16. Jahrgang Mittwoch, 5. August 1936 Nr. 181 ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova 62. Telefon am, . HEItAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICH» REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, MAO. Einzelpreis 70 Heller (•Inichll.Bllch i Haller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IM DER TSCHECHOSLOWAKISCHEM REPUBLIK Arbeitslose und Beschäftigte 9lt> nur Wie das Ministerium für soziale Fürsorge mitteilt, l,at die Anzahl der nicht untergcbrach- tcn bei den öffentlichen Arbeitsvermittlungsanstalten gemeldeten Stellenbewerbern Ende Juli 1086 501,750 Personen betragen. Die obcnstehende ArbeilSlosenstatistik soll nicht unbemerkt gelassen werden, denn diese Ziffer ist die niedrigste seit 1832. Im Sommer 1833 bis 1838 war das Heer der Arbeitslosen durchwegs höher. Für Juli 1833 gibt die Statistik die Ziffer 840.380 an, für Juli 1834 888.450, für Just 1835 588.558 und für Juli 1836, wie schon vermerkt, 504.750. Die Zahl der Arbeitslosen ist also im heurigen Som» mcr um 185.810 geringer als 1833, um 84.700 kleiner als 1884 und um 61.808 kleiner als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Verringc- rung gegen 1833 beträgt etwas über 21 Prozent, also ein Fünftel, gegen 1835 etwa elf Prozent, also fast ein Zehntel. Auch bei einem Vergleich mit dem heurigen Winter erscheint die Statistik nicht ungünstig. Der tiefste Stand der Arbeitslosigkeit im Winter wurde int Feber 1830 mit 860.288 erreicht, so dass vom Feber bis Juli 855.488 Arbeitslose wieder Beschäftigung gefunden haben. Nicht weniger als 41 Prozentderim Winter arbeitslos Gewesenen konnten im Laufe der Sommersaison wieder eingestellt werden. Mit dlcsen^cststeNungcn wollen wir keinen übertriebenen Optimismus predigen. Eine halbe Million Arbeitsloser ist in einem Staat von 15 Millionen Einwohnern wahrhaftig noch immer ein furchtbares soziales Problem und es muß alles in Bewegung gesetzt werden, um die Armee der Existenzlosen und darum Verzweifelnden weiter einzuschränken. Dazu kommt noch, daß es sich hier uni die gesamtstaatlichen Ziffern handelt und dass eine Statistik der Arbeitslosigkeit des sudetendeutschen Jndustriegeb ie- t e s— die cs leider nicht gibt— trüber ausschauen würde.(Ende Juni 1036 waren von tausend Eimvohnern in den Bezirken mit tschechischer Mehrheit 28.3 Personen arbeitslos, in jenen mit deutscher Mehrheit aber 76.8 Personen.) Schliesslich darf bei einer kritischen Wertung der Juliziffer der Arbeitslosenstatistik nicht vergessen werden, dass die Zahl der Beschäftigungslosen im Herbst wieder ansteigen wird und cs muss deshalb schon heute laut und vernehmlich gesagt werden, dass wieder, eine ausgiebige st a a t- liche Winterhilfsaktion cinsehcn muss, damit die Menschen nicht verhungern und erfrieren. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit wirft aber noch ein anderes Problem aus, das immer mehr in den Vordergrund treten wird. Welche Löhnehabendiejenigen, welche Arbeit gefunden haben? lind da ist mit allem Nachdruck darauf zu verweisen, dass die Löhne und die Lebenshaltung unserer Arbeiter•'* unerträglich niedrig sind. Leider haben Nir keine umfassende Lohnstatistik, welche den sozialen Notstand der arbeitenden Menschen in Helles Licht rücken würde. Aber ivir können den Lohnverfall, der in der Krjse eingetreten ist, aus der Statistik der Zentralsozial-Bersicherungsan- stalt erschliessen. Im- April 1880 waren von 2,448.000 Versicherten in den niedrigen Lohnklaffen(TageSlohn bis 18 Kö) 1,247.000 versichert,. im April 1836 von 1,884.000 in diesen Klassen 1,288.000. Obwohl also die Gesamtzahl der Versicherten um 455.000 gefallen ist, ist, d i e Zahl der Niedrigentlohnten in der Krise um 51.000 gestiegen. 1930, verdienten 5(f.9 Prozent aller Versicherten höchstens 18 Kt täglich, 1086 aber 65.1 Prozent.-Zw ei Drittel der V e r s,i ch e r t e n verdienen■'. also i m höchsten Falle 1 8 KL täglich, oder 108 KL. wöchentlich oder 450" KL monatlich. Davon ' soll eine Familie lebenst Dabei mpss noch berücksichtigt, werden,, dass nur ein Teil, der 1,208.000 , Personen diese.18 Kronen verdient, denn 12.28 Prozent aller Versicherten waren in der ersten Lohnklasse(Verdienst bis 6 KL täglich), 24.05 Prozent in der-zweiten(von 6 bis 10 KL Tagesverdienst), 16.47 Prozent in der dritten(von 10 bis 14 KL) und nur 12,35-Prozent in der vierten Lohnklasse, die 14 bis 18 KL im Tage ver- dienteu. Wehr als cis Drittel Leis Während die Westmächte über die strikte i Neutralität im spanischen Bürgerkrieg verhandeln< und Mussolini die Erklärung, um die auch er ersucht wurde, kunstvoll hinauSzieht, hat H i t l e r-! deutschland wieder einmal eine„Geste" i gemacht. DaS deutsche Panzerschiff„Deutschland"\ ist in Ceuta vor Anker gegangen und die-Dffi* i zikrc haben dem Kommandanten der Rebellen ihre 1 Reverenz erwiesen. Die deutschen MarineurS lie- i ssen sich von aufständischen Osfizieren durch di« 1 belebtesten Strassen führen und blieben auffällig i lang« bei Franco, länger als einem— an sich 1 ja auch unzulässigen—„Höflichkeitsbesuch" entsprechen würde. In den Kreisen der Rebellen zeigt man hohe Begeisterung für den Besuch, um so mehr, alS man hinter ihm wohl auch eine reale Unterstützung vermuten darf. Die Steig*, nissc der nächsten Tage werden ja erweisen, ob die Deutschen den Rebellen nicht auch waffentechnisch unter die Arme gegriffen haben. Unterdessen beraten die W e st m ä ch t e über die Neutralitätserklärung. Die positive eng» i lisch« Antwort wurde dem französischen Botschafter überreicht. In Nom hat der Bot» i schaftcr llhambrunbei dem Grafen C i a n o- Vorgesprächen, um auch von ihm eine Erklärung zu erhalten, die aber bislang natürlich anssteht. Ein Besuch Frvisti'or'S- P on c e'tS teiReil?' rath wird ebenfalls mit dem französischen Ber» such, alle Mächte zu neutralisieren, in Zusammenhang gebracht. Andererseits weist die französische Presse darauf hin, dass Deutschland lein Recht habe, in marokkanischen Angelegenheiten zu intervenieren. Um dies zu beweisen, berufen sich die französischen Blätter auf vier Paragraphen eines sagenhaften Dokumente-, an daS sich ältere Leute in Frankreich noch erinnern sollen, während eS in England gänzlich in Vergessenheit geraten ist und diesseits deS RheinS überhaupt für apokryph erklärt wird, auf de» B e r t r a g v»» B« r f a i l l e S l Jeder vernünftige Mensch wird zngeben, dass Uran sich ebensogut auf einen der Friedensschlüsse auS den punischen Kriegen, auf den Koran oder d'i« Gesetz« deS Lykurg berufen könnte. Die französische Presse aber folgert auS dem»ermoderten Dokument, dessen grösster Fehler«S ja war, dass eS tatsächlich alles enthielt und für n l l e Fälle etwas vorsah, äusser für den einzigen Fall, dass «inst kein« Macht hinter ihm stehen könnte, dass man Deutschland zu de» Verhandlungen nicht heranziehen dürfe. Eine gefährliche Bogel-Strauss- Politik! Denn während mmi ohne Deutschland verhandelt, interveniert dieses in der sicheren Ueberzeugung, daß die Leute, dir den Vertrag kennen, ja doch nicht gewillt sind, ihm auch Geltung zu verschaffen. Die ultimative Auf» f o r d e r u n g an Berlin, die Schiffe auö den strittigen Gewässern zurückzuziehen, w^rde wahrscheinlich ihre Wirkung tuy. DaS Ballspiel mit vergessenen' Paragraphen, bcwirkt.nur, dass Deutschland stin Ziel erreicht, die Rebellen zunächst moralisch, vielleicht aber auch militärisch zu stärken. Militärisch« Hilf« könnten die deutschen Panzerschiffe den Rebellen. insofern wirksam leisten, als der)Fall denkbar ist, dass sich, gedeckt durch Ist deutschen Panzer, eine Trans- portflotille der Faschisten über die Strasse von Gibraltar'wagt, die sie bisher infolge der Herrschaft, der Regierungsflotte über die Meefenge nicht passieren konnten.- Versuchen die-Kreuzer der Regierung,' die Schiffe der, Rebellen zu be- schiessesi, so würde sich' für die'Deutschen.unschwer ein Vorwand finden,.sich selbst als provoziert oder angegriffen, hinzustellen— alles Nähere würde Goebbels besorgen— und in den.Kampf einzutreten. Da die beiden deutschen Schiffe mst. ihren, Zwanzig-Zentimeter-Kanonen, ihrer. Panzerung und.ihrer Geschwindigkeit' den. spanischen'Kreu-i gern-bei iveitem'üLerlegen-.sind--ss.o!lonnte-ein.sol«^ chier Kampfi mit der Be'.r n' i cht. u-n-g- oW s't> a- M sch e nRe gier un g s f,I"öt t e.enden,! was gdradezu k r i e g S^nts ch e'i.d en.d.iyirken, könnte. Die Deutsch«» aber'riskieren'.ja nichtmehr, als dass sie sich nachher wegen eine» Missverständnisses- entschuldigen. Wahrscheinlich würde» Äe.nicht einmal das tun, sondern noch Ge- Englands Antwort Zunächst muB Italien mittun, dann auch Deutschland und Portugal nugtuung verlangen, denn die versenkten Schiffe hätten natürlich unrcchtl Die Gefabr ist also gross genug. Wenn man In Paris und London die Neutralität ernst meint und nicht nur als ein Mittel ansieht, sich aus der Affäre zu ziehen, mühte man statt aller Verhandlungen Massnahmen ergreifen, um die Deutschen aus den Gewässern von Tanger, Ceuta und Gibraltar,' wo sie nichts zu suchen haben, so rasch, als möglich zu entfernen. Bor allem England, das in Gibraltar eine mächtige Flotte versammelt hat, könnte die Deutschen ohne Gefahr aus seinem Machtbereich verweisen. Denn so modern die deutschen Schisse sind— deren besonderer Vorzug es. ist, schneller als Schlachtschiffe, aber zugleich bedeutend stärker als Kreu». zer zu sein— gegen englische Battleships auch nur zu demonstrieren, würden sie nicht wagen. britische Flugzeuge für Madrid? L- nd» n. Das Blatt„Star"schreibt, daß in den letzten Tagen eine große Zahl von britischen Flugzeugen nach Spanien transportiert wurden, die der spanischen Regierung verkauft wurden. DaS Blatt schreibt».daß diese Flugzeuge der spanischen Regierung von Privat per- s»« e n verkauft worden seien, so daß trotz der ausdrücklichen NeuiralftStSerNKrimg'"JWWRW Regierung in dieser Ängelegenheit nicht ein», schreiten könne. Die französischen Behörden beivilligten den Start der.zwei spanischen' Flugzeuge, die' sich Montag im'Nebel über den Pyrenäen verirrt hatten und irrtümlich auf französischem Gebiet unweit Biarritz gelandet waren. ». Im Hafen von Marseille sind einige französische Dampfer«ingetrosfen, welche über 2000 Flüchtlinge aus Spanien an Bord hatten. Der deutsche Dampfer„Fulda" Und das italienische Lazarettschiff„Tovere" brachten weitere etwa 1000 spanische Flüchtlinge nach Genua. Die„Tevere" hatte 200 Spanier an Bord, meist Möncheund'Nonnen geistlicher Orden, sowie 150 Angehörige anderer Staaten. -• Die' Schwester Anton Habsburgs, As- s u n t a, die in den letzten Jahren als Nonne' in Barcelona lebte, ist.Montag nach Wien zurückgekehrt. Ausländische Freiwillige für die Miliz? Meldungen aus Barcelona zufolge, sind in die,Arbeitermiliz zahlreiche Freiwillige deutscher, italienischer und französischer Nationalität eingetreten, die Montag in Barcelona eingetrosfen find. Pari-. Die englische Antwort auf die französische Rote wegen der-Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten ist DienStag nachmittag- am Ouai d' Orsay«{»gegangen. Wie man hier behauptet, erklärt die britische Regierung, dass sie bereit sei, den Vorschlag der Proklamierung derNeutralität anzunehmen, fall- Frankreich auch die Zu st imm«ng I t a l i e n- erlangt. Die brttische Regierung soll dafürhalten, dass eine solche englisch-französisch», italienische Erklärung bloss eine» Präliminarakt vor einem Ueberrinkommr'n zwischen sämtlichen Mächten,, die daran ei» besondere- In- teresse haben,- nämlich zwischen ,Großbritannien, Frankreich,' Italien,- Deutschland- und' Portugal ! darstellen solle. Berlin verschanzt sich hinter Rußland - Verl i n. Urber die-/Stellungnahme Deutschlands, zy dem Wunsch der französischen Regierung tekrefsrnd hie Nichleinmischnug in die spanischen. Kämpfe-auch selten- des Reiches heisst «S, daß Deutschland- keine besonderen Vom Schauplatz des Bürgerkrieges: Paris. Meldungen ans Spanien zufolge streben die Regierungstruppe» mit allen Kräften die Eroberung Saragossas an. Ein Geschwader von Regierungsflugzeugen bombardierte Montag und DienStag diese Stadt und die Regierung erwartet ihre» baldige» Fall. Abteilungen der Kavallerie der Aufständischen versuchten die RegiernngStruppen einzuschließe», wurden jedoch zurückgedrängt und durch Flugzeuge zersprengt. In der Umgebung von Madrid sollen die Regierungstruppen nach hartnäckigem Kampf und nach einem Bajonettangriff daS Dorf Guadarrama zurückerobert haben. Die Aufständischen in Sevilla melden dagegen im Rundfunk, dass sich die Abteilungen der Aufständischen nurmehr etwa 20 Kilometer von Madrid entfernt befinden. 2m Süden Spaniens nähern sich die gierungStruppen Granada,- von wo sie noch einige Kilometer entfernt sei» sollen. Die regierungstreuen Kriegsschiffe bombardierten Montag und in der Nacht auf Dienstag die Stadt Ceuta an der Küste von Spanisch Marotta und die Festung Tarifa an der Südspihe Spaniens. Aus Dijon wird gemeldet, dass die Beschießung der Stadt durch den aufständischen Kreuzer „AlctranteCervera" zahlreiche Opfer gefordert hat. Die Behörden sandten an den Kom- ^rANdaaten. des. Schisses«iuc Funkdcpcjchc, in der sie erklärten, dass, falls die Beschießung fortgesetzt' werde, die 2500 in den Gefängnissen der Stadt', eingekerkcrten Aufständischen erschossen würden. Daraufhin wurde das Bombardement sofort abgebrochen.. Die Lage der Aufständischen in der Umge- düng von Gijon ist gefährlich. Die Bolksmiliz hat an allen Stellen das tkebergewicht. Die seit einigen Tagen in San Sebastian erscheinende Zeitung„Volksfront" berichtet, dass der Angriff der Aufständischen auf San Sebastian und die vorgelagerten Ortschaften von den Regierungstruppen zurückgcschlage» loordcn sei. DaS heißumkämpste Oyarzun und die Höhen der „drei Kronen" seien wieder im Besitz der Bolks- frontler. Der Sender.„Tetuan" teilt mit, dass Regie- rungSflugzcuge Montag nachmittags die Stadt Granada mit Bomben belegt hätten. Der Schaden sei bedeutend. Bayonne.(HavaS.st Bon der nordspanischen Front hier eingetroffene Meldungen besagen nichts' ReueS. Die Aufständischen nehmen, wie eS scheint, eine ab warte»de Haltung ein, und die grosse allgemeine Offensive, die bereits vor einigen Togen angekündjgt worden war, ist-noch nicht eröffnet worden. Die RegierungS- truppen benützen diese Kampfpause zu einer schleunigen Instandsetzung ihrer beschädigten Po- sitionen. Hitlers Beitrag zur Neutralität in Spanien: Panzerschiff.Deutschland* ankert In Ceuta ' Ostentativer Besuch bei Franco I Schwierigkeiten machen werde, der Anregung der französifcheü Regierung Folge zu leisten,. unter der Voraussetzung allerdings, daß R u ss l a n d dasselbe Verhalten an den Tag legt. Noch ein„.Höflichkeitsbesuch" In Gibraltar traf die Nachricht ein, dass der deutsch» Torpedobootzerstörer„Lux", der Montag abends in'.Ceuta gemeinsam mit einem deutschen Pajizetkreuzer weilte, am Sonntag, in Algeciras gewesen sei. Der Kapitän'des Torpedobootzerstörers„Lux" ist in Algeciras an.Land gell an gen und hat dem Obersten Coco, den Ober- kpiymgirdierenden der. Aufständischen in Algeciras, e'-i.-ch Geschmack .sein", antwortete'John. Hgrned.„Wir.töten Tausetzde' von Stieren täglich in Chicägp, aber nicht ein einziger würde etwas bezahle», um zusehen zu dürfen." „Das ist Schlächterei", sagte Ich,'«'Die? aller, oh, die» ist Kunst. Es ist. prachtvoll. Es ist herrlich. Es ist auserlesen."I?.' vÄthS _(Fortsetzung folqt.)' Mittwoch, 8. August 1838 Seite 3 Nr. 181 fude/endeußdier Zeitspie&ct Völlig verlogene„reit' Wir haben gestern fcstgestollt, daß dec Vorbeimarsch des sonntägige» SdP-Umzuges auf dem Marktplatz in Komata u knappe fünf Minuten dauerte; und ein K'omotancr Genosse zählte insgesamt ne u n hundert Männer und Frauen, Die„Zeit" aber berichtet Dienstag aus der ersten Seite: In Komotau traf Konrad Henlein gerade ■ noch zeitgerecht ein, um gemeinsam mit Kreisleiter Zippelius an dem Vorbeimarsch der Zehntauscnde teilnehmen zu können. .Demnach müßte sich vom Marktplatz bis zum Ausstellungsplatz des„Führers" der Zug tz e r d r e i h i g f a ch t oder v e r s.ü n f z i g- f a ch t haben. Davon ist aber tvahrlich keine Rede. Der„Zeit"-Bericht über die sonntägige SdP»Kundgebung in G r a u p e n ist da immerhin„bescheidener", trotz der 30.000 Teilnehmer, die Herr Henlein dort gesehen haben.soll;' denn da dort tatsächlich 3800 Mensche» im Zuge marschierten, begnügte sich der Berichterstatter des „Trommlers" mit schlichter Verzehnfachung. Insgesamt hat die„Zeit" in Duppau, Komotau, Graupen und HerrnSkretschen 88.000 Teilnehmer„gesehen"; nun, auf eine Null mehr oder weniger kommt cs den Herrschaften eben nicht an,, zumal die SdP künftighin ohnehin stark mit Nullen lvird operieren müssen.... Bemerkenswert ist, daß die„R eiche, n- b e r g e r Ze i t u n g", und die„B r ü x e r Z e i t u n g", die iwch niemals zu wenig Henleins gezählt haben, den Komotauer „Festzug" mit„gegen 1000 Männer und Frauen" beziffert... ein SdP-„Musterbetrleb" behördlich versiegelt Im vorigen Jahre richtet«— wie nie der «Roten Fahne" entnehmen— die SdP in dem Fabrikgebäude der Firma Kiesewetter in Ruppersdorf einen Betrieb ein, der zur Verarbeitung und Verwertung des von dieser Partei bzw. von der „Sudetendeutschen Bolkshilfe" gesammelten Hadernmaterials bestimmt war. Mit der Leitung der Betriebes wurden ausschließlich SdP- Mitglieder betraut, wobei der Sen. Weller als Beauftragter der SdP die Oberaufsicht führte, während eiit^"andeieS"'SdP!""wde,«daß,l Mu diglich d i e erste Klasse im kommenden Samstag von einem ändert einem andern Manne Schuljahr ausgelassen werden soll. Kinder, die für die zweite öder dritte Klaffe bereits in andere Schulen eingeschrieben wurden, können diese Einschreibung rückgängig machen und die Klassen in Ostrau besuchen. Das Schulministerium hat die zu Ende des vergangenen Schuljahres getroffene Verfügung der Aufhebung von drei Schulklassen an der Mährisch-Ostrauer Realschule zum wesentlichen Teile abgeändert und gemildert, indem in Das Meeting der 25.000 In Falkenau sität in Prag. Diese hatte in der gleichen Zeit 811 Promotionen, also, gemessen an der Zahl der Studierenden, weniger als die deutsche Universität. Am meisten Doktoranden hatte nicht die medizinische, sondern die juridische tschechische Fakultät. Ans diele entsiclen 455 Promotionen; aus die medizinische dagegen 252, auf die philosophische 48, auf die naturwissenschaftliche 45 und anf die theologische 3. Das Uebergewicht des Jus-Studinms an der tschechischen Universität im Vergleich zu dem an der deutschen wird wohl zum großen Teil anf die besseren Aussichten im S t a a t S d i e n st zu- rückznsühren sein. Dabei darf man nicht übersehen, daß eS für Tschechen außer in Prag noch in Brünn und Bratislava möglich ist, Ins zn studieren, tvas das Mißverhältnis zwischen Deutschen und Tschechen noch vergrößert. Die Ferialturnkurse zur Vorbereitung auf di» IV. Fachgruppe a» Bürgerschulen. Rund 200 deutsche Lehrer und Lehrerinnen nahmen-in den Kursen, die von der staatlichen Knrsvetwaltu'ng in Verbindung mit dem D. L. V. Heuer in Brünn, Troppau und Aussig veranstaltet wurden, teil. Der bedeutendste dieser Kurse fand in Aussig vom 6. bis 27. Juli d. I. statt und wurde von Prof. Dr. Lösel geleitet. Tie große Kampfbahn, die Turnhalle der StaatSrcalschule, die Musterjugendherberge und das moderne Schichtbad in Schreckeustein boten ideale IlebungSstätten.„Wir stehen mit beiden Füßen auf dem Bode» des Staates", wie Dr. Löiel sagte,„wir wollen die körperliche Erziehung in einer Zeit des "Politischen Mißbrauches zu einem fortschrittlichen Erziehuugsniittel im Dienste unverfälschter Temo- | kratie machen." ralkenaccr Eindrücke Wer nicht mitten im Leben der Arbeiterbewegung steht, könnte der Meinung sein, daß Feste und Aufmärsche nicht viel zu sagen haben: in ihrem äußeren Verlauf, so könnte es ihm scheinest, gleichen sie einander und nur Ihre Standorte sind verschieden.- Wenn wir nicht wüßten, daß es anders ist, die Falkenauer Tage hätten es erneut bewiesen. Es war ein Fest, eine Kundgebung, der westböhmische Arbeitertag. Ein gewaltiges Fest, eine überwältigende Kundgebung, ein Ausdruck des Unversiegbaren Lebens unserer Partei. Aber das ist bei weitem nicht alles. Um diese Veranstaltung und In ihr gab es soviele, ost nur episodenhafte Erlebnisse,-mitreißende Stimmungen, die sie über den Alltag hervorheben-und weit Uber die Aufmärsche anderer Parteien stellen. Man mußte sie miterlebt und mitempsunden haben, um sie richtig beurteilen zu können. Da waren die Mensche». Die Männer und Frauen, die Alten und Jungen aus dem Eger- lande und aus dem Erzgebirge, aus den Städten" und den Jndustxierevleren, aber auch aus den einsamen Weilern und den Landgemeinden. Prächtige, kerpige, mit-ihrem Boden und ihrer Arbeit eng verwurzelte Proletariergestalten. Oft von der Not gezeichnet,, vom bitteren Krisenerlebnis bedrückt,, aber trotzdem aufrecht und unerschütterlich, gestrafft im Marsch und aufgeschlossen in ihrer Begeisterung. Menschen, die einmal für eine Sache gewonnen, auch unter allen Umständen für sie ein« - stellen. Wir sahen Jugendliche-,-hke in vielstündigem Marsch in kleinen Gruppen nach. Falkenau wanderten, wir sahen ganze Kolonnen, die mit Fahrrädern gekommen^»««», NW-Gestossen, d e nach langem Marsch.in Falkenau, eingetrosfen, sich sofort i» den Ordndrdienst eingliederte» und yhn/ Ruh' und Rast unermüdlich.aus den,.Beinen waren. Ein Bild ist e8 besonders, das den Aufmärschen der westböhmischen Arbeiterschaft ihr Gepräge verleiht. Es ist die über alle Maßen prächtige Frauenbewegung. Westböhmens Arbeiterfrauen sind nicht nur in großer Zahl durch unsere Bewegung erfaßt, sie sind auch Immer da, wenn es gilt, zum Kampfe auszumarschieren. Tausend junge und alte, von den Mühen sorgenvoller Jahre gekennzeichnete und im Glanze der Jugend stehende sozialistische Kämpferinnen hat die westböhmische Frauenbewegung herangebildet. Die schier grenzenlose Opferbereitschaft,: ble sich bei vielen Genossen immer' wieder aufs neue dokumentiert,, ist ein immer wieder^ austvühlendes und erhebendes Erlebnis. -Noch eines wurde wiederum offenbar: Di- enge Verbundenheit zwischen den Massen unserer Arbeiterbewegung und ihrer Führung. Als am Samstag abestds"unser Parteivorsitzender, Genosse Dr. C z e ch, unerwartet im Bergarbeiterheim erschien, scholl ihm der zweitausendstimmige Gruß der Versammelten entgegen. Und als er am Sonntag bei der Kundgebung das Wort ergriff, da" jubelten ihm die Zwanzigtausend aufs, neue zu.- Fern ab von allem Führerkult, fühlten alle.: hier steht ein Man», der in mehr als vierjahrzehntelanger Arbeit sich bewährt hat, der für das Wort! das er spricht, einsteht, der, selbst ein. nie ermüdender Arbeiter in der Bewegung: and-r.- zur restlose» Pflichterfüllung mitzureißen vermag." Die Worte des Genössen Czech fanden tausendfältiges Echo in den bersammelten Massen „Er hat geredet wie ein Jpngerl", dieses Urteil das der Burgherr von Neuhaminer qussprach, traf ins Schwarze. Am. Nachmittag gab pH noch ein« ergreifende Szene. Die.JoachimSthalet Bergarbeiter halten.eS sich nicht»ehlnen.lassen, den Genossen Dr."Czech noch auf ihre Weise besonders ihre Liebe und Verehrung zum Ausdruck zu bristgen. Als der Partcivorsihende zum Bergarbeiterhejin kam, da empfing ihm die in-ihrer historischen Tracht gekleidete JoachimSthalcr Bergkapelle mit dem"Sozialistenmarsch. Der Bürgermeister von JoachimSthal verdolmetschte die Gefühle der Genossen und schilderte in warmen Worten die Lage des JoachimSthalcr Grnbenprolciariates, das dem Genossen-Czech für die initiative Tätigkeit zu besonderem Danke verpflichtet ist. Jeder, der diele Szenen erlebte, der sah, wie die Genossen Czech und Ta»b, wo immer sie sich sehen ließen, Gegenstand verehrungsvoller Ausinerksamkeit waren, wie sie, die Vielgeplagten, nicht'niüde wurden- hilfreichen Rat zu geben, mußte erkennen, daß daS alte Vertrauensverhältnis in-unserer Bewegung ungebrochen besteht, daß unsere Partei eine mächtige Einheit bildet, die nichts zu erschüttern vermag. * Aufmarsch und Fest riefen Ivieder den Gedanken tvach: Hat es denn überhaupt einen 18. Mai 1835 gegeben? Gab eS für diese Parte! überhaupt eine Wahlniederlage? War dieser tragische Irrtum der letzten Wahlen nicht nur ein böser" Spuk, der längst verflogen ist? Wer unsere Partei in Einheit mit. Gcwerlschnsten, Genossenschaften und Kulturorganisntionen in Falkenau und in den vielen anderen Städten unseres Landes in diesem Sonimer im Aufmarsch gesehen hat, der mutzte erkennen, daß diese Partei nicht nur '»»erschüttert geblieben Ist, dass sie reisiger ist denn je. Sie ist das Kraftzentrum der sudetendeutschen Arbeiterschaft. DaS Fest In Falkenau war aber nicht nur ""ein Aufmarsch der Massen, es war auch ein Fest der Kultur..Körperkultur und Wehrsport der Tsürster, der Radfahrer und der Republikanisch?» Wehr"wechselten mit den Darbietungen der sozia- listischcn Jugend. Aber eS gab Such noch ein b-- söndereS Erlebnis:" Als am Sonntag vormittags Zhg um Zug vom Bahnhof u»d von den Landstraßen Ist die Stadt strömte, als die Musikkapel- less fröhliche Weise» schmetterten tüid die roten Fahnen in den Straßen wehten,, versammelte sich im prächtigen Saale des Bergnrbeiterheimes einstattliche Gemeinde zu einer weihevollen Feierstunde: Die" Arbeitersänger hatten es sich nick» nehmen lassen, den Arbeitertag auch zn. ihrem Tag zu machen und ihn durch ein Festkonzert künstlerischen Gehalt zu geben. Neben den traditionellen Chören, den Liedern und Kampfgesängen unterschiedlichen Wertes gab es noch etwas Besonderes: Die Ausführung der Mozart- Kantate„Dir, Seele des Weltalls!" Es war ein iiefbewegendes Erlebnis, die zweihundert proletarischen Sänger und Sängerinnen mit dem gleichfalls von Arbeitern gestellten Orchester unter der ausgezeichneten Stabführung eines Arbeiters, des unermüdliche» Genossen Gräf, zu einem einzigen, mächtigen Klangkörper vereinigt zu sehen, der im Zusammenklang mit der geschulten Stimme einer Konzertsängerin einer unsterbliche» Kunst ihre Huldigung' darbrachte. Für diese Stunde sei den Genossen Sängern besonderer Dank gesagt. Es sei ihnen auch gesagt, daß sie ihre Mission richtig erkannt haben. Sie hüten die alte Tradition des Kampfgesanges und bieten heute schon auch in beachtenswerter Weise d:r klassischen Kunst eine Heimstätte. Vom Konzertsaal aber, das fühlte man, führte ein direkter Weg zur Kundgebung; denn nur auf dem freien Boden der Demokratie kann bic Arbeiterkultur wachsen. Wieder, wie schon so oft, stieg uns heißes Würgen in die Kehle in der Erinnerung, was der Faschismus gerade auf diesem Gebiete in Oesterreich und Deutschland vernichtet hat. Er schlug die Arbeiter nicht nur in Ketten, er zerschlug auch die prächtig entwickelte Arbeiterkultnr und zerstörte damit die Grundlagen einer wahren Kultur deS Volkes. Drüben(und hüben) bei den"Faschisten Militärmärsche, in unseren Reihen Mozarts unvergängliche Kunst. Drüben brutale Gewalt, mit uns"nnbeugsöme Kraft, beseelt und geadelt dnrch die Weihe der Kunst. So gerüstet und beflügelt erkämpfen wir den Sieg!' E. P. Veite 4 Mittwoch, 8. Augüst 1836 Nr. 1S1 3aAesnEALeitttr Vie Irren und die Gesunden Diktatoren— das bedarf nachgerade wirklich keiner weiteren.Beweise mehr— sind Diktatoren. Wesen, Taten und Untaten der Diktatoren mögen für die Politik bedeutsam sein,— . für die Aufhellung des trüben Geheimnisses dieser unserer Zeit ist cs aber sehr unbeträchtlich, Hitler oder Mussolini immer noch einmal zu „entlarven". Denn tausendfach wichtiger als die Frage nach Art und Entastung des Dikta- tors ist die Frage, wie jene Millionen Menschen beschaffen sind, die er verzaubern konnte. Der Diktator handelt nach seinem Interesse; er ist also ein hasscnswcrtes, aber vernünftiges Wesen. Dio Verzauberten jedoch handeln gegen ihr Interesse; also sind sie— mögen sie auch sehr bedauernswert sein— Entartete. Immer wieder: Daß Göring in schlechthin irrem Luxus lebt— auf Staatskosten—, hätte den Kulturkritiker weitaus weniger zu beschäftigen als die zunächst unfaßbare Tatsache, daß Millionen Deutsche, die aus Zorn über angebliche demokratische„Bonzcngehälter" von ein paar tausend Mark einst Nazis geworden sind, in die rassen- den Diktatoren verliebt bleiben. Was ist mit den Menschen geschehen? Außerhalb der totalitären Staaten hören und sehen sie doch die Tatsachen der Diktatur: daß der Einzelne hilflos, die Freiheit ausgelöscht, die Wirtschaft geplündert, der Staat an Partei- Mitglieder verschenkt, der Krieg vorbereitet und der Mensch umvichiger wird als ein Insekt. Außerhalb der totalitären Staaten fällt die beflissene Entschuldigung weg, die armen Verratenen hätten ja gar nicht die Möglichkeit, solche Tatsachen zu erfahren; und doch wächst, immer noch, auch außerhalb der numerierten Reiche die Zahl der Verzauberten. Was ist mit den Menschen geschehen? Und wer will noch länger übersehen, daß— im tieferen Grunde— nicht die Führer, sondern die Geführten schuld sind? Scheinbar vom Rande her kommen da Auf. klärungen über den Zustand, die von über- raschendcr Lebhaftigkeit sind. Aus Ingo- jlatvien melden Zeitungen: „In der Stadt Kovin hat der Oekonom der dortigen groben Irrenanstalt, Bozidar Teuer, auf Koste» der hungernden Irren-Millionen unterschlage»,'dw für Vie Pflege und Ernährung der bedauernswertesten aller Menschen, der Äeistes- lrankcn, bestimmt waren und in die Taschen eines gemeinen und gewissenlosen Verwalters geslossen sind." Wie ist das alles uns doch so vertraut! So cüva die Wirkung der Diktatur Bozidar Severs auf die menschliche Natur: „Unterernährung und Einsperrung machten die leichtesten Fälle allmählich zu gefährlichen Geisteskranken, die, um ihren Hunger zu stille», auf Verbreche» sannen, so daß ihr Geist, der in Kovin. ■ eigentlich hatte geheilt werde» sollen, immer mehr das Menschliche verlor und herabsank auf die Stufe eines gierigen, stets auf Raub sinnenden Tieres." Und die Intellektuellen unter der Diktatur, diese Hüter des ewigen Lichts? Alles wie bei uns: .„Die Aerztc müssen in dieser lange» Zeit etwas gemerkt haben: sie müsse» beobachtet haben. Prager deutsche Abendsendung Im Juli Zum ersten Male in unserer deutschen Sendung hörten wir einen geschlossenen Vortrag über die Soivjetnnion. Franz Weitzkopf nannte ihn„D i e Fabrik des n c ii e n M e» s ch e n".(An den höheren Schulen ivcrdcn zu Hundcrttausenden junge Menschen für ein neues Leben, das vorher in Rußland nur geahnt war, gesormt, wie die Millionen neuer Arbeiter in den Betriebe» modernster Art, die Kinder in den.neuen Schule», die Bauern in den Kollcktivioirtschastc». Die wissenschaftliche Forschung erlebt das gleich rasche Tempo der EnNvicklung des gesaniien Lebens in der Sowjetunion, Auf vielen wichtigen Forschungsgebieten ist sie bereits führend.) Die Fortsetzung solcher Vorträge wären.nur eine Bereicherung unserer Abendsendungen, wie sie uns auch Dr. Beer in seinem Vortrag über die wissenschast- lichc Ausbeutung der totalen Soniienfin- st crnis bot. Wissenschaftliche Expeditionen, wochenlang vorher in der ganzen Welt mit Vorarbeiten zur Beobachtung von zwei Minute» beschäftigt, reisten um die halbe Welt und all die glücklichen und tragischen Momente dcS Forscherdaseins, die gerade bei dieser Art der wissenschaftlichen Arbeit zutage traten, wurden vom Vortragenden sehr glücklich heraus- gearbeitct. Für alle Gleichgeschaltctcn mag der Vortrag Dr. Paul Eisners:„Wirkender deutscher G e i st" recht unangenehm gewesen sein, denn darin mußten sie die klare BelveiSsührung höre», daß dieser Geist immer ein weltumfassender fL," gewesen ist, ein kosmopolitischer Geist, der sich In der ganzen Welt orientiert. Der Stoff der größten deutschen Dramen stammt aus allen Nassen und Ländern Artilleriekämpfe in Spanien Hier sieht man Artillerieabteilungen der Regierung, die durch bewaffnete Zivilisten unterstützt wurden, ivährend eines Gefechtes in der Nähe von Saniosierra. daß die Kranken unterernährt waren, vor allem aber, daß die„Anfälle" nicht durch Visionen kranker Gehirne, sondern durch das Lecregesühl eine» gesunden Magen» hcrvorgernfen wurde. Die Jrrenwärter haben sich vielleicht nach den Anordnungen ihrer Vorgesetzten Sever richten müssen; die Aerzte aber unterstanden nur ihrem freien ärstlichcn Gewissen, und es scheint so, al» ob einige von ihnen in den Skandal rnitverwik- kelt sind." Alles wie in der großen Welt! Und der Völkerbund, das Wcltgcwisscn, die kontrollieren- den Mächtigen? Alles wie hier: „Er wurde festgestellt, daß Bozidar Sever sich Jahre hindurch durch wertvolle®t< schcnkean maßgebende Belgrader K o n t r o l l b e a m t e dagegen sicherte, daß man ihm schärfer auf die Finger sah." Und Recht und Gericht? Alles wie anderswo auch: „Die Irren nagten an Baumrinden, Büchern und Möbelstücken, schrieen vor Hunger— und wurden auf Anordnung von Sever nicht mehr wie harmlose, sondern wie gefährliche Irre behandelt, die ihren Anfall hatten. Das heißt, sie wurden nackt in dieJsolierzelle gesperrt, und hatten dort so lange zu bleiben, bis ihr„Anfall" gebrochen war, also bi» sie vor Hunger und. Uebermüdüng.zusammenbrachen.."- Und die Mißhandelten selbst? Das nun ist freilich anders. Denn von den Irren wird berichtet: „Selbst die Menschen, deren Geist verwirrt war, oder, vielleicht geradediese Menschen, bemerkten am ersten, daß sie nicht satt wurden." Welcher Vorsprung der Urteilskraft! Welche seelische Gesundheit! Es scheint, daß die Vernunft deshalb aus der Welt schwand, weil sie in die Irrenhäuser gesperrt worden ist. Die Geisteskranken lassen sich nicht blödmackien,-— sie merken, daß sie nicht satt werden; denn so verrückt wie die Normalen sind die Verrückten noch lange nicht. Welcher Irrsinn ist cs doch, einen Mann einzuspcrren, nur weil er sich fiir Karl den Großen oder für den Heiland hält, aber den „Mann von der Straße" aus ihr frei herum- gehen zu lassen, obwohl er ohne weiteres bereit ist, den Herrn Soundso für den Erlöser zu halten! Wer klug ist, bereite seine Flucht ins Irrenhaus vor. Was ist schon eine Schizophrenie, gemessen an einer faschisüschcn„Volks- bewegung"? W. S. Auto gegen Schnellzug. Die Ehegattin deS Freiherrn Ernst von Neurath aus Klein-Glattbach in Württemberg fuhr Dienstag mittags mit ihrem Kraftwagen von Seefeld in Tirol gegen Scharnitz, wo sie mit ihrem Gatten auf Sommerfrische weilt. Im Wagen, den Frau von Neurath selbst lenkte, befanden sich auch ehre beiden Kinder und ihre Mutter, Freifrau Alice von Berg. Als Frau von Neurath sich der Kreuzung der Mittenwaldbahn in Unter-Seefeld näherte, sah sie sich plötzlich ans kurze Entfernung dem herankommenden Schnellzug gegenüber. Es gelang ihr nicht mehr, den Wagen rechtzeitig zum Stehen zu bringen, und sie stihr gegen die Lokomotive. Dabei wurde Frau von Berg am Kopfe derart schwer verletzt, daß sie bald darauf an Ort und Stelle verschied. Frau von Neurath und ihre beiden Kinder Ivurden schwer verletzt und in ein Innsbrucker Krankenhaus gebracht. Der Kraftwag-n ist vollständig zertrümmert.— Die schwer verletzte Baronin von Neurath ist eine..Schwägerin desdeutschen Außenministers von Neurath. Bergarbeitertragödie. In der Nähe von Duquoin im Staate Illinois sind in einer Grube neun Bergarbeiter erstickt. Sie waren in die Grube entsandt worden, um sestzustellen, warum ans den in einer Tiefe von 200 Metern befindlichen Pumpvorrichtungen Rauch entweicht. In der Grube entstand sofort ein. Brand, der nicht gestattete, die Leichen der Bergarbeiter zutage zu fördern. Ein Tscheljuskin-Denkmal. Der Moskauer Sowjet veranstaltet ein Preisausschreiben für ein Monument zu Ehren der Polarexpedition des Eisbrechers„Tscheljuskin". Das Denkmal soll in seiner Idee den Heldenmut und die Standhaftigkeit der Cxpeditionsteilnehmer, als auch die Hingabe der Sowjetslieger bei der Rettung der schiffbrüchigen Polarexpedition verewigen. Ein Zivilflugzeng ist infolge Flugelbruche» bei Mendosa(Argentinien) abgestürzt, wobei zivei Personen den Tod sanden. und die deutsche Dichtung ist mehr als jede andere sür die ganze Welt geschrieben. Eine andere deutsche Dichtung kann man nicht wollen oder mit Gewalt herbeiführen. Kennzeichnend dafür, welche Bücher noch heute ilst anderssprachigen Ausland, gelesen werden, ist. z. B. das Interesse des tschechischen Lesers. Unter den Büchern der letzten Jahre ist.nicht eine», das aus der neueren Literatur des Dritte» Reiche» ftauimt und der größte Bühnenerfolg der letzten Zeit war in Prag Wedekinds„Frühlingsmärchen" am Nationaltheater. Von den musikalischen Darbietungen sei da» Konzert der t s ch e ch i s chcn Philharmonie unter der sicheren Leitung Robert Manzcr» erwähnt und das Wunschkonzert, das durch sein gediegenes Programm sowie durch die Mitwirkung des Tenors Richard Fritz W o.l f gefallen konnte. Bei dem Hörspiel„Das grüne Licht" von Faktor erfreute man sich an der guten Wiedergabe, dagegen litt das sonst spannende und kluge Spiel von Kurt Götz„Dar Märchen" durch eine Fehlbesetzung der weiblichen Haupirolle. Ein schlichtes Zigeunermädchen hat natürlich und un- maniriert zu sprechen. Dar Atus-Bundesfest in Komotau fand unter Genossen K u n i g z Leitung eine fesselnde und stimmungSreiche Reportage, die leider nur zu kurz war. Der an Vorträgen reiche Monat Juli brachte eine Vielzahl von Propagandavorträgen für unsere Landschaften, die teils gut und teils mißglückt waren. Eine einfache Aufzählung mit stereotypen Bezeichnungen,'wie sie ein Vortrag über „Unsere nordböhmischen Sommerfrischen undKurorte" aufzählte, ist langweilig und hat gar keinen Zweck. Ebenso war ein Vortrag über„Postelberg" wohl gut gemeint, aber wirkungslos. Dagegen hat Dr. Schneide r für das R i e f e n g e b i r g e in beispielhaft guter Form geworben. Der„Unbekannte Böhme r w a l d" fand in Johannes U r z i d i I einen Schildercr von dichterischem Schwung und einen begeisterten Werber. Die deutschen Arbeitersendun» gen mit ihren Aktuellen zehn Minuten sind nach lvie vor führend. Die moralische Sicherheit, die uns der Sozialismus gibt, spricht aus allen Rednern und wir sind wohl die einzigen Veranstalter, die Frauen zu Worte komme» lasten in Fragen, die über Obst- einkochen und-Aufbewahrung(wie in der Landwirtesendung) hinausgehen. Emmy Riedl war eine beredte Fürsprecherin des große» kulturellen und.sittlichen Inhaltes der Idee des genossenschaftlichen Zu- sammenschlustes. Karl Schmidt wieder fand in' seiner Schilderung über die Sanierung der' Bergarbeiterversicherung auch Worte, die für die Demo- kratie zu Iverben verstanden, etwas, das andere Vortragende bei' ähnlichen Anlässen gerne vergessen. In' Sprache und Inhalt gleich gut hörten wir Gustav Goldschmidt aus Brünn- über„Die Kulturarbeit der„Naturfreunde", sprechen.. Genosse Wondra! erzählte un» von den wichtigen Aufgaben, die die große Volkskun,d- gebung für Frieden und Freiheit in Falkenau anfangs August zu erfüllen hat, wie uns Genosse Kern wieder von den schweren Sorgen berichtete, die die westböhmischen Porzellan- arbeiter um ihre Existenz haben. -Dagegen hatte ein gewisser Hartwig keine anderen Sorgen, als uns von dem glückbringenden Ouadragesimo anno zu erzählen, wobei er gleichzeitig, hinzufügte, daß es die Erfüllung des demokratischen Prinzips sei; Nun erheben sich, darüber manche Zweifel, denn in Oesterreich sthcn die VerHinrichtung in Graz. Das Grazer Standgericht hat Dienstag in dem Mordfcklle des Landwirtes Johann Ferchner drei Todesurteile gefällt. Fcrchncr wurde vor etwa Monatsfrist in einer Hütte bei Mallnitz erschossen, sein Leichnam zerstückelt und mit Petroleum übergossen und an« gezündet, um die Spuren des Verbrechens zu verwischen. Als der Tat verdächtig wurde die 44- jährige Gattin des Ermordeten in Haft genommen, die nach längerem Leugnen eingestand, daß sie zu der Tat ihren Liebhaber, den 84jährigen Hilfsarbeiter P. Weichselbraun gedungen habe, der den Mord mit Hilfe deS 80jährigen I. Pacher durchführtc. Alle drei wurden zum Tode durch den Strang verurteilt. Das Urteil an Wcichselbraun wurde um 21 Uhr 16 Minuten vollstreckt; die Frau tvurdc zu lebenslänglichem Kerker, Pacher zu 20 Jahren Kerkers begnadigt. Ein' Volk von Brüdern. Aus dem Sträf» gefängnis K a r l a u(Kärnten) wurde dieser. Tage auf Grund der erlassenen Amnestie der GutSbeher Rößler aus St. Donath, ein Teilnehmer am Juli-Putsch im Jahre 1884, der zn vier Jahren schwerem Kerker verurteilt war, entlassen. Bald nach seiner Freilassung' begab sich Röhler in ein Gasthaus in St. Donath und begann, als er dort ein B i l d D o l l f u h' erblickte, den Toten und die Regierung zu bc« s ch i m p f e n, so daß er an Ort und Stelle verhaftet und ins Landcsgericht nach Klagenfurt zurückbefördcrt werden mußte.— In der Nähe der Gemeinde Nußdorf am Inn knapp an dec österreichisch-deutschen Grenze wurde der 68 Jahre alte Landwirt Wolfgang Eberwein von zwei Männern überfallen, mit einem Beil getötet und um einige tausend Schilling beraubt. Die Mörder wurden auSgeforscht und verhaftet. Es sind die» zwei reichsdeutsche Staatsbürger, und zwar der 81 Jahre alte Adolf Saltner und der 88 Jahre alte Max Burger, welche die Tat eingestandcn. Drastischer Protest. In Marseille kam e» Montag zu Demonstrationen gegen die Erhöhung des Fahrgeldes für. die Tramway. Einige Wagen der Tramway wurden hiebei beschädigt. Am Abend ruhte der Tramwayverkehr. Tie staatliche seophysikalische Anstalt in Prag ersucht alle, die am 2. August dar Erdbeben in Ujhorod beobachtet haben, dem Institut unverzüglich' ihre Anschriften bekanntzugeben, damit ihnen das Institut einen Fragebogen für die wissenschaftliche Erforschung dieses Erdbebens zusenden kann. Angaben über da» Erdbeben sind an die Adresse de» Institutes, Prag II., U Karlova 8, stätni geosysikälak. üstav, zu richten. Wahrscheinliches Wetter heute: Wechselnd bi» vorwiegend bewölkt, zeitweise R e g e n, im ganzen sehr kühl, Westwind. Auch im Osten erneut Verschlechterung und Abkühlung.— Wetteraussichten für D onnerrtag: Andauern der-unbeständigen und ungünstigen Witterung.. Vom Rundfunk (hMMmwnIu ms Sm PraansMi Donnerstag. Prag, Sender S.r 6.00: Morgengymnastik, Konzert, 11.05: Konzert. 12.00: Zeitzeichen, Mit- tagskonzert, 12.85: Schallplatten, 14.00: Schallplatte», 18.05: Deutsche Sendung, Nachrichten, Wetterbericht, 19.10: Promenadenkonzert aus dem Baumgarten. 22.15: Konzert.— Sender L.: 7.80: Konzert, 14.80: Schallplatte», 15.15: Deutsche Sendung, Nachrichten.— Brünn: 6.00: Morgengymnastik, 18.80: Schallplatten, 17.40: Deutsche Arbeiters«», düng,' 18.15: Lokalnachrichten, 18.20: Konzert, 19.10: Schallplatte».—Preßburg: 6.00: Morgengymnastik, Konzert, 14.05: Deutsche und ungarische Nachrichten, 14.15: Schallplatten, 17.40: Arbeitersendung, 19.10: Tanzmusik; 20.80: Konzert.—, Kascha«: 6.00: Morgengymnastik, Konzert, 12.05; Schallplatten.— Mährisch-Ostrau: 6.00:. Morgengymnastik, Konzert, 16.80: Nachmittagskonzert, 17.55 Lokalnachrichten, 18.10: Deutsche Sendung. treter der päpstlichen wirtschaftlichen Grundsätze an. der Macht und niemand spürt im christlichen Ständestaat etwas„von der freien Bestimmung, des Menschen". Auch mit Sentenzen, daß der freie Wille de» Menschen und das Gesetz Gotte» die Welt bessern wird, wird kein Kapitalismus auf seine Machtposition freiwillig verzichten. Die schiefe Polemik gegen den Marxismus„als Kind de» Liberalismus" ist um so unangebrachter, äl» gerade jetzt die lieben Frommen, auf jene Menschen in Spanien schießen, die nicht auf ihren freien Willen verzichten wollen und von den Anhängern des Ouadragesimo anno im Namen der Gesetze Gottes(?) auf kaltem Wege- umgebracht werden. So glauben wir aber nicht an die Seligkeit dieser päpstlichen Erfindung. Ein anderer christlicher Redner erzählt, welche große Zahl von sozialen Gesetzen in den letzten Jahren geschaffen wurde, alles schoy wohlbekannt, besser und gründlicher den Arbeitern in den Sozlalinsormationen erklärt. ES hätte ihm aber dabei nicht» geschadet, wenn er der Demokratie gedacht hätte, die Hirse Gesetze schuf. Den Landwirten, wurde diel wirt« s ch a f t l s ch e A u f k l ä r u n g geboten, so durch ToniKöhler, der ihnen in finanziellen Dingen gute Ratschläge erteilt«;«» würde de» Bauern aber gewiß nicht» schaden, wenn sie durch den Rundfunk auch Ratschläge politischer Art erhielten- Josef B l a u Ist der einzige, der in den Ländwirtesendunyen versucht, auch den Bauer» Kulturelles aus ihrer Umwelt zu erklären. So war sein Vortrag„Das Grundbuch als Quell« der Heimat« geschichte" wertvoll,'denn auch Heimatgeschichte ist politische Geschichte de» Kampfes um die Freiheit des Bauern, die er gerade heute mit dem Arbeiter heiß zu verteidigen' hat. Mer dar wurde bisher den deutschen Bauern in ihrer Sendung noch nicht gesggf. Richard Bäuyrl, Nr. 181 Mttwoch, b. August 1936 Sette 5 Hitze und Sonnenstiche. In den Vereinigten Staaten herrschte dieser Tage wiederum' sehr große Hitze. In New gork sind fünf Personen an Sonnenstich gestorben, andere Todesfälle gleicher Ursache Ivcrden aus verschiedenen Gebieten der Union gemeldet.— Die Türkei würde von einer Hitzewelle heimgesucht, durch welche«ine Reihe von Sonnenstichen verursacht wurde. Die Umgebung der Stadt Silvas wurde von außer» gewöhnlich heftigen Gewittern betroffen, durch welche die Ernte vernichtet wurde. Während des Unwetters kamen gehn Häuser zum Einsturz, wobei 29 Personen den Tod sanden. Von den Wasserfluten wurden hunderte Stück Vieh fortgeschwemmt; bei der Ueberschivemmung sind auch einige Hirten ums Leben gekommen. 93.000 Juden auSgcwandert. Nach statistischen Feststellungen sind in der Zeit vom 1. Feber 1933 bis zum 1. April 1939 insgesamt 93.090 Juden auS dem Dritten Reich auSgcwandert, d. h. ungefähr.19 Prozent der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. Mit 70 Meilen in den Lod. Bei den Automobilrennen in Limerick in Irland verunglückte der Wagen dcS 22jährigen Herzogs von Grafton bei einer'Stundengeschwindigkeit von 70 Meilen (zirka 110 Kilometer). Der Wagen fing Feuer, der Rennfahrer erlitt schwer« Verletzungen, denen er am folgenden Morgen erlag. Frauenraub und Politik. Ein« bewaffnete Band«, unter der sich auch zwei Japaner befanden, drang in Peiping in die Wohnung des ehemaligen chinesischen Botschafters in Moskau Schufchaojan ein und entführte dessen Frau. Man ist der Ansicht, daß der Angriff ans politischen Beweggründen erfolgte. Die chinesische» Behörden haben bei der japanischen Botschaft In Peking Protest eingelegt. Sa hat ein jede« seinen Feriensport, In der letzten Zeit wurden in Pilsen immer an den Nachmittagen einige Einbrüche in verlassene Wohnungen verübt. Am Sonntag, den 2. August, wurde der 39jährige Arbeiter Jar. Lech aus Pilsen bei einem Einbruch i» eine Wohnung In der Plzeneckä ulice in Pilsen überrascht und verhaftet. liech gestand, in den Häusern gebettelt und, wenn er feststellte, daß niemand zu Hause sei, mittels Nachschlüssels die Wohnungen geöffnet zu haben, aus denen er Wertgegenstände und Geldbeträge entwendete. Ein Teil der entwendeten Gegenstände und die Sachen, die er sich für das entwendete Geld gekauft hatte, wurden bei ihm gefunden. Er wurde in die Haft des Kreisgerichtes in Pilsen eingeliefert. Kanonenkugel in einem Baum. In der Forstwirtschaft von Titscha, unweit Barna, fällten Arbeiter eine jahrhundertealte Ulme, Als sie ihren Stamm entzweischnitten, kamen sie auf eine alte Kanonenkugel, die 11.5 Zentimeter im Durchmesser maß und mit Schießpulver gefüllt war. Die Kugel war vollkommen in dem Stamm eingebettet. Fachleute stellten fest, daß die Äugel vor etwa 299 Jahren in den Stamm geraten und daß der Baum mindestens 259 Jahre alt war. Zum Psychoanalyse- Kongreß In Marlenbad '„In ihr selbst"(der psychoanalytischen Erziehung)„sind genug revolutionäre Momente enthalten, um zu versichern, daß der von ihr Erzogene im späteren Leben sich nicht auf die Seite de» Rückschritte» und der Unterdrückung stellen wird." Sigmund Freud. Pom 2. bis zum 8. August 1989 tagt in Ma- rienbad der Kongreß der„Internationalen psychoanalytischen Gesellschaft". An 899 Teilnehmer haben sich angemeldet, die Europa und di« meisten überseeischen Länder vertreten werden. Was uns vor allem an diesem Kongreß interessiert,, ist seine Stellungnahme zum Dtitten Reich, Nachdem Im Deutschland Adolf Hitlers di« Werke Freuds„wegen Ueberschähung des Triebleben»" verbrannt worden sind, nachdem die jüdischen Mitglieder der„Deutschen psychoanalytischen Gesellschaft" diese wortlos verlassen haben, nachdem der verbleibende„arische" Rest versuchte, sich anzubie- derü und gleichzuschalten, so gut e» ging, erwarter d-e Welt vom Marienbader Kongreß«ine eindeutige Stellung zu diesen Dingen. In Berlin brachten e» die gleichgeschalteten Mitglieder de» Psychoanalytischen Instituts fertig, die Bilder und Büsten Freuds, auf höheren Nazibefehl hin, zu entfernen. Der Psychoanalytiker Müller-Braunschweig brachte«S sogar fertig, sich in einem Zeitungsartikel als arisch und ergeben zu empfehlen. Auch sollen diese arischen Mitglieder de» Instituts— einer au» seriöser Quell« stammenden Kunde zufolge,— schon zu Anfang der Diktatur der Bestialität eine ergebene Denkschrift an di« Naziregierung gerichtet haben, derzufolge die Psychoanalyse gar nicht so arg sei, da sie sich ja gerade bemühe, die. individuellen Hemmungen, die dec Entwicklung der„Heldischen" entgegenstehen, fortzuräumen. Mit einem Wort, die deutsche Gruppe hat sich ziemlich kläglich benommen, durchaus unwürdig de» Geisteg.ihreS Meister» Sigmund.Freud. Wa» wird der International^ Kongreß dazu sagen? Er sag« nicht« Politik gehe ihn nicht» an. Sie geht ihm in zweifacher Weise an. Ersten» macht die Politik der Nazi» der»Internationalen Psychoanalytischen Gesellschaft" die Au»Lbung der fiehre und ihre Berbreitung in Deutschland nahezu vollständig unmöglich.(Die besten Analytiker Hibben Deutschland .verlassen». Zweiten» hindert die Rücksichtnahme jm? die freiwillig gleichgeschalteten Deutschen die ganze internätiönale Gesellschaft für Psychoanalyse, sich wissenschaftlich mieden höchst bedeutsamen und inter- .»ssanten Phänomenen de» Dritte» Reich» zu besas- Katalonien wird sozialistisch Barcelona. Die Hauptstadt der katalanischen Republik befindet sich im Umbau. Die Neubildung der Regierung, In der jetzt drei Sozialisten aktive Minister sind und der'sämtliche Arbeiterparteien'und sonstigen Linksgruppierungen, auch soweit sie nicht im Kabinett vertreten sind, ihre aktive Unterstützung zugesagt haben, ist nur ein äußere» Zeichen für die viel weitergehenden Pläne der Republik. In Vorbereitung sind Gesetze zur Beschlagnahme des Großgrundbesitzes und der Kirchengüter smvie die Sozialisierung der Banken, dis bereits heute schon unter Staatsaufsicht stehen. Größer« Auszahlungen sind nicht gestattet. Man darf auf eimnal nur bis zu 2990 Peseten abhcben. Ein großer Teil der Gebäude, Wohnungen und Villen, in denen bisher Gegner der Republik wohnten, die entweder geflüchtet oder verhaftet.sind, ist beschlagnahmt und zu staatlichem öder städtischem Eigentum erklärt worden. Einige dieser Villen dienen bereits Arbeiter- und Soldatenkindern als Krivpen. Die Stadt selbst bietet einen völlig ruhigen Anblick. In den ersten Tagen nach der Niederschlagung des Militäraufstandes kam es zu Ausschreitungen und auch Plünderungen, die jedoch seitens der Regierung mit Unterstützung der Hilfspolizei mit größter Energie unterdrückt wurden. Gut ein Drittel der Polizei von Barcelona setzt sich heute aus Freiwilligen der Bolksmiliz zusammen, die Tag und Nacht einen Patrouillendienst unterhält. Dennoch haben alle Maßnahmen, die bisher getroffen wurden— die Neubildung der Regierung mit eingerechnet— lediglich provisorischen Charakter, solange das Schicksal des Bürgerkrieges noch immer ungewiß bleibt. Zwar beftehr für Barcelona im Augenblick keine unmittelbare Gefahr. Aber Zaragoza und ein großer Teil Nord-AragonienS sind noch in den Händen der Aufständischen. 14.009 Mann regulärer Truppen und 98.000 Mann Arboitermiliz aus Barcelona stehen an der Front, über die östlichen Aus- fallsstraßen der Stadt fahren Tag und Nacht die schweren grauen und braunen Lastwagen mit Lebensmitteln und Munition ins Innere des Landes. Auch Barcelona hat seinen Bürgerkriegs- Helden. Es ist der noch sehr junge Oberstleutnant S a n d i n o, der Leiter der Militärflugzeugstation von Katalanien. Ihm Ist es zu verdanken, daß das gesamte Personal der Luftflotte vom ersten Tage an, ohne zu zögern, regierungstreu blieb und bereits am ersten Tage des Aufruhr» damit begann, Ortschaften, in denen sich Rebellen aufhiclten,- zu bombardieren. Sandino organisierte besondere FlugzcUgstakfcln, die Expeditionen bis an die Siidspitzc Spaniens unternahmen. Er selbst befindet sich seit acht Tagen an der Front von Zaragoza, fliegt selbst jeden Tag viele Stunden und hat bereits zweifnal Zaragoza bombardiert. Als er vor ein paar Tagen für wenige Stunden nach Barcelona kam, um eine Unterredung im Kricgsministerium zu haben, wurde er von der Menge auf der Straße erkannt und enthusiastisch gefeiert. Sandino ist übrigens ein begeisterter Anhänger der„Front Populaire". Er soll, Ivie cs heißt, Companys gebeten haben die Rcgierungserweitcrung nach links vorzuncb- men, um die an der Front kämpfenden Arbeitermilizen zufricdcnzustcllen. Es besteht jedenfalls kein Zweifel mehr, daß Katalonien sich zu einem sozialistischen Staat entwickelt. Ob diese Enttvicklung Bestand hat, hängt von dem Ergebnis des Bürgerkrieges ab. sen. Hier liegt geradezu«ine der großen, noch nicht geleisteten GegcnwartSaufgabcn der Psychoanalyse und der von ihr beeinflußten Soziologie. Man hat Napoleon und Talleyrand, Goethe und die heilige Therese, Wilhelm Busch und Kaiser Wilhelm einer — wenigstens literarischen— Psychoanalyse unterzogen. Man hat dies bei Hitler, Göring, Goebbels und Streicher unterlassen, wiewohl dies heute wichtiger wäre und wiewohl über sie das großartigste Material in Büchern, Reden und Taten vorliegt. (Hitler:„Mein Kampf" und sämtliche Reden, Goebbels:„Michael", ein autobiographischer Roman, Streicher: zahllose Artikel im„Stürmer" usw...) Wenn das Wort Freuds, das wir an die Spitze diese» Artikels stellten, und dar seinem Alterswerk entstammt, wahr ist, muß der Marienbader Kongreß Mit den Gleichgeschalteten und Pseudogleichgeschalte- ten endlich Schluß mach«» und sich den großen Auf-' gaben der Gegenwart zuwenden. Freud selbst hat in seinen letzten Werken zu soziologischen und politischen Problemen Stellung genommen. E» kann von seinen Schülern erwartet werden, daß sie nicht mit.wissenschaftlichen" Scheuklappen durch die grauenhaft« Welt von heut« gehen. Wenn sie dies aber nicht tun, dann werden sie sich mit dem vielgestaltigen Problem der faschistischen Maffenneurose befassen müssen. Dann werden sie sich auch für Wege der Heilung entscheiden müssen. Nur in dem Maße, in dem ihnen das gelingt, wird ihr Kongreß der geschichtlichen Stunde gewachsen sein, nur danach wird man ermessen können, ob er«rfolgreich war oder nicht. I. Epsteln. Volkswirtschaft ui Sozialpolitik Dor Stand der Bautätigkeit, erhoben in 88 größeren Städten auf Grund des gesamten verbauten Raume» der Neubauten, für di« Baubelvilligungen erteilt wurden, verzeichnet in» Mai ungefähr den gleichen Stand, den sie im Vormonate, bei Beginn der heurigen Bausaison erreicht haben. Wenn am Anfang dieses Jahres Bewilligungen zu Neubauten erteilt wurden, deren gesamter verbauter Raum 2.915 Tausend Kubikmeter beträgt(im Vorjahre in der gleichen Zett 1.228 Tausend Kubikmeter), kann gesagt werden, daß die d i e»j ähr ig e B a u tätig k ei t zw ei m a l so groß ist wie di«■ vo rjährig e. Daraus jedoch, daß sich die Zahl der bewilligten Neubauten in der gleichen Zett von 6Ü9 nur auf 809, d. i. um 22 Prozent erhöht hat, ist ersichtlich, daß es sich in diesem Jahre in höherem Maß« um große durch die öffentliche I n v e st i t i ö n s t ä t i g« k ei t b e bin gt«Bauten' handelt.' Die kleineren Bauten, hauptsächlich di« Familienhäuser, hatten in-e» Vorjahren Verwogen.' Aus der Arbeiter-Turn- und Sportbewegung Der Atus beim WAT In Falkenau Die Arbeitersportler sind heute Lei allen Festen der Arbeiterschaft ein ausschlaggebender Faktor bei der Programmgestaltung. Ein größeres Fest ohne die Arbeitersportler ist undenkbar. Sie geben durch die Füll« ihrer Darbietungen jedem Fest den Bolks- festcharakter. Auch in Falkenau war die» wiederum der Fall. In allen Disziplinen waren die Arbeitersportler aufmarschiert. Obwohl die Möglichkeiten der sportlichen Betätigung nur beschränkt waren, wurde doch ein großes Programm durchgesührt. Schon am Samstagnachmittag marschierten die Schwimmer im Städtischen Schwimmbad auf. Di« kühle Witterung war allerdings nicht gerade einladend für diese Sportart, jedoch konnten die Wettkämpfe alle durchgeführt werden. Ein Glanzpunkt war der Samstagabend. Bei dem Kommers zeigten die Arbeitersportler eine Reihe ganz hervorragender Darbietungen. Am Sonntag herrschte auf dem Sportplatz an der Gasanstalt reges Leben und Treiben. Leichtathleten, Faustball- und Raffballspieler kämpften um die Festmeisterschaftcn. Die Beteiligung bei den Leichtathleten war überaus stark. Die Spiele der Faust- und Maffballmannschaften fanden großes Interesse. Besonder» bei den Raffballspielern wurden heiße Käinpfe auSgefochten, bei denen der Bundesmeister Oberrothau wieder als sicherer Sieger hervorging. Am Nachmittag auf dem Festplatz waren die Turner dominierend. Freiübungen und Geräteturnen der Turner und Turnerinnen fanden vor einem großen Publikum statt. Immer wieder zollten die Zuschauer stürmischen Beifall. Leider hatten die Geräteturner einen Unfall zu verzeichnen, ter einen Armbruch zur Folge hatte. Den Abschluß der sportlichen Darbietungen bildete wieder ein Fußballspiel, bei dem die Meister der zweiten Klasse um den Aufstieg zur ersten Klaffe kämpften. ES endete unentschieden und brachte auch in der Verlängerung keine Entscheidung. Bin Großkampftag der Leichtathleten Die gemeldeten Sportler waren fast vollzählig angetreten, 259 Wettkämpfer stellten bei dem sehr beschränkten Platz an die Kampfleiter große Anforderungen. Gleichzeitig wurde auf sechs Sprungstcllen, sechs Kugelstoßplätzcn und den nötigen Laufbahnen gekäinpft. Die Wurfgeräte(Diskus, Schleuderball) mußten auf einem Nebenplatz abgewickelt werden. Der Kampfrichterapparat sowie die Wettkampfleitung klappten einwandfrei, in knapp zweieinhalb Stunden war das ganz? große Wettkampfprogramm abge- wickelt. Ein großer Kampf war der Fünfkampf der Männer, über d0 Wettkämpfer wären am Start. Sieger wurde überraschender Weise der Marienbader HanSlit vor Reim-Pütschirn. Unsere besten Kämpfer wären am Start. Wcitsprünge knapp an der. Sechs- Metergrenze(Ott, Eger 5.72), Diskuswürfe über 89 Meter(Hänslik 82.87, Reim 80.59, Unger, Rtthan 89.42). Kugtlwürfe über. 10 Meter(Reim 10.82, Treßl, Rothau 10.11, Unger, Rothäu 10.10) beweisen die Qualität unserer Sportler, Auch bei den Jugendsportlern Waren gute Leistungen zu Virzeichnen, so brächte der Sieger Dörn-Friedersreuth 5.27. in Weitspringen und lief die 100 Meter in 1&8(Ott 12.2, HanSlik sogar 11.5). Bei den Frauen war die Bunde»si«gerln Genossin Nejedlo- Karlsbad nicht zu schlagen. Weitsprünge über 4 Meier brächten zahlreiche Sportlerinnen, Genossin Burg- mann-Asch sprang 4.27, Jabny-Maierhöfen 4.18. Inj-SchleUderballwerfen konnte Nistler Jlse-Fleißen mit 29 Meter, Nejedlo mit 28.4& hervortreten. Der Da fällt mir eben ein: Nach Hause könnten wir im Schnellzug fahren! 100 Meterlauf mit 14.1 der Genossin Bodermayer« Elbogcn gehört in die BnndcSleistnngen. Bon den Jugendsportlerinncn lief die Siegerin Ttreitbcrgcr- Schlaggcnwald 8.2 Sekunden, Die„Besten" zeigten Sonntag nachmittag» gleichzeitig mit den besten Geräteturncrn und Turnerinnen ihr Können. Sportler zeigten in Hochsprin- gen und Kugelstoßen die Schönheit sowie die Leistungsfähigkeit de» Arbeitersportes, die Sportlerinnen stellten eine Riege Schleudcrballwerferinnen, Leichtathletik verdient viel'mehr Interesse, dann würde die Enttvicklung auch für die Arbeitersportbe« wcgung rascher und günstiger sein. Die Geräteturner hatten Pech Die angeschte Ausscheidung für das Geräte« scrlenturnen konnte leider nicht vollständig durchgesührt werden. Bei den Turnern gab e» beim ersten Versuch einen Unfall, Gen. Hoffniann, welcher schon jahrelang in der Bärringen-Mannschaft startet, hatte nach einer vorzüglichen Reckübung bei seinein Abgang da» Unglück, weit über die Matte zu kommen und mußte ausscheiden. Solidarisch brachen beide Mannschaften den Kampf ab. Bärriiigc» hatte bereit» 64)4 Punkte, Eger 61%, zwei gleichwertige Mannschaften verließen den Kampfplatz. Die Tnrnerinucn unterbrachen nach dem zweiten Gerät ebenfalls den Kampf, allerdings hatte die Mannschaft des 1. Bezirkes einen starten Borfprung. Allrohlau steht mit 159% Punkten an der Spitze, die Turnerinnen» Eger, welche den 2. Bezirk vertraten, erreichten 140 Punkte. E» hat sich neuerlich erwiesen, daß für die Austragung derartiger Kämpse am besten eine Saalveranstaltung oder ein Wettkampf im Turnsaal geeignet ist. Große Festveranstaltungen bringen zu viele Gcfahrenmomente mit sich(Regen, Sonne, Ueberanstrengung usw.). Wir hoffen, daß die dritte KreiSauSscheidnng im Gerätcserienwettkampf nichr die schönen Ansätze im 6. Kreis behindert. Die Turntechniker werden sich nach neuen Möglichkeiten für den Herbst umschen, vielleicht bietet die Zusammenstellung von BezirkSauSwahlmannschaftcn die Gewähr, gute Serienwettkämpfe, an welchen alle Bezirke beteiligt sind, zu organisieren. DaS Turnen der beiden KreiSmusterriegen am Sonntag Nachmittag, welche» so oft von starkem Beifall unterbrochen wurde, beweist jedenfalls, daß wir genügend Kräfte haben, auf welche wir stolz sein können. Die Schwimmerwettkämpfe des Atus am WAT Dar kalte Wasser konnte Wohl der Teilnehmerzahl etwas Abbruch tun— abhalten ließen sich unsere wackeren Wassersportler jedoch nicht. Pünktlich konnten Samstag nachmittags die Konkurrenzen begonnen werden,, alle ausgeschriebenen Schwimmstrecken wurden ausgetragen. Die Eger führte nicht nur kaltes Wasser, sie führt auch sehr viel Wasser Mit sich. Die vorhandene Strömung brachte cS mit sich, daß die erreichten Zeiten außerordentlich gut sind. Sehr erfreulich ist das Auftauchen einer Reihe guter junger Kräfte, bei gutem Sportwctter wäre mit einer Schwimm-Großveranstaltung zu rechnen gewesen. Als bester Schwimmer de» Kreises ist der Ascher Heise anzusprechen, welcher mit 1.06 nicht nur die beste Zeit im Rückenschwimmen, sondern damit auch die beste Zeit de» Tages schwamm. Genosse Micht Walter-Eger brachte mit 1.11 Minuten die zweitbeste Zeit des Tages zustande. Sehr gut flvd auch die erreichten Zeiten der beiden Sieger inr 50-Meter-Schwimmen zu nennen. Bei den Schwimmerinnen steht die vorjährige Siegerin Genossin Schuster-GraSlitz abermals an der Spitze. Da» Knabenschwimmen gewann der Schlackenwerthcr Kauer sehr knäpp, bei den Mädchen blieb der 1. Rang in Jalkcnäu, gewonnen von der Schülerin. Kropp Theresia. Von der Stafetten und Wafferbassspielv» mußte wegen der vorhandenen StröÜmng abgesehen Werden. Wenige Wochen nach dem großen Aufmarsch des AtUs in Komotau haben die Arbeiter-Turner und-Sportler durch, ein Mässenäusgeböt ihre hohe Aktivität neuerlich bewiesen. Bei diesem Kreisarbeiterfest kam besonders.die starke Verbundenheit des Atus mit der Partei zuni Ausdruck. Arbeitersportbewegung ist ein Stück der Arbeiterllaffenbewegüng, die Arbeitersportler sind 'sich bewußt, daß ihre Körpererziehung vor allein zur Erziehung von klassenbewusstem disziplinierten und kampsesfrohen Streitern für den Sozialismus Lienen muß. Seite 6 «Sozialdemokrat' Mittwoch, 5. August 1936. Nr. 181 Wie sieht die Volksmiliz aus? Arbeiterregimenter— Frauenbataillone— Armeezeitungen (MTP, Barcelona.) Achtundvierzig Stunden, nachdem die Truppen des Generals Franco die Aufstandsbewcgung begonnen hatten, entschloß sich die Negierung von Barcelona auf dringendes Ersuchen der Gewerkschaften, den Arbeitern Waffen in die Hände zu geben und VolkS- .milizcn zu gründen. Zur selben Zeit traf die Regierung in Madrid eine ähnliche Maßnahme, und alle anderen Städte Spaniens, die sich in den Händen der Regierungsbehörden befanden, folgten diesem Beispiel.' Die Organisierung der BolkSmilizen und Frciwilligenvcrbände war keine leichte Aufgabe, obwohl die Arbeiterschaft Spaniens, au Bürgerkriege seit mehr als zehn Jahren gewöhnt, in kwnpftechnischen Fragen gut. ausgebildet ist. Diesmal handelte es sich aber nicht darum, lediglich eine Elite zu bewaffnen und in den Kamps zu schicken, sondern jeden Mann, der sich freiwillig zur Berfügung stellte, in die Formatiouen einzuvrdnen. Es fanden sich allein in Barcelona Tausende von Menschen, Jungarbeiter, Arbeitslose, kleine Angestellte, die niemals in ihrem Leben eine Waffe in der Hand gehabt hatten, die von militärischen Dingen nicht die leise st e Ahnung hatten und die nun stürmisch verlangten, marschieren und schießen zu dürfen. Nachdem die Arbeiter« und GewcrkschastS- führer der Negierung versichert hatten, daß die Angehörigen der Volksmiliz und Freiwilligenverbände sich der Disziplin und dem Kommando deS regulären Militärs unterstellten und bereit seien, dem Kommando des" Kriegsministers zu folgen, ergab sich für die Regierung die Notwendigkeit, den Arbeiterbataillonen eine Reihe von gedienten und erfahrenen Soldaten zur Seite zu geben, die das Kommando übernahmen. Die Arbeiterregimenter ihrerseits wählten aus ihren Reihen heraus Vertrauensleute— wobei es sich meist um Leute handelte, die bereits gedient hatten— die dem militärischen Befehlshaber gegenüber die Wünsche der Mannschaft zu vertreten haben, soweit sie sich auf Verpflegung, Unterkunft, und ähnliches beziehen. Zu gleicher Zeit übernahmen die Vertrauensleute die Aufgabe, die Mannschaften sozusagen„politisch" auf dem Lausenden zu halten, ihren Kampfmut zu stärken, sie über die Absichten des Gegners zu informieren und auf die Bedeutung der ganzen Aktion hinzuweisen. Diese Zweiteilung der Komma n d o g e>v a l t, nämlich militärische und. politische Führung, hat sich bisher als äußerst « rf o I g r e i ch,«.p w i.e s en. In Barcelona wenigstens ist.bisher fein Fall einer Disziplinlosigkeit bekannt geworden, und die Zusammenarbeit zwischen dem zivilen und dem militärischen Führer der Freiwilligen-Organisationen hat zu keinerlei Reibereien geführt. Im Gegenteil: mit bewunderungsivürdiger Schnelligkeit ist es gelungen, innerhalb weniger Tage aus diesen losen und ungeschulten Verbänden einigermaßen gut durch gebildete Militärformationen zu machen, die, Seite an Seite mit den regulären Truppen kämpfend, besonders im Nah- und Strahenkampf sowie im Kundschafterdienst außerordentliche Dienste leisten. Man konnte deshalb in den letzten Tagen schon daran gehen, ganze Regimenter aufzustellen, die nur aus Mitgliedern der Arbeitermilizen bestehen. Diese Regimenter sind Ivie die der regulären Truppen in Bataillone und Kompagnien! eingeteilt. Allerdings besitzen die Arbeitermilizen keine Militäruniform. Der größte Teil von ihnen trägt d u n k e l b l a u e M ii tz e n, die ihnen aus den Beständen der Polizei zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem sind auf Anweisung der Gewerkschaften die Kämpfer mitdunkelblauen Hemden bekleidet. Schuhlverk und Gamaschen werden von der Militärverwaltung geliefert. Besonders interessant ist es, daß, da sich so-. Wohl in Barcelona wie in Madrid viele Hunderte von jungen Arbeitermädchen gemeldet haben, bereits regelrechte Frauenbataillone gebildet wurden. Kurioserweise haben sie es beim Kriegsministerium durchgesetzt, daß diesen Frauenbataillonen— in Barcelona existieren bisher drei— ein Offizier lediglich als Berater beigegeben wird, im übrigen aber Frauen selbst das Kommando ausüben. Man hat diese Bataillone bisher in erster Linie zum Straßen- und UeberivachungSdienst innerhalb Barcelonas benützt. Jedoch haben diese Bataillone einige besondere Stoßtrupps gebildet, die sich den regulären Truppenvangeschlossen haben und tatsächlich mit in den Kampf gezogen sind. Auch sie haben sich, an der Front angelommen, dem militärischen Oberkommando widerspruchslos unterstellt. Von einigen Frauen werden Wundertaten AuSflugSzüge der Staatsbahnen. Vom 8. bis 18. August Rundfahrt durch Mähren Xi 880.—, vom 14. bis 28. August ins Miesengebirge Xi 888.—, vom 22. bis 81. August in die Hohe Tatra Xi 668.—, vom 28. August bis 18. September Kuraufenthalt in Luhaiovice Xi 868.—, in Tren- iiaufke Tepliee Xi 888.— in Picstany Xi 1818.—, vom 28. August bis 6. September„Quer durch die Slowakei" Xi 688.— und Wanderungen durch die Beskiden Xi 426.—. Außerdem können jederzeit Einzelpersonen einen dreiwöchigen Kuraufenthalt antreten, und zwar in Karlsbad Xi 1188.—, in Marienbad Xi 1108, in JoachimSthal Xi 1186, in Bemohet die FelienstBdte Wekelsdorf und Adersbach Weltberühmt als einzig dastehende Sandsteingebilde Die Naturdenkmäler zählen zu den beliebtesten Reise zielen tausender Touristen. Sommerfrischen— Herrlich angelegte Bäder— Hotels: Felsenstadt Adersbach— Eisenhammer, Wekelsdorf. Prospekte durch die Felsenverwaltungen. 3496 Bardijov Xi 896.—, Lubochäa Xi 986.— Ta- transkä Lomnic« Xi 998.— und Strbskc Plcso Xi 926.—. Informationen und Anmeldungen im Basar neben deut Wilsonbahnhof Telephon 88.888. Einen SonderanSflugSzug veranstaltet die StaaSbahndircktion am 8. August nach EiscnstnÜ. Abfahrt um 14.48 llhr von Smichov, Rückfahrt von Eisenstein am Sonntag um" 17.48 Uhr. Preis für beide Fahrten 8. Klasse Xi 49.—, 2. Klaffe 64. Anweisung für den Zug Xi 1. Vorverkauf und nähere Informationen auf dem Wilson- und Smichover Bahnhof.-• Ä.„Leichtathleten, Achtung!" Der Mm Mcisierschaftskampf DTJ Prag miirS- I- V.— Ains Prag mußte ans AMIlKw technischen. Gründen verschoben Nächster Termin wird bald PRAG bekanntgcgeben.— A b Mitt- Io o ch, den 8.• August 1986 beginnt der Atus auf dem Sommerturnplatz(Hetzinsel) mit dem üblichen Training und Spielbetrieb, wel« berichtet. Einer Kolonne ist es gelungen, bei den Kämpfen um. Lerida den Härtbedrängten Regie- rungstruppen Munition und Verpflegung mitten im schärfsten Kugelregen herbeizuschaffen. Nicht weniger als" sechs Frauen wurden dabei getötet.' Am hestLn organisiert scheint das 2. Ar- beiterregiment von Barcelona zu sein. Das Regimentskomitee gibt bereits seit drei Tagen an die Truppe täglich eine mit Schreibmaschine geschriebene Zeitung heraus, die nicht nur die neuesten Nachrichten über die allgemeine politische Lage enthält, sondern sozusagen auch praktischen Unterricht erteilt und genaue Angaben darüber macht, wie man zum Beispiel eist Maschinengewehr bedient oder das Gewehr sachgemäß reinigt. Im Kriegsministerium ist ein besonderes Büro zur Organisierung der Arbeitermilizen und Freiwilligenverbände eingerichtet worden. Der Leiter dieses Büros sprach sich in der letzten Pressekonferenz außerordentlich lobend über den strategischen Wert, den unerhörten persönlichen Kampfmut und die belvundernswerte Disziplin dieser zivilen Kämpfer aus:„Sie stehen", so sagte der Leiter,„dem Militär nur an technischer Vollkommenheit, nicht aber an Umsicht und Kühnheit nach, und sie sind die besten Stützenim Kampf gegen die Rebellen." cher Heuer folgendes Programm aufweist: M i t t- w o ch: 8 bis 6 Uhr Spiele. 6 bis 7 Uhr Gymna» stik und Geräteturnen für Frauen und Männer. Samstag: 8 bis 8 Uhr Spiele und eventuelles Kinderturnen. 6 bis 6 Uhr Ghmnastil und Geräteturnen für Frauen und Männer. Filme In Prager-Lichtspielhäusern Bis einschließlich Donnerstag, den 7. August: Urania-Kino: Eröffnung der neuen Svielsaison: „Der Springer von Pontresina".— Adria:„Äethio- pien."(Jial.)— Alfa:„Die Sklaven der Leidenschaft."(D.)— Avion:„Unter Geschäftsaufsicht." (Tsch. Vlasta Burian.) Fenixr„Im Geheimdienst." (A.)— Flora:„Zigeunerblnt."(D.)— Gaumont: „Boccaccio."(D.)— Hollywood:„Rendezvous in Wien."(D.)— Julio:„Boccaccio."(D.)— Äinema:„Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Journale. Grotesken.— Lncerna:„Im Gchejnmdienst."(A.)— Metro:„Die Nacht der Liebe."(A.— Grace Moore.)— Passage-„Savoy- tzotel 217."(D.)—Praha:„Der verhängnisvolle Augenblick."(Tsch.)— Svctozor:„Savoy-Hotel 217."(D.)— Alma:„Der Mann, der W Bank von Monte Carlo sprengte."(A.)— Baikal:„Nachtfalter."(Ä.)— Beseda:„Ich sehne mich nach dir." (D.)— Illusion:„Nachtfalter."(A.)— Lid» M: „Die ganze Welt lacht."(Ruff.)— Louvre: „Nachtfalter."(A.)— Macejka:„Episode."(D.— Paula Wessely.)—Olympie:„Waldwinter." (D.l— Rozy:, ,Eva."(D.)— U Bejvodu: „E k st a s e."(Tsch.)— Beletrhy:„Der ideale Gatte."(D.) Ola Gedichte eines vom Dritten Reich Ausgebürgerten: Prolet, das bist du von Kurt Doderer XL 8.—. Organisationsrabatt.— Zu beziehen durch die Zentral st eile für das Bildungswesen, Prag XII,. Slezska IS. Eine verbotene Rede Der Hunger im Lande,wo der Pfeffer wächst Von Carric Pothuis-Smit.* Nachfolgend einige Auszüge auS. einer Rede, die die Genossin PothuiS-Smit im holländischen Radio halten sollte; diese Rede wurde mit einem Verbot beehrt. Nickdcrländisch-Jndien galt früher als daS Land, in dem man schnell reich wird mid das man alsdann mit einer einkömmlichen Pension und einem Leberleidcn verließ, um in Holland den Pest seiner Tage auf angenehme Weise zu verbringen. Heute aber ist das alles anders go- tvovden, öder zmn mindesten vieles davon. Wir können ohne Übertreibung sagen, daß eine große Anzahl von Familien heute aus Indien zurückkommen, weil dort keine Arbeit zu finden ist. Die Rückkehr ist alles andere als fröhlich, denn in Holland liegt die Arbeit nicht auf der Straße und in den meisten Fällen vergrößern diese Heimkehrer aus Indien die Zahl der Arbeitslosen im Mutterland. Trotz alledem aber glaube ich, daß Indien für die meisten von uns, die es nur dem Hören-, sagen nach kennen, immer noch das Land der Phantasie ist, in dem es keinen Winter und keine Ofen gibt, in.dem Tiger und Krokodile in Freiheit herumlaüfen und wo die Eingeborenen alle Arbeit leisten. Spaß beiseite: in Wirklichkeit haben wir keine Ahnung von Indien, insbesondere Hom heutigen Indien.i Im Parlament kommt man mit der Zeit dazu, sich eine annähernde Vorstellung von diesem Lande zu machen. Man hört über dieseÄ Thema die widersprechendsten Meinungen und so lernt man schließlich den wirklichen Zustand des Landes kennen. Eine Diskussion dieser Art fand kürzlich in der" Ersten Kammer statt;..• Stellen wir uns einen Augenblick lang vor, daß die aus Indien zurückgefcksickten Auswanderer. oder Pensionsbezieher aller Rangstufen— mit ihren Frauen— der Debatte beiwohne». Sie würden hören, wie der KolonialMinister mitteilt, daß. das Defizit dieses Landes/ das sich noch vor drei Jahren auf 89 Millionen Guidon belief— einen Betrag, den man sich schiver vorstcllcn kann— heute noch 11 Millionen beträgt, aber daß er hoffe, für das nächste Jahr«in völlig ausgeglichenes Budget vorlegen zu können, so daß die enorme Schuld Indiens nicht mehr zunehmen würde. Wie diese enormen Einsparungen erreicht werden" konnten— das ist ein Punkt, über den sich die Mitglieder der Kammer nicht sehr einig waren. So gab unser Genosse Mendels der Meinung Ausdruck, daß dieses Ergebnis nur durch eine starke Kürzung der Gehälter und Löhne erreicht worden sein könne, und daß die Eingebo- rencnlühiie auf ein Niveau gesunken seien, das den Eingeborenen außerstande setzt, noch ein menschliches Leben zu führen. Als Beleg für seine Auffassungen führte der Redner die Meinung eines bürgerlichen Journalisten an, des Körre» spondcntchl des„Handclsblad", nach welcher die Lage in Niederländisch-Jndicn ganz außerordentlich schlecht ist. Man könne zwar nicht von einer ausgesprochenen Hungersnot reden, über... Dieser^ Journalist, der anscheinend in Batavia eine Untersuchung durchgeführt hatte, schrieb wörtlich (es ist natürlich Nicht von Holländern die Rede, sondern von Eingeborenen, von Menschen'mit brauner Hautfarbe in ihren überlieferten Natio- naltrachten und von ihrm kleinen farbigen Kindern):„In den Wohnstätten, die ich gesehen habe, war überall die Hausfrau damit beschäftigt, Bananen für die Mahlzeit M zerreiben. Nachdem, was mir der Regent(der eingeborene Häuptling) sagte, sind nur bestimmte Bananensorten zü Nahrungszwecken geeignet. Wir mir der Resident(«in hoher holländischer Beamter) sagte, sind solche Bananen nur dann bekömmlich, wenn sie mit anderen Nahrungsmitteln' vermengt sind. Aper sebst mit Tapioka-Blättern vermischt sind sie gesundheitsschädlich. Wie ich wiederholt selber seststellen konnte, bekommen sehr häustg. Kinder, die während einiger Zeitmit diesem sehr scharfen Gericht ernährt werden, eine Art' Gesichts- auöschlag. Ich habe gleichfalls festgestellt und der Resident hat es'mir zugegeben,j daß die Schulkinder in den meisten Fällen einen völlig apathischen-Eindruck machten. Eine große Anzahl der Kinder zeigten«inen"auffällig gelben Teint Und saßen niedergedrückt"und mitt glasigem Blick. auf ihren Bänken. Meiner Meinung nach sind zahlreiche Kinder außerstande; weiterhin iw der'Schule' zu /bleiben. Einige von. ihnen konnten- sich' mit Mühe auf ihren Beineü halten". ..Wilhelm III." Unter dem Titel„Hitlers wilhelminische Außenpolitik" schreibt Strassers„Deutsche Revolution" u. a.:. „Wie Wilhelm, so schwank auch Hitler zwischen den Extremen.' London—Rom,■ Rom— Belgrad, Budapest—Bukarest, lösen einander ab, bald tritt Wien, bald Danzig" als Ziel in den Vordergrund, dann wieder Memel und endlich Ostafrika. Was will Hitler eigentlich? Er weißes selb st nicht und seine Ratgeber, durch" die allerhöchsten Wendungen jedesmal Peinlich überrascht, wissen cS ebenfalls nicht. DaS Ende dieser Schaukelpolitik, die mit jedem gut Freund sein und auf nichts verzichten, gegen jeden rüsten und mit keinem brechen, alle hineinlcgen und mit allen rückversichert sein möchte, kann nur eine Katastrophe sein, schlimmer als 1914. Denn damals hatte man immerhin Oesterreich-Ungarn am Leiffeil, diesmal besitzt Deutschland nicht einen wirklichen Freund, sondern in. England, Frankreich, Rußland, Italien, Polen, der Kleinen Entente und einigen kleineren Staaten lauterpotentielle Gegner, von denen Hitler bisher nicht einen einzigen verläßlich auszuschalten und in einen Freund zu verwandeln vermochte. Wie Wilhelm sucht er faktisches Versagen durch Vielrede» auszugleichen, wie jener richtet er mit seinen Reden nur Unheil an, da man seinen Schwüren nicht glaubt, die versteckten Drohuiigcn aber umso besser heraushört. Noch verbirgt sich die nahende Katastrophe hinter den schillernden Schein-Erfolgen, wie ja auch Wilhelm und Bülow, ehe es zur Vollendung der Einkreisung kam, eine Reihe von blendenden Erfolgen aufzuivcisen hatten. Aber sicherer als. damals schreitet das Unheil daher. Wenn unsere Gegner wollen, können sie Deutschland morgen zerschmettern, denn sie-verfügen über. Rohstoffe, Menschen und Räume' von fast unbegrenztem Ausmaß, während Deutschland die engen Mauern, die Versailles um uns errichtet hat, um unsere Kraft auf ein Jahrhundert zu lähmen, nicht gesprengt hat. Im Gegenteil, die Breschen, die noch unter dem Weimarer System durch die Diplomatie der Wilhclmstrahe und" durch das Wirken der Reichswehr in die Wälle von Versailles gebrochen wurden, die Entente Mit"Rußland voran, sind von Hitler selbst, wieder geschlossen worden." Gina Falkenier- und Albrecht SchoenhalS in der Filmoperette„Boccaccio". Der Kolonialminister bemühte sich, die. Behauptungen des„Handelsblad"" zurückzuweisen. Er wollte gern zugcben, daß in bestimmte Ge- genden Javas die Ernährungszustände nicht gerade günstig seien, fügt aber hinzu, daß dieser Zustand nicht ncu und vor 28 Jahren noch viel ärger gewesen sei. Die Regierung habe sichimmer bemüht, hier einzugreifen. Im übrigen habe dec Generalgouverneur die Auffassung vertreten, daß die alarmierenden Berichte, die in bezug auf bestimmte Bezirke im Umlauf sind, übertrieben seien.... Eö wäre güt, zu dieser Frage die Meinung von Familien zu hören, die in Indien wohnen oder die Indien verlassen mußten. Sehen sie nichts weiter, als ihre eigenen Interessen? Denken sie nur an ihre weniger hohen Pensionen, an ihre verlorenen Stellungen oder ihre herabgesetzten Gehälter? Beschästigen sie sich'nicht miL'bfcfcm schönen und großen Lande, das vierzigmal größer ist als das unsere und von ihm abhänyt? Ist Indien für unS nur das Land, wo derl Pfeffer wächst und wo die Muskatnuß herkommt? Oder füMn wir die ganze Last der Verantwortung für das, was in"diesem Lande verwirklicht oder nicht verwirklicht wird? Höffen wir eil Denn, nicht-wahr,"Indien(oder vielmehr Indonesien, wie-man es heute zu nennen pflegt) kann"Nicht mehr'als ein-Land betrachtet werden, das bloß dazu-"-dient, ausgebeutet zu werden", und aüS dem man Profite' herauszieht, sondern als ein Land, das, von der-holländischen Regierung dementsprechend- vorbereitet,/ sich in' möglichst kurzer Zeit selber Regieren soll.'/-"/:<■ Bezug S-b edingungen! Bei Zsistellung ins HaUS oder hei Bezug durch. dt. Post monatlich XL 16.-—„ vierteljährig XL 48.—, halbjährig Xi 96.—. ganzjährig Xi>i9S.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten ersolgt- nur bei Einsendung der Retourmarken.'— Die Zeitungsfrankatur wurde vön der Poft- und Töle» graphendirektwn mit Erlaß Nr. 18.800/V1I/1980 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck«, Verlags» und Zeitungs-A.-B. Prag.