16. Jahrgang Dienstag, 4. August 1936 Nr. 180 Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHER ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova er. telefon sm. HERAUSGEBER) SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR) DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Tschechoslowakei wird kein faschistischer Vasallenstaat Eine politische Rede des Ministers Dr. Ludwig Czech Erbittertes Ringen um jede Stadt Die Regierung zuversichtlich Die Entwicklung des spanischen BUrger- kriegS; der nun in seine dritte Woche eintritt, bestätigt die Richtigkeit unserer von allem Anfang geäußerten Meinung, daß es In diesem Krieg nicht zu der, von einem Teil der Presse in Unkenntnis vor Bedingungen angekündigten„Entscheidungsschlacht" im Norden oder im Süden von Madrid oder sonstwo kommen werde, sondern, daß sich der Krieg in ein erbittertes Ringen um einzelne Plätze und Positionen auflösen müsse. Zur Herbeiführung der Entscheidungsschlacht mangelt es beiden Parteien an dicMöglichkeit, ih.- Kräfte zu konzentrieren und sie in rascher Bewegung auf einen ebenfalls konzentrierten Feind zu werfen oder doch dessen Basis abzuschneiden. Entscheidend könnte höchstens werden, wenn die Aufständischen die Regierung in Madrid einzuschlie- ßen imstande wären oder wenn die Regierung die Rebellen von den südspanischen Häfen abzuschnei- den vermöchte, so daß Franco keinerlei Hoffnung mehr hätte, den Ausstand mit Truppen und Material aus Marokko zu nähren. An größeren Unternehmungen scheinen in Gang zu sein: Der V o r st oß der katalanischen Truppen gege»Saragossa, der langsam. vorwärts- kommt, aber noch nicht zur Einkreisung der rebellierenden Garnison geführt hat: der WM-We, Bersuch MoIjjS, die G/ua darrama«Sperre zu d u'r ck- b r e ch e n und die Straßen und vor allem Wasserleitungen nach Madrid in die Hand zu bekommen; der Versuch ist bisher so wenig gelungen, wie andererseits die Negierung die Truppen Mo- laS völlig zu vernichten vermochte; die Versuche der NebcUen, die Straße entlan gdesGolfesvonBiscayain die Hand zu bekommen. Daneben gibt es täglich kleinere Kämpfe mit wechselvollem Ausgang, in denen es sich um den Besitz einzelner Orte oder Bahnlinien handelt. In der Meerenge von Gibraltar kämpfen die Kriegsschiffe der Regierung mit Flugzeugen der Rebellen. Eines der schauderhaftesten Bilder dieser Zeit bietet der Bericht aus Gibraltar, in dem erzählt wird, daß Hunderte Badegäste einem fast eine Stunde währenden D u eil zwischen Kreuzern und Wasserflugzeugen z u s a h e n, daß also der Kampf auf Leben" und Tod gewissermaßen ein Schaustück für die, von solchem gefährlichen Spiel gewiß in ihren Nerven, gekitzelten, Herrschaften im Strandbad wurde. Die Regierung geht jetzt energisch gegen die Föinde der Nation vor. Die Unternehmen, die nicht binnen 48 Stunden die Arbeit aufnehmen,' werden v e r st a a t l i ch t. Den Offizieren, die sich nicht zur Regierung bekennen und in die Miliz eintreten, werden Ge.hälterundPensio- neN c in gestellt Die'Grenze ist für Ausländer nun vollkommen gesperrt. Dagegen kehren Lausende s.p ä n i s ch e A r b e i t e r aus Frankreich in ihre Heimat zurück, um^ in die Miliz einzutreten. .Andererseits sammeln sich im Süden reaktionäre Einitzrasiten züm Eintritt in die Rebellen-Armee. Unter ihnen soll sich auch der Ex-Thronfolger, der Prinz boil Asturien, befinden. : Der Vertreter. Francos' hat Journalisten gegenüber erklärt, haß der Aufstand bisher nicht den gewünschten Fpptgang nehme. Die Schuld daran trage die Einmischung Rußlands(I). Die lächerliche Frivolität dieser Behauptung, ist angesichts der.italienischen Hilfe, für-die Aufständischen besonders kraß. Die Regierung sieht den weiteren. Kämpfen zuversichtlich entgegen., Politischer. Mord In Barcelona? P erpignan..(Reuter.) Einer aus Bar- celona eintreffenden und aus glaubwürdigen Quellen.stammendeu Meldung zufolge wurdpdvrt der Vorsitzende des katalanischen ArbeitersyndikatS erschaffen. DieBpräntwortung für dieses-Verbrechen konnte biöher noch..nicht. festgestellt«erden,- aber man gibt die Möglichkeit zu, daß der Täter in den Reihen des nationalen Arbeitersystdikates zu suche» W--;:<■■■..... Auf dem prächtig verlaufenen westböhmischen KreiSarbeitertage in Falkenau hielt der Vorsitzende der deutschen Sozialdemokratie in de« Tschechoslowakischen Republik Dr. Ludwig C z e ch, von vielen. Tausenden jubelnd begrüßt, eine politische Rede-, in der er sich mit den Vorgängen der Außen- und Innenpolitik befaßte. Nach einer Begrüßung der westböhmischen Arbeiter namens der Gesamtbcwegung, wobei er auch des unvergeßlichen Hillebrand, gedachte, führte Genosse Czech u. a. folgendes aus: Werte Freunde! Wirsindin ernster Stunde versammelt. SchwereGewitterwolken ballen sich am internationalen Horizont zusammen und erheischen unsere größte Aufmerksamkeit. Dio Ueber- stürztheit, in der sich die internationalen Ereignisse in letzter Zeit vollzogen haben, macht uns eine ganz besondere Wachsamkeit zur Pflicht. Ein mächtiger faschistischer Block hat sich im Herzen Europas aufgetan als ernste Mahnung an die internationale Demokratie, ihre Kräfte noch engec als bisher zusammenzuschließen. Wohl wissen wir, daß die Bäume des Faschismus nicht in den Himmel,wachsen, werden und daß sein hochmütiges imperialistisches Machtstreben— wenn man es yuf eine Kraftprobe ankommen fassen wollte — ans d e-prWi d e p'st-a» d« b e-S-demd- krakischen Europa zerschellen würde. Nichtsdestoweniger ist cS unsere Pflicht, in jedem Augenblick bereit zu sein und diese Bereitschaft um so mehr zu verstärken, als wir den faschistischen Feind im eigenen Lande und Im Rücken haben. Daraus erwächst unserer Bewegung die besondere Aufgabe, ihn in keinem Augenblicke aus den Augen zu lassen, ihm ohne Unterlaß an den Fersen zu sein und ihn, da ec sich derzeit im schwersten Zcrsehungsprozeß befindet, ständig unter Druck zu halten.. Gegenüber den sich in letzter Zeit häufenden faschistischen Lockungen halten wir es für unser: Pflicht, gerade in dieser Stunde auszusprechen, daß sich unser Staat niemals von seinen Freunden und Bundesgenossen trennen und keiner Fri-» denSlösung zustimmen wird, die nicht in innigster Zusammenarbeit und kollektiver Gemeinschaft mit ihnen erarbeitet werden wird. Darum besteht nicht die geringste Gefahr» dass, die Tschechoslowakische Republik nach dem Beispiele anderer Länder In«ine faschistische Mausefalle schlüpft und zu einem faschistischen Basallenstaate wird. Wir bleiben ein Land der Demokratie und wollen unsere Republik mit dem Einsatz aller unserer Kräfte, mit der größten Leidenschaft und Hingabe verteidigen. Wir stehen zu unsere Präsidenten T. G. Masarhk und Eduard Benes, diesen großen europäischen. Führern der Demokratie, deren zäher und unermüdlicher Arbeit-S zu daüken ist, daß.die Tschechoslowakische Republik mitten Im.faschistischen Meer, eine RettungSiiiscl der-Demokratie ist und. daß unsere Arbeiterbewegung— anders als In den Nachbarländern— frei leben und atmen und die Sache der arbeiten«, den Menschen,, die Sache aller Mühseligen und Beladenen» zu verteidigen, und zu betreuen vermag. Dem Faschismus aber, der über,die Pölker nichts als Unglück- gebracht, die jahrhundertelangen Errungenschaften der-Zivilisation und Kultur..vernichtet, die Freiheit hunderttausender Menschen, zerstört, ihren: freien Atemzug ausgelöscht, ganz« Völker in den Krieg und ins Elend gestürzt, hat und: einen- entsetzlichen Blütrausch über sie ergehen Ilöß, gilt unser Fluch und unser leidenschaftlicher- Kampf.. ' Werte Freunde.!' Auchim Bereiche der Wirt, -schäft' verleben' ipir- leider Noch immer schwere Stunden. Gerade das-Karlsbader Gebiet ist wie kein anderes vom schweren Ktisennotständ hart' -betroffen^ Nahezu sieben Jahredäpert die- Krisen-, not dieses Kreises Ungeschwächt fort und dies bei.durchaus unzulänglichcn Vorsorgen. Welch' unermeßliches Leid drückt sich schon in dieser bloßen Tatsache aus. Darum hat unsere ganze Bewegung bisher alle ihre Kräfte daraugesetzt, den notleidenden Brüdern des Karlsbader Kreises und insbesondere den heroischen Arbeitslosen in ihren schiveren Stunden hilfreich beizustehen und das Acußerste, waS sich für sie heraus« holen läßt, an sie heranzubringen. In diesen Bemühungen werden wir auch Iveiter nicht erlahmen. Wir dürfen auch in keiner Stunde an das große Sch u l d k o n to der Unternehmerschaft vergessen, die gerade in der Zeit des schwersten Notstandes der Arbeiterklasse die Hände in den Schoß legte, eS an jedweder Initiative fehlen ließ und— trotzdem sie eine ganze Reihe gewinnreichcr Jahre hinter sich hatte— die Sorge für den Wiederaufbau der Wirtschaft einzig und allein dem Staate zuschob, unter dessen Fittiche und Patronanz sie sich jetzt zu stellen beliebt, um sic, wenn ihre Machtpositionen wieder erstarkt sein werden, wieder glatt abzuschütteln. Wir dürfen, liebe Freunde, aber auch nicht übersehen, in welchem hohen Maße die Schwächung der, Machtpositionen der Arbeiterklasse und damItHe Perschlechterujig der Lage der arbeitenden Menschen durch die in die Arbeiterbewegung hincingetragenen Ri ch tu ngskäm Pfund Spaltungen, sowie auch durch das Verbrechen jener proletarischen Elemente herbeigeführt wurde, die die Sache der Arbeiterschaft in den Stunde» der Not nnd Gefahr feige im Stiche ließen und in di'e Reihen des faschistischen Feindes überliefen. Es ist notwendig, daß wir uns all' dies bür Augen halten und damit das Gelöbnis verknüpfen, alles daranzusctzen, die verblendeten und irrenden proletarischen Menschen wieder t-n Klauen deS faschistischen Feindes zu entreißen und uns vor allem die proletarische Jugend aus dem Lager des Feindes zurückzuholen und sie Var dem Verderben zu retten. Für die Erfüllung dieser Aufgabe ist jetzt der richtige psychologische Augenblick, ist jetzt die richtige Stunde gekommen. Konrad Henlein, der vor drei Jahren auSgezogen war,«m das gesamte Sudetendeutschtum um sein Banner zu scharen, kann heut«, seine eigenen Leute kaum noch zusani- menhalten. Konrad Henlein, der sich vor drei Der Byrschlag der französische» Regierung, den Kämpfe» in Spanien gegenüber, ein« allseitige Neutralität zu bewahren, wird, in der englischen Presse mit Genugtuung aufgenommen und, auch die britisch« Negierung, deren Antwort im Laufe der nsichsttn Stunden zu erwarten ist, dürfte, ihm ziistimmen, da daS konservative England, dem auS Gründen der Gesinnung ei» ültralinkeS Spanien, aus aussenpolitischen Gründe»: eine Diktatur der faschistischen Generale unangenehm wäre,'durch die strikte Neutralität auch seinen'eigenen Interessen am besten zu dienen glaubt..' ügl An I t a l i e» dagegen machen sich ebenso wie in'- D eut s ch l a n d Stimmen gegen die -Neutralität geltend:'Weiter wird gegen die legale Negierung eiisk wahre Greuelhetze betrieben, >Mr«np,:iuan die Aufständischen als die Ber- trMr des wahren Spanien anlpricht und sie der MDstischrn.Sympathie»-versichert. Italien Meint, in der Beantwortung' der französischen Mote Ausflüchte^ machen z» wollen, um die Entscheidung solange hinauszuschieben, daß inzwischen- die Waffenlieferungen weitergehen können. Jahre» zum Wortführer des ganze» sudeten- deutschen Volkes aufwarf, kann heute, da seine Bewegung von schwere» Krifenzuckunge» geschüttelt ist, nicht nur nicht im Name» deS gan. ze» Sudetendeutschtums, sondern auch nicht einmal mehr im Namen seiner eigenen Partei sprechen, da sie eben daran ist, sich langsanr aber sicher in alle Winde zu verlaufen. Noch am IS. Juli erklärte Herr Henlein li einer Tagung der SdP:„Ich werde nicht früher ruhen, als bis der Schimpf, den man auf unsere Bewegung gewälzt hat, wieder getilgt ist." Nichts wurde seither weggewälzt und nichts getilgt. Der Schimpf ist da und wächst und bleibt, auch wenn Herr Heulein sich ihn einfach von' der Stirne wischt und befiehlt:„Reden wir lieber von etwas anderem." Noch am 19. Juli schmetterte Herr Konrad Henlein, daß er seinen Mitarbeiter Brand nickt fallen lassen werde, acht Tage darauf muß Dr. Brand von der Bildfläche verschlvindcn und nach Paris auswandern. Damit verschlyindet auch Henleins bester Souffleurkasten in der Versenkung und Henlein, der getreue Kamerad, der keinen seiner Mitarbeiter fallen läßt, wird nun auch weiter noch das hohe Lied von der deutschen Treu: singen. Selbstverständlich wollen wir die Bedeutung aller dieser Einzelheiten nicht überschätzen. Denn die Dummen sind noch lange nicht alle und darum wird, wenn auch der alte Glanz Konrad Henleins dahin und seine Autorität futsch ist, der nationalistische Zauber noch eine Zeit lang weiterlaufen. Es wird aber auch die panische Ber» Wirrung weiter fortschrcitcn, die sich der Hcnlein- schen Reihen bemächtigt hat. Wir können also zufrieden sein,-denn während die Herren um Henlein die wild gewordenen Geister ihrer Bewegung nicht zu meister.« vermögen, geht es bei uns tüchtig vorwärts. Ich bin in den letzten Monaten Sonntag für Sonntag im ganzen Lande herumgekommen und habe vor mehr als 120.999 Arbeitern gesprochen. Ueberall war die Partei Gegenstand größter Begeisterung, die aus festem Vertrauen floß und jedem, der sie auf sich wirken ließ, das Herz erwärmte. Ueberall KampfeStrotz, Kampfesbercit- schaft und Zuversicht. Aber auch in den anderen Ländern geht eS vorwärts. Ueberall gewinnt der Sozialismus immer mehr Terrain. Immer mehr bringt er sich als Machtfaktor zur Geltung und weiß, wo ihm seine Machtpositionen— wie in Spanien— strittig gemacht werden, mit einer Hingabe und Leidenschaft zu kämpfen, die die Bewunderung der ganzen demokratisch fühlenden Welt erregt und ihm auch unsere heißesten Sympathien sichert.. Die Herren von der SdP spotten in ihr.« Presse über den Kampf der spanischen Rebellen, Di« spanische Regierung hat durch den Mund deS Eortez-Präsidenten B a r r i o sich in eine« Rundfnnkbotschaft an daS Ausland gowandt, daS sie auffordert, dem Völkerrecht entsprechend nur mit der legalen Regierung zu verhandel» und den Rebellen, die nicht„gegen den MarxiSmnS", sondern gegen die legale Gewalt, di« in dem Präsidenten Azana, den Corte» und der Regierung repräsentiert sei, mit den Massen kämpfe«, keine Unterstützung zu gewähren, i Die Affäre der i t a l i e n i s ch'«» Flieger wird von Frankreich weiter untersucht. General Franko' hat wohlweislich jede Erklärung verweigert, da seine Worte von de» Journalisten angeblich immer entstellt würden. Sein Stabschef hat erklärt, die Flieger hätte» italienische Staatsangehörige retten wollen. Auf die Frage, wozü sie'soviel Waffen und Munition mitführten, verweigerte er die Antwort. I» London tyird behauptet, dass Franco de» Italienern als Entgelt Cejü t a und den Hafen Po r/t« Ma h o n auf Majorca a n geboten habe. Frankreichs Neutralitätsvorschlag In England begrUBt, von Italien kontermlnlertl Sette 2 Dienst»,, 4. August 1936 Nr. 180 obwohl sie ihrer eigenen nicht Herr zu. werden vermögen. Ohne uns überschwenglichen Hoffnungen bnrüber hingeben zu wollen, daß sich die Dinge im sudetendeutschen Lager schon morgen oder übermorgen zum Bessern wenden werden, sagen wir: Unsere Uhr geht richtig Wir kommen vorwärts! ES lohnt sich zu zu leben und zu kämpfen! Genossen! Jetzt erst recht müssen wir zu« sammenstehen, uns jetzt erst recht aufs engste zu« jammenschließen. Wir dürfen, keinen Äugenblick unser Kampfziel au« den Augen lassen und müs- sen unsere sozialistische" Ueberzeugung jetzt erst recht noch fester, noch offener und stolzer zur Geltung bringen und ihr unsere restlose Lieb: und Treue bewahren. Nur so können wir unseren I Kampf siegreich zu Ende führen. können und daß dieser Kampf weitergeht. In F rankreich. sind in"letzter Zeit auf politischem,, wirtschaftlichem und sozialem Gebiete grobe Fort- schritte erzielt Wörden, so hie Verkürzung der Arbeitszeit und die Organisierung de» Kohlenmarkte», in Amerika ist die Söstündige Arbeitswoche eingeführt worden, in Rußland ist die Sozialgesetzgebung und die Arbeitszeit verbessert worden, und auch die belgischen und englischen Bergarbeiter haben erfolgreiche Kämpfe geführt. Ueber die Verkürzung der Arbeitszeit lag dem Kongretz«in Bericht des Genoffen Legal)(Frankreich) vor, der von Genoffen Dugay vorgetroge» wurde. In einer Zeit, in der taufende Bergarbeiter arbeitslos sind und auch die Beschäftigten zeitweilig feiern müffen, in der die Sterblichkeit unter den Bergarbeitern ebenso wie die Anzahl der Unfälle und der Erkrankungen steigt, sabotieren die Grubenkapitalisten und ein Teil der Regierungen die notwendigen Vereinbarung über die Verkürzung der Arbeitszeit. Obwohl die Bergarbeiter die Schöpfer und Träger de» technischen Fortschrittes sind, läßt man ihnen die Früchte diese» Fortschritte» nicht zugute kommen. Aber schon Ist die Front der Grubenkapitalisten in Frankreich, England und Belgien durchbrochen worden, und e» mutz versucht werden, durch gemeinsame Aktionen in allen Ländern die allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit zu erzwingen- Der Kongretz genehmigte nach kurzer Debatte einstimmig die vorgeschlagene Resolutton, die eine Verkürzung der Arbeitstage», die Einführung der 8S«Stunden-Woche und die Ratifizierung de» Ar- bettszeltabkommen» fördert, die bisher sabotiert worden Ist. Die Resolution bezeichnet die Arbeitszeitverkürzung als unerläßliche Voraussetzung für die Teilnahme der Bergarbeiter am kulturellen und technischen Fortschritt und für die Wiedereinstellung der Arbeitslosen. J. G. B. nimmt am Prager Krankenkassenkongreß nicht teil Vom 28. bi« 80. September tagt in Prag die VII. Generalversammlung der Internationalen Zentralstelle von Verbänden der Krankenkassen und Hilfsvereine. Der Internationale Ce- werkschaftsbund wird— entgegen früheren Gepflogenheiten— diesmal keinen Vertreter an den Kongreß entsenden. In seinem Anttvortschreiben auf die Einladung der Zentralstelle wird al» Grund angegeben, datz„der JGB nicht an Konferenzen teilnehmen kann, denen, wie die» bei diesem Kongretz der Fall ist, faschistische Organisationen beiwohnen. ES heitzt in dem Schreiben weiter:„Der JGB kann sich nicht gut vorstellen, datz ein Vertreter eines faschistisch-autoritären Staate», wie Herr Spalowsky, für die Behandlung von Problemen in Frage kommen kann, die sich auf die Hilfsvereine auf Gegenseitigkeit beziehen, deren grundlegendes Prinzip die Vireinsfreiheit ist, d. h. ein Recht, das im Lande, da» Herr Spa- lowfki vertritt, vollkommen unterdrückt ist." Der Bestech de» Präsidenten Dr. E. Bene» in Pardubitz bei den grotzen Militärmanöpern wurde definitiv für die Zeit vom 20. bis 25. d. M. festgesetzt. Die Stadt Pardubitz bereitet sich auf den Besuch de» Staatsoberhauptes eifrig vor und hat bereits Vorsorge für die Unterbringung des Präsidenten und seiner Begleitung, der militärischen Delegationen der befreundeten Staaten, der Mitglieder der Regierung und der Wehrausschüsse der Nationalversammlung ete. getroffen. Trsffen der Naturfreunde* Internationale In. Brünn, Abfahrt«leiten der Exkursionen i Sammelstelle Aussig: Gemeinsame Abfahrt Freitag, den 7. August um 17.20 Uhr. Reiseleiter Gen.' WoIny. Vorherige Meldung Bedingung." Sammelstelle Bodenbach r Abfahrt Samstag, den 8. August um 4.50 Uhr früh. Reiseleiter Gen. Schubert. Interessenten melden sich in Bodenbach, Aussigerstratze 800. Sammelftelle Prag: Abfahrt Samstag, den 8. August, um 18.00. Uhr ab Masaryk-Bahnhof. Reiseleiter Gen. Strnad. Weitere Anmeldungen möglich. Nähere» im„Gec-Berband" Prag II., Fügnerovo näm. 4. Mussolini wartet auf England Pari». Den letzten Meldungen zufolge wird da» Foreign Office auf dir französische Rate betreffend die strikte Neutralität im spanischen Bürgerkrieg am DienStag antworten. Die britische Antwort werde grundsätzlich günstig sein. Darüber, wann Italien antworten wird, ist noch nicht» Bestimmte» bekannt. E» scheint, datz Mussolini a b w a r t e t, bis ihm der Ton der englischen Antwort bekannt sein wird. Nack Frankreich verirrt Biarritz.(HavaS.) Zwei spanische Regie- rungSflugzeuge, welche aus Madrid nach San Sebastian flogen, find' auf französischem Gebiet auf dem Bayonner Flugplatz in der Gemeinde Parme gelandet. Die Flugzeuge waren mit Maschinengewehren und' Bomben ausgerüstet und führten auch Flugbettel gegen die Aufstandsbe- toegung an Bord. Die Flieger erklärten, datz sie sich im Nebel verirrt hätten und auf französischem Gebiete irrtümlich gelandet seien. Auf Anordnung des Polizeikommiffärs wurden die Flugzeuge beschlagnahmt und die Flieger festgehalten. „Schärfster Protest 1* Deutschlands Madrid.(DNB) Wegen der schon vor einigen Tagen gemeldeten Ermordung deS Reichsdeutschen Hahner in Barcelona und des Ueber- falles auf die bei Santander wohnhafte reichsdeutsche Familie Imhof, bei dem die Tochter Imhofs getötet und ihr Baier schiver verletzt wurden, hat die Reichsregierung in Madrid schärfsten Protest erhoben. Das Madrider Nutzen- Ministerium.hat daraufhin sein Bedauern ausgesprochen und die Untersuchung der Schuldfrage zugesagt. klaue Bluttaten In Haifa Eerusalem.(Reuter.) Der Inspektor der arabischen P o l i z e i wurde von Arabern in der Nähe der Moschee in Haifa erschossen. Bei dem Angriff wurde ei» Polizist schwer verletzt. Sn der Kolonie Pokneam in der Nähe von Haifa wurden zwei jüdische Nachtwachen von Arabern erschossen. Bei einem Angriff der Araber in Südpalästina kam e» zu einem Zusammenstoß zwischen Arabern und britischem Militär, wobei ein Araber getötet und ein britischer Soldat verwundet wurde. Var Internationale BergarbeiterkongreD in Prag Am Montag wurde auf der Slawischen Insel in Prag der 82. Jnternatiönale Berg» acbeiterkongretz eröffnet, an dem Delegierte aus England, Frankreich, Belgien, Holland, Norwegen, Polen, Luxemburg, Rumänien, Schweden, Ungarn und der Tschechoslowakei teilnehmen. Den Vorsitz führt der Präsident der Bergarbeiter- Internationale Genosse Vigne(Franlreich), als dessen Stellvertreter der englische Genosse Jone» fungiert. Die spanischen Arbeiter sind nicht vertreten, da die Delegierten durch den spanischen Bürgerkrieg am Erscheinen verhindert sind. Auf Vorschlag des Präsidiums wurde einmütig eine Resolution angenommen, die den spastischen Arbeitern für ihren heroischen Kampf gegen den Faschismus und für die Verteidigung Ihrer demokratischen Jnstitu- tionen den Dank und die Bewunderung der gesamten Arbeiterklasse ausspricht. In einer Be- grützungSadresse an' die tschechoslowakische Arbeiterschaft wurde die Anerkennung für die Aufrechterhaltung der demokratischen Freiheit in unserem Lande zum Ausdruck gebracht. Auch an die russische Arbeiterschaft, die an den Kongretz ein Begrüß ungStelegramm gesandt hatte, wurde eine Botschaft gesandt, in der dem russischen Volke und der Arbeiterklasse der Sowjet-Union die Unterstützung im gemeinsamen Kampfe gegen Ausbeutung, Faschismus und Kriegsgefahr zugestchert wurde. Sm Namen des tschechoslowakischen Bergarbeiterverbandes und der tschechoslowakischen GewerkschaftSzcntrale ergriff sodann Genoffe B r o j i k das Wort. Er wies auf die schicksalsschwere Situation deS Weltproletariats hin, auf den Kampf der Demokratie gegen den Faschismus, für den die spanischen Ereigniffe ein neue» Beispiel sind, auf die schweren Folgen der Wirtschaftskrise und der Rationalisierung, und aus die Notwendigkeit, gerade in dieser Zett die Rechte der Arbeiterklasse und die Errungenschaften der Demokratie mit aller Kraft zu verteidigen. Für die Union der Bergarbeiter sprach sodann Genoffe Zinner: Vor zwölf fahren hat. der. Internationale Kongreß In der Hauptstadt unseres Staates getagt. In der Zwischenzeit hat sich Furchtbares ereignet. Die Kampfesoraanisationen unserer Kollegen in den beiden Nachbarländern Deutschland und Oesterreich sind von den Faschisten zertrümmert worden. Unsere heißesten Wünsche begleiten die Arbeit jener Kollegen in diesen beiden Ländern, die unter den schwersten Opfern ihre Tätigkeit für die Wiederbefreiung der Arbeiterschaft auSüben. ES ist unsere sehnlichste Hoffnung, daß die von so großem Idealismus getragene Arbeit die Befreiung der Arbeiter aus den Klauen de» Faschismus bringt. An Spanien tobt ein schrecklicher Bürgerkrieg, der von den Faschisten provoziert wurde. So gefährdet der Faschismus überall den Frieden und steigert die Kriegsgefahr in» Unermeßliche. Unsere Republik ist ringsum von konterrevolutio- nären Kräften umgeben. Auch bei uns sind besonders in den'sudetendeutschen Gebieten starke Kräfte am Werk, den von Deutschland eingeführten HünIein-FaschiSmuS voll zur Auswirkung zu bringen. Nur die Einrichtungen unserer demokratischen Republik verhindern, daß der Gewissenszwang und der Betriebsterror durch den Henleinfaschismus noch größeren Umfang annimmt. Die freien Gewerkschaften können mit Genugtuung konstatieren, daß das sudetendeutsche Grubenproletariat in seiner großen Mehrheit zur freien Gewerkschaft und zu unserer demokratischen Republik steht. Wenn tuir, obwohl ringö von der Konterrevolution umgeben, nicht nur unsere sozialpolitischen Rechte erhalten, sondern noch eriveitern und verbessern konnten, so nur, weil wir eine demokratische Regierung haben und weil die Bergarbeiter den nationalen Phrasen nicht erlegen sind. Gerade unsere Bergarbeiterkoalition hat den Beweis erbracht, datz das deutsche und daß tschechische Grubenproletariat seine nationalen und gemeinsamen Interessen gut wahren kann. In dieser gemeinsamen Arbeit allein liegt die Sicherung der Existenz auch des deutschen Bergarbeiters, für die wir kämpfen. Nachdem Stadttat Jekabek im Namen der Stadt Prag, Sektionöchef Jng. Durych im Namen de» Arbeitsministerium» und Sektionschef Dr. Menzel im Namen der Fürsorgeministeriums Begrüßungsworte an den Kongreß gerichtet hatten und Genoffe Jone» in seiner T.inkrede die Sympathien der ausländischen Delegierten für die schöne Stadt Prag und die Tschechoslowakei zum Ausdruck gebracht hatte, hielt Genoffe Vigne seine Eröffnungsrede, in der er zunächst der verstorbenen Mitglieder der Jnter- nattonale und besonders de» ermordeten deutschen Bergarbeiterführer» H u s e m a n n gedachte, zu dessen Ehren die Versammelten eine Minute schweigend verharrte». Vigne erinnerte sodann an de« zum Tode verurteilten Etkar Andre, für dessen Befreiung die Genoffen in allen Ländern eintreten sollten. An die Genossen in Deutschland, Lester» resch Und i'm Saargebiet. rMöte»'er>> brüderliche Grüß«. So schmerzlich und folgenschwer dar Fehlen dieser Benoffen auf dem heutigen Kongreß sei, so sei andererseits doch auch eine Erweiterung-der Bergarbeiterinternattonale auf Gebieten festzustellen, die Ihr bisher nicht angehörten. Die Genoffen au» den Vereinigten Staaten haben einen Delegierten entsandt und den Wunsch ausgesprochen, enger al» bisher mit der Gewerkschafisinternationale und mit dem Internationalen Arbeitsamt zusammenzuarbeiten. Auch Rußland hat sich entschloffen, stärker an der internationalen Arbeit teilzunehmen. Allerdings muß festgestellt werden, daß unsere Arbeit in Genf nicht den erhofften Erfolg gehabt hat. Mer wir dürfen nicht vergeffen, daß die Genfer Verhandlungen den Kampf der Gewerkschaften nicht ersetzen Her Mrei des Pferdes EnHhluno een lack London Dies ist eine wahre Geschichte. Sie geschah in der Stierkampfarena von Quito. Ich saß in einer Loge mit John Harned, Maria Valenzuela und Lui» Eervallo». Ich sah, wie eS geschah. Ich sah eS von Anfang bis zu Ende. Ich reiste auf dem Dampfer„Ekuador«" von Panama nach Guayaquil. Maria Valenzuela ist meine Kusine. Ich habe sie immer gekannt. Sie ist sehr schön. Ich bin Spanier— Ekuadorianer allerdings, aber ich stamme von Pedro Patino ab, einem von Pizarros Hauptleuten. Es waren tapfere Männer. E» waren Helden. Hat Pizarro nicht dreihundertfünfzig spanische Ritter und viertausend Indianer auf der Schatzsuche tief in die'Kordilleren geführt? Und starben nicht all die viertausend Indianer und dreihundert von den tapferen Rittern bei der vergeblichen Suche? Wer Pedro Patino starb nicht. Er blieb am Leben und begründete die Familie der PatinoS. Ich bin aus reinem spanischen Blut. Ich bin Manuel de JesuS Patino. Ich besitze viele Haziendas, und zehntausend Indianer sind meine Sklaven, wenn das Gesetz auch sagt, daß sie freie Menschen sind, die aus freiem Willen kontraktliche Arbeit leisten. Das Gesetz ist eine komische Sache. Wir Ekuadorianer lachen darüber. ES ist unser Gesetz. Wir machen eS selbst. Ich bin Manuel de JesuS Patino. Prägen Sie sich diesen Namen ein. Eines Tages wird er Geschichte machen. ES gibt Revolutionen in Ekuador. Wir nennen sie Wahlen. John Harned ivar Amerikaner. Ich traf ihn das erstemal im Tivoli-Hotel in: Panama. Er hatte viel Geld— da» hatte ich gehört. Er ging nach Lima, aber im Tivoli-Hotel traf er Maria Valenzuela. Maria Valenzuela ist meine Kusine, und sie ist schön, wahrlich, sie ist die schönste Frau in Ekuador. Aber sie ist auch die Schönste in jedem Lande— in Paris, in New Fort, in Wien. Alle Männer sehen ihr nach, und das tat John Harned auch mächtig hier in Panama. Er liebte sie, das ist Tatsache, ich weiß eS. Sie war Ekuadorianerin, gewiß— aber sie gehörte eigentlich allen Ländern, der ganzen Welt an. Sie sprach viele Sprachen. Sie sang— ach! wie eine Künstlerin. Ihr Lächeln— herrlich, göttlich. Ihre Augen— ach! Haben nicht alle Männer ihr in die Augen gesehen? Sie ivaren Verheißungen de» Paradieses. Maria Valenzuela ivar reich— reicher als ich, der ich doch für sehr reich in Ekuador gelte. Aber John Harned machte sich nichts aus ihrem Geld. Er hatte ein Herz,— ein komisches Herz. Er war ein Narr. Er ging nicht nach Lima. Er verließ den Dampfer in Guayaquil und begleitete Maria nach Quito. Sie war gerade au» Europa zurückgekehrt. Ich weiß nicht, wa» sie an ihm fand, aber sie hatte ihn gern.' Da» weih ich bestimmt,' sonst würde er sie nicht nach Quito begleitet haben. Sie forderte ihn dazu' auf. Ich erinnere mich dessen noch genau. Sie sagte: „Kommen Sie nach Quito, und ich werde Ihnen einen Stierkampf zeigen— tapfer, schön, glanzendl" Aber er sagte:„Ich gehe nach Lima, nicht nach Quito. Dahin lautet meine Fahrkarte.* „Sie reisen doch zum Vergnügen, nicht wahr!" sagte Maria Valenzuela) und sie sah ihn an, wie nur Maria Valenzuela einen ansehen konnte, mit warmen, vielverheihenden Augen. Und er reiste mit ihr. Nein; er kam nicht wegen de» Stierkampfe». Er kam wegen- dessen, wa» er in ihren Augen gesehen hatte. Frauen wie Maria Valenzuela werden' einmal in' hundert Jahren geboren. Sie sind Göttinnen. Männer fallen ihnen zu Füßen. Sie spielen mit Männern und lassen sie Ivie Sand durch ihre schönen Finger rinnen. Kleopatra soll ein» solche Frau gewesen fein» und Circe auch. E» kam alle» daher, datz Maria Valenzuela sagte: „Ihr Engländer seid— wie soll ich sagen? — wild— nicht wahr? Ihr liebt da» Boxen. Zwei Männer schlagen sich mit dey Fäusten, bis ihre Augen blind und ihre Nasen gebrochen sind. Abscheulich! Und die andern Männern, die zuschauen, sind ganz verrückt und toben vor Begeisterung. Das ist barbarisch— nicht wahr?" „Aber e» sind Männer", sagt« John Harned,„und sie boxen zum Vergnügen. Keiner zwingt sie zum Boxen. Sie tun es, weil sie mehr Lust dazu haben, al» zu sonst irgend ettva» auf der Welt." Maria Valenzuela— ihr Lächeln war zor- ,nig, als sie sagte: „Sie töten einander oft— ist es nicht so? Da» habe ich in den Zeitungen gelesen." „Aber der Stier", sagte John Harned,„der Stier wird oft und immer beim Stierkampf getötet, und die Stiere kommen nicht zu ihrem vergnügen in die Arena. E» ist kein ehrliche» Spiel demStier gegenüber. Er wird zumKampf gezwungen. Aber der Boxer— nein, ihn zwingt keiner" „Eben deshalb ist er brutaler", sagte Maria Valenzuela,„er ist ein Wilder, er ist ein Tier. Er schlägt mit seinen Tatzen wie ein Bär in seiner Höhle, und er ist grausam. Aber der Stierkamps — ach! Sie haben nie einen Stierkampf gesehen, nicht wahr? Der Toreador ist tüchttg. Er ist au»« gebildet.' Er ist modern» Er ist romantisch. Er ist nur ein Mensch, schwach und gebrechlich, aber er tritt dem wilden Stier entgegen. Und er tötet mit einem Schwert, einem schwachen Schwert, mit einem einzigen Stoß,' so, gerade in» Herz der grotzen Bestie. E» ist herrlich. V Man bekommt Herzklopfen, wenn man es sieht— der kleine Mann, das große Tier, die weit«, mit Sand be« streute Arena, die Taufende von atemlosen Zu- schauern i DaS große'Tier stürzt, sich im Angriff iauf ihn, aber der Mgnn steht wie eine Statue da: er regt sich nicht, er fürchtet sich nicht, und in seiner Hand blinkt die leichte Waffe wie Silber in der Sonne, Immer näher kommt das große Tier mit seinen scharfen Hörnern, und der Mann regi sich nicht. Aber dang— so— das Schwert blitzt, der Stoß sitzt, im Herzen, bis zum Griff, der Stier fällt in den Sand und ist tot, und der Mann ist unverletzt. Das ist tapfer. Es ist prachtvoll I Ach!— Ich könnte einen Toreador lieben. Aber der Boxer— er ist eine Bestie in Menschengestalt, j ein Wahnsinniger, der unzählige Schläge in sein dummes Gesicht empfängt und sich darüber freut. Kommen Sie nach Quito, und ich werde Ihnen tapferen Männersport zeigen: den Toreador und den Stier." Aber John Harned ging nicht des Stierkampfes wegen nach Ouiw. Er kam Maria Balen- zucla» wegen. Er war ein großer Mann, breitschultriger als wir Ekuadorianer, höher gewachsen. Schwerer an Gliedern und Knochen. Er war sogar gröber al» die meisten Männer seiner eigenen Raffe. Seine Augen waren blau, aber manchmal habe ich sie grau und zeitweise ganz wie kalter Stahl gesehen. Seine Züge waren groß, lischt feingeformt wie die unfern, und seine Kinnbacken sahen sehr stark ,au». Er war, glattrasiert Wie ein Priester. Braucht ein Mannas sich der Haare schämen, die er im Gesicht hat? Hat Gott sie ihm nicht gegeben? Ja, ich glaube an Gott. Ich bin kein Heide. Gott ist gut. Er machte mich zu. einein Ekuadorianer mit zehntausend Sklaven. Und wenn ich sterbe, werde ich zu Gott eingehen, Um aber zu John Harned zurückzukehren. Er war ein stiller Mann. Er sprach immer mit leiser Stimme und bewegte nie. die Hände beim Sprechen. Man hätte glauben sollen^ datz sein Herz au» Ei» war. Aber es war doch ein bißchen Wärme in seinem Blut, denn er begleitete Maria' Valenzuela nach OUito. Aber wenn er aüch leise und ohne die Hände zu bewegen sprach, war er doch ein Tier)' wie man sehen wird— ein Tier, «in duMmer, grausamer Wilder au» der fernen Vorzeit, der sich in Felle kleidete und'mit Bären und Wölfen zusammen in Höhlen lebte.< ^Fortsetzung folgt.), Rr. 180 Dienstag, 4. August 1936 Seite 3 tfudetendeutsdier Zeitepie^el 25.000 beim Westböhmischen Arbeitertag Die bisher größte Kundgebung, die Falkenau erlebte Karlsbad.(E.-B.) Das war eine H c c r-1 schau, wie sieFalkenaunoch n i c gesehen hati Bier Wochen nach dem Bundesturnfest und 14 Tage nach dem Bezirksarbeitertag in GraSlitz, welche beiden Veranstaltungen tausende Proleten aus dem Karlsbader Kreisgebiet zu ihren Besuchern zählten, diesen Massenaufmarsch zustande zu bringen, ist fürwahr eine große Arbeit ersten, RangeSl Schon der Samstag-Abend verhieß, daß- die Veranstaltungen übertroffen werden.würden und der Sonntag offenbarte tatsächlich die Uber alle Maßen prächtige Opferbereitschaft der sozialdemokratischen Arbeiter und Arbeiterinnen. Vom frühen Morgen an zogen auf allen Straßen und Wegen Gruppen von Frauen, Männern und Jugendlichen zur Feststadt, fuhren Hunderte von Genossen und Genossinnen auf ihre Rädern zum W. A. T. Vier Sondcrzüge und alle fahrplanmäßigen Züge brachten tausende Menschen zum Tag der westböhmischen Sozialdemokratie. Die engen räumlichen Verhältnisse Fal-, kenaur ließen cs nicht zu, einen einheitlichen Festzug zu veranstalten. Die Teilnehmer mußten sich aus beiden Seiten der Eger in zwei Zügen gruppieren. Der eine umfaßte die adjustierten Gruppen und Vereine, während den anderen die mächtigen Kolonnen der Parhei-Bezirksorganisa- tioncn bildeten. UeberauS wuchtig und eindrucksvoll gestaltete sich der Einmarsch der beiden Züge von den entgegengesetzten Seiten des langgestreckten Masaryk-PIahcs aus durch ein mächtiges Spalier. Die vielen Standarten und Transparente sowie die auf großen Plakaten gemalten Karikaturen der letzten Ereignissein der Henleinpartei erweckten stärkstes Interesse und wurden beifällig ausgenommen und von Gelächter und Heiterkeit begleitet. Von%12 Uhr bis kurz vor 12 Uhr mittags dauert« der Einmarsch'der beiden in Sechserreihen formierten Züge. Kopf an Kopf standen 20.000 Menschen, von Freude und Begeisterung erfüllt über den Beweis der Kraft, in die sie der Aufmarsch versetzt hatte und an dem sie Anteil hatten. Diese herrliche Stimmung äußerte sich auch immer wieder während der Reden. Fast nach jedem Satz bräuste'nbie' Welltii'des Beifalls' uilv dÄ"'Zll- stimmung über dsn Platz. An den„g e s ch l o s s e n e n Kreis der mit- ptrantwortlichen völkischen Oesfentlichkeit" hat ein Kameradschaftsbünoler einen Brief gerichtet, dessen Wiedergabe durch die„Rumburger Zeitung" beweist, wieviel es in der SdP geschlagen hat. Wir begnügen uns damit, aus diesem Dokument, das drei Zeitungsspalten füllt, die saftigsten Stellen zu reproduzieren;, die Kommentar« dazu wird wohl jeder unserer Leser selber sich hin- zudenken können: Für mich sind die Ereignisse der letzten Wochen leider nicht etwa nur vereinzelte Entgleisungen, sondern sympwmatischer Ausdruck einer tieflregenden Unzulänglichkeit. Di« Bewegung ist mit dem 19. Mai 1988 in der.inneren Entwicklung stehen geblieben; sie ist innerlich nicht weiter gewachsen und gereift,, sondern eher erstarrt und an Leben ärmer geworden. « Die Formen nun, in denen der Konflikt Kasper- Brand von der Partei-Leitung an die Oesfentlichkeit gebracht und da weiter betrieben wurde, waren angefangen von der ersten Presseerklärung bis zu sämtlichen Schritten der Hauptleitung in der letzten Woche einschließlich, dem deplacierten London-Fluge an der Grenze des Unerträglich«» gelaufen: überflüssig, verfehlt, ungeschickt, ja. geradezu stümperhaft anmutend,«iedrrdrückend und in der ganzen Wucht der Felgen einfach noch gar nicht abzuschätzen. ... Die doktrinär überspitzten und etwas naiv erhobenen Treueforderungen nach dem Ausscheiden Kasperl haben in der ganzen Bewegung nicht etwa «Ine Reinigung, sondern nur«ine. äusserst bedenkliche Heuchelei grohgezogen. Ehrenwörter und Treue-Gelöbnisse sind durch die Art ihrer Abforderung entwertet- Der leider in unserem Schicksal gelegene Zlvang zu einer gewissen Hellotherie(gemeint ist wohl „Helotentüm" fSklavengesinnungj, d. Red. d,„Zeitspiegel") ist in schmerzlicher Wesse auch noch"inner- halb ier eigenen Reihen gesteigert und ein unwürdiger Byzantinismus einerseits und geradezu eilt eigenes Denunziantenwesen in der Partei gezüchtet. Kreisvertrauensmann Abgeordneter Genosse de Witte eröffnete die Kundgebung mit einem Hinweis auf die Schwere der Zeit und mit einer Sympathiekundgebung für das kämpfende spant s ch e P r o l e t a r i a t, die mit einem lang andauernden Beifall quittiert wurde. Dann ergriff det Parteivorsitzende Genosse Dr. C z e ch das Wort.(Wir bringen seine Rede an leitender Stelle.) Nach dem. Genossen Dr. Czech begrüßte der Vertreter derrs ch e ch i s ch e n Bruderpartei, der Genosssse Bondräk aus Karlsbad, die Kundgebung, der darauf verwies, daß vor 40 Jahren der tschechische Arbeiter in diesem Gebiete uni sein Brot und seine Sprache kämpfen mußte und daß ihm damals nur die deutschen Sozialdemokraten treu zur Seite standen. Deshalb stehe auch heute der tschechische Arbeiter treu zu seinem deutschen Arbeitsbruder und bekämpfe mit ihm den gemeinsamen-Feind. Unter großem Beifall sagte er abschließend: „Ihr braucht keine Loyalitätserklärungen nach Prag zu schicken, wir glauben Euch und wir wissen, daß Ihr die Demokratie und unsere gemeinsame Heimat biS zum Aeußersten verteidigen werdet!" Für die Frauen sprach die Genossin Marie Günzel, die die überaus stark« Beteiligung der Frauen und Mädchen am Westböhmischen Arbeitertag würdigte, die Frauen zu verstärkter Arbeit am Frieden aufrief, und mit dem Gelöbnis schloß, daß auch die westböhmischen sozialdemokratischen Frauen, sowie di« proletarischen Frauen Spaniens, ihren Teil zur Niederwerfung des Faschismus beitragen wollen. - Mit einigen markanten Worten schloß sodann Genosse d« Witte die Kundgebung, deren Auswirkungen in der Bewegung gewiß noch lange zu spüren sein werden. Der Nachmittag vereinigte die Teilnehmer auf dem prächtig gelegenen F e st p l a tz, wo dee AtuS, die Radfahrer, die S. I., die Roten Falken und die Republikanische Wehr sich in Sondervorführungen ablösten. Den Abschluß des Festes bildete ein prächtiger Schlußappell aller Forymtionpn,...... Die Beteiligung aller Teilnehmer an denk Fest Überhaupt wird cküf 2 8.0 0 0 geschätzt. Die Vertrauenseinbuße zur Gesamtführung ist ungemein, und was da» schwerste ist, auch die Spitze ist nicht mehr frei. Die Art und Weise des Vorgehens bei der sogenannten Reinigungsaktion lassen oben wie unten die primitivsten RechtSbegriffeund Rechtsformen vermissen. Hier mußte in weiten Kreisen der Eindruck blinder Parteilichkeit und wild gewordener Willkür und vor allem ein Gefühl einer Art Rechtlosigkeit innerhalb der Bewegung aufwachsen. Ganz weite Schichten fasten die Vorfälle ganz primitiv so auf, daß sich hier einfach die Machthaber einiger unbequemer Persönlichkeiten entledigen wollten. ,.■, Die besonderen Verhältnisse bei uns haben ein ganz ungemein hohe» Mast von wirklichen Konsunk- turisten und Riet«» in die Lage versetzt, Sattel zu besteigen, für die sie weder ihrer sittlichen Kraft, noch dem. Können nach geeignet waren/ Hier wäre die Reinigungsaktion längst überfällig. Meinem Eindrücke nach ist indessen da» Niveau eher, gesunken, al» gesteigert worden. Die politische Li nie erscheint al« Zickzackkur» mit zu starken Ausschlägen und zu sprunghaftem Wechsel zwischen Kotau und radikalen Tö n em. E»liegt eii/grundlegenderVersagen der bisherigen Gesamt füh ru n g der Bewegung vor; diese hat.ssch der Aufgaben seit'der Wahl nicht al» gewachsen erwiesen.. .* . daß sich AuSeinandersetzüngen zwischen einzelnen ehemaligen Kameradschaftlern und einzelnen Aufbruchkreislern, die offenbar- ähnlich. äufgebaut sind, in Formen gespielt haben, denen gegenüber die f r ü h e r« p a r.t e.i p o l i tisch« Kampfweise. harmlose» Kinderspiel war, ... Unglücklich wirkt e» sich au-, daß manch« unserer Funktionäre nicht jene LebenSreifung gewinnen konnten, die man.eben bloß jenseits der Schul- und Lehr- bflnk gewinnen.kann und die in der Politik hinreichend stark vertreten sein muß, so ist manchmal ein Auftreten zutage gekommen, nach Marke„Grüner Junge." .,. Eine Auswirkung wahrscheinlich der neuen machtpolitischen Gesinnung und gewiffer fremder Züge in der Staatsauffassung ist auch der seit zehn Jahren unverändert immer wieder zum Ausbruch gekommene Wahnwitz, politische Meinungsverschiedenheiten mit einer moralischen Besudelung de» wirklichen oder oft auch sogar bloß vermeintliche» Gegners zu verbinden, die alles, was frühere Parteien in dieser Hinsicht geleistet haben, weit in den Schatten stellt. Nach all diesen Erkenntnissen ist's nur natürlich, daß der zitierte KameradschastsbÜndler zu folgenden Schlüffen gelangt: Wenn aber weiterhin die Politik darin bestehen sollte, er st öffentlich anzuspucken und dann st ill schweigend abzuwischen, dann müßte wohl tatsächlich einmal der Zeitpunkt kommen, in dem die Bevölkerung solche Bocksprünge nichtmehrmitmacht. ... DI« völkische Entwicklung im Sudetendeutschtum hat derzeit ein« inner« Rteder- l a g e erlitten, für welche nur da» geschichtliche Bild I e n a- A« e r st Ü d t al» Vergleich paßt, wir stehen in«Inem völlige» inneren Zusammen- b r u ch d e» B«r t r a u e n S zu Führung und Einheit... Der Vergleich mit dem Zusammenbruch des reaktionären, erstarrten und verfaulten frideri- zianischen Preußens in der Doppelschlacht von Jena und Auerstädt(1808) ist sicher glücklich gewählt._E8 waren auch damals stockreaktionäre Gesinnung, Kastengeist, Klüngelwirtschaft, Korruption, Aufgeblasenheit und Unfähigkeit der autoritären Führer, die Preußen in eine beispiellose Katastrophe stürzten, also die gleichen Erscheinungen, die sich auch in der totalitären Organisation des SudetcndeutschtumS zeigten. Nun, Preußen hat wenigstens aus der Niederlage einigeLehren gezogen und einen Teil des reaktionären Erbes in den demokratischen Stein« Hardenberg- Scharnhorstschen Reformen überwunden. Hoffentlicki dämmert dem Sudetendeutschtum auch bald die Ueberzcu- gung, daß nur eine demokratische und soziale Erneuerung ihm frommen kann! SdP-Blamage In Komotau Derselbe günstige Wind, der. letzthin, wiederholt vertrauliche SdPzDokumente.in unsere Zentralredaktion wehte, hat am vergangenen Sonntag einen ihrer Redakteure just'zu der Stunde auf den Marktplatz in Komotau geführt, al» dort der Umzug der H e n l e i n s anläßlich ihres Bezirkstreffens„erwartet" wurde. Standen da nämlich zwischen zwei und drei Uhr auf dem weiten Marktplatz etliche Mannlein und Weiblein, und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Sie kamen. Fünf Minuten vor dreiviertel- drei traf die Spitze des SdP-UmzugeS auf dem Ringplatz ein und knapp dreivierteldrei Uhr war die Geschichte schon wieder aus, das heißt: der letzte Mann schon vorbeimarschiert. Richt einmal ganz« fünf Minuten dauert« dirser Vorbeimarsch.. Unser Genosse hat die„Demonstranten" nicht gezählt; aber jederman kann sich mühelos auSrcch- nen, wie viele Männer und„Dirndln" in Viererreihen bet mäßig flottem Marschtempo innerhalb einer Zeitspanne von kaum fünf Minuten defilieren können(wobei wir noch bemerken, daß sich unter den Marschierenden auch noch zwei Musikkapellen befanden). Aber nicht nur die Zahl derer, die die SdP da aus dem ganzen Bezirk auf die Beine gebracht hatten war armselig. Auch die Art und Weise, in der diese paar hundert Leutln über den Marktplatz zogen, war ein unwiderleglicher Beweis dafür, baß dir SdP allüberall schon abzubröckeln begiut. Richt e ine Hand erhob'sich unter den Zuschauern zum Gruße für di« Borbeimarschierenden; zweimal wurden im Zug selber schüchterne Versuche gemacht, den Marktplatz durch„Heil"« Rufe in Stimmung zu bringen. Aber nicht ein H au ch ka yl ihn e n als Antwort, stumm wie die Fische blieben die„Sympathisierenden". Fast gespensterhaft schritten die SdP-Leutc dahin, nicht in Art eine» Festzuges, sondern eher wie«in K o n d u k t. Es war ein unvergeßlicher Anblick für jeden, ob Freund oder Feind. WaS auf dem Festplah los war, wissen wir nicht, Vermutlich dürften Herr Henlein mb Frau dort ein zahlreicheres Publikum gehabt haben. Aber, das Auftreten„ihrer" Partei auf dem größten Platz der Stadt war, ein an Kläglichkeit nicht ßu unterbietendes Trauerspiel. Und wer sich angesichts dieses DebaeleS' an den massengefüllten KoMötauer Marktplatz vier Wochen vorher, bei unserem A't u S f e st erinnerte, hatte fünf MI- nuten lang den Eindruck) daß diejenigen, die das Wort von den'„Splitterparteien" prägten, auf dem beste» Wege sind, selber wirklich eine zu werden.,. Gewaltige Demonstration ffUr die Grllnwalder Textilarbeiter Gablonz, 3. August. Die Stadt Gablonz hat seit vielen Jahren keine so gewaltige Kundgebung gesehen, wie den Aufmarsch der Solidarität, der Montag nachmittags etwa 2 0.0 0 0® c» mon st rauten zugunsten der streikenden Grünwalder Textilarbeiter nach Gablonz geführt hat. Bis auS Tannwald waren Textilarbeiter herbeigekommen, aber auch alle anderen Arbeiterschichten und weite Kreise der Bevölkerung nahmen an der Riesenkundgebung teil. Die Reden wurden durch Lautsprecher verbreitet. Für die Anion der Textilarbeiter sprach Genosse Max Koutnik. Alle Redner, ohne Unterschied der Nation und Richtung, sprachen sich für die Resolution aus, die einstimmig angenommen wurde. Sie gipfelt in folgenden Forderungen: 1. Sofortige Wiederauf» nähme im Mauthner- Betrieb in Grünwald, 2. Die Detriebsaufnahme hat zu den vordemStreik bestehenden Bedingungen zu erfolgen. 3. A l l« vor dem Streik beschüftig- ten Ar b e i t e r find wiederaufzunehmen und ihre bereits erworbenen sozialpolitische» Rechte und A n■ fprüchesind sicherzu st eilen. Die Prager deutsche Arbeltersendung bringt in dieser Woche: Mittwoch, 5. August, 18.40 bi» 18.60: Arbeit»» - markt.— 18.20 bis 18.40: Freien der siide- tendevtschen Wirtschaft(G. R. Schwarz- Lcitmcritz).— 18.40 bis 18.45: Soziale Informationen. Freitag, 7. August: Aktuelle zehn Minuten. Sonn tag, 9. August: Macht und Bildung in der Geschichte(Dr. Otto Löwe). BezirkSarbeltertag in PanlSdorf. Die Rei- chenbergcr Genossen haben dem Beispiel anderer Bezirksorganisationcn folgend, Heuer ihren ersten BezirkSarbeitortag, und zwar in PaulS- dorf abgehalten. Leider spielte ihnen das Wetter einen üblen Streich. Es regnete so stark, daß die Veranstaltungen der Organisationen und des „Kabaretts der Dreizehn" in den geschlossenen Saal verlegt'werden mußten/Trotzdem war den Berichten zufolge• der BezirkSarbeitortag ein voller Erfolg. Die Teilnahme war über Ertvarten stark und die Stimmung der Genossen ausgezeichnet. Die Festrede hielt Genosse R e h- Wald. BetriebSauSschußwahlen im Trahtwerk Oderberg. Freitag, den 81. Juli, sanden im Oderberger Drahtwerk die Wählet» in den Betriebsausschuß statt. Der Internationale Metallarbeiter-Verband Komotau ist trotz der heftigsten Gegenpropaganda nicht nur die stärkste Organisation geblieben, sondern besitzt auch di« unbedingte Mehrheit mit seinen sechs Mandaten. Nachstehend das Resultat: Abgegebene Stimmen 1040(1082), gültige Stimmen 1038 (1072). Hievon entfielen auf: Internationaler Metallarbeiter-Verband 534(682) 6 Mandate (6 Mandate), Narodni sdrujeni 210(218) 2 Mandate(1 Mandat), Narodni socialistt und tschechische Sozialdemokraten 05(—) 1 Mandat)(2 Mandate), Kommunisten 118(170)1 1 Mandat(1 Mandat), Deutsche Christlichso- zialc 77(0) 1 Mandat(kein Mandat). Mit Rücksicht darauf, daß diesmal eine ganz andere Gruppierung der Organisationen stattgcfunden hat, läßt sich ein genaues Vergleichsbild nicht ermitteln. Die tschechischen Genossen sind bei den Wahlen im Jahre 1084 mit uns auf einer Liste vereinigt gewesen, während sie diesmal mit den tschechischen Nationalsozialisten auf einer Liste kandidiert haben. Auf jeden Fall haben sich die Mitglieder und Vertrauensniänner des I. M. V. bei diesen Wahlen glänzend geschlagen. Die Affäre um die Neudeker SdP-Funktio- näre erscheint, wie uns gemeldet wird, noch nicht abgeschlossen, da die Staatsanwaltschaft Eger—, die in Neudek in Zusammenhang init einem Menschenraubbersuch verhafteten SdP- Leut« befinden sich noch in der Haft des Egerer Kreisgerichtes— neuerliche Haussuchungen in der Bezirks« und OrtSkanzlci der SdP angeordnet hat. Haussuchungen wurden durch Organe der Gendarmerie gleichzeitig auch in der Wohnung des Bezirksleiters Renner und des Funktionärs Alois Eckert durchgeführt, wobei die vorgefundene Korrespondenz beschlagnahmt wurde. Desgleichen wurden in der Orts- und B-- zirkSkanzlei zahlreiche Schriftstücke und Akten konfisziert und, der Staatsanwaltschaft in Eger übermittelt. Weitere Verstaatlichung der Polizei. Da» Innenministerium wird in den nächsten Tagen eine weitere Verstaatlichung der Polizei im Grenzgebiet durchführen. Verstaatlicht wird zunächst die Polizei in L e t t m e r i tz und Laach i m s th a I. Erwogen wird ferner die Verstaatlichung in F a l k e n a u, A s ch, G r a SI i ä undTachau. Die SdP— das Jena-Auerstädt der Sudetendeutschen Furchtbare Anklage eines Kameradschaftsbündlers Seife 4 Dienstag, 4. August 1938 Nr. 180 Die österreichischen Arbeiter fordernihrfeecht Ein neuer Vorstoß der Einheitsgewerkschaft und der Betriebsleute Wien.(Jntropreß.) Die Betriebsobmänner und Vertrnuensmänner der Arbeiterschaft der Lebens- und Genußmittelindustrie Überreichten Montag gemeinsam mit den Funktionären der Einheitsgewerkschaft dieses Berufszweiges dem Sozialminister Dr. Resch eine umfangreiche Denkschrift, die die Forderungen der Lebensmittelarbeiter enthält. In dem Memorandum ist, ähnlich wie in jenem, das am 7. Mai von den Vertrauensmännern der Wiener Metallarbeiter dem Bundeskanzler iiberreicht wurde, eine Stellungnahme zu den innerpolitischen Problemen niedergelegt, die in allen Wiener Betrieben einmütig beschlossen wurde. Unter Bezugnahme ans frühere Erklärungen des Bundeskanzlers, des Sozialministers und seiner Vorgänger Dr. DobretSberger und Znidarie, die die Arbciterrechte und die Sozialversicherung als ein heiliges Gut der Arbeiterschaft bezeichneten, führt die Denkschrift auS: „Was aber geschieht i» der Praxis? Nicht nur, daß unsere arbeitslosen Kollegen in Verhältnissen leben, die sie zur Verzweiflung treiben, haben wir Beschäftigten Opfer über Opfer auf uns nehmen müsse», die im schreiendsten Gegensatz zur sozialen Gerechtigkeit stehen, einer Gerechtigkeit, von der tvohl viel geredet, aber fast nichts gehalten wird. Unser Verlange» nach Sozialpolitik und men- schenivürdiger Entlohnung wird zu einer staatsgefährlichen Klassenkampstheorie erklärt und mit allen Mittel» der Staatsgewalt unterdrückt. Lohnherabsetzung und Durchlöcherung der Kollektivverträge sind alltägliche Erscheinungen, Betriebsunfälle und Krankheiten infolge Ueberarbeit und Unterernährung nehmen ständig zu."— Nach einer seitenlangen Aufzählung von Verschlechterungen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse, die in der letzten Zeit zu verzeichnen sind, wird ausgeführt: „Der heutige Zustand der Wehrlosigkeit der Arbeiter führte zu Ihrer völligen Entrechtung und Berelendung durch die Arbeitgeberschaft. Der österreichische Arbeiter hat keinen Anteil mehr an der Gestaltung des Schicksals des Staates und gilt als zweitrangig in der heutigen Gesellschaft. Tausende Arbeitskameraden nagen samt Ihren Familien am Hungertuch. Biele von ihnen irren verzweifelt als Bettler In den Straßen herum. Dazu kommt, daß das freie Wort heute unerwünscht und mit mannigfachen Gefahren verbunden ist. Die Arbeiter habe« nicht einmal das Recht, ihre Vertrauensmänner zu bestimmen, und so kommt ep, daß wir,-die ernannten VerikavenS- münner in.der Einheitsgewerkschaft, einerseits von den Kollegen Anfeindungen iiuögeseht sind, auf der anderen Seite von den Arbeitern brüskiert werden." Die Denkschrift zählt dann die Forderungen der Lebensmittelarbeiter auf, die sich mit jenen der Metallarbeiter decken, und schließt mit folgendem Appell an die Regierung: „Die Arbeiterschaft wendet sich mit rücksichtsloser Offenheit an die Regierung in der Erwar tung, daß Ihre Wünsche und Beschwerden geprüft und berücksichtig! werden. Sie hofft, daß die Worte des Herrn BnndeSkauzlerS:„Ich bin be reit, jede ehrliche Meinung zu respektieren— vorausgesetzt, daß sie sich auf den Boden der realen Tatsache stellt und das Bekenntnis zum selbständigen Oesterreich außer Zweifel steht", dazu beitragen, daß das freie Wort in Oesterreich wieder respektiert wird. DieArbeiterschaftbe- kenntsich ausdrücklich, wiedaS schon das Memorandum vom 7. Mat auSlPrach, zu einem freien unabhängigen Oesterreich, für das sie auch ihr Leben etnzusehen bereit i ft." Diese Denkschrift und die Vorsprache beim Eozialministcr hat in der gesamten Arbeiter» schäft tiefen Widerhall gefunden und ähnliche Aktionen in den anderen Betriebszweigen angeregt. Schluß mit der Bevormundung! Der Leiter der Einheitsgewerkschaft in O e st e r r c i ch, H a n S G r o s s a u e r, der eine Zeitlang der autoritären Regierung angehört hat, bespricht in der Presse die Mißerfolge der „Sozialen Aktion" der Regierung Schuschnigg und erklärt sie damit, daß man dauernd versuche, die Arbeiter zu bevormunden und ihnen Führer auf« zunötigen, die nicht ihr Vertrauen genießen. Grossauer schreibt dann: Die österreichische Arbeitnehmerschaft ist viel zu sehr geschult, als daß sie sich mit einer papierenen Mitgliedschaft und der Entrichtung von Beiträgen allein a b f I n d e n könnte. Sie will Mitarbeiten und, mitverantwortvn, und muß es schhierzllch einpfinden, wenn Unverstand und Boreingenommenheit jeden aufrichtigen Wunsch zur Mitarbeit als Eigenbrödelei oder Ausdruck eines klaffenmäßigen Denken» bezeichnen. In den letzten Tagen bat sich wieder gezeigt, w o die eigentlichen v a t e r l a n d S fe i n d l i ch e n Elemente zu suchen sind. Die österreichische Arbei terschaft weift deshalb die Interpretation ab, daß „marxistische Elemente", unter denen man wohl Arbeiter verstehen möchte, die Oltzm- piafeier zu stören versuchten. Die Arbeiterschaft anerkennt die Friedensbereitschaft der Reglenmg und will Mitarbeiten. Man muß ihr auch organisatorisch den Weg freilegen und ihr-da» nötige Vertrauen entgegenbringen. Die Arbeiterschaft will endlich wieder au» sich herauS» gehen können und Gelegenheit haben, ein offene», wenn auch nicht immer schmeichekhafte» Wort sagen-» dürfen. ES ist keineswegs Nörgelei, die solche Meinungen aufkommen und verbreiten läßt. Da» ist einfach die weit verbreitete Anschauung der Arbeiterschaft. ES ist daher notwendig, daß der großen FriedenSgefte NAesneuigLelkn. Das Gesicht Europas „Bcnzedrin, eine neue Droge, erhöht den Blutdruck und kuriert dadlirch Schüchternheit und. seelische Depression. Nach einer Dosis Benzcdrin überwinden auch die nicdcrgeschla- gcnsten, scheuesten Personen ihre Hemmungen, sprechen frei und viel, und sind voller Energie und Selbstvertrauen." Medizin. Zeitschrift„Laneet", London. „1984 sind in Prag 80 Personen auS den Religionsgemeinschaften ausgetreten, 2710 sind in sie zurückgckehrt." „Prager Tagblatt", * „Der Sitzungssaal des Pariser KassationS- gerichtcs. der jetzt elektrisches Licht erhält, wurde bisher mit Petroleumlampen beleuchtet." „Petit Parisien", „Die Kosten Italiens sür den abessinischen Feldzug sind mit rund 18 Milliarden Lire zu veranschlagen." Bericht d. Berk. Konjunktur-ForschungS-JnstitutS. * ,...»„Es gibt.setzt hier in, Berlin genug amc- rikanische Juden. Junge,'hübsche Jüdinnen aus New Jork erfreuen sich großer Aufmerksamkeit seitens der selbswerständlich arischen„jeunesse doree" Berlins, die nicht aufgehört hat, Monokel zu tragen." Olyinpia-Berichterstaiter Synek im„Telegraf", Prag. „An den Wettspielen um den Mitropa-Cup haben 532.500 Zuschauer teilgenommen, davon in Prag 172.000, in Wien 126.600, in Roni 116.000, in Budapest 94.000 und in Zürich 24.000. Die Gcsaniteinnahmen betragen mehr als eine Million Schilling." „Wiener Sport-Tagblatt". „In der Stadt Korvin(Jugoslawien) hat der Oekonom der dortigen großen Irrenanstalt, Bozidar Sever, auf Kosten der Irren Millionen unterschlagen, die für die Pflege und Ernährung der bedauernswertesten Menschen, der Geistes- kranken, bcsttinint waren und in die Taschen eines gemeinen und gewissenlosen Verwalters geflossen' sind". Ein Pionier der Luftfahrt gestorben. Der französische Flieger- und Flugzeugkonstrukteur Louis Bliriot.ist Samstag in Paris einer Herzschwäche erlegen. Louis Blöriot wurde im Jahre 1872 in Cambrai als Sohn eines Fabrikanten geboren. Nach dem technischen Studium, verlegte er sich auf den Bau und die Konstruktion von Automobilen-und erwarb mit der Erfindung der Motorlampe„Phare" ein Vermögen, das ihn in den Stand setzte, seit 1900 kostspielige Versuche auf dem Gebiete der Flugtechnik zu unternehmen. Zusammen mit Viosin baute er seine ersten Modelle und erwarb auch mit ihm den Osiris-PreiS der französischen Akademie, trennte sich später aber- von ihm, als er im Jahre 1996 von der Herstellung von Drachenfliegern zum Bau von Eindeckern in seiner Werkstatt in Neuilly.überging, mit denen er sogleich recht ansehnliche Erfolge erzielte. Schon 1908 führte er einen kleineren Ueberlandslug durch. 1909 gelangen ihm mit einem neuen Typ die ersten Flüge mit einem bzw. zwei Passagieren. Auf dem Flugturnier in Douai-vom 28. Imst 1999. errang er Überraschende Erfolge, darunter brachte ihm der erste Ueberlandslug von 25 Meilen,, in sechs Stunden ausgeführt, den Preis des Aero-Club, pe France. Am 25. Juli 1999 gelang ihm der von.Latham kurz vorher vergeblich versuchte erste„Trans- ozeanflug". In 27 Minuten übergnerte erd en A e cm eil an a I in der Richtung der Regierung ein Anger Schritt nachfolgt. Nur so wird Hie-Arbeiterschaft auch bei«nS z» einer Säule des- Wiederaufbaues werden, auf die kein Land verzichten kann." Gewiß spricht Grassauer.nur für einen Teil der Arbeiterschaft, da der linke Flügel ja die Mitarbeit innerhalb des jetzigen Regimes grundsätzlich ablehnt, sich also auch mit'den Forderungen GrossauerS auf Mitarbeit nicht identifizieren kann, dennoch aber ist es höchst bezeichnend für die Unzufriedenheit, die insbesondere jetzt, nach der Aufpäppelung der„Betont-Nationalen" und getarnten Nazi die Arbeiterschaft ergriffen hat. Selbst'die dem Regime nahestehenden Arbeiter finden ihre Rolle entwürdigend und fordern mehr Rechte. Die Versöhnung mit den DeutschNatio« nalen hat die Schwierigkeiten des Regimes also keineswegs vermindert, sie verstärkt im Gegenteil neben der Offensive der Nazi auch vom anderen Ende her-die Opposition der Arbeiter und wird Schuschnigg zwingen, nach neuen Auswegen zu suchen, falls er nicht vor dest Nazis völlig kapitulieren will. Calais—Dover und landete, von niemandem beobachtet, in den Klippen der.englischen Küste. Als er nach 29 Jahren am 25. Juli 1929 seinen Flug auf seinem allen„Blöriot Nr. 11" wiederholte, wurde er a» beiden Küsten von jubelnden Menschen gefeiert und. ein Fluggeschivader begleitete ihn. Anfang 1919 erlitt Blöriot in Konstantinopel eine schweren Absturz, der ihm die weitere praktische Flugtätigkeit^ unmöglich machte. Böhmische Heidelbeeren in Deutschland verboten. Die lebhafte Nachfrage nach Heidelbeeren auf deutschem, jenseits der böhmischen Grenze gelegenen-Gebiet hatte bereits seit Bahren einen lebhaften Handel mit böhmischen Heidelbeeren zur Folge, für die. in Deutschland bis 8 KL pro Liter bezahlt wurden. Nunmehr wurde von deutscher Seite der Verkauf dieser Beeren.im Grenzverkehr verboten und wird in der. Folge mit Geldstrafen geahndet werden. Das Verbot trifft besonders die d e uts ch e n E r z g e b i r g l e r sehr hart, von denen viele mit dem Heidel» beerverkauf wenigstens einen Zeit ihren Unterhalt bestreiten konnten. Auto-Unfall des Gesandten Seba. Wie aus Kronstadt gemeldet wird, erlitt Sonntag der tschechoslowakische Gesandte- in Rumänien, Jan Seba, der stich mit Frau und Tochter'aus einem Autoausslug befand, einen Unfall. Auf einem Serpentinenweg im Rücken des Berges Magura Codiei geriet das Auto ins Schleudern und stürzte in den Straßengraben. Die Gattin und die Tochter des Gesandten sowie der Chauffeur erlitten Verletzungen;, am schwersten verletzt.wurde der Chauffeur, der tzie Geistesgegenwart gehabt hatte, während des Sturzes die Benzinzufuhr abzusper» reit;'so daß ein größeres Unglück verhütet wurde. Gesandter Seba wurde.,nur leicht vorletzd»und konnte seine Gattin und Tochter sowie den Chauffeur in ein Sanatorium von Kronstadt bringen. Entgegen anderslautenden Zeitungsmeldun- Sen handelt es sich bei der Erkrankung des Universitäts-Professors Dr. Julius Löwy nur um ein leichtes Unwohlsein, welches mit dem tragischen Fall des verstorbenen Professor Dr. Breinl absolut nichts zu tun hat. Tollwut verdirbt die Milch. Im Dorfe Gra- niceri bei Arad sind 250 Bauern nach dem Genüsse von Milch und Käse, die von tollwutkranken Schafen stammten, erkrankt. Die. Bauern, fast ein ganzes Dorf, wurden in Spitalspslege überführt. In den Dolomiten ereignete sich wieder, ein Bergsteigerunglück. Der Wiener K. Aemrad'stürzte vom Langkofel einige hundert Meter tief ab'und fand den. Tod. Die Pariser Oper wird umgebaut und übersiedelte vorläufig in. das Theater Sara Bernhardt.. Das zweite. Staatstheater, die Komische Oper, ist seit dem Streik des Personals und« seit,dem Rücktritt seines Direktors geschlossen. Wolkenbrüche verursachten in Südkorea Ueber- schweuunungen, welche 17 Tote und über 100 Verletzte forderten. Außerdem werden sieben Personen Kann Abessinien weiterkämpfen? Der Nesus will zurUckkehren London. In einer Unterredung mit dem Bep richtersMtter des„Sunday Chronicle" erklärte dec NeguS, daß er zu seinen Truppen in dem. noch nicht in italienischen Händen befindlichen südwest- lichen Abschnitt Abessiniens zurUckkehren wolle. „Ich werde den Kampf um die Unabhängigkeit meineSLandeS niemals aufgeben. Genf hat es abgelehnt, mir die zur weiteren Kriegführung not« wendige Anleihe zu gewähren. Ich habe aber die Hoffnung, daß ich die erforderlichen Gelder an-- derswo auftreiben Iverde. Zu diesem Zweck hat sich hier--ein Ausschuß gebildet und die von ihm erzielten Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend. Künftighin Iverden meine,Truppen im Norden und Im Südwesten keinen Mangel an Lebensmittel», Waffen und Munition leiden. Der Pariser„Excelfior" erfährt von seinem Berichterstatter in Djibouti: Nachrichten aus dem Inneren Abessiniens und Schilderungen von Reisenden zufolge, haben abessinische Kämpfer Addis Abeba und Desfie überfallen. In beiden Gegenden dauern die Kämpfe an. Die ständigen Negenfälle in dieser Jahreszeit erlauben es den Italienern nicht, Flugzeuge gegen die Kämpfenden einzufetzen.. Zahlreiche Nachrichten bezeitgen, daß abessinische Truppen in die Hauptstadt eingefallen sind, tvobei es auf beiden Seiten Verluste.gab. Die Bevöllerung ist von Panik erfaßt. Ras Sejnm unternimmt an der Spitze einer aus Angehörigen der Stämme Walas und Galas bestehenden Armee einen Angriff auf Desfie. Unbestätigten Nachrichten zufolge hat der Ras nach erbitterten Kämpfen, welche 7000 Opfer forderten, Desfie eingenommen. Auch in Desfie sollen die Kämpfe andauern.(Der Fall DessieS wird von Röm bestritten.) vermißt. Die Materialschäden sind groß. Das Wasser hat an 180 Wohnhäuser weggeschwemmt.'Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen. Unfälle. Bei Trebitsch wurde,, die 22jährige Landswirtstochter Marie Pospichalobä auS Dasov, während sie auf dem Fahrrade eine abschüssige Straße hinunterfuhr, von einem Unwohlsein befallen. Sie fuhr gegen einen Schotterhaufen, wodurch sie zu Fall kam. Sie erlitt eine Fraktur der linken Hand, einen Bruch des Nasenbeins, Rißwunden im Gesicht und zahlreiche Quetschungen. Ihr Zustand ist ernst. In Radostin bei Groß»Meseritsch erstickte der zwölfjährige Häuslerssohn Franz DoleZal, dem beim Verzehren einer frischen Gurke ein Bissen in die Luftröhre geraten war, noch bevor ihm Hilfe gebracht werden konnte. Rene Jeschkenstraße. Nächster Täge werden die PorbereitungSarbeiten-zur Errichtung, ,einer, neuen fUMrt Meter breiten Straße ausgenommen werden, die-den Automobilisten eine beginne Anssahtt bis zur Aussichtsbaude auf dem Jefchkengipfel ermöglichen soll. Wahrscheinliches Wetter DienStagr Wechselnd bis vorwiegend bewölkt, zeitioeise Schauer, nur mäßig Ivarm, Westloind.— Wetteraussichten für Mittwoch: Ohne wesentliche Aenderung, _ Vom Rundfunk ImtaNMiwirtM aus den Programmen Mittwoch.', Prag, Sender S.: 6.00: Morgengymnastik, Konzert, 12.00: Zeitzeichen, Mittagskonzert, 14.00: Schallplatte», 10.10: Uebertragung aus Marlenbad, 18.05: Deutsche Sendung, 18.20: Deutsche Arbeitersendung: E. R. Schwarz: Fragen der sudeten» dentschen Wirtschaft, Soziale Informationen, Nachrichten, Wetterbericht, 22.15: Uebertragung au» Ma« rienbad.— Sender L.: 7.80: Konzert, 14.80: Schallplatte«, 15.15: Deutsche Sendung.— Brünnr 6.00: Morgengymnastik, Konzert, 17.40: Deutsche Sendung, 18.20: Schallplatte«, 20.80: Konzert.—, Preßburg: 6.00: Morgengymnastik, Konzert, 14.00: Deutsche und ungarische Nachrichten, 22.00: Schallplatte«.— Kascha»: 6.00: Morgengymnastik, Konzert, 12.05: Schallplatten, 18.15: Schallplatte».— Mäbrisch-Ostrau: 6.00: Morgengymnastik, Konzert, 11.05: Blasmusik,.18.00: Gesangskonzert. Opfer, des Bürgerkriegs Eine neucrrichtete Sporthalle in Madrid- wurde in ein Hospital-umgeivandelt, Nr. 180 Dienstag, 4. August 1036 Seite 5 Ausweis für den Monat Juli (Die erste Zahl bedeutet Parteifonds, die eingeklam- . werte Wahlfonds.) Bodenbach: KL 4760.—(1190.—), Brünn: KL 680.—(170.—), Karlsbad: KL 6680.—(1670.—), K e s m a r k: KL 116.— (20.—), Laud» kron: KL 400.—(100.—), Pilsen» BudlveiS! KL 400.—(100.—), P r a g: KL 720.—(180.—), Reichender«: KL 860.—(126.—), Teplitz-Saaz: KL 1200.—(800.—), TrautenaurKL 1140.— (286.—), Troppau: KL 2210A-(260.—), Ein neues Todesopfer der Olympiade.. Bei den Uebungen für die im Rahmen der Olympiade in Staaken stattfindenden Segelflugvorführungen stürzte Montag nachmittags gegen 17 Uhr der Führer der österreichischen Segelfliegergruppe Ignaz Stiefsohn beim Kunstflug.infolge' Flügelbruches mit einer Austro-Sperber in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes Staaken ab und kam dabei ums Leben. - Matuschka wird an Ungarn ausgeliefert'. Die ungarischen Behörden verständigten den Rechtsvertreter S. Matuschkas, daß dieser am 28. September den ungarischen Behörden ausgeliefert werden ivird. Matuschka war wegen der auf österreichischem Boden verübten Cisenbahnattentate zu sechs Jahren schweren Kerkers verurteilt worden. Bon dieser Strafe hatte er den größten Teil verbüßt, der Rest wurde ihm nachgesehen. In Ungarn wurde Matuschka wegen des Eisenbahnattentates bei Biatorbagy zum Tode verurteilt, welche Strafe wahrscheinlich in lebenslänglichen Kerker umgewandelt werden wird. Ein Mufti ermordet. Einer der höchsten mohammedanischen Würdenträger von Algier, der Mufti der großen Moschee der algerischen Haupt- st idt, Bcndali Mahanud, wurde Sonntag morgens in einer der Straßen der Stadt ermordet aufgefunden. Man vermutet, daß der 68jährige Geistliche einem politischen Anschlag zum Opfer gefallen ist, weil er sich entschieden gegen die Verquickung von Politik und Religion ausgesprochen hat. In mohammedanischen Kreisen Algiers herrscht starke Erregung. Den Untersu- chungm zufolge scheint es, daß die Tat von gedungenen Mördern verübt wurde. Zu einem entscheidenden Ergebnis hat jedoch die bisherige Un- tevsuchung noch nicht geführt. Nichtsdestoweniger scheint die von der Polizei verfolgte Spur dafür zn zeugen, daß Mufti Bendali von vier Personen ermordert wurde. ES verlautet, daß der Mufti gestern ein von einigen Eingeborenenbehörden an die Zentralbehörden in Paris geschicktes Telegramm unterzeichnet hat, durch das die moha« medanWe.Misfig»„.die.fich.vor einer Woche nach, Paris begab. Mrd,„die,. Forderungen der. Junge, türken in Algier vorzulegen, desavouieren sollte. Die Polizei hat alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, um störenden Vorfällen zu begegnen, die sich infolge des Attentates in den Reihen der Eingeborenen ereignen könnten. Ein Brief Edgar Andris nach der Urteilsverkündung, mitgeteilt von dem„BefreiungS- komitö", enthält folgenden Passus:„Das Urteil ist unter allen Umständen ein Fehlurteil und deshalb ist es meine Aufgabe, die wenigen zur Ver- sügung stehenden Rechtsmittel zu benutzen. Ich spreche von Rechtsmittel und nicht von Gnade. Ein Gnadengesuch werde ich nicht ein reichen, weil ich nicht um Gnade, bitte, sondern mein Recht haben will. Da nun daS Gericht in letzter Instanz sein Urteil gefällt hat, s o bleibt mir nur noch, nachdem ich das Urteil schriftlich vor mir liegen haben werde, waS allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen kann, der Weg eines Wiederaufnahmeverfahrens und dies muß mir ustier allen Umständen gelingen. Wie Du siehst, behalte ich wohl meine Ruhe, was nicht gleichzusetzen ist mit Resignation. Ich kann Dir leider nicht alle Gründe, die zum Urteil führten, hier schreiben. Soviel ist aber sicher, dah ich bis zum letzten Atemzuge für meine Freiheit kämpfen werde. Ich habe nie den Tod gefürchtet und auch heut«, bin ich nicht, bange davor. Der eine stirbt imiBett, 4>er ändere auf dem Feld im Kampf und eS gehört nicht: viel Philosophie dazu, um würdig zu sterben.' May hat mir auch die. Ehre iqbge- spröchen.Nun wohlan, Millionen Menschen betrachten mich als Ehrenmann, und das ist das Urteil) das mich stärkt und daS ich annehme." Goebbels hat die Umgebung seiner Billa aus der 20. Kilometer von..Berlin entfernten Halbinsel Schwanenwerder— er ist dort der Nachfolger de» Bankiers Jakob Goldschmidt— als „verbotenes Gebiet" erklären lassen. Eine-Bootreihe schneidet die Bucht von seinem Besitztum ab. Gemälde ans den' Bürgersteigen. In London kant» man fast überall.Künstler" sehen, die ihre Gemälde auf.den. Bürgersteigen mit bunten.'Kreiden malen und dafür von den Passanten einige Penniel erhalten.' Seit langem hat sich diese Gewohnheit auch in Paris eingebürgert, und bisher hat niemand daran Anstoß genommen. Aber da sich bei solche» Gelegenheiten in der Regel esn kleiner Auflauf bildet, verbot die Polizei die Betätigung der) Künstler auf den Bürgersteigen.^.'Sie verhaftete einen von ihnen, der vom- Gericht zu einem Tag Gefängnis verurteilt wurde, obwohl sein Anwalt in flammender'■ Rede die' Freiheit der Kunst verteidigte und unter hörbarem Beifall des Publikums darauf M- wte», daß diese Bilder den Passanten Freude machen. Für die Freiheit in Spanien— für die Weltdemokratie! Die gemeinsame Sitzung der Bureaus der S. A. I. und de» I. G. B. in Brüssel am 28. Juli 1986 hat einstimmig folgenden Ausruf beschlossen: Mit überwältigender Mehrheit hat sich das spanische Volk bet einer Wahl, die von einer bürgerlichen Regierung unter vollkommen regelrechten Bedingungen ausgeschrieben wurde, am 16. Feber 1986 für die Parteien der Bolkssront und insbesondere für die sozialistische Partei Spaniens ausgesprochen. Eine Regierung, bestehend aus demokratischen Republikanern, ohne sozialistische Beteiligung wurde gebildet, die sich bemühte, den Bedürfnissen der Massen Rechnung zu. tragen, das Elend und die Leiden der Arbeiter und der Bauern zu lindern. Sofort setzte eine Kampagne des Terrors ein. In einer Reihe von Attentaten kam die Wut der durch das allgemeine Wahlrecht besiegten Parteien der Reaktion, der Haß, der in ihren Privilegien bedrohten Besitzenden zum Ausbruch und rief die unvermeidlichen Gegenwirkungen hervor. Dabei blieb die Reaktion jedoch nicht stehen. Seit zehn Tagen haben sich die verräterischen monarchistischen und faschistischen Generale, in die die Republik zu Unrecht ihr Vertrauen setzte, in Waffen gegen die rechtmäßige Regierung erhoben und das Land in einen furchtbaren Bürgerkrieg gestürzt, in der Hoffnung, die Republik und die Demokratie.in Blut zu ersäufen. Gegen diese Verbrecher hat sich die Arbeiterklasse und die ganze spanische Demokratie mit einem Heldenmut erhoben, dem selbst die arbeiterfeindlichsten unter den bürgerlichen Zeitungen thre Anerkennung nicht versagen können. Schon ist da» Scheitern der verbrecherischen faschistischen Verschwörung gewiß. Der Internationale Gewerkschaftsbund und die Sozialistische Arbeiter-Internationale stehen geschlossen an der Seite der spanischen Arbeiter und Bauern in ihrem unentwegten Kampf für die Demokratie und die Republik. In der ganzen Welt haben die Volksmassen verstanden, dah die tragischen Ereignisse, die sich gegenwärtig in Spanien äbspielen, einen neuen Abschnitt des internationalen Kampfes zwischen dem Faschismus und der Demokratie eröffnen. Die faschistischen Staaten und die faschistischen Parteien aller Länder selber haben ihnen sogleich diese Bedeutung verliehen, indem sie dem verbrecherischen Unternehmen der spanischen Rebellen gegen ihr Vaterland offen oder heimlich ihre Unterstützung leihen. DaS allein würde genügen, um uns gegenüber unseren spanischen Brüdern die Pflicht zur internationalen Solidarität in praktischen und sofort wirksamen Formen aufzuerlegen. Genoffenl Ihr alle fühlt, daß, wenn di« Republik und di« Demokratie in Spanien besiegt würden, daS ein furchtbarer Schlag für di« Freiheit in der ganzen Welt wäre. Kein Opfer ist zu groß für eine solche Sache! Denen, die dort in Spanien ihr Blut und Leben hergeben, müssen wir alle materielle und moralische Hilf« bringen, deren wir fähig sind! Bekundet überall und unter allen Umständen eure wirksame Solidarität mit den spanischen Arbeitern! Fordert von allen demokratischen Regierungen, daß, entsprechend den geltenden Bestimmungen des Völkerrechts, die rechtmäßige Regierung Spaniens in der Lage sei, sich die zu ihrer Verteidigung notwendigen Mittel zu beschaffen! Spendet für den internationalen Solidaritätsfonds! Hoch die spanische Republik! Hoch daS Spanien der Arbeiter! Hoch die Jnternatwimle! « Geldsendungen für den Internationalen Solidaritätsfonds(Hilfe für Spanien) sind zu richten entweder an die Gewerkschaftszentrale, das Sekretariat der Sozialistischen Partei jedes Landes oder an den Internationalen Gewerkschaftsbund(Föderation Syndicale Internationale) 9, Avenue d'Orsay, Paris(7e)— Zahlungen auf Konto 40.268 beim Crödit Lyonnais, 2 bis Avenue BoSquet, Paris(7e). General Eabanellas, Haupt der„Junta", der Gegenregierung in BurgoS. spielte bei der Organisierung des Juli-Putsche» eine.große Rolle. Nicht nur die Nationalsozialisten, sondern auch die WirtschastSkreise werden auS dem Abkommen ihre Vorteile ziehen, und die österreichischen Nationalsozialisten besorgen dabei die Geschäfte der— Nuhrindustriei Panamerika. Die argentinische Negierung hat den Regierungen aller amerikanischen Staaten die Einladung zu der für den 1. November in Buenos Aires vorgesehenen panamerikanischen Konferenz übermittelt, an welcher alle Mittel für die Aufrechterhaltung des Friedens auf dem amerikanischen Kontinent geprüft werden sollen. Ferner umfaßt daS Konferenzprogramm Festsetzung von Arbitragemethoden für die Beilegung von Konflikten, Annahme der obligatorischen Arbitrage, Schaffung eines panamerikanischen Obersten Gerichtshofes, genaue Festlegung der strittigen Grenzstreifen usw. Wahib au» Hellas auSgewIesen. Die griechische Negierung beschloß, den früheren türkischen General Wahib Pascha, der an der abesiinischen Südfront eine große Rolle spielte, au» dem griechischen Staatsgebiet au»zuweisen. Der Ministerpräsident Die Wiener Olympiade-Demonstration I ui um Da»: Auslandsbllro österreichischer Sozial«. - temokraten(unterfertigt Otto B a ne r, Julius Deutsch) ersucht un» um die Aufnahme der nachstehenden Bemerkung; In einem Artikel über die Demonstrationen der Nazi bei der Olympiafeier in Wien schrieb der „Sozialdemokrat" vom 81. Juli: „Die Gruppe der Revolutionären Sozialisten, die sich mit Flugzetteln während der Nazidemon- ftration bemerkbar gemacht hatte, wird allerdings gut daran hm, ihre Taktik daraufhin zu überprüft», daß sie den Nazi» nicht Gelegenheit gibt, sich hinter der sozialistischen Opposition z» decken und diese noch für sie büßen zu lassen." Zu dieser Kritik der Aktion der Wiener Revolutionären Sozialisten stellen wir fest: 1. Die Revolutionären Sozialisten sind keine „Gruppe", sondern die sozialistische Partei in Oesterreich. Sie sind als solche van der Sozialistischen Arbeiter-Internationale anerkannt. Es gibt, von den Kommunisten abgesehen, in Oesterreich keine organisierte und tätige sozialistisch« Partei oder Gruppe außer ihnen. 2. Die Wiener Revolutionären Sozialisten haben die Olympiafeier der österreichischen Regierung zu einer Streuzettel-Demonstration gegen tzie Hitler-Olympiade und gegen ihre Unterstützung durch die österreichische Regierung benützt. Sie haben damit dem Beschluß der Sozialistischen Arbeiter-Internationale entsprochen, die die Arbeiter aller'Länder' aufgesordert'hat,: gegen.die Hitler-Olympiade zu demonstrieren. Die mit der Durchführung der Aktion betrauten Genossen haben alle mit einer Illegalen Straßenqktjon perbun« denen Gefahren auf sich genommen» stm diese Pflscht zu erfüllen.' 8. Daß die österreichischen- Nazi' denselben Anlaß'zu einer Kundgebung benützen' werden, haben die Revolutionären Sozialisten' weder'-ge- wuht noch wissen können. Als die. Demonstration der Nazi einsehte, wäre es nicht mehr, möglich gewesen, die bereit»,begonnene Sireuaktion der.Revolutionären Sozialisten einzustellen;; das wird jedem klar seist, der sich die Bedingungen der Leitung einer illegalen Strahenaktiön'vergegenwärtigt. Es wäre aber auch politisch Nicht richtig gewesen, die Aktton der Revolutionären Sozialisten einzustellen. Wenn braune' Faschisten' gegen schwarze Faschisten demonstriere», so ist. dassiir Sozialisten kein Grund, sich zurückzuziehen, vielmehr ein Anlahi gegen beide Faschismen z>i demonstriere;».-Das haben- die Wienet Revolutionären Sozialisten getan) Die von ihnen in'großen Mastem perbreittten Streuzettel trugen die Pa- rolen:„Weder Hitler noch.Habsburg!"„Weder braunen noch schwarzen Faschismus!"„Gegen jeden Faschismus für die Freiheit des österreichischen Volke»!'' Kirche und Revolution In Spanien Während die hiesige bürgerliche Preste allerlei Greuelmeldungen über die Taten der spanischen Demokraten und Sozialisten- bringt— e» wcrd-n sogar Bilder veröffentlicht avon, wie wte Namen auSgegraben und an die Wand gestellt werden— schreibt die Baseler„Rationalzeitung"-, ein bür-, gerliche»,alleid!ngS'kapfere» demokräkischeSOtgäil: 'Niemand wird natürlich die'Exzesse eines bi» zur Siedehitze erregten Volkes gegen Kirchen und Klöster billigen. Jeder aber muß wisse», daß da» geschehen ist, weil die Geistlichkeit sich auf die Seite der faschistischen Generäle geschlagen hat. ES ist also weniger ein Kampf des Volkes gegen die Religion als gegen die faschistisch politisierenden Kleriker. Und ferner darf nicht vergesten werden, daß die Unterdrückung des spanischen Volkes durch die Kirche in früheren Zeiten Rachegefühle durch Jahrhunderte wach gehalten hat. Im spanischen Volke lebte heut« noch die Erinnerung an die furchtbaren Grausamkeiten der Inquisition, die einst nicht nur Hunderttausende getötet, sondern mehr als eine halbe Million Menschen aus Spanien vertrieben und das Volk der chronischen Verarmung ausgesetzt hat. . Deutsche WirtschaftSinteressen in Oesterreich. (AP.) In einem nattonalsozialistischen Wirtschaftsorgan wurde dieser Tage auf die wirtschaftliche Bedeutung der Abmachungen zwischen Berlin und Wien hingewiesen. Man weiß, welchen Wert Thyssen, Krupp, Vögler u. a. auf daS Erz der Steiermark und die Braunkohlenlager in Steiermark und Kärnten legen. Diese Ambitionen erfahren jetzt einen neuen Austrieb, und man darf daher die wirtschaftliche Bedeutung der letzten Vorgänge nicht unterschätzen. Er ist, bekannt', dah die von den Vereinigten Stahlwerken beherrschte Alpine Montangesellschaft geradezu der Hero der Juli-Putschisten war, und es bedarf keiner langen Ueberlegung, um sich die Zusammenhänge verständlich zu machen. Sie liegen allzu klar auf der Hand. Solche Beziehungen lasten sich recht zahlreich aufweisen. Der sogenannte „Langnam-Verein", eine der wichtigsten Interessenvertretungen der rheinisch-westfälischen Montanindustrie,. unterhält in Berlin das Büro de» Mitteleuropäisch^» Wtrtschaftstages, dessen Leiter KbuppS Schwiegersohn, Freiherr v. Wilmovsky, ist.. Dieses Büro sinanziert wiederum die chauvinistische Zeitschrift„Volk und Reich", die die Idee eine» mitteleuropäischen GrohraumS propagiert. Dieser soll natürlich unter reichsdeutscher Führung stehen und das ganze Gebiet deS ehemaligen Oesterreich-Ungarn, den Balkan, die baltische»'Staaten, die Ukraine(!), ferner Holland, Belgien, Luxemburg und; die Schweiz umfasten: Man steht, die Alldeutsche» und ihre wirtschaftliche» Hintermänner: die sich des PangermanismuS Ä- ideologisches Feigenblatt bedienen, kranken nicht an allzu großer Bescheidenheit. Hauptmitarbeiter auf wirtschaftspolitischem Gebiet ist Dr. Max Hahn, ehemaliger Syndikus des Lang- namvereins und Geschäftsführer des Mitteleuropäischen Wirtschaftstages. Dieser Dr. Hahn legte Wert auf die Feststellung, daß dieser Beschluß nicht auf einem Druck fremder Mächte hin erfolgt seil?). Die neue türkische Wirtschaftspolitik ist besonders durch einen staatlichen Ausbau der Industrialisierung gekennzeichnet der sich in den beiden Fünfjahrplänen ausdrückt. Dies hat auch eine Angleichung der unzulänglichen Arbeitsgesetzgebung an die modernen Jndustrieerforderniffe notwendig gemacht. DaS vor kurzem angenommene Arbeitsgesetz ist überaus umsaffend; eS seht sich aus 148 Paragraphen zusammen und enthält Bestimmungen über Arbeitsverträge, Sozialhygiene, Arbeitsvermittlung, Schlichtungswesen, Betriebsaufsicht, Sozialversicherung. Das neue Arbeitsrecht ist auf dem obligatorischen Arbeitsvertrag aufgebaut, der dem Arbeiter einen Mindestlohn exekutionssrei sichert. Die Arbeitswoche soll im allgemeinen 48 Stunden mit lieber- stundencntlohnung betragen. Streiks und Aussperrungen sind verboten; Arbeitskonflikte werden von Arbeiter« und Unternehmerdelegierten ausge- tragen und, falls dies nicht gelingt, von einer bürokratischen Kommistion entschieden. Die Sozialversicherung beruht auf Staatsmonopol. Auch die Arbeitsvermittlung liegt ausschließlich in staatlichen Händen. Lohnsenkungen mit der Be- gründung einer Kostenerhölmng durch dieses Gesetz werden verboten, Preiserhöhungen eingeschränkt. Dio Nationalisierung der Flugzeugindustrie in Frankreich Luftfahrtminister Pierre Cot hat.in einem Vortrag Einzelheiten der Nationalisierung der Flugzeugindustrie bokanntgegeben, die im Rahmen der bereits beschlostenen Nationalisierung aller Rüstungszweige staitfinden soll. Sie soll, in Etappen erfolgen, yhne die Privatinitiative vorzeitig zu beschränken. Die Industrie wird in drei Teile eingeteilt. Ein staatlicher Sektor, ein gemischtwirtschaftlicher Sektor und ein kontrollierter Sektor. Der staatliche braucht, erklärt Cot,-nicht die bereits verstaatlichten Betriebe zu Merschreiten. Im gemischtwirtschaftlichen Sektor wird dei: Staat einen Teil des Aktienkapitals der betreffenden Unternehmungen erwerben. Im kontrollierten Sektor wird eine weitgehende technische und finanzielle Konttolle üb,er die privaten Unterneh- mupgen ausgeübt werden. Die Maßnahmen werden im Einvernehmen mit den Unternehmerverbänden und Gewerkschaften durchgeführt werden, die Höhe der Entschädigungssummen auf dem Verhandlungswege festgesetzt werden, tvobei ein mittlerer Ertrag der früheren Jahre zugrunde gelegt wird. Techniker und Arbeiter sollen an der Führung und am Ertrag der nationalisierten Betriebe beteiligt sein. Leite 6 DlenStag, 4. August 1936. Nr. 189 »Sozialdemokrat" ZMmg SDOEPIVECHSEI-KRANKHEIDEN Nmst und MsE Luise Sommcr-Splelzeit Kleine Bühne.„Literatur am Naschmarkt." Montag' bis Mittwoch, den 6. Au,nist, „Die grosse Reis« in den Prater 1080". Eine Pereinigung der besten'Szenen der beide«» gespielten Revuen sowie als Novität die Utopie„Märchen vom Schlaraffenland". Begin» der Abendvorstellungen um 8 Uhr. Preise: 5 bis 85 Kü. Barverkauf: Deutsches Haus, Neues Deutsches Theater und Truhläk. Umsätze, gegenüber dem Borjahre einen Rückgang erfuhren. Besonders unbefriedigend seidie Loge bei der Sparkasscnabtcilung..Man habe in. den letzten Jahren von den 85 Millionen Mark Spar« kasseiignthaben der Mitglieder rund 45 Millio- n en Mark z u r ü ckz a h l e n müssen.'®le Lage der Genossenschaft sei so, dass man auch die drciprozcntige Rückvergütung in diesem Jahre nicht in bar auszahlen könne, sonder» nur-im Wege der Warenverrcchnung. Die von der nationalsozialistischen' Führung beantragte Umbenennung der„Produktion" in„Nieder-Elbische Bcrbrauchcrgenosscnschast e. G. m. b. H." wurde nur mit geringer Mehrheit angenommen. Viele der anwesenden Vertreter waren dagegen. Zu der Verminderung der Sparkasseneinlagen ist zu bemerken, dah die Zurückziehung der Spargelder nur in kleinen Beträgen erfolgen kann, damit die Liquidität der Sparkassen erhalten bleibt. Wen» trotzdem so hohe Summen zurückgezogen wurden, so ist dar ei« Beweis dafür, daß niemand mehr Geld an der Stelle stehen lässt, di« für thn vor 1888 als eine der sichersten galt. Die„Produktion" ist nach dem Ausspruch eines genauen Kenners nur noch„ein armseliger Trümmerhaufen"., .Geliebten irgend eine Unterstützung zu gewähren, sonderii sie ruhig der ärgsten Not überlieh.' Der Hunger trieb das Weibchen mit dem empfindlichen Geruchsinn zu dem Gatten zurück/der auch, bereit war, das Zusammenleben wieder aufzunehmen, aber unter der strikten Bedingung, dass seine Frau ihr Verhältnis zu dem Agenten definitiv abbreche. Sie nahm diese Bedingung an, aber als sie sich einiger-' massen herausgcfüttert hatte, nahm sie neuerlich ihre Beziehungen zu dem Agenten auf, unbclchrt durch die bereits einmal bctvicscue Charakterlosigkeit ihres — übrigens gleichfalls verheiratete»»— Galans. Als ihr Gatte von ihren neuerlichen Seitensprüngen erfuhr, trennte er sich definitiv von ihr und brachte die Klage auf Trennung der Ehe ein. Angesichts dieses endgültigen Schrittes, der sie neuerlich aller Existenzmittel beraubte, musste Anna Scbe« sta von ihrem Liebhaber die zimische Äeusscrung vernehmen, dass er da» Verhältnis nur als billigen Mittellungen ans dem Publikum. Vergönnt auch den Füssen etwas Ruhe. Das ganze Jahr sind sie„In Betrieb" und dienen redlich dem Eigentümer. Nun, wo ihnen der langersehnt« „Uslaub" winkt, kommt cS den Füssen doppelt zugut«, dass Bata in seiner neuen Aktion„Für den Sommer noch ein Paar" soviel schöne,, bequeme, luftige und leichte Sommerschuhe brachte, dass es einem wirklich schwer fällt, sich^nur ein Paar auizusuchen. Diese vortrefflichen, Eigenschaften unserer Sommerschuhe lassen Sie die schönen Spätsommertage voll und ganz geniessen. Sonstig« Fussballergebnisse: Karlsbad: Karlsbader FK. gegen Teplitzer FK. 8:2(0:1).— K o m o t a N: DFK gegen SB. Sporitz 8:0(1:0). — Asch: DSV. Asch hegen Sportbrüder Eger 5:0 (2:0).— Aus s.'i g: 2HfK gegen OberleutenSdor- fer SB. 2:2(0:0).— Gablonz: BSK gegen Fortuna Gablonz 6:1(8:1).— Grottau:,Reichenberger FK gegen SK.Grottau 6:3(4:0).— R u m b u r g: WarnSdorfer FK gegen Rumburger 1 Sommerstunde * Der kleine HauSgarten funkelt in der Sonne. Die Phloxbüsche leuchte»» lila und rot. Eine Sorte blüht schneeweiss mit zartrosaviolettem Stern; sic heisst„Sommerkleid" und so sieht sie auch aus. Dahinter ragen die hohen Blütentürnie der Malven. Au» kühlem Laubschattcn blickt man durch Kletter- rosenbögcn in den sonnigen Glanz. Eine Geiss» blattrauke hängt lcichtgeschlvnngei» herab. Die glatten Blätter schimmern durchscheinend im Sonnenlicht. In allen Blätter»» kreisen,und ströme»» die Säfte. Die Mikrokinematographie hat uns auch dieses Gcheininis enthüllt; auf der Filmlcinwand kann man ins Riesige vergrötzcrt die Lebcnskör» perchcn in den zähen Saftströmcn der Gefässbahnen auf- und abgleiten sehen. Die Forscher haben belauscht, wie die Zellen die Nährstoffe aus den feinsten Haarlvurzcln durch Stamm und Stengel, Ast und Zweig, Blatt, Blüte und Frucht bis hinauf in den Wipfel des höchsten Baume» heben und treiben. Aber es ist fchlver, sich den erschauten Vorgang in die dünnste Blattsläche, in das zarteste Blütenblatt hineinzudenkcn. Der frische Duft bleichender Wäsche weht vom Rasen her. Der ganze Sommer ist in diesem Duft enthalten wie in einer Essenz, gemischt ans Wasser, Liift und Sonne, aus dem würzige»» Atem der Gar» tcncrde und der Frische des Grases. Aus'den» Gartenwege liegt der Sprcngschlauch wie eine rote Schlange mit blankem Messingmaul; »»an braucht nur die Leitung aufzudrchcn und kann es mit feinem Sprühen regnen lassen auf Blü- tqi» und Blätter wse ein Gott. Auf dci» Steinplatten ist vom Sprengen eine kleine Wasserlache stehen geblieben. Ein Fink schwirrt herab und trinkt»nit zierlichen Verbcugungcn, äugt zu den» Mensche»» auf der Bank hin und nippt arglos weiter und bei jeden» Nippen schnäbelt er sein Spiegelbild im Wasser..... Alles ist still und friedlich, eingehiillt in die wnnschlose Mattigkeit der warme»» Sommerstundc, in der der heisse Tag verglimmt. Ein Schritt knirscht am Zaun, verhält. Der Bote reicht die Abendzeitung übers Tor. Der scharfe Geruch der Druckerschwärze schlägt dem Leser entgegen. Grcllschwarz auf blendendem Papier verkünden die Ucbcrschristen blutiges Geschehen. Alles ringsum ist mit einem Schlage starr, fremd und verwandelt. Blätter und Blumen, der frische Dust voin Rasen her— cs ist alles das gleich«»vic eben noch, aber der Mensch ist zurückgestossen in seine eigene schreckensvolle Mensche»»» welt. In sich beruhend, fremd, ohne Anteil an seinem Sei»» entzieht sich ihin die Natur selbst in diesem kleinen umhegte»» Gartenbcreich. Der Mensch steht allein, ausgestossen ans dem unschuldsvollcn Paradies der Natur, dar sich ihm für immer verschloss, als er„Mensch" ward und seine eigenen blutgetränkten Wege ging. Kain erschlug den Abel und immer vo>» neuem erschlägt er ihn, der Mensch den Mcnschcn.-der Bruder.den Bruder-, Und dar Bl»st schreit zum Himmel, der unendlich und erbarmungslos sich über der schmerzbeladenen Erde wölbt. Schweizer Rote Falken in Prag. Der Arbeiterverein„Kindersrcunde" hat mit einer Reihe von Ländern eine Austauschaktion von Falkengruppen vereinbart. Im Zuge dieser Aktion ist auch eine Gruppe von 80 Rote»» Falken aus Zürich nach der Tschechoslowakei gekommen, während gleichzeiiig eine Falkcngruppe aus dem Teplitzer Kreisgebiet in der Schweiz»veilt. Tie jungen Genossinnen und Genossen aus der Schloeiz haben sich bereits' drei Wochen- in Karlsbad, Komotau, Teplih und Aussig aufgehaltcn und nun auch die Hauptstadt Prag besucht, wo sie Gäste der hiesige»» Organisationen sind- Nach dem Mittagessen, das in vorbildlich solidarischer Weise die Gec beigestellt hatte, sand sich auch der Parteivor» sitzcnde Genosse Minister Dr. Ezech bei den jungen Schweizer Freunden ei», um in ihrem Kreise eine Stunde zu verbringen) Rach kurzen BcgriissungSwor- tcn des Genossen Paul erzählte Genosse C z e ch. aus dem reichen Schatze seiner Erinnerungen, vor allem von seinem an der Züricher Universität verbrachten Studienzeit und von seiner Bekanntschaft mit Hermann Greulich und Otto Lang, Männern, die nicht nur der Schweizer, sondern der ganzen internationalen Arbeiterklasse teuer waren. Die jungen Züricher Genossen solgtci» den Worten unseres Partcivorsitzcnden niit gespanntester Aufmerksamkeit und sangen dann, als Gruss und Dank zugleich, einige Lieder in Zürcher Mundart und zu»» Schluss die- Internationale. Weltkurort Franzensbad hellt FRAUEN-, HERZ-, RHEUMA und Arbeitsschweiß, Parfüm und Vitriol Prag,(rb.) Als vor vier Jahren-die Anna N o va k ihre Ebe mit Karl Scbesta einging, war cs. eine reine Liebesheirat, Durch vier Jahre verlief diese Ehe auch glücklich. Sebcsta ist Bergarbeiter im Kladnoer Revier, ist ein hübscher und stattlicher Mann und vermochte seine Familie zwar bescheiden, aber halbwegs auskömmlich zu ernähren. Dan» erschien-der Agent Franz Sojka auf der Bildfläche, der das Kladnoer Gebiet als Vertreter einer Parfüm- und' Scifenfinna bearbeitete und an der Frau Anna sein besonderes Wohlgefallen fand. Seine Werbung blieb nicht ohne Gegenliebe. ES kam zu einem ehebrecherischen Verhältnis und die treulose Gattin fand auf einmal ihren Gatten, der nach Rückkehr von der Schicht nach Schweiss und Kohlenstaub roch, im Gegensatz zu ihrem wohlpar» süinierten Geliebten für allzu übelriechend. Als ihr Gatte auf dieses Verhältnis kam, hob er die gemein- saine Häuslichkeit auf. Nun»eigte sich, dass der parfümierte Liebhaber' keineswegs bereit war, seiner FK 5:0(8:0).— Schrecken st ein: DSV gegen Schwalbe Brüx 4:2(8:0).— Turn: Hvizda Turn gegen DSV. Saaz 2:2(0:2).— T r o p p a u: DSV gegen SK. Mährisch-Schön- berg 4:1(1:0). Im OualislkationSturnier um de»» Aufstieg In die Staats-Liga siegte Bata Zlinzu Hause über SK. HradecKralovi sensationell hoch 12:1(5:0),— In uz h o r o d verlor SK. Rusj auf eigenem Platz gegen Viktoria ZiZkov 1:2(1:0). Rusj vergab einen Elfmeter und rutschte durch dies« Niederlage aüf den dritten Platz zurück.-' 200 Wiesner, 82.1, 4. 800 Sek.,„.._. mannovä, Sträsn.ice, 8:25.6, 4.' Jarolimkovä. Präg VII/, 5. Äoblizövä, Vhsoianh, 6. Schvajnerovä, Smichov. 4X100 Meter: 1.«TUS-60 Sek., 2. Straö- nicc 60.2, 8. Smichov 68.6, Hochspning: 1. Guthovä,. Smichov/ 183 Ztm., 2. Schvajnerovä, Smichov,. 181 Ztm., 8. Hoffman» novä, Straöniee, 180 Ztm., 4.—6, Kauer, ATUS, Martiiikovä, Vhsoianh und BlaZkovä, Vinohradh. Weitsprung: 1. Kauer. ATUS, 4.88 Meter. 2. Strejkkovä,' Rüste. 482/ 8)' Güth°vä,"Smlch'vv, .425, 4. Hoffmannövä! Straöniee, 420 Ztm., 5°. u. 6. Piskäkkovä, Vröovice u. Pokornä, Vhsoianh 411 .Ztm.■'•/ Kugel: 1. Lubovä, ATUS, 8.68 Meter, 2. Wies»» e r,. ATUS, 7.76, 8. Pokornä, Vhsoianh, 7.88,4. Kauer, ATUS, 7.87,.5. Zdrähalovä, Straöniee, ,7,18,-6.)Cykrpvä, Vinohradh, 7.08.'< ,.- Diskus: 1. Zdrähalovä, Straöniee, 22.80 Me» i ter, 2. u. 8. BlaZkovä, Vinohradh, u. Lubovä, ATUS, 22.68, 4. Pokornä, Vhsoianh, 18.55, 5. Gu- thovä, Smichov, 6. llbermayerovä, Prag I. u. V. Speer: 1. Kvitovä, Straöniee, 20.21 Meter, 2..Lubovä, ATUS, 18.62, 8. Ubermaherovä, Prag I. u. V.,.16.87, 4. Cukrovä, Vinohradh, 5. Stehlikovä, Smichov, 6.. Guthovä, Smichov. Wurfball:'-1. Zdrähalovä, Straöniee, 88.80 Metsr, 2. Guthovä, Smichov, 82.95, 8. Lubovä, ATUS, 80.60, 4. Piskäkkovä, Vröovice, 28.10, 5. Präzäkovä, Smichov, 27.92, 6. Hoffmannovä, Straö» nice, 27.62.- Die leichtathletischen Meisterschaftskämpfe des Prager Kreises der DTJ wurden Sonntag(ganztägig) in dem schönen Masarhkstadion mit sehr gutem Erfolg abgehaltcn. An diesem Känipfen beteiligte sich auch der A t u S Prag und Ivurden unsere Känipfer und besonders unsere Kämpferinnen sehr srcundlich ausgenommen, sowie überhaupt das ganze Meeting in einer überaus freundschaftlichen Atmosphäre vor sich ging und mustergültig geleitet wurde. Dazu kam noch das für die Kämpfer, sehr gute Wetter, so dass diese Veranstaltung zu einem vollen Erfolg führte, zumindest was die Kämpfe selbst betrifft; zu wünschen wäre eS aber, dass die sonst so sehr sportbegeisterten Prager Genossen und Genossinnen beider Nationen solchen Veranstaltungen etwa» mehr Beachtung schenken würden. Zum Start traten 102 Männer und 36 Fraiien von 15 VxrestM'an. Die IkWsÄkll WftWsss'fßi»» ren folgende: Männer: 1. ZiZkov 128, 2. Libcü 98, 8. PH» sokam; 58, 4. Böhm.-Brod 45, 5. Nusle 25, und 7. Prag'!.—V. und VII 21, 8. AtuS 17, 9. Stras- nice 11, 10. Vinohrad»» 10, 11. Pankräc 9, 12. und 13. Neratovicc und Prag Ikl.—IV. 8, 14. Smi» chov 5, 15. Radlice 4 Punkte. Frauen: 1. AtuS Prag, 2. Smichov 46, 8. Straöniee 44, 4. Vhsokany 18, 5. Vinohradh 15, 6. Vröovice 9, 7. Nufle 9, 8. Prag I.—V. 5, 9. Prag VII 8 Punkte. Im grossen Olhmpia-Rummcl, bet welchem ja hauptsächlich gehegte und gepflegte Sportler in Erscheinung treten, ist es genug interessant, nachstehende Ergebnisse des Arbeiter-Massensportes aufzuzeigen. um Vergleiche zu ziehen, wo der Volkssport bessere Pflege findet. Die Ergebnisse der einzelnen Disziplinen: Männer: 110 Meter Hürden: 1. Matus, ZiZkov,. 18,8. Sek.,.2. Zitek, Vhsokany, 19.4,. 8. Schuster, ZiZkov, 19.7, 4. Klima, Vhsokany, 5. Matijka, Libeü. 100 Meter; 1. Cmiral, Bühm.-Brod,-11.7 Sek., 2. Matys, 11.8, 8. Schuster 12.1, 4. Tischler. Vi- nohrady, 5..Aiöman, Nusle., 200 Meter: 1. Schuster, ZiZkov, 24/6, 2. Cml- ral, Böh»n.-Brod, 24.9, 8. Brzickts, Libeü,. 26 4. Slaniika, Libeü, Brust, 5. Kvit, Straöniee, 6. Sin- deläk, ATIIS. 40 Meter: 1. Karasiät, ZiZkov, 56.1, 2. Houskä, Vhsokany, 5.7; 8. Sidlo E., Prag I. und V., 58.8, 4. Pokorny, Vyfokanh, 5. Matijka, Libeü. 800 Meter: 1. Bican, Böhm.-Brod, 2:18.6, 2. Tichy, ZiZkov, 2:25, 8. Skalicky, ZiZkov,. 2:25.8, 4. Tolar, Libeü, 5. Krejktk, Vinohradh:.!- 1500 Meter: i. Bican 4:28, 2. Tichy 4:42,7, 8. Jiräick, Prag III.—IV/, 4.-Ma'rMek, ZiZkov, 5. Vävra, Nusle, 6. Vit, Vhsokany.• 5000 Meter: 1. Pijälek, Libeü, 17:19.4, 2. Smetana, Smichov, 17:47, 8; Jiräkek, Prag III.— IV., 4. Kotrbaty, Prag I. und V. 10.000 Meter: 1. Pijälek, Libeü, 86:54.2, 2. Klimt, Böhm.-Brod, 87:19.4, 8.' Sidlo, Radlice, 87:20, 4. Kotrbaty, Prag l. und V., 5. Jndytka, Neratovicc. 4X100 Metcr: 1. ZiZkov 47.7, 2. Vhsokany, 48.8, 8. Libeü 49.9, 4. ATUS, 5. Straöniee, 6. Pinohradh. 4004-8004-2004-100 Meter: 1. ZiZkov 2:19,6 Min„ 2. Vhsokany 2:20.4, 8. ATUS 2:24, 4. Libcü, 5. Nusle, 6. Straöniee. 8004-2004-2004-400 Meter: 1. ZiZkov 4:04.8 Min.; 2. Libeü 4:81.9, 8. Nusle 4:88. 10X100 Meter: 1. ZiZkov. 2:09.4, 2. Libeü 2.18, 8. Straöniee—ATUS. Hochsprung: 1. Tiöitel, Libeü,-175 Ztm., 2, Smrika, Libeü, 170 Ztm., 8. u. 4. Klima/ Vhso» kany, und-Rusek, Nusle, 160 Ztm., 5.—8. Cmiral. B.-Brod, SzebinovSkis u. Mazura, ZiZkov u. Pcöek, Straöniee, 155 Ztm. Konsumvereine und Wehrwirtschaft (F. K. Hamburg.) Kürzlich tagte im Hamburger Gcwerkschastshaus, das yian jetzt„Haus der deutschen- Arbeit" nennt, die Vcrtreterversammlung der„Produktion"; Die Haiäburger„Produktion" war bis zur Machtübernahme durch Hitler die grösste und' finanziell solideste Konsum-Genossenschaft Deutschlands, deren Einrichtungen auch, im Ans- Leichtathletischer Meisterschattskampl des I. Kreises der DTJ Die Meisterschaft der Frauen errang stark überlegen Atus Prag, die Meisterschaft der Männer Zlikov Houfka, Vhsokany. Speer: 1. Schuster, ZiZkov, 44.46, 2. Klima, Vhsokany, 48.58, 8: Tiöitel 89.62, 4. Novy, Prag VH., 88.82, 5. Kvit, Straöniee, 28.19, 6. Amsler, ATUS. Wnrfball: 1. Zitek, Vhsokany, 48.12 Meter, 2. Häla 44.92, 8. Bezchleba 44.70, Prag VII., 4. Tiöitel 44.82, 5. Stejskal, Libeü, 6. Sulc, Prag VII. Frauen: 100 Meter: 1. Kauer, ATUS, 18.2 Sek.) 2. BlaZkovä, Vinohradh, 14,8. Strejkkovä, Nusle, 14.1, 4. Martiiikovä, Bhfokanh, 5. Hoffman» uovä, Straöniee. Meter: 1. Kauer, ATUS, 80 Sek.,'2. ATUS, 81.4, 8. Stehlikovä L., Smichov, VobliZovä,. Vhsokany. Meter: 1. Stehlikovä, Smichov, 2:48.8 Hanzlikovä, Vröovice, 8:19.8, 8. Hoff» B e, n gs b e di n g u n g e n: Bei Zustellung»nr Haus oder bei Bezug durch di- Poft monatlich KS 16.—. vierteljährig Ki/48—:. halbjährig Atz 96.—>, ganzjährig stt 192.—.-^- Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bet öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt» nur bei»Einsendung der Retourmarken.— Die Zeiuingsirankatur wurde von der Poft, und Tele» .... graphendirektwn mit.Erlasse NV..18.8Ü0/V1M980 bewilligt,— Druckerei: ,KrbiS",Druck», Verlags» und Zeitungs-A.-G, Prag,' Kurn-it 15. IV— 15. X. PAUSCHALKUREN PROSPEKTS DURCH DISKURVSRWALTUN Zeitvertreib aufgcfasst habe und, als verheirateter-Mann, gar nicht in der Lage sei, für sie etwas zu tun. Die Sache endete damit,' dass Anna Sebcsta ihrem feinen. Liebhaber auflauerte und ihmi am 27. März aus einem Fläschchen Vitriol ins Gesicht spritzte. Der Agent Sojka erlitt gräuliche Verletzungen der Gesichtes, die sein Augenlicht ernstlich gefährdeten. Anna Scbesta war gestern vor dem Strafsenat N o s-e k der- schweren Körper» ,, Verletzung angeklagt. Die ganz verelendete lande fchr beachtet wurden. Angeklagte verteidigte sich mit hochgradiger«ufre»!' MclchäkiSkübrer Na Becker, erNärte auf gung, in welcher'sie diese» Attentat auf ihren Licb-'l.^-r G°,qast,n»,rer Pg. Beaer, ernarie au Haber verübt habe. B-zeichn-ud für diesen Herrn ist,,™:S©cfcfei« bi on’'?1. Mai dass er als Hauptzeuge die Angeklagte in solcher; 1685,-welche» die Genossenschaften/die nicht. ntehr Weise belastete, dah S t a a t S a n w a l t au»,eigener Kraft lebensfähig sind, ausscheidet,..die B r l» n cl i k erklärte, die Anklage auf das Ver-'„Produktion" erhalten bleiben soll. Die Begründung brechen, der Erpressung durch gefährliche Drohung der.Massnahme ist interessant. Becker erklärte, di« erweitern zu müssen. Die dem ärgsten Elend preis»!„Produktion" sei deshalb in Zukunft notwendig, gegebene Geliebte hat nämlich na»h der Aussage.ihressie in den grossen VerieilungSapparat für die Liebhabers an- diesen» allerlei Erpressung-Versuchs. btu t fd)c Wehrwirtschaft"«Inbezogen werden soll, vorg-iiommen. Der Gerichtshof vertagte die/'''. Verhandlung, da die Staatsanwaltschaft die zustän» Der Geschäftsführer Becker betont-, dah da» digen Erhebungen über die von dein parfümierten. letzte Geschäftsjahr ungünstig gewesen sei und die Kavalier erhobenen- neuerliche»» Beschuldigungen' durchführen muss. Weitsprung: 1. Nittinger: ZiZkov, 617.5 Ztm., 2. u. 8. Sidlo E-, Prag I. u. V., u. Brzicky, Libeü, 614 Ztn»., 4. Cmiral, B.»Brod, 599, 5. Math» 595, 6. Amsicr, ATUS. Dreisprung: 1. Cmiral, B.-Brod, 12.88 Meter, 2. Skäla, B.-Brod, 12.80, 8. Aichlcr, Neratovicc, 11.82, 4. MathS, ZiZkov 11.75, 5. Tköitel, 11.72, 6. Nittinger, ZiZkov. 11.84., Stab: 1. Petr, Nusle, 8.10 Meter, 2. Smrkka, Libeü, 2.90 Meter, 8. Jukik, Prag I. u. V., 2.80 Metcr. 4. Bican, B. Brod, 2.70 Meter, 5. Schuster, 6. Kvit. Kugel: 1. Buriänek, ZiZkov, 11.51 Meter, 2. Novy, Prag VII., 11.89, 8. u. 4. Seih, Pankräc, u. Häla, Prag VII., 11.88, 5. Tiöitel 11.10, 6. Prochäzka, Pankräc. ja." Diskus- 1.-Zttekj Vhsoianh. 85.74 Meter, 2. 84.15,'- 8, Hldchäzka, WsK.M is, 4. Chränek, Vinohradh, 81.10, 5. SchopS Al. 6. in dem Film„Der grosse Ziegfeld' in dem Film„Der grosse Ziegfeld"