Samstag, 8. August 1936 16. Jahrgang Nr. 184 Einzelpreis 70 Heller (elntchllefillch 5 Heller Porto) 1ENTRAIORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER tSCHECHOSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG Xll., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER« SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEURt DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Wie Hitler die Aufständischen Deutscher Dampfer mit 28 Bombern unterwegs/ Kreuzer liefern Munition? London. Der Pariser Korrespondent beö„D a i l Y H e r a l d" teilt mit, daß französische Regierungsstellen Meldungen erhalten hätten, denen zufolge der deutsche Dampfer„N s a- r a m o" mit 38 Bombenflugzeugen an Bord nach Spanien abgedampft ist. Das Schiss ist ain 31. Juli aus Hamburg ausgelaufen. Die Flugzeuge begleiten Piloten und Mechaniker. Di« Nachrichten hierüber haben große Erregung hervorgerufen und sollen Gegenstand nichtamtlicher Unterredungen zwischen Mitgliedern der französischen Regierung und politischen Persönlichkeiten der Linken gewesen sein. „News Chronicle" veröffentlicht einen Artikel Brrnon BartlettS, in welchen» cS heißt, an seriösen Stellen glaube man, daß die deutschen Kriegsschiffe bei ihren», jüngste»» Besuche in Spanisch-Marokko Explosivstoffe ans Land gebracht haben. Bartlett fügt hinzu, in Paris und London glaube man, daß sich die Situation viel er n st er gestalten könnte, wenn der Vorschlag bezüglich einer Nichtintervention iin spanischen Bürgerkrieg nicht unverzüglich angenommen würde. unterstützt Waffen-Embarso nur fUr Regierungen? Paris. Der Text des vorgeschlagenen Neutralitätsabkommens der Großmächte wird erst in der nächsten Ministerratssitzung genehmigt werden. Wie der Vertreter des Tschechoslowakischen Pressebüros von gut informierter Stelle erfährt, besagt dieser Text, daß sich die Signatare deS Abkommens verpflichten, vom Tage der Unterzeichnung an Spanien keine Waffen oder M u- . n i t i o n z i» liefern. Der Text soll aus. drücklich das Wort„Regierungen" enthalten, wodurch die Freiheit der privat«,» Lieferungen, allerdings mit dein Borbrhalt der Bewilligung der Ausfuhr, -die in zahlreichen Starten von der Regierung erteilt wird, unberührt bliebe. Dainit in Widerspruch steht eine Reuter- Meldung aus London, daß der französische Abkommensentwurf bereits im britischen Außenamt eingetroffen sei und über den Inhalt verlaut«, daß die Hauptpunkte das Verbot der direkten oder indirekten Einfuhr von Waffen und Kriegsmaterial einschließlich Militär- und Zivilslugzeuge nach Spanien beinhalten. Ferner sollen die Signatare des Abkommens über die bereits getrvf- fenen Maßnahmen ihre Meinungen austauschen. Der britische Standpunkt zu dem Vorschläge wurde der französischen Botschaft mitgrteilt. Was Eiigland betrifft, so liege die. Hauptfchwierigkeit in dem vorgcschlagenen Embargo aufZi- v t l f lu gze u g e, denn mit Rücksicht auf.dix gegenwärtigen Vorschriften könne Großbritannien ein Embargo auf Zivilflugzeuge nicht anordnen. Außerdem bestehe eine gewisse Unlust, in dieser Angelegenheit Sondermaßnahmen zu treffen". Die berufene» britischen Kreise sind"der Ansicht, daß das Genfer Abkommen vom Jahre 1025 eine geeignete Grundlage für die Definition der Begriffe: Rüsten, Munition und Kriegsmaterial bilde. Ole Regierung meldet: Paris. Im„L'Oeuvre" schreibt die diplomatische Berichterstatterin Frau Tab»«iS, die Situation in der spanischen Frage habe sich verschlimmert, insbesondere durch die Spannung zwischen der reichsdeutsche» und der Madrider Regierung. RrichSkavizler Hitler habe sich entschloss««, unverzüglich zwei neue Kreuzer- und eine bestimmte Anzahl von Torpedobootzerstörern in di« spanischen Gewässer zu entsenden. Auch„L'Oeuvre" bestätigt, daß der Kreuzer „Deutschland" an-der spanischen Küste Munition gelandet hat« und vom Hamburger Hafen das Schiff„Usaxanw" mit 28 Flugzeugen Md Piloten an Bord mit dem Ziele Spanien ausgelaufen sei. Madrid. Der deutsche Geschäftsträger in Madrid hat den Protest deS deutschen Generalkonsuls in Bareelona wegen der Tötung der vier deutschen Staatsangehörigen wiederhol^ m»d nachdrücklichst Schadenersatz gefordert. Alles nickt wahr... London.(Reute,r.) Der reichsdeutsche Charge d'affaires gab die entschiedene Versiche rung ab, daß weder die Reichsregierung, noch auch Einzelpersonen den Aufständischen Waffen, Kriegsmaterial oder Flugzeuge geliefert haben. An deutschen Stellen wiü> auch betont, daß Deutschland nicht daran denke, in Barcelona Truppen zum Schuhe der deutsche»« Staatsbürger oder deren Interessen auszuschiffen. Schwedischer Dampfer In Bordeaux ansehalten Explosivstoffe für die Kanarischen Inseln an Bord. . Paris. Der„TempS'k veröffentlicht eine Depesche aus Bordeaux, derznfolge di«, französischen Zollbehörden festgestellt haben, daß der am Freitag Bormittag in Bordeaux cingetroffvic schwedische Dampfer„G.emb or.g" Fässer m i t E r p l o s i v st o f f.e n an Bord hat, die für dir Kanarische»» Insel»»' bestimmt sind. Der Präfekt ließ di« Fässer in Anwesenheit des schwedischen Konsuls ansladen. ' handelt. Unmittelbare Gefahr bestehe nicht. Der erste voi» dem Panzerschiff'„Jaime" abgegeben« Schutz tötete sämtliche Kanoniere des Kanonbootes„Dato". Diese erste Granate platzte auf dem Bug deS Kanonenbootes. Die übrige Besatzung verließ hierauf das Schiff. Die Lloyd-Agentur meldet, daß in AlgeeiraS durch das Bombardement große«Schaden ungerichtet wurde. Auch Flüchtlinge, die in Gibraltar eintreffen,, bestätigen, daß zahlreiche Häuft«' zerstört und mehrere' Menschen getötet Madrid. Ein vom Gouverneur von Malaga ausgegebenes Kommuniquee besagt, daß sich die Aufständischen in der Stadt Cadiz ergeben haben. Die spanische Regierung meldet von allen Frontabschnitten Erfolg«. Nördlich von Madrid rücken RegierungSabtrilungen in der Richtung gegen A vil a vor. In Asturien hat die auS den Bergarbeitern deS dortigen Kohlenbeckens bestehende RegierungSmiliz zahlreiche Positionen der Aufständischen besetzt. Auch in der baSkischen Provinz, wo sich die Nationalisten den Abteilungen der Regierung angeschloffe» haben, hat di« Regierung ihr« Positionen erheblich gefestigt. Die Regierungstruppen setzen dieOfsensivege- genSaragosfa erfolgreich fort. Jin Süden greifen die RegierungStruppeir Cordoba an und nähern sich Granada. Auch bei der Stadt B a j ä d» z haben die RegierungSabteUungen einen Erfolg errungen. Hauptoffensive gegen Madrid erfolgen., Nächtlicher Probealarm in Madrid Auf Anordnung der Regierung wurden Donnerstag abends Madrid-und feine Vororte verdunkelt. Lediglich Autos, die eine-besondere behördliche Genehmigung hatten, durften durch dje Algeciras von Regierungskreuzern Die Batterien der Aufständischen bombardiert zum Schweigen gebracht s Ein Kanonenboot Im Hafen versenkt Gibraltar. Der spanische RegiernngSkreuzer„I a i m e P r i m e r o", unterstützt von de» Kriegsschiffen„Librrtad" und„CervanteS", hat am Freitag dei» Hafen voi» Alge e i r a s bombardiert. Durch daS Bombardement, daS außerordentlich wirksam war, wurde» in AlgeeiraS anscheinend alle Festungswerke der Aufständischen zum Schweigen gebracht. Es war dein Kreuzer gelungen, sich unter ständigem Fe»»ern der Küste a»»f günstigste Schußweite zu nähern, ohne daß er auch nur von einem einzigen Schuß der Aufständischen getroffen worden wäre. Bald antworteten die Forts nicht mehr und der Kre»»zer konnte ungehindert ai» den Hafen herankommen. DaS dort liegende Kanonenboot der Aufständischen„D a t o" wurde von drei Granaten getroffen und vernichtet. Die Aufständischen haben es auf Grund gesetzt. Die beiden andern Kriegsschiffe-blieben auf hoher See in der Höh« des Kap Carnero und «ahmen zwei Wasserflugzeuge der Aufständischen unter Feuer, die aus Ceuta gekommen waren. M a l a g a, den Haupthafen der regierungstreuen«#B*irrt#B Geschoß Kriegsflotte. Hierauf werde auch gleich dieargentinischen Konsulates zrr- -“•—--> stört. Eine Granate explodierte, wie man von Gibraltar aus-beobachten konnte, an der Mauer des britischen Konsulates, Im-britischen Konsulat in AlgeeiraS wurde die Gattin deS Vizekonsuls durch di« Scherte»« einer'zertrümmerten Fensterscheibe leicht verletzt. Alla Fensterscheibe» deS Konsulats wurden zer- ,............ trümmrrt. Durch die Beschießung wurde» häupt- Stadt»nit Beleuchtung, fahren. Die Kinos und sächlich die FortS Puiita Earnero und CäfeS tvären.geschlossene ebenso'-dje"anderen Be- Getare'S in Mitleidenschaft gezogen.■ triebe. Die Bevölkerung hatte sich'.in'die..Woh«/' Rach späteren Meldungen habe» drei Re- nünge» zurückgezogene In ganz Madrid herrschte gierungSkreuzer auch- di« Stadt Ceutabom- Totenstille^DiLRegierung erklärte imRundfunki bardiert.- Laß' es sich lediglich um V,e rd u n k e lu n g s-, Die'britischen,Behörden haben- andiespa- v e rs u ch e zum Schutze- gegess.Fliegerangriffe«Ische Regierung einet» Protest wegen deS Aufenthaltes ihrer Schiffe in der Meerenge-gerichtet. Demgegenüber meldest die Aufständischen als großen Erfolg, daß sie in 48 Stunden 6600 Soldaten über die Meerenge von Gibraltar transportieren»nd zwei kleinere spanische Regierungsschiffe versenken könnten. Sie' teilen mit, daß bis Montag über 12.000, aufständische Soldaten aus Marokko nach Spanien»«fördert werden sollen. General Franco plage eine-umfangreiche Offensive, und zwar vor allem einen Angriff auf, Aktion, gegen die Balearen? ; In Valencia, sind aus Barcelona sieben Wasserflugzeuge Typ„Savoy" und ein Hydroavion Typ„Dornier" eingetrosfen. Die Flugzeuge sind mit Bomben ausgerüstet. Außerdem -trafen aus Barcelona 1200 Miliztruppen ein. Die zur Einschiffung nach den B ale ar e n bereitstehende Abteilung zählt 8500 Mann und ist mit Maschinengewehren, vier Radiostationen und Sanitätsmaterial ausgerüstete Vier- weitere Wasserflugzeuge werden erwartet. ; Wechsel ImKriegsministerium An Stelle des bisherigen Kriegsministers' Castello, der ein Frontkommando Wernehmen soll,' wurde der langjährige Pribatsekretär' des Staatspräsidenten Azaüa zum Kriegsminister er-, nannt,. Internierte MBnche ■'■ i■ Auf' Anordnung> der Regierung sind die Mönche des. Escurial-Klosters'Interniert' worden.^ Die Miliz nahm im-Kloster Verhöre-vor,- die -einige Tage-dauerten.- Außerdem wurde das Klöster einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Idee und Diplomatie im KonlllKt um Spanien Der französische Außenminister Dclbos hat daS Wort von dem„I d e e n k r e u z z u g" geprägt, dei» die europäische Diplomatie unbedingt vermeiden inüsse,»volle sie nicht in cincu Krieg hineinschlittern. Die Furcht vor einem Jdconkricg, der sich zu einen» Krieg mit dei» Waffen weitercntwickeln»vürde, hat die franzö- ischc Regierung zu ihrem Neutralitätsangcbot bestinnnt. Diese Auffassung und diese Politik sind nicht unumstritten. Weder ii» der französischen Volksfront selbst, noch innerhalb der internationalen, demokratisch denkenden Oeffentlichkcit. In Frankreich hat der Vorsitzende der Confödcratioi» gc- nöralc du travail, des Gcwcrkschaftsbnndes, I o u h a u x in einer vielbeachtete»« Rede der Meinung her Interventionisten Ausdruck gegeben, daß man die spanische Demokratie in ihren» Abwchrkainpf aktiv unterstUtzcii müsse. Faktisch haben die Sozialisten aller Richtungen ja nach Kräften versucht, die spanischen Genossen zu unterstützen. Auch in der Sotvjetuuion haben die großen Arbeiterverbändc Gelder für die spanische Volksfront bereitgcstcllt. Aber es ist selbstverständlich etlvas anderes, ob Organisationen und Verbände privatrechtlichcn Charakters oder ob- Regierungen den Kämpf der eine»» oder ändern Gruppe in Spanien unterstützen. Der st ä r k st e Einwand, den man gegen die Politik der Nicht-Intervention durch Frankreich erheben kann, ist wohl der, daß die f a s ch i- stischen Mächte tatsächlich bereits interveniert haben. Die Beistellung italienischer Militärflugzeuge für die Aufständischen ist erwiesen und eben diese italienischen Flugzeuge scheinen, ja den bisher gefährlichsten militärischen Schlag gegen die Regierung, die Nie- derkämpsung der Flotte in der Meerenge voi» Gibraltar, herbeigeführt z>» haben. Die deutsche Intervention ist nicht ganz in dem gleichen Maße greifbar, aber auch sie ist unverkennbar gegeben durch die Anwesenheit deutscher Panzerschiffe in den unlstrittencn Gewässern und den Besuch deutscher Offiziere im Hauptquartier des Rcbellcn- Generals Franco. Wenn die französische Negierung trotzdem an dem Grundsatz der N'o u t r a- lität fest hält und ihn allgemein durchzusetzen bestrebt ist, so hat das vermutlich weniger inncrpolitische als a u ß e n p oli t i s ch e Grün- d e. Jnnerpolitisch wäre cs der Volksfront wohl möglich, die Jnterventioi» zu erzwingen, auch wenn der Senat bocken und die Radikalen in der Kammer widerstrebend mitgehcn sollten. Die Volksfront verfügt üb ei: so starke moralische Reserven, daß sie eine parlamentarische Opposition nicht zu fürchten braucht. Anders steht es mit der außenpolitischen Position Frankreichs und des Kabinetts Blum. Das Erbe Lavals bedeutete vor allem die Gefahr der völligen Isolierung Frankreichs. Laval hatte sich mit England überworfen, ohne sich mit Rom zu verständigen, er hatte Hitler Freundlichkeiten erwiesen und dadurch die Russen stutzig gemacht, ohne daß er di« Hitlergefahr, für Frankreich gemindert hätte. Blum mußte versuchen, Frankreichs Lage in Europa wieder günstiger zu gestalten, indem er vor allem das Vertrauen in die Politik des Ouai d'Orsay zurückeroberte und wieder klar erkennen ließ, wessen Freund- Frankreich sei und wessen man sich von ihm zu gewärtigen habe. Natürlich suchte Blum zunächst Brücken nach London zu schlagen. Bei aller Einschätzung des russischen. Bündnisses- bleibt für Frankreich, solange eS nicht eine ausgesprochene Kontinentalpölitik zu treiben entschsossen ist'(die eine Zusammenarbeit auf der Linie Paris-Roin- Kleine Entente-Moskau vorauSsetzen würde), England, der A n g.e l«p. unkt, d e r„S i'- ch e r h e i t". Nun wäre vielleicht auch eine große ideelle Offensive des'gesamten westeuropäischen Sozialismus,- der■ französischen Volksfront und der' Läbour Party, zugunsten einer Intervention denkbar, aber fraglich bleibt es, ob eine 'solche Offensibe.in England wirklich zum Erfolg führt. In dem abessynischen Krieg hat der Druck der Läbour Party und der,mächtigen Böller« bundsligen nicht ausgereicht, um den Tories auf die Dauer eine andere Politik aufzunötigen als sie gerade treiben wollten. Frankreich riskiert also Seife 2 Samstag» 8. August 1936 Rr. 184 Die außenpolitischen Awwirkunsen des spanischen Bürgerkrieges (Ru) Der spanische Bürgerkrieg hat bereits zu einer Verschärfung der an■ sich gespannten europäischen Lage geführt. Abgesehen von den „ideologische n" Sympathien und Antipathien, die aus leicht ersichtlichen Gründen bei den verschiedenen sozialen Klassen und Schichten der einzelnen Länder sich sehr verschieden lagern, sind da rein außenpolitische Machtinteressen im Spiele, die für die Politik der Großmächte bestimmend sind. Die britische Stellungnahme gegenüber den spanischen Ereignissen ist z w i e« spältig: einerseits ist England in Spanien sehr starl wirtschaftlich engagiert. Fast der ganze spanische Bergbau gehört englischen Gesellschaften, und auch sonst ist das englische Kapital sehr stark, fast mit hundert Millionen Pfund Sterling, an der spanischen Industrie beteiligt. Die Nationalisierung der Schwerindustrie, die sich aus dem Sieg der Volksfront ergeben könnte,'würde die wirtschaftlichen Interessen Englands in bedeutendem Maße beeinträchtigen. Daraus«rllären sich die ausgesprochenen Sympathien eines Teiles der Londoner Presse für den spanischen Faschismus. Andererseits beherrscht England durch die Gibraltar- Festung bei« Eingang ins Mittelmeer aus dem Atlantischen Ozean. Die Bedeutung von Gibraltar im System der englischen Mittelmecrherrschaft erhöht sich in ganz bedeutendem Maße dadurch, daß die der britischen Festung gegenüber liegende afrikanische Küste, die Spanien gehört, und besonders die an der Straße von Gibraltar liegende Stadt Ceuta nicht be- f e st i g t sind. Uebrigens kann England im Falle eines Krieges über di« atlantischen Häfen des spanischen Marokko ohne weiteres verfiigen. Man soll nicht vergessen, wie wichtig für England die Beherrschung der Straße von Gibraltar ist: als in den letzten Borkriegsjahren(1912) Deutschland sich in Marokko sestsetzen wollt«, hat das zu einer außerordentlich scharfen Stellungnahme Keine Kämpfe— aber 300 Tote Rom. Nach der amtlichen Verlustliste beträgt die Zahl der im Juli in Abessinien gefallenen Offiziere, Mannschaften und Schwarzhemden 46. Ihren Verletzungen erlagen fünf. Vermißt werden 46. Infolge von Unglücksfällen und Krankheit starben 188. Bon den in Ostafrika beschäftigten italienischen Arbeitern starben durch Krankheiten oder'Unfälle bei der Arbeit im Monat Juki' 78'.' Recht so! Paris. Die Pariser Wendblätter melden von der französischen Riviera, daß der jüngste Sohn des ehemaligen spanischen Königs, Don Iüa n, der soeben aus Spanien zurückgekehrt ist, auf einem Spaziergang mit seiner Mutter, der ehemaligen Königin von Spanien, Gegen« st a n d„gehässiger" Manifest»- t i o n e n gewesen sei und beschlössen habe, mit der ganzen Suite sogleich die französische Riviera zu verlassen. Londons dagegen geführt. Nun ist aber klar, daß der Sieg des spanischen Faschismus, der. sich offenbar auf die römische Hilfe stützt, die Gefahr mit sich bringen würde, daß nun I t a l i e n sich im spanischen Marokko festsetzen würde. Bei der heutigen gespannten Lage zwischen London und Rom könnte das zu einer Schwächung der britischen Position im westlichen Mittelmeer führen« Daraus entspringt wiederum die Abneigung einflußreicher englischer RegierungSlreise gegen den Sieg der spanischen Faschisten. Wer auch für Frankreich würde die Festsetzung Italiens im spanischen Marokko oder etwa auf den Balearen, wovon auch die Rede war, höchst gefährlich sein. Die Verbindung zwischen dem afrikanischen Imperium Frankreichs und dem Mutterlande wäre dadurch im Falle kriegerischer Verwicklungen im hohen Grade gefährdet. Mussolini hat ja in dem Vertrag vom 7. August 1926, den er'mit Primo de Rivera abgeschlossen hat, ein« Grundlage zur italienischen Einflußnahme auf Spanien legen wollen. Nach diesem Vertrag sollte sogar Italien Port-Mahon auf der Insel Menorca(Balearen) als Flottenstützpunkt überlassen werden. Dieser Vertrag ist von Spanien nicht ratifiziert worden, da damals England einen entscheidenden'Drück auf die Legierung des König Alfons auSgeübt hat. Mair sprach seinerzeit sogar davon, daß der Sturz des spanischen Diktators nicht zuletzt auf seine allzu starken römischen Sympathien zurückzuführen sei. Man sieht, daß Spanien, das seit der napoleonischen Zeit sich im wesentlichen von europäischen Händeln fernhält, trotzdem eine überaus wichtige politisch-strategische Position darstellt. Ein Sieg des spanischen Faschismus, der mit Rom und auch mit Berlin durch stark« ideologische, politische und wirtschaftliche Bande verknüpft' ist, ivürde die französisch-englische Position in Europa bedeutend schivächen und besonders Frankreich stark gefährden. Gömbös wieder aktiv? Budapest. Die Mitglieder der Regierung hielten Freitag vormittags«inen Ministerrat ab. An einem Teil des Ministerrates nahm auch Ministerpräsident G ö m b ö S teil. Dieser teilte mit» daß er, nachdem sein sechswöchiger Erholungsurlaub abgelaufen ist, di« Regierungsgeschäfte wieder Wernehmen wird. je,»»:, ii.'in••.Tir. nr-i.ui; Budapest. In den Csepelcr Teytilsaöriken wird der Streikausbruch erwartet. 1809 Arbeiter haben den Betrieb verlassen und fordern eine 26- prozentige Lohnerhöhung. Attlee nach Rußland. Der Fi'chrer der Arbeiterpartei im englischen Unterbaus, Major Attle, hat eine Reise nach der Sowjetunion angetreten. Bor einem halben Jahr ivar der Gewerkschaftsführer Sir WalterCitrine auf Einladung dec Moskauer Gewerkschaften. einige Wochen in der Sowjetunion. Nach seiner Rückkehr hat er ein Buch veröffentlicht, dessen zum Teil kritische Stellungnahme Gegenstand einer sehr lebhaften Diskussion im„Daily Herald" war. Die Präser Gesandtschaft seht zu den Putschisten Uber Prag. Der spanische Geschäftsträger in Prag teilte am Freitag mit, daß er der Regierung in Madrid seine Demission gegeben und die Legation sowie die Konsulate in der Tschechoslowakei in die Dienste der Negierung in BurgoS gestellt habe. Er sei von dieser Regierung zu ihrem Vertreter in der Tschechoslowakei bestellr worden., Da die tschechoslowakische Negierung die spanische Gcgenregierung in Burgos nicht anerkannt hat und strikt auf dem Standpunkte der Nichteinmischung in die inneren Verhältnisse Spaniens beharrt, gilt der Geschäftsträger dem Auhenamt gegenüber als gewöhnlicher Privatmann. Wahrscheinlich wird dis rechtmäßige spanische Negierung baldigst einen neuen Vertreter ernennen. bei einer JntervcntionSpolitik den Bruch mit Eng- land, dessen Interesse an Spanien durchaus zwei- schlächtig— geteilt in die Abneigung der englischen Kapitalisten und Hauptaktionäre der spanischen Schwerindustrie gegen jeden Sozialismus oder, gar Bolschewismus in Spanien und in das militärisch-imperiale Interesse an der Fernhaltung Italiens von Gibraltar—- dessen Politik aber auf jeden Fall einem militärischen Z n s a in m c n st o ß v o r 1937 abgeneigt ist.'Gerade das Zusammenspiel Hitlers und Mussolinis in Spanien verstärkt die Gefahr, daß England sich neuerlich mit Berlin einigt, um cs von Rom abzuziehen und daß Frankreich die Zeche bezahlt. Die Politik Blums also, die Politik der strikten Neutralität, ist nur zu verstehen, wenn man die weitgehende Abhängigkeit des Onni d'Orsay von London begreift und diese Abhängigkeit wieder' ist eine Folge der katastrophalen Politik, die Blums und Delbos' Vorgänger betrieben haben. Nun ist dieses Lavieren und Finassieren der französischen Diplomatie gewiß ein gefährliches Spiel, weil es die Gefahr, die cs vermeiden soll, den Ausbruch eines Krieges nicht beseitigt, vielleicht nicht einmal hinäusschiebt. Die faschistischen Mächte scheinen die Neutralitätsklausel akzeptieren und trotzdem die Intervention fortsetzen zu wollen. WaS wird Frankreich tun, wenn das geschieht? Es könnte dann freilich den Vertrag als verletzt und sich als ebenfalls berechtigt zur Intervention erklären, ohne daß es in de» Augen Englands der Angreifer wäre. Aber bis dahin kann die faschistische Intervention den spanischen Bürgerkrieg zugunsten der Konterrevolution entschieden haben. In dem Spiel der Diplomatie gegen die Ideen muß die Diplomatie auf die Dauer den Kürzeren ziehen. Der faschistische I d e e. n k r i e g ist eben schon ein Stück richtig est'K'r ie ge s und.' läßt sich nicht mit diplomatifcheii' Mitteln allein beenden. Es kommt darauf an, der faschistischen Idee' eine andere entgegenzustellcn und das kann nur diesozia- listische Idee sein. Im Grunde ist es die noch immer anhaltende, von. den Niederlagen von 1983 und 1934 her datierende Schwäche der sozialistischen Internationale, deren französische Sektion heute in einer vorgeschriebenen und machtpolitisch beinahe isolierten Stellung ficht, ist es die machtpolitische Schwäche des ideellen Gegners des Faschismus, die diesem einen Vorsprung sichert. Nur über die Stärkung des internationalen. Sozialis- m u S, des englischen Ivie des mitteleuropäischen, tvird der Weg zum erfolgreichen G e g e n st o ß i m. I d e e n k r i e g s ü h r e ni 6 Hw Sdirei des Pferdes Erzählung non lach London Wie konnten wir wissen, daß John Harned, dessen Zorn so kalt war, plötzlich verrückt werden toüvde? Aber verrückt wurde er, wie Sie hören werden. Der Stier galt ihm nichts— das hatte e: selbst gesagt. Warum aber galt ihm denn da« Pferd so viel, das kann ich nicht üerstehen. John Harned besaß keine Logik, das ist die einzige Erklärung. „In Quito ist es nicht gebräuchlich, beim Stierkampf Pferde auftreten zu lassen", sagte Luis Cervallos und sah von seinem Programm auf.„In Spanien hat man sie immer. Wer heute bekommen wir sie auch auf besondere Erlaubnis hin zu sehen. Wenn der nächste Stier austritt, Iverden auch Pferde und Pikadore. kommen. Sie wissen, die Leute, die zu Pferde sind und Lanze«, tragen." „Der Stier ist von vornherein zum Tode verurteilt," sagte John Harned.„Sind das die Pferde auch?".'>.. „Sie tragen Binden vor den Augen, so daß sie den Stier nicht sehen können", sagt« Luis 'Cervallos. „Ich habe oft gesehen, wenn Pferde getötet wurden. Es ist ein prachtvoller Anblick.". „Ich habe gesehen, wie der Stier geschlachtet wurde", sagte John Harned.„Jetzt will ich auch sehen, wie das Pferd geschlachtet wird, damit ich mehr von den Feinheiten dieses Sportes verstehe.". „Es sind alte Pferde", sagte Luis Cer- ' valloS:„Sie tqugen sonst zu nichts mehr." „Ach so", sagte John Harned. Der dritte Stier kam herein, und bald standen ihm Capadore und Pikadore gegenüber. Ein Pikador hatte gerade unter uns Posten gefaßt. Ich gebe zu, daß es ein mageres altes Tier ivar, das er ritt, ein mit räudiger Pferdehaut Werzogenes Gerippe. „ES ist unglaublich, daß das arme Vieh das Gewicht des Reiters tragen kann", sagte John Harned.„Und was für Waffen hat das Pferd nun, um mit dem Stier kämpfen zu können?" „Das Pferd kämpft nicht.mit dem Stier", sagte Luis Cervallos. „Ach", sagte John Harned,„dann ist das Pferd wohl dazu da, um aufgespießt zu werden," „Ganz so ist es nicht", sagte ich.„Die Lanze des Pikadors soll den Stier davon abhalten, das Pferd aufznspießen." „Dann werden Pferde also selten aufge- spießt?" fragte John Harned. „Nein", antwortete Luis Cervallos.„In Sevilla habe ich gesehen, wie achtzehn Pferde an einem einzigen Tag aufgespieht wurden, und das Volk rief noch nach mehr Pferden." ■„Waren ihnen alle die Augen verbunden, wie diesem Pferd?" fragte John Harned. i,Ja", sagte Luis Cervallos. Dann sprachen sie nicht Mehr und beobachteten den Kampf, und John Harned wurde däbei vctrückt, und wir wußten eS nicht. Der Stier wollte das.Pferd.nicht angreifen..Und das.Pferde blieb stehen, und da es nichts sehen konnte, wußte: es nicht, daß die Capadore versuchten, den Stier zu einem Angriff zu hetzen. Die Capadore neckten den Stier mit ihren Umhängen, und als er sie angriff, liefen sie auf das Pferd zu und dann in Deckung. Schließlich wurde der Stier, wütend und erblickte das Pferd vor sich. '„Das Pferd weiß es nicht, däS Pferd weiß es nicht", flüsterw Lohn Harned vor sich hin, ohne zu merken, daß er seine Gedanken laut aussprach. Der Stier'griff an,, und natürlich wußte das Pferd nichts, bis der Pikador mit seiner Lanze fchlstieß, und das Pferd von dem Horn des StierS ausgespießt war. Der Stier wär unge-. wöhnlich stark. Seine Stärke war prachwoll. Er hob das Pferd empor, und als es dann zu Boden stürzte und auf die Seite fiel,, kam der Picadore auf feine Füße zu stehen und flüchtete, während die Capadore den Stier fortlockten. Alle wichtigen Organe wurden aus dem Pferd herausgepreßt. Dennoch erhob es sich mit schrillem Schmerzensschrei. Der Schrei des. Pferdes, war es, der John Harned völlig verrückt machte. Ich hörte ihn leise fluchen und tief knurren. Keinen Augenblick ließ er das Pferd aus den Augen, das, immer noch schreiend, fortzulaufen versuchte. Aber nun stürzte es und fiel auf den Rücken und streckte alle vier Beine in die Lust. Dann griff der Stier von neuem an und durchbohrte es immer wieder, bis es tot war. Jetzt stand John Harned auf. Seine Augen waren nicht mehr kalt wie Stahl.. Sie waren wie blaue Flammen. Er,sah Maria Bälenzuela, an, und sie sah ihn an. Der Wahnsinn hatte, ihn.'gepackt. Jetzt, da das. Pferd tot war, blickten«hn alle an;, und John Harned. war ein. auffallend großer Mann. „Setzen Sie sich", sagte Luis Cervallos, „sonst machen Sie sich. lächerlich." John Harned antwortete nicht.. Er.ballte die Faust und schlug zu,. Er schlug Luis Cervallos ins Gesicht, daß er wie ein Toter Wer die Stühle fiel und nicht Widder aufstand. Er.sah nichts von dem, was jetzt folgte. Mer ich faß viel. Urcistno Castillo beugte sich Wer die Logenbrüstung und schlug mit seinem Stuhl John Här« ned mitten ins Gesicht. Und Lohn Harned schlug ihn mit seiner Faust, daß er fiel und im Fallen General Satazar mitrlß. Lohst Harned. hätte das, was Sie Berserkerwut nennen, nicht währ? Die Bestie in ihm war losgelässen und tobte— die uralte Bestie aus den Höhlen und Schlupfwinkeln der Vorzeit. ..'„Ihr kamt'.des Stterkampfes wegen", hörte ich ihn sagen;„Aber bei Gott, ich will euch einen: Männerkampf zeigen I" (Schluß folgt.)j Keine Paktyerhandlungen mit Deutschland.' .... Zn den Meldungen Wer angeMche.politische Verhandlungen zwischen.der• Tschechoslowakei und' Deutschland, die in einigen Wiener und Prager Blättern in verschiedenen Variationen aufgetaucht sind, ist das Tschechoslowakische Prcßbüro ermächtigt zu erklären, daß alle diese Meldungen grundlos sind, und daß' es keine tschechoslowakisch-deutschen Verhandlungen gibst.. Die tschechische Sozialdemokratie völlig einig in der Ablehnung der kommu* nistlsohen Einheitsfrontangebote Am Freitag hielt das Präsidium deS.Zeil- tralvollzugSauSschusseS der tschechoslowakischen Arbeiterpartei unter dem Vorsitz des Abgeordneten H ä m p l eine ordentliche Sitzung ab. Z'eii- tralsekretär V. D u n dr gab Informationen über die gemeinsame Tagung der Exekutive der sozialistischen Arbeiterinternationäle und deS internationalen Gewerlschastsverbandes, die sich mit den Ereignissen in Spanien befaßte. Der Zentralsekretär referierte dann über die Internationale Propagandaaktion, für die kollektive Sicherheit und über den im Rahmen dieser Aktion in Brüssel stattfindenden Kongreß und klärte den vorsichtigen Standpunkt der Partei zu dieser Aktion mit Rücksicht auf deren parteiischen Mißbrauch durch hie tschechoslowakischen Kommunisten auf. Nach der Debatte wurde beschlossen, daß das Sekretariat auf dem bisherigen Standpunkt gegenüber dieser Aktion daheim beharren,. daß aber der Kongreß in Brüssel von einer mehrgliedrigen Delegation beschickt werden soll. Bei dieser Gelegenheit konstatierte der Parteivorsitzende. Abgeordneter Hampl,. daß die Aussprache neuerlich die völlige Einigleit der Partei in der Wlehnung' der kommunistische«« Versuche zur Bildung einen sogenannten Ein- heits- oder Volksfront sowie in der Ablehnung der ständig wiederholten unaufrichtigen Manöver bestätigt habe, hinter denen nicht ein wirklicher Wunsch Zusammenschluß der Arbeiterschaft oder zur positiven Zusammenarbeit, sondern das Streben stehe, in die Reihen der sozialistischen Arbej- terschaft neuen Zwiespalt zu tragen., Hierauf wurde die Debatte eröffnet. ein Giftmischer Einige sudetendeutsche Provinzblätter, bringen einen gleichlautenden, also aus einer Quelle stammenden Artikel, in welchem die Rede, welche vor einigen Tagen der französische Außenminister Delbos gehalten hat, mit jener verglichen wird, '.die-Minister, Dr.Cze ch.. in. Falkenau hielt; Der Schreiber dieses Artikels, den wir zu kennen glauben, hält den Minister Delbos dem Genossen Czech als Muster hin, denn während der Franzose maßvoll gesprochen habe, sei Czech sehr esttschieden ausgetreten. Ilm das zu beweisen, wird eine Stelle zitiert, in der sich der tschechoflowaki- sche Minister scharf gegen.den Faschismus wandte. — Zunächst möchten wir bemerken, daß es selbst, verständlich'ist, Ivenn sich der Führer deiner sozialdemokratischen Partei mit den« Faschismus grundsätzlich miseinandersetzt und dabei-den sozialistischen Standpunkt klar herausarbeitet. Das kann, nur naive Gemüter wundern oder jene, die mit dem deutschen Nationalsozialismus sympa-.-> thisieren. Und das tut der Herausgeber jener Korrespondenz, welche die sudestendeutsche Pro» vinzpreffe mit dem täglichen Menu ihrer Giftküche beliefert. Der betreffende Schriftleiter war schon in. einer früheren Aera, da er mit.den Herren Jung und Krebs in Verbindung stand, einer der ärgsten Giftmischer in der sudeten- deutschen Politik.. Er hat sich dann verkrochen, eine Zeitlang nichts, von sich hören lassen und nun will, er sein dunkles Handwerk wieder ausüben. Er wird unserer Aufmerksamkeit nicht entgehen. Der Präsident der Republik empfing heute, den 7; August, den Stellvertreter des Vorsitzenden der Regierung, Eisenbahnminister Rudolf B e ch y n i, ferner den französischen.außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister L. B. de Laeroix, sodann den holländischen Minister für soziale Fürsorge M. Slingen- berg und den holländischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister H u y s- s e n van Kattendijke und schließlich eine Delegation des Kongresses der Vereinigung der orthodoxen Juden in- Marlenbad unter Führung Dr. Jacob. Rosenheims aus London:' Krise Im japanischen Kabinett Tokio. Die japanische Presse berichtet über wachsende Schwierigkeiten in dem. Kabinett Hirota. Die Verschärfung der AuSiinandersetzun- gcn zwischen dem Finanzminister Baba und dem Kriegsminister Teraüchi sowie Hirota. deuten auf grundsätzliche politische Streitpunkte htm Die Läge werde ersKvert durch di« ovpösttioüelle Einstellung des ErziehungSmintsserS Hirao. gegenüber.Hirota. Von fetten der Hauptparteien Minseitound Seyu- kai werde in. den Strett.nüt der Forderung din- gegriffen,^. daß der Armeehäuöhält'der»': neuen Außenpolitik untergeordnet werde«« müsse. Als Hmiptstreitpstnkte werden'.genannt, die Höhe des kommendenÄrmeehäuShalteS, die':ErziehutigS- rc form und diel Verstaatlichung /der Eleltriz iläts- erzeugung. Rr. 184 Seite.3 SnntJfnn, 8. August 1030 fudctendeutedier Zeitspiegel Das erste Bundesschwlmmfest Im Teplitzer SchloBsarten-Warmbad Nur noch sieben Tage trennen uns von dein ersten, wassersportlichen Ereignis des Ains, für welches der 15. und! 18. A u n u st nnsersehen ist. Tcplitz-Schönan! ruft! Jene Stadt, in der unser unvergeßlicher Führer Josef Seliger den Grundstein.zur stolzen, sozialdemokratischen Bewegung dieses| Landes legte, von der ein gewaltiger Ap-> pell^nr Sammlung aller sudetcndcutschcn, proletarischen Kräfte ausging und die immer ichou als K r a f t z e n t r u m des kulturellen Lebenswillens der schaffenden Menschen bekannt ist.. Nach Komotau folgt Teplift-Schönau! Wohl werden an diesen Tagen nicht viele Zehntausende die Stadt bevölkern, aber taufe n de Arbeiter»ndAnge st eilte, unsere Jungen und Alten iollen tcilnehmen an den schönen, anmutigen Darbietungen des S ch w i m msport s, für den der Turnerbund i seine b e st e n Genossinnen und Genossen hcrausstcllt. Komotau war das rauschende Masscnfcst, die bunte Symphonie der proletarischen Jugend, ihr großes und unvergängliches Erlebnis! Tcplitz-Schönan muß den wirkungsvollen Schlußstrich unter die'öffentlichen Darbietungen dieses Jahres ini Berbandsmaß- stab« sehen! ' In jenen Stunden, da schlicht und ernst, aber feierlich und würdig dieses erste Bundesschwlmmfest seinen Anfüng nehmen wird, werden in der Metropole des Dritten Reiches' mit pomphafte» Gebärden die olympischen Spiele der bürgerlichen Sportwelt geschlossen. Dort wurde mit der olympischen Flamme ein widerlicher' Mißbrauch getrieben, hier werden Arbeitersportler und»Sportlerinnen das unauslöschliche Licht desFriedens, der Freiheit und Menschlichkeit in ihren .Hergentragen und ihrer Brüder und Schwestern gedenken, die in jenem Lande, das die Olympiade beherbergt, die freie sportliche Betätigung verloren haben! Oer Sundesvorstand ruft zu diesem ersteü-SchtvimMfest all«"Kreistz und Bezirke auf, mit möglichst starkenDeIe- gationen teilzunehmen! Besonders im 5. und 6. Kreis muß fieberhaft gearbeitet werden, um dieser Veranstaltung einen breiten Rahmen zu geben und den tiefen, nachhaltigen Gehalt zu sichern— Selbstverständlich werden auS.T e p- l i tz-Schönau und der näheren Umgebung die sozialdemokratischen Arbeiter und-.Angestellten gern und freudig Gäste des Atus'seini Nach den nun bald abgeschlossenen Vorarbeiten zu schließen, ivird das Teplitzer Schloßgarten- Warmbad von eineiU bunten, v i e l g e st a l- tigen Programm erfüllt fein, in dessen Mittelpunkt die A b e n d f e i e r stehen wird, mit Feuerzauber, Bildern, Tänzen, Musik, Humor und Kunst im Springe n, Keulenschwingen, Reigen- schwimmen und Reifensprung. Die Vorverkaufskarten kosten KC 8.— und sind bei allen Funktionären des AtuS und der DSAP erhältlich. und Goldberger fordern unbedingte Pünktlichkeit für alle Sportler und Sportlerinnen! Sämtliche Schwimmerinnen und Schwimmer, die zum Wettkampf antreten wollen, haben sich am Samstag, den 15. August, um drei Uhr nachmittags im Schloßgarten-Warmbad zu melden. Wer am Samstag nicht startet, kann Sonntag zu den Entscheidungskämpfen nicht antreten! Zwei Fliegerabwehr-Scheinwerfer vom städtischen Elektrizitätswerk in A u s s i g werden bei der Abendfeier am Samstag Verwendung finden, lvodurch die schweigende Nacht übergossen wird von der st rah- I e n d e n H e ll e d e» L i ch t s, in dessen Strömen sich die Sportdarbietungen spiegeln werden. Das erste Bundesschwlmmfest des Atus wird auch gefilmt! Angeregt durch die Tatsache, daß der Film über das Komotauer Bundes-Turnfest sehr gut ausgefallen ist, tvurde beschlossen, auch das Schlvinunfest in seinen wesentlichen Teilen— Wettkämpfe, Festabend und Bundes Meisterschaften— zu film e n. Nun Ist gesteigerte Propaganda notwendig, um allen unseren Menschen, die nur halbwegs die Möglichkeit haben, Eintrittskarten zu erwerben, bewußt zu niachen, daß sie d ab e i s e i n m ü s- sen, daß sie dazu gehören, daß auch für sie die Bewegung des freien Arbeitersports große Bedeutung besitzt. Bon Bodenbach biö Komotau ein Appell: Turn und Sportvereine gemeinsam mit den übrigen Zweigen unserer Bewegung und drr DSAP rüsten für das erste Bundesschwimmfest des AtnS! Alle übrigen Kreise und Bezirke sehen ihren Ehrgeiz darein, starke Delegationen zu dieser Großveranstaltung zu entsenden! Teplitj-Schtlnau ruftl Und wir alle kommen! Den Naturfreunden zumGruß Unser Parteivorsitzender an der Naturfreunde In Brünn In den Tagen vom 8. bis 11. August beherbergt die Stadt Brünn die XIH. Hauptversammlung der Naturfreunde-Internationale. Ans einer Reihe von Ländern werden die Delegierten der Naturfreunde zu einer ernsten Arbeitstagung zusammenkommen. Alle Gliederungen unserer Partei wünschen dieser Tagung den besten Erfolg. Wisse» wir doch alle, Ivie sehr gerade die Naturfreunde hervorragenden Anteil an der kulturellen Aufbauarbeit des Sozialismus haben. Unser Parteivorsitzende Genosse Dr. E z e ch hat die Bedeutung der Naturfreunde» Betvegung für die Arbeiterklasse in"einem Begrüßungsschreiben gelvürdigt, in dem er sagt: Liebe Freunde! Di» deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei sendet Ihnen'»» Ihrer 13. Hauptversammlung, mit der Sie ein internationales Touristentreffen verbinden, herzlichsten Freundschaftsgruß. Au» der kleinen von Georg Schmied! geleiteten„Wanderorganisation der Wiener Sozialdemokraten" ist die mächtige Naturfreundebewegung erwachsen,^ die Alois Rohrauer färmf lich au» den Boden stampfte. Sie wär e», die in den Herzen der Arbeiter dl» Freud» an der Natur erweckte, in ihnrn die Luft und Liebe zum Wandern zum unwiderstehlichen Drang machte, und so den Arbeitern die beglückende Schönheit der Natur erschloß und fie für dir Arbeiter eroberte. Sie war e», die da» in den Arbeitern schlummernde Gemeinschaftsgefühl zur herrlichsten Entfaltung brachte und daran» dir«delftte Form von GesinnungSgemeinschaft schmiedete, die in den Herzen hnndtrttaufender von Arbeitern unauslöschlich blieb. So wurde die Naturfreundebewegung nicht nur zum proletarischen Kulturfaktor, sondern auch zum Träger sozialdemokratischer Ideen. So erwuchs der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung aus ihr«ine mächtige Kolonne sozialistischer Kämpfer, die In der Stunde der Entscheidung im Bordertressen de» Kampfe» und die Eroberung einer neuen, gerechteren und besseren Welt stehen wird. Dafür danken wir den„Naturfreunden" au» vollem Herzen. die XIII. Hauptversammlung Wir grüßen sie in unserem Lande, das vom Faschismus umringt, allen Anstürmen der Reaktion bisher getrotzt hat und in dem ein tapfere» sozialdemokratische» Arbeitervolk mitten im Herzen Europa« den Boden der Demokratie nnd dir Fahne de» Sozialismus mit hingebungsvollster Begeisterung verteidigt, die sie, sobald die SchicksalSftunde des Faschismus geschlagen haben wird, der kämpfenden Arbeiterklasse der anderen Länder vorantragen wird. Seid nn» herzlich willkommen! Die sozialdemokratischen Arbeiter aller Nationen begrüßen Euch freudigen Herzens und mit offene» Armen, In Freundschaft Ihr Ludwig Ezech. Die Gäste ans dem Ausland, aber auch viele Naturfreunde aus der Tschechoslolvakei werden diese Gelegenheit sicher anch dazu benützen, nm die mährische Landeshauptstadt und ihre herrliche Umgebung kennen zu lernen. Unser rühriger Äusfiger Verband hat in dieser Hinsicht umfassende Vorarbeiten geleistet, um den Gästen die reichen Naturschönheiten des Landes, solveit nur bic- knappe Zeit irgendwie ausreicht, unter sachkundiger Führung zu zeigen. Wir wünschen herzlich, daß solvohi die fremden Delegierten und Gäste als auch unsere heimischen Naturfreunde von der Brünner Tagung und von den Schönheiten des Landes die besten Eindrücke mit nach Hause nehinen mögen. Berg frei! Schon am Freitag war eine große Zahl von Delegierten des In- und Auslandes eingetroffen, darunter auch aus Amerika. Der Freitag ivar hauptsächlich der Sitzung des Hauptausschusses gewidmet, der sich insbesondere mit dem Problem der Freizeitgestaltung befaßte. Don Höhepunkr der Tagung wird die Festakademie am Samstag im Dopz-Saal und ein Festzug mit anschließender Massenkundgebung im DTJ-Stadion bilden. Das Protektorat über die Tagung hat der Brunner Stadtrat inne. Ole zentrale Leitung der DTJ bat schriftlich zugesagt, daß drei Turnerinnen und drei Turner ihres Verbandes gegen drei Atus- turner und drei ÄtuSturnerinnen am Barren antreten werden. Dieser faire Wettkampf bester Geräteturner und Turnerinnen ivird sich neben den sensationellen Kunstsprüngen der Schwim- mer und Schwimmerinnen als sehenswerter Programmpunkt— Geräteturnen'I m Schein werserlicht— zeigen können! ,Das Teplitzer SdiloOgarten- Warmbad liegt mitten im wundervollen Naturpark des sogenannten Schloßgarteüs und besitzt eine derart glückliche Läge, daß dort besonders die Abendveranstaltung voll^ur Geltung kommen wird. Alle Mitwirkenden am Festabend müssen um spätestens dreiviert«! 7 Uhr amSpiel- platz(im Warmbad) gestellt sein. Da eine kurze Regiebesprrchung bei Anwesenheit aller Genossinnen nnd Genossen, die bei irgend einem Punkte des reichhaltigen Abendprogramms, beschäftigt sind, notwendig ist, müssen alle pünktlich.erscheinen, damit um10 Uhr nach ts der Abschluß der Feier erfolgen kann. Allo Kreis- und Bezirksfunktionäre der SchwimmauSschüffe, sowie sämtliche Kampfrichter, haben am Samstag, den 15. August, um 1 Uhr mittags im Teplitzer Schloßgarten-Warmbad zur z e n t r a l t e ch n i f ch e p Sitzung gestellt zu sein! Die Funktionäre des Bundes- Schwimmausschüsses, Schrammel Sudetendeutsche Selbstmordstatlstlk Es ist schon öfters darauf hingeiviefen wor-1 den, daß unsere sudetendentschen Grenzbezirke verhältnismäßig hoho Selbstmordzifsern aufwei- sen. Und wenn auch die Folgerungen, die an. diese Tatsache geknüpft werden, nicht immer ganz richtig sind, ivoil nicht allein die Wirtschaftsnot, sondern auch andere Momente dabei eine Rolle spielen, so ist doch der Umstand, daß die deutsche» Bezirke eine höhere Zahl Selbstmörder verzeichnen, nn sich schon betrüblich. Die statistischen Da- | tc» für das vergangene Jahr beispielsweise sagen uns, daß" die höchste Sterblichkeit infolge Selbstmord der Gerichtsbezirk Zwickau anf- zuweisen hatte. Hier entfielen auf 10.008 Einwohner 11 Selbstmörder. An ziveiter Stelle steht der Gerichtsbezirk Rochlitz mit 8.7, dann folgen Bensen mit 8,0, R u m b u r g mit 8.6 i und Niemes mit 8.1 se 10.000 Einwohnern. Von den tschechischen Gerichtsbezirken Böhmens steht Hokitz mit 7.2 Durchschnitt an der Spitze. Bezeichnend ist, daß es tschechische Bezirke, so den Gerichtsbezirk Milevsko, gibt, in denen im bergajigenen'Jahre überhaupt kein Selb st m o r V zu verzeichnen Ivar. Er wollte„Führer" sein! Mit einem von Phrasen strotzenden„Aufruf" wollte sich der 24jährige Kontorist Sattler in GraSIitz nach be- Ivährtenp Muster eine politische Position schassen: Er, der wie andere«in, Führer sein wollte, beabsichtigte. eine Organisation zu gründen, die „Front entschlossener Menschen". Also setzt« er sich hin nnd verfaßte einen Ausruf, in dem von Bereitsein zum Kampf und von„nutzloser" Opse- I rung gefaselt wurde und tvorin der Vierundzwan- zigjährige betont, daß seine Bewegung„geheim .und staatsfeindlich" wäre. Die Leute, die das -wirre Zeug Sattlers lasen, lächelten mitleidig und schüttelten den Kopf, aber schließlich kamen die politischen Pläne des Kanzlisten doch der Behörde zur Kenntnis. Sattler muhte sich deshalb nunmehr vor einem Senat des Egerer KreiS- gerichtes unter der Anklage des Schuhvergehens verantworten. Das Urteil lautete auf zwei Monate strengen Arrest, die durch die ilnier- suchungShaft seit 7. Mai— damals wurde der „Führer" der„Front entschlossener Menschen" hoppgonommeii— verbüßt erscheinen. Ohne Kommentar bringt unser„Adlerge- birgsbote" folgende Meldung aus LandSkron: Der verstorbene Kapellmeister der Veteranenkapelle tvixkte seit mehr als 20 Jahren unentgeltlich bei Kirchenfeierlichlciten- mit. Da er behördlich getraut war, verweigerte man ihm das Totengc- läute sowie alle kirchlichen Zeremonien. In Rußland tödlich verunglückt ist, wie aus Franzensbad berichtet ivird, der 40jährige Bergingenieur Franz Peter. Peter, der nach Rußland auSgewandert war, stürzte in einem südukrainischen Bergwerk über«Ine morsche Stiege etwa 80 Meter tief ab und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er auf der Stell« verschied. Sein Leichnam wurde nach Moskau überführt und dort«ingeäschert. IFITT> Kraft und Ausdauer besitzt nur ein gut durchtrainierter,richtig ernährter Körper. . Ceres gibt al- A len Speisen Kraft f und macht sie ) leicht verdaulich. Ceres das Wiederaufnahme des Betriebes Mauthner-Griinwald? Am 5. August fanden unter dem Vorsitze der Vertreter der Bezirks- und Gewerbcbehörde bei der Bezirksbrhörde in Gablonz Verhandlnngen wegen der Lignidierung des Konfliktes mit der Firma Mauthner-Grünwald statt. Der Vertreter des Konzerns verlangte, daß die Voraus- setzmig für die Wiederaufnahme des Ariinwalder Betriebes die Sicherstellung der Rentabilität dieses Betriebes sei. Essei unbedingt notwendig, eine Reorganisation des ProdnktionSapparates der Grünwald e r F a b r i k d n r ch z n f ü h r e n, ferner sei die Wiederaufnahme des Grlinwalder Betriebes stark abhängig von der Erfüllung einer Anzahl von Wünschen, welche der Manthncr- Konzern an das Handelsministerium biS längstens Montag, de» 10. d. M„ in einem Memorandum schriftlich bekanntgebcn will: darunter Rückvergütung angeblich überzahlter Stenern nnd Abgaben, Tariferleichternnge» für Bahntransporte nsw. Die Verhandlungen wurden unterbrochen nnd werden nach den Zusicherungen des Konzernvertreters in der allernächsten Zeit wieder aufgenommen werden,, so daß berechtigte Aussicht für die Wiederaufnahme des Grünwalder Betriebes in absehbarer Zeit besteht. Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 8. August, 18.50 bis 14.00: Macht nnd Bildung In der Geschichte(Dr. Otto Löwe). Mi ttwoch, 12. August, 18.40 bis 18.50: Arbeitsmarkt. 18.20 bis 18.40: Die Judenfrage al» ethisch-soziales Pröble,»(Josef Hofbauer), . 18.40 bis 18.45: Soziale Informationen. Freitag, 14. August, 18.35 bis 18.45: Aktuell« zehn Minuten. Sonntag, 16. August, 14.30 bis 14.45: Skandinavisch» Wahlen(Paul Maller). Unser« Arbeiter-Esperantisten hielten ani 2. August in Röhrsdorf ihre Jahresversammlung unter dem Vorsitz des Genossen Tischer ab. Dieser und die Vundcssckrctärin Genossin Fränze Richter berichteten über die infolge der Wirtschaftskrise wenig günstige Enttvicklung der Organisation, die aber u. a. in Warnsdorf eine außerordentlich starke und aktive Gruppe besitzt.(In Warnsdorf soll auch die nächstjährige Generalversammlung stattfinden.) Als Gäste sprachen in der Versammlung Genosse Pech-Pilsen namens der tschechischen Arbeiteresperantistcn nnd Genosse Oppolt namens des Atus. Zum Vorsitzenden des Bundes wurde Genosse Richard K i n- d e r m a n n, Warnsdorf, gewählt. Bahnbetrng In Karlsbad. In der Angelegenheit der Verhaftung der Betrüger L a m p l nnd Sic- gert aus Bodenbach, die auf Grund gefälschter Frachtbriefe ans dem Karlsbader Frach- tenbahnhofe Warenkisten Im Werte von 20.000, XL behoben, hat ans Ersuchen der Karlsbader Staatspolizei die Bodenbacher Polizei in. den Geschäfts« nnd MagazinSränmlichkeiten des Spediteurs B i c l l in Bodenbach eine Hausdurchsuchung vorgenonnnen, wobei große Mengen von Textilstoffen gefunden wurden, die offenbar aus verschiedene» Fischzügen der Betrüger Lampl nnd Siegelt stammen. Der Frächter Biebl, der bei der Anhaltung nnd Festnahme LamplS und Siegerts in Karlsbad behauptet hatte, er wisse von den Betrügereien der beiden nichts und habe nicht anderes getan, als die ihm von Siegelt nnd Lampl gegebenen Aufträge anSgefiihrt, erscheint durch das Ergebnis der Haussuchung in Bodenbach gleichfalls belastet, weshalb er bis auf weitere» in Haft bleibt. Er wird nach Abschluß der Untersuchung gemeinsam mit Lampl nnd Siegert ins Kreisgerichi in Eger eingcliefert werden. Nr. 184 SamStag, 8. August 1036 Seite 4 3agesnEgkeikn Ostrau« 20.45 Konzert.—. Preßburg: 6.30 Mor» derNachkriegsgeschichte erscheinen. Jedcrmannver- stehe, daß das wichtigste Ziel des deutschen Jm- perialismus darin bestehe, die Neutralität Großbritanniens in der ersten Phase des neuen Weltkrieges zu erzwingen. Außerdem kann auch bei uns unt einer Wettorver« schlechte t u«| gerechnet werden. Eine Abkühlung dürfte jedoch»och nicht elntreieii.— Wahrscheinliches Wetter von heilte: Jiü Westen des Staates: Erneut veränderlich, mäßig lvnrm, stellenweise Neigung zu Gewittern oder Schauern. In. her Slowakei und üarpatho- rußland: Im ganzen schön und sehr wärm, vereinzelt Neigung zu Gewittern.— Wetteraussicht e n f ü r S o n n t a g: Unbeständig, stellenweise etwas kühler, Winbdrehung gegen Westen. alle ver- Eleanor Holms führt Krieg Di« disqualifizierte amerikanische Rekordschwilnmerin Holm-Jarett hat jetzt als Vertreterin der Hearst-Presse ans der Pressetribüne im RcichSsportfeld Platz genom- men. Sic, ihr Gatte und Ihr Anlvalt haben im übrigen den Kampf gegen das olympische Komitee mit Energie aufgenommen. erreichte er, dass man noch drei Tage mit westlichem Kurse weitcrscgclte. Um in das der- mutete Neuland zu gelangen, hatte cs der unverwüstlichen Tatkraft eines Kolumbus und des Opfcrgcistcs seiner Besatzungen bedurft. Dieses Abenteuer grenzte in Tat und Wahrheit ans Wunderbare. Davon kann, es ist wohl kaum nötig zu sagen, bei der Reise der Karavellen-Jmitation niemals die Rede sein. Die guten Leute können sich da lange in mitteladterliche Seefahrer verkleiden, ihre Reise wird in gar nichts der Fahrt des grasten Genuesen und seiner kühnen Gefahr- ten gleichen. Daher nochmals: Es ist eine Kinderei. Eine solche„Leistung" ist wertlos. Werden die modernen„Entdecker" fiir die Ueberfahrt auch die höchst primitiven I n st r u m e n t e verwenden, über die Ko- lnmbus verfügte und die der berühmte Rcgio- montanus, dessen 500. Geburtstag man im Juni feierte, erfunden hat? Werden sie sich, wie die Mannschaften der drei authentischen Ka- ravcllen, von Pökelfleisch, Zwieback und Gar- banzos oder Kirchercrbsen nähren? Werden sie zum Schluß auch abgestandenes, fauliges Wasser trinken? lieber alle diese Fragen schweigen sich die Zeitungen, die von dieser Ueberfahrt„genau wie..." schwärmen, gründlich aus. Deshalb ist wohl ein Zweifel darüber erlaubt, ob die braven Matrosen von Huclva ihre gclvisscnhaftc Nachahmung bis zur Selbswerleugnung, ja bis zur schweren Schädigung ihrer Mägen tret- ben werden. Der„Heraldo" teilt zudem niit, daß die„SantaMaria" einekleincSende- st a t i o n an Bord mitführen werde,„für den Fall, daß..." Wenn wir den alten Chronisten — die freilich ungenügend informiert sein konnten— Glauben schenken dürfen, hatte Christoph Kolumbus nicht die Borsicht gehabt, sich mit einer Radiostation zu versehen. Auch darin liegt offensichtlich ein kleiner Unterschied... lR.-Ztg., Basel.) Die RettlmgSarbeite» in der Grube von Wharncliffc wurden Freitag morgen um 1 llhr 30 eingestellt, nachdem 82 Leichen geborgen wcr- den konnten. Die Rettungsmannschaften waren so erschöpft, daß die zunächst noch nicht ans Tageslicht gebrachten 25 verunglückten Bergleute unter Tag belassen werden muhten. Die Rettungsarbeiten mußten schließlich wegen der sich ausbreiicn- den Gase abgebrochen iverden. Aus bisher noch ungeklärten Gründen herrscht in der Grube eisige Kälte, so daß die Rettungsmannschaften Wärme- flaschen mitführen mußten. Vom Rundffink UvtahlMiwwlu aus den Ptwimmi Sonntag: Prag: 6.80 Morgengymnastik, 7:00 Uebcrtra- gung des Konzertes aus Karlsbad, 8.80 Orgclmufjk, 0.10 Schallplatten,. 0.45 Konzert, 11.00 Ueberträ« gungen des Konzertes aus Tcplitz-Schönau, 12.00 Auszug aus der Tagespreise, Mittagskonzert, 18.50 —14.00 Deutsche Arbcitcrscndung Dr. Otto Löwer Macht und Bildung in der Geschichte, 15.00 Kon- noch einmal die Stimme Ganstons:„Die Uhr geht drei Minuten vor. Noch ist es Zeit.. ," Er sprach die Wahrheit: Noch hatten sie Zeit.,." Noch blieb das Schicksal Europas in der Schwebe—" So, mit einem Gedankenstrich, mit einer Frage schließt das Buch: Was tut England? Es ist ein britischer Autor, der den Nebelvorhang aufrcißt und den Niedergang der Macht seines Vaterlandes zeigt. Und dies, diese Einschätzung Englands, diese Vision vom Aufstieg und Verfall eines Weltreiches, das die Zeit verschlafen hat— dies ist das beklemmendste an dem Buche. Vor dem Weltkriege erschien diese und jene militärische Utopie vom'Zukunstskriege; sie blieben alle hinter dem zurück, was dann grauenhafte Wirklichkeit wurde. Auch Wrights Kriegsbild dürfte' neben den Schrecken eines kommenden Schlachtens verblassen und einiges schuldig bleiben. Er macht es dem ritten Reiche zu leicht: die tschechoslowakische Armee ist erheblich ein läppisches Spiel Wie die Presse kürzlich meldete, wollen einige spanische Seeleute versuchen, die be- rühmte Entdcckerfahrt, die Christoph Kolumbus tut Jahre 1492 machte, in genau gleicher Weise zu wiederholen. Sie gedenken sich auf einer Ka- ravcllc cinzuschiffen, die eine exakte Nachbildung des von dem großen Seefahrer befehligten Schiffes„Santa Maria" ist. Dem Führcrschiff folg- ten damals noch die„Pinta" und die„Nikla" unter dem Befehl der Brüder Pinzon. Die „Santa Maria" von 1936 ist letzthin auf einer Ausstellung gezeigt worden; sie trägt, wie eS scheint, getreulich alle charakteristischen Merk- male ihrer kleinen glorreichen Vorgängerin. Nm, wie eine Tageszeitung versichert, der Wirklichkeit möglichst nahe zu kommen,„wird die Besatzung die Kostüme aus der Zeit des Christoph Koluinbus tragen. Die Illusion ist auf diese Weise vollständig"...1 Jawohl, vollständig. Näinlich für den, der'S glaubt! Was ittich betrifft, muß ich leider gestehen, daß mit diese Entdeckung Amerikas in zweiter Auslage als eine Kinderei erscheint. Die erste Reise des Genuesen unter den gleichen Verhältnissen zu wiederholen, das ist also der Plan der wackeren Seeleute Von Huelva. Wer hat ihnen wohl den absonderlichen und, psychologisch gesprochen, völlig undurchführbaren Gedanken cingegeben? In erster Linie muß dazu beincrkt werden, daß ein gut Teil des Risikos(und infolgedessen auch des Interesses) ausgeschaltet ist; es handelt sich keineswegs um das, was unsere Alpinisten eine„Erstbesteigung' neunen würden. Die„Santa Maria" in zweiter Ausgabe fährt nicht hinaus ins Unbekannte, sic wird nicht, ivic Christoph Kolumbus,„die ersten Furchen in die okeanischcn Meere graben" und ebensowenig„unter unbekannten Himmeln den Aufgang neuer Sterne fchauen". Die Seefahrer von 1936 wissen genau, daß sie, wenn sie tvirkiich dem Wege folgen, den Kolumbus genommen hat, nach zwei bis zweieinhalb Monaten auf den Bahamainseln, in zivilisierten Gegenden, landen werden, wo sie mit Champagner und schönen Reden alles vorsinden, was sie zur Er- holung von den Strapazen brauchen. Darin liegt nach meiner unniaßgeblichen Meinung der schlvache Punkt der Unternehmung, wenn man so sagen darf. Die Feststellung allein genügt, wie ich glaube, um zu zeigen, was an der„Wie- dcrentdeckung" alles gekünstelt ist. Denn was die leidenschaftliche Anteilnahine an der denk- ivürdigen Fahrt von 1492 hcrvorgcrufcn hat, >vaS sie so fesselnd und spannend gestaltet, das ist die unerschütterliche Hartnäckigkeit des Führers, der hinaus ins Unbekannte segelt, wochenlang nur Himmel und Wasser, Wasser und Himmel erblickt und trotzdem darauf besteht, weiterhin scinenWeg zurAuffindung Indiens zu verfolgen. Jedermann weiß, daß in einem bestiinmtcn Zeit- punkt, nach über zwei Monate dauernder See- fahrt— man war am 3. August von San Lucar de Barrameda in Seo gestochen— die Besatzungen unmittelbar vor der Meuterei standen. Beinahe hätte Kolumbus nachgcgebcn und sich zu cincni Verzicht bereitfindon lassen. Immerhin Opfer eines Taifuns. Wie die Agentur Do mei meldet, sind 68 japanische Fischer südwestlich von Formosa in einem Taifun nms Leben ge kommen. Verheerende Wirknngen einer Wüidhosc. Im Bezirke Nicsiez bei Nowogrodek in den polni schen Ostmarken verursachte am Mittwoch eine Windhose, die eine halbe Stunde anhiclt, große Vcrtvüstnngen. In zehn Dörfern ivurdcn fast alle Bauernhäuser und Wirtschaftsgebäude dem Erd boden gleich gemacht. Die Felder und Waldungen, über tvelche die Windhose hinwegging, wurden vollkommen verwüstet. Die Windhose trug auch Menschen fort, tvelche hiebei in zahlreichen Fäl len Verletzungen davontrugen. Aus einigen an der sotvjetrussischen Greife liegenden Dörfern wurden mehrere Bauern über die Grenze auf sowjetrussisches Gebiet hinllbergeschlendert. In,dcm Städtchen Zaostrowicze wurde durch die Windhose die Pfarrkirche vernichtet. Neue Abstürze in bett Alpen. Eine englische Studentin ist im Mont Cervino-Gebiet infolge Scilrisses tödlich abgestiirzt. Ein 28jährigcr eng lischer Alpinist Gregson und zwei Begleiter sind beim Aufstieg auf dem Deute Blanche abgestiirzt. Ausgrabungen. Unweit von Stuhlwcißcn- burg Ivurdcn lleberrestc einer römischen Nieder lassung aus der ersten christlichen Acra entdeckt. Die Niederlaffnng hieß Hcrculia. Von den auf genommenen Ausgrabungen ertvartet man wei ter« wichtige Ergebnisse. Der Sänger Norbert gestorben. Donners tag nachmittags ist in Salzburg der bekannte Staatsopernsänger Karl Norbert, ein gebürtiger Prager, plötzlich verschieden. Der letzte Sohn des Dichters Freiligrath, Wolfgang Freiligrath, ist im Alter von 88 Jahren in Kuelz bei Simmern gestorben, Tvr Verstorbene hat den größten Teil seines Lebens bei Freunden seines Vaters in einem Försten- hauS im Hunsrück verbracht. „Atem des Krieges"(Ru). In einem Leit artikel der Moskauer„Jstvestija" nimmt Karl Radek, der ausschlaggebende sowjetrussischc Außenpolitiker, zu der kommenden Fünf- m ä ch t c k o n f e r e n z Stellung. Der Aus gang dieser Konferenz, schreibt Radek, tverdc dar über entscheiden, ob Europa eine Atempause er- m__ langen werde. Falls diese Konferenz sich auf. Plätze für eine zu erbauende Arche Noah ver- Westeuropa beschränken und nicht mit aller;^ufie. Er hatte viel Zulauf, gber als die Sintflut Deutlichkeit das Problem der Kriegsbelämpsmig»jcht kam, flüchtete er, um nicht als Betrüger scst- in Ost- und Siidost-Europa anfrollen werde, z„ werden. Jetzt hält er die Sache offenbar werde sie als eine der kläglichsten Konferenzen fgr verjährt. Denn er ist wieder ausgetaucht und men. Die„Schlacht um Prag" wäre selbst in mehreren Nächten nicht zu entscheiden. Aber wie damals das letzte Wort bei England lag, wie Nacht auf Freitag vom Ozean her vorgedrungcn der Weltkrieg 1914 nach den Aussprüchen wil- sind. Im Rheinland regnete cs stellenweise oder helminischer Paladine nicht entzündet worden c- kamen Getvitter zum Ausbruch. Da der Kern wäre, wenn England sein Eingreifen gegen die tzcS höheren Druckes nach Polen zurUckgelvichcn ist, Mittelmächte vorher notifiziert hätte, so' steht cs auch heute tvieder. Wenn England heute klar bekennen würde: Wir wollen Garant auch des osteuropäischen Friedens sein, wir marschieren gegen jeden Friedensstörer mit den Waffen auf— es würde im Dritten Reich die wohltätige Wirkung eines Wasserstrahls ha ben. In den Verschwörer- und Brandstifterzir keln der braunen Gangsterrcgierung lächelt man seit langem über daS Gemisch von Apathie, Kon» ferenzdusclei und JllusionSmeierei, das man in der Downingstreet Wohl immer noch als Außenpolitik ansieht. Diese Schmach und diese Schtväche will Fowler-Wrights Buch treffen; es geht ihm um fein Vaterland, wenn er den englischen Minister fiebern läßt:' „Gab cs keinen Ausweg? Gab eS wirk lich keinen Ausweg mehr? Mußten sich"die . Fehler,' die Versäumnisse der Vergangenheit in so verhängnisvoller Weise rächen?" . Noch schreiben wir 1936, noch ist daS euro päische Gleichgewicht in der Schwebe, noch hängt erklärt, sich in seinen Berechnungen geirrt zu haben. Die Sintflut Ivcrde im Jänner 1038 stattfindcn. Vorbestellungen für Kajüten in der Arche Noah Nr. 2, die Grcenwood bauen will, werden wiederum in Olympia angenommen. Neu« Berschlechterung des Wetters? In Frankreich und in West-Dcutfchland äußert sich erneut die Eiiiwirkung von Störungen, die dort in dec Die entsetzte Welt steht vor dem entsetzlichsten sait accompli der letzten Jahrzehnte. Jahrelang hatte man die Katastrophe vorausgesehen— nichts geschah. Und jetzt? Die englische Regierung beriet, wie ihre Neutralität zu verklausulieren sei, aber auch das Ivar schon zu spät, Hitlers Negierung verlangte bereits P f ä n- der für die englische Neutralität:„Die Kontrolle über Gibraltar und den Suez- k a n a l, bis zu dem Zeitpunkt, da der Friede gesichert sein wird..." Zerissen fliegen Verträge im Sturmwind davon, bleich und stört beraten die englischen Minister. „In der tödlichen Stille erhob sich versuche Berlin dar Vertrauen der französischen Bundesgenossen zu Frankreich zu erschüttern, um Frankreich zu isolieren und damit günstige Voraussetzungen fiir seine Politik der plötzlichen Vorstöße zu erlangen. Die deutsche Diplomatie wisse sehr gut, daß diese Rechnung für die ganze Dauer des Krieges nicht stimmen werde. Aber bei der Taktik der plötzlichen Vorstöße spielen Schwankungen verschiedener Mächte,: die bloß einige Wochen zu dauern brauchen, eine außerördent- lichc Bedeutung. Die Schwankungen der westeuropäischen Mächte würden Deutschland gestatten, die für die KriegSführung unumgänglichen Rohstoffvorräte für sich zu sichern und auch sonst' bedeutende strategische Vorteile zu gewinnen, DaS sei der letzte Sin» jenes diplomatischen SpicleS,. das sich in den nächsten Monaten aufrollen iverdb. Englandbcgrlsterung in Amerika. In der Regel hört man auS England Klagen, daß alles, was ans Amerika kommt, dort Trumpf ist. Amerikanische Filme erobern den englischen Markt, amerikanische Moden setzen sich durch, ja selbst das mnerikanische Englisch verdrängt die klassische Sprache Shakespeares. DaS mag zum Teil stimnien— aber auch däs Gegenteil ist richtig. Schon seit einem Jahrzehnt herrscht bei den oberen zehn Tausend, vor allem in New Nork eine leidenschaftliche England«, bcgeisterung. Denn auch englische Filme haben ün«- gewöhnliche Erfolge in ilmerika, die sich mit jeder Hollywooder Sensation durchaus meßen können/ z. B. der Erfolg des Films„Das Privatleben Heinrichs Vlll." Auch die Amerikaner— und' gerade die Gebildeten— bemühen sich«in reines Englisch möglichst ohne Amerikanismen zu sprechen. London, und nicht Paris, gilt für New Nork als Modczentriim, Männeranzüge werden mit Vorliebe aus englischen Stoffen gemacht, und der Frack, der fiir junge Leute in Amerika bis vor kurzem nicht üblich, in England aber selbstverständlich ist, setzt sich immer mehr durch. Sehr bezeichnend fiir diese Stimmung war, daß am Tage der ersten Ankunft der„Ouccn Mary" an sehr vielen Privathäuscrn englische Fahnen gehißt wurden. Die Perlen der Eleonore Düse. Soeben verstarb die nächste Freundin der großen Tragödin Eleonore Düse, die bis zu ihrem Tode ein Andenken an die große Künstlerin ehrfürchtig bewahrt hat, | das ebenso kostbar, wie schicksalsnniwittert war. Die j Düse besaß zwei Perlcnohrringe, die sie unter tragischen Umständen von der Herzogin P a m e I l o zum Geschenk erhalten hatte; diese wiederum hatte den Schmuck geerbt, der ihrer Aiutter von Madame. de Staci als Hochzeitsgcschcnk zygedacht war. Die Düse war Gast der Herzogen von Pamcllo, als diese plötzlich die Nachricht vom Tode ihres einzigen Sohnes erhielt. Die Düse fand soviel Worte des Trostes, daß die Herzogin später immer zu sagen pflegte, nur sie habe sie über die schweren Stunden herübergerettet. Als Dank gab sie der Düse die Perlen. Die Künstlerin hütete diese wie ei» Talisman. Selbst als sie später In Not kam, wollte sie sich nicht von dem Schmuck trennen, obwohl ihr ein italienischer Juwelier 200.000 Lire bot. Als sie auf ihre letzte Steife nach Amerika ging, von der sie nicht mehr lebend zurückkehren sollte, übergab sie die Perle« ihrer Freundin, die sie bis zn ihrem Tode aufbewahrte. Was jetzt mit dem Schmuck geschehen foll, bleibt ungewiß. Die vertagte Sintflut. Vielleicht wird man sich noch erinnern, daß Ende 1084 ein Mann namens William Grcenwood' in Olympia(Washington) ' auftrat, der die Sintflut für März 1035 ankündigte die Frage von Krieg und Frieden davon ab, ob i zert, 18.50 Deutsche Nachrichten, Wetterbericht, sich die westlichen Demokratien endlich zu einer 20.45 Konzert.— Brünns 6.80^ Morgengymnastik, energischen Politik des Widerstands gegen faschi- Orgelmusik, 10.10 Saxaphonkonzert.18,20 ltilklie Brandktlkt-r-I»ukammenkindeN KowkerS Uebertragung der deutschen Sendung aus Mahrisch- sttsche Brandsttfterei zuiammenflnpen. Fowlers Ostrau. 20.45 Konzert.— Preßburgr 6.80 Moc- S!t c Beinafji! fdjo n• gengymnastik, 8.50 Musikeinlage, 16.00 Ueberträ- überholt, er konnte ja nicht ahnen, daß Hitler-1 gyiig aus PieStan.— Kascha«: 6.80 Morgengym• Deutschland 1086 schön nach den Balearen gic- nastik, 20.45 Konzert.— Mährisch-Gstra«: 6.80 reu würde. t Morgengymnastik, 0.10 Konzert, 18.20 Deutsche Max Baldauf., Sendung. Vision 1938 Was tut England? Eine Frage, die in den letzten Jahren die öffentliche Diskussion beschat tete. England tat nichts. Der Faschismus zer schlug eine Friedensbarriere nach der andern, er oberte Position um Position— England dis kutierte, verhandelte, berief Konferenzen, über ließ das Weitere„der Zeit". , Was tut England?— so könnte auch der Roman heiße», der bei Editions LarrefouS erschien und schreiend betitelt ist:„Der Untergang v o n P r a g." Eine wider spruchsvolle Mischung von kolportagehaster Kri minalhandlung und ernster Kriegsutopie. Aber dem Verfasser S. Fowler-Wright ist wohl weniger um Sensation, als um War- nmig zu tun. Der politische Hintergrund ist scharf und richtig gesehen und von mahnen der Prophetie: Am 22. Jänner 1038 überreicht die Hitlorrcgierung der Tschechoslowakei ein Ul timatum, fordert Ausweisung der Marxisten, Auslieferung emigrierter Hitlerfeinde. Benes' Negierung lehnt ab und abends beginnt bereits der wohlvorbereitcte deutsche lieberfall. Die Flieger der Slepublik leisten tapfere Gegenwehr, MunitionsdepotS in Deutschland fliegen in die Lust, in Prag gibt es Häusersprengüngen, von Naziagenten vorbereitet, um Prag erbitterte Lustkämpfe, die Hölle deS modernen Krieges lodert auf, die deutsche Uebermacht siegt in einer Nacht und zerstört hie tschechische Truppentwick lung. Deutsche Proklamation ain Morgen:„Die Tschechoslowakei hat äufgehört zu existieren.... Böhmen,. Mähren und die Slowakei fallen an widerstandsfähiger und der Kampf würde geo- has wiederauserstandcne Deutschland zurückgraphisch rasch ungeheure Ausdehnung anneh- Nr. 181 SamStag, 8. August 1936 Seife 5 Nazistisches Trommelfeuer auf die CSU Das„schwarze Palästina". Die Regierung des Negerfreistaates von Liberia hat der Regierung der Bereinigten Staaten offiziell mitgeteilt/daß sie von jetzt ab bereit sei,, eine Mas» seneinwanderung nordamerikanischer Neger nicht niir zw gestatten, sondern mit allen Kräften zu fördern?.Diese Einstellung ist in der Hauptsache der wunderbaren Propaganda einer fungen amerikanischen Negerin, der neunzehnjährigen A m t; H i l l e r 8, zu verdanken, die seit Jahren durch sämtliche Bundesstaaten reiste und in riesigen Negervccsammlungcn ihre Land-leute aufforderte, nach Liberia zu gehen. Das Schlagivort der'von ihr begründeten Bewegung lautet:„Ein schtvar» zes Palästina I" Liberia, der einzige'Negersreistaat der Welt, steht unter der Oberhoheit der Bereinigten Staaten, und zählt ungefähr zivei Millionen Einwohner. Das Land hat. graste Naturschätze, die noch nicht gehoben worden sind, und die Negierung von Liberia hofft, dah die aus Nordamerila einlvandernden Neger infolge ihrer höheren Kultur und-besseren Borbildung in der Lage sein werden) an der Entwicklung des Landes führend teilzunehmen. Da die Arbeitslosigkeit unter der schlvarzen Bevölkerung der Bereinigtest Staaten .besonders groß ist, rechnet man. damit, dah bereits in'den nächsten Monaten Zehntausende von Jirgersamilien nach Liberia einwandern werden. Die Borbeireitungen zur Volkszählung in Russland. Im Jänner nächsten Jahres findet in der Sowjetunion eine groste Volkszählung statt, und das statistische Amt bemüht sich, diesmal vollkommene Arbeit zu leisten,' nachdem sich her- auSgestellt hat, dah die bisherigen Volkszählungen infolge der riesigen Gröhe des Landes zu sehr fehlerhaften Resultaten geführt haben. Zum Beispiel, ist eS bisher niemals gelungen, tatsächlich alle jene Bewohner zu erfassen, die im nördlichsten Sibirien lvohnen. Aus diesem Grunde sind bereits jetzt, sechs Monate bevor Beginn der Zählung, etlva 166 Beamte des statistischen Amtes von Moskau' und Wladstvostok aus nach den entferntesten Gegenden der Sowjetunion geschickt worden, um rechtzeitig alle Vorbereitungen zu treffen.. Eine besonders schwierige Aufgabe wird eS auch sein, die Volkszählung unter den Nomadenstämmen von Karakorum und der Hochebene von Pamir durchzuführen. Auch nach diesen Gegenden werden Beamte geschickt. ' James Pitt sucht eine Fra«. In den Zeitungen von KansaS City erschien eine Heiratsannonce, in der James Pitt, ein reicher Farmer aus der Umgebung eine Frau suchte. Als Bedingung stellt James Pitt, dah die Bewerberinnen nachweise» müssen, dah sie noch niemals Hauswirtschaft getrieben haben. Den» er selbst wolle sich um den Haushalt kümmern, da es sonst doch nur Zant mit der Frau gäbe. Die Frau müsse sich im Ehevertrag verpflichten, niemals auf« zuräumen, zu kochen oder sonst irgendeine Arbeit im Hause zu verrichten. In den nächsten Tagen konnte sich die Administration der Zeitung vor den Bergen von Briefen, in denen amerikanische Rädchen auf das verlockende Angebot von James Pitt eingingen, nicht retten.--- Die Sorgen des Maharadscha von Mhsor. Der Prunk der Hofhaltung des Maharadscha von Mhsor, der zur Zeit mit einem Riesengefolge in London weilt mtd für. den ein besonderer Tempel errichtet werden müßte, beschäftigt noch immer die englischen Zeitungen, die fast täglich die seltsamsten Einzelheiten über daS Leben und die Gewohnheit der Indischen Fürsten veröffentlichen. So unter anderem auch, wie kompliziert die Frage der Zubereitung deS Essens für den Maharadscha ist: Denn nach den sehr strengen Vorschriften seiner Sekte htlt jedes Gericht für unrein, das nicht nur die Hände, sondern auch der Schatten von Personen berührt hat, die nicht der Kaste ange- bäre». Da die Küche der Villa natürlich wie eine ge- wohnliche Küche eingerichtet ist, lieh er sich nicht vermeiden, dah Personen an den Platten vorübergingen und ihren Schatten auf sie warfen, die es nicht hätten berühren dürfen. Der Maharadscha hat daraufhin verfügt, dah die Zubereitung der Speisen in einer Dunkelkammer vor sich gehen sollte, damit eine „Sünde".vermieden würde. Topcbana, die Zigeunerstadt Belgrad, Ende Juli. Von den zwei Millionen Zigeunern, die es i>». Europa,' Asien und neuerdings auch in Nordamerika gibt, ziehen die meisten über die.Landstraßen. Ihr sprichwörtlicher Wandertrieb läßt sie selten in, geschlossenen Siedlungen ohne Not längere Zeit hindurch lvohnen; nur ausnahmsweise bilden Teile des Zweimillionenvolkes Kolonien größeren'Ausmaßes. Eine solche Kolonie, die schon fast Stadh'zu nennen.ist, da sie fast 6999 Einwohner zählt, hat sich seit einiger Zeit in einem Viertel von Skoplje in Jugoslawien gebildet. Dieses Städtbsertel heißt Topchäna. Es gibt dort keine Häuser im europäischen Ssstste des Wortes,' sondern Nur Baracken aus Brettern, Blech, Draht ustd Besten. Kanaltfqiion und elektrische Beleuchtung find nicht vprhanden. Alles ist schon gleich'nach der Entstehung baufälsig geivesest; die grundlosen Straßen sind ständig mit Haufen, unerhört schmutziger Kinder, in Lumpen’ und mangelhafte Bekleidung gehüllt, bevölkert. DaS Innere der Baracken entspricht ganz dem äußeren trostloses Bilde; meist hat die gesamte vierköpfige Familie zusammen nur ejn Bett und einen Tisch «cks einziges und gemeinsames Familieneigentum. Rauchende Funzeln-vermitteln abends eine trübe Helligkeit,', und die sanitären. Verhältnisse sind derart, daß dieser Teil von Skoplje die höchste Kindersterblichkeit in Europa: aufzuweisen, hat, Die Propaganda-Offensive des Dritten Reiches gegen die Tschechoslowakei setzt bereits vor Beendigung der Olhmpiade mit großer Wucht— und Tücke— ein. Neben dem„Völkischen Beobachter" sind es vor allem die von' dem außenpolitischen Redakteur der Prager'„Zeit" bedienten, die meisten Berichte auch mit dein Signum H. H. bringenden,„M ünchner Neuesten Nachrichten"(seit einiger Zeit Besitz der NSDAP— Eher-Berlag) die gegen die Tschechoslowakei zu Felde ziehen. Einen besonders saftigen Artikel brachte am 27. Juli die„O st p r e u ß i s ch e Z e i t u n g" in Königsberg. Er heißt„Prag in den Armen Moskaus" und schildert in der üblichen läppischen Weise die fortschreitende„Bolschewisie- rung" der Tschechoslowakei. Das Theater und der Buchhandel seien schon völlig bol» schetvisiert. Nichts als russische Propagandastücke kvürden aufgeführt, in den Buchhandlungen nur Bücher feilgebüten, welche die USSR verherrlichen, in den Mittelschulen seien zwei Drittel der Schüler kommunistisch gesinnt, die Kinos spielen nur»och R u s s e n f i l in e. Jeder Tschechoslowake und insbesondere jeder sudetendeutsche Bürger der Republik Iveiß, daß diese Behauptungen einfach kindisch sind. Ungefähr das Gegenteil ist richtig. Jin Theater, im Film, im Buchhandel doininiert leider Goebbels! In dem erivähnten Artikel wird sogar das Prager„D e u t s ch e T h e a t e r" als„freilich völlig verjudet" bezeichnet und der bolscheivistischen Propaganda angellagt, obwohl gerade von diese«» Institut bekannt ist, daß es alles nur entfernt rötlich schimmernde ängstlich ablehnt, dafür dem H'enleinismus um so öfter Zugeständnisse macht(Gastspiele Werner Krauß, Erich Kleiber, Richard Strauß-Aufführungen etc.) Der Artikel kommt schließlich auf das Wesentliche, auf das er hinaus Ivill: Man steht, die tschechische Kultur wird mit Macht auf dir tiindesaenössische bolschewistische umgestellt. Aber Prag schaltet stch nicht nur gleich, es schaltet auch zwischen. Die Tschechoslowakei ist, wie man seit einem Jahr immer wieder in zuständigen Prager Zeitungen lesen kann, der Zwischen schalter von der katho- lischen Kirche zur Sowjetunion und vom Kreml zur Kurie. Eben jetzt hatte Prag dabet wieder eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. In Wehlerad in Mähren fanden am lltzrill- und Method-Tag wichtige Berhand- (linnen zwischen der rämischen und der griechisch, orthodiren und griechisch-unierten Kirche statt. Vertreter der Ost- und Westkirche berieten und beschlossen über eine Einigung.„Die vatikanische Die Bewohiier von Töpchana können in drei Klassen eingeteilt, werden: die Männer, die nicht arbeiten wollen, die Frauen, die arbeiten müssen, und.die Kinder bis zu sechs Jahren, die.noch nicht zu arbeiten brauchen.' Die Frauen widerlegen zwingend die Legende von der schönen Zigeunerin, da ihr häßliches Aussehen noch durch Schmutz ver- schärft wird. Fast alle Zigeunerinnen von Top» chana sind als Dienstboten in serbischen Familien beschäftigt, da die stolzen serbischen Mädchen,, wenn sie auch noch so arm sind, nicht dienen und die Zigeunerinnen trotz ihres Schmutzes-und der ungeheuren hygienischen Gefahr, die sie bedeuten, als Dienstboten genommen werden müßen. Sie arbeiten.unermüdlich von früh bis in die Macht; nachher haben sie in ihrer Baracke npch für ihren „Gatten" zu sorgen, der buchstäblich den ganzen Tag mit Kartenspielen, Würfeln, Rauchen und Trinken ausfüllt. Die Frau mutz ihr Monatseinkommen restlos abliefern. Dafür wird sie geprügelt. Während der Zeit,.in der die Zigeunerinnen in fremden Häusern arbeiten, sind, sie erstaun-' licherweise noch verhältniSmußig ehrlich; später, wenn, sie zur Arbeit zu.schwäch sind, verlegen sie sich auf Chiromantie und auf Gaunerten. Inzwischen haben.sie' ihren Mannern eine unverhältnismäßig große Zahl von Kindern geschemt, von denen sehr viele mangels jeder Pflege gleich nach der. Geburt sterben. Das Lehen der Bkänner verläuft. eintönig; ihre gelegentlichen Berufe sind Geigenspiel und Schmiedearbeiten. Kongregation für die Ostkirche" wird auf Grund der Welehrader Beschlüsse weiter arbeite«. Ter Vatikan ist mit den« Herzen bei der Sache, denn er hofft, daß er sich nach tausendiährlger Treu- nun« die Ostkirche wieder botmässig machen kann und die Tschechen träumen annestchtS dieser Ber- handlunnen. in Welehrad von einer Eint- gungd er Slawe»durch die Kirche. Für die Bolschewiken Ist der T s ch e ch e n< st a a t nicht minder der wichtigste Stützpunkt, nämlich derStützpunktfürdie U nist nrzhetzein Mitteleuropa und der Stützpunkt für ein bewaffnetes ; Eingreifen im Herzen Misere» Kontinent». Wenn die ungarische Polizei imnier wieder koni- mnnifiische AgitationSherde ausdeckt und wenn in . Oesterreich die bolschewistische Nmfturzhetze mit verstärktem Nachdruck einsetzt, dann gehen die Fä- den all diese»'Treiben» über die Tschechoslowakei nach der Sowjetunion. Am besten aber ist bis jetzt die militärische Zusammenarbeit der Tschechen mit Maska» organisiert. Nm diese Organisation noch weiter auSznbauen, Ist der Sowjetgeneral A l k s n i S nach Prag gekommen. Er kam, wen» auch dank der Qualität seiner Maschine mit viertägiger Verspätung, so doch mit einem Gefolge, mit dem sonst nur Staatsoberhäupter reisen. Er kam— und konnte allerorten wohlvertraute Persönlichkeiten und Einrichtungen begrüssen und besichtigen. In der Slowakei sind 39 Reserveflugplätze für da» rote Lnftgeschwader fertiggestellt, da» hier einmal operieren soll... Ein O st w e ft st o ß de» gemeinsamen tsche- chlsch-sowietrussischen Heere» wird immer wieder In tschechischen Zeitschriften erörtert. Tie Manöver in der Slowakei wurden und werden einem solchen Plan gemäss durchgesührt. So schaltet die Tschechoslowakei um und sie schaltet zwischen von allen möglichen nach allen unmöglichen Mächten und der Hradschin verzichtet dabei in weitestgehendem Matze auf Macht-' besugniffe in Mitteleuropa, die besser in mittel-1 europäischen Händen blieben. Man gliedert s i ch f e l b ft a u» al» mitbeslimmender Faktor in der Mitte de» Kontinent». Jnteressanterweise ist dieser von Falsch- nr e l'd u n g e n und t e n d e n z i ö s e n Verfälschungen strotzende Hehartilel vo n Prag ausdatiert. Die Chiffre K. V. scheint allerdings anzudeuten, daß er aus der Werkstatt des berüchtigten, nach dem Dritten Reich emigrierten V i e r e r b l, dem Hetzleiter des Leipziger Rundftinks stammt. Wer immer ihn geschrieben und sich die albernen Behauptungen aus den Fingern gesogen hat, der Artikel bleibt bezeichnend für die Methoden und für die Ziele.der großpreußisch-nazistischen Propaganda! Dio Kinder, die trotz der elterlichen Vernach- lässigung am Leben bleiben, sind bis zu ihren« sechsten Lebensjahr relativ sorglos. Dann beginnt auch für sie der Lebenskampf. Typisch ist das Bild, das alle Zigeunerkinder von allen anderen Kindern der Welt unterscheidet: wenn die Mittagszeit: kommt, dann gehen die Kinder nicht in» Haus, um dort zu essen, sondern sie gehen auf die Straße. Sie durchwühlen die schmutzigen Abfalleimer,' streichen zwischen den Beinen der Tische jn Gasthäusern wie Katzen herum, erbetteln sich kleine-Münzen, kaufen sich dafiir Brot, Zwiebeln und Wurstabfälle und nehmen ihr Mahl, in ständiger Angst vor den Gendarmen, in Häuswinkeln und'dunklen Höfen ein. Nach Hause trauest sie sich, nicht, weil dort die Männer ihnen daS Essen Wegpehmen würden. Trotz behördlicher Bemühungen kennen sie kaum eine Schule; systeinaiisch wepden sie zu Bettlern, Tagedieben und Täschen- diebcn. Wenn.sie Mädchen sind; heiraten sie früh, sonst treiben sie sich herum, gehen auf die Wanderschaft, Werden ständige Nomaden oder gründen einen. Hausstand. Den braven Bürgern von Skoplje ist Top- chaiia,' die Zigeunerstadt, ein Dorn im Auge. Sie soll in nächster Zeit abgebrochen werden, doch setzen.dem ihre V999 Bewohner den allergrößten Widerstand entgegen, und man wüßte auch tatsächlich nicht, wo man sie unterbringen sollte. I. B. Kreditanstalt der Deutschen >-'-'-'-M"i- ssaa*— verwaltungskapital 930 Millionen KC. tzaftungSkapital 90 Millionen Kü. •1 Kleterwssbngen. Oesterreichs Finanzberater resigniert Wien. Zu der Haager Meldung über die Resignation des Finanzberaters de» Völkerbundes in Wien Rost van T o n n i n g c n auf feine Funktion, wird an Wiener lompcienten Stellen mitgelcilt, daß dieses Amt nicht mehr besetzt werden wird. Unerwarteter Besuch bei Trozki Oslo.(HavaS.) Ilm Miticrnacht fuhren in einem Automobil zwei Personen vor der Wohnung des in Hconefoß im Exil lebenden ehemaligen soivjetrussischcn Volkskommissars Trotzki vor, drangen in dieselbe trotz dem Protest eines in der Wohnung allein befindlichen jungen Mädchens«in und durchsnchtcn Trotzkis Arbeitszimmer. Das junge Mädchen setzte sich telephonisch mit der Polizeün Verbindung, worauf die Eindringlinge flüchteten. Sie wurden von der verfolgenden Polizei angehalten. Die Untersuchung des Automobils der Täter erbrachte nichts Wesentliches. Man glaubt, daß cs sich bei den Einbrechern um Mitglieder der norwegischen nationalen Faschistenliga handelt. Ras Sejum unterwirft sich. In Gegenwart abessinischer Würdenträger und der Hauptvertre- ter der koptischen und innselmanischcn Kirche fand im Regierungspalast von Addis Abeba vor dem italienischen Bizekönig Graziani die feierliche llntcrwerfiing des Ras Sejum statt. Er sagte in einer kurzen Ansprache, er glaube, daß Italien in Abessinien Ruhe und Ordnung schaffen und der Bevölkerung Frieden bringen könne.. Volkswirtschaft und SortMitik Kapitalerhöhung bei Skoda? Der Staat mittelbar Eigentümer der neuen Aktien Nach einer Mitteilung des„Prager-Börsen- ConrierS" werden die Skodawerke A.-G. in der nächsten Zeit neue Aktien auflegen, die durch ein von der Staatsverwaltung ermächtigtes Konsortium übernommen Iverden. Der Staat hatte vor einigen Jahren den Skodawerke» eine beachtliche Kredithilse getvähren müssen und sich damals das Recht Vorbehalten, eine Neu-Emission von Aktien verlangen und die Aktien übernehmen zu können. Von diesem Recht soll jetzt mittelbar Gebrauch gemacht iverden. Das Aktienkapital der Skodawerke beträgt jetzt 299 Millionen Krpncn, davon ist etwa die Hälfte im Besitz von Schnei- der-Creuzot. Das neue Aktienpaket wird also mittelbar dem Staat nur eine Minderheitsbeteiligung an den Skodaiverken bringen. Auslandskapital für Hitler Die große Stettiner Maschinenfabrik Stoe- wer ist kürzlich mit den Millionen des amerikanischen Multimillionärs Henry Ford saniert worden. Jetzt wird die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft in Berlin gleichfalls mit Hilfe amerikanischen Kapitals wieder flott gemacht. Das Aktienkapital wird von 185 auf 92 Millionen Mark zusammengestrichen und gleichzeitig wieder auf 129 Millionen Mark cthöht. Die amerikanische Gencral-Eleetric zahlt 15 Millionen Mark ein. Vor ihrer Machtübernahme haben die Nationalsozialisten über die Versklavung Deutschlands an daS ausländische Kapital weidsich geschimpft. Jetzt leisten sie dieser Versklavung Vorschub.^Freilich, wenn'sie nicht die weitgehende Unterstützung der auSläftdischen Kapitalisten genössen, könnten die Nazis die phantastischen Keicgsrüstungcn nicht durchführen. - Trotz Überproduktion neue Zuckerfabriken. Österreich war früher Zuckereinfuhrland. In den letzten Jahren ist die Eigenproduktion' an Zucker so gefördert worden, daß sich bereits ein starker Überschuß an JnlandSzucker ergibt. Dennoch sollen in Kürze in Steiermark zwei neue Zuckerfabriken errichtet Iverden, so daß es dann in Österreich insgesamt 9 Zuckerfabriken geben wird.- Oer Bezwinger des Catallna-Kanals Beim elften Versuch gelang cs dein Franzosen PaulChat» t e an den gefährlichen Cata- lina-Kanal an der amerikanischen Westküste mit einer Breite von 99 Kilometern in 88 Stunden 44 Minuten zu durchschwimmen. Hier nimmt Chat- teau während der Ueberquerung — Milch zu sich. Seite 6 Sozialdemokrat'' SamStag, 8. August 1936. Nr. 184 Weibliche„Führerin** an der Spitze elnergefährllchenElnbrecherbande Eine 28jährige mit 18 Vorstrafen Prag,(rb.) Die neunköpfige Einbrecherbande, die gestern vor dem Strafsenat Pernt erschien, besteht aus alterprobten Fachleuten der Diebszunft. Der ehemalige Schneidergehilfe Georg S t i b o r hat 18 Vorstrafen, fein Kumpan Johann Ne 1 n h deren 14, der dritte Angeklagte Z d e n i k Für st 16, der ehemalige Chauffeur Karl Feithammel 10. Die zwar erst an fünfter Stelle angeklagte 28jährige Marte B o ii d a, die aber als Hauptperson des Prozesses zu betrachten ist, hat es auf achtzehn, zum Teil recht schwere Strafen gebracht. Dieser Gruppe der Plattes die sozusagen die ausübenden Mitglieder umfaßt, steht eine zweite gegenüber, die zu der ehrenwerten Gilde der Hehler gehört, die mit der Verbergung und mit dem Verkauf der Dicbsbcute besaht waren. Reben dem 2Sjährigen Berufsdieb Anton Rezniöek waren noch drei Frauen angcklagt, und zwar die 49jährige Marie Etipänek, ferner die öyjährigc M u t t e r des eben genannten Rezniöek und endlich die ehrsame I n h a b e r i n e i n es !-o n Zession terten AutotranS- portgewerb.es, Frau,R o s a l i e Z eit» b a m ni e l(Gattin des vierten Angeklagten),.der die Anklage zur Last legt, ihre Autos der Einbrecherbaude zur Bciscitcschaffung der Beute zur Verfügung gestellt und. auch sonst Vorschub geleistet zu haben- Auf die einzelnen Taten der wohlorganisierten Bande näher einzugehen ist überflüssig. Wie das Geschäft florierte, ergibt sich daraus, daß allein i in der zweiten Hälfte des März bei verschiedenen Einbrüchen in allen möglichen Geschäften eine DiebSbente von ü b e r(10.000 Ke festgestellt ist. DaS Interesse konzentrierte sich auf die achtzehnmal vorbestrafte M a r i e B o u d a, die sich mit sichtlichem Stolz dazu bekannte, nicht mir an den cingeklagten Diebstählen teilgeNommen, sondern diese auch selbst inspiriert zu haben. Diese 28jährige Bandenführerin hat durch ihre weitgehenden Geständnisse sich selbst einen gewichtigen mildernden Umstand geschaffen dagegen ihre Spießgesellen mit grober Rücksichtslosigkeit belastet. Ta die erfahrenen Kriminalbrüder nach altem Brauch alles ableugncten, von ihrer gewesenen Chefin aber kaltlächclnd Punkt für Punkt überführt wurden, kam es'bei der Verhandlung mehrfach zu stürmischen Austritten, die nach der Urteilsverkündung ihre» Höhepunkt erreichten, als sich drei der verurteilten Unschuldsengel auf sie werfen wollten und durch ein verstärktes Aufgebot von Aufsehern im Schach gehalten werden mußten. Es scheint, daß die unkollegiale Haltung der„Führerin" der Platw wenigstens zunt Teil darauf zurückzuführen"ist,' daß Naturwissensdiaitildier Kurzbericht Von E. Aldt. Synthetischer Kautschuk Die Herstellung von Gummi auf chemischem Wege war schon eine Errungenschaft der Vorkriegszeit. Der natürliche Kautschuk ist aüf- gebaut aus einer als„I s o p r e n" bezeichneten organischen Substanz, einem Kohlenwasserstoff, d. h. einer Verbindung,' die nur aus den beiden Grundstoffen Kohlenstoff und Wasserstoff besteht. Kurz vor dem Kriege gelang es zum ersten Male, nach jahrzehntelangen Bemühungen, diesen, sehr kompliziert gu.fgebauten Kohlenwasserstoff,' das Isopren, künstlich herzustellen. Aber der künstliche Kautschuk, den man mit' Hilfe des Isopren erzeugte, hatte nicht vollkommen die ihre Kumpane sie verschiedentlich bei der„Verschärfung" der Beute übers Ohr gehmit haben. Die lanostündige Verhandlung endete damit, daß Georg Stibor und 8 d e n i l Fürst zu je zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt wurden. Johann ReZnh zu achtzehn und Karl Zeithammel zu zehn Monaten. Marie Bouda kam mit Rücksicht auf ihr Geständnis mit neun Monaten davon. Dje restlichen Angeklagten erhielten wegen Vorschub» l-eistuug je sechs Monate. JUDr. Hans Stein, Advokat, Pilsen, hat seine Kanzlei in Pilsen, Fodermayerova 18(Anglobank- palaiS) eröffnet. Tel. 1909. 8668 © Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 9. August, Zusammenkunft um(48 Uhr am Vysokaner Bahnhof. Fahrt nach Miiiice. Baden in der Elbe oder Wanderung. Führer: Schaffer.— Jeden Samstag Führung zur Hütte im Brdh-Wald. Information jeden Freitag von 6 bis halb 8 Uhr in der Geschäftsstelle in Prag ll,- Närodni tk. 4, 2. Stock, Telephon 48860. Mitglieder, die ihren Urlaub in der Hütte verbringen wollen, müssen sich den Schlüsiel in der Geschäftsstelle besorgen, der nur gegen Vorweisung der Legitimation ausgefolgt wird. Bad Trentschln-Teplih, im August 1986 Der Blumengarten der Sloivakei— so wird das bekannte Heilbad Trentschin-Teplih genannt — kann sich dieses Jahr mit einer besonders frequentierten Saison rühmen. Schon in der letzten Juniwoche hatte die Badeverwaltung tüchtige Arbeit daiköt, die ständig zuströmenden Gäste zu placieren. Ein freudig beachtsamer Umstand war. Besuchet die Felsenstidte Wekelsdorf und Adersbach Weltberühmt als einzig dastehende Sandsteingebilde Die Naturdenkmäler zähl en zu den beliebtesten Reise . zielen tausender Touristen. Sommerfrischen— Herrlich angelegte Bäder—Hotels: Felsenstadt Adersbach— Eisenhammer« Wekelsdorf. Prospekte durch die Felsenverwaltungen. 8496 das; nicht nur die Zahl der JnlandSgäste,-aber auch jene der Auslandsbesucher bedeutend gestiegen ist. Die Ursache für dieses erhebliche Anwachsen der Auslandssrequenz ist nicht allein in der verläßlichen Heilwirkung seiner Schwefelquellen zu suchen, sondern— gewiß nicht in letzter Reihe — auch jenem Umstande zuzuschreiven, daß aus den heilbringenden Badebassins, den herrlichen Parkanlagen, den behaglichen Hotels des Badeortes der Begriff„Politik" vollkommen verbannt ist. In diesem schönen Badeorte fühlt sich das Hitglied einer jeden Nation zu Hause. DaS übrige hat dann eine kluge Preispolitik, die herrliche Gebirgslage des Kurortes und sein durch ein beständiges, prachtvolles Wetter stets begünstigtes Klima bewirkt. ... Wir sitzen auf der Kurterrafse, auch um die Mitternachtsstunde in leichten Sommer« Wir empfehlen, das- »old Var, Bratislava Stefanlkstraße 31, 6 Minuten vom Bahnhof Bürger!. Haus Cafe-Restaurant Billigste Prelle 8623 anzügen, und hören in einer Pause des Tanzorchesters aus der benachbarten Billa vergnüg: eine Radiomeldung, die von gewaltig niedergehenden Gelvittern berichtet.... Seit drei Wochen hätten wir keinen Tropfen Regen hier... Für die Zerstreuung seiner Gäste hat Bad Eigenschaften des natürlichen und konnte auf die Dauer mit diesem nicht konkurrieren. Auf der Berliner Automobilausstellung wurde nun ein neues Erzeugnis vorgeführt: Autoreifen, hergestellt aus einer neuen Art von künstlichem Kautschuk, einem Produkt der I. G. Farvenürdustrie. Die Chemiker sind diesmal nicht vom Isopren ausgegangen, sondern von einem änderest Kohlenwasserstoff, dem„B u t a- d i e'n". Dieses ist ein leicht verflüsiigbares Gas, welches aus dem, bekannten Azetylen gewonnen wird. Ms AusgangSmaterial dienen Kohle und Kalk. Daraus wird Kalziumkacbid erzeugt, aus dem bekanntlich unter Einwirkung von Wasser das brennbare Gas Azetylen entsteht. Dieses Gas besteht ebenfalls ausschließlich aus den beiden Elementen Kohlenstoff und Wasserstoff. Aus ihm stellt man- nun durchs ein kompliziertes Perfahren das Butadien her. Aber letzteres ist noch kein Kautschuk. Es ist vielmehr noch erfor» derlich, daß sich mehrere, hundert Butadien» Filme In Prager Lichtspielhäusern Bis einschließlich Donnerstag, den 18. August: Urania-Kino:.^konfetti".(Moser, Slezak, Ro- manovsky).— Adria:„Nachtangriff".(A. Wallace Berry):— Alfa:„Der Wildfang".(Tsch. Nedo- iiinskä, N. Wauka).— Avion:„Nachtangriff". lA. Wallace Berry).— Beranek:„Charlie Chan in Shanghai".(A. Warner Oland).— Fenix:„Aus der grünen Wiese".(Tsch. Jara Bencö).— Flora: „Frauen am Scheidewege".(A. Claudeite Tolbert). — Gaumont:„Boccaccio".(D. W. Fritsch. P. Kemp).— Hollywood:„Rendezvous in Wien".(D. Schneider. Retiy).— Hvizda:„Sieben Polarhelden".(Rusiisch).— Juli«:„Boccaccio".(D. W. Fritsch, H. Finkenzeller).— KInema: Journale, Grotesken, Reportagen).— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Lucerna:„Auf der grünen Wiese".(Tsch.).— Metro:„Ein luftiger Betrug". (D. Fr. Lederer).— Passage:„Savoy-Hoiel 217“ (D. HanS Albers, B. Horney).— Praha:„Schloß Hubertus".(D.)— Radio:.Liebererwachen".(D. Karin Hardt).— Skaut:„Charlie Chan in Shanghai".(A. Warner Oland).— Svitozor: „Savoy-Hotel 217".(D. Hans Albers, B. Horney).— Alma:„Dante- Inferno".(A. Spencer Tracy).—Bajkal;„Charlie Chan in Shanghai". (A. Warner Oland).— Befeda:„Regina".(D. Ullrich, Wohlbrück).— Carlton:„Herbstmanöber". (D. I. WÜst, Leo Slezak).— Illusion:„Stützen der Gesellschaft".(D. I. George).— Kapitol: „Fort mit den Sorgen".(A. Laurel und Hardy). — Lido U:„Leichtsinnige Jugend".(8t. Harlow, Powell).— Louvre:„Das letzte Hindernis". lA. Cl. Gable, M. Ewans).— MaieSka:„Die Sextanerin".(Tsch.)— Olympier„Stützen der Gesellschaft".(D. H. George).— Roxy:„Mazurka". (Ä. Pola Negri, Regie W. Forst).— U Vcjvodu: „Die unsichtbare Front".(Spionagefilm".— Beletrhyr„Das Mädel aus der Ziegelei".(Tsch. Baar). Trenischin-Teplitz in dieser Saison ganz besonders gesorgt. Das reichhaltige Programm der Veranstaltungen begann schon im Mai und seither verging kaum ein Tag, ohne daß das Kurpublikum was Interessantes zu sehen oder zu hören bekommen hätte. Spannende Sportveranstaltungen folgten aufeinander» von denen das internationale Tontaubenschießen und die großen Tennistourniere besonders gut gelangen. Ein für das Auge des Ausländers überaus interessantes, farbenprächtiges Bild boten die Szenen des Trachtenfestes. Diese schon bisher mit großer Sorgfalt und künstlerischem Können geleitete Veranstaltung soll im nächsten Jahre zu einer einzigartigen künstlerischen Darbietung gesteigert werden. Aus der Reihe der Veranstaltungen des Monates August müssen die durch den Wiener Touring-Club zu veranstaltenden Tenniswettspiele und das Fest des Roten Kreuzes hervorgehoben werden. In diesem Monat findet auch die alljährliche Wahl der Schönsten des Kurortes statt. Entschieden kann aber mit dem größten Interesse die bevorstehende Eröffnung des neuen Wald-Sanatorium Dr. Schweinburg Zuckmantel, Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für Innere, Nerven- u. Stoffwechsel-Krankheiten Mäßige Pauschalkuren. 8468 Berg-Thermal st randbadeS rechnen, welches das modernste und das einzige subalpine Thermalstrandbad der Tschechoslowakei sein wird. Anschließend an den G r ü n e n F r o sich — so wird das neue Strandbad heißen— wird nach Wimbledons Muster ein großes Ten- nis-Stadion gebaut und Meister Jan K o j e l u h arbeitet schon jetzt an den nächsten Tenniswettspielen. Im September wird dem. Badeorte eine große Ehre zuteil: der Präsident der Tschechoslowakischen Republik, Dr. Eduard Benes, komm: zu einem längeren Stjour in das Heilbad. Dieser hohe Besuch wird den Kurort in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens des Landes stellen. Der traditionell milde, sonnige FrÜhhcrbst wird einen würdigen Rahmen zu den Festlichkeiten geben, die zu Ehren des Präsidenten geplant sind. Moleküle in gesetzmäßiger Weise zusammenlagern, Es hängt nun von den Bersuchsbedingun- gen ab, wie viele solcher Moleküle sich miteinander verknüpfen und davon wieder sind die Eigenschaften der entstehenden Masse abhängig. Dahnbarkeit,' Elastizität, Widerstandsfähigkeit usw^ hängen wesentlich davon ab, wie viele hundert Butaditzrteilchen sich züsainmengelagert haben, Das Verfahren, durch-welches man aus diese Weise verschiedene Sorten von Kautschuk erhalten kann, wird selbstverständlich streng geheim gehalten,' Die I. G. Farbenindustrie bringt diese Produkte unter dem Namen„B u n a" auf den Markt. Das aus dem künstlichen Kautschuk hergestellte Gummi soll dem natürlichen insofern überlegen sein, als es widerstandsfähiger fei. Vor allem verliert es seine Elastizität nicht so rasch. Diesem großen Vorteil steht freilich, ein schwerwiegender Nachteil gegenüber: Der künstliche Kautschuk ist heute noch bedeutend teuerer als der natürliche. wtbit Seife In blauet Packung. Ein guter Einkauf erhöht Ihren Umsatz—Ihren Gewinn Industrielle, Kaufleute, Gewerbetreibende, kaufen daher auf der XVII. Reichenherger Mustermesse 16. bis 23. Aug. 1936(Sonntag bla Inti. Sonnlag) Allgemeine Mustermesse-18 Warengruppen-Tex- tilmesso- Technische Messe- Technik im Gewerbe Elektrotechnik- Rudion e’so* Büromaschinen- Möbel-u. Klaviere- Nahrunps- u. Genußmitte!- Markenartikel-Erfindungen u. Neuheiten-usw. Sonderausstellungen: „Die Elektrizität als Licht-, Kraft- und Wärmequelle im Haushält, Gewerbe, Handel u» Industrie „Gemeinschaftsausstellung des Bekleidunksge- werbes”. Das technische Weltwunder:„Der durchsichtige Mensch" 33% Fahrpreisermäßigung ß Legitimationen erhältlich in den Verschleißstellen und im Messeamt Reichenberg. XmrsL utul MsE Ein unbekanntes Singspiel von Haydn. In der Hamburger Staatsbibliothek wurde das bisher unbekannte Singspiel„Der Apfeldieb" von Haydn entdeckt, das in deutscher Sprache verfaßt wurde, während bekanntlich der größte Teil der Bühnenwerke Haydns italienische Texte hatte. Mitteilungen aus dem Publikum. „Drei Männer" ruhen nicht. Sie haben auch eine Menge Arbeit. Sind ausdauernde Helfer beim Wäschewaschen. Da sie aber kluge Köpf« sind und gut kennen, was Frauen von ihnen erwarten, sorgten sie um die Weiße ihres Gesichtes und der Hände und ihrer zärtyq Wäsche. Es liegt doch deg.Frgüen soviel daran. Deshalb bringen sie weiße Kali-Seife „K a l i o n", Seife mit herrlichem Geruch— Seife, nach der ihre Frauen und Gebieterinnen gerufen haben.„K a l i o n" weiße Seife in blauer Packung 8169 Für ein Intensivierung der Industrie in der Slowakei. In der Industriellen Erzeugung ist die Schöpfung neuer Werte vor allem von vier Erfordernissen abhängig: von der Unternehnterinitiative, von der Arbeit, von den Maschinen und von den Rohstoffen. Die Ausnutzung der Ratnrreichtümer, die Förderung von Mineralien bilden die festen Grundlagen für die industrielle Entwicklung. Soweit es sich um die geologschen Reichtümer der Slowake! han!- delt, so können■ Wir diese heute noch nicht genau abschätzen, da die geologische Erforschung der Slowakei noch nicht beendet wurde. Mann kann aber annehmen, daß die Slowakei sehr große Reichtümer birgt.' Es sind hier Kohle, Eisenerze, Mangen, Silber, Blei, Zink,' Kupfer, Quecksilber, Gold, Antimon. Es werden hier Salz, Graphit, Pyrit usw. gefördert. Eine Intensivierung der Industrie setzt natürlich auch eine Erhöhung der Kohlenförderung in der Slowakei voraus. Praktisch'heißt das, daß man in der Slowakei neue Kohlenlager finden muß. Und darum auch die Bemühungen der Bakawerke um die Auffindung von neuen Kohlenlagern in der Slowakei, die für die Industrialisierung unbedingt erforderlich sind, solange noch keine Wasserkraftzentralen errechitet werden. In letzter Zeit wurde im Zuge dieser Arbeiten ein 60 Meter langer Ver« suchrstollen in einem Hügel bei Strba getrieben, um die Qualität der dort vorhandenen. Brennkohlea festzustellen. Eine Intensivierung der slowakischen Industrie'würde'nicht nur den Slowaken Arkieft bringen, e» würde dies auch einen Aufschwung für die slowakische'Landwirtschaft■ bedeuten, die hen'e unmöglich die höhen Geburtenüberschüsse beschäftigen kann., Hochleistungs-Drehbänke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaplng- u. Hobelmaschinen Spnnnlutler ' in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik ; Arno Mauert Warnsdorf, faR. Bad Trenischin-Teplitz erwartet den Präsidenten der Republik Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ms Hau» oder bei Bezug durch di. Polt monatlich KJ 16.—. vierteliäbrig KJ 48.—. hall-jährig KJ 96.- ganzjährig KJ 192.-.>- Inserate werden-taüt' Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt, nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungssrankatur wurde von der Post» und Tele» graphendirektion mit Crütz Nr. lS.8ü0fVlIllöüÜ bewilligt,— Druckerei:^Orbis", Druck«,. BsklagSn und'Lsw«S-S.-G. Prag.