Freitag, 14. August 1936 Nr. 189 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Heller (■InKhlltfillch i Keller Porto) IENTRALORGAN Ä DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK RRSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung präg xii m fochova.«2. Telefon 53077. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR! DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Guerilla bis aufs Messer Generale auf Reisen Um die Rolle Polens In Europa Kein Ende des Ringens abzusehen/ Schwer entwirrbare Lage Ferner wollte Frankreich sich dadurch einen mili- Öpfer> sträflichen Leichtsinns September In PreBburg Aus den Meldungen, die Donnerstag aus Spanien einliefen, läßt sich mit Sicherheit nur eines erschlichen: daß der Kampf auf beiden Seiten mit einer Erbitterung sondergleichen und mit dem Willen zum Durchhaltcn bis zum letzten weitergeflihrt wird. Beide Parteien achten in diesem Kampf nicht der Opfer, denn beiden ist es Wohl klar, dah es nur Siegoder Tod gibt, da heute schon jeder ausglcichende oder vermittelnde Faktor im Lande fehlt, der noch einen Friedcnsschluß und ein Ende dcS Blut- vergießcns herbeiführen könnte. Der Krieg hat sich in zahllose kleine Gefechte um einzelne Plätze aufgelöst, er ist'zur richtigen„Guerilla" geworden wie einst der Kampf der Spanier gegen Napoleon(1808—1814). Damals hat das spanische Volk sich gegen französische Eroberer gewehrt, heute kämpft es gegen die Fremdenlegionäre, die Berbcrbataillone und die deutschen und italienischen Flieger des ehrgeizig-fanatischen Generals Franco. Damals hat eine kleine liberale Partei im Lande sich den Fremden ange- schlosscp, heute, sind es die ultrarcchten. und ultratlcrikälen Minderheiten, die in den Rebel- —m. Warschau, im August. Seitdem der polnische Marschall Pilsudski im Jäuner 1934 seinen Nichtangriffspakt mit !Hitler schloß, hat das Militärbündnis z lv i s ch e n Frankreich u n d P o I e n, glückS'suchen die LeichenitijenemGasthäuse auf .und zahlreiche Neugierige aus der Umgebung besichtigen die Unsallstelle. Der Chauffeur, der 20- jährigc Johann Satinskh,■ erlitt bei dem Unfall einen Arnibruch und eine Verletzung des Rückgrats. Mit leichteren Verletzungen kamen nur zwei Marktfieranten davon. Das. Unglück hat im ganzen Gebiet große Erregung hervorgerufcn.> Angeblich soll die Untersuchung ergeben haben, daß das eine V o r d e r r a d des Unglückswagens größer als das andere war. Wie DonnerStäg in Prag verlautete, soll dls.'ditSjHrige Herbstkouferenz der Außenminister der drei Kleinen Entente-Staaten um den 12. September in Preßburg stattfinden und sich vor allem mit der im Donauraum durch das deutsch-S st e r r e i ch i sch e A b k o m-: m e» geschaffenen Lage'befassen.' Weiter steht aus jher^M^Sordnung' auch' diii rumänische Forde- rung nach ,Revision.des Donaustatuts. Preßburg churde als Tagungsort vor allem deshalb ge- Ivsthlt, weil Präsident B en e s, der um diese Wunsch.habeg. f uf L die Minister, Hilfe für Spanien! Die Sozialistische Arbeiter-Internationale und der Internationale Gewerkschaftsbund Jiaben die Arbeiterschaft auf- gerufen, den spanischen. Freiheitskämpfern durch ideelle und materielle Hilfe eine siegreiche Beendigung ihres schweren Kampfes zu ermöglichen. Im Sinne dieser Aktion hat die Partei eine S a m m- lung eingeleitet, die in diesen Tagen unter unseren Genossen durchgeführt wird. Wir sind überzeugt davon, daß der Appell der Internationale überall Gehör , finden wird. Trotz der schweren materiel- len Notlage, unter der viele unserer Arbeiter zu leiden haben, werden sich zehntausende Genossen bereitfinden, die es für ihre Ehrenpflicht erachten, nach besten Kräften für die Hilfsaktion zu spenden. Geldspenden, sofern sie nicht auf unsere Sammellisten verzeichnet werden, sind direkt an das Sekretariat der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Prag XII, Siezski' 13 zu senden. .Seid dessen eingedenk, daß rasche und ^ausgiebige Hilfe nottut! len ihre Freunde sehen, während die große Masie des Volkes zur Negierung steht. Wie widersprechend d i c M e l. 0, ul|r„, o v d u N g e n sind, ersieht man daraus, daß die einst eine Grundlage der Nachkriegspolitik, seine» Neheilen behaupten, ihren Erfolg von T o l o s a ursprünglichen Sinn völlig verloren. Dieses ausgenüht, San Sebastian unter Artillericfcucr Bündnis sollte den jungen polnischen Staat gegen gcnomeu und sich Jrun genähert zu haben, eine etwaige Revanche des Deutschen Reiches während die Regierung meldet, sie hätte den! schützen. Das ist nicht mehr nötig, wenn die pol- Vormarsch der Rebellen auf Jrun—San Seba- i nischc Regierung ihr Land durch die Vcrsprechun- stiän zum Stillstand gebracht und in San Seba-| gen Hitlers bereits genügend geschützt glaubt, stian herrsche vollständige Ruhe._ Die Regierung meldet, daß, die Abtetlun-tärischen Helfer für den Fall sichern, daß cs selbst gen der Miliz von Malaga erfolgreich gegen Granada Vordringen(Einnahme vor Orgiva lind Loja), Franco meldet aus Sevilla, er marschiere mit einer großen Truppenmacht gegen Malaga und habe die vorderen Positionen gegen Granada Vordringen(Einnahme von Antequora). Vor Badajoz melden die Re bellen erneut einen Sieg— den sie allerdings schon am Vortag gemeldet hatten. Sicher schein: zu sein, daß Badajoz sich gegen Ucbcrmacht tapfer und unerwartet.. z ä hve r t e i di.g l. Beide Kampfparteien mobilisieren weitere Jahrgänge und suchen so rasch als möglich ihre Reserven an den Feind zu bringen. Von Barce lona sollen neue Kräfte gegen Sa.rago.ssa abgegangen sein. Die Aufständischen schaffen im , Flugzeug Truppen aus Marokko nach Südspanien,' ^^fÄsiiuew also- zur Sc«, obwohl siedns Gegenteil melden, noch immer unterlegen zu sein. Die auf fallende Verstärkung der anfangs stark unter legenen Luftwaffe Francos kann nur a u f starke Lieferungen italienischer Flugzeuge(vielleicht via Portugal) zurück- zuführen sein. Um so grotesker wirkt der diplo matische Kuhhandel um die.„Nichteinmischung", die. völlig einseitig zur Neutralität der französi schen Demokratie wird. Die französischen A r b e i t e r f o r d e r n den letzten Meldun gen zufolge immer e n t s ch irdener eine Aenderung der Neutralitätspolitik und eine Unterstützung der legalen Ma drider Negierung gegen die von Rom und. Berlin ausgesandtcn. Söldnerheere. Die Komödie der.Nichteinmischung* Italien liefert an Franco und stellt Paris Bedingungen G i 6 ral t a r.(Reuter.) Die.hier aus Sevilla riugetroffenen Flüchtlinge behaupten mit aller Entschiedenheit, daß sich unter den Flug, zeugen in Sevilla z ah lr.e.i.ch e Flugzeuge ltalienischrr nnb deutscher Herkunft befinden. In Sevilla befinden.sich viele ausländische Piloten, die italienisch, deutsch und andere Sprachen sprechen. Die italienischen'Piloten trage» die Uniform der Fremdenlegionäre, die deutschen weiße Kleidung. London. Die'zuständigen britischen Kreise würden es gerne sehen, wenn es bald zür Lösung 'der Fragen der Nichteinmischung kommen würde, und zwar auf.Grundlage der-französischen Vorschlages. Man'fühlt, auch schon eine gewisie B o.-. unruhig ung über.die Verzögerung, welche b e> st i m. m t e M ä ch t e dadurch bewirken',' daß sie'ihre A n t wo r't'n ich't' erteile». Es 'Wird.erklärt,' baß cs. angebracht tvärt, Iven» von britischer Seite neue Schritte zugunsten' der von .Frankreich' vorgeschlagenen Prozedur ünttzrtiom- men würden. Es ivird«»gedeutet, ddß es äuge.- zeigt chäre, wenn unverzüglich bei von der ftan< zösischen Regierung vorgeschlagene Text angenommen würde, der die Lieferung von Munition', KtiegSüräteriäl' und' von Waffen nach Spanien Betrifft,' Die Nachrichten,.hasi die.- d.i ki ä t o r i'- Islch'em.iM'n d e r"'o P'e- Ä ü f st ä n d'i s chest, Iwr'e/i'tje r^i'n---mit-t,,W..n si.fi e.n' st n d' K'r. i,e g-s m a.t'.e,p t. g,-I'U>' p.'x.s o rl'g.e-n/, werdend wiewW. diese Nachrichten.offihM nM.MätHtj MÜsie, sich'fragen, ob. die Berzägerüng,,,die die' Mächte durch das HinauSschkbrn ihrer Antworten,j angegriffen werden sollte. Mer kann cS sich auf Polen verlaßen, wenn dieses seine Beziehungeir mit dem Dritten Reich immer enger ausbaut? Die Warschauer Regierung versichert, daß sie ihre formellen Pflichten erfüllen würde. Doch sie weigert sich, eine militärische Arbeitsteilung mit den anderen Verbündeten Frankreichs östlich der Reichsgrenze, mit der Sowjetunion und der Tschechoslowakei, einzugehen. Das war der Sinn des polnischen Widerstands gegen den Ostpakt. Auch Ge- neralststbsverhandlungen, die vor zwei Jahren in Warschau gcfiihrt wurden, um die Gegensätze zwischen den militärischen Aussasiungen Frankreichs und Polens über die Sicherung des Friedens in Mittel- und Osteuropa auszugleichen, blieben ohne Ergebnis.- Jetzt werden diese Besprechungen unter wesentlich-veränderten Umständen wieder ausgenommen. Den erstenFühler dazu st.r eckte, entgegen dem äußeren Anschein, Polen durch die Entsendung eines einflußreichen jüngere» Generals zu den lohten französischen Manöver» aus. Um dem polnischen Selbstgefühl entgegenzu- kommen, antwortet Frankreich durch einen Besuch seines Stabschefs in Warschau und Krakau, und der polnische Oberkommandierende Rydz- S m i g l y beeilt sich, daraufhin sein eigenes Erscheinen in Paris noch in diesem Herbst anzukündigen. Da die Armee oder richtiger das Offizierkorps den polnischen Staat beherrscht, ist die Stellung des Oberkommandiorenden auch politisch ausschlaggebend. Die Fahrt nach Paris ist die erste offizielle Auslandsreise, des Nachfolgers Pilsud- skis. Man legt hier also plötzlich wieder großen Wert auf die Belebung des französischen Bündnisses.' Warum? Die einseitige Anlehnung andas Dritte Reich hat Polen in eine schwierige Lage gebracht, Die nationalsozialistische Gleichschaltung der Innenpolitik in D a n z i g, das nach dem geltenden Völkerrecht international allein', von Polen vertreten werde» darf,. wird unter äußerlicher Rücksicht auf die dortigen polnischen Rechte durchgeführt. Aber gerade die Warschauer Militärs siid sich klar darüber, daß Hitler damit praktisch einen Stützpunkt in nächster Nähe des einzigen polnischen Häsens Gdingen erhält und im Kriegsfall den Ausgang• Polens zur See sofort unter seine Kontrolle bekommt. Vorsitzender der Meeresliga, welche die Massenproteste gegen das nationalsozialistische Vorgehen in der Freien Stadt in allen größeren polnischen Städten organisierte, war einer der polnischen Armeeinspekteure, der vor kurzeniimlt dem Flugzeug tödlich verunglückte General Drescher. Aber Außenminister Beck wagte keinen energischen Schritt in Berlin, weil er durch seine Haltung in der letzten Zeit immer abhängiger von Hitler geworden war. Durch die Wiederan» k n ü p f u n g i n P a r i s will ihm die Armee jetzt den Rücken gegen De'utschl.and, st ä r k e n.. i Dazu kommt die f i n a nzielle Schwäche Polens. Der Staatshaushalt ist .seit. Anfang dieses Tkahres mühsam saniert; aber jede Vermehrung.der Rüstungsausgaben muß ihn' wieder umwerfen und damit' auch die Währung erschüttern, die durch ein« opferreiche Wirtschaftspolitik auf Goldparität gehalten wird. Die Hee»' reslcitung sieht, daß sie'immer.weiter hinter den jmächtigen Nachbarn Deutschland- und Rußland zurücküleibt,- Mit. Hilfe sogenannter freiwilliger JBKtr if'ii•'" L i.' Sammlungen können die Mittel für die Anschas» .M»'iM-T.o,p o l c i n nkywciien wird,, den>fung.teurer moderner Waffen-wie Unterseeboote, der groher«ombenflugzeuge, schwerer Artillerie ustv. Konfcrenz zu sich zu laden. fnicht aufgebracht werden. Hitler-Deutschland gibt verursachen, nicht bis zu einem gewiffen Grade beabsichtigt und darauf berechnet ist, vorderhand Gelegenheit zur Unterstützung der. Rebellen zu haben. .,-- Die Hauptschwierigkeit bildet der Standpunkt Italiens, das drei Vorbehalte macht-.-Jtalicn verlangt insbesondere die Verein- barung eines.Abkommens, daß nach Spanien keine Freiwilligen entsandt oder Geldunterstützungen gewährt werden upd-eininternatjonaler Kontrollausschuß eingesetzt werde, Großbritannien ließ in-fstom zugunsten des französischen Vorschlages abermals intervenieren,.doch wurde es offenbat über-die italienischen Einwände nicht so ein» gehend.wie-Frankreich, unterrichtet.'. - Kleine Entente— UeberlastetesAuto^elfTote! Verkehrskatastrophe bei Mlstek ,Mhr,-Ostrau.(Tschl.PÄ.) Am 12. August nachts ereignete sich im Misteker-Gebiet ein gro ßes Uiiglück. Nach 22-Uhr kehrten vom Markte in Neutitschein aus einem'Lastautomobil- des I. Pavltöek aus Frhdlant an der Ostrava einige Marktfieranten mit ihren Waren zurück. Das Eineinhalb-Tonnen-Auto ist für höchstens fünf Personen mit ihren Waren e in g e r i ch< I t e t. Auf dem Wege bestiegen in Neutitschein die ses Lastauto noch einige Fieranten mit ihren Wa» reni so daß.es außer den Waren im ganzen IS Personm be förderte. Es war demnach stark überlastet.' Auf der Strahenhöhe in Rychaltice, wo. die Straße gegen Mistel zu ziemlich- steil absällt, s ch alt eteder Chauffeur den Mo- t o r aus und verließ sich auf die Handbremsen'. Das Lastauto geriet an- den sehr abschüssigen Straßenrand, fuhr Wer die Fahrbahn hinaus und stürzte um. Hiebei wurden neun Personen-getötet und die übrigen schwer verletzt. Zwei von ihnen starben während des Transportes in-das Kran». kenhaus. Die übrigen erhielten im Misteker Kran kenhause-ärztliche Hilfe/ ES sind demnach elf Menschenleben zu beklagen. Aus Rychaltice und Mistel'herbeigerufene Gen darmerie und die Gendarmerie-FahndungSstation von Mährisch Ostrau untersuchen'bin~ Unglücks» fall.. .. Zu dem. Unglück erfährt das Tsch. P.-B. noch: Das Lastauto, mit dem die Marktfieranten die steile Sträße bei Rychalfice. hinabführen^ ge riet auf halber Höhe inS Schleudern und geriet an den'Straßenrand, wo es an einen Baüm stieß, der-entwurzelt, wurde. Das Auto wurde-dabei zertrümmert stn.d stürzte über^d.ie hohe Straßen böschung auf feiste Wes« hinab, wo, es, sich noch z w e iM a l Ü B erschlug. Di e Verletzten rie fen'üist- Hilfe.- Sie stubden-erst nach'einiger Zeit .-von stiNem zufällig auf einem'Motorrad vorbei fahrenden Soldaten gehört, der die Gendarmerie,' -die'Feuerwehr und.einen-Arzt verständilsie,welche die RettüngSarbeiten'äufnahMn^DieMerltztztest! Wurden in dM Krankenhaus. in-'MstdWbersühstst- -Die Leichen der Getöteten tbürden. im Saäle eines'.-nahegelegenew, Gasthaus^/. niehMeltgt. UnierdenTotewbefindetsichÄn''Mädchen,ivel- ches kurz vor der^Vevh,eirätunst,fta»d! Die Per» Wandten und Bekannten-,j-der Opfer' des Aütoun- I'. J’-'■'.. Seife 2 ' Freitag, 14. August 1036 Nr. ISO Honen beteiligen, die Teilnahme der Korn-1 entscheidenden Gegenspieler der Oberstengruppe munisten wurde von den Bauern abgelehnt. Die und von dem. Ausgang ihres Kampfes wird^eS r o t g r ü n e B a u e r n• u,n d Arbei- schliehlich abhängen, in welche Linie Polen end» t erfpon t PolenS wird immer deulltcher'zum! gültig einschwenlen wird. Wachsender Außenhandel Steigerung der Fertigwarenausfuhr und der Rohstoffimporte Sinkendes Aktlvum 80,776.000 Juli 1086 548,701.000 570,660.000 1086 + 60,878.000 .+ 5,001.000 Juli 1085 487,01ß.000 578,665.000 86,752:000 Das Statistische StaatSamt verlautbart folgende Daten über unseren Autzeuhandel im Juli dieses Jahres: Reiner Warenverkehr Einfuhr.. Ausfuhr.. Aktivum.. Im Vergleich zum Vorfahr ist also das Aktivum auf weniger als die Hälfte zurückgegan» gen. Da der Steigerung der Ausfuhr eine weit stärkere Einfiihrsteigernng geaeniibersteht, die zur Gänze auf den Rohstoffimport zuritckzuführen ist<1085: 250,768.000, 1080: 312 Mill. 976.000), Iaht dies auf eine bessere Beschäftigung der Industrie schließen. Die Exportstei- gerung bei Fertigwaren allein beträgt etwas über zehn Millionen(1035: 422,088.000, 1036: 488,406.000). Für die. ersten sieben Monate des Jahres ergeben sich folgende Ziffern: Reiner Warenverkehr. Einfuhr... Ausfuhr.... ' Jän./Juli 1086 . 4.038,418.0.00 . 4.068,151.000 Jän./Juli 1085 1Y36 8.871,578.000+661,840.000 8,861,181.000+ 216,070.000 Aktivum.... 84,788.000 470,608.000» Die Ausfuhr von Fertigwaren ist in diesen Monaten um 233,438.000 gestiegen(1085: 2.781,840.000, 1086: 8.014,782.000), die Einfuhr von Rohstoffen um 436,580.000(1085: 1.786,453.000, 1036: 2,223,033.000). Das Volumen des Außenhandels im reinen Warenverkehr ist von 1.061,578.000 im Juli 1035 auf 1.128,357-000 im Juli 1036 gestiegen. Gegenüber dem Vormonat äußert sich eine gute Saisonbelebung. Nn alle Abonnenten, Derfihteifter u. Kolporteure 1 Anläßlich des Feiertages am 15. August wurde vom Berlegerverband beschloffe», am Sonntag keine Zeitungen erscheinen, zu lasten. Wir ersuchen daher zur Kenntnis zu nehmen, das) am Sonntag, den 16. August, feine Zeitung erscheint. D t e Verwalt» n g. zwar Dutzende von Milliarden aus Grund inländischen Zivangskredits für seine eigene Rüstung aus, hat aber nicht einmal ein paar lumpige Millionen Devisen für die Bezahlung seiner Schulden bei den polnischen Freunden übrig. Diese haben sich dafür durch die Verstaatlichung, des größten reichsdeutschen MontanunternehmenS in Polnifch-Oberfchlefien, derKönigS-Laura- Hütte, schadlos gehalten und dort inzwischen auch fast alle deutschen Arbeiter und Angestellten entlassen, welche also die Kosten der Freundschaft zivischen National- sozialisten und Pilsudsli-Ofsizieren zu bezahlen haben. Wenn Poien aber R ii st u ngSk r e d' i t e aufnehmen will, so weih eS, dah sie inBsrlin nicht zu haben sind. Auch dafür muh man sich nach Paris wenden. Eine andere Frage ist eS, ob dieser Versuch zur Wiederbelebung der alten Freundschaft zwischen den Verbündeten der NachlriegSjahre gelingen wird. Frankreich stellt dafür natürlich seine Bedingungen. Vielleicht verlangt eS nicht mehr das Durchmarschrecht für die Rote Armee gegeil Deutschland im Kriegsfall. Aber Polen wird die Uebersliegung seines Gebiets durch russische Flugzeuge nicht ebenso glatt ablehnen können und auch schtverlich überzeugende Gründe gegen die Duldung eines Vorbei- m a r s ch s durch seine Nachbarländer finden. Besteht doch die Hoffnung, dah durch die Aufrichtung eines solchen Sicherheitssystem ein wirklicher Wafsenkonflilt noch am besten vermieden werden lönnie. An der Seite des Dritten Reiches würde das polnische Land wahrscheinlich wieder lute im Weltkrieg Kampfschauplatz werden. General Rydz-Smigly wird versuchen, die französische Freundschaft wiederzugewinnen, ohne die deutsche ganz preiszugeben. Aber auf die Dauer kann höchstens eine Grohmacht mit reichen Hilfsmitteln eine solche unentschiedene Haltung behaupten, und selbst das ist zweifelhaft. Das tvirtschastlich hilfsbedürftige, geographisch offen gelegene Polen wird früher, als seine führenden Militärpolitiker das wünschen, Farbe bekennen müssen.> Von groher, vielleicht von entscheidender Bedeutung für die weitere Haltung Polens zu Europa einerseits, zum Hitlerreich andererseits, werden aber die innerpolitischen Ereignisse sein, die mehr und mehr ins Rollen kommen und die ihrerseits durch die labile Auhenpolitik zu einer Schivächung der Oberstenfront führen. Der kommende Samstag wird eine ernste Kraftprobe fiir das Regime darstellen. Nicht weniger alszwei- hundert grohe Bauernkundgebung e n lverden an diesem Tage in Polen stattfinden. Die Sozialisten, werden sich in Massen und offiziell an diesen Bauerndemonstra- Asst ihr firtjw MnMnmimi Blums Reformwerk Schneljp Arbeit der Regierung und der Kammer Paris..Die Kammer genehmigte mit.einigen Aeyderungen in fünfter:Lesung,-den-. Regier rungsgesetzentwurf über die Einrichtung d?S Staatlichen Getreide-Institutes mit 386 gegen 187 Stimmen. Die Deputiertenkammer genehmigte ferner den Gesetzentwurf zur Organisierung der Kredithilfe für die verschuldeten Klein-Industriellen, die Gewerbetreibenden und Landwirte. Der Senat nahm den Gesetzesantrag aas Erweiterung der staatlich garantierten Ausfuhrkredite in der Höhe von ein bis zwei Milliarden Franken an.' Das Amtsblatt veröffentlicht den Text des Gesetzes über die Verlängerung des obligatorischen Schulbesuches bis zum vollendeten 14. Lebensjahr. AOHSTOFFEINFUHN ■(M M*M« X«) Zu Mitgliedern des Verwaltungsrates der Bank von Frankreich wurden u. a. der Generälsekretär des Allgemeinen Arbeitsverbandes (CGll) Jouhaux, das Mitglied des Verwaltungs- rates der.nationalen.Föderation der. Konsnm.- genosscnschaftlii Gqussel und der Vizepräsident deS ständigen'Ausschusses, der' Vorsitzenden dir Landwirtschaftskammern Dueäult ernannt, keine Rückgabe der Kolonien ' Johannesburg.(Reuter.) Verteidigungsminister Pirow erklärte in einer politischen Versammlung, Südafrika und die britische Regierung können unter keinen Umständen an die Rückerstattung TanganyikaS oder’ Südostafrikas an Deutschland denken. Er fügte hinzu, die Diplomatie, miiste zur Befriedigung der kolonialen Aspirationen.Deutschlands andere Mittel als die Rückerstattung der erivähnten Kolonien ausfindig machen. Der Mexikaner Felipe Rivera Von Sack London Er ging mächtig drauflos und schlug sämtliche lolale.Größen. Schien Geld zu brauchen und gewann auch eine ganze Menge, wenn man es seiner Kleidung auch nicht ansehen kann. Ein merkwürdiger Mensch! Niemand weiß, was er treibt. Niemand weiß, wo er seine Zeit verbringt. Mitten in der Arbeit läuft er plötzlich weg und verschwindet für den Rest deS TägeS. Manchmal bleibt er wochenlang weg. Aber man kann sagen, tvos man will, er hört nicht darauf. Ein Vermögen wartet auf den Mann, der ihn richtig zurechtstützt, aber er will sich nichts sagen lasten. Achten Sie.mal daraus, wie er auf das Geld aus ist, wenn Sie die Bedingungen mit ihm abmachest." So weit war die Unterhaltung gediehen, als Danny Ward eintrat. Jetzt war es eine ganze Gesellschaft. Sein Maimger und fein Trainer waren mit ihm gekommen und überströmend liebenswürdig, gutherzig und gewinnend, wie er war, brachte er einen frischen Hauch mit herein. Danny begrüßte alle, hatte für jeden einen Scherz, eine witzige Antwort, ein Lächeln oder ein Lachen. Das war nun einmal seine Art und Weise, aber sie war nicht ganz-echt. Er war ein guter Schauspieler, und er hatte entdeckt, daß Liebenswürdigkeit nicht zu verachten ist, wenn man in dieser Welt weiterkommen will. Aber auf' dem Grunde seiner Seele war er ein nüchterner, kaltblütiger Raufbruder und Geschäftsmann. Alles andere war Maske, Wer ihn kannte oder Geschäfte mit ihm gemacht hatte, sagte, daß Danny sich nichts vormachen ließe, wenn es darauf ankäme. Er war unweigerlich bei allen geschäftlichen Unterredungen dabei, und manche behaupteten, daß sein Manager nur ein Strohmann wäre, besten Aufgabe es sei, als Sprachrohr zu dienen:•., Rivera war ganz anders. In seinen Adern floß das Blut von Indianern und von Spaniern. Er faß stumm und unbeweglich in eiiier Ecke jm Hintergrund, und nur seine Augen glitten von Gesicht zu Gesicht und beobachteten alles. „Das ist also das Jüngelchen", sagte Danny und ließ seinen Blick abschätzend über seinen künftigen Gegner schweifen.„Wie geht'S Alterchen?" Riveras Augen funkelten boshaft, aber er rührte sich nicht. Er konnte keinen Gringo leiden, aber diesen GriNgo haßte er so unmittelbar, wie es selbst bei ihm ungewöhnlich war. „Mein Gottl" protestierte Danny lustig, an Kelly gewandt.„Sie wollen mich doch nicht mit einem Taubstummen kämpfen lasten." Als das Gelächter sich gelegt hatte, machte er einen neuen Ausfall.«Mit Los Angeles muh es schlecht stehen, wenn daS das Beste ist, was ihr aufzuweisen habt. Aus was für einem Kindergarten habt ihr'ihn aufgelesen?" „Er ist ein braver kleiner Junge, Danny, verlaß dich, drauf", sagte Roberts.„Nicht so leicht mit ihm fertig zu werden', wie e» aussieht." ,„Und das Haus ist. schon halb ausverkauft", sagte Kelly eindringlich.„Du wirst eS mit ihm. versuchen müssen, Danny. Wir können nicht mehr tun," Danny warf abermals einen nachlässigen und'nicht gerade-schmeichelhaften Blick auf Rivera und seufzte, „Ich muß ein bißchen vorsichtig mit ihm umgehen, glaube ich. Wenn er nur nicht ganz kaputt dabei geht." Roberts lachte layt.,■ „Du mußt dich in, acht nehmen", warnte Dannys Manager.„Man kann bei so'Netn Neuling nie wissen» was er auf der Pfanne hat."'- f „Oh, ich werde mich schon in'achtnxhmen",: lächelte Dänny.„Ich werde mich feiner gleich tich-. tig annehmen: daß das liebe Publikum was dävost hat. Was meinst du, zu fünfzehn Runden, Kelly -— und ich will ihn schon tummeln." „Das genügt",.lautete die Antwort.„Du mußt es nur ein bißchen realistisch machen." „Also dann wollen wir daS Geschäftliche besprechen." Danny hielt inne und rechnete nach. „Selbstverständlich fünfundsechzig Prozent wie gegen Carthey. Aber andere Verteilung. Achtzig Prozent für mich— so wtrd'S in Ordnung sein." Und: zu seinem Manager gewandt:„Jst'S recht so?" ' Der nickte. „Sie da, haben Sie verstanden?" fragte Kelly Rivera. Rivera schüttelte den Kopf. „Also die Sache äst so", erklärte Kelly.„Die .Kampfbörse beträgt fünfundsechSzig Prozent von der Bruttoeinnahme. Sie sind ein Neuling und ganz unbekanni. Sie und Danny teilen, zwanzig Prozent kriegen Sie und. achtzig Danny. DaS Ist doch gerecht, nicht wahr,. Roberts?" „Das genügt", lautete die Antwort.„Du müßt eS", räumte Roberts ein.„Sie haben ja noch leinen Namen, wissen Sie.". .,„Mevtel.kolnmen bei fünfundsechzig Prozent von der EiUnähme heraus?" fragte Rivera. „Na, vielleicht, fünftausend» vielleicht sogar acht". Warf Danny ein.„So ungefähr wohl,. Ihr Anteil wird etwa tausend blssechzehähundert betragen... Ganz nette Bezahlung für eint Tracht Prügel von einem. Mann wie ich. Was meinen Sie oäzu?" Riveras Antwort ließ die andern nach Lstft schnappen. '„Der Sieger bekommt alles", sagte eh entschieden. Es tvuvde totenstill,. „Das ist ja,/wie wenn man'einem Kind einen Bonbon wegnehmen wollte", erklärte Pstst» nys. Manager.- j j';;, . Danny schüttelte den Kopf.»,Ich bin zst, lange beim Bau", meinte er,„Ich will weder Gewerkschaften beraten Uber Hllfelelshing Paris. In Paris tagte Donnerstag' eiste europäische Konferenz, auf deren Programm sich daß Studium der Mittel, wie der Spanischen'Republik geholfen wtrden könne, befand. All. der Konferenz'nahm der- Vorsitzende der französischen GewerkschnftSorganisatiouon Jouhaux und andere führende Mitglieder der französischen Gewerkschaften teil. Für die H. Internationale beteiligte sich an der Konferenz dercil Vorsitzender deBrouckire Und mehrere hervorragende Mitglieder der französischen sozialistischen, sind kommunistischen Partei sowie Mitglieder der Volksfront und der Liga für Menschenrechte. Den Vorsitz der Konferenz führte Leon Jouhaux» der in seiner Eröffnungsansprache auf die.Gefahren»erwies, welche ekn Sieg der spanischen Faschisten für Frankreich In sich schließt, und die dringende Notwendigkeit betonte, praktische Mittel zu finden, um der gesetzlichen Regierung Spaniens zu Hilfe zu kommen., Paris.„Popnlaire" meldet heute, daß die Sammlungen unter der französischen Arbeiterschaft„Hilfe für daS spanische Volk" bisher 816.000 Franken ergeben haben. Die Sammel» ausweiS deö„PeUPle"(Brüssel 11. August) meldet fr. 316.367.85 für Belgien. Lebensmittel nach Spanien Paris.(HavaS.)„Le Popnlaire" meldet,. daß Lastautomobile mit Lebensmittel» aus Paris mich Spanien abgegangen sind, Um dje Vorräte im Regierungölager abzulieferst. Barlin»zitiert weiter Berlin.(TNB) Amtlich wird mitgeteilt: Die Pressemeldungen über den' Abschluß der deutsch-österreichischen Verhandlungen in Berlin sind in der Oeffentlichkeit vielfach dahin mißverstanden worden, daß die vereinbarte Aufhebung der Reisesperre nach Oesterreich bereits wirlsqm sei. Demgegenüber wird amtlich darauf hingewiesen, daß der Zeitpunkt der Aushebung- der Reisesperre noch besonders bekanntgegeben wird. Bis zu diesem Zeitpunkt gelten die bisherige» Bestimmungen weiter.' Verbündete Budapest. Der Sekretär des ungarisch-deutschen Bildungsvereines in Ungarn, Franz Roth, tvurde vom Raaber Gerichtshöfe wegen Herabsetzung der ungarischen Ration zu sechs Monaten Kerker verurteilt. Nach dem-Wortlaute; der Anklage hatte Roth In seinen Vorträgen die Unterdrückung der deutschen Minderheiten in- Ungarn kritisiert und gegen den Unterricht der Kinder deutscher Nationalität in ungarischer Sprache, protestiert,-»..»,» ,g:f. - Kottewitz. Auf Anordnung des"schlesischen Wojwoden ist dem schlesischen Malteserorden,-der seinen Sitz in Breslau hat, jede weiters Tätigkeit im Gebiete der Wojtvodschaft untersagt worden. 22?.0Ü0 Arbeitslose In Oesterreich' Nach der letzten Arbeitslosenstafipik betrug die Erwerbslosenzahl in O e st e r r e i ch Anfang August 221.000, von denen rund die Hälfte,-dl 4. 109.000, auf Wien entfielen.- Ministerpräsident Dr. Milan Hodjä ist anfangs dieser Woche nach Prag zurückgekehrt und! hat die Leitung seines Amtes übernommen, —*r— i.in/''' r ei den Schiedsrichter noch die Anwesenden irgendwie verdächtigen. Ich will nicht von Buchmachern sprechen und von-gewissen Dingen, die hin und wieder vorkommen. Aber ich dyrs wohl sagen, daß, es ist ein schlechtes Geschäft für eine» Boxer Ivie ich ist. Ich weiß, daß ich siege,'Daran ist- gah. kein Zweifel: Aber ich kann mir den Arm bte'chen, nicht wahr? Oder irgendein Taugenichts läßt mich in Wagenschmiere ausgleiten?" Er schutielte feierlich-den Kopf.„Ob ich gewinne'oder'verliere—-ich kriege achtzig Prozent.' Wie steht'8» Mexikaner?" - Rivera schüttelte den Kopf. Danny explodierte. Jetzt wurde es. ihm" zuviel.,.' 1” „Was, du dreckiger kleiner Schmutzfink!' Ich hätte Lust! dir gleich jetzt den Hintern zu verhauen." ,'4'--- Roberts legte sich astf seine' langsame, zö-- gernde Art dazwischen, uch' Feindseligkeiten'zss. verhindern. „Der'Sieger bekommt alle-",.wiederholte.. Rivera mürrisch. „Warum willst du das durchaus?" frqgfe, Däirny...•'■ z•-•’.-"' „Ich kann-dich schlagen", lautete die offen-, herzige Antwort.- Danny sprang auf ynd machte Miene,,den- Rock äbzuwerfen. Aber das war, wie sein Mang« gtr Wußte, nur Bluff und Pose, Der Rock kam-, sticht herunter» und Danny ließ sich vön-den ast-' der» beruhige». Alle sympathisiertest mit ihist. Rivera stand allein da. ^Sehest Sie mal, Sie kleiner Narr", mischte sich jtht Kelly hinein.„Sie sind.nichts, Wir wis- Sen, was Sie in de» letzten Monaten getrieben oben— Sie haben einige lleine Poxer besiegt. Aber Dastny ist Klaffe, Menst-man ihn das nächste.. Mal nach dieseist Kampf,-wieder ,indetyMtig- steht, geht es um.'die.Dislsterschaft. Aber Sie.sind: ganz unbekannt. Außerhalb von Los Angeles bat. noch nie jemastd etwas von Ihnen gebärt.!''-: (Fortsetzung folgt) r Freitag, 14. August 1938 Nr. 189 «eite 3 tfudetendeutsdier Zeitspieget Expertenkommission für Investitionen Sondersektionen für Notstandsgebiete Bei der volkswirtschaftlichen Sektion dcS Präsidiums des Muiistcrratcs wird geniäst den ani 11. Juli d. I. erteilte» internen Nichtlinicn des Vorsitzenden der Regierung ein Berat» ngsko in itee errichtet, dessen Aufgabe eS ist, Wirtschaftssachverstiindigen als Vertreter verschiedener Staatsgebiete Gelegenheit zu geben, bei Jnvcstitionsarbeiten sowie bei Arbeite», die aus dem Ertrage der Staatsvcrteidi- gungSau leihe finanziert werde», auch die regionalen I n t e r r s s e n, soweit sie mit den gesamtstaatliche» Interessen im Einklang stehen, zur Geltung bringe» zu könne». Die Mitglieder dcö Bcrntiittgskomitees wird der Ministcr- vräsidcnt unter Berücksichtigung der Vorschläge der Landespriisidcntcn ernennen. In der Körperschaft wird wahrscheinlich das Land Böhmen durch ungefähr zehn Vertreter, daS Land Mähren-Schlesien und die Slowakei durch wahrscheinlich je fünf und Rarpathoruhland durch drei' Vertreter repräsentiert sein. Für einige Staatsgebiete, die von der Wirt- schaftS-, insbesondere von der Jiidustrickrisc ganz aussergewöhnlich heinigesucht wurden, wie Nord-, West- und Südböhme» und auch einige Gebiete in Nordmähren und in der Slowakei und eventuell für einige weitere Staatsgebiete werden im Nahmen des Beratungskomitees Sondersektionen errichtet, welche sich durch Kooptierung nm lveitere Fachleute als Experten ergänzen kömicn. Das Be< ratungßkomitee wird feine Tätigkeit unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten im September beginne». Generalreferent des Komitees wird der Direktor der volkswirtschaftlichen Sektion des Präsidiums des Ministerrates, M. Bitterman, sei». jüngere Altersgruppen— gröüere Arbeitslosigkeit Eine interessante Statistik der Buchdrucker In der letzten Nummer des„Gutenberg" befindet sich eine sehr bemerlensiverte Aufstellung über die AltcrSgruppiernng der arbeitslosen Buchdrucker. Aus ihr geht hervor, dass die jüngeren Altersklassen in weitaus höherem Maße von der Arbeitslosigkeit betroffen sind als die älteren Berufskollegen. ES handelt sich um Angaben des Zentralvereins Thpografiekä bcseda in Böhnic». Bon der Gewerkschaft unterstützt und bei der Prager Stellenvermittlung als arbeitslos gemeldet sind nach Altersgruppen: 18 bi» S0 Jahre... 1VN 21 bis 80 Jahre... 1214 81 bis 40 Jahre... 821 41 bi» 60 Jahre......_ 142 öl bi» 00 Jahre... 74 61 bi» 60 Jahre... 12 Bon diesen 1902 Arbeitslosen stehen nicht weniger als 1199 im Alter von 18 bis zu 28 Jahren, also mehr als 60 Prozent I' „Gutenberg" bemerkt hiezu u. a.: „ES wäre angezeigt, dass sich auch jene Nn- ternehmcr nicht nur mit der Zukunft dieser Arbeitslosen, sondern auch mit der Zukunft des ganzen Gewerbes sehr ernstlid> befassen würden, die auch bei diesem Stande auf unserem Arbeitsmarkte als Hauptsorgc haben, wie es mit der eingeschränkten Lehrlingsskala und mit den übrigen Tarifbestimmungen sein lvird, wenn für sie nicht plötzlich der ersehnte Augenblick kommt, wo sie wieder die Lehrlingsanzahl vergröbern können, und wenn sie ohne Rücksicht darauf, dah sie damit die Anzahl der Arbeitslosen neuerlich erhöhen werden, die Ausgelernten aus die Strahe setzen könnten. Die jüngsten dieser Jahrgänge zeigen nur deshalb eine geringere Zahl, weil vom 1. Jänner 1986 wenigstens teilweise die Möglichkeit eingeschränkt war, junge Arbeitskräfte durch neue Lehrlinge zu ersehen." Arbeiterfeste Der Arbeiter-Turn-- und Sportverband ruft zum großen Atns-Bundesschwimmfest inTcplitz- Schönau am 16. und 16. August. „Festtage der Arbeit" werden am 16. und 16. August die Arbeiter und Arbeiterinnen in großer Zahl, in Sternberg zusammcnführen. Auf der Kundgebung, die den Höhepunkt diese» großen, mäh-, rischen Arbeiterfeste» bilden wird, werden die Abgeordneten 8 i s ch k a und K ö g l e r und Senator Ca»ny sprechen. Gleichsall» am 16..und 16. August findet in Jägerndorf da» Gau-Sängcrfeft der Arbeitersänger statt. Die Festrede wird Bürgermeister Richter halten. ■ Die Weg stabiler deutschen und tschechischen Sozialdemokraten veranstalten am 28. August ein „Volksfest der Solidarität" auf der„Insel" in Weg- städtl. Bei der Kundgebung wird Genüsse Paul au» Prag sprechen. Die Aussiger Kinderfreunde feiern am 28. und 80. August den fünfzehnjährigen Bestand ihrer Organisation. Sie rufen zu festlichen Veranstaltungen nach Kamnitz, wo da» Gau- Kinderfreundeheim, da» die Angehörigen und Freunde der Organisation in freiwilliger Arbeit geschaffen haben, eröffnet werden wird. Vorenthaltenes Arbeitergeld Wir lesen im„Glück anfl": Im Bereiche der Revierbruderladc in Brüx schulden die Bergbauunternehmer an Beiträgen der Bruderlade bis Ende Mai 1936 Ki 1,055.492.70, wovon ans Beiträge für die Krankenversicherung XL 408.009.70, für. die Pcnsionsversicherung Kö 052.493.— entfallen. Im Bereich des Revier- bergamtcS Komotau schulden die Unternehmer an Krankenkassenbciträgcn Kö 46.100.85, an Pen- siönsvcrsichcrnngSbeiträgen X£ 90.502.85. Im Bereich des Rcvierbergamtes Brüx wurden ihrem Zwecke nickst zugeführt KrankenversicherungSüci» träge In der Höhe von XL 53.805.60, Pensionsbeiträge XL 65.083.50, wovon auf den einzigen Miladaschacht, deren Besitzer die unrühmlich bekannten Unternehmer llher und Muzikak sind, weit mehr als die Hälfte entfiel. Am meisten rückständig sind aber die Unternehmer mit den Beiträgen im Bereich des Revierbergamtes Tcplitz- Schönau. Die Summen betragen bei der Krankenversicherung XL 333.943.25, bei der Pensionsversicherung XL 487.816.65. Nicht weniger als 27 Bergwerke sind dort mit ihren Beiträgen im Rückstand. Die Beiträge für die Kranken- und Pensionsversicherung werden den Bergarbeitern abgezogen, die Unternehmer stecken sie in ihr- eigene Tasche und führen sie nicht ab. Die Bemühungen der Bruderlade», diese rückständigen Besträge^hercinzubekömmen,, waren bisher^ vcr- gebenöl'MF Borgehen der Unternehmer ist umsfi empörender, als sich darunter auch Besitzer von Gruben befinden, bic S t a a t s a u f t r ä g e haben. Auf der einen Seite zahlt der Staat den Unternehmern für die Kohlenlieferungcn, auf der anderen Seile aber führen die Bergbaubesitzec weder jene Versicherungsbeiträge ab, die sie selbst zu zahlen haben, noch aber jene Summen, ivelche sie von den Bergarbeitern einhebcn. Diesem unmöglichen Zustand wird ein Ende gesetzt werden müssen. Die Reichenberger Messe Für die Reichenberger Messe(16. bis 23. August) gibt sich, großes Interesse kund. Die allgemeine Messe wird wieder in sechzehn Warengruppen gegliedert sein. Heuer wird die Textilmesse durch eine„Gemeinschaftsausstellung des Bekleidungsgewerbes" ergänzt sein. Hier werden auch die neuesten Modeschöpfungcn gezeigt werden. Die technische Messe und die Radiomcsse sind heuer nugemcin reich beschickt. Der technischen Messe ist eine Sondcrschau„Licht— Kraft— Wärme" augeschlosseu, die die vielfältige Verwendung der Elcktr'' it veranschaulicht. Auch die Tschechoslowakisr.. lubukrcgie wird heuer ausstellen. Der Messe ist noch eine Sonderausstcllnng angcglicdcrt:„Der durchsichtige Mensch". Das Material ist vom Hygienemuseum beigcstellt.— Für den Mcsscbcsuch.gibt es auf unseren Bahnen für Inländer eine 88-, bcztv. 50prozentige Fahrpreisermäßigung. Verhaftung eines verdächtigen Reichsdeutschen. In Wcheditz bei Karlsbad wurde Donnerstag abends ein 25jähriger Reichsdeutscher verhaftet, der sich seitdem 7. d. M„ ohne angemeldet zn sein, und ohne einen Paß zu besitzen, in Fischern und Weheditz herumtrcibt und versucht hat, sich in verdächtiger Weise‘ an Sozialdemokraten und Kommunisten heranzumachen, die er auszuhören versuchte. Er gab sich dabei als Kommunist aus, man nimmt aber an, daß er ein Spitzel ist. Er wurde dem' Bezirksgericht Karlsbad ein- geliesert. Rücktritt des Leitnicritzer Bürgermeisters. In der Sitzung des Leitmeritzer Stadtrates vom 12. August gab der ernannte erste Bürgermeister der Stadt Leitmeritz seinen' Rücktritt bekannt. Bürgermeister B»g t wurde nach dem Tode des Bürgermeisters Fränz Kicpck von" der Prager Landesbchörde als dessen Nachfolger ernannt. Nach den Mitteilungen des Bürgermeisters Bogt erfolgte seine Resignation aus Gesundheitsrücksichten, doch dürfte nach in der Stadt kursierenden Gerüchten die Ursache der Resignation in einer Unstimmigkeit mit der Fraktion der Deutschen christlichsozialen Volkspartei liegen. Verfrühte Freude! Die Karlsbader„Bäderzeitung" gab Donnerstag abends ein Sondertelegramm aus, daS die Flucht der spanischen Regierung aus Madrid meldete. Obwohl selbst der Nazisunk die Meldung als Irrig bezeichnete, erregte sie unter den Karlsbader' Spießern, wie Ohrenzeugen aus den Gesprächen auf der Straße entnehmen konnten, freudige Sensation. ES ist bezeichnend,>vie sich die Reaktionäre bei Tschechen und Deutschen in der Begeisterung für den spanischen Faschismus einig sind! AuS M o r ch c n st c r n bei Gablonz kommt eine' traurige Botschaft: August Hecker, der dort im Kreise seiner Kinder seine Rnhejahre verlebte, ist am Dienstag nach langem, schwerem Leiden verstorben. Er hat ein Alter von 65 Jahren erreicht. In Hecker verliert die sndetcndcntsche Arbeiterbewegung einen ihrer Treuesten, einen der vielen, die sich gegen ungeheure Widerstände em- porgearbeitct haben zu den höchsten Aemtcrn, die die sozialistische Arbeiterbewegung zu vergeben hat. lind Hecker war ein Mann, der in den Funktionen, die er bekleidete, nicht nur feine Pflicht tat, sondern die ihm gestellten Aufgaben auch durch seine starke, gewinnende.Persönlichkeit und durch seine Lebensart verkörperte.— ES gibt kaum ein Gebiet der sozialistischen Arbeiterbewegung, auf dem Hecker nicht zu Hause gctvcsen wäre. Schon in den Anfängen der Partei- nnd Gewerkschaftsbewegung betätigte sich der junge Hecker eifrig als Funktionär. Bald wurde nicht nur ei» größerer Kreis von Genossen auf den begabten Mitkämpfer aufmerksam: auch die Untcruchmcr begannen sich für ihn zu intercssiercn. Von der Textilbranchc Hatto Hecker zu den Bauarbeitern gewechselt, bald aber wurde er auch hier gemaßregelt. Viele, viele Monate verbrachte er hungernd. Später kam Hecker wieder mit der Textil- arbeitcrbcwcgung in Kontakt: er bekleidete schon vor dem Kriege wichtige Acmicr im Landesverband der Textilarbeiter in Böhmen; nach dem Unisturz wurde er Beamter der Union der Textilarbeiter in Reichcnbcrg. Er betreute nacheinander die Gausekrctariate in Rumburg, Asch und Reichcnbcrg.— Im Jahre 1920 entsandte der Wahlkreis Landskron August Hecker in den Senat, dessen Mitglied er bis 1925 blieb. Während dieser Zeit schied er aiis den Dienste» der Union der Textilarbeiter und übernahm die Leitimg der Reichenberger Kreisgcwerkschastskommission. Dieser stand er bis zu seiner Pensionierung vor, die 1931 erfolgte. Heckers reiche Ersahrungcn,ans konummalpolitischem Gebiet botvirkten es, daß er während der ganzen Zeit, während der er der Reichenberger Stadtvertretung angehörte, in der Stadtvertretung und in der Fraktion großen Ein- Der Film-Betrieb Abteilung Garderobe Zu den wichtigsten Bestandteilen eines modernen Filmateliers gehört, neben der technische» Einrichtung, die natürlich das Wichtigste ist, auch eine umfangreiche, Bckleldungsrequisiten aller Arten und aller Zeiten umfassende Garderobe. Kommt es doch nicht selten vor, daß, namentlich bei der Herstellung von Kostüm- oder Militärsitmen, für Massenszenen Hunderte von Betleidungsgegcnsiän- den benötigt, werden. Während man in solchen Fällen im allgemeinen große Kostümleihanstalten heranzieht, verfügen die großen amerikanischen Filmateliers über eigene Garderobe-AuSstattungs- departcments, die in der Regel eine so gewaltige Menge an BelleidungSrcquisiten bergen, daß sich nur in besonderen Fällen eine momentane Ergänzung des Bestandes al» notwendig ertoeist. Das größte Lager an Bekleidungsrequisiten dürft« wohl das Garderobe-Departement der Pa- ramount-Atcliers In Hollywood besitzen, dessen Inhalt für Aufnahmen und Szenen jeder Art berechnet und ausreichend ist. Auf Grund eines kürzlich.aufgenymmencn Inventars befinden sich hier allein an Kleidungsstücken mehr als 22.000 Stück, die in in langen Reihen stehenden schränken untcrgebracht sind. Hierzu sind etwa 800 Stück Beiwerk, wie Fächer, Handtaschen, Schleier, Spazierstöcke ustv. vorhanden. Der Juwelenfonds umfaßt ungefähr45y0^Gezenstände./ ■ In Schrankräumen mit großen Glaswänden befinden sich, nach Art und Stil geordnet, mehr als 10.000 elegante Toiletten. Viel? derselben waren von Stars dcrParamount ge! ragen worden und werden jetzt'ist,' gelegentlichen' Szenen Von Chargenspielern benutzt. Dje Darstellerinnen tragender Nollen legen ein solches Kleid niemals ein zlveites Mal an. Die auffallendsten und gediegensten dieser Toiletten sind gesondert ausbewahrt und mit den Namen ihrer erstmaligen Trägerinnen versehen. In langen Reihen findet mau hier Kostüme von Pola Negri, Bebe Daniels, Florence Vidor, Esther Ralston und viele» anderen berühmten Siars.. Auf breiten Gestellen lagern 2100 Paar Schuhe, 125 Pqtzr Stiefel und 100 Paar Hausschuhe und Pantoffeln. Diese Fußbekleidungsgegenstände stammen ebenfalls der Hauptsache nach von Stars und werden nun je nach der Art der Szenen von Chargendarstellern wieder.benutzt. Die Zahl von 2539 Hüt^n jeder Art und Fasson bietet die Möglichkeit zu weitestgehender Auswahl von Kopfbedeckungen, Außer der gewaltige» Zahl von Kleidnugs- stücken'fehlen auch nicht 1540 Unterkleider, ferner gibt es die raffinierteste Luxusuntorwäsche, Negligees und Morgenröcke, in-denen-später'aus der Leinwand die Stars ihre Reize zur Schau stellen. , Film und Disposition Auf einem laiigen: breiten, beschriebenen Blatt, auf Pappe aufgeklebt, stehen Zahlen von 1 bis 576 und noch mehr. Namen stehen darauf, vekn Greta Garbo oder Gary Cooper«»gefangen bis zum'Darsteller der kleinsten Nebenrolle. Jed- Dckoratiou, jedes Kostüm, jeder auszunehmende Komplex.ist verzeichnet. Datum, Wochentage, und viele Kreuz- und Querstriche.' DaS alles mutet den Lqien wie ein schlecht gestelltes Horoskop an..In Wirklichkeit aber ist es ein richtiger Schlacht- und Dispvsiilonsplau für einen Groß-, Klein-,oder Mittelfilm. Del Außenstehende sieht bei der Premiere die Handlung, vernimmt, wer Regie führte, wer für die Bauten verantwortlich war und wer an der Bild- und Tonkamera mitwirkte. Er sieht nicht die große Arbeit, die in einem Film steckt. Der Film benötigt eine Vorarbeit, die. ans Monat« berechnet werden muß, Schon die Besetzung bringt die ersten. Probleme, Produktionsleiter und Regisseur fahren nach verschiedenen Städten, besuchen Theater, Revuen, Studios. Künstler tvcrdcn geprüft, ob sic sich für die Rollen eignen, die der Autor geformt hat. Wenn ja, erkundigt man sich, ob der Darsteller auch frei ist, ob er im Theater Probe hat, wann-er abends spielen muß. Endlich ist die richtige Besetzung'hinter Dach ,unb; Fach. Nun zieht man. hie Architekten, Zeichner, Kunstbeiräte, Schneider ü.a. hinzu. Immer netze Ideen werden gebraucht. Kein Film soll dem vorangegangcnen nachempfunden werncu. Neues muß gebracht werden, der Film! bedingt, daß jede. Nuance neu ist. Was im Theater Tradition, wird, ist,im Hilm nicht zu verwerten. Maskenbildner müssen neue, für die einzelnen Nollen passende Masken schaffen. Biele Hände arbeiten neue Perücken und Bärte. Requisiteure bemühen sich um Kleinigkeiten, HiljS- nrchitcktcn um Möbel und Gaxteyschmuck.,' .. Der Aufnahmeleiter, Muß alles übersehen, kontrollieren, disponieren, telephonieren.. Er fährt da.und darf mit dem Auto, hin, b.crichtetz schlichtet, enggssiert.— sagt zu undlab, bis endlich ein' dreh- reiser DlspositlönSplan aygefertigt werden', kann. Jeder-Produktionsleiter hat.im Atelier sein eige« ne?, Büro'und seine Sekretärin.-/••' Täglich werden die, Komplexe, die niit Darstellern fertig.aufgenommen- werden,' auf dein DisposttionSplan gestrichen. Von diesem Plan gibt eS jNtehbere Ausfertigungen.- Einer hängt, beim ProduktionSdircktor, ein anderer beim Produktionsleiter usw., und so wird es allen interessierten Instanzen ermöglicht, jeder Minute den Fortschritt des Films Nr. 700 oder 800 zu kontrollieren, Täglicher Bericht über den Verlauf der Aufnahmen geht an die Chefs und Leitungen. Oft werden auch die Pläne umgcstoßen. In Theaterprogrammen steht ja auch meistens„Acndcrung Vorbehalten".' Abends, nach den Aufnahmen,^beginnt für den Ausnahmelcitcr wieder das Telephonieren. Darsteller, die am nächsten Tag zu tun haben, werden bestellt, Ort und Zeit augesctzt. Friseure werden instruiert, Bauten besprochen, Requisirenre zur Beschaffung von Sachen beordert, Arbeiter für Licht und Bühne soivie Tonmaunschaft bestellt. Dann folgt Rcgiebesprechung. Wünsche des Regisseurs werden entgogengenommen. Die Aussprache mit dem Produktionsleiter bestimmt'bic einznwcn- dcnden Möglichkeiten dieser Wünsche. Verschiedene Dispositionen werden neu getroffen,— die Autos zutn Abholen der einzelnen Persöulichleiie»! werden verteilt. '' In der Vorführung bespricht der Regisseur mit seinem Stab und Cutter die ersten Rohschnitte an dem Film. Die Darsteller schminken sich ab und fuhren nach Hause. Der Aufnahmeleiter schickt seine Hilfe in verschiedene, von Schauspielern'besuchtd Lokale, um Typen für chen Nächsten Tag hu engagieren. Er selbst diktiert'der Atelier- Sekretärin'die Berichte und Dispositionen für den nächsten Tag. Als letzter fährt er nach der Filmbörse,' um,im Bedarfsfall Komparsen zu engagieren.' So geht es oft Monate lang, bis eine Premiere alle. Arbeit lohnt— oder eine kühle Auf- nayiye eine Pleite zeitigt... M. P. Seit« 4 Freitag, 14. August 1986 Nr. 18» König Eduard VIII. In'Jugoslawien- Im Vordergrund der König, Hinten die Jacht, mit der sich Eduard VIII. nach Korfu begibt. Man hat die„Erholungsreise" auch mit politischen Motiven in Zusammenhang gebracht. flitfi hatte. Als an die Partei im Lahre 1923 die Frage herynträt, wen sie mit dem verantwortungsvollen Amte eines VizebÜrgernieistcrs in Roichenberg betreuen soll, war cS selbstverständlich, daß Hecker ausersehcn wurde. Er übte diese Funktion bis 1932 aus, dann ging er in Pension und übersiedelte nach MÜrchenstern zu. seinen Kindern. Ahcr auch hier arbeitete Hecker in der Arbeiterbewegung mit. Der ncugegründete Allgemeine Konsumverein zählte ihn zu seinen eifrigsten und gewissenhaftesten Funktionären. Den größten Teil seines arbeitsreichen Lebens verbrachte August Hecker in Nordböhmen: Erst in seiner Gcburtsstadt Schönlindc, dann in Rmnburg und Reichenberg. Aber er ivar weit über Nhrdböhmen hinaus bekannt und wurde wegen seines geraden.'aufrichtigen Wesens und seiner unbeugsamen Treue zur Sache der Arbeiterbewegung geliebt. Mit der Familie des Genossen Hecker trauert darum die gesamte Partei- und GcwerkschaftSbelpegNng um den tapferen Kämpfer und guten Menschen. Schrrckensteln für di« Arbeitslosen. Der Stadtrat von Schreckenstein beschloß, anläßlich der Brückenweihe an alle Arbeitslosen, dje in der letzten Konsignation enthalten sind, außerordentliche Unterstützungen auszuzahlen. Verheiratete ohne Kinder erhalten 49 KL, Verheiratete mit zwei Ksndern 89 KL und mit mehr Kindern 69 KL. Ledige, die einen selbständigen Haushalt führen, bekommen 89 KL und die übrigen ledigen Arbeitslosen 29 KL. Aehnliche außerordentliche Unterstützungen hat die Staptgelneindo Heuer bereits anläßlich der Enthüllung des Masaryk- Denlmals und zur Feier der Stadterhehuug au-gczahlt. Mit dem Kind« in den Tod gegangen. Wie uns aus Kaaden berichtet wird, hat sich auf der Effenbähnstrccke Konwtau—Deutsch-Kralup die 27jährige Hausgehilfin Anna Voiil aus Deutsch- Kralup zusammen mit ihrem siebenjährigen Töchiexchen Marie vor die Lokomotive eines Zuges geworfen. Die Räder des Trains töteten die Unglückliche und das-Kind. ' Steigende Bedeutung der Bücherei der Deutschen für di« deutschen Gemeinden.' Die Leitung der Bücherei der Deutschen beschloß, die Beziehungen zu den' deutschen Gcmeindcbüchcreien der Republik weiterhin planmäßig auSzubauen und so diesen gegenüber eine Zentrale des Schrifttums zu bilden, das die Gemeindebüchereien nicht selbst anschasfen können. Dia Studienbibliothek der Bücherei umfaßt derzeit rund 189.990 Bände und 1299 laufende Zeitschriften, und steht mit nahezu allen wissenschaftlichen Büchereien des Kontigentr im Leihverkehr, so daß sie ihren Mitgliedern gegen Ersatz der tatsäch- lichcn Postspesen jedes gewünschte Buch vermitteln kgnn. Im innerstaatlichen Leihverkehr wurden von der Bücherei im abgelausendn Jahre nicht weniger ' aiS 88.999 Postsendungen erledigt, davon 7999 nach a'Schlesien, 899 in die Slowakei und 69 nach Karpa- thörußland. Von den Städten steht Ttoppau mit 860 Sendungen an der Spitze. Regelung der Behandlung armer Kranker In öffentlichen Krankenhäusern. Die Landesbehörde in Brünn hat den ihr unterstehenden Anstalten neue Weisungen über die Behandlung armer Kranker in öffentlichen Krankenhäusern erteilt. Die allgemeinen öffentlichen Krankenhäuser werden beauftragt, von jene» Kranken, die sich zur unentgeltlichen Spitalspflege anMelden, bzw. von deren verantwortlichen Vertretern ab 1. Oktober d, I. angefangen die vorgeschriebene Armenanweisung zu« Behandlung zu verlangen. Von der sofortigen Vorlage der Anweisung kann abgesehen werddn bei Kranken, denen erste Hilfe gewährt lvird; bei Kranken, bei denen sich lebensgefährliche oder eine schwere Gesundheitsstörung anzeigende Symptome(Bewußtlosigkeit, Krämpfe, Blutungen u. ä.) eingestellt haben, und bei Kranken, die eines unaufschiebbaren operativen Eingriffs bedürfen. In solchen miausschiebbaren Fällen ist von der Vorlage einer ArmenanweisuNg abzusehen, doch ist sie nachträglich von der Aufenthaltsgemeinde des Kranken anzusordcrn.(DND) In Kttriei Wien. Tas Wiener Sicherheitskommissartat verlautbart di« weitere Auflösung von zwölf Vereinen in Wien, deren Tätigkeit im Feber 1984 eingestellt tvurdc. Unter ihnen befinden sich auch die Arbelterturnvereiste im 14. Wiener Bezirk und in Stadlau. Außerdem wurden weitere zehn Sport- und Kulturvereine aufgelöst, welche bis zum Monat« Feber als Teile der sozialdemokratischen! Partei fungierten^ Moskau. Der Leiter der Arbeiterpartei in England, Masop A 111 e e, ist auf einer Touristenreise durch die Sowjetunion in Moskau eingetroffen. Duisburg.(AP.) Hier begann der dritte Prozeß gegen Sozialdemokraten wegen Hochverrats. Im ersten Prozeß standen 66, im zweiten 80 Sozialdemokraten vor Gericht. Jetzt werden sich weiter« 61 zu verantworten haben. Kairo. In Tamanhur kam er zwischen Anhängern der wafdistischen Jugend, die sich„Blauhemden" nennen, und shren Gegnern aus der nationalistischen Organisation der„Grünhemden" zu einer Schlägerei; bei der eine Pcrspn geiöet und viele Personen schwer verletzt wurden. Mexiko. DI« Regierung ordnet« di« Schließung aller Zentren der„Goldhimden" an und gestattet nicht deren Wiedereröffnung. Der Führer der Organisation der Goldhemden General Nicolas Rodriguez wurde aus Mexiko auSgelviesen. Neudeutsche Schmach Für die Dauer der Olympiade wurden im Dritten Reich zwar die offenen Judcnverfolgun- gen eingestellt— aus Propagandagründen, man will jenen Fremden, die nun einmal in dem unnordischen Vorurteil befangen sind, daß kein Mensch feiner Rasse, Religion oder Weltanschauung wegen verfolgt werden soll, nicht als so bar- barisch erscheinen, wie man ist—, aber die Ju- dcnhatz im kleinen, abseits der Stadt der-Olympischen Spiele, ging weiter, ebenso wie der Kampf gegen den doch längst schon ausgerotte- tcn Marxismus.' Und gar derStreicheri Dor dachte nicht daran, etwa seinen„S t ü r. m e r" während der Olympiadenicht erscheinen zu. fassen!' Man hat dieses, g g inei nst e- BlattderWelt zwar nicht den Olympiadegästen aufgedrängt, aber cs doch auch während der Festwochen verkauft. Und da konnten nun Ausländer, die das Dritte Reich auch von anderer Seite als der für ein paar Wocheil von den verachteten Westlern geborgte» Zivilisation kennen lernen wollten, die mit seiner Seele, seiner Wesenheit vertraut werden' wollten und deshalb auch zu seiner wesentlichsten Literatur grisfen, folgendes Bild mit dazugehörigem Text finden: BölkerbundStragödie Im Völkerbund ist koschreS Blut gefloffen Ein Jud hat gestenhalber sich erschossen/ - Er tat damit der Welt nach außen kund Erschossen ist der Völkerbund Es dürste unter den Olympiadegästen picht wenige gegeben haben, für die. der Völkerbünd- g e d a n k e, der große Gedanke der Völkerverständigung und der überstaatlichen Zusammenfassung de» Nationen zu einer höheren Gemein- fchaft, keineswegs tot ist und die-allein schon die hämische Freude über die Lähmung des Völkerbundes durch den Faschismus anwidern mußte. Und wie erst mußte es auf sse wirken, wie muß es auf alle anständigen Menschen wirken, daß eine der tiefsten Tragödien unserer Zeit, der Freitod des jüdischen Emigranten Stefan Lux, Anlaß zu der ekelhaften Karikatur und der dumm-ordinären Glossierung bot. Stefan Lux wollte durch seinen Freitod die Welt aufmerksam machen auf die vom Nazismus drohenden Gefahren. Er wollte das Gewissen der Welt anrufen. Daß das Echo seines Schusses so gering war, daß es so rasch verhaNe, das zeugt nur wider das Gewissen der Welt und läßt die Tat des Stefan Lux in um so tragischerem Lichte erscheinen. Der„Nationalsozialismus" spricht den Ju- den jeglichen Idealismus ab, jede Fähigkeit, sich für eine'Idee aufzuopsern. So hat es zum Beispiel der tapfer nach Deutschland und zu hohen Würden emporemigrierte Rudolf Jung in sei- nein Buch behauptet. Nun, Stefan Lux hat sich f ü r e i n e I d e e geopfert, er hat sein Leben aus reinstem Idealismus hin- gegeben. Das kann man freilich von national- sozialistischen Kämpfern nicht sagen, daß sie das eigene Leben in die Schanze schlagen. Sie haben immer nur-aus-dein Hinterhalt das Leben-anderer meuchlings zerstört. Das gilt in dieser Zeit nicht etwa nur der „Verwirrung der Gefühle", sondern der Verrohung des Denkens und dcsZerstörenS aller Sittlichkeit als große Ehre, als ncudeutsche Ehre. DaS Dritte-Reich hat den Mördern RathonauS Denkmäler gesetzt. Aber was im heutigen Deutschland als heldische Tat gilt, wird dort, wo es noch reines, sauberes Dcnkcy gibt, wo cS doch.- noch so etwaS^ wie Menschlichkeit gibt, als die größte Schmach angesehen, die dem deutschen Volke durch seine Ver- geivaltigung angetan werden konnte. Daß die heroische Tat des Stefan Lux A n laß zu b r u t a l c r W i tz e l e i werden konnte, auch das wird eingetragen werden auf den Blättern neudeutschcr Schmach, die allein gettlgt werden kann durch die Beseitigung dos nationalsozialistischen Regimes durch das zur Selbstbesinnung gelangte Volk. »Der Untergang von Prag", der bekannte und viel erörterte, auch von uns in einem Feuilleton gewürdigte Roman von Fowler- Wright, ist von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Die tschechische Uebersetzung ist schon vor vielen Monaten erschienen und viel gekauft worden und auch die deutsche Ausgabe fand viel Interesse. Warum der Roman jetzt beschlagnahmt wurde, nachdem er so lange ungefährlich war, ist unergründlich. Vielleicht hat der Gesandte Hitlers protestiert. Der Roman schildert, selbswerständlich in sehr utopischer' Weise, einen Zukunftskricg, der— wie alle Kriege seit dem Weltkrieg— mit einem Uebirfall ohne Kriegserklärung beginnt,. Aut» vom■ Schnellzug erfasst. Unweit von der Eksenbahnstätion Hirt bei Micheldorf in,Kärnten wurde beim Ueberqueren der Strecke däs Personenauto des Geschäftsmannes Kranettor aus St. Andrä vom Schnellzug erfaßt und vollständig zertrümmert. Der Geschäftsmann und seine Mitreisenden,-deren Identität,- noch- nicht' sichergestellt wurde, wurden auf der Stelle getötet, DaS Unglück soll der Automobilist verschuldet haben. Auf der Donau bei Linz schlug'ein Kahn, in dem sich der 21jährige Ernst Mauracher und die 29jährige Margarete Hessenberger befanden, um. Beide Insassen versanken; ihre^Letchen konnten bisher nicht geborgen,werdest'.' Pferdedroschken verboten. Die Strenge der englischen BerkchrSvorschriften gegenüber den Schnellfahrern ist bekannt. Jetzt aber ist«Ine'neue Verordnung erlaßen worden, wonach da- Langsamfah- ren in der Londoner City verboten wird,- Der Verkehr ist in dieser Beziehung nach einer Mindestgeschwindigkeit geregelt, die nur von AutoS erreicht werden kann, und richtet sich vor allen Dingen gegen die verkehristörenden Pferdefuhrwerk«, di« damit äuS dem Weichbild der City verschwinden. Schkangeugistserum in Touristenpackung. DaS vom staatlichen Gesundheitsinstitut hergestellte Serum gegen Schlangengift wird nun auch in Touristenpackungen abgegeben. Die Packung enthält in«iner Injektionsspritze 10 Kpbikzcniimeter des Serums, das eine vierjährige Haltbarkeit besitzt und noch einige Stunden nach dem Schlangenbiß. unfehlbar wirkt, Bisher wurden 8090 Gemeinden, in deren Umgebung Kreuzottern Vorkommen,- mit solchen JnjekttonS- spritzrn auSgestattet. Phototelegraphie. Die Phototelegraphie, das ist die telegraphische Bildübertragung, ist am stärksten in England und Frankreich verbreitet. In Frankreich bestehen neun öffentliche Stationen für Phototelegraphie, die jährlich beinahe 2000 Bilder übertragen: außerdem besitzen zehn Zeitschriften zehr stabile und auch übertragbare private Phototelegraphen. In England besieht eine öffentlich« Station für Phototelegraphie, die jährlich durchschnittlich 1900 Phototelegramme befördert und 21 stablle Privatstationen für Phototelegraphie bei verschiedenen Zeitschriften, die allerdings auch übertragbare Apparate besitzen. In Deutschland übermitteln fünf öffentliche phototelegraphische Stattonen jährlich rund 899! BÜder.— Bei uns wurde die erste öffentliche phototelegraphische Station in Prag, Jindkiöskä ul., Hauptpostamt, errichtet, die feit der Eröffnung am 1. August d. I. bis 19. d. M. bereits eine Reche von Bildern aus Deutschland, England urid Frankreich empfangen hat. Die Gebühr für ein Phototelegramm beträgt: Nach England 889.89 KL(bis 129 Ouadratzentimeter) und 462.69 KL(für Bilder über 120 Ouadratzenttmeier); nach Deutschland 160.79 KL(bis 129 Ouadratzenttmeier) oder 187.89 KL(über 129 Ouadratzenttmeier); nach Paris beträgt die Gebühr pro Ouadratzenttmeier 2.89 KL; die Mindestgebühr für ein Bild 289 KL. Gegenwärtig wird mit Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Norwegen, Oesterreich, Polen, Schweden und dem Vatikan wegen der telegraphischen Bildübertragung im Verkehr mit diesen Ländern verhandelt. (Vom Post- und Telegraphenministerium.) Zahlen über die Erwerbung der Staatsbürgerschaft in der ESN.— Prehburg: 6.00 Morgengymnastik/Konzert, 18:46 russische Zigeunerliedet, 22:85 Tanzmusik.— Kaschau: 6.00 Morgengymnastik,' Konzert, 18:00 Uebertragung für Karpathorußland, 18.80 Schallplatten, 21.05 populäres Konzert.— M. Ostrau: 6.00 Morgengymnastik, Konzert, 12.09 Nachrichten,. Mittagskonzert, 19.85 Volkslieder, 21.05 Populäre- Konzert, Nr. 189 Freitag, 14. August 1936 Leite 5 : Ein Sdilff wird aufgegeben Die Hoffnung, die an der englischen Küste auf«in Riff gelaufene finnisch« Bark„Herzo- giy Eecilie" wieder flottzünistchen, mühte nun endgültig aufgegeben werden, da ein neuer "Stürm dem Schiff schlveren Schäden zugefügt hat. Die Besatzung, die bisher noch an Bord war, kann nur über eine gefährliche Geilbrücke das Schiff verlassen. Mo-kau und die Klassiker.(AP.) Die Moskauer„P r a w d a" übt iü einem Leitartikel schärfste Kritik an der bisherigen Form der Schul« Unterrichts in russischer Literatur. Die Lehrbücher seien oberflächlich und züm Teil fehlerhaft, die IlnterrichtSmetbode schlecht. Bon den großen russischen Dichtern früherer Epochen erfahre der Schüler viel zu wenig. Der Unterricht kranke an der„öden Klassenkainpfschablone", die bei der Beurteilung großer Dichtungen angelvendet werde. Dichter wie Puschkin und Gogol würden z. B. in der Literaturgeschichte in erster Linie nach ihrer Abstammung behandelt, und da sie der Adelskaste angehörten, so würden ihre sämtlichen Werke als geistige Erzeugnisse der ehemaligen Herrenklassi beurteilt. Ein solcher Unterricht müsse geradezu als ein Skandal bezeichnet werden. Anschließend bringt das Platt zahlreiche Zuschriften aus dem Leserkreise, die sich ebenfalls Über„vulgäre Klassenkampfmethoden" beim Unterrkcht in der Literaturgeschichte beklagen. Deutsche Juden, die aus Spanien zurückkehrten und sich durch deutsche Kriegsschiffe „retten* liehen, wurden bei Ihrer Ankunft in Deutschland sofort verhaftet und insKonzen- trationslager gebracht. Da» tögltche Blutbad. Bor dem Gerichtshof Im Haag hatte sich eint junge hübsche Frau von 80 Jahren zu verteidigen, deren Beruf er war, die Menschheit von Gicht und Rheumatismus zu heilen. Ihre Kunst bestand darin, den Kranken einen Trank einzuflößen, den sie für unfehlbar erklärte, der aber unglücklicherweise dennoch den Tod zweier Menschen herbeiführte. Ein Apotheker als Sachverständiger untersuchte dar„Heilmittel" und stellte fest, daß er zum größten Teil au» nichts weiter bestand al» au» Blut, und zwar aus reinem Menschenblut. Die Angeklagte erklärte daraufhin, daß dieses Blut au» ihrem eigenen Körper stamme. Um ihr Heilmittel zu fabriziere», entziehe sie sich jeden Tag ungefähr einen halbe» Liter. Ta e» undenkbar erscheint, daß ein Mensch sich täglich so viel Blut abzapfen kann, ohne daran zugrunde zu gehen, wurde die Angeklagte zunächst einmal zu den Experten der medizinischen Fakultät der Haager Universität geschickt, die die Behauptungen nachprüfen sollen. Versuche am Menschen. Jin Sing-Sing-Ge- fängni» befindet sich seit vielen Jahren der Häftling Charles Erickson, heute ein Atann von 80 Jahren, der wegen schwerer Raubtaten zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wurde. Erickson hat sich jetzt bereit erklärt, sich einem der berühmtesten Tuberkuloseforscher der. Vereinigten Staaten, dem Professor Corpoer zur Verfügung zu stellen, per eine Reihe von neuen Giften ausprobteren will. Die bisherigen Bersuche waren nicht befriedigend, aber e» hatte sich bisher noch kein Mensch gefunden, der bereit gewesen wäre, sein Leben zu wagen, um den Arzt bei seinen Forschungen zu unterstützen. Erickson, dey man, fragte, war sofort einverstanden, joenn man ihm unabhängig davon, wie die.Expert».. mente auSficlen,' die endgültige Freiheit Wiedergabe. Die» wurde Ihm zugesägt, und Erickson fuhr dieser Tage als freier Mann ins Laboratorium de» Arztes. . Der Bürgerkrieg bringt eS an den Tag. Bor etwa 25 Jahren wurde vor dem Madrider Schwurgericht der Kaufmann Gonietz zum Tode' verurteilt, tveil er beschuldigt war, den Goldschatz einer Kirche in einem Borort von Madrid ausgeraubt zu haben. Die Hinrichtung wurde durchgeführt, obwohl der Berurteilte dauernd seine. Unschuld beteuerte. In den ersten Tagen des Bürgerkrieges wurde die Kirche erstürmt und alles Gut beschlagnahmt. Bei der Durchsicht des Archivs der Kirche stieß man auf eine Alte, in der, ein Mann Namens GostzaleS dem Priester mitteilte, daß er und nicht etwa der zuin Tode verurteilte Gomez den Raub ausgeführt habe. Er müsse sein Gewissen entlasten, aber die Kirche solle ihn nicht tierraten. Es konnte bisher nicht fcstgestellt werden, ob Gonzales noch am Leben ist. Schlagfertige Antworten , Beim Verlassen einer wenig anregenden Gesellschaft wurde Alexander Duma» gefragt, ob er sich nicht gelangweilt habe. „Ich hätte mich bestimmt gelangweilt"., antwortete der Schriftsteller,„wenn nicht wenigstens ich dort gewesen wäret", * Eine Dapie suchte dem berühmten Maler Whistler zu schmeicheln, indem sie ihm sagte, sie habe kürzlich eine Landschaft bewundert, weil sie solche Aehnlichkeit mit einem von Whistler» Bildern ausweise. „Jai ja, verehrtest«", entgegnete Whistler mit dem ernsthaftesten Besicht der Welt,„die Natur macht mit der Zeit Fortschritte." Der Multimillionär Andrew Carnegie wollte für seine Sammlung ein Autogramm de» berühmten Naturforscher» Ernst Haeckel und beauftragte, einen amerikanischen Studenten, der sich, nach Jena begab, ihm ein solche» zu"beschaffen. Einige Zeit später traf da», Autogramm ein. ES lautiie:",', „Ernst Haeckel bestätigt dankend, von Andrew Carnegie für däSBiologisch«"Institut der Universität Jena'ein Mikroskop, gespendet erhalten, zu haben.", Carnegie nahm sich den Wink zu Herzen und erfüllte hie in so" origineller Weise ausgesprochene Bitte"des Gelehrten. Präsident Tqft wurde, investier, Wahlversammlung Unausgesetzt", purch^Zwischenrufe seiner Parteifeinde gestört, iUÜd!)fchließlich flog gär,"Yon. der Galerie ein Kohlkopf herab und dem Redner vor die Fuße._ ''»Ich sehe", sagte Taft. ruhig,«einer meiner Gegner hat den Kopf verlorenI" Geheimvertrag über Rio de Oro? Dl» militärische Bedeutung Spanlsch-Weetafrlkas Tanger. Das Angebot dos Generals Franco, Spanisch-Marplko als Entschädigung für finanzielle und militärische Unterstützung an eine fremde Macht abzutreten, ist eintvandfrei bestätigt worden und hat, nicht nur in Spanien selbst •— bis in die Rechtskreise hinein— scharfe Verurteilungen gefunden, sondern auch außerhalb Spaniens— vor altem bei den übrigen Mittel-, nieerinächten— begreifliche Beunruhigung her- vorgerüsen. Glaubwürdige Informationen behaupten jedoch darüber hinaus das Bestehen einer ganz ähnlichen Klausel in dein Anleihevertrag, der» ztvischen der spanischen Rabellruregierung und einer nördlicheren Macht abgeschlossen worden ist, lvobci beiderseits die Unterhandlungen von Nichtdiplomaten— einem Offizier a. D. und dem nicht ganz unbekannten spanischen Finanzmann Juan March— geführt wurden. Nur handelte, es sich hierbei nicht uni Spanisch-Marokko, sondern nm die Abtretung von R i o d e O r o oder zmnindest einer FlottcnbasiS in dieser in Europa nur wenig bekaunteii und beachteten westafrika- nischen Besitzung der spanischen Republik. Um diese Nachricht zu verstehen, muß mair tvissen, daß die Spanier selbst dieser Kolonie nie. besonderen Wert beigeniessen haben. Rio de Oro ist bereits seit dem Jahre 1400 spanischer Besitz. Ter damalige König der Kanarischen Inseln, Manuel de Herrera ertoarü es durch einen Kaufvertrag und errichtete sogar eine befestigte Niederlassung, Santa Ctnz de Akar Pcqucna. Aber diese Stadt ist längst verschollen; ihre Ruinen liegen irgciidwo unter dem einigen Sahara-Sand, Und die Spanier haben sich später überhaupt nicht um die Kolonie gekümmert, weil dort nichts zu holen war. Im Jahre 1880 Ivollte der Sultan von Marokko, Mulah Hassan, Rio de Oro einfach annektieren,.mit der Begründung, daß die Spanier„diirch Nichtgebrauch ihre Rechte verwirkt" hätten. Aber Spanien protestierte und drohte mit Krieg; die„Kolonialgesellschaft für Spanisch- Afrika" wurde gegründet, 1884 die Festung Billa Cisncros gebaut, am Cap Jubn eine Handelsniederlassung gegründet, und 1818 bauten die Spanier das einsame Küstendorf La Aguera zur Residenz des„Gouverneurs der Sahara" aus, mit einer Garnison von einer Kanon«, vier Maschinengewehren und 84 Mann. Nach wie vor beschränkt sich aber der spanische Einfluß auf einen tvenigc Kilometer breiten Streifen Küstenland. Die im Innern von R>o de Oro lebenden, völlig unabhängigen Bergvölker der Regueibat, Ouled Delim und Tekna, unterwarfen sich im Jahre 1912 dem franzosenfemdlichen marokkanischen Gegensulta» El Hiba, der daraufhin die bisherigen Häuptlinge"zu seinen Gouverneuren ernannte. Während des Krieges schloß dann Deutschland mit El Hiba ein Gehcimbündnis, und Mitte Oktober 1916 brachte das deutsche U-Boot „U 20" den früher nie in Fez stationierten Konsul Pröbstler, den türkischen Hauptmann Hairi Bey, eine Anzahl sprachkundiger Militärinstruk- teure und eine Meng« Gewehre und Munition von Helgoland nach Affalra in Rio de Oro. Da vor Assakra aber französische Schiffe kreuzten, landete inan an der Draa-Mündung und gelangte von dort auf dem Landwege zu El Hiba. Dieser war aber sehr unzufrieden, denn er hatte mehr. Gewehre erwartet und erklärte außerdem, er werde erst losschlagen, sobald er auch Geschütze bekäme. Das U-Boot führ infolgedessen unverrichteter Dinge wieder zurück, die Kanonen wurden nicht geliefert, El Hiba schlug nicht los, und auch aus der gleichfalls angestrebten deutschen Flottcnbasis an der Küste von Rio de Oro wurde nichts. Kurz darauf starb El Hiba, und ihm folgte sein Sohn Mercbbi Rcbbo, Merebbi Rebbü herrschte aber nur in Süd- Marokko, nicht in Rio de Oro. An Bord des„ll 20" hatte sich nämlich ein Offizier des deutschen Geheimdienstes befunden, der in der Schiffsliste als„Maat Wilhelm David" stand, in Wirklichkeit aber Ulanonoffizicr war und Erich von Sassen hieß. Dieser Sassen, ein geborener Bayer, blieb bei El Hiba, bildete seine Truppen aus, trat später zuin Islam Uber, nahm den Namen„El Hadi Alenian" an, heiratete El HibaS Tochter und ist inzwischen der berühmte blaue Sultan geworden, der unmnschränlte Herrscher von Mauretanien, bei dem sein vor den Fränzoscn geflüchteter Schwager Merebbi Rebbo Anfang 1984 ein schützendes Asyl fand. Anfang April 1984 folgte dann die mystc- riöse A r k s i S- A k s a- A f fä re. In Zürich wurde eine ArksiS-Aksa-Companh gegründet, in deren Aussichtsrat außer dem schon aus der Män- nesmann-Affäre bekannten Geheimagenten Achmed Schäfer und Zwei Vertrauensleuten der deutschen Großindustriellen Thyssen und Röchling als im Vorjahre auf. Di« güt« Beschickung der kommenden technischen Messe hat züm Teil auch seine Ursache darin)! daß anläßlich der".letzten Prager Frühjahrsmesse die Aussteller mit zahlreicher AiiSlandskuiidschäft in"Verbindung kommen.konnten. Inder Gesamt« summe betrug die heurige Ausfuhr an Maschinen, Apparaten etc. 102.2(i. B. 95.3)" Millionen Kronen gegen nur 74.3 im ersten Halbjahr 1934 und 54.7 Millionen Kronen 1933. IN bezug auf das Inland war die letzte technische Messe noch nicht wesentlich besser, als die früheren, obzwar eine gewisse Belebung im Vergleich zu 1935 festgestellt werden konnte. Heuer rechnen die Aussteller, daß durch dengünstigenAus- gäng derStaatsverteidigungs- a n l e i h e eine größere Bereitschaft zu Neuanschaffungen bestehen wird. fluslanrt Das englisch-russische Abkommen.(AP.) In diesen Tagen der außenpolitischen Beunruhigung kommt dem englisch-russischen Abkommen, das in der Fülle anderer Ereignisse fast uiilec- getaucht ist, eine erhöhte Bedeutung zu. Was besagt es? 1. Ist die USSR prinzipiell dem Lpn- doncr Flottcnpakt vom 26. März beigc- treten, der u. a. eine Mindestgröße für Schlachtschiffe von 85.000 Tonnen und für Kreuzer von 8000 Tonnen, Bestimmungen über die Stärke der Ariilleric, über die U-Boote und schließlich die Oefsentlichkeit der Flotten-Neubautcn vorsah. Die beiden russischen Vorbehalte, daß der Beitritt erst als wirlsam betrachtet werde, wenn dgS Deutsche Reich ebenfalls den Pakt unterzeichne (den gleichen Vorbehalt mackste auch das Reich in bezug ailf die USER), und daß die Fernöst- flotte in Wladiwostok wegen der durch Japan ge-, schasfencn Lage nicht oinbezosten werden dürfe, wurden anerlannt. Nunmehr sollen auch Dänemark und Polen in den Pakt einbezogen werden, Für das Reich ist durch den Hinzutritt der USSR eine neue Situation geschaffen, und Mit dem Beitritt Italiens wird nach dem Fortfall der Sanktionen sowie der Mittelmeerabkommen gerechnet. Lediglich von Japan liegt, wie bekannt, eine definitive Absage vor. 2. Hat die englische Regierung gleichzeitig der Sowjctregicrung einen fünfjährigen Handelskredit von zehn Millionen Pfund Sterling zu 5.5 Prozent cingcräuint. Heute steht England bereits an erster Stelle der "Towsetbilanz, sowohl was den Import, al» auch den Export anbelangt. Der Zinssatz ist besonders niedrig, freilich beklagt man in Moskau die Kurzfristigkeit des Kredites. Duxch die Haltung Japans, Deutschlands und Italiens wird England an die Seite der Friedensfront gedrängt. Das wirkt sich nicht nur in der oben geschilderten ciig- lisch-russischcn Annäherung aus, sondern auch in dem Verhältnis zn Spanien. So unerwünscht England der spanische Linlslurs«ein mag, päß Verhältnis zu Italien, das nach vorübergehender Entspannung durch die Italienische Intervention eine neue Trübung erfährt und fast einen Paräl- lelfall zur abessinischen Frage schafft, die Notwendigkeit, Gibraltar zu schützen, die für England so dringlich ist wie für Frankreich die Sicherung des Seeweges vom Mutterland nach Nordafrika, all das bringt England an die Seite Frankreichs und stellt«s zwangsläufig in eine» Gegensatz zu den Diktaturstaaten. Gegen die Einheitsfront. Das Blatt" der Labour Party,„Daily Herald", warnt eindringlich vor dem von den Kommunisten vorgeschla» neuen Bündnis der KP mit der Laboür Pqrtß. DaS Blatt sagt:„Die große Mehrheit der Bevölkerung Großbritanniens hegtstiefeS Mißtrauen zur Kommunistische» Partei, Wir tzerlieren" für gewonnene hundert Stimmen nach diesem Bündnis mit den KomniUnisten tausende alter Stimmen. Durch die Aufnahme der Kommunisten würden wir uns eine unvermeidliche Niederlage bereiten. Gegen die Bevorzugung Deutschlands. Gegen die von der B e l g r a d e r R e g i e r u n g einge- führte Einfuhrkontrolle, die praktisch darauf hinausläuft, zugunsten anderer Länder die Einfuhr aus Deutschland zu begünstigen, haben bisher 800 englische Firmen Protest erhoben. Man erwartet auch eine Intervention der englischen Regieryssg, der sich auch die belgische und andere Regierungen «»schließen werden. Mussolini rüstet. Nach wie vor arbeiten hie italienischen Rüstungsbetriebe mit Hochdruck. In den Flugzeugfabriken wird in drei Schichten gearbeitet. Angesichts der Gärung in Teilen der Arbeiterschaft appelliert das Regime an die faschistischen Arbeiter," die im Falle"von Unruhen die Fabriken besetzen Und gegen ihre Kollegen verteidigen sollen. Sette 6 „Sozialdemokrat" Freitaa, I'4‘. Äugust 1036. Nr. 189 Magazine In Brand Donnerstag nach 17 Uhr brach aus bisher noch unbclannter Ursache im Lagerhaus der Bürgerlichen Borschutzlasse in Prag-Karoliuenthal, PobkcZni tk. 4, wo Waren verschiedener Firmen eingelagert sind, ein Brand aus. Zur Bekämpsung des Brandes trafen die Prager Feuerwehren ein, die nach groben Bemühungen die benachbarten Objekte schützten und den Brand lokalisierten. Das Magazin ist vollständig ausgebrannt. Der Schaden, der sehr beträchtlich sei» wird, konnte noch nicht genau festgestellt werden. Für die Ordnung und Sicherheit sorgte an der Brandstelle Jublläums-Feler der„Unie“ Die„Unie Zeleziiiintch Zamistnnucü", die Eisenbahnergewerkschaft unserer tschechischen Genossen, begeht in' der Zeit vom 14. bis 16. August in Prag die Feier ihres 40jährigen Bestehens. Im Rahme» dieser Feier finden eine Reihe bedeutsamer Bcranstaltungen statt. Am Freitag, den 14. August, wird int Pavillon der Stadt Prag, Meffegclände, eine A u S st e l l u n g eräffnet. Am Samstag, den 15..August, findet um 0 Uhr vormittags auf der Slawischen Insel eine F e st v e r s a m m l n n g statt, in dcrem Mittelpunkt eine Ehrung der Gründer und alten Mitglieder der Organisation steht. Am Abend deS gleiche» TageS ist, ebenfalls auf der Slawischen Insel, eine künstlerische Beranstaltung. Den Höhepunkt der Feier» bildet am Sonntag ein D e m o n st r a t i o n s z u g durch die Stadt Prag, dessen Teilnehmer um 0 Uhr vorni. in der Fochstraste Aufstellung nehmen. Wir fordern unsere Genossinnen und Genoffen auf, an den Veranstaltungen der„Unie", insbesondere am Demonstrationszug, teilzunehmen. Die Bezirksleitung Prag der DSAP. Phönix-Verhaftete gegen Kaution entlassen Dem Gesuch der im Verlaufe der Phönix- Untersuchung verhafteten Direktoren um Haftentlassung wurde von der Berufungsinstanz, dem Prager Obergericht, entsprochen,, nachdem. die Ratskammer des Preisgerichtes in. erster Instanz abschlägig entschieden hatte. Dem Direktor A n- d r e s und dem Rechtsanwalt Dr. Eisner wurden Kautionen von je einer halben Million Kronen vorgeschrieben, Direktor Käfkä muß 860.000 und Dr'. M l) ä i k 250.000 Kronen erlegen. Entlasten werden auch Direktor K äl l'i- scher und Dr. A u t e n g r u b e r, deren.Kaution jedoch bisher nicht bestimmt wurde. eine Bereitschaft der Sicherheitswach«. Die Entstehung der Brandes wird untersucht. Dar Feuer dauerte abends noch an. Der Brand verursachte eine starke Ansammlung des Publikums. Der Brand und der Andrang der Publikums nahm schlietzlich solche Dimensionen an, daß Militär zur Absperrung herangezogen werden mubte. Der Materialschaden— es sind vor allem Papier, Chemikalien, Fett ete.— soll an 60 Millionen Xi betragen, aber durch Bersicherung gedeckt sein. Neue Straßenbahnlinien. Auf dem Bauprogramm der Prager Straßenbahn steht jetzt vor allem die neue Linie von der Endstation der 16er- Linie in Prag XII zum Zijkovcr Rangicrbahn- hof und vom Marktplatz in Kosike nach Motol. DaS Eisenbahmninisterium hat die Bewilligung bereits erteilt. Nachtangriff auf Prag. Im Stadtrat wurde ein Antrag auf Durchführung einer nächtlichen Flugabwehrübung eingebracht, welche die in einzelnen Stadtteilen schon durchgeführten Versuche auf das ganze Gebiet von Prag erstrecken soll. Es kann angenommen werden, daß der erwähnte Antrag verwirklicht werden wird. Nächtliche Razzia. In der Nacht auf gestern nahm die Polizei eine der üblichen großen Streifen vor, wobei 120 Personen angehalten wurden. Ein Teil der Verhafteten wurde bereits seit einiger Zeit wegen verschiedener Delikt« gesucht. 21.000 Kronen veruntreut. Die Firma Br. Zikmund erstattete gegen ihren Lagerhalter Jaroslav Malh die Strafanzeige wegen. Unterschlagung. Malt), welcher die Denzinausgabe an Chauffeure zu besorgen hatte, fälschte die hiebei verwendeten Blocks, verkaufte das Benzin und behielt das Bargeld, rund 21.000 Xi, für sich. Zufall assistiert der Polizei Merkwürdiges.Ende einer verwegenen ' Einbrecherbande' Prag,(rb.) Gestern berichteten wir Wer den Fall eines Dilettanten-Einbrechers, der durch die eigene Dummschlauheit in die Hände der Polizei geriet. Tags darauf verhandelte der Strafsenat Beck eigen Prozeß gegen eine Bande ausgepichter Professional-Einbrecher, die durch einen sonderbaren Zufall dem Zugriff der Justiz ausgeliefert wurden. Rudolf Fertig, der sich als„Vertreter" ausgibt, KarlPäsek, ein ehemaliger Kellner und VS« blaue Mauritius Von Wilhelm Weldin Der junge Mann trat in den Laden und sagte:„Ich habe eine blaue Mauritius zu verkaufen. Was zahlen Sie dafür?" ' Der Briefmarkcnhändler ließ seinen Zwicker fallen, starrte den jungen Mann entgeistert an, setzte den Zwicker wieder aus und fragte: „Sie meinen die blane Mauritius, die drei- bis viertausend Pfund notiert?"| „Die blaue Mauritius, die drei- bis viertausend Pfund notiert." Bemerkenswert.. sagte der Briefmar- kenhändler und nestelte nervös an einem Knops seines Sakkos.„Wollen Sie, bitte, einen Augen-1 blick Platz nehmen?" Der Briefmarkenhändler kritzelte ein paar Worte auf einen Block, riß das Blatt ab und gab .es wortlos seinem Angestellten. Der Angestellte las den Text, sah den Zettel einige Sekunde^ lang mit offenem Mund an und verfchwand. „Also, wenn ich jetzt bitten darf...", wandte sich der Briefmarkenhändler wieder an den wartenden Kunden. Der junge Mann wickelte vorsichtig eine Marke von ctlvaS verblaßter Farbe aus einem Stück Scidcnpapier und legte sie auf den Ladentisch. „Hier, bitte.,." Der Briefmarkcnhändler nahm die Marke, hielt sie gegen das Licht, betrachtete sie flüchtig I durch die Lupo und legte sie wieder auf den Ladentisch. „Sie wissen, daß die wenigen existierenden Exemplare dieser Marke sich in festem Besitz befinden", fragte er nebenhin. .„Diese eine ist im Begriffe ihren Besitzer zu wechseln." Der Briefmarkcnhändler betrachtete interessiert seine Fingerspitzen. „Sie wissen auch, daß neben diesen wenigen echten Exemplaren zehnmal so viele Fälschungen existieren?" „Nicht möglich I" Der Blick des Briefmarkenhändlers glitt von seinen Fingerspitzen verstohlen zu seiner Armbanduhr und wieder zurück zu den Fingerspitzen. „Oh, doch!", plauderte er weiter,„lind denken Sie Ivie merkwürdig, gerade in den letzten Wochen ist hier eine förmliche tteberschwemmung in falschen Mauritius cingetrete». Zufällig kenne ich einen Herrn vom Fälschungsdezornat der Kriminalpolizei... reizender Mensch, übrigens... und er hat mir gesagt, daß die Polizei alles dransetzt,- den Fälschern auf die Spur zu kommen..." „Da haben Sie ja heute Gelegenheit,.einen glänzenden Fang zu machen." Der Briefmarkcnhändler blinzelte eüvas nervös. „Wie meinen Sie das, bitte.■.?" „Ich mein?,'daß es für einen Briefmarkenhändler eine nie lvicdcrkchrende Gelegenheit ist, eine der wenigen lvirklich- echten Mauritius zu erstehen. Wenn man bedenkt." Die Ladentüre wurde in diesem Augenblick heftig aufgcriffen und zlvei Herren mit energischen Gcsichtszügen traten schnell ein. Der eine blieb bei der Tür stehen, der andere besetzte blitzartig den hinteren Ausgang des Ladens. „Sie haben unS durch ihren Angestellten telephonisch verständigen lassen, daß Sie den Fälscher der blauen Mauritius erwischt haben", sagte der Mann bei der Türe zu dem Briefmar- kcnhändlcr.„Wenn ich nicht irre, ist dieser junge Herr.", Der junge Mann Ivar aufgesprungen und fuhr auf den Briefmarkcnhändler los.„Ilnver- ischämtheit! Wer sind diese Leute?" „Mein Freund vom BriesmarkenfälschungS- dczernat und ein Kriminalbeamter", sagte der■ Briefmarkcnhändler kalt. Der junge Mann trat betroffen einen Schritt zurück und sah die beiden Neuankömmlinge ver-. bläfft an. „Also, das ist doch die größte Frechheit, die niir je vorgckommen ist", platzte er dann heraus. «Ich biete Ihnen die Chance Ihres Lebens, indem ich Ihnen eine blaue Mauritius zum Kauf anbiete, und Sie verdächtigen mich zum Dank in der unerhörtesten Weise und behaupten, daß' meine Mauritius falsch ist!" „Sie ist auch falsch", unterbrach ihn der Briefmarkenhändlec nüchtern. -„Paun haben Sie die Marke nicht genau untersucht." „Mein Lieber", sagte der Briefmarkenhändler überlegen,„das ist auch gar nicht notwendig. Kein Besitzer einer echten blauen Mauritius-geht in das nächste Briefmarkengeschäft, um sie so mir nichts, dir nichts zu verkaufen." „In ein schönes Geschäft bin ich da geraten!" Der Beamte dos FälschnngSdczernates fand es an der Zeit, energisch einzugreifen:„Keine Beleidigungen, bittet Wir werden den Sachverhalt sofort fcststellcn." Der Beamte nahm ein Mikroskop, eine Pinzette und einige Briefmarkenmuster aus einem kleinen Köfferchen und ließ sich die blaue Mauritius geben. Er legte die Marlo unter da? Mikroskop, drehte sie rechts, drehte sie links, sah noch einmal in das Mikroskop, hielt die Marke gegen das Licht, neben di« Muster, unter däs Mikroskop, Und sein Gesicht wurde sichtlich länger und länger. „Mein Herr", sagte er dann etwas verlegen.„Wir müssen sehr u>N Entschuldigung bit ten... aber nicht tvahr, Sie lverden verstehen ... mit einem Worte,'die Marke ist echt." „Ich verstehe", sagte der junge Mann, die Marke wieder an sich nehmend'und sich der Tür zuwendend.„Ich verstehe vollkommen. Ich bin in ein Geschäft gekommen, das seinen Kunden hinterlistig die Polizei auf den Hals hetzt. Ich bin Ihnen dankbar für diese Aufklärung, Herr Kommissar." Der Briefnmrkenhändler, der vollkommen benommen war, sand seine Sprache wieder. „Bleiben Siel" flehte er den jungen Mann händeringend an.„Gehen Sie nicht... halt! Ich biete Ihnen, dreitausend Pfund... dreitausendfünfhundert...."-- „Guten Tag"', sagte der junge Mann und knallte die Ladentür hinter sich zu. Der Brief- markenhändlcr sank halb ohnmächtig in den nächsten Stuhl.„Einmal wird einem eine blaue Mauritius angeboten, und das muß einem passieren....das... oh, ich Idiot!" Drei Tage später betrat der junge Mann wieder den Laden. „Sie.!" sprang der Briesmarkenhändler hinter dem Ladentisch hervor, als wollte er dem jungen Mann um den Hals fallen. „Ich habe mir die Sache überlegt", sagte der junge Mann freundlich, aber etwas herablassend. „Schließlich war Ihre Aufregung begreiflich, na ja... reden wir nicht.mehr darüber...." Der Briefmärkenhändler strahlt«. Er sprudelte nur so von Entschuldigungen über. „Sie sagten droitausendfünfhundert?" unterbrach ihn der junge Mann. „Dreitausendfünfhundert gegen Scheck.,, die Bank ist um die Ecke." „Sagen wir drcitauscndscchshundert." .„Gemacht." x « Lord Bcntworth, der Besitzer der viertgrößten Briefmarkensammlung der Welt, klopfte dein' Briesmarkenhändler wohlwollend auf die Schulter,. „Ich habe von Ihrem fabelhaften Kauf gehört... blaue Mauritius, Donnerwetter! So etwas bekommt man nicht alle Tage angcboten... apropos, ich hätt Interesse für'das-Stück: Ich be sitze zwar schon zwei Exemplare. der blauen Mauritius, aber der Amerikaner Lingley soll angeblich auch einer zweiten auf der Spur sein... mein Konkurrent, Sie wissen... und. ich möchte -den Weltrekord in blauen Mauritiuslhalten, verstehen Sie?" Der Briefmarkenhändler verstand.„Und was— hm— würde das Exemplar kosten?" fragte Lord Bcntworth.—„Fünftausend Psund." „Na, lassen Sie sehen:.." - Lord Bcntworth nahm die blaue Mauritius vorsichtig zwischen seine behandschuhten Finger, hielt sie gegen das Licht und legte sie lächelnd wieder auf den Ladentisch. „Es tut mir leid, Ihnen eine Enttäuschung bereiten zu müssen... aber die Marke ist falsch." „Waaaas? Mylord! Das ist doch nicht möglich..."- „Lieber Mann", sagte der Lord etwas herablassend.„Wenn man zwei blaue Mauritius besitzt, kennt man sich aus. Glauben Sie mir das." „Aber Bellcrby.'.." beschwor der Briefmarkcnhändler seinen Angestellten.„Sie haben doch seihst gesehen r^llder Fälschungssachverstän- dige der Kriminalpolizei hat doch die Marke für zcht befunden..." Der Angestellte war schneller im Bjlde als sein aufgeregter Chef.-„Lord Bentworth dürste recht-haben", sagte er erklärend.„Der Mann hat jedenfalls zwei blaue Mauritius gehabt.- Die erste — jene, die untersucht wurde— war echt; die zweite fälsch.". »-,■■ „... das Leben wird einem heute verdammt schwer gemacht", sagte der junge Äkann, der dem Briefmarkenhändler die blaue Mauritius verkauft hatte, auf der Terrasse des Cafi de la Paiz in Paris zu seinem Freund. „Wenn du heute einem kurzsichtigen stein- alien Sammler eine blaue Mauritius aus seiner Sammlung stiehlst, sie durch ejne falsche ersetzt und das. gestohlene Exemplar verkaufen willst, wird dir keitt Mensch glauben, daß es echt ist. Wenn du aber diesen gegebenen. Umstand richtig zu.nützen verstehst und zuerst, die echte änbietest, belefdigt tust,- wenn, mgn dir nicht gsaubt... und dann die falsche verkaufst, so kannst du aus einer FNtosich- verzwickten-. Lage- zehnfaches Kapital schlagen... das siehst du, nenne ich Methode. Kakteen mit„Äauveevuns" begossen, werden zauberhaft schön. 'Senden Sie uns Xi 6.60 in Briefmarken, wir liefern Ihnen dafür dm guten Blumenzauberdung, den besten Dunggutz für Ihre Blumen. Sie werden staunen, wie herrlich dann Ihre Blumen gedeihen. Verwaltung„Frauenwelt", Prag XU., Fache»« tk. 62; und durch alle Kolporteure erhältlich. Ulrich Zenker, ein Mann ohne klare Berufszuge- hörigkeit, sind sämtlich 86 Jahre alt und ihre Vorstrafen sind annähernd die gleichen. Sie sind alle zwischen sechs- und achtmal schwer vorbestraft, klebrigen- zählen sie zur Elite der Verbrecherwelt, nämlich zur Gilde der Kassenknacker, die mit einem gewöhnlichen Taschendieb oder Dachbodenmarder nichts zu tun haben will und gar auf- gemeine Schwindler und Betrüger mit Verachtung herabsieht. Diese Platte zeichnete sich durch besondere Verwegenheit selbst vor ihren engeren Berufskollegen aus. Sie verschmähte den üblichen Trick, sich in dem Hause, dem sie ihren unerwünschten Besuch zugedacht hatten, einsperren zu lassen. Nein— dieses Kleeblatt ging mutiger zu Werk. Mit Nachschlüsseln öffneten diese Kassenknacker die Türe eines Nachbarhauses und gelangten durch eine halsbrecherische Tour über Dachfirste und Lichthöfe, in welche sie sich an Seilen herabließen, an den Ort ihrer Tätigkeit. Auf diese Weise plünderten sie am 24. April die f e uerfesteKassa des Weinberger Großhändlers Riedl, wobei sie 84.800 Xi erbeuteten. Kurz nachher statteten sie der Kanzlei des ZiMover Notars P o n c einen Besuch ab, bei welchem sie gar zwei Kassenschränle erbrachen, wobei ihnen aber nur 2200 Xi in bar und Schmuck im Wert« von 1000 Xi in die Hände siel. Die Spezialdetekllv» hatten eine harte Nuß zu knacken. Jeder geschulte Einbrecher hat seine Technik, die dem geübten Polizisten den Täter verrät. Bei den erwähnten Einbrüchen abex zerbrachen sich die Kriminalfachleute zunächst vergeblich den Kopf, obwohl im Ofen der Kanzlei eine Eisenröhre aufgefunden wurde, auf welcher der Kopf des Brecheisens aufgesetzt wird— ein Zeichen, daß die Kassenknacker ihre» Besuch zu wiederholen gedachten. Schließlich kam der Polizei ein Zufall zu Hilfe. Auf einem Brachfeld an der ZiZkower Peripherie hatten die angeklagten Einbrecher ihr Werkzeug. vergraben, aber sehr oberflächlich und unvorsichtig. DaS Einbrccherwerkzeug wurde zufällig entdeckt und die Polizeiorgane stelltest fest,- daß mit eben jenem Werkzeug die beiden bis dahin unaufgeklärten Einbrüche verübt worden waren. Man vergrub die verfänglichen Instrumente wieder an der ursprünglichen Stelle, gleichzeitig aber legten sich einig« Defektive'in den Hinterhalt, um die Eigentümer der Werkzeuge festzunehmen, wenn sie kommen würden, tim ihr Handwerkszeug auszugraben. Der Plan'gelang und so gerieten Fertig, Pasck und Zenker in die Hände der Polizei: Sie waren so verblüfft, daß sie sofort gestanden. Die Polizei hatte sogar einen mehr als hundertprozentigen Erfolg zu buche», denn sie verhaftete ^wei weitere Leute, die sich in der Nähe des vergrabenen Diebswerkzeuges verdächtig herumtrieben und von den Polizisten unter Verdacht des Einverständnisses mit den Einbrechern festgenommen wurden. Die Verhandlung ergab indessen, daß sie in keinerlei Verbindung mit der Einbrecherbande standen, weshalb beide von der Mitschuld an den Einbrüchen freigesprochen wurden. Einer dieser beiden hatte aber im ersten Schrecken bei der Verhaftung einige andere Sünden gebeichtet, nämlich einig« kleinere Diebstähle, wegen' derer er zu z w e i M o» naten Arrest verurteilt Ipurde. Die geständigen Hauptangeklagten wurden schuldig erkannt und verurteilt, und zwar Rudolf Fertig und Karl Pasck zu je zwei Jahren schweren und vcrschiften Kerkers, ihr Komvlice Ulrich Zenker zu achtzehn Monaten. Sie nahmen die Straf« ohne Wimperzucken an. Gewerbliche Fortbildungsschule des Deutschen HandwerkörvoreincS in Prag. Der Unterricht wird am 2. September, um 4 Uhr nachmittag eröffnet. Die Einschreibungen erfolgen ab 15. August täglich 0 bis 1 und 3 bis 6 Uhr im Ver- eiUSsekretariat«, Prag II., Smecky 22. Schulgeld wird nicht eingehoben:^ Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 16. August: Zusammenkunft um 7 Uhr am Smichower Bahnhof.. Fahrt nach Dusniky. Wanderung Katschak- tat, Unhoöt. Führer: Schal. Fahrpreis. 10 Xi— Außerdem ist die Hütte diesmal schon ab Freitag abends geöffnet. Zwei Tage Wanderung von. der Hütte ab Samstag früh über Brdy-WaldkSmm nach Hokovice. Sonntag: Wetterwanderung über Zebrak,.' Toknik, Did nach Beräyn. Zusammenkunft am Freitag abends in der Hütt« im Brdh-Wald. Führer: Plotz. Bezugsbedingungen-: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch di. Post monatlich Xi 16.—, vierteljährig Xi 48.—, halbjährig Xi 06.—. ganzjähng Xi 182.—.—.Inserate werden laut. Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von-Manuskripten' ersahst- nur. bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Bost» und Teles graphendirektton mtt Erlaß Nr. l8.800/VIM88ü bewilligt,— Druckerei: ,Oi!bi»". Lruck-. Berlaa»> nud ZettungS-A.-G. Prag. Urania-Kino, Kllmentsltä 4. '. 1,- Fernsprecher 61628. Vergißmeinnicht CuflfWcl 1 mit Mead« Schudder.