16. Jahrgang Freitag, 24. Juli 1936 Nr. 171 IENTRA10RGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova Mr Telefon motz. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 Heller (•inschließlich 5 Heller Porto) Dreierkonferenz beschließt Fünferkonferenz Im Herbst in Brüssel London. Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Baldwin tagte in London am Donnerstag vormittags und nachmittags die Dreierkonferenz. Die diplomatisch sehr gut vorbereitete Konferenz führte bereits am Abend zu einer völligen Einigung zwischen de» Delegierten. lieber die Drel-Mächtebcsprechung wurde folgende Verlautbarung veröffentlicht: Die Vertreter Frankreichs, Belgiens und Englands, die in London am 28. Juli zusammengetreten waren, sind, Indem sie sich der Ucberein- kommen vom 19. März, der Vorschläge deS deut- schen Reichskanzlers vom 31. März und derjenige» der französischen Regierung vom 8. April erinnern, z« folgenden Schlußfolgerungen gelangt: 1. DaS Hauptziel, auf das die Anstrengungen aller europäischen Völker gerichtet werden müssen, ist die Konsolidierung des Friedens durch eine allgemeine Regelung. 2. Eine solche Regelung kann nur erreicht werden durch die freie Zusammenarbeit aller betroffenen Mächte und nichts würde verhängnis voller für die Hoffnungen auf. eine solche Regelung sein, als die scheinbare oder tatsächliche Teilung Europas in gegnerische Blocks. 3. Die drei Regierungen sind Infolgedessen der Ansicht, daß Schritte ergriffen werden sollten, um eine Zusammenkunft der fünf Locarno-Mächte r» arrangieren, sobald eine solche Zusammenkunft passenderweise(conveilieaflh) abgehalten werden kann. Die erste Aufgabe, die in Angriff genommen werden sollte, würde nach ihrer Ansicht die Verhandlung eines neuen Abkommens sein, daSan stelle des Rheinpaktes von Locarno treten sollte, um durch die Mitarbeit aller Betrosfene» die Lage zu lösen, die durch die deutsche Initiative vom 7. März geschaffen worden ist. 4. Die drei Regierungen schlagen infolgedessen vor, daß sic nlit der deutsche» und der italienischen Regierung in Verbindung treten in der Absicht, ihre Beteiligung an der so vorgeschlage- nen Zusammenkunft zu erhaltens 5. Wenn auf dieser Zusammenkunft ein Fortschritt. erzielt werden kann, werden ander« Fragen, die den europäischen Frieden berühren, notwendigerweise zur Erörterung kommen. Unter diesen Umständen würde eS natürlich sein, zn erwarten, daß das Gebiet der Aussprache erweitert wird, in der Weise, daß. unter M i t a r b e i t der anderen interessierten M ä ch t e die Regelung derjenigen Fragen erleichtert wird, deren Lösung wesentlich für de» Frieden Europas ist. Der britische, französische und belgische Botschafter werden gemeinsam diese« Kommunique der italienischen und der deutschen Regierung zur Kenntnis bringen und gleichzeitig die Hoffnung aussprcchen, daß die in dem Kommunique enthaltene Einladung angenommen werden und der Zeitpunkt deS Zusammentretens der Fllnf- Mächte-Beratuiig unverzüglich festgesetzt werde» wird. Bei den Besprechungen wurde, wie Reutcr berichtet, der französische» und der belgischen Delegation ganz klar«»gedeutet, daß, ehe ei» neues Locarno vereinbart werden wird, Großbritannien alle Militärgaranticn anfrcchtzuer- halten beabsichtigt, die es gewährte, als Deutschland den Locarnovertrag kündigte. Aussebrandelt? So sehr wir alle in diesen Tagen und Stun- den fiebernd den Gang der welthistorischen Ereignisse auf dem spanischen Schauplatz des Krieges zwischen Rechts und Links verfolgen, ziemt es uns doch, mit ein paar Worten des vorläufigen Endes jenes Fcldzngcs zn gedenken, der in den letzten Wochen Herrn Konrad Henlein und seine Partei im wahrsten Sinne des Wortes unsicher gemacht hat. Der Doktor Brand, um den da, in keinerlei Verhältnis zur Bedeutung seiner Person, ein ganzer Rattenschwanz von Rebellion, Ehrengericht, Presscfchdcn, Sitzungsstürmen, Ausschlüssen und Austritten angewachsen war, hat sich mit gestrigem Tage entschlossen, aus dem politischen Leben auszuscheiden. Die letzte Schlacht in diesem Feldzug ist ohne den Herrn Brand selber geschlagen worden; fern in den Alpen kam ihm das Bewußtsein und die Nachricht seiner völlig'n Niederlage Damit ist ein Kapitel„sudetcndeutschcr Erneuerung", in Wahrheit der Versuch einer erzreaktionären Wendung sudetcndeutschcr Ideologie und völkischer Politik, abgeschlossen; denn mit Brand ist der KamerädschastSbnud enthauptet worden und zugleich die sudctendcutsche Version des Ständcgcdankcns, nach der übrigens schon längst weder ein Hahn noch ein Henlein mehr krähte, begraben. Das ist als eine der mehreren politischen Tatsachen zn buchen, die das Verschwinden Doktor Brands von der sudctendeutschen Bildfläche zur.Folge hat. W o h i n Herr Doktor Brand verschwinden, ob und Ivie er weiterhin „Spann"nng zu erzeugen gedenkt, ist zumindest für den Augenblick Unwesentlich. Weit wichtiger ist der Aspekt, den die Sude- tcndeutsche Partei und ihr Führer nun bieten, da dieser Brand ausgetreten ist. lind da läßt sich mit absoluter Gewißheit sagen: der eine Brand mag im sudetendeutschen Denken gelöscht sein— der andere, der innere Brand wird weiter wüten. Denn die SdP hat, wie das unser Doktor Czcch so anschaulich formulierte, den Brand ini Leibe. Spät, zn. spät hat sich der„Führer" und der Kreis nm ihn gezwungen gesehen, den Mann, auf den sich das Trommelfeuer der SdP- Rebellion konzentrierte, fallen zu lassen. Nur hoffnungslose Illusionisten im SdP-Lager selber werden jetzt sich und den anderen einzureden versuchen, daß mit der Entfernung des Doktor Brand die Lebensgefahr für die schwer erkrankte SdP beseitigt ist. Die Operation kam zu spät, der Brand läßt sich nicht ans dem Leibe schneiden, der ganze Körper ist von oben bis unten infiziert. Bes der Lektüre des gestrigen SdP-Bulletins über das politische Ausscheiden des Doktor Brand kam einem das grausame Scherzwort in Erinnerung: Operation gelungen, Patient gestorben... . Selbstverständlich halten wir es auch in diesem Falle wie in jedem: wir nähren keine falsche» Illusionen; wir schwatzen cs lveder uns noch den anderen auf, daß es siir die SdP nun wirklich schon„Matthäi am Letzten" sei. Wohl aber sind wir davon überzeugt, daß sie sich von dem Schlage, den sie mit einem„Wir schlage» zul" begonnen hat, niemals mehr völlig erholen wird. Und was dem Herrn Henlein anlangt, so besteht kein Zweifel, daß ihm die Art, wie er den Kampf süc Brand führte und auf allen Linien verlor, eine, nicht wieder gutzumachendc Blamage, daß sie ihn endgültig um. den Nimbus brachte. Ob's" schon durchaus so weit ist, daß man variierend sagen könnte, wenn der Mantel fällt, muß. der Herzog (der Stammesherzog) nach, kann im Augenblick Wohl niemand noch mit Sicherheit sagen. Aber abgesehen von der völligen Niederlagen mit der dieser Feldzug für Herrn Henlein endete, abgc- schen. von der Tatsache, daß Henlein", im Falle Brand zum erstenmal seinen autoritären Führerwillen spielen lassen wollte und damit erbärmlich Schiffbruch litt, abgesehen selbst davön, daß, das Vertrauen zu Henlcin in Zehn-, wahrscheinlich in Hunderitausenden schwer erschüttert ist— ganz abgesehen- also in diesem enge» Zusammenhang von dem allen ist, was d«n Herrn H e n l eji.-n- anlangt, fcstzustellen, daß ihm durch die Beseitigung des Doktor Brand die.eine Hand, die rechte Hand amputiert wurde und daß er, nach allem, was. man von' dem geistigen i und sonstigen Verhältnis zwischen Henlein^ünd Brand weiß, sich nun noch hilfloser fühlen wird, als er es jenseits des Rocks uiid Barrens ohnehin' war, seitdem er in der Politik Weitere Fortschritte der Regierungstruppen Madrid. Die von Madrid aus vorrücken- den Regierungstriippen haben nach amtlichen Meldungen im Laufe des Donnerstag die von Aufständischen besetzte Stadt Cordoba erobert und' haben auch In der nördlich von Madrid gelegenen Sierra Gudaram.a die Anfständischen zurückgeschlagen. Die RegierungStruppen, die Mittwoch bei Guadalajara erfolgreich gekämpft haben, beuiächtigte» sich ferner der Stadt L a g r a n j a und marschiere», durch 11.000 Mann Miliz aus Madrid verstärkt, gegen S e g o v i a. Bei Sonw- sierra wurden die Aufständischen auf der ganzen -Linie geschlagen; 20 Lastkraftwagm und über 400 Gefangene sind den RegierungStruppen in die Hände gefallen. .. Im Norden sollen die RegierungStruppen in Bilbao einmarschiert sein. Mehrere Heeressäulen rücken konzentrisch gegen Albacete vor, wo sich die Aufständischen verschanzt haben. Der Finanzminister erklärte in einem Interview, daß sich di« Volksfront-Miliz gut bewähr«. Biele Angehörige der Miliz hätten in zwei Tagen.an drei Schlachten teilgenommen. Der Minister erwähnte ferner die aktive Teil- nahme von Fraueu an den Kämpfen auf feite» der Volksfront-Miliz; viele hätten in den ersten Reihen gekämpft und die Männer angeführt. Zwölf Frauen seien bereits unter den Gefallenen zu verzeichnen. Auch Ministerpräsident Giral erklärte dem Havas-Korrespondenten, daß di« Situation sich von Tag z» Tag bessere. i Minister Ramos erfuhr in einem mit S e- Villa geführten Telephongespräch von einem Postangestellten, daß in Sevilla derGeneral- streik ausgebrochensei; schon seit zwei Tagen sei kein Brot erhältlich. Wie die Agence HavaS meldet, ist die Regierung von K a t a l a ni e n zur Stunde völlig Herrin der Läge. 2m ganzen katalanischen Gebiete, in den Städten Lerida und Dero», hätten sich, die Rebellen' unterworfen^ In Barcelona wird eine freiwillige Armee zusämmengestrllt, die in Saragossa- die Ordnung, wiederherstellen soll... . Pie sensationellen' Meldungen', über, die IZahl der bisherigen.Opser-—ymn. spricht'von, bis zu 20.000 Toten i»,ganz Spansen, davon in Bar-, eetona allein 8000—■ sind mit größtem Vorbehalt aufznnehme». Das Fehlen objektiver Mrl- dunge» auS.beiden Lagern begünstigt-daS Entstehen wildester. Gerüchte.. ' D,ie Kämpfe um T o l e d o waren hie bisher schwerste» deS- ganzen Feldzuges und haben eine kehr hohe Zahl von Tote« und Verwundeten gekostet, da die Artillerie und die Flugwaffe voll eingesetzt wurden. Ole Kämpfe in den Pyrenäen Der Vormarsch der Pyranäen-Truppen des' aufständischen Generals M o l l a'(dessen Tod sich nicht bestätigt hat),.scheint seit Mittwoch zum Stillstand gekommen zu sein. Die feindlichen Gruppen stehen einander bei Endarlaza gegenüber, getrennt durch den Fluß Biadossoa, dessen Vrückenübcrgänge von den Volksfront- Truppen gesprengt worden sind'. Südlich von Endarlaza haben die spanischen Grenztruppen sich zn den Truppen Mullas geschlagen. Nördlich von Endarlaza folgen die Truppen der Regierung. Seit den frühen Morgenstunden ist in Bahonne von der spanischen Seite der Grenze her scharfes Artilleriefeuer zu hören. Man ist allgemein der Ansicht, daß regierungstreue Truppenabteilungen, welche gemeinsam mit Freiwilligen der Volksfront von Bilbao hcranmarschieren, unweit' von San Sebastian mit der Armee des Gibraltar. Amtlich wird mitgeteilt, daß spanische Flugzeuge auf der Höhr von Tarif» eine Reihe vm» Bomben über de» britische», Zerstörer „W i.f b.® W o n"; abgeworfen haben. Das britische Kriegsschiff wurde n i.ch t. getroffen, obwohl die Bomben in der unmittelbaren Nähe des Fahrzeuges explodierten.' Der Zerstörer gab einige ßS a r n u n g S s ch it f s e ab und kehrte hierauf nach Gibraltar zurück. Bei der Einfahrt in. di« Reede von Tanger warf ein Flugzeug der Aufständischen auf einen englische» Dampfer, den eS im Verdacht hätte, daß er Brennstoff für die spanischen Kriegsschiffe an Bord habe, z w e i V o m b e n ab. Ein', in der Reed«' von Tanger ,ankernder' englischer' Kreuzer antwottete Mit. drei Kanonenschüssen.'.-'■ Der Militärattache beim Gouverneur von Gibraltar,-Kapitän I. Ritlsh,hatsichiin Bord, des in Gibraltar votiiAnker lirgetchm spanischen RegiemngskreuzerS'»Cer van test' begebe» und-der, Besatzung mitgeteilt;'Hätz Im' Falle neuer Kämpfe in-den' englische» Gewäffern oder über dem. englischen Gebiete dir Artillerie der Festung Gibraltar einschreitrn werde. Generals Molla, die von Pampeluna hcrankam, zusammengestotzen sind. Wie der Aufstand vorbereitet wurde Bei der Durchsuchung der Räum« des Marineklubs in Barcelona fand die Polizei tausend Granaten und 150 Bomben, welche dort von den Aufständischen vor Ausbruch des Aufstandes aufbewahrt worden waren. Die Menge hat das Klubgebäude in Brand gesteckt. ,2» den Wohnungen der verhafteten aufständischen Offiziere wurden Instruktionen für den Ausstand' gefunden, welche das Siegel deS Stabes von Barcelona trugen. Der Pariser„F i g a r o" will zur Niederwerfung des Aufstandes in Madrid aus gut unterrichteter Quelle wissen, daß das Militär der Madrider Garnison sich nicht offen den Aufständischen angcschlossen habe. Der vorgesehene Plan sei gewesen, vor der Ankunft der Truppen des Generals Molla nichts zu unternehmen, sonder« sich ruhig zu Verhalten. Die Regierung, die von diesem Plane unterrichtet worden sei, habe aber alle Madrider Kasernen von sozialistischen und kommunistischen Milizen umzingeln lassen und dann die Kommandanten aufgefordert, die Truppen aus den Kasernen heranzuführen, damit sie von den Milizen e n t w a f f n e t werden könnten. Auf die Weigerung der Offiziere hin seien dann die Kasernen von den Milizen angegriffen und bombardiert worden. Britische Proteste , Der britische Kvntreadmiral von Gibraltar protestierte bei General Franco gegen, die unverantwortliche Bombardierung von Schiffen in den Gemässem von Gibraltar und fügte hinzu, daß im Falle der Wiederholung solcher Bombardierungen Repressalien ergriffen werden. MÜrden. Ferner'wurde von englischer Seit« e n e r g i s ch erP r o t e st. gegen daS' Ueber- flirgen der Festungszone von Gibmltär durch spanische Flieger eingelegt. Generäl Franco hätte am MitNvoch Flugzeuge mit' dem Auftrage ettssnndt, drei-spanische Kriegsschiffe-ei Gibraltar zu bombardieren., Aus. Tanger wird, gemeldet,- daß der. inter-. nationale Kontrollausschuß vom General F r a n- c p dqs Versprechen der Neutralität für die Tanger-Zone, erhalten hat untsr deriVmaussetznng, daß sich auch'die Rcgierungsflotte, die-ini'Hafen hör Anker liegt, ähnlich verhalten.wird. Der Aus- schuß hat die Madrider Regierung ersticht;, ihre Kriegsflotte aus Tanger abzuberufen. Bisher, ist keine- Antwprt cingcgaugen.. Fliegerbomben j gegen britischen Zerstörer - Selle 2 Freitag, 24. Juli 1836 Nr. 171 zu dilettieren begann. Nun wird es Herrn Henlein so ähnlich ergehen wie Wallenstein— wenn man unsere Patentsudctendeütschen vor sich zu sehen glaubt, verliert Friedrich Schiller seine grauen Konturen: mit Brand ist die Blume fort aus Henleins Leben und nicht nur aus dem politischen; wobei freilich anders als zwischen Wallenstein und Max Piccolomini das Berhältniß zwischen Henlein und Brand durchaus kein väterlich-sohnhafte» war. Wer wird kiinftig— schon wieder Schiller! — Konrad Henlein lehren, Speere gegen d>e Marxisten werfen und die germanischen Götter ehren? Sein erster, treuester, einziger Konzipist ist-dahin und es wird ihm wenig frommen, daß er seht vielleicht eine Zeitlang noch auf den Sandner oder den Frank oder Weitz Gott wen kommen kann. lind diesem geschwächten, um die Möglichkeit der innigsten Kameradschaftsliebe gelommenen Henlein steht eine gestärkte Fronde von Rebellen und Oppositionellen gegenüber. Beleidigte Ehrenrichter, enttäuschte Akademiker, erwachende Arbeiter, desillusionierte Kleinbürger, mittig gewordene Amtswalter werfen einander die Bälle zu; Senatoren wüten gegen die»verhetzte Jugend"; der Verdacht der Käuflichkeit wird gegen die„besten" SdP-Männer von den treuen Kameraden ausge« streut; wider den Trommler steht der Pfeifer. Alle, so scheint es, kämpfen gegen alle. Nur daß hinter dem H aus Asch noch das H aus Braunau sich reckt, hält die Bataillone gesinnungsgemäß noch einigermahen zusammen. Aber, dah sie in diesem Zustand noch nennenswerte Schlachten schlagen könnten, ist schwerlich anzunehmen. Int sudetendeutschen wie im tschechischen Lager sind alle zu Partnern Ausersehenen sehend geworden. HenlelnS Lager, von innen auSgehöhlt, steht auf weiter sudetendeutsch-tschechoslowakischer Flur allein, mit einem Kommandanten an der Spitze, der„wegen ArbeitSüberbürdung" nicht auf Som« merurlaub gehen kann und also-schön im Lande wird zusehen müssen, wie eS um ihn herbstelt. Für viele, viele ist ein Blütentraum aurgeträumt und ernüchtert, zweifelnd, enttäuscht sehen die Illusionäre zum starken und gestärkten Lager der deutschen sozialistischen Arbeiter herüber, die von allem Anfang an den Henlein wie den Brand richtig einzuschätzen wustten. Noch riecht'S nach Brand, noch Ist erst ein Teil des SdP-Lagcrplatzes auSgebrandelt. Aber es wird und eS muh völlig abbrandeln. Im Zeichen der Verbrüderung „Peutsch-Oesterrelchlsches" Wien. 23. Juli. In den heutigen Vormittagsstunden wurden auf Grund der gestern erlassene» Amnestie aus den Wiener und niederöster- reichischen Gefängnissen über 408 politische Häftlinge, hauptsächlich National- sozialisten, aber auch einigeSozial« demokraten, freigelaffen. Darunter befinden sich der ehemalige Wiener Polizeidirektor Dr. OttoSteinhiiusl,Direktor Fritz Hamburger, der ehemalig« Redakteur der„Arbeiterzeitung" Sailer, Redakteur Felleis u. a. In den Nachmittagsstunden erwartet man die Freilassung von weiteren Häftlingen in der Zahl von ungefähr 1800. Sailers Enthaftung war bekanntlich längst fällig. Dah sie erst jetzt erfolgt, da auch der Hochverräter und Regisseur des DollsuhmordeS Steinhäusl freikommt, ist für die „Amnestie" bezeichnend genug. Du HlntartUrl Wien.(AN.) In einem amtlichen Kommentar zu der erlassenen Amnestie wird darauf verwiesen, dah die Amnestie einen deutlichen Beweis .für die Ronsblidierung des Staates darstellt. Es drücke sich darin die Kräft aus, welche es in Verfolgung der" Dollfuß-Politik zustande brachte, in der schwierigsten Zeit die Politik, die Moral und die Wirtschaft des Staates ein entscheidendes Stück dem gegebenen Ziele näherzubringen. Der Gnadenakt sei einer überlegten programmatischen Politik entsprungen, welche niemanden, welcher guten Willens ist, von der positiven Mitarbeit an den Zielen des Staates ausschliehen will. Sache der Begnadigten sei es, dafür den vollsten Beweis zu erbringen. Sollten einzelneBegnadigte aber in dec irrigen A n.s i ch t, der Gnadenakt sei ein A u s f I u h der Schwäche, neuerlich gegen das Wohl des Staates und der Bevölkerung arbeiten, werde die Staatsgewalt gegen sie v o r g e h en, wobei die nachgesehenen Strafreste Wiederaufleben. „DI* Wahrheit Uber Phönix“— 5 Jahre schwerer Kerker! Graz. Das Schwurgericht in Leoben verurteilte drei in der Papierfabrik in Pöls bei Judenburg beschäftigte sozialdemokratische Arbeiter wegen des Verbrechens des Hochverrates, weil sie Flugblätter der revolutionären Sozialisten mit der Ueberfchrift«Die Wahrheit über Phönix" verbreitet hatte». Der erste Angeklagte, Josef Bauer, erhielt ö Jahre schweren Kerker, der zweite, Karl Bock, 15 Monate, und der dritte, Simon Schlager, 12 Monate. Hitlerfeler— zwei Monate Arrest... 1 Bor dem gleichen Gericht hatten sich heute die zivei Nationalsozialisten Friedrich Jamnik und Peter Buchmayer wegen Hochverrates zu verantworten, weil sie am Geburtstage Hitlers einen nationalsozialistischen Appell veranstaltet^ und die verbotene Zeitschrift„Angriff" verbreitet und auch sonst seit dem Jahre 1888 eine illegale Tätigkeit entfaltet hatten. Sie wurden zu vier, bzw. zwei Monaten strengen Arrest verurteilt. Opfer der Versöhnung? Wien. Der nationalsozialistische Führer Konrad Rotter, ehemaliger Abgeordneter des Wiener Landtages und Inspektor der Kriminalpolizei, der bei dem Juliputsch des Jahres 1884 eine wichtige Rolle spielte und dann nach Deutschland floh, hat nach in Wien eingegangenen Nachrichten unweit München Selb st mord(?) verübt. Er wurde m i t durchschossenem Schädel tot aufgefunden. Ole„Tolerierten"— „Judenbiatter“ nach Deutschlandl Wien. Von Donnerstag ab wurden für den Verkehr nach Oesterreich folgende reichsdeutsche Blätter zugelaffen:„Deutsche Allgemeine Zeitung",„Berliner Tageblatt",„Berliner Börsenzeitung"„Leipziger Neueste Nachrichten" und «Essener Nationalzeitung". Die„Frankfurter Zeitung" war bereits vor einiger Zeit zugelassen worden. Nach Deutschland wurden folgende österreichische Blätter zugelassen:-„Neue Freie Pres.se",„Neues Wiener Journal",„Wiener Neueste Nachrichten",„Grazer Tagespost" und„Linzer Tagespost". Das Wiener Blatt„Volkszeitung" war bereits schon früher nach Deutschland zugelassen worden. «Lin Führerwort besteht“— und Illegale NSDAP auch! Berlin. Der„BölkischeBeobachter" veröffentlicht einen Aufruf der Leitung der österreichischen Nationalsozialist Ischen Partei Über das österreichischdeutsche Abkommen. Der Aufruf empfiehlt den österreichischen Nationalsozialisten, sich strikte an das Abkommen, zu halten und erklärt:„Wenn dauernder Frieden bestehen soll, ist es notwendig, mit der Existenz einer einheitlichen un« zerstörbaren nationalsozialistischen Bewegung und einer gemeinsamen Gesinnung in Oe st erreich zu rechnen." Die österreichischen Kreise in Berlin heben hervor, daß der Aufruf der Illegalen nationalsozialistischen Partei in Oesterreich m i t d e m Abkommen des 11. Juli d. I. schwer vereinbar ist, das eine Einmischung des Reiches in innerpolitische Angelegenheiten Oesterreichs verbietet. Ls zogen drei Jäger wohl auf die Pirsch... Wien. Der deutsche Gesandte von P a p e n wird sich in den nächsten Tagen als Gast des Grafen Almassy nach Ungarn begeben und gemeinsam mit führenden ungarischen Politikern an einer Hirschjagd teilnehmen. Und endlich die nackte Wahrheit: De rlin.(Havas.) Die Revue „Die deutsche Wirtschaft“, das offizielle Wirtschaftsorgan der deutschen Nationalsozialistischen Partei, würdigt das österreichisch-deutsche' Abkommen sol» gendermaßenr „Das österreichisch-deutsche Abkommen ist eine interimistische Lösung vor dem Anschluß. Dom militärischen Standpunkt bedeutet eS die Sicherung der deutsche« Verteidigung in de« Alpen, vom wirtschaftlichen Standpunkt bildet es den e r st e n Schritt zur Gründung eine- Mittel- und Südost-Guropa umfassende« Wirtschaftsreiche«." San Sebastian zurückerobert? ■ Hendaqe.(HavaS.) Seit 8 Uhr früh ist aus Spanien Ceschützfeuer vernehmbar. In: Laufe des Donnerstag hier eivaetroffene Flüchtlinge versichern, da die Stadt Dan S-bästian von Regierungstruppen erobert worden ist. Die Geschütze der republikanischen Truppen beschossen Mittwoch da» Kasino, in welchem sich die Faschisten verbarrikadiert hatten.Zahlrciche Faschisten wurden getötet, beziehungsweise verletzt. Vie Aufständischen melden: General Oueipo de Llano teilte in einer Proklamation u. a. mit, daß sich die Heerestruppe des Generals Mola fast in Sichtweite Madrids befinde. Nach einer Radio-Fühlungnahme mit dem General Franco habe sich das Gros und die Artillerie unter General Mola im Norden nach Madrid in Bewegung gefetzt. Dasselbe geschehe im Süden unter den: Befehl des Generals Franco. Zwischen, diesen Angriffstruppen befinde sich die Volksfront in Madrid. General Franco erklärte vor dem Rundfunksender in Ceuta, dah die Aufständischen bald in Madrid einmarschieren würden. Waffenkaufe in Frankreich? Paris. Dienstag sind in La Bourget zwei spanische Piloten gelandet. Trotz dem Dementi der spanischen Botschaft glauben die fraNzissischen Rcchtsblätter, daß sie mit einem Sonderauftrag der Volksfront-Regierung nach Paris kamen. „Echo de Paris" glaubt, die spanischen Piloten hätten die französische Regierung um die Lieferung von Waffen zwecks Niederschlagung der Aufstandsbetvegung ersucht. Die spanischen Flieger wollten 25 Bombenflugzeug«, mehrere Geschütze und 2886 Flugzeugbomben kaufen. Ferner sollen sie auch um die Erlaubnis zur Benützung der Flugplätze in Französisch-Marokko durch spanische Flieger.und um die Versorgung spanischer Kriegsschiffe mit Brennstoff angesucht haben. Lediglich das Ersuchen betreffend die Benützung der französischen Flugplätze fei bisher grundsätzlich abgelehnt worden. Blattermeldungen zufolge soll von Bayonne ein spanischer Dampfer mit Maschinengewehren an Bord nach Bilbao auslaufen. Ausweisung SU Nobles gefordert Paris. Die Kommunisten verlangen die Ausweisung des spanischen Führers der Rechtsopposition Gil Nobles aus Biarritz,, damit er nicht die Möglichkeit habe, von dort aus die Aufstandsbewegung der Faschisten gegen das spanische Volk zu leiten. Kirchen In Flathjnen^''Z’.Z Aus Billareal in Südporlugal wird gemeldet, daß in der Grenzstadt Avamonte eine schwere Schießerei zu hören sei und daß die größte Kirche der Stadt in Flammen stehe. Weiter wird aus H u e l v a mitgeteilt, daß dort alle Kirchen in Flammen stünden und Linkselemente die Wohnungen rechtsgerichteter Bürger plünderten und anzündeten. Washington. Das Staatsdepartement hat dem amerikanischen Dampfer„Exeter" den Befehl erteilt, sich nach Barcelona zu begeben und die amerikanischen Staatsbürger, welche Spanien zu verlassen wünschen, an Bord zu nehmen. 44 Wir suchen ein Land Roman einer Emigration Von Robert Gröfztch Copyright by Eugen Prager-Verlag, Bratislava. . Laska aber mußte an diesen frischen, klaren, hellen Auge», die lang und mandelförmig geschnitten schienen, Ivie er's bei Frauen mohammedanischer Malisoren gesehen, mußte an diesem Nacken, über den lockiges Haar fiel, an den leicht beschuhten kleinen Füßen und den Beinen, die man bis zur Wade sehen konnte, tuährend die Malisorinnen bis zu den Knöcheln in schwarzen Hosen steckten— er mußte an dieser Verführung vorbeisehen und zur Seite gehen, nach dir Herde unten schauen und denken, was nun ivirden sollte. Die Ora hatte seinen Traum erfüllt und die Weiße gesandt, sie konnte nicht wieder davonlaufen, wie sie gekommen. Er und sie waren einander bestimmt, nie ivieder würde so etwas erscheinen, und wenn sie ohne ihn gen Norden wanderte, müßte er immer mit schweren Füßen gehen, mühte er immer, immer an sie denken, und wer nicht daheim ist mit seinen Gedanken, den verderben die Miren, die Rache-Elsen, der bleibt mürrisch, unstet und ein« Last für alle, sagt ein altes albanisches Lied. Schon vier seines Stammes waren in die Welt hinausgezogen, zwei zu den JtaloS, einer weit übers große Meer, einer nach Norden in das Land, aus dem vor vielen Jahren neue Gewehre kamen — vor vielen Jahren, als noch jeder Albaner seine Waffe tragen durfte und kein König die Gesetze für alle machte und niederschreiben ließ, und Gendarmen in die arme Prokletija schickte, wenn keine Steuern gezahlt wurden. Kein Malisor mußte auf dem Bode» der Väter bleiben, wenn er nicht frei war, wie die Väter es gewesen... Er schob die Kappe in' die Stirn. und ging zum Feigenbaum. Im Schatten der gro ßen Blätter beschaute Eva ihre Kiesel. Laska sah, wie sie die Steine beklopfte, in die Sonne hielt, durch ein rundes Glas betrachtete und manchmal mit einem schönen, grün glänzenden Stift viele Zeichen in ein Buch schrieb.„Setz dich, Laska", sagte sie,„spiele mir ein Lied." Leise zitterten wilde und schwermütige Weisen über den Plan, fremd und fern im Tonlaut, wie sie es mitunter von exotischen Gauklern gehört, endend in lang emporgezogenem Laut. Eva fragte nach dem Text, aber viel konnte Laska nicht sagen. Es waren Lieder aus der Türkenzeit, Lieder von Krieg, Kampf, Blutrache. Immer trug man tote Malisoren heim und immer wurden sie gerächt. Und dann spielte er das Lied, das sib früh im Halbschlaf gehört. Es klang so leis und klagend, daß Eva die Steine fallen ließ und versunken sitzen blieb. Da sagte Laska:„Das war unsere Konga, unser Lied..." Und deutete auf seinen und ihren Leib. „Unsere Konga?" frug Eva und hört«, wie er zögernd erzählte: von einem jungen Malisor und einem weißen Mädcheck, sie sehen sich in Skodra und sie schenkt ihm ein Messer, die Ora schickt sie in die Berge zu ihm und nun ist sie hier... Ein beginnendes Lächeln blieb in EvaS Gesicht stecken: da war sie wieder, die seltsame Mär von gestern... Wie schade, daß ich ihn nicht verstehe, dachte Eva. Eine Weile schwiegen beide, dann sagte Laska:„Wie lange bleibst du bei unS?" Eva hatte wieder einige Steine in der Hand. «Ich weiß nicht, Laska..." Sie deutete auf ihre Schuhe. Noch könne sie da nicht hinein, aber bald, bald werde sie wieder davon müssen— wohin, das wußte sie selbst nicht. „Laska wird mit dir gehen", sagte er und sie erschrak.„Lafla wird mit dir in dein Land gehen." Das Volk, zu dem sie gehöre, müsse schön sein und glücklich. Eva schüttelte den Kopf.. Einige Male schon hatte sie das hören müssen, auf dem Marsch hierher, in jedem Hause, in' dem sie zur Nacht blieb. Sie wollte nicht daran denken, und nun mußte sie sprechen. „Laska, unser Europa ist reich an Gütern, arm an Glück, viele Menschen dort, die'nicht wissen, wohin und wovon leben. Arme und Bettler so viel wie in Skodra... In dem Lande, da ich zu Hause war, herrscht ein böser Geist, Lafla. Die Menschen bei uns werden von den Wundern auf- gekressen, sie sind blind, blinder als dein Oheim, irr und krank.. Viele, viele seufzen und flu chen ihrer Zeit und verderben in Kerkern und möchten arm in euren Bergen leben, wenn sie hierher könnten..." So sprach sie und noch mehr und hatte sich halb aufgerichtet. Ihre Stimme war leise geblieben, aber ihr Gesicht war gerötet. Und als sie ihre Stimme zum Flüstern dämpfte, fühlte Laska einen wohligen Schauer: nie hatte er eine Frau so gesehen. „Lafla I" Der Oheim stand vorm Hause. Oben, am Busche, sollte eine alte Buche umgelegt werden. Mußt« die Sonne noch höher steigen? Zorn saß in den Brauen des Alten. War es eine Art, so bei einem fremden Weibe herüm^ zuhocken? Wenn einer schon mit/der Kaval im Gürtel aufwuchs— das gab keinen rechten Malisor... Mochte er, wenn er älter war, der Jugend alte Heldenlieder zur Lahuta singen, wie die montenegrinischen Guslaren— jetzt sollte er sich umS Vieh kümmern und um Männerdinge. Langsam schlenderte der Alte zum Hange hinauf und begegnete£em Bajraktar Markus. In einem Sack schleppte er Steine und trug sie zu- der fremden Frau. Sterne.mit roten, und silbernen Spuren, vom Boden seiner Sippe. Die Fremde wußte um.di« Geheimnisse der Felsen, mochte'sie auS den Steinen deuten, ob es richtig war, was di«-Alten erzählten:/Gold nnd^Silber lägen!» der Malcija verborgen,- die• armen Malisoren seien reich und wüßten es nicht.., XVI. Kapitel. Di« Tage schwanden Eva dahin wie ein Hauch von Sonn« und blauen Himmel, Seit Monaten lechzte die auSzetrocknete Malcija nach Regen. Selbst der Schatten des Feigenbaumes wurde zu warm. Die Morgen waren klar, dann begann das Gestein zu singen und das Bild ringsum zerfloß in flirrender Glut. Manchmal faßen Frauen aus anderen Siedlungen am Fei«' genbaum, sahen mit ewigem Staunen zu,: wie Eva dort ihre Mahlzeit hielt, weil es ihr im Hause zu dunstig- Ivar, wie sie die seltsamen Büchsen öffnete, in denen stemdartiges Fleisch und unbekannte Genüsse aufgespeichert lagen. Sie lud zum Mittagessen ein, aber die Frauen kosteten nur. Bom Gast durftg man nicht nehNien. Und manchmal.kamen Männer, von Malaria geschüttelt und baten: ,„Medizin«..." Die fremde Frau hatte Zaubermittel, braune und Weiße Pülverchen, die schluckte man und eS wurde besser. Und dann sah man sie wieder im Spiel mit'ihren Steinen. War es richtig, war man im ga'izen Tal flüsterte: sie suchte Gold, und Silber'und den Schatz, von dem die Alten manchmal erzählten? Aus den Bergen herab schlenderten zerlumpte Hirte», brachten Steine,..in denen sie etwas glitzern sahen, waren enttäuscht, wen» Eva sagte, es sei nichts und nur ftemde Worte für das Gr» Cere wußte. Und aus den benachbarten Tälern en Frauen,, brachten rotbunte Klumpen und silbrig glitzernde; ein fleiner■ Haufen türmte sich geben Evas Flechthütte. Durch ihr Glas sollt« sie in die Steine schauen, mußten ja Schätz« hieb im Gebirge-liegest,'warum, sonst hatte Gott di«-armen Malisoren gerade in diese unfruchtbaren Felsen gebannt? Wie.ein Traum zerfloß ihr das alle» in Hitz«, Fliegenplage und dumpfer Müdigkeit. Die, Füße wären ausgeheilt,. sie konnte weiter wandern, hinauf-gen Norden, wo'das Wasser herkam und die weißen Kalksteinflächtn leuchteten.-■• (Fortsetzung folgtjr„ Nr. 17t Freitag, 24. Juli 1986 Seite 8 WWWWWWWWW Zeitspieget Kleine Besserungserscheinunsen in der Wirtschaft Die Zentralsozialversicherungsanstalt veröffentlicht soeben den Stand der Versicherten im Juni 1986. Danach waren zu dieser Zeit bei ihr 2,864.064 Personen krankenvorsichert. Vergleicht man die Ziffer mit der analogen des Vorjahres (2,219.488), so kann man feststellen, daß im Juni des heurigen"Lahres um 18 4.6 29Personen mehr kranken- versichert, also auch mehr beschäftigt sind. Bringt man das in Beziehung zur Arbeitslosenziffer, so kann man folgendes feststellen: Im Juni 1986 gab es 568.970 Arbeitslose, im Juni 1985 605.956, Heuer also um 89.086 weniger. Di« Zahl der Beschäftigten hat also in einem Jahre um 184.629 zugenommen,(jener Beschäftigten, die bei der ZSBA versichert sind, waS also nicht zutrifft auf die Angestellten, Staatsangestellten und Staatsarbeiter), die Zahl der Arbeitslosen nur um 39.986 abgenommen. Wieder kann man also die Beobachtung machen, dah die Zahl derBeschäftigten seit einem Jahr rascher st eigt, als die Zahl der Arbeitslosen, ab nimmt, d. h. also, es werden Leute beschäftigt, die vorher nicht arbeitslos gewesen sind(vor allem die jüngeren Jahrgänge). Anders schaut die Sache aus, wenn man die Zahl der Beschäftigten und Arbeitslosen deS Juni 1986 mit dem Mai 1986 vergleicht. Im Mai betrug die Anzahl der Krankenversicherten 2,295.211, im Juni 2,854.064. Die Zahl der Beschäftigten hat also in dem einen Monat um,58.858 zugenommcn. Die Zahl der Arbeitslosen betrug im Mai 1986 687.885, im Juni 565.970, die Zahl der Arbeitslosen hat also in dem einen Monat um 71.415 abgenommen. Bei diesem Vergleich sehen wir wieder die entgegen- „Wo hat Konrad Henlein die Wahrheit gesagt?** Wie der Karlsbader„Bolkswille" erfährt, hat in Plan am 9. Juli die Disziplinarverhand- lung gegen den OrtSleiter der SdP Fehr statt- gefunden, der kurz vorher seines Amtes enthoben worden war. Im Laufe der Verhandlungen stellte der Beschuldigte die unangenehme Frage, w o 4.j,L5 n.tN heit gesprochen habe, rn L o n d o n oder in Eger? Seine Richter—* erste Funktionäre der Gauleitung Marie»bad— wußte» darauf nichts zu erwidern und halsen sich dadurch auS der Verlegenheit, dah sie die Verhandlung abbrachen und erklärten, dah man dem Beschuldigten die Entscheidung schriftlich bekanntgeben werde. Dabei, hatte man schon zwei Tage vorher in der Gauleitung ausdrücklich den Aus- fchluh Fehrs beschlossen; angesichts des Verlaufes der Verhandlung getraute man sich dann aber doch nicht, Fehr, der im Bezirk einen beträchtlichen Anhang hat, auSzuschliehen. Vertrauenskundgedungen für Greger und Älter Aus dem Karlsbader Wahlkreis erhielt Senator Greger ein von Vertrauensmännern der Bezirke Karlsbad, Neudek, GraSlitz, Elbogen, Asch, Petschau, Eger, Wildstein, Falkenau, Luditz, Plan und Joachimsthal unterzeichnetes Schreiben, gesetzte Erscheinung, dah nämlich von Mai bis Juni die Zahl der Arbeitslosen stärker abgenommen hat als die Zunahme.der Beschäftigten beträgt. Das kann daher kommen, dah ein Teil der neu beschäftigten Personen nicht bei der ZSVA, sondern bei der Pensionsanstalt und beim Heilfonds krankenversichert ist oder dah Arbeiter bei der Krankenversicherung.nicht angemeldet werden. Immerhin beweisen auch dies« Ziffern eine leichte Erholung der Wirtschaft und eine besser« Beschäftigung. Der Prager„Bärsencourier" meldet, daß in den Glasfabriken Moser A.-G. in Karls- bald-Maierhöfen sich gewisse BesserungSerschei- nungen bemerkbar machen, die in einer stärkeren Beschäftigung als im Vorjahr zum Ausdruck kommen. Die Belegschaft wurde um etiva 90 Arbeiter erhöht, die bloh fallweise auf kurze Zeit ausgesetzt werden. Zur Besserbeschäftigung gesellen sich auch bessere Preise, die vom Auslande bewilligt werden. Die Umsätze im Detailverkauf sind gegen das Vorjahr um etwa 80 Prozent gestiegen. Während die Firma im Vorjahre noch mit Verlust gearbeitet hat, wird daS heurige Lahr wohl ohne Verlust abschliehen. Dieselbe Zeitung meldet von einer guten Beschäftigung der Ascher Handschuhindustrie, die auf drei bis vier Monate mit Aufträgen versehen ist. Auch in Kunstseidenartikeln ist die Beschäftigung der Ascher und Flcihener Fabriken gut, eS sind bereits Auftragsbestände in Winterware zu verzeichnen. worin er gebeten wird, sein Mandat nicht zuriick- zulegen und er der Verbundenheit der Wählerschaft versichert wird. Bei der Gautagung der Deutschen Arbeitcrgewerkschaft in Komotau wurde der Arbeitervertreter Ferdinand Alter mit großen Ovationen einmütig zum ersten Gauleiter gewählt. Borsprache der Aerzteorganisationen leim Gefundheitsminister Dr. L. Czech. Die Vertreter der ärztlichen Organisationen„Ustkednk jebnotä Lsl. lökarü" und"„Reichsverband der"deutschen Aerztevereine" sprachen Dienstag, den 14. d. M., beim Minister für öffentliches Gesundheitswesen, Dr. L. Czech, vor und besprachen mit ihm wichtige Fragen deS Gesundheitswesens. Bei dieser Gelegenheit überreichten sie ihm eine Denkschrift, die ihren Standpunkt zum 8 9-Absatz 4 des Gesetzes vom 14. April 1920, Zl. 303, Slg. d. G. u. über Zahnheilkunde und Zahntechnik enthält. Der Minister erklärte, dah er nach Prüfung dieser Denkschrift zur Sache Stellung-nehmen wolle. Im Verlaufe der Unterredung betonte der Minister die Notwendigkeit der innigen Zusammenarbeit des Gesundheitsministeriums mit der Aerzteschaft und erklärte, dah er dieser Zusammenarbeit einen sehr großen Wert beimesse. Die Vertreter der beiden Aerzteorganisationen dankten dem Minister für seine Ausführungen und insbesondere für seine Bereitwilligkeit,, sie jederzeit zu empfangen und mit ihnen die aktuellen Fragen des Gesundheitswesens zu besprechen. Dr. Brand verschwindet Die SdP verlaubart offiziell: „Dr. Walter Brand ist am 22. Juli von einer kurzen Alpenreise, die er nach der Niederlegung seiner Armier angetreten hatte, zurückgekehrt. Er stellte fest, daß er nach wie vor Gegenstand von Angriffen In der Oefsentlichkelt ist, di« Ihn al» Störer der sudetendeutsche» MnigungSbestrebun- gen hinstellen. Dr, Brand ermächtigt di« Pressestelle der SdP, bekanntzugeben, daß er in Konsequenz seine» am 11. Juli gegebenen und von Henlein angenommenen verzichte» auf seine Aemter stch entschlossen hat, au» dem öffentlichen Leben auszuscheiden, um nicht den Borwand zu bilden, daß an seiner Person di« am 19. Mai 1985 in Erscheinung getretene Einigkeit de» Siidctcndeutschtum» zerbrochen ist. Bei seinem Abschied hat Henlein seinem lang, jöhrigrn treuen Mitarbeiter herzlich und aufrichtig gedankt." Wehrenfennlg mit dem Ehrengericht solidarisch Die„Neue Morgenpost" veröffentlicht im Faksimile einen Brief, den der Pfarrer Wehren- fennig an den Vorsitzenden des Ehrengerichtes Über Brand, Inspektor Sasum, gerichtet hat, und der eine volle Solidaritätserklärung enthält. Der Brief ist eine neu« Ohrfeige für H e n- lein, die um so kräftiger sitzt, als Wehrenfennig «ine- der bekanntesten und einfluhreichsten Persönlichkeiten im völkischen Lager und im Bund der Deutschen ist. Der Brief lautet: Leonsteln, 21. 7. 36. Herrn Inspektor Franz Eduard Sasum, Prag!. Sehr geehrter Herr Inspektor! Ich danke Ihne» herzlich für Ihr au»führ- , lichcS Schreiben vom 17. 7., manche» von den Vorgängen in der Heimat hatte ich schon au» Zeitungen erfahren. Ich gebe Ihnen gerne auch dl« schriftliche Bestätigung, daß ich nach unserem letzte» Beisammensein im Dachgartensaal au»drllcklich di« anderen 4 Ehrenrichter bevollmächtigt habe, fall» bringende Entscheidungen wegen Wiederausnahm« gestellt werden, diese zu prüfen und auch für mich mitzuprüfen, und daß ich insbesondere Sir als drn'vor-" fitzenden ermächtigt habe, mich zu vertreten und für mich zu stimmen. Diese Erklärung genügt hoffentlich. Wir 8 Ehrenrichter waren in allen Stücken voll und ganz einer Meinung und werden»«»auch fetzt nicht trennen lassen. Wa» ich bi» jetzt über Ihre Maßnahmen " in der Zeitung gelesen habe, findet meine voll« Zustimmung. Mit herzlichen Grüßen, auch an di« anderen Herren, bin ich Ihr treuverbundener Gottfr. Wehrenfennig. • Professor Greger antwortet auf den Brief, den Professor S p a n n an die Mitglieder de» Ehrengerichtes verschickt hat. Greger weist die Angriffe Spanns entschieden zurück. Da» Ehrengericht habe sich nicht mit der Richtigkeit der Spannschen Lehren besaht, sondern nur festgestellt, dah der Großteil des Sudetendeutschtums diese Lehre ablehne und dah ihr« fortdauernde Propagierung durch Walter Bränd die Einheit der SdP gefährde. DaS Ehrengericht habe nichts zu«' rückzunehmen, Vie Opposition in der SdP Im Karlsbader Bezirk Der Ortsleiter der SdP in Karlsbad, Otto Hlltil, hat sich mit Rücksicht auf die auch im Karlsbader Kreis immer stärker sich bemerkbar machende Abfallbewegung in den Kreisen der Mitglieder der SdP veranlaßt gesehen, eine öffent« I i ch e A u f f o r d e r u n g an die Mitglieder der Organisation Henleins im Bezirke KarlSbaü zu richten, au» welcher hervorgeht, dah in der letzten Zeit den Mitgliedern.L i st e n zur Unterfer« tigung vorgelegt werden/'deren Text sich für Rudolf Kasper,- und g e g e n Dr. B r a n d u nd K o n r a d Henlein wendet.„Ich mache alle Kameraden und Kameradinnen darauf aufmerksam", verkündet der Ortsleiter Hüttl,„dah dies« Aktion von disziplinlosen- und anonymen Elementen ausgeht und ohne meine Billigung erfolgt. Wer-diese"Listen wissentlich unterschreibt, von denen einige nicht zurückschrecken(man beachte den Stil. D. Red.) versteckt sogar unseren Führer Konrad Henlein anzügreifen, der setzt sich der Gefahr aus;" aus unserer Bewegung ausgestohen zu werden. Unsere Bewegung und ihr Führer Konrad Henlein.ist uns allen h eil"! g, denn wir wissen, dah wir einig bleiben müssen!" Trotzdem ist zu sägen, daß die Ereignisse der letzten Wochen wie anderswo auch im Karlsbader Kreitz ihre Auswirkungen nicht verfehlt haben und' dah auch hier die ZerfallSerscheinUnhen innerhalb der SdP ständig Vilker, kill die Signale...I Es war im Sommer 1917. Tagelang waren wir in rücksichtslosen Gewaltmärschen hinter den zurückweichenden Russen her gehetzt worden, und wir waren sehr froh, als wir endlich den Befehl erhielten, Schützengräben auszuwerfen. Unsere Kompagnie ging am Ostrand eines langgestreckten Dorfes in Stellung. Die Gräben der Russen waren etiva vier-, fünfhundert Meter entfernt. Unser Gruppenführer war der Unteroffizier Becker,«in gutmütiger, anständiger Kerl, den alle gut leiden konnten. Etliche Tage, ehe wir von der Westfront nckch' dem Osten transportiert wurden, war sesn So.hn zu--.unserer Kompagnie verseht würden."nicht"zu beschreiben die Freude des Alten, als der Koyipagnieführer den-Rekruten Felix Becker der-Grupp'« feines Vaters zuteiltel Wenn dienstfrei- war und der altß Becker nicht gerade Karten spielte— was er leidenschaftlich gern tat—-, dann sah er mit seinem Jungen zusammen, und sie erzählten von Muttern, von ihrem kleinen Garten, bericten. wie sie ihr Häuschen anstreichen sollte», und eine kleine Kaninchenzucht wollten, sie änlegen....... Es war eine" ganz, ruhige Stellung, in der wir.lägen. Hin und wieder schoh die deutsche Artillerie.ein paqr Granaten hinüber in den Wald, uitd die.russische» Kanonen"antworteten mit ein paar Schüssen, die ins das Dtzrf hinter unseren Gräben gingen und stn» nicht" weiter störten. Vorn in den Jnfänteriestellüngen schoh überhaupt niemand," weder wir,, noch die Russen. Unsere Regierung wollte""zwar die Ukraine» aber daS inter essierte uns gar nicht, wir wollten nur Ruhe und Frieden..Und«S war uns sehr lieb, daß die russisch« Infanterie auch so gescheit war, auf kriegerische Lorbeeren keinen Wert-zu lege». Man konnte sich kaum eine bessere Stellung wünschen. Aber wie'S der Zufall manchmal will— unsere Gruppe sah gerade hinten im Dorf beim Kartoffelschälen, da erwischt eine Schrapnellkugel den Felix. ES war ins Genick gegangen, und er war sofort tot. Der Sanitäter wurde gerufen, er stellte trocken und nüchtern feste„Der hat's geschafft." In diesem Augenblick kam der alte Becker. Er blieb eine Weile aufrecht,- unbeweglich neben der Leiche seines einzigen Kindes stehen. Dann sagte«r ruhig:„Und dafür habe nch nun mein ganzes Leben lang geschuftet! Daß es mein Junge mal leichter haben sollte als ich..." Langsam fniek er neben seinem Sohn nie« der und gab ihm einen Kuh auf die Sttrn. Langsam stand er wieder auf und ging weg.. Er war fürchterlich bleich, und seine-Gefaßtheit hatte etwas Unheimliches.— Am Abend zog unsere Gruppe auf Feldwache. Man hatte dem alten Becker angeboten, er solle bis zur Beerdigung seines Sohnes keinen Dienst machen, aber er hatte abgelehnt. Es war eine wunderschöne Sommernacht, Heller Mondschein, und.alles war so still und friedlich. ' Da spielt auf einmal, da drüben eine Geige. Zuerst dachten wir, wir Härten Gespenster. Aber eS wurde immer deutlicher. Unsagbar traurige! sehnsüchtig«. Melodien. ES war wie«ine Totenfeier für den armen Felix.. Irredentlstlsche Wanderbrüder Kattowitz. Gelegentlich der gerichtlichen Untersuchung gegen die verhafteten Mitglieder der vor einigen Monaten aufgelösten irredenti- stischen deutschen Organisation in Polnisch-Oberschlesien stellten die oborschlesischen Sicherheitsbehörden fest, dah eine Reihe von anderen deutschen Organisationen auf dem Gebiete Oberschlesiens in engster Verbindung zu dieser irre- dentistischen Organisation standen. U. a. hat auch die deutsche Organisation obcrschlcsischcr Wanderbrüdcr, welche in Polnisch-Obor- schlesien mehrere tausend Mitglieder zählt und statutenmäßig rein sportliche Ziele verfolgen sollte, statt dessen eine irredentistische Propaganda entfaltet. Die Polizeidirektion in Kattowitz ordnet« infolgedessen die Auflösung dieser Organisation auf dem Gebiete Polnisch-OberschlesienS an. Bomben gegen Kinder Jerusalem.(Reuter.) In Tel-Aviv wurde eine Bombe in die jüdische konfessionelle Schule geschleudert. Bei der Explosion wurden sieben Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren verwundet; zwei von ihnen wurden in das Krankenhaus geschafft. Herr bester beeilt sich nicht Der englisch-französisch,portugiesische Dreier« Ausschuß wird sich wahrscheinlich erst in einer Woche mit der Danziger Frage befassen, da der Hohe Völkerbundkommissär in Danzig, Lester, erst in einigen Tagen seinen Bericht erstatten wird. Verschütteter Bergniann. Aus Falkenau a. d. Eger wird uns gemeldet: Während der Arbeit löste sich in einer Kohlengrube«ine größere Kohlenschicht und stürzte auf den Bergmann Josef Schreier aus Königswerth, der dadurch so schwere Verletzungen erlitt, dah sich leine Ueber- führung ins Falkenauer Krankenhaus als notwendig erwies. Todesopfer der Straß«. Vor einigen Tagen wurde die dreijährige Pauline Urban in D r a h o- w i tz beim Ucberqueren der Straße von einem Motorradler erfaßt und niedergestoßen, wobei die Kleine eine Platzwunde am Kopfe erlitt, die ihre Ueber- führung in» Krankenhaus erforderlich machte. Dort wurde festgestellt, daß das Kind auch einen Schädelbruch erlitten hatte, aber auch eine sofort vorgenom- mene Operation vermochte das Leben der Dreijährigen nicht mehr zu retten: da» Kind ist nunmehr an den erlittenen Verletzungen gestorben. Sowohl gegen" den M o t o r r a d f a h r e r, al» auch gegen die M u t t e r des Kindes wurde die Anzeige erstattet, gegen die Mutter deswegen, weil sie es an der genügenden Aufsicht des Kindes hatte fehlen lassen. Der OeNossovaka Laborista Asoeiv Esperantist»" (Tschechoslowakischer Arbeiter-Esperantistenbund', Sitz Aussiga. E.(Fünfhaus 5),ladet zur Teilnahme an seiner 5. Jahreshauptversammlung ein, welche am Sonntag, den 2. August 1986, uni halb 11 Uhr vormittags im Gasthaus„Hieke" in RöhrSdorf bei Haida stattfindet. Tagesordnung: Eröffnung und Begrüßung. Verlesen der letzten BerhandlungSschrist. Wahl des VorschlagSaus- schusse»(Proponenten). Berichte der Funktionäre: a) Vorsitzender, b) Schriftführer, c) Kassier, d) Bezirke, Gruppen, Delegierte usw- Wahl de» Bundesvorstandes. Bestimmung de» Ortes fiir di« nächste Jahresversammlung. Freie Anträge. Verschiedenes. Anträge mögen bi» spätestens 28. Juli an die Bundesleitung schriftlich eingesendet werden. Der Bundesvorstand. Heulen hätten wir können, so traurig war es. Und vor Wut, dah man hier drauhen stecken muh, und daheim... Nach einer Stunde ungefähr hörte der Russe auf mit Spielen. Eine Weile war cs wieder ganz still. Auf einmal klettert der alte Becker aus dem Postenloch und stellt sich oben hin. Und fängt an, laut zu singen: „Wacht aus, Verdammte dieser Erde..." Zuerst waren wir erschrocken und wollten ihn wieder in den Graben zurückziehen. Sich bei dem Hellen Mondlicht in voller Gröhe da oben hinzustellen, dah man ihn wer weih wie weit sehen konnte, das war denn doch ein bihchen leichtsinnig. Aber kaum batte er eine Zeile gesungen, da spielte drüben die Geige die Melodie mit. Ganz eigenartig war das. Und als der Refrain kam: „Völker, hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht! Die Internationale Erkämpft daS Menschenrechts"— da begannen einige Russen mitzusingen. Beim nächsten Vers aber, da sangen da und dort. auch schon einige Deutsche das verbotene Lied..". In jener Nächt unterließ es der Bataillonskommandeur, wie Üblich die Feldwachen zu kontrollieren und zu schikanieren. Am nächsten Vormittag wurde der Unteroffizier Becker verhaftet, und am Abend muhten wir die Russen angreifen. Doch keiner von unserer Gruppe hat je diese Nacht vergessen. Bruno Bogel, Seife 4 Freitag. 24. Juli 1936 Nr. irr Grateikfllm?: Nein, Wirklichkeit!, Während England. auf der einen Seife die alten Kostüme und Sitten zähe fest- hast ustd die, Minister und Richter, die Bürgermeister und Parlamentsbeamten, tu Kniehose und PerUcke.äufmärschieren läßt, trägt der Hof modernste Kleidung/ Der„K ö u i g in Zivil" aüf dem Th r o n, Hofknix Und.befrackte.Zeremonienmeister,.die-wie BerwaltungSräte anrsehcn— das ergibt ein wahrhaft groteskes Bild, würdig einer Mark Twain'schen Humoreske! AAesnemgkeiten. Wo es Klassenkampf gibt— Immer für die Reaktion I Das könnte der Wahlspruch der sudeten- deutschen Biirgcrprcssc sein.. Die Ereignisse in Spanien oder vielmehr das Echo, das sie bei den sndefcndenfschcn Bürgerzcifungen auslösen, beweisen es wieder einmal. Die Schriffleifer sind anher Rand und Band über die Greuel, nicht etwa der spanischen Konterrevolution, sondern des„Pöbels", der„roten Garden", der „5lommune" und Ivie man die spanischen Republikaner sonst noch titnlirrt. Die nackten, aller Welt bekannten Tatsachen, daß eine verbrecherische Soldateska, die wahrscheinlich von ausländischen Mächten bezahlt wird, Farbige und Fremdenlegionäre gegen die Bürger des eigenen Landes hetzt, eine ganze Nation zn vergewaltigen sucht, die Städte der Heimat mit Granaten beschießt und mit Bomben belegt, daß eine heimtückische Bande von Verschwörern ohne jeden triftigen Grund die große Mehrheit der Nation Ihrem Diktat zn unterwerfen sucht, daß diese Nation, Arbeiter, Bauern, Intellektuelle«nd Kleinbürger, sich tapfer und aufopfernd wehrt, alle diese Tatsachen iuerden verwischt, verfälscht, ins Gegenteil nmgelogen. Da liest man vom Wüten derStand- gerichte— aber nicht der Generale, die sich widerrechtlich zn Richter« aufwerfen, sondern der ordentliche», von der Regierung in Notwehr berufenen Gerichte über die Friedensstörer. Da liest man von den Plündernngen.— nicht der Mulatten und Fremdenlegionäre, sondern der Arbeiter. Da liest man von B r a n d- stiftnngen— nicht etwa der Generäle, die rin ganzes Land in Brand stecken, sondern der „roten Garden", da regnet es Grcuellcgenden, die aus den obskurste» Kanälen kommen und bald wird die berüchtigte Lüge von 1834, die „geblendeten Kinder von Asturien", wieder auftauchen. Alle» anderen Blattern weit voran ist diesmal die„B o h e m i a". Das altehrwürdige Vehikel, das schon durch die Karlistenkrirge gesteuert ist-und sich der Zeitgenossenschaft mit 1848 nnd mit der Pariser Kommune rühmen darf, zeigt sich verjüngt und lebfrisch in dem Eifer, das spanische Volk«nd die spanische Republik zu schmähen. Dabei kann man nicht-einmal von einer reinen. Klaffenfolidaritat sprechen, denn selbst rin Großteil der spanischen Bourgeoisie, vor allem das kleine und intellektuelle Bürgertum, ist republikanisch, steht in den Reihen der tückisch Ueberfallencn nnd stellt bekanntlich eben jene republikanische Regierung, die von der „Bohemia" beschimpft, wird. ES ist die p« r e und stureSympathie mit jeder Art von Reaktion, Konterrevolution, Säbelherrschaft«nd Kanonensprachc, die das sudetendeutsche Schrifttum erfüllt nnd insbesondere den Geist der Prager Liliengasse ansmacht, wo man die Lilie der Bourbonen hochhält und sich uicht schämt, den heldenmütigen Freiheitskamps eines Volkes gegen eine Kaste von Schmarotzer» und Blnthnndcn mit Pfiffen, Schmährufen und .Hohngelachter zn begleiten! Innenministerium gegen Brotverteuerung. Die Bäcker, die seit dem Bestehen des Getreidemonopols auf eine Erhöhung des Brotpreises drängen, haben jetzt neuerlich ihre einschlägigen Forderungen vorgebracht, nnd zivar diesmal beim Handelsministerium, wiewohl über den Brotpreis die Entscheidung dem Innenministerium zusteht. Die Bäcker verkünden, daß zum jetzigen Mehlpreis noch ein Betrag von 125 KL pro Meterzentner als Regiedeckung zugeschlagen werden müsse, ilnter Berücksichtigung dieses Zuschlages lvürde sich der Preis des Schwarzbrotes von den bisherigen rund 2.20 KL pro Laib auf 2.86 KL erhöhen. Denigegeniiber beharrt das Innenministerium auch tveiterhin auf der Beibehaltung des bisherigen Preises, so daß eine Brotverteuerung vorderhand nicht in Frage kommt. Kinderlähmung! In Westmähren-sind in den Bezirke» Daöice und Tl-eöt In vier Gemeinden vier Fälle einer gefährlichen Epidemie von Kinderlähmung ausgetreten. Die erkrankten Kinder, wurden im Jglauer Krankenhaus isoliert. Nun forscht man nach, woher die Epidemie in die Gemeinden eingeschleppt wurde. Bajonett zieht den Blitz an. Während eines heftigen in der Nähe von PanLcvo wütenden Gewitters schlug der Blitz in das Gelvehr eines au' Wache stehenden Soldaten ein. Der Soldat wurde getötet, fünf andere Soldaten wurden durch den Blitz betäubt und verletzt. Sie wurden in das Militärkrankenhaus in Belgrad gebracht! Tödliche Insektenstiche. In Gmunden wurde die Gattin des Direktors Schäffer aus Wien von einer Biene am Kopse gestochen und ist kurz darauf gestorben. In Krumpendorf in Kärnten, wurde Mittwoch die Frau des Tischlers Klavor von einer Horniß gestochen und starb trotz sofortiger ärzt- tichec Hilfe in einigen Minuten. ■' Zur Verhaftung der Witwe Mühsam« in-der USSR. Die Nachrichten über die' Verhaftung der Witwe des ermordeten Schriftstellers Mühsam bestätigen sich. Es wird ihr nachgesagt, daß sie das Asylrecht im Dienste von Feinden. der USSR mißbraucht.und ihren Aufenthalt zur Schaffung von Verbindungen mit Trotzlisten ausgenützt habe. Sie wird'-aus der USSR ausgewiesen werden.; . Uebcrfiillig. Der große chilenische Dämpfer „Don Carlos'.", der.der„Campania" Carbonifcra de Lota" gehört, ist seit dem schweren.Sturm am Montag nördlich von Valparaiso verschollen. Tor- pedobootzerstörer haben bisher erfolglos Nachforschungen angestellt. Man befürchtet,. daß der Dampfer m i-t 5 4-Ma n n Besatzung g e"- s ü nlkw.n'i ist. Taifun über Japan. Im Westen Japans hat ein schwerer-Taifun gewütet.In Kiüschiu ist.der gesamte Verkehr-stillgelegt wdrden. Auf'weite Strecken hin find Straßen, Eisenbahnanlagen und Ueberlandsleitungen. zerstört. Mehrere hundert Häuser stürzten.«in;-"Bir jetzt'wurdenfünf Tote" Md 48 Vermißttz. gemeldtztMnter^den^BermKen befinden sich'38 SchulmädchH., MehreresOrjschaf- ten /sind> völlig" überschwemm^.' Auch der.Schlffs- verkehr hat. schwer!gelitten. Der Taifunwandert in westlicher Richtung weiter und'hat-bereits Korea- erreicht,- woher"" schon- beträchtliche Schäden gemeldet werden.—:" Jm Hafen" von Nägasaki'siNd vier- Fischerdainpfer'gestiNken/Jn Fukuoka wurden 14 Motorboote von-den Ankertauen' loSgeriffen. Fünf dieser Motorboote sind.gesunkene Außerdem werden-16 Schiffe vermißt. In Nagasaki sittd-BO Häuser eingestürzt" oder beschädigt und. 294 Häuser überschwemmt-worden. Ein U-Boot würde beschädigt.'■ Die letzten Attentate auf englische Herrscher! DaS letzte Attentat, vor. dem jüngste,»,/auf. ein gekröntes.Haupt ist" auf englischem Boden vor über einem halben Jahrhundert, am 2. März.1882 aus Queen Viktoria verübt worden.. Der Täter, hieß Rodcr.ick Maclou und war ein Geisteskranker. Das Attentat spielte sich bei." der" Rückkehr der Königin nach London auf dem Windsorbähnhof ab; die Königin blieb unverletzt.- Uebrigens war Queen Victoria während ihrer- langen Regie» rungSzeit.fünfmal das Ziel von Anschlägen. denen sie jedesmal wie durch ein Wunder etztging! Im Ausland-dagegen"spielt das Attentat, das auf Eduard" VII. am 4.-April 1980 verübt"wurde. Er- wär damals noch Prince os Wales und- auf einex Reise nach-Dänemark, über Belgien. Auf dem Noxdbahnhof. in Brüssel schoß-ein 15jähriger. Junge namens Sftida mehrere Schüsse, aus einem Revolver gegen-den-Wage« ab,. in dem" sich das Prinzenpaar befand, Spida erklärte seine Tat als Protest gegen" die von den Engländern verübte» Grausamkeiten!im Burenkrieg,-Mit-Rücksicht, auf seine.-Jugend wurde er nur-zur Sicherungsverwahrung bis.zur Mündigkeit-> verurteilt. Auch dieses Attentat. ging-fehl. Im Schlosse von Wind- sor befindet-sich'Noch heute leine-der Kugeln, die Spitzst abgeschossen,hätte.-Eduard- VH.chatte sie als. Andenken-! mitgenommen,.". sie in ein" Blatt. Papier eingewickelt,-' und-.mit eigener-" Hand"vermerkt: nKUgelvönSpida.,Brüssel, April 1988.". Nonstop-Flnsüber v374Kil»meter. Das russische Flugzeug„Ant 26", bnä zu Wochcnbcginn zu einem"Nönstöpflug'nach Ostsibirien' gestartet-wär, laUdet'e-Mtttboch'tim 18.45 Ikhr-MoSkäuer Zeit West« lichi von Nikolästwfl bist Ätnü.r,- ustd'-ztvar äiif-'eiste^r" kleinen Ausel^istsder Nähe'der Küste. Das- Flugzeug >pyr-55 Stunden 28'Minuten-iin derLüft/ wobei'-es Mlöryeter zürüiklegte. Hievon.entfallen- Mktl Kilometer äufttzie vorgeschriehene" Fluglinie und 689. Kilometer.auf den llmwcg,-den-das Flugzeug Wege»; eines Äyklöns-machen! mußte.,' Besonders'schwierig! wär" der" Flug" über das StaMwaj-Chrebet-Kebirge. Der. Flug.führte,-von- Moskau." Mer"dar. Franz- Joscfsland, die Tscheljuskin-Bucht,- Petropawlowsk," Kamtschatka nach Nikolajewsk.," Losschwindler verhaftet. In Silbcrbach im Bezirk Graslitz ist es der Gendarmerie gelungen, einen geriebenen Gauüer zu verhaften. Der Mann namens Johann Walter-Ottenfeld, angeblich ein früherer Adeliger, hat in West- und Nordböhmen eine, große Anzahl von-Parteien durch Losbetrügereien um Beträge von 1589 bis 5868 KL geschädigt." Er ist bereits wegen ähnlicher Geschichten dreißigmal vorbestraft, darunter mit fünf Jahren Kerker. AuS der Gesellschaft.(mb) In Wien hat eine Hundelonkurrenz für Damen stattgefunden. Die „Freie Presse" schreibt darüber unter anderem' „Die Damen waren- mit-sehr" viel-Sorgfal: angezogen- Die stimmten die F a r b e n i h r e r T o i l e t t e zu dem Fell -d ei'Hund eS ab." Sie-verstanden, aparte Gegensahwirkungen zu erzielen und"gaben, der Rasse der Hundes entsprechend, ihrem Ensemble einen sportlichen, einen gesellschaftlichen oder" sogar«inen zeitlos malerischen Stil.-7.l. Mit 140 Punkten wurde ,Frau Johanna Ist bedacht; sie trug zum schwarzen Roch, eine weißt, mit breitem ..'„wkißem^Äüotel^langEwbstehendem Schößchen ." gearbeitete" PIkeekasäcke und einen Weißen. Hut"und -führte ihren Chow-Chow-Rüden„Lord". Man darf nicht denkens daß feine Leute keine Sorgen-haben. Sich zeitlos mälerifch auf", seinen Chow-Chow-Rüden. abzustimmen",.." bereitet" so einer Dame gar manche schlaflose Nacht, um di: sie:kein verständiger Mensch beneiden wird. 1. Der Mann von 148 Jahre». In Casablanca starb ein Mohammedaner namens"Kaddur den Abbär, von-.dem seine Verwandten und Freunde behaupteten, daß er. ein Alter von 140Jahren. erreicht habe. Der Beerdigung wohnten Tausende"von Menschen bei.. Die-Behörden wollen jetzt-Nachforschungen darüber anstellen, ob er wahr ssh daß Kaddur, wie behauptet wird, fast hundert Jahre lang als. Landwirt tätig gewesen war und die letzten 89 Jahre als woWabender Rentner"in. Casablanca lebte. Wenn diese Angaben stimmen, müßte Kaddur ungefähr"im Jghre 1796 geboren, also, bei der Besetzung Algier- durch Frankreich bereit- über 38 Jahre alt gewesen- sein."" "Dee Pariser Justizpalast erhält EleNrI,ität. Es Wäre natürlich übertrieben zu behaupten,'daß'der- große Pariser Justizpalast noch keine elektrische. Beleuchtung habe. Immerhin gab e» in dem monumentalen Gebäude bis heute einen repräsentativen Raum —"den Sitzungssaal der KassätionSgerichteS—.der ktstie elektrische Beleuchtung hatte, so daß die Ge« rlchtsdicner bei Anbruch der Dunkelheit große alte schöne Petroleumlampen änzünden mußten.. Erst jetzt hat'man sich" dazu entschlossen, mit dieser traditionellen,".'aber unrationellen Beleuchtung zu brechen,, und vor einigen Tägen wurden in Gegenwart von»zwölf Richtern und vielen Neugierigem zum ersten Mal die neuen elektrischen Beleuchtungskörper zur Probe angezündet. ' und begräbt«eine Bewohner ;.,!- Jn der belebten. Räkbczistrahe inButza- p e sb".stürzte Donnerstag" nachmittags ejn) vier, stückiges, im Umbau befindliches Hans ein. Infolge des Umbaues befanden sich in deist" Hause zahlreiche.Arbeiter. Da"ist'dem Hause auch einige Geschäftrläden untergebracht fipd', die trotz"'des llnib.aucs nicht geschlossen haben, glaubt man, daß aM'.zahlreiche'Hüntzschststen^nd.Vsts^eschciftS- dersopal noch, unter den Trtjmmery, begraben sind) Ein vor dem." eingestllrzten Gebäude postierter Schutzmann-machte' auf die Schwankungen des HMes ausmtzrksM, vdch ftintz svarstendenMuse kanjeu zu spät und dgs Haus stürzte mit ohrenbetäubendem ckLärm /eist'., Sämtliche. Wohnungen waren bewohnt.uiidinVe'nGeschästSlätzen herrschte Die George-Wafhington-Brücke unter dem Hammer? Die Stadtverwaltung von New Port-hat eine erstaunliche Drohung erhalten. Das Finanzamt hat nämlich mitgeteilt, daß wenn die Grundsteuern für die von den Brückenpfeilern auf beiden Usern des Hudson-'eingenomNlencn Grundstücken nicht in kürzester Frist bezahlt werden würden, es die Brücke pfänden und versteigern lasten toükdc. Die George« Washington-Hängebrücke über den Hudson ist erst vor Kurzem mit einem Kostenaufwand von 60 Millionen Dollar fertiggestellt worden, und Ist heut« die größte der-Welt. Ganz Amerika verfolgt mit.leidenschaftlichem Interest« die neue Phase des Streites. zwischen Finanzamt nnd New Aorker Stadtverwaltung; der Streit Ist schon alten Datums, da die Stadt noch während des Baue» sich auf den Standpunkt gestellt hat, sie brauche für da» Baugelände keine Steuern zu zahlen. Man ist gespannt, ob«» tatsächlich zu einer Versteigerung der Brücke kommt — so etwa» wäre auch in Amerika ein« nie dagewesene Sensation. Hnndegebell per Grammophon. Ein Pariser Ingenieur hat ein Patent eingereicht, für da» er sich einen großen Absatz bei Farniern und Bauern verspricht. Es handelt sich um Schallplatten, auf denen Hundegebell aufg«»ommen ist; der zugehörige Gram« mophonapparat hat eine Vorrichtung, um automatisch das Bellen in verschiedenen Zeitabständen erklingen zu lasten. Ein Lautsprecher sorgt dafür, daß diese Grammophonhunde weithin hörbar sind, so daß sie Einbrecher und Diebe abschrecken. Schad« nur, daß di« Sache bekannt geworden ist— auch die Verbrecher Pflegen Zeitungen zu lesen und dürften nun di« Ohren spitzen, um den Lautsprecher von richtigen Wachthunden zu unterscheiden. Raucherabteile für Damen. Die englischen Eisenbahnen bereiten eine Neuerung vor, dl« recht pikant ist: di« Damenabtelle bleiben neuerdings in der Regel leer, weil die Damen Raucherabteil« benützen. Deswegen reichen di« Nichtraucherabteile nicht mehr au», und viel« Herren möchten vor den rauchenden Damen geschützt sein. Es sollen also besondere Abteile für Raucherinnen eingeführt werden. Die Notwendigkeiten sind folglich-auf den Kopf ge, stellt: früher glaubte man, die Damen vor den Zudringlichkeiten der Männer schützen zu müssen, und nun muß man die Herren vor den Rauchwolken der „schwachen Geschlechtes" bewahren. Uebrigens kann man in diesem Zusammenhang« auf eine interessante historische Parallele verweisen. Auch in bezug auf da» Parfümieren haben die Frauen den Männern erfolgreich Konkurrenz gemacht. Zur Zelt der Königin Elisabeth nahm da» Parlament sogar«in besonderer Gesetz an, dar den Frauen ausdrücklich untersagte, sich zu parfümieren, weil die» eine männliche Sitte sei. Der Fußgänger ist schuld. Das Gericht von" Bordeaux hat eine prinzipielle Entscheidung gefällt, die für Fußgänger und Fahrer gleich wichtig ist. Auf di« Frage, ob der Fußgänger, der,.«inen Aptöunfall durch sein Verhälstn htrheigeführt Hat," bei' dem er nicht verletzt wurde, Hingtgen der'Fahrer, der ausweichen mußte, schuldig ist, hat das Gericht mit „ja" geantwortet. Beim Versuch, den Fußgänger nicht zu überfahren, ist"das Auto umgerlffen wurden und der Fahrer schwer verletzt. Der Fußgänger wurde zu 11.888 Francs Schadenersatz verurteilt. Bon dem Fallschirm-Zprungturm in Prora«, der anläßlich der mittelmährischen Ausstellung errichtet wurde, sind bis Mittwoch dieser Woche insgesamt 1688 Absprünge ohne jeden Unfall durchgeführt worden. Wahrscheinliche» Wetter Freitag: Wcstteil der StaaieS: Vorübergehend schön, untertags Erwärmung,.Windrichtung gegen Süden. Osten der Republik: Zunächst noch unbeständig, im allgemeinen jedoch langsame Besserung, mäßig warm, abflaüender Wind-— WetteraNSsichten für Samstag: Auch im Karpathengebiet warm. In den böhmischen Ländern Wetter wieder unsicher, strichweise Gewitter. Vom Rundfunk -iMBtakleMwartM mes MataarMMM SamStag Prag, Sender L.r 7: Morgenkonzert,. 16.65: Deutsche Presse, 14: Unterhaltungsmusik. 16.65: Tanzmusik, 17,55: Deutsche Sendung:: Sportvorschau, 18: Bunte» Konzert. 18.45: Deutsche Presse, 22.26: Salonorchesterkonzert.— Sender S.r 7.80: Geigenkonzert, 14.80: Schallplattenkonzert. 15.15: Deutsche Sendung: Gesungene und gespielte Tänze. — Brünnr 17.40: Deutsche Sendung: Annes Tvrell, Szenen aus dem Leben eine» Brünner Komponisten. 19.15: Salontrio.■—. Preßt«»«: 18.10: Schallplattenkonzert, 14.18: Philharmonisches Orchester. — Kascha«: 12.05: Overngesänge.— Mäbrifch- Ostrau: 18: Liederkonzert. reges Treiben. Die Feuerwehr und die Rettungsgesellschaft waren binnen wenigen Minuten an Ort und Stelle und begannen mit Hilfe., von Pionierabteilungen Vie Rettungsarbeiten. Die Trümmer des Hauses versperren die Straße., Wie einige Augenzeugen behaupten, soll,sich unter den, Trümmern des' eingestürzten. Hauses auch ein Putataxi befinden. Vis jetzt wurden 1Ü. Verletzte geborgen- Mast-vermutet aber, daß noch 20 bis 88' Persosten unter den Trümmern begraben und daß auch Personen, die sich in den, Geschästsläden befanden, ,umS Leben gekommen flnv.- , Aus den-Trümmern des cingestürztcn Hauses wurden bis"7 Uhr abends- vier Leichen geborgen.' Vierstöckiges Haus stürzt ein Nr. 171 Freitag, 24. Siiti 1038 Seite 5 Die Verordnung über die Arbeitsvermittlung i Von Dr. Egon Schwelb' Ain 16. Juli Ist die auf Grund des Ermächtigungsgesetzes erlassene Verordnung vom 9. Juli 1938 Slg. Nr. 217 über die Arbeitsvermittlung kundgemacht worden. Mit dieser geseheSvertteten« den Verordnung, di« am 1. Oktober 1988 i n Kraft treten wird und— mit einer noch zu besprechenden Ausnahme— zunächst durch zwei Jahre, also bis 89. September 1988 gelten soll, wird eine Etappe de» sahrzehntelangen Kampfes um wichtige sozialpolitische Errungenschaften abgeschloffen.. Der Entwurf der Verordnung, der vom Ministerium' für sozial« Fürsorge ausgearbeitet worden war, ist, wie allgemein bekannt, von den faschistischen Parteien beiderNationen heftig bekämpft und auch vom bürgerlichen Element innerhalb der Regierungskoalition kritisiert worden. Umso erfreulicher ist eS, wenn wir konstatieren können, dah das Ergebnis dieser Kämpfe trotz seiner Kompromiß» charakterS«ine wertvolle sozialpolitische Errungenschaft darstellt. 1. Ergänzung des Netzes der Arbeitsvermittlungsanstalten Die Verordnung enthält zunächst einen Auftrag an die öffentliche Verwaltung selbst: die öffentlichen ArbeitSvermittlungSanstalten sind so auszubauen, dah sie den Aufgaben, die die Verordnung an sie stellt, gerecht werden können. Das Netz der Arbeitsvermittlungsanstalten ist derart zu ergänzen,, daß in jedem politischen Bezirk mindestens eine ArbeitSvermittlunSganstalt bestehe. Insbesondere bei den größeren Arbeitsvermittlungsämtern ist eine. Berufsberatungsstelle zu errichten,(8 1 der Verordnung.), Meldepflicht Dann folgen die Auftrage, die die Verordnung an die ihren Normen Unterworfenen, an die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer adressiert: Personen, die eine Arbeitskraft suchen, sind— bei sonstiger administrativer Bestrafung— verpflichtet, alle sreigewordenen oder neuen Arbeitsstellen der örtlich zuständigen Arbeitsvermittlungsanstalt zu melden. Dem korrespondiert die analoge, gleichfalls unter Strafsanktion stehende Verpflichtung der Arbeitsuchenden, sich um Arbeit hei der Arbeitsvermittlungsanstalt zu melden.(8 2.) D i e Vermittlungstätigkeit der An st alten bezieht sich a u f a l l e„A r b« i jß z.we i a e. Nur öfseiitlichx'Behörden^Anstaltestund' Unter-.. nehmungen unterliegen' hinsichtlich der öffentlich- rechtlichen Dienststellen den Besttmmungen der Verordnung nicht, wohl aber,.wenn eS sich um pcivatrechtliche ÄrbeiiSverträge handelt. Es müssen also z. B. auch' Bertragsbeamtenstellen der staatlichen Behörden, selbstverständlich auch pri- vatrechtliche Arbeitsstellen staatlicher und kommunaler Betriebe der ArbeitSvermitüungSanstalt angezeigt werden. Ole Grundsätze der Amtsführung der Arbeitsvermittlungsanstalten ■ lieber die Art der Amtierung der Arbeits- vermittlungSanstalten ist vorgeschrieben, dah sie unparteiisch und unentgeltlich zu. erfolgen habe. Die Vermittlung darf weder einer Arbeit suchenden, noch einer Arbeit anbietenden Person verweigert werden. Die V e r m i t t I u ng s a n st a lt e n haben bei der Auswahl der Bewerber darauf zu sehen, daß den besonderen Erfordernissen der Arbeitsstelle, den körperlichen und fachlichen Qualitäten des Angestellten, seinen persönlichen.und familiären Verhältnissen entsprechen werde.. Bei gleichen fachlicher Qualifikation ist(nämlich von den ArbeitS- vermittlungSanstalten) Personen der Vorzug zu geben, die aus Staatsmitteln unterstützt werden, den Ernährern mehrgliedriger Familien und Personen, die schon längere Feit arbeitslos sind, ferner Personen, die die Stelle,, um deren Besetzung eS geht, bei einer Einschränkung des Betriebes verloren haben, jugendlichen Personen und Personen, bei denen besonders rücksichtswürdige Gründe gegeben sind.(8 8, Abs. 2.) Wenn es sich auch oft umbrecht allgemeine Begriffe handelt, oie die Ber- ordstung verwendet, so ist'doch die Richtung, in welcher sich die Amtstätigkeit der Arbeitsvermittlungsanstalten zu' bewegen hat, klar festgelegt.. Ein Wunsch der Verordnung, gerichtet an die Dienstgeber Di« Verordnung fährt nun fort:'»Die Dienstgeber sollen gleichfalls bet der Auswahl von Arbeitskräften darauf sehen, dah die im Abs. 2 festgesetzten Grundsätze eingehalten werdest"(8 8, Abs. 8). Hier drückt der Gesetzgeber(die Verord- NungSgewalt) nur einen W u ti s ch aus, ohne ihm.einen rechtlichen Nachdruck zu verleihen. Die Nichtbeachtung dieser Norm verursacht dem Dienstgeber keine Rechtsnachteile. Eine entgegen dieser Bestimmung vorgenommene Diensteinstellung ist weder ungülttg, noch strafbar:. Hier liegt«ine sogenannt« lex imperfecta vor. Folgerichtig wird 8 3 auch nicht unter jenen Besttmmungen aufgezählt, deren Uebertretüng strafbar ist(8 10)/ Nur in' von der Arbeitslosigkeit besonders heimgesuchten politischen Bezirken kann die Regierung-durch Verordnung die öffentlichen ArbeitSver- isiittlungSanstalten e r mächtigen, freigewor« dene und neue Stellen bei solchen Arbeitgebern zu'besetze n» die sich mehrmals nach den, (oben wiedergegebenen). Grundsätzen des S 8 nicht gerichtet haben. Nur in diesen Fällen, die- aber' erst durch. eine besondere Verordnung statuiert Ivcrdcn müssen: ist also eine Sanktion.auf' die wiederholte Nichtbeachtung der Grundsätze deS. 8 8 vorgesehen. Sie hesteht darin, dah jene Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die sonst nur durch einen Vertrag zwischen ihnen zustandekommen können, von- der Behörde verfügt, die Arbeitsstellen ohne und gegen den Willen des'DIenstgcberS beseht werden. Das IVIonopcl und seine Durchbrechung Die Verordnung ist auf dem Grundsatz ausgebaut, dah di« Arbeitsvermittlung bei«den öffentlichen ArbeitSvermittlungSanstalten k o n- zentriert werden soll. Von diesem Grundsatz werden Ausnahmen in zweifacher Richtung zugelassen: 1. Die Fachorgänisationen'der Dienstnehmer und Dienstgeber, Vereine und alle anderen Organisationen, die bisher die Arbeitsvermittlung besorgt haben, können dies weiter nur dann tun, wenn ihnen die Bewilligung hiezu vom Ministerium für soziale Fürsorge erteilt wird. Diese Organisationen müssen um die Bewilligung des Ministeriums, die an Bedingungen gebunden und jederzeit widerrufen werden kann, binnen einem Monat nach Inkrafttreten der Verordnung ansuchen.(also bis 1. November 1988). Diese Bestimmung bezieht sich meiner Ansicht nach auch auf die Arbeitsvermitilungsstellen der Gewerbegenossenschaften. 2. Die(privaten) konzessionierten Dien st- und Stellen« vermittln n gsge werbe bleiben zwar erhalten, erlöschen aber mit dem Tode des derzeitigen Inhabers resp. seiner gewerberechtlich zum Weiierbetrieb berechtigten Witwe, spätestens je« Japans Hand (AP.) Die japanische Propaganda ist heute in allen Erdteilen zu spüren. Neuerdings nimmt sie einen immer stärkeren Umfang auf den Philippinen an. Japan nützt dort geschickt die Unzufriedenheit aus. Weite Kreise fordern nämlich stürmisch die Verkürzung der erst 1949 ablausenden Frist für.die definitive Selbständigkeitserklärung und ein«:Abänderung der Wirtschaftsbestimmungen, die vorsehen, dah noch weitere 19. Jahre die amerikanischen Waren zollfrei hereingelassen werden müssen,'wahrend die Philippinen nur eine beschränkte Menge Zucker exportieren dürfen.' Demgegenüber verlangen die Philippinen eine.Garantie für-dj« jährliche Abnahme von 1 Million Tonnen. Zucker, 299.999' Tonnen Oel und. 89.999 Doppelzentner Hans, den Abschluss eines Handelsvertrages und schlieh- lich die Unabhängigkeitserklärung bereits für das Jahr 1987. Es ist nicht verwunderlich, dah sich nicht ioenige PhilippinoS hilfesuchend nach Japan Umsehen, daS als„kleineres Nebel" betrachtet wird. IN dest Reihen der Unabhängigkeitspartei hat beretttz der Gedanke eines engen Zusammengehens mit Japan Wurzel gefaht. Bezeichnend für die Atmosphäre ist da» Gerücht, dah eine Frau, Tarhäta Kiram, die Tochter des Sultans von Sulu, genannt die„braune Jungfrau von Orleans", die bei zahlreichen Aufständen eineführende Rolle spielte und mit., ihrem Mann, dem Führer derAufstäfldischen von. Sulu, Datu Tahil, zusammen in der Unabhängigkeitsbewegung in. vorderster Linie-steht, ohne dah die Amerikaner ihrer habhaft werden konnten, in Wahrheit ein« japanische Agentin sein soll. Die Japaner machem doch nach zehn Jahren. Neue Konzessionen dürfen nicht erteilt werden. Die Besttmmungen über die StellenvcrmittlungSgewerbe sind im Gegensatz zum übrigen'Inhalt der Verordnung in ihrer zeitlichen Geltung nicht beschränkt. DaS Ministerium für soziale Fürsorge kann Mit den in der Verordnung angeführten Aufgaben fachliche Arbeitsvermittlungsstellen' übertragen, die von de» Gewerkschaften der Arbeitnehmer für Beschäftigungen betrieben werden, für welche eine fachliche Eignung erfordert wird. Voraussetzung der Betrauung der gewerkschaftlichen Arbeitsver« inittliingsstellen ist cs, dah sie am Tage der Kundmachung der Verordnung ihre Tätigkeit auSgeübt haben und sich u. a. dazu verpflichten, die Stellen unparteiisch und unentgeltlich nach den für die öffentlichen ArbcitSvermitilungSanstalten geltenden Grundsätzen auSzuüben und einen Aufsichtsausschuss zu errichten, der zur Hälfte aus Vertreter» der Arbeitnehmer, zur Hälfte aus Vertretern der,Arbeitgeber besteht. Die letztgenannte Bestimmung kann nicht gerade als glücklich bezeichnet werden. Die freien Gewcrlschaften werden cs reiflich zu erwägen haben,-ob sie von dieser Bestimmung der Verordnung Gebrauch machen und damit den DieUstgebern paritätischen Einfluss auf eine gewerkschaftliche Institution zugcstehen. Streik und Arbeitsvermittlung Der Dicnstgeber und die Gewerkschafisorga- nisationen der Angestellten sind verpflichtet, den Ausbruch und die Beendigung eines Streiks oder einer Aussperrung der Arbeitsvermittlungsanstalt anzuzcigen. Sobald der öffentlichen Arbeiisver- miitlungSanstalt der Ausbruch des Streiks oder der Aussperrung gemeldet worden ist, hat sie die arbeitsuchende»Personen darauf aufmerksam zu machen. Den StcllcnvermittlungSgewcrben ist cs für die Zeit, während welcher sie noch betrieben werden dürfen, verboten, Arbeiter und Dienste für ein lintcrnchmen zu vermitteln, welches von einem Streik oder von einer Aussperrung betroffen ist, und zwar bei sonstiger Geld« oder Acreststrafc, ja bei sonstigem Entzug der Gewerbeberechtigung. Also eine Anerkennung des Koalitions- und Streikrechts, wie sie drastischer nicht gedacht werden kann. — überall sich überall ganz öffentlich auf den Inseln breit, und man spricht davon, dass sie nur auf dem Sprunge stehen, nach dem Abzug der Amerikaner deren Erbe anzutreten und sich dieser an Rohstoffen so ungemein reichen Inseln zu bemächtigen. Aber auch in einem anderen Lande sind zur Zeit die Japaner ungemein rührig, so dah sich bereits die breiteste Oesfentlichkeit mit dieser Frage beschäftigt. Das ist B r a s t l i e n. Immer 'stärker wird dort der Widerstand gegen die japanische Einwanderung, immer lauter die War- nungsrufc vor der wachsenden gelb«n Gefahr, inpner grösser die Mihstimmung gegen die wie Pilze aus dem Boden schiebenden japanischen Geschäfte in allen gröheren Städten des Landes und gegen das Ueberhandnehmen japanischen Landbesitzes in der Provinz. Längst sind die Zeiten vorbei, da man sich in Brasilien über die billigen Arbeitskräfte in den Städten, über die Koloni- sierungstätigkeit auf dem Lande freute. Und dennoch hört der Zustrom, von Tokio nicht nur gefördert, sondern.,mit grohen Mitteln subventioniert und ganz planmähig in die verschiedensten Kanäle geleitet, nicht auf. Jede» Schiff, das in Rto. de Janeiro, Bahia, Pernambuco oder Para ankommt, bringt neue. Massen. Fast scheint es, als ob dieser Strom, der sich heute nicht mehr nach Nordamerika oder Australien erziehen kann, ni« mehr versiegen wolle. Schon gibt eS'899.999 Japaner im Lande, und dah man bei dieser'Zahl stehen bleibeg werden ist angesichts der Handelsbeziehungen zwischen Brasilien und Japan, die ein starkes Druckmittel Tokios bedeuten, kaum an- zunchmcn. Faschistischer Patriotismus: Mit den Fremdenlegion gegen das Vaterland! Ein synkbolkrästigeS Bild, das den ganzen Faschismus, wie er leibt und lebt, festhält: General F r a n c o hält eine Ansprache an die spanischen Fremdenlegionäre, um sie zum Kampf gegen spanische Arbeiter, Bauern und Bürger anzüspornen. Genosse Viktor Stein sechzig 3ahre Wie wir erfahren, wird Genosse Viktor Stein (Wien) dieser Tage 69 Jahre alt. Das ist ein Anlah für unS, den tapferen Kämpfer der österreichischen Arbeiterschaft aufs herzlichste zu beglückwünschen, schon deshalb, weil er aus Böhmen stammt und nicht" nur unseren älteren, sondern auch unseren jüngeren Genossen bekannt ist, da er in GewerkschaftS- und Parteischulen bei uns Borträge gehalten hat. Stein stammt aus Pkibram, hat in Taus das Gymnasium besucht und studiert« an der Wiener Universität. AIS Student kam er in die tschechische sozialdemokratische Bewegung, wurde noch vor Beendigung seiner Studien Redakteur der„Dilnickö Listy", wo er mit Anton Nimee und Gustav Habrnian zusammenwirkte. Er war der erste, der eine tschechische Schrift über Marx verössentlichte. Später trat er in die Volksbuchhandlung Brand Uber und wurde im Kriege Redakteur der Metallarbeiter-Zeitung, die er zu einem der besten GewcrkschaflSblätter Oesterreichs machte.Einige Zeit gehörte er auch dem österreichischen Nationalrat an. Während der Februarereignisse 1934 wurde er verhaftet und sah ein halbes Jahr im Gefängnis. Stein ist nicht nur ein kenntnisreicher Mensch, gewandter Journalist und guter Redner, sondern hat sich durch sein lebhaftes Temperament stets groher Sympathien erfreut. Zu seinem 69. Geburtstage wünschen wir ihm beste Gesundheit und dah er den Tag der Freiheit der österreichischen Arbeiterschaft erlebe! Internationale Arbeiterinnen- Konferenz In London Unter dem Vorsitz der Genossin Cheve- n a r d, Frankreich, fand am 7. Juli im Holborn- Restaurant, London, die Internationale Arbei» terinnen-Konserenz statt. Der Sitzung, die vom Generalsekretär des JGB, W. Scheveneis, eröffnet wurde, wohnten Delegierte der Landeszentralen aus zehn Ländern bei(Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Finnland, Niederlande, Norwegen, Luxemburg, Schiveden, Spanien. Tschechoslowakei). An der Konferenz nahmen ferner zwei weitere Mitglieder des Vorstandes des ^GV.tett,.di° Genossen H. Ja c o.b-s e n und R. T aft.e r l,.e.„ Jxlanh.pnd die Vereinigten Staaten waren durch Gäste auf der Konferenz vertreten. Außerdem nahm als Delegierte des Internationalen Arbeitsamtes Frau T h i b e r t an der Sitzung teil. Die Konferenz hatte sich mit drei Problemen zu befassen: die 49-Stundcnwoche sowie die Nachtarbeit der Frauen(Berichterstatterin Anne Loughlin); das Recht der Frau auf Arbeit und die verschiedenen einschränkenden Maßnahmen in gewissen Ländern(Berichterstatterin Valiecie N o v o t n ä); das Statut und die Rechtsstellung der Frau(Berichterstatterin Jcanne C h c Vena rd). Nach einer eingehenden Diskussion dieser Tagesordnungspunkte, an der sich fast alle Delegierten beteiligten und die zum Ausdruck brachte, dah die Frauen der verschiedensten Länder all: dieselben Probleme zu lösen haben und sich dadurch darüber einig sind, daß sie nur durch Zusammenfassung aller Kräfte der arbeitenden. Frauen zum gestellten Ziel gelangen können, wurde eine Resolution angenommen, die am Vortage durch das Internationale Gewerkschaftliche Arbeiterinnen-Komitee vorbereitet worden war. Diese Resolution fordert die Einführung' der 49-Stundenwoche mit Lohnausgleich für alle, die Abschaffung der Nachtarbeit und spricht sich ener- gisch gegen alle Maßnahmen aus, die das Recht der Frau auf Arbeit antasten wollen. Sie bittet den JGB, durch eine Erhebung bei den einzelnen angeschlossenen Frauensektionen sestzustellen, inwieweit die von der Brüsseler Konferenz bereits erhobene und jetzt nochmals bestätigte Forderung deS gleichen Lohnes für gleiche Arbeit erfüllt worden ist. Sie richtet einen dringenden Appell an alle Werktätigen Frauen, sich zu organisieren, da nur durch die Stärkung der Gewerkschaftsorganisationen eine befriedigende Aktion für alle durchgeführt werden kanü. Die Konferenz nahm.darüber hinaus«in« Empfehlung an, in der zum. Ausdruck gebracht wird, daß eine engere Zusammenarbeit deS Internationalen Gewerkschaftlichen Arbeiterinnen» Komitees.mit dem Internationalen Arbcitsajm anzustreben sei. Zur Intensivierung der Arbeit der gewerk-■ schastlich organisierten Frauen wurde beschlossen, jedes Jahr eine Sitzung des Internationalen Gewerkschaftlichen Arbeiterinnen-Komitees abzu», halten und eine ständige Vvrsitzende zu wählen. Holland erhöht tschechoslowakisch« Papierkontingente. Im Verkehr mit Holland Ist es gelungen, eine Aufbesserung gewisser tschechoflowaki- schcr Papierkontingente' zu erreichen.' Seite 6 Sozialdemokrat' Freitag, 24. Null 1088. Nr. 171 Vie entsteht ein Zeitlupenfilm? lMTP) Wir alle haben schon den ästhetischen Genuß der Zcitlupenfilm» erlebt,, wenn.auf der Leinwand Menschen und Tiere erschienen, deren Bewegungen gedehnt waren. Ein Pserd beispielsweise: er sprang nicht mit galoppierender Geschwindigkeit, wobei dar menschliche Auge die einzelnen Bewegungen kaum zu erfassen vermag, iiber ein Hindernis, sondern er„flog" gewissermaßen darüber hinweg. Alle Bewegungen waren in Ein- zolphascn aufgelöst. Jede MuSkelspannung wurde sichtbar. Wie erzielt nun die Filmtechnik derartige Ausnahme»? Gewiß: sie photographiert sie, wie. sie jede» andere Bild auch photographiert. Aber cl gehören besondere Apparate und besondere Voraussetzungen dazu, um derartige Aufnahmen machen zu können. Man braucht sich zum Beispiel nur vorzustellen, daß für die Aufnahme eine» abgefeuerten Geschosse» etwa 18.000 Einzelaufnahmcn in der Sekunde gemacht werden müssen. Da» grenzt an, Hexerei, ist aber keine. Die hierzu erforderlichen Apparate sind in jahrelanger Arbeit so sinnvoll konstruiert, dast da» unmöglich Scheinende zur Selbstverständlichkeit wird. Aber ebenso selbswer« stündlich ist es, dast die Konstrukteure dieser Apparaturen ihr Geheimnis hüten. Zu den Zeitlupcn-Aufnahmen, wie wir sie im Film meisten» sehen, sind indessen derartige Apparate nicht nötig. Sie dienen wissenschaftlichen For- schungszwccken; sie halten beispielsweise den Vorgang fest, der sich im Bruchteil einer Hundertstel Sekunde bei einer elektrischen Entladung vollzieht. Und dieser Bruchteil wird von diesen Apparaten so ausgedehnt, daß sich die später« filmische Vorführung de» Vorgang» über Minuten erstreckt. E» liegt auf der Hand, daß auf diese Weise wissenschaftliche Erkenntnisse von höchstem Wert für die Forschung erzielt werden. Dem Ingenieur, dem Arzt, dem Naturforscher vor allem, ist die Zeit« lupcnkamera ein unentbehrliche» Mittel, da» ihm hilft, viele Geheimnisse der Natur zu entschleiern, die ohne sie ei» ewige» Rätsel bleiben würden. Wa» jedoch der Kinobesucher an Zeitlupen- Aufnahmc» sicht, ist mit erheblich geringeren Geschwindigkeiten ausgenommen. E» mag für den ersten Augenblick widersinnig erscheinen: je größer die Geschwindigkeit der Aufnahme war, umso langsamer und gedehnter wird man da» Bild auf der Leinwand sehen. Da» ist folgendermaßen zu erklären: da» menschliche Auge kann in der Sekunde nur ettoa 28 hi» 80 verschiedene Bewegungsphasen genau erkennen. Die gewöhnlichen Spielfilme, die in. den Theatern abrollcn, sind daher mit einer Geschwindigkeit von 24 Bildern in der Sekunde gedreht. Wenn man nun anstatt 24 Aufnahmen in ter Sekunde 100 bi» 800 macht, den Filmstreifen aber mit„der,.gleichen Geschwindigkeit' diftch den Bocfiihrapparat laufen läßt wje zuvor, Paun müssen die einzelnen Bewegungen dem Auge logischerweise'langsamer erscheinen. Der Vorgang ist niit Hilfe der Optik, die präziser ist als da» menschliche Auge, gedehnt worden. E» ist zweifellos vielen Kinobesuchern unbekannt, daß diese Art der Aufnahme bestimmter Vorgänge namentlich in Kulturfilmen, aber auch bei einzelnen Szenen in Spielfilmen, eine große Rolle spielt. Dian kennt di« schönen Naturaufnahmen, in denen man zum Beispiel sicht, wie sich die Vögel durch den Winter hungern, wie sie ihre Nester bauen, ihre Jungen großziehen und den Kampf gegen Raupen und Ungeziefer führen.. Dem Regisseur des Films kommt cs darauf an, zu zeigen, wa» die Vögel aller verzehren, die Menschen sollen genau erkennen, was die gefiederten Waldbewohner im Schnabel tragen, wenn sie zum Nest zurückflattern, um ihren hungrigen Jungen die„Schnäbel zu stopfen". Derartige Aufnahmen sind aber nur mit Hilfe der Zeitlupe möglich. Die Vögel sind so flink, daß sie wie ein Husch am Nest und bei ihren Jungen sind. Man sicht zwar, daß sie etwa» im Schnabel trägen, erkennt aber nicht, was es ist. Und dar ist einer jener zahlreichen Fälle, wo die Zeitlupenkamera zu Hilfe genommen wird. Nicht so, daß sie die einzelnen Bewegungen und Vorgänge in natürlich wirkende Einzelheiten auflöst, sondern den Anflug ans Netz zeitlich nur so weit dehnt, daß das menschliche Auge die Einzelheiten erkennen kann. In Wirklichkeit ist der Vogel pfeilgeschwind in» Nest geschlüpft, auf der Leinwand wird man ihn zwar immer noch fix ankommen und verschwinden sehen, man wird aber dennoch erkannt haben,' IboS er im Schnabel trug. Da? nennen die Filmtechnik«r„dosierte" Zeit lu pen-Aufnahmen. In diesem Fall hat eine schnurrende Drehscheibe vor dem Objektiv der Kamera dafür gesorgt, daß das Filmbänd.etwa öümal in der Sekunde belichtet wurde, während«s normalerweise nur etwa 24mal hätte belichtet werden dürfen. Würde nun das Filmband mit den Parteigenossin! Parteigenosse! Bist Du schon Mitglied der Ktnverfreunder wenn nicht- dann tritt bei. „8reMts6f4>aft!" sechzig Bildchen in einer Sekunde— also genau so lang, wie die Aufnahme gedauert hat— durch den Vorsührapparät gedreht werden, dann hätte der Beschauer da» natürliche Bild, wie e» sich in der Natur abspielt«. Er würde also nicht sehr viel erkennen. Da da» Filmband aber nur mit jener Geschwindigkeit durch den Borführapparat' läuft, die dem Beschauer 24 Bildchen in einer Sekunde erblicken läßt, hat er. den Vorgang mehr al» doppelt so lange vor den Augen als er sich in Wirklichkeit zugetragen hat. Dar„Geheimnis" der Zeitlupenaufnahme, beruht also auf der Schnelligkeit der Aufnahmen. Je mehr Aufnahmen in gedrängter Zeit gemacht wer« Wegwarte * Vom Hochsommer bi» In den Frühherbst blüh! auf Schuttplätzcn und Brachflächen und an trockenen Feldrainen die Wegwarte, da» sperrige Unkraut mit den schöne» himmelbla»«» Strahlenblüten. Nach der Sage war sie einst ein verlassene» Mädchen, das Tag für Tag auf den davongezogenen Liebsten am Wege wartete und nun, verzaubert als Blume, mit der Farbe sehnsüchtiger Treue geschmückt, an spätsommerlichen Wegen steht und immer noch wartet. Das weiche klare Blau der schönen Blütensterne würde auch einen Garten zieren können, wenn e» gelänge, die struppige Gestalt der Pflanze gartenfähig zu veredeln. Aber alle» derartigen Versuchen widersetzt sich die Wegwarte: sie bleibt das sperrige Geschöpf, dem der Schuttplatz besser üehagt als gepflegtes Wohlergehen. Und doch ist sie veredelt worden, sogar mif' zweierlei Art, freilich nicht als Zierpflanze. Die Blätter der in Zucht genommenen Wegtvarte ergebe» in der Kellcrkultur einen pikant-bitterlichen Salat, der. in Frankreich„Barbe de Capucin", Kapuzinerbart, genannt wird und i» unseren Kochbüchern als Chicoröe erscheint;, man sieht dem Unkraut am Wege diese KUchenfähigkeit ebensowenig an wie die nahe Vcrtvandtschaft mit einer bekannteren Salatpflanzc, nämlich der krausblättrigen Endivie. Die andere- und bedeutendere Kulturform der Wegwarte, in der man den Wildling vom Schuttplatze auch nicht wiedererkennen würde, gibt sich im botanischen Namen der Pflanze bekannt: Cichorium I. Kritwf-Beselh, Mitglied des slowakischen Nationaltheaters in Preßburg, spielt in der Film-Operette„Das Gassen- mädcl", die im Herbst herauskommt. »Asel der Osterinsel Am Ostersonntag 1772 entdeckte der holländische Seefahrer Roggeveen im östlichen Teil des Pazifik, mehr als 400 Kilometer von der chilenischen Küste, mehr als 1000 Kilometer von den östlichen polynesischen'Inselgruppen der Südsee entfernt, ein einsames seltsames Eiland. Es war eine große Insel von rund 120 Quadratkilometern Bodenfläche, mit ausgesprochenen kontinentalem Charakter und mehreren erloschenen Vulkanen. Roggeveen fand noch andere Merkwürdigkeiten. Da waren große, steinerne Denkmäler, steinerne Tafeln mit unbekannten Inschriften, verfallene Paläste. Da gab es natürliches Gras, aber keine Bäume. Da fiel häufig Regen, aber es. gab tpohdem weder Teiche, noch Bäche; die Erde sog das Wasser auf wie ein großer Schwamm. Und da gab es schließlich noch einige hundert Eingeborene, die«ine unverständliche Sprache redeten und auch sonst mit den Polynesiern nicht viel Aehnlichkeit hatten. Roggeveen registrierte das alles, hißte die holländische Flagge und fuhr'dann weiter. Vorher hatte er der Insel, die in der Sprache ihrer Eingeborenen„Rapa-Nui" chieß, den Namen„Osterinsel"^gegeben. Die holländische Flagge weht« nur einige Jahre über Rapa-Nui. Dann kam der Engländer Cook. Ihm folgte der französische Seeheld La Pi- den können, je schneller also da», unbelichtete Filmband am offenen Objeküv vorbeigejagt wird, umso langsamere Bewegungen werden-sich bei der Vorführung ergeben. Diese Art des Filmens bedingt begreiflicherweise besondere Apparaturen, die mit größerer Uebersetzung arbeiten, so daß da» Filmband schneller rotieren kann. Schon bei LsgMufnahmen in der Sekunde saust die Drehscheibe mit dem Lichtspalt so schnell an der Objektivöffnung vorbei, daß da» menschliche Auge, kaum noch erkennen kann, ob sie sich bewegt oder stillsteht. In entsprechendem Ver« hältni» muß auch da» Filmband ratteren. Da» zweite Haupterforderni» der Zeitlupenaufnahmen sind, die Lichtverhältnisse. Je mehr Aufnahmen in der Sekunde gemacht werden sollen, umso stärker muß die Lichtquelle sein. inthbu». Tatsächlich wird die Z i ch o r i e, da» glei, chermaßen berüchtigte und beliebte Kafseesurrogat, au» den gerösteten Wurzeln' der kultivierten Wegwarte gewonnen. Dafür verlangt sie einen ebenso guten Kulturboden wie die Zuckerrübe; die magere Wegwarte vom Brachfeld wird anspruchsvoll, ehe sie sich in den Zichoriefabriken in Kolin und Pardubitz zu„Kaffeezusatz" verarbeiten läßt.. Und so kommen sie am Ende, doch wieder zusammen: das einsame Mädchen der Sage und die blaue Blume vom Wegrande. Mr Zichorienkaffee tröstet die Wegwarte späte Mädchen, denen keine Wahrsagerin aus dem Kaffeesatz noch einen Liebsten zu prophezeien vermag. Am die Prager Autotaxen. Nachdem der Prager Magistrat die von den Autodroschkenbesitzern vorgesehene Erhöhung der Autotaxen verboten hat, wird sich mit der Angelegenheit al» endgültige Instanz das Prager Landesamt zu befassen haben. Es handelt sich darum, ob.die Autotaxen auf ihrem bisherigen Stand belassen oder auf Xi 2.80 pro Kilometer bei einer Grundtaxe von Xi 2.80 oder Xi 1.— abgeändert werden sollen. Die richttggestellte« Wählerverzeichnisse der Hauptstadt Prag werden vom 24. bis zum 81. Juli von 8 bis 14 und Von 18 bis 18 Uhr zur öffent- lichen.Einsichtnahme aufgelegt werden, und zwar für Prag I bi» VII im zentralen Wählerkataster, in den übrigen Stadttellen bei den zuständigen Magi- stratsamtsstellen.. Jeder hat da» Recht, in die Verzeichnisse Einsicht zu nehmen und Abschriften und AuSzllge zu machen, soweit er dadurch nicht andere Personen'von der Ausübung derselben Rechte» ausschließt. NremsaaeückUen. Sonntag, den 26. Juli 1986, vormittag» 10 Ahr, findet in Nera- tovie der MeisterschaftSkampf de» Prag er Atus gegen den Favorit der H. Klaffe, DTJ.-Nerato- prag v i e statt. Jnformattonen über die Abfahrt werden Samrtag auf der H e tz i n s e l erteilt, weshalb dortselbst alle Sportler erscheinen müssen. Ortsgruppe Prag. Prag, Samstag, den 28. Juli 1986, Zusammenkunft um ss44 Uhr nachmittag» am Smichover Bahnhof. Fahrt nach Revnih, Baden . in der Beraun und Wanderung zur Hütte. Am Sonntag Wanderung oder Badetour. Führer: Plötz. Unsere Hütte im Ärdy-Wald ist jeden Sam»tag und Sonntag geöffnet. Mitglieder, die ihren Urlaub auf der Hütte verbringen wollen, müssen sich den- Hüttenschlüffel gegen Vorweisung der Legitimation in der Geschäftsstelle besorgen. ES werden jetzt schon Anmeldungen zur Fahrt nach Brünn«iitgegengenommen. rouse, um die Osterinsel für Frankreich in Besitz zu nehmen. In den Wirren der südamerikanischen Bürgerkriege fiel sie dann an Chile, das sie behielt, ohne sich fteilich sonderlich für sie zu interessieren. 1872 besuchte Pierre Lott die Osterinsel und schrieb in sein Reisebuch:„Rapa-Nui bedeutet Mir allein schon durch seinen Wortklang: Traurigkeit, Wildheit, Nacht..." Ein treffsicheres Urteil; die Osterinsel ist wirklich alles andere als ein Südsee-Paradies. Erst im März 1984. gelang eS einer franzö- sisch-belgischen Forschungsexpedition, in die Geheimnisse der seltsamen Insel etwas Licht zu bringen. Der Direktor des Pariser ethnographischen Trocadero-MnseumS, Dr. Paul Rivey, nahm persönlich an ihr teil. ' Heute ist man sich darüber einig, daß die' steinernen Riesenstatuen, die oft bis zu 40 Meter hoch find und eine überraschende Aehnlichkeit mit den Denkmälern der alten Aegypter und Kongovölker aufweisen, keine indianischen oder polynesischen Götzenbilder, sondern Ahncnfiguren einer untergegangenen Menschenrasseisind. Die Osterinsel, ist offensichtlich der letzte Rest eines im Laufe der Jahrtausende vom Meere verschlungenen Kon- tinents, der in- der Legende ihrer' Eingeborenen Weihu. genannt wird. Die Hieroglyphen, auf, den Steintafeln wiederum ähneln ausfallend den noch unentzifferten Vorsanskrit-Jnschristen, die 1982 Technik und Leibesübungen Prof. Axel F. Enström, der Direktor der Akademie der Jngenieurwissenschaften in Stockholni sagte auf der in Berlin tagenden Weltkonferenz unter anderem:„Die Maschine bietet also der Menschheit Gelegenheit zu kulturellem Aufstieg, zu verbesserten Kenntnissen, zu erhöhter Schulung der Beobachtung, zum Denken. Sie ist daher nicht als«In-Fluch, sondern als ein Segen einzuschätzen."— Kein Zweifel, die immer fortschreitende Zivilisation kann, wirb Ihr auch innerer Gehalt zuteil, zu einer höheren Kultur führen, sie kann sich aber auch zu unserem Fluch wenden. Auf jeden Fall stehen wir unentrinnbar mitte» in« Trubel der Motoren, führen täglich aufs neue gleichsam Krieg mit ihr— und oft sind wir der unterliegende Teil. Den tosenden Bergbach zu bändigen, ihn in» sichere Flußbett zu leiten, das hat Men» schenkraft und-Verstand gelernt— gegen den Maschinenstrom ist kein Geländer da, ungeheuer ivälzt sich gleich einem unersättlichen Moloch die Autoschlange gegen unr i Und große Anforderungen werben an unsere„Reaktionsgeschwindigkeit!" gestellt. Könnten wir alle Muskeln unseres Körpers in so schnelle Bewegung setzen, wie den Lidmuskel, wäre das Nn- fallproblem gelöst. Ehe der Mensch eine Gefahr bemerkt und dann zweckentsprechend handelt, vergeht ost eine Sekunde, öfters mehr, manchmal bleibt die Reaktion überhaupt aus, man Ist„vor Schreck gelähmt". Diese Zeit, so zeigten uns physiologische Versuche, verteilt sich auf die Teilkompenente: a) Die Leitung der physiologischen Erregung vom Sinnesorgan zur Gehirnrinde, b) dar Zum-Bewußtsein-kommen, c) die zentrale Willenserregung und d) die Leitung dieser zu den Muskeln. Nun zeigten Versuche des russischen Forschers Pawlow, daß es eine sogenaNnte Buh« nung gibt, das heißt, öfters wiederholte Reize werden besser, d. i. schneller geleitet auf den Nervenbahnen. So wie der Skiläufer besser in der Spur fährt als auf jungfräulichem Schnee. Daraus folgt: wollen wir nicht, daß uns die Technik Über den Kopf wächst, müssen wir entweder di« unsinnigen SchnelligkeitSrekord- bestrcbungcn, da» Tempo, einschränken, oder die Reaktionsmöglichkeit unsere» Körper» steigern. Die» geht nun leider nur in beschränkten Grenzen, doch ist hier genug zu erreichen. Man denke nur an das zielbewußte Schreiten des Großstädters im Trubel der Straße und vergleiche es mit dem ratlosen Trippeln der Bauersfrau. Gewöhnung macht sicher diel, doch es handelt sich auch darum, vor neuen Ereignissen nicht den Kopf zu verlieren. Kurz, es kann keinem Zweifel unterliegen, daß ein durchtrainierter Körper rascher und zweckmäßiger in Gefahrmomenten sich zurechtfindet. Man beobachte nur da» groteske Laufen einer Ungeübten nach der Elektrischen! Wie er seine steifen Füße nachschleppt, wie mühsam er nach Atem schnappt. Durch die Pflege der Leibesübungen nun wird die Reaktionsgeschwindigkeit auf ein Minimum von Zeit heuntergesetzt und andererseits der Körper, seine Muskeln und Bänder, Gelenke und Sehnen in guten Stand gesetzt, sie werden beweglich, einer raschen Bewegung fähig. Ein scharfe» Auges rin Gefühl der Sicherheit sind weiter« Pluspunkte. Die Erziehung zur Geistesgegenwart durch Turnen, Box« Training, Leichtathletik sollte schon im Vorschulalter begonnen werden; Schwimmen zu können ist mindesten» ebenso wichtig wie die Algebra zu beherrschen! Gute Nerven und KonzenttationSfähigkeit werden auch durch die Ausübung der verschiedenen Sportarten erworben, nattirlich dürfen sie nicht übertrieben werden, sie müssen Mittel zum Zweck bleiben, nie zum Selbstzweck ausarten!' Wir müssen wohl in gesundem Egoismus alles machen, um den Kampf mit dem Tempo der Jetztzeit siegreich zu bestehen. Und hierbei sind uns wohldurchdachte Leibesübungen ein werwoller BnudeSgenoffek Dr. H. Wofyka) '(Arbclter-Turn- und Sportzeitung.^ Ihre Blumen dürften nach dem gute»' Blumen-Zauberdung 1 Paket mst Popzusendung w> 8-80 durch Verwaltung„Frauenwelt-. Prag XH., Fochova 62 von dem ungarischen Gelehrten Hcvesy im Tal des Indus entdeckt wurden. Offenbar waren die Bewohner von Waihu«in kühnes Seefahrervolk, dessen Schiffe weit übers Meer bis Asien vordrangen und auch mit Indern, Aegyptern und Phöniziern in Berührung kamen. Darauf deuten nicht nur die Ruinen eines riesigen Palastes im Sttl von Angkor hin, dessen Bau von der Ueberlieferung dem mächtigen Waihu» König Hotu Matura zugeschrieben wird, sondern auch ausgegrabene Schiffstrümmer mit kunstvol- lcn steinernen Bug- und Heckkonstrukttonen, die von der Riesenflotte des JnselerobererS Tu-Koiu, des„Wikings von Waihu" herrühren sollen..'. Seit vier Jahren hat di« geheimnisvolle Insel, deren 400 polynesische Einwohner sich notdürftig von Fischfang, spärlichen Getreidebau und noch spärlicherer Schweinezucht ernähren, zwei neue Bewohner aufzuweisen. Der deutsche Marineoffizier Hugo Weber,«während des Krieges Kommandant des Kreuzers„Dresden", uiid seine Gattin, Hanni Stade, eine Deutsch-Chilenin aus. Santiago, haben hier eine neue Heimat gefunden. Ein Paradies haben sie sich für ihr Robinson-Dasein freilich nicht, ausgesucht, aber gerade, die Armut und völlige Weltentlegenheit ihrer von, keiner Dampferlinie berührten Insel bieten-ihnen vielleicht den sichersten Schutz vor unliebsamen Enttäuschungen, wie'sie vor zwei Jahren den Ein- stedtern der GfllapoS-Jnseln beschieden waren.., Aaqer fettarm Bezugsbedingungen; Bei Zustellung tnS Hau,-der bet Bema! durch di. Po» monatlich Xi 16.'—. viertelsähria Xi' 48.—. halbsährta Xi 96.—. ganzjährig Xi 192.—.— Inserate werden laut> Tarif billigst berechnet,. Bei öfteren Einkchaltung^Pr«i»naöMß.— RiMstelluim von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung.der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post, und Tele. ■^aphendrrektum Mit Erlaß Nr. lS.8llllsVlIll98ü bewilligt,— Druckerei:.KrbiS", Druck-. VcAtt« und Lettupgr-A.-G. Prag.'