Donnerstag, 13. August 1936 Nr. 188 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REAKTION und VERWALTUNG mag xii., fochova«r. TELEFON 51077. HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Wechselndes Ringen wieder unübersichtlich Beide Parteien melden Tell-Erfolge Reise durch Spanien Die Aufständischen machen in den letzten Tagen, wie es scheint, verzweifelte Anstrengungen, das Schicksal des Bürgerkrieges, der bereits zugunsten der Regierung entschieden zu sein schien, nach zu wenden. General M o l a hat in den von ihm beherrschten Provinzen Truppen ausheben lassen und damit seine geschwächten Bestände an der Gnadarramafront aufgefüllt. Vor allem ist es ihm aber gelungen, ein Detachement nach Norden abzuzweigen, Tolosa auf der Straße nach Jrun zu nehmen und so den wichtigen Verbindungsweg zwischen Frankreich und Asturien mindestens zu gefährden, wenn nicht bereits in die Hand der Rebellen zu bringen. Andererseits ist Gijon und Oviedo von der Miliz bedroht; Oviedo soll völlig eingckreist sein und man rechnet mit dem Fall dieser Städte in kürzester Frist. Cordoba und Sevilla wse auch Granada werden mit Flugzeugen dauernd angegriffen. Auf der anderen Seite meldet Franco eine Gegenoffensive gegen Malaga und Vorrücken auf Badajoz. Ob die Negierung diese wichtige Stadt noch entsetzen kann,.ist fraglich. Wichtig Ist Badajoz, weil es die Verbindung zwischen' Mola und Franco beherrscht. Die Regierung ficht noch immer insofern unter ungünstigen Voraussetzungen, als sie zwar in-vielen StadteNÜbir"zahlreiche'ustd•iin-Sttä» ßenkampf äußerst leistungsfähige Milizen ver- fügt, aber diese Milizen nicht ohne weiteres, zu ausholenden Operationen verwenden kann. Die Milizen stellen ja keine Truppen vor, die gewohnt wäre», unbedingte Disziplin, vor allem Marschdisziplin, zu halten, einem Befehl ent-, sprechend, da oder dorthin ,zu gehen und eine gestellte Aufgabe zu lösen. Sie sind gewohnt, in kleinen Verbänden selbständig aufzutreten,, in den ihnen bekannten Städten, Straßen, Vierteln, aus eigener Initiative einen eindringenden Feind abzuwehren oder zu überwältigen. Ins freie Feld entsendet, wenden sie sich, besonders bei dem gefährlichen Offiziersmangel der Regierungsarmee, N e b e n a u f g a b e n zu, die sie gewissermaßen unterwegs.porfinden. Sie sind schwer zusammenzuhalten. Am ehesten sind sie noch unmittelbar vor Madrid operativ, verwendbar, doch auch hier waren sie in der Verteidigung der Guadarrama-Front und im S t u r m a n g r i f f auf die Pässe tüchtiger' als bei der umfassenden Operation. Man darf auch nicht übersehen, daß die Regierung von Madrid aus ihre Kräfte gar nicht zur Gänze übersehen, und schon.«gar nicht über sie frei disponieren, kann, da jede Provinz, jede Stadt, ihren eigenen Krieg führt. Die Regierung hat vielleicht zehntausende Milizionäre hinfer sich, aber,»ur^wenige tausend sind für, den Generalstäb dosponibcl.. Die Rebellen" haben nur zwei größere Korps von je SO bis 80.000 Mann, aber sie^könnest"mit diesen Truppen disponieren.-' ! Es ist bezeichnend für die strategische Schsväche der Regierung, daß man von dem sehr starkin Barcelona aus' die Offensive auf Saragossa nicht energischer vorwärts,treiben konnte, daß die asturischen Milizen sich, abgesehen von den Kämpfen um Gijon und-Oviedo, nicht zu einer größeren Operation, im Rücken Molas entschließen konnten. E n t s ch? i d e n d. für den Ausgang- des Bürgerkrieges wird es vermutlich fein, ob die Re-, belgische Arbeiter verhindern MunHlonstransporte Antwerpen,(HavaS.) Die."Gewerkschaft?^ Organisation' der Transportarbeiter nahm-.gegen die Verladung von, Munition im Hafen vyniAnt« iverpen Stellung.- Die- Spediteure gaben an, daß die Munftlyst, um dis; cS sich. handcÜ,.nicht für Stzansetn" sondern für Guatemala bestimmt" sei., Die Gewerkschaftsorgänisation beharrte aber' auf" ihrem"Wjde'rständ^i;t weshalb•Ne 1- Munition' den Aufgebern zurückgestellt würde- Der. Dampfer, auf,, dem, die Munition befördert werden.sollte, lies ohne sic aus." Di«'Waggons,-die die Muni- iion enthaltenj„stehen" nujmtebr ,,ün Antwerpner Bahnhof..-.'' bellen tatsächlich noch immer größere Reserven in Marokko haben und ob sie imstande sind, diese nach Spanien zu bringen. Natürlich geht cs bei der letzten Entscheidung um Madrid, die strategische Schlüsselstellung ist aber doch die Straße von Gibraltar mit den südspanischcn Häfen. Gijon und Oviedo vor dem Fall Banon n e.(HavaS.) Die Aufständischen' in Gijon sollen ohni LebenSmittel, Wasser'und elektrischen Strom sein. Deserteure erklären, dass die Lage in der Stadt sehr kritisch ist. Die regulären Truppen verdoppeln ihre Anstrengungen; die Stadt dürfte in Kürze erobert fein.' Die Läge der Aufständischen in Oviedo ist verzweifelt. Der Ring der Belagerer um die Stadt verengt sich mit jeder Stunde. B a h o n n e.(HavaS.) Die Volksfront veröffentlicht Mittwoch, nachfolgendes Kommunique: In der Zone von Endarlaz unternahmen die Aufständischen, einen. Angriffs wurden aber von den regulären Truppen zurückgeschkagen. Bei Jrun wiche» Bolksfrontgruppen zurück, um stch iit neuen Positionen zu befestigen. Ein Re» gierungsflugzestgvuaternahm einen Erkundungsfl», über dte Posttiontn oer Aafständtschtti' jw*' fiM Areale und PlcMAck«n» beschoss diese. Bei-Oyarzun wurden einige Befestigungen, bombardiert.. Die eidbrüchigen Generale hlnserlchtet Perpignan.(Reuter.) Die Generäle G o d c d und B u rri e l wurden Mittwoch bei, Tagesanbruch erschossen.. General Goded" wär' •seinerzeit Nnterstaatssekretnr im Kriegsministe- rinm..-'"'sv-:• r'. Wien. Die Verhandlungen zwischen Oesterreich-und dem Deutschen Reiche haben ihren Abschluß gesundest. Die Delegationsfiihrer haben eine Reihe von Abkommen und Vereinbarungen paraphiert,'durch welche die Einschränkungen des Reiseverkehrs beseitigt. und gewisse Maßnahmen znr Sicherung des Warenaustausches vorgesehen sind. Die Gebühr von 1000 Reichsmark bei der Ausreise nach Oesterreich wird aufgehoben werden.'Dementsprechend, werden die österreichischen Beschränkungen für die Ausreise in daS Deutsche Reich beseitigt werden. Zwischen den Heiden. Re, gierungen- wird. ein Reiseverkehrsabkommen abgeschlossen. Ferner ist zwischen-den beiden Delegationen eine Vereinbarung, zur- Steigerung des Paris.(Tsch.P.-B:) DaS Amtsblatt veröffentlicht den Text des GesetzeSüberdieBcr- staatlichung der Produktion vän Kriegsmaterial in" der- Fassung,"wie"er Dienstag im Parlament definitiv, angenommen-wurde. DaS neue Gefeit ermächtigt die Regierung, bis zum- 81. März 1087 ein wäM Ministerrat genehmigtes Regie- ruNgSdekret über dir-t e i l>- e i s e o. der v a l l- st ä n dig« Ent e i gn u-n g von Unternehmungen kundzumachen,.' dir sich mit der,Erzeu< gung von Kriegsmaterial oder-dessen Vertrieb befassen. Für. Kriegsmaterial wird.gehalten: . 1.. Schusswaffe» und di« zugehörige Muni»' tionr-'- 2. Material» das in Schlachten Berwrndmig findet, wie. Kampfwagen, aller ,Arten. uiia Lastwagen, Kriegsschiffe. Kampfflugzeuge», ä. (I.I.) Der Vorsitzende der Sozialistischen Arbeiter- Internationale, Genosse Louis de Brouckäre, hat als Beauftragter der SAJ gemeinsam mit Pietro Nennt die kämpfenden Arbeiter in Spanien ausgesucht. Sein Bericht trägt das Datum des 8. August. Ich komme soeben von einer rasche» Reise nach Spanien zurück. Er galt, in.möglichst kurzer Zeit— denn die Zeit ist für uns heute ungemein kostbar— möglichst viel an Auskünften und Eindrücken zu sammeln. Das Gesammelte wsrd noch -geordnet werden stüissen. Aber schon jetzt gehen -gus meiner Erhebung zwei Feststellungen hervor; und ich will vorausschickcn, daß ich trotz der Kürze meines Aufenthalts Gelegenheit gehabt habe, viele Leute— sachkundige Leute•— zu sehen und viele Dinge zu beobachte». Ich kann ohne Zögern feststellen,, daß heute bereits die Regierung eine militärische finanzielle, politische und moral i s ch c U e b e r l e g c n h e i t besitzt, die sich von Tag zu Tag festigen muß— wenn die Ereignisse ihren- normalen Verlauf nehmen. Aber werden sie normal verlaufen? Diese Frage führt.mich zur zweiten Feststellung. DaS republikanische Spanien ist stark, genug, allein upd ohne irgendwelche Hilfe iAcllut.seitiensiaenen Fäschismuszu.kämpftsti.aber -sStstckü| Dska wd-.k, mit seinen Kräften allein d'list öereknigten Nörstößallerfäschiski- sch-en Mächte Europas standzuhalten. Ihre Koalition ist heute eine Tatsache— und es gilt, sich die Folgen dieser Tatsache klar zu machen. Portugal, Deutschland, Ita- l i e» nehmen mehr und mehr die Haltung regelrechter Kriegführender an. Das geschieht auf mehrfache Art. Ich will heute nur die augenfälligste dieser Formen aufzeigen, die die öffentliche Meinung am-meisten erregt. Umfanges des. Warenaustausches getroffen worden,. Die Mittwoch paraphierten Vereinbarungen ,stellen eine erste Etappe dar. ''. Nach den vorliegenden Meldungen hat die .Wiener Regierung nicht mehr als grundsätzliche -Zugeständnisse durchzusehen vermocht. Der Hinweis auf das noch abzuschließende Reiseverkchrs- abkommen, welches erst den Reiseverkehr an die -deutschen Devisenvorschriften anpassen soll, besagt 'eigentlich! nichts anderes, als daß Reisen nach Oesterreich auch weiterhin gedrosselt, werden. Die Aufhebung der 1000-Märk-Sperre kann an dieser Tatsache' Nichts ändern. Es hat. durchaus den Anschein, daß Oesterreich- in"den. wichtigsten wirtschaftlichen Fragest nicht weiter ist.als vor Abschluß des Vertrags. 8. Materialien welche. zum Schutze gegen Giftgase /dienest. - Für de« Fall, dass es nicht im Laufe eines. Monats von" der Verkündung desDekrets über, die Enteignung, zu einem gütlichen Uebereinkommen zwischen det-Regierung-«Nd".dest?'-Inhaber» der Wirf«! über die Höhe her Aeldentfchädigung kommt,>werdr».diese"zwei Schiedsrichter-ernennen,. von denen einer vondem zuständigen Mini» ster,--der- zweit« aber vom,.-Besitzer- des enteigneten Werkes ernannt wird..- Falls- sich-die siWiedSrichser nicht binnen drei Monaten einigen, -besiNnmen sie gemeinsam eine»! dritten Schiedsrichter. Wenn sie.sich über dessen-Ernennung nicht, einigen,, bestimmt diesen Schiedsrichter der Präsident des Berufungsgerichtes-des Bezirkes, in welchem das enteignete Werk liegt.. General Franco verfügt über eine Armee in Afrika: sie besteht hauptsächlich auS der Fremdenlegion und aus marokkonifchei» Söldnern, die er In aller Eile anwirbt. Er versucht gerade jetzt, sie«ach Spanien herüberzubringen. Wenn ihm das gelinge» sollte, so nur dank den See- und Luftkräften, die Deutschland und Italien in das' Gebiet der Meerenge von Gibraltar geschickt haben. Schon jetzt sind italienische Wasserflugzeuge— von denen etliche noch am 28. Juli in de» Listen der italienischen Kriegslustflotte zn finden waren — in Aktion getreten. Man hat auf feite» Francos das Vorhandensein dreier großer, mindestens drcimotoriger deutscher Flugzeuge fcstgestcllt; auf einem davon war die StandeSnummer der deutsche» Luftflotte nur unzulänglich entfernt. Der Kreuzer„Deutschland"unterstützt die Aufständischen vorläufig durch seine Anwesenheit, bald vielleicht durch seine Geschütze. Vier deutsche Schiffe sind auf dem Weg nach Barcelona, um dort eine „Demonstration" zu veranstalten, die sich jeden Augenblick in eine„Strafcxpedition" verwandeln kann. Ma» hat alle» Grund zur Annahme, daß. eine Schiffsladung, die insbesondere.28 Flugzeuge enthält, auf dem Wege von Hamburg nach Spanisch-Marokko ist. Wenn also Franco, dank dieser mächtigen Unierstühung, längere Zeit den Seeweg offen finden sollte, dann wird die Lage der spanischen Rcgierungstruppen wesentlich schwieriger werden. Auch'dann werden sie, wie ich überzeugt bin, dem eingr-rungenenGegner zähen' Widttstand entgegensetzen; aber gegen eine militärische Ucbor- legenheit, die mit der Zeit erdrückend werden könnte, laufen sie offensichtlich Gefahr, schließlich besiegt zu werden. Ab c r d a n n w är e n d i e w e st l i ch e n Demokratien mit ihnen b c s i e g tl Denn wenn der spanische Krieg diese Formen annimmt, dann wird er unentrinnbar zum allgemeinen Krieg! Denn niemand wird so dumm sein, zu glauben, daß Franco diese Hilfe, die ihm Italien und Deutschland leisten und ohne die er nichts auScichten könnte, von den beiden faschistischen Regierungen umsonst empfängt. Er kann nur sie- gen, wenn er ihr Vasall wird. Sein Sieg brächte die Festsetzung Hitlers und Mussolinis in Marokko an der Meerenge. Sie gewännen dadurch die Herrschaft über das ganze westliche Mittelmeer, hätten das europäische Frankreich von Französisch-Afrika abgeschstittcn und die Verbindung Englands mit Indien unterbrochen. Und das würde bedeuten, daß Frankreich und England schließlich in den Krieg cintreten müßten, weil sie es nicht vermocht hätten, rechtzeitig ihre Pflicht zu tun: ihre Pflicht, den Frieden zu rette».. Ich weiß, wie schwerwiegend das ist, was ich nunmehr zu sagen habe und ich sage es nur, weil ich damit eine schmerzliche Gcwisscnspflicht erfülle. Ich habe die absolute Aeberzeu» gung, daß wir an eineu» entscheidenden Punkt für die Rettung des Friedens, der Demokratie«nd des Sozialismus angelangt sind— dieser Dreieiuheit, die ich in meinem Denken niemals voneinander trenn«, weil sie auch in der Wirk, lichkeit untrennbar ist.' Die Haltüng der.- fa.schist-if chen Staaten ist nichts anderes als-ein- regelrechter A n g r i f f..Dje..Handlungen, deren- sie sich in. offenkundiger- Verletzung! des Völkerrechts schuldig machen, dcckensich-übrigestS mit den Weiften modernen; Begriffsbestimmungen,,■ des-. Angriffs. Und Europa läßt es- geschehen., Es läßt, die, Zerstörung der spanischen Republik mit'dem glei-. chen Mangel mr Mut geschehen., den eS im Fall- Abessiniens bewiesen hat. Redet man,nicht sogar von-„Neutralität" zwischen der-spanischen Regie-! rung-.und-einer Bande hochverräterischer Offi- ziere—esn Wort,. Has all« unsere-. RechtS- begriffe,verletzt!:. ,- ’<■: Europa. läßt>es- geschehen!"„U m de n Frieden zu ret te n", sagt man-—welch eine unbegreifliche Verblendung!., Sieht man denn nicht) daß'man,' von einem Zugeständnis, einem ZurückweiKenzum-andern, Schuschnigg muß warten Geringe Zugeständnisse Deutschlands an Oesterreich WWsjj' sesen die„Händler des Todes“ Seite 2 Donnerstag, 13. August 1988 Nr. 188 voU einer Schwäche, einer Kapitulation zur nächsten, den Faschismus die Initiative und die politische Führung Europas überläht? versteht man nicht, daß man selber von Tag zu Tag seine Frechheit steigert, datz man sie ins Ungemessene steigern ipird und daß er nichtHaltmachen, sondernunsin den Krieg stützen wird— um so gewisser, je mutloser er uns findet. Welch ein verhängnisvoller Irrtum, datz man auf diese Weise immer den Frieden mit der Feigheit verwechselt!* Nehmen wir selbst an— denn man mutz auch das Umnögliche annehmen— daß wir wirklich teilnahmslos der Erdrosselung der spanischen Republik durch den vereinigten Faschismus zusehen könnten. Nehmen wir an, datz wir dieselbe „Vorsicht" an den Tag legten, wenn der deutsche Faschismus den Streich wiederholt, in den sude« telideutschen Gebieten der Tschechoslowakei einen Aufstand organisiert und von uns„Neutralität" zlvischen diesen Aufständischen und der tschechoslowakischen Regierung fordert. Werden wir so den Frieden gewonnen haben? Nicht einmal um diesen. Preis, denn eine Herausforderung würde der anderen folgen. Und sie brächten uns obendrein den Bürgerkrieg. Denn wtrum sollten bei unS zu Hause die Militärs, die Bankiers» die Faschisten nicht dasselbe tun, was andewwo so trefflich gelungen wäre? Warum sollten sie nicht mit Hilfe ausländischer Bajonette die Demokratie bei uns vernichten? Dann endlich würden wir uns verteidigen? Mer wer versteht nicht, datz es dann zu spät wäre? Jetzt gilt es den Friede« zu reiten, indem man die spanische Republik rettet. Wenn wir au- Mangel an Mut zulassen, datz sie««gebracht wird, dann wird der Krieg, der furchtbarste Krieg unter den ungünstigste« Bedingungen, nahe»« unvermeidlich. Jetzt oder nie! Melleicht hat Europa nur mehr wenige Lage Zeit, sich zu entscheiden. Bleibt es«och immer unentschlossen und ängstlich, dann ist eS selbst an seinem furchtbaren Schichsal schuld! gegen denFaschiS m u S, in»,Gegenteil, sich zu beugest vor ihm, ihn gelegentlich anzuhimmeln—, scher miteinzustimmen in die wüste Emigrantenhetze aller Reaktionäre! Das sind die Rational- stdn der Ratwnaltn, das sind die Übergroßen Patrioten—' aber doch auch jene Sorte von Patrioten, die von der überwiegenden Mehrheit des tschechischen Volkes erfreulicherweise entschieden abgelehnt werden. Olvmplonlstvn StFfbrn* und Vran* . Der Kampf, den Agrarier und Nationaldemokraten zur Belustigung der Oeffentlichkeit vor einigen Tagen um Karl Havliiek-Borovskh auStrugen, ist— vorläufig wenigsten»— beendet. Sieger hat es nicht gegeben. ES Ist weder dem„Benkov" gelungen, die Welt zu überzeugen, datz HavllöekS Ideale in der tschechischen Agrarpartei Fleisch und Blut geworden sind, der große Journalist und Politiker also so etwas wie ein Vorläufer des Senators Vranh war, noch fand sich jemand, der den nationaldemokratischen Kandidaten ernst genommen hätte. Die Linke, die mit mehr Berechtigung auf die geistigen Fäden zu Havltöek Hinweisen könnte, zog den Schlutzstrich unter die Auseinandersetzungen mit der ebenso kurzen wie treffenden Bemerkung des „Prävo Lidu", datz sie sich an ihnen nicht beteiligen werde, um nicht als der dritte Lächerliche dazustehen. Diese Episode ist also beendet. Seither ist in den Rechtsblättern ein olympisches Feuer ausge- brochen, von welchem sie sich anscheinend viel versprechen. Die tschechoslowakische Delegation in Berlin ist gerade auf jenen Gebieten, auf welchen man in Prag von ihr am meisten erwartet hat, im Hintertreffen geblieben. Die größten Erfolge haben die von allen übersehenen Sparten errungen. Datz nun. die Sokol-Mannschaft nur den vierten Platz und nur eine der zu vergebenden Goldmedaillen" errungen hat, wurde zum Anlah einer Kampagne— gegen den Sokol. Stkibrnh gab das. Stichwort aus: An dem Mißerfolg der Sokoln sind die Sozialisten schuld! Agrarische Blätter sekundierten: Der Sokol politisiert, anstatt zu turnen! Beide zusammen beklagten sie das nationale Unglück. Es gehört zu den wesentlichen Merkmalen nicht nur der tschechischen Rechtspresse, datz hinter ihren tönenden nationalen Ergüssen höchst prosaische Sonderin« teressen stehen. Der Ursprung aller Angriffe ist in den Ereignissen des Dezembers zu suchen, der allerdings in den Redaktionsstuben der Stkibrnh und Branh noch lange nicht vergessen werden wird. Seitdem die Sokol-Gemeinde vor der Präsidentenwahl für Dr. BeneS eintrat, lauerten die damals Geschlagenen auf eine Gelegenheit zur Rcvanche. Wenig wählerisch, sind sie er zufrieden, . wennusie ihnen aus.der.Hitler-Olympiade^zuge- schaNzt. wurde,.und e»-macht ihnen auH nichts aus, wepn sie, um den gewünschten Effekt zu erzielen, über einige Tatsachen mit einem Elan hinüberturnen müssen,»in den sie die besten Hürdenspringer auf der Olympiade beneiden sollten. Es ist also dafür gesorgt, daß auch in der innenpolitischen Sommerpause die Parteipolitik nicht ganz zur Ruhe kommt. Die agrarischen Gewerkschaften, welche fast allwöchentlich Berichte über das Wachstum ihrer Organisationen ausgeben, mutzten sich zu einem Schritt entschließen, der das gerade Gegenteil 'ihrer Angaben offenbar macht. Bisher hatten sie Nationaldemokratische Emigrantenhetze Die„Närodni Listy" bringen, grotz aufgemacht, mit vielen Untertiteln und mit fettgedruckter"Einleitung, eine nicht nur abenteuerlich anmutende, sondern durch Inhalt und Herkunft sofort als ebenso dreckige wie dumme Lüge erkennbare Nachricht über eine„Gehe i m k o n f e r e n z" der österreichischen Sozialdemokraten auf Brünner Boden, von der just der„B ö I k i s ch e Beobachter" zu erzählen weih, nachdem er sie erfunden hat. Zwar bezweifeln— wie man halt eine solche Nachricht, die man gern verwendet, eben „bezweifelt"— auch die„Närodni Listy" diese knalligen Berichte des Hitler-Blattes, aber sie geben sie doch ausführlich wieder: Daß zu dieser Konferenz, die eine Herbst-Aktion der österreichischen Sozialdemokraten gegen die Regierung Schuschnigg vorbereitete und über das Zusammengehen von Sozialdemokraten und Kommunisten beriet, Julius Deutsch aus Paris 178.099 von der Volksfront gespendete Franken mitbrachte, datz weiteres Geld von der„Roten Hilfe" zufliehe, und datz an dieser Konferenz nutzer Otto Bauer und Julius Deutsch auch der eigens aus der Schweiz gekommene ehemalige preuhische Mnisterpräsident Otto Braun, der ehemalige Berliner Polizeipräsident GrzesinSki, Vertreter der Strasserschen„S ch w a r z e n Front" und Minister Dr. C z e ch an ihr teilgenommen habe.. Mutz die Behauptung, datz eine solche Konferenz stattfand, mutz die Behauptung, datz Genosse Dr. Czech an irgend einer Konferenz österreichischer Sozialdemokraten teilnahm, ausdrücklich dementiert tverden? Ja, man mutz sie mit allem Nachdruck dementieren, muh auch eine so unsäglich alberne und plump erfundene Lüge mit allem Nachdruck als Lüge bezeichnen, weil keine gegen die Sozialdemokratie gerichtete Lüge zu dumm und zu erbärmlich ist, nm nicht freudig aufgegriffen und weiterverbrei- tet zu werden. Die Lüge ist aber wirklich so dumm, datz sie von jedem auch nur ein wenig mit den in der Politik wirkenden Persönlichkeiten und den von ihnen vertretenen Anschauungen vertraut ist— und von politischen Redakteuren der„Närodni Listy" mutz solches Bertrautsein erwartet werden—, ohne weiteres als Lüge erkannt werden muh. Denn jemand, der einen verspäteten Aprilscherz machen wollte, hätte eine absurdere Zusammenstellung der Konferenz nicht ersinnen können: GrzesinSky, der als weit rechts stehender Sozialdemokrat bekannt ist, und Otto Braun, der durch die Art seines Ausscheidens aus der Politik für immer aus ihr ausgeschieden ist, der wirklich in vollster Zurückgezogenheit abseits aller Politik lebt, als Teilnehmer an einer links-sozialdemokratisch-kommunistischen Konferenz! Und dazu noch Strasser-Leute, die doch mit österreichischer Politik so Wenig zu tu haben wie Otto Braun mit Politik überhaupt! Nein, die vom„Böllischen Beobachter" so liebevoll mit allen Details geschilderte Konferenz hat nicht stattgefunden, es gab überhaupt, keine Konferenz ähnlicher Art, und Dr. Czech hat an keiner wie immer gearteten Konferenz oder Tagung teilgenommen, die nicht eine Veranstaltung unserer, der deutschen sozialdemokratischen Partei in der Tschechoslowakei, gewesen ist. Genügt dieses Dementi? Aber er ist nicht getan mit der Zurückweisung einer Lüge, die schon deswegen als solche erkennbar war, weil sie das Blatt Hitlers auftischte. Denn die„Närodni L i st y" "benützen djeseä Bericht'.Über eine nicht stattge- fundeNe Tagung von Emigranten, diesen von dem nationaldemokratischen Blatt selber angezweifelten Bericht dazu, gegendie Emigranten zu Hetzen, ihre Ausweisung zu fordern, ja sie einfach anzudrohen! Und das ist wirklich Offenbarung der Geistigkeit einer Partei, die sonderbarerweise die Bezeichnung„demokratisch" trägt! Und eS ist charakteristisch für die Politik der tschechischen Chauvinisten überhaupt: Nicht die Nazi- Agenten zu sehen, von denen eS im Lande wimmelt— aber-die Emigranten, die sich doch wahrlich um die tschechische Innenpolitik nicht kümmern und schon ihrer Gesinstung wegen nicht Feinde des demokratischen Regimes sein können! Nichts zu sagen gegen den einzigen wirklichen Feind, den die Tschechoslowakei hat,: Der Mexikaner Felipe Rivera Von 3ack London Vera kämpfte mit sich selbst. Allzu viele Hoffnungen waren schon zerschellt, seit er dabei war, aber er glaubte an diesen abgerissenen Scheuerjungen der Revolution und wagte doch nicht an ihn zu glauben. „Du bist verrückt", sagte er. „In drei Wochen", sagte Rivera.„Bestellt die Gewehre." Er stand auf, krempelte sich die Hemdsärmel herunter und zog sich die Jacke an. „Bestellt die Gewehre", sagte er.„Ich gehe jetzt." III. Nach vielen Hin und Her, zahllosen Telephongesprächen und unendlicher Schimpferei wurde eine Nachtsitzung in Kellys Kontor abgehalten. Kelly steckte bis über die Ohren in Geschäften, und überdies hatte er Pech. Er hatte sich Danny Ward aus New York verschrieben und einen Boxkampf zwischen ihm und Billy Carthey arrangiert, der in drei Wochen stattfinden sollte, und jetzt muhte Carthey seit zwei Tagen, sorgsam versteckt vor den Sportreportern, wegen einer argen Verletzung das Bett hüten. Es gab keinen andern, der für ihn eintreten konnte. Kelly hatte wie verrückt nach jedem annehmbaren Boxer der Leichtgewichtsllasse im Osten telegraphiert, aber alle waren durch Vereinbarungen und Kontrakte gebunden. Mer jetzt hatte er eine Hoffnung, wenn auch nur eine schwache. „Sie haben viel Mut!" sagte Kelly zu Rivera. In Riveras Augen blitzte e» boshaft auf, aber das Gesicht bewahrte seinen unerschütterlichen kalten Ausdruck. „Ich kann Ward erledigen", war alles, was er sagte. „Wie können Sie das wissen? Haben Sie ihn je boxen sehen?" Rivera schüttelte den Kopf. „Mit einer Hand und mit geschlossenen Augen macht er Quetschkartoffeln aus Ihnen." Rivera zuckte die Achteln. „Haben Sie nichts dazu zu sagen?" knurrte der Veranstalter. „Ich kann ihn erledigen." „Haben Sie überhaupt je gekämpft?" fragte Michael Kelly. Michael war der Bruder de» Veranstalters, betrieb das Nellowstone-Wettbureau und verdiente viel Geld an den Boxkämpfen. Rivera knurrte ihn gcimmig an. Der Sekretär, ein junger Mann von ausgeprägtem Sportlertyp,-räusperte sich höhnisch. «Nun, Sie kennen ja Roberts", brach Kelly das peinliche Schwelgen.„Er hätte schon hier sein können. Aber setzen Sie'sich und.warten Sie, wenn Sie auch Ihrem Aussehen nach,nicht viele Chancen haben. Ich kann dem Publikum keinest faulen Kamps bieten. Die Plätze vorn am Ring werden mit fünfzehn Dollar bezahlt, wie Si« vielleicht wissen." Als Roberts kam, war er offensichtlich angesäuselt. Er war ein großer, schlanker, schlottriger Mensch, und sein Gang war wie seine Rede, ruhig und schleppend., Kelly ging gleich auf den Kern der Dache los. vsr f"-,v>•;>1" „Sagen Sie mal, Roberts, Sie haben doch mit der Entdeckung dieses kleinen Mexikaners giw/ prahlt. Wie Sie wissen, hat Carthey sich den Armgebrochen. And nun hat dieser Keine gelbe Bursche die Dreistigkeit, heute herzukommen und zu sagen, datz er für Carthey In den Ring gehen will. Wa» meinen Sie dazu?" „Schon in Ordnung, Kelly", lautete die schleppende Antwort.„Er kann boxen." „Sie wollen mir doch nicht Einreden, datz er mit Ward fertig werden kann", sagte Kelly bissig. Roberts dachte nach. „Nein, da» will ich nicht behaupten. Ward .ist überhaupt nicht zu schlagen. Mer er wird auch nicht im Handumdrehen mit Rivera fertig. Ich kenne Rivera. Er gibt sich nie eine Blöße, ich lab's jedenfalls noch nicht gesehen. Und er boxt mit beiden Händen gleich gut. In jeder Stellung kann er betäubende Schläge austeilen." „Na schön. Mer welche Chance hat er? Sie haben Ihr ganzes Leben lang Boxer trainiert. Ich ziehe meinen Hut vor Ihrer Sachkenntnis. Kann er dem Publikum etwas fürs Geld geben?" „Das kann er bestimmt, und dazu wird er Ward tüchtig zu schaffen machen. Sie kennen den Jungen nicht,.aber ich kenne-ihn. Ich habe ihn entdeckt. Er hat keine schwache Stelle. Er ist der reine Teufel. Äenn jenjänd Sic fragt, können Sie sagen, daß er ein,Hexenmeisterist. Ward sind euch allen werden die AügeN übergehen. Ich will sticht behaupten, datz erWard besiegt, aber qus alle Fälle wird er etwa» leisten, datz ihr alle den neuen Mann in ihm seht." „Schön." Kelly wandte sich an seinen Sekretär..„Rusen Sie Ward am Ich hab eS ihm versprochen, wenn ich e» der Mühe wert hielte: Gr ist gerade gegenüber im Aellowstone-Bureau und setzt wie gewöhnlich." Kelly wandte sich wieder an. Roberts.„Was trinken?",,/ Robert» nippte an seinem Glas und schüttete sein-Herz au».■<'' „Ich hab Ihnen noch gar nicht erzählt, wie ich den kleinenBurschen entdeckt habe, vor ein' haar Jahren tauchte er tm Quartier auf. Ich trainierte gerade Prayne für seinen Kamps Mr Detaney. Prayne ist ein schlechter.'Kerl. Es steckt nicht ein Funken Mitleid in ihm. Er hatte seinen Partner furchtbar zugerichtet, und ich konnte keinen finden, der Lust hatte, mit ihm zu trainie« zwei Zeitschriften, von welchen eine, wöchentlich, die. ander«- vierzehntägig erschien.. Voin ,1. September an werden die beiden Blätter zu einem Halbmonatsblatt vereinigt. Der Präsident der Republik Dr. Eduard. BeneS empfing Mittwoch, den 12. August, in Sezimovo Asti. den Vorsitzenden, der Regierung Dr. Milan Hodja. Gamelln In Warschau Warschau.(Tsch. P.-B.) Mittwoch mittag» ist in Warschau der französische GeneralstabSchcf General G a m e l i n iir Begleitung des Gene- ralstabsmajors Petitbon und dem Leiter des polnischen Referates im französischen KriegSmi- nisterium Kapitän Lelaquet eingetroffen. Auf dem Bahnhofe wurden' die französischen Gäste vom Generalinspektor der Armee R y d z» S m i g l Y, dem Miniswr kür HeereSwesen General Kasprzyrk y, dem Generalstabschef General Stachiewicz sowie einigen höheren Offizieren der Warschauer Garnison, Vertretern der Zivilbehörden und Mitgliedern der französischen Botschaft mit dem Botschafter N o e l an der Spitze begrüht. General Gamelln schritt die Front der Dhrenkompagnie des 39. Infanterieregimentes ab, wobei die französische Staatshymne gespielt wurde. Sowohl auf dem Bähnhofsperron als auch während des Passierens der Straßen der Hauptstadt war General Gamelln Gegenstand herzlicher Ovationen seitens des Publikums..Die Begrüßung GamelinS in der hauptstädtischen Presse ist überaus herzlich. Insbesondere erblickt die unabhängige und die oppositionelle Presse, welche.durch keinerlei.'.Instruktionen, oder Wei« süngen gehindert ist, in. diesem Besuch.einen.Beweis für den beginnenden Ausgleich der Mitzver» ständnisse zwischen den verbündeten Staaten. Das Organ der Armee„Polska Zbrojna" erblickt. in dem Besuche GamelinS lediglich die Bestätigung der engsten Bande, welche die beiden Armeen verknüpfen.„Kurstr Warszawszks" bezeichnet den Besuch als eine wichtige Etappe in der Geschichte des politischen Bündnisses zwischen Frankreich und Polen, während das oppositionelle Nationaldemokratische Hauptorgan„War» szawski Dziennik Narodowy" auf die außergewöhnliche geopolitische Lage Polens verweist und behauptet, datz die daraus«fließenden Notwendigkeiten seitens Frankreich nicht immer das nötige Verständnis gefunden hätten. ren. Da bemerkte ich diesen kleinen, ausgehungerten Mexikaner, der immer herumschlich und zusah. Ich tvar verzweifelt und wußte nicht, was Ich tun sollte. Da holte ich ihn mir, zog ihm die Handschuhe an und puffte ihn hinein. Er wär zäher als ungegerbtes Leder,'aber schwach. Und dabei kannte er nicht einen Buchstaben vom Alphabet der Boxkunst. Prayne machte Apfelmus au» ihm. Aber er hielt doch zwei Runden durch, ehe er schlapp machte. Es war aySschließlich der Hunger. Ob er zerschsage» war? Sie hätten ihn nicht wiedererkannt. Ich gab ihm einen halben Dollar und was Ordentliches zu"essen. Sie hätten seinen Wolfshunger sehen sollen, al» er es verschlang. Er' hatte feit Tagen keinen Bissen in den Leib gekriegt. Jetzt hak er genug davon, dachte ich. Aber am nächsten Tage kam er wieder, steif und wund, aber darauf'versessen, sich wieder einen halben Dollar und ein gute» Mittagsessen zu verdienen.' Und mit der Zeit wurde er immer tüchtiger. Er ist der geborene Boxer. Und unglaublich zah.'Er hat kein Herz. Er. ist der reine Eiszapfen. Und in der ganzen Zeit, die ich ihn jetzt kenne, hat er keine zehn zusammenhängeneden Worte gesprochen. Er schwätzt nicht/ aber er- tut seine Arbeit." «Ich hab ihn gefehlt", sägte der"Sekretär. „Gr hat zlemlich viel für Sie gearbeitet.":/ „All die großen Bllrschlein haben eSmit ihm versucht", antwortete Roberts.„Und'dr hat von ihnen gelernt. Ich hab manche» liebe Mal gesehen, wie er sie vertobakte. Aber er hat nie-seine ganze Seele hineingelegt. Ich glaube, er hat das Spiel nid so recht geliebi. Es sieht jedenfalls so aus." „Er hat in' den letzten Monaten ziesnllch viel ittdesi kleinen' Klubs gekämpft." „Das stimmt. Ich. weiß gar nicht, was in ihn gefahren ist. Plötzlich hgt.er.sein Herz dafürentdeckt.■ (Fortsetzung folgt.) Nr. 188 Donnerstag, 13. August. 1838 Seite 3 UVWWWWWWW Zeitsme&ei 100-Kllometer-Radrennen und Mannschaftsfahren Komotau—'Tetschen Sonntag, den 16. August, starten die Rennfahrer des Arut, um auf der 180 Kilometer langen Strecke Komotau—Tetschen den Kampf um den Titel„La n g str e ck e n m e i st e r 1836" auszutragen. Ein harter Kampf wird sich abspielen, denn die besten Fahrer des Bundes haben zu diesem Rennen gemeldet. Sieger wird der sein, der noch imstande ist,''auf den letzten zehn Kilometern zum überragenden Endspurt einzusehen. Gleichzeitig mit dem JubiläumSrennen wird zum erstenmale das Mannschaftsrennen durchge- führt. 60 Fahrer— zwölf Mannschaften— stellen sich zum Kampf und ringen um den vom Bun- deSobmann F e ist a u e r gestifteten Wanderwim- pel. Für sie bedeutet'die Zurücklegung der 100 Kilometer langen Strecke eine ungeheure Leistung. Sie haben es weit schwerer als die Rennfahrer, sie istüssen"geschlossen durchs Ziel gehens nicht ausschlaggebend'ist die Leistung des einzelnen, son- deendie gemeinsame Leistung. Di« ganze Strecke wird von Aruk-Sämari- tern besetzt sein. In Priesten befindet sich für die Mannschaftsfahrer eine Labestation. Aerzte und freiwillige Helfer stehen genügend zur Verfügung. Die Oberleitung des Rennens liegt in den Hündin des Genoffen Haufe, Turn. Das Ziel befindet sich in Tetschen, Bahnhofstraße. Die Sonne erzählt vom Hirschberger Falkenlager„Rote Tat“ „Regen, Wind, wir lachen drüber, wir sind jung und das ist schön!" Unsere Fallen hatten allen Grund, dieses Lied zu singen. Schien eS doch in Hirschberg am See, als wollte die Sonne unseren Roten Falken einen Poffen spielen, als hätte sie ihnen ihre Freundschaft auf immer gekündigt. Aber jetzt scheint die Sonne schön und warm in düs Lager und in di« Herzen der nie verzagten Fungen und Mädel. Und sie freut sich über das tolle Treiben, über die gute Disziplin und über den großen Appetit der Falken. Immer neugieriger wird die Sonne, schaut durch die Bäume in die Zelte und lacht und lacht!„Ist denn das möglich, die peinlichste Sauberkeit in den Zelten und alles, was zum Lager gehört?" Richt nur die Falkenjungen und-mädel zeigen freudige Gesichter, nein, auch der Lagerleitung sieht man die Freude über ihren technischen und pädagogischen Erfolg an. Schnellsschaut die'Sonne ist dleÄÜche,s hier pflegt mäst den Humor wie einen seltenen Blumenstock. Mit Gesang und Lachen hilft man sich über alle Schwierigkeiten hinweg und stellt die 180 hungrigen Münder zufrieden. Gleich sucht die Sonne die Kinder selbst auf und trifft sie bei ihren SchülungSarbeiten, die sie täglich l^ß Stunden Pflegen. Hier schmieden die Kämpfer der Zukunft ihr geistiges Schwert. Sprechchöre, Kampf-, Wanderlieder und Kanons ertönen ist deutscher Sprache.„Ja, was ist denn das?" Die Sonne muß schon etwas näher gehen. Sie hört alle Kinder singen:„Jan brubol haest en brubol ob sea been." Die.Sonne weint vor Lachen. Hier versagen ihre Sprachkenntniffe. Sie schleicht sich an eine Köchin heran und hört zufällig, wie sie sagt: „Unsere Kinder reden schoün ganz schien flamsch." Also flämisch singen unsere Falken. An Stelle des Chormeisters Otto sicht Nobles aus Antwerpen und dirigiert in flämischer Sprache den Gesang. Nobles ist nicht allein,'mit ihm sind noch 88 Falken aus Belgien. Ein großer Autobus brachte sie in die Tschechoslowakei und nahm 40 Falken von hier mit nach Belgien.' Internationaler Kinderaustausch.„Können Kinder zweier Nationen überhaupt zusammen leben?",-spricht di« Sonne und rückt näher an die Kinder. Alle Jungen und Mädel sitzen an einer großen, schönen Tischanlage und speisen gemeinsam, wandern, singen, tanzen, feiern Feste gemeinsam und schließen güte Freundschaften, sprechen miteinander, wenn auch hier die Hände als Helfer ihre Dienste leisten istüffen. „. Ein eigener Lagergesangsverein betreut die Geselligkeit. Falkenparlamentarier spazieren im Lager, hin und her. Dort laufen drei Falken mit gelben Armbinden umher, da wieder welche mit blauen" Binden. Was soll das heißest? Bald er» fährt die liebe Sonne, daß die, erstgenannten Gesünoheitskommiffgr« sind, die'laufende Visiten an Körper und in Zelten durchführen. Die Falken mit blauen Binden unterstehen dem Arbeitsministerium, sie sind beschäftigt wie die Ameisen. Bei oll den wichtigen Funktionen ist die Freude der Motor. Dör letzte Gang geht am Lagerkranken- hauS vorbei; neugierig schaut die Sonne durch eine Lücke'. und.stellt fest, daß alle-Betten leer, sind. Der, Wunderdoktor„Cap" sitzt müßig an seinem Ordinatioststisch und wartet auf die auSblei- benden Patienten. Müde vom vielen Schauen,, tritt'die Sonne ihren Weg nach dem Westen.an, Die Amsel Pfeift Schichtwechsel. Der Mond"stimmt seine große Laterne,, nachdem er den Berichtder Sonne mit großem Staunen entgegenHstommen Hot..Gleich macht er sich auf den Weg,- um dar Lager auch einmal zu besichtigen. Er findet zwar" kein« lustigen Fasten- mehr,- da der größte Teil schon in den Zelten schnarcht. Doch, er hat noch Glück;>dä eine fleine Gruppe auf einem Abendausflüge; ist.-Er leuchtet den Strand am See ab und findet sie singend und erzählend zusammengeschmiegt am Tammühler Strand, den Blick zum See. Im Lager selbst ist peinlichste Ruhe. Rur die Schritte der aufmerksamen Lagerwache sind zu hören. Gespenstisch leuchten, die Lampen an allen verkehrsreichen Stellen des Lagers. Der Wind fegt durch die Bäume und um die Zelte und Isingt seine gewohnte Melodie. O. K. kllckgang der Arbeitslosenzahl Erfreulicher Ausweis des I. M.-V. Der„Internationale Metallarbeiter" berichtet, daß die Zahl der unterstützten arbeitslosen Mitglieder des Internationalen Metall» -arbeiter-BerbandeS stark abgenommen hat. Wie die nachstehende Tabelle zeigt, sank diese Zahl im Juni, auf die Hälfte der BorjahrShöhe. 1«g» 1036" Dlgeren, aea. 5?otl. Jänner ' 12.774 8140 — 8625 Feber 12.886 8055 — 3081 März 12.865 8427 ,— 2088 April 12.513 8404 — 4100 Mai 11.782 7604 — 4178 Juni 10.762 5862 — 5400 Der„I. M." knüpft an diese Resultate folgende Bemerkungen:„Wir wollen daraus noch keine allzu weitgehenden Schlüffe ziehen, denn wir wissen nicht, ob cs sich nur um eine jahreszeitliche Befferung der Beschäftigung handelt oder ob die Betriebe wieder ständig mit Aufträgen versehen sind. Jedenfalls steht fest, daß die wesentlich vergrößerten Bestellungen der Eisenbahnministeriums viel zur Verminderung der Arbeitslosenzahl beitrugen. ES darf jedoch nicht übersehen werden, daß Wir hätten eS nie für möglich gehalten, daß eine Zeit kommen werde, in der die„Zelt" das Gastrecht, das Emigranten bei uns genießen, im Namen des deutschen Ehr- und Pflichtgefühls verteidigt. Und nun ist es so weit.^Sie verteidigt nämlich gegenüber der kommunistischen Forderung nach Ausweisung des spanischen Exkönigs diesen noblen Emigranten mit all der Wärme, die sie für- hohe Herrschaften immer übrig hat.„Die überwiegende Mehrheit dec Bevölkerung von Bad Königswart", so schreibt sie,„weist von vornherein den verdacht von sich; "MhühlleMMsoziäler' Meiischess fti"Inst.'W'hcilc eS jedoch"' für ihre Pflicht;'"das' Gästrtcht ztt achten, da dies nicht nur deutsches Ehr- und Pflichtgefühl gebietet, sondern auch im Interesse des Kurortes Bad-KönigSwart gelegen ist." Die Koppelung des deutschen Ehr- und. Pflichtgefühles mit den Jntereffen des Kurortes ist zwar an und für sich schon interessant und bezeichnend genug, aber die Verteidigung des Gastrechtes unter Berufung auf deutsches Ehr- und Pflichtgefühl-ist noch intereffanter.— Da gibt es einige Hundert Emigranten bei uns, die' aus ihrem Vaterland geflohen sind, nicht wie der spanische König unter Mitnahme riesiger vermögen, sondern mit leeren Taschen, nur mit den« Willen im Herzen, sich in der freien Lust einer Demokratie vor dem Ersticken in der Sklaverei zu bewahren. Diese Emigranten hungern zum allergrößten Teil, und sie sind deutsche Volksgenossen. Und soweit sie Juden deutscher Zunge sind, kann sie selbst das„deutsche Ehr- und Pflichtgefühl" nicht hinter einen Spastier rangieren. Was aber tun die SdP und Meine Otyinpia-Dcriditc „Kleinigkeiten",„Nebensächlichkeiten"l von vielen, die geblendet sind durch den Glanz der rauschenden Festlichkeiten, kaum beachtet, laffen erkennen, wie sehr der übernationale Charaktev der olympischen Spiele, zu wilstommenem Borwand nationalsozialistischer Prestigeerhöhung geworden ist,— und der" Beobachter, der sich kritische Urteilskraft bewahrt hat, erkennt noch mehr: wie der olympische Gedanke, der Ueberwindung deL Nationalismus mehr und mehr in den Dienst des. Rationalismus und Militarismus gestellt wird.", ' Der Berichterstatter des„Jntransigeant", Drigny," schreibt:„Man mutz sich darüber wundern, wie die Deutschen das Olympische Protokoll nach ihrem Belieben anwenden, ohne tm geringsten auf. die Proteste derjenigen Rücksicht zu nehmen, die den Auftrag haben, über die Wahrung, der„Olympischen Charte" zu Wachen. Bereits bei der Eröffnungskundgebung war die Vorführung der. deutschen Nationalhymne beim Vorbeimarsch ein Eingriff in das Protokoll. Heute müssen wir feststellen, daß die Deutschen ganz einfach vergessen, daß die französische Sprache nach den Regeln der Spiele die offizielle Sprache ist, und daß es sich gehört, die Traditionen zu achten." » Es ist bekannt, daß der sogenannte„Olympische Grüß" identisch ist mit dem Gruß der.natio- "nalsozialtsttschen Parteiorganisation. Aus diesem Grunde haben eine ganze Reihe von Sportverbänden üpd aktiven Sportlern die Forderung eres sich bei den angeführten Zahlen nur um die unterstützten Arbeitslosen des Verbandes handelt, während die Ausgesteuerten nicht ersaßt sind. Gerade in den Jndustriesriedhöfen des. äußersten Randgebietes zeigt sich keine Befferung der Beschäftigung. Dort sind Notstandsmaßnahmen unerläßlich, um der arbeitswilligen Bevölkerung Beschäftigung zu schaffen." Henleins Reisen vor Gericht Prag,(rb.) Bor dem Preffesenat des GR. Dr. Bernaöck wurde Mittwoch das Verfahren über eine Presseklage begonnen, die Konrad Henlein gegen den Chefredakteur der„Prager Presse", Arne Lauri», eingebracht hatte. Am 16. Juni ver» öftentlichte das geklagte Blatt einen Artikel, der sich mit der bekannten Schweizer Reise des„Stammesführers" befaßte und u. a. anführte, daß Konrad Henlein dort auch eine Zusammenkunft mit Reichsminister Heß gehabt habe. Henlein fühlte sich durch eine solche»Unterstellung" wieder einmal in seinen bekannten lohalen Gefühlen gegenüber unserem Staate gekränkt und klagte. ' Der Verteidiger Dr. B o u k e k erllärte, den Wahrheitsbeweis hzw. den Beweis des entschuldbaren Jrrttims anzutreten. Er.führte an, daß die Nachricht aus dem Wiener halboffiziellen„Ncnig- keiiS-Weltblatt" übernommen worden sei und beantragte die Einvernahme des Chefredakteurs dieses Blattes Kerschbaum. Ferner bot er Beweis darüber an, daß die Reise SenleinS ursprünglich hätte geheim gehalten werden sollen und erst dadurch bekannt wurde, daß Henlein wegen Mitftihrung von Devisen in unerlaubter Höhe von den Grenzbehörden beanstandet wurde. Der Verteidiger behielt sich die Namhaftmachung weiterer" Zeugen vor. Das Gericht vertagte die Verhandlung unter Erteilung einer dreiwöchigen Frist zur schriftlichen Einbringung der Anträge. ihre Presse? Sie Hetzen gegen diese deutschen Emigranten in der rüdesten Weise und fordern deren Auslieferung an ihre Henker. Und ein Gesinnungsgenosse derer um die„Zeit", ein Sudetendeutscher, hat den deutsch-jüdischen Emigranten L e s s i n g, der nicht weit von Königswart, nämlich in Marienbad, das Gastrecht unseres Landes in Anspruch nahm, feige gemordet. Freilich, die Emigranten, die der„Zeit" nicht gefallen, sind keine Könige, sondern Freunde der Freiheit und der Demokratie. Und sie sind vor allMstiM.rcich. wMylb der tobeyd.e.Hah,gege lehrer Adolf Viöek tot aufgefunden. Einige, geheim-! nisvolle Umstände bewirkten, dast der Fall nichk^ sofort, aufgeklärt werden konnte. Einem-heute bom Jglauer Polizelkönunissariat auSgegebenen amtlichen Bericht zufolge Hai Viöek nach dem Ergebnis der gerichtliche»,Obduktion tatsächlich sein Leben, durch Selbstmord beendet, Kurz vor seinem Tode"wurde er um 8000 Xi, 50 Franken und 50 Schillinge bestohlen, und zwar von dem 28jährigen arbeitslose» Buchbindergehilfen' Heinrich Apprent..aus Jglau, den Viöek für die Nacht zu sich geladen hatte. Apprent schloss»ach dem begangenen Diebstahl den schlafenden Viöek ein und fuhr»ach Brünn,, wo er verhaftet wurde, als er von dem gestohlenen Geld bereits 800 Xö zum Einkauf von Kleidungsstücken auSgegebe» chatte. Der eingeschlossene Viöek beging in SinneSverwirrung Selbstmord. Apprent, der bereit» fünfmal vorbestraft ist; wurde dem KreiS- gericht in Jglau wegen Verbrechen» de»"Diebstahls und Verbrechen» der Unzucht wider die Natur ein-.' geliefert. Wahrscheinliche» Wetter heute: Wechselnd.-bi» ziemlich biwölkt, Neigung, zu Gewittern oder Schauern, leichte Abkühlung,..im Ostest schön und warm.. — Wetteraussichten für Fr eit a g: Unbeständig und Neigung zu Schauern,.mäßig kühl,. Westtvind. .4-2 .-r; Schlosses und einige andere Personen sahen ettva 10 Minuten vor dem Ausbruch des Brandes in dem Raume einen"dunkel gekleideten Menschen. Der Brand wurde rechtzeitig bewältigt, so dass die Gefahr eines liebergreifens der Flammen auf das Schloss selbst sowie auf die benachbarte Reitschule, in welcher die Rychnover Nationalgarde ihre Lagerräume hat und wo auch die künftige Militärgarnison von Rvchnov untergebracht tverdeu soll, beseitigt tvurde. Das Rychnover Schloss wird zurzeit renoviert. Der Kostenaufwand für" diese AnsbessernngSarbeitest tvird auf mehr als 2 Millionen XL veranschlagt. Spinnerei Peru» nirdergebranut. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch brach, int Maschinenraum der Spinnerei Perntz in K» n a n bei Freudenthal ein Brand aus. Den Flammen fielen das ganze Fabriksobjekt»nd 18 Maschinen zum Opfer, von welchen einige französischer Herkunft waren und einen grossen Wert repräsentierten. Gleichzeitig verbrannte ein Teil der Rohstoffvorräte und des Arbeitsmateriäls. Der Gesamtschaden wird, auf 3 Millionen XL geschätzt. Der Brand entstand in der Nähe der Wasserturbine, wahrscheinlich infolge der Reibung der mit Del getränkten Treibriemen, und breitete sich rasch über das ganze Gebäude au». -- Wolkenbrüche ruinieren Geleise. Dio Eistn-, bahngeleise in Korea fiiilr durch Wolkenbruche unterspült worden. Dadurch' wurden mehrere Eisenbahnunfälle verursacht. Bisher wurden'20 Reisende getötet. Für Soeul, der Hauptstadt von Korea, besteht lleberschwemmnngSgefahr. Fischkutter überfällig. Nachrichten aus Reykjavik zufolge ist ein isländischer Fischkutter mit einer 18gkiedrigen Besatzung seit der Sturmnacht von Sonntag auf Montag verschollen. Aus dem Mee,r wurden ein Rettungsgürtel und andere Gegenstände von dem vermissten Schiff aufgefischt. Tas tägliche Flugzeugunglück. Das planmässige Postflugzeug der englischen Luftverkehrsgesellschaft British AirlvayS verunglückte Mittwoch bei einer Notlandung in der Nähe von Honnef lRheinprovinz). Die Maschine wurde zerstört. Von den zwei Mann der-Besatzung kam einer ums Leben, einer wurde schwer verletzt. Aankeepolizisteit alS Menschenräuber, sbn). Wjr-berichteten, seinerzeit von der Verschleppung mehrerer Arbeiterführer aus der Stadt Tampa, in Florida.. Die Verschleppten wurden ausserhalb der Stadt so behandelt,- dass" einer von'"ihnen, Vom Rundfunk tafWiiuTiwirtu mm 4m» WraorahaMai Freitag: . Prag: 6.00-Morgengymnastik, Konzert, 12.00 Zeitzeichen, Wetterbericht, Mittagskonzert, 14.00 Schallplatte»,- 16.10 Konzert, 17.08 Schallplätten, 18.05 Deutsche Sendung, Arbeiters eudung, 10 M i» li ten Aktualitäten, Nachrichten,' Wetterbericht, 21.00- Unterhaltungsmusik, 22.48 Schallplatte»."•— Brünn: 6.00 Morgengymnastik,, Konzert, 11.05 Konzert," 17.40 Deutsche Sendung, 18.20 Harmonikasolo, 10.20 leichte Musik.— Preßburg: 6.00 Morgengymnastik, Konzert, 14.00 deutsche tmd ungarische Nachrichten, 22.85 Tanzmusik" auf Schallplatte».— Kascha»; 6.00 Morgengymnastik,,Konzert, 10.20 leichte Musik.. V befindet sich ein Artikel, der sich an die Okym- piabesncher wendet, und in dem wir lesen: „Die nationalsozialistische Weltanschauung ist Ausdruck des deutschen Menschen und gehört damit zu dem privaten Bereich unseres deutschen Lebens, zu dem tvir keine Fremden herbeizuziehen wünschen, wie wir jedoch auch ebenso von kei- n ein Fremden eineKr i tikanneh- men oder hören wollen. Ich hoffe, wär Der st e h en u n S." Wenn man bedenkt, dass die Zeitschrift„Das Schtvarze Korps" Organ der nationalsozialistischen SS ist, die faltisch eine Hilfsorganisation der Geheimen Staatspolizei darstellt, dann besteht wohl kein Zweifel darüber, wie diese Warnung zu verstehen ist. Als Ort der n ä ch st e,n- O I ympischen Spiele hat das Internationale Olympische Komitee mit 37 gegen 26 Stimmen Tokio fest-" gesetzt. Man hat abgelehnt, Helsingfors dafür auszuwählen und hat London veranlasst, seinen Aiitrag für die Durchführung der Spiele zurück- zuziehen. Tokio ist nicht zuletzt deshalb ausge- wählt worden, weil sich Japan v e r p f I i ch-' t e t hat, d i e R e i s e k o. st c n s ä m t- ltcher Mannschaften zu den O l tz m P I s ch e n Spielen z n f i n a n- z t.c. ,t e- ii. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn, wir bei dieser Gelegenheit seststellen, dass damit Pariser Wie sehr die den Ereignissen in Spanien die Gemüter auch in Frankreich erregt und wie gross insbesondere auch die Meinungsverschiedenheiten darüber sind, beweist die Tatsache, daß dieser Tage eine Arbeiterdelegation der Hotchkiss-Werke, einer der grössten Munitionsfabriken Frankreichs, beim Ministerpräsidenten Blum erschien und diesem einen Brief überreichte, der von dem gesamten Personal der Hotchkiss-Werke unterschrieben war. In diesem Brief heisst eS:„Die Hotchkiss-Werke haben in der letzten Zeit an fast alle Staaten auf der Welt, vor allein an Japan Kanonen und Maschinengewehre geliefert. Wir wissen auch, dass ein Teil der Waffen, die tvir ans Ausland geliefert haben, von Agenten des Generals Franeo astsg'ekaust wurde. Wir lvollen aber nicht zum Komplizen Francos lverden und hoffen, daß die französische Regierung nunmehr energische Maßnahmen gegen diesen Missbrauch der Waffenlieferungen unternimmt."" Weiterhin hat das Personal der Hotchkiss-Werke beschlossen, jede Woche eine Stunde umsonst zu arbeiten, d. h. aus dem Erlös dieser einen Stunde Arbeitszeit— es handelt sich um immerhin rund 10.000 Francs— einen Fonds zur Unterstützung der Madrider Regierung zu schassen. Bon Turm zu Turm, von Land zu Land. Am Sonntag ginn' über Velilh Boökov ein Gewitter nieder, bei dem der Blitz mehrmals in höhere Gebäude einschlug. Ein Blitzschlag traf auch den Turm der griechisch-katholischen K i r ch e. Der Blitz fuhr am Blitzableiter entlang in den Theiss-Fluh und sprang an der Wasseroberfläche auf das rumänische Ufer über, wo er in den Turm der griechisch- katholischen K i r ch e in der Gemeinde Baciocoiul Mare CarpiniS einschlug, ohne jedoch Schaden zu stiften.' Schloßbrand. Ein Brand in dem Schlosse , in Rychnöv, der Mitstvoch nachmittags ausbrach, wär gegen Abend gelöscht. Er entstand in einem Schupfen, lvo altes Heu gelagert lvar, und ist wahrscheinlich gelegt worden. Der Besitzer des >erW Mitsommerzeit I Von Otto Krille An mellten dömmerhellen Fenstern steht zue Nacht Auf BlumenkeÜhen Stern an Stern gereiht. Die Dunkelheiten langer Winterwochen Sind wie die Honigwaben aufgebrochen, Nnd trunken macht die süße Helligkeit. Mitsommernachtl-• In meinen Traum au» tiefem Straßenschacht Gellt Hammerschlag, zischt Schlangenbiß der Flammen, Dazwischen stöhnt der dumpfe Chor der Rammen. Auf braunen Körpern, die vom Schweiße glänzen, Zuckt Mondlicht«le In irren Feuertünzen. Tiefblauer Seide gleich senkt üch da» Firmament, Die Qual zu kühlen, die auf müden Stirnen brennt. * Wir entnehmen diese» Gedicht dem Buche „Wanderer im Zwielicht" von OttoKrille, da» im Verlag Oprecht, Zürich, erschienen ist. ES zeigt Otto Krille, einen der schon au» der Vorkriegszeit bekannten deutschen Ärbeiterdichter, aus der Höhe seine» Könnens, in der Reise. Die rein lyrischen unpolitischen Gedichte überwiegen und doch konnte nur ein wahrhaft politischer, im schönsten Sinne des Wortes politischer Poet, ein sozialistisch denkender und fühlender, diese Gedichte schreiben.— Krille hat auch unter unseren Arbeitern Freunde. Sie werden freuen. land die Möglichkeit haben, nngehindert alles! die Olympischen. Spiele immer weniger zu einer leimen zu lernen, und dass sie das Recht haben, j Angelegenheit des Sportes, sondern zu einer A n- mit jedermann über alle Fragen zu sprechen.—!gele gern he it des Geldes gemacht Gerade in diesen Tagen wird an die Olympia-' werde». Japan ist-aber an den Olympischen, besucher die Nummer 81 der Zeitschrift„Das Spielei't vor allen Dingen interessiert, weil sie in Schwarze KorpS" verkauft. In dieser Zeitschrift'die Weltausstellung eingegliedert werden sollen,, 'die im Jahre 1040 ig-Tokio stattfindet,.und weil sie. ein Teil der- Festlichkeiten. werden. sollen,." die 1040 zur Verherrlichung des ja- p n n i s. ch e n I m p e r i a l i S m u s veranstaltet werden. Japan seht die Linie fort, die Deutschland yiit der Durchführung, der Olympischen Spiele begönnen hat.'"Geben wir"einem Sportjournalisten das Wort,, der in der„Basler Nationalzeitung" voni 6. August 1086 zur Frage des Ortes der nächsten Olympischen Spiele, schreibt:..,". „Aber gerade weil, wjr immer djese Kraft." des Weltsportgedankens. höher, und stärker einschätzten. als anders gerichtete Bedenken, gerade deshalb habe» wir das Recht, init dxr.Wahl des nächsten- Olympialandes unzufrieden zu sein.•Unzufrieden ist kein Ausdruck! Es"ärgert uns masslos,, dass. das.Olympische Koiniiee.mit seine» glanzvollen Namen es so wenig verstanden hat, das psychologisch.Nichtige"zy erksniien.lind zu tun." lind.richtig nnd"nötig tväre jetzt das e i n e""ge-. wese»:"der"Welt zu zeigen,, dass der Sport'nicht" nur'iin grossen Rahnieni. nicht",nur in glanzvoller Umgebung und nicht mir unter' der Aegive eines ganzenwohlorganisierten Staatsapparates leben und geveihstf kann, sondern däh-sportliches Kämtz-i settl.und'.spo.rmche Feste ätich ,in.'Einsachheil imd "Prunklosigkeit'i.ihreyl. Ziele dipnen. und ihr Ziel' erreichest.'".--.",-.'’ M toi I o s e.p.h S oem.aker, im Krankenhaus den Verletzungen erlag. Jetzt sind fünf damalige, seither entlassene Polizisten voit Tampa zu je vier Jahren Gefängnis ivegen Menschenraubs uud Bei-' Hilfe zur Marterung jener Opfer verurteilt wor- den. Der Vorsitzende lehnte einen Antrag auf Wiederaufnahme- des Verfahrens ab. Die Entlassung und Verhaftung der Polizisten tvar von den Geschäftsleuten Tampas durchgesetzt worden, nachdem Gewerkschastspräsident Green den dorthin einberufenen Kongress wegen des Verbrechens tvegzuverlegen gedroht hatte, wovon die Kaufleute einen schweren Einnahmeverlust befürchten muhten. Verpflichtung der Aerzte zur Heilmittelabnahme an» Apotheken. Das LandeSaistt in Prag macht durch einen Erlass alle Aerzte, die Hausapotheken besitzen, aufmerksam, dass sie verpflichtet sind, sämtliche Arzneien und Heilmittel nur auS den öffentlichen Apotheken, und keineswegs direkt vom Erzeuger, abzunehmen, liebertretnn- gcn des Verbots werden von den politischen Aemtern strenge bestraft. Einheitliche Posttarife im Gebiete der Kleinen Entente? Eine Konferenz der Postverwal- tungen von Rumänien, Jugoslawien nnd der Tschechoslowakei- wird In der nächsten Zeit in -B u f ar e st..zusammentreten, um außer, den Frätzell"'bdiÖiÄIekchti!i!ttsisseit>Im Poskb'iÄkehr- zwIt" schen'"'di"n' di'K Ländern" däS Problem'eiiies eiii- heitlichen Tarifes für Poststücke zu prüfen. Wie hier verlautet, will die tschechoslowakische Post anregen, das gesamte Postmarkensystem und das Tarifwesen im Gebiet der Kleinen Entente zu vereinheitlichen. Zu diesem Zwecke werden die Prager Delegierten detaillierte Pläne vorlegen. Eine interessante Hysterikerin. In einem der grossen Kinotheater von Liverpool läuft zur Zeit .der historische Film:„Die Rose der Tudors". Die Hauptszene stellt die Hinrichtung der Lady Jane Grey dar. Mitten im Höhepunkt der Szene erklang plötzlich ein gellender Schrei im Zuschauerraum und ein junges Mädchen rief:„Das ist alles stanz falsch. Ich habe die Hinrichtung .selbst miterlebt I" Nach diesen Worten fiel sie in 'Ohnmacht, wurde ins Foyer transportiert, wo -es einem Arzt" alsbald gelang, sie wieder ins Lechen zprüzurufen.. Es handelt sich um Miss Dorothy Jordan, ein ibjähriges Mädchen aus Belfast, Vas zu Verivflndten einige Tage nach Liverpool gekommen war. Vom Arzt befragt, wie iieTffi ihrer Behauptung käme, daß der'Inhalt des. Filmes falsch sei,, erklärte Miß Jordan:„Kaum hatte der Film zu laufen begonnen, da wusste ich plötzlich, dass ich schon einmal gelebt habe, und zwar zur Zeit der Tudors. Ebenso wusste ich sofort, dass der Film die Tatsachen nicht richtig schildert. Zum. Beispiel sieht gleich am Anfang des Filmes Lady Grey aus ihrem Fensters zu, wie Lord Dudley hingerichtet wird. In Wirklichkeit aber konnte Lady Grey-das gar nicht sehen," Iveis ihr Haus vom Hinrichtungsplatz weit esttferitt lag. Ich eritlnere mich auch" ferner, dass ich" Lady Grey auf dem Wege zum Schaffet folgte. Sie war sehr still und hlass, aber sie- weinte nicht,- wie es der Film-fälschlich zeigt. In Wirklichkeit hängte sie sich selber auf, und wurde nicht geköpft, wie. es-der Film zeigt."- Das. junge Mädchen, das diese phantastische Erzählung von ihrem vergangenen" Leben zum-Besten gab, macht einen gesunden Eindruck. Sie wird jedoch jetzt Nach" London-geschickt werden,-um von den gröss- ten englischen-Spezialisten untersucht, zu lverden. Die- Nachprüfungen, der Historiker haben jedenfalls ergeben,", dass ihre Angaben durchaus richtig sind.-- I.- x Bienen'tüten zwei Einbrecher. Mehrere Diebe, die nachts durch den Garten einer Billa in Athen in das Gebäude selbst eindringen wollten, stiessen versehentlich im Gärten auf Bienenstöcke»nidi wärsen sie um.-Die gereizten Insekte»-stürzten sich sofort auf die Eindringlinge. Diese-schlugen in-ihr^r Angst auf die Bienen.ein, und- reizien.'-sie! damit noch-mehr.----Die. Bieyei^ stächet» jetzt derart wütend, auf die Diebe-lass dass zwei von ihnen nur noch, die Kraft- hätten, sich auf.'Vie ,S,trahe zu rettens dort, brächei»"sie, von Lei» stechenden. Insekten völlig-bedeckt, zusammen. Nr. 188 Donnerstag, 13. August 1V3Ü Seite 8 UM Ule Kreis-Fußballmeisterschaft 1936 Im 5. Atus-Krels Die Zukunft unseres Menhandels 1 Erste Runde am 16. August! Gruppenmeister der Gruppe II(Aussig-Kletsche) gegen Gruppenmei- ster der Gruppe VI(Komotau); Gruppenmetster der Gruppe IV(Kletnaugezd) gegen Gruppenmei- ster der Gruppe V(Wohontsch). Zweite Runde am 83. August! Gruppenmeister der Gruppe I(Warnsdorf) gegen Gruppenmeister der Gruppe III(Krochwitz); Sieger aus dem Spiel vom 16. August der Gruppe II—VI gegen jenen der Gruppe IV—V. Endspiel um die Kreismeistcrschaft am 8 0. August 1086. Wiederum herrscht die grobe Frage: Wer wird RreiSmetster für 1886? Ausgeglichener denn je stellen sich diesmal die Gruppenmeister zum Endkampf um den höchsten Titel, den der spielstarke 5. Kreis, zu vergeben hat. Altmeister Klcische, Kleinaugezd, Krochwitz, Komotau und Warnsdorf sind alte Be- kannte aus den früheren Schlubsplclen. Aber auch der diesjährige Gruppcnneuling Wohontsch wird alles daransctzen, um in die Endspiele zu gelangen. Alle diese Mannschaften verbürgen spannende Spiele. Hassen wir, daß die Gesamtbewcgung zu diesen Spielen den nötigen Rahmen als Besucher stellt. Verdient haben es sich die AtuS-Fnbballcr.„Dem Besten der Sieg", so lautet der Wunsch der Krcisspiellcitung. Löwen unter dem Hammer. Wegen Steuerschulden war in Athen ein Teil des TierbcstandeS des durchreisenden amerikanischen Zirkus Bright gepfändet worden. Da der Zirkus feinen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte, kam es zu einer öffentlichen Versteigerung, bei der u. a. drei Löwen, zehn Schlangen und mehrere drestierte Schweine und Gänse versteigert wurden. Die Löwen fanden zu ausgezeichneten Preisen Absatz; auch die Schlangen wurden' von Liebhabern erworben, während die Schweine und Gänse, trotz der Kunststücke, die sie beherrschten, zu Spottpreisen an Fleischermcister abgegeben werden mußten. Allerlei„Freiheit“ Das hat die„Landpost" begeistert berichtet, daß ein Teil der dänischen Bauern, die reaktionären nämlich, am 15. September einen M i l ch- st r e i I durchführen wollen und eigens eine 10.006 Mann starke„Baucrnwchr" ausstellcn Wollen, um„die Gegner des Streikes am Streikbruch zu hindern", also die sonst von den Agrariern/ sehr hochgeschätzte„Freiheit", zu streiken oder nicht(wenn cs sich um einen Streik von Arbeitern handelt), einzuschränken oder gar gcwalt- sam ganz^u^uheben/. , Wenn Mpbesjer"üffesttlicher Verkehüunter- uehmungen oder der Elektrizitätswerke streiken—" welches Verbrechen an der Gesellschaft! Wenn Agrarier, die gröbere Profile Ivollen, ein lebenswichtiges Nahrungsmittel den Kindern vorcnt- halten,— ja, das ist für den Bauern wirklich etwas ganz anderes! In dem einen Fall wird Terror geübt, der im Namen der Freiheit be- lämpft werden muß, im aiidercn Falle wird von selbstverständlichen Freiheitsrechten Gebrauch gemacht.. .. An den.polnischen Universitäten sind mehr als hundert Lehrstühle nicht besetzt, weil es keine sttchtjüdischen Professoren für sie gibt und die jüdischen abgcbaut wurden, und die polnischen Eisenbahnen haben zweihundert Jngenieurstcllen frei, stellen aber jüdische Ingenieure nicht an. Eine beachtenswerte Auslegung des Grundsatzes von Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre! Lieber gar nichts lernen als von einein Kuden etwas lernen! Schließlich sogar: lieber gär keine Eisenbahn, als eine mit jüdischen Ingenieuren! Nur„frei" von den Juden! Aber doch noch immer nicht die richtige Benützung der Freiheit: So muß man's machen wie in Deutschland, verdiente Antisemiten an die Stelle der Juden'setzen, ob sie etwas tvissen und können oder nicht. Das ist doch der tiefste Sinn des Antisemitismus l - Das Preßburger Preisgericht hat den zwei« midzwanzigjährigen Franz Tomasovis, der einen Bauerndurch vier Rcvolverschüste lebensgefährlich verletzt hat, aus der'Haft entlasten, weil Tomasovis vor einiger Zeit in einer Irrenanstalt wär und also als. unzurechnungsfähig gilt. Um im Irrenhaus zu bleiben,! ist er aber offenbar doch nicht' Irrsinnig genug. So wird er weder dorr noch,in einem Gefängnis festgehalten und hat ge- wistermabcn Schußfreiheit. Gleiche. Freiheit haben nur Diktatoren, die einsperren lasten,.j wen- sie.wollen.!. Sie übernehmen. dafür, wie eben jetzt auch der griechische Diktator Metaxas, die am leichtesten zu tragende Verantwortung, die vor der Weltgeschichte.' Und außerdem/tun sie, was sie tun, im Namen der Freiheit, Lstetaxas hat.in einer Rundfunkrede an die Jugend.erklärt, es handle sich um„eine'zwei- fache Befreiung, nämlich von der kommunistischen Tyrannei und von der Tyrannei der Parteien; die beide eure Freiheiten einschränken". Jetzt ist die! griechische Jugend endlich so frei,, wie'die Deutschlands, und JtälienS: sie hat das uneingeschränkte Recht unbegrenzten Gehorsams und so frei zu werdest, das ist die große Mcnschheitssehnsucht, zu deren Verwirklichung endlich die Dikiatoren aufgeständen sind. Von Frans Das Schicksal unseres Außenhandels ist das Schicksal unserer Wirtschaft. In keinem anderen mitteleuropäischen Jndustrielande tritt diese Verkettung der Binnenkonjunktur und des Außenhandels so scharf in den Vordergrund der wirtschaftspolitischen Problemstellung. Die Ex« portabhängigkeit unserer Industrie wird von keinem niitteleuropäischen Industrieland übertroffen und in keinem Industriestaat des europäischen Festlandes haben die strukturellen Ber-, lagerungen der europäischen Industrieproduktion so schwere Erscheinungen- einer strukturellen Dauerkrise hervorgerufen wie in unserem Lande. Unsere traditionellen Absatzmärkte in Mittel- und Südosteuropa haben sich bereits erheblich v e r e n g t und werden sich w e i t e r verengen. Angesichts des wachsenden Bevöl- kerungsüberschustes werden die südosteuropäischen Agrarstaatcn die Industrialisierung zwangsläufig fortsehen müsten, da mit Rücksicht.auf die Unmöglichkeit der AuSlvanderung kein anderer Ausweg besteht, die agrarische Ueberschuhbevöl- kerung zu beschäftigen und zu erhalten. Der mit« tel- und südostcuropäische Raum, besten bisherige Jndustrialisierungscrgcbniste deutlich den künftigen Weg ihrer wirtschaftlichen Entwicklung weisen, scheidet also in zunehmendem Maße als Absatzgebiet unseres Landes aus und es ergibt sich damit für unsere Exportwirtschast die schwierige Frage,' den Ausfuhrrückgang nach diesen Ländern durch Steigerung unserer Ausfuhr nach neuen Märkten auszugleichen. Von der Lösung dieses Problems wird mehr als die allmähliche Wicderbeschäftigung unserer derzeit noch immer außerordentlich großen Arbeitslosenarmee abhängen. Tie ganze Größe unseres Exportpro- blems wird erst erkennbar, wenn man berück- stchtigt, daß miser Staat gegenwärtig und noch für längere Zeit«inen erheblichen Ueber- schutz der agrarischen Bevölkerung hervorbringt, der in der Landwirtschaft nicht oder nur zu>n geringeren Teil erwerbstätig untergebracht werden kann. Da auch für unseren Staat das Ventil der Auswanderung versperrt ist, ergibt sich die Ausgabe, nicht nur durch Rückgewinnung des Aus» suhrniveaus der Vorkrisenzeit, sondern durchs dessen lleberstcigungdie Voraussetzungen für die Unterbringung unserer agrarischen Be- völkerungsüberschüste in unserer Jndustriewirt- schast zu schaffen. Der Lösung dieser für unsere Wirtschaftskräfte geradezu gigantischen Ausgabe stehen, unendliche Schwierigkeiten' entgegen.-Die Tschecho- slowakei ist ein B i n n e n st a a t mit verhältnismäßig kleinem Binnenmarkt und einer außerordentlich großen Verbrauchsgüter- industrie, die zu einem erheblichen Teil ihre Rohstoffe aus dem Ausland und vor allem aus Ländern außerhalb Europas bezieht. Die Ver- brauchsgütcrindustrien als lvichtigste Träger unseres Exportes haben aber nicht nur bis jetzt darunter gelitten, daß die VerbrauchSgüterer- zeugung in unseren nächsten Absatzgebieten rasch zngenommen hat, sondern werden auch in Hinkunft mehr als bisher den Druck der aufblühen» den Verbrauchsgüterproduktion in jenen Ländern zu spüren bekommen, aus deren Märkte sich unsere Exportbestrebungen künftighin vor allem konzentrieren werden. Trotz alledem sind die Aussichten unserer Exportwirtschast keineswegs verzweifelt und hoffnungslos, obwohl es h ö ch» st e Zeit ist, die Voraussetzungen für die unerläßliche territoriale Umstellung unseres Exportes zu schaffen. Die Richtungen unseres Exportes haben bereits in den letzten Jahren einen nicht unerheblichen Wandel aufzuweisen. Neben den zahlungskräftigeren Ländern West- und Nordeuropas sind eS auch überseeische Gebiete: die immer größere Bedeutung in unserer Ausfuhrwirtschaft erlangen. Noch im Jahre 1080 entfielen 86.1 Prozent unserer Ausfuhr auf Europa, 1035 nur 70.8 Prozent. Der Anteil Asiens an unserer Ausfuhr erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 3.7 auf 5.8 Prozent, der Afrikas von 2 auf 3.1 Prozent, jener Amerikas von 8 auf 11.8 Prozent und Australiens von 0.2 auf 0.5 Prozent. Diese Fortschrifte unseres Uebecsee- exporteS,.so gering sie absolut und relativ sein mögen, sind um so bemerkenswerter, als sie in der Zeit der schlimmsten Weltwirtschaftskrise und heftigster Konkurrenzkämpfe auf dem Weltmarkt erzielt wurden. Dabei darf nicht übersehen werden, daß diese neue»'überseeischen Positionen unseren Exportindustrien im Kampfe mit den industrielle» Großmächten von einen im Grunde genommenen kapitalsschwachen und im Uebersee-Export unerfahrenem kleinen Jndu« strielande errungen wurden. Die bereits sichtbaren Tendenzen einer territorialen Verlagerung unserer Ausfuhr, die die Möglichkeit der. Gewinnung neuer, entfernterer Märkte /bejahen, sollten unsere Handelspolitik ziel- und richtunggebend bestimmen. ES j wäre ein schwerer Fehler, der sich nicht nur an der Exportindustrie und ihrer Arbeiterschaft, sondern an-unserem gesamten Wirtschaftsleben rächen würde, wenn man die Sorgen und Bemühungen um die Erschließung neuer Absatzgebiete unseren Exportindustrien älein Überließe, Unsere Exportbetriebe sind in der Regel viel zn k a pi- talschwach und in der UeberseeauSsUhr zu wenig versiert, um ohne tatkräftige Unterstützung ; Rehwald„■.:.i' der Handelspolitik alle. Schwierigleiten und Widerstände zu überwinden Schon das Studium der Lebensgewohnheiten. der.überseeischen Ver- braucher, der Verhältnisse der Konkurrenz, der Zahlungs- und Lieferungsbedingungen und die Durchführung einer kostspieligen, ansangs zumeist erfolglosen Propaganda, erfordert Mittel, die der mittlere, ja selbst mancher größere Betrieb nicht auszubringen vermag.. Aber selbst von diesen Anfangsschwierigkeiten abgesehen, muß berücksichtigt werden, daß viele industrielle Exportfirmen nicht die Kosten, eines direkten Exportes, unter Ausschaltung europäischer Exporthäuser oder überseeischer Importfirmen, erschwingen können, sondern sich häufig der Vermittlung ausländischer Export- und Importfirmen bedienen müssen, deren Provisionen nicht nur an den Exportpreis verteuern oder den Exporterlös schmälern, sondern auch unsere Zahlungsbilanz nachteilig beeinfluffcn. Ferner verfügt unser Land nicht wie etiva England über die wertvolle Einrichtung von Ucberseebanken, die den Zahlungsverkehr abwickeln und den Exporthandel finanzieren. Auch in diesem Zweige der Exporttätigkeit müssen unsere in die Ileber- see ausführenden Betriebe die Vermittlungstä- tigkeit des Auslandes in Anspruch nehmen und dafür einen Teil des Exporterlöses in Form von Provisionen und Gebühren opfern. Und schließlich muh berücksichtigt werden, daß unser Export auch in überseeischen Ländern hohe Zollmauern zu übersteigen hat, die durch die zumeist beträchtliche Entwertung der überseeischen Währungen in ihrer Wirksamkeit als Exporthindernis noch eine Steigerung erfahren und daß unsere Exportindustrien den Kampf mit der qualitativ leistungsfähigen, in der Preisgestaltung ebenbürtigen, zum Teil sogar überlegenen und hinsichtlich der Zahlungsbedingungen kapitalsstarken Konkurrenz der großen Industriestaaten führen müsten. Die Ucberwindung eines beträchtlichen Teiles dieser Exportschwierigkeiten fällt in das Gebiet der staatlichen Exportförderung und Handelspolitik. Das Studium der ausländischen Märkte und in erheblichem Umfage auch die Propaganda gehören in den Wirkungskreis des E x p o r t i n st i t u t S, das— mit geringen Mitteln auSgestattet und unter bürokratischer Amtsführung leidend— sich ihrer allerdings nur unzureichend und zögernd annimmt. Darum ist die Entbürokratisierung des Exportinstitutes bei gleichzeitiger beträchtlicher Vermehrung der ihm zur Verfügung stehenden 'Mittel zweckA.großzUgigtr Entfaltung'der-kol- 'lektwen Exportpropagända und"'gründliche!!' Marktforschung im Ausländ eine der"Lebensfragen unserer Exportförderung. Aber nicht minder wichtig ist die Organisation des Exportkredits, der im Wettbewerb mit dem kapitalsstarken Ausland eine der elementarsten Voraussetzungen der Exporthebung darstellt. Da das privaten Bankivesen, Ivie die Erfahrungen lehren, außerstande ist Exportkredite in genügender Höhe und vor allem zu billigen Zinssätzen zur Verfügung zu stellen, bleibt kein anderer Ausweg, als den Exportkredit zu verselbständigen und in einem eigenen Exportkreditinstitut als öffentlich-rechtliche Einrichtung zusammenzufassen. Nur dann, wenn unseren Exportfirmen hinreichend billige Exportkredite zur Verfügung stehen, werden sie auch in den Zahlungsbedingungen die Konkurrenz mit dem kapi- flusland Auf dem Weg zum Ständestaat. Ministerpräsident Metaxa teilte mit, daß für die Berufs- genostenschasten«ine.Spitzenorganisation gebildet werde. Dies sei fine überaus wichtige Etappe auf dem Gebiete der sozialpolitischen Maßnahmen der Regierung. Die Regierung habe zehn Millionen Drachmen für den Ankauf von Gebäuden in Athen, Piräus, Saloniki, Patras, Vollo und Ca- valla zur Verfügung gestellt. In diesen Häusern sollen die Arbeiterorganisationen ihren Sitz haben. Von nächster Woche an würden der Mittwoch und der Freitag fleischlose Tage sein. Anmeldung der jugoslawischen sozialistischen Partei.' Der Mariborer„Volksstimme" entnehmen wir, daß die sozialistisch« Partei Jugoslawiens unter dem Namen„Sozialistischer Bund des arbeitenden Volkes" angemeldet werden wird. ES ist zu erwarten, daß die Behörden die Anmeldung der neugebildeten Partei genehmigen werden.— In einem programmatischen Artikel weist, di«„Volksstimme'" darauf hin, daß das Ziel der neuen Partei die Wiederherstellung der vollkommenen Demokratie, die Abschaffung der politischen Privilegien, die Erhaltung des einheitlichen jugoslawischen^Staates, der Kamps gegen den Faschismus, die Berücksichtigung der nationalen Eigenheiten der Serben, Kroaten und Slowenen und die Erkämpfung einer neuen ökonomischen und sozialen Politik ist. ' Verschärfte Zwangswerbung für di« faschistische Part«i, Die faschistische Partei führt gegenwärtig in S ü;d tt r o l eine Werbung durch und versendet, besonders an Intellektuelle, Aerzte, Advokaten, Aufforderungen, der Partei beizutreteni Diese Forderun- i gen werden mit mehr oder minder sanftem Druck Ole spanischen„Patrioten" halten sich zum Großteil dicht an der Grenze auf französischem Boden auf, von wo sie die Kämpfe mit dem Fernglas beobachten., „Ein idyllisches Plätzchen, dieses St. Jean de Luz— fern vom Schuß und nah genug, um zur Stelle zu sein, wenn das Vaterland uns wieder ruft!" talsstärkeren Auslandskonkurrenten bestehen kön-. nen. Aber weder in der Exportpropaganda noch im Exportkredit können sich die Aufgaben einer zielbewußten Exportförderung erschöpfen. Die Grundlage für dauernde Erfolge muß die Handelsve rtragSpolittk schaffen. Mit zahlreichen überseeischen Ländern besitzen wir entweder keine oder unzureichende Handelsverträge. Aber vielen diesen Ländern gegenüber haben wir dadurch eine günstige Position für den Abschluß von Handelsverträgen, daß unser Außenhandel mit ihnen fiir uns passiv ist, unsere Einfuhr ihrer Erzeugniste größer als die Ausfuhr unserer Erzeugniste ist. Dieses Pastivum zum Ausgangspunkt einer Erhöhung unserer Ausfuhr zu nehmen, sollte eine der ersten Sorgen unserer Handelsvertragspolitik mit diesen Staaten sein. Die Entwicklung unseres Außenhandels drängt zu r a s ch e n zielbewußten Handlungen der staatlichen Wirtschaftspolitik. Aber auch die EntwjckUmg des Welthandels.und. seipcr territorialen Gliederung erheischen- eine»tariere Jni» tiative des Staates in der allernäch- st e n Zeit. Schon strebt die industrielle Produktion der Welt wieder dem Niveau des letzten Hochkonjunkturjahrcs zu. Aber die Entwicklung unseres Außenhandels folgt dem Aufscknvung der Weltwirtschaft nur sehr zögernd und im weitem Abstand hinter Ländern, die, wie etwa Großbritannien, ebenfalls heftig unter den strukturellen Krästeverschiebungen der Weltwirtschaft und des Welthandels gelitten haben. Die Gegenwart und die allernächste Zukunft stellen angesichts der Neuverteilung der Weltmärkte den letzten entscheidenden Einsatzpunkt für unser« Handelsund Exportpolitik dar. Der strukturelle Niedergang eines großen Teiles unserer Wirtschaft und die Not mehr als einer halben Million Arbeitsloser erfordern es, daß von dieser letzten Gele«' genheit entschlossen Gebrauch gemacht wird. unterstützt. Die Aktion verfolgt offenbar den Zweck, «ine möglichst große Anzahl von Deutschen in die Reihen der faschistischen Partei aufzunehmen; um dann mit größerem Nachdruck behaupten zu können, daß das Südtiroler Volk geschlossen hinter den Organisationen der Partei stehe. Volkswirtschaft und Sozialoolitik Investitionen für 170 Millionen KC In zwei Monaten Die„Pr., Pr." veröffentlicht eine Zusammenstellung der Jnvestitionsarbeiten in den lebten zwei Monaten. Hochbauten wurden für einen Betrag von fast 40 Millionen KL ausgeführt, Straßen-, und Brückenbo men für einen Betrag von 60 Millionen. Regulierung«- und Meliora- tionSbauten für 13.8 Millionen und andere Arbeiten für rund 82 Millionen KL, so daß insgesamt in diesen zwei Monaten Bauten für rund 170 Millionen KL ausgeführt wurden. Bon diesem Gesamtbetrag für Notstandsarbeiten entfallen auf Böhmen 110.6 Millionen KL,' auf Mähren-Schlesien 20.8 Millionen KL, auf.die Slowakei 36.2 Millionen und auf Karpathöruß- land rund 4 Millionen.' Das Sozialfürsorge- ministerium hat für diese Bauten einen Staatsbeitrag, bezw. unverzinsliche Kredite im Betrage von rund 17 Millionen KL zur Verfügung gestellt, wodurch ArbeitSmöglichkeiten für insgesamt 30.000 Arbeiter geschaffen werden, und zwar: auf die Dauer eines Monates für 2508, zwei Monate für 4051, drei Monate für 4856, vier Monate für 2788, fünf Monate für 5556, sechs Monate füv 8842, sieben Monate für 2850, acht Monate für 556, neun Monate für 200, zehn Monate für 780, zwölf Monate für 2256 Personen,. Seile 6 Sozialdemokrat' Donnerstag, 13. August 1V38. Nr. 188 Große SonderauSftellungen.„Die Elektrizität als Licht-, Kraft- und Wärmequelle",„Gemein- schaftsauSstcllung des Bekleidungsgewerbes", das technische Weltwunder„Der durchsichtige Mensch" auf der XVH. Reichcnberger Muster» mess e, 16. bis 28. August 1986(Sonntag bis inll. Sonntag). 8614 Myrna Lo>> und Mar Baer in. dem Sportfilm.„DieDame und der Boxer". Der Bridgekönig G. C. Irreführung, Gehirn und Possen- rcißerei habe» Ely Culbertson von der Notwen- diglcit befreit Bridge zu spielen, sägt John Kodier in der Mainununer des„American Mercury". Mit einem Jahreseinkommen von 500,000 Dollar von Bücher», Bridgcsyndikaten, Kurzfilme», Radiovorträgcn, Aufsätzen in Magazinen, kauf- männischcn Ausnützung seiner Popularität, durch Vorträge, Kongresse und Lchrcrhonorare, durch Unterweisung beim Spiel und durch seinen eigenen Bridgeklub hat cs der grosse Mann Culbertson nicht mehr nötig, selber am Spieltisch z» sitzen. Er überläßt das seinen Millionen zahlenden Schülern. Ely, wie ihn die Amerikaner intim beim Vornamen nennen, wurde vor 45 Jahren von der Tochter,ejncs Kosakcngenerals, die m.st einem ämcrianischen Bergingenieur vermählt wär, in Rumänien geboren. Erzogen wurde er in russischen und mitteleuropäischen Schulen. 21 Jahre alt, segelte er nach Netv Aork, reich ausgcstattct mit luxuriösen Ansprüchen und keinen Rütteln, sic zu befriedigen. Zwei Jahre lang schleppte er so das Leben dahin. Dann besuchte er eines Abends den Knickerbocker Whistclub undf gewann ein hohes Wochencinkommcn. Er beobachtete. „Den Amerikanern mangelt die Wissenschaft und das Können des europäischen Spielers." lind die Amerikaner schlossen ihn in ihr Herz/ Rach beträchtlichem privaten Spiel zu hohen Einsätzen tvurde Ely von dem verstorbenen Wilbur C. Whitehcad als Impresario engagiert, aber ehe noch Whiteheard starb(1031), hatte Culbertson schon sein erstes Buch über das Bridgespiel mit natürlich unfehlbarem Rezept gegen alle Minderivertigkeitökomplexc beim Bridgespiei hcrausgebracht. Andere Sachverständige protestierten zwar, daß er einfach nur ihre Gedankenschlüsse, in andere Worte gekleidet, wiedergegeben habe, aber das Buch hatte großen Verkaufserfolg. '. 1882 spannte' Culbertson ff rau Reklame, vor seinem Triumphwagen, Nach langen Zet- tungögeplänkel forderte er seinen einzigen noch ernst zu nehmenden Konkurrenten zu einem öffentlichen Bridgeturnier heraus, 150„bridge Hands" 5000 Dollar gegen 1000, der Gewinn zu wohltätigem Zweck. Das war ein Fressen für die amerikanische Presse. Reporter aller Zeitungen belagerten den Spielsaal, über jedes Spiel wurde berichtet, Spalten und Spalten füllten sie. Nach einem Monat ivarcn. es zwei Millionen Worte, die über das Spiel berichtet ivorden waren. Der Bridgekönig lvar in aller Munde. Nur Lindbergh hatte nach seiner Ucberflicgung des Ozeans eine höhere Zahl an Worten der Anpreisung erreicht. Aus den Karten, die des Meisters Hand berührt hatte, wurden Fächer gemacht und sie sanden ihre Käufer wie religiöse Reliquien. Der geschickte Mann konsolidierte sofort diesen Gewinn an Ansehen. Er gründete das Magazin:„Bridge World, Ine.".»nd hatte damit Prag,(rb.) Der heute 29jährige Wenzel Vesely trat vor elf Jahren als Laufbursche bei der„gentralsparkasse der tschechoslowakischen Legionäre" in der Myslikova ein. Sein Ansangsgehalt von 800 XL monatlich verdoppelte sich mit der Zeit. Als er daun(mit 600 K£ Monatseinkommen) beitete, war begreiflicherweise in seinem Haushalt Schmalhans Küchenmeister. Dazu kam noch, daß Vesely eine durchaus nicht billige Liebhaberei hatte: er war ein passionierter und geschickter Bastler und bildete sich ein, über ein u n g e w ö h n l i ch e s E r- findertalent zu verfügen, von dem er sich eine glänzcnte Zukunft versprach. Er machte eine lange Reihe der verschiedensten Erfindungen, von einem Papier, das sich beim Kleben nicht werfen sollte angefangen, bis zu einer Kriegsmaschine, einem„automatischen Schützen", den er dem Verteidigungsmini» stcrium anzubieten gedachte. Da der Erfolg aber ständig ausblicb und seine Versuche viel Geld kosteten, steckte er schließlich bis über die Ohren in Schulden. Die Direktion des Institutes rettete ihn damals aus verzweifelter Lage und sanierte ihn mit mehr als 8000 XL, bei welcher Gelegenheit auch sein Gehalt ein wenig erhöht wurde, so daß er zuletzt 750 K£ monatlich bezog. Es scheint indessen, daß Vesely die acht Tausender, die ihn retten sollten, eher als Betriebskapital für weitere Experimente betrachtet hat, denn als letzte. Gelegenheit sich von.seinen Schulden freizumachen. In kurzer Zeit war seine Situation ebenso äüSwegloS wie borher und nün begann sich itt ihm der Gedanke festzusctzen, seine Fähigkeiten als Mechaniker z» einer riskanten Aktion zu verwerten. Er beschloß, sich diesmal selbst zu sanieren, und zwar durch einen Griff in den Geldschrank seiner Sparkaffe. Als er den Auftrag erhielt, den beurlaubte» Nachtwächter für den 28. und 20. Juni d. I. zu vertreten(es Ivar Doppelfeiertag), schien ihm das ein Wink der Schicksals und während der zwei Nächte dieses AushilfSdienstcS setzte.er den seit Monaten vorbereiteten Anschlag in die Tat um. Vor dem Strasse natTrost des schweren Einbruchsdicbstahls angcklagt, legte Wenzel Vesely ein volles Geständnis ab. Er schilderte, wie er sich in wochenlanger Arbeit dgS Einbruchswerkzeug (Brecheisen verschiedener Stärke, Bohrer nkit besonders gehärteter Spitze, besonders konstruierte Zangen usw.) selbst verfertigte. Bevor er an die Arbeit ging, blendete er die Fenster des Kassenraumcs durch große Plakate der Firma„Sorclla", die im Hof- ranm ihr Lager hat, ab. damit kein verräterischer Lichtstrahl nach außen dringe. Im übrigen arbeitete nun ein Werkzeug, die Gegner zu schlagen, die Freunde zu preisen. Er gründete verschiedene Agentien. zur Propagierung des Bridge. und einige ihm allein gehörende Agentien für Unterricht und Vorträge in und über Bridge. Nün gibt es in den Staaten 4000 lizenzierte Culbertson— Lehrer— deren jeder 15 Dollar für das Diplom, 10 Dollar an jährlichem Mitglicdsbeitrag und 25 Dollar für die Teilnahme an dem alljährlichen Bridgekongreß zu zahlen hat. Das allein gibt eine einmalige Einnahme von 60.000 Dollar und eine jährliche von 140.000 Dollar, ein Spiel also, das sich an'szahlt, auch für den Spröß- ling einer Kosakcnfamilie. Und das Endergebnis ist Culbertsons Großgrundbesitz in Ridgesiold(warum nicht Bridgc- sield) in Connecticut, eine cloganto Wohnung auf dem Savoyplah in Mw Fort und wohlbcstelltcr Weinkeller. Barnum war ein'großer Künstler der Aufmachung, aber eine halbe Million jährlich ans dem Kartenspiel zu holen, das hat er nicht I zuwege gebracht. er während der beiden Nächte sehr gemächlich, da er als Wächter keine Ueberraschung zu fürchten hatte. Erarbeitete nackt, denn er hatte gelesen, daß Einbrecher schon durch Aschenteilchen der Panzersül» lung, die an ihren Kleidern haften blieben, über»' führt wurden. Diese, wie andere Einzelheiten schei» ncn darauf hinzndeuten, daß die, von einer gewissen illustrierten Zeitschrift gebrachten Einbrecherromane, in denen alle Einzelheiten des Kassenknak- kens sehr instruktiv geschildert wurden, die Belehrung lieferten. Erst als die zweite Nacht bereits zu Ende ging, war cs Vesely gelungen, ein kleines Loch in die Panzerplatten zu bohren. Da die Zeit drängte, sah er von der„kunstgerechten" Aufsprengung ab und begann mit einer langen schmalen Zange die Banknoten auS der Tiefe des Tresors zu fischen. Auf diese. Weise holte er 08.000 XL aus dem Innern des Gelbschranks. Als er aber nun darangehcn wollte, durch entsprechende Beschädigung der Fenster und Wände vorzutäuschen, daß die Eißbrcchcr eingestie- gcn seien, bemerkte er zu seinem Schrecken, daß es schon 6 Uhr früh war. So begnügte er. sich damit, den Fensterrahmen etwas zu bekrahcn. Ferner legte er(vermutlich um irgendeine„geheimnisvolle Spur" vorzutäuschenj sechs Tausender in ein Glasröhrchen und ließ dieses auf dem Schreibtisch liegen. Nur einige Hunderter steckte« er selbst ein, den Hauptteil der Beute—r 85.000 K£-j— versteckte er romanti- schcrwcisc— unter etnemseitl.tchön Klapp.deckelder augtbohrten K a s s e s e l b st, da er annahm, daß sie dort am wenigsten gesucht würden. Dann zog er sich schnell an, ging in fein Wachzimmer, nachdem er den Kas- fcnraum sorgfältig versperrt hatte und mimte gegenüber dem zum Dienst erscheinenden Personal den Harmlosen. Er trieb die„Unauffälligkeit" so weit, daß er mit sorgenvollem Gesicht auf die Kratzer aüf den Fensterrahmen aufmerksam machte. Die alarmierten Detektivs sahen sich die Kaffe an und konstatierten als erfahrene Spezialisten, daß' das ganze eine jämmerliche Pfuscharbeit war und der Täter nicht die einfachsten Grundregel» der fachmännischen Kaffcnknackerei beherrschte. Das Weitere ergab sich von selbst. Im Kreuzverhör brach der Wächter, auf den sich der Verdacht sofort konzentrierte, nach kurzer Zeit zusmnmen und g e st a n d. Sein Geständnis, seine Notlage, seine bisherige Unbescholtenheit und die SchadenSgutmachuna fielen als mildernte Umstände ins Gewicht. Auf der andern Seite belasten ihn die lange Vorbereitung, die Raffiniertheit der Durchführung und ber Mißbrauch feines Dienstes. Das Urteil lautete auf achtzehn Monate schweren und verschärften Kerkers. Filme In Prager Lichtspielhäusern Bis einschließlich Donnerstag, den 18. August! Urania-Kino:„Konfetti".(Moser, Slezak, Ro- manovsky).—Adria!„Nachtangriff".(A. Wallace Berry).— Alfa:„Der Wildfang".(Tsch. Nedo» öinskä, R. Wanka).-r Avion:„Nachtangriff". lA. Wallace Berry).— Beranek:„Charlie Chan in Shanghai".(A. Warner Oland).— Fenix:„Auf der grünen Wiese".(Tsch. Jara Beneö).— Flora: „Frauen am Scheibelvege".(A. Claudetie Tolbert). — Gaunwnt:„Boccaccio".(D. W. Fritsch, P. Kemp).— Hollywood:„Rendezvous in Wien".(D. Schneider, Retty).— Hvizda:„Sieben Polarhelden".(Russisch).— Jnlli?„Boccaccio".(D. W. Fritsch, H. Finkenzeller).— Kincma: Journale, Grotesken, Reportagen).— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Lucerna:„Auf der grünen Wiefe".(Tsch.).— Metro:„Ein lustiger Betrug". (D. Fr. Lederer).— Passage:„Savoy-Hotel 217" (D. Hans Albers, D. Horncy).— Praha:„Schloß Hubertus".(D.)— Radio:„LiebcSerwachen".(D. Karin Hardt).— Skant:„Charlie Chan in Shanghai".(A. Warner Oland).— Svitozor: „Savoy-Hotel 217".(D. Hans Albers, B. Harney).— Alma:„Dantes Inferno".(A. Spencer Tracy).— Baikal:„Charlie Chan in Shanghai". (Ä. Warner Oland).— Reseda:„Regina".(D. Ullrich, Wohlbrück).— Carlton:„Herbstmanöver". (D. I. Wüst, Leo Slezak).— Illusion:„Stützen der Gesellschaft".(Ä. I. George).— Kapitol: „Fort mit den Sorgen".(A. Laürel und Hardy). — Lido II:„Leichtsinnige Jugend".(A. Harlow, Powrll).— Louvre:„Das letzte Hindernis".(A. Cl. Gable, M. Ewans).— MaöeSka:„Die Sextanerin".(Tsch.)— Olympier„Stützen der Gefell« schäft".(D. H. George).— Roxy:„Mazurka". (D. Pola Negri, Regie W. Forst).— U Bejvodur „Die unsichtbare Front".(Spionagefilm". Mitteilungen aus dem Publikum. „Drei Männer" ruhen nicht. Sie haben auch eine Menge Arbeit. Sind ausdauernde Helfer beim Wäschewaschen. Da sie aber kluge Köpfe sind und gut kennen, was Frauen von ihnen erwarten, sorgten sie um die Weiße ihres Gesichtes und der Hände und ihrer zarten Wäsche. ES liegt doch den Frauen soviel daran. Deshalb bringen sie weiße Kali-Seif« „U g l t ö n", Seife mit herrlichem Geruch—- Seife, nach der ihre Frauen und Gebieterinyen gerufen haben.„K a l i o n" weiße Seife in blauer Packung 3150 Bücher, die man lesen muB Friedrich Stampfer: ' Die 14 Jahre der ersten deutschen Republik 640 Seiten kart. XL 80.—, gebd. XL■ 105.—, Alexa nderStein: Adolf Hitler, Schüler der„Weisen von Zion" 120 Seiten kart. XL 18.—. Gregor Bienstock: Europa«nd die Weltpolitik 84 Seiten kart. Xi 15.—. Zu beziehen durch die Zentralstelle für daS Bildungswesen, Prag XU.» Slezfkä 13. Vom Amateurerfinder zum Kassenräuber Die Geschichte des Bankdieners Veself Naturwissenschaftliche Kurzberichte Von E. Aldt Gehirntransplantation Dem Breslauer Zoologen Prof. GierSberg sind, wie er auf einer Tagung der. zoologischen Gesellschaft im vorigen Jahre berichtete, Interessante Versuche von Gehirnüberpflanzungen bei Tiere», gelungen. Transplantation, von Geweben nelinflt' im allgemeinen am bestän bei Tieren ein und derselben»Art. Hier aber handelt es sich um artfremde Tiere, und zivar nm F r ö s.ch e und Kröten. Die. Operation wurde an ganz jungen Kaulquappen vorgenommen.’ Sie bestand darin,- daß Gehirnteile ausgetauscht wurden. Es ist verständlich, daß ein großer Teil der Tiere,' die die Operation glücklich überstanden hatten^ später zugrunde gingen, viele noch im Larven-' zustand, manche bei.der Umwandlung zum Frosch' resp. zur Kröte.. In einzelnen Fällen aber:'gelang es doch, die operierten Tiere auch nach' der' Umwandlung Noch am Leben zu erhalten.. Zwei. Moorsrösche, bei.denen man große Gehirnpär-^ ticn durch die entsprechenden Gehirnteile' von'. Knoblauchskrötön' ersetzt' hatte,' blieben ein.Jahr, lang am Leben, so daß man sie in bezug auf ihr Verhalten und ihre Lebensgewohnheiten genau studieren konnte. In einem Falle war daS ganze Vorderhirn, im anderen das Mittel- und Nachhi'rn ersetzt worden. In letzterem' Falle zeigt« sich nun der Einfluß des fremden Gehirnes darin, daß die Art der Fortbewegung verändert war. Das Tier hüpfte nicht mehr wie ein Frosch, sonder» kroch nach Krötenart und Ivar ständig bestrebt, sich einzugraben, wie es die Kröten tun, die sich tagsüber in ihren Erdhöhlen aufhältcn. Meist blieb es nur beim Versuch, aber einmal gelang es dem Frosch doch, sich eine tiefe Erdhöhle im feuchten Sand zu graben, in die er sich verkroch. Aber diese Krötenähnlichleit bezog sich nur auf einzelne Eigenschaften. Im allgemeinen blieb der Frosch? eben doch was er war, offenbar, weil nicht» nur das Gehirn auf den Körper, sondern auch umgekehrt der Körper aus das Gehirn zurückwirkt. Solche Versuche sind' besonders^deshalb, lehrreich, weil sie', interessante Aufschlüsse geben über die Wechselbeziehungen zwischen den. verschiedenen. Organen. Sielnzettfunde in Afrika Westlich von de» reichen, fruchtbaren Ländereien am Nil dehnt sich das weite Sandmeer der Libysch e n W ü st c, ein Gebiet, weit größer als die Tschechoslowakei, das bis vor 15 Jahren, wenigstens in feinen zentralen Teilen, noch gänzlich unbekannt war. Größte Schwierigkeiten. setzten sich seiner Erforschung entgegen» Verschiedene Expeditionen, zu-, nächst mit Kamelen, später mit Autos, haben das Land seither erschlossen. Wege» des vollkommensten Mangels an Wasser und Weiden waren weite Gebiete mit Kamelen überhaupt nicht zu erreichen. Hierher konnte man überhaupt' nur mit Kraftwagen Vordringen. Das ganze große Gebiet hat weder pflanz». licheS noch tierisches Leben und ist mit Ausnahme von ganz wenigen Oasen vollkommen unbewohnt. Aber das war nicht immer so. DiefeS öde, tote Land war nicht immer Wüste. Wo jetzt ein endloses Sandmeer sich dehnt, war. einmal fruchtbarer Boden, wie W. B. Kennedy Shaw, einer der Erforscher dieses durch seine- prähistorischen Siedlungen interessanten Gebietes berichtet. Die Libysche Wiiste war noch zur Eiszeit ein bewohnbares, Land. Reste einer Steinzeit» Kultur sind in Meyge gefunden worden: Werkzeuge, .Waffen und Schmuck. In„engen Höhlen hqt man Malereien gefunden, deren Farben sich,, dank der -trockenen Luft der Wüste, ausgezeichnet Erhalten haben. Durch lange Zeit,' durch Jahrtausende, mag dieses Land eine Wohnstätte des Steinzeitmenschen 'gewesen sein. Man nimmt an, daß/die Malereien aus der letzten Zeit der Besiedlung stammen. Sie mögen-4000 bis 5000 Jcchre vor Christi entstanden sein. Ein Hirtenvoll sind diese-Menschen gewesen, das sich Weidevieh hielt, Ackerbau betrieb und Töpfer« waren herzustellen wußte. Sie lebten familienweise beisammen und bestatteten ihre'Tot-.n^ in Gräsern, die dem Typus der Hockergräber? angehören. Was sie zeichneten und malten zur. Ausschmückung ihrer Höhlenwände sind Herden mit Hixten). Reiche Spuren dieser alten Kultur zeigten-die Ufer des Wadi Hawa. Dieser Flußlauf ist noch heute in einer' Erstreckung von 850 Kilometer nachzuweisen. Aber er führt heute kein Wässer mehr. Ein Vegetationsstreifen, zieht sich heute, dem alten Flußbett« dieses toten Flusses folgend, durch die Wüste Yim.Aber die Pflanzen beziehen ihr Wasser aus, der Tiefe. Unter der Oberfläche sickern Wasserläufe dahin, gespeist' durch Megengüsse, die in einend weit entfernten. Bergland niedergehen. Denn in dem Wüstengebiet selbst ist. ein Regen eine große Seltenheit. Bon einer der Oasen, die von 8000 Menschen bewohnt wird, hören wir, daß es dort nur einmal in zehn Jahren regnet. Aber durch die Anlage von artesischen Brunnen gelingt es, das in der Tiefe dahinsickernde Wasser an die Oberfläche zu bringen. Zur Wüste ist dieses riesige Gebiet wohl erst geworden,'als, gleichzeitig mit dem Abklingen der Eiszeit in Europa, gewaltige Klimaänderungen auf der ganzen Erde eintraten. Das einst regenreiche Weideland trocknet« aus, die Vegetation verschwand, die Menschen mußten auSwandcrn. Soweit sie sich nicht in din wenigen Oasen ansiedelten, zogen sie weiter bis in das fruchtbare Tal des Nil. Um 4000 v. Chr. war die Libysche Wüste bereits unbewohnbar und öde wie heute. Mit größter Schwierigkeit nur kommt dar Auio durch das Sandmeer' vorwärts. Seine,bis 70 Kilometer weit hinstreichenden Dünen werden, bis 100 Meter hoch vom Wind aufgerichtet und wieder verweht. Aber das Sandmeer bildet nur eine Form der Wüstenbildung..Einen anderen Typ repräsentiert die weite Sandeben« im Gebiet der Libyschen, Wüste,. eine vollkommen glatte Fläche von festem Sand, ohne Hügel oder Fels, ohne die geringste Erhebung. Hier hat der>,Wjnd allen lösen Sand weg«' geweht' und alle Hügel und Unebenheiten zum Vec» schwinden gebracht. So ist^ ei» Boden entständen,, so vollkommene festlund: eben, daß man daSAufo darauf mit^völler. Geschwindigkeit laufen lassen kälin»' Jni etwa 50 Kilometer Breite dehnt sich- diese Sandebene auS.-,Sie stellt wahrscheinlich' die letzte Stufe in der Entwicklung einer Wiiste dar.. Bez u g 8 bedtngungen: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch di. Post monatlich XL 16.-^-. vierteljährig- XL 4»„—halbjährig XL»6.7-. ganziährtft XL 182;^-.--^Inserate werden'jlaüt' Tarif billigst berechnet. Bet öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt'nur bei Einsendung der Retoürmarken.'— Die Zeitungsfrankätur wurde Von der Post» und Tele« graphendirektion mit Erlaß Nr, lS.S00jVllllS3ü bewilligt,— Dxuckerei: ,F>rbiz", Druck«. Verlage« und 8rttu«gS-A.-G. Prag,