Samstag, 25. Juli 1936 16. Jahrgang Nr. 172 Einzelpreis 70 Heller (elntchlleBlich 5 Heller Porto) ERSCHEINT MIT AUSNAHMI DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag»>.. fochova a. Telefon am. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUR. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR! DR. EMIL STRAUSS, NAG. IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK Aufständische nördlich Madrid geschlagen Verheerender Bürgerkrieg bis aufs Messer Wütende Proteste der Rechten MusdewDragiSa S- toja d i n o v i ä zu fünf Jahren Zuchthaus, T r b i L zu vier' Jähren Zuchthaus, M i l o v a n töt L zu eineinhalb .Jahren- Zuchthaus verurteilt.•» Frankreich! bei den Verhandlungen' di« Fragen der. S i ch erh rit M titele uto Pa Sund inSdefo»dere der Tschechofl v'wa- R e i nicht aus dem Auge verlieren werde, 15 Jahre Zuchthaus . für du Attentat In der Skupschtlna .’ Belgrad. Freitag um 18 Uhr fällte der Staatsgerichtshof das Urteil' im Prozesse wegen de--Attentates, das am 6. März in der Plenarsitzung der Skupschtlna gegen den Ministerpräsidenten Dr. Stojadinovii verübt worden Ivar. -. Der Abgeordnete Arn a u tov i L, der unter der Anklage de--' M o r dve ris u ch e s l ä»'eiuem R«Präsentanten der Staatsgewalt stand, wurde zu IS^Jahren Zuchthaus verurteilt Bon ! den übrigen Wgeordneten,' welche der A n st if- Madrid. Der Madrider Rundfunk gab Freitag um 18 Uhr 80 bekannt, daß in der Sierra Guadarrama, einem hohen Gebirgözng nördlich von Madrid, die Aufständischen geschlagen wurden und kopflos fliehen.- Ruch die Anfstiindischen, die dl« Stadt Guadalajara umzingelten, wurden zerstreut. Die Vertreter der Pariser Presse, namentlich der linksorientierten und der unabhängigen Blätter, können seit Donnerstag mit Zustimmung der Skegierung unzensurierte Depescheii über die Lage in Spanien durch Flugzeug« über die Grenz« senden. Die Berichterstatter dieser Blätter sind sich darin einig, daß die Bevölkerung der beiden politischen Lager sich immer mehr an den Kämpfen beteilige, die-tatsächlich den Charakter eines- grausamen Bürgerkrieges tragen.. Staatspräsident A z a ä a hielt Donnerstag nachts im Madrider Rundfunk«ine Ansprache, in der er zunächst den Verteidiger» deS Regimes dankt» und daS Vorgehen der Militärgruppe alSein Verbrechen gegen die gerechte Sache der Republik brandmarkte. Er fragte dann di« Militärgruppe,.wie lang« sie noch zu kämpfen gedächte, da döch der Sieg für die Regierung entschieden sei: Er selbst sei jeden Augenblick zum Strafienkampf bereit und würde für dip Sache d«rRepublik auch sein Leben lassen. 7-- Gegen San Sebastian, dessen Rück- rrobernng durch die RegirrungStruppen bestätigt wird^ ziehen neue starke Abteilungen- von Aufständischen aus Pampesuna. DaS Hotel»Marie Christine", in dem sich etwa IbO Aufständische vor der Rückeroberung verbarrikadiert hatten, würbe von einem spanischen Kreuzer unter Feuer genommen. Die RegirrungStruppen beherrschen di« ganze atlantische Küste über Bilbano-iS nach Santander. Lesen Saragossa Die baskische nationalistische Partei hat sich nach einer HavaSmeldmrg der baskischen Volksfront angeschloffen. Ebenso'haben sich im ganzen BaSkengebiet die-Organisationen der baskische« Jugend den RegirrungStruppen und den Anhängern der BolkSfront angeschlossen. Auch die kata» lonischen Linksparteien haben sich zusammengeschlossen und eine 1000 Mann starke Abteilung unter Kommando eine- Kommunisten gegen Saragossa in Marsch gesetzt. Dieser Kampf- truppe schloffen sich auch asturische und katalanische Bergleute an, die zu der Bolksolhmpiade nach Barcelona gekommen waren. Die Bergleute führe» größere'Mengen Dynamit mit sich. RegierungSflugzeuge haben bei Saragossa«in Flugzeug der'Aufständischen abgeschossen und di« Aufständischen auf ihrem Marsch bombardiert. Zwei weitere Bombenflugzeuge der Regierung find in Barcelona eingetroffen. In Barcelona arbeiten die. metallurgischen Werke Tagend Rächt an der Herstellung von gepanzerten Automobilen für die Miliz. HavaS meldet aus Barcelona, daß Freitag nachmittags 3000 Freiwillige der antifaschistischen Miliz nach Saragossa abgegangen find. Eine andere 2000 Mann starke Abteilung ist in die Gegend. von.Ta r r a g o n a entsendet worden. Eine dritte Abteilung in der'Stärke von 3500 Mann wird SamStag atgehen. Alle drei Abteilungen find hinreichend mit Munition, versorgt. Außerdem begleitet sie ein Zug schwerrer und leichter Artillerie Und eine FlugzeugeSkadrill«. Sie werden„vorsichtig" ' Die Aufständischen halten nördlich Madrid dle LinI« Pampelana— Logrono— Burgos. In letzterem Ott« hat sich eine provisorische Regierun« der Aufständische» mit General lk a b a n r l. la S au der Spitz« konstituiert. .. Der Kommandant der Nordarmee der' Putschisten, General M o l l a, hat in einem Ptcsseintervietv»»gegeben, datz der Putsch schon lange vorbereitet war.«ach seine» worttn gehen die Aufständischen überall„sehr vorsichtig". vor und lassen sich in keine neuen Kämpfe tziktt solange fie uicht die Bersprgung ihrer Ppp» tionen gesichert Halen. Bezüglich der Einnahme von Madrid erklärte General Molla, daß es besser sei, die Stadt durch Aushungerung als durch Kanonen einzmiehmen. Die Zeit arbeite für di« Aufständischen. Sevilla bedrängt Im Süden scheinen di« Ausständischen in Sevilla hart bedrängt zu werden. Der Radiofender von Sevilla, durch den di« Aufständischen ihr« Nachrichten verbreiteten, hat Freitag vor» mittag völlig geschwiegen. I» Gibraltar wird dies als ein schlechtes Zeichen für die Putschisten angesehen. Bon Negierungsseit« Hai der Innenminister im Rundfunk mitgeteilt, daß General Oueipo de Llano, der Führer deS Aufstandes in Sevilla, von NegierungSabteilungen in einer Berstadt SevillaS belagert werde und zu flüchten beabsichtige. In einer der letzten Meldungen deS- aufständischen SenderS war noch verkündet worden, daß die Heeresgruppe, hie von Sevilla ans gegen Madrid marschiere, noch 100 Kilometer von Madrid entfernt sei. Truppentransporte aus Afrika hur auf dem Luftwege? Wie das„I ourna I" aus Tanger meldet, beheüttk'M Anwesenheit''der shäjifschen' Regierungsflotte im Hafen-von-Tanger- upd in der Meerenge von Gibraltar eine beträchtliche Behinderung des Generals Franco, der sich der Handelsschiffe, die er in seinem Besitze habe, nicht bedienen könne. Für den Truppentransport von Afrika nach Spanien sei General Franco gezwungen, den Luftwegzu henühen. Selbst bei den 130(?) Flugzeugen, über die General Franco verfüg«, und wenn man annehmen wolle, daß alle 10 Minuten ein Flugzeug starten könne, käme man höchstens auf den Transport eines Bataillons pro Tag. Bon den Pari-.- Die wiederholten Nachrichten der Rechtspresse, dass die französische Regierung ihre Zustimmung zur Lieferung von Waffen und Munition an die spanische Regierung gegeben habe, haben in konservativen Kreisen große Erregung hervorgerufen. In der Kammer, und im Senat wurden in dieser Angelegenheit I n t e r p e Hatto n e n an die' Regierung angekündigt.- Die amtlichen Stellen wahren in dieser Angelegenheit vollkommene Diskretion. Im Luftfahrtministerium wird, wie„Paris Soir" meldet, zugegeben, daß vor den jetzigen Ereignissen in Spanien die spanische Regierung bei den französischen Flugzeugkonstrukteuren eine., Bestellung von Flugzeugen gemacht und daß di« französische Regierung seinerzeit-ihre Zustimmung zu dieser Angelegenheit gegeben habe.- An politischen Stellen der Linken heißt cS, daß die-private Waffenlieferung an die legale Regierung eines fremden Staates nur dMch einen 40.0.00 Mann, die sich vor den Ereignissen in der spanischen Marokkozone befanden, habe General Franco zur Zeit erst 6000 bis 7000 Mann nach Spanien transportieren können. Urei Richtungen unter den Putschisten Die Zeitschrift„Le Iour" behandelt ausführlich die einzelnen politischen Komponenten der neuen RevolutionSbewegung in Spanien. Die Programme der einzelnen politischen Rechtsparteien seien sehr verschieden. So wollen die C a r l i st e n die Monarchie mit Alfons XIII. oder Carlos von Navarra an der Spitze, die Fasch i st e» sind für die Erhaltung der republikanischen Staatsform mit einem Sohn des Generals Primo de Rivera, Antonio, an der Spitze, die Generalsgruppe ist entschieden für die Militärdiktatur, wenigstens für die nächste Zeit mit General Franco oder Mola an der Spitze, Weitere Kriegsschiffe nach spanischen Hflfen Die Großmächte setzen die Entsendung von Kriegsschiffen in spanische Häfen zum Schuhe der Ausländer fort. Italien hat nach Barcelona zwei und nach Tanger drei Kreuzer entsendet. D eutschl an d. hat gar zwei Panzerschiffe „Admiral Scheer"'und„Deutschland" nach Spanien ensseWet, die allerdings«rst in eilten Tagen-dort«üttreffen'köNNett.' ssr ckAl r kl ch hat seinen verschiedenen diplomatischen und Kon» sularvtzrtretungen in Spanien zwei Kreuzer, drei Zerstörer und eine Torpedoböotflottille zur Verfügung gestellt. Der-amerikanische Kreuzer „Oakland" ist ebenfalls auf dem Weg von Cherbourg nach Spanien; namentlich der amerikanische Konsul in Malaga hat um die Entsendung eines^Kriegsschiffes gebeten, i Der tschechoslowakische Konsul in Barcelona teilt mit, daß die dortigen Ereignisse die tschechoslowakische Kolonie keineswegs berührt I haben. Frankreich liefert der legalen Regierung Waffen? Beschluß des Völkerbundes im Falle einer gemeinsamen Verletzung des Völkerbundpaktes verboten werden könne, was bei Spanien n i ch t der Fall sei. Der„Figaro" erklärt, daß ein spanisches Schiff nach Mars ei Ile, und ein zweites nach Bordeaux gefahren seien, um dort Waffenvorräte an Bord zu nehmen. AI Robles von der Grenze verwiesen P a ri S. HavpS meldet auS Bayonne; Der Führer der spanischen Konservativen Partei Gil R o t l e S, der sich seit mehreren Tagen in Biarritz aufhält, ist wegen der Entwicklung in Spanien von den französischen Behörden aufgefordert worden, diese Grenzstadt zu verlassen und sich ln«ine andpre, von der spanischen Grenze 100 Kilometer entfernte Stadt zu begeben. Frankreichs Verbündete werden Informiert London, siser französische Außenminister Delb-oS empfing nacheinander den polni sche« und den-sowjtztrnssischen Bot schafter und den t s ch e ch o s l o w a k i s ch e n, rumänischen und'jugoslawischen Gesandten und- infermierte sie über die Ergeb nisse-der- Konserenz. der Loearnoftaaten, die in dem Bestrsben.den europäischen Frieden durch ein allgemeines Abkpmytr»/»» festigen, gipfeln.- Delbos teilt« tnSbesondete dem tschechoslo- wakischen-Gesandte^ Jan Masarqk mit, daß tung zu diesem-Verbrechen--angeklagt'waren, Sozialdemokratischer Erfolg im Osten Die Niederlage des finnischen Faschismus Zum zweiten Male innerhalb iveniger Jahre ist der siiinlfche Faschismus geschlagen worden. Diesmal, so ist die allgemeine Auffassung in Finnland, entscheidend! Die finnische Sozialdemokratie, noch vor kurzem in einer schwe» ren Niedergangsperiodc ist nun stärker, als zur Zeit der Spaltung die Sozialdemokratie und die Kommuni st en zusammengenommen. Der finnische Faschismus, nach seinem Ausgangspunkt, dem finnischen Baucrnbczirk Lappo benannt, ist oft mit dem Austrofaschismus verglichen worden. Wie in Oesterreich hat die Partei des bürgerlichen Konservativismus die Lappobewegung als Druckmittel gegen die Arbeiterbctvcgung großgezüchtet. Wie in Oesterreich sind eS vorerst die agrarischen Gebiete, lvelche dem Faschismus die Masse stellen. Wie in Oesterreich erscheint als Ausgangspunkt deS Faschismus eine Rebellion des flachen Landes gegen die rote Stadt. Wie in Oesterreich erfolgt auch der große erste Ansturm des Faschismus um die Wende der Jahre 1020 und 1080. Finnland war aus der Revolution von 1017/18 als demokratische Bauernrepublik her- vorgegangcn. Aber diese Revolution, eine nationale Revolution, vollzog sich unter den schwersten Erschütterungen. Die kurze Herrschaft der "Bolschewin geht im Bürgerkrieg unter, deutsch» Truppen im trauten Verein mit den weißen Banden deS berüchtigten Generals Mannerhcim massakrieren die Arbeiterbewegung. Aber in der Bauernschaft war noch die alte demokratische na- tionalrevölutionäre Ideologie lebendig und sie verhinderte die volle Ausnützung des Sieges der Weißen im Bürgerkrieg. Doch je mehr sich die Demokratie festigte, je rascher sich der Wiederaufstieg der sozialistischen Bewegung vollzog, desto rascher näherten sich auch breite Schichten der wohlhabenden Bauernschaft der reaktionären Bourgeoisie. Die Agrarreform hatte die Klassengegensätze im Dorf verschärft. Die Dorfarmut, eben aus der Hörigkeit befreit, schließt sich immer stärker der Sozialdemokratie an. Gleichzeitig wirkte sich die Angst vor der russischen Revolution aus. Der finnisch«/Bauer, dem die Ruffenangst noch von der Ruffenherrschaft her in den Knochen sitzt, bangt vor dem Schicksal des Kulaken. Aus dieser Angst heraus schlug der alte nationalrevolutionäre De- mokratismus der Bauernschaft in einen sturen, wild um sich schlagenden Chauvinismus und Anti- sozialiSmS um. Seit den Tagen des Bürgerkrieges bestanden die weißen SchützcnkorpS des Generals Manncr- heim. Um die Bauern mitzurcißen, verbreitete d:e weiße Soldadeska die Bolschcwikcnpanik unter den Bauern. 1023 wurden auf Befehl der Regierung .Hunderte Funktionäre der kommunistischen Partei, darunter die qesamte Parlamentsfraktion verhaftet. Die Sozialdemokratie erzwang nun die Auflösung des Rumpfparlamentes und zog gestärkt in das neue Parlament ein. Nach einer kurzen sozialdemokratischen Regierungsperiode gerieten die bürgerlichen Parteien imnier stärker unter den Einfluß der faschistischen Verbände. Anfang 1080 begann von Lappo aus di« terroristische Bauern- betvegung, die dem finnischen Faschismus ihren Namen gab. Der Höhepunkt war der Bauernmarsch auf Helsinki und die erzwungene Ernennung des Bauernpolitiker Svinufhuds zum Regierungschef. Trotzdem gelangte der finnische- Faschismus nicht zum letzten vollständigen Sieg, Denn,. wieder ähnlich wie in Oesterreich spielen für den finnischen Faschismus außenpolitische Momente eine überragend« Rolle, Zwei. Einflüsse sind es, die hauptsächlich sich in Finnland geltend machen: der swMnavische vom Westen, der russische vom Osten.' Gerade m den entscheidenden Jahren, ging in Skandinavien eine Reaktionsperiode zu Ende und es begann die Serie der politischen Erfolge der skandinavischen Arbeiterbewegung.-Aber auch Rußland beginnt seinen Schrecken zu verlieren"'Es erringt seinen Sieg des ersten FünfjahrplaneSi Doch das am stärksten hemmende Moment ist das Vorhandensein- einer starken nationalen Minderheit,-nämlich der schwedischen. Zahlenmäßig ist die schwedische Mistoritäi ungleich weniger bedeutend als- durch ihren- wirtschaftlichen- Einfluß. Die Seite S SamStag, 25. Juli ISS« Nr. 172 schwedische Minderheit ist zum großen Teil in der schwedischen Volkspariej. emer durchaus bürgerlichen, durchaus konservativen, ja reaktionären Partei organisiert. Aber das schwedische Bürgertum in Finnland weiß sehr genau, daß. eine Preisgabe der Deniokraiie am schärfsten die schwedische Minderheit trefseir. müßte. Ans der anderen Geste-erschöpft da« politisch unfruchtbare,'sogenannte „Echtfinnentum" des finnischen ThauviniSmuS die reaktionären Energien der finnisches Bourgeoisie und der Großagrarier. Die finnische Bourgeoisie, gezwungen teils'ans Konkurrenzgründen,-teils weil das„Echtfinnentum" ein besseres Band zwischen den einzelnen sozialen Schichten der finnischen Rechten erscheint als die offene Sozialreaktion, ist zwar gezwungen mit. den echtfinnischen Wölfen zu heulen, läßt doch die Rücksicht auf die wirtschaftlich'übermächtige Fraktion des schwedi- schen Bürgertums eine verschleierte Halbdiktatur einem osfenemFaschiSmus vorziehen. Dadurch^un, daß der finnische Sozialismus in der Sprachenfrage national neutral'ist, konnte er die demokratischen Elemente beider Nationen an sich ziehen. Am stärksten aber gegen den finnischen Faschismus und für den Sozialismus erweist sich aber die außenpolitische Entwicklung. Die Zusammenarbeit der Arbeiter und Bauern in den anderen skandinavischen Ländern kann selbst auf die finnischen Agrarier nicht ihre Wirkung verfehlen. Und mm; kommt noch dazu, daß sich die s k a n d i n a-> vische Orientierung des sinnt- s ch e n S o z i a l i S m u s auch noch als der einzig mögliche Ausweg der, finnischen Außenpolitik erwies. Mit Hitlers Sieg haben die deutschen „Ostraum"-Aspirationen wieder begonnen. Rosen-! berg nimmt die alten Ludendorfsschen„Baltikum-- Pläne" wieder auf. Der„baltische Block" unter Führung Deutschland-Polen ist der Wunschtraum der deutschen Ostpolitiker. Man erinnert sich an den Besuch des polnischen Außenministers Beck in. Helsinki. Der finnischen Bourgeoisie wäre die, „deutsche Orientierung" an sich nicht unsympa-, thisch. Zwischen General Mannerheim und der; deutschen Ostpropaganda spinnen sich neue Fäden., Aber Hitler ist weiter als Kronstadt. So ist die deutsch-russische Zange der Angsttraum des finnischen BiirgeriumS. Und zwischen der Zange von Ost und Süd findet sich nur der Ausweg nach Westen: die skandinavische Orientierung. Und diese Orientierung ist das alte außenpolitische Programm des demokratischen Sozialismus in Finnland. Bewußt unterstützte die skandinavische Arbei- terbewegung diese Richtung Finnlands. Zur Arbeitertagung in Finnland erschienen korporativ die Ministerpräsidenten der skandinavischen Staaten und gaben so der Tagung den Charakter einer skandinavischen RegierungSkonferenz, den auch die finnische Regierung S i,v i.nuä.1i_iücht ignorieren kann. Ihr Außenminister H a ck z e l l, schon, durch den Besuch Becks und die Entwicklung,.in.den anderen baltischen Staaten stutzig gemacht, benützte nun die Gelegenheit, die skandinavische Orientierung als offizielle Außenpolitik Finnlands zu deklarieren und Präsidentenbesuch und Königsvisite zwischen Stockholm und Helsinki unterstreichen noch die wiedererneuerte Freundschaft. Kommt so der finnischen Linken die außenpolitische Entwicklung zugute, so wirkte sie umgekehrt zuungunsten der Lappo. Nach der ersten Wahlniederlage der Lappo im Jahre 1988 hatte sich die Lappobewegung als„Baterländische Volksbewegung"(JKL) von der„Sammlungspartei-", der.reaktionären Mutterpartei, abgespalten. Die kehle Wahl muhte also zum Prüfstein sür 48 X Wir suchen ein Land Roman einer Emigration Von Robert Grötzsch Copyright by Eugen Prager-Verlag, Bratislava. Aber hier war es still und schön. Wozu das Gerenne? Wegen ihrer Arbeit, ihres Studiums, ihrer Doktorarbeit? Lebendig und sprechend lagen die Steine vor ihr: dunkler Schiefer mit hellen, kristallenen Pünktchen, braunrot verwittert, kristallisierte Klumpen, aus grauem Quarz herauswachsend... Sie griff zu ihrem Notizbuch,/ blätterte, warf es wieder znr Seite, fuhr über das zottige Fell des schwarzen Hundes, der neben ihr int Schatten schlief, rollte die Versteinerungen mit den Farrenabdrücken zur Seite, die ihr Geo- legie-Professor zerklopft und mikroskopisch untersucht" hätte. Wozu das alles? Damit in Europa, noch ein Doktor der Naturwissenschaften herumlief? Noch einer mehr? Alles, was sie daheim in den letzten Monaten und Jahren erlebt, bäumte sich in ihr hoch auf. Was kam es für diese Welt auf das Buch eines Mädchens an, dar sich mit albanischer Gesteinsbildung beschäftigte und damit, ob dieses Gestein auch Eisen zeigte oder Schlackenspuren silberhaltigen Bleis? Ob der Schiefer runde, weich modellierte Berge erzeugte? Woraus sich der Diluvialschutt in diesem Karstterrsiin zusammensetzte und wieso der Kalkstein jurasisch-kretazisch war? Ein Doktor mehr... während man in Länder» alter Kultur die größten Gelehrten verhöhnte, weil sie vom Wissen mehr hielten als von dumpfem Glauben!-■ Mit einem Ruck riß sich Eva empor, rieb sich die Augen, vor denen weiße flimmernde Pimkie tanzten. Im Kopfe lastete dumpfer Druck. Saß es ihr schon in den Gliedern, das Fieber, die eigene Kraft der finnischen Faschismus werden. KÄurch,. daß'hie- JKL.an- die alte'Sammlungspartei-verlor, die Sozialdemokratie' aber nun neuerdings-ihrem Wahlsieg vön 1983 einen zweiten ebenso' großen hinzufügie, erwies, sich der Bruch der faschistischen Welle. Für die Regierungsbildung,.die beim Zusammentritt deS Reichswges im Herbst dadurch; aktuell wird, daß auch die Partei des-finnischen Ministerpräsidenten Kibimaki Mandate etngebüßt hat, kommen theoretisch drei Möglichkeiten in Betracht. Eine Koalition zwischen der schwedischen VolkSpariei und der Sozialdemokratie, welche zusammen eine stabile Mehrheit haben und die nationalen Fragen bereinigen könnten, Als zweite Die Syndizierung der Textilindustrie In der Sammlung der Gesetze und Ber- . ordnungcn vom 98. Juli 1988 wird die Regierungsverordnung Nummer 298 vom 9. Juli .„ 1V3S. verlautbart, welche die gesetzliche Grundlage der. Textilsyndikat«. enthalt... Wann wird ein Syndikat errichtet? Ein Syndikat in einem Zweige der. Textilindustrie wird dann errichtet, wenn es Betriebe verlangen, die mindestens, drei Viertel der Gesamtkapazität, des Umsatzes, des Rohstofsver- brauches, der Erzeugungsmenge,, der Lohn» und Gehaltssumme oder der.Gesamtzahl der.Beschäf- tigten vertreten. Diese Mehrheit muß mindestens ein Viertel aller Firmen umfassen. Gegen die Errichtung eines Syndikates können 18 Tage nach der Kundmachung im Amtsblatt Einwände erhoben werden. Wenn diese abgelehnt werden, erhält das Syndikat nach weiteren 39 Tagen die, amtliche Beglaubigung. vor dem man sie gewarnt? Die NachmittagSsonne schwand im Südwesten. Ringsum erglühten weißgraue Gipfel in dunklem Rot; aus den Tälern krochen tiefblaue und violette Schatten an Bergwänden empor. ' Uber die Matte schlenderte Laska, einen kleinen Korb mit gewaschenen. Trauben in den Händen. Um sein schwarzes Schnurrbärtchen.spielte verhaltene Freude. Diese Trauben waren die ersten des Jahres; langsam reisten sie hinten- am Spalier des Hauses. Er ließ sich neben Eva nieder, und während-sie die großen blauen Beeren zwischen den weißen Zähnen zerplatzen'lieh, sagte sie so hastig, als gelte es, einen raschen Entschluß festzunageln:„Laska, wenn ich nun hier bliebe — bei euchl",' Sein Mund erstarrte" im Kauen. Kein Muskel zuckie im Gesicht. So schnell- konnte er nicht den«" len, wie dieses Wort gesprochen wav.' Über, seine braunen, ruhigen Augen zog ein dunkler Schleier. Was sollte er ihr sagen? Drüben- wartete Prenni, seine Versprochene, und in einigen Tagen würde er vielleicht in Djakzur sein, Hi Blutfehde mit-.den Mihals— nichts konnte er dem weißen Mädchen sagdn. Er schüttelte nur /langsam den Kopf und"aß weiter. ,",Warum nicht, Laska?' Auch ich kann von. Maisbrot-leben und Milch., Ich bin nicht reich, aber für eilt Jahr bei euch habe ich Silbergeld." Er schüttelte abermals den Kopf, sah über sie hinweg ins Weite und sagte:„Wir müssen in deine Heimat"gehen. Es gibt keinen anderen Weg für unS."....-.>...,|...•■■ Sie richtete sich in den Knien hoch. Da war er wieder, dieser kindliche KnabentraumI„Du weißt nicht, was-du sprichst- Laska! Ich habe keine Heimat! Ich gehöre zu den denkenden Menschen; ich gehöre einem Volke an, daS man seit zweitausend-Jahren.immer-wieder heimatlos macht; ich gehöre,zu denen, die an Vernunft und Menschlichkeit glauben, und die haben in meiner bisherigen Heimat nichts zu suchen, verstehst du -Möglichkeit eine Koalition zwischen der Sozialdemokratie und der Agrarpartei nach, dem Muster der, skandinavischen Arbeiter- und Bauernkoalitionen. Die größte Wahrscheinlichkeit aber hat die Bisimng'einer Bürgerblockregierung der.Estnischen Parteien mit Ausnahme der offenen Faschisten (JKL) in Zusammenarbeit mit der schwedischen BolkSpartei,,da ungeachtet dtm Gegensatz-zwischen -dem„Echtfinnentum" und den Schweden dieser Bllrgerblöck eine sozial einheitliche Struktur aufweisen tvürde. Finnland kehrt somit zu einem konservativen, aber unter demokratischen Kautelen arbeitenden Regime, zurück, Di?.Tage der verschleierten Diktatur des Halbfaschismus scheinen nun zu Ende.. Aufgaben des Syndikates Das Syndikat hält die gesamte Erzeugung und den Absatz in Evidenz, ES kann, die Erzeugung kontingentieren oder sdnst regeln.(Diese Maßnahmen beziehen sich jedoch nicht auf die direkte Ausfuhr). Das Syndikat fetzt auch Zah- lungs- und Absatzbedingungen fest. DaS Syndikat sorgt mit geeigneten Mitteln für die Förderung..der. Ausfuhr, es trifft Maßnahmen, wodurch die guten Sitjen. des WettbüveroeS. gewahrt" und unlauterer PreiSdruck verhindert wird. Das Syndikat sorgt für die Regelung der Arbeit»- und Lohnbedingungen durch Abschluß von Kollektivverträgen. Es kann auch von den Behörden zur Mitwirkung bei Ein« und AuS- fuhrmaßnahmen betraut werden. Das Syndikat kann die Einhaltung- der Syndikatsvorschriften überwachen und. auch durch Bucheinsicht überprüfen, es ist auch berechtigt Revisionen vorzunehmen-."- Gegen gewisse Beschlüsse de» Syndikats kann eine zehnprozentige Minderheit Einwände erheben. Ebenso kann jedes einzelne Mitglied beim Handelsministerium" Klage führen und.. die Entscheidung einer Schiedskommission- anrufen. das?" Ihr Gesicht zeigte eine Wolke über den Augen und das Profil eines trotzigen Kindes. Hilflos ließ sie die Arme sinken: ach,, wie sollte er das verstehen; sie sprach ja nicht zu ihm, sondern gegen einen Feind, der unsichtbar über die Berge geisterte. Von oben her nahten zwei Frauen: eine alte, grauhaarige, die von einer jungen geführt wurde. Breite glänzende Metallbeschläge schnürten die Taillen ein. Die Augen der Men waren rot und geschwollen.'Sie ließ sich vor Eva nieder und küßte ihre Hände.„Medizine", bat sie. Die Junge trug ein. geflochtenes Körbchen, griff hinein: Steine. Das ganze Tal wartete. Eine alte Sage ging Yon Mund zu Mund: Wenn ein Sommer käme,, so heiß, daß Sträucher und Beeren und Ernte verdorrte und die.Maleija hungerte, würden Berge ausbrechen und den armen Mgltsoren unerhörte Schätze schenken und reich würden sie, reich und mächtig. Der Mais dorrte, die Beeren» erMe-war, verbrannt— wann brachen die Berge auf? GeMrlich glommen die Augen derJungen. Eva sah dies Glimmen auch in den Augen der anderen, die" ihre glitzernden Brocken heran» schleppten,. Im Hause auf einem Kiffen hockte der Oheim und flickte Opanken. Die Mutter standin der Tür,- drehte den Fähen.'vom Alachsstock auf- die Spindel und sah zum Feigenbaum hinüber. -„Die Schweine werden im Mai» stehen und er hat die Augen bet der fremden Frau", murrte der Oheim.„Sie- muß fort.", Die Mutter wandte sich voll zu dem Blinden. „Willst du den Gast vertreibest? Kann sie. dafür, wenn ein Mann so die Gitte vergißt?'Schlimm für die Männer, daß sie so gern Äuget» haben für.fremde Frauen!" Der Blinde riß den Riemen durchs Lebed. „Drei Tage ist sie bet uns. Wo bleibt man so lange zu Gaste? Vielleicht bat sie ihn behext... «I zar>ai;vx ,kuvv zvq;(pm aij stpvW Gott lästern, wenn plötzlich Steine angebetet Kabinett Blum fährt Investitionen durch Paris. Die Deputlertenkammer genehmigte einmütig mit b89 Stimmen den Regierungsentwurf betreffend die Durchführung von JnvestitionSarbeiten und ermächtigte die Regierung, durch kurzfristige Anleihen v i e r Milliarden Franc» zur Durchführung der JnvestitionSarbeiten im heurigen Jahre zu beschaffen."" Kollektivvertrag für die Land* wirtschaft Paris. Die restlichen Konflikte-in den länb» wirtschaftlichen Bezirken in der Umgebung- der Hauptstadt wurden in der Nacht auf Freitag durch ein" allgemeines Abkommen geregelt, das zwischen dem Zentralverband der landwirtschaftlichen Arbeitgeber und dem Gewerkschaftsverband der land» wirtschaftlichen Arbeiterschaft im LandwirtschäftS- nunisteriuin unterzeichnet wurde. Den landwirt- schafrtichen Arbeitern wurden die Löhne um-12 bis 18 Prozent erhöht; eine Paritätskommission wird eventuelle weitere"Konflikte schlichten." Jedes Syndikat, erhält einen RegierungSkommis» sär, der an allen Perhandlungen de» Syndikats teilnimmt und Beschlüsse sistieren kann. Textilteirat Beim Handelsministerium wird ein Textilbeirat errichtet, der- au» einer Erzeugung»- und einer Absatzgruppe besteht. Mtglteder der Erzeugungsgruppe de» Beirates sind zehn Pertke- ter der Unternehmer, welche vom' Handelsmitii« ster ernannt werden und zehn Vertreter"der Gewerkschaften, die voM Fürsorgeminister ernannt werden. Die Absatzgruppe besteht au»"sieben Vertretern der-Textilerzeuger(vom Handelsminister ernannt) zehn Vertretern des Textilhandels und drei,(vom Fürsörgeminister ernannten) Vertretern- der Genossenschaften. Außerdem-gibt e» Mitglieder- mit beratender Stimme, darunter auch-vier Vertreter der Gewerkschaftszentralen. Reugründungeu nur mit Bewilligung- Die Anmeldung von Textilgewerben und Neueröffnung von Textil-BetriebSstätten unterliegt der Genehmigung der Gewerbebehörde. Die Behörde hat hiebei das Syndikat sowie die Gewerkschaften anzuhören.- Geltung bi» Ende 1949 . Die Verordnung triH mit dem Tage der Verlautbarung, jn. Krast„msi> gilt bis zum gl. DezömkemÄD. Die Durchführung-- obliegt dem Handelsminister im Einvernehmen Mit den Ministern für soziale Fürsorge, Innere», Rational- verwidigung und. den übrigen beteiligten- Ministerien. Der Präsident der Republik empfing am Freitag den" österreichischen Gesandten Dr, M arek, ferner den ehemaligen Präsidenten der Republik Kolumbien, Gesandten Dr. Olay Her» r e r a und hierauf den englischen Ehargö d' asfai- reS B e n t ö n. Schließlich empfing der Präsident den Senator" O ls so n" für den internationalen Abststieuzlerverbgnd(International ordre of good wmplars), der sich in,Begleitung de- Vorsitzenden der tschechoslowakischen Sektion- Wittenberg einfand. werden!—-IHV"Lachen, ist so,hell wie das.einer Hexe! Wenn ich nur sehen könnte!" IM Jahre, da die Gewehre über die Grenze kamen, hat" er im Tale der zehn Quellen eine Hexe mit.,gestellt; er weiß! wie sie aussehen. .„Sie"ist keine Hexe", sagte die Mutter. „Ihre Finger sind schmal-und zierlich und-ihre Augen haben abends dieselbe Farbe, wie- früh," Der" Alte lachte trocken; es klang wie raschelndes Laub. Weihergeschwätz.„Du mußt mit Laska reden, Kato. Drüben die Mihai warten auf Antwort. Oder soll wieder Blut über un» kommen?".-. Die Mutter"hatte sich neben"den Men auf einen-Schemel gesetzt.„Zweimal" habe ich mit ihm geredet", sagte sie,„aber- seM Ohr ist hier und er— er pflügt im Bojanafluß... In zwei Tagen müssen die Schafe Nach Skodra. Viermal Wird es Tag und Nacht, ehe er zurück ist.;. Und ihre fremden Speisen sind bald nicht mehr'?., Hast du schon Weißhäutige gesehen, die unser Kukuruzbrot länger als eine Woche essen konnten?" Sie war aufgestanden, rührte bett' gog- hurt an und. trug ihn hinaus zu Eva, denn der Abend brach herein... In dieser Nacht hörte Laska auf feinem' Fell des Oheims Atemzüge, lange, lange.-Er mußte viel denken, Pie.goUchaarige Frau- hätte, schwere-' Worte gesagt",-."." Vielleicht war ihre Sippe dicheün. in. Djakzur und sie mußten, beide-weif' fort reisen, vielleicht bi» über da» große-Meer. Sagte man nicht In der Prokletija: Der Mutige durchwatet da» Meer zu Fuß! Nie würde er sie allein ziehen lasse», ohne sie würde sein Kopf .immdr dunkel bleiben und seine Beine lahm... Und i» zwei Tagen sollt» er die Schafe nach Skodra treiben;, vor Wochen schon hatte er da» -der Mutter versprochen... Er schloß die Augen, seine Schleier sah er wallen, blonde» Haar um- ihn... »(Fortsetzung folgt.X Die erhöhte Bautätigkeit der Hauptimpuls der geheuerten Industrlebeschüftiguns Der, Dankrat der Nationalbank, hielt, am Freitag seine ordentliche MonaiSsitzung ab. Dem vorgebrachten Geschäftsbericht entnehmen wir folgende»: Nach den vorhergehenden Wochen einer erhöhten internationalen politischen Nervosität beginnen sich in der letzten Zeit in der Außspsitua» tion be st im m'te^ Möglichkeiten einer Beruhigung erkennbar zu machen. Die WährnngSunruhe in den Ländern des Goldblocks läßt nach. In der Wirtschaftslage der Tfchechosiowa, lei herrscht nun eine verhältnismäßig starke, vornehmlich durch die rege Bautätigkeit verursachte Saison beleb ung vor. Der JnlandSabsatz bessert sich. Auf dem Geldmarkt bildete daS Hauptereignis die Emission der S ta a t S v e rt e I« d i g u n g S a n I e i h e, die unter Teilnahme dör breitesten Bevölkerungsschichten mit einem glänzenden Erfolg endete. Der EmiffionSerfolg zeugt indirekt auch von der ständigen Flüssigkeit des Geldmarktes. Der Kreditbedarf der Erzeugung wird ständig leicht gedeckt und HandelSkredit wird bei den Geldinstituten nur in, g e r i n g e m Maße angefordert. DaS Interesse an Hypothek» und Bckstkrediten belebt sich. Den Hauptimpuls der vergrößerten Jndu- striebeschästigung im Inland bildet die b-e l e b t e Bautätigkeit und die hlemit verbundene Produktionszunahme in den Baufächern.. Sonst bält der allmähliche Depressionsrückgang auch in der übrigen Jndustrieerzeugung an. Die Arbeitslosigkeit sinkt schneller al» im Vorjahr. Aus Exportkreisen treffen ständig Beschwerden über diebedeutendenExport- s ch w i e r i g k e I t e n infolge der internationalen Dumpingkonkurrenz und der Devisenhemmnisse ein. Der Umfang de» Juni-Außenhandels bewegte sich ungefähr auf dem Vorjahrsniveau, wobei die Rohstoffeinfuhr sowie die Ausfuhr von Fertigprodukten wiederum höher al» im vergangenen Jahre war. Die Gliederung des Exportes erfaßt ständig entferntere Märkte und verschiebt sich auch vom Devisenftandpunkt auf Länder mit freiem Transfer. Die Kurseniwicklung der tschechosiowakischen Devise war in diesem Zeitabschnitt unverändert ruhig. Nr. 17S SnmStag,' 28. IM 1936 Seit« 3 fudeiendeutscficr Xcitspiegcf Abg. Dr. Neuwirth als Kurier Dr, Boträek, Verteidiger der,.Prager PresSe", freigesprochen Prag.(Eigenbericht.) Vor dcmBczirkS- gericht fand heute die Schlußverhandlung itt dem Beleidigungsprozeß statt, den der Abgeordnete und Anwalt der SdP Dr. Neuwirth gegen den Prager Rechtsanwalt Dr. B o u i c I wegen Beleidigung angestrengt hatte. Der Prozeß endete mit der Abweisung der Klage. Diese? Urteil ist um so interessanter, dies das Gericht von sich aus, ohne daß der Bcltagte den Wahrheitsbeiveis an» getreten hätte, Ermittlungen über die Vorwürfe ängestellt hatte, durch die sich Dr. Neuwirth beleidigt fühlte. Uitd diese Ermittlungenhatte» das Ergebnis, daß der gegen Dr. Neuwirth erhobene Vorwürf, er habe als K u r i e r in n a t i o n al- f-n-z ka'k-i'.ft'i'sch e n Dien st i n Geld nach -Wien.gebracht, sich als d e n Tatsachen en t- entsprechend herausstellte. Der Prozeß hat folgende Vorgeschichte: In einem der zahlreichen Prozesse, die Konrad Henlein gegen den Chefredakteur der„Prager Presse", Arne Laurin, angestrengt hat, brachte dessen Verteidiger Dr. Bouöek eine■ große Anzahl von Beweisanträgen vor, die von den Verbindungen zwischen der SdP und reichsdeutschen sowie österreichischen Nationalsozialisten handelten. Einer dieser Beweiranträge beschäftigte sich mit dem im Gerichtssaal anwesenden Dr. Neuwirth und besagte, daß diesep im Jüli 1984 nach Wien gefahren und den aus nationalsozialistischen Händen stammenden Betrag von 809.Ü9Ü Schilling(rund 1'/2 Millionen Kd) für das inzwischen verbotene nationalsozialistische Wiener Blatt„Wiener Neueste Nachrichten" nach Wien gebracht habe. An Wien wurde er von? dem Negierungskommissär, der inzwischen bei den„Wiener Neuesten Nachrichten" eingesetzt worden war, zur Polizei gebeten,, wo er das Geld abgeben mußte. Er habe beb dieser Prozedur«in Gesicht gemacht, als „habe er in eine Zitrone gebissen". Durch diesen Beweisantrag fühlte sich Dr. Neuwirth beleidigt und klagte Dr. BouLek. Dieser, vertreten durch Dr. Friedmann, lehnte es ab, für die"in dem Beweisantrag vorgebrachten Tatsachen den Wahrheitsbeweis zu führen, da es sich ja dabei,üM einen ganz anderen Prozeß handle. Er beschränkte sich därauf. seine Verteidigung dahin zu:'führen? daß et die'ihm all» Verteidiger seinem Klienten gegenüber" obliegenden Pflichten nicht" überschritten habe, indem er Dinge vorbrachte, die zur Prozeß-Sache gehören/ Das Gericht holte jedoch von sich aus eine Auskunft bei der Wiener Polizei-Direktion ein, die heute, im Verlauf, des VrozeffeS verlesen wurde und folgendermaßen lautet:• Zahl W. P. 8548/88 18. 6. 86. An dar Bezirksgericht für Strafsachen in P r a g. /In,Beantwortung der dortigen Anfrage vom 16. Mai 1986 beehrt sich die BundeSpolizei-DIrek- tion bekänntzügeben, daß auf Grund einer am.14. August 1984 vom Dr. Leonhard O l sch a als behördlich.bestellten Treuhänder" der Wiener Neue " Nachrichten-VerlagS-A.-G..und der Öesterreichi- schen Druck- und Verlags-Gesellschaft m. b. H. "in"Wien.VIII. etabliert,, erstattete Anzeige Erhebungen über die Funktionäre dec beiden llpter- - nehmungen Wäller Petwäidie und Genoffen "wegen Verdachte» der Veruntreuung von, ,899/999, "Schilling«ingeleitet" wurden: Dieser Geldbetrag Ivar"von der Anlage- uitd Verwaltungs-Union in Zürich,"als deffen Bevollmächtigter Dr. Han» Neuwirth, Rechtsanwalt"in Znäim, AuSstel- ' lungsstraße IS, auftrat, in Wien" an einer nicht nähte bekannten Stelle am 2, Juli" 1984 dem Anzeiger Drt Leonhard Olscha mit einem"weiteren Betrag don Schillingen 18:644.86 aurgefolgt. " Nach AuSfolgung der beiden Depot»" erklärte Dr. Olscha, daß" die von" ihm in der Anzeige geäußerten Verdachtsmomente" für' da» Vorliegen eiNer Veruntreuung hinfällig geworden seien und er keinen Grund: mehr hab«, die strafrechikiche " Verfolgung zu" beantragen." Damit ist eindeutig bewiesen, daß. Dr. sffeü- wirth^al» Ku r'te'r"für nati»n ä.l's.ozi a- sch«."Zwecke"tätig war" und In Wien als der Bevollmächtigte eine» jener Anstitüt« auftrat, die nationalsozialistische Zeitungen und"Bestrebungen' Im Ausländ"unterstützen...., . Der Vertreter Dr. NeütvirthS versuchte in der, heutigen. Verhandlung eine hgrmlosetEtklä- rung für die 899.090 Schilling zu geben, indem er..e,r.zäh l t«, daß Dr. Neuwirth lediglich als guter Freund de» Chefredakteurs der,„Widner Neuesten Nachrichten", gehandelt habe:.Die Tatsache /selbst vermochte: er- n atürl i ch-.nicht.zu leugnen../.' Insbesondere auf Grund dieser Beweise gelangte das Gichcht zu", dem fretsprechegden Urteil,:" das gleichzeitig eine moralische Verurteilung. des Henlein-Abgeordneten":"und«Anwalt»- darstellt. Dr." Neuwirth wurde überdies" zurTragüng der. gesamten Kosten vcktzxteilti' Vie Verurteilung der SdP durch die deutschbürgerliche Presse Die deutschbürgerliche Presse, die„liberale", die parteilich gebundene wie die bisher mit der »Zeit" nngcfährt gleichgeschaltetc, fährt fort, Herrn Henlein das bedeutend bescheidener gewordene politische Leben noch saurer zu machen. Wir zitieren vor allem dcü B r ü n n c r„Tages botc", der seinem vorwöchigen scharfen Angriff ans Henlein gestern abermals einen sehr kritischen Leitartikel folgen ließ, in dem es unter anderem heißt: „Unverständlich spät" Unverständlich spät wurde Dr. Brand der Sache zuliebe geopfert. Unverständlich, daß Henlein die von Dr. Brand angebotenc Opferung seiner Person nicht früher annahm, eine Entwertung der Handlung, daß Brand nicht früher so entschieden auf ihrem Vollzug beharrte. Der pshchologisch günstige Augenblick zu einer Bereinigung des Konfliktes auf dieser Grundlage wurde verpaßt. Zu lange hat der Druck auf Henlein und Brand gedauert, bevor dieser endgültig aus dem politischen Leben zurücktrat, als daß Brands Selbstaufopferung von jenem Nimbus umgeben wäre, den -sie ihm andernfalls hätte gewähren können. Auch Henlein hat sich durch viel zu lange Identifizierung seines Standpunktes mit dem Dr. Brands in eine sehr schwierige Stellung hincinmanövriert. Das alles hätte bei etwas mehr Voraussicht vermieden werden können. Ob sich die Opposition heute, nachdem sie eben einen so sichtbaren Erfolg errungen hat, mit " der Ausschaltung Dr. Brands allein zufrieden geben wird, bleibt abzuwarten. Es haben sich einige Personen bei den Auseinandersetzungen so stark exponiert, daß ein einvernehmliches Zusammenarbeiten zwischen ihnen und der so heftig befehdeten Opposition nicht leicht vorstellbar ist.. „rohrt sm Herzen der Partei“ Auch.die„Brüxer Zeitung", welche der SdP lange Zeit treu ergehen war und ihr kritiklos gcgenüberstand, spricht von Unzufriedenheit: Diese Unzufriedenheit der Massen, die auch die besten"und" verantwortungsbewußten Lente in den unteren Gliederungen der Partei " erfaßt'hat, ist w e i t w i chti g e r und bei " deutungsboller als der Angriff jener halbab« gefallenen Gruppe, denn sie zehrt am H erzen d e r P a r t e i, an der Festigkeit des Zusammenhaltes, für den sie zur Gefahr würde, weny ihre Ursachen andauern; sie be« einirächtigt auch das Verhältnis des Volles zu Konrad Henlein. Ihr vor allem gebührt die Aufmerksamkeit der Partei. Das Volk erwartet die ratende Tat von dem Mann, dessen Name und Person der Heimatbcwegung das Gepräge gab. Es hofft, daß sie nicht zu lange aufgcfchoben wird, und meint, daß cs gut wäre, wenn. Konrad Henlein vor den Entschlüssen, zu denen die Lage drängt, sich einmal auch mit ihm ausspräche. So eine Rundfahrt durch di« Städte und Bezirke, ohne den Stab, der ihn sonst begleitet, ohne die Ausmachung und Distanz sozusagen Henlein und seine Unteren Amtsleiter unter vier Augen allein, würde nicht nur die direkten Beziehungen der Führung zum Volke festigen, sondern sie könnte auch werwolle Beiträge zur richtigen Beurteilung der Probleme liefern, mit denen sich Konrad Henlein in nächster Zeit wird befassen müssen. ■ Für die Volksgemeinschaft geradezu verhängnisvoll Das' christlichsoziale.Jägerndorfer„Volk", welches allerdings schon früher treffende sachliche Kritik an der Henleinpartei geübt hat, meint: Die SdP ist nicht die erwünschte und von dem.Sudetendeutschtum ohne Unterschied der Parteirichtung angestrebte„Volksgemeinschast" und wäre sie es, dann verdiente dieses Wort aus dem deutschen Sprachschatz« ausgetilgt zu werden; denn das, was sich um die bekannte Ehrengerichtsaffäre abgespielt hat, spricht jeder„Vollsgemeinschaft" Hohn. Die Verhältnisse in der SdP, die sich anmaßte, das Sudetendeutschtum selbst zu sein, haben es klar und deutlich gezeigt, daß es ein unglückseliger Gedanke war, das an sich erstrebenswerte Ideal der Volksgemeinschaft für parteipolitische Zwecke zu mißbrauchen. Die Vollsgemeinschaft kann nicht durch den Kampf einer Partei gegen die anderen ausgerichtet werden, wie die Dinge heute liegen, sondern einzig und allein auf unpolitischem Gebiete in einer organisatorischen Gliederung der wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte unseres Volles. Eine selbst nur beiläufige Verquickung des kulturellen und wirtschaftlichen Aufgabengebietes der so erstrebten Volksgemeinschaft mit den Organisationsfragen und Führerkonflikten der " SdP muß für die Vollsgemeinschaft dort, wo sie sich in Ansätzen vbrfindet, geradezu verhängnisvoll werden. Es ist deshalb auch eine Schicksalsfrage der Schutzverbänd« wie Kultur« verband, Bund der Deutschen usw., ob sie sich den Totalitätsstrebern, der SdP entziehe oder einen mehr oder weniger verschämten Flirt mit..ihr eingehen. Man sieht also die kritischen Geister im Sudetendeutschtum regen sich. 82 Arbeiter aufs Pflaster geworfen Die Verhandlungen,.welche zwischen den Vertretern der Gewerkschaften und denen der Unternehmer am Donnerstag in Trautenau wegen der Entlassung von zweiundachtzig Arbeitern und Arbeiterinnen der Firma E t r i ch in Jun g b u ch geführt wurden, haben zu einem negativen Ergebnis geführt. Da», heißt: Die zweiundächtzig Menschen werden erbarmungslos brotlos gemacht. Dabei ist zu erwähnen, daß sich die Arbeiter des Betriebs bereit erklärt hatten, v er kürz t zn arbeiten, um ihren Kollegen den Arbeitsplatz zu erhalten I Die Unternehmervertreter gingen aber auf diesen Vorschlag "nicht ein, weil sie aus„RationalisierungSgrün- den" den Stand der Belegschaft herunterdrük- ken wollen, was dem Unternehmen einen erhöhten- Profit. gewährleistet. Nach unseren Informationen hat übrigens die sogenannte /.Volks- g«mein s ch a s t" an diesem brutalen arbeiterfeindlichen Akt großen, wenn nicht entscheidenden$utfU„ v Wie der„Führer* ; elnfache„Kameraden**behandelt Aus der SdP-Tagung in Eger waren, wie die„Zukunf/" Meldet, von der"Ortsgruppe B.« Krumn'.tt die Kameraden Tschunko, De- ns" e 1‘, N e u b a u e r und H Ü b st e r ver- treteN./Sie.'hatten Im Äuftraße der Gruppe ihre Sympathie,st" füv"Rudolf Kaspcr zum Ausdruck zu bringenmstd auch deswegenlbil Konrad Henlein, selbst vorzusprechen; um ein Eiiivexstehmen herbei. zusllhr«n..Nach langem Hin und Her gelangten die" vier Kastteräden richtig bis zu K o n r a d H e n- l ei».Sie. konnten,bei dem Gpjtöbersten«intreten", 'ststd'ihr Gebetleist hersagbn. hlls es glücklich her> aus war, wurden sie kurz gefragt: .«Run, sind Sie fertig?" Auf Ihr„Jawohl" erhielten sie den klaren Bescheid: „Sie können gehe», mit Ihne» sind wir auch fertigt" lieber diese.Behandlung sind die vier Kameraden ganz aus dem Häuschen geraten, so daß sie nach ihrer Heimkehr überall ihrem Unmut Ausdruck verliehen und mit großer Entrüstung erzählten, wie eS ihnen bei Konrad Henleist ergangen ist. Die gleiche Entrüstung herrscht nun bei den anderen SdP-Anhängern, soweit sie sich ein Rückgrat bewahrt haben.'Diese Spannungen werden in der für morgen anberaumten Amtswaltertagung des Kreises IX zum Ausdruck kommen. Ole Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonnt a g, 26. Juli, 14.80—14.15: ISO Jahr« mechanischer Webstuhl.<8. T e j e s s h- Aussig), Mittwoch, 29. Juli, 18.49—18.80: Ar. beitSMarkt— 18.20—18.40: Die Sanierung der Bergarbeiterverstcherung(Karl S ch m i d t-Teplitzi — 18.40—18.48: Soziale Informationen, Fr eit a g, 81. Juli/lS.88—18.45: Aktuelle zehn Minuten, Sonntag, 2. August, 14.80—14.48: Der Funktionswandel der" Gewerkschaften(Dr." Fritz P ö sa in e n t i er), Die Ausstellung in Gablonz a. N.,.Kultur und Arbeit im Jsergetirge"" wurde bi» M o n t a g, den 27. J.u l i d. I. v e r lä n g ert,,, Eine Kindeßleiche gefunden. Die uns au»"Araslitz: gemeldet wird;, fand dort eine Frau im Straßengraben beim sogenanNten Hanhäusetweg oberhalb der Bahnübersetzung eine Kindesleiche. Die Gendarmerie hat, die^Nachforkchungen nach der Kindesmukier eingeleitet, bisher aber noch keinen, Erfolg damit gehabt. Kauft tose der Arbeiter!ürsorge! Mit 3 KS kannst Du Beträchtliches gewinnen und dabei unterstützt Du Hilfsbedürftige! Ziehung am 27. Oktober 1936 Nächtlicher Einbrmhöversuch im Leitme- ritzer Kreisgericht. I» den frühen Morgenstunden wurde im Leitmeritzer KreiSgerickst der aus Nord- mähren stammende Balella festgenommen. Balella hatte in der Militärstrasanstalt Theresienstadt eine Strafe verbüßt und tvurde anschließend zur Verbüßung einer Strafhaft dem Leitmeritzer KrciSgericht zugeführt! aus der er tagsvorher entlassen tvurde. In der Nacht nun drang Baletka über ein drei Meter hohes Seitcntvr in den Hof ein, stieg die Feuerleiter am SchwnrgerichtSsaal empor und gelangte über die Seitendächer zu den Fenstern eines Zcugcnranmes. Durch den beim Einschlagen der Fenster entstehenden Lärni tvurde die Gefängniswache aufmerksam und der nächtliche Eindringling konnte festgeuounuen iverdcn.(Baletka wollte die GerichiSaltcn für ein Strasver- sahre» gegen ihn enllvcndcn.) Der deutsche Anteil an den Grossgemeiuden in der ESR. In der Tschcchoslotvakei gibt es insgesamt 104 Gemeinden, die mehr als 10.900 Einwohner zählen. Von diesen Gemeinden liegen 81 in Böhmen, 26 in Mähren-Schlesien, 21 in der Slowakei und 6 in Karpathcnrußland. Wenn wir diese Städte der Einwohnerzahl nach ordnen, ergibt sich, daß 67 eine Einwohnerzahl von 19.000 bis 20.000 aufweiscn, 80 eine Bevölkerung von 20.000 bis 50.000, zwei zwischen 80.009 und 100.000 liegen und insgesamt fünf mehr als 100.900 Vetvohncr auftvcisen. Bon diesen zusammen 104 Orten sind deutsch oder doch überwiegend dentsch insgesamt 81, während andere 20 beachtliche deutsche Minderheiten beherbergen, so daß schon daraus der starke Anteil des Sudetendeutschtums am Städtetvesen der Tschechoslowakei ersichtlich ist. Ilebrigens ein Anteil, der ehedem noch weit lräftiger in Erscheinung trat als heutzutage. Ausschreibung der wassersportlichen Wettkämpfe für das I. Atus-BundeSschwimmfest am 15. und 16. August im Schlotzgarten-Warmbad Teplitz.Schönau: Schüler: 8 bi» 12 Jahre 25 Meter Brustschwim- men, 12 bi» 14 Jahre 50 Meter Kraulschwimmen. Hallenvereine: 14 bi» 18 Jahre: Für Jugendschwimmer» und Schwimmerinnen je 50 Meter Brilst», Rücken-»nd Kraulschwinime». Schwimmer: 100 und 200 Meter Brust-, 100 Meter Riicken- und 100 und 200 Meter Kraulschwimmen, Schwimmerinnen: 100 Meter Brust-, und je 50 Meter Rücken- und Kraulschwimmen. Freitadvereine: Schwimmer: 100 Meter Brust-, und je 50 Meter Rücken- und Kraulschwimmen, Schwimmerinnen: Je 50 Meter Brust-, Rük- ken- und Kraulschwimmen. ,, Stafetten: Au» jedem Bezirk vier, und zwar Schüler, Jugend, Männer und Frauen. Schüler 12 bis 14, Hallenvereine männlich und weiblich 14 bis 18, sowie Männer und Frauen 4 mal 50 Meter beliebig. Ferner: 4 mal 50 Meter Kraul für Jugendschwimmer 4 bi» 18, 4 mal 50 Meter Brust für Jugendschwimmerinnen, 6 mal 50 Meter Kraul für Männer, 8 mal 50 Meter Lagen für Frauen, 6 mal 50 Meter Lagen für Männer, und zwar 2 Rücken-, 2 Brust- und 2 Kraulschtvimmec. Die Stafetten sind nur für Hallenvereine ausgeschrieben! Wasserballmannschaften: Aus jedem Bezirke können je zwei Mannschaften gemeldet werden: Schülermannschast von 10 bi» 14 Jahre, Schwim- merMNnschast über 14 Jahre. Spieldauer 2 mal 7 Minuten I Verpflichtung für jede gemeldete Mannschaft:. Eine 7 mal 50 Nieter Stafctzte beliebig! Pflichtsprüng«; 1. drei Srünge vom 8-Meter- Brett. Frauen: 1. Kopfhechssprimg mit, Anlauf (8 Meter) Arme hoch, 2. Kopfsprung aus den» Stand rücklings— Arme hoch, Brett beliebig"! 8. Abfaller gestreckt au» dem Stand, Arme ange>> legt. Männer: 1. Kopfsprung rückwärts. 2. 1% Salto mit Anlauf. 8. Abfaller gestreckt au» dem"Stand, Arme angelegt.. Kürsprünge: 1 vom 8 Meter Brett. Für Schausprünge— besonder» anzumelden für die Abendfeier— ist eilte 5 Meter und 10 Meter Plattform vorhanden! Schwimmbahnlänge: 50 Meter, Tiefe 8 bi» 6 Meter, 6 Startblöcke, Abgrenzung durch Korklei- n«n. Bedingung zur Zulassung zum Wettkampf: Männer— Bundesschwimmhose, Frauen— Roter Schwimmanzug mit Bundesabzeichen. Letzter Meldetermin: 1. August an Atus-Aussig a. E. Bahnhofsplatz 1.; Für den BundeSschwimmauSschuß: Leo Goldberger, m. v,— Robert Schramutel. m. P, Seite 4 SamStag, 25. IM 193« Rr. 178 Spanien in Flammen MTP Gibraltar, 22. Juli. Wenn man von der Europa-Route der schönen Autostraße, die zur befestigten Sitdspitze der Halbinsel führt, über die Straße von Gibraltar südwärts blickt, so kann nian oft mit unbewaffnetem Auge die Nordspihe von Spanisch- Marokko und vom Leuchtturm aus mit einem Fernrohr häufig Umrisse des Hafens von Cöuta sehen. Und wenn dort geschossen wird, so hört man es deutlich bis nach Gibraltar. Um Cöuta haben in den letzten zivei Engländer befunden hätten, aber es gibt keine Möglichkeit, sich Gewißheit zu verschaffen. Alle Telephon- und Älelegraphenverbmdungen sind unterbrochen, die Wege verbarrikadiert, die Brüllen in die Luft gesprengt, außerdem verhindern »schwerbewaffnete Patrouillen jeden Verkehr. Gibraltar, ist vösttg abgeschlossen., bis drei Tagen heftige Kämpfe getobt. In der letzten Nacht hörten wir stundenlang da» Getöse der SchisfSkanonen, ja» man sah sogar einen schwachen Feuerschein am Horizont, und heute früh erfuhren wir durch Mairosen eines britischen Torpedobootzerstörers, der von Tanger kam, einige Einzelheiten:' Seit Montag ist die Madrider Regierung bemüht, Spanisch-Marokko von dec iberischen Halbinsel völlig abzusperren. Dieses Unternehmen schien zunächst zum Scheitern verurteilt, da die Offiziere einer Reihe von spanischen Kriegsschiffen, die von dem spanischen KriegShafen Cadiz herkamen, mit dem Auftrag, Cöuta zu beschießen und jeden weiteren Transport marokkanischer Truppen nach dem spanischen Festland zu verhindern, zu meutern begannen. Ein Teil von den Schiffen nahm Kurs auf Tanger, ein anderer Teil auf Cöuta, um die Truppen des Generals Franco zu unterstützen. Dieses Vorhaben wurde jedoch in letzter Stunde von den Besatzungen der Kriegsschiffe verhindert, die sich weigerten, die Befehle der Offiziere auSzufilhren. ES ist, wie uns die englischen Matrosen erzählten, auf den spanischen Kriegsschiffen, die bereit» vor Tanger lagen, zu erbitterten Kämpfe» von Mann zu Mann gekomnien. Die Offiziere wurden gefangen genommen, nachdem eine Reihe von ihnen erschossen worden war, die Mannschaften bemächtigten sich der Schiffe, traten per Funk mit der Madrider Regierung in direkte Verbindung und bekamen den Auftrag, die Straße von Gibraltar abzusperren, um jeden Transport afrikanischer Truppen zu verhindern. DaS geschah bereits am Montag. Am Dienstag aber fuhren drei der spanischen Kriegsschiffe, die bis dahin zwischen Tanger und der Straße von Gibraltar hin und her gekreuzt waren, vor Cöuta, das sich vollständig in der Hand Francos und seiner Truppen befand. Und seit gestern tobt ein wilder Kampf um Cöuta. Einige englische Offiziere wollen mit Hilfe guter Fernrohre festgestellt haben, daß einige Bombenflugzeuge, die von Cöuta aus aufstiegen, Bomben auf die vor dem Hafen liegenden Kriegsschiffe abwarfen. Auch sollen einige Gebäude in der Umgebung des Hafens in hellen Flammen gestanden haben. Heute vormittag gegen elf Uhr wurde auf der Funkstatioü von Gibraltar die zweimal gestörte Sendung einer unbekannten Station aus Cöuta empfangen. Offenbar handelt es sich um Sendung eines Radioamateurs, der sehr leise und hastig in spanischer Sprache mitteilte, daß die Stadt und der Hafen noch immer fest in den Händen der Regierungsgegner sei, daß in der Stacht zwei Flugzeuge, in sehr niedriger Höhe fliegend, die Stadt bombardiert hätten und daß der Kommandostab einen großen Teil der Truppen südwärts marschiere» lassen, loeil mau be- fürchie, daß die Kriegsschiffe der Regierung versuche» würden, sich Rio Martins, des Hafens von Teiuan, zu bemächtigen, um von dort au» auf dem Landwege nach Cöuta vorzustoßcn. Noch innner kommen zahlreichcFlücht« l i n g e in. bejammernswertem Anstande in Gibraltar an. Auf Gründ ihrer Berichte scheint es sich zu bestätigen, daß sich die Gegend zwischen La Linea und Malaga, nachdem furchtbare Zerstörungen angerichtet worden sind, nicht mehr in den Händen der marokkanischen Truppen befindet, die am Dienstag in der Richtung nach Nord- westen abmarschiert sind, offenbar um Sevilla und Cordoba zu Hilfe zu kommen, die von den RegierungStrnppen und der Arbeiterschaft hart bedrängt werden. Auch Algeciras und Tarif» stich noch in der Gewalt General Francos und seiner Truppen. In der englischen Kolonie von Gibraliar herrscht große Besorgnis über das Schicksal einer Reihe von englischen Familien, die ihren Wohnsitz in Malaga, La Linea und Algeciras haben, und von denen man seit Tagen nicht» mehr gestört hat. Einige Flüchtlinge aus La Linea behaupten, daß sich unter den Verwundeten auch Die Stadt Bukarest für den TrlbUnenelnsturz haftbar Bukarest. Der Strafprozeß gegen die wegen des Tribllneneinsturze» am 8. Juni d. I. angeklagten städtische» Funktionäre, Unternehmer und Arbeiter wurde am Freitag beendet. Mit Ausnahme eines angeklagten Ingenieurs, der freigesprochen wurde, wurden sämtliche anderen neun Angeklagte, darunter ein Vertreter de» Bürgermeisters von Bukarest und der Chefarchitekt der Stadt Bukarest zu Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und anderthalb Jahren verurteilt. Die Verurteilten sind weiters zu einer Schadenersatzleistung in der Höhe von 89 Millionen Lei an. die Angehörigen der bei dem Unglück getüteten. Personen, und an die beim gleichen Anlaß berleh- ien Personen solidarisch mit dem Bürgermeister- amte der Stadt Bukarest verurteilt worden. Dse Unterstützung der vielen Tausenden von Flüchtlingen ist allmählich zu einem schwierigen Problem geworden. Dian hat ihnen alle Häuser zur Verfügung gestellt, die zur Zeit nicht bewohnt werden, aber der Raum reicht bei weitem nicht, Tausende kampieren jetzt bereits seit drei Tagen Nicht nur Herr Alfred Rosenberg ist— seit den Enthüllungen beS lstauischen Journalisten Franz SM, der den(immerhin blonden) Verfasser des„Mythus des 20. Jahr, hunderts und Chefredakteur des„Völkischen Beobachters" nach Prüfung seiner Ahnen für einen jüdisch-mongolisch-lettischen Mischling er- klärt hat— eine rassisch zweifelhafte Größe des Dritten Reiches. Dem Aussehen nach sind Hit- ler und Goebbels ja noch zweifelhafter. Aber eS gibt unter den hohen Würdenträgern der Hit» ler-Diktatur einige, deren Fall sogar über jeden Zweifel erhaben ist, und zwar in dem Sinne, daß ihre nichtnordische und„nichtarische" Rasse er- wiesen ist. Der Organisator der Lust-Auf- rüstung im Dritten Reich, der frühere Direktor der Lufthansa und jetzige Flieger-General Milch ist— wenigstens von Vaters Seite— rein jüdischer Herkunft, und alle Angehörigen dieser in Schlesien ansässigen jüdischen Familie Milch sind auch— mit Ausnahme eben dieses„Generals"— von den Rasse-Verordnun- gen des Dritten Reiches getroffen worden, ohne Rücksicht darauf, daß sie sich auf die Verwandt- schäft mit dem ersten Mitarbeiter und besten Freund Görings berufen konnten. Der Fall des Generals Milch ist übrigens in Deutschland selbst weithin bekannt, und man erzählt sich dort, daß Göring auf eine Beschwerde aus Nazi-Kreisen erwidert haben soll:„In meinen» Ministerium entscheide ich darüber, wer arisch ist." Man knüpft daran die Verniutung, daß Herr Milch der tatsächliche Leiter des Göring- schen Luftfahrtministeriums und jenes Teils der Kriegsrüstung im Dritten Reich ist, für die sich Göring feiern läßt, der eben deshalb den Herrn Milch um keinen Preis entbehren kann. Ganz ähnlich liegt der Fall des Ministerialdirektors Wohlfahrt, der, gleichfalls jüdi» scher Abstammung, eine gewichtige Rolle im Wirtschastsministerium deS Herrn Dr. Schacht spielt. Gegen sein weftereS Amtieren hat sogar Streichers„Stürmer" einmal öffentlich protestiert, aber Schacht, hat ihn mit dem Hinweis darauf zum Schweigen gebracht, daß der Ministerialdirektor Wohlfahrt unentbehrlich sei, Cs ergibt sich also daö Bild, daß das Hitler-Regime zwei seiner w i ch t i g st e n A u f g a b e n, die Aufrüstung und die Wirtschaftspolitik, von R ich t a r i e r n bearbeiten läßt, dir nach den Grundsätzen des Regimes nicht einmal Angestellte sein dürsten. Immerhin.können diese Nichtarier darauf Hinweisen, daß schon ihre Väter deutsche Staatsbürger waren, während Hitler und Rosenberg zu jenen nach 1618 Eingebürgerten gehören, gegen die man im Dritten Reich besondere Maßnahmen, ergriffen hat» In Rosenbergs.„Mythus" heißt es an-einer Stelle: „Die Einwanderung nach Deutschland, welch» früher nach Konfesstonen beurteilt, dann'nach und Nächten teil» am Strande, teil» in den Park», cs ist sofort eine Hilfskommission gegründet worden, die dafür sorgt, daß die Geflüchteten.einige Lebensmittel bekommen und vor allem die Kinder und Säuglinge mit Milch versorgt werden. Auf der anderen Seite wird die Situation lysosern immer gespannter, als die Mitglieder her spanischen Kolonie In-Gibraltar, die sich ausschließlich au» Antirepublikanern und Monarchisten zusammensetzt, eine immet agressivere Haltung gegenüber den Flüchtlingen einnimmt, so daß das englische Oberkommando bereits seit Montag Abend eine Art von erhöhtem Bereit- schaftSdienjt angeordnet hat, die Straßenpatroutl« len sind verdreifacht worden. Copyright by Mltropress. jüdischer„Humanität" gehandhabt wurde, ist in Zukunft nach nordisch-rassischen und hygienischen Gesichtspunkten durchzusllhren." Hätte man diesen Grundsatz auf seinen Verfasser und auf den„Führer" angeivandt, dann hätten— wohl schon aus hygienischen Gründen — Hitler nach Braunau und Roseflberg nach Riga zurückkehren müssen. Abenteuerliche Flucht aus dem Dritten Reich. Willi Melchert, ein 88jähriger Berliner Journalist und früherer Sozialdemokrat, ist, wie der „Daily Herald" berichtet, nach abenteuerlicher Flucht aus dem Dritten Reich in London wegen unerlaubter Einreise verhaftet worden. Ihm droht hie Ausweisung nach Deutschland, wenn nicht das englische Innenministerium als letzte Instanz noch anders entscheiden sollte. Melchert ist, wie sein Londoner Anwalt der Presse mitteilt, im April 1988 verhaftet worden, weil er ohne Erlaubnis des Propagandaministeriums Artikel über die Verhältnisse in Deutschland für ausländische Blätter geschrieben hatte. Im Gefängnis wurde er m-i Gummiknüppel» geschlagen und zweimal wöchentlich in eine verdunkelte Zelle gesperrt. Im August kam er frei, würde aber unter Polizeiaufsicht gestellt und muhte sich verpflichten, seinen Beruf nicht mehr auSzuüben. Als nun in einer Schweizer Zeitung kürzlich einer seiner früheren Artikel erschien, floh er aus Deutschland, um dem Konzentrationslager zu entgehen. In Frankreich wurd- er halbverhungert von einem Lastwagensührer aüfgelesen, der ihn mit nach Le Bourget nahm. Dort kam Melchert mit einem englischen Piloten ins Gespräch, der ihn in seinem Flugzeug nach dem Londoner. Lusthasen Croydon beförderte. Bier Bauern vom Blitz erschlage». Der Bezirk Grodno(Polin) wurde von einem katastrophalen Gewitttr, verbunden mit einer Windhose helmgesucht. Während des Gewitters schlug der Blitz in einen großen Heuschober, unter welchem mehrere Bauern und Feldarbeiter Schutz gesucht hatten. Vier Bauern wurden getötet, neun erlitten schivere Brandwunden. Schwedische Ambulanz in Abesflnien vermisst. Die schwedische öffentliche Meinung. und die schwedische Presse wenden sich an Italien mit dem dringenden Ersuchen, bei der Suche nach der schwedischen Ambulanz in Abessinien behilflich zu sein, von der bereits längere Zeit keine Meldungen vorliegen und deren Schicksal ernste Befürchtungen eriveckt. Der deutsche Dampfer„Wagrlen" ist seit dem, 18. Juli überfällig. Es muß daher angenommen werden, daß er in den Sturmtagen■, des 18. pis 18. Juli in der östlichen Ostsee mit feiner vier, z e h n k ö p f l g en Besatz ung un ter- gegangen ist,., Polizisten ermorden Ihre Kollegen. Anf einenp Polizeischiss, daS von Chuangho, norbösttich- von Dairän, nach der Insel Chischeüg fuhr, würden'^-- anscheinend durch mandschurische Polizei— sechs japanische und mandschurische Polizeiysfiziere und. Polizisten getötet unwihre Leichen ins Meer.geworfen^ Man vermutet, daß der Tat politisch« Motive zugrundeliegen.. - Der Taifun,, her auf Hyushu und.in West«? sapan schwerste Verkehrsstörungen, iw. Gefolge hatte, hat bisher 41 Tote und 27 Verwundet- als Opfer gefordert 28 Personen iverden vermißt. 809 Häuser würden zerstört und über 19.906 Der Dank der Sowjetflleser, Prag.. Die sotvjetrUssischen Militärflieger, welche'mit General AlkSüiS än der Spitze am Mittwoch zeitlich, früh Prag verlassen haben, er- Mchtenumliustr Faß, wo sielandetöN? Rach kurzer Erholung starteten sie neuerdings zum Weiterflug und erreichten noch am gleichen Tage Moskau. Nach der Ankunft in Moskau sandte General Alksnis dem Chef der Fliegerabteilung des Ministeriums für nationale Verteidigung, Divi- sionSgeneral Jng. Fajfr folgendes Telegramm: „Ich sende Ihnen meinen aufrichtigen Dank für die herzliche und freundschaftliche Ausnahme, welche mir und meinen Genossen während der Zeit unsere» Aufenthaltes in Ihrem überaus schönen Lande zuteil wurde. Für lange Zeit bleiben uns die besten Erinnerungen an die in Ihrer Gesellschaft in Ihrer gastfreundlichen Republik verlebten Tage. Nehmen Sie die Versicherung meiner Hochachtung entgegen. Alksnis." überschwemmt. Etwa 89 Schiffe und Boote sind gesunken oder aufgelausen. Gattenmord. In der Gemeinde Jllmau im Thayagebiet erschlug gestern der 88jährige Franz Praschinger seine 29jährige Frau mit einer Eisenstange. Bei seiner Verhaftung gab er an,die> Frau getötet zu haben, weil ste ihn betrogen habe. Der Brünner Rektor der Masaryk-Universttät gestorben. Gestern um 2 Uhr früh starb im Spital der Barmherzigen Brüder der Rektor der Masaryk- Universität Prof. Dr. Dobroslav Krejök im 67. Lebensjahre. Prof. Krejil war an einer Lungenentzündung erkrankt, der er nach kurzem Krankenlager erlag. Der Verstorbene war vom Jahre 1909 bis 1919 Dozent der Statistik an der Tschechischen technischen Hochschule in Prag. Im Jahre 1920 wurde er zum Professor der Masaryk-Universitäd in Brünn ernannt, wo im Vorjahre seine Wahl zum Rektor erfolgte. Dr. Krejii war Ehrenmitglied verschiedener wissenschaftlicher und humanitärer Institutionen und war auch publizistisch tätig. Opfer der Theist. Im Theiß-Flusse In SevljuS badete der 18jähr!ge Czarka, welcher vom Strome erfaßt wurde und unterging. Er wurde von seinen Genossen glücklich geborgen. Am Nachmittag badete Szarka an einer anderen Stelle, wo er in eine Untief« geriet und zu sinken begann. Er wurde spät erblickt und bereit» tot geborgen. In Chust ertrank in der Theiß der 19jährige Alexander Duska au» Chust, welcher sich erhitzt In den Fluß geworfen hatte und offenbar einen Schlaganfall erlitt. „Weltgeslügelkongrest". Freitag fand in Leipzig die Eröffnungsfeier de» sechsten„Weltgeflügelkon« gresse»" statt, an dem annähernd 809 Bertreter von 42 Natwnen teilnehmen.— Lauter geflügelte? Brände. In der Gemeinde Belika Kopana bei SevljuS wurden fünf WIrtschast»höfe durch einen Brand vollständig vernichtet. Da«in Teil der Bevölkerung sich auf dem Jahrmarkt in Chust und ein anderer auf den Feldern befand, gestaltete sich da» Löschen sehr schwierig. Bei dem großen Wassermangel konnten nur die bedrohten Nachbargebäude gerettet werden. Da» Feuer entstand, wie e» scheint, au» Unvorsichtigkeit. Der Schaden ist erheblich.— In der Gemeinde Ponibka in der Ostflowakei brannten sechs Wohnhäuser mit Wirtschaftsgebäuden ab. Man glaubt, daß der Brand gefegt worden war. Der Schaden ist erheblich. Ein geister Meteor wurde um Mitternacht vom 28. auf den 24. Juli 1988 von der Volkssternwarte in Prag beobachtet. Der Meteor erstrahlte in einem grünlichen Lichte beinahe so klar wie der VollmöNd und'hinterließ«ine fünf Minuten dauernd« Spur hinter sich. Die Erscheinung wurde auch von zahlreichen Personen beobachtet DieStefänlk-Volk»- sternwarte ersucht alle, jene Beobachter, die die Bahn de» Meteor» zwischen den Sternen angeben können, Ihre B-bbachiungen der Sternwarte zusenden zu wollen, damit diese wissenschaftlich verarbeitet werden können. Borläuftg schönes Wetter. Nach eingetretcncr Ausheiterung hat e» sich In Mitteleuropa wieder rasch erwärmt. Rur vereinzelt behauptet sich noch eiwaS kühler« Luft mit stärkerer Bewölkung;. di-. Regenfäll« haben jedoch, vollkommen aüfgehört. Sehr warm ist e» in. ganz Osteuropa; in Rußland betrug die RachmittagStemperawr auch im. Nordteil der Lande» stellenweise 88 Grad. Dagegen wird an dec Südseite einer tiefe», über Irland liegendenDruck- depression kühlere Luft vom Ozean dem Festland zugeführt; in. England wurden an einigen Orten um 14 Uhr kaum 18 Brad verzeichnet.— Wahrscheinlicher Wetter SamStag: In Böhmen zeitweise wieder etwa» stärkere Bewölkung, aber überwiegeno trocken;.nyr in der Umgebung der nördlichen Grenzgebirge strichweise ein wenig Regen, mäßig warm, SW-Wind, I» den übrigen Ländern im allgemeinen schön und warm.— Wetteraursichten für Sonntag: Keine durchgreifende Linderung., Vom Rundfunk ■nMMmmiin mm ta ManMNii Sonntag: Prag, Sender L: 7. Konzert aus Karlsbad," 9.48: MuZikz Salonquärtett,' 11: Konzert aus P-dkbrad, 12.26: MittagSkonzert, 18.48: Schall- Plattenkonzert, 17.88: Deutsche Sendung:.17-86: Klassische Zeugen, 17.40: ÄadiowocheNüberficht, 17.88: Tschechische Philharmonie, 18,89: Deutsche Presse, 19.08-Populäres Konzert, 22.88: Bunte» Konzert. Sender S: 14.80: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Tejessv-Aussig: 169 Jahr« mechanischer Webstuhl, 18: Der Mörder^stiricht. in" den Rundfunk, Rnndfunkspiel.— Brünn 20.08: Boccaccio. Operette von Suppt.■— Kascha» 8.60: Schallplatten, 12,28: Blechmusikkonzert.. DI» Hitz« zerreißt Straßen Die große Hitze, unter der die Vereinigten Staaten gegenwärtig zu leiden haben, hat nicht nur zahlreiche Menschenleben gefordert Und die Viehherden in mehreren Staaten des Futters beraubt, sondern auch sonst großen Schaden angerichtet. In Flourtown, Pennsylvania, hat sich bei 42 Grad Wärme die feste Straßendecke gehoben Nr. 178 Sambtag, 25. Juli 1936 Sette 5 Der Abschluß In Montreux Der türkische Außenminister Rustu-AraS unterzeichnet in Montreux den Vertrag, welcher der Türkei die Herrschaft über die Meerengen. einräumt McMabon vor dem Polizeigericht. Bor dem Polizeigevicht in der Bow Street hatte sich Freitag der Königs-Attentäter Mae Mahon zu veranl- ! Worten. Der Generalstaatsanwalt erklärte, daß außtr der Anklage auf Waffenbesitz mit der Abstche der Bedrohung eines Menschenlebens eine Anklage gemäß Artikel 2 des Gesetzes aus dem Jahrs 1842 ' vorbereitet sei. Das erste Delikt, das Mae Mahon zur Last gelegt wird, besteht darin, daß er sich dem König mit einem Revolver in der Absicht näherte, die öffentliche Ordnung zu stören. Zweitens zog Mac Mahon die Waffeln der Nähe des Königs in der Absicht, den Herrscher zu erschrecken. Nach seiner Verhaftung erklärte MacMahpn:„Ich. hätte sehr leicht den Revolver gegen den König abfeuern können,-och habe Ich den Revolver nur geschleudert. Ich wollte meinen Protest Vorbringen,.ich wollte vor hem König einen Schuh abfeuern, Ich habe jedoch den Kopf verloren," Hierauf begann das Zeugenverhör. Die Angestellte des Ausschanks, in dem Mae Mahon am 18. Juli(das Attentat ereignete sich am 17. Juli) sich aufhielt, sagte auS, daß ihr der Angeklagte an jenem Tag' gesagt habe:.„Ich gehe und Sie werden mich nicht Wiedersehen. ES wird etwas Schreckliches geschehen, was Sie aus der Zeitung erfahren werden." Di« Augenzeugen des Attentates wurden eingehend über alle Einzelheiten vernommen. Entgegen den Aussagen einiger Zeugen, die behaupten, dah der Gegenstand, den Mae Mahon in der Hand hielt, zu Boden gefallen sei, als Mac Mahon plötzlich von jemand an der Hand gefäht wurde, gab ein Polizist als Augenzeuge an, dah Mac Mahon-en betreffenden Gegenstand selbst von sich geworfen habe. Fleischvergiftung. In der Gemeinde Mata- niah in der Nähe von Kairo erkrankten 29 Personen nach dem Genüsse verdorbenen Kamelflei- schcS unter BergistungSerscheinungen. Zehn Personen sind im Krankenhause bereits gestorben. BevölkerungSsorgen in Frankreich. Die große Boulevard-Preste hat in weitem AuSmahe den Kampf,um die Aufklärung der Oefsentlichkeit über die Gefahre» des zunehmenden Bevölleruiigs, schwundeS und Geburtenrückganges anfgenommen. In der Tat ist die Lage äußerst bedrohlich. Im Jahre 1868 wurden in Frankreich 1,034.000 Geburten verzeichnet. Im Jahre 1934 waren es nur noch 667.000, 1938 nur 680.000(wovon rund 80.000 überdies auf Kinder von in Frankreich lebenden Ausländern fallen). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen auf jede Familie 4,8 Kinder; Ende des Jahrhunderts waren eS nur noch 3, und 1935 sogar nur noch 2,2. Zwischen 1860 und 1870 hatte Frankreich eine Bevölkerungszunahme von rund 100.000 pro Jahr. Bon da ab bis 1936, d. h. in 66 Jahren, ist die Bevölkerung insgesamt nur um 3 Millionen gestiegen, was pro Jahr 46.000 ausmacht. In der gleichen Zett stieg dagegen die Bevölkerung GrohbritannienS von 26 auf 47 Millionen, Italiens von 28 auf 43, Japans von 83 auf 69, Deutschlands von 39 aus 67(trotz des Gebietsverlustes nach dem Kriege) und von Brasilien sogar von 10 auf 47 Millionen/ Die Folge dieser.dauernden Geburtenrückganges in Frankreich ist, dah dar Land vergreist. 1860 kamen auf zehn Menschen im Alter pon'20 bis 60 Jahren.drei über 60; heute sind eS bereits 6, 1970 werden eS 8 sein. Frankreich wird dann zu 48 Prozent ein Land der Greise sein. Ein Selbstmörder stiebt an Herzschlag. Ein gewisser Charles Richard au» Stove in Tennessee wollte Selbstmord verüben. Er tat dies auf offener Straße und nächtlicherweise. Aber der Schuß ging fehl und ritzte nur die Kopfhaut. Dagegen hatte die Detonation die Folge, daß Richard auf der Stelle wegen ^ruhestörepden Lärme» aufnotiert wurde/ Als er mn nächsten Tage vor dem Polizeigericht erschien und von diesem zu einer Geldstrafe von 80 Dollar verurteilt wurde, erregte ihn dieser Urteilsspruch so, daß er «Inen Herzschlag bekam und im Verhandlungssaal verschied. Di« älteste Frau Jugoslawien» lebt in Kobaö In Bo»nien, Sie heißt Hamie Mulagii und ist 121 Jahre'alt. Sie sieht und hört gut und ist niemal» krank gewesen. In den sechziger Jahren begann st« Kaffee zu trinken und zu rauchen- Sie ist sehr rege und hat«in gute» Gedächtnis. E» lebt noch«in Sohn von ihr,' der 80 Jahre alt ist. per mdtalNiwNLe Shaw Er ist, wie man weiß, noch immer, ein rüstiger Mann, u»d er hat im achten Jahrzehnt seines Lebens nicht weniger geschrieben als in einem der! vorangegangencn. Aber zwischen der„Heiligen; Jphannä"i die er vor zehn Jahren, und der„Mil- liönärin", die er voriges Jahr schrieb, ist ein bä«: trüblicher Unterschied, und alle Werke diese» letzten Jahrzehnts,„Der Kaiser von Amerika",„Auf: den Trümmern",„Zu wahr, um schön zu sein"- und„Der Narr der Inseln" wirken nur noch wie Versuche, die früheren Erfolg« mit alter Routine, aber ohne die-alt« Kraft nachzuahmen. Was ihn: lfiattche schon' früher vorwarfen, daß er Witze um jeden Preis mache und ein bloße» Feuerwerk von Pointen für eine Satire auSgebe, dyS trifft auf die Werke dieses'letzten Jahrzehnt»-beinahe völlig zu, auf. dies» Stückel in denen er abwechselnd die Re- publik und die'Monarchie, den Parlantesttarismu» und'dte Raffentheorie, den Kapitalismus und die Sozialpoktttk^verspottet und ironisiert hat. Die Enttäüschung, dienst manche dev alten literarischen Gröb«nWse«r Feit ihren Verehrern bereitet hat, ist«Üh den einstigen Verehrern Georgi: Bernard Shaws nicht erspart geblieben. In einer Zeit, in der Mn von.diesen Berühmtheiten Entscheidungen erwartete, sind sie umgefallen wie fluafai4. Kommunisten und Einheitsfront Unter diesem Titel schreiben die in Kopenhagen erscheinenden„Bolkssozialistischen Blätter" u. a.: Nun sind die Kommunisten sehr ungehalten darüber, daß die Einheitsfront mit der SPD nicht zustandekommen will,' dadurch auch die Volksfront nicht in greifbare Nähe gerückt wird. Ab und zu lassen die Kommunisten ihrem Unmut freien Lauf uud, wie bei zornigen Leuten üblich ist, ergießt sich die Schale ihres Zornes über Unschuldige.;, In diesem Falle Uber die Leitung der SPD. Diese soll allein die Schuld tragen, daß die Einheitssront noch nicht ins Leben getreten ist. So einfach liegen die Dinge nun nicht, Wir glauben vielmehr, dah eS in der gesamten SPD keinen Menschen gibt, welcher nicht positiv zur Einheitssront, darüber hinaus zur Sammlung aller Sozialisten eingestellt ist. ES ist aber so, dah bei Lösung dieser Probleme eine Menge persönlicher Hemmungen eine Rolle spielen, desgleichen aber auch .sehr e r n st e. gr.u u d sä h l i ch e.-Fra g en. Ueberaus stark rächen sich nunmehr die Sünden die r V e r g a n g e n h e i t. Wer ehrlich- die Einigung wünscht, darf nicht mit geschloffenen Augen an diesen Tatsachen vorüber gehen oder sie als untergeordnet abtun. Wir tnüffeN die Menschen nehmen, wie sie sind, und nicht, wie. sie sein sollten. ES ist auch nicht.so, daß jene Tatsachen nur bet der Leitung der SPD eine Rolle spielen oder nur in der Emigration. Richtig ist vielmehr,-dah diese Fragen gerade bei den-illegalen Arbeitern der SPD die entscheidende Rolle spielen. ES ist, unleugbar« Tatsache, dah gerade' von diesen i l l-e g ä I e n Arbeite r n P r o t e st e q e g e n die Einheitsfront erhoben werden. Will man also in dieser ernsten Sache weiterkommen, so muh man die Einwände prüfen und die Hemmnisse beseitigen. Verbittert fragen sich viele Sozialdemokraten, warum kommt bei den Kommunisten die Erkenntnis s o s p ä t, daß die Demokratie der bessere Kainpfboden. für den-Sozialismus ist! Warum nicht.schon früher auf. dem Boden der Demokratie die Einheitsfront l Der Sozialdemokrat argumentiert weiter,' jedenfalls regierte Hitler heut« nicht: wenn die Kommunisten' einige Hauptmann, heimtückisch geworden wie Hamsun oder unfaßbar geworden wie Shaw, der abwechselnd Mussolini-und Stalin als die Erfüll» seiner sozialen Förderungen gefeiert hat, sektiererischen Phantasten huldigte— und nur in eineth konsequent blieb: in der: Verhöhnung der jeweilige» englischen Regierung, auch dann, wenn sie einmal etwa» Gute» begann,, wie im Fallt der Sank», tionen.■.* Ueber Shaw» Bedeutung entscheidet freilich nicht dies«» letzte Jahrzehnt, sondern da», was er früher schuf: die lange Reihe-von politischen und' külturkritischen Essay», in denen-er gegen Kol»«' nialgreuel, Bildungsprivilegien, kapitalistische „Philan'tropie", englischen Gesellschaftsdünkel und anarchistisch« Irrtümer fu Felde zog und die noch; länger« Reihe dir satirischen Gesellschaft», und Geschichtsdramen, in denen er mit der bürgerlichen! „Moral"j"dem'.heroischen Schwulst und den ge- wohnheitrmäßigen Vorurteilen de» Mittelstandes- Abrechnung hielt. Shaw» Gegner haben ihm sein Künstler«. uyp Dichtertum Werhaüpt bestrittest-- Aber Tatsache ist/ datz'Bhaw von-er. Musik zum'' Drama kam, dah" er in der„Candida" und der- „Heiligen.Johqnyst" unliughar dichterische Sze< ncn und Gestalte» geschaffen hat und daß in ihm)! dem Iren, eine, echte Leidenschaft gegen englischen, Hochmut und-AapUaliimu» von Jugend aus Jahre früher die gleiche Vernunft wie 1936 bewiesen hätten. Gewiß, Zurückschquen nutzt nichts. Man soll eine Wandlung zum Gitten auch dann begrüßen, wenn sie recht spät erfolgt. Aber, so fragen viele Menschen aus dem sozialistischen Lager, i st das Angebot der Kommunist enauch ehrlich? Man denkt an den rasenden Wechsel kommunistischer Parolen in der Vergangenheit. Damals wurde gewöhnlich mit einem Wechsel der Parole zugleich «ine ganze Führtrgarnitur der KPD über Bord geivorfen. Neue Männer kamen und neue Parolen- wurden in die Massen geschleudert. Abwartend und mißtrauisch stehen daher auch heute viele Menschen den neuen Parolen der KPD gegenüber. In weiten Kreisen der Sozialdemokratie ist die UeberzeuguNg verwurzelt, daß die kommunistischen Parteien aller Länder nichts anderes sind als AuSIandSzentra-len der Sowjet-Union. Die Politik dieser kommunistischen Parteien wird daher stets bestimmt von den Erfordernissen der russischen Außenpolitik. Man sagt sich zur Zeit im sozialistischen Lager: Ruhländ hat erkannt, daß der deutsche Faschismus zu einer Riesengefahr für Rußland geworden ist, daher di« neuen Parolen der Komintern für die einzelnen kommunistischen Parteien. Doch voller Mißtrauen fragt man sich nun wie- der: Wenn nun eine W e N d u n g in der Weltpolit'i k dies« Gefahr mildert oder beseitigt, kommt dann wieder.eine.neue Parole? Die deutschen sozialistischen Arbeiter erwarten von der kommunistischen Partei eine eindeutige Festlegung, daß! sie unter allen Umständen gewillt ist, Politik nur. auf deutsche Menschen und deutsche Verhältnisse einzustellen; daß sie eventuell auch gegen den Willen der russischen Regierung»männer an den Vereinbarungen mit ihren deutschen Partnern sesthalten würden. , Ludendorffs Kanzler gestorben Bad Saarow. Freitag vormittag» verschied hier der ehemalige Reichskanzler Dr. G. Michaeli» infolge eine». Herzschlages im 79. Lefensjahre. Dr. Georg Michaeli», geboren al» Sohn ein«» KreiSrlchfer» zu Haynau in Schlesien, widmete sich nach Absolvierung der Rechiistudlen der Beamtenlaufbahn und war bi» zu Ärieg»beglnn al» Unter- stäatsikretär im preußischen Finanzministerium tätig. 1917 wurde er zum preußischen Staatskommissär für Ernährungsfragen ernannt. Als Bethmann-Hollweg der vereinigten Oppositton der HeereSIeitung und de» lebendig war. Ihm schien e» allerdings nicht die Aufgabe de» Dichters von heut« zu sein, Schönheit zu schaffen, sondern-—• mit den Mitteln geistreicher Satire und dramatisierter Debatten— aufklärend und rebellisch zu wirken. Sein Mangel, der sich heute klarer noch al» früher erkennen läßt, ist, daß er kein Revolutionär war. Politisch kommt er von den„Fabiern", einer fortschrittlichen Gesellschaft, die durch literarische Propaganda sozialistische Reformen zu erreichen strebte. Und Shaw ist ein geistreicher Debattier» und sPottenderAufkiä- rer geblieben, qst mit Mut und prophetischem Pljck, aber nie mit der letzten Esttschiedenheit. Da äußekdein die bürgerliche und besonder» die englische Gesellschaft die seine großen Erfolge nur Widerstrebend anerkannte, schließlich Shaw in die Rost« ihre»- Hofnarren, gedrängt hat, und jeden Schlag, den er dagegen führte, nur al»«ine neue ÄSmrheit des„Klassiker»" ausgegeben hat, ist der. Erfolg seine» Schaffen» immer mehr zum bloßen Bühnenerfolg geworden,— zu einem Bühnenerfolg freilich, der von Dauer war. Noch imPer gehören Shaw» Stijcke,. wie„Frau harrens Gewerbe",„Helden",'„Pygmalion",„Cäesar und Clevpatra",„Mensch und Uebccmensch" zu den HtWDfeÜtn in aller Welt und ßa» Theater der letzten dreißig Jahrt wäre ohste Shaw kaum zu denken gewesen......-—eis—. Kreditanstalt der Deutschen «um,»«, saag*' DerwaltungSkapital 930 Willi»««« Kd. tzaftungSkapttql 90 Millionen Ke. »1 M,-»Iassungen. Reichstage» weichen mußte, wurde Michaelis über Wunsch Ludendorsfs am 14. Juli 1917 Reichskanz- ler. Aber schon wenige Monate später zeigte l» sich, daß Michaelis den Anforderungen dieses Amte» nicht gewachsen war. Im November 1917 trat er zurück. Nach dec Revolution zog er sich ins Privatleben zurück. Im kirchlichen Leben spielte Michaelis als Mitglied'der evangelischen Generalsynode eine nicht unbeträchtliche Rolle. An der Wahl Michaelis zum Kanzler erwies sich die ganze trostlose tlnsähigkeit der politischen Leitung Deutschland» im Weltkriege. Michaelis, ein naiver pietistischer Beamter ohne jede politische Erfahrung, ohne Kennt»!» der Aufgaben, wurde von Ludendorsf geschoben, der bekanntlich die ressortmäßige Vorstellung hatte, für jeden Reichskanzler müßte schon ein„Ersatz" auf Lager sein, den man nur vorzuschieben brauche. Michaeli», der sich bei seiner Berufung in der Bibel— durch ei»„Stecknadel- orakel"— Rat holte und, al» es gut aussiel, an die Arbeit ging, ist durch sein Wort über die Frieden»- resplution de» Reichstage», er nehme sie an„w I e ich sie a u s f a s s e" berühmt geworden. Viel mehr wird von diesem Unglücksmenschen in der Geschichte nicht lebendig bleiben. Auch die Griechen wollen Festungen vor den Dardanellen. Ta» Blatt„Ethno»" veröffentlicht gelegentlich dir Unterzeichnung de» Nkeerengenabkom- men» in Montreux einen Artikel de» ehemaligen Außenminister» Argiropulos, dec die Ansicht aiiS- spricht, daß jetzt auch die übrigen Zonen rcmilitari» slert werden müßten, die im Zusammenhang mit dem Meerengenstatut demilitarisiert worden waren. ES handle sich hiebei insbesondere um die griechischen Inseln Sqmothraki und Ltmno», die Griechenland nunmehr nach Abschluß de» internationalen Abkommen» befestigen sollte. Die Frage der Wiederbefesti- gung der im Aegäischen Meer gelegenen Inseln Mtilene und Chio» müßte durch direktes Einvernehmen zwischen Griechenland und der Türkei geregelt werden. Ih Kllrie Tokio.(Tsch.P.-B.) Achtzehn Kommunistin sind in Keijo aus Korea hingerichtet worden,-die wegen antijapanischcr Umtriebe in Südmändschukuo al» Anhänger der chinesischen Konununistischon Partei zum Tode verurteilt worden waren. Kairo. Ueber die Militärklauseln des Mittwpch abend» paraphierten englisch-ägyptischen Vertrage» wurde«in Einverständnis erzielt. Der militärische Teil diese»/ Vertrage» wurde Donnerstag der britischen und der äghptischen Delegation unterbreitet. London. Dem Lordkqnzler Lord H a i l S h a m, der an einer Erkältung erkrankt ist, ist, wie verfqu- tet, von seinen Acrzten geraten worden, sich vollständig von der StaatSarbeit zurückzuziehen.- Jaffa. Die jüdische Presse In Palästina berichtet, daß 180 jüdische Emigranten au» Deutschland in die Reihen der fpanifchen RegierungStruppen eingetreten seien, um die Faschisten zu bekämpfen, Liuba Orlova'' in dem'russischen Film„Cirkus" Seit« 6 „Sozialdemokrat" SamStag, 25.«ult 1936. Nr. 172 Rote Falken in Dänemark .... Eine Gruppe Roter Falkcu auy de» Be- zirken Trautcnau und Brauuau, die au einem Zeltlager der dänischen Kinderfrcnnde teilnimmt, sendet uns folgenden Bericht': „Ain schönen Lucisjord bei Aalborg liesst das Landcslager der„D. U. I."(Der junge Sport), an welchem eine Delegation der Roten Falken ans der TSR teilnimmt. Auf dem weiten Rasenplatz sind Hunderte Zelte aufgebaut, gilt cS doch, 2900 Kinder und alles Personal unterzubringen, Auch wir Roten Falken sind in einem eigenen Zcltdorf untergcbracht. Welch herzlicher Empfang unseren Kindern zuteil wurde, kann man gar nicht beschreiben. Immer und immer wieder mutzten die„Tjclken"(Tschechen) ihre Lieder singen und jedes brachte herbei, was ihnp am schönsten diinkie, um die Kinder zu erfreuen. Ein Ausflug nach der Rettungsstation Lökken brachte alle 2000 Lagertcilnchmer an die Nordsee. Unsere Kinder, die zum ersten Male das Meer gesehen haben, kamen aus dem Staunen nicht heraus. Mittwoch, den 14. Juli, um die zehnte Abendstunde setzte plötzlich ein heftiger Regen ein, dem ein orkanartiger Sturm folgte. Mst einer Heftigkeit, die bei uns unbekannt ist, prasselte der Regen auf die Zelte, die bei einem solchen Wetter nur ungenügenden Schuh bieten konnten. Das ganze Lager mutzte deshalb aus- guartiert werden. Die Stadt Aalborg stellte ihre große Ausstellungshalle zur Verfügung, der Besuchet die Felsenatädte Wekelsdorf und Adersbach Weltberühmt als einzig dastehende Sandsteingebilde Die Naturdenkmäler zähl en zu den beliebtesten Reise zielen tausender Touristen. Sommerfrischen— Herrlich angelegte Bäder— Hotels: Felsenstadt Adersbach— Eisenhammer, Wekelsdorf. Prospekte durch die Felsenverwaltungen. 8496 Garnisonskommandant von Aalborg sandte eine Kompagnie Soldaten, die Stroh pnd Decken her- beischafstcn und mit allen zur Verfügung stehenden Autobussen und Autos wurden die Kinder in die große Halle geschafft. Das tvar eine großartige Leistung. In einer Stunde und 40 Minuten waren alle 2099 Lagerieilnehmer aus der Zelistadt in die Aalborghalle, geschasst, Ivo bereits Militärlüchcn Tee und Kaffee zur Erwärmung besorgt hatten, llm 12 Uhr nachts konnte der Lagerpräsident Genosse D r o st h e d e bereits fcststelle», das; alles abgespeist, mit Decken versorgt sei und alles schlief, als ob nichts geschehen wäre. Die große Halle, die sonst zur Ausstellung verwendet wird, glich einem riesigen Schlafsaal. Welche Arbeit damit verbunden war, kann sich nur der vorstellen, der mit Kindern arbeitet. Die Leistung wird dadurch noch großartiger, als keinerlei Unfälle zu verzeichnen waren. Den nächsten Tag blieben alle in der Halle, wo sie verpflegt wurden. Abends kamen alle Kinder in Privatquartiere. Freitag schien wieder die Sonne und das Lager wurde neuerlich aufgebaut und bezogen. Die Kinder waren trotz dem furchtbaren Wetter bei guter Laune und in Stimmung. Es war eines unserer größten Erlebnisse, zu sehen, was Solidarität und Zusammenarbeit zu leisten vermag. Samstag abends wurde ein großer Propagandamarsch durch Aalborg veranstaltet. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Arbeitszeitverkürzung und Gestehungskosten In' den Auseinandersetzungen über die Frage der Verkürzung der Arbeitszeit wird sehr oft von den Gegnern der Vierzig-Stundenwoche darauf hingewiesen, daß die Arbeitszeitverkürzung zu Kostenerhöhungen führt, die sich unvermeidbar in Preissteigerungen auswirken. Diese Preiserhöhungen bedeuten eine Verminderung des Umsatzes und führten damit zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit. Gegen diese Auffassung stehen die inter- «ssanten Ausführungen, die der amerikanische Arbeitgebcrvertreter, Herr Folsom, auf der letzten' Internationalen Arbeitskonfercnz in Genf über diese Frage gemacht hat. Er sagte u. a.r „Die wöchentliche Arbeitszeit in den Bereinigten Staaten belief sich im März 1986 in der verarbeitenden Industrie durchschnittlich auf annähernd 88 Stunden. Im Kleinhandel hat sich die Arbeitszeit'• erhöht, weil die Durchführung der Schichtarbeit hier schwierig wär«. Auch in den Gewerben- der persönlichen Dienstleistungen neigte man zu einer Verlängerung der Arbeitszeit. EI pachte sich-ein Mangel an gelernten Arbeitern in manchen Industrien bemerkbar,- und«ine Verlängerung der Arbeitszeit wurde notwendig; in manchen Fällen sind Ueberstundenzuschläge bei Ueberschreitung der Blerzig-Stundenwoche gezahlt worden. Die Bierzig-Stundeüwöche hat bis jetzt hinsichtlich der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit günstig gewirkt. Wir fordern daher die Arbeitgeber unseres Landes auf, die Frage einer allmählichen Verkürzung der Arbeitszeit ernstlich zu prüfen. Bei Einführung der Blerzig-Stundenwoche steigen di« Produktionskost«» nicht so hoch, wie ost befürchtet wird, denn es steigt ja auch die Erzeugung je Stunde, und dieser Umstand stellt eine bedeutsame, der Kostensteigerung entgegenwirkend« Tatsache dar.'!. Der Direktor dcS Internationalen Arbeitsamtes, Herr H. B. Butler, hat auf der Arbeitskonferenz selbst diese Ausführungen mit folgenden Worten unterstrichen:„Der Arbeitgebcrvertreter der Vereinigten Staaten von Amerika hat uns zum erstenmal einige Angaben über die tatsäch- Olhmpiade-AuSlage auf dem Graben zertrümmert. Auf dem Traben wurde Freitag gegen 29 Uhr Im Gebäude der Böhmische» Eskompicbank eiuc große AuSlagenscheibe eingeschlagen, hinter der die Hamburg-Amerika-Linie eine riesige Olympiade-Propaganda ausgestellt hatte. Zur kritischen Zeit zogen, wie der Polizeibericht meldet ,vom Porti her etwa zehn jung« Burschen und zwei Frauen an der erwähnten Auslage.vorbei, stießen Rufe aus und zertrümmerten die Auslage durch zwei Steinwürfe; dann verschwanden sie- bevor die Polizei eingreifen konnte, in der Richtung zum WenzclSplatz, Ungehalten wurde niemand. Di« OOgliedrlge Erkursion des DTJ-Ver- band«S, die an der 1. amerikanischen Arbeiter- Olpmpiade in Cleveland-teilgenommen hatte, ist Freitag nach 18 Uhr mit dem Pariser Schnellzug auf dem Wilson-Bahnhof in Prag eingetrofsen. Die Männer- und Frauen-Riegen der Exkursion sind auch in anderen amerikanische» Städten ausgetreten. Es war die erste transozeanische Exkursion der Arbei- ter-Turnvereinigunge». Die erste Begrüßung fand in Eger statt, wo sich auch Mitglieder des AtuS eingefunden hatten. Sehr herzlich war die Begrüßung in P i l s e n, wo der Bürgermeister der Stadt, Abgeordneter Pik, die Exkursion begrüßte. Die herzlichste Begrüßung wurde der Exkursion in Prag zuteil, wo sich einige tausend Freunde zur Begrüßung der siegreichen Riegen eingefunden hatten. Im Salon 1. Klasse begrüßte die Exkursion Abgeordneter Sti- v i n für die Zentrale der sozialdemokratischen Partei. Für die Exkursionsteilnehmer dankte der Sekretär des sozialdemokratischen Abgeordnetenklubr- Dr. Sviräk. Hierauf begaben sich alle im Zuge mit Musik, über den WenzclSplatz ins Volkshaus, wo noch eine offizielle Begrüßung durch die Repräsentanten des Verbandes der Arbeiter-Turnvereinigungen stattfand. Xunsl und Wssen. Gastspiel der„Literatur am Nafchmarst" in der Kleinen Bühne. Seit gestern-spielt täglich mm-8 Uhr die Wiener Kleinkunstbühne.Literatur.am Naschmarkt" das Zeitbilderbuch„Die große Reise".' Sw Dim, Vom Hollywooder Film m. w. Wenn man auf dem i g. roßen H o l- l y w o o d e r Fikmmärkt-älle.!4 Tage einem wirklich sehenswerten Film,begegnet,'so- kann man von Glück sagen. Daß dar nicht.immer ,ernste Filme sein müssen oder Kuliurfilme, versteht sich', am Rande.' Ein solcher glücklicher Wurf ins Grotesque ist In die- sem Zeitabschnitt Warner Brothers gelungen mit dein ^Filip-„E ä r t h w'o.r mTra e t o-r S",.zu-deutsch' „Regenwurm' Raupenschlepper",- in'dem ein-kühner Agent gezeigt ist, der di« unglaublichsten Kunststücks mit-seinem,^erdapfwühlenden Raupenschlepper- aufführt, die-ihn und den. alten, Zweifler, demer so liche Lage gemacht, und seist« Folgerungen erscheinen besonders bedcutuntzSvoll. Er bestättgt die Ansicht, die übrigens stets von den Anhängern der Arbeitszeitverkürzung vertreten worden ist, daß durch die Verkürzung der Arbeitszeit die Beschäftigungszahl stbigt oder daß auf alle Fälle wenigstens eine weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit verhütet wird. Zweitens stellt er fest, daß man den- Eindruck habe, die ErzengungSkostest stiegen nicht in dem Maße wie cs theoretische Berechnungen annehmen ließen, weil gewisse Faktoren der Kostcnerhöhung entgegeistvirkten. Das scheint mir ein sehr bedeutendes Ergebnis zu fein. Die Gegner der Arbeitszeitverkürzung gehe» gewöhnlich von einer statistischen Betrachtung der industriellen Lage aus. In Wirklichkeit ist eine Industrie aber dynamisch. ES gibt immer- Faktoren mit entgegengesetzter Wirkung,«S hat sie immer gegeben und wird sie immer geben, und aus die- -sem Grunde glaube ich, daß die Feststellung auf Grund der tatsächlichen Erfahrung-in den Vereinigten Staaten als besonders wertvoll angesehen iverden muß."- einen alle Hindernisse spielend nehmenden Schlepper vorführt, oft in die gewagtesten Situationen bringt. Der alte Zweifler findet in Guy K i b b e e seinen Meister, aber was Joe E. B r o w n aus seiner Rolle macht, ist zwerchfellerschütternd. Ein amerikanischer Schauspieler erzählte neulich bei einem politischen Diner, daß er gelegentlich seiner letzten Reise in Wien auch mit dem ehemaligen Erzherzog Eugen gesprochen und ihn bei dieser Gelegenheit eingeladen habe, doch Amerika zu besuchen. Aber der Prinz habe ihm geantwortet,— er möchte gerye noch Amerika kennen lernen.- er scheue sich aber, es zu tun— wegen der Gangster. Der Schauspieler bedauerte sehr',' daß Amerika in Europa diesen Rnf gssiieße. Nicht wenig zur'Verbreitung dieses Rufes trägt Amerikas Sensationspresse' bei, aber auch das andere„Aufklärungsinstitut Amerikas, der F i l m sorgt redlich für diesen Ruf. Keine Woche vergeht, ohne daß ein neuer Gangsterfilm über die Leinwand liefe- Immer wieder Verbrechen, rohe Ge- walttättgkeit. Hände hochl verzweifelnde Polizisten und Reporter oder beide in Doppelrollen als Gangster und Vertraute der Polizei, Bankdircktoren oder hohe öffentliche Funktionäre als geheime Chefs der Banden, die alles brandschatzen, alles morden, war ihnen im Wege ist. Der ständige Besucher dem amerikanische» Films muß glauben, daß es, in Amerika sonst nichts gibt als Mord und Verbrechen. Dar große kulturelle Amerika wird im Film so selten vorgestellt. Offenbar fürchten die Filmkaufleute, daß es als „Äichtsensation" nicht einträglich genug ist. Da geben sie lieber den Anschauungsunterricht im Gangstertum, freilich immer in das Kleid der Abwehr dieser traurigsten Erscheinung im sozialen Leben Amerikas gehüllt. Vwdti6nachrichfon A Sonntag, den 26. Juli 1986, vor- mittags 10 Uhr, findet in Nera- j/fWV tovic der Meisterschaftskampf des ■jCMOIIA Prager AtuS gegen den Favorit MWiehimMbder II. Klaffe, DTJ.-Nerato- pkag vie statt..Informationen über die Abfahrt werben Sam'Stäg auf der H e tz i n f e l- erteilt, weshalb dortselbst all« S|J>ortler erscheinen müssen.. © Ortsgruppe Prag. Prag, Samstag, den 28, Juli 1986, Zusammenkunft-um %4 Uhr nachmittags. am Smichover Bahnhof. Fahrt nach Revnitz,- Baden , in der Beraun und Wanderung zur Hütt«. Am Sonntag Wastderung oder Badetour. Führer: Plotz, Unser« Hütte stn Brdy-Wald ist jeden Samstag und Sonntag geöffnet. Mitglieder, dse ihren Urlaub auf der Hütt«-verbringen wollen, müssen-sich den HUttenschlüffel gegen Vorweisung des Legiiimation in der Geschäftsstelle besorgen. Es werden jetzt schon Anmeldungen, zur Fahrt nach Brünn«ntgegengenommen. Besuch von Brünn, Maeocha,. Zlin und Tatra mit dem Touristenperein„DiesNittursreunde", Abfahrt am 8. Augusts. Yon Prag», Prospekt«, durch. Strssäd, Prag.li.„Fügnerovo^nM.4, . Allgemeiner Angeftellten-Perband Prag. Interessenten"für einen- Besuch von,-Ärünnp.I Maeocha, -Zsiy mögen sich, bei. der, OrtSgruppeNleitung sofort -mellien..Abfahrt am 8. August, ,SämStags-^' Ju- g en d-s ekti o.n: Aupflüg nach Povernice. Trdf« fen-halb 9 Uhr'früh' Endstation der.Fünfer Hlou» rrttm' Hohe Tatra Dr. Siontagh Sanatorium NOVf IMOKOVEC, 1O1O m Indikationen: Erkrankungen der Lunge» HJlusprozesse. Erkrankungen des Kehlkopfes, tuberkulöse Erkrankungen der Gcdär* me, Knochen, Gelenke und anderer Organe Die Lungenheilanstalt steht Im Vertragsverhältnisse mit dem Hellfonde der Staatsangestellten, mit der Zentralversicherungsanstalt und allen Krankenkassen 8528 Im Qualifikationsturnier«m den-Aufstieg in die Staats-Liga gelangte gestern Freitag das vorverlegte Spiel ViltoriaZ i j k o v gegen BataZlinauf dem Sla Via-Platz zur Austragung. B i k t o r i a 3 i j k o v siegte nach hartem Kamps« 1:0(0:0) und sicherte sich damit die T e i l n a h m e an der Liga. Bata Zlin spielt« die erste Halbzeit schwächer, doch auch Viktoria verstand es nicht, die vielen Gelegenheiten auSzunützcn. Nach Halbzeit war Wir empfehlen das Hotel Dai, Bratislava Stefunlkstrußc 81, 8 Minuten vom Bahnhof Bürgeri. Haus Cafi-Bestaurant HNNn»«v Preise 3532 Baka Zlin überlegen, doch glückte Bittoria in der 28. M i n u t e, aus einer schönen Kombination durch M a i a k ein Tor, welches auch den Sieg bedeutete. Schiedsrichter Bizik(Brutky). Neue Bacher Dr. Kamil Krofta: Byly jfm« za Rakouska...■ (Wir waren unter Oesterreich...) 1986. Orbis Prag.— Der mehr als 600 Seiien umfassende Band enthält ältere historische Arbeiten des gegenwärtigen Außenministers, der vor seiner Uebernahme in den diplomatischen Dienst Professor der Geschichte an der tschechischen Universität in Prag war. Von den größeren Aussätzen seien hervorgehoben solche über di« Entwicklung Oesterreichs von 1826 bis 1848, die Ber» fassungsgeschichte der Slowakei, die Geschichte Kar, pathorußland» und da» Ende des alten Ungarn. Für den Sudetendeutschen am interessantesten sind zwei Aufsätze, di« sich mit der deutschböhmischen Politik von 1848 und von 1848 bis 1918.befassen und die leide« nur«ine Sttzze darstellen. In diesen Aussätzen kommt die ruhige, objektive, jedem Chauvinismus abholde Art Kroftas, die Dinge zu betrachten, zum Ausdruck,' die wir am meisten in seiner für das Sudetendeutsch-! tum wertvollsten Schrift über das Deutschtum in der. tschechoslowakische» Geschichte und in feinen politischen Kundgebungen beobachten konnten. D. st.. Filme In Prager Lichtspielhäusern Bis einschließlich Donnerstag, den 89. Juli: Urania-Kino: Ferien.— Adriar„Der erst» Kuß".(Tsch.)— Alfa:„Die Sklaven der Leidenschaft".(D.— Horney, Hörbiger).—Avion:„Mazurka".(Dr.— Pola Negri.) Schmellng—Louis-— Ftnixr„Stenkä Rastn".(D.— Schlettow.)-— Flora:„Wie Frauen lieben".(A.— Sylvia Sidney.)— Gaumont:„Die sündigen Frauen von Boom".(Fr-)— Hollywood:„Kleine Mutti".(D. Fr. Gaal.)— Julib:„Waldwinter".(D.— Knotek, Staat.)— Kinema: Journale, Grotesken, Revorta- gen.(2 bis. 10 Uhr.)— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.(2 bi» 10 Uhr.)— Metro: „Drei Männtr im Schnee".(Tsch.)— Passage: „Stenka Rastn".(D.— George.)— Praha:„Der rote Sultan".(Englisch.— Fritz Kortner.)—■ Svktozor:„Friederike".(D.)—Alma:„Die goldene Katharina".(Tsch.— Nedoijnskä.)— Beseda: „Bosambo".(A.— P. Robeson.)— Illusion:„Die Komödiantenprinzessin".(D.— L. Baar.) Lido II:„Charlie Chan in Aegypten".(A.— Warner Oland.)—Louvre:„Wie Frauen'lieben".(A. — Sylvia Sidneyi)—MaäeSka:'Zigeunerbaron". (D.— Adolf Wohlbrück.)— Olympie:„Studen- tenmuttir".(Tsch.— Nedoiinskä.)— Roxy:„Die lustige- Scheidung".(A.— Aftaire, Rogers.).—.- N Beivodü:„Bäck Strdet".(A.-n Beletrhy:„Wien, du Stadt meiner Träume". ,(D. — L. Haid.s-. Wald-Sanatorium Dr. Schwalabini Zuckmantel, Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- u. Stoffwechsel-Krankhelten Mäßige Pausohaikuren.. 8468 HochlolsturigsrDrohbllalw, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrworko, Shaplng-u. Hobelmaschinen Spannfutter Bezugsbedtngungen: Bei Zustellung tn» HäüS oder bei Bezug durch di. Bost monatlich viertelMrig KF 48.—, halbjährig Kü>96;—, gaNzlährtg Ki 192.—.— Inserate öerden taut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Pr'eiSnächlaß;—■ Rückstellung von- Manuskriptes erfolM nur bei liinsendüng, der Metourmarken. ,— Die Zeitungsirankatuc wurde von der Post, und Tele- graphendirektwn mtt Erlaß Nr. lS.80ll)VII/18üü.bewilligt,.---. Druckerei:..KrbiS", Druck«. Verlag!« und 8«iü«gS-.A.-G. Prag.. ln wockernstsr LuakUhrung. orreugt: 'VfericceulgmasclilneMadäflk ftrnoPiauert Warnagorf,«R.- t