 6.05, 3. Kühn! Josef, Komotau I, 5.78 Meter. Adolf, Ausfig- Ost 145.14, 5. Tröster Richard, Kroch- pel: 1. Aron Sochs, Aussig; 2. Bechel- Martgraf, Elsa, Atus Prag 324.20; 2. Jainn Marie, Maier- Stabhoch: 1. Kratochvil K., DTI Pilsen 3.10 Meter, mis 139.64, 6. Friedler Arnold, Krochwiz 189, 7. Teplit. Entscheidungsergebnis: 8: 6, 6: 2, 6: 0. höfen 312.73; 3. Bayer Berta, Sölle 305.70: 2. Ott Wenzel, Eger 8 Meter, 3. Rudl J., DTI Lill Alfred, Maierhöfen 138.14, 8. Pompe Alfred, Gemischtes Doppel: 1. Hochs- Hochs, Aussig; 2. Lies 4. Pesnifer Berta, Altrohlau 304.24; 5. Schwarz Vilsen 2.85 Meter. Kugel: 1. Mrva V., DTI Krochwiz 132, 9. Dorn Karl, Aussig- Oft 126.43, bifd- Liebisch, Aussig. Entscheidungsergebnis: 7: 5, Christl, Neutitschein 299.94. Vilien 11.70 Meter, 2. Schöps V., DTJ Neratowiß 10. Engel Franz, Saaz 128.86 Punkte. Die 6: 2. «r. 187. Mittwoch, S. Ault 1936 Seite tudctendeutsdier Zeitspie&et An alle Eltern I Wendet Buch an die Stf'Jugendschutz* stellen Taguni der deutschen sozialdemokratischen Herzte in Komotau Während des Atus-Bundesfestes fand in Komotau.die Jahresversammlung der deutschen sozialdemokratischen Aerzte statt. Am Samstag fanden sich unsere Aerzte-Genossen in den städtischen Parlsälen zusammen. An die- fer Zusammenkunft nahmen auch die Minister Genossin Dr. C z e ch und Jng. NeöaS teil, welche mit großer Freude begrüßt wurden. Vertreten waren auch die sozialdemokratischen Juristen durch den Genossen Dr. Wiener, begrübt wurde die Versammlung im Namen der Bezirksbehörde durch Herrn Dr. Klaus. Als erster referierte Genosse Doz. Dr. Grüsch- la über„Aktuelle Fragen des Gesundheitswesen»". Er führte aus, daß wir im Gesundheitswesen in einer UebergangSepoch« stehen, in der man sich gewöhnlich nicht der erreichten Fortschritte, sondern nur der Unzulänglichkeiten bewußt wird. Die sozialistischen Aerzte müssen bei schärfster Kritik alle Ereignisse mit den für die Gesellschaft anzustrebenden Zielen prüfen. Der Mick In die Vergangenheit ist unfruchtbar, unwissenschaftlich und unärztlich. Die Freiheit der BerufSauSübung früherer Zeiten würde bei der groben Zahl der jetzt wirkenden Aerzte unmöglich sein- Der frühere Hausarzt war nur für die Besser-Situierten da, seine Leistung würde dem heutigen Stande der Diagnostik und Therapie nicht mehr entsprechen; hier gilt nur die ärztliche Kooperation, welche an modernen Krankenhäusern und KrankenversicherungSanstaltcn schon durchgeführt ist. Die sozialistischen Aerzte bekennen sich unbedingt zum Versicherungswesen, müsse» aber tadeln, dab ärztliche Gesichtspunkte bei der Gesetzgebung und Verwaltung zu wenig berücksichtigt werden. Er führt« weiter au», dab«» im Bereiche de» ärztlichen Wirken» nur eine wirksame Methode de» Sparens gibt, da» ist die vollkommene zureichende ärztliche Leistung. Da» gilt übrigen» für alle Gebiete des Gesundheitswesen». Die Forderungen der sozialistischen Aerzte'beschränken sich nicht auf da» Gebiet der Sozialversicherung. Seit jeher wird der Grundsatz der Unteilbarkeit de» Gesundheitswesen» Verkünder. Auf zwei Gebieten wird zu der grundlegenden Neugestaltung geschritten werden müssen und ztvar auf dem Gebiete de» Krankenhaus wesen» und auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge. Der Redner wie» darauf hin, dab die sozialistischen Aerzte der Ganzheitsbestrebung in der Medizin die kollektive.ärztliche Arbeit entgegensetzen, und bezeichnete die'üon Ministcc'Gcnosfcii Dr. Czcch in seinem Expose hervorgehobene Aufgabe„die Sorge um den unbekannten Kranken" al» die wichtigste. Seine Ausführungen schloß der Referent mit der Aufstellung einer Reih« von Grundsätzen, von welchen nur folgende hervorgehoben werden sollen: Das Gesundheitswesen ist unteilbar. Für die Gesund» heitsfürsorge sind die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen. Der Träger des Gesundheitswesen» ist die örtliche Selbswerwaltung. Die Gesundheitsfürsorge hat al» pflichtgemäßer Bestandteil der öffentlichen Verwaltung zu gelten. In den Vordergrund der aktuellen Aufgaben find zu stellen: dt« ärztliche Gewerbeaufsicht und die Regelung der Behandlung der Arbeitslosen und ihrer Familien. Auch auf dem Gebiete der Beruf-erkrankungen kann nur die Früherkennung und Behandlung Erfolg haben. Die Arbeitslosen sollen im Falle der Erkrankung die Behandlung und Beistellung von Arznei- und Heilmitteln nicht erbetteln, sondern rechtmäßig erhalten. Man kann nicht ungestraft einen Sektor der Volksgesundheit vernachlässigen. Zu dem Referat des Gen. Dr. Gruschka .meldete sich sofort der Minister für das Gesundheitswesen, Gen. Dr. Ezech zum Wort. Er teilte mit, dah er in allen Punkten mit den von Gruschka aufgestellten Richtlinien übereinstimme und verwies auf sein Expose im GesundhettSauSschutz. Die Vorarbeiten für ein neuen GesundheitSgesetz— das bisher bestehende stammt au» dem Jahre 1870 und entspricht keineswegs mehr den heutigen Kenntnissen und Verhältnissen— werden getroffen. Die Vorarbeiten zu einem neuen Kranken- hauSgesetz sind im Gange. Auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge erwähnt der Minister di« Versuche der amerikanischen Lebensversicherungsgesellschaften zur Früherkennung und Behandlung von Erkrankungen und die Wichtigkeit dieser Aufgabe im Gesundheitswesen unserer Republik. Für die g e w e r b l i'ch e Inspektion fehlen noch genügend vörgebildet« Fachärzte und es wäre daher dringend notwendig, durch Errichtung einer LehrkanzelfürBerufser krankun- g e n geeignete, qualifizierte Fachärzte vorzubilden. Auf dem Gebiete der Heilfürsorge für Arbeitslose zeigt der Minister die ungeheuerlichen Schwierigkeiten aus, die sich ihm bei dem Versuch der Organisierung dieser Heilfürsorge entgegenstellcn. Der Minister weist daraus hin, daß er nur in Zusammenarbeit mit der Aerzte- schaft und insbesondere mit dem Minister Genossen Jng. NeLaS diese Probleme lösen will. Minister Genosse NeLaS dankt für die Begrüßung und unterstreicht besonders die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium. Genosse Dr. Popper lobt die Tätigkeit Dr. CzechS in der Frage der Kinder- Fabrlkbesetzung In Kunau Erfolgreicher Abschluß eines Kampfes Wir haben schon berichtet, daß in der Hanfspinnerei in Kunau die Arbeiterschaft infolge der herrschenden unerträglichen Verhältnisse und niedrige» Löhne gezwungen war, die Arbeit einzustellrn, ohne den Betrieb zu verlassen. Dieser Zustand dauert von Mittwoch, den 1. Juli, bis SamStag, den 4. Juli, abend». SamStag gelang e» nach recht schwierigen Berhandlungen im Beisein der Vertreter der Bezirksbehörde und deS GewerbeinspektorateS endlich nach zehnjähriger vertragSlofer Zeit, einen Kollektiv- und Lohnvertrag abzuschließen.‘ Somit endete dieser in mustergültiger Disziplin gesührte Kampf mit einem vollen Erfolg für diie Arbeiterschaft. Bor zehn Jahren haben die Kommunisten in Kunau al» Alleinherrschende alle» zertrampelt und ruiniert, habe» die Arbeiterschaft verwagloS gemacht und haben sie durch gehn Jahre hindurch dem Angriff und Wüten der Betriebsleitung gegenüber wehrlos gemacht. Diese» Unrecht wurde nun durch da» mustergültige Zusammenarbeiten der Arbeiterschaft mit de» BertrauenSleutrn der Union wieder gutgemacht. So geschloffen, wie die Arbeit niedergelegt wurde, hat die Belegschaft Montag, den 6, Juli, die Arbeit wieder ausgenommen. Machtvoller Bezirksarbeitertag In Wigstadtl Das rote Wigstadtl erlebte SamStag und Sonntag eine wuchtige Veranstaltung der sozialdemokratischen Arbeiterschaft. Die BezirkSorgani- aktionen und hebt besonders hervor, daß Ezech im Verein mit den Genossen R e m e 6 und Meißner die Forderungen der Aerzte in der Frage der Erwerbsteuer unterstützt hat und ihnen die Möglichkeit gibt, mit seinem Ministerium zusammen für die Volksgesundheit zu arbeiten. Zur Diskussion sprachen noch die Genossen Dr. Gattermann- Prag und Dr. Singer-Bodenbach. Sehr interessant waren die Ausführungen de» Genossen Prof. Dr. OSkar Fischer Uber traumatische und Rentenneurosen, in welchen er das große Problem für, die Sozialversicherungsanstalten nach dem heutigen Stande der wissenschaftlichen Erkenntnisse behandelte. In der Diskussion sprach Genosse Dr. S a- j e t h, Amsterdam, welcher zu dem Vortrage«ine Kasuistik aus seinem Lande beibrachte. Am Sonntag fand die Generalversammlung des Vereines dec deutschen sozialdemokratischen Aerzte in der Tschechoslowakei statt, in der zuerst Genosse Dr. H o l i t s ch e r über die Arbeiten des Vereines Im vergangenen Jahre berichtete,.Genosse Dr. Neumann seinen Bericht als Kassier erstattete und Genosse Dr. Fabian mit besonderer Freude die Voc- wärtsentwicklung der einzelnen Sektionen der sozialistischen Aerzte-Jnternationale mitteilen konnte. Genosse Dr. Popper al» Vertreter der tschechischen sozialistischen Aerzte gab ein Bild von den Arbeiten seiner Sektion. In der Debatte sprach noch Genosse Dr. Fried, Brünn, Genosse Dr. Gruschka, Aussig, Genosse Dr. Gattermann, Prag. Nach einer eingehenden Debatte Uber die nächsten Aufgaben des Vereines schritt man zu den N e u w a h l e n, in denen einstimmig der alte Ausschuß wieder eingesetzt wurde. Die Aerzte beieiligten sich dann an dem Festzuge des AtuSfesteS, wo sie mit Freude begrüßt wurden. sation hatte"zu einem Bolkstag aufgerufen, zu dem viele Hunderte Sozialisten aus der nahen und weiten Umgebung erschienen waren. Samstag abends war im Garten des Arbeiterheims«in Begrüßungsabend, an dem sich 800 Personen beteiligt hatten. Ein Arbeilerorchester, die Arbeitersänger und die Turner und Turnerinnen bestritten das Programm. Der Festzug, der sich Sonntag morgens durch die Straßen bewegte, hatte 1500 Teilnehmer. Die Stadt war festlich geschmückt. ... Auf dem Marktplatz fand eine politische Kundgebung statt, bei der der rot« Bürgermeister von Wigstadtl, Karl Mader, und der roten Bürgermeister von Jägerndorf, Ernst Richter, unter stürmischem Beifall der Anwesenden Ansprachen hielten. Am Nachmittag war im Garten des Arbeiterheims frohes Festtreiben. Auch dieser Bolkstag hat bewiesen, wie stark und lebenskräftig unsere Bewegung in Schlesien ist. Da» Kellner-Wettrennen. In dem allzu krampfhaften Bemühen, die Karlsbader S a i s o n zu beleben, ist ein findiges Vergnü- gungskomite« auf den ausgefallenen Gedanken gekommen, zur Belustigung der exklusiven Kurgäste ein„Kellner-Wettrennen nach Pariser Mu st er" zu veranstalten. Ob da die in tiefem Elend steckenden Karlsbader Kellner ihren gesunkenen Einnahmen nachjagen sollen und ob sich die arbeitslosen Kellner an diesem Saison-Clou beteiligen werden, haben die genialen Renn-Manager bisher nicht mitgeteilt. Wieder haben sich die Schultore hinter tausenden Jungen und Mädeln geschlossen, von denen doch in den nächsten Wochen sehr viele Lehrstellen antreten werden. Leider werden beim Eintritt in die Lehre von vielen Eltern nicht die geschlichen Bestimmungen beachtet, die den Schutz des Lernenden im Auge haben. Schwere Unzukömmlichkeiten, Verlust einer jahrelangen Lehrzeit entstehen aus dem Nichtabschluß oder der mangelhaften Durchsicht der Lehrverträge usw. I» tausenden Fällen haben dann die Funktionäre des Sozialistischen JugendverbandcS eingreifcn müssen, leider oftmals als es bereits zu spät war, um die Benachteiligung ganz oder wenigstens teilweise verhindern zu könne». Deshalb der Mahnruf an alle Arbeitereltern: Wendet Euch vor Antritt erirer Lehrstelle durch Eure Kinder an die nachstehenden Jugend- schntzstellen des Sozialistischen Jugcndverbandes: Franz M a t e r n a, Brünn, Merhaniova 13; Kreiösekretariat der SJ. Karlsbad, Volkswille; Kreissekreiariat der S2, Bodenbach, Am Graben 1043; Sozialistische Jugend, Prag II., Närodni 4, (DSAP); Laci Rubin, Preßburg, Jägerzeile 29; Georg Ml n aiik, Reichenberg, Johannes- gasse Nr. 5; Kreissekreiariat der S8, Sternberg, Arbeiterheim; Karl Korschinsky, Choteschau Nr. 325 bei Pilsen; Rudolf P r ok o p, Kaplih-Bahnhof, Südböhmischer Konsumverein; Kreissekretariat der SJ, Teplitz- Schönau, Uherrstraße 7; Franz Schober, Trautenan, Kreuzplah 2; Leo Z a h e l, Troppau, Ottendorferstraße 10, V- Millien Jugendfürsorgekarten verkauft! Ein Jahr ist kaum vergangen, seitdem die Deutsche Lan- derkommiffion für Kinderschuh und Jugendfürsorge in Reichenderg die Kinderpostkarten der Deutschen Jugendfürsorge herauigab. In dieser kurzen Zeit sind wett über 800.000 Stück verkauft worden. 800.000 Stück bedeuten eine Roheinnahme von Kfi 150.000.— und wenn wir die Erzeugungskosten, Porto, Verpackung und alle ähnlichen Ausgaben abziehen, Ki 100.000.— Reingewinn. Dieser Betrag mag manchen, der die Gesamtleistung der Deutschen Jugendfürsorge kennt, gering erscheinen. Und doch, wer sich die Mühe nimmt zu errechnen, wieviel Kinder durch diese ttö 100.000.— ein warmes Essen bereitet werden kann, wieviel Schuhe, Kleider, Wäsche sie bedeuten, in welchem bedeutendem Maße durch sie die Mütterberatungen, die Mutterschulung oder die anderen Fürsorgemaßnahmen gestützt werden können, der begreift ganz, welchen großen Anteil die kleinen Postkarten beim Jugendschuhwerke haben I Wer die Jugendfürsorgekarten verwendet, hilft mit am großen Werke, ohne eine besondere Ausgabe machen zu müssen. 50 Heller kostet eine Karte in Kupferttefdruck, Weltpostsormat und Büitenschnitt. Soviel kostet jede andere Postkarte auch. Erhältlich sind die Karten bei allen Äezirksjugendfürsorgen, Mütterberatungsstellen und bei der Deutschen Lan« deSkommission für Kinderschuh und Jugendfürsorge in Reichenberg, Waldzeile 14. Ein Dutzend kostet Ki 6.—. Eine einfache Bestellkarte genügt. Nachnahme oder Geldbetlage sind nicht notwendig. Wer nur«inen kleinen Versuch machen will, erhält von der Deutschen LandeSkommission gegen Einsendung von 70 Heller in Marken eine Probekarte. Fahrpreisermäßigungen zur Relchenberger Mustermesse. l!6. bis 28. August.) Den Ausstellern und Eiükäufern der 17. Reichenberger Messe werden folgende Fahrpreisermäßigungen gewährt: Auf den tschechoslowakischen Bahnen 88%, für ausländische Messebesucher bei Fahrten über 100 Kilometer 50%. Auf ausländischen B a h n e n: In Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Schweiz 25%, Italien 80%, Litauen, Oesterreich, Polen, Ungarn 88%, Estland, Griechenland, Jugo- > slawien, Lettland, Rumänien 50%. Prager deutsche Sendung Im Juni ' In den dreißig Abendsendungen wurde eine Füll« von Material dem aufmerksamen Hörer geboten. Er konnte sich ebenso gut bei dem leichten musi- kalischen Sendungen unterhalten, wie bei den R e- portagen au» dem mit allen modernen Mitteln der Meldeübertragung auSgestatteten Presse büre au in Prag und au» unseren großen, westböh- mischen Kurorten. Hier bildet sich ein beson« derer Stil der Sendungen au». So klein unsere deutschen Städte im Vergleich mit denen Deutschland» sind, so stark, ist da» kulturelle Leben in ihnen aulgeprägt. Die vielen Theater, mit den eigenen Orchestern, die^gut geleiteten Gesangvereine ergeben ein Bild pulsierenden kulturellen Leben». Nur möchten die.bürgerlichen Gesangverein« ihre Lieder« täfel«! endlich aufgeben und ihre Programme revidieren, sonst wirsen Konzerte, wie das de» Jglauer MänNerg«'sang verein es.uninteressant.— Prof. Leo Franz vermittelte'mit dem Verhältnis mäßig kleinen Chor der deutschen Mustkäkqdemte Webers G-dur-Missa in aller Schönheit, tvobei ein klarer Sopran besonder» auffiel. Sehr schön war auch die für, den Rundfunk bearbeitet« Straußssche Operette: Da» Spitz«'n« tuch d«.r Königin. Wir hätten aber«in« wichtiger« künstlerisch« Aufgabe auf diesem Gebiet zu erfüllen. Offenbach ist au»,dem reichsdeutschen Sender' verbannt. Er hat soviel Schöne»' geschaffen, da» wert M dem Vergessen des deutschen Hörer» entrissen'zu werden." Wir sind dankbar, wenn wir echt« Kunst aus dem Lautsprecher hören, wie wir un» freuen, daß ui;» Shakespeare» Sprache au»„Li« be, Lustund Lied" so glücklich klang. In der Handlung war das Spiel nicht ganz klar, da der Szenenwechsel nicht immer deutlich verständlich wurde. Frantisek Srameks„Somme r" fand gleichfalls eine ausgezeichnete Wiedergabe. Interessant war die Erstaufführung von Geisha-G«dichten Klahn nd» mit der einfühlenden Musik Holländers, von Frau Freu d-M a r 11 hinreißend gesprochen. Nur möchte die Rundfunlleitung. anordnen, daß durch nachfolgende Schallplattensendungen die- Stimmung solcher Sendungen nicht zerstört werde. Unsere Arbesiersendungen bleiben nach wie vor führend. ES ist nütwendig, daß gerade unser« Volkswirtschaftler öfters zu Worte kommen, die unsere Auffassungen anhand«Ine» großen Wissens verdolmetschen, wie es Genosse Schwarz verstand/ der, in klaren, jedem verständlichen Worte» von der^ Notwendigkeit der Umgestaltung der Wirtschaft zu, überzeugen vermochte. Seine Definition von der, volksfeindlichen und vollsfreündlichen Wirtschaftspolitik und die Gegenüberstellung von Kapitalsrente' als volksfeindlich und Sozialrente als volksfreundliche Wirtschaftspolitik wird-wohl jeder begriffenhaben.-Auf'Grund unleugbarer Tatsachen setzte et: sich gerade mit dem Wirtschaftssystem de» drittens Reiche», auseinander, da» er al» volUfeindlich darstellte. Aber auch seine Forderungen nach Hebung der.' Massenkauflraft und de» Massenverbrauches warem ausgezeichnet. mit Material-fundiert.— Ein Portragj Prof. Rauchbergs über unsere sozialen- Versicherungen in der Krise war span, nend wie ein Roman. Die Fülle de» Material» und die moralische Kraft der Tatsachen ergaben ein Bild Überragender sozialer Leistung, aber auch die Überzeugung, daß unsere Sozialinstitui« kostbar« Güter für den arbeitenden Menschen und den Staat sind, di« wir mit allen Mitteln schützen müssen. Franz Schön, ein Mann au» einem Selbstverwaltungskörper, schilderte die Sorgen, die heute all« unsere öffentlichen Funktionäre zu tragen haben und seine Forderung an die Bürokratie, nicht der Aufbauarbeit unnötige Hindernisse entgtgenzustellen, sei gern un» tersttzt. Edmund' Reichl au» Komotau erswttete Bericht Über die Fülle freiwillig und opfermütig geleisteter Vorarbeiten für da» Atu»-Bundes- s e st. M« lebendig daS geistige Leben in der deutschen Sozialdemokratie ist, bestätigten zwei Bücherreferate/ Da» eine hielt Archivrat Dr. Moucha über das Buch de» Geaossen I ak s ch„Volk und Arbeitet". Dr. Moucha» grsindliche, sich tief in da» Werk de» zu besprechenden Buche» einlebende Art erwies sich -gerade bei JakschenS Buch al» wertvoll. Nicht weniger ernst, in rethorisch und sprachlich ausgefeilter Form sprach Genosse Goldschmidt über Men. Dr. Emil FranzelS Buch„Hie abendländische Re- volution". Besonders wertvoll HI« offen«, vor dem. Mikrophon ohne Konzert durchgeführte Diskussion zwischen unserem Genossen,Wenzel Jaksch mit den beiden tschechischen Politiker!! Prof. Kozäk und Dr. Kaplar. Das Problem der geistigen Einstellung der Deutschen zum Staat ifnd seinen Bedürfnissen jvap'hie Grundlage der Aussprache, die damit endete, daß' Man gemeinsam konstatieren konnte: wir wollen alle» unterstützen; waS unS tn der Gegenwart vor, bindet; wir wollen aber auch alle ReibungSflächen vermindern zu dem einen Ziel: Erfüllung der un» gestellten sozialen Aufgaben I Hoffentlich finden solche Aussprachen recht oft statt. Notwendig wäre e», den Diskussionspartnern de» Rat erteilen, sie mögen jeweils in wenigen Worten in ihrer Muttersprache daS wiederholen, was der Vorredner in dec anderen Sprach« ausführte, damit auch jeder Hörer, der nur eine der Sprachen versteht, der Diskussion folgen kann. Wir hören gern, wenn uns die Landwirt« von ihren Sorgen erzählen, ivir würden gern einmal hören, wi« sie sich ihre politische Zukunft vorstellen- Wir hören gern, wenn un» z. B.-Männer dec christlichen Gewerkschaftsbewegung von ihrer Arbeit erzählen, aber fehl am Platze sind solche Vorträge, wie die eine» Bertreter» der christlichen Bergarbeiter. Wenn die eigene Leistung an arbeitslose Bergarbeiter in einem Jahr nur Kk 56.000.— betrug und dann die Einheitlichkeit der Gewerkschaftsbewegung al» notwendig im sozialen Kampf gefordert wird, führt sich diese Spsitter- Gewerkschaftsbewegung selbst ad absurdum. Unser Rundfunk ist beweglich geworden. Er gibt dem Wissenschaftler/ wie dem Politiker, dem Arbeiter wie dem Künstler Betätigungsmöglichkeit, und: wir wollen unsere Betrachtung mit der freudigen Zustimmung zu den Worten der großen Schauspielerin E l s« L« h m ä n n schließen, die sie als Siebzigjährige allen Deutschen dieses Staates durch den Äther zurief:.Sie mögen begreifen, wie gut e» sich hier leben läßt, in Freiheit und Demokratie! i Richard Bäuml, Scite 6 Gesundheitsminister Dr. Czech besucht Kinderheim und Krankenhaus in Komotau Am Fuße des Erzgebirgsfammes, gegenüber der Burgruine Hassenstein, liegt idyllisch schön das schloßartige Margarethenheim" bei der fieinsten Stadt der Republik, PI a 13. Es gehört dem Zweigverein Komotau des Deutschen Landeshilfsvereines für Lungenkranke in Böhmen und wird von einem Ausschuß betreut, an dem unsere Komotauer Genossen start beteiligt sind. Es ist insbesondere der Metallarbeitersekretär, unser Genosse Alois Ma y, der sich hier große Verdienste um das notleidende Arbeiterlind erworben hat. Ohne öffentliche Subventionen, nur durch die Zuwendungen der Mannesmann- Röhreniverke, der Krankenkasse und der ZSV, ist es möglich, dieses Heim für eine entsprechende Ferienfürsorge zu erhalten. In diesem Jahr werden 450 Kinder dort ihre Ferien verleben. Im Augenblick ist der erste Turnus von 115 Kindern im Margarethenheim untergebracht. Genosse Dr. Czech, der den Sonntag Vormittag zur Besichtigung benüßte. wurde von den Kindern und den Schwestern freu dig begrüßt. Er besichtigte mit dem in seiner Begleitung befindlichen Präsidialchef des Gesundheitsministeriums, Sektionschef MUDr. Ho= sehr vorka, gründlich das Heim jah, lange mit vielen Kindern, denen Mittwoch, 8. Juli 1936 Der Aufmarsch der DTJ- Turner ,, Sozialdemokrat" ,, Alle in eine Reihe Mr. 157 für Arbeit und Frieden" Dr. Trapl über die Staatsverteidigungsanleihe Dr. Karl Trap I, Gouverneur der Posts sparkasse, stellt der Presse folgende Kundgebung zur Verfügung: „ Die Verantwortlichkeit der Demokratie uns feres jungen Staates gibt uns die Kraft, die ärgsten Folgen der Weltwirtschaftstrise zu überwinden. Troß der Schwere des fünfjährigen Ringens, welches der Bevölkerung schwere Opfer auferlegt und den Staat belastet, hat die Notwendigkeit der Staatsverteidigung alle, die guter Gesinnung sind und diesen Staat lieben, in eine Reihe gestellt, in dem gemeinsamen Willen, das bereits durch so viel Opfer erkaufte Werk der Freiheit zu festigen. Die vier Wochen der Zeichnung der Staatsverteidigungsanleihe legen Zeugnis davon ab, daß die Aufforderung an die Bevölkerung, die Mittel zu gewähren, mit welchen die ordentliche Verteidigung des Staates ausgebaut und auf diese Weise auch der Schutz des Lebens und des Eigentums seiner Bürger gesichert werden soll, volles Verständnis gefunden hat. Die letzte Zeichnungswoche muß den Höhe. punkt dieses Werkes bedeuten. Der Erfolg der Staatsverteidigungsanleihe muß einen Beweis wie sie sich über den Besuch freuten. Nach einer Wieder ein verurteilter Nazi nach Deutsch-| Meckel erntete reichen Beifall. Durch das Ne- dafür bilden, daß wir unseren Staat nicht nur zu kurzen Ansprache des Genossen Czech wurde von Land Beflüchtet. Bekanntlich hat der Oberste Ge- deverbot hat Henlein offenbar nur seinen„ Hoch- erringen, durch seine demokratische Ordnung, deutschen Kindern die Staatshymne in beiden richtshof in Brünn von einigen Tagen das Urteil schulbeauftragten" vor einer neuen Niederlage durch Arbeit und Besonnenheit zu erhalten, sons Sprachen gesungen, worauf sich Genosse Czech von gegen die wegen geplanter Anschläge gegen die durch die Studenten retten wollen, die sich von dem dern im Falle der Notwendigkeit auch zu verteiden Kindern herzlich verabschiedete. Republit angeklagten Funktionäre der aufgelösten Kreis von Kameradschaftsbündlern um Henlein digen verstehen werden. Die Verteidigungsanleihe Im Krankenhaus von Komotau wurde nationalsozialistischen Arbeiterpartei Erwin Grö nicht beherrschen lassen wollen. Genosse Czech vom Primarius Dr. Pamperlger, Ostar Juder und Hans Richter beſtägibt dazu die Mittel. Ihr Erträgnis bedeutet auch Der Kampf gegen die deutsche Sprache. Die im Vestibül empfangen und begrüßt und sodann tigt, Richter und Juder haben auch bereits ihre Henlein- Leute mögen noch so häufig bestreiten, Arbeit für die übrigen Mitbürger. Bürger, erfül durch das vorzüglich eingerichtete Krankenhaus ge- einjährige Kerkerstrafe angetreten. Gröger die Nachfolger und Erben der aufgelösten natio- let Euere Pflicht!" leitet, wobei mit der Aerzteschaft Fühlung genom hingegen, der zu 13 Monaten schweren Kerkers nalsozialistischen Partei zu sein die eine men wurde. Viele Krankensäle wurden aufgesucht, verurteilt worden war, hat Brünn ver Tatsache können sie nicht aus der Welt schaffen, Verteidigungsminister Machnik forderte wo Genosse Czech mit alt und jung sprach und den lassen. Von seiner Abreise wußten Judex und daß sie gleich den Mannen Jungs und Krebs', im Rundfunk gleichfalls auf, die letzte Woche noch Kranken Geduld und baldige Gesundheit wünschte. Richter, er hatte ihnen jedoch das Wort gegeben, den Hütern des einzig echten" Deutschtums, mit nach Sträften zur Zeichnung der VerteidigungsIn jedem Krankenzimmer fand Genosse Czech daß er sicher zurückkommen werde. Wie das ihrer Muttersprache ewig auf Kriegsfuß stehen. anleihe zu benüßen. Wiewohl die Zeichnung einen Freunde unserer Bewegung, die sich sofort zu er- Ehrenwort unserer Nazis zu werten ist, das hat und es sind nicht etwa Gevatter Schneider und befriedigenden Verlauf nehme, sei es im Interesse fennen gaben. Genosse Dr. Czech sprach sich in bei- man ja bei einigen Fällen bereits gesehen. Auch Handschuhmacher, die sich mit kühnem Turner- der Verteidigung des Staates, seines internatio den Anstalten äußerst lobend über die vorzügliche hier besteht kein Zweifel, daß Gröger nicht mehr schwung über grammatikalische und stilistische nalen Gewichtes und seiner Bedeutung notwendig, Leitung aus und versicherte allen Funktionären zurückkehren wird und wie seine Vorgänger auf Vorschriften hinwegsezen nein, gerade die aka- daß der bereits gezeichnete Betrag in den letzten seinen Dank für die im Interesse der öffentlichen seinen Lorbeeren in Deutschland ausruhen wird. demisch Gebildeten fördern durch ihre sozusagen Tagen so weit wie möglich erhöht Gesundheit geleistete Arbeit. Bürgermeisterwahlen im Bezirk Freistadt. geistigen Erzeugnisse den Konsum an roter Tinte werde. In Budlau bei Neu- Oderberg wurde zum und sezen ihren Ehrgeiz darein, ihre auf den Bürgermeister unser Genosse Wehmann mit Mittelschulbänten genossene gute sprachliche Er17 von 28 Stimmen, zum ersten Stellvertreter ziehung nach Möglichkeit zu verleugnen. Da lehnt schen Kommunisten haben, seitdem sie der Volkss Die falonfähigen Kommunisten. Die französis ein Mitglied des Národni sdruženi gewählt. Der z. B. der Teplizer Kreisleiter der SdP, der Herr front beigetreten sind, nicht nur politisch alle revolu zweite Stellvertreter ist Herr Ludwig vom Doktor Zippelius, im Anzeiger" die kom- tionären Alüren abgestreift. Sie benehmen sich auch Deutschen Wahlblock, ein Henleinmann. In munistische Einladung zur Teilnahme an einer sonst in Neu- Oderberg wurde M a Ich er von der Unpoli- Versammlung mit der Begründung ab:... weil Enthüllung eines Masaryk- Denkmals In Rožnov u. Radhošt und feierliche Uebergabe des MasarykErholungsheimes des Einheitsverbandes Am 5. Juli fand in Rožnov u. Rad- tischen Wahlgruppe( ein Deutscher) mit 19 von ich und meine Kameraden nicht einzuschenuhrer oncierter Weise salonfähig. So hat ihr gruppe, gewählt. = e 8 bei der Marseillaise- Feier für host, dem Orte, in dem der Einheitsverband der 36 Stimmen gewählt. Zum ersten Stellvertreter vermögen, Ihre demagogisch Rouget de Lisle im Fra& gesprochen und eine Privatangestellten sein Erholungsheim hat, die wurde Solnař von den tschechischen National aufgezogenen und dabei doch kommunistische Vizepräsident der Kammer Duclos, Trikolore als Band um die Brust getragen. Auch der feierliche Enthüllung eines Masaryk- Dent- sozialisten, zum zweiten Direktor Drögsler, leidenschaftslosen wie uninter der in der letzten Sizung zum erstenmal präsidierte, males statt. Das Denkmal ist ein Werk des wieder ein Deutscher von der Unpolitischen Wahl- essanten Versammlungen durch hat sich streng nach den Vorschriften gehalten. Er ers Prager Bildhauers Sa u de t. An der Feier, die unser Erscheinen zu wirklichen für das ganze dortige Gebiet ein Ereignis war, Redeverbot für Henleins Hochschulführer. In Versammlungen zu machen." schien im tadellosen Frad und 3ylinder, nahmen Vertreter der Regierung, der Militär- Mährisch- Schönberg fand Samstag vormittags im Sie hätten, werter Herr Doktor, lieber einsehen und die Garde républicaine im Roßschweif und mit und Zivilbehörden, des Einheitsverbandes der Rahmen des Bundesfestes des Bundes der Deut- sollen, daß hier der Infinitiv ganz falsch ist und gezüchten Säbeln, die das Spalier bildete, schreckte Privatangestellten und verschiedener kultureller schen eine Tagung der sudetendeutschen Hochschü- ein Nebensaz mit„ warum" folgen müßte. Auch den Revolutionär keineswegs. Er nahm voller Würde Organisationen und Korporationen teil. Aus terschaft statt. Bei der Tagung sollte neben Dr. der richtige Gebrauch des Wörtchens„ auch" ist die übliche Parade ab. Brünn und Ostrau fuhren Sonderzüge zu dieser Meckel, dem bei Henlein in Ungnade gefallenen Ihnen, Herr Kreisleiter, leider unbekannt. Sie Veranstaltung. Die Festreden hielten die Abg. Dr. Vorsitzenden der Prager deutschen Hochschüler- schreiben:" Ich bedaure Ihnen mitteilen zu müs Stránský und Gen. Tymes, namens des schaft, auch der Sdp- Senator Dr. Gregersen, daß ich Ihre Bitte nicht erfüllen kann, weil Einheitsverbandes der Privatangestellten sprach sprechen, der in der SdP für Hochschulfragen tom- ich der Meinung bin, daß auch Sie besser tun dessen Obmannstellvertreter Gen. Weil( Prag). petent ist. Im letzten Moment wurde ihm aber würden, vor Ihrer eigenen Türe zu fehren." AbDie Feier wurde im Radio übertragen. von Henlein ein Redeverbot auferlegt. gesehen von der etwas fadenscheinigen Logik dieses Am gleichen Tage fand die feierliche Ueber- Das Kino Kapitol, in dem die Tagung stattfand. Sazes- Herr Dottor Zippelius hat offenbar gabe des Masaryk- Erholungsheimes der Privat- war überfüllt und unter den Teilnehmern sah gar nicht herausgefühlt, wie wenig schmeichelhaft angestellten in Rožnov statt. Die Feier, an der man auch den ausgeschlossenen Studenten Sm a- er sich hier über seine eigene Partei äußert. Aber Funktionäre des Einheitsverbandes sowie Vertre- yon und zahlreiche Arbeiter, die infolge der be- seit neuester Zeit scheinen nicht bloß Kinder und ter der Behörden und der Stadtgemeinde Nožnov kannten Zwischenfälle mit dem Kreisleiter Sto Narren, sondern auch schlechte Stilisten die Wahrteilnahmen, wurde durch den Vortrag der Staats- morowski der SdP den Rücken gekehrt haben. Dr. Heit zu sagen. Hymne eingeleitet, worauf der Obmannstellver= treter der Brünner Ortsgruvve des Einheitsver= Bedeutung des Erholungsheimes sprach. Der Bürgermeister von Rožnov, Gen. Drápala, 1956 . XIII HAUPTVERSAMMLUNG TOURISTEN VEREIN DIE NATURFREUNDE Brünn CSR Am Mittwoch, den 8. Juli spricht im Radio, Prag, von 18.20 bis 18.40 Uhr in der deutschen Sendung, Genoffe Gustav Goldschmidt, Brünn " Die Kulturarbeit der Naturfreunde" bet in ihr ruhesuchendes Denken. Schweißtropfen. Je mehr er wahrnimmt, daß Auf der Stirne des Vorbeters stehen große seine Beter absaden, desto besser muß er seine Stimme erheben. Die Kleine Stube ist längst beängstigend| Wie aus weiter Ferne hackt das rhythmische Gea babes Gen. Bu ictú liber die Entstehung und Der Heimat letztes Gebet überfüllt. Immer noch drängen neue Beter nach. er Erbarmungslos fegt launiger Frühlings- ten ausgestattet ist, will niemand bleiben. BeiIm Hausflur, der ebenfalls mit Siggelegenhei dankte namens der Stadt insbesondere dem Leiter schauer mit Wind, Wetter und legtem Schnee Bend streicht der Wind über die großen groben der 1. Prager Strankenversicherungsanstalt in Ein kleines Häuflein Nachbarn und persön- Beine falt. über den Friedhof der Pfarrgemeinde Brand. Steinfliesen und macht die Füße und die Brünn, Gen. Beck, dessen Initiative und unermüdlichem Eifer die Erbauung des Heimes zum liche Freunde troßen mit den Anverwandten dem So rüden sie immer wieder zusammen, um Großteil zu danken ist. Nach einer eindrucksvollen garstigen Tag, stehen. ergriffen am Rande des die natürliche Wärme der vielen Menschenleiber Festrede des Gen. Weil wurde die Feier mit frischen Grabes, über dem auf zwei lehmberdem Vortrag des Liedes der Arbeit" geschlossen. Den Präsidenten Masaryk, Benes, und den Genossen Dr. Czech und Klein wurden Ve= grüßungs telegramme gesandt. Machnik gegen Henlein schmierten Rundhölzern der Sarg mit der Toten ruht. nicht zu entbehren. Eine Petroleumlampe fladert dunstiges Licht über die schwaßenden Dörfler. Dann spricht der Priester noch ein lateinisches Gebet, wirft als erster dreimal Erde in die Vorne steht ein Tisch, darauf ein Kruzifig Grube und etwas abseits beginnen die Kirchen- und sechs brennende Kerzen. Um den Tisch herum fänger einen ergreifenden Choral, der die die Männer mit dem Vorbeter in ihrer Mitte. Schmerzen der Angehörigen neu aufreißt. Quer über Felder und aufgeweichte Wiesen zerläuft sich etwas später der Haufen Leidtragender. Immer garstiger schlägt der Sturm über den tage in Schnee gekleidet ist. Grenzwald herab, der troß der ersten FrühlingsIm Hause der Toten riecht es nach Tannengrün und abgebrannten Kerzen. In einer Rede, welche Minister Machnit Sonntag in Neumark hielt, sprach er scharf gegen die SdP. Er erklärte u. a. zur Egerer HenleinRede: Man kann bereits seit längerer Zeit gewisse Anzeichen bemerken, zu denen wir lange nicht unser Endurteil abgeben wollten. Unlängst sprach der Vertreter der SdP im Parlamente und sagte, die tschechoslowakische Oeffentlichkeit wolle die Bestrebungen unserer Deutschen nicht verstehen. Die tschechoslowakische Deffentlichkeit versteht jene ein Menschenalter ein Deutschen, bei denen wir keinen Grund besitzen, Wie die ersten Nachtschatten über das Dorf daran zu zweifeln, daß sie treu auf dem Boden an der Grenze fallen, füllt sich das Haus mit dieses Staates stehen. Schwerer wird man schon Menschen. die Bestrebungen und die Ziele jener Deutschen begreifen, für welche in Eger der Redner sprach. Eine gähnende Leere klafft allüberall. Leise Diele. Ihnen ist es, als müßte die Türe sich gehen die Bewohner durch den Flur, über die langsam öffnen, die Tote wiederkehren, die da n und ausgegangen. Der zicht noch einigemale kräftig Atem. schlägt das Kreuz und beginnt das letzte Gebel der Heimat für ihre Tote. Ueber seine schwieligen Hände schlingt sich ein schwarzer Rosenkranz. Vor ihm liegt ein Anmertheft, dessen Seiten mit träftigen, ungelens fen Fingern voll von Gebeten beschrieben ist. Und das Gebet hallt durch das Haus. Lang. einförmig mühen die Grenzler sich durch die Armee der Heiligen. neues Gebet. Mertlich erschlafft ihr guter Wille. In grobem Baß beginnen die Männer ein Jeder einzelne, der ausfeßt, ist sofort wahrnehms bar. Viel höher und mit mehr Schwung löst die weibliche Betgemeinde die Männer in ihren beendeten Gebetsaz ab. Die Wärme legt sich müde über die Menschen. Die Kerzen flackern unruhig in der dicken Wirklich, das meint die Heimat brav und gut. Es gibt keine Familie, die nicht zum lez- Luft. ten Gebet für die Tote delegiert. Dort nicht einer, dort ist einer eingeschlafen. Und immer noch ist das Anmerkheft Seite um Seite beschrieben. Verzweifelte Blicke kreisen um den Mann, in dessen Macht es liegt, das Kreuz zum Ende zu schlagen. Der betet weiter und weiter. Rascher stoßen die verstümmelten Worte über die Lippen der Wartenden. Meine Gedanken weilen fernab von dem Trommelfeuer der betenden Heimat. Ich sehe die Tote mitten in ihrer Stube ein Leben lang schaffen, sich plagen, mit dem Schicksal gerungen und bis in das Alter Sechsmal Mutter geworden. Tag für Tag hinein dennoch nicht Sieger geblieben. Die Zeit, die harte, hat ihren Rücken geAugen umflort und tausende Falten und Runen frümmt, ihr Haar schneeig gebleicht. Hat ihre in das gütige Antlik gegraben. Dann, als hätte sie noch nicht start genug des Sterben, ein flargeistiges Abschiednehmen in ihrem Leben gelitten, ein großes schmerzen von ihren Kindern, die sie über alles geliebt und die keine Mutterliebe davor bewahren konnte, hungernd durch ein armes Leben zu gehen. Aufatmend schlägt die Heimat das Kreuz zum letzten Gebet für ihre Tote. Ich erwache mit. Ich nehme nach Brauch und Sitte der Grenz waldheimat letzten Abschied von der Toten, die meine Mutter gewesen... Josef Egerer. 3 Mr. 157 Mittwoch, 8. Juli 1936 Ursachen und Hintergründe der Genfer Rüpelszene Herrn Greisers Mission Der Danziger Senatspräsident Greiser, bom Völkerbund nach Genf zitiert, hat dort, nachdem er seine Reiſe in Berlin ostentativ unterbrochen hatte, eine Rede gehalten, wie sie die Delegierten der Völkerbundsversammlung vordem nie gehört Verbot der Oppositionsparteien, Verfassungs hatten. Greiser sprach von dem ,, Saftladen", in änderung nach Berliner Muster. Den staatsrechtden man ,, preußische Ordnung bringen müffe", er lichen Busammenschluß mit Deutschland werden beschimpfte und verhöhnte den Völkerbund, for die Nazi jest nicht durchführen. Aber wenn es derte die Abberufung des Hohenkommissäre, ent- ihnen gelingt, durch den Danziger Wirbel die bot schließlich Eden den Hitlergruß und drehte den Blicke Europas nach der Ostsee zu lenten, so ist das ein ebenso großer Erfolg wie es im März der war, die Blide der Mächte von der Donau weg an den Rhein zu ziehen. Denn auch jest bleibt die Donau Hitlers Operationslinie. Der ,, Hohe Kommissär" des Völkerbundes Lester Journalisten eine lange Nase. Jede Einmischung der Liga in Danziger Angelegenheiten verbat er sich energisch, vielmehr forderte er eine Volts abstimmung in Danzig, die für den Anschluß an Deutschland ausfallen werde. Kein Zweifel, diese Rede ist in Berlin in ihren Grundzügen festgelegt und mit Greiser vereinbart worden. Ihre Autoren fird Goebbels, Göring, vielleicht Hitler persönlich. Aber mit dieser Feststellung ist noch lange nicht gesagt, was die Rede in Wahrheit bezweckt. Sie ist zunächst einmal ein Sch I agit lers gegen den Völkerbund an sich. Der Völkerbund hat versucht, die verlorene Santtionsschlacht abzubrechen und sich, militärisch gesprochen, vom Feinde zu lösen". nur anstaltet hat, alles dafür vorbereitet, daß Hitler als Schüßer der österreichischen Freiheit" in Wien einzicht. Die Verhandlungen mit Schuschnigg haben sich, wie Dienstag gemeldet wird, endgültig zerschlagen, weil hitler Presse- und Diskussionsfreiheit für die Nazi und antisemitische Agitationsfreiheit In Danzig erstrebt Hitler, schon Polenz den unbedingten Verzicht auf aber auch, wie wir bereits vor Tagen schrieben, wegen, dessen Empörung auch nicht sonderlich echt die Restauration der Habsbur= wirkt, nicht mehr als die„ i n ner e Gleichſchaltung", also zurückziehung des Hohen Kommissärs, es in den Kommentaren zu der Meldung, zwischen ger gefordert hat. Die Spannung, heißi Deutschland und Oesterreich bleibe also bestehen. Das bedeutet, daß der Kampf Hitlers um Desterreich weiter von außen geführt wird. Je gefährlicher sich die Danziger Situation ansiebt, um so sicherer reift die österreichische Ernte für itler heran. In Sofio hat er eben einen starken Erfolg errungen. In Athen und Belgrad ist Schacht wie das Kind im Haus und ein Goebbels- Göring- Besuch in antiken Gefilden ist anges fündigt. Für Rumänien sagt die InterIm Donauraum hat itler in nationale Information", das Mitteilungsblatt der jüngsten Zeit einige be a chtliche Er der SAJ in Brüssel, einen unmittelbar drohenden folge erzielt.( In der Juli- Nummer des Nazi putsch voraus. Ob Hitler im Herbst in ,, a mp f" beschäftigt sich Genosse E. Franzel Wien einzieht, hängt im Augenblick nur davon ab, unter dem Titel Berlin- Belgrad- ob er sich mit Mussolini zu einigen vermag, bzw. Butare st" mit dieser Frage). Stimmungs ob er einen Krieg mit Italien riskieren zu fönnen mäßig ist durch den wüsten Restaurationsrummel, glaubt. Und den wird er riskieren, wenn er sich den vermutlich ebenfalls die de utsche Pro- einer freundschaftlichen Haltung eines Teiles der paganda, zum Teil durch ihre BelgraKleinen Entente und des Westens sicher ist. Bei derFilialen und 3 ah Ist e II en ver- diesen Gruppen liegt die Entscheidung. Berlin bremst? üben werden, sondern daß im Gegenteil Danzig noch mehr(!) zur Konfolidierung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Polen bei tragen könnte. Beruhigende Erklärung an die Westmächte Paris. Wie inoffiziell verlautet, haben die Vertreter Englands und Frankreichs am Montag in Berlin eine Demarche wegen Danzig unternommen. Die Erklärung des Vertreters des abwesenden Außenministers Dieckhoff, daß dic Reichsregierung nichts zu unternehmen beabfichtige, was die internationale Lage in ein Chaos stürzen könne, fei namentlich in Warschau mit einem Gefühl der Erleichterung aufgenommen worden. Es scheint tatsächlich, daß Deutschland es sich berzeit nicht auch noch mit Polen verderben will, deffen Vertreter in Genf nach einer Havasmeldung offen erklärt haben, daß sich Polen durch Greifers Drohungen nicht einschüchtern lasse, da materiell alles vorbereitet sei, um eine Respektierung der internationalen Verpflichtungen im Verhältnis zu Polen zu erzwingen. Polen Aus der Siegechichte men grüdt. Wenn man wäre imftande, innerhalb fechs Stun ein Gefecht, noch dazu ein Gefecht, in dem man ben das Gebiet von Danzig durch schlecht steht, abbrechen will, läßt man gewöhnlich einige Divifionen zu befehen; in Haare. Dem retirierenden Gegner versetzt der keinem Falle werde es einem fait accompli Sieger während des Rückzuges, der..Ablösung". weichen. die empfindlichsten Schläge und jener kann st: nicht erwidern, weil er ja eben das Gefecht abbrechen will. So geht es also dem Völkerbund. Er hätte die Sanktionskampagne am liebsten sang- und flanglos abgebrochen. Das ging nicht. Zunächst ein mal hat Mussolini seine Journalisten randalieren Lassen, um der Liga zu beweisen, wie wenig sie heute noch bedeutet. Dann hat er Schuschnigg bewogen, nicht nach Genf zu fahren. Nun hat Hitler seinen Greiser vorgeschickt, damit der Völkerbund geohrfeigt und bespuckt, noch deutlicher fapiere, wieviel es geschlagen hat. Der Völkerbund hätte ein probates Mittel, Herrn Greis fer sehr flein zu machen. Zwei engs lische Kreuzer in der Oftfee, ein paar Kompagnien englischer Soldaten als Ehrengarde für den High Commissioner Mr. Lester in Danzig gelandet und Herr Greiser würde nicht mehr vom Saft laben und der preußischen Ordnung sprechen. Schriebe man dann noch Wahlen in Dan8ig aus, so könnte man sitler an einer sehr empfindlichen Stelle eine schwere Schlappe bereiten. Aber das alles ist praktisch nicht denkbar. weil der Völkerbund ja nach einer moralischen und fattischen Niederlage auf dem Rückzug, weil ec entmutigt, demoralisiert und aktionsunfähig ist. Von Mussolini geschlagen, von Hitler brüstiert, muß er sich auch von Schuschnigg die talte Schulter zeigen und sich von Greiser bespucken lassen. Um die Niederlage des Völkerbundes anschaulich zu machen, um sie unter Beweis zu stellen, sie vor den Augen der Welt zu vollenden, haben Mussolini und Hitler den Journalistenkrawall und ben Greiser- Standal inszeniert. Der Völkerbund aber versagt, wie er in der Saarfrage, wie er im abes finischen Konflikt, wie er am 7. März versagt hat. And insofern ist die Rüpelet eine gefund e ehre: sie muß den Prozeß der Völker bundsreform beschleunigen; wenn irgend etwas den Mächten zum Bewußtsein bringen kann, daß ihre bisherige Saltung Europa in die Katastrophe treibt, so sind es die Rüpeleien der faschistischen hen Avantgardisten in Genf. Der Schlag gegen das Ansehen des Völkerbundes ist Hitler und Mussolini gelungen. Daß er zu einer Förderung der anglo- britischen Allianz führt, muß Hitler zunächst in Kauf nehmen. Diese Entente war aber vor Greisers Auftritt schon gegeben und ist im Augenblid eine der Unannehmlichkeiten, mit denen Hitler rechnen muß, ohne daß sie ihn auf dem Weg zu seinem wahren Ziel wirklich aufhalten. Dieses 3 i el bleibt Desterreich, bleibt Wien. London.( Neuter.) Der Neuter- Bericht: erstatter erfährt, daß Minister Eden in der Kabinettsfißung, die am Montag Abend abgehalten wurde, den überaus ernsten Charakter der Entwicklung der Dinge in Danzig hervorhob. Die ganze Angelegenheit sollte neuerdings in der Kabinettfizung vom Dienstag durchberaten werden. ** Warschau. Die Nachrichtenagentur Pref" behauptet, daß in den verfloffenen zwei Tagen auf dem Gebiete der Freistadt Danzig etwa 150 hervorragende Mitglieder der oppofitionellen Parteien verhaftet worden sind. Danzig. Auf Anordnung des Danziger Polizeipräsidenten sind die Dienstag- Ausgaben der sozialdemokratischen 1 Danziger Volksst imme" und des Zentrumsorgans" Danziger Volkszeitung" beschlagnahmt worden. Aus Berliner Blätterstimmen geht hervor, daß die Reichsregierung die strittigen Danziger Die„ Danziger Voltsstimme" hatte erklärt, Fragen am liebsten allein mit Polen be- die Danziger Bevölkerung und die gesamte Opporeinigen möchte. Auch Senatspräsident Greiferisition bleibe dem Hohen Kommissar hat einem Interview der Hoffnung Ausdruck ge- Lester treu und fordere Neuwahlen zum geben, daß die Aenderung der Beziehungen zwi Danziger Senat, die die Unpopularität des nafchen Danzig und Genf in nichts" einen Ein- tionalsozialistischen Regimes in Danzig" unter fluß auf die deutsch- polnischen Beziehungen aus.| Beweis stellen würden. England verstimmt 15. Juliüber die Nichtbeantwortung des Fragebogens London.( Neuter.) Außenminister Eden wurde am Montag im Unterhaus interpelliert, ob man an eine Demarche bei der Berliner Regierung denke, um einer neuen Verschiebung der Ant. wort auf den Fragebogen vorzugreifen. Eden betonte, der britische Botschafter in Borlin habe bei der deutschen Regierung bereits mehrere Interventionen durchgeführt, wobei er darauf aufmerksam machte, daß die britische Regierung den Wunsch habe, eh e stens eine Antwort auf ihren Fragebogen zu erhalten. Ende der Sanktionen In Beantwortung einer nachträglichen Anfrage erklärte Eden: Ich habe bereits klar unfern Standpunkt erläutert sowie auch unseren aufrichtigen Wunsch, irgendeinen Fortschritt zu erzielen, und ich bin nicht geneigt, noch ma 18 um eine Antwort zu ersuchen. Unter den britischen Ministern hat die Tat sache, daß Deutschland derart lange keine Antwort auf den britischen Fragebogen gibt, Gr bitterung und Entrüstung hervorgerufen. Die Kundgebung Edens im Unterhause in dieser Sache hat einen mächtigen Eindruck auf die Abgeordneten ausgeübt, welcher deutlich die Erbitterung zeigt, welche sich bisher noch niemals bei den offiziellen Beziehungen zum heutigen deutschen Regime kundgegeben hat. Die Bemerkungen Edens werden derart ausgelegt, daß die britischen Minister davon überzeugt seien, daß die deutsche Unhöflichkeit absichtlich und gewollt ist und daß Hitler manövriere. Erholungsurlaub Edens London. Außenminister Eden hat auf An raten seines Arztes einen einwöchigen Erholungsurlaub angetreten, den er auf dem Lande verbringen wird. In seiner Abwesenheit wird er von Lord Halifag vertreten werden Evve & им Seite Schüttet uns den Apfel herunter, Pg. Greiser! Wir brauchen einen außenpolitischen Erfolg. Amnestiekonferenz in Brüssel Auf der von fast allen europäischen Staaten beschickten Amnestiekonferenz, die am Sonntag morgen in Brüssel eröffnet wurde, sprach nach der Abgeordneten Wilkinson von der Labour- Party Genosse Dr. Ečer aus Brünn, der als Delegierter der Union für Recht und Freiheit am Kongreß teilnahm. An Hand verschiedener Anklageschriften und anderer Materialien setzte sich Gen. Ečer mit dem Gesinnungsstrafrecht, mit der Geiselfrage und mit der Inhafthaltung ohne Prozeß auseinander. Seine Ausführungen endeten in der Forderung der vollen Amnestierung der seit Jahren in Deutschland ohne Urteil in Saft Gehaltenen und der nur durch verändertes Recht beztv. Rechtsbeugung Verurteilten. Anglo- ägyptischer Vertrag fertig London. Nach Meldungen aus Kairo ist der militärische Teil der englisch- ägyptischen Verhand lungen abgeschlossen. Der neue Vertrag werde, wie die" Times" meldet, den Charatter eines Freundschafts und Bündnisvertrages haben. Eine der bemerkenswertesten Maßnahmen bestehe darin, daß die Verteidigung Aegyptens und des Suez tanals gegen ausländische Angriffe von Aegypten fanals gegen ausfuhr de ungland werde übers nommen werden. In der Uebergangszeit, d. h. bis zu dem Zeitpunkt, wo die ägyptischen Streit= fräfte die Verteidigung selbst übernehmen könnten, werde die britische Garnison aufrechterhalten ver den. Sie werde jedoch nicht, wie bisher, ihren Hauptsiz in Stairo haben, sondern nach der Wüstenstadt Ismaiha versetzt werden. Nur das Bauptquartier werde in Stairo verbleiben. Gleich zeitig mit der Verstärkung der ägyptischen Streitfräfte solle die britische Garnison verringert werden. Andererseits würden die in Aegypten statio= nierten britischen Luftstreitkräfte erhöht werden und in Alexandria sollten Land- und Marinetrups pen stationiert werden. Die ägyptische Regierung werde sich ihrerseits verpflichten, gute Straßen zu bauen, um die schnelle Beförderung der britischen Streitkräfte von Ismaiha nach anderen Zielen Aegyptens im Notfall zu ermöglichen. In Kürze Budapest. Budapester Blättermeldungen zufolge wurde Adelheid Habsburg, die Tochter der Kaiserin Rita, die gegenwärtig in Desterreich weilt, zu einer Reise nach Ungarn eingeladen. en f. Der Koordinationsausschuß, der mit der Ausarbeitung von Vorschlägen für die Einstellung der Sanktionen betraut worden war, hat am Montag beschlossen, den Regierungen anzuempfehlen, die Sanktionen mit dem 15. Juli aufzuheben. Gleichzeitig beauftragte der Wien. Starhemberg hat das vorjährige VerAusschuß Experten mit der Aufgabe, die technische bot des Startes österreichischer Sportler in Deutsch Seite der Sanktionen und deren Wirksamkeit zu land widerrufen. Diese Entscheidung hat er mit studieren. Daraus sollen, so führte der britische| Rücksicht auf die kommende Olympiade in Berlin Vertreter aus, alle Belehrungen gefolgert werden, getroffen. die für die Zukunft nühlich sein könnten. Die Sanktionen gegen Italien hatten zur Folge, daß die italienische Ausfuhr um mehr als 75 Prozent gefunten ist und daß Italien in sechs Monaten fast die Hälfte feiner Goldvorräte eingebüßt hat. Baris. Die Konferenz der Locarnoſtaaten wird entweder in Ostende oder in Brüssel zwischen dem 15. und 20. Juli zusammentreten. Der belgische Ministerpräsident Van Zeeland verhandelt zur Beit mit den zuständigen Regierungen über die genaue Festseßung des Tagungsortes und des Datums der Konferenz. Rom schmollt weiter Madrid. In Villaalba unweit Madrid deckte die Polizei eine Geheimsizung der Mitglieder der faschi stischen Partei, der sogenannten spanischen„ dalanga", auf. Im ganzen Lande wurden Sonntag Verhaftungen von Faschisten vorgenommen. Mehr als tausend Personen wurden verhaftet. Jerusalem. Aus Hebron wird gemeldet, daß dort ernstliche Zusammenstöße zwischen Arabern und Militär erfolgt sind. Ein Araber wurde bei der Schießerei getötet und drei verletzt. Nanking. Auf dem hiesigen Flugplak trafen neun Flugzeuge ein, deren Piloten von der Kwantung- Armee desertierten. Die Flieger haben sich ver pflichtet, die Nankinger Zentralregierung zu unters stüßen. In Hongkong sind 14 Piloten mit ihren Flugzeugen gelandet, welche bisher in der Stwvantung Armee dienten. Auch sie haben das Treuegelöbnis für die Nantinger Regierung abgelegt. London. Der römische Reuterberichterstatter teilt mit, daß in Mom offiziell bekannt gegeben Lemberg. In Verbindung mit dem Landarbeiwurde, daß sich Italien an der Konferen; von Montreug nicht beteiligen werde, solange noch terstreit wurden Massenverhaftungen unter den immer die Uebereinkommen betreffend die ge- Streifagitatoren und Streitführern vorgenommen. genseitige Hilfeleistung im Mittel meer, wie sie im Dezember des Jahres 1985 abgeschlossen wurden, in Geltung sein werden. Madrid. In dem Orte Miguelturra( Provinz Ciudad Real) wurden bei einem Feuergefecht zwischen politischen Gegnern zwei Personen getötet und zehn berleßt, darunter vier lebensgefährlich Scite 8 Jagesneuigkeiten Das Gesicht Europas ,, König Eduard hat ein Dekret erlassen, das den königlichen Leibgardisten erlaubt, sich zu rasieren. Bisher waren sie verpflichtet, einen Vollbart zu tragen." ,, United Preß", London ..Ein Professor aus der japanischen Hafenstadt Hakodate hat ein chemisches Mittel erfunden, das auf zuverlässig wissenschaftlichem Wege Mut erzeugt. Die Mut Medizin" ist ein Alkaloid, das in die Blutbahn eingespritzt wird." ,, Nationalzeitung", Basel ,, Die Reichsfachschaft ,, Artistik" hat verbo. ten, Vortragsstücke oder Burlesken aufzuführen, in denen Angehörige der Wehrmacht oder des alten Heeres eine komische Charakterisierung erfahren. Die deutsche Wehrmacht und die deutsche Uniform müßten über jede Art von Spott oder Verächtlichmachung erhaben sein." ,, Deutsches Nachrichten- Büro" ..Ich bewundere die Sowjetliteratur, die Sowjetreligion der Arbeit, die Begeisterung dort für die Arbeit und ihre Vorkämpfer. Ich liebe diese Literatur, weil sie tatsächlich und am besten erzieht." Der Schuhkönig Bata im ,, Prager Tagblatt" ,, Hat eine Partnerin jüdisches Aussehen oder, falls er selbst Jude ist, ein rein arisches Aussehen oder hat sie einen rein jüdischen Namen oder Vornamen, so wird der Mann zumindestens mit der Möglichkeit gerechnet haben, sich mit einer jüdischen Person geschlechtlich zu bereinigen, er ist daher strafbar." ,, Deutsche Juristenzeitung", Berlin ,, Die 27jährige Maria Erben versuchte sich mit Leuchtgas zu vergiften und ihre beiden Skinder, den vierjährigen Hans und den anderthalbjährigen Ernst, in den Tod mitzunehmen. Die drei Menschen konnten im letzten Augenblick gerettet werden. Da die Tat der Maria Erben als Mordversuch angesehen werden muß, Standgericht gestellt werden." ,, Neues Wiener Journal" „ Das Merkwürdigste an der deutschen Neuwerdung ist, wie vor allem ausländische Besucher feststellen können, daß die Säle in Deutschland viel zu klein geworden sind, und daß das Volk zur Gemeinschaft geradezu drängt. Mittwoch, 8. Juli 1936 SECRETARIAT Der Schuß im Völkerbund Während einer Völkerbundjizung ing verübte bek bekanntlich vor wenigen Tagen der Emigrant Ste phan Lur Selbstmord. Hier wird der Unglückliche, der wenige Stunden später seinen Ver= letzungen erlag, aus dem Völkerbundpalast getragen. Nr. 157 Swet Dorfbrände in der Slowakei. Die zwei ostslowakischen Gemeinden Sačurov und 8& badta wurden von katastrophalen Bränden heimIn Sačurov wurden Montag abends. 13 er mit den anschließenden Wirtschaftsgebäuden ein Raub der Flammen. In Závadka brach Dienstag mittags das Feuer im Hause einer Bäuerin aus und verbreitete sich in wenigen Augenbliden auf weitere 14 Gebäude. In beiden Fällen soll die Ursache in schadhaften Kaminen zu suchen sein. Laftauto stürzt ab. Unweit der Stadt Lápow stürzte ein Rastautomobil mit 22 Mitgliedern eines Sportflubs in einen Abgrund von einer Brüde. Bwei junge Sportler waren auf der Stelle tot, vier andere wurden verwundet. Der reichste Scheit der Welt. Der reichste Scheit der Welt befindet sich zur Zeit in England, wo er aus Anlaß des Geburtstages König Eduards VIII. geadelt wurde. Es ist der Herrscher der Perleninsel Bahrein, Hamad ibn Issabris Khasisa, dessen Jahreseinkommen auf zwei Millionen Pfund geschätzt wird. Dieser Reichtum strömt ihm aus den natürlichen Schäßen seines märchenhaften Dieses hat nur 120.000 Einwohner, etwa ein Viertel Perlenfischer sind. Der Scheit hat selbstverständlich das Monopol und be= herrscht den ganzen Perlenerport seiner ergiebigen Infel. Die Flotte Napoleons wurd gehoben. In der Buch von Abufir sind die ersten Arbeiten zur Hebung der napoleonischen Flotte in Angriff genom men worden, die in der berühmten Seeschlacht von Abufir 1798 von Nelson versenkt worden ist. Das französische Unternehmen, das diese Arbeiten finan ziert, hat sie dem italienischen Ingenieur Semina: i diesem Gebiete gilt. Es handelt sich zunächst darum, übertragen, der als einer der besten Fachleute auf die genaue Lage der versenkten Schiffe festzustellen, tages wurde festgestellt, daß an diesen beiden Tass: durch die Anschtwemmungen des Nils vollkommen gen insgesamt 444 Personen bei Unfällen all'r mit Sand verdeckt sind. Diese Sand- und SchlammArt getötet worden sind. Am Samstag und Sonn schicht dürfte mehrere Meter betragen. Trotzdem die tag jind allein 254 Personen bei Autounfällen Sebung der Schiffe sehr kostspielig sein wird, dürfie wurden beim Abbrennen von Feuerwerk getötet. fich neben Gold auch noch viele Kunstschäße befinden, getötet worden. 104 Menschen ertranken, sieben sie sich rentieren. Man nimmt an, daß in den Wrads Jm vorigen Jahr betrug die Zahl der Toten 216 die Napoleon aus Aegypten nach Frankreich schaffen lassen wollte. Buddhistische Pilger ertrunken. Eine mit Belgischer Freiballon bei Ostrau zur Lan- Neuer Rekord. Nach Abschluß der zweitägidung gezwungen. Dienstag nachmittags gegen gen Feiern des amerikanischen Unabhängigkeits 5 Uhr flog in geriner Höhe über Mähr.- Ostrau ein Ballon. Kurz darauf startete ein Gendar merie Jagdflugzeug, das denBallon verfolgte und ihn gegen 6 Uhr zwang, bei der Gemeinde Gut dungsplatz traf Gendarmerie und Polizei ein. im Teschener Bezirk niederzugehen. Am Lanwelche feststellte, daß es sich um einen belgi ichen Sportballon handelt, der von Polen her tschechoslowakisches Staatsgebiet überflog. Die vierköpfige Besatzung wurde bis zur Ueberprü- über 100 Buddhistenvilgern besetzte Dschunte Das Jubiläum des Hörnchens. Ungarn bereitet fung aller Umstände in Gewahrsam genommen fenterte auf dem Tichiliangfluß westlich von sich zum 250jährigen Jubiläum des in der ganzen und der Ballon beschlagnahmt. Tichunting( Szetschuan). 60 Pilger ertranten, Welt bekanten halbmondförmigen Gebäcks vor, das die übrigen konnten sich durch Schwimmen retten. am bekanntesten unter dem Namen Hörnchen" oder 3000 Brieftauben find in Belgrad aus der Stipfet" iſt. Dieses Gebäck ist während der Belage rung Wiens durch die Türken 1668 geschaffen wors Tschechoslowakei eingetroffen und werden am Kaden. Eines Nachts hörten die Arbeiter einer Bätlimegdan zum Rückflug nach der Tschechoslowakei ferei verdächtie Geräusche und stellten fest, daß die reits im Vorjahr statt. freigelassen werden. Ein ähnlicher Flug fand be- Türfen einen Stollen gruben, um die Stadtmauer in Generaltabs-- b7, Willionen Rundfunkhörer. Auf der Kone with der Angriff wurde abgeſchlagen. Am näcäften Neun italienische Flieger von Abessiniern massakriert? Bisher nur inoffiziell bestätigten Weldungen aus Rom zufolge mußten drei italienische Flugzeuge, die von Addis Abeba nach der Provinz Dſchima flogen, notlanden und wurden nische Offiziere ermordeten. Unter den Toten bevon Abessiniern überfallen, welche neun italiechefs der italienischen Luftwaffe in Ostafrika und ferenz der Internationalen Rundfunk- Union in ferner der bekannte italienische Flieger Loca Lausanne, an welcher Vertreter von 23 europäischen telli, der als erster im Jahre 1919 die Anden in Südamerika überflog und außerdem zahlreiche Flüge über Grönland und in der Arktis durchführte. die Luft zu sprengen. Sie alarmierten die Tage dankte der Kaiser den braven Bädern, und der Bädermeister namens Wendel beschloß, zur Erinne Sendegesellschaften und Delegierte der beiden ame rung an diese Heldentat ein Brot in der Fom eines rikanischen Konzerne National und Columbia, des Halbmondes zu backen. Zu den Feiern in Budapest, Rundfunks in Holländisch- Indien und des Radio die vom internationalen Bäckerverband veranstaltet Nanting teilnahmen, machte der Vorsitzende Rambert werden, erwartet man über 3000 Delegierte der interessante Anaaben über die Verbreitung des Ra- Bäderinnungen der ganzen Welt. In feierlicher dios. Nach den Berichten aus den einzelnen Ländern Prozession soll ein Riesenhörnchen dem Bürgermeister Empfangsgeräte und rund 230 Millionen Hörer. Stadt Brot verteilen wird. Wenn jedoch Deutſchland von einem I a um eflischen Getränken beträgt die Zahl der Verhaf- gibt es jetzt auf der Welt insgesamt 57 Millionen übergeben werden, der feinerseits den Armen der der Zusammengehörigkeit er faßt ist, so ist das nicht Befehl, sondern Erleben des wahren Sozialismus." Dr. Let auf dem Gothaer Parteitag, Juni 1936 500- Jahrfeier der Basler Kompaktaten. Die Stadt Iglau gedachte Sonntag durch eine große Erinnerungsfeier unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung und Delegationen des 500. Polizei und Trunksucht. Troß des durch die Wirtschaftsfrise verminderten Konsums an alfo tungen wegen Trunkenheit in den letzten Jahren durchschnittlich 20% aller Verhaftungen in Prag. Wenn man bedenkt, daß die Polizei doch nur in den dringendsten Fällen einschreitet und die zahlträftigen Gäste der vornehmen Lokale ihren Rausch im Auto heimfahren, so daß die Zahl der Betrunkenen wesentlich höher ist, müßte man die Bahr wohl vervielfachen. Im Jahre 1935 waren es 3466, Personen, darunter 386 Frauen. Unter diesen sind 200 Prostituierte und Kellnerinnen. Ein. fowjetruffifcher Frachtdampfer mit 900 Das erste Café in Indien. In Haiderabad Mann Besatzung und Passagieren lief im Nebel auf ist das erste Café in Indien eröffnet worden, das der Kurilleninsel One- Kotan auf Strand. Das Schiff einen sensationellen Zulauf hatte. Diese Meldung hat schweren Maschinenschaden. Passagiere und Befabung befinden sich in verzweifelter Lage, da Silfsschiffe infolge des starten Nebels nicht an die Unfallstelle gelangen können. mag sehr merkwürdig flingen, denn Indien ist neben Brasilien eines der ersten Kaffee produzierenden Länder der Welt. Aber bis jest ist in Indien fast allgemein nur Tee getrunken worden, und es gibt überall Tausende von Teestuben. Die indischen haben sich bis zur Krise einem Jahrestages der Baseler Kompaktaten, deren Be- Jugendliche unter 24 Jahren waren 250. Die dem Eindruck eines seltsamen Mordes, der zuerst den Kaffeeproduzenten auf allen Weltmärkten bedeutung Universitätsprofessor Dr. Šimát in einem Vortrag hervorhob. Prof. Dr. Wostry hielt eine Rede in deutscher Sprache. Dem Stadtrat sind 63 Vegrüßungsschreiben von den Präsidien der Ministerien, der Rektorate der Universitäten und Museen zugekommen. Am Rathaus wurde eine Granit Gedenktafel enthüllt, die die Inschrift trägt:„ Auf dieſem Platz wurden am 5. Juli 1436 die Stompaftaten verkündet, wodurch das Baseler Konzil die Tschechen und Mährer, die das Altarheiligste in beiden Formen empfingen, als wahre Söhne der allgemeinen Kirche anerkannte". Lastauto zermalmt zwei junge Menschen. Inlandsverbrauch gehrten Produktes entgegengestellt. Aber seit der Kaffeetrise, die auch den Erport indischen Kaffee3 lahmlegte, hat die Tendenz vollkommen gewechselt. und jest macht man in Indien für das Kaffeetrinken fogar durch öffenliche Anschläge Propaganda. Die Inder allerdings staunen, wenn sie lesen, welche Vordüge der Staffee vor dem Tee haben soll. Ein fiebenjähriger Mörder. Chicago steht unter größte Zahl der Trinker stellen die Arbeiter, be- Gangstern zur Last gelegt wurde, dessen Aufklärung sonders die der Schwerinduſtrie, zu denken gibt aber aller Wahrscheinlichkeit nach noch viel grauendie hohe Zahl von 131 Chauffeuren und ebenso- bafter ist. Eine bekannte Lebedame von Chicago, viel Kutschern. Die steigende Zahl der Verkehrs- Florence Castle, wurde in ihrer Wohnung tot auf unfälle ist zum großen Teile auf das Konto des gefunden. Sie lag fast unbefleidet im Badezimmer Alkoholkonsums der Fahrzeuglenker zu setzen ihr Schädel war mit einem Biegel zertrümmert, worund ein strenges Verbot des Genusses alkoholi- den. Die Polizei erfuhr von dem Mord dadurch, daß scher Getränke vor und während der Fahrt, wie ihr siebenjähriger Sohn Jimmy sich auf das Nomdies in den nordischen Staaten und der Schweiz missariat begab und mit völliger Ruhe den Sergang Wahrscheinliches Wetter Mittwoch: Wechselnd für die staatlichen Kraftfahrer bereits besteht, der Tat, der er beigewohnt habe, erzählte. Der wäre auch bei uns nötig. Mörder sollte ein Neger von riesenhaftem Wuchs Vergiftung durch Fische. Eine aus Bagdad sein, den Florence Castle mitgebracht haben sollte mit primitiven Transportmiteln durch die heiße der Junge trug bei seinem Besuch auf der Polizer In Prag- Košike ereignete sich Dienstag hrische Wüste, beförderte und unterwegs verdor- feinen Sonntagsganzug und gab eine so genaue gegen 20 Uhr ein schweres Verkehrsunglück, dem bene Fischsendung, welche ausschließlich an die Schilderung, daß die Beamten stubig wurden. Nach zwei junge Wienschenleben zum Opfer fielen. Zu arme Jeruſalemer Bevölkerung verkauft wurde, forschungen haben ergeben, daß niemand an diesem dieſer Zeit fuhr ein mit Sand beladenes Laſtauto, hat eine Waffenbergiftung berurfacht. Ez werden Abend Florence Caſtle in Begleitung eines Negers das der Chaffeur Velechovský lenkte, durch die bisher rund 400 Erkrankungen und ein Todesfall gesehen hat. Sie ist vielmehr allein nach Hause ge= Vom Rundfunk kommen. Höchstwahrscheinlich ist das siebenjährige Třebizity- Straße, während ein Motorrad mit gemeldet. eind selbst der Täter. Jimmy soll seine Mutter gemplehlenswertes aus den Pres baßt haben. Er wurde in der bei Schwerverbrechern üblichen Beise fast zwölf Stunden hintereinander vernommen. Seltsamerweise zeigte er feine Ermü dun und widersprach sich nicht ein einzies Mal. einem Beiwagen, das von dem Kaufmann Bar: Hitzewelle in Amerifa. Seit vier Tagen ták aus Radlice gelenkt wurde, in eine Seiten- herrscht in den Getreidestaaten des amerikanischen gasse abbiegen wollte. Der Lenter des Motorrades Mittelwestens ungewöhnliche Size, die die Dürre mußte, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, schäden weiter erhöht. Das ganze Gebiet vom Felscharf bremse n. Dabei wurden der Soldat sengebirge bis nach West- Kentuch zeigt durchwegs Rudolf á je k vom 151. Art.- Reg., der im Bei- Höchsttemperaturen bis zu 50 Grad Celsius. Die wagen mitfuhr und die 17jährige Ludmilla 3e= Ernten in Minnesota und im Gebiete pon Nordma n'aus Ledeč; die rückwärts auf dem Tandem- und Süd- Dakota werden als vernichtet angesehen. siz saß, heruntergeschleudert und fielen direkt Bis jet dürfte der durch die Hize verursachte unter die Hinterräder des schweren Lastautos. Schaden etwa 300 Millionen Dollar betragen. In Sie wurden überfahren und waren beide auf der verschiedenen Städten birst sogar das, StraßenStelle tot. Der Chauffeur des Lastautos wurde in pflaster. In Nord- Dakota ist der Hibe sehr viel Haft genommen. Kleinvieh zum Opfer gefallen. ZweihunderttauEine Festschrift der Sozialversicherungsanstalt. send Farmer bedürfen sofortiger Hilfe. Anläßlich des zehnjährigen Jubiläums unserer Sp- Der australische Rekordflieger Jimmy zialversicherung hat die Bentralsozialversicherungs- Melrose, der einige Flüge von Australien na anstalt eine Festschrift herausgegeben, deren äußere Form schon gewinnend ist. Die Schrift ist eine ein gehende Darstellung der Entwicklung und der Leiitungen dieser großen Anstalt, deren Bedeutung wir anläßlich des Jubiläums schon gewürdigt haben. Jahre alt. England und zurüd absolvierte, tam beim Absturz feines Flugzeuges zwischen Melbourne und Ade laide ums Leben. Ein Freund, der ihn begleitet wurde ebenfalls getötet. Melrose war erst 23 ... bewölkt, vom Westen her zunehmende Gewitterncis gung, sehr warm. Im Karpathengebiete noch vorwiegend troden. Wetteraussichten für Dou nerstag: Andauer der sehr warmnen Witterung; an vielen Orten Gewitter. Im Westen des Staates jedoch bereits ein wenig kühler. Donnerstag Prag, Sender 2.: 10,05: Deutsche Preffe, 12.10: Schallplatten. 12.35: Mittagskonzert, 16,50); Voltslieder, 18.05: Deutsche Sendung: Stimmen der Heimat: Autofahrt im Böhmerwald. Sports vorschau, 18:45: Deutsche Preise, 22.25: Konsert.. Schwere Stürme und katastrophale Wolfen brüche verursachten in der nördlichen Moldau, in Bessarabien und in der Bukowina verbeerende Gender: 7.80: Leichte Mufit, 14.30: Bobualäres Ueberschwemmungen. In einigen Gegenden wurde, der. Eisenbahn- sowie der Landstraßenverkehr Konzert auf Schallplatten. 15.15: Deutsche Sens unterbrochen. In Dorchoi schlug der Blit in eir dung: Prof. Dr. Stein: Kinderschuß und Jugend's Saus ein, hierbei wurden drei Knaben getötet, drei fürforac, 15.30: Ungarische Lieder, 15.50: Deutfcie Preffe. Brünn: 12.00: Populäres Konzert, andere schwer verwundet. 17.40: Deutsche Sendung: Arbeiterfunt: Soziale Informationen. Dr. Marbura: Sanitäre Einrich tungen der Stadt Brünn. 20.80: Frant. Langer: Grandhotel Nevada. Breßburg: 16.10: Nachmit tagskonzert. 21.10: Rundfunkorchesterkonzert.. Mähr. Oftran: 18.10: Deutsche Sendung: Pfeffer: Masaryt und die Religion, Klavierkonzert. Fabrikbrand. Das Fabrikgebäude des Elektr lur- Konzerns auf Lilla- Effingen, in den Stud helmer Schären, wurden von einem Großfeuer volständig zerstört. Der Schaden dürfte sich nach vorläufigen Schäßungen auf, fünf bis sechs Millionen schwedischer Stronen belaufen. Man nimmt an, das das Feuer durch Selbstentzündung entstanden ist. 5 I 1 1 Nr. 157 Mittwoch, 8. Juli 1936, Der Zug wartet auf uns Kabinettsumbildung in Bulgarien Wir fuhren alle drei: Annette, Zilly und ih. ans Schwarze Meer. Jung waren wir, übermütig und trunken von Leben, Sonne und Meer. Nun wollten wir einen Ausflug nach Buga 3, nach dem herrlichsten Strande des Schwarzen Meeres, machen. Das Schwarze Meer ist ziemlich groß, viele Länder begrenzt es, also muß man genau sagen, wo der Ort der Handlung liegt. In Bessarabien war es, in Budati, wo man nur Meer und weite, unendliche Steppen vor sich hat. Him mel, Meer und Steppe eine lautlose, in der Bewegtheit doch ruhende Welt. Wir hatten unsere Badekur hinter uns und wollten nun über die Steppen schlendern. Wir gingen zunächst einmal nach Attermann, das frü her einmal eine türkische Stadt gewesen sein soll; wir belvunderten dort alles ,, Türkische", vor allem aber ließen wir uns hier bie herrlichen gische und den gesegneten Kaviar schmecken. Als wir uns mit diefen Leckerbissen satt gegessen hatten, wanderten wir nach Schabo, einer Ortschaft, die nur aus Weingärten zu bestehen scheint. Aus allen Ecken toinmen die Leute zur Traubentur hierher. Trauben, Trauben, Trauben, überall sieht man nu Trauben! Und Fische und Wein.... Von hier aus sollen wir endlich nach Bugas fahren, um an dies sem herrlichen Strand unseren Abschied vom Schwarzen Meer zu feiern. Wir mieten irgend ein primitives Fuhrwerk( andere gibt es auch gar nicht). Bis zum Bahnhof ist es eine gute Stunde Fahrt. Wir nehmen im Wagen" Plaz, der Fuhrmann treibt das Pferdchen an und das beginnt uns über Steppen, Wiesen und Hügel zu schleppen. Als wir auf der Kuppe eines Hügels angelangt waren: was sehen wir? Gott, der Zug ist schon auf den Bahnhof eingelangt! Fün; Minuten hatte der Zug zu stehen, wir aber wenig stens noch eine Viertelstunde Fahrt! Wir machen nicht tehrt vor lauter Uebermut fahren wir weiter. Ob ein Wunder geschieht. damit wir noch rechtzeitig den Zug erreichen? Wir sind so ausgelassen und lachen so unbetüm mert in unserer Sorglosigkeit und baltanischer Gemütlichkeit, daß wahrscheinlich unser helles Lachen bis zum Bahnhof dringt. Was ist gesche he? Der Bug steht noch immer, obwohl die Abfahrtszeit schon vorüber ist... Nun tannt: unsere Tollheit teine Grenzen mehr. Spassend fangen wir an, unsere Strandschirme zu schwen fen.- dem Zuge winken wir zu, er möge doch noch ein bißchen warten und sind dabei fest über zeugt, daß er im nächsten Augenblick uns vor der Nase wegfährt und nur des Spieles halber fahren wir weiter. Lachen dabei ausgelassen, winten wie der mit den Schirmen- es ist ein leichtes, uns zu sehen und oh Bunder! Der Zug steht n immer! Wir schauen auf die ihr, um ganze fünf Minuten ist schon die Wartezeit überschritten, wir treiben den Kutscher an- daß er und sein Pferd nur so schnaufen. Endlich sind wir doch glücklich angelangt. Wir rennen wie befeffen zum Bugera fommt und der Schaffner gemütlich entgegen und meint, wir brauchten uns gar nicht so zu eilen, der Zug wartet ja schon volle zehn Minuten auf uns... Es erivies sich, daß das Reisepublikum unsere lustige Mädchengruppe bemerkt und den Schaffs ner gebeten hatte, er möge mit der Abfahrt noch einige Minuten warten; der Bug sei ja ohnehin nur ein Vergnügungszug... Und der Schaffner war einverstanden. Glücklicher Baltan! Wo in der Welt kann man noch so etwas erleben? " noch Unser Abenteuer ist noch nicht zu Ende. Die fer Zug hat überhaupt keine Personenwagen, sondern ist ein Laftzug... Also gibt es teine Waggons mit Siggelegenheit. Man kann nur ſtehen. Wären wir nur schon in einem dieser Wa gen! Aber die Stufen sind so hoch über dem Erdboden, daß wir sie nicht zu erklimmen vermögen. Aber es ist vorgesorgt! Drei Kavaliere" stehen bereit, die uns einfach in den Waggon hineintragen müssen. Nun sind wir im Coupé" ohne Bänte. Man muß einfach auf dem Boden niederhoden. Und wieder war borgesorgt auch das haben die Kavaliere" bewerkstelligt. Ein bunter Bauernteppich liegt auf dem Boden ausgebreitet. Wir finden es so wunderschön. Wir lassen uns. nieder, schlagen die Beine übereinander nach türfischer Art und der Schaffner kriegt ein Backschisch ( Trinkgeld), auch nach türkischer Art. Er hat sich nicht zu beklagen wir sind so maßlos stolz, so als Prinzeffinnen" behandelt zu werden, daß wir uns auch dementsprechend gebärden " Unter Lachen, Singen und Scherzen geht die Fahrt nach Bugas. Endlich sind wir ans Biel gelangt. Der ganze Bug- Reisende und Schaffner, Mechaniker, Heizer, tauchen im Meer unter Sie haben ja Beit genug. Auf dem Baltan hat man immer Zeit. Auch die Züge. Dieser Zug war überhaupt Alleinherrscher auf der Strede von Schabo bis Bugas feine Kontrolle wagt sich bis zu dieser entlegenen Steppe. Die Welt gehört uns das Meer auch nach solch einem Abenteuer! 1 Wir schwimmen, jauchzen, sind toll. Plöblich erinnern wir uns: Oh, du lieber Himmel, diesmal dürfen wir den Zug nicht verpassen, sonst bleiben wir mitten in ber Steppe über Nacht! Erschroden schauen wir, tvo dieBugsführer find. Da antwortet uns lächelnd der Schaffner jest in Badehosen und vom Meeresschaum umhüllt wir sollen nur ruhig weiter baden, er werde uns schon rechtzeitig rufen, ehe der Zug abgeht.. O, du glüdlicher Baltan Reha Kak. Cankow- Männer in der Regierung Ein Erfolg der Schacht- Reise Sofia. Die bulgarische Regierungskrise Bewegung, beren Vorbild der Hitlerismus us ift. Bafiler war früher wurde Samstag durch eine Rekonstruktion in und Faschismus. einigen wenigen Stunden gelöst. In den Mit Liaptschew- Anhänger. Man nimmt an, daß sich tagsstunden hat Kjøfeiwanow, nachdem er feine in der neuen Regierung der Einfluß CanDemiffion gegeben hatte, bereits fein zweites to w's it att fühlbar machen wird, Kabinett gebildet, das sofort vom Baren Boris was fchon eine Reaktion bei den übrigen Bargenehmigt wurde. In der neuen Regierung verteien hervorruft, die das neue Kabinett mit bleiben in ihren Refforts: Rio feita nowo größter Unzufriedenheit aufnehmen. In landVorsitz und Aeußeres; General Luko w wirtschaftlichen Kreisen spricht man bereits von Krieg; Gunew 1 1 Seite 9 Ausweis für den Monat Juni * Die erste Zahl bedeutet Parteifonds, die ein= geklammerte Wahlfonds: Bodenbach: Kč 3200( 800.-), Karlsbad: Kč 2360.( 590.-), Resmart: Kč 40( 10.), 2 and s krvn: Kč 416.-( 104.-), ilfett= Budweis: Kč 1760.-( 440.-), Stern= Presburg: Kč 120.-( 30.-), berg: Kč 2400.-( 600.-), Teplik Saaz: Kč 2400.-( 600.-), Trauten an: Kč 1120.-( 280.-), Troppau: Kč 2120.-( 530.-). Die Funktion 13 Finanzen, Wale w der Notwendigkeit des Zuſammengehen aller Volkswirtschaft und Sozialpolitik Handel und Industrie; G a new öffentliche fandiwirtschaftlichen Gruppen. Es muß auch mit Arbeiten. Nen treten in das Kabinett ein: Au einem Anwachsen der Bolksfront gerechnet wer- Frankreichs neue Wirtschafts& uch a to w Eisenbahnen( er hatte biefes ben: Eingeweihte erwarten beshalb einen neuen Mischaikow nationale Kultur( San- zwar behauptet wird, daß das neue Kabinett Neffort im Stabinett Tofthew inne); Prof. Wißerfolg der bulgarischen Innenpolitif, ob- und Sozialpolitik minister im Kabinett Liaptschew); Wa file w nur ein Uebergang zu normalen Verhältnissen - Landwirtschaft( bisheriger Gouverneur der sein und Neuwahlen im Herbst ausschreiben Landwirtschaftlichen Bank); Karadjo sow soll, wobei es zu wesentlichen Aenderungen in Rabinett Toschem); Krasnowsky- JuneJustiz( Präsident des Kaffionshofes im der Regierung kommen dürfte. res( Vorsitzender des Obersten Rechnungshofes). Kožucharow und Mischajkow sind Expo nenten der nationalsozialistischen CantowAusland des Wirtschaftsministeriums Das Amtsblatt der französischen Regierung veröffentlicht die Befugnisse des neugeschaffenen Ministeriums für Volkswirtschaft unter Charles Nicht ausgeschloffen ist die Annahme, baß Svinasse und des neuen wirtschaftlichen Minibie Annäherung an Cankow ein Er fosterfomitees. Die Regierung sezt in ihrem Bericht Schachts ist, der bekanntlich eben in Sofia an den Präsidenten der Republik auseinander, Athen und Belgrad war. daß die gegenwärtigen Wirtschaftsprobleme mehr denn je das Bedürfnis nach einer harmonischen Dalabier über die militärische Lage.( ru) In Zusammenarbeit der verschiedenen Wirtschaftsress der Sigung des Militärausschusses der Abgeordne sorts unterstreichen. Daher sei eine Koordination tenkammer hat Daladier einen ausführlichen Be- der hier tätigen öffentlichen Stellen notwendig. richt über den gegenwärtigen Stand der Obwohl eine Fusion der betreffenden Stellen in Ergebnisse von Genf.( rn) Der gut infor- französischen Webrmat erstattet. Den Ministerien praktisch aktuell nicht durchführ mierte Pariser Eg celsior" resümiert die Der Geist der Truppen und die materielle Ausrüs bar sei, müsse doch ein eigener Minister für die Genfer Verhandlungen: 1. Das Gespräch Eden- stung der Armee seien so beschaffen, daß man der Einheitlichkeit der wirtschaftlichen RegierungsBlum. Deutschland ist unsere erste Sorge. Wir Butunft hoffnungsvoll entgegensehen fönne. maßnahmen sorgen. In seine Kompetenz fallen rüsten uns und sind bereit, mit euch zusammen die Es werden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, alle Wirtschaftsfragen, sowohl direkte als auch Rheingrenze zu verteidigen" das habe Eden um die Motorisierung und Me di ani- indirekte, in Frankreich und in den Kolonien. Blum gesagt. Das sei das erste wichtige Ergebnis: fierung der Truppen zu verstärken, ohne der Namentlich hat der Wirtschaftsminister die Tädie Zusammenarbeit zwischen England und Frants Armee den Charakter einer vor allem der Verteidi- tigkeit der Verwaltungszweige auf diesem Gereich sei wiederhergestellt. 2. Das Diner der gung dienenden Wehrmacht zu nehmen. Solange je biete zu koordinieren, wie die öffentlichen Aro carnomächte mit Beteiligung Van doch die internationale Lage so aussehen werde wie beiten, Handel, Landwirtschaft, Post, Bergbau, Bee I and 3. Dabei sei der Grundsaß der heute, sagte Dalabier, sei die Aufrechterhaltung der Elektrizität, Brennstoffe, Handelsmarine; zu seiständigen englisch- französischen zweijährigen Dienstaeit absolut notwendig. Es ist nen Aufgaben gehören auch alle Maßnahmen, onferenzen anerkannt worden und damit beschlossen worden, der Verbesserung der Lebensbe- die die Produktion beeinflussen, das Studium der eine für die Friedenszeit sehr fühne Form der dingungen des Soldaten; seiner Ernährung usw. die in- und ausländischen Wirtschaftsbewegungen, der Allianz zwischen den beiden Westmächten. 3. ernſteſte Aufmerksamkeit zu widmen. Die Armee soll, Handelsabkommen usw. Er stüßt sich dabei auf die Schließlich, die für die nächste Butunft geplante nach Ansicht von Daladier, außerhalb jeder, der lin- Mitarbeit des nationalen Wirtschaftsrates, ſogrohe konferenz der Locata ofen sowie der rechten Bolitif stehen, wie es auch frü vie auf ein Komitee der Minister mit Wirtmächte, die angeblich bereits im Juli in Brüs her der Fall gewesen sei. Jeder Versuch, die Wehr schaftsrefforts. Der Wirtschaftsminister ist von set stattfinden soll. Das würde die Herstellung macht in die Politik hineinauziehen, von welcher allen Geseßen, die wirtschaftliche Fragen betref der Locarnofront mit Italien aber Seite er auch fommen möge, werde auf seiten des fen, zu unterrichten. ohne Deutschland bedeuten. Das wäre, Verteidigungsministers auf einen energischen WiderDas nationale Getreideamt meint die Zeitung, eine zwar verspätete, jedoch stand stoßen. glänzende Antwort auf Hitlers Geste am 7. März. Ueber das vom Landwirtschaftsminister Karl Hans Sailer frei. Genoffe Karl Hans Georges Monnet eingeführte nationale GetreideEuropäische Amnestie- Konferenz in Brüffel. Sailer, der Hauptangeklagte in dem großen Prozeß amt erfährt man folgende Einzelheiten. Dieses Im Brüsseler Palais Egmont beginnt am Sonntag, den 5. Juli, die europäische Amnestietonfe- gegen die Revolutionären Sozialisten, ist bekanntlich Amt ist eine öffentliche Einrichtng, die von einem renz, zu der aus fast allen europäischen Staaten schwer augenleidend. Er wurde von den Aerzten für Zentralrat geleitet wird, in dem die Landwirte, ſtarfe Delegationen eingetroffen find. Die in baf tunfähig erklärt und jetzt endlich auf Berbraucher, Mühlenbeſizer, Bäcker und KaufBrüssel tagende Sonferenz steht unter dem Patto freien Fuß gefeßt. Dagegen ist die Genoffin Marie leute vertreten sind. Analoge Räte bestehen auch nat, der französischen Minister: Vincent Auriol, Emhardt, die gleichfalls frant ist, immer noch im in den einzelnen Departements. Die bestehenden Pierre Cot, R. Jardillier, Marius Moutet. Al- Landesgericht. Sie wurde in eine dunkle und feuchte werden zu Exekutivorganen des Amtes; während oder noch zu schaffenden Getreidegenossenschaften bert Riviere und Henri Sellier. Die Hauptredner Belle gebracht, wo sie mit zwei Frauen, von denen sie bei der Einlagerung und Ernteverteilung mit des ersten Tages: Prof. Niko Gunzbourg( Brüs eine sehr schwer trant iſt, fisen muk. Die lunaen- dem Handel zusammenarbeiten, bleiben ihnen die fel), M. G. Branting- Westerstahl( Stockholm), tranke- Genoffin ist dadurch schwer gefährdet. Die Ge- Einläufe bei den Produzenten allein überlassen. M. E. Wilkinson, Abgeordneter der Labour- Party( London) und Dr. Bohuslav Ecer nossen Rauscher, Sonner und Fürnberg sind immer Das Getreideamt jetzt die Preise des Getreides, ( Brünn) beschäftigen sich eingehend mit der noch in Wöllersdorf. Die vom Gericht über sie ver- des Mehls und des Brotes fest; die Regierung Rechtslage im heutigen Deutschland und ihre Re- hängte Strafe ist längst verbüßt. Aber die Polizei wird bloß bei Meinungsverschiedenheiten zwischen den gipfeln in den, von der gesamten Kulturwelt forrigiert die Urteile der Gerichte, wie es ihr be- den interessierten Berufszweigen eingreifen. Das Amt übt ein Monopol für Ein- und Ausfuhr von erhobenen Forderungen: Auflassung der Konzen- liebt. Getreide aus und ergreift die notwendigen Maßtrationslager, Amnestierung der politischen Gefangenen in Deutschland, Einstellung der Verfolgun nahmit. Die nach ameimonatlichem Verbot Jum digen und eventuelle Ernteüberschüsse auszunchDanziger Boltsftimme" von neuem befchlag- nahmen, um die Verbrauchsbedürfnisse zu befriegen der christlichen Bekenntnisse und der Juden. erstenmal wieder in Danzig erschienene fosialbemo men. Ferner sorgt es für rasche Bezahlung der Die Union für Recht und Freiheit in Prag legte kratische„ Volfsstimme" wurde sofort auf Anord- Einfäuse und eventuelle Vorschüsse. der Konferenz eine ausführliche Dentschrift über nung des Polizeipräsidenten von neuem beschlagden Strafvollzug im Dritten Reich vor. nahmt. In Rollschuhlaufen auf dem Kopf Eine fabelhafte artistische Leistung der„ drei Arconas", die auf dem Kopf Rollschuh laufen Die neuen Sozialgesetze Die Arbeitsgesetze vom 20. Juni regeln die Fragen des Urlaubes, der 40- Stundentvoche und der Tarifverträge. Die bezahlten jährlichen Urlaube fommen allen Arbeitnehmern, auch den Lehrlingen, zu; sie haben nach einjähriger Betriebszugehörigkeit eine Mindestdauer von 15 Tagen, von denen mindestens zwölf Arbeitstage sein müssen; nach sechsmonatiger Betriebszuge hörigkeit beträgt die Mindestdauer des Urlaubes eine Woche. Bei der Bezahlung des Urlaubes müssen auch Familienzulagen, Naturalleistungen und andere Sonderbezüge berücksichtigt werden. Die 40- Stundenwoche erstreckt sich auf alle industriellen, kaufmännischen, handtverklichen und genossenschaftlichen Betriebe privaten und öffentlichen Charakters und auch auf die Krankenhäuser, sie tommt Arbeitern und Angestellten zugute. Sie darf nicht zur Kürzung des Wochenlohnes führen. Die Landwirtschaft wird von der 40- Stundenwoche nicht erfaßt, aber die Regierung hat zu gesagt, den landwirtschaftlichen Arbeitern ausgleichende Vergilnstigungen zukommen zu lassen. Was schon alles erzählt wird... . Genf. Die jugoslawische Delegation des mentiert auf das entschiedenste die Gerüchte, wpnach ch fie im No Namen der jugoslawischen Negierung die Regierungen von Frankreich und Deutschland befragt habe, welchen Standpunkt diese einnehmen würden, wenn im Falle einer Habsburger- Restauration jugoslawische Truppen in Desterreich einmarsieren würden, Seite 10 Selbstmord auf Bestellung Von J. Kaut nai1spl Mittwoch, 8. Juli 1936 Trager Zeitung Film nida! ( eis) Nr. 157 Tage gehalten hat, und wenn sich die Darsteller( unter denen Margaret Sulla van, Walter Connolh und Randolph Scott hervortreten), um die Belebung der Romanfiguren ehrlich bemüht haben, so ist das zwar als Leistuna anzuerkennen, aber in der Wirkung nicht befriedigend. seias den und Pferderennen ist auf diese Art mehr als in ähnlichen Filmen von früher gesorgt. Und um die Liebesgeschichte, die nicht halb so aufregend ist, be= müht sich immerhin ein so bewährter Schauspieler wie Clark Gable, der hier die gutaussehende Magde Evans zur Partnerin hat. ―cis― Der Verkehr auf der Brücke über die Themse Tödlicher Sturz von der Leiter. In der Boh- auch von diesem Shaw noch ausgehen können. Nur war völlig in Unordnung geraten. Die bekannten nung ihres Arbeitgebers, des Primator Dr. Baya, Maria E is in der Titelrolle brachte mit LebenDas letzte Hindernis. Die Verbindung zwischen zweistöckigen Londoner Autobuſſe ſtanden in lan in Brag I. stürzte Sonntag um 15 Uhr die 47 Jahre digkeit, Sicherheit und unaufdringlichem Wis eine einem Rennpferd und der Liebe, die am Ende beide nen Reihen, dazwischen Tagi und andere Autos alte Saushälterin Anna Stúret von einer Leiter. vollgültige Leistung zustande, Die anderen Mit- fiegen, ist im Film nicht neu, und dieses amerikaund Passanten in dichten Gruppen. Durch den Sturz auf den Boden erlitt fie einen glieder des Burgtheaters" aber wirkten wenn nische Produkt ist auch nur insoweit originell, als es Ein Autobus war in schneller Fahrt über Bruch der Schädelbasis und eine schwere Gehirn- man von den gerade noch möglichen Leistungen die alte Geschichte mit interessanten Aufnahmen aus die Brücke gefahren. Plöblich warf sich vor das erschütterung. Sie wurde ins Allgemeine Kranken- Barbara Uth 3 und der Herren Volters einem Gestüt und mit spannenden Rennplayphotogroße gelbe Fahrzeug ein junger Mann, offen- haus gebracht, wo sie jedoch alsbald verstarb. und 3efchta absicht wie eine Verschwörer- graphien ausgestattet hat. Für Liebhaber von Pferfundig in der Absicht, sich überfahren zu lassen. Magazin in Brand. Sonntag vormittags be- gesellschaft gegen Shaws Pointen. Aber der Autobusführer hatte rasch abgebremst. She die Räder des Wagens den Mann berührt merkten Bewohner des Hauses Nr. 1189 in Praghatten, stand der große Wagen mit knirschenden Holleschowiß, daß aus dem Magazin der chemischen Bremsen. Der Seiftmörder aber erhob sich rasch, Fabrik der Firma. Mašata& Co. beißender Rauch Der als er sah, daß ihn die Geistesgegenwart des aufsteige. Sie alarmierten die Feuerwehr, die in den Wagenführers gerettet hatte. Er war durch die Lagerraum eindrang und feststellte, daß borr erschrockene Menge gelaufen, hatte sich auf das verschiedene Waren brannten. Die Wehrleute mußhohe Geländer der weitgespannten Brücke geten Gasmasten verwenden, um den Brand löschen schwungen und schreiend starrten nun die Frauen zu können; zwei Feuerwehrmänner erlitten leichte auf dem Gehsteig zu dem Mann empor, der das Verwundungen. Sie wurden im allgemeinen Aranstählerne Skelett der Brücke behend erkletterte. fenhaus behandelt. Der Brand wurde nach kurzer Jetzt, jetzt würde er sich in die Tiefe stürzen, wo Beit gelöscht, der durch das Feuer verursachte Schaden wurde bisher noch nicht festgestellt, da der InSie braunen Gluten der Themſelber Welaser haver des Lagerraumes zur Zeit außerhalb der sich dahinwälzten. Sauptstadt weilt. Die Ursache des Feuers wird untersucht. Passanten sah hinauf, gespannt, was nun ge= schehen werde. Nun nahm er langsam die Pfeife aus dem Mund, blies den Rauch aus und schrie durch die hohle Hand mit lauter Stimme hinauf zu dem Selbstmörder: Hallo, Junge, steig noc einmal herunter. Ich habe eine Arbeit für dich!" Wirklich, der Selbstmörder hielt einen Augenblid inne und horchte auf die Stimme aus der Liefe. Ein Wachmann war indessen herbeigeeilt, unten am Ufer der Themse war ein Boot gelöst worden und bewegte sich der Mitte des Flusses zu, um den Besuchet die Felsenstädte Wekelsdorf und Adersbach weltberühmt als einzig dastehende Sandsteingebilde Die Naturdenkmäler zählen zu den belleb testen Reise Sommerfrischen- Herrlich angelegte Bäder- Hotels: Felsenstadt Adersbach Eisenhammer, Wekelsdorf. Prospekte durch die Felsenverwaltungen. 3496 zielen tausender Touristen. Mann aufzufifchen, wenn er ins Wasser springen Kunst und Wissen D wird. Der Selbstmörder ließ plößlich eine Hand los und beugte sich vor, als ob er zum Sprunge anseze. Schreie ertönten aus der Menge. Ruhig stand der dicke Herr und nahm die Pfeife wieder Bernard Shaws Millionärin" in den Mund, als sei er besorgt, daß sie ausgehen ist ein Alterswerk mit vielen Zeichen der( auch sonst fönnte. Der Schutzmann kletterte auf das Gelän- bei Shaw schon zutage getretenen) Schwäche. Wenn der. Er wollte den Versuch machen, den ver- das Uebermaß an. Abschweifungen, Episoden und dammten Narren zu retten, der aus solcher Höhe Seitenhieben in seinen früheren Stücken dem Umin die Themse springen will. In diesem Augen- stand entsprang, daß der Autor viel zu sagen hatte, blick schrie der dicke Mann auf dem Gehsteig noch so scheint es in diesem Stück darauf zurückzuführen, einmal, so laut, daß sein rundes Gesicht ganz daß der Autor nicht mehr bei der Sache bleiben rot wurde vor Anstrengung: Komm runter. Ich konnte. Wenn früher das Spiel mit der Umkehrung mache ein Geschäft mit dir!" Jetzt drehte sich der von Vorurteilen und Moralsäßen einer ernsten sas junge Mann um, der da oben auf den schmalen tirischen Absicht entsprang, so mutet es jetzt nur noch Stahltraversen stand. Er nahm sicher und Schritt wie erworbene und bewahrte Routine an. Es fehlt für Schritt den Weg zurück ins Leben. Jeßt dieser Millionärin das Gleichnishafte, das Shaws sprang er vom Geländer herunter. ,, Na, ich will Gestalten von Frau Warren bis zur heiligen Joes mit Ihnen versuchen," sagte er zu dem dicken hanna hatten, und die Fülle an treffenden ParaGentleman. Der Wachmann war auch unten an bogen, vereinfachenden gelangt, bränate fich durch die Neugierigen und ten Porträtierungen, die Shain arush Ster noch ge berlangte die Berfonalien des Selbstmordtan- langen iſt, tann über das Stizzenhafte und Oberdidaten. ,, Kommen Sie am besten mit!" sagte der flächliche des Ganzen auf die Dauer ebensowenig Polizeibeamte. Der Selbstmörder war ein sympathischer, schmaler und blasser junger Mann. Warum wollten Sie da herunter springen?" fragte jemand aus der Menge. ,, Haben Sie schon einmal fünf Tage gehungert? Da springen Sie auch lieber herunter, als weiter zu hungern," antwortete der junge Mann, ein wenig unsicher mitten in der gaffenden Menge. hinwegtäuschen wie das Bekenntnis zu den Menschen, die die Welt besser machen wollen als sie fic angetroffen haben, darüber hinwegtäuschen kann, daß Shaw nicht mehr die Kraft hat, diese Menschen und ihren Geist zu gestalten. Mit der Handlung seiner Stüde hat er es auch früher nicht immer sehr genau genommen; aber diesmal gerät die Handlung dauernd ins schlechthin Possenhafte, und die Figuren, Jeßt mengte sich der große dice Mann ein, die da erscheinen: die Millionärin, die nichts als dessen laute Stimme bis hinauf zum Brücken- Geld, und das liebe Mädchen, das nichts als glückbogen gedrungen war. Ich habe eine Beschäflich machen kann, der ägyptische Arzt, der im Natigung für Sie. Kommen Sie, wir werden das men Allahs Weisheiten spricht, der Amateurboger gleich ausmachen." und der verprügelte Intellektuelle, sind nicht draDer Schußmann, der Selbstmörder und der matisch, sondern feuilletonistisch und oft schon kongroße dicke Herr entfernten sich langsam. Der ventionell geraten. Aber bei alledem erweist sich der Schußmann war Teicht zufriedengestellt. Er alte Shaw noch immer als Meister des Dialogs, in notierte sich: John Short, arbeitslos, 24 Jahre dem es von spöttischen Wendungen und wißigen alt..." Sie friegen eine Vorladung," kündigte Pointen wimmelt( die übrigens zum größten Teil er noch an und überließ den jungen Mann seinem noch immer auf Kosten des Kapitalismus und der Schicksal. englischen Regierung gehen). Die Aufführung in der Kleinen Bühne konnte nur einen Teil der Wirkungen hervorbringen, die Jetzt kommen Sie mit mir einen Bissen essen, sagte der runde Herr. Sie gingen in ein Restaurant und der dicke Mann bestellte ein Glas warme Milch und Weißbrot. Sie klettern fabelhaft," sagte er dann freundlich. ,, Es geht. Aber man klettert nur so gut, wenn es einem gleichgültig ist, ob man herunterfällt oder nicht," meinte John. ,, Wollen Sie morgen wieder hinaufflettern?" fragte der Mann. " Wozu haben Sie mich heruntergelodt, wenn ich morgen wieder rauf soll? Glauben Sie, man versucht Selbstmord zum Vergnügen?" Nord gegen Süd King Vidor ist einer der großen Regisseure von Hollywood: der Schöpfer des Neger- Films Sallelujah", der naturalistischen Straßenfaene". der düster- poetischen Hochzeitsnacht" und des sozialen Bildes Unser tägliches Brot"- Ein Künstler, der dem Kitsch und der Routine ausgewichen ist, immer immer neue Themen und Stile gesucht hat, immer den stitich und her Routine, for ent er nun einen historischen Roman verfilmt hat, dann durfte man etwas Besonderes erwarten. Aber die Erwartung ist nicht in Erfüllung gegangen. Gewiß ist dieser Film aus dem amerikanischen Bürgerkrieg besser und ernster gemacht als die histofommen pflegen. Gewiß hat King Vidor für gute rischen Kostümfilme, die sonst aus Hollywood zu Darſteller( ja, mehr noch, für ein gutes Ensemblepiel) gesorgt und die sinnliche Tragit eines fapitalistischen Krieges( den die Ausbeuter der Sklavenarbeit in den Südstaaten gegen die Ausbeuter der ..freien" Arbeit in den Nordstaaten verloren) im Spiegel menschlichen Schicksals abzubilden versucht. Aber es ist ihm nicht gelungen, mehr als eine respektable Leistung zu liefern, die dauernd von der Nähe des Kitsches und der Konvention bedroht ist. Sport- Spiel- Körperpflege Arbeiterfußballer im Kampf gegen Faschismus In Niedereinsiedel trafen sich am Montag, den 29. Juni, eine Prager Emigrantenelf mit unserer dortigen Atus- Mannschaft und wurde das Spiel zu einem erhebenden Att der Verbundenheit unserer Arbeitersportler mit jenen aus Deutschland. Knapp an beitersportler mit in der Emigration lebenden Sports der Grenze Hitler- Deutschlands trafen sich freie Argenossen. Viele Menschen und Freunde hatten sich eingefunden und das einwandfreie Auftreten beider Mannschaften, besonders das hervorragende Benebmen der Emigranten rang allen, auch den Gegnern, Achtung ab. Gelang es doch beiden Mannschaften, durch ein faires Spiel, ohne übliches Geschrei und Roheiten, ober troßdem mit Tempo und Elan ein herrliches Spiel vorzuführen und, was das Wichtigste ist, das Publikum zufriedenzustellen. Starken EinDie Hauptschuld daran dürfte der Roman tras druck fand die Kundgebung gegen Faschismus, mit gen, der hier verfilmt wurde: er heißt..Rot wie Sie ten im Spiel standen auf einmal beide Mannschaf Rose" und erzählt die Geschichte einer reichen far- ten still und gedachten durch eine Minute Schweigen merfamilie im Süden, die Vater, Sohn und Besiz mit allen Anwesenden der vom Hitler- Faschismus erdem Kriege opfert, bis die Tochter am Ende mit mordeten Sportgenossen und gelobten, nicht eher zu dem aus der Gefangenschaft heimfehrenden Better ruhen bis zum Siege über Faschismus und KriegsKrieges, die Sklavenarbeit der Neger, tritt hier nur hat, hat der Arbeiterbewegung unserer Stadt einen glücklich wird. Der eigentliche Streitgegenstand des gefahr. Der Eindruck, den das Spiel hinterlassen wie ein Opernchor in Erscheinung, der Krieg selbst schönen moralischen Erfolg gebracht. Wir wünschen, nähert sich erst ganz am Ende dem Schauplatz der daß noch viele Atus- Vereine sich mit dieser MannHandlung, und den größten Raum nehmen Fami- schaft treffen. lienszenen voll altmodischer Romantik ein. King Vidor3 Fehler war, daß er sich zu eng an diese VorErst hat er mich auf den Händen g 9tragen... lassen! - Nun ùnd jetzt hat er dich eben fallen morgen springen, kriegen Sie zehn Pfund und wir blatt und überflog auch die Notiz über einen werden Sie öfters beschäftigen." ,, Können wir machen," sagte John. ,, Bravo! Sie kommen morgen um elf Uhr in mein Büro. Da haben Sie die Adresse." ,, Gut, ber können Sie mir nicht einen Vorschuß geben? Ich will einmal ordentlich essen und in einem anständigen Bett schlafen, bevor ich na, bevor ich an die Arbeit gehe," sagte John. Abgemacht. Da haben Sie ein Pfund. Die Jest trinken Sie langsam Ihre Milch und übrigen neun Pfund triegen Sie nach dem essen Sie das dazu. Nur langsam, sonst wird Selbstmord," sagte der Filmregisseur. Dann Ihnen schlecht, wenn Sie Nahrung nicht gewöhnt zahlte er und ging weg:„ Ich muß für morgen find. Morgen fönnen Sie wieder hinaufflettern Vorbereitungen treffen lassen. Also, pünktlich um und auch herunterspringen," sagte er dann. ,, Der Teufel soll Sie holen, wenn Sie mit mir schlechte Wize machen." elf Uhr!" jungen Arbeitslosen, der sich auf der Themsebrüde vor einen Autobus geworfen, die Brücke erklettert habe, aber gerettet worden sei. Er löschte das Licht und schlief sofort ein. Filme in Prager Lichtspielhäusern Abria: Das leßte Hindernis." C. Gable, A. Alfa: Dämon Weib." Jean Harlow, A. Msion: Das Mädel aus der tegelet," Fe. Süd." Degie King Widor. A. Flora: Das Gesez der Dschungel." Amer. A. Gaumont: Die ganze Welt I acht." R. Hollywood: Die unsterbliche Melodie." D. Hvězda: Die Adler der Lüfte." A.- Julis:„ Zwei glüdliche Herzen." D. Kinema, B.- Th.: Journa le, Grotesten, Report. Koruna: Aftualitätenbühne: Journ., Grotesken. Lucerna: Nord gebella, A. 1 gen Süd." A. Metro: Drei Männer im Schnee." Passage: Pension Mimosa." Franc Rosah, Fr. Praha: Das Licht seiner Augen." Staut: Die blaue Brigade." AnnaSvětozor: Drei Männer im Schnee.". Alma: Die geheimnisvolle Stadt Donozoo Tonka." A. Beseda: Eva." D. Carlton: ,, Eine Stunde mit dir." Chevalier. Illusion: Die Sertanerin." T. Lido II.: Eine Frau im Offfide." A. Louvre: Die blaue Brigade." Annabella. Fr. Maceška: Auf Rosen gebettet.". 1- Olympic: Der rote Pimpernel." " GEDENKET bei allen Anlässen der Arbeiterfürsorge! ,, Nein, gescheit. Gestern war ich närrisch. Aber heute habe ich schon Tee getrunken und Schinken und Eier gegessen. Es tut mir sehr leid, daß ich Ihnen Ihr Pfund nicht zurückgeben kann. Aber ich will es gerne abarbeiten. Irgendwie." ..Sie werden springen. Alles ist vorbereitet. Gestern wollten Sie für nichts hinunterspringen. wollten ersaufen wie ein Hund. Heute bringeny wir Sie sofort nach dem Sprung ins Bett und Sie werden ärztliche Aufsicht haben. Es wird Ihnen nichts passieren." ,, Gestern wäre ich gesprungen. Sehen Sie, ich weiß, daß zehn Pfund sehr viel Geld find. heute weiß ich es ganz genau. Aber ich habe mir foeben diese Brücke angeschaut. Ich will nicht." ,, Es sind ein paar Minuten, ein bißl Wasser und dann ist alles vorbei." Um acht Uhr früh weckte ihn der Hausdiener auftragsgemäß. Der Anzug war kaum wieder zuerkennen. Er frühstückte noch im Bett, reichlich und mit Genuß. Der Magen gewöhnt sich wieder an seine Arbeit, dachte er befriedigt. Dann zog er das neue Hemd an und den gebügelten Anzug und ging hinunter zum Friseur. Er ließ sich rasieren und die Haare schneiden. Ein neuer Mensch, dachte er und alles um weniger als ein Pfund. Abends werde ich noch neun Pfund haben. Teufel, aber Der junge Mann ging langsam seines vorher muß ich ins Wasser. Er ging langsam zur Weges. In einem Warenhause kaufte er sich ein Themse, stellte sich mitten auf die Brücke und ,, Keine Wize. Ich bin Regisseur Bordon von Hemd, eine Krawatte und ein Paar Soden. Dann schaute sich mit Interesse das Geländer an und der Triumpf- Filmgesellschaft. Wir drehen eben mietete er in einem kleinen Hotel ein Zimmer, das hohe, schmale Gestänge. Da soll ich hinauf,, Genau das habe ich mir gestern auch geeinen spannenden Film. Wir brauchen Ihren legte sich ins Bett und läutete dem Bimmerfellner. friechen, dachte er. Dann schaute er hinunter in dacht. Aber heute habe ich ein neues Hemd und Sprung von der Themsebrücke wie Sie ein Stück Er übergab ihm den Anzug, damit er gepußt und die dunklen Fluten. Verdammt, ich möchte da einen vollen Magen. Sehen Sie, mich freut heute Brot. Wenn Sie hinaufflettern und hinuntersprin- gebügelt werde und die Schuhe zur gründlichen nicht hineinspringen. Er stand lange und nach das Leben. Ich werde schon einen anderen Beruf Gen, kriegen Sie zehn Pfund. Nobel, was? Ünten Reinigung. Er bestellte ein leichtes, aber reich- dentlich auf der Brücke. Dann ging er gerade finden. Und Ihr Pfund triegen Sie zurüd. Ich werden Rettungsboote sein und Sie aus dem liches Abendessen, eine kleine Flasche Wein, zehn wegs in das Büro der Triumpf- Filmgesellschaft danke Ihnen einftiveilen. Sie haben mir sehr geholfen." Wasser holen. Es passiert nichts. Absolut sichere Rigaretten und eine Abendzeitung. Ach, das und ließ sich anmelden. Sache." waren gemütliche Stunden. Er aß langsam und ,, Ach, schon da. Noch viel zu früh. Das ist Und dann drehte e er sich um und ging hinaus. Der junge Mann trank seine Milch und mit Genuß, streckte die Beine aus und rauchte ein Arbeitseifer," sagte der Regisseur. Der Mann ist verrückt," schrie der Regisüberlegte. eine Zigarette. Jest läge ich schon im Sarge, Ich will Ihnen nur sagen," erklärte John, feur... Ich hätte ihn gestern ersaufen lassen sollen. Wenn Sie heute gesprungen wären," sette dachte er. Peinlich. Es ist besser im Bett zu liegen. daß ich nicht springe." Nicht einmal einen Selbstmord kann man haben, Bordon hinzu ,,, wären Sie ersoffen. Wenn Sie Er schöpfte tief Atem. Dann las er das Abend- Sind Sie närrisch geworden?" tenn man ihn bei einem Fachmann bestellt." Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch di. Poft monatlich Kč 16.- viertelfährig Ke 48- hallfährte Ke 96.- ganzjährig Kč 192- Inferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfranfatur wurde von der Boits und Tele · graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1980 bewilligt.-Druderei: Orbis". Drud, Berlags- und Beitungs- A.- G. Prag.