16. Jahrgang Sonntag, 26. IM 1936 UNTRAIORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TXGLKH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG xu., fochova 62. Telefon sxn. HERAUSGEBERI SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR! DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Efnzalprels 70 Heller (elmchlleBllch S Heller Porto) Regierungnieg in den Pänen der Guadarrama Madrid entlastet— aber noch keine Entscheidung • Die beiden kämpfenden Parteien in Spanien fahren fort, eigene Stege und gegnerische Niederlagen zu melden. Da beide Teile, die legale Negierung wie die Generals-Junta, über Radiosender verfügen, beide gewisse Verbindungen im Ausland haben und Mit jeder Partei gewisse ausländische Nachrichtenbüros sympathisieren, wird der Kampf nicht nur mit Kanonen und Gewehren, Kreuzern und Flugzeugen, sondern auch im Aether und in der Weltpresse, ausgetragen, wobei jede Partei bestrebt ist, die andere moralisch zu erschüttern, indem sie ihr die Aussichtslosigkeit weiteren Kampfes, die Notwendigkeit rascher Kapitulation vor Augen führt. Die Regierung erklärt wiederholt, sie verfüge über 22 von den 49 Provinzen und vor allem über die drei größten Städte Madrid, Barcelona und Bilbao. Die Generale erklären, gerade das. sei die Schlväche der Volksfront« Regierung, denn man werde sie in den Städten aushungern. Zweifelsfrei im Besitz der Regierung ist Asturien mit dem Hafen von Santander. Dagegen scheinen dieselben asturischen Bergarbeiters die 1984,. als sie in ihren Revieren von der Reaktion angegriffen wurden, sich in der Defensive so heldenmütig schlugen, bisher keine stärkere Stoßtruvpe gebildet zu haben, die über Asturien hi»auswiruN.käitNte.,De.nn südlich, des industriellen und Erzreviers äm Atlaniischen Ozean haben die.Rebellen in dem Gebiet von Pamplona— Viktoria— Burgos— Valencia— Zamora eine größere Streitmacht aufstellen und equipieren können, mit der General Mola den Vormarsch gegen Madrid antrat, das er durch Abschneiden der beiden Wasserleitungen bezwingen wollte. Während er einen Sieg bei Guadalajara meldete, bestätigten sich Samstag spät abends die gegenteiligen Meldungen über einen großen Erfolg der republikanischen Armee in den'Pässen der Sierra de Gudarramä, welche die Straßen von Burgos, Segovia und Valladolid nach der Hauptstadt beherrschen. Die Regierung meldet, daß ihre Kräfte vom Paß Alta de Aon bis zu der großen, nach Norden zur stanzösischen Grenze führenden Straße(was bedeuten würde, dqß. die.Operation sich, auf einer Front von etwa 2Y0 Kilometer entwickelt hätte) die Truppen MolaS eingekreist und sich den Zugang zu"den Provinzen nördlich der Sierra Guadarrama erkämpft hätten. Das wäre allerdings ein ganz großer Erfolg, dessen Umfang aber doch nicht sicher steht. Vor allem stehen die Truppenzahlen, die genannt werden,, in keinem Verhältnis zu dem Raum,, auf dem sich die Kämpfe abgespielt haben sollen. Mehr Wahrscheinlichkeit besteht für jene Version der Meldungen, die davon spricht, daß die Negierungstruppen sich in den Pässen von Alta de Leon(Navaccrrada) und Somosierra in verschanzten Stellungen behauptet und die Angriffe der Gruppe Mola abgeschlagen haben, wodurch die Wasscrzufuhr für Madrid gestiert und dieses bon.der üiimittelbaren Gefahr einer, Ueberrum« pelüng von Nordwesten her befreit ist. Die Regie- rungSarmee soll in letzter Stunde zwei Batterien mittelschwerer Haubitzen als. SükkurS erhalten haben, wodurch sie sich., der Artillerie MolaS gewachsen erwies.. '• Aber auch s m S ii d e n h a fit e R c g i e- rüng. dürch.hie.Besetzung von Albaeeta einen b e d e u t.c'n den Erf o l g ,. errungen, denn diese Stadt beherrscht die Bahn"und die Straßen nach dem Küstengebiet von V aIen- c i ä,. woher Madrids vom'Süden und'Norden des. Landes abgeschniiten, bi?her. seine dringend. Nötige.Leben s'm i t't e l z u f u h r. gedeckthat. ,/In schwieriger Läge schssint.sich bic Flotte zu befinden, die Mangel an Brennstoff, Trink- wasscr und Lebensmitteln— wohl auch.‘an Munition leihet-—- da ihre siidspanischc Basis. i>on dtn. Rebellen besetzt ist. ES.ist ällerdiiiaS. yicht recht erklärlich,'.Ivarumidie Schiffe nicht^aüf die. mittelspanisöM', Häfen zürückgehens'.von. denen' doch mindestens'Valencka und Barcelona in den Händen i°r Re^ierüNgMd' vermsitkich mit Kohle ÜnbDdl versorgt,Md. An Flugzeugen scheint die Regierung Hersegen' zu'sein,'-''' >-"Ministerpräsident- Gssräl'erklärte',s- her Aufstand müsse zusammenbrechen und die Rebellen kämpfen nur noch, um ihr Leben so teuer als möglich zu verlaufen. Was nach dem Sieg der Regierung komme, stehe aber dahin, da auf der andern Seite schon eine Volksrevolution imGangesei. Die faschistischen Blätter Deutschlands und Italiens verbreiten weiter G r e u e l m e l d u n- g e n über den bolschewistischen Terror. Anscheinend unter dem Einfluß der Panikmcldungen haben verschiedene Staaten Schiffe in die spanischen Gewässer entsandt. Die HItlerregierung hat die beiden Panzerschiffe„Deutschland" und „Admiral Scheer" nach Spanien dirigiert. Außer gewissen Ausschreitungen gegen nazistische und faschistische Propagandastellen in Barcelona sind aber keine Terrorakte gegen Ausländer bekannt geworden. Nach der Fällung der Entscheidung wurde Henlein nach Prag gebeten. Dar Ehrengericht gab ihm um 5 Uhr nachmittags die Entscheidung im vollen Wortlaute bekannt und legte ihm gleichzeitig«inen Vorschlag für die Beröffent- lichung in der.Leit" vor, der lediglich lautete: „Das über Ersuchen Dr. Walter Brands von Konrad Henlein berufene Ehrengericht hat in seiner Schlußsitzung vom 19. Juli 1989 zuun- g u n st e n Dr. W a I t« r B r a n d r entschieden." Nach langer UeRrlegung erhol sich Henlein mit einem einfachen, kräftigen„Ja", dankte de» ,Ehre«richtern für die Arbeit, wobei er die erwähnt« Presseerklärung Sasum zurückgal. Die Ehrrnrichter nahmen an, dass damit die Angelegenheit für sie erledigt sei.' Doch nach etwa einer Stund.« wurden, der.Vorsitzende Sasum und Dr. Greger in..die Kä n z lei H« n l e i n s g e b e t e n, Sie wurden In das Vorzimmer des Amtsraumer Henleins geführt. K. H. Frank kam aus diesem AmtSraume, wobei Dr. B r a n di m 8 i m m e r zu s e hen war, ünd führt« beide in. sein eigener Zimmer. Dahin kam kurz nachher Henlein'mit'M. Köllner und Jng. Künzel. Henlein erklärt« nun.dass er di« Wiederaufnahme deS Berfahrens»erlange, denn er decke da« alle«, war Dr. Brand zum Vorwurf« gemacht werde. Konrad' HtNIein^wurde darauf aufmerksam gemacht^ daß'die Entscheidung' des Ehrengerichtes, auf- die u'Nter Eh k^nWort abgegebenen und im Protokoll unterfertigten Aussagen Dr, Brands aufgebaut ist' Konrad Henlein llaminevte sich' daran, daß di« Satisfaktio nSsähigk'eit Dr. Brands nicht ausgesprochen! Wtwdti Säsünj äußerte sich hiezu, daß die' Frage dtt'' sogenannten' EatisfaktionSfähigkeit nicht berührt^worden sei.'N. Als. beim Weggehen JNg. Künzel Henlein drängte, bid Wiederaufnahmc des Berfahrens sofort zu verlangen^ ersuchte Dr. Greger Henlejn. sich daS Noch ei nmal zu üher« legen. Das Ehrengericht warte auf.sein« Entscheidung^ die aber noch heute fallen' Müsse. Henlein ftägte, wo er da» Ehrengericht erreichen könne, Großes Aufsehen erregt der Rücktritt deS spanischen Botschafters Cristobal de Castillo in Paris, der sich geweigert hat, einen Scheck der Regierung zur Bezahlung in Frankreich gekauften Materials zu bezahlen. Im Anschluß an diese Insubordination hat die französische Rechtspresse eine Hetze gegen die Regierung eröffnet, die angeblich die Neutralität verletzt, indem sie der spanischen Negierung Waffen liefert. Der französische Ministerrat vom Smnstag stellt übrigens solche Lieferungen in Abrede. Auffällig ist, daß auch die Radikalen den abwegigen Siandpunkt vertreten, die Lieferung von Waffen an die legale Regierung wäre Einmischung in die inneren Verhältnisse Spaniens. Dagegen melden Linksbläiter, daß die Aufständischen 24 Flugzeuge von Italien„gekauft" haben. Sasum erklärte, daß es im Deutschen Hause anzu» trefscn sei. Das war um dreiviertel 7 Uhr abends. Das Ehrengericht wartete nun auf die Entscheidung Henleins bis dreiviertel 9 Uhr. Um diese Zeit wurde das Ehrengericht von Außenstehenden direkt und telephonisch von einer in der Zwischenzeit bereits erschienenen Presse» Erkiärung unterrichtet, die Henlein veröffentlicht hat, ohne dasEhrengerichtzuverständigen. Diese unwürdigeBehandlungdeS Ehrengerichtes muhte alle Beteiligten tief kränken, um so mehr, als sie hörten, daß Henlein auch von Prag bereits wieder weggefahren sei. Henlein liess da» Ehrengericht zwei Stunden warte» und nicht einmal von einem feiner Mitarbeiter .benachrichtigen. .Die kurze und entstellende Pressenotiz Henleins, die den Ehrengerichtsspruch zu bagatellisieren, verfüchte,.zwang nun das Ehrengericht, den vollen. Wortlaut seiner Entscheidung zu veröffentlichen. Erst daraufhin erinnerte fich Doktor Brgstd am nächsten. Tage seines Ehrenwortes, daß er sich.dem Spruche des Ehrengerichtes unterwerfe. Das Ehrengericht hatte überdies K. H. Fränk nach, sti- ncr ersten Sitzung bekanntgegeben und auch jeden einzelnen Zeugen darauf aufmerksam, gemacht, daß derKPruch der Ehrengerichtes für alle Parteimitglieder uyd Parteigliederungen ve r b. i n d l i ch sei. Dies wurde, von K. H. Frank al» Bevollmächtigten der Pättes'zur Kenntnis genommen. . /'.Mit dieser beleidigenden Behandlung des Ehrengerichtes, da» pon. Konrad Henlein. selbst eingesetzt wltd,'begann" der'Kmnpf, von den Ehrenrichtern ungewollt, und. tief bedauert-.- Seitdem arbeitet die Häüpfleitung der'SdP mit.Preflenachrichten. und in Versammlungen gegen dar. Ehrengericht in unverantwortlicher Wesse,'- •.Das'Ehrengericht'erklärt''heute vor aller 'O^ffentlichlelt' folgendes: Da» Ehrengericht scheut den.Kampf'nicht.- Trohdem es durch, den. Kampf der. 'Hauptleitung und der' Führung‘ dir SdP gegen >sesne!'Entscheidung, gegen' seine-Tätigkeit, und gegen die Ehrcnrichter schwer beleidigt wurde, ist es bereit, seinen Abwchrkampf einzustellen, fall« feiten» der SdP mit dem heutigen Tage in der Presse, in den Parteibekanntmachungen, in Versammlungen und Privatgesprächen alles vermieden wird, was die Tätigkeit und die persönliche Ehrenhaftigkeit der Ehrrnrichter herab,tuschen geeignet ist und falls dem Ehrengericht vollkommene Genugtuung gegeben wird. Sollte dieser Forderung nicht Rechnung getragen werden,, dann würde sich da» Ehrengericht gezwungen sehen, das Material seiner Verhandlung mit allen für die Entscheidung des Ehrengerichtes wichtigen Zeugenaussagen zu verösfentlichen. Die Verantwortung hiefür muß der Hauptleitung der SdP allerdings fchon heute angelaftet werden. Diese Erklärung der Ehrenrichter ist in vieler Hinsicht aufschlußreich und politisch bedeutend. Vor allem entlarvt sic die„P e r s ö n l i ch. feit" Henlein, den„autoritären" Stammesführer, als eine Null ohne das Mindest- maß jener Männlichkeit und, VeraniwortungS- fähigkcit, die man schon im privaten, geschweige denn im politischen Leben von jedermann zu fordern berechtigt, ja verpflichtet ist. Der Führer, der den von ihm selber eingesetzten Ehrenrichtern das Jawort zur Veröffentlichung eines Kommuniques gibt und eine Stunde später,.von den Freunder!» umgestimmt, dieses Wort nicht mehr hält, erscheint uns als so trauriger Geselle, daß man ihm bestenfalls die Rückkehr zu Reck und Barren gestatten sollte; und es wäre dann nur Sache der deutschen Turner, zu entscheiden, ob sic den Mann, der die von ihm bestimmten Ehrcnrichter zwei Stunden vergeblich warten läßt, während er wie ein Schuljunge auskneifl, noch als Turn wart bc- schäftigcn wollen. Unseres Erachtens mußte Herr Henlein— für einen Politiker habe» wir ihn nie gehalten— nun auch sonst öffentlich ausgespielt haben. Welche Folgen die Erklärung für die S u- detendeutsch e Partei haben wird, das hängt natürlich vor allem mit der Rolle zusammen, die eben Henlein in ihr auch weiterhin noch spielen dürste. Aber abgesehen davon, bedeutet die Enthüllung über die Unan- st ä n d i g k e i t des Klüngels um Henlein eine westere, außergewöhnliche moralische Schwächung der SdP-Leitnng und damst der Partei selbst. Denn dieser Klüngel hat zweifellos Henlein zu seiner komPromMerenden, inkonsequenten Hal- tung und zu der„entstellenden" Presseerklärung .geraten; dieser Klüngel hat sich über die eigene Verbindlichkeitserklärung des Ehrengerichts- Entscheids hinweggesetzt und damst sich, Henlein und die Partei in die Situation gejagt, aus der die Ehrenrichter sie nun nicht entrinnen lassen. Was aber diese Richter selber anlangt, so ist ihre ultimative Forderung und Drohung ein Kcnlenschlag gegen die SdP. WaS sie sich unter„vollkommener Genugtuung" vorstellen, wissen wir nicht. Aber indem sie v o l l k o m m'e'n'zu sein hätte, könnte sie nur ein elendes Zukreuzekriechen Henleins und der. Seinen, also eine»vettere politisch-mora- lische Niederlage bedeuten. Schon, diei Drohung mit der Veröffentlichung des Materials, das also ohne Zweifel erdrückend für die SdP ist, ist ein noch nicht, dätzewesener Affront. Beugt sich jedoch die SdP-nicht,-dann- steht ihr-Wohl das Aergste bevor.' And, ob nun die SdP- den Ehrenrichtern gehorsamet oder- ob sie dem zweite« Dolchstoß nicht zu entrinnen vermSgO« wird— der A«fang v o m E n d e d e r S t P Ist g e- komme«. Ein DolchstoO gegen Henlein Ehrengericht droht mit der Veröffentlichung des gesamten Zeugenmaterialsl Der erste Beweis für unsere Annahme, daß'durch da- Verschwinden Doktor Brands der Brand der SdP keineswegs gelöscht ist, sondern daß er immer ärger weiterschwele« wird,, ist bereits dar das bekannte Ehrengericht(Sasum, Greger, Bernhard und Alter— Wehrenfennig ist außer Landes) hat gestern der Seffapllichkett ein Dokument übergeben, mit dem die Ehreurichter den gegen sie gerichteten Angriffen aus SdP-Kreifen ent- gegentreten wollen. Tatsächlich ist diese Antwort der Ehrrnrichter weit mehr, nämlich eine durch nichts Wiedergutzumachende B l o tzjst«llun g Henleins, der darin als willenlos Geführter in seiner ganzen Anmännlichkeitenllarvtwird,««deine ultimative Drohung mit weiteren Deröffentlichnngen, die zweifellos geeignet wäre«, als zweiter,««absehbar starker Dolchstoß Henlein und die SdP politisch lebensgefährlich zu treffen. Die senannle« Herren erzählen über das Ehrengericht Folgendes: Seite 2 Sonntag, 26. Juli 1636 Nr. 178 Präsident Benei Hai an die ausländischen Delegierten der Prager FricdenStagung, die er SamStag empfing, eine Ansprache gerichtet, in der er sich zu dem Grundsatz bekannte,„bis aufs äntzersts eine Friedenspolitik zu treiben". Er führte erklärend ans: „Gestatten Tie mir hinziizu fügen, daß unser Land stets und namentlich in dieser Stunde einen tätigen-und schöpferischen Pazifismus verfolgt. W i r w erde u u! e m a l s a n g r e i f e n, niemals daS Instrument einer AngriffSpolitik eines Landes-sein, wir verlangen von niemanden etwas und werpen niemals fremdes Eigentum an rühre». Aber wir bereiten uns ruhig und kaltblütig ohne Panik, und Alarm,' jedoch mit dem Gewissen ehrenhafter Leute, die alles für die Rettung des Friedens getan haben/ z u r A b wehr und zur Rettung unseres Landes vor, unseres Re* g i m c S, unserer Zivilisation, unseres Friedens und unserer Ruhe." Der Präsident betonte dann die Schwierigkeit der.Situation und kam auf die drohende Kriegsgefahr zu sprechen: .„Ich bin heute, mehr denn sonst überzeugt, daß man den Friede» retten kann und daß man in Europa dem Krieg auSweichen kann. Und ich bin überzeugt, daß Europa ihm auSweichen wird. Die Tschechoslowakei wird in jedent Fall mit ihrem Teil dazu beitragen, ist darauf vorbereitet, nian kann mit ihr in dieser Frage in ihren Ländern rechnen." Die Tschechoslowakei werde keine Gelegenheit versäumen, ihren guten Willen zu beweisen; aber sie.ist gerüstet: „An der B e r t e i d i g u n g des Landes in einem möglichen Konflikt wird die Tschechoslowakei ihren Mut, ihre Festigkeit, ihre machtvolle Organisation, ihren Entscheidungswillen nnd ihren Glauben an die gerechte Sache unter Beweis stellen." ' Der Krieg, sagte Dr. Benei! weiter, würde nie- uiandem Nutzen bringen. Ein Volk, daS heute hoffen würde, aus einem europäischen Krieg so profitiereh, gibt sich vcrhängniSvgllen Täuschungen hin: „Denn einem solchen Kriege' würden Katastrophen folgen, die alles begraben würden, und selbst wenn man auf der einen Tkite. an ritten schnellen siegreichen.Krieg glauben würde, wäre dies ein Fehler. Denn ei» europäischer Krieg würde zuerst ei» allgemeines. E.ha o S Hervorrufen und wäre dann-mmc,„eine Vorbereitung zu-einem neuen, noch schrecklicheren Krieg ohne.Ausgang und Ende." Er sei überzeugt, sagte der Präsident, daß eS leinen.Staatsmann gibt, der sich nicht feiner Verantwortung in diesem Augenblick, bewußt sei.. Freilich habe jedes Regime von seiner innerpolitischen Struktur her eine andere Einstellung zu der Frage Krieg und Frieden: „Das innere Regime eines jeden Landes hat seine tiefen Wurzeln, in den Bedin- guitgen des betreffende» Landes und es sind nur innere Kämpfe, die nach und nach Beränderungen herbeiführen können. Daher keine Jnter- ventionen von außen. Man kann nicht bestreiten, daß jedes dieser R e g.i m e s durch feinen Eharakter entweder z tt m Eine Botschaft des Präsidenten:->.' Man kann den Frieden retten! Ein neues Europa Im Werden Frieden»der z u m Krieg beitragen kann, denn jedeS dieser-Regime hat feine besondere Anf- fasiung voll Krieg und Frieden. Aber beim heutigen Stand der europäischen Organisation und mit Rücksicht auf die jetzige Auffassung des Völkerrechtes in diesen Dingen glaube ich, daß daS, was LöonBlum jüngst in seiner Rede über dir Beziehungen"zwischen Frankreich und Deutschland erklärt hat, das einzig Richtige und Mögliche ist, nämlich, daß man einander respek-. tieren mutz. Wenigstens nach meiner Ansicht sittd die europäischen Demokraten bereit, diesen Neuen Beitrag zum Frieden zu bringen. Allerdings verlangen sie dies auch von de»-anderen Regimes. In diesem Fall haben sie jedoch ebenso viel R e ch t, s i ch mit allen Mitteln» die ihnen zur Berfügnng stehen," zu weh-ren, wie die anderen." Dir friedenswilligen Kräfte müßten sich aber .vor! allem in Her positiven Arbeit erproben und be- meisen, daß sie die^.„bessere politische und Ipirtfchäft- liche.Organisation" zu"bleien' haben. Hier liege eine große Aufgecher;"?.. „Europa befindet sich in elner soziale n^u n d wirtschaftlichen Redvln- t i o n, eS bereitet seinenmeu eil A u-sba«. Denken wir alle daran, arbeiten wkr alle daran. Sch will keine Lösung skizzieren, aber ich konstatiere nur, datz ohne eine solche'wirtschaftliche Zusammenarbeit der künftige Friede nicht für lange Zeit gesichert wäre. Die Tschechoslowakei ist ein indisch pazifistisches Land. Durch einen Krieg könnte sie nur Verluste erleiden."Da und dort bekommen Tie"eine b ö S a r t i g'e P r" o p a- aa ii da zu hörens die unS kn der oder jener Sache verleumdet. Wir gehen jetzt darüber hinweg. Aber eS wird"der Augenblick köNuüen, wo "wir unsere Sache" erläutern müffen für unsere .Tätigkeit, für unseren guten Willen, unsere Initiative und unser gutes Gewissen Beweise werden"ab g eb en müssen/"Sie sind"sich dessen gut bewutzt, denn deswegen sind Sie", zu uns gekommen, um für den Frieden zu manifestieren.«" Friedenskongreß In Prag In, Ältstädtcr Rathaus trat Samstag Vormittag eine Konferenz der Vertreter mittel- und südosteuropäischer Organisationen zusammen, welche vom tschechoslowakischen Aktionsausschuß für die Organisierung des Friedens durch kollektive Sicherheit einberusen wurde. Den Vorsitz führte Abg. Prüf, Dr. Kozcik, der auch ein Referat erstattete. Er formulierte vier Hauptpunkte eines Programms, der Weltsriedensbewe- gung: 1) Unverletzlichkeit der Verbindlichkeiten, die sich aus den Verträgen ergeben. 2) Herabsetzung und« Begrenzung der Rüstungen durch ein internationales Abkommen und Beseitigung der Gewinne aus der Wafsenproduktion. 3) Stärkung des Völkerbundes in.der Art, daß er Kriege verhindern, gegebenenfalls Kriege durch eine ziveckmähigc Organisierung der kollektiven Sicherheit nnd der gegenseitigen Hilfe beenden kann. 4) Schassnng eines verläßlichen" Organs im Namen des Völkerbundes für die friedliche Regelung internationaler Situationen, aus denen Kriege entstehen könnten.—- Nach. Schluß der Plenarsitzung wurden drei Kommissionen gebildet, die nachmittags Sitzungen abhielten.", »‘? Internationale Friedenskundaebuno; Die öffentliche Kundgebung, die im Rühmen der Prager Konferenz"für Frieden und iWdkive Sicherheit Samstag"abends^auf^Pix;KlHVschcn Insel"abgehülten wurde,'eröffnete Pröktiipr.K"o z ä k mit einer Ansprache, in der er die Aufrechterhaltung der internationalen Verträge, die Stärkung der Völkerbundes und die Verhinderung privater Rüstungsgewinne als die-Voraussetzungen für- die" Sicherung des bedrohten Friedens bezeichnete, Die Friedensbewegung, die-heilte notwendig sti, fei keine pazifistisch-sentimentale Bewegung, sondern eine Bewegung, die den Frieden praktisch sichern wolle. DaS beste, war wir im Innern für- den Frieden tun könnten, sei die Aufrechterhaltung der politischen Freiheit und die Förderung der geistigen und. wirtschaftlichen Fortschritts.. In der Außenpolitik aber gelte er zii organisieren, ein Kollektiv der Friedenr in der Welt zu schaffen. Im Namen der englischen Friedensbewegung, die heute- 11 Millionen Anhänger zählt, sprach so dann der UnterhauS-Abgeorduete Philip Noel B a- ker, der die Grüße der Führer», der... englischen Friedensbewegung, Lord. Robert Ceeil, überbrachte. Alle Völker der Welt, sagte er, müssen gegen da» Verbrechen eine» neuen Kriege» zusammenstehen, der den letzten Krieg an Schrecklichkeit noch weit überbieten würde. Er würde dar Ende der Zivilisation herbeiführen. England besitzt dar größte Resch der Welt, aber dar englische Volk ist überzeugt, daß, er keine andere Sicherheit al» die kollektive gibt. Noch viel mehr muß diese Ueberzeugung für die kleinen Staaten gelten. Nur wenn alle in der Arbeit für den Frieden einig sind und den Krieg nicht als ruhmreich, sondern als schändlich betrachten, wird eS gelingen, die Ilenschheit vor einer Katastrophe zu bewahren. Der jugoslawische Abgeordnete Tomaäevik betonte in. seiner Ansprache besonders, die Freundschaft, die sein Land mit der Tschechoslowakei verbindet, der schwedische Senator O l s s o n wandte sich vor allem gegen die KriiegSphilosophie, die er auf den Faschirmus anspielend— als Philosophie der Gangster bezeichnete, die französische Bölkerbundrdele- gierte Frau S e l l i e r; betonte die Entschlossenheit Frankreich», seinen Verbündeten treu zu bleiben und der- letzte Redner/ der französische Deputierte G r u m b a ch,"berief sich auf dar Vorbild Jaurtr, feierte den FriedenSgeist MasarykS und Beneö» und erklärte, daß die Frtedenridee im der Außen- und in der Innenpolitik einigend" wirken müsse, denn nur ein einmütiger Wille könne den Krieg verhindern.. Er sej mcht.genug",." den Friede» zu wollet,;: mNinmüsft ihn organisieren." ,-' r■ :.. Alle Redner der Kundgebung, fanden, dem stürmischen Beifall der überfüllten Versammlung.-" Moralische Niederlage der Agrarier' in hier Wafsenfabrik Janeiek in Prag. Freitag-fanden die Wahlen im BetriebSauSschuß der Wafsenfabrik Janeiek in Prag-Pankrac statt. Es ist noch erinnerlich, welche Verhältnisse in dieser Fabrik nach dem vorjährigen Streik herrschte:» Damals wurden 800 von den Agrariern geworbene Streikbreche« ausgenommen und die agrarische Organisation entfaltete in der Fabrik eine große Agitation. Bei den Wahlen erhielten nun"der freigewerkschaftliche Metallarbeiterverbänd" und die Nationalsozialisten 438 Stimmen und 6 Man- 48 Wir suchen ein Land Roman einer Emigration Von Robert Grötzich Copyright by Eugen Prager-Verlag. Bratislava. Er drückte seinen Mund auf dieses Haar,, legte die Arme um einen Hellen zarten Nacken, fühlte runde, feste Brüste, hörte von draußen, den Nachtvogel; wie ein schwerer dunkler Tropfen fiel sein Ruf ins Finstere, lockte und lockte, machte die Sinne neblig... Schrillte da draußen nicht eine Frauenstimme?" Leise hatte sich Laska von dey Fellen erhoben, schob den Riegel behutsam zurück, stand draußen auf der Matte, über dem Hemd Helle leichte Hosen... Thr, der schwarze Hund, winselte freudig gedämpft... Dort, dort lag sie, die ihn gerufen, die seinetwegen aus dem. Land dos Reichtums ins Land der armen Felsen gekommen wär, die Weißei die nach dem. Wilsen der Ora ihm gehörte Die Tür des Hauses knarrte. Laska fuhr herum: im Eingang stand der Oheim/ stumm" und warnend. Da giiig Laska wieder ins Haus. Der Blinde lag auf dem Fell wie immer. Eva aber wälzte sich unruhig unter der leichten Decke. Grelle harte Bilder wirbelten durch ihren Schlaf: die Berge ringsum wuchsen, zu ungeheuerlichen Wolkenkratzern gen Htnimel, die, Täler würden zu Straßen, das Wässer verdampfte auf heißem Asphalj,.", Plötzlich lärmtest Leute mit verzerrten Gesichtern uüd komischen. Mützen" durch die Straßen, triebe» einen Mann mit-wallendem Bart" und im langen Büse.rhemd vor sich her; auf der Brust dieses Mannes, hing ein Schild Mit blutiger Schrift:„Ich glaube an die Vernunft!" Gellend und'lärmend schlug die Menge mit Stöcken und Ruten auf dieses" Schild. Biele junge Menschen dabei; zwei junge Gesichter tauchten immer wieder hervor. Eva kannte sie recht gut: von beiden war sie umworben worden. Sie trugen ansgeklebte Pappnasen und zeigten höhnend nach dem Dulder. Dem lastete" ein lächerlicher Strohkranz über der Stirn und er predigte von hohem Sockel:„Ich diene der Wahrheit — ich. glaube an die Menschlichkeit-— ich sterbe für Recht und. Freiheit.,.7 Und- zu.seinen Füßen-rings um den Sockel grinsten satanische Frqtzen■— wieder waren Evas Freier dabei, blickten manchmal rückwärts in die- bemühte Menge, die jedes Wort des Dulders mit frenetischem Gewieher begleitete, in ausgelassener Heiterkeit mlt-Stöcken uNd Steinen"nach"ihm- warf,-bis er wankte und blutend vom Sockel sank. Die Steiße aber türmten sich zu. Haus, immer mehr,, immer ,höher, rollten plötzlich über Evas Leib, Malisoren standen daneben nnd. höhnten.:. Du hast uns Schätze versprochen I Zeig uns, wo. sie liegen oder stirb!—t Mit einem Schrei fuhr Eva aus dem Schlafe empor. Die. junge Sonne glänzte auf dem Weißgrau der Bergluppen. Am Rande der, Schlucht ragte Läska in die.Luf,. die Kappe tief im^Genick, Dann kam er langsam geschlendert. Dar Mädchen blieb,.mit halb geschlossene»- Lidern liegen uüd genoß das Erwachen. MWich nur,"wie wallende Nebelsehen, zerstob, der auä- lende Traum und es Ivar gut; daß die Berge hoch gen Htnimel ragten und. das Wasser.-rauschie und die Tiere im Tal.weideten und Europa weit, weit. oben, ti» Norden lag.; Als.sie die Augen wieder" äufschlug,-Ivar Laska fort. Vor dem Hapse-drüben hockte bje Mutter Und knetete Brotteig. . Eva eilte- hinunter zum, Wildwasser."Der fiebernde Druck im' Köpke- wär- etwas geipichen, aber-auf. dein.Grunde ihrer Seele-lauerte-der Alp dieser Nacht und würde, leichter.und kleiner, als sie die Gedanken von ihm-.wandte und,indie. Berge hineinschickte... Weiter oben, wo"das Wasser in vielen Rinnsalen aus dem Felsenschutt rieselte, lag die Pfarre. Seelsorger und Aerzte -waren diese Pfarrer hierzulande,. Ilm einem Todkranken die Sterbesakramente zu bringen, Muhte der Kaplan ost acht Stunden über die. Berge laufen. Es gab Malaria.und Fieber, Augenleiden und Krankheiten schlechter Ernährung... Schon -vor vier Jahren hatte Eva ein Samariterexamen mit besonderer Auszeichnung bestanden... Vielleicht konnte sie als Samariterin in einem Pfarrort bleiben! Es fehlte in der Maleija an einigen Menschen, die den Kranken beistanden.— Der Nachttraum verschrumpfie. Ringsum, schien alles klarer. Sie entkleidete sich, stieg-ins kühle-Wasser; .rieb sich ab.und legte sich auf einen der glatten, warmen Blöcke....... Last« und" her Oheim raschelten oben-im Häselnußbusch herum, streiften die Nüsse von den Aesten. Ei» Säck voll sollte morgen nist nach Skodra. Laska müßte viel Schweres depken. Seit gestern wär-der drifte Tag vorüber, und er hatte -den"Mihais keine Antwort gegeben. Wed schwieg, dir"redete aüch..> Prenni, die große braiin« wangige- Prenni mit-den kräftigen schwarzen Augenbrauen» die" würde einen andern finde», schöne'Mädchen gab.'» Nur wenige im Tal. flber er brach das Wort des Vaters und den Mihais saßen die Patronen locker- im Gürtel... And morgen früh führte sein Weg-gen Skodra,-Bier Tage;\..; i Am anderen Hange, drüben überm Tal, säßen-Boli Mihal». sein Bruder und-seine-Söhne Skender und Müsli rauchend.im Kreise.. Um ihre Kappen"liefen rote Tücher. Wie ein« kleine Fee stüngmit kleinen Fenstern, die wie Schießscharten aussehen, stieg, die steinerne Kula hinter" ihnen auf,.„Er. hat keine Botschäst gesandt"^ knurrte Bott.„Scheitanä mag ihn.schützen i t>>->■- '»Ist kein Mann!" Der Bruder, lang und" pockennarbig,.streckte die Beine und spie aus. „Sitzt, mst der Käval bei dem- fremden Weibe umherl" date, die Agrarier 209 Stimmen und 3 Mandate. Die>-Agrarter erhielten also'Nicht einmal so viel Stimmen, als""sie im Betrieb Mitglieder haben. Uetzer 100 Ltbeit«r<, welche, im Vorjahre" auf Empfehlung ster"Agrarier" ausgenommen koortzen sind, haben sozialistisch gewählt. DaS Eisenbahnminifterium teilt niit, daß die Aufnahme von-" Juristen" in" die-Dienste der tschechoslowakischen Staatsbahnen bis auf weiteres eingestellt ist. ttsllenlseke verilngnngen für die Fünfer-Konferenz? R o m.(HavaS.) Italien" wird" di« Eint ladung zur Teilnahme- an der Fünfmächtekonfei- renz in-nächster Zeit beantworten. Gut informierte Kreise-versichern, daß< Italien" M t t Freude seine aktive Rolle in Europa übernehme» werde, wenn die für die seine Mitarbeit unumgänglich notwendigen Beding» n g r-n erfüllt feüt werden..- v- Die Versöhnung Wien.(Tsch. P.-B.) Samstag wurden in Garsten bei Linz die auf Grund der dieser Tage erlassenen- Amnestie.freigewordenen., nationalsozialistischen Strafgefangenen-auS dem Gefängnis, entlassen. Nationalsozialistisch« Parteigänger begrüßten sie" mit stürmischen" Hochrufen, sowie mit dem Rufe),E s lebe Hitler". Sie bildeten.ein. Spalier vom Gefängnis in Garsten bis nach Linz. Die Polizei konnte dieser Menge nicht Herr werden, doch gelang.es. ihr,, einen" her Füh r e r" der Demonstrationen z u ve r h a f- ten,"der dann ins Konzentration»- l ä g e r in Wöllersdorf geschafft wurde. Erkenn» men die Gefahr?. Wien.(Tsch Pr.-B.) Beide österreichischen Regierungsblätter, die„Reichspost" und die „Wiener Zeitung" veröffentlichen" eine schärfe Warnung an die Adresse der"österreichischen Nationalsozialisten. Darin heißt eS, es sei ei» Irrtum," wenn die Nationalsozialisten'Meinen, daß ihnen daS Abkommen vom 11. Juli die Fortsetzung der illegalen Tätigkeit oder der Agitation für den Anschluß ermögliche. Beide Blätter betonen, daß jegliche Agitation für den Anschluß verboten sei, und drohen den Nationalsozialisten mit der Aufhebung der ohnetzieS bedingten Amnc- sttebegünstigungen sowie mit den schärfsten Strafen.für den"Fäll.der Fortsetzung ihrer".staatsfeindlichen. Tätigkeit.". Berlin.(Tsch, Pri-B.) Reichskanzler HitlÄ hat aus Anlaß der Abschlusses de»'deuisch-ösfjr- reichischen Abkommens vom 11. Juli den. mtt.dch: Leitung, der Gesandtschaft in Wie» beauftragten Gesandten von Pape» zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter in besonderer Mission ernannt. Der deutsche diplomatische Vertretung in Wien, behält auch weiterhin-den Rang einer Gesändschast.-—.v: Washington. Admiral Siandleh"erklärte, daß die Vereinigten Staate» int" Bau neuer Schisse unter den ersten Mächten stehen. IN den amerika- nischcn Wersten befinde» sich Oki Kriegsschiffe mit einer Gesamttonnage von 288.000 Tonnen" im Pap.>• „Wenn Fremde zu lange Gast sind, verderben" sie"die Sitten", meinte Boli.„Habt ihr- nicht'Markus, den Bajräktäd,"drüben glüht» sehen? Der erste sdines Stammes kommt pon weit oben-und'bringt der"Fremden Steine, ge- schleppt!". '■„Und Laska schleppt ihr Wasser", lchhte der älteste Sohn.„Keine Ehre für ein Haus, den al» Schwäger:"",""..'. Jeder dachte an Prenni. Dia».hatte'die.bei- den zu" oft beisammen geseheneine Schände war es. 7 1/ „Ich werde ihn erinnern", drohte Mufti,. und seine kleinen dunklen Augen blickten state geradeaus. Boli fing den Blick des Jüngsten ab ünd zog die Brauen hoch. Mufti kannte diese Sprache; es hieß: Solange Ich hier bin, hören die Gewehr« auf mich!— Mufti preßte die Lippen aüfejnänver.'Es wäre Nicht das" erstemql, daß der Jüngste zuerst schoß." An diesem. Tage, in der Däinmerung, ereignete sich, jesitp. Zwischenfall, der Läflä zwang, sem.Gewfhr'apr hem Versteck zu holen. Ztvti große Ko.rpe.Poll Haselnüsse hatten sie hinabge- fchleppt, gütttitge».di«'Büscheln diesemJahr. Laska knackte. Nüsse netzen Eva,.die so in ihren Steinen herumgückte, daß er bÜeidigt ausstand sind nach der Hjirde. schaute... Da kam der Schrei von. schiläg oben herunter:„Eiij! Laskä! Dascht!" Oben hüch äm-Häng brüllte der kleine Patu, Zwei Schafe, fehlten-in seiner Herde, Hai« teN sich iN die Schlucht hiNätz verirrt,-.^- Läska ging Wer die Matte,-schickte den schwarzen,Hund--Vorau». Hinter- einem Ätbüsch kläffte Thr, zwei-wollige." Schafe-i» Trab, Laska trieb sie hsyaüf, üher die Quelle hiifwpg,,Häher und Wetz.. Die-Pd^pänder erglühten rot, tivden Tälern- würde,er grau. Mit ein paar Steinwürfen jägte er" die Niere,;dem Armen Palu" entgegen, der hinaufzog, hoch hiNäüf in siine Sennhütte....":.-"7"- .fFürtsetzung folgt.). Jir. 173 Sonntag, 26. Juli 1866, Sette 3 fudetendcuisdier Zeitspicget die Der reaktionäre Ochse verträgt kein Rot. vom eine Autoear-Reise» werde« vom 8..di» 11. August ab Brün«-« den weltberühmten Mieocha- Höhlen im mährischen Karst, ferner Exkursionen in die Bata-Werke, Alin, Frainer Talsperre sowie nach EiSgrub und Pollauer Berge gesührt. Treffen der Naturfreundeinternationale Im Ostrauer Sender spricht am Freitag, de» 61..Juli, um 18.40 Uhr Genosse Karl N e i h s e r „3 u m N atu rfreunde- T r e f f e n in Brünn". terschast willkommen hieß. Ueberall fanden bereits grobe FreundschastSabende statt. In den nächsten Tagen'fahren iinsere Jungen und Mädel in die Schweiz, nach Frankreich und nach Belgien. Es ist also die Zahl der Arbeiter rascher gefallen als der Umfang der Produktion und daher Arbeitsleistung pro Arbeiter gestiegen. seinen'achizigstcn GeburiSiag. Nicht nur die Genossen des Braunauer Bezirkes, die ihrem ältesten Parteimitglied zu Ehren an diesem Tage ein: schlichte Feier veranstalten, in ganz Ostbühmen wird man dieses tapferen Streiters gedenken. Wer einmal mit unserem Joachim, tvic man ihn nennt, gesprochen hat, wird diesen braven, sympathischen Menschen, der mit eiserner Treue und noch immer hcihcm Herzen an der Sozialdemokratie hängt» nicht vergessen. Welcher Gcnuh für uns Jüngere, Heinzel zu hören, wenn er von den alten Zeiten erzählt, von den sechziger und siebziger Jahren, da er als Arbeiter die Eisenbahnen in Ostböhmcn hat mitbanen Helsen und wo er 14 und 16 Stunden täglich robotten mußte! Er hat dann die achtziger Jahre des Kampfes der Radikalen und Gemäßig- ten miterlebt, den Aufstieg der Sozialdemokratie im alten Oesterreich von Hainfeld bis zum Weltkrieg, Umsturz und Spaltungszcit sowie die ganze Zeit nachher. Er ist am Bodenbacher Kreiöfcst ebenso gewesen wie bei der letzten Funktionärkonserenz in Braunau, wo es ihm grohe Freude machte, als ihn der Parteivorsitzcndc Genosse Dr. Czech namens der Gesamtpartci beglückwünschte. Bleibe noch lange gesund, lieber gnter Freu») und Genosse und möge sich die Jugend an deiner Treue und an deinem hohen Idealismus ein Beispiel nehmen I Belogen und Irregeführt“ Skandalöse Unternehmer-Methoden Tschechische Gesellschaft fördert die Henlein-Gewerkschaft In der Neudeker Papierfabrik-A. G. in Neu, dek fanden Freitag die Betriebsausschutz-Wahlen statt, wobei der Fabrikarbciter-Berband 3 Mandate, die Kommunisten 1 Mandat, die Henlein- gcwcrlschaft und die Angestellten ebenfalls je eines erhielten. Der Wahl sind skandalöse Ding« vorangegangen. Gewisse Beamten übten aus die Arbeiter einen Druck zugunsten der Henle in organisation aus. i Weigerte sich ein Arbeiter- hie' Hrnleinliste zu 1 unterschreiben, so hieb es:„Das wird dem Werkführer gemeldet wevden." Als der Fabrikarbeiter- Berband die Abstellung dieser Methoden durchgesetzt hatte, wurden nachweisbar Unterschriften gefälscht. Die Wahl wird infolge dieser Manipulation angefochten und wahrscheinlich wiederholt werden.. Interessant ist, daß die Fabrik einer hundertprozentig tschechischen/ Gesellschaft gehört, deren Beamten zugunsten Henleins deutsche demokratisch gesinnte Arbeiter terrorisieren! Ole Internationale der Kinder Das war wohl eine der glücklichsten Ideen, als im Borjahr die Funktionäre der Erziehungsinternationale in Berneuil Etang den Beschlutz faßten, den. internationalen Kinderaustausch zu organisieren, um- so zur' internationalen Gesinnungsbildung der Arbeiterbewegung beizutragcn. Der.Arbeiterverein„K i nd erst« u n d e" in der tkSR., eines der rührigsten Mitglieder der Internationale, hat auf Grund der Beschlüsse von Berneuil'schon dsfses Jahr einige Aktionen organisiert! Es fahren- Kinder aus Träutcyau nach Dänemark, Kinder aus Bodenbach und Aussig nach Belgien und Kinder aus Teplitz und Komotau in die Schweiz und nach Frankreich: Dasür kommen zu, ünS Schweizer, Belgier, Dänen: Die Belgier und Schweizer sind bereits im unserem Lande und sie wurden überall von der Arbeiterschaft und den Roten Falken stürmisch, begrüßt,' Besonders den Schweizerns.-die bereits seit.14 Tagen beiunSwei- len, wurden herzliche Empfänge bereitet ist Karlsbad: in Saaz und zuletzt Ist Teplitz. In Teplitz hätten sich einige hundert Parteigenossinnen und Genossen sowie die Roten Falken' des Bezirke» beim Bahnhof eingefunden und,stürmischer Beifall folgte den Worten des Parteisekretärs Genossen Hegenbarth, der die Falken im Namen der-Arbei- Es werden zum Schluß einige Forderungen aufgestellt, und zwar Wiedereinsetzung Kaspers In alle seine Aemter, sein« Berufung in die engste Führung, Rückgängigmachung aller Maßregelungen und Ausschlüsse, Einberufung außerordentlicher Bersammlungen, die sich mit dem Spruch des Ehrengerichtes und dem Verhalten der Führung befassen sollen.„Verlanget die Teilnahme Rudolf Kaspers in diesen Versammlungen I Verleiht Eurem Willen zur Einheit dadurch entsprechenden Nachdruck, daß Ihr bis zur Einigung zwischen Henlein und Kasper die Parteipresse abbestellt und Euch an den geselligen und kulturellen Veranstaltungen der SdP nicht beteiligt! Parteigliederungen, die geschlossen hinter Kasper sieben, stellen ihre Tätigkeit nicht ein, sondern lassen nur alle Weisungen der Hauptstelle der SdP in den Papierkorb wandern und tragen die Aufklärung in die benachbarten Gebiete... Enthebt man Eure Amtswalter oder schließt man sie aus, so müßt Ihr Euch hinter die von Euch Gewählten stellen und ihnen so den Halt für die Fortsetzung des Kampfes um die fudctendeutsche Einheit bieten." Auch aus diesem Flugblatt geht vor allem hervor, daß der Glorienschein Konrad HenleinS verblasst ist. In weitesten SdP-Krcisen erkennt man nun, daß sich zum Führer nicht einer selbst ernennen kann, sondern durch seine politischen Fähigkeiten erst sein Talent erweisen muß. Der„Brand", der in der SdP auSgebrochen ist, ist nicht gelöscht worden, das Feuer schwelt weiter... Genosse Joachim Heinzel —80 Jahre Äner der ältesten und treuesten Genossen, den die deutsche Sozialdemokratie der Tschechoslowakei zu den ihren zählt, Joachim Heinzel aus Halbstadt, feiert am Montag, den 27. Juli 1836, ehrenhaftigkelt befreit, damit bezieht aber Henlein sich«nd di« gesamt« Ha»ptl«it«n» der SdP in di« Schweinereien des Herrn Dr Br a n d«in. Damit gibt er sich nicht nur per- sbnlich dem Gespött«nd der B e r a ch• t u n g der Oeffentlichkeit Preis, sondern.'«ft dorr den Anschein hervor, alb sei das Sudetendeutsch- jdiut, da» bi» vor kurzem zum großen Teil hinter ihm stand,«Ine Horde von Denunzianten«nd unehrenhafte» Gesindel, dem die Taten de» Herrn Dr. Brand durchaus nicht bedenklich erscheinen Damit hat Konrad Henlein aber auch in erster Linie jene Männer, dir al» Ehrenrichter fungierten«nd zu denen da» Tudrlendeutschlum in Ehrfurcht emporsieht, tloßgeftellt." Er wird deswegen an alle„Volksgenossen" die Aufforderung gerichtet, gegen ein solches Verhalten Henleins und der SdP energisch vorzugehen:„Die Führung der SdP deckt Dr. Braud und anerkennt damit seine unehrenhaften Machinationen als politisches Kampfmittel. Jeder, der gegenüber dieser Führung nicht einen klaren Trennungsstrich zieht, tut das gleiche. Protestiert überall gegen die schmähliche Kundgebung Konrad Henleins, dessen Herz ein für unehrenhaft erklärter Freund näher steht als das Sudeten- deufchtuml" Null Prag. Bon kompetenter Stelle erfährt das Tschechoslowakische Preffebüro: Sämtliche Nachrichtest, daß das Foreign Office Konrad Henlein nach London eingeladen habe, oder daß Großbritannien in die inneren Verhältnisse der Tschechoslowakei eingreife oder in diese Irgendwie ein- I zugreifen beabsichtige, sind vollkommen erdacht. In gleicher Weise entsprechen a.ich die Kombinationen einiger ausländischer Blätter, die an diese Nachrichten geknüpft wurden, nicht der Wahrheit. Die Unterredungen, die Konrad Henlein in London hatte, waren rein privater Natur. In Brünn finden 6. bi» 17. August 1886 Reihe internationaler Veranstaltungen der Naturfreunde au» zahlreichen Ländern statt. Tägliche Stadtführungen, Besuch der Spielbergkaseinatten und der Umgebung Brünn».— Autocar-Fahrten: Macocha, Bata-Werke- in Zlin, Znaim und Frainer Talsperre. Urlaubrtouren. für die anschließend« Urkaubswoche: Sech» Tage Altvatergebirge, Teilneh- merpreis 160 Ui; sieben Tage Tatra, L7S Kd; sechs Tag« Riesengebirge u. a. m. Festbeitrag ohne Verpflegung und Fahrtau»- Iveir(drei Tage) 25. Xi. Fcstbe-.trag ohne Verpflegung für Mitglieder(drei Tage) 15 Xi. Mit Nächtigung: Massenlager: Betten' mit Ströhsäcken und Decken.- Für Maffenaurspeisung wird gesorgt, jedoch rechtzeitige Meldung Bedingung. Festbeitrag mit Verpflegung:-Gruppe a) 81 K£, b) 90 XL, c). 111. XL. Verpflegung: Je drei Frühstücke, Mit. tag--und Abendessen. Fahrtermäßigung erfolgt auf Grund der Touristenbegünstigungen. Anmeldungen nehmen die Ortsgruppen, Gaue und Hit. Geschäftsstelle de» Touristenvereines „Die Naturfreunde", Aussig,' Marktplatz 11, ent» gegen. Rationalisierung bei MUhllg-Teplltz Das letzte Heft der Zeitschrift„Revue du Travail", herauSgegeben vom Internationalen Arbeitsamt, veröffentlicht die Studie eines Hugo von Haan über die.technische Rationalisierung in den Mühlig'schen Glaswerken in Teplitz. Dieser Konzern hat Unternehmungen In.Settenz, Klein» aujozd, Hostomih und Aussig. Bei Gründung des Unternehmens, vor 45 Jahren, betrug die Erzen» gungSkaPazität 498.000 KiIogramm bei 52 Ar- bcitcrn, so daß auf einen Arbeiter 9577 Kilo entfielen. Im. Jahre der größten Konjunktur, das ist 1929, chetrug die Erzeugung 78,022.000 Kg. Damals beschäftigte der Konzern 2407 Arbeiter, so daß. auf«Inen Arbeiter 30.887 Kg. entfielen. Im Fahre 1913 wurde in HostoMitz die erst: GlaSmqschine ausgestellt, im Jahre 1920 entfielen auf. die mechanische Erzeugung 82.7 Prozent der Gesamterzeugung, 1984 aber schon 93.2 Prozent. Die Owen-Maschine, kann täglich 85.000 Flaschen erzeugen,-während der Glasbläser'n acht Stunden'nur 850 Flaschen erzeugt. Auch in' der: Krise- ist die ArbeitSleistüiig' des einzelnen Arbeiters gestiegen. Nimmt man den Umfang W Produktion, die Anzahl der Arbeiter und die auf einen Arbeiter entfallende Produktionsmenge im Fahre 1980 mit 100 an, so betrug im Jahre 1934 der Umfang der Erzeugung 80, die Zahl der Ar- beiter 27 und' die Erzeugung je Arbeiter 113. 99 Ein Flugblatt der SdP*Opposltlon— Politische und ehrenrührige . Angriffe gegen die Person Henleins Deutsche Professoren an tschechischen Mittelschulen. Im„Prävo Lidu" schreibt Dr. Josef N a v r ä t i l, daß die materielle Lage der deutschen Intelligenz in der CMt tatsächlich arg ist. Man müsse sich bemühen, für diese arbeitslose deutsche Intelligenz Beschäftigung zu schaffen. Eines der vielen Mittel wäre die Verwendung Deutscher als Mittelschulprofessoren an tschechischen Anstalten. Die Erfahrung lehrt, daß der Deutschunterricht an den tschechischen Mittelschulen sehr mangelhaft ist. Die Schüler lernen zwar Grammatik, aber erlernen nicht die Sprache praktisch. Es wäre das beste, wenn Deutsche, welche. die Prüfung für den Unterricht der deutschen Sprache an deutschen Mittelschulen haben, auch an tschechischen Mittelschulen Unterricht erteilen könnten. Das lväre sicrlich auch ein praktischer Weg dafür, die Arbestslosigkcit der deutschen Intelligenz zu mildern. Die Karlsbader Talsperre, die zu den größten der Republik gehört, ist nunmehr nach'einer nahezu fünfjährigen Dauer der Bauarbciten fer- tiggestellt. Ihr Fassungsraum weist eine Kapazität von 8.7 Millionen Kubikmeter auf. Während der Bauzeit waren durchschnittlich 290 Arbeiter beschäftigt. Die Gesamtkosten der imposanten technischen Anlage belaufen sich auf ins- gcsamt 89 Millionen XL. Die ungünstig« bevölkerungspolitische Entwicklung de» Sudetendeutschtums wird durch die Tatsache bewiesen, daß in den Städten mit über 10.000 Eiwvohnern, die für das Jahr 1935 in ihrer Gesamtheit einen knappen Geburtenüberschuß von 188 Seelen auftvcisen, dieses ungünstige Ergebnis nur auf den deutschen Bcvöl- kerungSteil zurückzufuhren ist, denn einer tschechischen Geburtenzahl von 27.379 stehen 25.674 Todesfälle gegenüber, so daß die Tschechen einen Ueberschuß von 1.705 Lebendgeburten verzeichnen, während deutscherseits den. 8.990 Todesfällen.nur 6.508 Geburten gegenüberstehen, so daß sich also ein Geburt ein- abgang von 2.487 ergibt, Ein Loätrtrüger verhaftet. Au» GraSl.tz wird un» berichtet: Die Gendarmerie in Silberbach verhaftete den 40jährigen Johann Walter Otten- b er g er, einen von verschiedenen Sicherheitsbehörden feit.längerer Zeit gesuchten Losbetrüger. Ottenfelder, ein ehemaliger Adeliger und Fregattenleutnant der k. u. k. Marin«, hat seit Jahresfrist zahlreiche Parteien in Nord- und Westböhmen durch Lo»betrüg«reien um große Beträge geprellt, di« sich in einzelnen Fällen zwischen 1500 und 5000 Xi beliefen, Ottenfelder ist dreißigmal vorbe- jt r a f t, darunter einmal mit fünf Jahren Kerkers, Die SdP-OpPosition veröffentlicht ein län-| gece» Flugblatt, in welchem sich ein« Reihe sehr interesianter Stellen befinden. Gerade deswegen, weil In diesem Flugblatt vor einer Zersplitterung' der Volksgemeinschaft, vor dem Uebertritt in andere Parteien gewarnt wird, ist die Charakteristik, die die bisherig« Führung der SdP darin erfährt, umso bemerkenswerter. In dem Flugblatt wird zunächst der Hergang i der Dinge, der Kampf KasperS gegen Brand und die Angelegenheit de» Schiedsgericht» erzählt. Als Resultat wird hingestellt, daß das Ehrengericht „Herrn Dr. Walter Brand für unehrenhaft erklärt" hat; alle Versuche, die gemacht wurden, dies zu verdecken, seien vergeblich gewesen. Wenn Brand- trotz der ausgesprochenen Unehrenhastigkeit noch für satissaktionssähig gehalten wird, so hat,.wird in dem Flugblatt gesagt, der«infachr Volksgenosse seinen feststehenden Begriff von Ehre und«S genügt ihm, wenn die Tätigkeit eines Mensche» für unehrenhaft erklärt wurde. Er bedarf dann keiner weiteren spitzfindlgeir Fremdwörter mehr. Bon Brand wird dann noch gesagt, daß er„deutsche Volksgenossen in der gemein st en Weise denunziert" hat und daß die Anhängerschaft der SdP„von Herrn Sandner und der übrigen Klique um Dr. Brand„belogen und irre ge führt" wurde. Uneingeschränkt nimmt das Flugblatt für Rudolf Kasper Partei. Es wird festgestellt, daß der Au»gang des EhrenversahrenS Rudolf Kasper recht gegeben hat und deshalb sei eS„heilige Pflicht", den„unerschütterlichen Eini- gungSwillen Rudolf Kaspers mit allen Mitteln zn unterstützen." Am interessantesten aber ist, daß in dem Flugblatt in außerordentlich scharfer Weise gegen Henlein selbst Stellung genommen wird. ES wird nicht nur gegen Sandner Klage geführt, daß sie die Maste der SdP-Mitglieder„belogen und irregesührt" haben, sondern daß sogar Konrad Henlein in der„Rundschau" vom 2. Juni 1986 verbindlich erklärt habe,„daß die Widerstände gegen einig«^eiosr..Mitalcheiür.,jrdar-'Be«j gründung entbehren.„Was aber", so sägt das Flugblatt,„fragt Ihr Euch, soll noch ein sachlicher Grund sein, von einem Menschen abzurllcken, wenn es nicht seine Unehrenhastigleit ist?" Aber nicht nur wird in dieser Form an der Ehre Henleins selbst gezweifelt, sondern auch politisch werden gegen ihn scharfe Schläge gesührt: „Di« Volksgemeinschaft" ist mehr wert al» bi« Person Dr. Brand», selbst wenn hinter ihr noch immer di« Person Konrad Henlein» steht. Henlein ist Brand und Brand ist Henlein! erklärte der Herr Läuterunggkommissär vor kurzem auf einer Tagung«nd der muß e» ja wißen. Henlein hat durch die Mißachtung de» Ehrengerichtsspruchei diese Tatsache noch unterstrichen. Aber auch Konrad Henlein muß sich für»der » eg.en di» B»lk»g em«in sch a st, für di« Personen gar nicht» und die Ide« alle» ist, entscheide«. Und zwar nicht mit den Lippen, sonder« durch die Tat. Konrad Henlein ist In.seiner Erklärung, d«rch di« er den Spruch de» Ehrengerichte» In de« Wind schlug, sogar so weit gegangen, da» eindeutig unehrenhafte Treiben Dr. Walter Brand» mit fei« . nem eigenen Namen«nd dem der heutigen Hauptleitungsmitglieder der SdP zu decken und Dr. Brand seine» vertrauen» zu versichern. Damit ist ater Dr. Brand nicht von dem Makel der Un- HAUPT- rOUR1ST£N- Ira?| » (W v Seite 4 Sonntag, 28. Juli 1936 Nr. 173 Von ckon blutigen Kämpfen In Barcelona Die Kampfe zwischen der aufständischen Mlitärgruppe und den Republikanern in Barcelona sind außerordentlich heftig gewesen. Unser Bild zeigt Pferde, die während des Artillerie» feuers getötet wurden Ngcsnemskeitm Eta geschäftiger Emigrant scheint der ehemalige König von Spanien, Tenor Alfonso von Bourbon, zu sein, der sich, wohlhabend, wie er zum Unterschied von den meisten anderen Emigranten auch heute ist, gerade jetzt als Gast auf dem Metternichschen Schlosse von Königöwart cinquartiert hat. Daß er dort Kuricrbotschaften und soviel Post erhält, daß man das Postpcrsonal für den hohen Herrn vermehren mußte(für dessen polizeilichen Schutz auch nicht wenig aufgehen dürste), möchte hin- gehcn, wenn er nicht in einer sehr heiklen Sache auch noch seine Verlautbar»n- g 6 n erließe, die geeignet sind, der Tschechoslo- wakei in ihren freundschaftlichen Beziehungen zur spanischen Republik Unannehmlichkeiten zu bcrcften. Denn sehr zum Unterschied von gewissen anderen Staaten hat die spanische Republik sich zur Tschechoslowakei immer freundschaftlich und korrekt verhalten. Die Sympathien von vier Fünfteln des tschechoslowakischen und deS deutschen Volkes der Republik stehe» heute, da die spanische Republik von einer Bande von ehrgeizigen, käuflichen und aufsässigen Gene- raten angefallcn wird, aus der Seite deS Volkes, das sich so tapfer wehrt. Wenn zu eben dieser Zeit Herr Alfonso, über dessen Verbindungen mit den Verschwörern wir nicht mehr auSsagen wollen als sich beweisen läßt und auf den vielleicht in Spanien wirklich nicht einmal die Reaktionäre warten, da er ja die Monarchie durch sein Regime zuschänden regiert hat, das Gastrecht in der Tschechoslowakei genießt, so b e. nehme er sich dementsprechend zurückhaltend! Zu vermerken wäre in diesem Zusammenhang, daß dieselben Leute und dieselben Zaitun- gcn, die jedem armen Teufel von demokratischen und sozialistischen Emigranten fortwährend auf den Fersen sind, daß er ja nichts unternehme, waS als„politische Einmischung" verstanden Warden könnte, sich anscheinend über die politischen Orakelsprüche des Emigranten auf Königs- wart nicht im geringsten aufregen. ,,Deutsche BolkSernährung". In der„Weltbühne" lesen wir:' Bor kurzem versammelten sich die Gau- BertrauenSmänNer de» Hauptamt« für Vollsgc- sundbeit in Berlin z» einer Schulungstagung, auf der ein Doktor Ohly„Richtlinien für die d« u t s ch e B o l k» e r n ä h- r u n g" bekannt gab. Die ärmeren Volksgenossen in den Großstädten muffen billig ernährt werden. Was brauchen siel In der Hauptsache Eiweiß, meinte Ohly, und das ist gottlob fast umsonst zu haben:„Nicht die sogenannte Fettmilch, sondern gerade die M a g e r m i l ch und di« hieraus zu erzeugenden Produkte schaffen für unsere arbeitenden Volksgenossen ein billige- und dabei biologisch vollwertiger Eiweiß. Der deutsche Arbeiter soll künftig zum Frühstück hauptsächlich Mager- milch und Ouärk genictzen." Ans dem Kaffeesatz kann man die Zukunft prophezeien. Den genialen Erfindern der Dritten Reicher reicht diese altbekannte Vertvendung der Kaffeesatzes nicht. Der Leiter der Organisch-Chemischen Institute» der Technischen Hochschule in Karlsruhe ruft dar deutsche Bolt aus, den Kaffeesatz nicht fortzu- werftn, da er Oel enthalte. Wenn ganz Deutschland sammle, werde man jährlich rund fünfzig Millionen Kilogramm Kaffeesatz haben und dar- äur rund fünf Millionen Kilogramm Oel gewinnen. Ob die braunen Bonzen auch Produkte aus Magermilch fressen, bratscht man nicht zu frage». Aber die Sache mit dem Kaffeesatz läßt eine Erweiterung zu:„Aus Lumpen macht man Schreibpapier." Wenn alle Lumpen Deutschlands zu Papier verarbeitet würden, wäre der Bedarf auf Jahre hinaus gedeckt und Europa von einer schtveren Gefahr befreit. Bon der Lokomotive gestürzt. Die Staatsbahndirektion Brünn meldet: Bei der Einfahrt des PerfonenzugeS Nr. 706 in die Station Blajovice auf der Älära-Strecke stürzt« Samstag um 10 Uhr 29 Minuten der Lokomotivführer des Brünner Heizhauses Jan Lorenz aus der Lokomotive und verletzt« sich schwer am Kops. Er wurde von der Rettungrgtsellschaft in das Brünner Lau- deSkrankenhauS übergeführt. Sein Zustand ist sehr ernst. Entsprungene Sträflinge. Die Gendarmerie» stgtionen von Mähren-Schlesien wurden ersucht, die Nachforschungen nach zwei gefährlichen Sträflingen, und zwar nachBohö D u r a j aus Trebo- vice und Ant. S o u L« k aus Hodontn, aufzunehmen, die Mittwoch nachts äyg hem Steinbruch i» Ölsovee bei Mährisch-Weitzkirchen entsprangen. Die entsprungenen Sträflinge sind auch verdächtig, in der Nacht auf Donnerstag: den 28. Juli, einen Einbruch in die Gendarmeriestätion In Stki- tSj bei Mährisch-Weitzkirchen versucht zu haben, wobei sic jedoch durch einen Gendarmen gestört wurden. Solidarität im Zuchthaus. Ein für das ungebrochene SolidaritätScmpsinden der deutschen Arbeiter typischer Borgang wurde der„Union für Recht und Freiheit" a»S Deutschland berichtet. Im Zuchthaus Z. besteht für die politischen Gefangenen ein absolutes Redeverbot. Der diensthabende Beamte hörte in einer Gemeinschastszelle sprechen und verlangte von einem der dort eingespcrrien politischen Gefangenen zu wiffen, wer gesprochen habe. Als der Gefangene diese Denunziation ablehnte, erhielt er fünf Tage Dunkelarrest, bei der er«IS einzige Nahrung zweimal täglich Wasser und Brot, außerdem aber furchtbare Prügel bekam. Trotzdem war er zu keiner Aussage zu bewegen. Als er aus feinem Arrest, zurückkam, hatten seine Mitgefangenen sich von ihrer kläglichen Tagesration Essen abgespart, um ihrem Kameraden wieder einigermaßen zu Kräften zu verhelfen.— In einer größeren sächsischen Stadt machte die Gestapo den Versuch, eine bereits zweimgl verhaftete Arbeiterin durch Bersprechungen in ihre Dienste zu bringen. Die Arbeiterin lehnte dieses Ansinnen aufs strikteste ab und wurde nun auf die Behaiiptung eines GestapohandlangcrS hin, sie arbeite an einem antifaschistischen HilfSwerk mit, erneut in Haft genommen. In Wahrheit war offenkundig ihre Weigerung, Spiheldienst zu leisten, Grund der erneuten Einsperrung. Die Technik in der Landwirtschaft. In der Nähe von Bukarest explodiert« aus einem Felde der Kessel einer Dampfdreschmaschine, wobei acht Personen getötet und zehn verletzt wurden. Wieder ein Zyklon. Einige argentinische Provinzen wurden von einem heftigen Zyklon heimgesucht, welcher mehrere Häuser zum Einsturz brachte. 80 Personen wurden verletzt. Waffengattung„Propaganda". Im Rcichs- kriegSministerium in Berlin wurde eine Propa- ganoästelle eingerichtet, an deren Spitze Oberst Fellgiebel gestellt wurde. Diese Abteilung will Radio und Bildfunk in ihren Dienst stellen und Agenten ins Ausland entsenden, deren Aufgabe, der„Deutschen Wehr" zufolge, darin bestehen soll, Vie Erkenntnis der Gesellschaft Max Adlers neuestes Werk Unter den sozialistischen Theoretikern der sogenannten österreichischen Schule, welche zu den bedeutendsten Fortsetzern des wissenschaftlichen Lebenswerkes von Marx und Engels gehören, stimmt neben Renner, Bauer und Hilferding M a x A d l e r eine hervorragende Stelle ein. Er ist wie man schon aus seinen früheren Schriften weiß, einer der tief st en Denker unserer Zeit, ein Urteil, das auch durch sein neuestes Werk bestätigt wird.* Während Marx und Engels ihre Aufgabe darin erblickten, di« sozialen Tatsachen und Zu- sämmenhänge zu erklären, dell Gesetzen der sozialen Entwicklung auf die Spur zu kommen, hat Max Adler schon vor mehr als dreißig Jahren sich die Frage gestellt, w i e soziale E r- lenntniS möglich ist. Adler.knüpft bewußt an den gewaltigen Fortschritt an, welchen die Gedankenarbeit des größte» Philosophen der Neuheit, Immanuel KantSi für die menschliche Erkenntnis bedeutet. Kant hatte in unwiderlegbarer Weise gezeigt, daß der Mensch alle Erscheinungen der Natur nur im Rahmen von Raum und Zeit begreifen kann, datz also «ine raum« und zeitlose Borstellung unmöglich *) Max Adler: Das Rätsel der Gesellschaft. Zur erkcnntniSkriiischcn Grundlegung der Sozialwissenschaft. Im Saturn-Verlag Wie», ,(618 S.). einen Berleumdungsfeldzug gegen die Regierung zu inszenieren, sich im Micsmachen zu betätigen, unwahre Gerüchte Uber innere Unruhen, Streik-' bewcgungeN»sw. aüSzustreucn, die OppositionS- prcsse zu unterstützen und überhaupt mit der Opposition zwecks Wandlung der BolkSstiMmüng zusammenzuarbeiten. Neuer Plan von Berlin. Der aus Anlaß der Olympiade hcranSgekommene Stadtplan von Berlin sieht etwas merkwürdig auS, denn in ihm-st — kein einziger Berliner Arbeiterbezirk eingezeichnet. Für diesen merkwürdigen Plan endet Berlin im Norden am Stettiner Bahnhof, in» Süden am Flugplatz. Der Westen ist dagegen eingezeichnet. Die Olympiade-Besucher sollen also daran gehindert werden, mit dem Arbeiter-Berlin in Berührung zu kommen. In dem Olympia-Dorf, das bekanntlich in Form eines Hakenkreuzes aufgebaut worden ist, erhält jedes Haus den Name.i einer Reichsdeutschen Stadt. Zwei der Häuser tragen nun demonstrativ die Namen—Aussig und Reichenberg. Der Löw' ist wri Samstag morgens ist au» dem Zoo in Tokio ein schwarzer Leopard ausgebrochen, wa» sofort durch Extrablätter bekanntgemacht wurde und überall Schrecken aurlöste. Der Zoo und der Uenopark wurden gesperrt und durch bewaffnete Polizei umstellt, Schneestunn In Chile. In der dem deutschen Ausflugsverein In Santiago gehörenden Schuhhütte „Lo Baldes" im Bolkantale wurden 97 Ausflügler, meist Deutsche, durch Schneefall und Schneewehen eingeschloffen. Ein Militärflugzeug versieht die Eingeschlossenen mit Lebensmitteln. Heute ist von Santiago eine Rettung-expedition abgegangen. DI« kindische« Amerikaner. Die„Clcveland News" hat in würdiger Weise den Besuch von Frau Roosevelt in der Stadt Cleveland begrüßt. Sie veröffentlichte auf der ersten Seite in Riesenlettern folgenden Satz:„Willkommen in Cleveland, Mr». Roosevelt l I I Einundzwanzig Salutschüsse für die Gattin der Präsidenten I I l Bum I I I. Bum l l I Bum I I I" Und so genau«inundzwauzigmal. ist. Wie Kant nun die naturale Erfahrung untersucht hat, macht Max Adler die soziale Erfahruiig zum Gegenstand der Untersuchung. Während Kant nur da» Individuum sah, was in dem damaligen Stande der Wiffenschaft— eine Sozialwissenschaft gab es noch nicht— seine Erklärung findet, sieht und untersucht Max Adler die Gesellschaft, das Soziale. Die meiste bisherige Wiffenschaft hat geglaubt, daß nur das Individuelle Tatsache sei, wahrend das Soziale etwa», vom Denken in die Tatsachen Hineingetragenes ist. Max Adler zeigt eben, daß dq» Sozial« selbst ebenso etwas Wirkliches Ist wie das Naturale. Das Wesentliche der Feststellungen Adlers besteht nun darin, daß das Sozial« im Denken der Mensche« bereits gegeben ist. Jede Erkenntnis beinhaltet etwa» soziales insofern, datz diese auch für den anderen als Erkenntnis gilt. Dadurch unterscheidet sich die Wirklichkeit beispielsweise vom Traum, der Erlebnisse darstellt, die nur dem Träumenden eigen sind, während fid für den Nebenmenschen keine Erfahrungstatsache, keine Wirklichkeit bilden. Das Soziale ist also kein Produkt erst deS menschlichen Zusammenlebens, sondern mit dem Bewußtsein des Einzelnen bereits selbst gegeben. Diese Lehr«, die den Kern der Adlerschen Erkenntnistheorie der Sozialwiffenschaft bildet- nennt der Wiener Forscher das„Sozialapriori", nach der Analogien eines Kantlschen Begriffes, wonach die räumlichzeitliche Vorstellung etwas ist, was mit unserem Bewußtsein von vornherein gegeben ist. ! i Daneben, befaßt sich.. Max Adler noch, mit einem zweiten Problem, das ihn schon in seinem Zwei Glas Bier — zwei Tote und zwölf Verletzte! Z l i n. JnZlin ereignete sich Sanlstag nachmittags ein schweres Autounglück. Ein von dem 88jährigen Fleischer Karl Klinkovskh gelenktes Lastauwraste,, infolge Versagens der Bremsen einigt hundert Meter vor dem„Platz der Arbeit" gegen daS EingangStor der Bnka-Werke, rih eincn Obststand nieder- um den mehrer« Personen, grüst» tentellS Angestellte der Bata-Werke, hcrumstan- den und prallte mit«oller Wucht gegen daS Eingangstor, dessen massiver Betonpfriler zertrümmert wurde. Bierzehn Personen, die unter daS Automobil geraten waren, muhte« in daS Zliner Sozialgefundheitsinstltut geschafft werden. Der Lenker deS Wagens, der Fleischer Karl Klinkovskh, der unversehrt geblieben war, da die rasende Fahrt deS WagenS durch den Aufprall auf den Obststand, die ihn umgebende Menschengruppe und das Tor der Baka-Werke gebremst war, wurde verhaftet. Beim Berhör wurde festgestellt, dass er vor der Ab. fahrt auS Bkeznice zwei GlaS Bier getrunken hatte. Bon den-14 Verletzten sind zwei Personen, und zwar Karl Koöut auS Mukov bei Holeöop und Ludmilla Kunorzovä aus Lobkovice umS Leben gekommen, die übrigen zwölf Personen erlitten zum Teil schwere Berletzungen. DaS Unglück hat im ganzen Zliner Kreis« begreifliche Erregung hervorgerufen. Eine Mitbegründerin der Baka-Werke geswrben. In Kremsicr starb im Alter von'61 Jahren die Mitbegründerin der Baka-Werke Frau Anna SMovä- Bakovä. Sie beteiligte sich vor 42 Jahren mit ihren» mütterlichen Erbteil an der Gründung der Baka- Werke, wo sie lange Jahre al« Näherin beschäftigt war. Außerdem führte sie den Haushalt der Brüder Bata. Wettersturz. Störungen, welche sich in der Nähe der Wärmegrenze bilden, dürften eine fortschreitende Wetterverschlechterung veranlassen. Wahrscheinliche« Wetter heute: In der Westhälste der Republik Wetterverschlechterung, zeitweise Regen und kühler. Im übrigen Gebiet wechselnd bewölkt, in den Nachmittagrstünden Neigung zu Lokalgewittern, heiß. Wctteraursichten für Montag: Unbeständig, auch im Osten Wetterverschlechterung und kühl.' i"’ Vom Rundfunk SameManewertas au« du Pronraaimaai Montag: Prag, Seyder L: 7: Salonorchester, 12.10: Operngesänge auf Schallplatte», 12.85: Mittag«, konzertj 18.80: Arbeiismarkt, 17.40: Violincello» konzert, 18.05: Deutsche Sendünhfi Jng/ Pick: Die Großstadt,, früher, jetzt und in Zukunft, 18.20: Alte Tanzmusik, 18.85: Schöner: Schwimmen, Pflichtgegenstand, 18.45: Deutsche Presse, 19.25: Unterhaltungskonzert, 20.50: Konzert der tschechischen Philharmonie. Sender S: 7.80: Salonorchester, 14.80: aus Beethoven-Kompositionen, 15.20: Deutsch« Sendung: Sommersreuden, 15.50: Deutsche Presse.— Brünn 17.40: Deutsche Sendung: Erinnerung an Robert Schumann.— Prchburg 16.10: Nachmittagskonzert, 22.80: Tanzmusik.— Kaschau 12.05: Slowakische Lieder.— Mährisch- Ostrau 18.10: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk! Dr. Dee-Lederer: Das neu» Gesetz über die Unterstützung der Baubewegung,— Schallplatten. Dienstag:•••.' Prag, Sender Lr 7: Morgenmusik, 10.05: Deutsche Press«, 12.10: Operngesänge, 14: Buntes Schallplattenkonzert, 16.50:- Beethoven-Kompositionen, 18: Deutsche Sendung:"Franz Hille: Neuigkeiten au- der sozialen Gesetzgebung, 18.25: Deutsche Presse. Sender Sr 7.80: Populäres Konzert, 14.80: Chopin: Klavierkonzert! 15.15: Deutsche Sendung: Olly Deutsch: Schicksal- der Künstler, 15,50: Deutsch« Presse.— Brünn 16.10: Buntes Konzert, 17.85: Deutsche Sendung: Arbeitersunk: Soziale Informationen, Dr. Brügel: Reue Bücher für Arbeiterleser.— Pretzbmg 11: Konzert. 1904 erschienenen Erstlingswerk beschäftigt hat, .nämlich mit dem Unterschiede von .R a t u.r w i s s e n s ch a f t u n d'S o z i a I- iv,i s s.e n schäft. Eine Reihe von Philosophen bat den'Unterschied zwischen den beiden Gruppen des Wissens darin erblickt, daß der Grundsatz der Naturwissenschaften die Kausalität ist, d. h. daß -diese Wiffenschaft die Ursachen der Naturerscheinungen ergründe, während es dis Aufgabe der Sozialwiffenschaften ist, Normen aufzustellen, nicht zu sagen,„so ist cS", sondern„so soll.es .sein". Demgegenüber weist Adler nach, daß a u ch die S o z i a l wissens chaft'eine Kauf« l w i s s e n s ch a f l ist, nur daß die soziale.. Kausalität anders verläuft als. die naturale, nmnlich als Motivation, d. ,h. die Ür- sachcn der Geschehnisse gehen durch den Menschen durch und treten als Absichten, Bestrebungen hervor. Allerdings können diese in den Menschen liegendes Ursachen nicht rechnungsmäßig bestimmt und vorausgesagt werden.„Die geistige Wirkung läßt sich aus der geistigen Ursache niemals berechnen", wir werden'nie prophezeien, nie die Geschehnisse bis aüfs J-Tüpferl Vorausbestimmen können,, AE dem engen Räum, einer Tageszeitung Hst es nicht möglich mehr zu sagen, al» die Hirupt- gedanken Max Adler» in ein paar Sätzen au-zu- sprechen. Die Beweisführung Adler», ist so überzeugend ukid- klar, daß es ein Genuß isti'än der Hand des Forscher» den Gang durch daSLabyrinth der Erkenntnistheorie, des vielleicht fchwiekWen Gebietes der Philosophie, zu gehen und.mit diesem glänzenden Führer den Weg in» Freie zu finden. Emil Strauß. Nr. 173 Sonntag, 26. Dult 1936 Seife 5 Landwirtschaftliche Produktion der Welt Der wichtigste Teil der Wirtschaft bleibt noch Immer trotz der gewaltigen Fortschritte der Jndn- strlalisierung in der ganzen Welt, dic Landlvirt- schaft. Sie stellt einerseits die Grundlage der Ernährung dar, Und andererseits entfällt schätzungsweise noch heute auf unserem Erdball mindestens die Hälfte bis zu zivei Dritteln der Erwerbstätige» auf die Landwirtschaft. Der Landwirt, der Farmer- der Bauer, der Landarbeiter bilden die gröhte Kmrdenmaffe der Industrie. Der Wohlstaiid der Industrie und vor allem der Industriearbeiterschaft hängt iin entscheidenden Mähe von der Lage der Landwirtschaft ab. Eine der wesentlichsten Ur sachen der letzten Weltkrise ist in dem Sinken der Kaufkraft der breiten Massen der landwirtschaftlichen Produzenten in der ganzen Welt zu suchen. Die Hebung dieser Kaufkraftist eine unumgängliche Voraussetzung der gesunden Entwicklung der Industrie und der Wirtschaft im ganzen. Deshalb ist die Entwicklung her Landwirtschaft fiir die Industriearbeiterschaft keineswegs gleichgültig. Die folgenden Tabellen zeigen die Entwicklung der landwirtschaftlichen Anbauflächen sowie der Erträge fiir sieben der wichtigsten Kulturen in den letzten Jahren. Entwicklung der landwirtschaftlichen Anbauflächen 1929—1936 In der ganzen Welt Anbauflächen In raufenden Hektar DnrckkckinlU Anbauflächen 1935/36 im Verhältnis zu- 1034/35 Durchschnitt Knkinren 1838/36 1884/38 1828/84 —10» 1020/34°» 100 Weizen(ohne Sowjetunion)' 96.102 95.080 102.027 100.1 04.3 (mit Sowjetunion).. •, 138.158 181.227 135.645 101.5 98.2 Roggen(ohne Sowjetunion) «• 19.008 18.247 18.870 104.2 100.7 (mit Sowjetunion)... 42.129 42.273 45.481 90.7 92.6 Gerste(ohne Sowjetunion). 25.856 23.864 25.678 110.7 100.7 (mit Sowjetunion).. 34.133 .31.846 32.972 107.2 103.5 Hafer(ohne Solvjetunion). N V 39.376 36.029 40.149 100.3 08.1 (mit Sowjetunion).... 57.696 54.040 57.420 106.8 100.5 Kartoffeln(ohne Sowjetunion) 12.629 12.787 12.451 08.8 101.4 (Mit Sowjetunion)... 20.005 18.917 18.322 105.8 100.2 Zuckerrüben(ohne Sowjetunion) 1.822. 1.834 1.880 00.8 06.0 (mit Sowjetunion).... 8.047 8.017 3.070 101.0 90.3 Baumwolle(ohne Solvjetunion) 27.159 26.666 29.793 101.8 91.2 (mit Sowjetunion)... 29.113 28.607 81.593 101.8 92.2 Man kann sowohl bei den Anbauslächen als bei den Erträgen im Laufe der letzten beiden Jahre eine gewisse Steigerung seststcllcn, aber diese Steigerung geht über die gewöhnliche Konjunkturentwicklung nicht hinaus. Die Landwirt- schaft ist nach der revolutionären Entwicklung der Kriegscpoche und der ersten Nachkricgsperiode in eine Phase der Einschränkung getreten. Während die Industrie in der ganzen Welt im allgemeinen eine Ausbreitung findet, die Industrialisierungsprozesse in einer Reihe von Ländern in ein immer rascheres Tempo treten, zeigt die Landwirtschaft die Tendenz, wieder in konservative Bahnen zu treten. Hier rühren wir an eines der wichtigsten Probleme der Weltwirtschaft: Wie kann man eine g rohe Steigerung der Industrieproduktion mit einer Ein.schränk u n g der Landwirt- s ch a ft verbinden? Mit anderen Worten: Wo wird, die sich rasch entwickelnde Industrie entsprechenden Absatz finden? Man soll nicht vergessen, daß die landwirtschaftlichen Konsumenten, worauf wir bereits eingangs Hingelviesen haben, im Weltmaßstäbe genommen, den wichtigste» Absatzmarkt für die Industrie darstellen. In Br.dnktl.n I« Lausende» DodveUenIner(q) 1835/86 .. 987.810 . 1,250.610 . 245.424 . 459.224 . 808.820 887.020 .. 487/468. . 647.068 Kulturen Weizen(ohne Sowjetunion) (mit Sowjetunion).. Roggen(ohne Sowjetunion) (mit Sowjetunion).. Gerste(ohne Sowjetunion). ,■.(giit.KowjMnion) Hafer(ohne Sowjetunion). (mit Sowjetunion). Kartoffeln(ohne Sowjetunion) 1,436.241 (mit Sowjetunion)..... 2,133.641 Z u ck e r rü b e n(ohne Sowjetunion) 466.285 (mit Sowjetunion)..... 628.385 Baumwolle(ohne Sowjetunion) 47.957 .(mit Sowjetunion)..... 58.863 Die beiden vorstehenden Tabellen stellen in züsämmenfasscndcr Form die Entwicklung der landwirtschaftlichen Weltproduktion dar. Wir haben nur sieben Kulturen gewählt, und insbesondere die Produktion von Mais und Reis nicht angeführt, weil wir vor allem die Produktion jener Kulturen hervorheben wollen, die für Europa und besonders für die T s ch e ch o s I o w a k e i von Entscheidender Wichtigkeit sind. Folgende Tatsache '.fällt bei der ersten Betrachtung der beiden Tabellen sofort in die Augen: die kolossale Bedeutung der landwirtschaftlichen Produktion der S o- w j c t u n i o n. Man braucht nur fiir einzelne Kulturen und besonders für das Getreide und die Kartoffeln die Angaben mit und ohne die Sowjetunion zu vergleichen, um dies festzustellen. Aber die gewaltige landwirtschaftliche Produktion der Soivjctunion steht heute unter besonderen Entwicklungsgesetzen und-sozusagen außerhalb der kapitalistischen Weltlvirtschaft. Deshalb werden auch in der internationalen landwirtschaftlichen Statistik,die Angaben mit und ohne Sowjetunion mitgeteilt. Die vollkommene Einschaltung der landwirtschaftlichen Produktion der Sowjetunion in' die Weltwirtschaft würde natürlich das Bild des Entwicklung der landwirtschaftlichen Erträge 1929—1936 In der ganzen Welt Produktion 1035/56 im Verhältnis zu Durchschnitt 1834/35 DurMckwUk 1888/34 1834/35 188 1828/34 — 188 930.636 1,022.643 100.7 01.7 1,234.770 1,251.104 101.3 100.0 237.514 247.670 103.8 09.1 438.835 471.000 104.6 97.3 276.888 311.654 100.7 97.5 . 345.255, 875.781 . 112.1 103.0 ' 385.169 405.526 126.6 98.4 574.179 635.462 117.4 106.1 1,610.550 1,503.060 89.2 05.6 2,120.673 1,967.670 100.6 108.4 402.704 484.044 94.6 06.1 606.810 580.684 103.6 » 108.2 44.527 51.340 107.7 93.4 48.605 55.030 109.8 97.0 Ackerbaues auf unserein Erdball verändern. Weltvorräte der landwirtschaftlichen Produkte 1934 und 1936 Nicht nur für landwirtschaftliche Weltkonjunktur, sondern auch für die Weltkonjunktur im ganzen ist cS außerordentlich wichtig, die soge- nanuten sichtbaren Vorräte der landwirtschaftlichen Produkte auf den wichtigsten Märkten' in ihrer Entwicklung zu verfolgen. Unter-»sichtbaren Vorräten" versteht man die in den Welthäfen und öffentlichen Speichern gelagerten landwirtschaftlichen Produkte, die leicht, von der Statistik ersaht Sichtbare' Weltvorräte von Welzen werden können. Je größer diese Borräte sind, desto größer ist das entsprechende Angebot an den Weltmärkten und desto größer ist auch, bei gleichbleibender oder zurückgehender Nachfrage, der Druck aus die Weltpreise der betreffenden Produkte. Wir haben in der nachstehenden Tabelle die Entwicklung der Vorräte von zwei für di«. Konjunktur ausschlaggebenden landwirtschaftlichen Produkten zwischen Frühjahr-1984 und 1986. dargestellt. und Baumwolle 1934 und 1936 '(In 1000®»W«t«enlner) in den Setelnlsten Staaten von Amerika(Im April) Sottäle»an IBM tos« Abnahme ln% Weizen. 116.690 85.692—30.998—26.7 ^Baumwolle 19.406 15.917 8.489—15.7 1884 8/919 2.408 2.678—1,241—31.6 1.618— 790—82.8 Die Abnahme der Vorräte dieser zwei re- präsentativsten landwirtschaftlichen Vordukte, zwischen Frllhjahrl984 und 1986 ist-sehr bedeutend. Diese Entwicklung ist für, die landwirtschaftliche Weltkonjunktur aN rind für sich erfreulich. Es fragt sich nur, ob nicht die Verknappung der landwirt schaftlichen Oorräte. im Zusammenhang mit den für dieses Jahr, zu befürchtenden Miherntep infolge der allgemeinen DÜbre nicht zu einer allzu großen Knappheit und als Folge davon zu einer, allzu grohen Steigerung der-Weltpreise für die' betreffenden landwirtschaftlichen Produkte führt, choslowakischen Republik, der Anteil der Tschechoslowakei an der Wcllproduktion für die sechs land» Anbauflächen der Zuckerrübe und die Produktion des Rohzuckers aus Zuckerrübe In der ganzen Welt Prozent erreicht, um das Gewicht des von uns berechneten Anteils der Tschechoslowakei an der Weltlandlvirtschaft würdigen zu können. Was sonst an den Tabellen ausfällt, ist die bedeutende Stabilität besonders des tschechoslowakischenAn- teils an den Wcltanbauflächcn. Bei der Produktion kann man eher einen Rückgang des tschechoslowakischen Anteiles fcststellcn, aber dieser Rückgang ist keineswegs bedeutend, bei der Produktion der Zuckerrübe zeigt sich sogar eine bemerkenswerte Stabilität des tschechoslowakischen Anteils an der Weltproduktion..*, bcn Ivir den Anteil der landwirtschaftlichen Anbauflächen und Erträge der Tschechoslowakei an den Wcltnnbauflächen und den Wclterträgen ohne die Sowjetunion berechnet, weil, wie schon vorhin erwähnt, die Landwirtschaft der Sowjetunion vorläufig als noch nicht zur Weltlvirtschaft gehörend angesehen werden muh. Die beiden Tabellen belvciscn, dah der Anteil unseres Landes an der Produktion der wichtigste» landwirtschaftliche» Kulturen, im Verhältnis zu seiner Bevölkerung und seiner Oberfläche, ein recht bedeutender ist. Man muh-sich erinnern, dah der Anteil der tschechoslowakischen Bevölkerung an der Be den folgenden beiden Tabellen ist von uns nach den Angaben des Internationalen landwirt.......BUB.., schaftlichen Institutes in Rom und verschiedener wirtschaftlichen Kulturen, die für unser Land aus, Jahrgänge des Statistischen Jahrbuches der Tsche- schlaggebend sind, berechnet. Anteil der Tschechoslowakei an der Weltanbaufläche der sechs wichtigsten Kulturen in den Jahren 1929—1935 in rankenden Hektar Kulturen 8Z K «3 §2-’i s L« ££ L dZ 1 Sv§ Weizen.. . 05.080 102 .027 006 844 1.0 0.8 Roggen., . 18.247 18.879 1.017 l.U-Hf U.O 5.5 Gerste,, . 23.364 25 .678 647 704 2.7 2.7 Hafer.. . 36.020 40.140 778 830 2.1 2.6 Kartoffeln. . 12.787 12 .451 740 724 5.8 5.8 Zuckerrüben . 1.834 1.880 157 190 8.5 10.1 Anteil der Tschechoslowakei an den Welterträgen der sechs wichtigsten Kulturen In den Jahren 1929—35 in Laufenden Doppelzentner(q) ti US Antiaren W 8LZ *Z aS g« »aS 2hp|‘ 2 s a geo Sa. Weizen.. , 930.636 1,02t .643 16.000 14.777 1.8 1.4 Roggen., w . 237.514 247 .670 16.384 18.541 6.7 7.4 Gerste,, H . 270.888 311 .654 10.614 13.086 3.8 4.0 Hafer., H . 385.169 406 .520 10.271 14.535 2.8 2.0 Kartoffeln. H . 1,610.550 1,508.060 61.888 08.702 3.8 6.2 Zuckerrüben V . 402.704 484.044 84.052 40.408 7.5 7.0 In den beiden vorhergehenden Tabellen ha- völkerung des ganzen Erdballs ttidjl einmal ein Die besondere Bcdeniung, die der Anbau der Zuckerrübe und Zuckerproduktion für unser Land besitzt, macht die Verfolgmsg der weltwirtschaftlichen Entlvicklung auf diesem Gebiet für uus besonders wichtig. Wir haben soeben fcstgcstellt, dah der gegenwärtige Anteil der Tschechoslowakei an der Wcltanüaufläche der Zuckerrübe zwischen 8 und 10% und der Anteil der Tschechoslowakei an der Weltproduktion der Zuckerrübe gegenwärtig 7 bis 7.5 Prozent beträgt. Nachstehende Tabelle stellt die Entlvicklung der Nohzuckerprodultion in de» wichtitzsten Pro- duktionsgebietcn dar. wichtigsten 1888/86 1834/36 Produktion des Rohzuckers aus Zuckerrübe in den Produktionsgebieten der Welt PraduMonagebleta Deutschland. Frankreich. GroHbritannien - Italien.. Polen..., Tschechoslowakei Ganz Europa(ohne Sowjetunion) Sowjetunion.•.-. Ganz Europa(mit. Solvjetunion) Per. Staaten von Amerika Japan Türkei Ganz Asien, Die Welt(ohne Sowjetunion)« Die Welt(mit Sowjetunion). in Doppelzentnern(kl) Cta 17,207.142 90 06 16,500.585 16,880.233 0,660.000 12,228.448 0,922.874 70 07 5,500.000 6,654.066 3,803.446 88 145 3,100,000 8,800.000 3,768.741 04 82 4,430.230 4,470.000 5,889.580 00 75 5,703.000 6,361.704 8,208.272 90 60 64,861,483 68,888.280 66,608.567 03 97 21,000.000 14,400.000 11,768.200 146 178 85,361.483 83,288.230 78,371.767 102 100 11,518.000 11,800.000 12,449.000 102 93 855.530 391.600 263.755 91 185 570.000 589.620 289.036 97 197 025.580 981.220 552.701 04 167 77,417.521 81,746.182 80,156.441 95 07 98,417.521 06,146.182 91,924.641 102 107 Was bei der Betrachtung der Rohzuckerproduktion aus Zuckerrübe sofort In die Augen fällt, ist der Rückgang der Produktion in den meisten europäischen Produktionsgebieten im Laufe der letzten sechs Jahre, lvährend die astatische Produktion stark zugenommen hat.■', Der Anteil der Tschechoslowakei an der Weltproduktion des Rohrübenzuckers ist von uns auf Grund der Angaben des Internationalen landwirtfchaftlichen Instituts in Rom berechnet. Wir stellen ihn in der folgenden Tabelle mit dem Anteil der Tsche- choslolvakei an der Zuckerriibenprodüktion der Welt zusammen. Anteil der Tschechoslowakei an der Gesamtproduktion der Zuckerrübe und der Rohrübenzucker- , Produktion der Welt(ohne Sowjetunion). ZmkerrüOen.l/rodnkNan l» Tankenden D.ddelzentnerar Leid der KriegS- und Nachkriegsjachre vergehen? Namentlich jeder Deutsche muh sich das fragen, wenn er fcstzustel- len hat, in welch gigantischem Mähe die Militarisierung der Deutschen im Reiche vor sich geht. Di« Kriegsgeneration ist zum Teil auf den Schlachtfeldern geblieben, die Zurückgekehrten sind langsam alt geworden und eine neue Generation, der daS Leid des Krieges nicht gegenwärtig geworden ist, beginnt alles, was mit dem Krieg zusammenhängt, romantisch zu verklären. Da mag eS angebracht sein, zum Jahrestag des Kriegsbeginns Rückschau zu halten und zu fragen: wie erlebt« die junge Generation von 1814' den Krieg? Gefallen« deutsche Studenten, die in der Regel als Freiwillige in den Krieg gezogen sind, erschlichen uns in ihren Kriegsbriesen, die Jahre nach ihrem Tode veröffentlicht wurden, den Krieg, wie er auf sie einwirkte und welche Vorstellungen er in ihnen weckte. DaS Bild, daS sie uns geben, ist vielleicht nicht immer ohne Einseitigkeit. Ihrer Herkunft nach kommen sie überwiegend aus einem noch nicht ruinierten Mittelstand, erfüllt mit nationaler Gesinnung, als Einjährige werden sie schnell Offiziere und sind als solche gegenüber den Feldsoldatcn in mancherlei Hinsicht begünstigt. Sie fühlen sich vielfach auch durch ihre Bildung betont als sozial bevorrechtigte Schicht, die alles Interesse hat,«inen siegreichen AuSgang des Krieges hcr- beizuführen. Aber auf Grund ihrer Bildung und ihrer Stellung in den HeereSkörpern verfügen sie auch über eine größere Einsicht als die Soldatenmasse und sind besser als diese befähigt, ihrer Einsicht Ausdruck zu verschossen. Meist hat keiner der Schreiber vorher selbst unabhängig im Leben gestanden, sie freuen sich darum den Strapazen gewachsen zu sein und sehen dies sportlich. Aber gerade weil diese klassenbegün- stigten Studenten die Vaterlandsverteidigung als gewählte Aufgabe und Pflicht betrachten, zur Heldenhaftigkeit streben und sich als Vorkämpfer kulturellen Lebens fühlen, ihre Angehörigen in der Heimat kaum in Not wissen, gerade darum h a« den uns ihre Aeuherungen viel zu sagen.* Was ist der Krieg für diese jungen Menschen? Wie empfinden ihn diese Studenten? Da schreibt einer: ,. Meine lieben guten Eltern!... ich, kann eS selbst noch nicht recht fassen, aber eS ist wahr, ich bin(verwundet) auf dem Wege zu Euch und zur Heimat... Oh, was ich glücklich bi», wieder «ine lichtere Welt zu sehen, als dies« Welt der Schreckens! Ein anderer kommt aus den Krieg roman- tisch verklärende Ideologie zu sprechen und sagt: In Wirklichkeit ist dieser Krieg eine äußerst nüchterne Sache. Keine wehenden Fahnen, keine schmetternden Trompeten, keine Trommeln, keine gezückten Säbel tragen einen in die Schlacht. Im Dunkel der Nacht schleicht und windet sich aller vorwärts, jede Deckung benutzend, bemüht, dem tödlichen Blei eine möglichst geringe Angriss»- släche zu bieten. Der Bewegungskrieg, der dem einzelnen Studenten als idealere Form des Krieges erschien, ist ja schon nach wenigen Monaten vorbei. Der Stellung»- und Materialkrieg setzt ein. Von tiefer Enttäuschung gibt folgende Briefstelle Kunde: Mit welcher Freude, mit welcher Lust bin ich hinauSgezogen in den Kampf, der mir als die schönste Gelegenheit erschien. LcbenSdrang und Lebenslust sich auStoben zu lassen. Mit welcher Enttäuschung sitze ich hier, dar Grauen im Herzen... die ganze AampfeSweise ist es, die abstößt. Kämpfen wollen und sich nicht wehren können! Der Angriff, der mich so schön dünkte, was ist er ander- als der Drang: hin zur nächsten Deckung da vorn gegen diesen Hagel tückischer Geschosse. Und der Feind, der sie entsendet, nicht zu sehen! Im Vormarsch kommt den wenigsten zum Bewußtsein, welche Zcrstörungsgewalt in diesem Kriege wirksam ist. Im Grabenkrieg, im Ringen um die bessere Stellung ist gelegentlich trotz aller Kämpfe Zeit, darüber nachzudenken, und findet in einem Brief eine anschauliche Darstellung: Hier kämpft Soldat gegen Soldat, gleichwertige, haß- und wutentbrannte Gegner, und tagelang wird um«in und denselben Quadratmeter Lander erbittert gerungen, bis das ganze Gelände buchstäblich ein Blut- und Leichenacker ist.... die Toten lagen stellenweise so hoch, daß man hinter ihnen Deckung vor Artillerie nehmen könnte... und wenn einmal in dem Schlachtenlärm und Stöhnen der Verwundeten«ine kleine Pause eintrat, hörte man hoch in der blauen Lust die Vögel jubeln und zwitschern... Fragt mich nicht nach dem Schicksal der Verwundeten. Wer nicht selbst hinein zum Arzt, laufen konnte, . mußte elendiglich sterben, manche haben Stunden, manche Tage, manche eine Woche lang gelitten, bis sie starben... W i e g l ü ck l i ch ist dagegen ein Hund zu p r e i s e n, der in der heimatlichen Hütte verreckt! ES gibt Augenblicke, in denen' eS der tapferste Soldat zum Heulen satt hat. Der Maulwursskricg, in dem man sich nicht offen und frei bekämpft, der„Unverstand dieses Mordens" ist so schrecklich, daß einer gequält aufschreit: ... Wa» haben wir eigentlich alle verbrochen. daß wir hier schlimmer als Tiere herumge- hetzt werden, f r i e r e n, verlausen, mit zerlumptem Zeug laufen wie Zigeuner und zum Schluß nmgebracht werden wie Ungeziefer? Warum machen sie nicht endlich Frieden? Ein anderer schreibt: DaS ist überhaupt das Scheußliche in dem jetzigen Krieg— alles wird maschinenm ä- ß i g, man könnte den Krieg«ine Industrie gewerbsmäßigen Menschenschlachtenr nennen— man tut mit in Begeisterung für dar zu erringende Ziel und mit Verachtung und Abscheu vor den Mitteln, zu denen man zu greifen gezwungen ist, um di«r Ziel zu erreichen. Aber, heißt er bei einem, der sich mit der Auffassung der Heimat auseinandersetzt— Einr sage ich Euch immer wieder: Ihr in der Heimat vergeßt nie, wie gräßlich der Krieg ist. . F l u ch d e n e n, die den Krieg he raufbe- schworen, Ihr in der Heimat, ihr wißt er- einfach nicht und könnt euch keine Vorstellung machen, wie der Krieg wirklich aussieht, denn:■ Die Zeitung berichtet nicht- von dem Blnt, da» geflossen, von dem Jammergeschrei, da» ungehört verhallt... auch nichts davon wie die „Helden" bestattet'werden... wenn man die Gefallenen- über die Schützengräben wirft oder die durch Granaten Verschütteten vollends zudeckt mit Schutt. Und es ist diesen'Kriegern schon ein wohltuender Gedanke, wenn sic sagen können:„Wohl denen, die wir oder die drüben wenigstens noch halbwegs anständig begraben, konnten." Die tägliche Wirklichkeit des Krieges, läßt andere Bilder zeichnen: Ueberall hängen Fetze.» von Mensche n le i b e r n in den.Drahtverhauen. Vor unserem Graben lag bi» vor kurzem noch eine Menschenhand mit Fingerring, ein paqr Meter davon ein Unterarm,-von dem zuletzt nur noch der Knochen übrig war. So gut mundet den Ratten dar Menschensleisch. Scheußlich—... Der Krieg verroht Herz und Gemüt, macht den Menschen kalt gegen alle», was ihn sonst ergriff und bewegte..,, Soeben-habe.ich einen Brief- an den Vater einer vorgestern gefallenen Unteroffizier» meine» Zuge» geschrieben. Wenn die armen Eltern ihren Sohn gesehen hätten! Eine Granate hatte ihm den Kopf weggerissen, dar Gehirn haben wir buchstäblich mit dem Spaten zusammengekratzt.. Nicht nur, daß kein Mensch im Frieden die Strapazen des Krieges für.eine zivile-Sache auf sich genommen hätte, die dauernde Nähe des Todes bestimmt jeden und empört die Menschen gegen„das Leben in diesem Schlamm und Dreck und das unausgesetzte,... vergebliche Arbeiten"» Man beginnt Über den Sinn des Krieges nach'» zudenken. In einem Bries heißt e» Anfang 1916: Unbedingt muß dieser Krieg bald zu Ende sein, zu dem Ergebnis bin ich seit zwei Tagen ge» kontmcn, denn vorher hatte ich aus eigener An» schauung noch keine Ahnung vom wirklichen Kriege... war hier einige hundert-Meter von der,,Mühle lvom Toten Manne") vor sich geht, ist eigentlich nicht mit dem Ausdruck„Krieg" zu bezeichnen,... dieser'heimtückische, gra»same M ass e n vi'e u ch e l m o r d. Wäre er«in frischfröhliche» Dreinschlagen I Aber da wird mit Minen gearbeitet, die Zentnerladungen Sprengstoff enthalten, mit Handgranaten, mit Waffen au» der grauen Vorzeit: mit siedendem Oel, dar unter Druck in die feindlichen Gräben gespritzt wird. Ist da» noch menschenwürdig, eine solche Kriegführung? Die Studenten konnten sich ebensowenig die Zusammenhänge, die'zum Kriege führten, klar machen, wie die Mehrzahl der übrigen Bevölkerungsschichten.-Aber doch ist bei manchem schon die Frage nach-dem Sinn gestellt, warum kam der Krieg und wer war sein Anstifter. Keiner unter ihnen stellt die Frage nach den gesellschaftlichen Triebkräften, die sich in-diesem Krieg ein Ventil zur Lösung-der Spannungen schaffen. Einzelne Staatsmänner- werden allein verantwortlich gemacht. Daß der Krieg eine-Maschinerie ist, wird erkannt, aber-nicht,-wer die treibenden Kräfte und die Nutznießer dieser Maschinerie sind. Unbelastet von dieser Erkenntnis ist eS doch ole» mentar und eindeutig, wenn ein Student auf diese Fragen schreibt: Sin Notschrei ist im Menschen, Gedanken mit Trotz und schließlichem Ingrimm: Weg mit dem Krieg, der scheußlich st enMißgeburt der Mensche n-la ft e r I Menschen schlachten sich in Massen ab, ohne sich zu kennen, zu hassen, zu lieben.-Fluch den wenigen, die, ohne in die Schrecknisse des Krieges hineinzumüssen, ihn her» ausbeschwören! Vernichtung ihnen allen. Denn e» sind Bestien. Raubtiere, Krieg dem Kriege! Mit allen Mitteln gegen' ihn ankämpfen. Man wird ein anderer Mensch... gereifter, einsichtiger und insofern mögen diese Schrecknisse-ihre Berechtigung haben: eine abgrundtiefe, verwerfliche Ausgeburt der Hölle.-.. Nicht feig« braucht man zu fein, aber das Menschliche empört sich gegen diese Unkultur, diese grauenhaften Schlachten. Weg, mit diesem Krieg. Unzählige dieser Studenten kommen nicht z^ diesen Schlüffen, sondern suchen Trost im. Religiösen. Gott soll die Kraft geben, da» rechte zu tun. Aber nur einer kömmt'zu der Feststellung: Es wird doch kein Mensch behaupten wollen: „daß der Krieg sich mit dem Wort Gottes verträgt". Aber da man einmal Teilnehmer de» Krieger ist, nicht fortgehen kann, sucht man eine Rechtfertigung vor sich selbst. Solange andere kämpfen, betrachtet man cs als seine Pflicht, ungeachtet, welche Einstellung man zum Krieg auch hat, immer wieder an die Front zu gehen. Denn, so schlußfolgert ein Briesschreiber„das Entscheidende ist doch immer die Opferbereitschaft, nicht das, wofür das Opfer gebracht wird". Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht der Tod. Nicht nur, daß zahlreiche voll Todesahnungen sind, namentlich in der ersten Zeit des Krieges. Einige nehmen die Geschichte gleich» gültig! Führt mich in» Feuer frisch hinein— der dritte Diann soll verloren sein—. Werd' mich : nicht lange sperren und zieren—.“ So in der KriegSstinunung au» dem Dreißigjährigen Kriege ist man auch.-(28. 0. 1014.), Das sind die Landsknechtsnaturen,> aber nicht nur diese. Die Stimmungen sind- so verschiedenartig. Die tiefer empfindenden haben Vorstellungen, wie diese: ... merkwürdigerweise habe ich gar- keine, aber auch gar keine Angst vor allen Kugeln und Granaten, sondern nur vor dieser großen inneren Ber» '. einsamung. Ich fürchte, meinen Glauben an die Menschen zu verlieren, an mich selbst, an aller Gut« in der Welt! Ach, da» ist sehr schrecklich! Vor allem ist in manchem Brief die umformende Kraft der stets drohenden Todesgefahr deutlich spürbar. Schließlich ist„der Tod.. täglicher Genosse, der alles weiht.— Es kommt keiner aus dem Krieg, der nicht ein anderer geworden." Aber am Ende bleibt ein tiefer Pessimismus:„Der Krieg, der so jugendsrisch begonnen, wird' als schminkelblasser überlebter Schauspieler endend Sieger ist nur der Tod". Resigniert heißt es weiter: .Das Volk, die.große Maschine, läuft,, geschmiert von dem Schmutz der Presse, e» macht sich seine Gedanken. eS schreit nach einem Ende hüben wie drüben—, und dennoch gibt» kein - Ende.,■. Zwar wird„dieser Krieg alle Friedensbewegungen nur verstärken... durch seine Scheußlichkeiten", aber sein Ende kann man von sich aus nicht herbeisühren. Was bleibt übrig? Der einzige Blitzableiter ist g l ü h e n d e r Haß und Verachtung gegen di« wc» nigen Menschen-(wenn man den Ausdruck dort überhaupt- noch- anbringtn kann), die den' Kriegangezettelt haben... Ich kann den Haß nicht auf den einzelnen Franzosen richten, im Gegenteil, er tut mir um jeder junge Leben leid, dar durch mich abgeschnitten wird. Ich habe«uch kein« rücksicht-lose Freude an unseren Siegen... Die Soldaten reagieren darauf ander», sie wollen nicht mehr, selbst, wenn der- Befehl kommt, vorzurücken, wie das ein Schreiben aus dem Jahr 1018 an der Somme berichtet: Ich nehm« meine Leute zusammen, um sie gedeckt in einem Gange vorzuführen und springe voran. Als ich dabei mich umsehe, ist keiner, aber nicht einer gefolgt. Ich gehe zurück, rede ihnen zu und befehle ihnen, mit mir zu springen. Diesmal übers fteie Feld,... ich springe... fünfzig Meter vor... Zwei Mann sind mitgekömmen. Ein anderer Feldwebel treibtmit der PistoledieLeute von hinten nach vorn, bis wir schließlich... etwa 40 Soldaten vorne haben. Neunzig hatten wir mitgebracht... von der Verstärkung von fünfzig habe ich dreißig mitgebracht. Sollen die Herrn Offiziere die Sache ruhig alleine machen. 1914 hatte der Kaiser zwar verkündet: Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche. Zu Beginn des Krieges schien er so, als ob die aus dem Bürgertum kommenden Offiziere eine enge menschliche Beziehung zu den Mannschaften gesucht hätten. Das ändert sich bald, wie wir einem Bericht entnehmen können: ... ei ist nicht aller so, wie er sein sollt«... gerade dar, wa» wir erhofft hatten, nämlich den völligen Aurgleich der StandeSunterschiede vor der Majestät der Opfer und vor dem allen gleichen Tod, gerade diesen Ausgleich wird e» nicht geben. Sie glauben er nicht,— hier ein Bild: Schützengraben, drei Leute zanken sich um ein Brot. Drinnen die Offiziere bei Wein im Ueber- fluft.... von der Fürsorge für den Soldaten, die so viel in den Zeittmgen sicht, davon merken wir nicht viel... man, zog au» mit Hoftnüng über Hoffnung und man erlebte Enttäuschung über Enttäuschung. Meine Freude ist er, daß mein« Kameraden mich lieben, daß mein bester Kamerad«in .Maurer ist,«IN anderer ein.Eisengießer.... Mich freut er. wenn sie in.ihrem westfälischen Platt sagen:„Dat i» en Student, aber n« treue' Seele". Und dar„aber" ist doch so beschämend dabei. Wie kommt«S, daß die Klaffenspannungen sich auch im Felde durchzusehen beginnen,.der gute Wille einzelner,- eine Basis für die Verständigung. zu finden,' auf unüberwindbare WI« derständc stößt? Keiner der-Studenten erfaßt.«», selbst, wo sie dem Tatbestand nahe, kommen.. Keiner von ihnen sieht, daß dir Krieg keine Aende- rung, sondern nur der konsequenteste Ausdruck der kapitalistischen Herrschaftsvcrhältnisse ist und gar nicht die Gleichberechtigung aller Kämpfer herbeiführen soll, ganz zu schweigen davon, daß die Not der Arbeiterfamilien, die ihren Ernährer an der Front haben, mit jedem KriegSjahc furchtbarer wird._ Di« Kluft gibt manchem Studenten zu denken. Einer schreibt darüber: Obgleich Ich dauernd mit den Leuten zusammen bin,.,. die Kluft bleibt. Immer wird auf die Reichen, die großen Herren gescholten.... Bei un»(Ärttllerie) gilt jeder Offizier al» ein blödsinniger A... und oft benehmen sie sich in der Tat hochmütig, unwissend und auffallend un» angenchm. Er gibt einfach zwei Klassen vo»Menschen: die Offizier« al- eigentliche Menschen und dann die M a n n« schäften. Da sich die Offiziere wenig um die Leute kümmern, ist dies auf die Dauer ein unhaltbare» Verhältnis... E» ist mir einerseits klar,- daß da» Volk unwissend und jede Minute' zu beeinflusien ist, anderseits, daß sein Wille oder der de» Parlamente» gehört werden muß.., Wie sollte diese Kluft auch nicht bestehen, wenn beispielsweise so berichtet werden kann: An Reinhold von meiner Gruppe schreibt seine Frau, daß bi» auf die notwendigen Betten alle Möbel im Pfandhaus seien. Natürlich die Leutnant» wundern sich, daß die Leute nicht mehr wollen. Die„Sekt- und Weinkäuze" feiern: wir kommen im Dreck um und erhalten H/, Löffel Abfallmarmel-de und 14 Stück Zucker zu Weihnachten.... Die von hohen Idealen erfüllte Studentenschaft will in der Mehrzahl diesen Krieg nicht mitgemacht haben, wenn nicht als Ergebnis dieses Kampfes ein neues Deutschland entsteht, sie selbst fühlen sich als Bannerträger eines besseren Deutschland, Einer sagt es für viel«: Wenn nur unser Kampf den rechten Erfolg hat. Wenn er' nur zum Segen de» Vaterlandes ausläuft und schließlich der Menschheit. Dann wollen wir getrost entbehren und leiden. Ein'anderer schreibt: ... ich will kämpfen und vielleicht auch sterben für den Glauben an ein schöner, große-, erhabenes Deutschland, in dem Schlechtigkeit und Eigennutz verbannt, wo Treue und Ehre wieder in die alten Recht« eingesetzt sind. Noch schärfer'und bestimmter faßt es einer in folgend«» Worten: .\' 1 Ich',glaubteAftd'gla'übe«»'Noch:'daß:in uns««' rem Volte'der Kern und die ganze Entwicklungslinie auf. den Friedenrgedanken und. das Weltbürgertum hingeht. Werden wir vernichtet, sp. ist es mit diesen Blüten der Kultur au». E» gibt aber auch solche, die skeptisch sind, die sehen, daß die Blüte des Volkes aus den. Schlachtfeldern bleibt und im Kriege ein Hindernis einer besseren Entwicklung sehen. Unser Volk war auf dem besten Wege(wie Ich glaube), sich von innen heraus selbst zu regenerieren; die Kräfte, von denen die Regenerationen auszugehen schienen, waren noch sehr gering. Nun kommt der Krieg, reißt aller- aus seinem Werde-- und Entwicklungsprozeß heraus und nimmt die besten Kräfte, die Heranwachsende fort-., schrittliche Jugend.' Auf ihrem Urlaub sehen, sie die Heimat und ' sind tief enttäuscht.' .:. Wa» ich für Eindrücke in Deutschland gewann? Ich habe nicht den Eindruck, daß Deutschland mit der Zeit gewachsen ist, ich habe auch nicht den Eindruck, daß e» den Ernst diese» Kriege» verstanden hat,....«» wird alle» beim schlechten Alten bleiben. Da» ncueDeutschland— ob c» die Truppen mit sich Heimbringen werden? Zu Hause haben sie er nicht. Mehr als resigniert schreibt zu dieser Frag« einer folgende Sätze: Bor allem haben viele von uns den Wunsch, heil zurückzukehren, um darnach zu verhüten, daß wir wieder in den alten Zustand versinken. Neue - Zeiten heraufführen— holder Wahn! Mir scheint sicher, daß es nur ein Wahn Ist. Schon 1016 finden sich aber auch folgende Sätze als eine gewisie Antwort darauf: Jedenfalls wünsche ich l i e b e r unserem Lande eine R t e d er l a g«(ich wünsche da» mit kaltem Sinn, obwohl ich nur zu gut weih, wa» da» heißen will), als eine n S i e g, der unser Leben nicht von Grund a.us än- d e r t. Die» aber ist Sache, der Daheimgebliebe- nen>„,. ' Deutschland hüt trotz aller Opfer auf den, Schlachtfeldern de» Weltkrieges den Kampf verloren. Die Republik entstand, aber der Geist blieb trotz der schönen-Weimarer Verfassung wesentlich-der alte„ Und selbst die faktischen-Fortschritte sind gegenwärtig von, der Hitlerdiktatur beseitigt. Der Kampf um-ein neues fortschritt-- liches, sozialistisches Deutschland muß heute mehr als-je noch geführt werden. Die Kriegsopfer, einer mit Idealen erfüllten Jugend mögen den Ueberlebenden jener Kett, und nicht weniger der hetangewachfenen Generation von heute eine dau« ernde Mahnung sein; alle Kräfte- anzuspannen, um ein6 esse re»De u tschla n d-zu bauen.- Karl H eisterkamp ttt.173 Tonsttäg, 26. Juli 1936 Stlte» Ovi- Ligon, sn 6em»Ick die Bergsteiger-Tragödie abspielte Cardenas Len Bauern fraglos mehr Boden gegeben«IS irgend ein anderer Präsident vor ihm. Er hat nämlich mehr als 6 Millionen Acres an über-30.000 Bauern verteilt. Insgesamt hat die Agrarreform bis heute 8.8 Millionen Acres fruchtbare» ulnd außerdem 20 Millionen Acres k^eifigtv^fnlchjbarerv- Land an die Bauern-verteilt. Insgesamt erhielten 600.000 Bauern einen Bodenanteil. Aber immer noch gibt c» in Mexiko 2.8 Millionen Landarbeiter, die keinen Boden besitzen oder Pächter sind oder al» PeoncS unter feudalistischen Bedingungen'leben. Daraus ist auch die Rückständigkeit der'indianischen Bevölkerung zu erklären. Hunderttausende leben kaum besser als chinesische Kuli». Ei« Hausen-in Bam- buShiitten oder Löchern au» Lehm und in den Staaten Queretaro, Hidalgo und Puebla gibt es PeoneS, die für.30 Centavos am Tag arbeiten. I Die Regierung Cardenas. wird stun.in ihren Bestrebungen von zwei Seiten ange- „Prpbjere Kamerad, es mutz, gehen." Noch fünf Meter t r e-n ne n Kurz von den Rettern. Doch es soll nicht sein. Der Deutsche hat in seinen dicht angeschwollenen Fingern keine Kraft mehr. Er läßt den Arm finken. Ein Windstotz- kehrt den Körper von der senkrechten in die wagrechte Lage. Erreichen können ihn die Führer von unten nicht, weil der Unglückliche vier Meter von der Wand weg im Freien hängt. Erneute Zurufe, Mut zu fassen, hört Kurz jetzt schon nicht mehr. ES geht rasch dem Ende zu. S geht n i ch t", lallt er noch mit Stimme, dann läht er die Arme ganz d fällt vollständig in sich zusammen. Der iige Kämpfer an der Eigernordipand hat Vie mexikanische Agrarreform ! r Vor 26.Jahren, erhoben, sich,., den, Rufe Emilio ZapataS-VodeM und'Freiheit" folgend, die Bäurrnmassen Mexiko-, SO Prozent der Bevölkerung. Die Entwicklung'ging jedoch äußerst langsam, von ständigen Rückschlägen begleitet, vor sich. 1027,- unter der Regierung CalleS, nach 17 Jahren Kampf, hatten erst b Prozent der gesamten ländlichen Bevölkerung 3 Prozent Boden erhalten. 2000 Großgrundbesitzer verfügen jeder über 28.000 Acres, zusammen' 178 Millionen Acres. Davon gehören 76 Millionen Ausländern. Als Cardenas im Dezember 1034 die Präsidentschaft antrat, nahm die zum Stillstand gekommen« Bodenverteilung ein schnelleres Teinpo an..Während seiner Regierung hat gemeldet, haben vor wenigen Tagen in bcr,.Eiger-Rordwand(Gebiet her Jungfrau), in der Schweiz, in der erst im Borjahr zwei Kletterer tödlich verunglückt sind. Neuerlich vier junge Touristen da» Wagnis, die unbezwingliche Wand durchklettern zu wollen, mit dem Leben bezahlt. Bevor die RettungSexpedition, deren. Mitglieder selbst in größter Lebensgefahr schwebten, in.die Nähe der Stelle kam, wo die Touristen nach'mehreren Nachtlagern im Fel» auf dem Abstieg vor Erschöpfung nicht mehr weiter, konnten, waren be- rcits drei der Kletterer tot. Der Vierte, der Berchtesgadener Bergsteiger Anton Kurz, konnte noch mit' Hilfe einer Lein«, die er aus aufgedrehten Seilstücken. zusammenband, von der Rettungsexpedition, die etwa 80 Meter unter ihm in der Wand stand,«in Seil zu sich hinaufziehen und sich langsam abseilen. Nur noch wenige Meter war er von den Rettern entfernt, als die Ueberwin- dung eine» überhängenden Felsstückes feine letzten Kräfte aufzehrt. Am Seil frei in der Wand hängend, stirbt auch der letzte von den. vier an Erschöpfung.... Der Bergführer Glätthard erzählt über die letzte Phase der Rettungsversuche am Mitt- Ivoch früh folgendes: Nach«intr schwierigen Traverse- über vereiste Schneefelder haben sich Bergführer Gebr. Rubi Schlunegger und Glatthard heute morgen bei vorsichtiger Sicherung an Seil und Mauerhalen, durch einen überhängenden Felsen, von Stein- mid Schneeläwincn geschützt, zirka 80 Meter unterhalb der Ueberlebenden Toni. Kurz postiert. An einen Aufstieg über die überhängende glatte Felswand war nicht zu denken. So versuchten di« Führer, sich mit dem Verunglückten mit knappen Worten zu verständigen.. Es entspann sich folgendes kurzes Gespräch: „Kannst Du Seil unter Dir(an dem einer der Toten hingt D. Red.) und ob Dir mit dem Pickel loshacken, falls Du gesichert bist?" .- Antwort:„Ja". Hierauf hören die Bergführer. langsame Pickelschläge. Der untere tote Kamerad ist nun nicht mehr angebunden, fällt aber volle zwei Stunden nicht über die Felswand, weil der Körper an einer Felsplatte angefroren ist. Rubi beobachtet etwas seitwärts, wie Kurz diese Arbeit vollendet. Dann schreit er erneut hinauf:- „Jetzt Seil in vier kleine Einzelschnür« los- quirlen und zusämmenknüpfen." z Auch diesen Befehl versteht Kurz, braucht aber für diese Arbeit mit seinen erfrorenen Fingern' ca.i drei'Stunden. Diesc-zusammengeknüpf- ten Schnüre.läßt Kurz nun hinunter. Unten bin« den die Führer- zwei starke Bergseil«, einige Mätrerhalen und einen Karabiner an. „Aufziehen." Langsam, ganz langsam hebt sich die Schnur mit der kiloschweren Last, bereits auf MüNster- iurmhöhc. Kann sich der Leser diese Leistung vorstellen, wenn man den erschöpften Zustand und die halberfrorenen Hände de» Kurz in Betracht zieht?. Bphl kaum! Aber es gilt ja zu leben, und da setzt man sein letztes bißchen Kraft ein. „So Kamerad:-jetzt abseilenl" Nach einer geraumen Weile,-die für die Wartenden eine Ewigkeit bedeutet, wird der Kör per über der Felswand, in freier Luft baumelnd, sichtbar.: Darunter gähnt eine Diese von 800 bis 10OO Meter. Langsam, von den Winden hin Und her getrieben,-seilt Kurz ab. Die Untenstehenden rufen ihm' ermunternde Worte zu.„Kamerad, noch etwa- weiter und Du bist geretietl" Doch.plötzlich kommt Kurz nicht mehr weiter. Wa» gibt»?.-. Als Antwort.ein schwache»:„Ich bringe den Seillnottn nicht durch den Karabiner"(für 8.0 Meter Distanz zu überwinden, mutzten zwei Seile zusammengebunden. werden).-• Das ewige leben „Als ob nicht jeder grttze Fortschritt der Menschheit der Verwirklichung.eine» Stück- Utopie zu danken wäre! Al« ob die Wirklichkeit - von morgen nicht au»' der Utopie von gestern 'und heute geschaffen wäret"'. A n d r 4 G i d e. Zum eisernen Bestand der menschlichen Seele gehören«ine gut« Menge Märchen und Utopien. Der Stein der Weisen: die künstliche Erzeugung de» Goldes, da» Allheilmittel, das alle Ktank- hctten erledigt,, die Reise nach den Sternen, der civige Friede,-die Abschaffung de» Tode» usw. Man soll sie nicht verachten; sie entsprechen starken,'elementaren Wünschen, und Bedürfnissen des Menschen. Die Sehnsucht nach ihrer'Verwirklichung ist Ansporn zu vielen nützlichen Fortschritten geworden, hat die-Menschheit von einer Stufe aiif den Weg zum utüpistischen Wunschziel zu andern.getrieben. E» war einmal eine Utppie, sich außzumalen, daß der-Mensch'fliegen werde; das Unterseeboot wär noch im letzten Jahrhundert eiste Istöpse, al» Aule» Bern« fein' phantgstischeö Luch „Zehntausend Meilen ustterm Mert" schrieb. Die Utopie vom etpigen Leben hat seit zweitausend Jahren.einen-wesentlichen-Faktor der. kulturellen Entwicklung gebildet, da sie«in Arundeletsteni der christlichen Heilslegende-geworden ist. Die Vorstellung einer Gesellschaftsordnung,-in bex Frieden, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit herrschen, hat den Aufstieg der sozialistischen Bewegung und die Eroberung wichtiger PpsUissten durch die Arbeiter ermöglicht. Sicher wirb'manübir kurz oder lang nach dem Mond, dem Mar»-öder anderen HimmelStörperN reisest. Whstst ntaii'ä recht bedenkt, sind die Utopien lauter Dtstg«, di« aurltinem höheren Niveau unserer Erteiintnstz sind unser««" psychischen. Entwicklung verwirtlichbar werden. In den Utopien gibt der Mensch' den Möglichkeiten, die er in sich ahnt, greifbaren tyiiä« druck; Sache der Entwicklung ist e», diese Möglichkeiten zu Wirklichkeiten zu machen. Die Legende von der Auferstehung des Menschen in einem anderen Leben ist nur die Verlegung eine» sehr realen Wunsche- nach Fortdauer in diese m, irdischen, Leben ins Gebiet de» rtin Gedanklichen, ein resigniertes Kompromih zwischen einem unbedingten, grandiosen Wunsch und' der bedingten,' begrenzten Realität. Wir hgben erlebt, wie diese Verlegung ins Geistig« aus dem Rein-Ideellen, dem Religiösen, wieder in- Materialistisch-Konkrete umgeschlagen ist— gerade bei den Gläubigsten: die merkwürdige Sekte der Ernsten Bibelforscher, die. die Herab- küstft des Himmelreiches auf die Erde lehrte, verkündete:„Millionen Menschen werden nicht mehr sterben". Sie verlegte also für viel« von uns heute Lebenden das ewig« Leben nicht auf. die andere Seit« des Todes, sondern in unsere Zeit, auf Unsere Welt, ist unser Leben, dar wir jetzt leben- Sie schälte aus der. metaphysischen Umdeutung des. alten Menschheit-Wunsches-wieder eine ganz materielle, praktische Forderung heraus.. Mit.dem selben Ziel, wenn'auch, mit viel, nüchterneren Mitteln, arbeitet, die Wissenschaft. EP geht um die A b s ch a f f u n g d« S T o d e S, uw da» ewige Leben-auf Erden- Umdie Aufsin- dung deS Berjüngungrtranls, dir in-den Märchen vpn alten Hexen geheimnisvoll in Reumondnäch- ten geblaut wird, um die Konstruktion der Alt-, weibermühlest, von. denen, die Schwänke deS Mittelalter» reden. Seiipem. die.Alchemisten die JsaNace«: da» Allheilmittel,' zu destillieren suchten, ät die Medizin viele Schritte vorwärts gemacht.' Es gab' diejenigen, die hofften,' mittels der Lü-rzstrahfest' und änderen Strahlen den Menschen zu erneuern, indem sie ihn vom regenerierten Knoch«stsyst«m her neu aüsbäuten. ES gibt die gröhe Schule, die mit den'Methoden Woronoss» und Steinachs arbeitet, inbeiy sie die Erneuerung der Sexualorgane zur Grundlage der Verjüngung macht. Diese Gruppe arbeitet fast ausschließlich, mittel» chirurgisches: Eingriffe- Ihr« Erfolge sisth'. nnbestreiEar^. freilich'«strickt sich die' Wirkung der- Kur nur, auf eine beschränkte Zeitdauer...'., Vor kurzem hat. man nun äu» Wien die ersten», reserviert gehaltenen Nachrichten über ein«'. ändere Gruppe von BerjüNtzern erhalten. Genaues soll erst bekannt gegeben werden',, wenn die Verfahren patentiert und die Methoden ihrer Ausbeutung beschlossen' sind. . Diese Gruppe von Aerzten, die ihre Methode Übrigen-„das Ei des Äolpmbu»," nennt, baut, wie die Anhänger Steinach» und Woronoffs, auf der Lehre von den Hormonen auf: Sie will dem Körper jeweils diejenigen Stoffe zufijhren, die zur Regeneration des jeweils alternden Organs nötig sind. Sie zieht alle Organe in Betracht, die Hormone und andere chemische Substanzen produzieren, die für das Funktionieren de» Organismus notwendig sind. Auf diese Weise soll die erlahmende Aktivität der einzelnen Organe wieder belebt, beziehungsweise da» Erlahmen von vornherein verhindert werden. Man will also den Ursachen des Altern» entgegentreten, den.Körper so aktionsfähig halten, daß er das Astern der Einzelteile, das Sichverhärten ustd Sichlahmlegcn der Zelle durch die Anhäufung sticht mehr zu bewältigender Stoffe, die eigentlich güSgeschieden werden mühten, selbst behindert. i In Rußland berührt man da» Problem der Lebenshaltung.von einer anderen Seite.her: von heb Rettung oder Ersetzung erkrankten B l ü t e s. Die Methoden der LebenSrettung durch Blüfilher« tragung sind seit langem' gefunden und in allen Länderst fortentwickelt. Aber nirgend» hat sich die Medizin so auSgiebig und' gründlich mit diesem Gebiet befaßt wie in der Sowjetunion. Die Bluttransfusion spielt"dort.in den Stsitälern eiste viel größere-Rolle al» in irgendeinem.anderen Lande. Abeö'man bleibt nicht bei der einfachen Uebertra- güng stehest. Der Gesundheitskommissär Kaminsky hgt vor. kurzem mitgeieilt, dytz man im nächsten Krieg' Blutreserven hinter, der Kampssinie bereithalten werde, um Verwundete,' die infolge Blutverluste» ist Todesgefahr sind: zu retten,) Man proosert seit längerein Mefhoden auS, durch die das Menschliche Blut aufbewahrbar wird. Das ist däS SpezialMiet deS Pröfeffor» Judin in MoS- kau und seines Assistenten, Man kann heut« Blut schost" für bitte Wochen könservieren, so daß e» sosoxi. verwendbar werden kann» wenn eine griffen: Einmal von-den allerdings eine nur unbedeutende Rolle spielenden-Komntünistcn, die Aenderungen der bestehenden Agrargesetze verlangen, um mehr Boden zu erhalten und die Macht der Großgrundbesitzer zu zerschlagen sowie Garantien zu erreichen, daß die Bauern den Boden auch behalten können. Ans der anderen Seite sind es die rechtsstehenden Kräfte um Hortes Gil. den früheren Präsidenten, die Einfluß auf die Bauern zu gcivinncn und auf di« Regierung einen Druck auszuüben suchen. Durch die Angriffe von links wird die Position der Regierung gegenüber der Rechten naturgemäß geschwächt. In letzter Zeit hat sich Cardenas,»nt.er dessen Regierung die seinerzeit vo» CalleS cntwasf- neten Bauern wieder bewaffnet wurden, energisch gegen die- eigenmächtigen Bodenbesc-tzungcn gewandt und gefordert, daß die Bauern auf die Reform der Agrargesetze warten sollen. Im Lager der mexikanischen Bauern zeigt sich in letzter Zeit' eine gewisse Verwirrung, und cs kam zu vcrschic-, denen Spaltungen, die zu einer Schwächung des Regierungslagers geführt haben. Zum erstenmal nach dem Weltkriege wird Grotzüritannien zu den im Herbst dieses Jahres stattfindenden russischen Manövcrn Offiziere entsenden. Rach dem neuen englisch-ägyptischen Militärvertrag hat die Anwesenheit der englischen Truppen nicht den Charakter einer militärischen Besetzung und berührt nicht die Souveränität Aegypten». Die englischen Streitkräfte werden Aegypten gänzlich räumen, sobald dessen Armee imstande ist, die Landesverteidigung selbst zu übernehmen. Die' hiezu nötig« Truppenstärke wird nach einer bestimmten Zeis, wahrscheinlich»ach zehn oder zwanzig Jahren, sestgclcgt werden. Das englische Fluglager in Aboukir wird»ach dec Kä- nalzone verlegt. Sämtliche Verkehrsmittel sind ist Friedenszcit vollkommen in ägyptisches Hand. Die ägyptische Regierung wird in dieser Hinsicht alle znr Landesverteidigung notwendigen Maßnahmen, Ivie Stratzenbanten usw. treffen. Die Bestimmungen des Militärvertragcs gelten nur für die Frie- den-zeit. In Krieg-zeiten sind all« Berkehrsein- richtungen, Straßen, Häfen, Flugplätze usliv zur Verfügung der beiden verbündeten Mächte. Arbeitsstreitigkeiten Im Zwickauer Revier. Bor etwa drei Wochen kam e», wie die„Union für Siecht und Freiheit" erfährt, im Zwickauer Bergbaurevier zu Arbeitsstreitigkeiten, weil die Löhne nicht mehr da» Existenzminimum erreichen. Die Arbeiter legten die Arbeit nieder. AIS die Werksleitung Polizei und Reichswehr ausforderte, sahen sich die Bergarbeiter gezwungen, die Arbeit wieder aufzunehmen.-. Die deutschen Rüstungen. Tas Ausmaß'dir' deutschen KriegtrMtüngey läßt sich Äuch^miS der gesteigerten Pferdeeinfuhr ablesen. Der Einfubrüber- schutz betrug 1082 8000 Pferde(nachdem 1080 und 1081 sogar«in Ausfuhrüberschuß von 8-100 bzw. 10.800 Pferden vorhanden war), aber 1088 betrug er 23.000, 108t 22.100 und 1088 14.800. Gleich, zeitig wurde die innerdeutsche Aufzucht erhöhte 1030 gab eS in Deutschland 126.000 Fohlen, aber 1084 bereits 182.000. Endlich hat die Zahl der zivil ver- wckndten Pferde erheblich abgenommen... London.(Stefan!.) Haile Selasiie hat endgültig beschlossen, sich mit seiner Gattin an der südenglischen Küste niederzülassen. swawwwi 1'?■»-!■.!■«-i■.-'■•jww Transfusion nötig und kein Blutspender vorhanden ist. Man hat ferner eine Methode gefunden', um das Blut soeben Verstorbener-zu konservieren, so daß e» für die kllettung Lebender verwendbare bleibt. In begrenztem Mäße ist selbst Tierblut nützlich zu verwerten,, Alle diese Methoden sind nicht rein russische Erfindung; aber sie sind in der Sowjetunion am meisten auigebaut und Vervollkommnet worden-..- Die Bedeutung der Bluttherapie geht weit über die Erleichterung der Transfusionen, bei hohem Blutverlust hinaus. Man hat.durch die Uebertragung gesunden Blute» bereits gewisse Blutkrankheiten kurieren können. Die Zufuhr neuen Blutes gibt dem Blut verlorene Kohäsionskraft, Gerinnfähigkeit usw. wieder. Experimente haben bewiesen, daß vergiftetes Blut durch.bi# Zuführung von gesundem geheilt-werden kannr Die Perspektive ist klar: sie führt zur- Ersetzung kranken Blutes durch gesundes. Das heißte-mau wird eines Tages- infiziertes Blut einfach abzapfen und dem Menschen dafür gesundes in die Adern pumpen. Man wird eventuell, in infiziertem Blut-durch die Einführung von Blut, das mit Gegenbazillen gemischt ist, die KrankheilSkeime töten. Man wird das Blut desinfizieren, wie mstn ein von Ungeziefer verseuchtes Zimmer desinfiziert. Man wird krankes Blut sozusagen sauberwaschen oder einfach mit gesundem vertauschen,' Weder die Blutreinigung noch die neue Ver-. jiingungsmcthode bedeuten, daß die heute lebenden Menschen unsterblich fein'werden.'- Aber in dem Matze, wie sich die- Wissenschaft der Erneuerung d«S Körpers und der Körperorgane vervollkommnet, steigert sich die Möglichkeit der LebeNSVerlängeryng. Und warum sollen nicht spätere Generationen einmal so weit sein, daß sie die Utopie verNsiMKest, das heißt: das Leben des Menschen verewigen? Der Gedanke einer Verdoppelung dir DurchschnittSlebenSdauer gehört schon fast nicht mehr ins Bereich ber'Utopie; die Erreichung dieses Ziels ist bielleicht nur noch eine Frage der Vervollkommnung der Technik».'..'.. MaxBarth. Seite 8 „Sozialdemokrat", Sonntag, 26. SuN 1936. Nr. 17g Ltsgnlerencler kxport Die erfreuliche Aufwärtsentwicklung der Ausfuhr tschechoslowakischer Waren hat die cinzel» nen Industriezweige in verschiedenem Umfang erfahr Von einigen Fertigwaren-Jndustrien ist leider zu berichten, daß sie an ihr so gut wie gar nicht' tcilhabem Das gilt insbesondere von der Porzellan» und Tonindustrie und von der Glasindustrie. ES betrug die Ausfuhr von Porzellan- u. Tonwaren GlaSwaren Januar bis Mai in Millionen KC 1936 64,7 207,2 1935 66,2 204,9 1934 63,1 208,1 1983 57,1 181,9 1932 74,8 229,8 Für die Erzeugnisse beider Industrien liegt demnach die Einfuhr in den ersten fünf Monaten 1S86 noch unter der des Jahres 1982. Auch die Erhöhung gegenüber dem tiefsten AuSsuhrstand, der im Jahre 1983 erreicht wurde, ist nicht allzu beträchtlich. Vergleichen wir damit die AuSfuhrent- Wickkung für Eisen- und Eisenwaren und Maschinen und Apparate, so ergibt sich, daß die Ausfuhr von Eisen und Eisenivaren von 192,2 Millionen Kronen in den ersten fünf Monaten 1982 auf 887,9 Millionen Kronen in der gleichen Zeit 1986 gestiegen ist. Auch die Ausfuhr von Maschinen und Apparaten hat sich in derselben Ber- tzleichSzeit von 86,9 auf 88,5 Millionen Kronen erhöht. Die Folgen dieser ungünstigen Entwicklung der Ausfuhr machen sich in erster Linie wieder für die Arbeiterschaft in der nachteiligsten Weise bemerkbar. In der Porzcllanindustrie laufen eine Reih» von Betriebsstillegungs-Gesuchen. Der Firma Epiag ist für ihre» Elbogener Betrieb so- ricn die Bewilligung für die BetrieiSeinstellung auf die Dauer von drei Monaten gewährt worden. Damit vermehrt sich die Zahl der Arbeitslosen in diesem ElendSbezirk wieder um 400. I» der Eisenbroder und Gablonzer Glasindustrie ist die Heimarbeiterschaft seit langer Zeit durchschnittlich zu 60 Prozent, in einigen Betrieben sogar biS zu 90 Prozent arbeitslos. Die Verpflichtung der Oeffentlichkeit gegen« Mer- den Opfern des kapitalistischen WirtschaftS- shstems darf auch in einer Zeit nicht vernachlässigt werden, in der so viel von einem allgemeinen Wirtschaftsaufschwung gesprochen wird. Blums grbeltsbeschaffunss- Programm Das große Arbeitsbeschaffungsprogramm, Welches das französische Parlament beschlossen hat, umfaßt 20 Milliarden Francs, von denen 4 Milliarden für die Durchführung von Arbeiten bestimmt sind, die aus früheren Projekten zurückgeblieben sind. Für 16 Milliarden wird ein neues Programm aufzustellen sein. Der Berichterstatter hat seinen Bericht in der Finanzkommission durch' folgende bemerkenswerte Worte geschlossen:„Die Technik der teilweise gesteuerten Wirtschaft, die in dem Arbeits- beschaffungSplan zum Ausdruck kommt, ist für unser Land noch ziemlich neu. Sie wird zweifellos heute noch schiver übersehbare Wirkungen Hervorrufen, die man sorgfältig studieren muß. Man muß deshalb, so scheint uns, auf diesem Wege mutig fortschreiten, da die Umstände es erfordern, jedoch darüber keineswegs die finanziellen Not- wetidigkeiten aus dem Wege verlieren". Um das Kartell der großen . Maschinenbau-Konzerne Seit einigen Monaten bereits werden Verhandlungen geführt, um in das Abkommen, das die Skoda-Werke und die Böhmisch-Mährische Kolben-Danek-A. G. auf dem Gebiete des Ma- schinenbauS eingcgangen sind, auch die erste Brünner-Maschinenfabrik-A. G. und die Brünn- Königsselder Maschinen- und Waggonfabrik-A. G. einzubeziehen. Desgleichen sollen ihm die Witko- witzer Eisenwerke beitreten. Der Zweck dieses Kartells ist, den Absatz genau zu regeln Und auf diesem- Wege zu einer Preiserhöhung für Maschinen und Waggons zu kommen. Jetzt ist es zu einer grundsätzlichen Annäherung der Verhand- lungspartucr gekommen. Da aber immer noch Differenzen über die Quote für jene Maschinen bestehen, die von allen Konzernen hergestellt werden, ist cs zu einem regelrechten Abkommen bisher noch nicht gekommen. Doch wird mit seinem Abschluß im Herbst gerechnet. eine neue Epoche des ksl. Motorismus Verantwortliche RegierungSkreise haben schön lange erkannt, von welch ausschlaggebender Wichtigkeit die Entwicklung des Motorismus für den wirtschaftlichen Aufschwung des Staates ist. Die teilweise bereits getroffenen, zum Teile erst angekündigten. Maßnahmen sind Anzeichen, daß der Staat weitgehende Erleichterungen für Auto besitzer schaffen will,- damit die Autoindustrie sowie die mit ihr vcrbündcnenzahlrcichcn anderen Gewerbe belebt- werden. Eine: weitere Belebung wird von feiten der.Mineralölindustrie-erfolgen, die den Automobilisten einen- neuartigen, erstklassigen Treibstoff anbietet.' Es handelt sich um das sogenannte Oktanbenzin, das' nach- dem vollendetsten Cräckverfahren gewönnen wird. Dieses Benzin wird-in der neuen-von der Apollo Mineralöl-Raffinerie A.-G.' In Bratislava mit einem Aufwand von zirka 20'Millionen-KE er«/ richteten Anlage erzeugt und unter dem Namen Apollo-Oktan-Benzin in-den Handel gebracht. Diese Benzingewlnnung erfolgt im Verlaufe de? Prozesses der DruckwärmeSpaltung von Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Hiedurch ist cs möglich, das hochwertige Oktan-Benzin auch aus Rückständen und insbesondere aus Rohölen, die, wie das Im Inlands geförderte, nicht benzinhältig find, zu gewinnen. Dies war mittels der bisherigen Ber« arbeitungsverfahren nicht''möglich. Während in Amerika die Vorzüge dieses Oktan-BenzinS (Crack-Benzins) längst erkannt wurden und heute schon mehr als 50 Prozent des Bedarfes durch dieses hochwertige Crackbenzin gedeckt werden, hat man in Mitteleuropa bisher mit Rücksicht auf die besonders hohen Investitionskosten einschließlich der Erwerbung der Patente, die mit dem Bau einer derartigen Anlage verbunden sind, nicht entschließen können, diese modernste Art der Benzinerzeugung aufzUnehmen. Das nach obiger Methode erzeugte Oktan- Benzin läßt eine hohe Kompression zu, verursacht keine Klopfgeräusche im Motor und durch die Die richtiggestellten Wählerverzeichnisse der Hauptstadt Prag werden vom 24, bis zum 81. Juli von 8 bis 14 und von 1« bis 18 Uhr zur öffent» lichen Einsichtnahme aufgelegt werden, und zwar für Prag I bi» VH im zentralen Wählerkataster, in den übrigen Stadtteilen bei,den zuständigen Magi- stratSamtsstellen. Jeder hat das Recht, in die Verzeichnisse Einsicht zu nehmen und Abschriften und Auszüge zu machen, soweit er dadurch nicht andere Personen von der Ausübung desselben Rechtes ausschließt. Literatur am Naschmarkt Die persönliche Beobachtung an Ort und Stelle, daß das Wien von heute, trotz oder gerade wegen der Gedankenknebelung auf politischem Felde, die soziale Satire auf den Brettern beachtlich Wiederaufleben läßt, wird nun in Prag durch jenes Wiener Kleln- kunsttheater bestätigt,.das„Literatur am Naschmarkt" in die Kleine Bühne bringt. Es handelt sich hier um ein unumwunden linkes Ge- sinnungstheater, das genug kräftig und geschickt zugleich ist, um der Zensurschwierigkeiten dort Norma Shearer in dem Film„Romeo und.Julie": gleichmäßige Verbrennung des Betriebsstoffes bei hoher Kompression wird der Motor geschont. Eine Folge dieser Eigenschaften ist ein geschmeidiger Gang des Motors und das leichte Erzielen der Geschwindigkeitssteigerung. Die neue Anlage in Bratislava ist die erste ihrer Art nicht nur in der ESR., sondern in Mitteleuropa und die Apollo hat dadurch eine Pionierarbeit für die weiters Entwicklung des MotoriS- muS und einen wesentlichen Beitrag für die Erhöhung der Wehrhaftigkeit des Staates geleistet. ES unterliegt keinem Zweifel, daß auch unsere Automobilisten die wertvollen Eigenschaften des Apollo-Oktan-BenzinS rasch erkennen und dieses mit Vorliebe benützen werden. Bekanntlich ist die Apollo das einzige private Unternehmen in der ESR., welches seit-fast zwei Dezennien auch auf dem Gebiete der Rohölbohrung und Rohölforschung ansehnliche Arbeit geleistet hat. 8612 .und hier Herr, zu werden.. Selbstverständlich genießt diese Truppe, die die Faschismen-aller Spielarten w deutlich Wit' Möglich'HMümd und spottend bekämLn, den Rassenwahn lächerlich macht, den„Uebermut der Aemter" brandmarkt, dem Friedensgedanken dienen will und von unten stößt, unsere herzlichste Sym- pathie. Und diese wird auch künstlerisch fundiert durch de» iheatermäßigen Zeitblick von nicht weniger als vier Text-Autoren der„Großen Reise", für deren musikalischen Teil wiederum drei andere Herren namhaft gemacht sind. ES gereicht weder den einen noch den anderen zur Schande, daß sie-sich Lessing und Nestrotz(oder Verdi) stark unterordnen. Dagegen sollten sie der prächtigen Sasire auf. die Tragödie unserer Zett nicht Belanglosigkeiten folgen lassen, die den Wert des„Zeitbilderbuches" einigermaßen aufheben. Aber im Wertvollen wie im Banalen gibt es eine Reihe köstlicher Einfälle und witziger, verständnisvoll herzlich belachter Pointen und eine Reihe- ganz ausgezeichneter„Kleinkünstler", denen wir, um der Sache und um ihretwillen, einen schönen Erfolg der Literatur am Naschmarkt-Heuwagsplatz wünschen. L. G. Literatur am Raschmarkt. Das Ensemble der „Literatur am Naschmarkt" bringt täglich-in der Kleinen Bühne die satirisch-literarische Revue„Die große Reise". Beginn 8 Uhr. Preise 5 bis 85 K& Vorverkauf:, Deutscher Haus, Neues Deutsches Theater, Truhläk. Dee Mm -’ Die Sklaven der Leidenschaft. Die guten Schauspieler, die zu diesem Film- bemüht- wurden, sind weniger Sklaven der Leidenschaft, als Opfer des Drehbuches. Liebestrank und Würfelspiel. UM HauS, Hof und Weib, Saufgelage und Liebe zum Grabe— es,bleibt dem Zuschauer nichts erspart, wa» sich ein emsiger Drehbuchmann in Berlin über die Bosniaken aus den Fingern, gesogen hat. Die braven Bewohner deS schönen bosnischen Lande» schwanken zwischen Brutalität und zuckersüßem Edelmut. Man-könnte den Film für eine Parodie halten, aber er ist leider sehr ernst gemeint. Attila Hörbiger spielt, also einen Augen rollende» BoSniaken, Willi Eichberger-desgleichen und Brigitte Harney-muß,»wischenden beiden ihre. Wahl treffen. Kein Wunder, daß sie den Eindruck erbarmungswürdiger. HIlfSlosigkeit-macht., Wenn jUan demJilm aUch etwaSGuteS nachsagen will, kanisiinan die stimmungsvollen Lieder und die Tänze? hervorheben.dieosfenhqr.wixklicheBoSniäken tanzen. WaS daran mit Hilf«,der Photographie zu VerdiOtn war, ist mit aller,Gründlichkeit gemacht worden..Für diesen,Film ist seshst-die-so»pneüichp'/GM»re-BurkW-, Zeit keine ausreichende Entschuldigung. Daß.er gedroht wurde, ist traurig genug; daß-er für gute» Geld Importiert wurde, unentschuldbar. jk. Sonntag, den 26. Juli 1036, vormittag» 10 Uhr. findet in R e r a- t o v i e der Meisterschaftskampf des Präger AtuS gegen den Favorit der II. Klaffe, D T J.»Nerato« - PRAG nie statt. Informationen über die Abfahrt werden SamStagauf der Heb Insel erteilt, weshalb dortselbst all« Sportler erscheinen müssen... Allgemeiner Angestellten-Berband Prag. Inter« essenten für, einen Besuch von Brünn, Maeocha, Zlin mögen sich bei der Ortsgruppenleitung sofort melden. Abfahrt am 8. August, Samstag.— Jugendsektion: Ausflug nach Poöernice. Treffen halb 9 Uhr früh Endstation der Fünfer Hlou- bitin. Da» DaviS-llup-Finale zwischen England und Australien wurde S'amitag-in W i.m b l e d o n mit den Einzelspielen begonnen, Im ersten Spiel siegte A u ft i n(England)- über Cramford(Australien) 4:6, 6:8, 6:1,,6:1 und Im zweiten Spiel schlug P e r r tz(England) den Australier Quist 6:1, 4:6, 7:5, 6:2, so daß es bereit»'am ersten Tage 2:0-für England steht,- f, filme In Frager Lichtspielhäusern Bi» einschließlich Donnerstag, den30. Juli:; Urania-Kino: Ferien.— Adria:„Der erste Kuß".(Tsch.)— Alfa:„Die Sklaven der Leiden, schäft".(D.— Horney, Hörbiger).— Avion:„Mazurka".(Dr.— Pola Negri.) Schmeling—Louis-— Ftnix:„Stenkä Rasin".(D.— Schlettow.)— Flora:„Wie Frauen lieben".(A.— Sylvia Sidney.)'— Gaumont:„Die' sündigest Frauen von Boom".(Fr.)— Hollywood:.Meine Mutti".(D. Fr. Gaal.)— Julis:„Waldwinter".(D.— Knotet, Staal.)— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.(2 bi» 10.Uhr.)'— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.(2 bi» 10 Uhr.)— Metro: i,Drei Männer!m Schnee".(Tsch.)—Passage: „Stenka Rasin".(D.— George.)— Praha:„Der rote Sultan".(Englisch.-»ritz-Kortner.)—, Svitozor:„Friederike".(D.)— Alma:„Die goldene Katharina".(Tsch.— Nedosinflä.)— Beseda: „Bosambo".(A.— P. Robesom)-— Illusion:„Die Komödiantenprinzeffin".(D.— L. Baar.)— Lid» 11:„Charlie Chan in Aegypten".,(A.— Warner Oland.)— Louvre:„Wie Frauen lieben",(ll. — Sylvia Sidney.)— MaieSka:„Zigeunerbaron". (D.— Adolf Wohlbrück.)— Olympier„Studentenmutter".(Tsch.— Nedoötnskä.)— Roxy:„Die lustige Scheidung".(A.— Astair«, Rogers.)— U Bejvodü:„Back Street".(A.— Jr. Dünn.— Beletrhy:„Wien, du Stadt meiner Träume".-(D. — L. Haid.) Mitteilungen ans dem Publikum. „Dr«i, Männer" ruhen: nicht. Sie haben auch eine Menge Arbeit. Sind ausdauernde Helfer beim Wäschewaschen. Da sie aber kluge Köpfe sind und gut kennen, was Frauen von ihnen erwarten, sorgten sie um die Weiße ihre» Gesichte» und der Hände und ihrer zarten,-Wäsche. E» liegt doch-den Frauen-soviel daran. Deshalb bringen ,-sie weiße Kalt-Seife ,K a l i o n", Seife mit herrlichem Geruch— Seif«,„nach der ihre Frauen-und Gebieterinnen gerufem haben.„K-al io»"weiße Seife in blauer Packung. 8150a Ja« massen Sie unbedingt. Ihre Blumen mR Blanea-ZaaberdiRg ■ besleBen, wenn sie schön blühen sollen ; 1 Paket Kö 5*60 durch; die Verwaltung ]’„Frauenwelt“, Prag XII., Bkx$övfc-t&02,' I und alftzn Kölr^i^ti^,*is^Rlülch Weltkurort Franzensbad hellt Kurzeit 15. IV— 15. X. FRAUEN-, HERZ-, BHBCMA und PAUSCHALKUREN STOFFWECHSELKRANKHEITEN PROSPEKT« BUSCH PU K U S»I» W» IT» Aaqer jjdtoq Bezu g s d e dingun g e.n: Bet Zustellung, in» Hau» oder bet Bezug durch di.',Post monatlich Iti 16.---.' vierteljährig tii^48.—- häll'iäbrtss- 98:-^,< ganzjährig I(L>192,—.— Inserate weiden'-laut V Tarif billigst berechnet. 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