I Sonntag, 2. August 1936 16. Jahrgang Nr. 179 Einzelpreis 70 Heller (•InschllaBllch S Heller Porto) IE NT CALOR GAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TXGLKH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova«. teiefon sw?. HERAUSGEBER) SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICH« REDAKTEURt DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Orientierunsskarte für Olympia-Reisende Die Olympiade eröffnet Berlin. Die Olympischen Spiele wurden Samstag unter großem Gepränge eröffnet. Bei einer für die Mitglieder des Internationalen olympischen Komitees veranstalteten Rezeption erklärte Reichskanzler Hitler, daß die deutsche Regierung beschlossen habe, zur Erinnerung an die XI.. Olympiade die im Jahre 1875 begonnenen, im Jahre 1881 aber unterbrochenen Ausgrabungen an der Stätte, an der die altgriechischen olympischen Spiele stattfinden, zu Ende zu führen. Die griechische Regierung habe zu der Beendigung der Ausgrabungen bereits ihre Zustimmung erteit. Um L7 Uhr erklärte der Reichskanzler aus dem Reichssportfeld unter dem Donner von Ge- . schützsalven die Olympischen Spiele für eröffnet. Die Erwartung, daß Hitler bei der Eröffnung ein« große politische Rede halten werde, hat sich nicht erfüllt. Er begnügtem sich mit. allgemeinen Wendungen über die völlerverbündender: Ideale der Olympischen Spiele und wiederholte die bereits bei der Rezeption, vorgebrachte Ankündigung, daß Deutschland die Ausgrabungen in Olympia, fortsetzen lassen wolle. ' Kronprinz Umberto von Italien stattete > gestern vormittag dem Reichskanzler Hitler einen Besuch ab, Später empfing der Reichskanzler den Prinzen Paul.-Vön. Griechenland und anschließend hieran den aktive an-bett Olympischen Spiele teilnehmenden' Erbprinzen, von Schweden Gustav Neue Offensive der Resierunsstruppen Paris. Nachrichten auS Madrid zufolge stand der SamStag, der 15. Tag des spanischen Bürgerkrieges, im Zeichen einer neuen Offensive der Regier»ngtrnppen sowohl in de» Bergen vor Madrid wie auch vor Saragossa. Die Armee der Regierung will um jeden Preis Saragossa erobern, weil die Stadt eine hervorragende strategische Bedeutung besitzt. - Die Regierung tchlt mit, dass die gegen Saragossa vorrückende» loyalen Truppenabteilungen aufständische Kavallerie in die Flucht geschlagen und sich der Städte Sastago und QnintoS(etwa 65 bzw. 50 Kilometer von Saragossa entfernt) bemächtigt haben. Ein Generalstabsoffizier der Regierungstruppen erklärte, dass stch die Entscheidungsschlacht ehestens b e i G« a d a r r a m a entfesseln werde, wo beiderseits viele Truppen konzentriert wurden. Die Rebellen begannen SamStag früh Guadarrama zu beschiessen und tötete» drei Personen. 70 Aufständische ergaben sich den RegierungStrnppen. Der Komnumdant der Regierungstruppen Riquelme beurteilt die Lage optimistisch. Die Zeitung„El Sozialist»" erfährt auS prfväter Quelle, dass, die Regier'-ngStruppen di« Stadt Castillio Tienza in der rovinz G u a d a- l a j a r a eingenommen Häven. Hiebei sollen 86 Aufständische gefallen kein,. - Der spanische Ministerpräsident empfttig den Vertreter der Agence Havas und sprach sich ihm gegenüber optimistisch über die Lage auö. Der Ministerpräsident sprach mit Anerkennung über die Tätigkeit der RegieruugSdelegatio» im Mittelmeerhafen Valencia, wo sie die Miliz und die Verpflegung der Hauptstadt Spaniens organisiert. vis Unschuldslämmer... Rabat. Di« Besatzung des italienischen Flugzeuges, baS Freitag bei der Mündung des, Muluja-FlusseS landete, ist interniert worden und wird sich wegen unberechtigten Ueber- fliegenS des marokkanischen Gebietes zu verantworten.haben. Die Fliger sagten— wie die Pariser Abendblätter berichten— bei dem Verhör aus, dass sie von privaten italienischen Flugzeugfabriken damit betraut wurden, die Flugzeuge nach Spanisch-Marokko z» schaffen. Ihrem Berns- nach geben sie an, Industrielle, Maler, Zivilflieger u. ä., zu sein. Rach Schilderungen von Augenzeugen, welche die Rottandung des Flugzeuges verfolgt haben, kreiste kurz nach dem Absturz deS italieni- schon FluzeugeS ein spanisches Flugzeug mehrmals üher dem italienischen Flugzeug und warf hierauf ei» Paket mit sechs vollständigen sp a»i scheu L egionär-Uniforme» und rin Schreiben ab, in dem die Aufständischen die. italienische» Offiziere in italienischer Sprache baten, di« spanischen Uniformen anzuziehen und sich als spanische Legionäre a«- z u g e b e n, die sich verirrt hätten. Der Sonderberichterstatter des„Paris Soir", der-aus T e t a n zurückgekehrt ist, meldet, dqß er in.Tctuan insgesamt 18 italienische und drei deutsche Flugzeuge gesehen habe.-Im Hauptquartier der'Aufständischen habe Man ihm cinzuredcn versucht, daß keine Fliigzeuge aus dem Ausland bestellt worden seien.'' Den itallenischenV Fliegern habe man die Bewilligung zum Ucbcrflicgen der spanischell Zone lediglich deshalb gegeben, damit sie die auf ihre Rückkehr harrenden italienischen Staatsbürger r.e Patrier e n könnten.' Der Berichterstatter-gab daraufhin seiner Verwunderung Ausdruck, daß die. lediglich zur„Repatrie- rung"'von. Italienern bestimmten Fliigzeuge mit' Ma sch ine ng«w eh r e n, B o m benab- iB.ift'fii tjirr i ch tu n g e n."etc,., ausgestatfet gewesen.seien.■' Meldung« a«S Ova n zuf»lhr,.Wrdktr auS Italien im ganzen 21 Flugzeuge entsandt. Zwei sind bekanntlich in Alhfer verunglückt, es».-xitteS wird vermisst. Es soll in der Bücht von'Oran, etwa 80 Kilometer von der Küste entfernt, abge- stürzt sein. Die übrigell 18 Hydro-Avione der Type„S avota'» M a r ch e t t i" seien an Wem Bestimmungsorte eingetrossrn. /^n die Arbeiter aller l.snder! Der Internationale Severlrsekaffsdund Die Sorlallstlsciie Arbeiter-Internationale ,. jx-fWMWK dIeu^MW an die hauptsäch- Nch interessierten Regierungen nttt dem dringenden Appell zu wenden, gegcniiber . Spanien den Grundsatz der Richtet n- Mischung streng einzuhalten. Die Regierung hat stets strikt au dem Beschluß, festgehalten, keine Ausfuhr von Waffen nach Spanien zu bewilligen. Der Umstand, daß nunmehr Waffenlieferungen aus dem Ausland an die Aufständischen gelangen, zwingt die französische Regierung, sich ihre Entschlussfreiheit vorzubehalten.* Der Ministerrat genehmigte den Vorschlag des Außenministers Delbos auf Bewilligung eines Kredites in Höhe von sechs Millionen Franken zur Rettung und Repatriierung der französischen Bürger aus Spanien. entbietet die gesamte Internationale ihren Dank und den Ausdruck ihrer Bewunderung dafür, daß sie keine Opfer gescheut haben, um die Freiheit und das Recht gegen die blutige Gewalt zu verteidigen. Den Vorstößen des Faschismus, der zielbe- wußt sein Zcrstörungswcrk vollbringt, dürfen die Verteidiger des Friedens nicht uneinig und untätig gegenüberstehen. Die Politik des Friedens kann nicht mit halben Mitteln und mit halben Freunden geführt werden. Wer den Frieden will, muss bereit sein, ihn zu verteidigen. Er muß bereit sein, die Verpflichtungen auf sich zu nehmen, die allein das Funktionieren eines wahrhaften Systems der kollektiven Sicherheit durch gegenseitige, allgemeine und organisierte Unterstützung gegen FriedcnSbrecher verbürgen können. An den Grundsätzen dieses Systems halten wir fest: die gemeinsam auSgeiibte Verpflichtung verringert die gemeinsame Gefahr. Der Friede ist unteilbar. Nur eine aktive entschlossene Politik für den Frieden, die die wirkliche kollektive Sicherheit gewährleistet, kann die Welt noch vor der Offensive der Tanks, Bombenflugzeuge und Giftgase bewahren. Friedenspolitik ist antifaschistische Politik. Der Arbeiterklasse obliegt die Pflicht, die Sammlung der Massen und die Führung einer zielklare» antifaschistischen Friedenspolitik zu organisieren. Schlagt den Faschismus mit allen Mttteln und in allen Ländern dann, und nur dann, könnt Ihr Euch selbst vor Knechtschaft und Elend, könnt, Ihr die Welt vor dem Kriege erretten l Brüssel. kür strenge Neutralität prüftechyn BeriW*uvtt"Ine La§«in Spanien und befaßte sich besonders mit den Fragen, die sich aus der Tatsache ergeben, daß,' wie aus den Kriegsmateriallieferungen nach Spanien ersicht lich isti«ine fremd«Intervention durchgeführt wird. .Die Regierung hat zwes Dinge im Sinne. Sie will vor allem das internationale Leben von den Wirkungen eines Präjudiz befreien, das ähn liche, Eingriffe darstellen könnten, ferner handelt es sich her französischen Regierung darum, die freundschaftlichen Beziehungen aufrcchtzuerhalten, die sie dauernd mit der gesetzlichen um die Wie derherstellung der inneren Ordnung kämpfenden Regierung aufrechterhält. Die französisch« Regierung ist bemüht, alle Maßnahmen zur Anwendung zu bringen, die imstande wären, den Unruhen, in Spanien ein Ende zu machen, und gute internationale Be- Niemals In den 22 Jahren seit dem Ausbruch des Weltkrieges waren' die Gefahren, die dem Frieden drohen, so nahe wie in diesen! Jahre. Niemals hatte die' ganze Welt so sehr das Gefühl wieder am Rande der entsetzlichste» Katastrophe zll stehen— gapz so wie 1014. In gewissen Kreisen versucht man noch im-' mer die Wahrheit zu verschleiern. Die verantwortlichen Organisationen der Arbeiterklasse aber haben ihre alte Pflicht zu erfüllen: aussprechen, w a S i st. Niemand kann nach den Erfahrungen der letzten Jahre an den wahren Absichten der faschistischen Gewalthaber zweifeln. Hitlers Hauptziel bei allen Verhandlungen und bei allen seinen„Friedensvorschlägcn" ist Zeit zu gewinnen zur Vollendung der Aufrüstung Deutschlands. Das Abkommen zwischen Deutschland und Oesterreich zeigt, wie Hiller unter dem Schein friedlicher Vereinbarungen und zeitweiligen Verzichts seine Eroberungsziele auf längere Sicht umso hartnäckiger und hinterlistiger verfolgt. Das erste Ergebnis dieses Abkommens ist die Festigung des Ringes faschistischer Staaten, der die demokratische Tschechoslowakei immer drohender einkreist. Die Vernichtung der letzte» Rechte der Volksrechte in D a nzi g geigt, ternationalen Verträge und Verpfli'chtusigelr mir’ Füßen tritt, wenn niemand da ist,.sie gegen ihn- zu schützen.. Die Annäherung'zwischen Hitler und Mussolini enthüllt, allen Friedensbeteuerungen'zum Trotz, ihre wahre Politik:,■ das KriegSbündniö deS international«» Faschismus. In Abessinien hat die blutige Gewalt deS faschistischen Eroberers triumphiert,' der Völker- 1 bund hat sich vor dem Rechtsbrecher gebeugt. In Asien bedroht der japanische Imperialismus nach wie vor C h i n a und die Sowjetunion. Die Faschisten aller Länder haben die Militärrevolte in S p a n i en als eine neue große Hoffnung für die Ausdehnung des faschistischen Machtbereichs und damit für die Möglichkeit der Ausdehnung des-faschistischen KriegSbündniffes begrüßt. Die Ereignisse in Spanien beweisen, daß der Faschismus jederzeit bereit ist, die Brandfackel des Bürgerkrieges in jedes einzelne Land zu schleudern. Den heldenhaften Arbeitern Spaniens. «Seite 2 Sonntag, 2. August 1036 Nr. 17.9 ^n7iüliet PH lind Wnmmiinicinn daris und desEIsatz, heute hat ihre Partei starte Stichwahlen geholfen haben die stärkste Partei im l r i| Wählernjassen in gang Frankreich, da erreicht sie,. Astgevrdnetenhause zu werden. Es. ist jedoch diel Frage, ob die Parin nicht,denstchb'en odek einest noch gröherest Erfolg errungen hätte, wenn fit ohne Einheitsfront Kontakt mit jenen Masten gesucht hätte, welche unter dem Deckmantel der Einheitsfront als Wähler von den Kommunisten ein» gefangen worden find. Die Mehrheit der foziali« stifchen Partei ist daher nunmehr sehr ernüchtert in der Auffassung der Bor- und Nachteile des dort überholt sie" dieSozitrlistensin den Industries gebieten, während sich die Sozialisten durch den Vormarsch auf Kosten-der Radikalen- in den bäuerlichen Gebieten entschädigen.''Insbesondere haben dann die Kommunisten ein großes Ueber- gewicht in ParsS, was nicht ohne Bedeutung für die Regierung.ist, die ausdrücklich auf die-aktive Teilnahme der.Masten vertraut. Die Sozialisten haben zwar die Gaste hinter sich in Limoges oder Toulouse, aber die Gasse in Paris— und ihr Druck kann auf die Regierung weit unmittelbarer wirken, als die Gaste am anderen Ende Frankreichs— haben die Kommunisten wenigstens insofern in der Hand, als sie.sie in Bewegung.set- Reglerukjgsflötte verläßttanger Tanger. Ein Wasserflugzeug der Madrider Regierung kreiste zweimal niedrig über der Plicht von Tanger, worauf.eS sich in der Richtung gegen Gibraltar und Malaga entfernte. Alle spanischen RegierungSsriegSschiffe, die sich seit dem IS. Just in der Bucht von Tanger aufhielten, haben in der Nacht vom 30. auf den 81. Juli Tanger verlassen. Auch die die Kontrolle der Meerenge sichernden Unterseebote haben sich entfernt u>U> sind seither nicht zurückgekehrt.• j.C . Diplomatisches Körps bleibt in' Madrid Der Innenminister gab bekannt, dah ihm daS diplomatische Korps seinen Beschluß,'-«» Madrid bei der gesetzmäßigen Regierung zu bleiben, mitgeteilt habe und fügte hinzu, dah auch , alle Ausländer ruhig in Madrid veroleiden könn- Schweden, Ungarn und Jugoflawien, die- zu diesem Koygretz in die Tschechoslowakei gekonunen sind, heißen auch wir-herzlich, wfllkommenl• Vor Errichtung ainvtz Konjunktur-, Forschungs-Institutes Wie gemeldet wird, sind die Porberestunjest für die. Errichtung des tschechöslowakischeN Koch- smckturfor'schungS- Institutes, welches'unter Msi- i spweit vorgeschriktfn,- dahHaS Institut sÄise'Arbeit wahrscheinlich schön im Herbst aufnehmen wird. Außer der rein forschungSmählgeN Arbeit, die der Beobachtung-der Konjunktur dienen wird, wird das Institut Gutachten für die Lösung volkswirtschaftlicher Fragen-erstatten und als. handelspolitisches Beratungsorgan dienest. Beförderungen in der Armee. Durch Dekret-des Präsidenten der Republik vom 80. Juli d. I. wurden zu DivisionSgeneralen.- die Brigadegenerale Josef M ä n e k, Frantiiek M e l i ch a r und Karel Husarek befördert. Weiter wurden zu Brigadegeneralen die Obersten de» GenemlstabeS Miroslav TomäS Mikltk und Bladimlr Ka'jdoS und der Oberst der Artillerie Baclav Z d t m a l ernannt.-'- In Frankreich; In der Zeitschrift„Pkitomnost" veröffentlicht- Gustav Winter, Pariser Redakteur des„Prävo-.1 Lidu" und guter Kenner Frankreichs, insbesondere der politischen Verhältnisse, des Landes einen bemerkenswerten Artikel über die Politik der kommunistischen Partei Frankreichs, wovon wir nachstehend die zwei Schluhabsätze wiedergeben: Wie wivd das weitere Verhältnis der Kommunisten zur Regierung Blum sein? Davon hängt letzten EndeS ab, wie läng diese Regierung dauern wird. WaS das Programm betrifft, werden die Kommunisten Blum wohl kaum Schwierigkeiten machen; daS gemeinsame Programm der gesamten Mehrheit, also auch- das ihre ist das Programm der Volksfront. Die Kommunistenwerden kaum darüber hinausgehen, eher werden sie Blum bremsen, wie sie daS schon in der Wahlkampagne getan haben. Allerdings unter der Voraussetzung, oatz die Sowjetregierung ein Interesse daran h--t, daß sich die Regierung der Volksfront in Frankreich erhält.-Denn die ganze Politik-der kommunistischen Partei Frankreichs wird, wie bisher, ausschliehlich durch die Bedürfnisse.und Interessen Sowjetruhlands bestimmt sein. Und wenn einmal. Stalin feststellen wird, dah er sich mit deiner anderen Partei als mit der Blums leichter verständigen'werde oder würde er in der außenpolitischen Linie der Solvjets eine Abkehr von Frankreich durchführen— was uns allerdings in absehbarer Zeit nicht möglich erscheint— dann wird die französische kommunistische Partei flugs I irgend einen Grund finden, um trotz aller Versicherungen über die„loyale und brüderliche Unterstützung" Blums Regierung zum Falle zu verhelfen. Das hängt also nicht von Blum selbst ab, ja nicht einnral von Thorez, sondern nur von Moskau. So wie sich die französischen Kommunisten nach Bedürfnis drehen und über Nacht zur Marseillaise und zur Trikolore melden konnten, so werden sie sich davon über Nacht wieder abzuwenden verstehen. Darin ist das Risiko jeder ge- incinsamen Politik mit den Kommunisten. Und Ivie ist in diesem Augenblick das Verhältnis der Sozialisten zu den Kommunisten? Denn von dem gegenseitigen Verhältnis zwischen diesen beiden Parteien hängt— wenigstens bis zu einem gewissen Grade— die Herzlichkeit und Loyalität ab, welche die Kommunisten in ihre Unterstützung der getzewvärtigen Regierung setzen. Beide Parteien machen in diesem Augenblick ein Inventar der Gewinne und Verluste der zwei Jahre Einheitspolitik in der Aktion. Die Sozia-, listen hatten über 130.000 Mitglieder, äls sie in lower OUT 120.000. Räch den Wählen fetzle ein rascher Zustrom neuer Mitglieder ein, aber das Sekretariat mutzte selbst vor. diesen„Sozialisten" warnen, deren Ueberzeugung sich erst zeigte, näch- dem die Partei die Stichwahlen gewonnen hatte. ' Die Kommunisten hatten:am.Beginn der gemeinsamen Aktion 40.000 Mitglieder, jetzt haben sie 130.000 organisierte erkvachsene Anhänger und 40.000 Jugendliche— die Sozialisten haben verloren und. die Kommunisten sind viermal so stark wie vor zwei Jahren. Bei den Wahlen 1032 hatten die Sozialisten zwei Millionen Stimmen und die Kommunisten nicht einmal 800.000, bei den letzten Wahlen hatten die Sozialisten 1,900.000 Stimmen und die Kommunisten einundeinhalb Millionen. Vor der Einheitsaktion waren die Kommunisten eine Regionalpartei von Grotz- kratisch en Staat diese Konzeption unannehmbar ist." Neber die Probleme der auswärtigen Politik befragt, äutzerte sich Beran wie folgt: „In der auswärtigen Politik ist bei uns vollkommene Einheitlichkeit. Wir bleiben der Kleinen Entente und Frankreich treu.- Diese Treue ist kür uns-ein Axiom: Sie bedeutet Stabilität und Unerschütterlichkeit unserer auStvärtigen Politik. Unsere Freunde von- der Kleinen- Entente und Frankreich sind und werden immer genau über alles informiert, worüber wir uns entscheiden und nichts geschieht ohne vorherige Vereinbarung mit ihnen." CSR wird demokratisch t bleiben Aeußerungen des Abg. Beran DaS Pariser„Petit Journal" veröffentlicht eine Unterredung seiner Berichterstatterin mit dem I Vorsitzenden der tschechischen'Agrarpartei Abgeord» 1 neten Rudolf Beran. Zunächst fragte die Korrc-' spondentin, ob es wahr sei, daß sich in der Agrar-- Partei Strömungen, die dem Hitlersystem zunei-' gen, zeigen. Darauf antwortete Beran: „«solche Behauptungen weise ich entschieden zurück. Sie haben keine Grundlage. In unserer Partei sind wir vor allem Demokraten. DaS ist die Grundlage der Nation und deS Staates. Wir bleiben damit der großen historischen Tradition treu, die von den Zeiten der Bewegung unseres Johannes Hus beginnt. Der Hussitismus war eine demokratische Bewegung. Und- warum sollten wir bei unS nicht Demokraten sein? Bei uns gibt es keine Monarchisten, keinen Prätendenten, keinen Adel, keine nationale Aristokratie. Gleich von Anbeginn wurde unser Staat als Demokratie geschaffen und wird cs bleiben. In dieser Hinsicht gibt es bei unS auch nicht den geringsten Unterschied in den Ansichten... Svehla hat gesagt, datz die Demokratie sechsmal soviel Arbeit erfordere als ein anderes Regime und dabei nur ein Sechstel der Erfolge habe. DaS aber werde ausgeglichen durch daS höchste Gut, die Freiheit. Unsere Nation ist aus Bauern, Arbeitern, Gewerbetreibenden, geistigen Arbeitern und Beamten zusammengesetzt.. Das find natürliche und feste Gründlagen der Demokratie. Die Demo- . kratie ist die logische Synthese all dieser Faktoren. Deswegen werden wir nie von.iHv lassen.". „Wir werden gerecht zu allen Deutschen sein,' also auch zu den Parteigängern Henleins.. Mian darf aber nicht vergessen, büß' diese Partei ein Konglomerat der verschiedensten Elemente ist. Ich bin überzeugt, datz es in dieser. Partei Deutsche gibt, deren Loyalität zur Tschechoslowakischen Republik unstrittig ist. Allerdings gibt' es dort natürlicherweise auch viele Elemente, gegen die zu kämpfen notwendig sein wird. Wir werden nicht dulden, dah irgendjemand unseren Staat desorganisiere. Die jüngsten Henleinredcn haben denselben Charakter wie die vorhergehenden: sie sind sehr vorsichtig, es sind darin zweideutige Worte und unklare Sätze. ES ist'jedoch sicher, datz ' Henlein den Grundsatz deS FührertumS verkündet. ES versteht sich, dah'i nunseremdemo- Internatlonaler Bergarbeiterkongreß In Prag Vom 3. bis 6. August findet in Prag der 32. Internationale Bergarbeiterkongreh statt, zu dem aus einigen Ländern Europas und Amerikas Delegierte sich einfinden werden. ES ist dies be reits das-zweitemal, dah die Vertreter der Gru benarbeiter aller Länder in der Tschechoslowakei zusammentreten, was ein Beweis dafür ist, welche Bedeutung man in der Bergarbeiterinternationale.. den Bergarbeitergewerkschaften der Tschechöslo- ten, wo ihre Sicherheit gewährleistet sei. wakei beimitzt. Die Beratungen der Delegierten der Berg arbeiter. werden vor allem der Frage der Ver kürzung der Arbeitszeit in den Gru ben gelten. Diese Frage ist auS zwei Gründen hochbedeutsam. Einerseits, weil nur dadurch ein Teil der arbeitslosen Bergarbeiter wieder Beschäf tigung finden kann, andererseits aber, weil die RationNftsierung^und dieLnjenjivi'N^iL,ökLħ!> tnivrittr einH Verkürzung ihrer täglichen Arbeit--' fron brauchen. Ein anderes bedeutsames Problem ist da- der-Sicherheit in den Gru b en. Gerade da werden die Bergarbeiter der Tschecho slowakei über einen bedeüffamen sozialpolitischen Fortschritt berichten können, der in der Zeit der Ministerschaft des Genossen Dr. Czcch im Mini sterium für öffentliche Arbeiten vollzogen werden konnte,. nämlich die gesetzliche Neuregelung der Grubeninspektion unter Verwendung von Gruben inspektoren miS den Reihen der Bergarbeiter Die tschechoslowakischen Delegierten werden hiebei be richten können, dah sich dieses Gesetz durchaus bewährt hat. Die Delegierten' äuS den Bereinigten Staa- ten, England- Frankreich, Belgien, Holland, Nor wegen, Polen, Luxemburg, Rumänien, Spanien- Autos versorgen Madrid mit Lebensmitteln Die Regierung hat 80 Mechaniker und 400 Chauffeure auf zwei Monate zur Versorgung von Madrid mit Lebensmitteln, in Dienst gestellt.- die Aufständischen melden:' fetzt haben. Die von der spanisch-portugiesischen Grenze eingelangten Meldungen widersprechen -zwar, dieser Rundfnnkmekdung, fügen aber hinzu, dah die Aufftändischen tatsächlich auf Badajoz vorrücken. In Tetuan-sind, zahlreiche Abteilungen der spanischen Fremdenlegion eingetroffen, die äüs Spanisch-Marokko nach Spanien gebracht werden sollen, Ihre Beförderung werden Wasserflugzeug e und die aus dem Auslände eiü» getroffenen Flugzeuge vornehmen. - Die Truppen des Generals Franco-sollen die Stadt Castellon de la Plana nördlich von Valencia besetzt haben, nachdem sich die dortige Garnison den Aufständischen' änge- schlossen habe. Die-Aufständischen ziehen jetzt gegen die Stadt Teruel. kommunistischen Bündnisses. Und auf.dem Kon. greh hat-sich-dies auch darin' gezeigt, dah der' WM Kongreh verbot in jene Komitös der Wachsam keit, zu-treten, welche die Kommunisten zur„UN« lerstützung der Regierung des Linksblocks" gründen wollten. Dep Kongreß war der Meinung,, datz zen können. Demgegenüber steht zwar die Tat» I„Wachsamkeit" auch notwendig sein wird gegen fache, datz die Kommunisten den Sozialisten in den s über diesen-Verbündeten. SS Wir suchen ein Land Roman«iner Emigration Von Robert Grotzsch Copyright by Euren Prager-Verlaß:. Bratislava. Und dann eine blaue Bluse anziehn, mit dem Werkzeugkasten'auf den Dächern herumklettern, neben sich den Wgrund. Oder am Blei sitzen und den Treibhammer singen lassen."— Schorsch lacht mit weihen Zähnen.„Ich? Eine halbe Elle kleiner sein, dah man in.sein Bett paht lind den asten Käptu noch mal sehn, der mich in Genua türmen lieh. DaS andere, drüben, das weiht du." Schwarzer und Herkner stehen lächelnd im Hintergrurrde.„Ich weiß, ich weih,. Herkner, du bist der unbekannte Soldat des Sozialismus. Wo man dich hinstellt, da stehst du bis zum letzten. Und du rissest sie alle mit, wenn eure Stunde käme. Wollt ja alle dasselbe: euer Leben einsetzen für euer Deutschland. Nur eine Chance möchtet ihr haben, der Einsatz soll nicht sinnlos sein." Moseö' lustiges Gesicht schiebt'sich vor:„Dazu käme ich sogar von Palästina rüber." Peter und Paul stehen Hand in Hand, Schwarzer und der stille Josef entblöhen ihre Narben:„Wir haben Kameraden sterben sehn, geschunden und zerppügelt. Keiner war feig. Keiner verleugnete seinen Glauben. Wir Ivärten auf die Rache." Nun halten sie alle wieder in einer Reihe.„Kennst du unsere Krankheit- Justus?"—„Ja, ich kenne sie: Nicht an den Feind heran können, warten müssen,. Almosenempfänger im fremden Land, die geschändete Heimat vor Augen, die tapfersten Brüder drüben in Schinderhänden— das macht unser» Hader, unsere Krankheit aus.".Die Reihe schwindet nach rückwärts, wird kleiner, winkt mit einer Fahne.«Mächts gut, Kameraden,, und wenn die Fanfare bläst« wird keiner von uns fehlen wollen... Vielleicht wivd mancher von uns das bessere Land nicht mehr sehen, aber unsere Flamme wird weiter brenne». Andere werden kommen und sie wird wieder lodern und Deutschland wird wieder' das Land sein, in dem die Lieder der Menschlichkeit klingen. Alles für dieses Deutschland!"— Die Reihe steht! winkt. Einer salutiert mit dem Strohhut, das ist Ignaz,' der Kamerad, ohne den toir längst verdorrt wären», der unS in schlimmster Zeit lehrte, was sozialistische Solidarität ist. Aber noch fehlt jemand... wer fehlt da noch? Ach so, Gusti, wo ist Gusti, das Herz'der Emigration? Der Mantel, ist von seinen Knien geglitten, Wind spielt in. seinen Haaren. Er lächät im Schlafe... Gusti, warum bist du nicht in der Mitte? Flickst wohl wieder in der Fensterecke herum und trauerst mit den zerrissenen Hemden? Nein, Gusti trauerte nicht, auch über sie war Großes gekommen. Die Männer am Hange taten die letzten Spatenstiche. Leer lag die Spinne, Gustt fegte den Flur, da stand er plötzlich in der TÜr, wie ein Traumbild: ihr Bub. Sie stürzte mit einem Schrei auf ihn zu und aller Schreck und alle Verwunderung gingen unter in Weinen und Lachen. Allein war er über, die Grenze gekommen, mitten in den.Herbstferien. Der Großvater wollte es nicht leiden, die Gefahr schien ihm zu groß, da unternahm der Bub eine Wanderfahrt mit'Freunden, trennte sich im Gebirge von ihnen und strich am hellichten Tage,- den Brotbeutel an der Seiteunangefochten über die Grenze. So gehen nur Txünkene und Kinder duvch,Gefahren.. ' Nun stand er vor ihr: hochgeschossen, mit kla- ren Augen Und jungem Willen. Gusti-brauchte länge Zeit, ehe sie ruhig mit ihm reden konnte., „Und wenn dir was geschieht, Junge?"— Er lachte fröhlich, Ivie beim, Jndianerspiel.'„WaS soll mir geschehen, Mutter?" Niemand weites.' Ich bin auf Fahrt, fertig." Wieder fiel er ihr mn den Hals, dann machte er sich aus der Umarmung frei.„Wo ist Vater?"—„Dort drüben am Berge."— Eine Stunde später strebte er dem Hänge zu. Gusti konnte ihn nicht halten.. Beglückt und benommen erlebte sie das Schicksal aller Mütter: das Kind war selbständig geworden, eine Welt für sich, mit eignem Willen, eignen Zielen. Nachmittags kehrte er mit den Männern zurück, hielf mit ihnen gleichen Schritt. Aber-da saß auch Ignaz schon in der Spinne und aus seiner Stirn waren einige Falten verschwunden, er spstltü wieder mit dem Hute. Ein neues Heim war in Sicht. Weiter oben am Flusse,' einsam und ver«- loren zwischen zwei kleinen Orten. Der Besitzer '.in Prag, Leer stand das einsame kleine HauS; ein Einbruch Ivar auch schon verübt worden. Reif,für eine Besatzung. Der Garten verfallen, na-ja! ihr kennt das-..' Herkner atmete auf. Nun konnte der Wintex kommen...„Und du! Ignaz? Noch keine Arbeit?"--Der Hagre zuckte Mit den Achseln.-»Vielleicht in vierzehn Tagen. Aushilfe."'■/’« Das alles vernahm Gusti wie verwehenden Schall. Der Bub war da, hatte Bptge und Tal übe^füert, um seine Eltern zu sehen ustd ihnen zu sagen, daß er zu ihnen gehörte, nuazu ihnen...., Gusti wußte, datz künftig für sie alles, alles leichter, sein würde.. ,, In der Dämmetung zog die Kolonne. zum Flusse. Schwarzer marschierte-mit feinem'Buben -hinterdrein. Der Junge reichte ihtN schon stärk über bfe Schultern und ging wie ein Großer. Leichte Rebelstreisen zogen von den, Wiesen-her übttS Wasser. Die Fähre drüben wiegte leise äuf uNd nieder. Der Tritdp hatte sich in die Ränder der Weidenbüsche gehockt—-• da tünchte es wieder auf, wieder einmal settMostäten: laNgeHolzstöße, eiste rote Fähne, drei Mann, vorn an den Rudern. Ernst erkaiinte den Alten am Steuer»' sprang empor seid brülltet»Unser Floß, unser Floßt" Alle schnellten hoch, ließen Tücher wehen, riefen Grütze hinüber. Der Alte wedelte mit blauem Taschen- . tuch. Langsam zogen die Stämme vorüber'und verschwände» dann in der Dämmerung. Wie dünne Striche standen vorn die drei Ruderer. Die Ko- .lonne war plötzlich. still geworben, als iiberlegje jeder, warum sie eigentlich so aus. dem Häuschen gerieten. War es die Ahnung vom ewige» Kreislauf der Dinge... und daß alles einmal wiederkehrt... und daß manche Trennung vorübergeht? Der lauge Max sah mit gesenktem Kopfe in die ziehenden Wellen. Das floh alles zum-Meere, zum großen weiten Meere, in dessen Stürmen'er jahrelang daheim gewesen... Schön, oja, aber die kurzen Betten und die niedrigen Kabinen, verdammt noch«ins.,. Ueber dem Wasser-wuchs grauer Nebel, Langsam schlenderte die Kolonne wieder der Spinne zu. Leise saNk der Abend nieder,-breitete.seinen schwärzen Mantel über Länder-und Meere..-Die Fluten, der Adria schimmerten dunkelblau, als sei der Südhimmel-darin ertrunken; mit Hellen Zungen leckten sie an dem alte»-Kasten empor,-' der Justus gen Süden trug.- Die SUbföhn wich'einer wesentlichen Brise. Sterne blitzten im Wasser auf. - Von der Küste her leuchteten die-unruhigen.Aygen der Blinklichter, senkten die Lider und flammte» wieder auf, Gifchtig schäumte bas Wasser uin de» schwarzen Schiffsleib und verrätin im Unendlichen. Justus schlief, und atmete tief,- Salziger Wind fegte üvir Deck end wehte den Mantel zur Seite. Der alte weißbärtige Montenegriner ging vorüber, Kauf den Schlafenden nieder,' hob VinMgn- f und' deckte ihn sacht übhr-.'dtn Liegende». Gleichmäßig' sind beharrlich skämpsnl! das Schiff seiüem^Ziele entgegen.'~ "■ E-fi-8'e.. Ssk. 179 Sonntag," 2. August 1939 Gelte 3, „Neutralität“ fudefendeußdier Zeitspiele! Die Arbeiter-Esperantisten. Die in Komotau gelegentlich des AtuS-FestcS veranstaltete Esperanto-Ausstellung des Bundes der Arbeiter-Esperantisten wurde von mehr als 1000 Personen besucht— ein Beweis dafür, daß die Welthilfssprache Esperanto auch unter der Arbeiterschaft immer mehr Beachtung findet. Viele unserer Genoffen Und Genossinnen sind langjährige Esperantisten; an sie ergeht der Ruf: Tretet dem Arbciter- Esperantobund bei, stärkt unsere Bewegung durch Euere Mitgliedschafti Die Zeitung„La Socia-. .listo" Ist.eine, der schönsten und reichhaltigsten intcr-1 Nach dem Außenminister sprach noch der Borsitzende deS Außenausschusscs der Kammer, Mistler, der befiirchtet, daß die spanischen Ereignisse die Kampflust einiger"anderer Staaten aufstacheln werde und der die E i n b e r u f u n a einer Konferenz der Staaten empfiehlt, welche im Mittclmcer Interessen haben. Der soeben aus Spanien zürückgekehrte kommunistische Deputierte Baillant Couturier erklärte, daß sich unter den Rebcff.cn sehr viele deutsche Agenten befinden. idete Negierung und Frankreich schätze diese Freundschaft hoch ein. Der Minister ivies die Gerüchte zurück, als ob Frankreich den Grundsatz der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten verletzen und Waffen oder Munition, der Madrider Negierung liefern wolle.„Wir könnten diese Entscheidung treffen, ohne das internationale Recht zu verletzen, da es sich um eine ordnungsmäßige Regierung handelt(lebhafter Beifall auf der gesamten Linken), wir wollten jedoch aus vielen prinzipiellen und menschlichen Gründen nicht," daß eine derartige freundschaftliche Hilfe a n d er e n z ü m V o r w and dienen k ö n n t e,' die Gegenpartei zu unterstützen, insbesondere vor der bestehenden Locarnokonfcrenz." nationalen Zeitungen, ganz in Esperanto, mit sozialistischer Tendenz. Für den Monatsbeitrag von llö 2 erhält jedes Mitglied diese zweimal monatlich erscheinende Zeitung zugcschickt, sowie allmonatlich ein Bulteno, welches von den vereinigten tschechischen und deutschen Arbeiter-Esperantisten heraus« gegeben wird. Allen jenen, welche Esperanto lernen möchte», aber niangclS an Lehrkräften oder aus anderen Gründen dazu bisher keine Gelegenheit hatten, diene zur KenutuiS, daß der Bund schon seit längerer Zeit einen Korrespondenz-Fern- kurS unterhält, zu dem der Beitritt jederzeit möglich ist. Ter Kurs selbst ist kostenlos, mir das Lehrbuch(16 Ke) muß angcschafft werden. Allen Anfragen(Rückporto) beilegen. Anmeldungen ustv. sind zu richten an Genossen Fränzc Richter, Aussig, FüufhauS. Ausgedehnter Besuch Anfangs Juli erregte die Verhaftung einer Anzahl reichsHetztscher Studenten, die unter Führung von Mei Professoren und vier Lehrern bei C i s e n st r a ß über die Grenze gekommen, wären, erhebliches Aussehen. Die von der Gendarmerie angehalten'en Reichsdeutschen waren in die Haft des Klattauer Kreisgerichtes überstellt worden, aus welcher nunmehr wie uns gemeldet wird, die S t u d c n t e n nach Abschluß der Erhebungen, auf freienFuh gesetzt wurden, während die L e h r p e r s o n e n weiterhin in Haftverbleiben. Dic Studenten haben sich sogleich nach ihrer Freilassung nach Deutschland zurückbegeben. Der Lot« ohne Kopf. Waldläufer fanden in einem Dickicht in der Nähe des Ortes Plahuffen (Bezirk Mies) den bereits verwesten Körper eines.Mannes in mittleren Jahren, der, wie aus den bei ihm befindlichen Dokumenten her- vorging, mit. dem seit Anfang April abgängigen landwirtschaftlichen Arbeiter Trägner ans Malo- witz bei MieS identisch ist. Die Grausigkeit des Fundes, erfuhr eine Steigerung dadurch, daß der Kopf des Toten fehlte. Da die Suche danach erfolglos blieb," wurde der Leichnam ohne Kopf bestattet. Als einige Tage später zwei. Leute am Ufer des Neumarkter Baches entlanggingen, stießen sie dort auf einen runden Gegenstand, der sich zu ihrem Entsetzen bei näherer Betrachtung als ein vom Rumpf abgetrcnnter Männerkopf erwies. Es handelt sich, wie die Er« Hebungen ergaben, um den Kopf des toten Träg- ner," ohne' daß freilich bisher eine Erklärung, dafür hätte, steftinden werden können, auf welche Weise der-Schädel des- Toten ay diese von dem Fundort" des Leichnams beträchtlich entfernte Stelle gelangt.ist. Maffcnerkrankungen an Diphtherie. Wie uns aus dem.Böhmerwald, berichtet.wird,.erkrankten in einem Kinherlager bei M i r ö f ch a u 84 Kinder- an^DIPHthcrie, weshalb, sie"ins Krankenhaus gebracht werden mußten. ArbelterfuBball Nordstern' Zürich: Lassalle- Krochwltz 2:1(1:1) Vor 1200 Zuschauern spielte Samstag; den 1. August in^Bodenbach Nordstern Zürich gegen SA Lassalle-Krochwitz. Die Züricher gewannen " das erste Treffen in der Tschechoslowakei knapp, . aber verdient, obwohl die technisch bessere'Mannschaft die Heimischen stellten. Die Gäste spielten ein weites Paßspiel mit halbhohem Abspiel, die Krochwitzer bevorzugten kurzen Pah, waren aber vor dem gegnerischen Tor zu unentschlossen und zu weich, um die Chancen zu verwerten, obwohl es ihnen nicht an Gelegenheiten, das Spiel für sich zu entscheiden, fehlte. Zürich hatte den Anstoß und ging in der 10. Minute in Führung. 20 Minuten später lohnte Krochwitz nach zahlreichen Angriffen ausgleichen. Mit 1:1 ging es in die Halbzeit. Die zweite Halbzeit war Krochwitz ständig im Angriff, doch fehlte«S an Schüßvermögen und sogar einen■ Elfmeter schoß Tröster dem vorzüglichen Gästetormann In die Hände. Die- Gäste lagen die.ganze zweite Halbzeit in der Verteidigung - und erst. 0 Minuten vor dem"Schlußpfiff" erzielten sie durch einen Weitschuß den Siegestreffer. Der Schiedsrichter Genosse Strohbach aus Böhmisch-Leipa entledigte sich seiner".nicht immer leichten" Aufgabe mit Sicherheit und aner- kennenswerter Objektivität. Falkenau. Schon am frühen Morgen des Samstag fetzt« der Zustrom der Teilnehmer zpm Westböhmischen Kreisarbeitertag ein und von Stunde zu Stund« vermehrte sich deren Zahl um viele Hunderte. Viel mehr Menschen kamen alS erwartet werden konnte. Im Mittelpunkt des bunten Treibens steht das stolze Bergarbeiterhein: und sein großer Garten. Obwohl die Unterbringung der viele« nicht gcincldctcn Teilnehmer Sorgen macht, wickelt sich der Verkehr doch reibungslos ab. Auf dem wundervoll gelegenen Festplatz gab «S schon Nachmittag reges Leben und Treibe» und noch während der letzten Hammerschläge an dsy.Bauten marschierten, die NW-Männes zu ihren wehrsportlichen Wettkämpfe» auf. Nicht minder großes Interesse erweckten, die Schwimmer und Schwimmerinnen, die in der Eger bei der Badeanstalt trotz dem wenig verlockenden Badewetter ihre Wettkämpfe austrugen. Den Höhepunkt des ersten Tages und zugleich die offizielle Eröffnung des WAT bildete der F e st a b e n d im großen Saal des B«rg- arbeiterheimeS. Sozialistische Jugend, Turner, Vielversprechender Auftakt des Westböhnrischen Arbeitertages Dr. Keibl und die Gestapo Schutzgesetz-ProzeB In Leltmerltz ein Brief an dic Redaktion der Zeitung„S t ü r- m.e r" in Nürnberg. Aus den beschlagnahmten Schriften sei die geheime staatsfeindliche Gesinnung der drei Angeklagten genügend ersichtlich. Am Freitag begannen die Z eu g cuaussagen. Der von der Anklage geführte Zeuge T h u m e sagte aus, die Angeklagten überhaupt nicht zu kennen. Dann wurde der Zeuge S ch ö n- b a ch einvcrnommen, der angab, daß K e i b l mit den. Worten:„Fände man dieses Dokument bei mir, so würde mich dies vernichten", in der Untersuchungshaft ein Dokument vernichtet haben soll. Als dritter Zeuge kam der Polizcikommissär D i v i s zu Worte, der aussagte, ...hast, der..Zeuge Th um« wegen zweifach«» Menschenraubversuches, wegen illegaler»atio- > nalsozlakistischer Zellrnpropaganda, wegen Emigranten- und Wehrmachtsspionage in Untersuchung stehe. Thume habe angeblich auch mit SA-Reichsführer Heß, dem Stellvertreter Hitlers, mit dem BAD(Verband Aus- ' landsdeutscher) und dem sudetendeutfchen Hei- matbnnd korrespondiert.■ Gegen die belastenden Aussagen der Zeugen wurden eine Menge von Beweisen seitens der Verteidigung angeboten, die überprüft werden. Die Verhandlung wurde vertagt. Vor dem Krcisgericht in Leitmeritz begann Donnerstag die Verhandlung gegen den früheren Abgeordneten der Deutschen National- partei Dr. Josef Kcibl, ferner gegen den Tetschner Rechtsanwalt Dr. Friedrich B ü n g e- n e r sowie gegen den Bodenbacher Bankbeamten Gustav Gottstein, die des Verbrechens nach 8 2 des RcpublikschuhgesetzeS angellagt sind. Die Anklageschrift.erwähnt, Dr. K e i b I hohe bereits seit Septeinöer 1984 mit Faktoren des D e u t- schen Nachrichtendienstes in Verbindung gestanden und in S ch ä n a u I. Sachsen ein eigenes Postfach besessen, wohin er sich Post und Weisungen zusenden ließ. Am 16. April 1985 hätte man beobachtet. "' wie Dr. Ktlhlhri der g< h«lin»"n'Pw'l i-: z e i in Dresden vorsprach. Neben Dr. Keibl hätten auch die beiden anderen Beschuldigten, Dr. Büngoner und Gottstein, des öfteren Reisen nach Deutschland unternommen und mehrmals in Dresden die Villa der geheimen Polizei in der Wiener Straße aufgesucht. Bei den bei Dr. Keibl vorgenommenen Hausdurchsuchungen wurde, wie die Anklage feststellt, u. a. ein mit der Aufschrift„Der anerkannte neue Ententcstaat" versehenes Bild beschlagnahmt, das eine gröbliche Beleidigung des tschechoslowakischen Staates darstelle, bei Dr. Büngener u. a. London. Auch die englische Presse befaßt sich sehr eingehend mit dcm Falle der Lieferung von Flugzeugen an Spanisch-Marokko durch Italien. ,,D n i l» H e r a l d" glaubt, daß die Situation sich s e h r e r n st gestalten würde, wenn dargetan würde, daß die italienische, Regierung den Aufständischen in Spanien Verstärkung gesandt hätte. Italien habe sich zum zweiten Male eines Angriffs- und nichtprovozierten Aktes gegen einen anderen Staat schuldig gemacht. Diesmal wären die Folgen schrecklich. Der Völkerbund wäre"gezwungen, gegenüber der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Aus allem könnte nur eine neue europäische Krise entstehen., „Manchester Guardian" stellt die Frage,, welchen Grund die Entsendung der dreigröß« t e n deutschen R r i e g S s ch i f f e in die spanischen Gewässer habe. Peden wir von etwas anderem sagen sich die Henleinleute und reden, statt von der Misere im eigenen Lager, von der außenpolitischen Lage. Und da die innere in der SdP schon lange nicht mehr dicht ist, kriegen wir auch die „W e i s u n g e n d e r S d P- H a u p t st e l l e" aus Eger ins Haus. Vor uns liegt die„Weisung" vom 22. Juli. Sie beginnt mit dcm Hinweis auf den(wie aktuell!) 158. Geburtstag Turnvater Jahns, des Großonkels„neuzeitlicher mannschaftlicher Erziehung" in der Hen- leinturnerei, macht dann Reklame für einen Bauernkalender und für zwei Gedichte, die sanit waschechter Gesinnung aus Hamburg zu beziehen sind und wendet sich also dann außenpolitischen Fragen zu, die durchaus in Ncuberlincr Beleuchtung erscheinen. Wo die SdP-Herrschas- ten dennoch ein wenig zögern, die Meinung des Dritten Reiches eindeutig zu übernehmen, versuchen sie es mit weniger greifbarer Ironie. Etwa wenn sie die demokratischen Staaten als Friedensengel unter Anführungszeichen im Gegensatz zu den kriegerischen Vernichtungsabsichten der „bösen" Diktaturen nennen. Im llcbrigen sind sie, was Rußland und was Danzig, was Jugoslawien, Oesterreich, Rußland anlangt, durchaus einer Meinung mit Hitler. Bemerkenswert auch, daß die„Weisungen" den Aufstand der Faschisten gegen die spanische Linksrcgierung mit der Bemerkung über„dastägliche Mordender roten Banditin in Spanien" erledigen. So gehts neun Seiten fort. Dann lvird von der Notwendigkeit der Erhaltung der SdP-Einig- kcit gesprochen. Nicht etwa von der Opposition, nicht ettva von dem Ricsenkrach in der Partei; nur davon, daß Konrad Henlein„für alle Zeiten unser Führer bleibt und ist". Da ist wohl nur der Wunsch dcr^urnvater des Gedankens. Nun, wir sind neugierig, ob Wotan sie erhören wird! Cwma{a Es seht um ganz Europa, LApvdG nicht nur um den Westen des französischen Außenministers Beratungen der Internationale Die Büros der SAJ. und des JGB. haben eine gemeinsame Sitzung abgehaltcn, in der sie sich vor allem mit den schwebenden politischen Fragen beschäftigten. In erster Linie stand die Erörterung dersvanischenBorgänge. Die Büros beschäftigten sich aber anch mit anderen akute» Fragen, so insbesondere mit der Lage inDanzig, über die von den dortigen Genossen ein Bericht erstattet wurde. Lin» Abordnung der beiden Internationalen fährt nach Spanien Die Bureaus der S. A. I. und des I. G, B. sind an: 28. Juli in Brüssel unter dem Vorsitz Louis deBroucköres zusammengetreten, um vor allem Uber die Lage in Spanien zu beraten. Sie haben einen Bericht von Schevenels (Generalsekretär des I. G. B.) cntgcgengenom- men, der in ständiger Verbindung mit dem Vertreter der spanischen sozialistischen Partei in Paris gestanden war; ferner erstattete ein spanischer Genosse, der aus Barcelona gekommen Ivar, der Sitzung Bericht. Nach einer ausführlichen Diskussion, in deren Verlauf dic einzelnen Seiten des Problems und die verschiedenen Mittel der Hilfeleistung für die spanischen Arbeiter erörtert wurden, sand ein von L o n g u e t(Frankreich) und S ch e v e- » c l s eniworfencr Appell an die Solidarität der internationalen Arbeiterklasse einstimmige Annahme. Sodann wurde beschlossen, eine Abordnung der beiden Internationalen nach Spanien zu entsenden, um den kämpfenden spanischen Arbeitern direkt dic Bekundung der Anteilnahme der gcsam- ten Arbeiterklasse zu überbringen.,-,, k Sänger und Frauen toteU ein künstlerisch hochstehendes Programm," das für die vielen hundert| Zuschauer rin Erlebnis bedentete. Der Saal war| bald überfüllt, so daß viele, di«»och Einlaß l begehrten, unverrichteter Dinge wieder umkehren mußten.— Wenn doch die im Sold der Bourgeoisie stehenden Zeitungsschreiber, die so verächtlich von dem„marxistischen Pöbel" reden, sich nur ein wenig-Mit dem Kulturstreben der abseits von Schönheit und Glück dahinlebenden Masse vertraut machen wollten, sie würden erkennen, daß Ziel und Zweck des Kampfes der Arbeiterklasse doch nichts anderes ist als teilzuhaben an den Werken unserer Größten! Die Feier wurde voll dem Obmann deS Festausschusses Genossen Zinner eingeleitet, worauf Genosse W o n d r a k in einer Ansprache Zweck und Bedeutung der ganzen Veranstaltung würdigte. Rach den heutigen Erfahrungen ist damit zu rechnen, daß der Sonntag, insbesondere die Kundgohmlg, bei der unser Parteivor» sitzender Minister Genosse Dr. C z e ch das Referat halten wird, eine ungeheure Massenbeteiligung anfzuweifen haben wird.. Paris. Die große außenpolitische Kammerdebatte, die sich bis SamStag dreiviertel 1 Uhr früh hinzog, endete mit einer BertrauenSkuudgebung für die Regierung, die mit einem Stimmenverhältnis von 385 gegen 190 abgegeben wurde. In der Nachtsitzung ergriff Außenminister von Delbos das Wort. Er berichtete zuerst über die Londoner Beratungen der drei Locarno mächte'und sagte, Frankreich verzichte auf kei nes seiner Rechte, biete aber seinerseits alle Möglichkeiten znrMilderung der Spannung sowie zu einer Vereinbarung an und erkläre den gemeinsamen Willen zu einer gesamteuropäischen Regelung. Es will aber keine Sonderbesprechung von einer Macht zur anderen, keine Isolierung, keine Koali tion von Sonderiniereffen. Die Politik der fran zösischen Regierung zielt dahin, eine Teilung Europas in einander gegenüberstehende Blocks zu verhindern. Frankreich lehne einen Kreuzzug und Kämpfe für oder gegen den Faschismus, für oder gegen den Bolschewismus ab. Es wird auch weiterhin den Gedanken der R e g i o n a l ab komm e n behufs besserer Gewährleistung der kollektiven Sicherheit verkünden. Die Londoner Konferenz war kein Direkto rium der Locarnostaaten und in gleicher Weise wird auch die bevorstehende erweiterte Konferenz ! nicht den Charakter eines europäischen Direkto- .riums haben. Dio kleinen Staaten wer den Gelegenheit haben! das Ihrige zu sagen. i Es wäre ungerecht, der französischen Diplo matie vorzmvcrfen, daß sie eine Unterredung zu zweien mit Deutschland ablehne. Der französisch deutsche Antagonismus sei der Urheber allen . Uebels, an welchem Europa leidet. ES gehe aber nicht nur darum, daß die Spannung in: Westen Nachlasse, sondern um eine Beruhigung ganz EurchmS. Die Meinungsverschiedenheiten sind nicht unüberbrückbar. Das gemeinsame Interesse erheische, daß beide Staaten— Deutschland und Frankreich— in Gege n w a r t der üb ri gen europäischen Staaten, ber- handeln.'/ < Nichteinmischung In den spanischen Bürgerkrieg In Behandlung der spanischen Ereig- niff» erklärt» dann Minister DelboS, daß die spa nische Regierung in" Madrid eine ordnungs mäßige parlamentarisch» Regierung sei,- deren Rechtmäßigkeit niemand leugnen könne. Außer dem-, seist« eine Frankr»ich,befrenn» s Golt« 4 Sonntag, 2. August 1036 Nr: 179 Ausweisung aus dem Blindenheim Von Theodor Kramer Bo» den Mäusen warst« Im Heim die Gurten angefressen und da» Brot war schlecht! ' und die blinden Bürstenbinder murrten und sic wurden bittlich um ihr Recht. Und die Sieben, die gebeten hatten, lamcn heim wie sonst von ihrer Tour, und sie stiessen sich an harten Schatten plötzlich wund aus dem bekannten Flur. Und sie legten ängstlich an die Kanten die erhabnen Ballen Ihrer Hand, ihrer Fingerkuppen, und erkannten ihre Habe, di« beisammenstand. Die verstellte«« Türri« ihrer Kammern gaben Ihrem Druck nicht nach, und sacht hörten sie die anderen Blinden jammern und sie lagen blank die ganze Nacht. Und sie blieben sinster und gedrungen, ihrer Kordelbesr» samtnrn Bausch zwei— biä dreimal um den Leib geschlungen, auf den Fließen liegen wie im Rausch. Und sie wiese«« mittags, als der Leiter schroff verbot ihr Bleiben, ihr Gebiß — Wölfen gleich— und lagen knurrend weiter, bis man, spät, sie vom Gerümpel riß. Aus den« Gcdichtband„M itder Z i c h Harmonik a" des österreichischen ÄrbeiterdichterS T h e o d o r K r a m e r, der vor kurzem in den« B e r l ag G f u r u. C o. lWicn) erschienen ist 6176 Seiten, fünf Schnitte von A. Grosz, kart. S 6.80). Die Gedichte Kramers haben frühzeitig nicht nur durch ihre starke sozialeNot«, sondern auch durch die m ei ste rli ch e B e h e r r s ch u ng der besonderen, in BerS, Reim und Strophe eigenartigen, von Kramer geprägten Form die Beachtung eines größeren Publikums gefunden. Kramers Lurik, eine Art sozialer Impressionismus, liebevolle Kleinmalerci des Asttäglichcu und oft Aerm- lichen, zeitigt niauchc Einseitigkeit, bringt aber, die Entgleisungen bei weitem austvicgend, doch viele Gedichte von verhaltener Leidenschaft, in denen die Glut"des Erlebens die Forni beseelt. Wie Beruard Shaw seinen Gcburtötag feierte. Beruard Shaw hat seinen 80. GcburStäg in eck«; Shaw'scher Manier begangen. Als eine stattliche Menge von Journalisten in sein Hotel in Malvern kam, tvo zur Feier des denkwürdigen Tages eine Festauffiihrung der„Heiligen Johanna" in Anwesenheit des Dichters stattfand, schnauzte sie G. B. S. wütend an:„Untersteht euch nicht", schrie er,„mich daran zu erinnern, wie alt ich bin. Das geht nur mich„anz allein anl" Trotzdem hat er die Annahme von Geschenken nicht abgelehnt. Aber er hat seinen Freunden und Verehrern auch da eine echt Shaw'sche Vorschrift ge- tiiacht: er hat kategorisch den Wunsch ausgedrückr, daß lein Geschenk mehr als drei Pence kosten dürfe. Die Freunde vergalten ihm diesen Wunsch damit, daß sie ihm lauter Gegenstände schenkten, die er nicht benutzen kann, zum Beispiel Rasierklingen mit der Widmung, er möge die Eirden seines schönen Bartes damit abschneiden. Auch Stöße von billigen Ansichtspostkarten hat Shatv erhalte». Er selbst zeigte sich großzügiger und überwies aus Anlaß seines Geburtstages 100 Pfund für die Kasse notleidender Schauspieler Das Geburtstagsgeschenl aber, das Shatv der Welt brachte, ist ein neues Stück, das die Ileber- schrist„Gens" trägt. Es dringt, tvie Shaw selbst sagt, endlich einmal in die Tiefen der hohen Politik schonungslos ein. Göring treibt Raubbau.(F. K.) Seit drei Jahren, wird in den deutschen Forsten«nehc Holz geschlagen, als nach der Auffassung der Fachleute geschlagen werden dürfte. Auch für das Jahr 1038/37 ist der Holzeinschlag durch Görings Erlaß auf 150 Prozent der Menge festgelegt worden, die bis zum Jahre 1032 als HLchstnicngc betrachtet wurde. Weitsichtige Forstleute haben ihre Bedenken vorgetragen und darauf hingewie- sen, daß mit diesem zu großen Holzeinschlag mich die Reserve vernichtet tvird, die Deutschland in« Falle ernster Vcrlvicklnngcn haben müßte. Aber der katastrophale Mangel an Devisen, der di« notwendige zusätzliche Einfuhr von Holz unmöglich macht, tvar stärker als die wohlbögründeten Sorgen der Forstleute. Ueberfälliges Flugzeug. Ein auf der Kanal- insel Quernsey am Freitag abend gestartetes mit acht Fluggästen, dein Piloten und den« Funker besetztes Sceslugzcug ist ai« seinem Bestimmungsort Jersey, tvo es 20 Minuten später landen sollte, nicht eingetroffen. Auch um Mitternacht lagen noch keine Nachrichten über das Flugzeug vor, obwohl von Rettungsbooten, von den benachbarten Orien und allen in der Nähe befindlichen. Schissen Nachforschungen angestellt worden sind. Das Verkehrsflugzeug gilt«««««mehr als endgültig v e r l o r e n, da sich die Nach- 'sorschungcn als erfolglos hecäiiSgestellt haben. In den Bergen verunglückt. Der Hochschulstudent Alfred Bychman und die Studentin Klara Schenk unternahmen dieser Tage einen Ausflug in das Wettersteingebict und sind nicht zurückgekehrt. Eine ausgesandte Rettungsexpedition fand sie beide tot auf. Unwetter über Ungarn, lieber Dcbreczin und Szcgedin ging Freitag abends ein Unwetter nieder, welches die Weingärten veripüstete und einen Au» Spanien Miliz führt einen faschistischen Offizier gefangen ab großen Teil der Ernte vernichtete. Der Blitz hat an einigen Orten gezündet. Im Komitat Szabolcs schlug der Blitz in ein Haus e'n und tötete eine dreigliedrige Familie. An anderen s Orten wurden weitere drei Personen lurch Blitzschlag getötet. Vermißte Touristen. Ain Obcrgablehorn (4043 Meter) wird seit einigen Tagen eine Bergsteigergruppc von drei Manch vermißt. Man befürchtet, daß die drei abgestürzt oder erfroren sind. Drei weitereTouristen, die vor einigenTagen voi« einem Zeltlager aus zu einer Bergbesteignng aufgestiegcn sind, werden ebenfalls vermißt. An« Obergabelhorn ist außerdem noch ein Wiener Tourist abgcstürzt. Seit Donnerstag sind zwei Touristen aus Wien in der Gegend des Zinal- rothorn verschollen. Hitze in Bulgarien.• Ganz Bulgarien wird von einer tropischen Hitze betroffen. Fast überall erreiche«« die Temperaturen 40 Grad C. im Schatten. In der Donaustadt Rusa mußten die Kaufleute und.Gewerbetreibende ihre. Läden schließen, da sich die gesamte Bevölkerung der Stadt vor der Hitze In die Badeanstalten geflüchtet halte. In Varna ist hoher Badebetrieb bei 37 Grad Celsius. Die Ernte ist bereits überall eingebracht. Die großen Hitze«« sind auch von einer noch nie dagelvesenen Fliegcnplage begleitet. Der stürmische Sommer. Wie aus Pensacola gemeldet wird, richtete ein Sturm an der Westküste Floridas zwischen Fort Walton und Balpariso riesigen Schaden an. Drei kleine Schiffe mit insgesamt 28 Mann Besatzung werden vermißt. Vom Blitz verbrannt. Am Freitag würde Ujhorod vo>« einigen Gewitter«« heimgesucht. Ein zehnjähriger Knabe wurde vom Blitze getroffen und erlitt Verbrennungen zweiten Grades. Aufrüstung überall. Im Anzeigenteil einer Prager Zeitung war dieser Tage zu lesen:„Neues Laster-Korsett(Schnürleibchen) tausche gegen Flobertgewehr, Browning oder Teppich. Leichen„Bald auf Urlaub". Der eifrige Senator. Senator B i e n v e n u- Martin ist mit seinen 90 Jahren einer der ältesten Parlamentarier Frankreichs. Nicht der Aelteste, denn der Doyen des Senats ist Damecour, der im 92. Lebensjahre steht. Aber Bienvcnu-Martin gilt als einer der eifrigsten der Senatoren. Er fehlt bei keiner Sitzung, unermüdlich folgt er den oft recht langwierige«; Debatten und ist trotz feines hohen Alters fast an allen Fragen mit erstaunlicher Lebhaftigkeit interesiiert. In der letzten Sitzung des Senats, in der das Gesetz über die Schaffung einer Getreidekammer, verhandelt wurde, wurde er sogar ihm zu viel. Als nach zwölfstündiger Sitzung«ine neu auf 9 Uhr abends anberaumt werden sollte, meldete er sich zur Geschäftsordnung, und beantragte, unter Hinweis auf fein spezielles Interesse für diese Frage und auf seine immerhin verständliche Müdigkeit eine Vertagung. Der Senat tat dem alten Herrn den Gefallen. Ein Spielkasin» mitten im Pazifik. In Australien hat sich ein Finanzkonsortium gebildet, das ein Spielkasino auf einer der Inseln von Neu-Kaledonten eröffnen will. Neu-Kaledonten gehört Frankreich, und so hat sich das Konsortium an die französische Regierung gewandt, um die nötige Konzession zu erhalten. Der Gcneralgouvcrnenr hat seine prinzipielle' Zustimmung bereits erteilt, und die Gruppe verfügt schon, über zweieinhalb Millionen Pfund. Man wird also verpiütlich bald mitten im Pazifik Roulette spielen können, und sogar unter echten Croupiers. Denn diese sollen aus Monte Carlo engagiert werden, wie auch der Bau der Kasinos nach den Plänen desjenigen von Monte Carlo errichtet werden soll. Gold aus Rußland. Die Wirtschaftszcitschrift ,)Bull«ttn" veröffentlicht«inen 1 interessanten Be- | richt über di« russischen Goldfendüngen nach Amerika, der vom Washingtoner statistischen Awt auSgear- I bettet worden ist. Danach hat sich die Goldausbeute in Rußland seit 1980 vervierfacht. 1984■ wurden 1 182,600 Kilogramm, 1938 bereit» 182,000 Kilogramm Gold gewonnen. Der Wert dieser Ausbeute an Edelmetall stellt etwa eine Milliarde Rubel dar. 1984 schickte Rußland nach Amerika Golderz, aus dem löS8 Kilogramm reines Gold gewonnen wurde. 1985 hatte sich die Zahl verzehnfacht: AuS russischem goldhaltigen Erz gewann man in Amerika 15.555 Kilogramm reinen GoldeS. Diese Zahlen zeigen, daß Rußland in zunehmendem Maße einen wesentlichen Platz unter bei« goldproduzie- renden Ländern erobert. Papagaienunterrlcht mit Grammophonplatten. In Havanna existiert eine Papagaiensarm, in der die Vögel Sprechuntecricht nach de,, neuesten Methoden erhalten. Ein Satz, den sie lernen sollen, wird auf einer Grammophonplatte registriert und diese wird ihnen immer wieder vorgespielt, bis sie den Text völlig beherrschen. Nebrigens sind die„Lehrer", Neger, die auf der Farm beschäftigt sind, angewiesen, in der Nähe der Vögel nur leise zu sprechen, damit diese nicht etwa den„slang" lernen. Soilueniad in einem Gefängnis. Die ameri- kanische» Gefängnisse.machen Fortschritte! Und nach Meinung vieler, siM'auKt schnell. Jetzt'soll im Gefängnis von Buffalo den Häftlingen Gelegenheit geboten werden. Sonnenbäder auf dem Gefängnisdach zu machen. Das Dach wird zu diesem Zweck: mit einem Güter umzogen, aber seinsühlig, wie die Gefängnisverwaltung zu sein scheint, wird dieses«fach Art der Dachgärten von Pflanzen verdeckt sein. Aufregende Szene um einen Irren. Die Prager Polizeikorrespondenz meldet: Samstag nach 20 Uhr abends bedrohte in Prag VII der 22jährige Rechtshörer Johairn P. in einen« Anfall von Geistesgestörtheit seine Mutter und ver- wundctc sie mit einem GlaS leicht an der Stirn. Auf ihre Hilferufe eilten Nachbarn herbei. Johann P. verbarrikadierte sich. inzwischen in« Zimmer und drohte, aus dem Fenster der in« dritten Stock gelegenen Wohnung zu springe««, wenn ihm jemand nahe komm» Daraufhin wurde die F e'ne r wehr gerufen, die unter dem Fenster im Hof in der Höhe des ersten Stock- werkes ein Sprungtuch befestigte. Dann brachen Feuerwehrleute die Tür aus und drangen in das Zimmer. Der Irre erschrak und ließ sich ruhig festnehmen. Er wurde in die Irrenanstalt in Bohnitz eingel.iesert. Der Vorfall hatte Zeinen großen Menschenauflauf zur Folge. Von den schweren Straßenkämp/en' In Toledo Einwohner feuern aus den Fenstern der Wohnungen auf die angrcifenden Faschisten.. Auto durchbricht die Bahnschranken O k m ü tz. Freitag, den 31. Juli, ereignete sich um 22 Ahr 49 Minuten auf der- geschützte«« Bahnübersrtzung der Strecke plmiitz— Prosnitz bei der Station Neustift in Kml ls8HeiwschwereS Autounglück. Auf der Straße von Kozuäany nach Reustift fuhr das Personenauto E 12.580, In dem sich die Reserveoffiziere Eduard Neubert ans Deutsch-JaSnik, Jaroslav Äväbenskh aus Brünn, Arnoöt Berger auö Stiebnig bei Wagstadt, weiters der ZugSführer im PrSfenzdienst Jofek Ko- löt, der Korporal der Reserve'Karl Dostäl, sämtliche vom Artilleriercgiment 152 in Olmütz befanden: AlS sich daS Auto dem geschützten Bahnübergang nähert«, entstand ein Lichtdefekt, wo. durch eS erklärlich erscheint, daß der Chauffeur Neubert die herabgelaffenen Schranken nicht be- merkte und den nahenden Lastzug Rr. 1576 übersah. In dem Augenblick, da sich der Zug den Bahnschranken näherte, fuhr daS Automobil in großer Geschwindigkeit auf die Bahnstrecke, durchbrach die Schranken und stieß gegen di« Lokomotive. Bei dem Zufammenst.oß wurde die Lokomotive schwer beschädigt, daS Automobil jedoch vollständig zertrümmert. Aus den Trümmern deS Automobils wurde«« Neubert und' Äväbrnfkß tot geborgen. Berger wurde schwer verletzt ii« daS DivisionskrankenhauS in Olmütz überführt. Dostäl wurde leichter verletzt und nach der ersten Hilfeleistung in die Kaserne entlassen. Koläk, der auS d c m F e n st e r s p r a n g und direkt vor d i e L o k o m o t i v e geriet, wurde zur Seite geschleudert und blieb unverletzt. Er konnte sich von der Anfallstelle selbst in die Kasein begeben. Siidmährrn erhält ein neue» Krankenhaus. Dem Bedarf eines neuen Krankcnha'S für Südmähren, dessen Errichtung gleichzeitig die Städte Lundenburg und Göding erwogen, soll nunmehr durch den Orden der.Barmherzigen Schwestern abgeholfen werden. Die barmherzige«« SkhivestAn werden auf eigene Kost««« ein Krankenhaus in Göding bauen. Das Grundstück wird von der Stadt unentgeltlich zur Verfügung gestellt und darüber hinaus will Göding den Bau auch noch in anderer Form«mterstühen. Ungünstige Wetterausflchten. Aus der Ukraine, wo SamSiag nachmittags bei schönem Wetter erneut 84 bis 88 Grad verzeichnet wurden, wird die sehr warme Lust dem Karpathengebiet zugeführt. In unseren Gegenden— nur der Ostzipfel der Republik ausgenommen— Ist er dagegen relativ kühl. In den böhmischen Ländern, wurden an einigen Orten aiich'in den NitderuNgeN nitr 14 Grab^geweidet,' die Schneekoppe meldete 5 Grad. Auf den Alpengipfel,^,, herrscht Frost bei zeitweisem S ch n e e f a I l. ,J» der Nähe der schroffen Wärmegrenze; die sich aus Polen über die Karpathen hinweg zur Balkanhalbinsel erstreckt, fällt auch bei uns»och stellenweise Regen. Mit Rücksicht darauf, daß auch von Westen her nach Mitteleuropa, eine weitere Regenzoue vorrückt und der Barometerstand iioch andauernd zurückgeht, sind die Aussichten auf die Weiterentwicklung der Weiters ungünstig. «— WahrscheinlicheSWettervon heute: Andauer des unfreundlichen, vorwiegend bewölkten Wetters, zeitweise Regen, mäßig kühl. Auch im Osten der Republik etwa» kühler, aber noch iinmer wärmer als im übrigen Gebiet.— W e t- t e ra u S s! ch tc n für M o u t a g: Im Westen der Republik leichte Dessermig und etwas wärmer. Im Karpatheugebiei unbeständig, Temperatur wpnig verändert. Vom Rundfunk ImtiiilMiwwiM aus m Sioinnnnii Montag. Prag, Sender S.: 8.80: Morgengymnastik, Konzert, 10.11: Konzert, 1205: MittagSkonzert, 18.40: Konzert. 14.05: Schuberts Unvollendete, 18.10: Blasmusik, 17.40: Kammermusik, 18.05: Deutsche Sendung, Nachrichten, Wetterbericht, 18.55: Konzerteinlag«, 19.10: Oper Orpheus.In der Unterwelt von Offenbach, 20.05: Konzert, 22.15: Tanzmusik.— Sender L.r 7.80: Konzert, 15.20: Deutsche Sendung.— Brünn: 8.00: Morgengymnastik. 12.85: MittagSkonzert, 18.80: ArbeitSMarkt und Sozialinformationen, 14,00: Konzerteinlage, 17-40 Deutsche Sendung, 18.20: Tanzmusik auf Schallplatten, 20.45: Konzert.— Preßburg: 8.00: Morgengymnastik, 11.05: Konzert, 12.10: Nachrichten,- 14.05: Deutsche und ungarische Nachrichten, 22,80: Tanzmusik.— Kascha«:. 8.00: Morgengymnastik, 10.05: Konzerteinlage, 12.05: Schallplatte», 20.00; Konzert.— Mäh risch. Ostrau: 6.00: Morgengymnastik, 18.10: Deutsche Sendung, 20,05: Konzert. DieuStag. Prag, Sender S: 8.00: Morgengymnastik, 12.00; Zeitzeichen, 12.11: Schallplatte««. 14.00: Schall, platten, 18.55: Konzert, 18.05: Deutsche Sendung, Nachrichten: Wetterbericht, 20.55:'Konzert,,22.15; Schallplatten.— Sender L.r 7.80: Schallplattenkonzert, 14.80: Konzert. 15.15: Deutsche Sendung, 15.50: Deutsche Nachrichten.-w Brünn: 6.00: Morgengymnastik, 12.85: Konzert. 17,40: Deutsche Arbeitersendung: Sozialinsormationen, 18.20: Schallplatte».— Preßburg: 8.0Ü: Morgengymnastik. 11,05: Konzert, 12.10: Lokalnachrichten/. Konzerr, 16.10: Uebertraaung.aus Pistyan, 22.80: Schallplatte».— Kafchau: 6.00: Morgengymnastik, 12.05; Schallplatten', 14.10: Konzert, 18.00: Karpatho. russische Nachrichten.— Mährisch.Ostrau 6.00: Morgengymnastik, 18.00: Esperanto,^18.10: Deutsch« Sendung.'’/ Nr. 179 Sonntag, 2. August 1936 Seit« S der Welt(In Millionen Unzen) Erdteil Indien als Wirtschaftsmacht Ginsuhr allerdings von dort nach unserem Lande! rung ein ÄüßenhandelSwert von etwa 913 KL auf rund 269 Millionen KL. Es handelt sich also der Größenordnung nach um ziemlich bedeutende Summen, was ganz besonders aus dem Vergleich unserer- Handelsumsätze mit Indien mit jenen etwa, mit Unserem Nachbarland Ungarn ersichtlich ist. Anden fünf ersten Monaten 1936 hat die Tschechoslowakei aus Ungarn für rund 4b Millionen K<5 Waren eingeführt, aus Br.«Jndien in derselben Zeit aber für 110 Millionen KLl Unsere Ausfuhr nach Br.-Jndien hat in derselben Periode.28 Millionen KL und nach Ungarn 46 Millionen' KL betragen. . Indien ist nicht nur, neben China, der volksreichste Staat der Welt, sondern, trotz seines Ge- bietsumfangcs, ein sehr dicht.besiedeltes Land. Auf den Quadratkilometer, kommen.im Dürchschuitt 75 Einwohner! was der Vevölke- rvngSdichte von Frankreich etwa gleichkommt. Zum Vergleich erinnere chän'W daran, daß die Bevölkerungsdichte unseres Landes 196 Einwohner pro Quadratkilometer beträgt.'' Der grüßte Teil der indischen Bevölkerung steckt allerdings noch in einer vorkapitalistischen Selbstversorgung. Bezeichnend dafür ist, daß auf den Kopf der Bevölkerung ein Außenhandelswert(Ausfuhr und' Einfuhr)! von nicht mehr älS höchstens 50 KL jährlich ent» "fällt wahrend bei ünS auf den Kopf der'Bevölke- Britisch-Jndlen umfaßt eine Fläche von 4.7 Mill. Quadratkilometer. Die' Gesamtbevölkerung beträgt heute nicht weniger als 365 Millionen, So- . mit ist Indien dach China das volksreichste Land der Welt. Man' ist berechtigt, Indien als einen Erdteil zu betrachten, schon aus dem Grunde, weil es; seiner Flächeinach, Europa lohne die Sowjet- üioN) sich annähert, das eine Fläche von 5.4 Quadratkilometer umfaßt, Europa(ohne die Sowjetunion) zählt heute rund 880 Millionen Einwoh- >ner, während Indien schätzungsweise 865 Millionen Einwohner hqt. Indien lebt heute noch ein ziemlich abgesondertes Leben, aber Indien gehört schon heute als.Markt zu den wichtigsten Bestandteilen der Weltwirtschaft und wird in den kommenden Jahren eine ailßerordcniliche Rolle in der 'Gestaltung der weltwirtschaftlichen Entwicklung spielen.' Deshalb ist fS' für uns sehr wichtig, uns die wirtschaftliche.'Eutipickluiig dieses Riesengcbie- 7eS il, allgemeinen Zügen zu j yergegenwärtigen. ES ist bemerkenswert, baß Britisch-Jndien schon heilte eine bedeutende Rolle im,'Außenhandel der T s'ch'e cho s l'o w äik e i. spielt. Nach den bis« hetigen monatlichen Ausweisen'. für deN t Außen- , handel unsereS'LandeS' kannman für 1986(Äe- ' sayltjähr)!. die Ausfuhr der Tschechoslowakei nach Br.-Jndien auf etwa 76 Millionen KL schätzen, die stärkste ProduktionSerhöhung in folgenden sieben ProdUktionSgebieten: Schweden, Australien, Kanada, Neu-Guinea, Aapan(mitKorea), Kolumbien und Chile. Während die Goldproduktion der Welt im ganzen seit 1929 bloß rund um 58 Prozent zugenommen hat, kann man in einzelnen Produktionsgebieten eine Vervielfachung ihrer Gewinnung feststellcn. In der nachstehenden Tabelle ist die Goldproduktion der Welt nach einzelnen wichtigen PboduktionSgebie- ten in den letzten fünf Jahren dargestellt. der Wertgoldbestände verfügten, besitzen heute sogar 57 Prozent, da der Rückgang der französischen Bestände während der letzten Jahre mit einem enormen weiteren Anwachsen der amerikanischen zusammcutraf. Auch die Länder deS Pfund-Blok- kes, vor allem natürlich England, haben ihre Goldbestände zu steigern vermocht, während eil» großer Teil der europäischen, asiatischen und südamerikanischen Schuldnerländer eine fortschreitende Entblößung von. Gold erleben. Dadurch wird ein ungesundes Moment in die' Entwicklung der Weltwirtschaft Hineingeträgen, und eine vernünftige WeltwirtschaftSpolitik sollte vor allem danach streben, die aufgespeicherten Goldreserven in mehr oder minder gleichmäßiger Weise in die Kanäle der Weltwirtschaft zu lenken. Folgende Tabelle stellt die heutige Verteilung der monetären Goldbestände dar. Monetäre Goldbestände der Welt nach Erdteilen und wichtigen Ländern im März 1936 (in Millionen Dollar) Im Jahr« 1985 hat die Weltproduktion von öld 81 Millionen Unzen betragen, auf Geldwert mgerechnet(1 Unze kostet 7£ oder ca. KL 860) und 37 Milliarden KL. Im Jahre 1850 hat die «ltproduktion von.Gold bloß dreieinhalb Millio- n Unzen betragen. Das bekannte enzlifch-siid- rikanische Minenfinanzhmis»Union Corpora- ttzn" schätzt die Weltproduktion für 1940 auf etva 40 Millioneir Unzen, was eine Verdoppe- luig gegenüber.dem letzten Borkrisenjahr, 1929, beiruten'würde.' Denn abgesehen vonder Zunahme devProduftion in jenen. Ländern, die bisher nur eins ganz geringe Rolle in der Goldproduktion der Weit gespielt haben, erwartet man in den nächsten Jähsen.eine bedeutende Steigerung der Goldpro- dukttzn in dem Hauptproduktionsgebiet der Welt, der südafrikanischen Union, in der in den letzten fünf Jahren ein auffallender Stillstand herrscht. Einesgewaltige Steigerung der Produftion hat o w j«t u n i o n in den letzten fünf Jahren ellebt, sie ist jetzt an die zweite Stelle, nachdem Kritischen Empire, in der Weltproduktion von Gsld gerückt. Man plant aber in Moskau eine Steigerung der Produktion bis Ende 1936 auf lObiS 11 Millionen Unzen, womit die heutige sülafrikanische Produktion erreicht werden würde, s Jimallgemeinen kam» man von der Steigerung den Goldproduktion eine günstige Wirkung auf die Ältwicklung der Weltkonjunktur erwarten. Denn abgesehen von der günstigen Wirkung, die die Steigwung der Goldproduktion auf dem Umwege überi die. Währungs-.und Kreditpolitik der Notqibankm haben kann, wird durch die Erhöhung der Goldprwuktion die Kaufkraft der betreffenden Produktioneländer außerordentlich gesteigert. Allerdings ist die Verteil u n g der M o N e t ä r e n G o I d b e st ä n d e in der Welt außerowentlich ungleich. Frankreich und die Vereinigte» Staaten, die 1929 über 48 Prozent Eine der interessantesten Erscheinungen der letzten Weltkrise sowie der jetzigen Nachkrisen- periode ist eine außerordentliche Steigerung der Goldproduktion in der ganzen Welt, die alle früheren Schätzungen vollkommen Über den Haufen geworfen Hai. Der wichtigste Grund für diese Steigerung der Goldproduktion ist die Wertsteigerung des Goldes infolge der Währungsabwertung. Abgesehen von der Sw w- jetuni o n, Wo die Steigerung der Goldproduktion besondere Gründe hat, beobachtet man die Goldproduktion 1929 1981 1933 1934 1935 Britisches Empire zusammen davon: • ■ - 14.11 15.56 16.59 16.29 17.18 Südafrikanische Union, 10.41 10.88 11.01 10.48 10.77 Kanada...» 1.92 2.69 2.95 2.97 8.28 Australien..., 0.42 0.59 0.88 0.89 0.92 Südrhodesien... 0.56 0.58 0.64 0.69 0.78 Sowjetunion.... 1.09 1.70 2.67 4.26 5.65 Vereinigte Staaten von Amerika 2.06 2.21 2.28 2.74 3.12 Mexiko..... 0.66 0.62 0.64 0.66 0.75 «■ i•■ 0.35 0,40 0.44 0.40 0.56 Korea.,, a 0,14 0,29 0.37 0.40 0.40 Philippinen,,,, 0,16 0.18 0.28 0.85 0.48 Kongo.,,., 0.17 0.22 0.28 0.84 0.88 Kolumbien,,,, 0,05 0.1N 0.30 0.34. 0.38 Schweden,,,, 0.04 0,06 0.14 0.25 0.28 Chile,, i a. 0.01 0.02 0.15 0.24 0.26 Brasilien..,, 0.11 0.12 0.12 0.14 0.14 Franz. Westafrika.. 0.01 0.08 0.07 0.10 0.14 Rumänien..■. sonstige Länder.■■ 0.06 0.00 0.18 0.11 0.11 0.58 0.65 0,92 1.06 1,24 Weltproduktion.■ 19.59 22.86 25.86 27.77 81.00 Bereinigte Staaten von Amerika 10.184 Europa.«. 10.870 davon: England.. .»» 1.658 Frankreich, «. 1 4.348 Deutschland, ■ 1 29 Italien. 270 Niederlande 486 Polen.. 81 Tschechoslowakei 113 Rumänien. 110 Jugoslawien. a. 44 Spanien.. ■- R 726 Schweden., M. 206 Schweiz.. 493 Sowjetunion- 839 Latein-Amerika. 636 Asien, Australien und Ozeanien • 815 Afrika.. . 816 Welt(50 Staaten) ** ■ 22.514 (1934) entfällt. Aber man soll die Beteiligung von Indien an der Weltwirtschaft nicht mit europäischen Maßstäben messen: In China entfällt pro Kopf der Bevölkerung ein Außenhandels- lvert von höchstens 28 KL, also weniger als die Hälfte des indischen Außenhandelswertes. Der bei weitem wichtigste Teil der indischen Wirtschaft ist die Landwirtschaft, die überwiegend im Anbau von Weizen, Reis, Tee, Erdnüssen, Jute und Baumwolle besteht. Daneben spielen eine Rolle oder.sind in der Entwicklung begriffen Kaffee, Tabak, Zucker, Opium, Leinsaat und Kautschuk. Die Anbauflächen der Ivichtigsten Produkte beliefen sich 1934/85 auf: Reis... Weizen.. Baumwolle, Erdnüsse.» Jute... 82.8 Mill. Hektar 14.0. 9.7,„ 2.8» 1.1.„ Die indische Anbaufläche für Reis beträgt mehr als zwei Drittel der gesamten Weltanbau- fläche. Die Anbaufläche für Weizen beträgt rund 10 Prozent der Weltanbaufläche, für Baumwolle mehr als ein Drittel der Weltanbaufläche. Indiens landwirtschaftliche Produktion in 1000 Tonnen 1918/14 1931/32 1932/33 1933/34 1934/35 Weizen. •> 10.021 9.169 9.607 0.508 9.981 Rei»(geschält) 29.800 88.500 81.600 81.800 80.800 Kaffee.. 15.2 14.7 — —. Tee.,, 189.4 178.8 106.7 178.8 — Tabak a, 638.0 626.0 565.0 Leinsaat., U 892 423 413 885 425 Erdnüsse., 761 2.318 8.055 8.871 — Jute.., 1 1.614 1.006 1.288 1.449 — Baumwolle'. •■ 1.078 849 1.062 — 1.007 AuS dieser Tabelle kann man ersehen, daß d^e alten indischen landwirtschaftlichen Kulturen, besonders die Banmivolle, der Weizen und der Tee sich in einem Stillstand befinden oder sogar einen Rückgang durchmachen, ivährend neue Kulturen, wie etwa die ErdnÜffe, eine rapide AufwärtSent- Ivicklung zeigen. Auch Indien macht eine Umstellung durch und erstrebt eine Neuanpassung an die veränderten weltwirtschaftlichen Verhältnisse. Der große P r e i S st u r z, der die Weltwirtschaftskrise einleitete, ist an Indiens Wirtschaft nicht spurlos vorbeigegangen. Ter für Indien ausschlaggebende Preis für Reis ist von dem Höchststand der Nachkriegszeit im Jahre 1926 bis Ende 1934 um zweieinhalbmal gesunken. Auch der für den Außenhandel Indiens sowie für die handelspolitischen Kämpfe mit England und Japan ausschlaggebende Baumwollpreis ist von dem Höchststände im Jahre 1928 bis Ende 1934 um.rund 44 Prozent gesunken. Allerdings beginnen die Preise für Reis und besonders für Baumwolle im Jahre 1935 rasch anzusteigen, und diese Preissteigerung setzt sich auch im Laufe voi: 1986, wenn auch etwas verlangsamt, fort. ZuM Schluß führen wir noch in der nachfolgenden Tabelle die Zusammensetzung des indischen Außenhandels 1934/85 auf. ES ist ein thPischeS Bild des Außenhandels eines großen Agrarlandes, das sich noch in den Anfängen seiner industriellen Entwicklung befindet, und ausschließlich Lebensmittel und Rohstoffe anSsührt, während seine Einfuhr fast ausschließlich aus industriellen Fertigwaren, insbesondere Produktionsmitteln, besteht. Indien macht gcgenlvärtig einen umfaßenden I n d u st r i a I i- sierungSprozeß durch, aber diese Jndu- strialisieruug befindet sich noch in jener Phase, in der die junge Jndustriewirtschaft des Landes noch ausländischer Produktionsmittel und feinerer Fertigwaren in großem Umfange bedarf. Für den Kampf um d i c E r h öh u n g un s er eS Exportes, an dem die Jndilstriearbeiterfchaft, besonders die s u d e t e n d e u t s ch e, so interessiert ist, ist eS überaus loichtig, die Zusammensetzung der indischen Einfuhr kennen zu lernen, damit wir die Bedürfnisse dieses riesigen und höchst entwicklungsfähigen Marktes kennen lernen. Bis jetzt ist unser Außenhandel mit Indien stark pasiiv gewesen, aber eine entsprechende Kreditpolitik und vor allem ein größere? Eindringen in die BedUrfniffe des indischen Mark. ieS kann das Bild in den nächsten Jahren beden» tend verändern. Der Kampf um den indischen Markt steht heute im Mittelpunkt deS Interesses für die weltlvirtschaftlichen Riesenmächte, wie England, Japan und die IlSA, aber auch kleinere Industriestaaten, Ivie unser Land, können an der Entwicklung dieses Riesenmarktes teilnehmen. Die Zusammensetzung deS indischen Außenhandels 1934/35(In Millionen Rupien). Einfuhr Oele tPflanzen«, Mineral- u. Tieröle,,, 69.7 Robbaunnoolle 52 3 Baumwollwaren. 217.6 Andere Textilwaren(Jute, Seide, Wolle usw.) 117.2 Chemikalien, Drogen und Medikamente.. 52.1 Farben■■ 41.0 Schneidwaren, Kurzwaren und Geräte.., 54.4 Elektrische Aaren und Apparate...,. 28.1 Maschinen 132.8 Fahrzeuge.-- 65.3 Eisenwaren. 68.8 Metallwaren 49.9 Ausfuhr Reis....,...108.7 Tee 201.8 Oelfrüchte und Oelsaatcn 108.2 Rohbaumwolle 850,0 Rohjute............ 109.0 Schellack 26.7 Rohwolle 12 7 Rohhäute und Felle 81.8 Jutewaren 215.0 Zahlungsbilanz der Ver. Staaten von Amerika Wir haben vor einige» Wochen in unserer Zeitung die Zahlungsbilanz der Tschechoslowakei für das Jahr 1935 veröffentlicht. Wir behalten uns vor, die Bilanz unseres Landes später in den allgemeinen Rahmen der internationalen Waren- und Gcldbewegungen einzustellen. Wir halten es aber für sehr lehrreich, hier die Zahlungsbilanz des mächtigsten Wirtschaftsgebietes des Erdballs, der Bereinigten Staaten von Anierika, darzustellen, ohne vorläufig den Vergleich zwischen der Zahlungsbilanz von USA und der Tschechoslowakei zu ziehen. Man muß übrigens bemerken, daß ein solcher Vergleich nicht ohne weiteres zu machen ist, di die Art der Berechnung bei uns und in Amerika ungleich ist. Zahlungsbilanz der Vereinigten Staaten von Amerika 1935(in 1000 Dollar) 2.282,000 2.048.000 Bilanz Einnahme Ausgabe 284.000 284.000 1. Außenhandel mit Waren: Ausfuhr......... Einfuhr.... Nettoeinnahme aus d. Außenhandel m- Waren 3. Dienstleistungen: Einnahme aus Schiffahrt,,»,. Ausgabe für Schiffahrt Einnahme aus dem Fremdenverkehr. Ausgabe' der amerikan. Touristen im Auslande Zinsen und Dividenden aus auswärtigen Kapitalanlagen’.... Zinsen uhd Dividenden für frenrdes In USA angelegtes Kapital.,... Ucberweijunge» u. Zuwendungen an Auslände» (Netto).. Einnahmen aus verschiedenen Dienstleistungen Ausgaben für' verschiedene Dienstleistungen. Netto-AuSgabe aus den Dienstleistungen,, 3, Außenverkehr mit Gold und Silber: Einnahme aus der GoldauSfuhr.\a■, ■ Ausgabe für Goldeinfuhr...,, . Einnahme aus der Silberausjuhr... Ausgabe für Silbereinfuhr..... Netto-Ausgabe au» dem Außenverkehr mit Gold und Silber.... 4. Kapitalbewegungen: :■ Netto-Einnahme auS y' Gesamtsumme j Die amerikanische Zahlungsbilanz Dollar. 62.000 102.000 40.000 129.000 398.000 204.000 426.000 140.000 286,000 115.000 2.075.000 247.000 201.000 46i000 87.000 2.000 1.741.000 1.739.000 19.000 855.000 886.000 den Kapitalbewegungen. der Poften von 1. bi» 4. 1.526.000 ,■, 1.760.000 2.162.000 für 1935 schließt also mit einem Defizit von 403 Millionen «Seite 6 Sonntaft, 2. August 1036 Nr. 170 Die Kriegsflotte und die Gefahren der Luft Von Admiral Mark Herr Der nachfolgende Artikel der englischen Admirals MarkKerr, der zugleich ein erfahrener Flieger Ist, nimmt zu dem Heist um- striitcncn Problem Stellung: Ist die Kriegsflotte den Angriffen der Luftwaffe gegenüber - machtlos? Diese Frage ist im Augenblick, in dem die englische Flotte einer gigantischen Reorganisation unterzogen wird, von vitaler Bedeutung, und es ist bekannt, dast die Durchführung de» FlottenaufrüstiingSprogramme» solange hin- gchaltcn wird, als der Prinzipienstreit zwischen Lustfahrtsministerium und Admiralität unentschieden ist.•■.• D. Red. Sind mächtige Kriegsflotten in unserer Zeit militärisch zu rechtfertigen? Die Antwort auf diese elementare Frage lautete auch heute noch: DaS Schiff bietet die einzige Möglichkeit, den Transport von grasten Mengen von Vorräten oder Menschen zwischen zwei durch das Meer getrennten Ländern sicherznstellcn. Das Flugzeug wird niemals das Schiff als Transportmittel ersehen können. Denn das Gewicht der notlvendigcil Brcnnstofsrescrven must notwendig zu einer äiihersten Beschränkung der übrigen Fracht dcS Flugzeuges führen. Nur der Bau von unterseeischen EisenbahntunnclS könnte die Kriegsflotten überflüssig machen. Die geographische Lage eines Landes ist bestimmend für seine Flottenpolitik und für die Wahl seiner KricgSschiffttzpcn. Es ist zu unterscheiden zwischen Staaten, die in ihrer Nahrungsmittel« und Rohstoffversorgung unabhängig sind, Staaten, die in der Lage sind, ihren zusätzlichen Bedarf auf dem Landwege einzuführen und einigen Ländern, die, wie England, in ihrer Versorgung vom Seetransport abhängcn. Im ersten Fall würde die Regierung bei Ausbruch eines Krieges ihren Handelsschiffen die Weisung geben, so lange in neutralen Häfen zu bleiben, bis sie unter Bedeckung in die Heimat geleitet, werden können. Es konimt hier weniger auf die. Anzahl der Geleitschiff« an, als darauf, dast diese Schiffe zu dcngröstten Kategorien mit maximaler Bestückung gehören, um gegen alle etwaigen Kaperversnchc gewappnet zu sein. Für Staaten, die ihren zusätzlichen Lebensmittelbedarf aus deut Landwege erhalten können, erübrigt sich die Aufrechterhaltung einer Flotte überhaupt. Für Länder, wie England"aber, die in ihrer Lebensmittelversorgung a.ufU.ebersee- zufst hr.a«g.e w i e s eg.sind,, ist der Besitz einer genügenden Anzahl von leichten Kreuzern notwendig,-um-ihre^HandelSmarin» vor Angriffen auf ofseitzitr^ See zu schützen, und zweitens von Flugzeugen, Zerstöterst Und" kleineren Thpen, um Ünterseeboota'ngrifsc u'nterwegs oder in der Nähe der Heimathafen abzuwehrcn.' Die Schwierigkeiten des Bombenangriffs Die Aussichten dafür, dast es einem Flnq- zcuggeschioadcr gelingen lünntc, eine Kriegsflotte zu zerstöre», sind solange gcriiig, als es sich verhindern lässt, dast das angreifende Geschwader in allzu geringer Höhe fliegt. Es ist fast unmöglich, aus groster Höhe bewegliche Fiele mit Bomben zu belegen. Wie die Beobachtung eines Fallschirmabsprungs beweist, sind die Luftströmungen in den einzelnen Höhenlagen so verschiede», dast der Fallschirm aus seiner senkrechten Fällrichtung abgetrieben wird und seinen Kurs während des Falls mehrfach ver- äildert. Da cS auch heute noch keine Möglichkeit gibt, diese Strömungen der Luft zu bestimmen, bestehen unüberwindliche Schwierigkeiten für die Bombcnwcrfcr. Der Weltkrieg hat dies durch Erfahrung bestätigt. Scitdent sind neue Modelle von Flugzengabwehrgeschützen erfunden worden, die die Flugzeuge dazu zwingen, wesentlich höher als früher zu fliegen. Hinzu kommt, dast die Bombe explodiert, sobald sic auf die Schifsspanzerplattc aufschlägt, ohne die Platte zu durchschlagen, so dast der angerichtete Schaden nicht sehr grast sein kann. Die Schwierigkeiten eines Lustbombcnangriffs sind mir klar geworden, als mein Flaggschiff in dec Adria mehr als eine halbe Stunde lang von Wasserslngzengen aus einer Höhe von weniger als 800 Metern bombardiert wurde und cs nicht gelang, mehr als einen Treffer zu erzielen, ob- ivohl unsere Geschwindigkeit nur 0 Knoten betrug. Manöver-Versuche Auf beiden'Sciien des Atlantik haben die Admiralitäten Versuche eingestellt, um die W i r- kung von Bombcn.angriffen auf moderne Schlachtkreuzer, f c st z u stell e n. Die Ergebnisse zeigten,■ dast die Beschädigungen gering waren. Die Anierikancr hatten den Schlachtkreuzer„Washington"' als Zielscheibe für 2000pfüiidige Bomben' Und' lOOpfündige Torpedos benützt. Drei Bomben und zwei Torpedo» explodierten unter Wasser in der Nähe des SchisfsbodcnS und verursachten eine Schlagseite von 5 Grad. Obwohl keine Pumpen in Tätigkeit gesetzt wurden, blieb die„Washington" flott und wurde erst vier Tage später durch Geschübfeuer versenkt. Der, Angriff auf Kriegsschiffe mit Ausnahme von Flugzeugmutterschiffen.sollte am erfolgreichsten von sehr niedrig fliegendeU Maschinen, die die größten Torpedothpen mit sich führen, auszuführen sein. Diese Geschwader sollten ihre' Bombenwürfe im Raiichschutz vornehmen, der wenige Minuten'vorher von höher fliegende» Gcschivadern erzeugt wird. Mit diesein System find schon vor etlva 16 Jahren Manöver- Versuche angestellt»worden: obwohl die bon einem Flugzeuggeschwader angegriffene Flotte, sobald die Rauchschicht sichtbar wurde- auSein- anderschwärmte, konnten 41 Prozent Treffer erzielt werden. Für die Schiffe waren die Flugzeuge unsichtbar, die Flugzeüginsassen aber konnten die Tops der Masten visieren und waren so in der Lage, Kurs und Geschtvüidigkeit ihres Zieles fcstzustcllcn. Flugzeugmutterschiffe dagegen mit ihren- riesigen Startflächen, die nicht. durch Panzerplatten geschützt werden"können, und der grostcn Ausbeutung ihres Schiffsraumes bieten weniger Fläche für Untersce-Torpedoangriffe als für Bombenabwurf auf das ungeschützte Deck. Ein Brand auf dsmStarideck kann möglicherweise auf die Benzintanks üborgrcifon, die an Bord bcfind- iichcu Flugzeuge zerstören,-und in schlimme» Fällen das ganze Schiff in Brand setzen. Lehren des Weltkriegs Obwohl cs fast unmöglich.ist, ein schiller gepanzertes Schiff durch Bomben-oder Torpedos zum Sinken zu bringen, erhebliche Beschädigung must notwendigerweise die Fahrtgeschwindigkeit beeinträchtigen. Befindet sich das. getroffene Schiff .in Begleitung anderer, so bedeutet das eine Verlangsamung der gesamten Flotille. Der letzte Krieg zeigte uns, dast sich die Schlachtkreuzer aller Flotten, als nach dem Unterseeboot die Luft- und Torpedowaffe aufkam, in ihre Häsen Ivie Achilles in sein Zelt zurückzogen. 100 Jahre Triumphbogen in Paris-• In diesen Tagen sind es 100 Jahre her, dast der berühmte Triumphbqgdn. in. Paris, das Denkmal der Napoleonischen Siege, eingeweiht wurde. Die Namen, von 172 Schlachten und 880 Generalen sind hier eingemeihelt. Napoleon hatte nach der Schlacht bei Austerlitz am 12. Feber 1800 de» Bau des Triumphbogens besohlen, doch dauert« es noch 30 Jahre, bis » das' Tor endlich eingeweiht wprden konnte.-••• Der Bettler , Geschichte einer Viertelstunde von Albert Haig i„Guten Morgen, Herr Donald", grüßte der Postbeamte.„Hier ist wieder ein Wertpaket für Sie. Bin froh, dast ich cs los bin. Wert zehntausend Dollar steht daraus. Wenn man das verliert I" „Ja, daS glaube ich", lachte Donald, als er den Postschein unterzeichnete.„So ein Päckchen Rohdiamanten zu finde», wäre nicht schlecht." „Haben Sie eigentlich gar keine Angst, ivenn solche kostbaren Sachen in Ihrem Kontor sind?" fragte der Postbeamte bewundernd.„Jetzt haben Sic in den letzten Wochen fast jeden Tag ein oder zwei wertvolle Sendungen erhalten. Und dabei sind Sie heute sogar ganz allein im Geschäft". „Als Diamantenhändlcr darf man nicht gar so furchtsam sein",, erwiderte Donald freundlich. „UebrigenS ist hier an mciueni Schreibtisch eine Alarmvorrichtung, so daß ein Verbrecher nicht weit kommen ivürdc, auch ivenn meine Sekretärin, ivie gerade setzt, ein paar Tage auf Urlaub- ist. Sic sehen ja, auf diese Weise brauche ich nicht einmal die Tür verschlossen zu halten." Als der Beamte gegangen Ivar, schaute sich Donald bedauernd ein Weilchen in seinem-Kontor um., Schade, dast er sich nun von der liebge- wordcnen Umgebung für immer trennen mustte. Aber die Verluste, die er in den letzten Monaten durch den fortivährenden Preissturz erlitten hatte, machten'eine Fortführung des Geschäfts unmöglich. Und wollte- er nicht seinen letzten Dollar opfern, um seinen Verbindlichkeiten nachzukommen, so gab es nur einen einzigen Ausweg. Er mustte das bisherige Ansehen seiner Firma auS- nützen, grostc Posten Ware auf Kredit beziehen und damit das Weite suchen; Rohdiamanten. las- i-nsich überall ohne besonderes Aufsehen zu Geld machen. Freilich, wäre Mabel nicht gewesen, vielleicht Iväre die Entscheidung anders ausgefallen. Aber so hatte er schon planmähig alles vorbereitet, um mit der Frau, die er liebte, ins Ausland zu flüchten, mit der ihm zum Verkauf anvertrauten Diamanten wieder, eine Dascinsmöglichkeif ohne Entbehrungen zu schassen. Jetzt schnell bei Mabel anrufen und in ein paar Tagen konnte ein neues Leben beginnen. /Also gut, Mabel", sagte Donald einen Augenblick später durch das Telephon,„tvir treffen uns.in einer halben. Stunde, am-Zug. Hier im Kontor ist alles, vorbereitet. Das Schreibmaschinenfräulein ist auf Urlaub geschickt und wird erst in einer Woche zurückkommcn; ich selbst werde angeblich krank sein. Die letzte Diamantsendung aus Antwerpen ist vor ein paar Minuten einge- trossen und ein"großer Teil der früher erhaltenen"Juwelen ist schon gestern zu Geld gemacht worden. Jetzt ist, der günstigste Augenblick; kein Mensch wird. Verdacht schöpfen, bevor wir nicht über alle Berge, sind." Befriedigt legte Donald den Hörer nieder. Alles lief programmäßig und... „Verzeihen Sie, mein- Klopfen haben Sie scheinbar nicht gehört, während Sie telephonierten. Ich..." Erschrocken drehte sich Tvnald um. An der Tür stand ein Fremder, die Kleidung abgerissen und schäbig, auf dem Gesicht ein zutrauliches Lächeln'. Offenbar"ein Bottler, der unbemerkt das Kontor betreten hatte, während Donald dem Telephon zugewandt gewesen war. Aber dann, dann mußte der Mann, ja auch das Gespräch mit Mabel gehört haben, mußte verstanden haben, welche Absichten Donalo hatte I Die Worte am Telephon waren ja leider nur zu deutlich gewesen; ein Kind konnte ihren Sinn-begreifen. Sollte jetzt wirklich im letzten Augenblick noch alles scheitern? Wenn der. Mensch die Polizei benachrichtigen würde, dann war natürlich"alles verloren, Geld, Freiheit, und die geliebte Frau. Es gab nur eine Möglichkeit, er muhte versuchen, mit dem Bettler zu irgendeinem Einvernehmen zu kommen, um ihm den Mund zu stopfen. „Also, Sie haben sich hier eingeschlichen und gehorcht," herrschte Donald den Bettler an; genügend Energie von Anfang an konnte vielleicht die Lage noch am leichtesten erträglich, machen.!,Und jetzt haben Sie wahrscheinlich die Absicht, schnurstracks zur Poljzei zu laufen-und mit anzuzeigen, was?". „Ich kann nicht...", begann der"Bettler. „Was können Sie nicht?"»nterbrach-Donald ärgerlich.„Vielleicht können Sie cs nicht mit Ihren zarten Gewißen vereinbaren, daß ich meinen Plan ungestört ausführe I. Unsinn, Mann, Sie werden vernünftig sein und mit.sich reden lassen." „Ich kann wirklich nicht..versuchte der Bettler zu Wort zu kommen." „Natürlich können Sie," ereiferte sich Donald ungeduldig; Sie können recht gut schweigen über das gehörte Gespräch; kein.Mensch weiß, daß Sie hier waren und zufällig von meinen Absichten Kenntnis erlangten. Sie riskieren also gar nichts. Ucbrigens. werde ich mich erkenntlich zeigen. Schauen Sie her, von diesem Päckchen Diamanten. werde ich Ihnen die Hälfte geben, wenn Sie jetzt verschwinden und den Mund.halten. Einverstanden?". -„Ich verstehe nich/översuchte der Bettler- zu erwidern. „Oh, Sie verstehen nichts von Diamanten?" unterbrach Donald mit einem besorgten Blick auf die Uhr; es wurde höchste Zeit, das Gespräch,zu Ende zu bringen, wenn er den Zug noch erreichen, wollte,„Also gut,- wenn Sie fürchten, bah ich.Sie mit den- wertlosen Glasstücken betrügen will,, so werde ich- Ihnen Bargeld geben. Hier sindzwei- taüsend Dollar. Jetzt, sind. Sie hoffentlich-zufrieden." Bücher, die man lesen mell Friedrich Stampfer: / Die 14 Jahr« der ersten deutschen Republik. 040 Seiten kart. Ui 80.—, gebd. Ui 106.—, AleranderStein: Adolf Hitler, Schüler der„Weisen von Zion" 120 Seiten kart. Ui 18.—. Gr«gor Bienstock: Europa und die Weltjwlitik 84 Seiten kart. Ui 16.—. Zu beziehen durch die Zentralstelle für da» Bildungswesen, Prag XU., Slezskä 13. Eine Tages sind allerdings in der Adria zwei österreichische Dreadnoughts unter dem Schutz einiger Zerstörer in See gestochen. Ihre Abfahrt wurde den Italienern gefunkt, und Kapitän Rizzo und ein anderer Marineoftizier nahmen in zivei mit Torpedos ausgestatteten Motorbooten die Verfolgung auf und wrpedierten die„Szent Jstvan", die kurz darauf sank. Als die Zerstörer sodann den Motorbooten nachsetzten, gelang es Rizzo mit einem glücklichen Unterwassertreffer, den Bug des.anderen Dreadnought zu sprengen. In der Nordsee würde allerdings die feindliche Flotte ein derartiges Risiko nicht auf sich genommen haben und unsere Kreuzer haben in dies-r Zeit niemals- ihren Hafen verlassen, ohne eine Begleitung öon 70 oder Mehr kleineren Kriegsschiffen.' Abkehr vom-GroBkampfschiff . Seit, dem Erscheinen de» Flugzeugs, de» Unterseebootes und. des. Torpedos ist das Grotzkampfschiff,. statt die gefürchteste Seewaffc. zu sein,, der gefährdetste S ch i f f s t h p geworden. Eine Blockade, mit/ Hilfe von Schlachtkreuzern durchzuführen, er-/ scheint heute unmöglich. Es würde daher einen I, großen Fortschritt" in der Flottenstrategie bedeu- ten, wenn sich eine Herabsetzung der// Schiffsgrößen und ihrer Bestückung er-// reichen ließe. Kleinere Schisstypen, die wesentlich// schwieriger mit Bomben oder Torpedos zu treffen/' sind, könnten dann in größerer Anzahl einge-l stellt iverden. Die Statistiken des letzten Kriege» beweisen, dast leichte Kreuzer, Unterseeboote uni Kaperschiffe dem englischen Handel den größt« Schaden zugefügt haben. Tatsächlich ist auch dt Anzahl schwerer Schisfsthpen in der englischer Flotte um 26 Prozent verringert worden,’. pe Zahl der leichten Kreuzer um 85 Prozent erhöst, die der Torpedobootzerstörer- um 100 Pro^nt und die der kleineren Schiffejn noch stärkepm Maste. Die Grundidee der Strategie unb Dcktik bleibt dennoch immer, dieselbe: die eigene Fptte so aufzustellen, daß sie die feindlichen Streitkmte kontrollieren kann, die Aufrechterhaltung IdeS eigenen Handels zu sichern und die LebenSmttel- versorgung dcS Feindes derart zu unterbnden, dast er zur Ucbergabe gezwungen wird. I Die Bedeutung der Seef/ug- w affe haben wiederum die Statistiken ermesen.- Während des ganzen Krieges ist nicht ein enziges Handelsschiff, das ,von Flugzeugen b/gleitct wurde, versenkt worden. Das Unterseeboot fürchtet die Luftwaffe ganz besonders, weil nur vom Flugzeug aus die V-förmige Spur des PfriskopS, sobald sie an der Wasseroberfläche erschemt, erkennbar ist und das Flugzeug nur wenige Sekunden später über dem Unterseeboot seine Bomb« abwersen kann.. World Copyright by Mftropress. „Sie müssen schon entschuldigen/ aber ich kann wirklich nicht..begann der Bettler wiederum. „Was? Sie können nicht Mit Zweitausend Dollar Schweigegeld zufrieden sein?" begehrte Donald. auf.„Was. wollen Sie denn?.Fünftausend? Zehntausend? Gut, Sie habewmich In der Hand. Hier nehmen Sie." Achselzuckend schaute der Bettler auf das Geld in seiner Hand.„Sie müssen mir..versuchte er eine Erwiderung.. „Noch mehr geben?" rief Donald wütend. „Sind Sie denn verrückt? Also mein letztes Wort, hier gebe ich Ihnen noch weitere zehntausend Dollar, aber keinen Cent mehr. Merken Sie sich, wenn Sie mich jetzt trotzdem/ noch verraten, dann haben Sie sich durch Annahme des Schweigegeldes selbst strafbar gemacht./So machen Sie schon," dast Sie fortkommen; mtin Zug geht in einer Viertelstunde. Und vergessen Sie alles, was Sie vorhin aus meinem Telephongespräch gehört haben." Mit diesen Worten drängt^ Donald den noch immer zögernden Bettler zu Tür hinaus. Unverschämter KerlI Ließ sich für ben Zufall, das verfängliche Gespräch mit Mabel, gehört zu haben, wahrhaftig anständig" bezahlen. Na, immerhin war ein Verlust von zwanzigtausend Dollar noch besser, als wenn, der Mensch zur Polizei gelaufen wäre, um dort brühwarm zu berichten, was er über Donalds Absichten gehört hatte. Also jetzt schnell ein Auw, zum Bahnhof und mit Mabel hinein in die Welt zu einem neuen Leben. „Sehen Sie den Mann dort," sagte zu gleicher Zeit Strästenpolizist.,Burke zu feinem Kollegen, den er in. den Dienst/einführen sollte.„Er bettelt hier in der Gegend/ aber da er krlegSver- letzt ist und sich, nicht-aufdringlich benimmt, drük« kcn wir bei ihm ein Auge zu. Kopfschuß, wissen Sie. Ist stocktaub, kastn«in Wort hären. Armer Teufel«"- Nr. 179 Tonntaft, 2. Auftust 1936 Tel«, 7 Was alles geschlehtl - SternBctn. S(m SaniStag spielt eine Altherren» elf oeS. Deutschen Sportvereines-gegen eine Schie» ferdeckerclf der Sternberger Dachdecker.— Das grobe Preislegeischeiben des DSV Sternberg beginnt am Samstag um 8 Uhr abends auf der Kegel» -ibahn der Gastwirtschaft Eiskeller- („Neue Morncnvott" vom 1. Nunust 1030) Luditz. Die Strabenlampe, welche den W'g zum Bahnhof, die Straße, in die Stadt und die alte und neue Semtischcr-Straße beleuchtet und an dec Strabenkreuzung beim Lagerhaus- angebracht war Gourde dieser Tag« von unbekannte» Tätern mit Steinen zertriimmert. Für die Ausfindigmachung des oder der Täter setzt das Lagerhaus einen Preis von 8V Xi aus. 1., dl«u« Morgenpoll" vom 1. August 1920.) ZlaliNftS. Auf der änberst schadhaften Bezirks- 'sirahe JlabingS—Neubistritz wäre es zu einem UnglückSfall gekommen... 1.. 91euo Morgonpost- vom 1. August 1980.) 888 Sehr dringend 102. Sie haben, sicherlich .mit Ihrem Vater keine besondere Vereinbarung ge- ..troffen, als Sie ihm erlaubt haben, sein Einfamilienhaus an Ihre Wasserleitung anzuschließeni Wir wissen auch nicht, um was für eine Wasserleitung- es sich handelt, ob um eine öffentliche oder private. Handelt es sich um eine private, so können Sie jederzeit die Verbindung, einstellen, da wir an- nchnien, das; daneben mangels Vereinbarung von -Ahrem Vater kein Recht erworben wurde, sondern die Benützung nur bis auf Widerruf gestattet wurde Wir fragen aber, welches Interesse haben S> daran, Ihrer Stiefmutter Schwierigkeiten zu be- 'rciten? Trachten Sie, sich mit ihr in Güte zn billigen und eine Erklärung von ihr zu erhalten, daß das Recht des Wassesbczugcs nur bis auf Wider- ruf gestattet ist, damit Sie einer eventuellen V e r» jäh rung Vorbeugen, ebenso bei Ihrer Schwester... („Neue Morgenpost" vom 1. August 1939.) Der Spitzbube, der durch eines der osfcnstehen- den Parterrefenster eingcftiegen ist, sieht sich unerwartet dem Wohnungrinhabcr gegenüber.—„Verzeihung", stottert er, sich blitzschnell zu dem anderen Fenster hinausschwingcnd,„ich bin auf der Durchreise." («Neue Morgenvolt" vom 1. August 1939.) Volkswirtschaft uni Sozialnolitik Errichtung, einer.Kunstbenzin-Fabrik Die ölfHechöskoivÄei"ist^bei'-öi? Dcöiring ihres Bedarfs an Benzin und Oelen ausschließlich auf die Einfuhr angewiesen. Der Bedarf an diesen Betriebsstoffen wächst mit der fortschreitenden Motorisierung des Verkehrs und des Heeres. Da in den letzten Jahren die Herstellung von künstlichem Benzin in anderen Ländern in großem Ilmfang ausgenommen worden ist, wird jetzt auch in unserem Staate der Eigenproduktion von Kunstbenzin näher getreten. Die Witkowitzer Eisenwerke, die Berg- und Hütten-A.-G„ die Nördbahn-A.-G. und die Kohlenwcrke Wilczek und Larisch-Mönnich haben einen gemeinsamen vorbereitenden Ausschuß gebildet. Es ist geplant, das neue Unternehmen im Ostrauer Gebiet zu errichten. Räch dem„Eeskö Slovö" soll die Fabrik eine Kapazität von 28.000 bis 80.000 Tonnen Benzin samt Nebenprodukten haben. Damit könnten etwa 18 Prozent, des gegenwärtigen Benzinverbrauchs der Tschechoslowakei gedeckt werden. Das zur Errichtung der ÄUlagen notwendige Kapital wird auf 120 Millionen' Kronen veranschlagt. Der Ausschuß der genannten Werke hat sich bereits mit einer Eingabe aii die Regierung gewendet. Es wird darin darauf hingelviesen, daß der zu errichtende Betrieb die Beschästigungslage günstig beinflussen würde. Da für die Erzeugung des synthetischen Benzins Ostrauer Koks benutzt würde, könnten tausend Arbeiter mehr in den Gruben Beschäftigung finden. Dio Mehrbeschäf- tignng in den Kokereien wird auf 400 Arbeiter geschätzt, lvährend in der Benzinfabrik selbst rund 300 Arbeiter eingestellt werden ivürden. Im ganzen erhielten nach der Darstellung des Ausschuss ses 2000 Personen mit einer jährlichen Lohn- sunnne von 20 MiNionen Kronen Arbeit. In der Eingabe iverde» von der Regierung zur Ermöglichung des Projekts vor allem Steuererleichterungen und eine Erhöhung des Benzinzolles gefordert. - Es sprechen verschiedenerlei Gründe für die Errichtung eines derartigen Unternehmens in unserem Staatsgebiet. Nur muß-dabei darauf Be< .dacht genommen werde», daß die volkswirtschaft- lichen Gesichtspunkte beachtet werden. Keinesfalls darf durch die Benzinzollerhöhung eine weitere Verteuerung des Benzins im Inlands ansgelöst werden. Schon jetzt erlveisen sich die teuren Benzinpreise als ein Hemmnis für ein schnelleres Tempo dec Motorisierung. ver Kohlenverbrauch der Industrie Mit der fortschreitenden Besserung in der Produktionssphäre unserer Wirtschaft weist auch der Kohlenverbrauch der Industrie eine Zunahme auf. Der geringste Kohlenverbrauch lag im Jahr des tiefsten Produktionsstandes, also im Jahre 1933. Ein Vergleich für die ersten sechs Monate in den letzten fünf Jahren zeigt dieses Bild. Die Kohlenlieserungen an die Industrie betrugen: 1. Halbjahr 1932 1. Halbjahr 1933 1. Halbjahr 1934 .1. Halbjahr 1935 Jänner bis Mai 1930 8,938.700 Tonnen 3.847.100 Tonnen 3.922.100 Tonnen 4,039.900 Tonnen 3,797.200 Tonnen Die Kohlenliefcrunge» haben demnach seit dem ersten Halbjahr 1984 wieder zugenommen. Im laufenden Jahre ist die Erhöhung ganz beträchtlich. Die Kohlenlieferungen werden im ganzen ersten Halbjahr mehr als 4.5 Millionen Tonnen betragen. Im Jänner 1986 wurde mit 777.700 Tonnen die höchste Monatslieferung seit vier Jahren erreicht. Die Bestattung Prof. Brelnls Ein Nadiruf des Gesundheitsministers Samstag vormittags wurde im neuen Krematorium der durch eine Laboratbriumsinsektion auf tragische Weise verstorben« Vorstand des hygienischen Instituts der Deutschen Universität Prof. Dr. Friedrich B r e i n l cingeäschert. Nach einem musikalischen Vortrag, der von Orchestermitgliedern und Sängern des Nationaltheaters zu Gehör gebracht wurde, und nach einer Ansprache des Reichenberger evangelischen Pastors sprach für die Deutsche Universität der Dekan der medizinischen Fakultät Prof. G a m p e r. Ec umriß»eben der wissenschaftlichen Tätigkeit des Verstorbenen seine Persönlichkeit, die erfüllt von der Musik Bachs und den Gestalten Shakespeares war. Für das Gesundheitsministerium sprach Gesundheitsminister Genosse Dr. C z e ch, der tschechisch begann und dann deutsch sortsahrend u, a. sagte: .„Eine tückische Krankheit, deren Bekämpfung Friedrich B r e i n I sein arbeitsreiches und.rastloses Lebe» weihte, ein Krankheitserreger, gegen dem er leidenschaftlich zu Felde zog und dem er schon-an' den Fersen zu sein glaubte, hat diesen.prächtigen Baumstamm gefällt als ein weiteres seiner vielen Opser, die Breinl selbst in der langen Reihe der. Jahre vor. seinen Augen fallen-sah und-unter denen sich auch fein Mitarbeiter und Vorgänger- Prof.i lose?1n'silesem Kampfe, solider» als Einer, der. dem.Tod rstu t.i g ins Antlitz blickte, allen Gefahren! kaltblütig trotzte und sich durch nichts von seinen-Aufgaben und Zielen, durch nichts vom harten Kampfe abbringen ließ,, an dessen Ende sich schließlich- der todbringende Krankheitserreger als der Stärkere erwies. Ein h e r o ischer Kampf und, ein t r a g>i s ch e s Ende schloß hier das Lebenswcrk, eines heroischen Menschen ab. Aber Friedrich Breinl war nicht nur dies, er war. ein Forscher von großem Format) ein schöpferischer Gelehrter und für eine Generation mutiger Aerzte ein B a h n b r e- ch e r. Schon das allein würde ihm den Dank seiner Mitmenschen für alle kommenden Zeiten sichern. Doch zu all' dem kommt aber noch die große Leistung Friedrich Breinls im Rahmen^der öffentlichen Gesundheitspflege unseres Staates. In jahrelanger Zusammenarbeit hat er E. Leiter des Deutschen Hygienischen Institutes dem Gesundheitsministerium sowie dem Staatlichen Gesundheitsamte die wertvollsten Dienste geleistet. Er hat dem Staate als Mitglied des Obersten SanitätSrateS seinen weisen Rat. geliehen und hätte auch im Pro- sessorendircktorium, des Staatlichen Gesundheitsam tes, in das er kurz vor feinem Ableben berufen wurde, durch seinen Scharfblick, die Beherrschung der Materie und durch den reichen Schatz feiner Erfahrungen seinen Mann gestellt. Doch darin erschöpfte sich die große Leistung dieses unermüdlichen Mannes nicht. Als Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit sehen wir ihn rege am Werke, immer . in engstem Kontakt mit dem Gesundheitsressort. Bald in Vertretung der D e u t s ch e n KrebS- gesellschast, bald beim planvollen Ausbau des Kampfes gegen die Herzkrankheiten, bald als Helfer der Staatlichen Kinder Hilfsaktion. Und so war er, wenn wir fein Lebenswerk zusammenfassen, der unerschrockene Forscher und schöpferische Geist, der unermüdliche und prachtvolle Lehrer, der einzigartige Sozialarbeiter, der Freund der Mühseligen und Beladenen und dabei ein aufrechter und unbeugsamer Mann und vor allem ein Mensch im edelsten Sinne des Wortes. Wir beugen uns alle! w Ehrfurcht vor der Universalität seines Geistes und Herzens. Friedrich Breinl-bleibt ein- geschreint. in unseren Herzen und unauslöschlich in der Erinnerung des ganzen Volkes und wird im Ehrenbuch« unseres Staates in goldenen L e t ter n prangen." Im Namen' de» abwesenden Schulministers eN^WMjpHKSMsnsche.f«• -Malwo hän^-den, größten Teil ebenfalls-qi-deutscher' Sprache, um zu sagen, was Breinl für die Wissenschaft und Institutionen, die dem Schulmi- nisteriüm unterstehen geleistet hatte.' Prof. Dr. Ernst Sing« r, der erste Assistent des deutschen- hygienischen Instituts verabschiedete sich von seinem Vorstand, indem er sagte, dies sei der. vierte find wegen feiner Persönlichkeit tragischeste Verlust, den La» hygienische Institut im Kampf gegenJnsektiopSkraitkheiten erleide. Nachdem, noch Dr. R i e d e l im Namen der Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit gesprochen harte, cAönte ein Choral von Mendelssohn und in tiefer Erschütterung schloß der Trauerakt. Nach der Einäscherung versammelte sich der Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft. für Volksgesundheit zu einer Traucrversammlung zur Ehrung der Andenkens an Prof. Friedrich Breinl, dem langjährigen Vorsitzenden dieser Körperschaft. Doz. Dr. Theodor G r u f ch k a schilderte die großen Verdienste des Verstorbenen um die unter seinem Vorsitz zum hohen Ansehen gelangten Vereinigung und sand würdige Worte für die Trauer über' den schweren Verlust. Auch an dieser Sitzung nahm Gesundheitsminister Dr. Cz ech teil, Deutsche und Tschechen in der Geschichte , Die politische Zusammenarbeit zwischen Tschechen und Deutschen, deren Zotigen wir in diesem. Lande seit einein Jahrzehnt sind, hat de.n Historikern Anlaß gegeben, darzutun, daß es im Laufe deö letzten- Jahrtausends öfters Epochen der Geschichte gegeben hat,.da,die beiden Völker' sm böhmischen' Raume' niiteinander gearbeitet und sich gegenseitig bexinsMt haben. Nach Czuczla, der versucht hat die hlsherigc Auffassung eines ununterbrochenen Kampfes.zwischen Tschechen'und Deutschen an Hand der Geschichte zu revidieren,-ist es der Pxivatdozent an der deutschen'Universität Prag, Dr. KoNrad Bi ttner, der daxangeht, in einer-Geschichte, der geistigen Beziehungen der beiden Völker denNäch- wetS zu'führen; daß diese nicht immer' gegeneinander, sondern oft auch miteinander gestanden sind,*)■-- r---■•- Der Verfasser zeigt gleich in. den ersten Seiten seines Büches in einer schematischen Zeichnung,- daß abwechselnd einmal bei Tschechen, einmal bei Deutschen;ine Hochblüte der Macht'yrid Kultur eingetreten ist-,Bon den letzten'vorchristlichen Jahrhunderten bis zür Ein-, V' Dr. Konrad Bittner: Deutsche undi Tschechen, Mr' GeisteSgeschicht«' der' böhmischen Raumes Verlag Rudolf M> Rohrer,.Brünn: 1. Band: Von I den Anfängen zur hussitische» Kirchenesneuetung,' Wanderung der Tschechen(6. Jahrhundert) geben germanische Völkerschaften dem Lande das Gepräge, von-da. bis. etwa ins 12. Jahrhundert sind die Tschechen für Böhmen-Mähren als Schicksalsgestalter maßgebend, von etwa 1150 bis um 1850 sind die Deutschen in Wirtschaft untz Kultur voraus, von 1850 bis 1500 find die Tschechen vorherrschende, von 1500 bis 1848 wieder dse Deutschen und dann kommt wieder der große Ausstieg der Tschechen. Was die Epoche bon der Einwanderung der Tschechen bis zur deutschen-Kolonisation betrifft (000 bis 1200) f verficht Bittner die Anschauung, die seinerzeit von Brettholz vertreten wurde, daß eine völlige Abwanderung der Deutschen ayS dem Lande, wie man früher allgemein geglaubt- hat, niemals stattgefunden hat. Er stützt sich dabei- auf di« Untersuchung der heimischen Ortsnamens die lehren, daß die Slaven niemals' altdeutsche' Ortsbezeichnungen hätten übernehmen kögnen, wenn sie nicht eine deutsche Bevölkerung qngetrossen hätten.' So bestünde also seit etwa 600,, demnach über'1300 Jahre eine S ch i ck s a l S g e m e i n- schäft z w i's ch e n Tsch echeu und Sudeten d e u t s ch e n. Die Kolonisation'der Sudetenländer durch -deutsche Bäutrn und Stadtbegründer hat seit dem 11.. und' 12. Jahrhundert- die deutsche Macht in' den. böhmischen Ländern', bedeutend gefö-- I dort, die Tschechen kaMeuA,stark Miter« den I Einfluß,-hyr, deutschen,Kultur.. Das"tschechische Geistesleben ist im 12. und 13. Jahrhundert fast verschwunden, der slawische Gottesdienst hört auf, die Verkehrssprache des Herren-, Rit-- ter- und Bürgerstandes wird die deutsche, der Hof der Pkemyslidenkönige wird ein« Pflegestätte deutscher ritterliiber Kultur. Die deutsche Dichtung wird geradezu zur national-patriotischen Dichtkunst Böhmens, der deutsche Dichter Mrich von Eschenbach singt das Lob des Landes, Bald aber erreichen die slawischen Bewohner die wirtschaftliche Kraft und Kulturhöhe .ihrer, deutschen Lehrmeister, die Entwicklung des Ackerbaues, des Gewerbes, des Handels machen das.Land reichend heben es kulturell hoch. So sieht das 14. Jahrhundert eine bedeutsame literarische Entwicklung der Tschechen, stärk beeinflußt von der deutschen höfisch-ritterlichen Literatur des 13. Jahrhunderts, fö Wie die Vertreter der deutschen feudalen Literatur dieser Zeit die Schüler und Nacheiferer der ritterlichen Potsie der Franzosen waren. So fließtder G e ist esstrom ununterbrochen v ö n einem Volk zuin andern. Dasselbe gilt— und das ist eines der bedeutsamsten Kapitel des Buches— von der HUfsitenzejt. Während' frühere Historiker— allerdings hat auch da schön Ezyezka Piöüierar» beit, geleistet e den Gegensatz zwischen Hussiten und Papisten mit jenem zwischen Tschechen und Deutschen gleichsetzten, zeigt. Bittner, daß.Deut» sche-schoß an der Entstehung /..derhussitischen Lehre, geistig Anteil hatten. Nicht nur predigte der'-Drcheitteformor Konrad pon. Waldhäusen, noch vor HuS, in-der- Prager.Leinkirchei deutsch, Englands Luftaufrüstung London. Luftfahrtminister Lord S w! n t o n teilte iin Oberhaus«.mit, daß der König der Schaffung einer neuen Reserve dcrLust- streitlräfte zugestimmt hat, die den Namen„Freiwillige Reserve der königlichen Luftstreitkraft" erhalten Ivird. Dieser Reserve können lediglich Zivilisten angchöcen. Mit der Ausbildung von Flugzeugführern Ivird sofort begonnen werden. Es ist eine Einstellung von jährlich 800 Flugzeugführern vorgesehen, während vor der Inangriffnahme des Luft- aufrüstungsprogramincS jährlich nur 60 Zivilisten mit beschränkter Dienstzeit eingestellt werden konnten. Verhaftung oppositioneller Nationalsozialisten.(F. K. Berlin.) Die zahlreichen Verhaft tunge» nationalsozialistischer Oppositioneller hatten vor zwei Monaten ein vorläufiges Ende gefunden. Die Rädelsführer von damals sitzen bereits im Konzentrationslager oder auch noch immer in der berüchtigten Schutzhaft. Aber die letzten Tage haben gezeigt, daß es damals zwar gelungen ist, eine Anzahl der Oppositionsführer festzunehmen, daß aber die Opposition selber sehr lebendig ist. Die Gestapo hat neue Verhaftungen vorgenommen. Diesmal sind cs SA-Leute aus drei Stürmen, SS-Leute, denen zum Vorwurf gemacht wird, daß sie national-bolschewistische Ideen propagierten und Mitglieder der„Arbeitsfront", denen der Versuch des Wiederaufbaues verbotener Gewerkschaften vor- geworfen wird. Im ganzen stnd es fast 100 Personen, die bei Absendung deS Berichtes gepackt worden waren. Die Polizei sagt, eS habe sich dabei um verkappte Kommunisten gehandelt^ Aber man weiß, die Verhafteten sind ausschließlich „alte Kämpfer", die nur den einen Fehler hatten: Sie forderten eine antikapitalistische, eine sozialistische Politik. Die antihaisbiirgisihe Agitation in Oesterreich ist von den Nazi» nach dcni Abkommen vom 2. Jn.'i in verstärktem Maße ausgenommen Wörden und wird vor allem mit großem, in der Landschaft angebrachten Anfschristen„Nie wieder Habsbur g I" betrieben. Im gleichen Sinne agitiert die Gruppe der RS. Anläßlich der Ernennung Otto Habsburgs zum Ehrenbürger von Neulengbach uno anderen Orten Niederösterreichs wurde, wie die „A r b.< Z t g." meldet, von den RS auf der BundeS- straße Rekawinkel mit riesigen roten Buchstaben die Parole„Nie wieder Habsburg I" gemalt. Verfl... heute will wieder mal gar nichts anbeißeni an der Formung des Kelchnertums waren Deutsche bedeutsam beteiligt, so daß in den Hussitismus auch deutsches Gcistesgut miteingeslosfen ist. Auch während der heftigsten Kämpfe zwischen Hussiten und Katholiken standen Deutsche auf Seite der Neuerer, deutsche Bürger, die sich der hussitischen Bewegung-angeschlossen'hatten, blieben in Recht und Besitz. So trat besonders deutlich-als Parteigängerin der taboritischen Lehre die Stadt Saaz hervor, während Johann der Deutsche und Peter der Deutsche Führer in der hussitischen Glaubensbewegung waren. Auch in den deutschen Nachbarländern Böhmens, wie in Bayern und Oesterreich, ebenso in Meißen, der Lausitz und Schlesien gewannen die„verdampteu keczer" Anhang, die Manifeste der Taboriteii gingen auch in deutscher Sprache in die Welt hinaus. Hat sich doch der große, deutschi Reformator, Martin Luther, noch ein^Jahrhundert später aufHuS berufen und ihn einen trefflichen, großen Geist genannt. So zeigt uns der Verfasser, daß die Geschichte der Deutschen und Tschechen in den bph« mischen Ländern eng miteinander verknüpft ist und daß die Stärke der beiden Völker W?ndlun- gen unterlvvpfen ist. Dieser.Wechsel hat bedeut- same soziale Ursachen, die Bittner, nicht iminpr, in der hussitischen Epoche allerdings nachdrücklich hervorhebt. Dabei ist des Verfassers yrWt, wie er selbst hervorhebt, erst ein Anfang. DI« Detailforschung wird uns noch erweisen, wie viel an g e m e i n s ä m e r Kultur Deutsche und Tschechen dieses Landes in sich aufgenommen-ha- ben. Emil St r a u ßj■, Sette 8 .Sozialdemokrat Sonntag, 2. August 1886. Ns-176 ERSTER SIEGER DER BERLINER OLYMPIADE Skoda-rapid K Mit der Fahrt vom Polarkreis siegt Skoda-rapid geführt von j.u.o. VI. Stüla in d. internationalen olympischen Sternfahrt und gewinnt die GOLDENE PLAKETTE Der Erfolg eines guten Wagens und seiner nichtigen Besatzung Hager ZeLKur- Bon der Volksfternwarte auf dem Petkln. Im August ist die VoikSstcrnwarte dem Publikum äusser au Montage täglich um 20 Ul>r zugänglich. Am Sonntag ist die Sternwarte auch vormittags von 10 bis 11 Uhr, nachmittags von 8 bis 4 Uhr und abends von 8 bis 10 Uhr geöffnet. Beobachtungsprogramm für August: In der erste» Augustwoche wird bei'klarem Wetter in de» Abendstunden der Mond, der Planet Jupiter und der Politierfche Komet zu beobachten sein. In der zweiten und dritten Augustwoche werden der Planet Jupiter, Doppelsterne und Stcrngruppcn beobachtet werden können. In der letzten Augustwoche wiederum der Mond und Jupiter. Witterungöübcrsicht für den Monat Juli 1836. -laut Mitteilung der Staatsanstalt für Meteorologie in Prag war der Juli heuer in Prag etwas warmer als normalerweise und feucht. Die Mitteltemperatür an der Staatlichen Sterntvarte im Kiemeniinum war' um 0.5 Grad höher als der 80jährige Mittelwert, am Observatorium der Staatsanstalt für Meteorologie betrug sie 18.0 Grad. Am höchsten stieg die Temperatur am 18., und zwar im Klcmcntinum auf 82.8, am Karlov auf 88.2. Am tiefsten sank die Temperatur am 20. — im Kiemcntinum auf 12.0 und am Karlov auf 8.8 Grad. Insgesamt gab es 14 Sommertagc, an welchen die Höchsttemperatur mindestens 25 Grad Celsius erreichte, an zwei Tagen wurde mehr als 80 Grad Celsius gemessen. Die Sonne schien im ganzen 220 und«ine halbe Stunde, d. i. um 88 Stunden weniger, als der 15jährige Durchschnitt beträgt. Am 12. zeigte sich die Sonne überhaupt nicht. Der Himmel war im Durchschnitt zu 50 Prozent mit Wolken bedeckt, heitere Tage gab es 4, bedeckte 0. Im Klcmentinum ergab die Regenmenge für den ganzen Monat 01.8 Millimeter Wasser d. i. 14 Prozent des langjährigen formalwertes. Am meisten regnete es am 27., und zwar im Klcmentinum 28.8 Millimeter, am Karlov 18.0, im Botanischen Garten der deutschen Universität 27.7, am Brevnov 42.5 Millimeter: ES regnete an 20 Tagen, davon an 15 Tagen mehr als 1 Millimeter. ES war nach der Anzahl der Tage mit Niederschlägen einer der feuchtesten Julimonate im Laufe der letzten 15 Jahre. Einmal fiel Hagel. Gewitter wurden an sieben Tagen beobachtet, drei hievon waren' Nahgewjtter. Weiters wurden vier Tage mit Nebel und vier Tage mit Sturm verzeichnet. Ser Mm- Im Spionagedienst Dar Land Kalisornien, in dem die amerikanischen Filme gedreht werden, ist znm grossen Teil Wüstenlandschaft, und er lassen sich dort echt wirkende WüstenkriegS-Szcnen stellen, die auch in diesem Film die eigentliche» Höhepunkte sind. Auch eine GcbirgSszene ist grossartig gelungen: Die Flucht cjneS verfolgten NomadenstammcS über einen reissenden Strom und hinauf in die Felsenberge...Der Film, der im Original„Der letzte Vorposten" heisst, ist im übrigen nicht sehr realistisch. Da verliebt sich ein englischer Offizier während des Weltkrieges im Krankenhaus von Kairo in eine Pflegerin, ohne zu wissen, dass sie die Frau eines anderen Offiziers ist, der ihm daS Leben gerettet hat. und dann verfolgt dieser heldische Lebensretter lder im„Jniclli- gencc-Service", im Spionagedienst steht und dort wahre Wunder verrichtet) den Geretteten bis nach dem Sudan, um ihn zu erschiessen, aber er erschiesst ihn nicht, sondern wird selbst erschossen, als er mit dem Zerstörer seiner Ehe gemeinsam den Angriff eines Eingeboren-mstammeS gegen den äussersten Vorposten der Englischen Armee am Rande des Urwaldes abwehrk Eine heroische Kol« portagegcschichte, die von den rüäiinlichen Haupt« darstellern Cary Grant und Claude Rains mit Haltung gespielt wird und die der Regisseur Cukor effektvoll inszeniert hat,— bis auf die Liebesszenen, die allzu pathetisch sind. Zwei Film-Operetten Mit SuppäS Operette hat der Film„Boccac- c I o" nichts zu tun. Zu diesem Usa-AuSstattungS-^ film hat Franz Doelle eine eigene Musik gemacht. Ferrara— schwelgen in Bauten und Kostümen— ist der Schauplatz der Begebenheiten, um den kleinen Gerichtsschreiber, der unter dem Pseudonym Boccac« cio seine delikaten Geschichten schreibt und allerhand Verwirrung damit anstiftet. Wenn man die Kostspieligkeit und Preciosität der Ausstattung bewundert, erschöpft man auch, was der Filmoperette Gutes nachzusagen wäre. Die gekünstelte, poffenreisserische, gemachte„Lustigkeit" wird übertrieben bis zur Desillusionierung des Zuschauers, der sich gefoppt vorkommt, die Albernheit wird zur Plage und verschärft durch den Sing-Sang von sonst ganz netten Schauspielern, die aber eben nicht singen können. Willi Fritsch— einer von diesen ist der Boccaccio und sogar Schönhals, Herzog von Ferrara, wird zum Singen verleitet. Paul Kemp spielt einen bedauernS- wertcn Hans Wurst von einem Verleger. Heli Fln« kcnzeller ist schön und um sie gibt cS«ine Mass« von hübschen Frauen zu sehen. Aber der Regisseur Herbert Malsch hat sich in der Dosis geirrt und die Suppe gehörig vetsalzen.— Da haben es die Wiener mit ihrem R e'n dez-vouSinWie n" schon besser getroffen. Man fürchtet ja ein bissl, dass sich"dieses Rendez-vous in Wien als Schmachtfetzen erweist. Aber der Film-übertrifft bei weitem seinen Titel. Eine fröhliche Operette um eine Operette, voll herzlichen Humors und guter Gestalten, die wirklich aus dem Wiener Boden gewachsen sind, Eine kleine Fremdenführerin, die eS mit der Liebe zu tun hat, ist die reizende Magda Schneider, Leo Slezak unkt sich wacker durch ein schweres Verlegerdasein und die MOORBAD Wkunmersdorf roirO$aannmoKKHZaORFnurfBCHin>a bring» HEILUNG bei Rheuma, Gicht, Ischia«, Frauenleiden. Der dztg. Wirtschaftslage angepaßte Preise. Täglich Kurkonzerte. Tennisplatz, Kegelbahn. Herrliche eigene Waldungen, rauch* u. staubfrei. Pro«p. u, Anfragen durch die Kurverwaltung. Sandrock grollt wie ein Gewitter und nachher kommt Sonnenschein. Das ganze ist leicht wie Luft, Schlagobers sozusagen. Es bleibt nicht viel, wenn man sich'S nachher überlegt, aber für zwei Stunden ist es genug. Und man suhlt sich unterhalten, aber nicht «gepflanzt", um im Wiener Ton zu bleiben, jk Savoy.Hotel 217. Hans Albers ist in diesem Kriminalfilm der Ufa ein Kellner, der in Mordverdacht gerät. Der Film spielt im Moskau der Vorkriegszeit. Kostüme und Ausstattung sind sauber und stilecht und der Film hat Atmosphäre und Tempo. Jntriguen und Mord im Hotel, Szenen im Panoptikum und beim russischen Osterfest, Borstadtkabarett und Nachtasyl, Verfolgung und Selbstmord, Liebe und Eifersucht— reisserisch und voll Spannung rollen die Filmbilder ab und vor allem im ersten Teil.ist der Film fesselnd und geschickt gemacht. Albers,"er blonpe. Kraftkerl, spielt den etwas leichten Vogel voll Humor, mit jenem Schuss Herzensgüte, der dazu gehört, um sympathisch zu sein, Brigitte Horney gibt einen Bnmp, wohlfeile Ufa-Ausgabe, Käthe Dorsch eine eifersüchtige, rachsüchtige. Verschmähte, die vor allem in der Resignation der Schlnss-Szene ihre schauspielerische Kraft erweist und schliesslich sieht man die sehr einnehmende Gust! Huber, fast eine Doppelgängerin loder nur eine Nachahmung?) der Paula Wessely. Photographisch ist der Film auf einer anerkennenswerten Höhe. Soweit es dieses Genre beim deutschen Film— der nicht den Mut hat, wie der amerikanische, Kriminalfilme um ihrer selbst willen zu drehen, sondern der sich immer ein sentimentalisch-morälischeS Hintertürl offen lässt— gestattet, ein guter Film,' der seine zufriedenen Zuschauer finden wird.' jk. A Am Sonntag, 2. August 1836, finden hie' Meisterschaftskämpfe der DTJ am S.t r a h o v e r S t a- d i o n statt. Der A t u S wird nach Möglichkeit diesmal nicht nur an den PRAG Männerkonkurrenzen teilnehmen, sondern wird auch die AtuS-Sport- l e r in» e n mit zu den-Meisterschaften entsenden. —. Am Mittwoch, den 5. August 1836, findet der letzte M e i st e r s ch a f t S k a m p f zwischen DTJ. Prag I.—V. und dem Prager Atu» auf der Hetzinsel statt, Die AtuS-Änhänger werden,'bestimmt'einen harten, gleichwertigen Kampf zu sehen bekommen. WtfcUuftgeacUr»Urania« „Unvergessliche Filme": Zwei Welten'^, Vallcniin, Pointner. Montag%9 Uhr. Arania-Kino „Der Springer von Pontrestna". Sportdrama in der Schweiz mit Sepp Rist. Heute 4, 6 und %9 Uhr. Filme In Prager Lichtspielhäusern Bis einschliesslich Donnerstag, den 7. Äugustr Urania-Kino: Eröffnung der neuen Spielsaisonr „Der Springer von Pontresina".— Adria:„Äthiopien."(Jial.)— Alfa:„Die Sklaven der Leidenschaft." lD.)— Avion:„Unter GcschästSaussicht." (Tsch. Vlasta Burian.) Fcniz:„Im Geheimdienst." Post monatlich Xi 16.— vftrtcttährig Kf 4 ft;— halbjährig Xi 96- ganzjährig KC182—.^»I««^« tnrrhrn-Tmit Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur des Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tele». graphendirektuu mit Erlass Nr. 1B.800/VII/188Q bewilligt-— Druckerei: ,KrbiS", Druck-, Beklag», und ZeitungS-A.-G. Prag. x