Einzelpreis 70 Heller (einschließlich S Heller Porto) 7.ENTPALORGAN■ '■■■• IH DER TSCHECHOSLOWAKISCHEM REPUBLIK ?*'->-<....... j,•/'/., ,;Äif..•/■■•• 1- ERSCHEINT MIT AUSNAHME DU MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova«2. Telefon skot. L? HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. tyAlL; STRAUSS, FUG. 16. Jahrgang Freitag» 31. Mi 1936 Nr. 177 Lio Blick hinter die-Kulissen der branjpen, Diplomatie; Betrug an Oesterreich- Betrug an Europa Eine illegale NSDAP Oesterreichs in Aktion Frankreich warnt . andere Nächte vor Einmischung- ■- Paris. Im Auswärtigen Ausschuß dcä Senats erklärten Ministerpräsident Leon BI u m -und Außenminister D e l>b o S> daß di« Regierung aüen. Gerüchten Met. angebliche französische Liefe- rüngenvon Waffen» Flugzeugen und KriegS- matcrial ein unbedingtes Dementi entgegenstelle. Auf die.Frage, welchen Ständpunkt'Frank« reich.'einnehmcnwürde,w e n n and t i'e/ Staaten b.ief-eNeäitralitä t nicht e i n h a l.ten.w ü r d e n,'' antwortete Außen-' Minister DesböS,. daß trotz den verschiedenen, insbesondere. übet Malienl kü'rHr^nde».Gerüchten, diese Eventualität bisher nicht in Betracht gekommen sei.-Die franzSstfche Regierung sei überzeugt, daß sich keinenHpäischi« Staat, in>Myr innere, spanische Angelegenheiten einmischen werde, da dieS sehr große internationale Komplikationen zur Fölgehabenköttnte.-'‘T-' a- vstMßche und. Italienische Flugzeuge an die Aufständischen 'Äi^^üdt^'MrzeichmtJnfoMaMnen.'di'nen-- zufolge den Aufständischen in Spanisch-Marokko Fyp'»Ä UN k« t sund-„Ca- M«aMWAMmthMv>uy8?lerjnyert in- die» PMÄCMMeWaM W.die! PesthiMungen des DWWEEMWWHMMtUWMWiMHäHvei rokko die BevöÜerung nicht, bewaffnen und. anderen MachtenW» Zugang auf dessen Territorium nicht gestatten.dMt DaS Byrgehen de» Generals Franco gibt, wie das Matt"schriibt, Frankreich volle Berechtigung zum Protest., Paris..In Le Bourget ist am Donnerstag mittags wiederum ein spanisches Regierungsflug- zcug mit 1500 Kilogramm Gold an Bord eingetroffen. Es war am Donnerstag Morgen in Madrid gestartet englische Nolte In Gibraltar konzentriert Der Kommandant der britischen Mittekmeer- flottc hat sich an Bord'des KreuzerS„Galathea" nach Gibraltar eingeschifft. Die Marine» behördep erklären, daß dieser Reise keine besondere Bedeutung zukommt. Der Kommandant wünsche einfach an der Stelle anwesend zu sein, wo p o r- ü b e r g e h c n d der größere Teil der britischen Mittelmeerslotte stationiert ist. Geldgeber 6er Putschisten enteignet Madrid. Der Staatspräsident hat einen' Erlaß unterzeichnet, wonach di« Handelsmarinebehörde ermächtigt wird, die Beschlagnahme der Campania TranSmediterranea einschließlich sämtlicher-vorhandener Einrichtungen und Wertpapiere.durchzuführen. Ein großer Teil der beschlagnahmten Wertpapiere gehört dem in. Spanien' sehr bekannten Millionär Juan March, der als finanzieller Organisator der Mt- litärerhebung gilt. Etens» ist auf Grund eines Beschlusses der katalanischen Regierung die Ge- mäldesämmlnng deS Führers der. katalanischen Rechtspartei Cambo beschlagnahmt und alS Engeutum des katalanischen Bolkes erklärt worden. Die Sammlung'wurde in' die katalanische Kunstgalerie gebracht. Vom Schauplatz des vllrgerkrleges: Madrid, DaS.Innenministerium veröffentlicht eine Meldung; in der«S heißt, daß die RegierungStrüppen. im Guadarrama-Gebirge vorrücken und sich zum Angriff auf die' Provinz Ca- ftilstti vorbereiten. Der Mittchoch zeichnete. sich, insbesondere durch di» Tätigkeit der Artillerie und' der Luftwaffe daS, die erfolgreich wär. Wie'die Zeitungen aus Oviedo-meldens sollen dort die Minenarveiter,'die unter Führung d.eh^»ijiald^M»frä.tische«,'.AbMprdnetest,. Gonzales B«na dieStadt; eingeschlosien' haben,.'dir' Beschießung der Btaht begönmen habens Man-rechne, tyti brr baldigen Einnahme Oviedo».,, ', Die Reqiernng teilt im Rundfunk mit, daß. Bil l a n u e v a de la Serena in her. Provinz Bahhlv» von Regierung-truppen erobert wurde, niödürch die Freigabe sämtlicher'Eisenbahn., und Telephonverbindungen zwischen Madrid, Badajoz undvPortugal wieder ermöglicht würde.! Die zweifellos--systematisch aufgezogenen Massendemonstrationen der österreichischen Ratio«! nalsozialisten lenken die Blick« der Welt auf daSi Land, das dürch'den ÄertragchDm.,11. Juli angeblich„pazifiziert". worden,rst. Europa Mil wohl auch gewisse'naive Katholiken Oesterreichs beginnen' zumerken, daß sie hinters Licht geführt ^würdest.' Um so^ issieressänter.ist eS,^inseiw a u t h e n t i s ch es D o k um e n t Einblick züi ^nehmen. Wir sind in den Besitz eines.einwatchg^ frei beglaubigten Textes gelängt, Ker durchaus geeignet ist, die Beteiligten.-!—Md. wer wäre nichts beteiligt an deit Schicksalsfragen Europas—. über, die Hintergründe des deutsch- österreichisch ein Friedenspaktes autzullären.-Es handelt'sich,um die— illegalen «SB i t t e i l u n g end er La n die S l e tu.» g d e r»RS DAP. O e st e r r e i ch Folge 29 vom 17. Juli 1936. Aus Seite 1—4 bringen-Ziese., Mitteilungen' eine Kundgebung zum 28. Juli— dem Todestag Dollfuß'— und f^ZM politischen,Lage?.. Dieser! zweite Aufsatz! DrmollS'^PflichtMdrNck".bezeichnet, ist. also vermutlich von alleMÜnterstellen'M vervielfältige»! und,an die Anhänger weiterzugeben. Wir Mieren M' fblgtNdeN.die interessanfesteli Md.wichtigsten Stellen aus den' beiden Kundgebungen der illegalen und nach dem Friedenspakt und Hitlers Ehrenwort vom 11. Juli, wie man sieht, illegal, aber mit Wissen Berlins Weiterbe st eßenden NSDAP Oesterreichs: 26. Juli! Ein Tag in aller Herzen, ein. Begriff, um den herum ein ehrfürchtig Schweigen liegt... Heut« stehen wir wieder an den Gräbern, neue Hoffnung im Herzen, mit den Gedanken bei Vergangenheit und Zukunft zugleich. Die teuren Toten, sie weisen mit knöcherner Hand, den Weg und zeigen uns als Vermächtnis dar Ziel, das ihnen versagt blieb.... Erschüttert und ergriffen hebt die Hand sich z u m Schwur- und inmitten der Helden, ganz in Erinnerung an sie, geloben wir feierlich, ihr Werk zu beenden...In jener Stunde, in der ein amtlicher Befehl im ganzen Lande in Fenstern Kerzen entzündet, für e i n« n, der Unglück brach'e über Leute und Land, werden wir i n unseren Herzen Lichter anbrennen, wollen sie nähren durch Inbrunst des Denkens, an tote Kameraden.,. Ihr Toten unserer Bewegung, Ihr Helden Herr von Pap en, Hitlers Spezialist im HlnelnlegenkathoUscher Vertragspartner von, Juli 1934, vernehmet und glaubt:„WaS I h«begonnen, wir werden es v oll ende nl" '' Will man das Abkommen vom 11. Juli dieses Jahre» richtig verstehen,, dann muß man die. außen- politische Lag« betrachte» und'die Staats- skunst Adolf Hitlers.in ihrem. Wesen erfaßt haben. Wir wollen beide Dinge in nachfolgenden Zellen behandeln. Dis Grundlage der heutige» Politische» Lage I bildet bi« kommunistisch« Gefahr. Sie bedroht Deutschland und ganz Europa. Da» französisch- . sotojetruffsche Bündnis wird nunmehr planmäßig .' nach der militärischen Seite hl« auSgebaut.Eng- , land, da» schon seinerjeit diesem Bündnl» wohl- . wollendgegepüberstand, ist in den letzten Wochen > a u».« n e r k l ärlich e n Gründen ,. sehr!.eng auf den französischen Kur» eingegangen und hat, wie sein Rachgeben bei her Meerengen-, ' konserenz in Montreux andeutet, init Sowjetruß. land neue Fühlung genommen. ES. besteht daher h:die> Gefahr eines politischen.Blocke»»England— Frankreich—Rußland, der mächtig genug wäre, -: die schwierige AnfbanarteitAdolf HitlerS zu hindern und zu stören.., '^'^M^ÜIkdl^ttM^eBrssEii^^ Nicht ab, wohl deswegen, weil nur di« englische Regierung, nicht aber da» Volk die Verständigung mit Deutschland ablehnt. Er muß aber, Mn vorwärts zu kommen, seine Stellung durch gemeinsam«» Borgehen mit Italien verstärken. ES ist zwischen Ber- lin und Rom kein Bündnis' abgeschlossen worden «nd e» wird wohl auch keine» abgeschlossen Weeden. Man ist lediglich übereingekommen, sich gegenseitig in allen Fragen zu unterstützen, in denen«In gemeinsames Interesse besteht. So hat beispielsweise Italien erklärt, nur gemeinsam mit Deutschland an einer Loearnokonferenz teilzunehmen,«In wichtiger Beschluß, der die Isolierung der deutschen Politik verhindert hat. In Oesterreich hat eS zu dieser Zeit alle möglichen politischen Konzepte gegeben,, die Politik deS- ReicheS zu überspielen. Schuschnigg hat-dies zuerst auf der Linie'Prag—Paris, dann, nach dem Sieg Italiens in Abessinien, auf der Linie Budapest— Rom versucht. Sein Ziel ist die Restauration der Habsburger gewesen. Er hat mit alle» Mitteln Mussolini hiesür zu gewinnen versucht, um auf diele Weis« die österreichische Situation.zu„retten" und Italien dauernd von Deutschland zu trennen. Weitgehende Zustimmung englischer Kreise haben es dem österreichischen Bundeskanzler ermöglicht, in der HckbSburgerfrage ziemlich energisch beim Duce auf- zutreten. Im Innern hat er in den letzten Monaten der HäbSburgerpropagända freien Lauf gelassen.' Wäre e» ihm gelungen, ohne militärische I N.t e r v e n t t o n Jugoslawiens(das a.l». einziger Staat-marschbereit, g e w e s e n w ä r«), die Habsburger nach Wien zu bringen, so wäre dadurch die österreichi- sche F r a g e auf Jahr« hinaus unlösbar geworden. -■”, Die deutsche Politik ist auch nicht müßig ge- 7 bliebe«. Auf alle« Linien hat sie S ch»s ch«i g g en tgegengearbeite t. Mussolini hat man eindeutig unterrichtet, daß eine Unterstützung der Pläne Schuschnigg» den Bruch zwt- . scheu Rom und Berlin«nd di« verstärkte Annäherung Deutschland» an England bedeuten. würde. -sS ch a.ch t-ist stach dem Osten gefahren«nd hat 'ihort atftit klargemacht, daß eS.nicht genüge, nur. gute- Geschäft« mit.D t u t‘l a« d z» ■ machen, sondern daß man in B e lgr ad, - Athen, Soft a und_B.« d ape ft eine i»roße g e m e t ns am«' Li nie mit dem ! Reich sind.«» müsse,.Die Tschechoslowakei.ist durch die Folgen seines Berträge» mit'S o wje t- '» N tz l ä n d ganz au» dem Blickfeld. Wien» ge- '•j rückt. So ist es der deutschen Politik gelungen, .1 Oesterreich auf allen Linien zu isolieren. '.!.. Aber auch noch eistt Voraussetzung war zu schaffen, die Unschädlichmachung StarhembergS, mit dem au» hesreiflichen Gründen niemand im Reich zu tun habe«'wollte,'.obwohl er. sich heftigst um eine Verbindung mit Berlin bemühte... Dl« Staatskunst Adolf Hit- ler« beruht— im Gegensatz zu der starren Machtpolitik Mussolini»— darauf, daß er j e< den s eine r G e g»«» mt t anderen Mitteln behandelt und ihm seinen Wille» auszwingt. Er hat gegen Frankreich, das hart vor dem Bolschewismus sieht, seine' Truppen in da» Rheingebiet einmarschieren' lassen und sofort«in« Schacht der Schrittmacher.Hitlers im Südosten großzügige Wicderbefestigung der deutschen Westgrenze eingeleitct. Er hat aber mit England verhandelt, um auf dem wichtigsten Gebiet, der Flottenrüstung, einen Ausgleich zu erzielen. Polen wurde„freundschaftlich" durchsetzt, so daß sein« Außenpolitik heut« praktisch in d er Reichskanzlei gemacht wird, wie die Reise Becks nach Belgrad beweist und die Haltung Polens in der heiklen Danziger Krise neuerdings bestätigt. Gegen Oe st erreich mußte Adolf Hitler ein diplomatisch-politisches Verfahren einleiten, da» einerseits von Italien begriffen und mitgemacht wird und andererseits die Oststaaten, Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien vollständig zu gewinnen vermag. ES war jedem Einsichtigen schon längst klar, daß Adolf Hitler In Oesterreich auf keinen Fall an eine gewaltsame Lösung denken konnte, durch die da» Reich bei der Wiedergewinnung seiner Wehrhoheit, der großartigen Aufrüstung«nd dem modernsten Schutz seiner Grenzen— Arbeiten, di« kaum vor 1040 beendet sein dürften— schwer gefährdet«nd vielleicht z» vorschnellem Kraftetnsatz genötigt worden wäre. Adolf Hitler muß noch heute bei der Lösung de» österreichischen Problems auf Italien Bedacht nehmen. Ein Vorgehen, daS-gegen: Italien gerichtet wäre, brächte das Reich in. eine politische Isolierung, di« seine Handlungsfähigkeit. stark beeinträchtigen würde. So kam«S zum Vertrag vom 11. Juli-ISllS. ES ist nicht, ein--Abkommen: Berlin—Wien, sondern ein Abkommen Berlin—Rom-^-Budapest— Wien. Erst durch die: kluge,' weitschauende. Politik des Führers konnte. Oesterreich, für dieses Abkommen reif gempcht werden,......- j,•• |. Der wesentliche Teil...deSrAbkommenS ist ider zweite Absatz des zweiten-Punktes:-. -„Die österreichische Bundesregierung-wird ihre Politikl.im allgemeinen wie insbesonder» gegenüber -im.deütschcn.Reiche stets auf,-denselben grundsätzlichen/Linien, halten, die,der Tatsache, daß. O e st er- reich.sich alS-.d eu-t scher.S t a a t bekennt, 'entsprechen."• Diese Festlegung darf nicht verwechselt wer- !-' den mit den bisherigen Erklärungen der österreichischen Regierung, daß sie„auch" einen deutschen Staat regiere. Vielmehr stehs hinter diesem Satz Adolf Hitler,''Ei hat damit jede Packelet Seife S Freitag, 31. Juli 1086 Rr. 177 mit dem«ndeutschen Haus Habsburg— Bourbon zerschlagen und sich Im Falle, al» nochmal» dl« Restauration versucht würde,«ine Hani- ade»um Einschreiten geschossen. Zugleich hat er damit Oesterreich aus allen Linie« überspielt. Dein Ziel ist: Oesterreich auch seiner Btaatlsüh- rung und Politik nach deutsch» u machen... Während da», was Schuschnigg auf Grund de» Abkommen» un» zubilligen mutz(Brenzöffnung, Amnestie, Aufhebung der Presseverbotei) sehr lang- ■ säm, vielleicht erst nach vielen Wochen sichtbar wer» ■ den wird, ist da», wa» politisch erkämpft werden kann, viel größer. Freilich ein. E i n m a rsch bewaffneter Truppen, wie im Rheinland, ist leichter und fchö n.e'r und I löst eine ganze Frage mit einem Schlag. Eine zähe, schrittweise Durchsetzung»poliiik aber ersordert viel mehr Mut, Disziplin und Einsicht, wenn sie Erfolg haben soll. Wir Nationalsozialisten Oesterreichs haben denFLHrer verstanden. Wir werden in unerhörter Disziplin un» einsvgen in die Linie, die er geschassen hat und dabei gerne unsere Wünsche zurückftellen gegenüber den Interessen de» ganzen deutschen Bolle»... Wir werden den Bertrag Punkt um Punkt genauesten» beselgen, werden aber ebensolche» vom Gegner verlangen. Soll der Friede dauerhaft sein, so mutz er der Tatsache de» Bestehen» einer geschloffenen, unzerreißbaren nationalsozialisti» scheu Bewegung und Gesinnungsgemeinschaft in Oesterreich Rechnung tragen. Große Gefahr droht unserer Heimat, denn ekle und schleimige Finger greifen nach ihrer Krone. Der welsche Jüngel Otto und seine noch welschere teuflische Mutter drängen zur Macht, stehen lauernd an der Grenze und warten auf den Wink, mit dem die jetzt regierenden schwarzgelben Bor- lämpfcr und kaisertreuen Speichellecker— Schuschnigg obenan— da» Zeichen zum Einzig gebe»... Die Gefahr der Wiedereinsetzung der Habsburger in Oesterreich steht immer noch vor uns! Ein S p r o tz de» kaiserlichen Berräterpaare», großgezogen im Haß gegen alle» Deutsche, soll diesem Lande Herrscher und seinem Bolke Führer werden I Ein Geschlecht, da» in aller Zeit nur Hau»- machtpoliiik betrieben hat, da» in jüdischer Gier Geld und Gut zusammengerafft und darob die Belange des eigenen Volke» vergessen und verschachert hat und um seine» Bestände» willen besonder» da» Deutschtum immer wieder! verkauft und verraten hat, soll wieder einziehen in Oesterreich... Zu frisch lebt noch in unserer Erinnerung de» letz- ‘. ten Kaiser» schändlicher Verrat, dieser "'E oIchstö ß in'den Rücken de» bdüdirlichen Helfer», der eben zum siegbringenden Endstoß ausholen wollte. ... Hundsfott... Dummkopf Feigling und Schwächling... Parteigenoffen!... Nähret glühenden Haß und drohet wütenden Kampf dem v-olksfremden Eindringling, der da kommen will, ein Herr uns zu sein und unser Deutschtum zu brechen I Steht auf wie ein Mann und schreit e» hinaus in die Welt gleich einem Schwur: Nie wieder Habsburg! Der Historiker fragt sich, wenn er eine Quelle zu beurteilen hat, zunächst, ob der Urheber de» Dokuments die Wahrheit sagen konnte und zweiten», ob er sie sagen wollte. An dem vor- *»• ist. E» bandelt sich.um-ein-Manöver Hitler». MittaaS?.-und M,Spätabendblat i den Völkerbund, aeaen die Zusammenarbeit nationalsozialistischen Propaganda Wien.(3V. Juli.) Amtlich wird gemeldet: Infolge der gestrig« Vorfälle bei der Olympia-Feier wurde die angekündigte Admini» strativ-Amnestie sistiert.— Sn Ergänzung der amtlichen Mitteilung teilt di«»Politische Korrespondenz" mit:- Was die schon durchgeführte gerichtliche Amnestie anbetrifft, welche bekanntlich eine nur bedingte Strafnachsicht darstellt, wird e» Aufgabe der behördlichen, gerichtlichen Untersuchung sein, festznftellen, inwieweit diese wirkungslos wird. Diejenigen, Amnestierten, die sich einer neuen Straftat schuldig gemacht haben, werden selbstverständlich der Wirkung deS GnadenalteS verlustig. Nach der Demonstration der Nationalsozialisten auf dem Heldenplatz wurden an 180 Ha- kenkreuzler verhaftet. Sn der Nacht wurden die Verhaftungen fortgesetzt. Wie mitgeteilt wird, sind einige Polizisten verletzt worden. ES wurde auch ein reich» deutscher nationalsozialistisch er Agitator verhafte t. Die Polizei hatte die ganze Nacht hindurch Bereitschaft. Die sogenannten.Betont nationalen" Kreise .in Wien bereiten die Gründung von neue n_8 eitunge n vor. E» handelt sich Hpätabendblatt, welch» ~ i dienen Angelegenheit und nicht» anderes. DaS ist eine Selbstverständlichkeit und hievon abzugehen, ist un» im vollen Bewußtsein unserer Verantwortung schlechterdings unmöglich. Ein Mißbrauch dieser Selbstverständlichkeit müßte sich na-. tnrgemätz rächen. ' In diesem Zusammenhang« kann ich als vemntwortlicher'Lelter der österreichischen Politik nur von einem Gedanken geleitet sein: Ist die Gruppe, denn politische Orientierung der Natio- nalsozialiSmuS ist, zum Gedanken eines freie» und selbständigen Oesterreich positiv eingestellt,»der nicht? Dort, wo daS nicht der Fall ist, ist jedeS Kompromiß ausgeschlossen. die Tschechoslowakeiist von besonderem Interesse der zweimalige Hinweis darauf, daß die Maffeit den„Führer" schon verstehen, da» heißt, daß sie seine Friedensbeteuerungen, seine Loya» litäiserklärungen, Ehrenworte, Eide ete. ohne besondere Erläuterung so nehmen,.wie sie gemeint sind. Genau so. ist e» ja hierzulande. Henlein oder Hitler können die stärksten Loyalitätserklärungen abgeben, die Anhänger lächeln einander augenzwinkernd zu und— verstehen alles, wiee» wirklich gemeint ist. Die ganze Tonart der Kundgebung, insbesondere auch ter Ton de» antihabsburgischen Aufrufe», in dem sich nicht ein grundsätzlicher Einwand, leist demokratisches Argument gegen die Monarchie findet, sondern lediglich der lächerliche Borwurf des„nationalen Verrates", des„Dolchstoßes" und der„welschen" Abstammung, beweisen zur Genüge, we» Geistes der österreichische Nazismus ist und was er im Schilde führt. Diese» von ordinären Ressentiments geblähte, vor Dummheit schreiende Wesen, das sich volkstümlich und„republikanisch" aufiptelt, gepaart mit der ganzen Geriebenheit der Hitlerschen Demagogie und der preußischen Zucht, könnte wirklich die letzte Ueberraschung für Europa bedeuten, die ihm nach allem, was seit 1088 geschehen ist, noch geboten werden kann. Daß die Aufpfropfung preußische nGet« ste» auf den Hinterwäldler eine ungeahnte Uebersteigerung d e r B ar- bar e i ermöglichen würde— wie sie etwa der verstorbene Karl KrauS in den„Cheruskern in Krems" und in der Gestalt des KaSmader vor» auSgeichnt hat, ehe er noch in deren Nähe geraten war— wird. aus dem Dokument. ebenso erschreckend deutlich wie die Gefahren, denen Europa entgegengeht, ivenn es sich noch immer nicht warnen, sondern sich unentwegt weiter von Hitler LberS Ohr hauen läßt. DaS wertvollste Zugeständnis der Nazi ist wohl die Erklärung, daß Deutschland heute zum Kriege nicht b e r e i t ist. Hier hat E u r o p a tatsächlich eine C h a n e e, die eS gerade in Oesterreich zu nützen gilt. Noch immer ist eS Zeit, aber jede Konferenz und jeder Pakt, die mit einem Hereinfall Europas und einem Triumph Hitlers enden, bringen die Katastrophe näher, während die geringste z i e l- bewußte Aktion u>n geahnte Erfolge einbringen könnte!, Amnestie teilweise widerrufen Wegen der Nazidemonstrationen bei der Olympla*Felter Es ist zur Zeit schwer festzustelleu, wieweit es sich bei den Demonstrationen tatsächlich nm einen Regiefehler gehandelt hat und wieweit fievonBerlia anSbestellt oder doch gewollt waren. So sympathisch der Wil- helmstraße das„BerständniS" der Austronazi für die„Friedenspolitik" des„Führers" sei» dürste, so««angenehm war der Umfang der De- monstration gerade beim Anlaß der Olympiade und. zu einem Zeitpnnft, da das.F ü h r e r- 'S h t'e'n wor t stocht« ft i'fch'er Erinnerung und die fnr das Erlöschen von braunen Eiden übliche Verjährungsfrist noch nicht abgelanfe« war. B e r l i n sucht jedenfalls die Demo« st rauten abzuschutteln und bezeichnet sie als„j ü d i s ch- m ä r x i st i- s ch c Element e", die sich nazistisch getarnt hätten. Die Gruppe der Revolutionären Sozialisten, die sich mit Flugzettel« während der Razidemonstratton bemerkbar gemacht hatte, Wird allerdings gut daran tu«, ihre Taktik daraufhin zu überprüfen, daß sie den Nazis nicht Gelegenheit gibt, sich hinter der sozialisttfchru Opposition zu decke»«nd diese iwch für sich büßen zn lasse«. sollen. Scharfe Rede Schuschniggs In der Generalversammlung der Par Romana hielt Bundeskanzler Dr. Schuschnigg eine Rede, in der er u. a. ausführte: Ich halte e» für notwendig und zweckmäßig, auch hier mit aller Klarheit, Offtnheft und Eindeutigkeit zu sprechen:' DaS Problem, da» sich im ganzen deutschen Raum«nd natürlich auch in den Grmzen des österreichischen Vaterlandes därstellt„ ist da» Problem deS Nationalsozialismus. Soweit es stch innerhalb der österreichischen Grenzen liegenden Fall wird man die!Autoren oder mindesten». Korrektoren de» Dokuments der NSDAP Oesterreichs inBerlin suchen müssen. K o nm t e n sie die Wahrheit sagen? Waren sie über die Pläne Hitler», über seine Motive orien tiert? Diese Frage darf man unbedingt be jahen. In diesem wichtigen Augenblick und in einer so wichtigen Sache wird Hitler nichts hin« ausgehen lassen, wa» er nicht selbst gesehen und gebilligt hätte. Man darf ruhig annehmen, daß gerade diese Kundgebung im Konzept d e r Zen sur Adolf Hitlers Vorgel«gen hat oder mindestens von einem seiner vertrauten Leute ihm vorgetragen wurde. . Wollten dl« Berliner Führer der öster reichischen Nazipartei die Wahrheit sagen? Die» kann natürlich nur mit der Einschrän kung bejaht,werden, daß sie soweit und dort die Wahrheit sagen wollten, als es ihren Zwecken dienlich war. Die Verfasser der Kundgebung wollen vor ollem die österreichischen Nazi beruhigen. Sie müssen ihnen das, was vielen illegalen Nazisten Oesterreichs als ein„Verrat" Hitler» an ihrer Sache erschienen ist, als eine große staatsmän nische Tat hinstellen. Sie werden also alles betont haben, was diese Auffassung stützt, alles gestrichen und verschwiegen haben, was die Auffassung von Hitlers überlegener Staatskunst beeinträchtigen könnte. MU dieser Einschränkung darf man den Ausführungen des Dokumentes Glauben schenken. Wa» geht nun au» dem illegalen Material der NSDAP hervor? Bor allem beweist e», daß die Nazi, daß auch Berlin und Hitler nicht daran denken, den öster reichischen Nazismus aufzugeben. Sie wollen ihn als illegale Bewegung erhalten, ihm aber durch das Abkommen eine bessere De ck u n g schaffen, zugleich in der Vaterlän dischen Front ein b re i tereSForum und In der, nunmehr ungehemmten, antihabsburgischen Propaganda eine insofern wirksame Parole, als diese Art von AntilegitimiSmuS, die sich aus schließlich auf nationalistische Argumente stützt, über kurz oder lang zum Anschluß, al» dem ein zigen„national" gangbaren Ausweg führen muß. Den Sieg des„Dollfußkurse S", den Schuschnigg und Jnnitzer in dem Abkommen sehen wollen, interpretieren die Kameraden der Mörder von Potemba mit einem Bekenntnis zuden Attentätern vom 28. Juli 1984. Dem Geist PlanettaS geloben sie Treue. Interessant ist weiter, was die Kundgebung Uber dieMotiveHitler» beim Abschluß des Paktes sagt. Hier sagt sie übrigens vermutlich die ganz« Wahrheit. Unsere Leser werden daraus im übrigen entnehmen, daß unsere Aufassung des Abkommens und seiner Ur sachen pop.allem Anfang.an ri.chtig gewesen ID"..... gegen den Völkerbund, gegen die Zusammenarbeit der Westmächte mit Rußland und es handeü sich um ein Zusammengehen'mit Italien auf kurze. Sicht, zur Erreichung gewisser Nahziele, mit der Reservatio mentalis des Treubruches, die beide Teile, Mussolini und Hitler sich Vorbehalten. B e st ä t I g t werden bis zu einem gewissen Grade die bereit» bekannten, bzw. von uns im mer behaupteten Beziehungen zwischen. Berlin und dem Balkan, bestätigt wird, was wir über die Rolle Schachts und der deutschen Wirtschaftspolitik im Südosten immer ausgesprochen haben. Die größte Beachtung Europas verdient die offene Darlegung der Methode Hitlers, jeden Gegner„individuell" zu behandeln. Für-geltend macht, ist«S eine.österreichische SO Wir suchen ein Land Roman einer Emigration Von Robert Grfitzsch Copyright by Eugen Prager-Verlag, Bratislava. „Männchen oder Weibchen?" frug Justus und seine Worte vibrierten, sein Herz hämmerte, aber es gab schon nichts mehr zu raten,, man hörte die Stimme des Angekommenen durchs Fenster. Also nicht Eva, dachte Justus und die Tür tat sich auf und der lange Schorsch segelte voran, etwas schräg, denn es war für ihn immer schwierig, in gerader Haltung durch die Tür zu kommen und wer saß neben Gusti, braun, das Gesicht abgemagert, der Schopf über dem verbrannten Gesicht heller denn je? Der Kleine, der Palästina, fahrer. Verlegen und etwas aufgeregt hob er sich vom Stuhl, drückte JustuS und Herkner die Hand. Größer schien er geworden und breiter, aber auch magerer. Gusti schüttelte den Kopf. So mager. Die Knochen standen durch die Haut der Hände. Auf seinen Kleidern lagerte noch der Staub des Balkans, im Rucksack piekten Distelstacheln. Ueber zwei Monate war er unterwegs gewesen. Die letzte Grenze wurde ihm zum Verhängnis. Dreimal stieß er in» Griechische vor, dreimal transportierten ihn Gendarmen ins Serbische zurück. Dann kam er auf den Schub, ein paar Tage später wanderte er schon auf ungarischen Landstraßen. Das Geld wurde alle. Fechtend schlug er sich von Dorf zu Dorf nach der Tschechoslowakei durch... MoseS? Oh ja, der hatte sich gut gehalten, das Geld mit dem Kleinen geteilt, alle»... Aber die Grenzen, Pässe, Bisa, Einreiseverbote und Gendarmen wären stärker. Stacheldrähte liefen überall durch Europa und gitterten auch die Spinne ein. '„Laß man, Kleiner", tröstete der läng« Schorsch,„meine letzte große Fahrt sollte ooch nach Kapstadt jehn un in Genua mußt ich türmen..." Frosch wollte spotten.„Du hast bloß den richtigen Wegweiser verpaßt, Ernst." Aber nur Peter und Paul lachten, Gusti warf ihnen«.inen strafenden Blick zu und Ernst sagte:„Ja, der Weg zur BoZena ts bequemer..." Seine Stimme lag tiefer, sein Blick schien härter geworden, er war nicht mehr der Kleine. Biel wußte er zu erzählen. Josef, der Bursche aus dem KZ, rückte mit aufleuchtenden Augen neben ihn und Justus zog all die. Straßen mit, die er von ehedem konnte... Die hohen Maisfelder Serbiens, kleine Orte mit braunen türkischen Flachdächern, Sloplje, die Königin am Wardar, mit der alten Türkenfestung— oh Mazedonien, armes, volkbuntes, blutgetränktes Land... Sein Blick schwand hinter die Brille, heiße Ferne mit bleiernem Himmel stieg in ihm auf, Süden, Wege mit hoch« räderigen Büffelkarren, die unendliche Zeit hüben, dürre albanische Steppe, Halbnomaden mit Pferden und Herden, mit Frauen und"Kindern auf klirrender Wanderung von der Sommerweide zur Winterweide, hinter ihnen, drohend und einsam, die braunen Ketten der albanischen Maleija.... Wanderte Eva dort noch umher, allein, europa- müd?— Wenn sie nun nicht zurück kam, nie zurück kam?! Er zündete eine Zigarre an, hüllte sich in dickes schwere Wolken, stützte den Kopf in die Hand und versank in bodenlosen Träumereien. XVlllj Kapitel Gusti sah die dunlle Uniform des Briefträgers schon von weitem. Al» er den Brief aus der Ledertasche zog, weht« ein feiner Parfumduft auf. Di« Schrift erkannte Gusti nicht, wohl aber das Parfum. Der Umschlag war em Justus adressiert, Innen violett gefüttert, Jugoslawische Marke in. oer Ecke. JustuS erbrach den Umschlag mit unruhigen Händen. Der lange Schorsch stand dabei. Weil er in seinem Bett gekrümmt liegen mußte, schlief er früh am längsten und verpatzte ost den Anschluß an die Kolonne. Durste ja da am Berge ohnehin nicht mehr richtig gearbeitet werden. Es war morgens und vier Mann klommen bereits drüben am Hange empor. Die letzte Ter» raffe wurde aufgefüllt und mit Steinen abgemauert. In gleichmäßigen Stufen lief der Weinberg zum Höhenrande empor. Stolz und benommen schaute die Kolonne über die erdigen Stufen hinab, die glatt wie Beete aus dem Hange sprangen. Das war nun auch vorbei. Ernst trug mit Josef Geröfl ab. Sie verstanden einander gut. Frosch suchte den flachen Kopf des Rip und rief:>„Siehst du dort die Kuppe, Ernst!?" Ließ den Hackenstiel kreisen und wollte sagen: In der Richtung liegt Palästina.,.. Aber Josef, der stille Junge, fuhr ihm rasch dazwischen:„Jawohl, dort gehts zur Bojena." Ernst'S Gedanken aber liefen heimlich zu MoseS. Der würde ihm schreiben, daS Zertifikat würde kommen und dse Spinne sollte, staunen, wenn er «ineS TagS wieder verschwand. Der erste, der die Karte mit den Grüßen aus Asien bekam, sollte Frosch sein... . Sie arbeiteten halbnackt. Trotz der frichen Nächte strömte der Boden die Wärme der Morgensonne aus. Von unten her glänzte das gleitende Band des Flusses— ihres Flusses, beinahe, ihre Heimat. Jetzt tauchte auch Schoßfch auf. Der alle Seemann wiegte schwer ist den Hüften, um seist« Länge auf den Berg zu schleppen. Ja, und was er mitbrachte, da» war doch wohl die merkwürdigste Nachricht seit langem: die Eva, das blonde Mädchen, von der er so. oft gehört hatte, die kam nicht wieder,/die war unten im Süden vor Anker gegangen. In fester Stellung! Unglaublich, was? Kapiert doch mal: ein elender Emi findet wo feste Arbeit!. Natürlich war's danäch, Arbeit in Malariabaracken. Aber wenn jemastd dabei richtig essen konstte und immer die nötigen Tabletten zur Hand hatte, passierte so leicht nichts.„Wenn wir in den Tropen Ladung faßten, wurde immer heimlich Thinin gefressen. Das Beste war, jeden dreimal untern Schiffskiel durchziehen..." Und Schorsch wickelte ein See- Mannsgarn ab, daß den Burschen die Haare zu Berge standen.■ JustuS hing über seinem Schreibttsche. hielt sanft duftende, beschriebene weiße Bogen in den Fingern und ließ diese Schrift am Aage vorbeigleiten. Klare Buchstaben, aber sie spielten ordentlich gerundet über die Zeilen hin wie'in einem Reigen; manche balaneierten mit. schräger Kappe sozusagen auf einem Bein, alle hielten gute Richtung und alle, erzählten das albanische Märchen, den Marsch im groben Bogen vom Meer zurück zum Meer. Nun saß sie dort In der kleinen Küstenstadt, dessen Hafen so flach war. daß man nur mit Booten an die Schiffe ran konnte. Saß dort als Helferin in einer Malariastatton, hart an der albanischen Grenze. Sumpfig und fieberverseucht lief das Hinterland zu kleinen Bergwellen empor. Was sich krank fühlte,.schleppte' sich in die Station. Der Arzt war' russischer Menschewik,«ine Krankenschwester stammte aus Ungarn. Politische Flüchtlinge Überall. Die Bevölkerung arm, von Ungeziefer und Seuchen ewig geplagt, von vielen. Kriegen zerschlagen. Türken und Montenegriner verfeindet nebeneinander.. Christen und Mohammedaners.-.„Jawohl, JustuS, eS gibt keine Flucht.ins Idyll.. Europa ist überall. Was haben Sie mir. gesagt?.. Wohin immer das Schicksal uns verschlägt,'sind, wir Fünkenträger unserer Idee, vielleicht nstr Dünger -er.Geschichte^ hoffentlich guter Dünger.— Und, wann sehe ich Ihr Buch vvn der rasenden Wundersucht? Im Tal des grünen Flusses hätte man mich beinahe gesteinigt, wetlNch aus Steinen feiste Schätze zaubern.konstje. Wann sehe ich. also Ihr Buch? Mich hungert danach.' Hier leben alle, affe wie äimd Emigranten/Mer billig, billiger' stoch' als ist her Spinne. ' Slowakische Luftschutzllbungen . beendet Preßburg. Am 80. Juli um 22 Uhr wurde di« in Sö Bezirken der Nordwest- und Mittelslowakei durchgesührte Bereitschaftsprüfung der zivilen Luftabwehr beendet. Diese Uebungen erstreckten sich auf industrielle und landwirtschaftliche Gebiete und auf ungefähr 40 Prozent der Bevölkerung der Slowakei. Die Bevölkerung hat, wie von amtlicher Seite hervorgehoben wird, ohne Unterschied der Nationalität die Bedeutung und Wichtigkeit dieser Uebungen für ihre Sicherheit und die Sicherheit ihres Eigentums begriffen- Jmmobitien in der Grenzzone. Das ästiniste- rium für Nationalverteidigung stellt seine gestrige Kundmachung in der Hinsicht richtig,.dass die Anmeldung der Rechte an Liegenschaften (Immobilien) gemäß 8 49 des Gesetzes zur Verteidigung des Staates bei der zuständigen L ander b« hör d e und nicht bei de» Bezirks» behörde zu. erfolgen hat. Der Erinnerung an Professor Dr. Friedrich Brelnl Von Dr. Theodor Grtuchk* Diese wehmütige Betrachtung kann nicht als Nachruf gelten, der der Größe und. Bedeutung des verschiedenen Forschers und Menschen voll gerecht wird, ES äst schwer,. im Schmerz über den Tod des Freundes ein getreues und vollständiges Bild feiner Persönlichkeit zu geben. Aber trotzdem darf der Versuch nicht unterlassen werden, dem Fernen und Fremden zu sagen, wie groß der Verlust ist, den wir alle erleiden. Gerade in der Gegenwart,,.in der jeder Tag nur Kunde britigt üoti grüßen Leistungen im'Irren, Täuschen' und Vergewaltigen, ist es doppelt' geboten, die Gelegenheiten zu benützen, wenn man Zeugnis ablegen kann für./ wahre menschliche Größe.. Eine solche Gelegenheit bietet die öffentliche Trauer um einen Mann, der gefallest ist auf, seinem/einsamen Weg mit dem Ziel,',die Wahrheit zu'erforschen üüd' durch Eindringen in die Geheimnisse der Natur anderen Rettung/und Heilung zu bringen. , Bretnl.', setzte als Forscher die große! Tradition. dex. von OSkar Bail begründeten.Prager Schule finkt./Von dem/ unvergeßlichen EdmUNd Weil, der ihDim Opfertod füt die Wissenschaft vorangegangen wat) ist er in die-Erforschung der Mittel züt Abwehr/ünd Heilung'der Fleckfieber« krankhett eingeführt worden und setzte nach dein fadetendcuisdicr Xeifepicgcf Henlein„politisch unehrenhafter Handlungen“ bezichtigt EhrenbeleldlgungsprozeB Henleins gegen einen BdL-Sekretür Beim Bezirksgericht in D a u b a fand am Montag die erste Fortsetzung der Hauptverhandlung in dem EhrenbeleidigungSprozetz Henleins gegen den BdL-Sekretär Beck statt. Gegenstand der Anklage bildet eine Aeußerung Becks in einer Versammlung in Woken, daß Henlein das Wortgebrochen habe. Beck bot durch Doktor Schaurek in zwei umfangreichen Schriftsätzen den Wahrheitsbeweis an, daß Konrad Henlein tatsächlich mehrfach sein Wort gebrochen habe. Das Gericht verkündete den Beweisbeschluß, daß alle vom Sekretär Beck angebotenen Wahrheitsbeweise durch Briefe, Denkschriften, Zeitungen und viele Zeugen zugelassen werden. Dem Kläger wurde«ine Frist von vier Wochen zur Gegenäußerung eingeräumt und die Hauptverhandlung auf den 10. September vertagt. Laut„Deutscher Landpost" wird unter Beweis gestellt, daß Henlein wiederholt mündlich und schriftlich gegenüber dem Bund der Landwirte, bzw. Minister Dr. Spina, Berpflichtungen eingegän- gen ist, denn Einhaltung er«hrenwört- lich verbürgt, die er aber dann gröblich mißachtet und wiederholt gebrochen hat. Aus dem Schriftsatz geht deutlich hervor, daß Henlein Berpflichtungen nicht gehalten und sein mehrfach verpfändetes Wort gebrochen, bzw. daß er«s als Führer mit unbedingter Befehlsgewalt nicht verhindert habe, daß die Hauptleitungsmitglieder und Parteistellen der SdP diese Verpflichtungen verletzten und ihntn zuwiderhandeiten. ES wird aber auch der Beweis dafür ange- boten» daß Senlpin schon zu einer Zeit, als er gegenüber Minister Dr. Spina ehrenwärtlichr Berpflichtungen ernging, darauf auSging, Spina mid den BdL bewutztzutäufchen, zu mißbrauchen und ihnen im günstigen Augenblick i n den Rücken zu fallen. Zn diesem Doppelspiel hab« sich Henlein vertrauten Freunden gegenüber schon zu einer Zeit, alS er sich des politischen Schutzes SpinaS und des BdL versichert glaubte, in zynischer Offenheit bekannt. Bei dieser politisch verwerflichen Handlung wurde-! er von zahlreichen bekannten KB-Machern eifrig unterstützt. Konrad Henlein habe aber nicht n«r Minister' Dr. Spina und dem BdL gegenüber sein wiederholt verpfändetes Wort gebrochen, sondern auch Ehrenwortbruch gegenüber anderen Verbänden begangen, so insbesondere gegenüber der D e u t- schen Burschenschaft in bezug auf die' Einbeziehung der Kameradschaftskreise h» die Hauptleitung der SdP. Zum Beweise werden angeboien: Die Ori» ginaldenlschrift mit einem Begleitschreiben Henleins an Minister Dr. Spina vom 14. Oktober 1988, Originalbriefe Henleins an Minister Spina vom 10. November und 2. Dezember 1988, Originalschreiben der Kreisleitung und der Bezirksleitung B.-Leipa, sowie der Bezirksleitung Niemes der Henlein-Partei an den BdL in Leipa, ein Original der Weisung Nr. 49 der Hauptstelle der Henlein-Partei in Eger vom 11. August 1984, sowie di« Zeugenschaft von: Minister Dr. Spina, LAB. Kaiser, Abg. Zierhut, der getvesenen Parlamentarier Stenzel, Eckert, Kallina, Kahler und Jckert, der Burschenschafter Franz E. Sasum, Prag, und Jng. Reinoschek, Bodenbach, des Herausgebers der„Rumburger Zeitung", Heinz Pfeifer, des früheren Hauptschriftleiters der„Tag", und weiter der Herren Rudolf Röttig und Alfred Müller in Rumburg, Max Karg, Prag, Dr. Anton Kreisl, Rechtsanwalt in Bodenbach, Oberlehrer Czermak, Turn, Dr. Goldberg, Prag, Dr. JanSky, Schneidemühl, Jng. Nentwich, Tetfchen, Kaufmann Klepsch und Prof. Protze, Teplih-Schönau, Dr. Meckel, Vorsitzender her Prager deutschen Studentenschaft u. a. Konrad Henlein kann den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, in einem Beleidigungsprozeß Beweisanträge gegen sich aufmarschieren zu sehen, wie sie noch nie gegen einen sudetendeutschen Politiker gestellt wurden. Und al» Politiker muß Henlein ja wohl aufgefaßt werden, wenn er tat- i sächlich auch nie einer war. Es will uns aber be- dünken, daß er sich noch vor dem 10. Septeniber 'in den Turnsaal zurückziehen wird.. ,.»■■■■■■■- Hilfe für die vom Unwetter Geschädigten gefordert Am Mittwoch wurde eine weitere Besichtigungsreise durch die vom Unwetter betroffenen Gebiete des Saazer Landes unternommen, an der die Genossen Schmidt, Sekretär des Kleinbauernverbandes in Prag, Parteisekretär Riedl und Landärbeiterfekretär T s ch a p k a aus Saaz, teilnahmen. Die argen Verwüstungen, die in den einzelnen Orten sestgestellt wurden, erheischen rasche UnterstühungSmaßnahmen seitens der Behörden. Auf Grund der eingegangenen Berichte hat Genosse Taub neuerdings bei der Landesbehörde und beim Innenministerium vorgesprochen und Hilfe für die betroffenen Kleinlandwirte verlangt. Außerdem ist Genosse Schmidt bei der deutschen Sektton des Landeskulturrates vorstellig geworden. ES wurden dort Unterstützungsmaßnahmen verlangt, die vor allen den geschädigten Kleinlandwirten zugute kommen sollen und damit man nicht wie bei früheren Anlässen die arbeitslosen Kleinbauern und Häusler ausscheidet, weil sie angeblich einen Nebenberuf haben. Hingang seines LehrexS dessen Arbeiten mit großem Eifer, Originalität und tiefer Einsicht weiter fort. Sein wissenschaftliches Streben war von Erfolg reich gelohnt und fruchtbare Erkenntnis erwuchs aus seinen Arbeiten. Die ganze Menschheit hat Grund zur Trauer,darüber, daß ein so begnadeter Seuchenforscher mitten im glücklichsten Schaffen dahingerafft wurde. Schwer zu beschreiben ist der Reiz der Persönlichkeit, der von dem Dahingeschtedenen ausstrahlte. Seinem Wesen war wahrlich der Stempel der Genialität etngeprägt. In seinem Fachwissen ein tiefer Kenner/hatte er doch«inen gierigen Blick für alles Schöne und Edle, das< dem menschlichen Geist' geboten werden kann.' Ihm war es vergönnt, zu höchster Meisterschaft in der Musik vorzudringen, sein Geist nahm alle Reichtümer der Weltliteratur auf und seine schönheitSdur«. stige Seele-suchte von dem ermüdenden Tagewerk Erholung in den Wundern der einsamen Bergwelt.-So repräsentierte er in edelster Vollkommenheit die-Kultur unserer Zeit und unseres Landes. Aber bei aller Verbundenheit mit der Heimat und ihrem kulturellen Schaffen blieb er frei von dem Provinzialismus und Nationalismus, die so vielen unserer Intellektuellen- den Weg zür höchsten Vollkommenheit einengen. Er war Weltbürger im Geiste des großen Deutschen Goethe. Nun, da, dieser auf seinem Lebensweg, stets glückliche, von inneren und äußeren Erfolgen gesegnetes Große von uns gerissen wurde,' haben'wir Anlaß zu tiefer und schmerzlichster i Klage. Lachen links Ein falscher Sandner reist durch Deutschbühmen Im Fall« der SdP scheint das Satyrespiel das Ende der Tragödie nicht erst abzuwarten. Herr Henlein hat es bereits mit perfiden Blumensträußen und nun auch mit einem falschen Sandner zu tun. Diese letztere launige Geschichte erfährt man aus der—„Zeit". Anscheinend ohne Gefühl dafür, daß man über diesen Bericht wie über«in Wursteltheater lachen wird, erzählt sie: Di«ser Tage erschien in. einem meist von SdP-Mitgliedern besuchten Gasthaus in Hochpetsch ein Mann, der sich schnell mit den Gästen anfreundete, denen«r überaus freimütig erzählte, daß er der Abg. RudolfSandner wäre, sich auf einer . Inspektionsreise befände und von Konrad Henlein beauftragt worden sei, Informationen über die Situation in der SdP«inzuholen.' Bei dieser Gelegenheit versäume der Fremde nicht, die unsinnigsten und haltlosesten Verleumdungen über die SdP als'der Wahrheit entsprechend hinzustellen und dem hinzuzufügen, daß in vielen Städten innerhalb der SdP-Kreise offene Rebellion ausgebrochen wäre, und daß beispielsweise in Görkau nicht weniger als 609 Mitglieder der SdP den Rücken gelehrt hätten. Als aber der Ortsleiter und kurz nach diesem auch zwei BezirkSleitungSmitglieder der SdP, von Gästen verständigt, hjnzukamen und den Verdäch- ttgen examieren wollten, versuchte dieser, der plötzlich recht Neinlaut geworden war, sich zu drücken.- Man hielt ihn jedoch fest und übergab ihn der Gendarmerie. Beim Berhör gab er an, Rudolf Klemm zu heißen und au» Skyrl zu stam- ' men- AuSlveirpapiere habe, er keine bei sich. Allerdings wprde festgestellt, daß er sich kurz zuvor bei einem anderen Gastwirt in Hochpetsch al» Rudolf Klement aus Görkau aukgegeben habe. - Seine Aussage, daß er arbeitslos sei, wird dadurch erschüttert, daß man bei ihm einen größeren Geldbetrag fand. Offenbar handelt«S sich um > einen Lockspitzel, der sicherlich auch nach seiner Freilassung sein unsaubere» Handwerk fortsetzenwird. Die SdP-Ort»gruppen werden daher vor diesem- Schwindler nachdrücklichst g e w a r n t. Die Gendarmerie ist gegenwärttg damit beschäftigt, die wirfliche Identität des Gefaßten, festzustellen.' Daß die„Zeit" annimmt,, eS handle sich um einen»Lockspitzel", erhöht noch die- Hetz. Aber es wundert uns nicht, wenn der SdP jetzt der Humor vergeht.'Davon hat sie übrigens nie vitl besessen. Dasiegen scheint dieser Klemm oder Klement ein lustiger Knoche zu sein. Unbestrafte MillionendefraudatiOHen Defraudanten von Arbeitergeldern erhalten Staatslieferungen Im Bereiche der Revierbruderlade in Brüx schulden, wie wir dem„Prävo Lidu" entnehmen, die Bergbauunternehmer an Beiträgen der Bru- derlade bis Ende Mai 1936 1,055 492.70 XL, wovon auf Beiträge sür die Krankenversicherung 408.999.70 liä, für die Pensionsversicherung 652.498.— KC entfallen. Im Bereich des Revierbergamtes Komotau schulden die Unternehmer an Krankenkassenbeiträgen 46.190.85 flö, an Pensionsversicherungsbeiträgen 09.502.85 XL. Im'Bereich des Revierbergamtes Brüx wurden Ihrem Zwecke nicht zugeführt Krankenversicherungsbeiträge in der Höhe von 53.865.60 iiä, Pensionsbeiträge 65.088.50, wovon auf den einzigen Miladaschacht weit mehr als die Hälfte entfiel. Am meisten rückständig sind aber die Unternehmer mit den Beiträgen im Bereich des Revierbergamtes Teplitz-Schöna». Die Summen betragen bei der Krankenversicherung 333.943.25 XL, bei der Pensionsversichernng 487.816.05 KC. Nicht weniger als 27 Bergiverke sind dort mit ihren Beiträgen im Rückstand. Ein solches Vorgehen gleicht einer Defraudation, denn die Beiträge für die Kranken- und Pensionsversicherung werden den Bergarbeitern abgezogen, die Unternehmer stecken sie in ihre eigene Tasche und führen sie nicht ab. Die Bemühungen der Bruderladen, diese rückständigen Beiträge herelnzubc- kommen, Ivaren bisher vergebens. Das Vorgehen der Unternehmer ist umso empörender, als sich darunter auch Besitzer von Gruben befinden, die Staatsaufträge haben. Auf der einen Seite zahlt der Staat den Unternehmern für die Kohlenlie- ferungen, auf der anderen Seite aber führen die Ä.:rgbaubesiher weder jene Versicherungsbeiträge ab, die sie selbst zu zahlen haben, noch aber jene Summen, welche sie von den Bergarbeitern einheben. Diesem unmöglichen Zustand wird ein Ende gesetzt werden müssen. Auch das„Prager Abendblatt“.., Zu jenen tschechoslowakischen Zeitungen in deutscher Sprache, die recht sehr besorgt darum erscheinen, in ihren Berichten^ über hie blutigen Ereignisse in S p ä n i e n immer/ die für die Linksregierung ungünstigen Berichte vör- anzustellen, gehört leider auch das„Prager Abendblatt". Fast täglich seit dem Beginn der folgenschweren Auseinandersetzung, die der Regierung von den Rebellen aufgezwungen wurde, ergeht sich auch diese kleine Zeitung immer wieder in der Hervorhebung schlechter Situationen für die Regierung und des Fortschreitens der Aktion der Konterrevolutionäre. Wir greifen wahllos drei Numniern des„Prager Abendblatt" aus den letzten Tagen heraus und registrieren da folgende fette Ueberschriften aus den ersten Seiten: am 25. Juli:„Belagerersperre nWasser und Licht für Madrid"; am 28. Juli: „Lebensmittelnot in Madrid"; am 30. Juli:„G e n e r a l M o l a m e l d e t vollkommene Einkreisung Madrids". Diese drei Beispiele dürften genügen, um nachzuweisen, daß das„Prager Abendblatt", offiziöses Organ der Regierung und von ihr erhalten, nicht nur nicht demokratische Sympathien für die Regierung Spaniens und ihren antifaschistischen Kampf an den Tag legt, sondern nicht einmal um eine neutrale Haltung bemüht ist. Sollten die Herren vom„Prager Abendblatt" sich in der Gesellschaft der„Bohemia", der„Zeit" und der reichsdeutschen Presse wirklich wohlfühlen? Wenn ja, dann müßte ihnen doch einmal nachdrücklichst gesagt werden, daß ihre Haltung zumindest deplaciert istl Uebrigens fehlt eS hierzulande auch sonst nicht an publizistischen Kuriositäten aus Anlaß der spanischen Ereignisse. Der„N e u e n Weltbühne" und ihrem Herrn Hermann Bndzi- flawski beispielsiveise mangelt es gewiß nicht an linksdemokratischer Gesinnung; dagegen aber schon sehr stark am Geschmack. Denn sonst hätte der genannte Herr seinem letzten Leitartikel(in dem er übrigens unter anderem die schmähliche Haltung der BUrgerpresse anprangert) kaum den frivol-verschmockten Titel gegeben: Spanische Tänze. Ja, es gehört eben zur spanische» Hofetikette gewisser, selbst linker Journalisten, vor allem immer erst auf„Sensation" qus zu sein. Menschen anderer Geschmacksrichtung und Verantwortlichkeit kommt das zumindest spanisch vorl Prinz von Piemont nach Berlin R o m. Der Prinz von Piemont ist Mittwoch abends nach Berlin abgereist. An seiner Be. gleitung befindet-sich der Minister für Presse und Propaganda Bino Alfieri, der persönlich vom Reichsminister für Propaganda, Dr. Goebbels, eingeladen wurde. Die Reise des Prinzen wird im Zusammenhang mit den olympischen Spielen gebracht,«ü steht.aber fest, daß seine Reise nicht einen ausschließlich privaten Charakter trägt, Seife I Frettas, 31. Juli IM Ns. 177 Oiv Klnoko gibt Ihren Segenl Aufständisches spanisches Militär mit einem Priester. Dann wundert man sich, wenn das Voll der Kirche entsprechend anwortet und sie nicht eben freundlich behandelt I 25 neue Kampfflugzeuge<> für die Regierungstruppen Der Kommandant des Flugplatzes in Bar- relonn, Kapitän Bau», lud die Journalisten.stuf den Flugplatz und geigte ihnen dort 2b fabrikneue Kampfflugzeuge mit kompletter KrttgSauSrüssting, insbesondere uiit 108-Kg.-Bomben. Madrid. Der Kriegsminister verlautbarte im Nundfunk, das; er die Aushebung der Jahrgänge 11)84'bis 1985 nick t durchführen werde, da diese Ataßnahme vorläufig überflüssig sei. Paris. Wie„Populaire" meldet, werden am Freitag ans Frankreich nach Spanien zwei Gruppen von Aerzten von Delegierten der Liga für Menschenrechte und des französischen Roten Kreuzes mit ausgiebigem medizinischen Material, und zivar die eine über San Sebastian, die andere Uber Perpignan abgchen. Ein von einem Arzte begleitetes Auto, welches insbesondere eine große Menge von Antitetanus-Serum und konservierter Milch mit sich führt, hat Donnerstag früh die spanische Grenze überschritten. U-Boot„C 3" wohlbehalten, Einem Telegramm zufolge ist das spanische Unterseeboot„C 8", von dem gemeldet worden lvar, daß es von einem Wasserflugzeug der Aufständischen versenkt tvorden sei, Mittwoch abends in der Nähe von Gibraltar ausgetaucht. Es hielt ein Fischerboot an und versorgte sich von ihm mtt Lebensmitteln. Kreuzer„Köln" Interveniert Berlin. Das DNB. berichtet, daß am Mittwoch der spanische Kreuzer„A l m i r a n t e C e r v e r a" bei der Beschießung des kommuni- stischen Stadtteiles von Gijon in Nordspanien durch einige Fehlschüsse einen deutschen Staatsangehörigen getötet und mehre andere verletzt habe. Die Verletzten lvurden an Bord des deutschen Kreuzers„Köln" genommen, dessen Kom- inandant bei dem Kommandanten des— offenbar zu den Streitkräften der Aufständischen zählenden— spanischen Schiffes scharfen Protest einlegte. Letzterer habe' daraufhin dem deutschen Kommandanten sein Bedauern ausgesprochen. ' Bin wertloses vementl: Rom.(Tsch. P.-B.) Die italienischen Behörden verfolgen in sehr aufmerksamer Weise die Entwicklung der Ereignisse in Spanien. Die Regierung hat bisher absolute Neutralität(?) bewahrt. Es werden die gegenteiligen Meldungen, welche im Ausland verbreitet werden, daß nämlich amtliche Funktionäre ihre sehr ausdrucksvollen Sympathien für General Franeo, den Führer der Aufständischen'nicht'verhehlen, dementiert. Auch Portugal Im Bunde? Außenminister plötzlich nach London abgereist Paris. Der Londoner Berichterstatter des „E ch o de Paris" meldet die plötzliche Ankunft des portugiesischen Außenministers Monteiro in London. Man verhehle sich, so meint das Blatt, in portugiesischen Kreisen nicht, daß der Bürgerkrieg in Spanien eine Lage schaffe, die Portugal zwinge, sich auf den Widerstand g ege n die kommunistische Offensive vorzuberciten, die die Diktatur Salazar— Carmona endgültig unterdrückt hätte. Der portugiesische Außenminister wünsche der englischen Regierung klar zu machen, daß es auch im Interesse Portugals liege, in Spanien keine Rote Junta ans Ruder, kommen zu lassen. Er lvolle sich mit der englischen Regierung wahrscheinlich über die Mittel verständigen, Portugal, den ältesten Verbündeten Englands, zu verteidigen. Britischer Unterstaatssekretär zu Hitler London.(Reuter.) Der britische Unterstaatssekretär für Auswärtiges Bansittart, der sich zu den Oktzinpia-Spielen nach Berlin begibt, wird, wie in Londoner politischen Kreisen verlautet, voraussichtlich mit Reichskanzler Hitler zusammentreffen. Donnerstag abends traf auf Einladung des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels auch der italienische Propagandaminister Dino A l f i e r i zur Olympiade in Berlin ein. Englisch-russischer Flottenpakt London. Wie verlautet, wurde bei den englisch-sowjetrussischen Floltenbesprechungen über sämtliche Punkte eine Einigung erzielt. Als Folge dieser Einigung wird ein zweiseitiger Vertrag zwischen England und Sowjetrußland abgeschlossen werden, der mit den Grundsätzen des- vor einigen Monaten in London abgeschlossenen Flottenabkommen zwischen England, Frankreich und Amerika übereinstimmt. Olympiakämpfer müssen hltlertreu sein! Berlin.(Tsch. P.-B.) Der internationale Olympiaausschutz hat den amerikanischen Delegierten deS internationalen Ausschusses Ernesto Leejahencke ausgeschlossen und. an seiner Stelle Avery Brundage berufen. Leejaihrncke wurde deshalb ausgeschlossen, weil er gegen Hitler und gegen das uationalfozicklistische Regime in Deutschland schrieb,- Achtung vor schwindelhaften „Rechtsvertretern" I (rb.) Unlängst Hatten wir Gelegenheit, einer Verhandlung vor dem Zivilbezirksgericht beizuwohnen, zu welcher der Kläger sich als „Rechtsberater" einen Mann mitgebracht hatte, der sich als Ingenieur und Inhaber einer„Jn- formations- und Boratungskanzlei" ausgab. Die Klage war sachlich durchaus begründ^ und die beklagte Partei auch bereit, den Strstt durch einen annehmbaren Ausgleich aus der Welt zu schaffen. Der Richter befiirwortete denn auch, soweit er dies im Rahmen seiner richterlichen Aufgabe tun konnte, den Abschluß dieses Vergleiches, der aber an dem Widerstand des, famosen-„Rechtsberaters" scheiterte, durch den sich, die klagende Partei bestimmen ließ, den Prozeß) durchzuführen,. Das Ende, honn Lipde, war, daß; bic Silage, obwohl sachlich berechtigt,-aus einem formalen Grund abgewiesen wer- den mußte. Der Kläger hat die„Beratung" seines Helfers, der offenbar nicht einmal die primitivsten Grundsätze des Prozessualen Verfahrens beherrschte, teuer bezahlen müssen. Wie uns verschiedene Richter bestätigen, ist das Winkeladvokatentum solcher Art in letzter Zest in erschreckendem Zunehmen begriffen. Vor allem, werden die Arbeitsgerichte von solchen zweifelhaften„Rechtsbeiständen" heimgesucht, die auf den Korridoren des Gerichtes auf ihre Kunden lauern. Welche Ausmaße. dieses Unwesen angenommen hat, geht aus. einer Kund- machung hervor, die auf dem Korridor des Pra- ger' Arbeitsgerichtes ausgehängt ist, in welcher alle Parteien- die zwecks. Klageeinbringung oder Einholung von Informationen zu diesem-Gericht kommen- n a ch d r ü ck l i ch st g e w a r n't wer- den, Leuten, die sich ihnen zur Beratung oder Vertretung anbieten, ihr Vertrauen zu schenken, da solche Leute regelmäßig zu solcher Tätigkeit nicht die Befähigung haben und ihr einziges Ziel dieHerauslockungvon Geldbeträgen für die verheißene„RechtSberatung" ist, die dann meist für die /.Beratenen" üble Fol- gen nach sich zieht, wofern es nicht die-feinen Rechtsberater vorziehen, nach Empfang eines Vorschusses spurlos zu verschwinden. Wie. wir uns überzeugen konnten, treiben auch bei den Provinzgerichten solche Subjekte ihr Unwesen. Die beim Prager Arbeitsgericht. plakatierte Warnung verdient daher, an alle Arbeitnehmer, die vor den Arbeitsgerichten ihr Recht suchen müssen,, woitergegeben zu werden. Der klagende Arbeitnehmer soll, sofern er nicht- einen Rechtsanwalt hat, Schutz bei seiner Gewerkschaft suchen, keinesfalls aber Leuten vertrauen, die sich ihm auf den Gerichtskorridoren anbieten. Grotesker Streit um,Thomas Mann. Thomas Mann ist In den Mittelpunkt eines literarischen und politischen Streites, geraten, der der Groteske- nicht entbehrt. Der-Angriff ist ausgerechnet aus dem^Laster der rumänischen Hakenkreuzler,,,, der Cuzisten, erfolgt. In deren Organ„Porunea Bremii" richtet ein gewisser, weithin, unbekannter Sfetcu Petru Angriffe auf Thomas Mann und beschuldigt ihn des Plagiatesl Er behauptet nicht mehr und- nicht weniger, als daß Thomas Manns Romantrilogie„Josef und seine Brüder", das Plagiat eines unter dem Titel„Visul Faraoni,tor< („Der-Träum." der Pharaonen") erschienenen Romane eines" rumänischen Schriftstellers namens. Pacürariu dar stelle. Thomas Mann wurde vyn dieser lächerlichen Anschuldigung in Kenntnis gesetzt und hat nun an den Bukarester„Adeverul" ein Schreiben gerichtet, in dem er diesem Spuk eilt Ende bereitet. In dem rumänischen faschistischen Organ war im einzelnen noch behauptet worden, Paeurariu habe einen Redakteur des„Budapesti Hirlap", namens Lippai Desiderius, seinerzeit beauftragt, das Buch ins Deutsche zu übersetzen. Dieser„Jidan", wie es in dem Hakenkreuzblatt heißt, habe das„Meisterwerk,, jedoch dem ,,Jidan" Thomas Mann verkauft, der es umarbeitete. Dies sei das System des„Jidan" und„Banditen" Thomas Mann, der„in den Urwald gehöre" und mit seiinim.Herausgeber zusammen vor Gericht zitiert werden müsse.' Der Artikel hatte dann noch die Konfiskation des Besitzes dieses„Jidan" gefordert. Thomas Mann erwiderte darauf, daß er geneigt sei, die ganze Angelegenheit als Groteske zu betrachten, da dies die einzige angemessene Stellungnahme sei. Es handele sich um dreiste Lügen. Niemals habe er einen Roman unter dem Titel„Der Traum der Pharaonen" gelesen. Zudem seien die ägyptischen Episoden seines Romanzyklus„Josef und seine Brüder"—• überhaupt noch nicht erschienen. Seine jüdische ,Abstammung sei eine Legende. Dies sage er nicht, weib-emsich schämen"ivUrde,"-Jude zli'fcin, fönl" dern nur aus Liebe zur Wahrheit, die Herr Petru in einer Weise, mißhandele, die der rumänischen Presse keine Ehre mache. Die Serie der Unwetter. Istanbul und viele Orte in Kleinasien wurden von verheerenden Gewittern, welche von Wolkenbrüchen und Hagelschlägen begleitet waren, heimgesucht. In Jstan- bul wurden zehn Personen vom Blitz erschlagen h(nd weitere zehn schwer verletzt aufgefunden. Durch den Wolkenbruch wurden in den verschiedenen Stadtvierteln gegen 190 Häuser vernicht- tet. Einige Personen sind ertrunken.- Die.genaue Zahl der Opfer steht noch nicht fest. Infolge der niedergegangenen Wassermasse» konnten hie elektrischen Straßenbahnen in Istanbul nicht verkehren. Auch- der Schiffsverkehr mit den Inseln im Marmarameer war unterbrochen. Der Schnellzug äüs Ankara ist mit einer fünfzehnstündigen Verspätung eingetroffen.- lieber An-, kara ging ein verheerender Hagelschlag nieder, der große Schäden anrichtete. Auf dem Michigan-See kenterte ein.Frachtdampfer. Sieben Mann der Besatzung konnten gerettet werden, die übrigen 15 Mann ertranken. Notlandung auf den Geleisen. Donnerstag vormittags mußte wegen Störungen bei der Benzinpumpe ein Militärflugzeug des Flieger-Detachements in Borek auf der Bahnstrecke, bei Holoubkov-Zbirch eine Notlandung vornehmen. Die Besatzung" des Flugzeuges, der ZugSfUhrer Jaroslav Hudekek und der Zugsführer Ladislav Litera sind unverletzt. Die kurze BerkehrSunterbrechung auf der Strecke wurde Nach. Beseitigung des Flugzeuges sofort wieder behoben.' Eine Wahnsinnige zündet sich an. Die Witwe nach dem Portier M. Pöll in LaNdeck hat,sn einem Wahnsinnsansall ihr" Bett mit Petroleum begossen, sich sodann zu Bett begeben, und es in Brand gesteckt. Bevor die Nachbarn das Feuer löschen konnten, erlitt die Frau.so starke Verbrennungen, daß sie ihnen gleich darauf, erlag. Hungerstreik. Im Gefängnis in Egina ist. der kommunistische Abgeordnete Dkanoleas, der sich, wegen politischer Vergehen- im Gefängnis. befindet,"seit 14 Tagen in'den Hungerstreik getreten. Der kommunistische Abgeordnete Sklgvainas" forderte'ManoleaS in einigen.Briefen auf) seinen'Hängerstreik-fortzusetzen. Der Zustand ManoleaS hat sich derart verschlechtert, daß Befürchtungen- um-sein Leben bestehen.- Die politischen" Führer"SofiliS, KäfaNderis und Papgstastasiu sind, deshalb-beim"Ministerpräsidenten Generäl Metaxas"zugunsten-Mano^aS-vorstellig, geworden.- Der Ministerpräsident- hatim Einvernehmen mit dem Justizminister veranlaßt, daß Mäno- leaS in Freiheit" gesetzt- wurde,"namentlich als" der Gefängnisarzt" erklärte, daß. ManoleaS nurmehr noch ejnige Tage zu leben hähe.-- Vier lote beim Internationalen Sternflug Darunter zwei TsdhechosIowaWen Im Rahmest des Internationalen Stern« fluges stürzte am Donnerstag kurz nach 8 Uhr früh daS tschechoslowakische Flugzeug Okleg ist der Nähe von" Herzberg-Int Harz ab, wobei die Besatzung, der Pilot Ladislaus Nimekek und der Beobachter Josef Windsor umS Lebest kamen. Das Flugzeug war Eigentum des ha« nakischen Aeroklubs in Olmütz. Auch im Rahmen des deutschen Sternflu« geS ereigneten sich zwei schwere Unfälle., Ein Flugzeug der, Fliegerschule Braunschweig verunglückte am Dienstag abends bei der Landung, auf dem Flugplatz Altona; hiebei wurde der Beobachter getütet und dell Flugzeugführer" verletzt. Am Mitttvoch nachmittags ging im Harz bei,Nordhausen-ein Flugzeug des Luftsportver« bändes bei einer Notlandung infolge Motorscha- denS zu Bruch,, wobei der Beobachter ums Leben kam und der Führer verletzt wurde. Fesselballon vom Blitz getroffen. In der Nähe von Gdingen schlug ein Blitz in einem mit ztvei polnischen Offizieren besetzten Fesselballon und setzte ihn in Brand. Der eine der Offiziere konnte sich mit einem Fallschirm retten, der zweite stürzte tödlich ab, tveil sein Fallschirm mit der abstürzenden Gondel zusammenstieß. Der Blitz, der den Ballon in Brand gesetzt hatte, fuhr an dem Ankerseil entlang"zur Erde und verletzte dort noch elf Mann von der Haltemannschaft. Hoher Bnhnbeamter vom Zuge erfaßt. Donnerstag nachinittags wurde in T ä u S der Vorstand der dortigen Bahnerhaltungssektion Oberrat Jng. Gleich von einer Verschubgarni« tut erfaßt, wobei ihm beide Füße überfahren wurden. Der Verletzte wurde in das Krankenhaus cingeliefert. Da sich seine Verletzungen als sehr ernst erwiesen, wurden Vorbereitüngen für eine Bluttransfusion getroffen. Im Kulissenhaus der Berliner Staatstheater, im Zentrum der Stadt nahe dem Bahnhof FriedrichSstraße, brach Donnerstag nachmittags ein Brand aus, der schnell um sich griff. Die Löscharbeiten, die sofort eingeleitet wurden; sind zur Zeit noch im Gange. Morkovice neuerlich helmgesucht. DaS Korbflechterstädtchen Morkoviee, das kürzlich von einem katastrophalen Brande heimgesucht wurde, der elf Häuschen armer Arbeiter zerstörte, wurde von einem neuen Brandunglück bettoffen. Das Feuer entstand um 5 Uhr unter verdächtigen Umständen auf dem. Dachboden des Josef Kulis und griff- noch vor dem Eintreffen-der Feuerwehren aüf fünf benachbarte Häuser, über. Die Feuerwehren konnten nach längeren Bemühungen eine weitere Ausbreitung deS Brandes verhindern. Der Brandschaden ist nur ttilweise durch Versicherung gedeckt. König Eduard'VW von England-wird in nächster Zeit ast Bord der Jacht„Nahlin" eine Mittelmeerfahrt unternehmen. Der König wird London in der nächsten Woche verlassen und die Jacht an irgendeinem Orte der Küste des MittelmeereS betreten. Die Jacht wird entlang der dalmatinischen Küste und in den östlichen Gebieten des mitteNän« dischen Meeres kreuzen. Der König wird mit-seiner Begleitung die Reise nach Dalmatien auf dem Festland unternehmen und zum Teil daS Flugzeug benützen. In Dalmatien wird er die Jacht besteigen, welche aus Southampton die Reise nach Dalmatien antreten wird. Rian erwartet, daß der König während seiner Fahrt einige Orte an der Küste besuchen wird. Voraussichtlich wird der König in Dubrownst an Bord gehen. Wie üblich, wird die Jacht während ihrer Fahrt von zwei britischen Torpedobootzerstörern begleitet- sein. Di» Witterung VtitteleuropaS. wird vorläufig noch von zerfallenden Störungen, die sich äst"einer bedeutenden Demperaturgrenze"zwischen kühlest ozeanischen Luftmassen und sehr warmen Luftströmungen im Südosten Europas- ausgebildet"Hattest, beeinflußt. Da^sich vom Westen her gegen da» Festland ein Hochdruckgebiet verschiebt, kann auch, im Westen der Republik»ine- wenigsten» vorübergehende Wetterbesserung erwartet tverden." Bei erhöhter Sonnensttahlung dürfte-die Temperatur in Böhmen auf die. sommerliche Höhe anfteigen. Wahrscheinliche» Wetter heute: In den Tagesstunden noch ziemlich J6etöiärft, nur vereinzelte Gewitter odtr Schauer, besonder» im Osten der Republik, im ganzen jedoch fortschreitende Wetterbesserung und Ettvärmung, Wetteraussich« ten für SamStag: Wechselnd bewölkt, biziemlich heiter, meist trocken und Erwärmung. . Vom Rundfunk SamStag Prag, Sender S.:’ 10.05: Deutsche Presse. 12.10: Operngesänge auf Schallplatten. 12.85; MufjikS Salonorchester. 16.05 Konzert aus Karlsbad» ^17.05; Schweizer Musst der-Jetztzeit. 17.55: Deutsche Sendimg: Prof. Dr. Zilcher: Goeihe und. der olvm« pische Gedanke. 18.05Der Feind, von Oskar Baua^ 18.20: Prof. Wetter: Tschechoslowakische und Schweiz zer, Kulturbeziehungen,. 22.15: Rumänische Musik- — Sender S.r 7.80: Unterhaltungskonzert. 14.80,:"' Donkosaken. 15.15: Deutsche Sendung": Musikalische, Zeitgeschichte, Schallplatten.— Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Ftitsch: Der Gedanke der Frei« heitrgelste» in der Literatur. 21,15:■ Im,Reich der" Clowns.— Mähr, Ostrau, 18.00: Walzerkonzert/. 18.80 r Schallplattenkonzert,. Nr. 177 Freitag, 31. Juli 1936 Seite 5 ^Hinrichtung In Iglau Jglau. Am Hofe des KreiSgerichteS in Iglau wurde Donnerstag die Hinrichtung an dem L4jährigen Fleischergehilfen Heinrich Musil aüS PUklice bei Jglau vollzogen, der wegen des am 7. Jänner 1984 an dem 78iährigen Aus» gcdinger Adalbert Urbänek bei Zirovnice, verübten Raubmordes und wegen einer Reihe anderer Verbrechen(meist Raubüberfälle mit gefährlichen Drohungen) zum Tode verurteilt worden war. Die letzte"Hinrichtung wurde in Jglau am 9. April 1888 vollzogen. Musil wurde im März 1985 verurteilt. Es fragt sich doch, ob eS nötig ist, Verurteilte über ein Jahr in der peinvollen Schwebe zwischen Tod undGnadezu lassen, um sie am Ende doch zu hängen. Prager Autobus in Tirol verunglückt. Mittwoch abends fuhr ein mit 99 Personen besetzter Autobus einer Filmgesellschaft aus Prag bei einer Bahnübersetzung bei Hall in Tirol über den Straßenrand, hinaus und stieß an«inen Signalmast. Dahei wurde der Autobus schwer beschädigt. Von den Insassen wurde nur eine Dame, namens Lydia Ondrovä, leicht verletzt'. Heldentat einer Telephonistin. In Amerika wird alljährlich ein Preis für Telephonistinnen in Höhe von 50.990 Dollar verteilt, der derjenigen zufällt, die im Laufe des Jahres sich in besonderer Weise in ihrem Amte verdient gemacht hat. Dieses Jahr ist der Preis Miß Rook zuge» sprochen worden. Er wird jedoch den Eltern deS jungen Mädchens ausgezahlt' werden, denn sie selbst ist tot. Und sie erhält die Belohnung gerade für ihren heldenmütigen Tod. Einer der Tornados ergriff auch die Station, auf der Miß Rook ihren Dienst tat. Miß Rook blieb an der Leitung, benachrichtigte die Behörden, die Feuerwehr, und die Hospitäler und wich auch nicht von ihrem Platz, als der Sturm bereits das Dach des Telephonamtes niederritz. Eine furchtbare Sturzwelle ging auf das Gebäude nieder und verschlang alles. Die Leiche von Miß Rook ist nie gefunden worden. Neue Sorgen des„Stürmer*. Dem„Stürmer* läßt es offenbar keine Ruhe, daß er sich bis zur Beendigung der Olympiade Reserve auferlegen muß. Außerdem muß er ja auch in der Zwischenzeit seinen Lesern etwa? bieten, die wohl auch ungeduldig sind, daß sie sich jetzt aus propagandistischen Gründen ruhig zu verhalten haben. In der neuesten Nummer beschwert er sich nun „über die jüdische Frechheit, deutsche Vornamen zu tragen*, und fordert hierfür ein Verbot. ES handle sich hier um den Raub eines wertvollen ideellen Volksgutes und eine bewußte Verhöhnung des deutschen Volkes. Es sei, eine Beleidigung der deutschen-Traditiou«n,.wenn sich„ein degenerierter säbelbeiniger Talmudjude-»Siegfried* nenne oder als Namensvetter Hermann des Che- ruSkers bezeichne oder wenn»eine watschelnde, fette Trödeljüdin* den Namen Dorothea trage. SeDst der Name deS Führers werde von den Juden entweiht! Aber daß der Streicher„Julius* heißt, soll Cäser und die Römer nicht kränken?! Ob da nicht Mussolini eingreifen wird! Die Eroberung von Gibraltar. Im Zusammenhang mit dem spanischen Bürgerkrieg ist Gibraltar wieder einmal in aller Munde. Am 24. Juli jährte sich der Tag der Eroberung deS Felsens durch die Engländer zum 282. Male. Denn an diesem Tage gelang es den vereinigten englischen und holländischen Streitkräften im Jcchre 1704, Gibraltar zu erobern. Der spanische Erbfolgekrieg wurde von den Engländern im Namen des Erzherzogs Karl vqn Oesterreich geführt, aber das hinderte den englischen Admiral John Rock nicht, die englische Fahne zu hissen und die , Festung zum Bestandteil des Empire der Königin Anna zu erklären. Die Spanier haben mehrmals versucht, Gibraltar zurückzuerobern. 1779 war die Festung nahe daran, sich zu ergeben, aber die englische Flotte konnte die Belagerten im letzten Augenblick entsetzen.' Bier Jahre später, 1788, kam es zu einer neuen Belagerung von Gibraltar, und diesmal dauerte der,Kampf um die für England lebenswichtige strategische Position volle drer Jahre. Erst im Frieden von 1788 wurde die englische Oberhoheit über Gibraltar endgültig von Spanien anerkannt. Ei» Unterseeboot bombardiert Sainte Maxime. Die Einwohner von Sainte Maxime an der Riviera stehen noch vollkommen unter dem Eindruck der kürzlich gemeldeten Ereignisses, dessen näher« Umstände zur Zeit vom'Marineministerium untersucht werden. ES ist der unwahrscheinliche Fall eingetreten, daß der französische Kurort von einem französischen Unterseeboot bombardiert worden ist— zum Glück mit Uebungrgeschossen, die keine Explosivladung, sondern nur Sand enthielten. Die auf der Reede von Sainte Maxime verankert«. Nacht„Hippocampc" fing aus bisher sticht sicher belannten Gründen plötzlich Feuer. Dar. Schiff brannte lichterloh und gefährdete hie benachbarten Fahrzeuge. Mit-vieler Mühe wurde es endlich von den herbeieilenden Matrosen des Unter- seebote»„Manie" freigemacht und etwa 400 Meter Wett abgeschleppt. Um der Gefahr eine» Uebergrei- fen» der Feuers vorzubeugen, gab der Kommandant der Unterseeboote» den Befehl, die sowieso verlorene Nacht in Grund und Boden.zu schießen. Zwanzig Schuß würden abgefeuert, und di«„Hippocampe" faßt auch. Aber, drei der Schüsse-gingen fehl. Sie schlugen in Sainte Maxime ein, eins in den, Gärten der Hotel» MimosäS, ein» in den Schulhof und.ein» - in dar Hau» ein«» Handwerkers, der gerade Mit den Seinen beim Abendbrot saß. Sie richteten, da keine Explosion erfolgte; nur Sachschaden an, aber den Schrecken der Bevölkerung, kann man sich vorstellem Krieg um eile Luft In dem geheimnisvollen und zähen Ringen, das seit längerem mit. Großbritannien um den Lusttransportweg nach Neuseeland geführt wird, haben sich die Vereinigten Staaten eines entscheidenden Vorteils versichert: über den Jnselri Baker, Jarvis und Howland weht seit, einigen Tagen daS Sternenbanner; amerikanische Kriegsmarine hat eS in aller Heimlichkeit dort ausgepflanzt. Diesen unbewohnten Atollen mitten, im Stillen Ozean, ohne'Quellen, berghoch bedeckt mit dem Guano von Millionen Generationen von Wasservögeln, kommt jetzt große Bedeutung zu: sie sollen zu Luststationen für den amerikanischen Neuseeland-Dienst gemacht werden. Unter den vielen hundert Koralleninfeln, die herrenlos in der Weite der Polynesischen See liegen, hat sich Amerika die drei„größten" ausgesucht: keine ist mehr al» vier Kilometer lang. Aber das genügt, um eine Flugstation, ein paar BerwaltungShäuser und ein Hotel hinzubaueni Die Buchten der Inseln sind tief genug, Barkassen auszunehmen; sonst kann man sich gewöhnlich den spitzen Riffen der Südseeatolle nicht einmal mit Kanoes nähern. Eine ähnliche Gelegenheit gibt eS im ganzen großen Pazifik nicht mehr— die USA können mit ihrer Neuerwerbung sehr zufrieden sein! Von Honolulu ,(daS 2400 Luftmeilen von San Francisco trennen) ist die.Howland-Gruppe nicht mehr als 2200 Meilen entfernt; von dort nach den amerikanischen Atollen im Samoa- Archipel sind es knapp 1500; und die letzten 2800 Meilen nach dem neuseeländischen Lusthafen Auckland in einem schnittigen Nonstopslug zurückzulegen, fällt den Martin-Maschinen der Pan American Airways nicht schwer. Konkurrenzlose Flugzeugtypen, die nach den jahrelangen Erfahrungen des USA-Philippinen-China-Dienstes konstruiert sind; die 8000 Meilen lange nordpazifistische Route von Frisco nach Manila wird (bei vier Zwischenstationenl) in vier Tagen überwunden. Aber diese Konkurrenzlosigkeit der amerikanischen Flugboote ist es, die Großbritannien zu dem Versuch veranlaßt hat, mit allen Mitteln das Zustandekommen eines regelmäßigen amerikanischen Lustdienstes nach Neuseeland zu verhindern. Die englischen Boote brauchen sechs bis sieben Tage, die Amerikaner werden eS in fünfen schaffen—„time iS money", und die englischen Dominions im Pazifik werden den Fixeren vorzichen, auch wenn er ein Amerikaner ist. 2a,«die Neuseeländer dringen geradezu darauf, eine Linie der Pan-American Airways zu bekommen, denn sie bringt nicht nur dollarschwer«. Touristen, sondern billige.Produktionsgüter zu billigen Frachtem Pan-American- Airways arbeiten mit staatlichen Subventionen; sie können eS sich leisten, auch in ihren Tarifen konkurrenzlos billig zu sein; der Zuschuß- für die :u>rdpazifistische Route beträgt in den Jahren 1985 bis 1986 allein 2.85 Millwnen-Dollars! Im Sommer letzten Jahres war ein gewisser Mr. Herald Gatty aus New Nork nach der neuseeländischen Hauptstadt Wellington gekommen. wo man ihn außerordentlich freundlich empfangen hat. Er kam als«technischer Berater"-der Pan American Airways, aber was ihn in dem briti- schen Dominion so populär machte, war nicht nur der Umstand, daß Mr. Gatty der Mitpilot des verstorbenen Wiley Post gewesen ist, mit dem er seinen ersten-Weltflug und andere große Flüge gemacht hat, sondern— Mr. Gatty ist gebürtiger Australier. Daß er im technischen Stab deS Amerikanischen Luftarmee-Korps einen hohen Rang begleitet, konnte seine früheren Nachbarn nur mit Stolz erfüllen; kurzum: die psychologischen Voraussetzungen waren dafür gegeben, daß Mr. Gat- tyS Mission von Erfolg gekrönt war— und für die wirtschaftlichen Voraussetzungen sorgte schon das günsttge Angebot, da» er.im Namen deS amerikanischen Handels-Departements auf, den Tisch legen konnte. Neuseeland vereinbarte einen zehnjährigen Vertrag mit Pan-American-AirwayS zur vollsten. Zufriedenheit beider Partner, unh die Australier beeilten sich,«old. fellow Gatty" zu bitten, er möge seine Flugzeuge auch zu ihnen schicken. Bevor der Vertrag jedoch Gesetzeskraft erlangen komite, bekam Großbritannien Wind von der Sache m:d protestierte. Sanft im Ton, denn die Zeiten sind vorüber, wo das Mutterland den Dominions die Faust zeigen durfte: aber London bestand auf Beratungen zu Drift, was plastisch die Vertagung der ganzen Angelegenheit bedeutete. In der so erzwungenen Pause taten die Engländer alles, um sich das Fluggeschäst zu sichern. Die Amerikaner befanden sich nun hoffnungslos im Hintertreffen: die Strecke zwischen Honolulu und Samoa kann beim heutigen Stand der Flugtechnik ohne Zwischenlandung nicht überwunden werden; die Engländer dagegen konnten von Südamerika aus über die Fanning-Jnscl via Sa- mosa-Fidschi bequem nach Auckland fliegen. Zwar stellte Großbritannien den Amerikanern seinen Flughafen auf Fanning zur Mitbenützung bereit, aber das bedeutete keine Gefahr für die englischen Fluglinien, denn vom Territorium der USA aus kann diese Insel ebenfalls nicht direkt erreicht werden. Die Amerikaner mußten vielmehr Honolulu anfliegen, was einen Umweg bedeutet, der zwei kostbare Flugtage verschlang— und die „langsamen britischen Kästen" kamen immer noch früher in Neuseeland an als die Flugmaschinen der Aankees. Das Problem für den amerikanischen Flugdienst war also: ein« Station zwischen Honolulu und Amerikanisch-Samoa zu finden und, wie man jetzt liest, ist dieseSProblem ausgezeichnet gelöst worden. Amerikanische Kriegsschiffe bahnen dem stiedlichen Handel den Weg: di«'Howland-Gruppe ist besetzt;-der Luftweg nach den englischen Dominions im Pazifik ist gesichert— und damit auch das Geschäft. Großbritannien wird an der neuen Sachlage praktisch nichts ändern können, aber vielleicht werden eines Tages, wer weiß wann und gegen wen, die Schiffe der amerikanischen Kriegsmarine die jetzt so'fpielend errungenen Bastionen mit ihren Geschützen verteidigen müssen.! M. H. DolfeoHrtecftaft und Somlp-olttifc Löhne und Lebenshaltung Die Arbeiterlöhne, berechnet auf- Grund der Einreihung ist die einzelnen Lohnklaffen der bei der Krankenversicherung der Zentralsozialversicherungsanstalt Versicherten, die vom Lahre 1929 bzw.1980 bis zum Jahre 1985 beständig" sanken, erhalten sich seit Jänner d. I. auf der"gleichen Höhe und weisen eine mäßige Festigung aus. Im Juni betrug der durchschnittliche versicherte Taglohn eines Arbeiters 18.10 Kd gegenüber 15.87 KC in der gleichen Zeit des Vorjahre». Der Index der Lebenshaltungskosten der Arbester in Prag bleibt im Juni verhältnismäßig unverändert(er festigt sich nur von 709 auf 710) mtf iem Stande, den er in den vorjährigen Som- mermonaten nach der Verteuerung von Fleisch «reicht hat und der vorher infolge der Massenverkäufe von Vieh wegen Futtermangels abnormal niedrig war. Produktionssteigerung und Arbeitslosigkeit Ein bemerkenswertes Auseinanderklaffen in der Entwicklung.der ProduktionSsteigerung und der Arbeitslosigkeit ist in der graphischen Industrie.zu beobachten. Der Produk» tionsindex zeigt ein« Erhöhung, die besonders in den letzten Monaten recht beträchtlich ist, Er betrug(1929 ist gtetch 100) 1988.M/.' 90,3 1984. 95.4 1985 118.4 April 1986"•?*-»< 114.4". Das heißt, daß die Produktion in der graphischen Industrie im April d. I. um 14 Prozent höher liegt als im Durchschnitt deS Konjunkturjahres 1929. Betrachten wir nun, wie sich die Arbeitslosigkeit entwickelt hat. 2m Jahre 1929 gab eS 900 Arbeitslose. In den folgenden Jähren, der Krise hat sich diese Zahl rasch auf über 6000 erhöht. Diesen Stand halt, sie trotz, der Produktionszunahme. 8m April 1986, also in dem Monat, in dem der, PvodukttonSindex. 114.1 betrug,.wurden 6469 Arbeitslose in" der. graphischen Industrie gezählt. Der i für.die graphische Industrie außerordentlich hohe Arbeitslosenstand ist unziveifelhaft aus di« Aüfstellung neuer Ma- Franz Liszts 50. Todestag Heute jährt sich zum 50. Male der Todestag deS großen Tondichters und Virtuosen Franz Liszt. Er war am 20. Oktober 1811 in Raiding(Burgenland) geboren. Von seinen drei Kindern ist Cosima, die Gattin H. v. Bülows und später vor allem Richard WagnerS, zu einer für das deutsche Musikleben größten Bedeutung emporgestiegen. Dieses Bild zeigt den Teil einer Statue des Komponisten Franz Liszt, die von dem Bildhauer Josef Limburg geschaffen wurde. schinen und auf die Durchführung von Rationa- lisierungsmaßnahmen in den Krisenjahren zurückzuführen. Diese Entwicklung zeigt die Dringlichkeit der Arbeitszeitverkürzung. Gerade im graphischen Ge» werbe steht es außer Frage, daß die 49-Stunden- ArbeitSwoche durchführbar ist und daß durch sie daS Arbeitslosenheer bedeutend verniindert würde. Der Handelsvertrag mit Oesterreich tritt am 1. August in Kraft. Der Vertrag enthält verschiedene Zollcrmäßigungen"für beide Seiten. Begünstigt wird die österreichische Elek- troindusttie, die Edelstahlerzeugung und die Lederindustrie, während man sich tschechoflowa- kischerseits eine Hebung des TextilexportS verspricht. Die kroatische Frage. Innerhalb der.Vereinigten Opposition in Jugoslawien sind zur Zeit starke Meinungsverschiedenheiten aufgetaucht. Die Kroaten fordern die Rückkehr zur Situation des Jahres 1918, also die Rekonstruktion der kroatischen(und slowenischen) Souveränität sowie die Ausschreibung von freien Wahlen in die neue Konstituante. Dadurch soll den nichtserbischen Völkern das Recht gewährt werden, sich al» gleichberechtigte Nationen mit der serbischen zu verständigen. Die serbischen Parteien der Vereinigten Opposition(Demokraten,. Radikale, Bauernbündler) wollen, den Uebergang im Rahmen der jetzigen Verfassung. Dadurch sind die Verhandlungen bis jetzt nicht wcitergekommen. Zu den jugoslawischen Gemeindewahlen. (AP.) Die jugoslawischen Gemeindewahlen finden im September, Oktober und November, d. h. in Etappen, statt. Im September kommen zunächst das Morawische Banat(Nisch) und das Wardar» Banat(Banjaluka) an die Reihe. Die Wahlen sind von besonderer Bedeutung, sollen sie doch nicht nur zeigen, welche Stärke die Regierungspartei der Jugoslawischen Radikalen Union(Teile der Radikalen und der Demokraten, ferner b! e mohammedanische Organisation und die floweni« sche Koroöec-Partei) besitzt, sondern auch, tib.!r welche Kräfte die Opposition Macek-Davidoviä- Johanoviä-Wilder verfügt. Macek ist sich feines- Sieges im Savebanat sicher, aber er will abwarten, welche Gruppe die Mehrheit in den ander-n Banaten haben wird. Es heißt, daß der Führer- der kroatischen Bauernpartei seine Mitarbeit mit den Demokraten unir Bauernbündler» davon abhängig machen will, ob sie bei den Gemeindewahlen, insbesondere in den serbischen Gebieten, die Mehrhtit erlangen, und man hält es nicht für ausgeschlossen, daß er mit der stärksten Gruppe zusammengehen wird. Demnach wäre auch ein Zusammenwirken zwischen Macek und Stojadinoviä nach den Gemeindewahlen nicht ausgeschlossen. Der Aufruf der ins faschistische Fahrwasser gelangten Jugoslawischen Nationalen Partei,| die General Zivkoviä zu ihrem Präsidenten wählte, blieb im Lande ohne Widerhall.--, Gegen Cankow. Zahlreiche bulgarische-aktive Minister haben in den letzten Tagen öffentlich, zu den aktuellen Problemen der. Innenpolitik Stelluiig genommen-und. betonen,.daß die.Regierung entschlossen ist, ihr durch die letzte Regierungserklärung gestecktes Programm zu«Men. Das Innenministerium teilt mit, daß in der staatlichen Admimftca- tive keine Aenderungen, wie sie.namentlich Tankow forderte, b ö r g e n o m m« n werden. Nach der Abstimmung wichtiger WirtschastSgesetze wird sich der Ministetrat in der nächsten Woche mit der neuen Wahlordnung,, die a» erster Stelle der öffentlichen Interesse» sicht, befassen. Seite 6 .Sozialdemokrat" Freitag, 81. Juli 1886. Nr. 177 Iraqer muß. Nun entwickelt sich In kurzer Zeit die erstaunliche WachStumSkraft der Pflanze. Im Juli beginnt Die Königin vom Amazonas Die Victoria regia blüht * Im Warmbaus der Botanischen Gartens an der Slupi) bat die Victoria regia zu blüben begonnen. ES ist eine Nymphäe, die exotische Verwandte unserer Seerose. In ihrer tropischen Heimat, auf den südamerikanischen Ilrwaldflüffen gedeiht sie in gigan- Eln Schwimmblatt der Victoria regia vermag ein fünfjähriges Kind zu tragen. (Aufnahme aus dem Botanischen Garten der Prager KarlB-UnlversltUt.) tischen Ausmaßen. Aber auch in den Warmhäusern der europäischen Botanischen Gärten, wo sie alljährlich aus Samen gezogen werden must, entwickelt sie binnen wenigen Wochen ein erstaunliches Wachstum. Die riesigen Schwimmblätter, deren'Rand schüsselartig aufgcbogen ist, erreichen die Gröhe einer mittleren runden Tischplatte. Die Blattrippen bilden au* der Unterseite des Blattes ein festes, erhabene? Gitter, das der an sich dünnen Blattfläche die große Tragfähigkeit verleiht. Sowohl die Nippen als auch die Blattfläche sind blasig aufgetricben durch Luftzellen, die das Blatt selbst bei starker Belastung schwimmend erhalten; unser Bild zeigt, daß sogar eia fünfjähriges Kind auf einem solchen Blatt zu sitzen vermag, ohne daß das Blatt untersinkt. Auf Bildern von den Urwaldflüffen Südamerikas sieht man große Stelzvögel von Blatt zu Blatt wie über Brücken schreiten und ihre Nahrung aus dem Wasser fischen. Im Botanischen Garten wird der Samen im Feber'im Warmhaus in die Erde gebracht. Die Erfahrung hat gelehrt, daß schon ein bis zwei Jahre alte Samen, die in kaltem Wasser aufbewahrt und tzgdurch solange am Keimen verhindert wurden, leichter keimen als frische.vorjährige Samen. Nach vier bis sechs Wochen erscheint der Keim. Im April wird die junge Pflanze ins Basiin gebracht, dessen Wasser eine ständige Temperatur von 82 Grad Celsius haben die Victoria regia zu blühen und oft bis in den September hinein erscheinen nahezu regelmätzg allwöchentlich zwei Blüten.und gleichzeitig mit jeder Blüte auch ein neues Blatt. Die schöne Blüte, die bis zu 40 Zentimeter Durchmeffer erreicht, ähnelt unserer Seerose, erinnert aber auch an den Strahlenstern einer Kakteenblüte. Nur vierundzwanzig Stunden währt ihre Schönheit. Am ersten Tag erschließt sie sich strahlend weiß gegen Sonnenuntergang, am zweiten Tag färbt sie sich zartrosa und schon am Nachmittag deS zweite» Tages sinkt sie verblühend unter Waster, In dem nun die kopfgroße, der Stachelfruchi der Kastanie ähnelnde Frucht reift. Wird sie nich» abgenommen, so springt sie bei erreichter Reife auf und die Samenkörner sinken auf den Grund, wo sie in den Heimatflüssen noch im selben Jahre schon wieder keimen. Dort werden die Samen als„Wassermais" auch geerntet und ein Mehl aus ihnen bereitet. Wer Glück hat, kann In den nächsten Wochen die.Königin vom Amazonas" erblühen sehen. Als im Jahre 1882 in den Treibhäusern des Fürsten Thun im Schloßgarten zu Tetschen die Victoria regia zum erstcnmale auf dem europäischen Festlande erblühte, kamen die Gäste von weither, um dar tropische Blumenwunder zu sehen. Wir haben eS bequemer; eine Tafel am Tore der Botanischen Gartens verkündet das Ereignis: die Victoria regia blüht. Iümst und Wtem Prater 1936 Dieses Motto, unter dem jetzt die Wiener „Literatur am Naschmarkt"-Kü»stler ihr Programm in der Kleinen Bühne erneuerten, erweist sich, insbesondere was de» zweiten Teil dieses Abends anlangt, als schlagend. Er gelingt ihnen nämlich in ganz origineller Weise, eine Art Shnthese zwischen unvergänglichem Wurstelprater-Zauber und dem furchtbaren Zerrbild herzustellen, dar für dieWelt von 1988 charakteristisch ist. Unter den drei Autoren (Mebl, Spitz und Weps) gibt es unzweifelhaft zumindest einen Dichter, einen Satiriker, einen Humoristen. Mit allereinfachsten szenischen Mitteln wird eine absolut lebensnahe Theaterstinnnung erzeugt und festgchalten, die urwüchsig ist, weil sie die Werte und Unwerte der„Peripherie", des„Liliom". der„Dreigroschenoper" in spielerische Heiterkeit aufzulösen versteht, ohne jemals den ernsten Hintergrund ganz zu verdunkeln. Prachtvoll ist der Bolkslied-Ton des Lumvcuproletariers gefunden und überzeugend wird aus der Sprache, dem Hochdeutschen wie dem Weane- rischen, geschöpft. Daneben erzielen auch einige Sondernummern starke Wirkung: die Persiflage der Heilsarmee, die Travestie auf Reinhards„Sommer- nachtStraum", die Selbstkarikatur des Ämtsschim- Hclli Finkenzeller in„Boccaccio" melS, der anllägerisch zündende Feuerschlucker, das Examen über die Wiener Melange und ihre Ber- wandtfchaft. Die darstellerische» Leistungen sind ausgezeichnet, einzelne(so die Gcrtie SitteS, Klein- Lorks, Feldmanns) brillant. Das Publikum(erfreulicherweise zahlreich) quittiert alle politischen Seitenhiebe gegen rechts dankbar und verständnisinnig und lacht herzlich über den gemütbetonten Wiener Witz, besten Unverwüstlichkeit'keinesfalls der Rechten zu» gutckommen wird— was zu dem wenigen Troktrei- chen unserer Zeit gehört. L. G. Die Leskiing der„Literatur am Naschmarkt" verlängert ihr Gastspiel bis einschließlich 5. August; das Ensemble ist dann für eine dreiwöchige Tournee ia die westböhmischen Bäder und nach Nordböhmen verpflichtet. Freitag und SaniStag„Prater 1988". Beginn 8 Uhr abends. Preise 5 fli bis 86 Kä. Vorverkauf: Deutsches Haus, Neues Deutsches Theater Truhläk. Entdeckte Erstausgaben von Beethoven-Werken. Bei einem Büchertrödler in Budapest entdeckte der ungarische Bibliophile Patai siebzehn Erstausgaben von Werken Beethovens mit handschriftlichen Korrekturen und Randbemerkungen. Patai erwarb die unschätzbaren Ausgaben für wenige Pengö das Stück. Namhafte österreichische und deutsche Musiksorscher haben an Hand von, Photokopien dieser Funde festgestellt daß die Korrekturen und Randbemerkungen von der Hand Beethovens stammen. Unter den Funden befindet sich auch die mit einer unleserlichen Widmung versehene Erstausgabe der„Mista solem- niS". Beim weiteren Durchstöbern des alten Bücher» ladens wutdtn auch Erstausaaben von Werten Mozarts und HahdnS, ebenfalls mit handschriftlichen Bemerkungen Beethovens, gefunden. Man will jetzt versuchen, hinter das Rätsel zu kommen, wann und wie sich diese kostbaren Erstausgaben in den Laden eines Budapester BüchertrödicrS.' verirrten. ■ Am Sonntag, 2. August 1838, finden die Meisterschaftskämpfe der DTJ am Strahovor Stadion statt. Der A t u s wird nach Möglichkeit diesmal nicht nur an den PRAG Männerkonkurrenfen teilnehtnen, sondern wird auch die Atus-Sport- lerinnen mit zu den Meisterschaften entsenden! — Am Mittwoch, den ü. August 1938, findet der letzte Meisterschaftskampf zwischen DTJ. Prag I.—V. und dem Prager AtuS auf der Hetzinsel statt. Die AtuS-Anhänger werden bestimmt einen harten, gleichwertigen Kampf zu sehen bekommen. AtuS-Auöschusj-Sitzung am Freitag, den 89. Juli, am-Sportplatz. Bei schlechter Witterung im Arbeiterverein, Beginn 7 Uhr. Spwt- Spiel- XöMepskege Der leichtathletische' BereinSkampf DTA-Nera- tovie gegen AtuS-Prag, welcher bei feuchtem'Boden und großer Hitze am 28. d. M. in Neratovic stattfand, endete mit 62:49 für DTJ-Neratovice. Die Ergebniffe sind: 89 Meter: Eichler(N.) 7.4, Amsler, Noffck(P.) 7.8, Milöinsky mich in mein Schicksal. Mit einem. Sprung war ich im Boot und half dem Mädchen hinein.„Sie haben doch keine Angst", fragte ich herablassend.„O nein, ich freue mich", sagte sie. Ich entdeckte im Boot eine Ruderstange und ein überflüssiges Stück Blei, das ich kurzerhand ans Ufer warf.„Und nun das Segel", rief ich tatendurstig. Wir rollten es auf, es hatte viele Schnüre, und. ich ahnte, daß man es gzit diesen Schnüren am Mast befestigen mußte. Ich probierte die verschiedenen Möglichkeiten, wobei mir das Mädchen bewundernd zuschaute. Schließlich kam sie mir zu Hilfe, und mit vereinten Kräften gelang es uns, Segel und Ml^st zusammenzubringen. Das.Ergebnis schien mir etwas schief auszuschen. Aber ich sagte nur:„Sehr groß ist das Segel nicht. Hoffentlich genügt der Wind." Und dann stieß ich ab. Wie trieben gemächlich auf den See hinaus. Das Ufer entfernte sich, wir sahen über die weite blitzend« Wasserfläche, das Mädchen hatte sich ans 'Steuer gesetzt, ich faß am Segel, und es war 'eigentlich wunderschön. Nur daß das Segel wie betrunken hin und her schwappte und doch Boot sich bei jeder.Drehung des Steuers verdächtig auf dfe,Seite legte, gefiel.mir nicht.„Wenn man nur genau, wüßte, woher der Wsnd kommt", sagte ich. „Schauen Sie auf unsere Fahne", riet mir das Mädchen. Aber die Fahne war kaum noch zu sehen und bewegte sich, foweit ich es erkennen konnte, immer abwechselnd nach der einen. und nach der anderen Seite.„Man könnte eS mit einem'Taschentuch probieren", schlug ich vor. Aber wir waren beide im Badeanzug und fanden weder eine Tasche noch ein Tuch. Schließlich fischte ich aus dem Wasser ein Seerosenblatt, das an Unserem Boot vorüberschwamm. Es war naß und offenbar nicht leicht genug:.ich hielt cs in die verschiedensten Richtungen, zuweilen zappelte eS, zuweilen drehte cs sich, zuweilen hing es steif in der Luft. Ach warf eS weg und sagte bedcutüngSvoll: „Ich glaube, wir haben Ostwind".„Wo ist Osten? fragte das Mädchen nun wißbegierig. „Also, paffen Sie auf", erklärte ich stolz,„die Sonne steht jetzt im Süden, gegenüber der Sonne ist Norden, links von der Sonne ist Weston und rechts ist Osten, zwischen Osten und Norden ist Nordosten, zwischen Westen und Süden ist Südwesten und so weiter. ZwischenNordosten und Norden zum Beispiel ist Nordnordosten. Haben Sie das nicht in der Schule gelernt?"—„Vielleicht", sagte sie Nachdenklich,„aber so gut wie Sie hat mir das noch niemand erklärt. Dabei ist es wirklich. sehr interessant. Erklären Sie mir doch bitte auch noch, was Luv und ßfe ist." ,'„Luv und Lee", sagte ich bedeutungsvoll, „Lüv und Lee..." Aber bevor ich noch eine glaubwürdig klingende Definition.gefunden hatte, packte plötzlich ein Windstoß das Boot und das Segel. Der Mäst schlug■ msr' an die Schulter. Ich batte Furcht, der Wind' werdeihn herausreißen und wollte das.Segel fcsthalten. Da aber spannt« es sich, von der/Brise gepackt, das. Boot sprang nach.vorn.in' rasender Fährt,' der' See- begann Wellen zuwerfen.die teilweise in unserem Boote landeten, und-als' ich' däSSegel'iloSließ,- schlug es. nach'vorn-und flatterte-uns-voraus wie eine Stuynfahne. Das.Boot' aber begann einen, wilden Tanz und schwgnkte wie' eine Schaukel.. Ich ftürzte zum Steuer, weil ich'um.jeden Preis ans Ufer zurück-wollte...Aber, jeder. Versuch,..das Boot in eineänderc Richtung zu bringen, hatte zur Folg«, daß,es sich tief auf. die Seite neigte und der Wind das,!Segel.beinah«' i ns Wässer, drückte. Was- weiter-geschäht.' kann..'ich nicht.mehr genau- beschreiben. Ich.erinnere, mich- nur, daß ich erst'zu' rudern versuchte, dann wieder das Segel . packte,' dem Mädchen, ach' Steuer Kommandos zurief, dann mit dem Ruder das Wasser aus dem Boot zu schaufeln versuchte— und schließlich, nach endlosem Tanz auf den Wellen, mit einem Gefühl der Erleichterung zusah, wie der Wind das fchlecht befestigte Segel vom Mast riß, so daß cs wie ein Fetzen über den Bootsrand hing und dem Wind keine Angriffsfläche mehr bot. Inzwischen war mein Freund und auch der Vater des Mädchens nach vollbrachtem Schlaf am Ufer erschienen, und dort schrien unv winkten sie, ohne aber von uns, da wir anderes zu tun hätten, eine Antwort zu bekommen. Ich zog ächzend das Segel ins Boot und ruderte unser Wrack mühsam durch die Wellen zurück. Der Besitzer des Bootes empfing uns kühl. Seiner Tochter gab er nur einen Wink, worauf-. hin sie eiligst verschwand. Zu mir aber sagte er: '„Ich kann mich nicht erinnern, daß.ich Ihnen mein -.Boot zur Verfügung gestellt habe. Es wäre ja auch ein Verbrechen von mix gewesen, Ihnen ein Segelboot anzuvertrauen." Und er hielt mir das Stück Blei vor di« Nase, das ich vor Beginn der Fährt weggeworfeg hatte.^,Wissen Sie überhaupt; was das ist? Nein, denn sonst, hätten Sie es nicht liegen lassen. Das ist das Schwert, jawohl, mein Herr, und ohne das Schwert im Kiel kann man nicht segeln. Höchstens untergehen. Wissen Sie überhaupt, was so«in Boot kostet? Sie hätten mir «S nicht ersehen können, ganz abgefehen davon; daß Sie wahrscheinlich auch ertrunken wären. Von meiner Tochter will ich gar nicht reden. Daß ihr lebend zurückgekommen seid, ist geradezu unbegreiflich. Aber die Dummen haben Glück, jawohl, mein Herr." Und damit lieh er mich stehen und stieg ins Boot, um sich den Schaden anzusehen. Mein Freund aber stand am Gartenzaun' und winkte mir strahlend zu.„Seit wann kannst du segeln?".„Ich werde es nie können", sagte ich bescheiden. Aber mein Freund klopfte mir auf die Schulter.„Fabelhaft; wie du dich gehalten hast." Ich hatte nun die Wahl, beschämt oder stolz' zu sein, und- ich'glaube seit diesem Vorfall, daß jeder, dep ein Abenteuer bestanden hat, die Wahl zwischen Stolz und Scham hat. Ich entschied mich schließlich für das frohe Gefühl, hine gefährliche Sache gut überstanden zu, hüben. Zum'Prahlen wau kein Grund. Zum Trauern auch nicht. Aber die Worte des erzürnten Nachbarn:„Die Dummen haben Glück"-— die fallen mir noch heute oft ein,: wenn ich das Treiben gewisser Helden unserer Zeit betrachte, Bezugsbedingung en; Bei Zustellung in» HauS oder bei Bezug durch di. Poft monatlich«S 16.—.^vierteljährig-' K8.48.—. balljähria K4 08,—. ganzjährig Xi 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. 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