16. Jahrgang SMStag, 1. August ,1936 Einzelpreis 70 Heller («Imchll.Ollch S Haller Porto) "LENTRALORGAN.„ DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IM DER TSCHECHOSLOWAKISCHENREPUBLIK HISCHIINTMIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und vMWaituno frag xii., fochova«r. telefon sm. ■ HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR! DR. EMIL STRAUSS. PRAG. Italienische Bomber für die Rebellen! Mbstiin und Notiandüng auf französischem Boden erbringen Bewelsmaterlal Erhöhte Spannung im Mittelmeer/ Eine internationale Konferenz? "/,. Die seit Tagen einlaufcndcn Meldungen.und von allem Anfang an bestehenden Vermutungen, hast deti'A u f.st a n d der.'spanischen Generale bun Ätalien her genährt wird, haben eine ehenso drastische wie. überraschende Bestätigung gefunden. Auf französischem(stordafrikani- Mein)/Boden sind die Insassen eines nötgelan- Leten italienischen Flugzeuges ergriffen und als iha l i ein is-ch.e Os fi z i e r e in Z iv ,-ft agnosziert worden. Ein zweites Flugzeug ist ab- gestürzt und auch,in seinen beiden, getöteten, Insassen erkannt« man an den Papieren italienische Offiziere. Die-italienische Regierung bestreitet- natürlich, daß es sich um eine am-tli ch e Altion hänüle ünd. schiebt die. Verantwortung auf pri- v ate Kreis«,..wir auch, die verhafteten Flieger selbst sich als Privatleute bezeichnen. Die von dem französischen.General Denain,■—■.früherem Lsiftfahrtniinister^-rpersönlich geführten Verhöre dürften mehr Licht,in die AngelegeTchL.it,bringen? Die Erklärung, die 8er'italienische Presicministcr T i n o A l f i e r i.abgegebeft hat, wird allgemein alS.vieldeutig und keineswegs als. ftn-klares Dementi arlgesehen.... ■ Hi« ivrr e a un g Über• beft einwandfrei festgestellten Waffenschmuggel ist besonder» in WpLectrVsH groß, wo BlEÄ und D e'l bi» S in geheimer Kammersihung die NeutralitatSer- lläruugcn eben erst erneuert, aber zugleich den Bephacht ausgesprochen hatten, daß die faschistischen Kabinette die Neutralität nicht wahren. Mast fordert in Frankreich eine i n-t e r n a t tonal«Konferenz über Spanien. Diese Konferenz würde ja vor allem für den Fall) dringend Werden, daß die Rebellen zwar in Spanien geschlagen werden, sich aber in Spanisch-Marokko behaupten, über dessen Schicksal dann inSbesön- dere wegen der Gefährdung von Tanger und der Meerengen neu beschlossen werden müßte. Möglicherweise liegt gerade ein derartiger Ausgang des Kampfes in Spanien— Isolierung der Rebellen in Marokko, das dann gewissermaßen zum Ausverkauf stünde und sich eventuell„freiwillig", Lurch Verfügung^General Francos, Italien anschließen würde— in den Plänen Mussolinis und Hitlers.' Auch in England ist das Interesse an den spanischen Vorgängen sehr lebhaft, wie die Unterhäusdebatte beweist. Die englische Flotte in Gibraltar ist beträchtlich verstärkt worden. -. Die Aufständischen selbst haben es sichtlich darauf angelegt, das Ausland zur Intervention zu zwingen und sich so den Schuh der faschistischen Neue Angriffe der Abessinier auf Addis Abeba ? Italienische Meldungen aus Addi» Abeba geben zu, daß eS in der Nacht auf Mittwoch zwei Abteiluhgen von Abessinier» unter, dem Kam» mando von Averra Kassa ukd des Abuna Petr» gelungen seh. sich' unbemerkt von der italienischen Postenkette in- d le Wälder d er Um- gebung vo n A d d i s A b e b a einzuschleichen, von w» st» einen B n g r i f f auf d i e Peripherie der S t a d t versuchten. Dir Angreifer.hätten damit gerechnet, daß sich die eingeborene Bevölkerung der Stadt gleichzeitig Men die Italiener wenden werde, doch hätte diese, im Gegenteil' bei ,der Abwehr deS Angriffes die Italiener unterstützt.• Freiwilligentruppen des. Ras Haiku und des Ra» Kebeda hätten Schulter an Schulter mit den' italienischen Sol- Häfen, gekämpft. So kopnten hie. Angreifer— immer nachsifalirnischen Berichten— mit schwe- ren Verlusten abgewiesen werdendste sollen mehr, als 1006!k»te.q«f^deM.Kampfplatz: zurückgelassen haben. Die italienischen Verluste werden al», unbedeutend Hlnshstellt.:,;/■■; Dazu im Gegensatz! sishemckeeilich>Berichtes vost Neutralen-, wonach, dieser■ Tage ftp Zug mit ÖÖÖ verwundeten Italienern— durchwegs.Weißen— an die Küste. äbgegangen sei. Regierungen offiziell zu sichern. In dem Bürgerkrieg ist die Situation neuerlich schwerer durch»" sichtig geworden. Die Aufständischen scheinen aus dem Gebiet von. Burgos. neue Kräfte herangezogen, und.den Angriff auf die Guadarrama- Pässe wieder ausgenommen zu. haben. Außerdem versuchen..sie, da sie äm Shdjn.nicht. mehr vor- WärtSWömmen^fcheWn," sich int Nüöden in bett' Besitz, der wichtigsten Straße nach Frankreich, der L i n i e A r u n—S an S eba st i a»zu setzen. In der Gegend des Worisch berühmten B i- d a sso« sollen größere Äampfe im Gange sein.. Die Städte am Atlantischen Ozean wurden von. dem, Kreuzer„Almirante.Cervera", der im Besitz sder Rebellen.ist, beschössen. Bei, einer dieser Beschießungen wstrden einige Ausländer verlebt, ein Deutscher getötet.. Die Hitlcrpresse wird ihn Miiuellnlanjl P a ti»'. HävaS berichtet Über mehrere Fälle,' in denen ttalsrnische Flügzeuge in Nord» Westafrika iverUnglückt sind. Ein belgische» Verkehrsflugzeug, das. va»' Oran Nach Meitsefll« unterwegs war/berlchtete, daß es 50 Meilen von Oran einen dreimotorkgen Savotz-Apparat auf dem Wasser gesichtet habe, drft Insassen hätten auf den Tragflächen gesessen. Infolge einer Benzin-Panne habe ein andere» italienische» Flugzeug vier Kilometer vor der Mündung de» an der Grenze zwischen.Französisch- und Spanisch- Marokko: fließenden Mulusa niedergeh«» müssen. Die sechskäpfigc Besatzung sei wohlbehallen. Da» Flugzeug hätte weder Kennzeichen noch Nummer geführt. Ei»dritte» Flugzeug soll bei den Zaffarische» Inseln nördlich der Mu- luja-Mündung abgestürzt sein. Eine spä» > tere Meldung au» Oran spricht davon, daß von sechs italienischen dreimotorigen Flugzeugen, die von Sardinien nach Marokko«nterweg» waren, drei in der Gegend von Oran hätten niedergehe» müssen. Einer der. Apparate sei 40 Kilometer von der algerischen Kvstenstadt Nemours über der Erde abgestürzt. Bo» den fünf Insassen seien" zwei«ms Leben gekommen, die drei anderen verletzt worden. An Bord des Apparate» hätte« sich fünf Maschinengewehre befunden Die" andere« beiden Apparate hätten, ohne Schaden zu nehmen,, bei Oran, bzw. an der Mulüja-MüNdnng niedergehen müssen. .Casablanca."(Havas.) Die Gerüchte über, die Landung von zwei italienischen Wasserflugzeugen, die gestern Saidia überflogen haben, bestätige« sich.: Di» Flugzeuge waren in Sar- dinie» aufgestiegen und hatten Kur».auf Sva- nisch.Marokko. Da» erste Flugzeug stürzte ab, wobeivier Personen, getötet und zwei schwer verletzt wurden. Die Gendarmerie verhaftete sechs Mitglieder der Besatzung de»»weiten Flugzeuge», Die Flugzeuge wirren für Bo mV" en- a V w u r f e Inge r i ch t e t, führten jedoch kein»" Munition an Bord. Bier weitere Flugzeuge! di« au»-Surdinien abgeflogen"waren, haben ihr Ziel Spanisch-Marokko erreicht. Der. Korrespondent de»»Petit Parisien"' war gerade In Berkan,^pl» es zu dem Absturz der italienischen Flugzeuge kam. Er Mrt un, daß eine» der Flugzeuge mit. vier Maschinengewehren und einer Menge"Munltlö» ausgerüstet war. Fünf""italienische‘ Flieger werden- nunmehr von " dir lokalen"SichirheltStehörde 1 verhört." Die itä- lienischen Piloten sagen"auS," sie wären von .Sardinien gestartet, Um BombardieruggSflug- zeuge und Munition" nach Ceuta, Melilla und. zwei andere Küstenorte z« schaffen." -"'-i'I^EjNfr x^er," Fsieser^'welchebei Siaidia Sav-rieft' undheit- liche Gefahr" er st en Ranges für a ll e T e x t i l g e b i e t e dieses Landes wäre. Anfang.Juni sind nun die Arbeiter— cS gab keinen andern Wog— in den Streik getreten und die Firma,droht nun mit derStill- legung des Betriebes und der Vorlegung der Produktion aus Grünwald in ändere Gebiete. Wenn die kapitalistischen Haifische diese Drohung wahrmachen, dann ist nicht nur die Existenz von anderthalb Tausenden Familien vernichtet, sondern der Gablonz:r Bezirk, der ohnehin zu den ärgsten Krisengobieten gehört, steht vor einer K a t a ft r o p h e, deren Folgen unabsehbar sind.•,•. Die gesamte, Bevölkerung' des. Gablonzer Gebietes steht auf-Seite der um ihre Lebens» rechte.und um ihr-Dasein.kämpfenden Arbeiter. Arbeiter und Bauern,-Gewerbetreibende und Angestellte^>. haben- da einen. Anschauungsunterricht von der- Rücksichtslosigkeit und Volksfftndlichkeit des.tschechisch-deutschen Kavitals empfangen. Wir .glauben nicht,-.daß die Bankgewaltigen vom Prager Graben,-ihre Absichten werden durchführen Ässyen-7- eS.jsibt^noch Mittel, dies zu. verhindern— aber dessenungeachtet wird Grünwald für die Bevölkerung des Gablonzer Bezirks und darüber hinaus. eine Lehre sein. Seite 2 Kr. 178 Sam-tag, 1. August 1936 Pariser Kammer-Debatte• Uber die AuBanpolltlk Paris. Die Kammer hat gestern die" Behandlung der Interpellationen Wer die auswärtige Politik der Regierung ausgenommen;■* Der Deputierte der Mitt« und ehemalige Minister Paul R e>) n a u d, der in der neuen Kammer der Führer der kritischen gemäßigten Opposition geworden ist, erklärte, er wünsche nicht zu sehen, daß Frankreich, einen Feldzug gegen die übrigen Regime im Namen der Demokratie unternehme. Er bekennt sich als Anhänger der französisch-deutschen Annäherung, glaubt jedoch nicht, daß der Zeitpunkt zu Ber- handluUgen günstig ist, solange keine Aenderung der Situation zugunsten Frankreichs eintritt. Bon seinem Pakt mit Soivjetrutzland habe Frankreich nicht jenen Geivinn, den es erwarten konnte. Gegenwärtig trete vielmehr Deutschland vor der Welt als Hüter der westlichen Zivilisation auf. Zn den Ereignissen in Spanien meinte Reynaud, daß absolut« Neutralität gewahrt werden müsse. Der radikale Deputierte M a r g a i n e befaßte sich mit den beunruhigenden Expansionsbestrebungen Deutschlands und empfiehlt, daß Frankreich, wenn es eine Verschlechterung der Situation verhindern wolle, ehestens Berhand- lungen mit Deutschland ausnehme. Der kommunistische Deputierte Peri sagt, daß trotz den BermittlungSbestrebuugen des Böl- kerbundes die Annäherung des italienischen Faschismus und der deutschen Nationalsozialismus nicht verhindert werden konnte. Nach der Aufkün- digung der finanziellen und der militärischen Bestimmungen der Friedensvertrages richte Deutschland seine Angriffe nunmehr gegen die territorialen Bestimmungen der Vertrages. Das hervorragende Mitglied der BolkS- f roiit,... Abgeordneter Bergery, interpellierte die Regierung Über di« Genfer Rede Lkon BlumS, insbesondere über den Absatz, welcher sich mit der Abrüstung und der kollektiven Sicherheit befaßt. Ministerpräsident L i ,o n SB I u m unterbrach den Interpellanten mit der Bemerkung, er habe in Genf für die AbrüstungSthese ein Argument erbracht, das er für originell halte.„Ich habe konstatiert, daß bei dem gegenwättigen Stande des Wettrüstens sogar die k o l l e k- tive Sicherheit selbst eiNeKriegS- g e f a h r beinhalten würde, solange Europa nicht ausreichend a b g e r ü st e t ist. In dein heutigen Europa, in; welchem Furcht herrscht, wäre eS eine Chimäre, au feine Abrüstung ohne gegenseitigen Beistand und ohne zureichende, starke Garantien zu hoffen. DaS ist kein doktrinärer Gedanke, das ist eine konkrete, faktische• Konstatierung. Der Deputierte Bergery befaßte sich hierauf mit den Rüstungen Deutschlands und forderte, daß Wege gesucht werden, wie man zu einer Einstellung^deS Wett« r ü st e n s gelange. Der Führer der Rechten, der ehemalige Minister Louis Marin, befaßte sich mit den Rüstungen Deutschlands und mit der Gefahr, welch« das jetzige Deutschland darstellt. Die Dcputiertenkammer. trat nach 22 Uhr neuerlich zu einer Nachtsitzung zusammen, in welcher die Interpellationen über die auswärtig« Politik fortgesetzt wurden. Aeußerungen Kroftas Vor■ Redaktionsschluss erhalten wir vom EPB die Wiedergabe einer Unterredung• des Außenministers Dr. Krofta mit einem Sonderberichterstatter des Pariser„Excelsior". Wir registrieren daraus vorläufig als dar Wesentlichste: Krofta erklärt, daß das öste r- r e i ch i s ch-d eutscheAbkommen wenigstens zeitweise den drohenden bewafsiicten Konflikt in Europa in die Ferne rückt, aber keines- tvegs die Möglichkeit des Anschlusses im friedlichen Wege ausschlieht. Das Abkommen schiebe die Restturation hinaus, solange cs respektiert werden wird. Der Anschluß selber wäre eine europäische Angelegenheit, bedrohe zuerst aber, durch ihre geographische Lage, die Tschechoslowakei, die übrigens auf diese Möglichkeit vorbereitet sei. Hier hänge alles von der Reaktion der Großmächte ab. Krofta hält die verschiedenen Pressenächrichten über die Existenz eines deutschen Planes zu einem 11'e b e r-f all auf die Tschechoslowakei für zumindest übertrieben und glaubt nicht an einen solchen Ucbersals, vor allem deshalb, weil Deutschland von der Tschechoslowakei nichts zurückzufor- dcrn hat. Es wäre demnach ein grundloser Angriff, der unbedingt eine wichtige/Reaktion der übrigen Staaten znr Folge hätte. Uebrigens sei die CSR. In der Lage, bis zum Einschreiten der Verbündeten Widerstand zu leisten. Krofta dementierte sodann die Nachrichten, daß Deutschland der Tschechoslowakei den Abschluß eines dem deutsch-österreichischen Abkommen analogen Abkommens angcboten habe, und fügte hinzu:„N i ch t S d e st o w e n i g e r hat Deutschland mehrmals erklärt, daß«S zum Abschluß eines Abkommens mit der' Tschechoslowakei bereit ist.. Das ist übrigens ein Bestandteil seines Programms bezüglich deS Abschlusses zwei- seiiiger Nichtangriffsabkommen mit den Nachbarn im Osten, Wenn aber die Tschechoslowakei in Zukunft ein offizielles Angebot aus Berlin erhalten würde, würde sie es im Einvernehmen mit ihren Verbündeten und im Rahmen deS Völkerbundes prüfen." Krofta dementierte Welter die Nachrichten, daß die Tschechoslowakei durch ihr Abkommen mit Sowjetrußlamd betreffend die gegenseitige Hilfeleistung den Kommunismus unterstützt habe, lieber die deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei erklärte Minister Dr. Krofta, daß sie in vier Parteien geteilt ist, von denen drei durch ihre Minister in der tschechoslowakischen Regierung aktiv vertreten sind, die vierte, die Hen- l e j»-Partei, schöpft aus der national« soziali st ischen Ideologie, welche sich mit den demokratischen Grundsätzen des tschc- choslowakilchest Volkes nicht äbfinden /kann. Diei Henlein-Partei'sei aber nicht völlig irredenii- stisch, da sie aus sehr verschiedenartigen Elementen bestehe. Uebrigens habe Henlein, wenigstens offiziell, stets seine Loyalität gegenüber dem tschcchoslolvakischen Staat« erklärt. Die schivere Jndustriekrise,• welche hauptsächlich in den von Deutschen bewohnten' Industriegebieten vorherrscht, dient Heylfin ass, Vorwand zu einer sehr stürmischen Politik. Aber diese Wirtschaftskrise sei für die nichtdeutsche Bevölkerung die gleiche. ES sei selbstverständlich schwierig, mit einer Partei zusammenzuarbcitcn, deren Doktrin von der unseren so verschieden ist.„Wir hoffen aber trotzdem, daß wir mit der Zeit zu einem Einvernehmen mit dieser deutschen Bevölkerung gelangen werden."' Gespannte Handelsbeziehungen zwischen England und Italien London. Handelsminister Walter Runci- m a n sprach im Unterhause In Beantwortung einer Anfrage das Bedauern aus, daß.die von. der britischen Regierung mit der italienischen Regierung aufgenommenen Verhandlungen betreffend die Wiederherstellung der normalen Handelsbeziehungen nach Aufhebung der Sanktionen nicht zum Ziele geführt haben, da die italienische Regierung en die definitive Regelung der Frage bereits fälligen Handelsschulden nicht eintyilligen wollte. Minister Runeiman .sprach die Hoffnung aus, daß diese Verhandlungen, bald werden wieder aufgenbmmenweeden,und! fügte hinzu, daß die italienische Regierung vorläufig die britische Einfuhr nach Italien streng beschränkte und daß deshalb die Einfuhr anderer italienischer Waren■ nach Großbritannien.' außer Frischobst und Gemüse n ich t bewilligt werden könne,~ Labour-Party gegen das faschistische Intrigenspiel Loydon.(Reuter.) Das Unterhaus-hat Freitag ohne Abstimmung den Antrag zur Vertagung des Hauses auf den 29. Oktober genehmigt. Nach dem Vertagungsbefchluß'wurde die Aussprache über außenpolitische Angelegenheiten abgeführt, wobei der Arbeiterabgeord» nete Bakern. a. erklärte: Insofern eS sich um die Ereignisse in Spanien handelt, empfehlen wir der britischen Regierung, nicht in irgendeiner Weise einzuschreiten, fordern aber, daß sie der Madrider Regierung in Uebereinstimmung der Usancen, des Internationalen Rechtes nach Möglichkeit entgegenkommt. Wir fordern weitere daß die Regierung der militärischen Ausstandsbewegung nicht den Charakter, einer kriegführenden Macht zuerkennt. Schließlich fordern wir, daß die britische Regierung ihren Einfluß geltend macht, um die Gewährung von Hilf« an die Militärdiktatur seitens- fremder Mächte zu verhindern. Dem Unterhause sind, fuhr Baker fort, die Informationen gut bekannt, denen zufolge einige Mächte den spa« Nischen'-AM'f stä ndi-schem- Wwf'f«ns liefern, und wir,fordern deshalb^energisch dick britische Regierung auf, bemüht zu sein, derartige' Lieferungen hintanzuhalten. Deutschland : geht zur PUnfmEchtebesprediupg « r r l f n. lDRB.) Der Reichsminister deS Auswärtigen, Freiherr von Reurath, empfing gestern den britischen und den französischen Botschafter sowie den belgischen Gesandten und teilte ihnen mit, daß dir deutsche Regierung die Einladung der drei Regierungen zu einer Fünf. mächtetesprrchung über«inen Westpakt anNehmr. Der italienische Botschafter wurde im gleichen Sinne usttcrrichtet. 51 Wir suchen ein Land Roman einer Emigration Von Robert Grötzsch Copyright by Susen Prager-Verlag. Bratislava. Der Himmel sei mit ihr. Wenn ich bei Sonnenuntergang zwischen verschleierten Moham« medaiterinnen am.Hafegweg. entlang, spaziere — Sie kennen ja auch dies« runde Bucht—- datm ist mir manchmal, als mühte einer von' den-alten schivarzen Küstendampfern um die Felsen biegen und Sie stiegen von Bord."— Die Tag« rannen ins unergründliche Faß der Zeit, sin Tag so stahlblau wie der andere. Verführerisch und verwirrend ist der Frühling, denn diese zeitigen klar.» Herbsttage enthüllen Mit' der großen Erfüllung jene letzte Kraft des Jahres, die froh macht und sehnsüchtig zugleich. ,.. JustuS kämpfte einen stillen Kampf.' Nur Gustl beobachtete, wie wenig er am Schreibtisch saß und wie oft er barhäuptig im Garten einherstrich. Eva hatte seine Phantasie mehr entzündet, als er geahnt; die besten Gedanken waren in ihrer Nähe entstanden, schien ihm. Der Herbst bereitet« sich auf seine brennendsten Farben vor. Langsam begann Justus in seinen Manuskripten, Zetteln und Notizen zu ordnen. Nun hatte auch er zu lange in die Ferne geschaut— und in dieser Ferne lockte eine letzte groß« Verheißung. Da hatte man nun gedacht, solche Lockungen seien vorbei und das beste in den Sechzigern sei reif« Arbeit imd Ruhe des Herzens— und plötzlich sprang einen die Sehnsucht wieder' an... Und wieder war eS keine Gusti, der mütterliche Traum seiner Fugend, sondern eine Schlankere Er sah in den Spiegel. Ein zerzauster Kopf! mit viel Krähen» süßen im.GeMt,«brr immerhin gut erhalten. Und sie, die Kluge, Jüngere-- sie wär ja doch reifer als scchsundzwanzig und mit ihrem Denken über die Mitte des Lebens hinaus. Versonnen bracht« er seine Sachen in Ordnung. Die Kleider reichten noch einig« Fahre. Der Paß, welch Glück, galt auch noch. Und arbeiten, schreiben, die Zeit mit der Feder befühlen— das konnte man da unten auch, sofern es bei der Konkurrenz von heute noch viel zu schreiben gab. Was jedoch die alten Robben- Bullen anbelangte, so war ja in jenem Feuilleton auch zu lesen, daß sie bei der'Balz ums Weibchen beinahe mehr Chancen hatten, als die jüngeren- Bewerber, Die Natur schien also- in diesem Punkte ziemlich liberal zu denken. Gusti wußte, was dieses Ordnen zu bedeuten hatte. Man kannte das alles schon' von der Billa. Wanja, her: da» kam und ging wie'die Jahreszeiten. Die Not trieb den einen her, den anderen, fort. Wohin? Wohin? Nur das Elend blieb, di«' Heimatlosigkeit und die Sehnsucht. Justus ging, wie damals Herkner. Eine»' Morgens stand er mit dem kleinen Koffer im Hausflur und nahm Abschied.„Macht» gut, Kameraden I"— Die Spinne erbte einige Kleidung»«' stücke und Bücher. Wohin?„Wallfahrt nach' Prag", sagte JustuS. Wer all« ahnten, daß die! Reise weiter ging, viel weiter, Herkner umfaßt« den Grauhaarigen mit einem langen Blick. Nichts^ konnte man sagen, wenn einer fort wollte; nichts. Mer hier verschwand einer! der zur alten Garde! gehörte, einer, der schon einmal alle» so ähnlich erlitten und auf vielen Schlachtfeldern der gret« yett geblutet hatte. Lange schauten sie alle hinter- dem Abziehendetr drein,; winkten mit Tüchern, bi», er bet der Ziegelei«m die Ecke verschwand, hochrückig und mit Heise wehender Hutkrempe. Und so erlebte JustuS nicht mehr, was bald darauf geschah: Die Kolonne kam von der Arbeit, verstaubt und verschwitzt; die roten Kamin« der Krim« leuchtet«» in du Koime Wit feurige Zap fen. Im Garten spazierten drei gutgelleidete Herren einher, maßen die Flächen mit dem Bandmaß aus, besichtigten das Haus. Wohlgefällig ruhten ihre Augen auf den bestreuten Wegen, den Beeten ppd Blumenecken. Rauchzeug wurde verteist, die Herren waren sehr nett und leutselig. Man kannte! auch das von der. Billa Wanja her: das- Heim' wechselte den Besitzer. ES war wieder einmal aus. Wieder einmal schaukelte der Boden unter Herk- necs Kolonne, wieder einmal'bebte die Erde um sie her.-*'.•■■/•■'•?’ Abends tauchte Ignaz auf,' den Strohhut in der Hand, Bitterkeit im langen schmalen Gesicht Mit- den eingefallenen Schläfen.- Jawohl, das Grundstück war verkauft. Weiß der Teufel! was man damit vor hatteEinige Wochen blieb alle» noch beim alten.„Und wohin nun, Ignaz?" Er zuckte die Achseln, gab seiner Miene etwas Festigkeit.„Solang« mir da sin; braucht ihr euch garnich zu sorgn." Gusti stieg in dick Küche hinab. Man sollte ihr« Tränen nicht sehen. E» war ja so schwer, sich imMer' wieder an neue Räume zu gewöhnen,! immer wieder von neuem zu beginnen, immer wieder zu wandern, immer wieder in» Ungewisse zu schauen. Man war ja nicht zum Zigeuner geboren, das war man nun mal nicht,- Oben am Tisch« sagte der Älein«:„Du hast'S gstt, Schorsch, du kannst wieder in See stechen, wenn alle» schief geht," Der Lang« hob den Kopf. Er war im Sitzen so. groß, wie der Klein« im Stehen;„Nee, Ernst;' ich hab mir die Biräe genug«ingerammelt;.Die Schiff« für mich giots noch nicht.. Und die Papiere' Hhm mir ooch. Hch bin-fürn komischen. Film, gehören."-........; '. LustuS schaukelte in den ksichlen heiteren Westen der Adria, auf einem der kleinen, billigen schwarzen Küstendampfer. Auf dem Hinterdeck lggetten Ziegen und Schafe. Dazwischen Männer in' jbammwoüjacken, Frauen in bunten. Tüchern, schweren Stöcken und. farbigen Medern schnitten „Harte Hand“ gegen die österreichischen Nazi> Wien. Als Antwort auf di« letzten, national« sozialistischen Demonstrationen wurde g'estkrn „Am Hof" eine große Kundgebung der Vaterländischen Front veranstaltet.! Es spmch-,der-Generalsekretär der vaterländischen Front„Zerit a t t o. Er begrüßte die Kundgebunllvitn" Namen des Bundeskanzlers und erklärte u. a.: „Man hat den Geist des Abkommens.vom 11. Juni, der eindeutig die Souveränität Oesterreichs festlegt' und klarstellt, daß der Nationalsozialismus in Oesterreich eine innerösterreichische Frage ist, mißzuverstehen gesucht. Wir stellenäochMälS fest, daß der Nationalsozialismus.in' Oesterreich «Ine innenpolitische! Frage ist und wir werden sie lösen. Wir werden sie lösen im Geiste Döllfuh' und mit unserer Kraft und werden n i ch t einen Millimeter n a ch g e b«'n. Diejenigen, die damit rechnen, daß die Regierung und- die vaterländische Front von ihreM Kurse abgehen könnten, täuschen sich; sie werden unsere harte Hand fühlen müssen. Wir haben vorgestern abends in Wien gut sschörtustd werden aus dem Gehörten unser« Konsequenzen ziehen. Noch immer machen sich in den Betriebest und in den Aemtern Clemente geltend, die wi.r als Staatsfeinde bezeichnen müssen. Man wird daran gehen müssen, diese Unternehmungen, zu säubern.". Schattenkroh verhaktet Wien.(Tsch. P.-B. Wie bereits gemeldet, Hat die Wiener Polizei etwa 180 Teilnehmer der am Mittwoch auf dem Hcldenplatz und Huf der Ringstraße stattgefundenen nationalsozialistischen Demonstrationen verhaftet. Außerdem sind' noch zwölf Sozialdemokraten und Kämntit- Nisten wegen Flugzettelvetbreitung verhaftet worden. Unter diesen Verhafteten befindet sich aber keiner der kürzlich amnestierten politischen Häftlinge. Ferner Hat die Polizei 40 ehemalige nationalsozialistische Führer und das Bundesratmitglied Schattenfroh verhaftet, der sich wiederholt im Konzentrationslager in Wölkersdorf befand. Es handelt sich um Präventivmaßnahmen, die erst aufgehoben werden sollen, wenn sich erweist, daß diese amnestierten Nationalsozialisten an den Demonstrationen vom Mittwoch nicht teilgenommen haben. 1V Mllllonen-Pfund-Kredlt, für Rußland London. Handelsminister Runeiman gab im Unterhaus bekannt, daß in dem neuen Handelsabkommen mit Sowjetrußland England .Garantien für. jene Bestellungen gewähren wird, die. die. russischen Einfichxorgynisatjquen bis zu einer Gesamthöhe von 10 Millionen Pfuno auf britische Waren-tätigen werden. Di« Endfrist für diese Bestellungen ist der 80. September 1087. DI« russische Regierung hat die Versicherung gegeben, daß die Bestellungen tatsächlich jenen Betrag erreichen werden. Kriegsmaterial Und Munition sind ausgeschlossen. Die'Laufzeit des Kredites beträgt fünf Jahr«, die Verzinsung v,p Prozent. -' Die englische Presse begrüßt zum großen Teil' die Gewährung des britischen KreditcSan Sowjetrußland und hält da» Kreditabkommen für einen Beweis der Erneuerung der freund- -schaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.- Melonen auf. Mitten im bunten' Getriebe schaukelte JustuS,. Ein alter weißbärtiger Montenr- griner in bläuen Hosen und blauer Jacke IkächNe zwischen-struppiger weißer Haarlocke und großem Bart hindurch dem fremden Gospodat zü. i'. Unten in der Kajüte lag JustuS'. Koffer. Wäsche, ein paar Kleidungsstücke, einige Bücher— nichts sonst. Wieder einmal konnte man- die'Augen schließen und denken, das Leben.begänne von vorn. Warm und salzgesättigt wehte von.Sühcn her Sirocco, machte das Hirn dumpf und. traunssüchtig; JustuS stieg auf da» kleine-schmäle Vorderdeck, streckte sich, in einem alten, zerwaschenen Liegeftuhl. Die Augenlider zogen nach unten; man hatte zuviel gearbeitet, gekritzelt-und zer» -dacht.in der letzten Zeit, nun-löscht, der Südföhn wohltätig di« noch immer flirrenden Lichter im Hirn. Da» Borderdeck hob und senkte sich, das Denken schwankte wellenhaft im gleichen. Takte mit. JustuS schloß.die Augen,-zog seinen Mäntel über die Knie. Erinnerungen glitten mit den Wogen vorüber. Menschen, Wiesen, Die Spinne. Finger zeigten auf ihn: der hat'» gut, der kgmi immer noch einer Frau Nachreifen;.. Aa doch, Kameraden, ich weiß,- da» Schicksal- wollte Wr immer noch wähl; es gibt viel.Federn, die nach Arbeit hungern, diä meine wär noch immer gesegnet... Herkner» Kolonne taucht auf, die Spaten-geschultert, die Hemden hundertfältig geflickt.■’ Frosch ttftt' vor si„Ich möchte äuch mal'iso auf große.Fahrt, JustuS."—„So;, möchtest dü? Ueberleg dir genau, wa» möchtest du?— Frosch zieht die Augenlider zusammen. die'rötlichen Wimpern liegen beinahe, aufeinander:„Eine Knarre'tn di« Hand, drüben sein; Hunderttausend« müßten aufstehn, Deutschland sauber fegen— und- dann dir Bojjena heiraten."— Der-Kleine schiebt sich daneben.„Und'dUi Ernst?"—„Dasselbe. .^Schluß fÄgt.jl' SamStag, 1. August 1936 Seite 3 '9U'. 178 UWWeiMßWWDWß'. Zeitepiegef stattet. Beim Außenmt n i st e r i u m wurde wegen dieses UebergriffeS interveniert* und schärfstes Einschreiten der Behörden zugunsten dieses Staatsbürgers gefordert. Der Suff, ein Arzt und eine Lektion Tödlicher Unfall auf dem Ludwig-Schacht bei Bllln Auf der Anlage des Ludwig-Schachtes bei Nach den bisherigen Feststellungen der Gendarmerie, wurden in den einzelnen Gemeinden des. Bezirkes Saaz viele Hopfengärten vom Stürm umgelegt. In der Saazer Umgebung ■' Über 2000 Schock Pflanzen, in Bezdiek 1200, in Ribniän 860, Sellowitz 480, Sterkowitz 400, Twerschitz 460, Saluschih 500, Dreihöf. 100, ! Welchaü 100, Miecholup 2066, Holletitz 4360, i Kleinholletitz 677, Miloschitz 760, ReitschoweS , 730, Welletitz 1758 und Tronib 1408 Schock. Die Toten im Relson-Schacht. Bei einer Rekognoszierung des Revieres VI. des Nelson- Schachtes würde eine Leiche geborgen,/ deren Identifizierung aber noch nicht möglich war.. Eine z w e i t e Leiche, die im-Wasser gesichtet wurde,/konnte noch nicht obermgs gebracht werdens Die gestrige Befahrung'der Strecken wat: sehr/ schwierig, weil in-ihnen-sehr hohe Temperaturen herrschten üpd die Strecken einen hohen Wasserstand aufweisen. DaS Revierwürde*vor- läusig. wieder ahqesperrt, um zu, verhindern, daß sich Brandherde s bilden. s...•'?’■'' Aus CHodau.wird»ns die nachstehende wahre Geschichte geschildert: Bor kurzem besuchte ein Einwohner ,deS Dorfes W int e r S g r ü n eine Reihe von Gasthäusern in Chodau, schüttete etliche Gläser Gerstensaft hinter die Binde und vermochte stch erst in spätfr Nachtstunde dazu zu entschlichen, den Heimweg, anzutreten, Er hatte dabei Insofern Pech, als die Nacht nicht nur, stockfinster war, fön», dern daß es auch in Strömen regnete/Dem guten Mann behagte.eS unter diesen Umständen nicht, einen stundenweiten Weg unter die Füße zu nehmen und daher torkelte er zum HauS des Doktors von Chodmi, klingelte den. Mann der Medizin ans dem Bett und bat ihn, doch,schnell zu seiner Frau nach WinterS- griin zu kommen, denn d^ese sei gefährlich erkrankt. Der WinterSgrüner wußte/ daß der Doktor ein Auto besitzt, sqh schmunzelnd zu, wie das Vehikel aüS per Garage geholt ward und. nahm Platz neben dem Arzt. Im Hau» des Mannes in WinterSgrjin war, als das Auto vorfuhr, alles.ruhig und finster.. AIS der Arzt dfe Wohnung betrat, fqh er, daß da gar "keine Patientin vorhanden war, aber er ließ sich Sudetendeutscher Flüsterwitz: Wovon leit Konrad Henlein? Aus die peinliche Frage, von welchen Einkünften der sudetendeutsche„Stammesführer" den enormen Aufwand für seine Hofhaltung bestreitet, hat dieser— in ausfälliger Nachahmung' seines reichsdeutschen Vorbildes— immer geantwortet, daß ihm die Erträgnisse der von ihm herausgegebenen„N u n d s ch a n" zufließen. Die„Rundschau" wurde nun kürzlich von der Behörde eingestellt, an ihrer Stelle wird den Lesern das frühere Kreisblatt„Der Ruf" zugestellt. In den Kreisen der SdP flüstert man jetzt den ebenso doppelsinnigen, die" journalistischen Qualitäten des Blattes und das Renommee des Führers gleich gut einschätzenden— köstlichen Witz: Konrad Henlein lebt nun nur n och v o m s ch l e ch t e n„R u f"I Fahrpreisermäßigung für Hopfenpflücker. Pom Landeszentralarbeitsamt in Prag wird amtlich verlautbart: Äniveisungen für Hopfenpflük- geworfen, weil sie nicht die" Äutori.Ä Lrad^gelangten Henleins, wie sie Walter Brand geltend machte,!'" anerkennen wollten. Die deutschen Fabrikanten zählen den deutschen Arbeitern uuo Arbeiterinnen I Hungerlöhne, aber nichts geschah, Ivomit"die I 36.000 Schock Hopfen umgelegt Der Unwetterschaden im Saazer Bezirk Pas Ende einer Hetze nämlich des„Skandals in Franzensbad“ Noch einmal müssen wir auf die Lüge über Franzensbad(und auf den in der„Bohemia" erfundenen„k ö n i g l. h o l l. Generalkonsul") zurückkommen. Denn eines jener Blätter, die damals die Hetze gegen den Atus und die Sozialdemokratie am meisten schürten, nämlich die„Egerer Zeitun g", ist jetzt dieserhalb auch gerichtlich abgestempelt worden.' Das"genannte Blatt war durch"eine Klage genötigt worden, den„W ahrheitsbewets" für seine Behauptungen anzutreten. Zu diesem kam es aber logischer Weise nicht, sondern(vor dem KreiSgericht Eger) zu folgendem„Vergleich": Spätestens in der zweiten Auflage der periodischen Druckschrift„Egerer Zeitung" wird folgende Erklärung ausgenommen: Die verantwortliche Schriftleitung der periodischen Druckschrift„Egerer Zeitung" bedauert das Erscheinen der inkriminierten Artikel„Die Folgen marxistischer Hetze" in der Nummer 136 vom 14. Juni 1936 und„Der Skandal in Fran- zenrbad" in der Rümmer 139 vom 18. Juni 1986, weil sich die dort gegen den Privatkläger, den zweiten Bezirksverband der Arbeiter-Turn» und Sportvereine, 6. Kreis, Sih Eger(Atus), erhobenen .. Vorwürfe als.grundlos erwiesen haben..-■ ■'' Die Schriftleitung nimmt daher Ihre'Än-I würfe gegen den Privatankläger mitdemAuS- drucke des Bedauerns zurück und bittet wegen derselben um Entschuldigung. Diese Erklärung ist auf Kosten der Schriftleitung in der„Egerer Zeitung" und im„Volkswille" in Karlsbad zu veröffentlichen, wobei, der Hächstbetrag mit 76 K£ vereinbart wird. Die Herausgeberin der periodischen Druckschrift„Egerer Zeitung", durch Jng. Friedrich Bergmann, verpflichtet sich, als ' Sühnebetrag 400 AL für den Lenin„Arbeiter, fürsorge" und die gerichtlich zu bestimmenden Kosten der rechtsfreundlichen Vertretung binnen vierzehn Tagen zuhanden des Dr. Otto Reichl, Advokaten in Eger, bei Exekution zu bezahlen. Diese Erklärung der„Egerer Zeitung" unterstreicht die längst vollzogene moralische B« r u r t e t( u n g d e r„B o h e m i a". fenanlagen wurde bis jetzt nicht entsprochen. Au8 gut informierter Quelle wird uns mitgeteilt, daß die Militärbehörde nicht beabsichtigt, Militär beizustellen, da die Voraussetzungen angeblich nicht gegeben sind. Festgehalten muß werden, daß als erster Parlamentarier Senator Genosse Dr. Heller die vom Unwetter betroffenen Gemeinden besuchte, während der Senator Bock von d e r S d P am Dienstag nach der Katastrophe nirgends zusehen war und in S a a z s p a z i e r e n g i n g. Erst Mittlvoch machte er sich bemerkbar, indem er sich nachmittags der Bezirksschadenserhebungskommission anschloß. .und Begleitumstände fordern müssen, denn du- Oefsentlichkeit ist außerordentlich erregt über die Serie von Unglückssällen aus diesem Unter, nehmen. Der verunglückte Bergarbeiter stand im 26. Lebensjahr- und hatte zu Ostern dieses Jahres erst geheiratet. Den Angehörigen wendet sich die Teilnahme der arbeitenden Bevölkerung zu. fall, dem der Arbeiter Johanis a u s S ch eile n k e n zum Opfer.fiel.— Vom Baggerunternehmen Kindl wird dort ein neues R-servegelcise aufgeschloffen. Aus dem dort befindlichen Staffel- bäu wurde eine Maschine hochgezogen, die Johanis abmontieren sollte. Er lag unter der Maschine. T-.—r-; W- Vom Reservegeleise wurden Waggons abgezogen, unterhält— was an unzähligen Beispielen mgn hatte aber vergessen, die Weiche richtig zu nächgewiesen werden kann— ist eS als sicher stellen. Der volle Zug rollte nun aus das Geleise; anzunehmen,'daß er d e n ÜM z'i e r t-wurde wobei der Lokomotivführer zu'spät bemerkte, daß «std von ,del, deutschen Behörden zu Unrecht fest-' er auf den Stasfelbaü anfuhr. Johanis erlitt gehalten wird. Die entsprechende Anzeige wurde schwere Kopfverletzungen, die seinen sofortige» bereits bei der tschechoslowakischen Behörde er« Tod zur Folge hatten. Dies ist im heurigen Fahre nun schon der Isechste tödliche Unfall, der sich auf'dem Ludwig-Schacht ereignete. In den? Kreisen der Arbeiter wird davon gesprochen, daß das Unter- ! nehmen Kindl schon lange keine Wei ch e n» steiler mehr beschäftigt und.die Lokomotivführer häpfig abspringen müssen, um die Weichen zu stellen. Eine andere Sparmaßnahme . besteht auH darin, daß keine Bremser mehr Vorhänden sind. ES wäre hoch?an der Zeit, daß sich'sowohl der Betriebsratsobmann, als auch hie maßgebenden, behördlichen Faktoren üm diese Zu- stände.cbekümmern würden,/damit hier endlich, einmal Ordnung geschaffen wird.-DaS Leben de» ' Arbeiters darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.?.Es ist uns so wertvoll, daß ivir klar und deutlich eine genaue Untersuchung der Ursachen Ein tschechoslowakischer Staatsbürger Im Dritten Reich verschollen Nach jahrelanger Arbeitslosigkeit gelang eS .Karl Brandner aus Pechgrün(Bezirk El« bogen), die Vertretung einer Papierfabrik zu erhalten. Aus Berussgründen und zum Besuch von Verwandten fuhr er Ende vergangener Wo che näch S a ch s e n und wollte laut Bericht sei-. Ner Ehefrau spätestens innerhalb zwei Tagen Bilin ereignete sich Freitag früh zwischen 7 und wieder zu Hause sein. Seit Samstag, de» 26. 8 Uhr neuerlich ein schwerer, tödlicher Unglücks- ds.'fehlt jedoch jegliche Nachricht und Spur von“.—- 11 ■ ihm. Brandner ist mit einem gültigen Paß ord nungsgemäß über die offizielle Grenzstelle(Wei- pert-Bärenstein i. Sa.) nach Sachsen gefahren. Es ist von B. bekannt, daß er antifaschistischer Gesinnung, ist und bei den guten Verbindungen, welche die Gestapo im sudetendeutschen Gebiete Treffen der Naturfreundeinternationale in Brünn Informationsdienst. XlH.Hanptversammlnng. Diese Tagungen llnd für Tele- gierte gegen Ausweis zugänglich. Festführer. Derselbe ist soeben erschienen und wird deq gemeldeten Teilnehmern mit den Einlaßkarten zugesandt. Hotelquartiere sind im Hotel„Padowetz" in der Nähe vom Bahnhof reserviert. Maffenlager. ES empfiehlt sich, einen Schlafsack oder Leintuch sowie Decke mitzunehmen. Exkursionen und Reifen. Soweit sich die Teilnehmer noch nicht entschlossen haben, können Meldungen noch in Brünn in der Festkanzlei: Volkshochschule, Janäöekplatz 2, oder im„Dopz"-Gebäude, Lajansthplatz-3, vorgenommen werden. Für den 'Besuch drrMacocha ist.wärmere Kleidung(Mantel)" mitzusühren. Kundgebung und Festzug. Rur Sturmsahnen, Naturfreundesahnen und Wimpel dürfen mitgesührt werden. Ortsgruppen, Achtung! Die Geschäftsstelle ist vom 6. bis 12. August geschlossen. Während dieses Zeit wird keine Post erledigt. Daher sind schon jetzt Bestellungen! an Bahnmarken»sw. auszugeben, damit rechtzeitig die Auslieferung erfolgen kann. HAUPT- MMUINfl TOURISTEN* Die soziale Demagogie der SdP> . Treffend schreibt im„Närodui osvobozeni" B.. Gutwirth: Henlein hat, um zu zeigen, daß seine Partei tiiifeS soziales Empfinden hat, versprochen, daß er aus der Partei jeden hinauswerfen werde, der gegenüber deutschen Stämmesgenossen nicht genug soziales Empfinden an den Tag legen werde. Bis heute wurden aus der Henleinpartei schon viele Leute hinausgeivorfen. Keiner wurde aber deswegen ausgeschlossen, tveil er nicht genug soziales Empfinden, hatte; sie wurden deswegen hinäus- . Meldungen sind int politischen Bezirk Saaz insgesamt 36,000 j Schock Hopfen vom Sturm umgelegt worden. JM ,„. u_,_,„JJ|WUI... II Der Forderung der Landwirte wegen Bei« Partei Konrad Henleins die Arbeiter, gegen die-stelluitg von Militär, zur Aufstellung von Hop- deutschen Fabrikanten in Schütz genommen hätte." Die Lohnverhältnisse der deutschen Arbeiterschaft haben' sich seit dem Kommen Konrad Henleins nicht verbessert, sondern im" Gegenteil ver schlechtert. Die deutschen Fabrikanten kassierten so die Schwächung der sozialistischen'Kräfte m.der deutschen'politischen Häuslichkeit ein; vielleicht wollen sie sich so, wenigstens zum Teil, die Geld geschenke ersehen, welche sie der Henleinpartei gaben. Im Parlament hat die Henleinpartei 44 Ab, geordnete. Sie ist jedoch mit nichts gekommen, Was die Arbeiterschaft nützen würde. Bei der Verhandlung der Frage der öffentlichen Arbeits vermittlung hat sich die Henleinparret vollständig auf den Standpunkt der deutschen Fabrikanten und. Unternehmer gestellt und ihre.Argument haben sich in nichts von jenen der„Närodnk listh" unterschieden. . Es ist kein Wunder, wenn in der SdP, eine große Unzufriedenheit der Arbeiterschaft ent steht. Ein Teil der Arbeiterschaft ist bereits völ lig ernüchtert, ein anderer Teil glaubt, daß Ru dolf Kasper in der Vertretung der Arbeiter forderungen konsequenter sein wird, als Henlein. Man vergißt aber daran, daß Kasper, ein. ehe maliger Hakenkreuzler, also Anhänger, der Partei der Jung, Krebs und Schubert ist.' Es ist ein wesentliches Zeichen der reaktio nären Parteien, daß sie sich in ihrem Streben nach Macht* eine soziale Maske aufsehten, welche sie wegwürföNl sübaldsie.zur Macht gelangen." So ist eS auch" in der Henleinpartei. Aüch diese" Par tei haben viele deutsche arme Leute und Arbeits lose gewählt; sie haben gehofft, daß ihnen diese Partei helfen werde. Sie haben ihre Schuldig keit getan und— können gehen. : Die Streitigkeiten um Brand, Reisen in die Schweiz, nach England, die, Kämpfe um Macht,. Stellen und Funktionen in der SdP. zeigen klar, wie wenig es der SdP. um das Interesse der deutschen Arbeiterschaft geht. Gehorchen und schweigen,— das ist das einzige Recht des Ar- beiters, der heute mit in* der Henleinpartei ist. Die Armen erkennen spät, wie sie sich haben ein- . seifen lassen. Anerkennung für die Arbeit des Genossen Dr. Czech Wir lesen in der Pilsner sozialdemokratischen„N o v ä D o b a": Der Minister für öffentliches Gesundheitswesen, Genosse Dr. Cz ech, hat eine Tat vollbracht, die nicht nur des Lobes ivert ist, sondern für die ihm auch wirkliche Dankbarkeit gebührt." Mit der ihm eigenen Zähigkeit«nd bei Unterstützung durch den Fürsorgeministerj Genossen Jng. N e t a s, verschaffte er aus staatlichen Mitteln den Betrag von 6 Millionen Kronen zur Unterbringung von durch Unterernährung an ihrer Gesundheit bedrohten Kindern in Nekreationslagern. Die anfangs Mai begonnene Aktion wurde jetzt liquidiert. 9500 Kinder— davon 1000 Jugendliche— wurden in passende Erholungsheime und Lager geschickt, in welchen mit einem Aufwand von 12 stä pro Kopf und Tag nnch einem einheitlichen ärztlichen Plan alles vorgelehrt wurde, um die bedrohte Gesundheit der Kinder zu festigen. Der Aufenthalt der Kinder in den Lagern dauerte sechs Wochen — btc Ergebnisse sind erfreu- l i ch. Alle Kinder haben an Gewicht zugenommen und, was die Hauptsache ist,"sie werden jetzt noch drei Monate unter ständiger ärztlicher Aufsicht stehen, unt den Einfluß der ErholnngSmaß- nahmen zu beobachten. Die a u f g e w e n d e- t e it fünf Millionen haben wah r e Wunderbewirkt. Nach einigen Angaben über die Aktion im Pilsner Gebiet schreibt das Blatt abschließend: „Die»Czech-Aktion', wie diese Nekrentions- fürsorge genannt wird, ist in ihrer Art das größte sozialgesundheitliche Unternehme n, das bei uns bisher durchgeführt wurde." ker"für die zulässige Fahrpreisermäßigung auf den Staatsbahnen nach dem Tarif 4(etwa 60 Prozent) werden zu* 20 Heller für das Stück ausschließlich in den Bezirksanstalten für unentgeltliche Ar» b e i t S v e r m i t t l u n g verkauft. Die Partiesiihrer(Führerinnen) von Pfliickerpartien wollen sich rechtzeitig diese Legitimationen dort besorgen. In den BezirkSnnstalten erhalten sie auch ein F l u g b l a t t, in welchem eine Belehrung über die für Hopfenpflücker geltenden Begünstigungen bei Bahnfahrten enthalten ist, Iveiter die„Bedingungen" des Arbeitsvertrages für die heurige Hopfenpflücke. Da sotvohl die Ausfüllung als auch die vorgeschriebene Beglaubigung der Legitimationen für die Fahrpreisermäßigung die angeführten Bezirksanstalten besorgen», haben die Partieführer keine weitere Gänge als in die.zuständige, üffcütliche Arbeitsvermittlungsstelle. Partien, welche keine im Voraus gesicherte Arbeitsstelle bei der.Hopfenpflücke haben, dürfen keine Legitimationen ausgestellt werden. Heute In zwei Wochen beginnt in Tepllh-Schönau das grosse Bundes-Schwimmfest de? ITUS Am 15. und 16. August wird das prächtige Schloßgarten-Warmbad im Mittelpunkt einer prächtigen Veranstaltung stehen, die neben den sportlichen Leistungen daS ausgewählte Programm eines . Festabends enthält, der, zu einer würdigen Manifestation des Arbeitersportes werden«iuß! Genossinnen und Genoffen! Euer Ziel sei an diesen Tagen Teplitz-Sch'önau! dadurch keineswegs verblüffen, fühlte" der erstaunten und schlaftrunkenen Frau, den Puls, zog die Stirn bedenklich in Falten, schrieb" schließlich ein Rezept und. zog den WinterSgrüner beiseite:„Guter Mann", sagte er,„es steht ni ht gut um Eure Frau. Es ist nötig, daß* sie schleunig die Medizin einmmmt. Ihr könnt mit mir nach Chodau in die Apotheke fahren." Und-er schob den Mann vor sich her ins Auto, sprang nach und lenkte den Kraftwagen durch die regenschwere, finstere Nacht nach Chodau. Dort angekommen, hielt er den Wagen an, hieß den verdutzten Wintersgrüner auSsteigen, hielt"ihm einen kleinen Vortrag über Leute, die sich erst deut Suff ergeben, dann ihre Mitmenschen um die Nachtrul>e bringen— und dann flitzte der Wagen davon, und der Saufaus von Wintersgrün stand da in der Nacht im strömenden Regen, mit. einem Rezept in der Hand,.mit dem er njchtS anfangen konnte, weshalb er es mit einem Fluch auf die Erde schmiß und reichlich ernüchtert den Heimweg antrat. Einige Tage später kam die Rechnung deS Arztes über eine nächtliche Visite, und weil der WinterSgrüner bockig war und nicht zahlen wollte, hatte sich auch noch das Gericht mit der Angelegenheit zu beschäftigen— mit dem Erfolg, daß der überschlaue Bürger von Mn» terSgrün zur Zählung der Rechnung und der Kosten verdonnert, wurde ,,, Seite 4 SamStag, 1-. guguftl986 Nr. 17« Ironie des Zufalls Das olympische Feuer ist durch die Tschechoslowakei getragen und an der Grenze in deutsche Hände übergeben worden. Nun lodert es in Berlin; nach den Worten der bürgerlich- demokratischen„Baseler National-Zeitung" leuchtet es als Symbol der Humanität in einer Welt, die jegliche Humanität höhnisch mißachtet. Der Zufall, der inituntcr ein unübertrcff- kicher Regisseur ist, hat es gefügt, daß dieses Feuer auf seinem Wege nach Berlin noch in einem ganz anderen Sinne symbolisch geworden ist. Aus der jugoslalvischen Stadt Kragujevac kain die Nachricht, daß das von den Läufern ge- trageue olympische Feuer kurz vor der Stadt beinahe erloschen wäre, weil unter den von einer reichsdeutschen Firma gelieferten Fackeln eine Anzahl mangelhafte waren, die statt in den erforderlichen zehn Minuten schon in nicht ganz drei Minuten abbrannten. Während dieser Zeit konnte aber der Läufer nicht den nächsten Läufer erreichen und es bestand Gefahr, daß der Lauf unterbrochen würde. Aus diesem Grunde gab der Leiter des FackellaufcS in dem jugoslawischen Orte Paracin den Befehl, die Fackel auf Fahrrädern zu befördern, um rechtzeitig von einem Kilometer zu dem anderen zu kommen. So wurde die Fackel durch die Ortschaft Paracin in einem viel rascherem Tempo getragen, als vorgesehen war. Im letzten Augenblick wurde ,in Paracin die Situation dadurch gerettet, daß in der dortigen Bierbrauerei iu aller Eile aus Kisten und anderem Brennmaterial ein S ch e i- terhaufen errichtet wurde, der mit der olympischen Fackel angezündet wurde, um auf diese Weise das olympische Feuer solange zu Hal- ten, bis neue Fackeln aingelangt waren, welche die vorgcschricbene Brenndauer besaßen. So hat cö der Zufall als genialer Ironiker gefügt, daß das olympische Feuer nur über einen Scheiterhaufen ins Dritte Reich gelangte, ins Land des Reichstagsbrandes und der Scheiterhaufen, auf denen die deutsche Literatur in Flammen aufging. Und so ist die Szene in Paracin zu einem Syinbol geworden, wie cs drastischer nicht denkbar ist. Olympische Nadelstiche. Der national- sozialistische„T c l o g r a f" bringt mit allen Zeichen des Mißvergnügens auf der ersten Seite unter der vierspaltigen Ausschrift„Für die Inder hatten sie Ob er st e, für die Tschechoslowaken genügte ein Leutnant" zwei Bilder, die den Einzug der tschechoslowakischen Wettkämpfer in dem olympischen Dorf bei Berlin und daneben den Einzug der Wettkämpfer aus Indien zeigen. Neben der Fahne, die der tschechoslowakischen Delegation vorangetragcn wird, schreitet als Vertreter der Reichswehr, die in dem olympischen Dorf bekanntlich den Hausherrn spielt, eineinzigerReichswehrleutnant, während an der Spitze der indischen Delegation drei hohe Offiziere, darunter ein Oberst zu sehen sind. Ebenso prächtig wie die Inder, berichtet das Blatt iveiter, seien auch die Italiener, Japaner und Oesterreichcr empfangen worden, die auf dem Bahnhof der Vorsitzende des olympischen Ausschusses Exzellenz Lewald persönlich begrüßt habe. Die Tschecho- slowaken habe ein Herr Mayer empfangen... Verlustliste. Dem Jahresbericht der jugo- slawischen Polizei für das Jahr 1985 zufolge wurden iin vergangenen Fahre Lei Zusanimen- slößen mit der Polizei 69 Personen getötet, 117 verletzt, 9 Gendarmen getötet und 79 verletzt. Hauptquartier Saint-Jean-de-Luz Menschenschmuggel, Waffenhandel, Frauenbataillone und RevOlutlonitourlsHk (MTP. Saint-Jean-de-Luz.s In und um San Sebastian, Behoby, Jrun und Hendaye knattern Getvehre, Maschinengewehre/ Geschütze. Noch ist der Kampf, unentschieden; noch ist'vielfach eine Stadt, ein Dorf zur Hälfte von Aufständischen, zur anderen Hälfte von Regierungstruppen beseht/ die einander aus den Fenstern und von den Dächern herunter erbitterte Gefechte liefern, aber soviel steht schon heut« fest, daß hier oben im Baskenland ein entscheidender Teil des spanischen Schicksals geklärt Wird. Biqo beherrscht Spaniens Nordküste, Jrun, das sich fest in der,Hand der Regierungstruppen befindet, die Pyrcnäengrenze, also die für die Lebensmittelversorgung des Landes unentbehrliche Verbindung mit Frankreich. Nicht mit Unrecht erklärte der ehemalige Kammerherr Alfons Xlll. und gegenwärtige Chef der monarchistischen Emigranten in Saint-Jean-de-Luz, Marquez de Symbol, dieser Tage einem englischen Interviewer:„Wer Jrun hält, der hält den Sieg!" In und um Hendaye knattern Schüsse, und trotzdem oder vielmehr gerade deshalb steht Saint-Jean-de-Luz, das sonst so.ruhige, nur eine Viertelstunde von der Grenze entfernte französische Küstenstädtchen, heute im Zeichen eines Fremdenverkehrs geradezu gigantischen Formats." Das Hauptkontingent der fremden Besucher stellen natürlich die spanischen Emigranten. Man schätzt Ihre Gesamtzahl auf mehrere tausend, und. die Mehrzahl von ihnen ist mit„Sack und Pack", d. h. mit einem ansehnlichen Troß vollbcpackter BegleitautoS, herübergekommen, abgesehen von denjenigen, die schon beizeiten durch Erwetb französischen Grundbesitzes für kritische Tage borgesorgt hatten. Im übrigen sind sie alle tveit davon entfernt, sich' resigniert mit ihren: Schicksal abzufinden, und die ruhigen ÄUstenorie der Gascogne haben seit den Tagen der Karlistenkämpfe noch nie soviel konspiratives Treiben erlebt wie heute. In der„Taverne basque" befindet sich das Hauptquartier Hier residiert der M a r q u c z de Sy mb al; hier taucht von Zeit zu Zeit die hohe Gestalt d-.S lcgcndcnumwobenen Finanzkönigs' Ina n March auf, gegen den von feiten der republikanischen Behörden noch eine ganze Reihe Strafverfahren wegen Monstreschmuggels anhängig sind und der auch sonst'das stärkste persönliche Interesse daran hat, seine Millionen in di«„Unternehmungen" der rebellierenden Generäle hineinzustecken, da er ja nicht nur der„ungekrönte König der Balkarischen Inseln" ist, sondern auch das gesamte Jndustrierevier am Rio Tinto und die asturischen Bergwerke besitzt und außerdem noch maßgeblich an den Werften und Rüstungswerken von Vigo beteiligt ist, deren Hauptanteil kurz nach Kriegsende im KompensationSivcg« von Dicker s.- Arm st r o n g an Krupp überging. Und hier kann man endlich zu jeder Tageszeit verioegen aussehenden Gesellen begeg nen, di« in da» aristokratische Gesamtmilieu nicht recht hineinpaffen, trotzdem aber von den.„Ci- dcvants" mit bestrickender Liebenswürdigkeit behandelt werden, da fie zwar durch ihr« Pässe als harmlose Fischer legitimiert werden, sich in Wirklichkeit jedoch dem einträglicheren und zeitgemäßeren Gewerbe des M e n s ch e n» und Waf- fenschmuggelS widmen. Ihre Chancen stehen hoch, denn die Grenz' wird haarscharf überwacht. Di« Einreise nach Frankreich ist für sämtliche Flüchtlinge, ohne Ansehen der Parteizugehörigkeit, frei, die Einreise von Frankreich nach Spanien jedoch so gut wie unmöglich. Die internationalisierte Brücke von Hendaye ist vom spanischen Grenzschutz hermetisch abgesperrt, jeder Reisende wird auf Herz und Nieren geprüft, und zehn Kilometer weiter, bei Behoby, folgt eine zweite Grenzkontrolle, durch eine'dort stationierte, ad hoc gebildete Frauentruppe. Auch ein Diplomatenpaß garantiert hier noch leine Ausnahme. Das Gegenstück zur„Taverne basque" bildet die„Bar du Port", in der sich die Mitglieder der„F r e n t e P o p U l a r" mit ihren Freunden von der französischen Volksfront treffen. Hier kann man fast täglich den Führer der spanischen Volksfront des Bezirke» Jrun, Jost I r a t ch i, begegnen, der als Verbindungsmann zwischen der spanischen Regierung und den französischen Behörden dient. Die Verhandlungen über die Genehmigung der Ausfuhr französischec Waffen für die spanischen RegierungStruppcn, die gegenwärtig im Gange sind, wurden durch ihn angebahnt und gehen'im wesentlichen durch seine Hände. Den übrigen Teil der neuen Besucher von Saint-Jean-de-Luz stellen internationale Abenteurer, Schmuggler und Touristen, die sich vom sicheren französischen Boden aus die kaum 200 Meter entfernten Gefechte betrachten. Die Schmuggler haben goldene Zelten. Je schärfer dispanische Grenzüberwachung ist, umso teurer wird der Schmuggel von Menschen und Waffen bezahlt,- der auf kleinen Booten vor sich geht, diunangefochten zwischen Biarritz und dem zwischen San Sebastian und Bilbao liegenden spanischen Küstendörfchen Deva verkehren. Der Touristenverkehr ist ins Ungeheure gestiegen. Die Zahl der ausländischen Autos, de gegenwärtig in Saint-Jean-de-Luz parken, wird auf über 1009 angegeben. Die Bevölkerung ist über die an Z Y n i s m u s grenzende Neugierde, mit der di« internationalen Globetrotter aus ihren Ferngläsern die Kampfhandlungen betrachten, stark erregt, und di« Grenzbehörden erwägen bereits Maßnahmen gegen diese Herabwürdigung d es s p a nischen Bruderkrieges zu einem'Schauobjekt für Neugierige. ' SA-Demonstration in katholischen Kirchen. Ein Prager Geschäftsmann, der kürzlich von seiner Reise durch Süddcutschland zurücklehrte, berichtete der Union für Recht und Freiheit:u. a. von einem Ztvischenfall in der größten Katholischen Kirche der Bayrischen Stadt Nürnberg. An der Tür der Kirche war unter den Pfarramt-, lichen Mitteilungen die Verlesung eines Hirtenbriefes angelündigt worden. Ungefähr zehn Minuten nach Beginn des Gottesdienstes erschien ein Trupp von zehn uniformierten SA-Leuten, die im Marschtritt den Mittelgang bis zur Kanzel durchquerten und dort demonstrativ zehn Minuten mit bedecktem Haupt stehen blieben. Nach einer militärischen Kehrtwendung verließen sie ebenfalls wieder in Marschtritt das Gotteshaus. Zur Erinnerung! In der Nähe von G ö r z fanden fünf Personen ztvei 28»Zentimeter- Geschosse aus dem Weltkrieg. Während sie daran hantierten, explodierte eines der Geschosse und tötete drei Personen, die anderen zwei wurden schwer verletzt. MacMahon sagt auS. Vor dem Polizeigericht in der Bowstreet wurde Freitag die Verhandlung gegen den Königsattentäter MacMahon fortgesetzt. Es wurde mit dem Verhör des Angeklagten begonnen, der auf die Frage des Gerichtes antwortete, daß er bisher unbescholten sei. Im Jahre 1988' wurde.er wegen Ehrenbeleidi- güng zu zwölf Monaten Kerker verurteilt,' hie höhere Instanz hob aber das' Urteil auf und MacMahon wurde nach dreieinhalb Monaten wieder in Freiheit gesetzt,„Ich setzte mich mit hem Innenministerium", sagte MacMahon,„in Verbindung, um einen Ersatz zu erlangen. Im Jahre 1984 richtet« ich ein nicht unterschriebenes Gesuch, an König Georg, in welchem ich insbesondere um die Einleitung der Untersuchung gegen zwei Detektive ersuchte. Ich wurde jedoch gezwungen, meine Petition zurückzuziehen." In seiner Aussage erklärte MacMahon weiter, daß seine Verurteilung zu zwölf Monaten Gefängnis ihn physisch und materiell vernichtet habe und daß er infolgedessen keine entsprechende Anstellung finden konnte. Aus diesem Grunde habe er sich-entschlossen, irgendeine Tat auSzusühren, um auf. sich aufmerksam zu machen. Deshalb habe er sich am 16. Juli bei der Militärpargde zwischen die, Zuschauer gedrängt'und als sich der König näherte, aus der Tasche den Revolver, gezogen, ihn beim- Schaft gehackt und ihn in die Marschrichtung dcS Königs geschleudert. Er hätte durchaus nicht die Absicht gehabt, den König zu verletzen. Augenblicklich sei er aber von zwei Polizisten festgenommen worden. Taifun. Auf Nord-Luzon(Philippinen) richtete ein Taifun großen Sach- und Ernteschaden an.. Fünf Peösonen- wurden getötet, tnehrere andere werden vermißt. Alle Verbindungen sind unterbrochen. Menschenjagd mitte« I« Pari». Um di« Mittagsstunde spielte sich mitten in einer der belebtesten Gegenden von Pari», an dem dem Mont» martrehvgel vorgelagerten Boulevard Clichy eine wilde und gefährliche Menschenjagd ab. Zwei Kriminalbeamte entdeckten unter den Zuschauern"vor einer der um diese Jahreszeit auf dem Montmartre aufgestellten Schaubuden einen langgesuchten Verbrecher. Mer im selben Moment, als sie an ihn herankamen, erkannte auch dieser die Gefahr, riß«inen Revolver au» der Tasche, feuerte.in die dichte Menge«inen Schuß ab, der wie durch ein Wunder niemand verletzte, und kroch unter einen der Arststenwagen. Während die Beamten hinter ihm her stürzten, ergriff die Menge eine Panik, weil,noch weitere drei Schüsse fielen. Aller flüchtete, und der Verbrecher haste freie Bahn, da auch alle Auto» stoppten. Er lief, den Revolver immer nochin der Hand, quer über einen Platz, an dem gerade Kinder aus einer Schule kamen. Die Beamten wagten nicht, von ihrer Waffe Gebrauch zu machen, um die Kinder nicht zu gefährden. Ein zufällig um vie Eck« biegender Schuhmann warf sich dem Verbrecher entgegen, der den letzten Schuß abfeuerte,»er-in dir Fensterscheibe«Ine» Geschäfte» ging und direkt über dem Kopf eine» Verkäufer»«inschlug. Dann warf er den leeren Revolver fort und wollte flüchten. In diesem Moment traf ihn die gutgezielte Kugel eine» der Beamten und machte ihn kampfunfähig. Nur mit Mühe konnte man den Mann vor der Wut der erregten Menge retten. JaurK-Marken. Anläßlich dcS 22. Jahrestages der Ermordung von Jean Jaurös Abt da» französische Postministertum zwei Briefmarken mst dem Bildnis von JauriS heraus. Der literarische Nachlatz M. Gorki». Der literarisch« Nachlaß M. Gorki» ist von außerordentlichem Wert. Im Archive Gorki» befinden sich einige nicht veröffentlichte Handschriften,.insbesondere die 790 Seiten starke Handschrift des vierten Buche» deS Roman» ,Mim Samgin", an dem Gorki bi» in die letzten Tage seine» Leben» gearbeitet hat. Außerordentlich umfangreich ist der Briefwechsel Gorki». Den Hauptplatz nehmen Briefe an Schriftsteller ein, die Gutachten über ihre Werke und konkrete Weisungen und Ratschläge de» großen Schriftsteller» enthalten. Von großem Interesse ist^ der Briefwechsel mit den Führern der kommunistischen Partei und der Regierung der Sowjetunion, Außer dem bereits veröffentlichten Briefwechsel mit W. I. Lenin enthält da» Archiv M. Gorki»"noch seinen Briefwechsel mit I. W. Stalin, W. Molotow, K. Woroschilow u. a. Ob Briefe von T r o tz k i da sind, wird offiziell verschwiegen. Die Briefe an M, Gorki zählen nach Zchntausenden. Dir Wetterbesserung dürste nur vorübergehend sein, da sich der Zufluß feuchter Luft vom Ozean voraussichtlich erneut verstärken wird.. Wahrscheinliches Wetter heute: Vorübergehende Beruhigung, vergrößerte Temperaturschwanküng-zwischen Tag und Nacht. Allgemeiner Witterungscharakter noch unbeständig. Wetteraursichten für Sonntag: Im Osten de» Staate» weitere Besserung, im Westen Wetterlage unsicher. Vom Rundfunk a^MlMi«nrlM aua 4m ProaramaaMi Sonntag: Prag, Sender S.r 6.80: Morgengymnastik, 7.00: Uebertragung de» Konzerte» au» Luhaöpvi^ 8.80: Orgelkonzert, 11.08: Uebertragung au» Salzburg; Konzert franz. Musik, 12.48: Blasmusik, 18.45: Schallplasten, 14.00 bis 14.16: Deutsch« landwirtschaftliche Sendung, 17.86: Deutsche Sendung: Uebertragung vom Westböhnnschen Arbeitertag In Falkenau, anschließend Nachrichten und Wetterbericht, 19.06: Konzert, 20.46: Tschechische Volkslieder, 21.06: Konzert, 22.80: Schallplasten.—- Sender L.: 14.80: Deutsche Arbeitersendung: Dr. Fritz Posamticr Der Funktionswandel der Aewerk- fchaften.— Brünn: 6.80: Morgengymnastik, 7.00: Konzert aus Luhaöovic, 18.46: Deutsche" landwirtschaftliche Sendung, 16.00: Konzert au» Luhaiovic. 17.35 bi» 18.60: Deutsche Sendung, 19.50: Uebertragung au» Mährisch-Ostrau, 20.06: Uebertragung au» Prag.— Pretzburg: 6.80: Morgengyrnnästik. 7.00: Konzert au» Luhaiovic. 18.46: Konzert, 20.06 Slowaftfche Volkslieder, 22.86: Schallplatte».— Kaschau: 6.80: Morgengymnastik,' 9.06: Konzert, 18.66: Konzert.— Mährisch.Oftr-u: 6.80: Morgengymnastik, 10.46: Arbeitersendung. '' Von dtn KlmpfM um Madrid, Die strategisch wichtige Brücke über den Guadarrama-Fluß wurde gesprengt, um den Vor, x marsch der Rebellen besser aushalten zu können. Nr. 178 SamStaH 1. August 1936 Stift 8 „Freut euch des ■ Die deutschen Arbeiter-qaben' durch einen plötzlichen RegierMigSakt Anfang April darauf verzichten' müssen, durch BetriebS-VectrauenSraiS- Wahle» sich über Hitlers„Sozialismus" zu äußern, sie haben'am 1. Mai auch, nichts gehört von dem /.gerechten Lohn", dessen Wissenschaft» liche Erforschung und Feststellung ihnen der Präsident der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley zu diesem Tage feierlich versprochen hatte. Dafür haben sie dieseü unbekümmert rheinisch-fröhlichen Arbeiterführer wieder einmal persönlich' erleben dürfen,' Innerhalb sechs Wochen hat er im Fluge unzähliche Fabriken besucht. Obgleich ohne rhetorische Begabung ist, er der Rekordredner der Bewegung und übertrifft'an Zeiht und Länge und Breite der Reden sogar Hitler und Goebbels. Seine Tage sind ängesüllt mit' Besichtigungen, mit jovialen Händedrücken an Betriebsführcr und Gefolgschaften, mit verschwomnienen Predig- ten, mit. Photographiertwerden inmitten lachender Arbeitergruppen, meistens allerdings seht jünger Flckrilmädchen, die er gerne auch einmal M Tanze schwenkt. Weder die Nazi», noch seine Gegner nehmen ihn, der sich nie um' richtige Arbeit riß, sonderlich ernst, aber«S ist ihm auch niemand böse, trohdcm er sich innerhalb dreier Jahre von einem Manne mit einer Serke von Offenbarungseiden' zu einem Großgrundbesitzer - entwickelte. Daß er Lohnerhöhungen'„erkämpfen" wüode, erwartete niemand. Map sieht in ihm mehr einen BergnügungSdirektor. Lustig und leutselig ist er auf jeden Fall.'Der durchschnittliche Marxismus schulte seine Gewerkschaftssekretäre zu strengen Doktrinären, die sogar die Arbeitermädels In die Geheimnisse materialistischer Geschichtsauffassung einzuführen trachteren und selbst auf den seltenen Arbeiterfesten sozialpädatzogisch zu wirken sich bemühten. Dieser puritanische MarxiSnsuS erlebt jetzt mit Staunen, wie sich allzuviele'immer wieder durch Spiele über den Mangöran Brot Hinwegtäuschen'lassen. Die gewaltige Propaganda mit„Kraft durch Freude" ändert nichts-daran, daß sie den Massen nichts bietet, was sie nicht früher schon in kulturell höherer Form hatten, abgesehen von einigen erst noch geplanten Hotels für tausende, ja sogar zehntausend« Arbeitergäste. Schon im Jahre 1929 hatten 97.8 Prozent der arbeit-vertraglich erfaßten.12 Millionen deutschen Arbeiter bezahlten jährlichen' Urlaub. Darüber-hinaus find bisher nur unverbindliche Aufruf« von Partei» und Staatswürdenträgern an die Unternehmer ergangen. Di« nach Millionen Mitgliedern zählenden. Sport-, Kultur» und Bergnügungsvereine der Arbeiterbewegung boten zahllose Erholungsmöglichkeiten, auch in tausenden über die schönsten Landschaften des Reichs verteilten Erholungsheimen, Das alles war viel besser auf den Geldbeutel des Arbeiters berechnet, al» die paar Reklamereisen von K. d. F. nach Madeira und nach Skandinavien, an denen kein einziger Arbeiter auf eigen« Kosten teilnehmen kann,' wenn er seine Familie nicht auf Monate um' das,Nö- tigste berauben will. Man greift'deshalb-zu andern Mitteln, um Arbeitern zur Illusion' einer Ferienreise zu verhelfen., So haben manche'Belegschaften, z. B. im Eschweiler Bergwerk-Verein, Kassen für Ferienfahrten gegründet? Dafür können monatlich ganze zehn Pfennig« pro Person erübrigt Wörden. Bei einer'Belegschaft von 2809 Mitgliedern sollen monatlich 41 Gefolgschaftsangehörige mit-.straft durch Freude" verreisen dürfen, also rund 599 iin Jahre. Alle hier bi» fünf Jahre kommt-ein Arbeiter an die Reihe'und hat dann fünf bi» sech» Mark für seine- Reise zur Verfügung. Auch die. gerissensten. Propagan- dakünste können eben nicht Vergnügungsreisen au» einer Arbeiterklasse hervorzaubern, in. der nach den amtlichen Zahlen 99 Prozent höchstens 25 Mark netto die Woche verdienen, also knapp da» Existenzminimum erreichen. Dr.-'Leh pflegt in seinen Reden' großartig« Bauten anzukündigen. So vor Jahresfrist in Köln die Errichtung eine» Palastes der Arbeitsfront am rechtsrheinischen' Ufer. Me Riesenbauten Deutschlands, selbst Göring» Ministerium, sollten übertroffen werden. Nie mehr hat man seitdem von- diesem gigantischen Bauplan etwa»• gehört. Nun hat-Ley den rheinischen Arbeitern den Bau de», größten Erholungsheime» Deutschland» mit 5Y99 Betten in König-Winter versprochen. Ob «s zusammen mit dem Plan.de» FerienhotelS der, 29,999 in Rügen Wirklichkeit-Werden wird, sieht dahin.-Kommen diese entsetzlichen Er» holungSfäbriken, so sind sie, nur-ein neuer-Be» W?nn ein Gesaidtli heiratet i Der amerikanische Gesandte in.Kopenhagen ist,-eine Frau, Mr». Ruth Bryan Owen- Frau Owen hat neulich geheiratet, und damit sind eine Reihe.kniffliger Fragen des Rechts, und der Hofheremonke entstanden...... ; Der Gatte der Frau Owen ist nämlich Däne, und^ zwar Offizier. Nun, um die unwichtigste und am einfachsten zu lösend« Frage zuerst zu-nehmen, hat die.Gesandttn der vereinigten Staaten natürlich in soundsovielen Fällen den Vortritt vor vielen anderen Leuten,, während ihr dänischer OsfizierSgatte al» kleiner, einheimischer Pintscher ganz weit hlnfen. rangiert. Bei großen Empfängen köniien zwar die Herren Gesandwn ihre Gattinnen ohne wettere» vom an der Spitz« mitsüh- ren— aberkenn eine Gekanotin mich ihren Mwnn mitnehmen? Wenn ja, würde«0 bestenfalls die Rolle eine» Prinzgemahls spiewn. Und das ist für einen Mann und-dazu poch einen Lehens?" weis, wie sehr'auch im natlonal„sozialistischen" Deutschland^die Klassenunterschiede fortbestehen. An Gasthäusern ist- in- Deutschland Ueberfluß. Nur wissen die Hotelier» nicht, wie sie trotz der Zuschüsse aus den wenig kontrollierten Kassen der Arbeitsfront, die-besitzlosen K. d. F.«Reisenden, so unterbringen und verpflege»'sollen, daß der Neid auf'die besitzenden Gäste nicht geweckt wird. Deutlicher:„Kraft durch Freude" sieht sich gezwungen, seine Ferienreisenden' von, den anderen BoUS< genossen an See und Äebirgö möglichst zu trennen, weil beide Teile sich fremde Welt bleibest: Die Wohlhabenden genieren sich unter den Blick«« der K.'d.' F.-Reisenden so zu leben, wiesie möchten und könnten, und die Arbeiter-VollSgenosseni die für ein paar Tage bei 2 Mark Pensionspreis stegulKr mindestens das Doppelte ustd Dreifache) und fast ohne Taschengeld Urlaub genießest sollen,' erhalten eistest gefährlichen Anschauungsunterricht von einer. Volksgemeinschaft, in. der angeblich; di« Klaffen abgeschasft sind. Offizier 7— in unserer bürgerlichen Gesellschaft, in bei die.Männerherlschast gilt, höchst demütigend., Aber e» gibt noch ernstere Fragest. Zum Beispiel:.Nach dänischem Recht /ist.Mr». Owen durch die Hesrgt Dänin, geworden. Nach amerikanischem'..Gesetz verliert sie zwar dadurch ihre amerikanische Staatsbürgerschaft nicht; aber kann elne^Usttertap.in de» dänischen König» zugleich Repräsentantin. der i souperänen Republik USA sein? Wettsi ein'e» TagöS'Frau Owen in einen" Zwiespalt zwischen denx Ansprüchen ihre» alten und denen'ihre», neuen päterkandS gerät? Wenn sie im Aüftrag. der UTA Forderungen zu verfechten hat, hie sie'als Dänin bekämpfen muß? Was. bann'? .Oder: Al» Diplomatin und Vertreterin einer ausländischen Regierung ist Frau Owen bestimmten Gesetzen Dänemark» nicht, unterworfen. Sie genießt' überdies die Immunität-de». Diplomaten. Wird sie nttn z.-Bi' bestimmte Situ«, Di« Nationalsozialisten sind Meister-der Regie, wa» von den deutsche»-., Marxisten trotz deren sachlich besserer Leistungen auch ihre besten Freunde nicht behaupten konntest? Aber auch Regisseure, haben ihre Grenzen. Die meisten deutschen Arbeiter, empfinden die Nationalsozialist!- scheu Mammuwrgänisationen ganz anders als «inst Ihre Gewerkschaften, an denen sie aufbauend mitwirkten, als etwas'Fremdes..In Wahrheit haben Ley und seine den Arbeitern aufgezwungenen.Funktionär« keine geistigen Beziehungen zu. der Masse deutscher Arbeiter, die schwer beweglich,, aber nicht denkträgc siüd. Ley will sie durch da», schöne- Lied„Freut euch des Lebens" 'über das steinige Dasein hinwegführen, aber er verkennt sie. Die deutschen. Arbeiter sind einstweilen politisch inaktiv und führerlos, aber sie sind nicht korrumpiert. Noch still und vereinzelt, aber planvoll beginnest sich'von Betrieb'zu Betrieb di« Kräfte wiedtr-u regen, um die sich Freiheitsgefühl und Selbstbewuhtsein ter Arbeiter sammeln werden. („National-Zeitung", Basel.)' erst nicht.zahlen!,müssen(weil sie ausländische Diplomatin ist), oder-so gut wie andere zahlen Müssen(als Dänin)? Seiht sie, bei eventuellen Verstößen- gegen gewisse Gesetze außerhalb des Zugriffs der-Behörden(als Ausländerin), oder kann sie verhaftet werden,(als Dänin)? Ist Frau.Owens Haus exterritorial(al» das einer ausländischen Diplomatin) oder nicht(als das ejneö Untertanin des dänische» Königs)? Biele Fragen erheben-sich, wenn eine Fran, die ein«-öffentlich« Stellung bekleidet, sich verheiratet.-Die-Zeremontenmeister-und Staat»rechtler Wetten Gelegenheit habe», ihr« Köpfchen anzustrengen. Aber d a ß. ins einem solchen Fall rein RÄtenkönig- von Problemen entsteht, von Problemen- von denen keine» aufgetaucht wäre, wenn tf sich um die Heirat«ine», männlichen Gesandten-mit«iyer Dänin gehandelt hätte, zeigt wieder einmal den Unsinn-und di« Rückständigkeit unserer Mur»ach dem Mann orientiert«» Gesellschaft/. M! B. Man weiß bei ihm nie: crawlt er oder ertrinkt er? fahrt, in die sogenannte See-Donau, d. i. den unteren Donaulauf bis nach Braila einsahren, in vollem Umfang schiffbar zu erhalten, hat die Europäische Donaukommission trotz der erheblichen Geldmittel, die zur Verfügung standen, nicht in dem Maße erfüllt, welches von ihr erwartet werde» durfte. Hingegen-hat das Bestehen dieser Kommission mit Rücksicht auf die h 0 h e n Goldabgaben, welche die Schiff« beim Passieren des Schwarze» Meeres in die Donau zu leisten gezivungen waren, die Schifffahrt ganz außerordentlich verteuert, war sich natürlich in eine wesentliche Verteuerung der Waren nmsetzte, welche ans diesen: Wege in die Donaugebiete eingebracht wurde». Den unmittelbaren Anlaß zu dieser Ankündigung des runiäiiischcn Schrittes gab die Acndcrung des Dardanellen- Statut», bei dessen Beratung in Montreux TiluleScu seinen Schritt bereits angeli'uidigt hat. Reue Bodenreform In Polen? Die Warschauer Presse verzeichnet Gerüchte, daß die Regierung möglicherweise im Monat September eine außerordentliche Parlamentssession cinberufen wird, um dem Parlamente eine Novelle zu dem bisherigen Bodenresormgesetz vorzulcgciy um dadurch ihren Plan einer radikalen Durchführung der Bodenreform zu verwirklichen. In Karsai Rom. Das Propagandaministerium dementiert die Gerüchte, daß Ministerpräsident Mussolini, der derzeit in der Romagna weilt, in Triest mit dem österreichischen Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und n:it Reichskanzler H liier' zusaistmentreffcn werde. Rom.(AP.) In Carrara kam er zu schweren Zusammenstößen von oppositionellen Elementen Mit der Miliz, wobei mehrere Personen getötet und verletzt wurden. Die Polizei mußte Verstärkungen holen und nahm 59 Verhaftungen vor. VMM und«M Im Kampf um höhere Löhne Die Zahl der Streiks ist im Juni 1989 mit 49 estvaS höher als im vorhergehenden Monat. Die Zahl der Streikenden hingegen ist mit 12.721 fast um 5999 geringer als im Mai. Der Verlust an Arbeitstagen betrug 119.643. Bon diesen 49 Streiks wurden 19 mit dem Ziele einer Lohnerhöhung geführt. Ein Streik war notwendig, um«ine weitere Herabsetzung der Löhne zn verhindern. Bei vier weiteren Streiks handelte cs sich ebenfalls um Lohnfragen.- Aus diesen Mitteilungen des Statistischen Staatsamtes ist zu entnehmen, daß der Widerstand des Unternehmertums gegen die berechtigten Lohnforderungen der Arbeiterschaft anhält. Al» seinerzeit die nie besonders hohen-Löhne in starkem Maße abgebaut wurden,'geschah das in- folg« der durch die Krise verursachten ungünstigen Umstände und mit dem Hinweis, daß sich, anders die Betriebe nicht fortführen ließen. Inzwischen ist für die Unternehmer«»zweifelhaft eine bedeutende Besserung eingetreten. Die Preise für ihre Waren Halen sich erhöht und au» de» Jahresabschlüssen der Industrie ist eindeutig zn entnehme«, daß die kapitalistische Rentabilität und damit der Prosit erheblich gestiegen ist. Sie müßte»' durum' auch jetzt wieder'zu Lohnerhöhungen übergehen. Stakt dessen wchgirr. sie sich und zwinge» die Arbeiter in Streik».- Von den im Juni geführten 49 Streiks könnten elf mit einem.Völl«»'. Erfolg und zwölf mit einem Teilerfolg durchgeführt Wörde», In zwölf Fällen war das Ergebnis noch nicht bekannt, während fünf ohne.Erfolg zu Ende geführt wurden. Statt von der Gefahr einer„ansteckenden Krankheit"-zu schreiben, wie e» das Unternehmer- Wirtschaftsblatt, der-»Prager Börsen-Tyui-ier", kürzlich mit dem Hinweis auf die Streikbewegung in Frankreich und Belgien tat, wäre es richtiger, die Unternehmer an ihre Pflicht-gegenüber'per Arbeiterschaft zu erinnern.'',tf Japans Anschluß an las Festland ; Ein Untersee-Tunnel zwischen Süd-Japan und Korea (DtTP) Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem japanischen Jnselreich Und den neuerdings unter sein Protektorat getretenen Gebieten NordchinaS weisen dine so rapide Eniwick- lung auf, daß! sie der japanischen Regierung ebenso viel ernste Sorge wie aufrichtige Freude bereiten. Korea, Mandschykno, Ost-Hopei, Hopei- Tschaha und die östlichen Gebiete der Inneren Mongolei sind schon heute, kaum erst erschlossen, für die japanische Wirtschaft eminent wichtig» und werden in absehbarer Zeit imstande sein, das. Jnselreich im Ernstfälle von der Auslandseinfuhr völlig unabhängig zu machen._ Hierin liegt aber gleichzeitig eine ernste Gefahr, die insbesondere von den japanischen Militärs durchaus nicht unterschätzt wird. Die einzige Verbindung Nippon», mit seinen kontinentale» Einflußgebieten ist gegenwärtig der Seeweg, und diese Verbindung kann im Falle.eine» Krieges gegen Sowjctrußland, England oder USA, wenn nicht abgeschnitten, so doch durch die gegnerischen Seestreitkräfte sehr empfindlich gestört werden? Das Bestreben der maßgebenden Kreis« in Tokio geht infolgedessen dahin, Japan von diesem Seetveg unabhängig zu machen, und das Projekt des Kiushiu-Korea-TunnelS, das gegenwärtig von der Regierung studiert wird, er» hält so den Eharakter eine» ostasiatischen Zu- kunstSproblemS allererster Bedeutung. Darüber, daß dieser Tunnel gebaut wird und daß der Bau bereits zu Anfang des kommenden Jahres in Angriff genommen werden Wird, ist. man. sich bereits. einig. Die genauen Kglklüwtionen liegen bereits vor, die. notwendi- »iniBermessungSarbeiten find schon in-aller Stille 'ausgeführt worden,-und auch die wesentlichen Einzelheiten' des Bauplanes stehen' bereits' fest. Nur einzeln« untergeordnete Teilfrage» stehen noch zur Diskussion.- Der Tünnel wird in drei Teihstr'ek» k e n gebaut. Der erste Tunnel verbindet den kleinen Hafen Uobouko am Nordwestrand der Insel Kiu-Sin mit der Südfpitze der kleine»' Insel Jki. Er durchquert also die Shimonoseki-Straße, und sein Bau wird-dadurch erleichtert, daß sich in der Mitte dieser übrigen» nur- etwa 29- Kilometer breiten MeereSenge ein« kleine unbewohnte Fel« feninsel befindet,-so. daß in Wirklichkeit nur zjpei.vephältniSmäßig einfache, nur- je etwa neun i. Kilometer. lange.'Anlageir unter dem. Meere'-erforderlich sind. Bon. dem AuSgang dieses TeiltunnelS wird«ine mit einer besonderen, Fliegersichtschuhanlage versehene Autostraße- nach der Hafenstadt- Kozamoto am Nördwesttand der Insel' Jfi führen. Dort beginnt der zwesie unterseeische Teil der Anlage, der in einer Gesamtlänge von-nicht ganz 55 Kilometern die Ktusenstern-Straße schneidet, um etwa vier Kilometer südlich des dem internationalen Handel geöffneten Hafens Jdzuhara an der Südspitze der Insel Tsou zu endigen.' Bon hier au» führt eine zweit«' Autostraße, mit den gleichen Schnhvor- richtigungen wie diejenige auf Jki versehen nnv die offene Stgdt Jdzuhara sorgfältig an ihrem Westrand'umgehend,-nach- Norden.'Hier, etwa sechs Kilometer südwestlich vom- Nordrand der Insel Tsou, befindet sich die schmalst« Stelle der Broughton-Meerenge, jenir-Partie des Japanischen Meeres, die Tsou von-der Korea vorgelagerten kleinen Insel Cargo trennt. Diese Meeren g e ist immerhin r u n d- 7 5 Kilometer breit und stellt deshalb den schwierigsten Teil des ganzen Projektes dar. Dret Kilometer östlich des zu einer japanischen Flottenstatlon ausgebau- ten Hafens Kcdjei erreicht dieser wichtigste Teil des Tunnels die Mitte der- Ostküste der Insel Cargo, di« dann ebenfalls von Osten nach Westen von einer Autostraße durchquert werden soll. Bon dort beträgt die Entfernung zur Ostküste von Korea knapp vier- Kilometer, und ob diese letzte Teilstrecke durch einen weiteren Tunnel oder einfach durch«ine Brücke bewältigt werden soll, ist infolgedessen noch ungewiß. Der Bau der ganzen Anlage wird ungemein dadurch erleichtert, daß die vier genannten Meerengen, di« da» Japanische Meer vom Chinesischen Meer trennen» felsigen Grund aufwcisen, so daß sundamentierende Betonierungsanlagen, wie' sie andernfalls erforderlich' sein würden, überflüssig-werden. Ein weiterer, nicht-zu unterschätzender Vorteil liegt darin, daß die Tief« der in Frage kommenden Gewässer 199 Meter nicht übersteigt. Da die Gesamtlänge der notwendigen unterseeischen Arbeiten rund 159 Kilometer beträgt, haben die Sachverständigen geglaubt, mit einem Kostenanschlag von insgesamt 1599 Millionen Aen auskommen zu können. Für die Ausführung de» gesamten Projektes ist aber immerhin eine Zeitdauer von zehn Jahren in Aussicht. genommen worden. Daß das gesamte Projekt als Teil des Lan- deSverteidigungSprograinmS betrachtet wird, darf kaum besonderer Betonung. Die Zivilbevölkerung der benötigten'Terrains auf den Inseln Jki und Tso.u jst bereits evakuiert, worden. Ausländern ist das Betreten dieser Jnfeln untersagt, und der Hafen Jdzuhara, dessen Benutzung man ihnen auf. Grund der bestehenden Verträge nicht verwehrest kann,. ist sorgfältig umgangen worden.' Uöberdie» sind auch di« Kosten de» Projektes ganz offiziell dem.Etat der'Landesverteidigung zuge- schlagen worden. - Abgesehen-von den militärischen Nachrichtenstellen hat man in Europa und Amerika von die- fen Dingen noch kaum Kenntnis, und doch bedeutet der kommende' Korea-Tunnel ein überaus IvichtigeS, vielleicht entscheidendes Ereignis für die-Zukunft des.japanischen Reiches und darüber hinaus des gesamten Fernen Osten». Rnmänim fordert Auf-«»««» der Denan- kemwission. Die- durch«in Interview de» Pariser „Temp»" erfolgte. Ankündigung de» rumänischen Außenminister» D i t u I e» c u, die rumänische Regierung werde die Aufhebung der Europäische n Donaukommission beantragen, kommt in keiner Weise überraschend. Die vor 89 Jahren gegründete Europäische Donau« kommisswn war in Kreisen der rumänischen und der internattonalen Wirtschaft und auch de» rumänischen Parlament«» wiederholt Gegenstand-- eingehender Kritik.'Ihre Hauptaufgabe,'den Gulina-Arm de» Donau-Delia», in welchen die Schiffe großer See- Seife ß .Sozialdemokrat BamSiag, I. August 1036. Nr. 178 „Nachtfalter."(H.)— Maceika: Episode."(SD.—> Paula Wessely.)— Olympier.„Waldwinter." sD.)— Wo««: j ,Eva."(D.)— tt Bejvodu: „Ekstase."(Tsch.)>- Beletrhyr„Der ideale Gatte."(D.) Oer Ausbau des Präser Verkehrswesens (R. F.), Nach ZeitungSmeldungen siebt da? Prager Straßcnhahnuctz vor erheblichen Erweiterungen. Am weitesten fortgeschritten ist die 1900 Meter>Iaiige Strecke von Straönice nach der Gartenstadt st(Schluß folgt.), B e z ugsbedingun a-e n: Bet Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch. di.. Post monatlich Xi 1S.->." vierteljährig"Xi 48.,—. halkjäbrta Xi 96.—. ganzjährig Xi 192.—— Inserate werden laut Aarij billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur beiEinsendupgder Rewurjnarken;-— Di« ZeitungSsrankqtur.wurdevonderPost-,und Tel«;s graphendireltiöii mit Erlaß Nr. 18.S00/VII/1S80 bewilligt-— Druckerei: ,F)rbis", Druck-. Verlag»« und Zettimgö-A.-G. Prag,"