16. Jahrgang Samstag, 11. Juli 1936 ERSCHEINT MIT AUSNAHME MS MONTAG TÄGLICH FRÜH, hdAktion und Verwaltung emo xii., fochova ü. Telefon am. HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) v-MlöMÄMt IENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSIOWAKISCHEN REPUBLIK dazu, hat also dl« Möglichkeit, dem Eingreifen des Staates vorzubeugen. Wenn er jedoch nicht selbst Vorkehrungen trifft, um den ganzstaatlichen, finanziellen,.wirtschaftlichen und sozialen Tendenzen der Verordnung zu entsprechen, mich er sich dem Eingriff des Staates unterwerfen. Die Erfahrungen, die man mit der Einsicht der Unternehmer bisher gemacht hat, zwingen freilich zu dem Schlich, das; die Mittel der Verordnung nicht nur werden erschöpft werden, sondern daß ihre Wirksamkeit wird ausgedehnt werden müssen, so daß die Verordnung nicht das letzte Wort in dieser Sache bleiben wird. 8tTelks und Aussperrungen Im Falle eines Streiks oder einer AnS- fperrnng find der Arbeitgeber> Transport der Mobilien. Nähere Einzelheiten Baldwins Ernte: Labour-Sleg In Derby London. Die UNterhawi-Nachwahl in Derby endete mit einem Sieg der Arbeiteropposition Aber die. Regierung. Der durch deu Rücktritt des Kolonialminister» Thoma» freigewordeneParlamentssitz wurde von dem Ar- beiterverttettr Noel Baker mtt 28.419 Stimmen, gewonnen, während der Regierungsvertreter nur 25.666 Stimmen erhielt. Bei den letzten Neuwahlen hatte die Regierung eine Mehrheit von 12.000 Stimmen erzielt. Justizmord droht! E. Andre zum Tode verurteilt Hamburg. Da» Deutsche Nachrichtenbüro meldet: In dem seit mehreren Wochen verhaudetten Prozeß wurde Freitag der ehemalige Ganführer de» Rotfronttämpferbnnde» Edgar Andri vom Strafsenat de» hanseatischen OberlandeSgerichte» wegen Vorbereitung de» Hochverrates in Tateinhett mit gemeinschaftlichem, vollendetem Mord in einem Falle, ge- meinschaftlichem, versuchtem Mord in sechs Fällen, sowie LandfriedenSbrnche» und Aufruhr, und zwar in beiden Füllen al» Rädelsführer, ferner in Tateinhett mit gemeinschaftlichem, versuchtem Mord in drei Fällen, Land- friedrnsbrnch und Aufruhr, und zwar in beiden FallenulS'MdrlSführrr^r n m T o d e Irrt- nrteilt. Schacher mit den Arabern - auf Kosten der jüdischen Einwanderer London. Der Jerusalemer Berichterstatter des„Daily Herold" teilt mit, daß die Führer der palästinenstschen Araber au» London einen„Wink" auS britischeir-MeglerungStteffen erhielten» wonach die britische Regierung bereit sei, di« Einwanderung von Juden nach Palästina für solange e i n z« st e l l e n, als die königliche UntrrsnchungSkommission dir Ergriniffe ihrer Untersuchungen nicht bekanntgegeben hat. Es ist wahrscheinlich» daß dir Kommission ihre Arbeiten im September beginnen wird. Der gleiche Korrespondent meldet, daß die arabischen Führer entsprechend diesem Winke de» Streik' und die Terroraktion beenden werden. 14 Tote zugegeben Rom. Bei dem Unfall auf die italienische Fliegermission in Lekemti sind, wie Stefani meldet, insgesamt zwölf Angehörige der italienischen Luftwaffe nmS Leben gekommen. Außerdem wurden zwei Eingeborenen-Dölmeffcher getötet, AuS einer weiteren Stefani-Meldung geht hervor, daß selbst der Weg von Desfie nach Addis Abeba nicht vor Ueberfällen sicher ist. Der Herzog von Ancona, der mit einer Abteilung Soldaten diesen Weg teil» zu Fuß, teil» in Lastauto» zurücklegte, sei unterwegs wiederholt von„Raube r n", also von abeffinischen Kriegern, die den Krieg auf eigene Faust sortsetzen, beunruhigt wordest. Das Attentat In der Skupschtlna vor Gericht Belgrad. Am Freitag begann vor dem Staatsgerichtshof der Prozeh gegen den Skup- schtina-Abgeordneten ArnautoviL,.der am 6. März d. I. in der Kammer ein Revolverattentat gegen den MinisterpräsidesttestDr. Stojadino- viL verübt hatte. Mit ihm sind sechs wettere Ab- geordnete angeklagt, ArnautoviL zur Tat angestiftet zu haben.> >• Rach Verlesung bet Anklageschrift wurde der Angeklagte ArmautoviL einvernommen. Dieser erklärte-.sich für/ unschuldig, obzwar er in- der' Voruntersuchung seine Schuld eingestgndest hütt«. Erwollte dürch die Schüsse' bloß«gen die Bep- hältnisse- ist'der Gküpschtifta, mik Heften er. nicht zufrieden war, protestie v e N. gahlreiche-Um» stände bemäntelt er mit- Trunkenheit. Vie Regelung der staatlichen Arbeitsvermittlung Regierungsverordnung ab 1. Oktober In Kraft. Der Minister»« hat in seiner Sitzung am Donnerstag den Wortlaut der Regierungsverordnung Über die Arbeitsvermittlung genehmigt» nachdem in monatelangen Kämpfen nm jede Teilfrage und um jede» Wort gerungen und der ursprüngliche Entwurf wiederholt geändert worden war. ES ist im Verlaufe dieser Auseinandersetzung den Gegnern der staatlichen Arbeitsvermittlung ttotz eines systematischen Aufgebots aller ihrer Krhfte nicht gelungen, das Gesetz (welche» jetzt alS Verordnung nach dem Ermächtigungsgesetz erscheinen wird) den Weg zu verlegen, eS ist andererseits nicht gelungen, in diese Verordnung die Verpflichtung der Unternehmer, zugewiesene Arbeitskräfte einzustellen, zu veraukem. Schon die vorliegende Fassung der Verordnung enthält eine Reihe wertvoller Bestimmungen, deren finngemäße Durchführung in den Intentionen deS FürsorgeministerlumS positive Auswirkungen für dir Arbeiterschaft in sich ttagrn. Die Grundlagen für eine Regelung der ArbeitSvermittlnng, wie sie sich die sozialistischen Parteien al» Ziel gesetzt haben, sind gelegt. Mit dem Problem wird sich unzweifelhaft schon im Herbst daS Parlament wieder beschäftigen, wel- cheS nicht nnr vor dieser, sondern von der Gesamtheit aller Arbeitslosenfragen, auch der Arbeitslosenversicherung, stehen wird. Der Fürsorgeminister, Genosse N e k a S, berief Freitag vormittags dir Pressevertreter zu sich, um Ihnm Mitteilungen Über die vom Ministerrat beschlossene Berordnung zu machen. Mehr Arbeltsvermlttlungsanstaiten Die öffentlichen ArleltSvermittlnngSanftalteu werden f» anSgetant und ihr Netz f» verdichtet werden(8 1), daß in jedem politischen Bezirk wenigsten» eine solche Anstalt bestehen wird. Daneben werden die erforderlichen BemfSberatuugSftellen, insbesondere, bei den größeren VermfttlungiS- anftakten, errichtet werden. ...Bisher- ist da» Netz der VermittlungSanstalten nur-in Böhmen zweckentsprechend, wo 287 in allen Gerichtsbezirken bestehen. IN Mähren fehlen die Anstalten in der Hälfte der Gerichtsbezirke, die bestehenden sind ungleichartig und für. ihre Aufgaben nicht genügend äüsgestattet. Noch schlechter ist die Lage in den östlichen Ländern. Schätzungsweise kann die Zahl der notwendigen neuen Vermittlungsanstalten mit hundert angenommen werden- Meldezwang Jeder, der Arbeitskräfte sucht, ist(8 2) ver- pflichtet, den freigewordenen«der neugeschaffenen Posten spätesten- ein« Tag nach Freiwerdung der öffentlichen ArbeitSvermittlungSanstalt zu meldest. Als freie Stelle ist eine solche auzusehen, die der Arbeitgeber nicht au» den Reihen der bei ihm be» ' reit» Beschäftigten besetzt. Auch die Arbeitsuchenden find verpflichtet, die» den Anstalten iekanntzugebeu. Wer sich bei mehreren Anstaltm meldet, ist verpflichtet,- ans diesen Umstand aufmerksam zu machen. Für öffentliche Aemter, Anstalten und Unternehmungen kommt der Meldezwang nur in Bettacht, wenn eS sich nm ein ArteirSverhältnlS handelt, welche» auf«wem privatrechtlichen ArteitS- vertrag beruht. Der Meldezwang gibt erst die Möglichkeit, den tatsächlichen Umfang der Arbeitslosigkeit und ihre Verteilung auf die einzelnen Gebiete und. Wirtschaftszweige statistisch fcstzustellen. Ein. solcher Meldezwang bestand bei un» bi» znm Jahre 1V2S. Im Jahre nach seiner Aufhebung sank die Zahl der durch die öffentlichen BermittlungSanstalten besetzten Arbeitsplätze um 200.000, ein Beweis, daß der bloße Bestand der Meldepflicht einen starken, regulierenden Einfluß auf den Arbeitsmarkt auSzuübm in der Lagerist. An Hand der so gewonnenen Uebersicht haben die VermittlungSanstalten die. Verbindung zwischen- den Arbeitgebern und den Arbeitsuchenden herzustellen. wobei sie- sich an di«' Richtlinien der Verordnung-zu-halten haben. Die Auswahl derBewerber - Die Anstalten haben(8 S)-bei der Auswahl der Bewerber Rücksicht ,n. nehmen auf die Erfordernisse deS ArbeUSplatze», di» Physischen und sachlichen Eigenschaften de» Bewerbet» und sein» persönlichen und FamilienverhälMiffe. Bei gleicher sachlicher Qualifikation gebührt der Borrang Pen.avS StgatSmitteln Unterstützte«, den Ernäh- rtm größerer Familien und dm läng« ArbeitS- losen, ferner Personen, die dm betreffenden Ar- . bettSPlatz. bei vorangegangener ProdultlonS- beschrfinkuns- verloren haften,' Jugendlichen und solchm- Perfonm, bei welchen besonder» triftig» Grünt« dafür sprechm. An dieselben Grundsätze haben sich, die Arbeitgeber bei der, Auswahl - zu hatten, Der Zweck dieser Bestimmuugm ist die Erhaltung der vorhandenen Arbeitsgelegenheiten für solche Arbeitsuchende, die mit ihren Angehörigen auf den Erttag ihrer Arbeit angewiesen sind, während Personen, die auS anderen Quellen Einkommen haben, in die zweite Reihe rücken. Wie der Fürsorgeminister betonte, handelt eS sich bei der Aufzählung der Gründe für eine Bevorzugung bei den Vorschlägen der ArbeitSvermittlungSanstaltm nicht um eine Reihenfolge, die-stritt eingehalten werden muß; in Fällen, wo gleichzeftig mehrere solcher Umstände von verschiedenen Bewerbern geltend gemacht werden können, haben vielmehr die Anstalten nach Erwägung der Verhältnisse die Entscheidung zu treffen. Eine Verpflichtung der Unternehmer, bestimmte ArbeitS- kräfte aufzunehmen, enthält die Verordnung nicht, obwohl sie von der Geltung der Grundsätze auch für die Arbeitgeber spricht und biej Mißachtung dieser Grundsätze unter Strafsanktion stellt. Möglichkeit von Einstellungszwang Nur in den von der Arbeitslosigkeit am stärk- strn tetrofsmm politischen Bezirken kann die Regierung die öffentlichen ArbeitSvermittlungSanftal- tm mit der Besetzung sreigewordmer und- neuer Stellen bei solchen Arbeitgebern betrauen, die sich wiederholt nicht an die Beftimmnygen dell 8 gehalten haben(8 4). Die Einzelheiten dieses staatlichen Eingreifen» werden für die Fälle, in welchen die Regierung besondere Entscheidungen treffen würde, durch eine Durchführungsverordnung geregelt, insbesondere soweit e» sich um die Möglichkeit einer Berufung an paritätische SchiedSauSschÜsse und einer Auswahl der von den Anstaltm zugewiesenen Arbeitskräfte handelt..Der Arbeitgeber, erklärte der Fürsorgeminister Hitler hart vor dem Ziel! Die Verhandlungen Wien—Berlin Deutschland als Qarant der„Österreichischen Unabhängigkeit» Die französischen Kommentare zu den noch Immer schwebenden deutsch-österreichischen Verhandlungen verdichtetm sich Freitag zu der Meldung!' Hitler«erde demnächst, vielleicht noch vor dem. ominösen 25; Juli»der bald nach ihm» in einer großen Rede dir österreichische Unabhängigkeit gargntierew und da» verspreche» abgeben, er werde keine Einmischung in dir inneren An- gelegenheiten Oesterreichs dulden. Natürlich wäre diese österreichisch-deutsche Verständigung in Wahrheit eine deutsch- italirnische und daS Zeichen dafür, daß Mussolini, um sich aus der Isolierung zu befreien, Hitler die Bahn für die Gleichschaltung Oesterreichs srrigibt- und die Austragung deS Konfliktes auf einen. späteren Termin vertagt. 'Hi t'l t r artkererfeit» würde mtt dieser Berta- gnng Mussolinis Hilfe in dem Loearnostreit kaufen und insofern natürlich der Gewinner frip, al» er al» einen u«geh e u r e» E r- fo lg dm B e r z i ch t Schuschnigg» auf dieRestaurationdrrHabS- b u r g e r heimbringen würde. Wa» die.sogenannte„Verständigung" Hitler» mit Oesterreich bedeutet, darüber darf sich niemand einer Täuschung hingeben. Sie ist eine politische Option erster Ordnung und die B o r- stufe de»« n s chlu s s e S. Dieselben Mächte und Kräfte; di« den Kampf um di« kollektive Sicherheit verspielt haben, sind dabei, auch Mitteleuropa an Hitler zu verspielen, denn sie warm offenbar zwar imstande, Schuschnigg'die Karte der Restauration— über deren Wert damit kein Urteil abgegeben sei— au» der Hand zu schlagen, aber nicht fähig und willen», selbst eine Karte für die Redemokratisirrnng auSzuspielen. Papen referiert Hitler Wien. Der deutsche Gesandte in Wien von Papen ist Freitag nach BerchteSgaden abgereist, um dem- deutschen Reich»kanzler Bericht zu er statttn. Lette 2 Samstag, 11. Juli 1938 «t. 180 werden vom ftiitforntminifterium tm Einvernehmen mit dem Eisenbahnmtnistevtutlt festgesetzt,(g 9.) Ilebertretnniieei der Verordnung werden mit Strafen bis»u 50.000 Kö oder Gefängnis ti* zu 6 Monaten bestraft.-. Die Verordnung tritt am 1. Oktaler diese» Jahre» in Kraft. Der Fürsorgeminister wandte sich im Laufe seiner Ausführungen gegen die verschiedenen Argumente, die von bürgerlicher Seite gegen• die staatliche Arbeitsvermittlung ins Treffen geführt Ivur» dcn. So erbrachte er eine lange Reihe von Beispielen, dafür, daß der Staat schon früher im Interesse der Allgemeinheit in die Freiheit der Erwerb», täiigkeii eingegriffen hat, ohne daß von den heutigen Kritikern eitva» dagegen getan worden wäre. So z. B. bei der Schaffung des Gctreidemonopols, der Regelung in der Glasindustrie, der Einführung de» Numerus clausus für Zuckerfabriken nsw. Die anßer» London.(Eigenbericht.) Im Holborn- Restaurant in London begannen am Mittlvoch, den 8. Juli, die aus vier Tage berechneten Ver- handlungcn des siebenten ordentlichen Kongresses der GelverkschastSinternationale. Der Kongreß zählt 182 Delegierte aus 19 Ländern, 85 Vertreter der internationalen Berufssekretariate, Vertreter der Sozialistischen Arbeiterinternationale(mit deren Sekretär Dr. Friedrich Adler und de Brouckbre), einen Vertreter der Internationalen Sportorganisation und viele» Gästen, darunter mehrere Vertreter der Gewerkschaften Amerikas. Im Namen aller Bürger Londons begrüßte Lord Snell, ein srüherer Landarbeiter, die Teilnehmer und erklärte, daß man in England die Gewerkschaftsbewegung als einen wichtigen Teil des gesamten'wirtschaftlichen und politischen Lebens zu schätzen wisse. Herzliche Be- grüßungSworte sprachen dann noch die Vertreter deS Londoner GelverkschaftSkartellS und der Vertreter der englischen Avbciterpartei, der die Länder der faschistischen Diktaturen Kerkers des GcistesunddcrSeelenanntc und den Internationalen GeiverkschaftSbund zu den Erfolgen der letzten Zeit beglückwünschte. In seiner Eröffnungsrede schilderte der Vorsitzende des Internationalen Gewerkschastsbundes, der Engländer C i t r i n e, die Zerstörung der Grundlagen der Freiheit der Arbeiterklasse in Deutschland und in Oesterreich, das Vordringen des Faschismus in anderen Ländern, so in Polen, Litauen, Uttgarn,. Jugoslawien^ und! Bulgarien und die alle.trüben' Erscheinungen-der letzten Jahre überraschenden. Erfolge der Arbeiterklasse in Spanien und Frankreich, Die Zunahme der Mitgliederzahlen in den Gewerkschaften der nieisten Landeszentralen sind Zeichen einer gesunden und machtvollen Aufwärtsentwicklung. Sic beleuchten die Wiederbelebung des gewcrk- schaftlichcn Kampfgeistes und das Anivachscn der Energien der Gewerkschastsbeioegung der ganzen Welt. . Zum Tätigkeitsbericht, der gedruckt vorlag, sprach der Generalsekretär des JGB Genosse Schcvcnels. Auch dieser stellte ein erfreuliches Anivachscn der Gewerkschaftsbewegung in gewöhnliche Zeit erfordere außergewöhnliche Mittel. Der Staat dürfe nicht züsehen, wenn zehntäüseNhe Familien verzweifelt, ein, ArbeitSmöglichkeit suchen, während, andere, die genug zum. Leben haben,, ihn«» die'Arbeitsplätze Wegnahmen. Die öffentliche.Arbeitsvermittlung hat sich dort/ wo sie bereit» ein- gcsührt ist, bewährt. Al» im Jahre 1924 bet Meldezwang auch bei mis noch, bestand, konntin die öffentlichen Bernliitlungianstälten von rund 824.000 Stellen rund 718.000 besetzen. Daß auch in den letzten Jahren das Vertrauen zu den öffentlichen Anstalten wuchs, zeigt der Umstand, daß von 1980 bis 1985 die Zahl der von-ihnen vermittelten Stellen von 511.000 auf 887.000 stieg. Die Arbeitsvermittlung ist zwar kein Instrument zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, sie ist aber geeignet, zum Ausgleich der Mißstände beizutragen. Die jetzt«or- licacndc Bcrordnung ist«in» Etappenlösung auf dem Weg« zu einer Regelung de» ArbettSmarktrS, wie sie da» moderne Wirtschaftsleben»raucht. der Welt fest. England zähle wieder über drei Millionen gewerkschaftlicher organisierter Arbeiter.. Frankreich weise einen ununterbrochenen Aufstieg der Gewerkschaften auf, eine Auswirkung der jetzigen Negierungspolitik unter sozialdemokratischer Führung, in den skandinavischen Ländern wachsen die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften. Nach der Vernichtung der Gewerkschaften in Deutschland und Oesterreich zählte der JGB liur noch 8.8 Millionen Mitglieder, er besitzt jetzt wieder 13.5 Millionen Mitglieder, Ivie in de» Jahren 1926, 1927 und 1928. Die Verluste durch den Wegfall der zwei stärksten mitteleuropäischen Landeszentralen sind ausgeglichen ivordcn durch den Anschluß neuer Länder und durch daS Anivachscn der Milgliederzahlen in vielen Landeszentralen. Vor Beginn der Debatte über den Tätigkeitsbericht, beantragte die holländische Vertretung, den zum Bericht gestellten Antrag der LandcSzentrale von Norwegen, mit den rusiischen Gewerkschaften über deren Anschluß zu verhandeln und auch mit der Roten Gewerkschaftsinternationale über eine' einhcitiichc Zusammenarbeit Vereinbarungen anzustreben, sofort einer Kommission zuzuweisen, also zunächst von einer Beratung im Plenum abzusehen. Der Kongreß entschied jedoch nach einer kurzen Aussprache mit Stimmengleichheit zugunsten der Anschauung des Vorsitzenden» die Besprechung des norwcallchen Antrages zuerst im Plenum börzunchmen. Der.norwegische Delegierte Hindal begründete den Antrag seiner Zentrale, wobei er aussührte, daß die norwegischen Gewerkschaften niemals der Roten Gewerk- schqftszentralc angchört haben. Ihr seinerzeitiger Austritt aus dem JGB sei aus anderen Gründen erfolgt,, nicht aber um sich in Gegensatz zur. freien GewerkschaftSbeivegung der Welt zu stellen. Jetzt gehe cs der Landeszentrale darum, die Einheit der GewerkschaftSbeivegung. der ganzen Welt anzubahnen, die notwendig sei, um die Arbeiterklasse mit der nötigen Kraft auszustaiten. die sie besitzen müsse, um ihr Ziel zu erreichen. Die Sprache der Roten Internationale sei nicht angenehm gewesen, das dürfe aber kein Hindernis bil dend dst proletarischen Kräfte auch international gegen denFaschiSinuS für die Demokratie zufam- menzufafsen. Seine; Ausführungen fänden Zu- stimmnng bei den Franzosen und Spaniern- ivährcnd die anderen Redner sich zwar dahin aus« sprachen, die russischen Gewerkschaften zum Anschluß, an den JGB aufzufordern, Verhandlungen mit der Roten GeiverkschastSinternationälc hingegen abznlrhncn. Genosst! Caballero schilderte den Freiheitskampf der spanischen Arbeiterschaft. Er führte di«'Erfolge gegen den dortsgen.Faschismus auf die.in der Gewerkschaftsbewegung hergestellte Einheit zurück, auf das geschlossene Vorgehen der gesamten sozialistischen Arbeiterschaft Spaniens. Von dein Redner der rumänischen. Landeszentrale wird betont, daß eö bei ihiicn keine kommunistischen Gewerkschaften gjbt, mit denen sie verhandeln könnten. Es würde damit nur neu« Unruhe und Verwirrung hervgrgerufen werden, die glücklich überwunden seien. Man müsse cS den Ländern Überlassen, wie sie sich mit den etwa dort noch vorhandenen kommunistischen Organisationen auseingndersetzen. Da könne rS keine verpflichtenden internationalen Richtlinien geben. Die englische Delegation wünscht, die Einheit der Gewerkschaftsbewegung, aber die wirkliche Einheit, nicht bloß dic der Schlagworte. Wenn einmal der. JGB im Namen aller Arbeiter der Welt wird sprechen können, dann wird er mit mehr Kraft und Einfluß als bisher im Internationalen Arbeitsamt und im Völkerbund wirken können. Die englischen Gewerkschaften und H." R. W. Die Aenderungen deS Satzes und der Be- mefsungsgrundlage bei den einzelnen Steuergattungen mußten begreiflicherweise dem Bedürfnis der Finanzverwaltung nach Steigerung des Ertrages entgcgenkommen. Eine grundlegende Umänderung des Steuersystems war in diesem Nahmen und unter den herrschenden finanziellen Schwierigkeiten nicht möglich. Dennoch hat sich der Budgetausschuß bemüht, auch bei den materiellen Aenderungen innerhalb der ihm gesteckten Grenzen die Steuergerechtigkeit und sozialen Gesichtspunkte zum Durchbruch zu bringen. Darum bringt die Vorlage eine ganze Reihx.sehr begrü-s ßenswerter Bestimmungem> Der Ertrag der Erwerbssteuer sollte— ein Zeichen her Krise— vor allem dadurch gesteigert werden,' daß die Minimal- st e u e r, die'auch bei Fehlen eines Reinertrags vom Kapital zu zahlen ist, erhöht wird. Sie bleibt jedoch bei der allgemeinen'Erwerbssteuer unver- ändert, wen» das ans Gewinn, angelegte Kapital 209.000 XL nicht übersteigt, wird-bei größerem Kapital von% auf%%, wenn das Kapital eine halbe Million übersteigt auf 1% erhöht. Bei der * Siche die Folge unseres Blattes vom gestrigen Tage. der JGB find stets, für die Zusammenfassung der Kräfte gewesen, haben deren Zcrsplitterung immer'bekämpft-.sie sind deshalb für Verhandlungen mit'! den russischen Gewerkschaften,. nicht aber für solche mit der! Räten Gewerkschaft-internationale. Io uhaux(Frankreich) hebt die Ergebnisse der hergeswllten Einheitsfront'in seinem Lande hervor, Das Problem der gewerkschaftlichen Ein- hcit ist nicht neu! Immer habe sich der JGB damit beschäftigt... Die internationale Weltlage zwinge uns dazu, diesem Problem di« größte Aufnierksamkcit zuzuwenden. Will man den Völkerbund stärken, gegen die Kriegsgefahr erfolgreich auftreten, dann dürfen tvir uns nicht von der Aufgabe' abwenden, die uns die Entwicklung gestellt hat. Die französische Einheit der Gewerk- sschafken ist in voller Freiheit' zustandcgekommen. Nur dadurch hat sie wirklichen Wert. Wie wir daS immer getan haben« müssen tvir auch fortan im JGB bemüht sein- alle noch nicht angeschlossenen LnndcSzentralen heranzuztehen. In d e m Sinne fassen die Franzosen die, Einheitsfrage aus, K HP e'rS'(Holland) hält eS für nötig, den-Antrag Norwegens in der Kommission so zu modifizieren, damit er für alle Landeszentralen an* nehmbar wird. Es sei unmöglich, sich auf Ver- handlnngcn mit der Roten Internationale. einzulassen. Daraus erwachse für'die Gewerkschaftsbewegung kein Nutzen. Der norwegische Antrag wird dann mit den übrigen zum Tätigkeitsbericht vorliegenden Anträgen der Antragskommission überwiesen.— Die gemeinsame Gewerkschaftszentrale der Tschechoslowakei ist auf den Londoner Kongreß vertreten durch die Genossen Grünzner jun., Roscher, Schäfer, Brodecky, Pixa, Pacofsky, Slach, Tayerle, Benau und Genossin Novotna. besonderen Erwerbssteuer bleibt der Sah der Mi- njmalstener unverändert,(1"/«) sie wird aber nicht mehr bloß vom Grundkapital, sondern vom Anlagekapital einschließlich der Reserven bemessen. Freilich Iverden auch andere Steuererhöhungen vorgesehen: Bei den nicht begünstigen Genossenschaften und Sparkassen wird der durchgestaf- felte Tarif durch einen progressiven ersetzt, wo- durch bei Höherem Ertrag der g a n z c Gc- winn von dem. höheren Steuersatz-erfaßt wird, bei den begünstigten Genossenschaften, also auch den Konsumvereinen, deren Steuer nicht vom Ertrag,, sondern. vom. Grundkapital bemessen jvipd^hMsich^d'gr StEsgh,jtzp>s, A«Lauf-.49bt Die. Baugenossenschaften bleiben jedoch von dieser Erhöhung ausgenommen. Die Konsumgenossen-, schasten werden gegen Schikanierungen durch Entzug der Steuerbegünstigung beim Einkauf Yon Nichtmitgliederu geschützt! Bon sehr wesentlicher Bedeutung sind ferner die Bestimmungen, welche die.: Schmälerung der Steuergrundlage durch- übermäßige Abzüge verhindern sollen. Es handelt sich' dabei vor'allem um die Abrechenbarkeit der Bezüge der leitenden Gesellschaftsorgane und um die soge- naunten Holdingaktien. Die Bezüge der leiken- den GesellschaftSorgaite sind bei den großen Ka, pltalsäesellschafteil häufig in der Form einer Ar- Intemstionsler Gewerkschaftskongreß in London Die Neuregelung der direkten Steuern 88 Wir suchen ein Land Roman einer Emigration Von Robert Grötzsch Copyright by Eugen Pracer-VerlMT. Bratislava. Kniehosen mit Gürtel von militärischer Wucht. Das Gespräch ging laut. Ein Langer mit hagerem Gesicht schlug sich krachend auf die Hose: „Jetzt hocken ma hier und lvartn, bis die tausend Jahr rum sau." In diesen Garten bogen Moritz und der Kleine ein, ließen sich an einem Tische nieder, der neben dem runden stand. Der Wirt brachte Wein und Wasser.„Viel Wasser dran tun, Ernst, der ist dick",.riet Moritz. .„Landsleute?" srug einer am runden Tisch, bog sich leicht zu Moritz herüber und schwankte leis.„Emigranten? Klar... Wir vielleicht»ich? — Marxisten,»ich? Natürlich.-'.. iS ja janz cjal, Mensch..." . Die beiden hatten Brot aus den Rucksäcken gelangt und kauten. Moritz sah braune Hosen, gelben Messing an hohen Schnürstiefeln und wußte Bescheid. Ein Internierungslager in der Nähe. Dentfchennd österreichische Nazis, mit und ohne Gewehr über die jugoslawische Grenze geflüchtet. „Fein hamS uns ang'schmiert, die Bonzen, not?" machte der Lange über den Tisch hinweg. Moritz stößt den Kleinen unterm Tisch, Sie kauen und schweigem „Jetzt könn' wir z'samm betteln gehn? Fein hams sich gestellt, die Bonzen.... Jeder an Auto, jeder an Palast, die wo nix hatten, san halbe Millionär. Alle Macht hamS, nix tanh als Geld schlnckn— Ivie eure." Letzt hebt Moritz den Kops mit der kräftigen Nase. ,«Unsere hatten nie die Macht, nie siebzehn Millionen Wähler, nie Paläste Und sind keine Millionäre. Was lvir für die Arbeiter geschaffen — fragt sie mal heute. Das gab's in der Welt nicht wieder." Ehe ans runden Tisch einer antworten kann, strudeln von der Straße her fünf Mann hinzu. Deutsche Dialekte klingen durcheinander. Die Gesichter scheinen im Dunkel alle den gleichen schiefen Ausdruck, die gleichen verwirrten Züge zu haben. Die Stimmen schwirren durch die Stille. „Schimuze voll!"—„Kotz verfluchterI"— „Wa? Nich politisieren? Js mir janz cjal un wenn der Sas selber da wär." Moritz und Ernst schauen sich an. Eine verrückte WeltI Hier klumpte ja alle- beisammen: österreichisch« Nazis, deutsche, die mithalfen, und SA, die sich in der Heimat nicht mehr-sicher fühlte. Wer findet sich da noch hinein?' Alle haben sich auf Schemel gehockt, trinken an» i irgendwelchen Gläsern, die auf dem Tische stehn, schauen zu den beiden hinüber.„Wo wollt ihr denn zu: bei der Hitze?" -„Nicht weit": sagte Moritz,.«Palästina"! „Wat denn? Willst« die Wacht am Jordan singen? Seid ihr denn vom Stamme Juda? „Bin. so frei", antwortete Moses.'/.Womit darf ich sonst noch dienen?" Der breite Berliner hängt in den Knien,' aber ein paar unsichtbare Hände scheinen ihn auf seinen Sitz zu drücken.>„J§ schon alles ejal, Mensch..,," Was geht's uns an. Hjer im fremden Land. Bei der Hitze, Alles verschwimmt. Sechserlei Volk durcheinander. Türken, Serben, Bulgaren, Griechen, Juden, Albaner...Was geht's uns an.... Der lange Hagere schmeißt ein GlaS zur Erde und murrt:„Je weiter weg, desto'besser seid's drän. Weg von der-deutschen-Treue...'" Ein braunes Haarbüschel fällt ihm über daS Auge. „Aufgchetzt Hains unS, nach Oesterreich mußt ma, der Wirbel geht an— un nachher san mä die! disziplinlosen Elemente... und hocken im- mazedonischen Dreck...,, vom Paradies hams uns Verzählt,... fein hams uns augeschmiert, fein ...." Sein Groll geht«in,Gemurmel unter; er kann von der großen Verheißung nicht-los kom- mcn, schaut zum blauen Südhimmel empor, als spähe er nach dem verlorenen. Land. Ein Wunderreich scllte es werden, ja, Kuchen... Keine Klas- seüunterschiede, keine Arbeitslosigkeit, neue Moral, Gemeinnutz geht vor Eigennutz, deutsche Treue ... Kuchen I Wer an Versprechen erinnert, wird abgeschossen. Die Führer haben'- geschafft. Tut eure Wunder selber. Ein junger Wollkopf mit rasch flitzenden Augen ist an den Kleinen herangerückt,„Saudämliches Volk daheim, ein saudämliches I Auf jeden. Schwindel fallen sie'rein, auf jeden." Der Kleine kann sich nicht länger bremsen. „Das ganze Volk? Nee, nee, das ganze nich. Unsre nich un andere nich." Er sucht die huschenden Augen- zu fassen.„Unsere Leute Ham Stange gehalten. Unsre sind heute noch bei der.Fahne." „Saublöd", redet der Wollkopf weiter. „Brauchen immer än andern Schwindel. Saubande, verrecken solln'S. alle,". Der Kleine hat gerötete Augen. Weit, weit weg ist die Heimat, grün die Wälder, waren viele Menschen daheim« die ihm geholfen hatten. Das sollte alles Saubande sein?! Macht es der Wein, die Hitze, das leise nagende Heimweh— er-ist aufgestanden, ballt die Fäuste.„Saubande, sagst«? Beschimpfe deine Leute, pber nich ünsre l Deutschland wird wieder sauber, werstehstel Unser Volk macht's sauber!"-->' t- Moses hat den Kleinen auf den Sitz gezogen. Der Wollkopf lacht:„Mensch, redst du immer so komisch? Verträgst woll keen Wein? Ich sage dir, än saudämliches Volk! Kannst« hiev jeden Tag hörn.", '„Politisieren verboten"',' Afft eins Stlmche am runden-Tisch'irgendeine Parole nach«'- „Ach wat", brüllt jetzt der Berliner,„iS. ja janz ejal..wovon uns schlecht wird!- Sogar Palästina is mir lieber! Uebcrall besser als da,, wo du umjelegt wirst, wenn du Heike eene Füh- rerredc von lh82.zjtierst, jawoll,...»» wo dich deine Bonzen mttn meisten Benz Überfahren!"- Der Lärm am runden Tisch nähert sich seinem Höhepunkt. Hände gestikulieren durcheinan«' der. Fäuste donnern auf den Tisch.„SS ver- reckei"—„Schnauze, Müller!"-—Wartet man, bis es Krieg gibt, dann wird's besser,'.'„Krieg? Mensch, ick drehe de Knarre uni!" Plötzlich steht ein kleines Männchen am Tisch. Steht dort, wie hingeweht. Hat einen kleinen Kasten mit Spiegeln, Zierat,-Tabakspfeifen unterm Arm. Ein zerfetztes rotes- Tuch läuft- gürtelartig' um seinen Leib/ Zwei klein« Augen sitzen unter, seiner wetten Stirn,«ine schwarze runde Kappe darüber. Der Lärm ist verstummt. Moritz und-der Kleine hören dasMännchen, eine-' Stimme hat eS, dir aus der- Erde zu kommen scheint.„Krieg hat vernommen der alte Melek.f beste Herren"—7 er spricht, abgehackt, tief im Rachen, mit kurzen Pausen—-„Krieg er hat vernommen... Mclck ist getoeseN'ein Mann mit Haus und fünf Pferden. Spricht Sprache vieler Böller. Kam erster Krieg, Auge Weg..Kam.-zwei«, ter Krieg, Söhne- weg. Kam dritter Krieg. Hgus weg, Frau erschlagen"— große Handbewegung, im Kreise—„alles für Mazedonien... Alles voll-. Blut hier— er weist zur Erde—„viel,, viel Blut für Mazedonien. Jetzt niemand will Krieg,.. at iS Ballanbund, Nix Krieg... närrisch.' ihr,. beste Herren, spät für arm« Menfch, alles spät,,,," Von den TaxüShecken hinten leuchten die Pfeifen der zwei Türken. Meleks gelbbraunes Gesicht bleibt"starr und unbeweglich. Ein Bann hat sich.über den rpnden Usch gelegt. Wat denn?— will der. breit« Berliner sagen» ober er br.ingt'S nicht heraus..-.,'....'., --^Fortsetzung folgt.)! Nr. 160 SamStag, 11. JuN 1036 Celle 3 fudctfendeutstfier Zeitspielen Un- * HauptauSschstß: Kaufmann Reichel Der Streik der Arbeiterschaft bei dtp Maulh» nerwerten in Grünwald ist nach vierwöchenilicher Dauer immer noch fest und die Arbeiter haben den Willen, die Angriffe, die gegen sie geplant wurden, unter allen Umständen atzuwehren. Wie bekannt ist, sollte die Firm» sich zu einem BerniitllungS- vorschlag äußern, der in Verhandlungen, die wegen der Beilegung deS Streikes geführt wurde», vom Gewerbeinspektor gemacht wurde. Die Firma hat jetzt durch die KreiSkanzlei des Deutschen Hauptverbandes antworten lasten, daß die Leitung der Mauthnerwerke AG. in Prag teschlosten habe, in keine weiteren Berhandlungen Mit der Arbeiterschaft zu treten,. weil sie beabsichtige, den Betri e b g ä n z l i ch st i l l z«le g e n. Im Zusammenhang mit dieser Nachricht erfahren wir noch, daß die der Industrie nahestehende Gruppe leitender Beamter in den Mauthnerwerke», die ein Die ganze Geschichte gehört in ein Witzblatt: Erst seht der Führer ein Ehrengericht ei», und zwar sicher nicht leichten Herzens, eben weil die Empörung gegen seinen Liebling innerhalb der Bewegung schon einen solchen Grad angenommen hatte, daß es rötlich schien, irgend etwas zu unternehmen. Kaum gelingt es aber in der Zwischenzeit, die Parteirevolte wenigstens äußerlich einigermaßen zu liquidieren, so wird der ganze Spruch des Ehrengerichtes,. in dem Leute sihen, denen diese Funktion sicher noch etlvaS gilt, mit einem Federstrich beiseite geschoben und der Herr Dr. Walter Brand geht aus dem verurteilenden Schiedsspruch durch die Gunst des Führers trotz alledem- als erklärter Sieger hervor. Wers noch immer nicht geglaubt hat, daß dieser Dr. Walter Brand die eigentliche Seele des ganzen Unternehmens ist und der„Führer" nur der Strohmann, der dürfte durch Henleins neuesten Ukas denn doch eines Befferen belehrt lvorden sein!... Der nach des Arbeiter Teile des Bolles sind. * Ganz besonders aber danken wir der A r- iterschast des KoinotauerBe- den Vertrauensmännern, die in bewun- Jnleresse an der Weiterführung de- Streikes haben/ entlasten oder gekündigt werden sollen. Diese Maßnahmen zeigen, daß jetzt in diesen Streik die finanzierende Bankj— und das ist die Zivnostenska banka— eingreift und eine geradezu »nerhörteBerschärfüngderSitua- t i o n durch ihre Beschlüsse herbeigeführt hat. Es ist klär, daß die 1200 Arbeiter und die übrige Bevölkerung GrünwaldS der Durchführung solcher Beschlüsse nicht ruhig zusehen wird. Die BertrogS- organisaUonen habe» bereits Schritte eingeleitet, die eine Klarstellung der^Situation in der nächsten Zeit herbeiführen werden. ' Rankiitg.(Reuter.) Freitag früh wurde die Plenarsitzung des Zentral-Exekutiv-Ausschusses der. Kuomintang eröffnet,: Die Delegiertest'' aus SÜdwestchinä stellten den Antrag/daß-China den Kriegigegen Japan beginne. Dieser. Antrag wurde ach gelehnt. Ole Zivnobank greift In den Mauthnerstreik in Grünwald ein und verschärft die Situation ganz umsonst oder tief unter dem Kurswert erwerben, ein reines Geschenk, dem keinerlei Gegenleistung gegenüberstand,- ohne jede Besteuerung beziehen. Da es sich um eine einmalige Ein- nahnte, nicht.um. ein regelmäßiges Einkoinmen handelt, könnte, sie der Einkommensteuer nicht unterworfen werden. Nunmehr ist aber eine Gebühr von 16% beä unentgeltlich empfangenen Wertes zu bezahlen. - Auch den SeltstverwältungSkörpern. bringt das. neue Gesetz eine wichtige Errungenschaft. BiSber mußten unsere Gemeinden um die Steuerbefreiung/in Elektrizitätswerken und anderen' gemeinnützigen' Unternehmungen immer wieder ansucheni ihre Gesuche würden, wenn sie überhaupt: bewilligt wurden, vielfach erst nach Jahren erledigt, lvas die Gebarung der Gemeindebetriebe sehr beschwert«. Nunmehr sind alle Unter» nehmnngeu. der'' SelbstverwältungSkörper, bei denen das öffentliche Interesse das Erwerbsinteresse. überwiegt/ schon von. GeseheSwegen von der Erwetbsteüer befrei t.: UeberdieS werden nun die Erwägnisse bzsv. Verluste Vonkommunalen Unternehmungen, /die wirtschaftlich-und technisch zusanunenhgngen/ zusämmeügezögen und der einheitlichen Besteuerung unterworfen. ..Halten wir uns.die engen Schranken vor Augen/welche dem^ Reformwillen durch das geltende Steuersystem und die finanziellen. Schwierigkeiten der Staates gezogen wären, so können wir Nachwort zum lii. Bundesturnfest Dank an alle Helfer Die Tage des lll. Bundesturnfestes in Ko- motau sind nun vorbei. Für die Fuultionäre des Ains, für die Arbeiterschast KomotauS mit ihre» Vertrauensmännern ivaren es nicht bloß Tuge, sondern Wochen, ja Monate äußerster Pslichter- füllnng, angestrengter Arbeit im Dienste der gesamte» sozialdemokratischen Arbeiterbeivegung. Alles, w a sw i r v o n u n s e r e m lll. B u» d e S t u r n f e st erwartet habe», ist. e i n g e t ros s e. n, sowohl die Massen, als auch die aktive Beteiligung und die Disziplin der Turner, Turnerinnen und Kinder, aber was Ivir insbesondere hervorheben müssen, ist die Mitarbeit der Arbeiterschaft des K o m o t a u e r B e z i r k e s. Es war eine Kundgebung, wie wir sie in unserem Gebiete in der Nachkriegszeit noch nicht erlebten. Wir haben bewiesen, daß all das G e r e d e v o m N' e- dergang der sozialdemokratisch e n A r b e i t e r b e w e g n n g e i u M ä r- ch e n i st. All die vielen Tausenden, die während dieser Festlage durch die Straßen Komotaus marschierten, sich auf dem Festplatz bewegten, waren ausnahmslos Opfer der Krise, ob als Arbeiter mit gekürztem Lohn, ob als Arbeiter, die wenige Tage in der Woche arbeiten, oder als Arbeitslose; sie haben ihre letzten Kronen ausge- bracht, um der Bewegung, um dem Bürgertnnr zu betveisen, daß in ihnen jener Trotz und Glaube lebendig ist, von dein in Gesprächen in den letzten Monaten nur unsere alten Funktionäre sprachen. Alles ist noch lebendig, es nmß nur geweckt, in nene Form gebracht, in Aktivität, in Aktion umgesetzt werden. Wir fühlen uns daher verpflichtet, vor allem den Genossen aus Belgien und Ungarn zu danken, der Partei, Nepublikauifchen Wehr, Sozialistischen Jugend, dem Aruk, den Äindersreun- den, Naturfreunden, Metallarbeitern und allen Gewerkschaften, unseren AtuSmitgliedern und Funktionären. Wir danken den staatlichen Aem- tern, niit denen ivir durch das Fest in Berührung kamen, besonders der politischen Bezirlsverwal- tung in Koinotau mit dem Vezirkshauptniann an der Spitze, der Stadt Koinotau mit ihren Bürgermeistern, den Stationsleitungen, die der Verkehr umbrandete und der städtischen Polizei Ivie Gendarmerie, die alle nnermüdlich, den Gästen gegenüber äußerst höflich, znuorkonwiend und jederzeit bereit Ivaren, uns zu helfen, den Gästen Auskunft zu geben, kurz betoiesen, daß sie wo immer in ihreu Aemtern erkannte», daß auch die England reduziert «eine Mittelmeerflotte London. Der Beschluß, die britischen Floltenverstärkungen aus dem Mittelmeer zu- rückzuziehrn, wird sofort in die Tat umgesetzt werden. Die Kreuzer„Reander" und„Cornwall" kehren bereits im Lauf« des Freitag»ach England zurück. Der diplomatische Renier-Korrespondent schreibt, daß die Frage der Flottenzurückziehung bereits in de» kürzlichen Unterredungen des'italienischen Botschafters Grandi Mit dem Foreign Office besprochen worden sei. Jedoch sei von irgendeinem„Kuhhandel"- mit Italien keine(?) Rede. Die Vorbereitungen für die Verringerung der Mittelmeerflötte seien s ch»np» r' e i n i g e n W o ch e n getroffen wordsn. Ehrengericht verurteilt Dr. Brand — und der„Führer** pfeift auf das ganze Urteil I 4. auf die mit Rud. Kasper geführten Schlußverhnndluugen. Da alle diese Fälle die politische Tätigkeit Dr. Walter Brands betreffen» die i ch und die gesamte Hauptleitung zu verantworten haben, und überdies das Ehrengericht Dr. Walter Brand die SatiSfikatiouSfähigkeit nicht abgesproche» hat, behält Dr. Walter Brand weiterhin mein volles Vertrauen. Konrad Henlein e. h." ausgefallen ist, und veröffentlicht in der„Z e i t" einfach folgende Erklärung: „Die gegen Dr. Walter Brand erflossene Entscheidung bezieht sich auf folgende vier Fälle: 1. Auf die Anstellung des Schriftleiters Josef Franz in der lliedaktion der„Zeit"; 2. auf den Konflikt zwischen Dr. Walter Brand und dem Herausgeber der„Rnmbnr- ger Zeitung" Heinz Pfeifer! 3. auf die Veröffentlichung des Artikels „W i r schlagen z n l" in itr„Rund- Eln SdP-Landesvertreter verhaftet In Neu-Oderberg wurden, laut Meldung der „Bohemia", der Laudesvertreter der SdP Josef Spatschek und der Ortsleiter der SdP von Neu-Oderberg Franz Freihler verhaftet. Freißler war Sonntag in den Stadtrat gewählt worden. Die Verhaftung wurde von der Staatspolizei durchgeführt; vorher fanden noch Hausdurchsuchungen statt, bei denen verschiedenes Material beschlagnahmt wurde. Die beiden Verhafteten wurden bereits dem Kreisgericht in Mähr.- Ostrau überstellt. Am Freitag tagte in Prag das Ehrengericht, das Henlein Unter dem Druck des Arbeiterflügels der SdP zur Untersuchung der Anschuldigungen eingesetzt'hatte, die seinerzeit von Kasper und- anderen gegen Dr. Walter Brand erhoben worden sind. Henlein hatte da- mals den Senator Prof. Greger zum Vorsitzenden und zu Mitgliedern den Obmann des Bundes der Deutschen, Pfarrer W e h r c n- p fe n n ig, weiters Prof. Bernhardt, Sasum und Alter bestimmt. Nach eingehenden Beratungen, die von vormittags bis gegen 7 Uhr abends dauerten, wurde folgende Mittei- ,lung ausgegeben: „Das über Ersuchen Dr. Waller Brands von Konrad Henlein einberufene Ehrengericht dal in seiner Schlußsitzung vom 10. Juli 1036 zu N n g n n st e n Dr. Waller Brands ent-- schieden. Für das Ehrengericht: Der Vorsitzende Franz Eduard S a s u m."- - Sicher ist dem Ehrengericht dieser Spruch nicht leicht gefallen, da doch noch aus dem Verhalten des„Führers" an» Bundesfest in Mähr- Schönberg, wo er mit Dr. Brand im Festzug marschierte und dann die Parade abnahm, zur Genüge ersichtliche, war, daß er unbedingt Brands Partei ergreift und von ihn» nicht zu lassen gedenkt. Man kann sich vorstellen, daß die gegen Dr. Brand erhobenen Vorwürfe-„auf Beton"' fundiert, sein mußten, wenn das Ehrengericht trotz der Haltung Henleins keinen anderen Ausweg.als die V e r u r t e i l u n g Dr. Brands sah/. Wieso in dein llrteilsspruch plötzlich Herr Sasum als Vorsitzender zeichnet, bedarf auch noch der Aufklärung. Senator Greger, dem Henlein im letzten Moment auf der Studententagung im Rahmen des Bundesfestes das Reden verboten hatte, scheint beim Führer— und vielleicht gerade wegen deS Falles Dr. Brand—- ganz in gnade gefallen zu sein. Und nun komnit aber das Schönste: „Führer" Konrad Henlein, der eigens Prag gekomnien war, um die Entscheidung Ehrengerichtes entgegenzunehmen, p f e i f t n u n auf die. ganze E n.t sch e.i d u n g, weil sie,trog allein Druck gegen seinen Liebling b e zirke dernswürdiger Art die letzten Wochen vor dem Feste all das schufen, was notwendig tvar, um am Festplatz, ob in Verpflegung, bei de» Wettkämpfen, an den Kassen oder in den Quartieren den Gästen zu beweisen, daß die Komotauer Gastfreundschaft zu üben verstehen. Wir danken vor allem all den u n b e kannte n M i t h e l f e r n, die tvährend der' Festtage in den Quartieren, beim BerkchrSausschuß oder bei der Elektrosektion ihre Ausgaben zu be- tvältigen hatte». Diese Gruppen mit ihren Leitern haben erstklassig und unsichtbar in den meisten Fälle» im Dienste des Festes ihre Pflicht erfüllt. Wir danken dem Konsumverein„Selbsthilfe" mit seinen Mitarbeitern, über deren Arbeit es wie noch nie nur ein Lob gab, unseren Eisenbahnern, die jeden Tag znr Stelle waren, den Genossen im Finanz-Geräteansschuß und der Platzleitung, wie in den Garderobe», für die das Fest nur eine harte Arbeitsleistung war. Wir danken aber auch dec Firma Kludsktz für ihr weitgehendes Entgegenkommen. **>;< Weiter hat uns sehr geholfen das Entgegenkommen der Komotauer Garnison init Ihren Kommandeuren, den Herren General Langer und Oberst Nosek an der Spitze, den Herren Offizieren, die auf irgend eitle Art und Weise besonders bei der Verpflegung geholfen haben. Nur so waren wir imstande, all das zu-bewältigen, all die Arbeit zu leisten, die notwendig war, um diese herrliche» Tage zu erleben. Wir tvünschen allen Aemtern und Behörden, den Kümotauer Vertrauensmännern und der Arbeiterschaft, daß der Impuls und dit Begeisterung, die an diesen Tagen so. oft, und sichtbar zum Ausdruck kamen, auch.in dauernden und sichtbaren Folgen für die Republik, wie für die gesamte Arbeiterbewegung, als auch für deit AtuS ihre Früchte tragen.\' Für den Bundesvorstand: Poeapka\- Ullman»•, beitSentlohmnIg versteckte Gewinnanteile. Sie dürfen nach den neuen Bestimmungen nur dann v'otn.Reinertrag abgerechnet lverden, tuen» sie auf einem, klagbaren Rechtsanspruch beruhen, der vom erzielten Gewinn unabhängig ist, der Arbeits leistung des betreffenden Organs, die sonst von bezahlten'Angestellten verrichtet werden müßte, angeineffen sind und insgesamt 15%(bei Gesell schaften mit beschränkter Haftung 30%) deS Reingewinnes nicht übersteigen. Sotveit solche Be züge 250.000 Kö jährlich übersteigen, sind sie überhaupt nicht abzugsfähig und dürfen auch bei leitenden Angestellten, die nicht Gesellschastsor- gane. sind, nur mit einem Drittel abgezogen wer den. ES-verdient festgehalten zu lverden, daß sich besonders der Vertreter der„Volksgemein schaft", Herr Dr. Peters, sehr heftig gegen diese Bestimmungen wandte. Die sogenannte- Holding-Begünstigung- besteht In Folgendem: Viele' Unternehmungen sind durch Aktienbesitz an anderen' Gesellschaften beteiligt. Sie haben„Holdingaktien" im Besitz. DaS gilt insbesönders von den Banken. Da die Erträgnisse der Aktiengesellschaften durch die be sondere ErwerbSsteuer getroffen werden, tvurde die Besteuerung des Akttenbetrages beim Besitzer der Holdingaktien als Doppelbesteuerung ange sehen. Deshalb hatte das Gesetz vom Jahre 1027 vorgesehen, daß Unternehmungen, die bei Beginn des Steuerjahres wenigstens 15% Aktien einer anderen Unternehmung besahen, die Erträgnisse dieser Aktien von ihrem Reingewinn abziehen dürfen. ES zeigte sich aber sehr bald, paß diese Bestimmung mißbraucht tvurde, indem die Gesell schaften zu Beginn des Wirtschaftsjahres Aktien erwarben, damit den Anspruch auf eine'Abzugs post erlangt und dann diesen vorübergehend vor teilhaften Besitz sofort wieder abstießen. Deshalb hatte schon die Steuernovelle vom Jahre 1080 die Holdingbegüststigung an den zweijährigen u n unterbrochenen Besitz vo« 20% der Aktien eines anderen Unternehmens gebun den. Aber auch damit konnte der künstlichen Schmälerung deS Reinertrages durch komplizierte „Verschachtelungen" nicht gesteuert werden. Die Tochtergesellschaften konnten größere Gewinne auSschütten, die dann bei'der Holding-Gesell schaft der Besteuerung entgingen. Dckdum wird nun die Holding-Begünstigung neuerlich einge schränkt, indem nur y des Ertrages von Holding- Aktien steuerftei sind. Umgekehrt' muß es als Begünstigung der Angestellte« angesehen werden, daß die vertragsmäßig vom Unternehmer zur Zahlung übernommen Steuern und die über die gesetzliche Quote hinausgehenden sozialen Beiträge Abzugspostin bilden, sofern es sich-um' Angestellte handelt, deren Jühresbezüge 60.000 Kä nicht übersteigen. Die Genossenschaf ten dürfen ihre Rückvergütungen von der Steuergrundlage. abziehen. Damit ist zum erstemal authentisch festgestellt, daß die Rückvergütungen der Genossenschaften nicht als „Reingewinn" anzusehen sind. Diese Bestimmungen gelten mit einigen, dem anderen Charakter der Unternehmungen und dem niedrigeren Steuersatz angepaßten Abände rungen, auch für die allgemeine Er werb S st e u e r. Bei dieser Steuer sind aber auch die Bestimmungen über die Provisionsvertreter und Geschäftsreisenden von Bedeutung. Diese Kategorien streben seit langeM die Anerkennung ihres Angestelltencha rakters an, der ihnen jedoch nach der ständigen Judikatur des Obersten VertvaltungSgerichtes nur. selten zuerkannt wird. Unser Gesetz befreit aber, unabhängig von der Lösung dieser Frag«, alle Provisionsvertreter und Reisenden, die der Pensionsversicherung unterliegen, von der allge meinen- Erwerbssteuer, eS befielt sie aber auch dann, wenn sie nicht pflichtversichert sind, von dieser Steuer, sofern ihr Brutto-Entgelt 40.000 KC im Jahre nicht übersteigt. Di« Einkom mensteuer haben sie selbstverständlich zu entrichten. - Bei der- Rrntensteuer. müssen wir den Wegfall des begünstigten SaheS für Spareinlagen bedauern. Dem steht«ine kleine Erleichterung durch Herabsetzung der soge nannten Urkundengebühr gegenüber. Zu begrü ßest ist eS aber, daß die. ins Ausland fließenden Renten, welche sich bisher der Besteuerung vielfach entzogen,' durch Einbe ziehung in die Abzugssteuer schärfer erfaßt wer den sollen. Auch der alte- Wunsch nach Steuerbefreiung von Spenden- und Widmungen für Fürsorgezwecke ist wenigstens' teilweise erfüllt worden'. Spenden für A.rb eitslose, sofern sie der Staats- v e r walt u n g zur Verfügung gestellt wer/ den, sind überhaupt steuerfrei,- bei Sparkassen und BolkSgeldanstalten überdies Spenden für so ziale,'Wohltätigkeits- und'Bildungszwecken bis zum Gesamtbeträge: von 10.000 Kä.■' / Einem dringenden Erfordernis der Steuer gerechtigkeit entspricht es schließlich, daß Gratisaktien und Bezugsrechte einer Besteuerung «ntrrw»rfm Werden: Bisher konnten bie alten Aktionäre einer„.JUWI Gesellschaft, welche bei Erhöhungen des AktienSka-! mit Befriedigung feststellen,' daß BudgetauSschuß pitcüS die. sogenannten„jungen" Aktien entweder s und Parlament gut« Arbett. geleistet haben. We. 180 Seite 4 (SamStag, 11. Juli 1838 ZaAesnemgkeiten. II Bei der Jubiläumsfeier des tschechischen Arbei- ter-Nad- und Motorfahrcrverbande» in Pilsen am ä. und 3. Juli spielte die Aruk-Radball» Mannschaft(Walbert-Komotau—■ Müller-Tetschen) gegen die beste Radball- mannschast des Pilsner Verbandes und gewann 7:2 und 8:2. Sie gewann dadurch di« F e st in eist e r s ch a f t. Die Pilsner Genoffen überreichten der Aruk'Delegation einen reich gestickten Wimpel zur Erinnerung. beherbergen. Die MeistcrschaftS« wurden niit dem KrciStref- Wehr znsammengelegt. Gleichfeierliche Totenehrung für der Wehranlcihe zugcsagt wurde. Da die Preise der wichtigsten Baumaterialien zu Beginn des Jahres in beunruhigender Weise zu steigen begannen, ivurden Preiskommissionen eingesetzt, deren Eingreifen ein« Herabsetzung der Zement- und Fcnsterglaspreise zur Folge hatte. Auch das BauförderungSgesctz 85 aus dem heurigen Jahr zeitigt gute Ergebnisse. Bis Ende Juni d. I. haben 105 größere Gemeinden dem Fiirsorgeministerium mitgeteilt, daß sie an den Bau von 585 Zinshäusern mit 8420 Wohnungen für Arme schreiten. Der Bauaufwand beträgt rund 210 Millionen Kronen. Ansiedlungsaktionen für Arbeitslose meldeten 11 Gemeinden, die 261 Familienhäuser, mit einem Aufwand von rund 8 Millionen Kronen errichten wollen. In 00 größeren Orten wurden, wie bereit» der Ministerpräsident mitgeteilt hatte, bis jetzt Bewilligungen für Bauten erteilt, die um mehr als den, die sich ihr darbietcn. Der Hitlerjunge, dec mit seinem, ihm indirekt vom Führer verliehenen Dolch einem Kameraden in den Bauch sticht, ahmt danlit nur die Beispiele nach, die ihm seine Helden, die Helden des 30. Juni und anderer großer Tage, gegeben haben. Und die kleinen Buben in Amerika, die keine so großen Bor- bilder haben, halten sich eben an daS Beispiel ihrer Bäter. der Schwarzen Legionäre. Häkchen, die sich beizeiten krümmen? Wer krümint sie? Nicht auf den Jungen liegt die Verantwortung: wenn die Jungen sind, wie sie sind, so kommt eS stets aufs Konto der Alten— im Guten wie im Bösen. Die aktuellen zehn Minute» der Prager Deutschen Arbeiterseudung dürsten gestern, schon lveil sie nur aktuelle drei oder vier Minuten waren, die Hörer einigermaßen befremdet haben. Zur Erklärung dieser Umstandes ist mitzuteilen, daß unser Sprecher durch eine Art„Vorentscheidung" der Vortragsabteilung dcS Radiojournals verhindert Ivar, die beabsichtigten Bemerkungen über dieDanzigerFrage zu lesen. Und dazu Ist nun zu sagen, daß unseres Erachtens die Rundfunklcitung der Demokratie einen Bärendienst criveist, tuen» sie neuerdings bei allen Dingen, die außenpolitisch faschistische Sphären berühre», eine, sage» wir: Dor» und Rücksicht sicht an den Tag zu legen scheint, die von draußen aber nicht im mindesten geübt wird. Da lvir aber seit langem auch in dieser Hinsicht Beschwerden gegen das Radiojournal nicht zu führen hatten, tvollcn wir immerhin hoffen, daß diese Vorentscheidung ohne ähnliche Nachfolge bleibt. Kurse zur Vorbereitung der Lehrerschaft für die LchrbcfähigungSPrüfuug für Bürgerschulen sollen vom Herbst 1886 an, an der staatlichen pädagogischen Akademie mit deutscher Unterrichtssprache in Prag I., Masnä 1088, errichtet werden, und zwar zunächst für einzelne Fachgruppen und Gegenstände. ES soll SamStag und Sonntag unterrichtet werden. Voranmeldungen niit Angabe der gewählten Fachgruppe können bis zum 25. August an die Direktion der Akademie gerichtet werden. Die endgültigen Anmeldungen(ungestempelt) werden bis zum 28. September im Dienstwege vorzulegcn sein und haben zu enthalten: Gewählte Fachgruppe, Dicnstort- und Eigenschaft, Ort, Datum und Zahl des LchrbefähigungSzeugnisseS für VollSschulen. Elm der Brückenwunder der Welt Die gewaltige Brücke, die San Franzisko mit Oakland verbindet,, ist soweit sertiggestellt, daß ihre Uebergabe an den Berke hr im November stattsinden kann. kollege des Reichraming, Roman Schmidthaben, wurde vom gleichen Stamme ebenfalls erfaßt und schwer verwundet. Juwelendieb in Brling verhaftet. In Brünn wurde der Betrüger Franz Kraus verhaftet, der am 8. Juli in Marienbad einer Frau Arnold Juwelen im Werte von 50.0Ü0 KC, darunter einen Ring Kaiser Franz Josephs, herausgelöckt hatte. Er wurde eben in dem Augenblick verhaftet, als er in einem Brünner Juweliergeschäft zwei wertvolle Ringe verkaufen wollte. Er wurde dem Kreisstrafgericht in Brünn eingeliefert. Im Gebiet de» Grosjglockner» stürzte am-Donnerstag der Kaufmmm Anton Ehren re ich au» Eisenbprg im Burgenlande von einer 48 Meter hohen Felsenwand ab und blieb mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. Die BevölkerungSbllanz in Frankreich bleibt weiter passiv. Im ersten Vierteljahr 1886 hat die Zahl der Todesfälle um 24.488 die Ziffer der Geburten überstiegen. StellenauSschreibnng. Die Direktion der Staatsbahnen in Prag besetzt am 1. Oktober 1886 die Stelle eine» Spezialarzte» der Krankenkasse der Staatsbahnen für Augenkrankhelten in Aussig. Näheres im Amtsblatt und im Anzeiger filr Eisenbahnen und Schiffahrt. Eingabefrist bi» 14. August Glücklich gefallen. In Grenoble stürzte ein kleine» Mädchen aus dem Fenster der im vierten Stock gelegenen elterlichen Wohnung. Das Meid, verfing sich an einem Balkongitter im ersten Stock; es riß, aber die Wucht des Falle» wurde gemildert. Dar Kind stürzte dann auf das Verdeck eine» Auws, da» federnd nachgab. ES wurde dann in die Arme«ine» Passanten geschnellt, der zu Boden fiel, aber dessen Leib dem Kind ein Polster bot. So kam daS Diäd- chen ohne jede Verletzung davon. Anwachsen der Geburten in der SSSR.'(D. Einer Tab-Meldung aus Moskau vom 28. Juni entnehmen wir nach der„Leningradskaja Pravda" vom 24. Juni, daß mit Rücksicht auf da» ständige Ansteigen de» materiellen Reichtum» der Arbeitenden in der SSSR und mit Rücksicht auf die Kindersürsorge durch die Regierung die Geburten im Lande ständig zunchmen. So wuchs die Geburtenziffer in der RSFSR im ersten Quartal de» lausenden Jahre» um 84 Ptozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ge- burtSziffer in Armenien beträgt gegenwärtig 54.3 auf das Tausend der Bevölkerung gegen 41.8 pro Tausend im Vorjahr. Besonders ist die Geburtenzunahme in den Städten groß. Gleichzeitig nehmen die Fehlgeburten in bedeutendem Maße ab. So gab es z. B. im Makajew-Krankenhaus(Dongebiet) int Mai noch täglich 25 bi» 88 Fehlgeburten, im Juni nur noch 7 bis 8. Im Moskauer Gebiet haben die Geburten in den ersten fünf Monaten in den Ge- bäranswlten um 68' Prozent gegenüber dem Vorjahre zugenommen.— Dazu ist allerdings zu bemerken, daß die Geburtenzunahmen und die Abnahme der Fehlgeburten in Zusammenhang zu bringen ist mit den gesetzlichen Maßnahmen(AbortuS-Vecbote I), die die SSSR in der letzten Zeit getroffen hat im Interesse ihrer Bevölkerungrpolittk. Di« beiden Bürgermeister. Bislang kannte man nur in Großstädten mehrere BürgerNieister, die sich in die Lasten der Stadwerwaltung teilten, wenn die Arbeiten die Kräfte eine» einzigen Beamten überstiegen. Doch nun hat da» Städtchen Sligo in Irland auch zwei Bürgermeister bekommen. Da» kam so, daß bei der Wahl beide Kandidaten auf diesen Posten genau di« gleiche Zahl von Stimmen erhielten—: und zivar jeder 2888. Auch bei der daraufhin angesetzten Stichwahl änderte sich da» Ergebnis nicht, und fo faßte da» Stadtparlamenr den salomonische» Beschluß, dem Wille» der Bürger von Sligo dadurch Genüge zu tun, daß beide Bürgermeister amtieren. Allerdings nicht neben-, sondern nacheinander, jeder ein halbe» Jahr; denn für beide zugleich ist nicht genug zu tun. Und im nächsten Jahr wird man dann sehen, wer die Stadt besser Veavaltet hat, und diesen kann' man dann zum alleinigen Bürgermeister von Sligo wählen. DaS Wetter. Eine kleine Welle etwas höheren Druckes hat am Freitag in der ganzen Republik schönes und etwas kühleres Wetter gebracht..Rur im Gebiet der Ostkarpathcn traten noch Gewitter auf. In den böhmischen Ländern sfieg die Temperatur nicht mehr über 25" Grad an. Die Wetterlage ist noch nicht beständig, da mit dem vorherrschenden Westwind auS Frankreich noch Schäuerzonen gegen da» Binnenland.,Vordringen.— Wahrscheinliches W etter von heute: Im Weftteil des Staates wieder zeitweise starke Bewöllung, strichweise Gewitter oder Regen, mäßig warm. Im . äußersten Osten, der Republik Abnahme der Gewitterneigung, ausheiternd, warm.— Wetter- aussichtenfür Sonntag: Bei westlichem Wind Andauer des im allgemeinen ettvaS unbeständigen Witterungscharakters, mäßig wann, strichweise noch Schauer oder Gewitter.. Die Daubcwcgung Im heurigen Jahr Durchgehend günstigere Ergebnisse als In den Vorjahren Radball-Bundesmelsterschaft des Aruk am 11. und 12. 3ull In Degerndorf Wenige Tage nach Komotau und wieder rüsten die dcnlschcn Arbcitersportler für eine sportliche Großveranstaltung. Die Stadt Jägern darf, an deren Spitze ein sozialdemolratischcr Bürgermeister steht, wird in diesen Tagen eine große Zahl Arul- Mitglicder, Angehörige der Rep. Wehr und viele Parteimitglieder kämpfe des Aruk s c n der 8i e p. zeitig findet eine die beiden verstorbenen Führer der schlesischen Sozialdemokratie, die Genossen Hugo.Schmidt und Hans Io kl, statt., Delegationen der böhmischen Aruk-Kreise werden gemeinsam mit ihren schlesischen Freunden für den Arbeiter-Radsport manifestieren, werden aus» neue die enge Verbundenheit des Arbeitersportes mit der sozialistischen Arbeiterschaft dolumentieren. bas Zwitschern der Zungen r(mb.) Wie schön und erhaben ist eS, wenn der Väter große Taten der Jugend anfcuernd voranlcuchten auf dem Pfad der Tugend und des Ruhmes. Oder, sprichwörtlich formuliert: Wenn die Alten schön sungen, werden die Jungen Herr- lich zwitschern. Der Polizeileutnant Michael Largo in Detroit hörte, als er an einer alten Scheune vorbei- ging, die Angstschreie von Kindern. Er ging der Sache nach und fand ein Dutzend. Buben, von denen keiner älter als zwölf Jahre war, und in ihrer Mitte zwei ihrer Kameraden— neun und elf Jahre alt— mit Stricken um den Hals. Sie sollten nach dem Beschluß der anderen gerade aufgeknüpst werden. Der Führer der jugendliche^ Lyncher erklärte, als er von der Polizei vernommen wurde: „Wir wollten diese Kerle nicht in unserer Schule haben. Sie hatten zu gute Noten. Deshalb wollten wir's mit ihnen machen wie die Schwarze Legion". Kann man's den Kindern Übelnehmen? Kaum. Ihre Väter haben sich zusammengetan und sind in Hausen ausgezogen, mit schwarzen Kapuzen und Kutten, auf denen Totenkopf und gekreuzte Knochen prangten, um Leute umzubringen, die ihnen wahrscheinlich ebensowenig oder noch weniger zuleide getan hatten, als die beiden Musterschüler ihren Kameraden. War es eine edle Tat dcrAltcn: Juden,Katholiken, Neger und Komnmnisten(wobei- cö auf Unterschiede nicht so sehr ankam: Kommunist ist für diese Sorte jeder, der nicht bereit ist, Neger, Katho- likcn und Juden zu killen) zn peitschen und zusammenzuknallen— warum sollte cs eine Schmach für die Jungen sein, ihre Mitschüler, die sie in den Schatten stellten, sozusagen ihr soziales Prestige in der Schule gefährdeten— und die dazu noch zwei sehr belastende, zweifcl- los katholische Namen: Valenti und Jtznogni, trugen— aufzuhängen? „Ein jeder muß sich.seinen Helden wählen, dem er die Wege zum Olymp sich nacharbestet," sagt der Dichter. Und die Jugend wählt die Hel- Vom Rundfunk ■■VtaMeiMwertM mm Mn MaaraniMi Sonnt»». Prag, Senket L: 18.85: Deutsche Presse, v.10r Violoncellokonzert,>18,80: Salonquartett, 12.25: Mittagskonzert, 17.85:-Deutsche Sendung: Klassische Zeugen, 17.40: RadlyLbersicht. der Woche, 17,50: Im Tanzrhhthmu» des Jahrhunderts: Orchesterkonzert, 18.58: Deutsche. Presse, 18120: Unterhaltung»- konzert, 20.20: Finnische-Musik, 21.88: Sketch:.der Mann im Schrank, 22.85: Jazzmusik.— Sender S: 14.80: Deutsche Sendung: Arbeiter f u n k: Dr. F repiDaSKolo Ni a l v r o b I e m, wie es wirklich i st.— Brün»:, 18.58: Salonquartett.'— Kaschnn: 18.88: Sängerkonzert, -— Mährisch.Ostrau: 18.88: Volkslieder, Der Fürsorgeminister gab der Presse eine llcbersicht über die Auswirkungen der heurigen gesetzlichen Maßnahmen zur Belebung der Bautätigkeit. Die Regierungsverordnung Nr. 1/1936 über Steuererleichterungen für Bauarbeiten erweiterte und ergänzte die Verordnungen ans den Jahren 1884 und 1985. Nach der Verordnung von 1984 wurden in 2757 Fällen Steuerbegünstigungen in Anspruch genommen, wobei der Aufwand rund 36 Millionen Kronen betrüg. Nach der Verordnung ans dem Jahre 1935 betrug die Zahl der Arbeiten 8329 mit einem Auftvand von rund 128 Millionen. Auf Grund der heurigen Verordnung ivurden. jetzt schon fast 8000 Fälle gemeldet, obwohl die Mcldfrist bis zum 81. Jänner 1937 läuft. In tvelchcm Maße die Steuqx» amucstic in Anspruch genommen wurde, läßt sich jetzt«och nicht fcststellen. Von einer Verlängerung der Frist, die Ende Juni ablicf, nahm das Fiirsorgeministerium Abstand, da inztvischen eine umfangreiche Amnestie im Zusammenhang Mit Ola Prager deutsche ArbeKersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 12. Juli, 14.38 bi» 14.45: Da» wahr« Gesicht der Kolonialfrage(Dr. Otto Frey).- M i t t w o ch, 15. Juli, 18.20 bi» 18.40: Der West: bshntlsche Arbeitertag In Falkenau am 1. und 2. August 1938(Heinrich Wondra k-Karls» bad). Freitag, 17. Juli, 18.85 bi» 18.45: Aktuelle zehn Mnuten, ' Sonntag, 19. Juli, 14.80 bis 14.45: Die nordböhmische Wirboarcninduftri«(Heinrich B ö h m» Rumburg). . Die amerikanische Hitzewelle breitet sich immer mehr aus. In New Aork erreichte die Hitze eine Rekordhöhe; zahlreiche Familien schlafen unter freiem Himmel, in Gärten oder an den Ufern des Hudson. Die Zahl der Todesopfer der Hitzewelle in New Uork wird auf 245 geschätzt, im ganzen Lande dürfte sie über 800 betragen. Die Heuschreckenplage wirkt sich auch in den Südstaaten verheerend aus, besonders in Arkansas, wo ein Millionenschwarm-Uber eine Stadt und ihre Umgebung hersiel und kein grünes Blatt übrig ließ. Sogar zum Trocknen aufgehängte Wäsche wurde aüfgefressen. New Dort hatte Donnerstag seinen heißesten. Tag, in den Abendstunden wurden noch immer 48 bis 47 Grad C. gemessen. Dm Kindern den Hals durchschnitten. In der Gemeinde Herbolzheim im Breisgau tötete eine Ehefrau Donnerstag abends ihre drei Kinder, zwei Mädchen und einen Knaben von acht, fünf und zwei Jahren, indem sie ihnen nsit einem Küchenmesser den Hals durchfchnitt. Sie brächte sich dann selbst eine schwere Schnittwunde am Hals bei, die aber nicht tödlich ist. Als Grund zu der schrecklichen Tat wird angenommen, daß der Ehemann der Frau wegen Falschmünzerei verhaftet wurde. Massenmord eine- Irrsinnigen. Nach einer Meldung aus Indiana Harbor erschoß im dortt« gen Stahlwerk der 38jährige Arbeiter Gonzales einen bei ihm wohnenden Kameraden und verübte dann Selbstmord. Als die Polizei in der Wohnung eine Hausdurchsuchung vornehmen wollte,,fand sie die verstümmelten Leichen der Ehefrau und der sechs Kinder des Mörders. Dem Polizeibericht zufolge hat Gonzales seine Angehörigen allem Anschein nach in einem Wahnsinns- Anfall mit einer Axt erschlagen. Fischerflotte zerschellt. An der Tantabrischen Küste ist eine aus elf Dampfern bestehende Fischerflotte von einem heftigen Nordoststurm überrascht worden. Drei Fischdampfer gingen auf der Höhe von Santander mit.ihren Besatzungen unter. Einer der Dampfer hatte-eine elftöpfige Besatzung. Lediglich der Kapitän konnte gerettet werden. Man befürchtet, daß auch von den Matrosen der beiden anderen Dampfer niemand gerettet worden ist. Der Dampfer„San Fränzisco" geriet ebenfalls in diesen Sturm. Bier Ledte der Besatzung wurden über Bord gespült und kämen um. Gegen die braune Mordpest. Bei der Be- erdigung des Gastwirts Hermann Duffner in Pforzheim(Baden), der in.der Gefängniszelle Selbstmord verübt hatte, kam es zu antinationalistischen Kundgebungen. Am Grabe hielt einer der Teilnehmer der Beerdigung eine Ansprache, in der er ausführtc, der Verstorbene sei einer der Besten gewesen und durch die Justiz in den Tod getrieben worden. Die irdischen Richter, des Ver« storbenen würde» sich eines Tages vor dem obersten Richter zu verantworten haben. Er wurde festgenommen. Als die Kundgebungen sich, dar« aushin fortsetzten, erfolgten noch- weitere Bep- Haftungen. Beim Holzfällen. Donnerstag fällte»der 28 Jahre alte Holzfäller Johann Rodlaner im Walde bei Reichraming(Ober-Oesterreich) Bäu- Mli me. Plötzlich traf ihn /ein schwerer Stamm am 320.000 Quadratmeter mehr verbauen als ins Kopfe, der Holzfäller stürzte zu Boden ünd war Vorjahr-verzeichnet würde«, auf der Stolle tot. Der 2A Jahre alte Ärbeits- Nr. 160 SamStag, 11. Juli 1936 Seite 5 fliufaiut General Rydz-Smlgly und die polnischen Bauern (AP) Generäl Rydz-Smigly ist die große Sphinx der polnischen Politik. Ans ihn setzten alle ihre Hoffnungen, als er das Erbe Pilsudskis antrat. Die Rechte glaubte, daß er mit dennatio« nal-polnischen Kräften zu einem Ausgleich kom- men, die Linke, daß er einen mehr demokratischen Kurs steuern werde. AIS er an der Bildung der Regierung KosclaNowskt mitwirkte, beeinträchtigte daS die Erwartungen der Rechten so wenig, wie die Mitwirkung an der neuen Regierung Skladkowfli' ihm von der Linken' zur' Last gelegt wurde. Bei der letzten Bauernkundgebung in Galiziens das auch die Heimat des Äeneralinsvek- tcurS'isK rief man zwar„Weg mit der Sanacja", aber man brachte gleichzeitig auf. Rydz-Smigly Hochrufe aus. Sowohl die Recht« wie die gemäßigte Linke verharren bei der Einstellung, für ihn weiterhin eintreten zu wollen, wenn nur das Monopol der gegenwärtige am Ruder befindlichen Mächtgrüppierung gebrochen werde. Die Teilnahme an der Bauern- k u n d g c b u n g, nach außen Motiviert mit deren nationalen und unpolitischen Eharakter, ließ viele aushorchen und die Frage aufwerfen, ob'er eine andere Politik als der Ministerpräsident zu treiben gewillt sei. Dabei muß man berücksichtigen, daß eine Teilung der Macht mit den Nationaldemokraten dadurch erschwert wird, daß diesen gefühlsmäßig ein großer Teil der Beamtenschaft und des Offizierskorps zunrigt, daß also bei einem Rcgierungseintritt derselben diese Kräfte, aus die sich das Regime bis jetzt trotz allem wegen des Fehlens'einer Massenbasis stützen muß, aus ihren Shmpathfen für die Nationaldemokraten kein Hehl mehr machen würden, so daß eine unerwünschte Gleichgelvichtsverlagerung zustande käme. So bleibt naturgemäß als große K r aftreserve d i e Bauernpartei. Sie wäre als Partner weniger gefährlich» da sie in der Verwaltung nur schlvach vertreten ist. In»„Knrjev Perauny" empfiehlt denn auch der Propagandachef des Kabinetts, Stpiczyn- fki, ständig den Ausgleich Mit der Bauernbewe- giing. Das Verhalten ihres derzeitigen Führers, des früheren Sejmmarschalls Rataj, zeigt jedoch, daß man den Bauern etwas bieten muß, daß sie nicht so leicht zu gewinnen, nicht so billig zu haben sein werden. Die Ueberläufer ins Negierungslager haben ihre»» politischen Einfluß ein- gcbüßt, und solche Beispiele schrecken, sind eine Mahnung, sich nicht zu voreilig zu verständigen. Daher die Forderungen aus Aenderung der Ver« fassung Und Wahlordnung, Straffreiheit der «migrierten Führer. Bis zu einer Beranständi- gung wird angesichts dieser Forderungen noch ein weiter Weg sein. Bis dahin können auch Ereignisse eintretcn, die dem ganzen Problem eine Wendung geben. Aber der Stein ist ins Rollen gekommen. Man nimmt an, daß Rydz-Smigly den Bauern auf dem Legionärskongreß im August eine Antwort erteilen wird- Politik um daS Geschütz Nr. 83. Um dar neue Schnellfeuergeschütz Nr. 23 der französischen Luftwaffe ist ein politischer Streit ausgebrochen, der leicht recht erhebliche Folgen haben kann. Vor einigen. Tagen gab der Abgeordnete Henri de KerilliS, einer der bekanntesten Journalisten der Rechten und der angesehene Innenpolitiker, dcS„Echo de Paris" bekannt, daß er in der Kammer den Luftfahrtminister Pierre Cot über das Geschütz Nr. 23 interpellieren würde. Die Pläne zu dieser neuen Waffe, die im Luftkamps unüberwindlich sei, wären von» Lüftsahrt- niinisterium Sowjetrußland bekanntgegeben worden.' KerilliS ging nicht so-weit, dies als glatten Landesverrat zu bezeichnen, doch ist der Ton sei- ner Anfrage denkbar scharf, so daß Pierre Tot sich unbedingt getroffen-fühlen muhte. Bevor jedoch die Interpellation im Parlament«folgte, veröffentlichte daS„Echo de Paris" eine sensationelle Mitteilung des Erbauers des Geschützes. Dieser, erklärt, daß er auf Grund des von de KerilliS- öffentlich gebrandmarkten Tatbestandes die Pläne des Geschützes Nr. 28 nicht an den Auftraggeber— daS Ministerium• abliefern toerde, da sie„ist unrechte Hände geraten könnten". DaS ganze ist eine^lktiongegen Pierre Cot persönlich, zugleich aber auch gegen, die Regierung Blum» und mat» darf gespannt sein, wie diese reagieren wird.:. Serbien kriegslustig.(Ru) Der außenpolitische Redakteur der LotidoNer»liberalen„News Chronicle", Vernon Bartlett, der über ausgezeichnete.'diplomatische Berbindungei» verfügt,. teilt fotzendes mit: Mit ist es bekannt geworden, daß die jugoslatyische Regierung sich', an Frank«'' reich mit^em. Ersuchen gewandt habe, eine gan- präzise Antwort darüber zu geben, ob. und.biS gu welchem Grade Jugoslawien sm Falle eines Versuches- der H a b S b u r g er-R e.st-a u- Technische Nachlese vom Atus-Bundesturnfest in Komotau Eine Aufstellung über alle Wettkampfdiszipli» nen, bei welcher immer die zehn besten Wettkämpfer berücksichtigt wurden, ergibt für den 5. Atur-KreiS 107 Punkte, für den 8. Ains-Kreis 104 Punkte. Der DTJ-Perband erreichte 88 Punkte, der Atus- KreiS Mähren neun und je drei Punkte der 4. und 7. AtuS-Turnkreis. Ueberraschenderweife erreichte der 5. Kreis mit 48:88 Punkten im Geräteturnen ein starkes liebergewicht; dar umgekehrte Verhältnis ist in. der Leichtathletik der Fall, wo der 8. Kreis mit 40:85 an der Spitze sieht. Die DTJ weist nur im Geräteturnen der Männer«in starkes lleberge- wicht auf, besonders in den Jugendklaffen; an den leichtathletischen: Mehrkämpfen ist die DTJ fast nicht beteiligt.. Etwas stärker wär die Teilnahme der DTJ bei den sportlichen Meistcrschaftskämpfen:../ Bundespteisterschaften haben äußer den bereits genannten.Siegernr in den Einzelmeisterschastskämp- fen folgende Mehrkämpfer erreicht: Bun d e S m e i- st«r im..Geräteturnen ist Genosse Johann K lüg l' l Altrohlmi).. KlÜgl erreichte in der. Oberstufe mit 885.75 Punkten den ersten Rang vor.Fast» ner(Haida), welcher 882.94. Punkte erzielte.' Bei den Turnerinnen' erreichte Genossin Elsa Kauer(AtuS, Prag) Mit-824:20 Punkten die BündeSmeisterschaft'M Geräte-Neunkampf. In der Punktzahl., folgt die Genossin MarieRWer.(Alt- rohlau), welche-mit 817.7? Punkten Siegerin in der Oberstufe über 25 Jahren,wurde. Die Bunde s m e i st e r s.ch a'f.t imleich t athle t i.s ch e n Fünfkampf, errang Genosse Mm Richter' (Bodenbach) mit 824.98^ Punkten vor'Erwin Gaube (Großpricsen), welcher«S auf 810.18 Punkt« brachte. Bei den Frauen steht Genossin Liesl Nejedlo (AtuS Karlsbad) mit 228.27 Punkten an der Spitz« und konnte somit vor der in der jüngeren Klasse an» getretenen Genossin Hilde'Müller(Reichenberg), welche«S auf 215.57 Punks« brachte, die Bundesmeisterschaft im.Frauen-Dreikampf erringen.- In den Mittelstufen und Jugendklassen gibt es kein« Bundesmeisterschasten,- da leichter«. Geräteübungen und leichtere'Sportgeräte für'diese Kämpfe maßgebend sind.....■ Nachtrag zur Rangliste der Tur we-rffck'H n e n ,«.O b,e.r stufe im. Neunkampf'(Kläffe- über 25. JgM).: 1.Mrie Richter(Altrohlau) 817.78, 2. Annij. Bernt(Teplitz-Schönau) 801.84- 8. Hanni Ziwisch(BodenMch) 288.25, 4.' Anni Rach(Düp). 285,08,'.5. Mariä Netsch(Ester). 27«s9ä, 6. Mu, Raspeck(Teplih) 265.16, 7. Elsa' Feläl:(Brüx) 282.58, 8. Elsa Seidl(GraSlitz 262.88 Punkte.' Den Ltistm und allen technischen Helfern istder glatte BerlaM zu:danken, die prächtige Disziplin de: aktiven Mitgliedschaft, welche in der starken Teilnahme an den Massenübungen undin dem.restlosen Aushalten bis zum.Schluß ihren Ausdruck fand, hat die selbstlose.Arbeit der.FÜstktionäre.belohnt. Der technische Leiter der. AtuS," Geyoff« Gräffs«(Aussig), sah seine rastlose Arbeit.'gut belohnt. Zahlreiche Gäste sprachen sich lobend über die gute techniche Organisation und Über die Muster« föiiligc Muren an den heißen, hochrad. Thermen BadTeplitz-Schinag bei flicht, Rheuma, Ischia«. Auskunft:. Stldttach« Kurdlrsfcllon oder Claryach« Kurdiraktlon.' 8478-' hafte Vorführung der Massenübungen auS. KreiS- und Bezirksiurnwarte haben gemeinsam mit- den Bundestechnikern in: Komotau die Frucht eintr ganzen Jahresarbeit zum Reifen gebracht; Die Linie der nächsten Arbeit ist für den Atu» klar vorgezeich- net.'der bereits beschrittene ,Weg, zur höchsten'Aktivstät und straffsten Emordnung in'dar Ganze soll uns die Gaffe in die'Zukunftffeini VmwwaMMui' Am SamStag, den 11. Juli,.Treff- Punkt%8 Uhr. Smichower Bahnhof. Fahrt nach Böcnorh. Wanderung zur 'Hütte. Sonntag Wanderung am Kämm nach Dohkii. Führer Stelzig. Varlanaat überall Volknttnder Der reizende. Ncgerbub,,'der den Anlaß der dramatischen Berwicklüng^'in^rWsNÄen^'imWchMWKi „Z i r l u s" bildet, der sich mit dem. Raffenproblem qüSelnandersetzt,.. WWA Kuren ln KunWWud. Erkrankung, Krankheit und Wiedergesnndung eines Menschen sind in seiner Konstttutton begründet; mit der Konstitution,'sticht, und fäslt sein ganzes Schicksal. Aller Htilbestreben Muß daher'zum diel« haben, Ä«' zür-Kiankheit.führende Konftttütton um» zustimmen und zu verbessern,also den ganzen Menschen gesund zu machen und gesund zu erhalten. Die Menschen.sind au» ihrer natürlichen Bindung zur Umwelt herauSgekommen. Heilung können, nur die natürlichen. Heilmittel,.die die Natur uns selbst spendet'^—.im,.der und durch die wir leben— allein bringen. Die moderne Heillunde hat«S zuwege gebracht, alle Natnrkräste in die Dienste der Heilung zu stellen Und wendet gegen die krankmachenden Reize Natnrkräste an, die heilen, indem sie dem-Körper neue Heillräfte zuführen. Die Natur erhält, die Natur heilt,.Die wirksamsten Heilkräfte liegen in unseren Heilquellen, Bädern und Mooren, Nicht wenig tragen-aber auch die klimatischen Faktoren, Luftversorgung, Licht und Sonne zum Kurerfolge bei. In seiner gottbegnadeten Kombination besitze die Perle der Keinen Bäder, Konstantins« b ad, segensreich wirkende Eisensäuerlinge, Moore und Schwefelquellen, wie eS auch hervorragende kl!» mattsche Faktoren aufweist. Bei'seiner Naturnähe werden alle'dies« Naturheilschähe in einer für jede Krankheit abgefttmmten Form unter wirkungsvoll abwechselnder Welse zur Heilung herangezogcn. Im Sinne der neuzeitlichen Ganzheitstherapie bezwecken Kuren in KonstantinSbad den ganzen Körper anzupacken und auch die selbständige Heiltätigkeit de» Organismus zu unterstützen. Die Variationen einer Konstantinsbader Kur sind dem Krankheitsgeschehen al» Heilgeschehen selbst abgelauscht, sie haben eine durchgreifende Aenderung der Säftemischung im Organismus zur Folge und stimmen somit den Körper in weitreichendem Mpße um. Die Heillräfte de« natürlichen Kurmittel strömen auf den Kranken über und bewirken,'daß die kranke Konstitution wieder in eine gesunde abgewandelt wird. Kuren in Konstan» tinSbad machen somit einen neuen Menschen mit neuen Kräften, mit gesteigerter körperlicher und seelischer'Energie,-sie gäben ihm neue Dascinsfreüdr und neuen Lebensmut und sind daher wirklich erfolg» reiche Kuren.' Dr. L. Wer inseriert- vcrhauit! Wald-Sanatorium Dr. Schwellten Zuckmantel, Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Hellanstatt für innere, Nerven- u. Stoffwechsel-Krankheiten Mäßige Pauschalkuren. 8468 SANATOR IIJ n MUDr. HEINRICH RIHA BUDWEIS, Ulice„U tf 1 Ivü" 550.Tei.loo Heilanstalt für Operationen aller Crt— EntSindunaS- leim.— Bebandluna innerer Krankbeiten. Röntgen- Diagnose u. Lieseniberavie.- Diathermie..Elektrische Blühlichibäder.— Höhensonne.— Üuv Ausnahme- ne- langest Kranke beiderlei Geschlechtes.— Die Behänd« luna und. Operationen ghnaekologifchee und gevuris« hilft. 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