16. Jahrgang Dienstag, 18. August 1936 Nr. 191 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova«. Telefon 59017, HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR i DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) Vom Bürgerkrieg zur Metzelei Marschau.(Tsch. P.-B.) Der 16. August stand in ganz Polen, im Zeichen-der Kundgebungen anläßlich des IS. Jahrestages des Sieges der polnischen Armee bei Warschau.-'_ Einen großen Umfang nahmen die Bau- ernlundgebungen in ganz Polen an, welche überall imposant und würdig verliefen. Lediglich, in der.Ortschaft Wierzchoslawice, dem Heimatort WitoS', kam es nach der Kundgebung der Bauern zu einem Zusammenstoß mit der Polizei: In Wierzchoslawice.nähmen'm der Kundgebung über 80.000 Personen teil. Nachdem der ehemalige Sejmmarschall Rätaj gesprochen hatte: kam eS zu einer kleineren Ausschreitung,- Nach einer- Information, seitens der Arrangeure der Manifestation handelt es sich-um eine Provokation der im.Gebäude des Polizeipostenkommandos stationierten Polizi* st e n. Diese gccheneipe:F.euerscch>eiab.Ein Bauer wurde getütet, sechs erlitten, schwere Verletzungen. Dem stellvertretenden Obmann der Bereinigten Volkspartei,.Rataj, gelang es, die wegen dieses blütigen ZwischenfällS sehr erregten Mässe« ist Schach zu halten und die Ruhe wieder herzustellen. Die BolkSkundgevungen fanden in über 200 Orten.-in ganz Bolen statt und nach Schätzungen sollen im ganzen gegen zwei Millionen B a u er n und Arbeiter an den Kund- gebungen teilgenommen haben. So z. B. beteiligten sich in JaroSlau 60.000, in Samisz 40.000,. in Rzeszow 30.000 Personen. Die Kundgebung gen-hatten überall-, einen ausgesprochen politischen Charakter. Di« Massen manifestierten,für die Amnestie Witos' und der-, anderen' Emigranten. In-den Resolutionen wird, ein neue demokratische Verfassung; und eiste, neue Wahl-' ordnung für den.Sejm und den Senat-sowie die Ausschreibung' von. Parlamentsneuwahlen auf demokratischer Grundlage-- gefordert. ZDie Vertreter der Behörden-hahen in dielen Ortschaften die Verlesung,.dieser Resolutionen verboten. In hem Dorfe Sluzewo.in der-Nähe von Warschau, wo an der-. Kundgebung., zirka 10t0s>ü Bauern teilgenommen; haben, formierte sich«in„Marsch nach Warschau", den aber die Polizei nicht zuließ.,. - Die militärisch« Lage in dem spanischen Bürgerkrieg, der nunmehr einen vollen Monat andauert, wird durch Erfolge beziehungsweise Niederlagen beider Kampfparte i e n an verschiedenen Fronten charakterisiert. Die Aufständischen haben zweifellos mit der Eroberung von Badajoz, dessen Besatzung sich heldenmütig bis zum letzten Blutstropfen.gewehrt hat und dessen Barrikaden mit Leichen bedeckt waren, als sie endlich in die Hände der Angreifer fielen, einen bedeutenden strategischen Erfolg erzielt. Sie errichten in der Estremadura ein Schreckensregiment, um längs der portugiesischen Grenze eine sichere Verbindung zwischen der Nord« und Südgruppe ihrer Armeen Herstellen zu können. Zwischen Sevilla und Burgos sollen tatsächlich bereits Autokolonnen verkehren. Diese Verbindung MolaS mit Franco könnte für die Negierupgstruvpen vor den Gua- darramapässen verhängnisvoll werden, wenn dort nicht rasche Erfolge erzielt werden. Die Regierung meldet langsames Borrücken an dieser Stelle, aber auch Mola behauptet, hier in erfolgreichem Angriff zu sein. Gefährlich ist auch derB orst aß d e r Rebe l l e n gegen Jruch und'SanSe- bastian, der nach.einer Meldung zum Stehen gebracht ist, nach einer anders«-eHolgröich Vorschrei ret. Jedenfalls ist San Sebastian stark gefährdet, zumal da im Golf von BiScaya die .Schifte der Aufttändischen die Seefront beherrschen. Aber andererseits sind auch O v i e d o und Gi j o n, die von den Rebellen besetzten Städte im Nordwesten Spaniens, von den Milizen der Regierung heftig bedrängt.. Unklar ist die Lage im Süden, wo von Malaga aus die Milizen die Osfenfivegegen G r a n'a-d a fortsehen, auch die Häfen von Re- gieruvgskreuzern beschossen werden, andererseits Franco die Gruben von R i o T i n t o besetzt hat Und Erfolge im Vormarsch nach Norden und Osten meldet. Der. e i n d r u ck 8 v o l l st e Erfolg der N e g i e r u n g ist die Eroberungder B a le a r e n(Menorca und Mrllorca), die nicht unmittelbar entlastend auf die Kriegslage wirkt, aber der Regierung eine starke Luft- und Seebasis- schafft und den Weg nach Südfrankreich ebenso offenhält, wie sie die Verbindung zwischen den Rebellen und Italien bedroht. Nach einzelnen Versionen soll die Republik Lebensmittelmangel leiden. Die Regierung dementiert diese Gerüchte.. Gefährlich ist: dieser Mangel, wenn er besteht, vorläufig auf keinen Falt, denn noch ist Madrid normal versorgt. .. Zu einigen Bedenken könnte dieHaltung K ata I oniens Anlaß geben. Die Offensive aus Sar a g o s s a kommt schlecht vorwärts. Das große-Kraftreservoir Barcelon«.leistet, unter der.Leitung der anarchosyndikalistischen Komitees sichtlich uicht ganz däs, was man von der vollreichen' Hafenstadt erwarten könnte. Die Rebellen verbreiten'die Nachricht, die Generalidad von Katalonien habe sich zur Neutralität bereit erklärter! den Fall, daß die Generale'das Statut des autonomen Katalonien bestätigen würden. - Alle Kommentare betonen, daß der Krieg' mit einer u n m enschlichen Grausam« k eist geführt wird. Der weiße Terror entfaltet seincfurchtbaren-Schrecken. Daß die Regierung und'die-Milizen oftzu Repressalien greifen, kann nicht Wüstdet nehmen: Der Bürgerkrieg fcheint in eine.M.etzekii größten-.StllS überzugehen. . Jüünsr dringender wird d i e Frag e, ob ätzgesichts. der Verzögerung der ReutralitätS- erkläruug Italiens und Deutschland» und der fqÜischeu-Lieferungen für die Aufständische« die Ne utra l i t ä t S p o l i t i k F ran kr eich» «och',« dertki'dig.en ist! Die Gewerk- schäften, die ja I o u h N U x«ach Madrid. eut- fandt haben,«nd die sozialistischen Parteien, die d«H M B rouchöre. in.Madrid vertrete» sind, dtaNgen die Bolksftont-Regierung zur aktiven Hilfe. Da». Pariser Gewerkschast»blatt ,,P e u p l e" fordert das eindcntige Bekenntnis pueWÜtische» Bolksfroat und wirksame Hilfe für Madrid. Interessant ist, daß sich das radi- kal-k at h o l i s ch e Blatt„LÄuve" dieser Ansicht anschließt und aktive llnter- st n tz« n g der gesetzmäßigen Regierung Spaniens fordert, weil der Sieg der Generale eine Niederlage für Frankreich bedeute« würde! Erfolge der Regierung auf Mallorca Madrid.(HavaS.) Das KricgSministe- rlum gab durch den Rundfunk bekannt: Kapitän Baye ist mit einer Abteilung feiner Getreuen trotz dem Widerstande der Aufständischen auf Majorca gelandet. Er organisierte drei Kolonnen, die zahlreiche Dörfer besetzten und die von den Anfstän» dischen geräumten Behörden wieder einsetzten. Zahlreiche Einwohner stellten sich bei dem Kapitän ein und verlangten Waffen zum Kampf gegen die Aufständische». Die RegierungSabteilungen verhaftete» zahlreiche Aufständische und bemächtigten sich zahlreichen Kriegsmaterial».- Bewaffnete Schaluppen, di« mit RegierungSabteilungen bemannt waren, bemächtigten sich zweier Segler, mit denen einige Rebellen von Majorca zu flüchten versuchten- Es. bestehe die. Hoffnung, daß sich die Hauptstadt Pakma den Re^rrang-abteikungen bald ergeben werde. Franco bewaffnet die Kabylen Madrid.(HavaS.) Bon Regierungsstellen wurde die Rundfunkmeldung verbreitet, daß General Franco beabsichtigt, Abteilungen der Ka» bylen auszumustern»nd nach Spanien zu entsenden. Di« Offiziere der Aufständischen-sind dadurch verstimmt. Biele eingeborene Stammesführer haben Franco die Gefolgschaft verweigert. Der Offizier, der mft der Ausmusterung betraut war, hat sich erschossen. Jouhaux: das Volk wird slegenl Paris. Der Generalsekretär der Gewerkschaftsorganisationen Lton Jouhaux wurde nach seiner Rückkehr aus Spanien von mehreren seiner Freunde auf dem Flugplatz in Le Bourget begrüßt. In seiner Kundgebung zu den Journalisten sagte das Mitglied des Generalrates der Bank von Frankreich, Jouhaux:„In Spanien steht das ganze Volk unter den Waffen zur Verteidigung der Freiheit und dieses Boll muß siegen. Vielleicht wird hiezu Zeit notwendig sein, aber siegenstvird cs bestimmt."- Der höchste Funktionär des Staates wird morgen seinen ersten Besuch imKerngcbiet Deutsch- böhmens abstatten. Der Präsidentenfahrt zur Rcichenberger Messe ist hochpolitische Bedeutung beizumcssen. Sie ist ein symbolischer Akt. Schon anläßlich seiner mährischen Reise gab Dr. Bcneö die Erklärung ab, daß er sich auch als Treuhänder der deutschen Bevölkerung betrachte. In Konsequenz dieses wahrhaft übernationalen Standpunktes will der Staatspräsident die Sorgen und Wünsche der deuftchcn Mitbürger aus unmittelbarer Berührung und Anschauung kennen lernen. Reichenberg ist in diesem Zusammenhang als Reiseziel gut gewählt. Denn das„nordböhmische Manchester" ist trotz aller Rückschläge, die es nach dem Kriege zu erleiden hatte,- noch immer der Zentralpunkt einer einst blühenden und heute schwer darniederliegenden Jndustricprovinz. Ein Blick von dem Gipfel des nahen Jeschken belehrt darüber, wie sich um Reichenberg ein Kreuz von volkreichen Jndustrieorten gruppiert. Da ist Maf- fersdorf, selber eine Fabrikstadt mit eigenem Gepräge, da sind Kratzau-Grottau, im Norden Friedland und Neustadt, wieder luerkfleißige Mittelpunkte von Jndustriedörfern, fss^deysft je.einige Fabriken bis zum Beginn der großcnstWse ih«EchwK^mucheuuesien.-M» eine halbe Bahnstunde ostwärts liegt G a b« lonz, wieder ein Exportzentrum Ureigensten Charakters. Daran anschließend das„Schleiferland" mit Hunderten Betrieben und Werkstätten unserer isergebirgischen-Glasarbeiter, deren Kunstfertigkeit so groß ist, daß selbst aus Japan Jndustriespione kommen, um davon heimlich zu lernen'.- Gablonz ist eine ebenbürtige Schwesterstadt Reichenbergs. Es wird berichtet, daß vor dem Kriege der Bezirk Gablonz allein nach Wien soviel Steuern ablieferte, wie das ganze Land Dalmatien. Diese Jndustrleprovinz im Norden Böhmens, es gehören auch Warnsdorf und R u m b u r g dazu, das verödete Zwickau, und Rochlitz, Hohenelbe, Arnau, Trante n a u am Fuße des Riesengebirges, ist wahrlich eine Perle im Kranze unserer volkswirtschaft- lichen Regionen. Auch heute noch. Was an fachlichem Können und an prachtvoller SchaffcnS- tradition in der werktätigen Bevöllerung steckt, das ist mit Goldmillionen nicht'aufzuwiegen. Wir kennen Fälle, wo Jndustrieangestellte, die im Reichenberger Gebiet abgebaut wurden, der Reihe nach neue Fabriken in Ungarn, in- Jugoslawien, in der Schweiz und in Argentinien eingerichtet haben. Nordböhmische Glaskünstler sind bis in'- Baaaloz und Mallorca Gewaltige Anstrengungen, ungeheuere Opfer auf beiden Selten Der Präsident der Republik in Nordböhmen ' Ein Wort für die deutschen Arbeiter die Vereinigten Staaten über den Ozean geholt worden und gehören zu den geschätztesten Spc- zialarbeitern großer Betriebe. Und damit sind wir bei der schicksalhaften Problematik des Landstriches angelangt, der heute den Besuch des Präsidenten empfangen wird. Die Frage ist so gestellt, ob wir!«deren gerenHei- matundim weiteren Rahmen des Staates Verwendung haben für sovielvielseitigesKönnen, fürso- viel redliche Schaffenslust dieses hochbegabten Menschenschlages anderGrenze, öbwirseineArbeit sozufördern undzu organisieren vermögen, auf daßsiesich wieder in den Kreislauf der Weltwirtschafteinschalten kann. Die Bedeutung dieser Frage für den Staat ist bisher zu wenig erkannt worden, aber sie ist heute mit unerbittlichem Ernste aufgerollt. Wir wollen keine Schuldfragen aufwerfen und keine Fehler beschönigen, die im Charakter des kapitalistischen Systems ebenso begründet sind, wie in der Unzulänglichkeit seiner Träger. Eines muß aber festgestellt werden, daß die-Bedeutung der nordböhmischen Industrie, die bis weit in die Nachkriegs- . zeit hinein eine Poldgrube für den Staat ge- wefenisftgerndeBei'gewichngcn^-Faktoren^nicht immer gewürdigt wurde. Als Beleg für diese Behauptung sei nur angeführt, daß sich bis heute kein aktiver Handelsminister dazu aufgerafft hat, die Reichenberger Messe mit seinem Besuche zu beehren, der weniger als HöflichkeitSakt und mehr als Ausdruck verständnisvollen Interesses für die Probleme der Exportindustrie gewertet worden wäre. Nun geht der Staatspräsident selbst mil gutem Beispiel voran. Sein Wille, mit dem ganzen Gewicht seiner großen Autorität auch für die berechtigten Interessen der deutschen Bevöllerung einzustehen, ist über jeden Zweifel erhaben. Benes ist Europäer. Es wird keine Mühe kosten, ihn von der Bedeutung des industriellen Exportes für den Staat und seine Völler zu überzeugen. Eine Reihe von Kundgebungen und Handlungen seiner bisherigen Amtsperiode Haden weite deutsche Kreise davon überzeugt, auch in dem neuen Staatsoberhaupt einen verständnisvollen Freund und Helfer gefunden zu haben. Diese Vertrauensbasis ist ein guter Ausgangspunkt fiir fruchtbare Leistungen auf dem Wege einer verstärkten nationalen Zusammenarbeit. Die Pro- blcmstellung in Nordböhmen ist ein klassischer Nachweis dafür, daß Sudetendeutsche und Tschechen in den entscheidenden Existenzfragen auf Gedeih und Verderh verbunden sind. Die aufblühende Industrie in diesen Bezirken hat vor dem-Kriege auch tausende tschechischer Arbeiter herangezogen und vielfach geradezu angeworben. Man muß heute darauf Hinweisen, daß die historischen tschechischen Minderheiten in Deutschböh- mcn friedlichen Ursprungs sind, genau so, wie die ganze Existenz der Sudetendeutschen in den historischen Ländern auf werktätige Leistung begründet ist. Die verschieden erlebte Vergangenheit hat keine unüberbrückbaren Abgründe zurückgelassen. Heute steht es so, daß die ungelinderte sudeten- deutsche Not unweigerlich zum Ausgangspunkt einer Verelendung bedeutender tschechischer Bollsteile werden müßte. Die ebenfalls schon seit Jahren arbeitslosen" tschechischen Textilarbeiter tm nordböhmischen Jndustriebereich sind Kronzeugen einer historischen Schicksälsgemeinschaft, die bisher, auf beiden Seiten nicht, hinreichend verstanden wurde. Engste nationale Zusammenarbeit ach Wiederaufbau unserer Exportindustrie' ist daher -für Tschechen und Deutsche ein Gehot der Selbik- erhaltung. Wir begrüßen den Staatspräsidenten in Reichenberg-als den Bannerträger eines ehrlichen. Interessenausgleiches zwischen beiden Staat8völlern,.der das Wort vom„Gleichen unter Gleichen" endlich.zur Tat werden-läßt. - Vom Standpunkte der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterschaft haben wir diesem Grußwort noch einen Wunsch HInznzufügen. Diese Arbeiterschaft ist eine verläßliche, aber auch eine i^elbMewußte HamvstiwPp.e, die jür ihre Treue Wens Bauern fordern Demokratie Zwei Millionen Polen demonstrieren gegen die Diktatur 1 Seite 2 Dienstag, 18. August 1930 Nr. 191 zur demokratischen. Republik keinen Sold verlangt. Der Herr Staatspräsident.möge aber wissen, das; Zeh»taufen de proletarischer Staatsbürger in Nordböhmen nur den einen heißen Wunsch im Herzen tragen, wieder ihre Hände regen zu dürfen und der staatlichen Fürsorge keinen Ta-länger zur Last fallen zu müssen. Weil diese Menschen arbeiten wollen "und mit einer Leidenschaft zu schaffen gclvohnl ivaren, die weit in Mitteleuropa nicht zu überbieten ist, darum darf der Hunger ihre Körperkräfte nicht früh zerstören und ihre Seelen nicht zermürben. Dies- Menschen zählen zu den kost barsten,Besitzständen der Republik, Darum appel- liercn wir an ihr Oberhaupt, uns zu Helsen in dem aufopfernden Bemühen, das prachtvolle Arbeitervolk DeutschböhmenS und des ganzen SüdetengebieteS über seine schlimmste Prüfung hinüber zu retten, seinem körperlichen Elend, seiner seelischen Pein, die mit erzwungenem Nichtstun verbunden sind, zu steuern und ihnen wieder den Boden neuer Existenzmöglichkeiten unter die Füße zu geben. Wir wissen, dast Dr. Eduard Benes die Hoffnungen nnd das Vertrauen der deutschen Republikaner nicht enttäuschen wird. Möge der Präsidentenbesuch in Nordböhmen ein glücklicher Wendepunkt sein in der Geschichte der Republik und ihrer Bölkerl ner und Teilnehmer an ihrem Kongreh zogen vom Museum über den Wenzelsplatz und den Graben auf dest Ausstellungsplatz in Prag VII», wo eine große Kundgebung veranstaltet wurde. Der konstituierende Kongreß de» EinheltSver- bandeS der TranSportangestellten fand in Prag am Sonntag statt. Der Zentralsekretär der Union der Eisenbahnangestellten, Aig. Nkmec, begründete den Vorschlag zur Gründung eines Einheitsverban- des der TranSportbedienstetcn, der eine Dachorganisation der bisherigen GcwerkschaftSorganisationen ist, die für die Lösung von grundsätzlichen und wichtigen! gemeinsamen Fragen aller Faktoren bestimmt sind, deren Autonomie aber gewahrt bleibt. Einmütig wurde folgender Präfidium der EinheitSverbandeS der Transportangestellten gewählt: Vorsitzender Fr. Stanik, 1. Vorsitzenderstellvertreter Senator Brödeckh, 2. Vorsitzenderstellvertreter Abg. Nkmec, Schriftführer Sekretär Ehlen und Kassier Sekretär Richter. DasProgramm der Prätldentenrelte Der Staatspräsident wird morgen um 10 Uhr an der Rcichenberger Bezirksgrenze eintreffen und sodann über Liebcnau und Langen- bruck nach Reichenberg fahren. Der Wagen wird, die Röchlitzer Straße, die Fabrikstraße, die Lastenstraße, die Bahnhofstraße und den Tuchplatz passieren. Vor dem Rathaus wird die offizielle" Begrüßung erfolgen, die uniformierten Vereine iverden auf dem Platze aufgestellt sein. .Der Präsident wird die Ehrenkompanie abschreiten, dann werden ihm verschiedene Persönlichkeiten vorgcstellt werden. Die Schulkinder begeben sich von der Altstädter Schule auf den Theatcrplatz, um dort dem Präsidenten zu huldigen. Der Präsident fährt dann zum Besuche der Messe. Nachmittags werden die deutschen und tschechischen Schulkinder ein Spalier zur Ma« sarykschule und zur deutschen Textilfachschule bilden, die der Präsident besuchen ivird. Der Präsident wird von seiner Gemahlin begleitet sein. Dr. Englis über Währungsfragen. Auf einer Tagung des Verbandes der tschechoslowakischen Sparkassen sprach Sonntag der Gouverneur der Nationalbank Dr. Englis. Er sagte u. a.: Insbesondere der Staat muß, wenn es gezwungen ist, viel für die Verteidigung auszugeben, sparen, um das Gleichgewicht zu erreichen, das im Interesse der Währung liegt. Es ist notwendig, für die Währung dementsprechende Voraussetzungen zu schaffen, denn die Zettelbank kann mit Rücksicht auf die innere wirtschaftliche Situation weder die Zinssätze noch den Geldumlauf erhöhen, wenn die Zahlungsbilanz nicht aktiv ist. Seit der Devalvation haben sich die. Verhältnisse 'zum^Guten getvendestiKn der letzten-Zeit ist der Export und der Import gestiegen.. Die Importsteigerung ist eine vorübergehende. Die Währung ist absolut fest, was ich hervorhebe. Redner warnt vor dem Pessimismus, der das Selbswertrauen untergräbt. Die richtige Wirtschaftspolitik geht aus dem einfachen Grundsatz hervor, daß aller Wohlstand, jeder Fortschritt auS der Arbeit stammt und daß sich künstlich nur ein Wohlstand der einen auf Kosten der anderen schaffen lasse. Ehre maßvoll« katholische Stimme. An den sonntägigen„Lidovi Lisch" schreibt Dr. Alfred Fuchs;.,,... Wir sehen unsere Kraft eben darin, daß wir in der Mitte bleiben, treu den nüchternen Grundsätzen der Demokratie. Keine Macht der Welt wird uns zwingen, für die eine oder die Prag im Zeichen des Eisenbahner-Kongresses Manifestationsumzug von 30.000 Eisenbahnern Prag. Der. Kongreß der Eisenbahn- und Transportbediensteten, welcher Freitag hier begann, wurde Samstag vormittags mit der Ju- biläumsversammlttng der„Union" auf der Slawischen Insel fortgesetzt, an welcher neben zahlreichen Inländischen Gästen Vertreter der Eisen- bahnerverbändc ans fast allen europäischen Staaten teilnahmcn. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der„Union" Genossen Stanik drückten die Anwesenden durch minutenlangen Beifall ihre Zustimmung zu den vorgeschlagenen Huldigungstelegrammen an den Präsidenten Masarhk und den Präsidenten Dr. Benes aus. Als erster sprach Eisenbahnminister Genosse Bechyni, der im Verlaufe seiner politischen Rede^ sagte: Tschechoslowakei— ein Land der Mitte „Heute ist die ganze Welt durch die Ereignisse in Spanien erregt. Ich will van dieser Tribüne auS nicht in dir Verhältnisse eines fremden Staates eingreifen, aber zu unserer Belehrung können wir auch nach Spanien gehen. In Spanien bestehen furchtbare Klassen, und politische Konflikte, welche bei uns nicht bestehen. Wir sind für eine absolute religiöse Toleranz reif, wir kämpfen nicht gegen die Kirche, weil sic auch nicht gegen unS kämpft. Wir wünschen der Kirche die Freiheit, so wie wir sie für«ns im Rahmen der Demokratie verlangen. Bei großen Anlässen gehen die Vertreter des katholischen Volkes offen mit unS Hand in Hand mit den Bertretern der sozialistischen Arbeiter. In Spanien, ist die.Wurzel der Reaktion auch vje-Arsftvrra-tke.' Dtese Fragechalf unS die Geschlitzte liquidieren. Bei unS gibt es keine Latifundien— in Spanien ist eS ein Kampf um den Boden. Tie spanischen Generale, Kinder der Her- renklasse, ünd gegen daS Volk. Bel unS find die Generale, Offiziere, Unteroffizier« und Soldaten Kinder des demokratischen Geistes der Nation. Die Tschechoslowakei ist«In Land der weisen Neberle- gung. Wir find ein Land der Mitte, wo kein Platz ist für Extreme. Will eine Gruppe ihre Macht mißbrauchen, stellen fich die anderen dagegen. DaS demokratisch« Regime dieses Landes ist fest, unerschütterlich und unbeugsam. Bon innen heraus kann unsere Demokratie nicht unigestoßen werden. Wir wollen keinen Krieg, wir sind eine bedeutsame Kraft in der Friedensorganisation. Hoffen wir auch, daß dor Friede erhalten bleibt. Für alle Fälle aber er» kläre" wir: Niemanden auf der Welt werden wir «rlauieu, unser« Grenzen und dir Freiheit dieses Landes anzutasten. Wer unS angreifen will, der stößt auf Granit. Seid ruhig, arbeitet jeder lit eurem Bereiche für di« Stärkung des Sozialismus und für die Demokratie. Unser« Sache' fielst gut." Die Versammlung bereitete dem. Genossen Bechyni große Ovationen. Es sprachen dann für die parlamentarische Vertretung der tschechischen Sozialdemokratie Genosse Dr. Meißner, für die Transportarbeiter-Internationale Genosse Edo F i m m e n, suc die Sozialistische Arbeiter-Internationale Genosse Dr. Soukup, für die Gewerkschaften Genosse V a l ch a s, für die englischen Eisenbahner und die Labour Party Genoss« L a t h a m, für die dänischen Transportarbeiter Genosse O l s o n, die holländischen Senator G o l d m a ck« r, die ungarischen Genosse M i l l o k, die polnischen Genosse Ä x a m i n und die französischen Eisenbahner Genosse Jariggion. Eine Reihe von Rednern begrüßte den Kongreß im Namen inländischer Verbände., Die deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei war durch dis Genossen Grünzner und Hackenberg vertreten. Genosse Grünzner erklärte im Namen der Partei und des Verbandes der deutschen Eisenbahner, daß die deutschen Eisenbahner und die deutschen Sozialdemokraten treu mit den tschechoslowakischen Kollegen zusammenarveiten werden, und daß sie auch fest und treu ftir die Repyblik.in. den Intentionen rintrrten, die-der Präsident-Befreier Masaryk und der Präsident der Republik Dr. Benes ausgesprochen haben. Die deutsch« Arbeiterschaft werde dies« demokratische Republik mit ihrem Blute verteidigen. Vor. Schluß der Versammlung wurden'einer großen Anzahl von Mitgliedern, die an der Wiege der Organisation standen, Ehrendiplome übereicht, darunter dem Ehrenvorsitzenddn Senator Genossen Brodeekh und dem Vorsitzenden Genossen Stanik. Mit der„Internationale" wurde die Manifestation geschlossen. Der sonntägige Umzug war einer dor stärksten, den Prag seit einer Reihe von Jahren gesehen hat. 80.000 Eisenbah» Der Mexikaner Felipe Rivera Von Sack London Aber vor Rivera stiegen nun Visionen aus. Der Streik von Rio Bianco, der Hunger, die Wanderungen in die Berge nach Beeren, Wurzeln und Kräutern, diesic aßen, und die ihnen Magenkrämpfe und Leibschmerzeir verursachten. Und dann das Entsetzliche: Die Soldaten von General Rosalio Martinez und Porfirio Diaz und die todbringenden Geivehre, die nie aushören tvollten, Tod und Berverben zu speien und die Sünden der Arbeiter inihrcm eigenen Blut zu ertränken. Und die Nacht! Er sah die flachen Wagen, auf denen die Leichen aufgchäust waren, nach Vera Cruz zum Futter für die Haie in der Bucht bestimmt. Er sah fich wieder über den unheimlichen Lei-i chenhaufen klettern und die halb entkleideten/ mißhandelten Leichen seines Vaters und seiner Mutter suchen und finden. Besonders deutlich erinnerte er sich seiner Mutter— nur ihr Gesicht guckte hervor, ihr Leib war von der Last Nutzender von Toten geborgen. Wieder knallten die Gewehre des Porsiriy Diaz, und er sah sich wie ein gejagter Bcrgcoyote davonrasey. Ein lautes Gebrüll Ivie vom Meere klang an sein Ohr, und er sah Danny Ward an der Spitze seines Gefolges von Trainern ünd Sekundanten durch den Gang in der Mitte kommen. DaS Publi- kum tobte vor Begeisterung. Alle jubelten ihm zu. Alle, waren für ihn. Sogar Riveras eigene Sekundanten atmeten erleichtert auf, und ihre Laune besserte sich, als Danny sich gewandt unter den Seilen duckte und in den Ring trat. Sein Gesicht verbreitete unaufhörlich ein Lächeln nach dem andern, und wenn Danny.lächelte, lächelte jeder Zoll seines Gesichtes bis zu den Fältchen io dm Augenwinkeln und bis in die Tiefe der Augen selbst. Nie hatte man einen so liebenswürdigen Boxer gesehen. Sein Gesicht war eine Verkörperung von Gutmütigkeit-und Kameradschaft. Er kannte alle Welt. Er scherzte und lachte und tauschte über di« Seile hinweg Grüße mit seinen Freunden aus. Die andern, di« ihre Bewunderung nicht bändigen konnten, riefen laut: „Danny I" Die Stimmung stieg und raste sich in Beifallsstürmen aus, die Minuten dauerten. Rivera blieb unbeachtet. Spider Hagerthy beugte sich mit aufgedunsenem Gesicht Wer ihn. „Krieg nun keine Angst", warnte er ihn. „Und vergiß die Instruktionen nicht. Du mußt aushalten. Nicht aufgebenl Wenn du ausgibst, sollen wir dich nachher in der Garderobe vertobaken. Verstanden? Du hast zu kämpfen." Das PMikum begann zu klatschen. Danny durchschritt den Ring, trat auf ihn zu und btügte sich zu ihm nieder. Er nahm Riveras Hand zwischen seine beiden und drückt« sie mit überströmender Herzlichkeit. Das Publikum jubelte Beifall. Danny begrüßte seinen Gegner mit, der Zärtlichkeit eines Bruders. Seine Lippen bewegten sich, und das Publikum, das die Worte, die er sprach, nicht hören konnte, sie aber als freundlich, liebenswürdig.und sportsmäßig auffatztc, schrie wieder. Nur Rivera hörte die leise gesprochenen Worte. i,Du kleine mexikanische Ratte", drang er zischend, zwischen den lächelnden Lippen hervor, „ich will dir die. Eingeweide zum Leibe herausprügeln." i Rivera rührte sich nicht. Er stand nicht auf. Er sah den andern nur voll Haß an/' „Steh auf, du Hund", heulte, jemand im Hintergrund des Zuschauerraums.' Die Menge begann ihn wegen seines wenig sportgerechten Benehmens auszuzischen und aüS- zupfeifen, aber er blieb sitzen. Ein neuer Beifallssturm begrüßte Danny, als er sich durch den Ring aus seinen Platz zurückbegab. Als Danny sich entkleidete, wurde begeistert „Ahl" und„Ohl" gerufen. Sein Körper war vollkommen und strotzte von Geschmeidigkeit, Kraft und Gesundheit. Die Haut war weiß und glatt wie die einer Frau. Ünd unter ihrer Oberfläche spielten ANmüt, Gewandtheit und Stärke. Das hatte er in Dutzenden von Kämpfen bewiesen. Sein Bild war durch die gesamte Sportpresse gegangen. Als Spider Hagerthy Rivera das wollene Hemd über den Kopf zog, wurde gezischt. Sein Körper erschien wegen der dunkeln Hautfarbe schmächtiger, als er in Wirklichkeit war. Er hatte Muskeln, aber sie traten nicht so in Erscheinung wie die seines Gegners. Was das Publikum dagegen Wersah, war seine tiefe Brust,,- Und es hatte auch keine Ahnung— und konnte sie auch nicht haben— von der Zähigkeit seiner Muskel-, bänder und von der Explosivkraft seiner Fäuste. DaS einzige, was das Publikum sah, war ein braunhäutiger, achtzehnjähriger Bursche,- mit einem Körper, der wie der eines Knaben wirkte. Da war Danny doch ganz etwas anderes. Das war ein Mann von vierundzwanzig Jahren, und sein Körper, der eines Mannes.", Der Gegensatz war noch auffälliger, als sie"nebeneinander im Ring standen und die letzten Weisungen des Schiedsrichters empfingen., Rivera bemerkte, daß-Roberts direkt hinter den Reportern saß. Er war noch mehr berauscht al? gewöhnlich, und seine Rede entsprechend schleppender. "«Nur immer ruhig, Rivera", sagte Roberts/ „Totschlägen kann er dich nicht» das vergiß Nicht. Er" ivird gleich ImAnfaNg mächtig auf dich los« gehen, aber laß dich nicht dadurch" verblüffen. Deik dich nür güt, steh fest und geh-in"Clinch.Datm kann er dir nichts weiter: tum Stell dir-einfach vor, daß er im Trainingssaal auf dich loSschlüge." Ribera gab kein Zeichen, daß er es gehört Mts. andere Eventualität zu entscheiden, weil beihs, die äußerste, rechte, wie die äußerste linke MS 'gleich unsympathisch find. /. Auch"vom katholischen Standpunkt, weil. die sowjetistische Gottlosigkeit und die neuheidnische staatliche Totalität vom katholischen Standpunkt aus gleich verwerflich sind, auch wenn hie und da einige RechtSströ- mungen den Katholiken ein freundliches-Gesicht zeigen... ES wäre ein schicksalShäfter Irrtum, welchen eben die spanischen Katholiken teuer bezahlen, wenn wir die Sache des Katholizismus der Sache der Rechten oder- sogar der sozialen Reaktion gleichsetzen wollten. Wir sind frei nach rechts und links." Ein Bekenntnis zur Demokratie legte auf der Tagung des„VollSbundcS der Katholiken" in Trauten»» am Sonntag Gen.»Dir. Reichen» b e r g e r ab, als er in seinem Referat über die „Sendung der Katholiken an der Zeitwende" erklärte, Diktaturen, wie wir sie derzeit erleben, seien kein Ausweg aus der Zeitnot, keine Antwort auf die Menschheitsfragen. Das ist gewiß richtig, aber nicht nur für die Sudetendeutschen, sondern ebenso für Oesterreich, Italien und Spanien. Denn nicht nur dort, wo der Katholizismus durch eine Diktatur gefährdet werden kann, auch dort, wo die Diktatur sich katholisch aüsputzen kann,, löst sie keine Menschhcitsfmge. Diese ergänzende Bemerkung schmälert natürlich nicht, den Wert der Ablehnung der Diktatur-Schwärmerei durch sudetendeutsche Katholiken. Ausländische Gäste bei unseren Schlußmanö- vern. An den heurigen Schlußmanövern der tschechoslowakischen Wehrmacht nehmen als Gäste Düö- gationen der befreundeten und verbündeten Armeen teil. Der französisch« Divisionsgeneral Schweis« gu th istSonntag in Prag eingetroffen; Montag traf di« jugoslawischeDelegation unter Führung der Divisionsgenerals Petar Kost! ein. Auch die rumänische Delegation mit Divisionsgeneral Konstantin Jia- s i e v i c i und die sowjetrussische mit Divisionsgene- ral Mereckov Cyril Athanasiewitsch werden Montag erwartet. Die einzelnen Delegationen wurden vor ihrer Ankunft vom Chef teS Generalstaics Krejii und von Offizieren, die die Gäste während ihrer Aufenthaltes in der Tfchechossowakei begleiten werden, begrüßt. EifenSahnfreqnenz im Mai größer als im Borjahr. Nach den eben veröffentlichten Mai- Ausweisen der Eisenbahnverwaltung stieg die Beförderung von Personen im Mai d. I. im Vergleich mit dem gleichen Monat des Vorjahres um 12.8 Prozent, wobei insbesondere die Benützung ermäßigter Rückfahrkarten, um 20"bis 80' Prozent zttnahm. Die'Zahl,her Dbeiterfahrj- karten stieg um sieben Prozent, was als Beweis einer besseren Beschäftigung gewertet werden kann. Den größten Zuwachs hatte die Beförderung mit Schnellzügen(48 Prozent), wobei die Benützung der zweiten Klaffe in höherem Maße stieg als die der dritten Klasse. Der Gütertransport stieg um 4.8 Prozent. Die verstärkte Jnan<- griffnahme von Bahnerhaltungsarbeiten erforderte die Aufnahme von, Vertragsarbeitern," die den größten Anteil an einem Zuwachs des Eisenbahnpersonals(insgesamt 2.8 Prozent) habest. Die Betriebsausgaben stiegen nur unwesentlich uM 0.21 Prozent. „Ein mürrischer kleiner Teufel", murmelt« Roberts seinem Ndbenmanst zu.„So ist er im« mer gewesen." Wer Rivera vergaß, ihm seinen üblichen gehässigen Blick zuzuwerfen. Eine Vision zeigte sich ihm in Gestalt zahlreicher Gewehre. Jede? Gesicht im Zuschauerraum von" den teuersten Plätzen bis ganz hinten, soweit er" sehen könstte, hatte sich in ein Gewehr verwandelt. Und,er sah die mexikanische' Grenze vor sich— auSgedörrt» von der Sonne versengt und trostlos» und an ihr die zerlumpten Scharen, die auf die Gewehre hofften. Er wartete, aufrecht ganz hinten ist seiner Ecke stehend. Seine Sekundanten waren, unter den Seilen hinausgekrochen und hatten ihxe Klappstühle mitgenommen. Danny stand ihm gegenüber in der entgegengesetzten Ecke des viereckigen Ringes. Der Gong ertönte, und der Kamps .begann. DaS Publikum brüllte vor" Freude. Noch nie hatte es einem Kampf betgewohyi, der überzeugender begastn. Die Zeitungen, hatten recht gehabt, ES war ein Kampf zwischen erbitterten Feinden. Drei Viertel der Entfernung/ legte Danny, in einem Sprung zurück, um seinem Gegner auf den Leib zu kommen, ein Vorstoß, d«r deutlich verriet,, daß es feiste Absicht war, dm kleinen Mexikaner'mit Haut und Haarest/,zu fressen. Er griff nicht mit einem Schlage, nicht mit zweien, nicht mit einem Dutzend Schlägen an. ES wär ein'Wirbelwind von! Schlügest, ein, vernichtender Sturm. Rivera verschwand gleichscün. Er würde, überschüttest begraben,unter Lawinen: von Schlägen, die,eist Meister von überall her austeilte, Er wurde Wer den Haufen gerannst gegen die, Seile"gefegt, vom Schiedsrichter: loSgebrgcht und abermals gegen die Seile, geschleudtzrst.' (Fortsetzung folgst), Nr. 191 DienStag, 18. August 1938 Seite 3 Zcifepie^cl Reichenberger Scku'erlass aufgehoben Ein sozialdemokratischer Erfolg Schnellzug Paris—Präs * Er hält in Maricnbad. Mit uns, so erzählt unser Freund, besteigt ein älteres sudcten- deuischeS Ehepaar das gleiche Abteil, in dem schon drei Reisende sitzen, eine nett aussehende Frau und zwei Männer. Die drei fallen dadurch auf, dass sic miteinander abwechselnd tschechisch und französisch sprechen und französische Zeitungen neben sich liegen haben. Es ist schwer zu erraten, was für Leut« eS find. Es können den Händen nach Arbeiter fein, aber ihre Kleidung ist bester als die Arbeiter hierzulande sie sich leisten können. Die drei Reifenden habe» gerade von ihrem Retfeproviant gegessen und aus einem Becher französischen Rotwein getrunken. Der eine der Männer korkt die Flasche.zu, verwahrt sie und nimmt aus dem kleinen Kpffer eine Schachtel Bonbons, reicht sie seiner Frau und bietet dann, gastlich gestimmt, den Mitreisenden im Abteil davon an.„Bitte, nehmen Sie", sagt er aus tschechisch,„es sind französische Bonbons". Die Mitreisenden verstehen, nur wenig tschechisch, wie sich erweist,, aber sie nehmen dankend das Anerbieten an, das so freiinütig-freundlich gemacht wird. Auch, das sudetendeutsche Ehepaar greift gern zu. /-.''/„Sie kommen aus Frankreich?.Wohl von der Urlaubsreise?"' fragt die deutsche Frau. Der Mann mit der Bonbonschachtel macht lächelnd eine bedauernde Geste, weil er nicht versteht; was die Frau sagt, aber der andere-antwortet in gebrochenem Deutsch:„Neins wir sind erst auf der Reise." Und nun erzählt er stockend, da er die deutsche Sprache nicht beherrscht, daß sie tschechische Arbeiter sind- aber schon lange in Frankreich leben und arbeiten und jetzt auf Urlaub in die Heimat fahren.„Auf bezahlten.Urlaub — der Lohn wird weitergczahlt. Zum erstenmal — das verdanken wir der Regierung." Der sudetendeutsche Bürger macht auf einmal ein unbeteiligtes Gesicht, aber seine Frau, schwerer von Begriff, unterhaltungsbedürftig und neugierig, fragt:„Ach— der neuen Regierung?" „Ja", sagt der Tscheche auS Frankreich:„Der Volksfrontregierung— der Regierung Blum." Und nun erzählt er; er ist des Lobes voll über die neuen Verhältnisse in Frankreich. Auf tschechisch teilt er seinem Gefährte:: mit, wovon die Rede ist, und dieser bestätigt ihm,>vaS er sagt, und der Sprecher fügt aus deutsch hinzu:„Es geht uns gut jetzt In Frankreich. Uun nun fahren wir aus Urlaub— es sind noch viele von uns In diesem Zpge; alle fahren auf bezahlten Urlaub in die Heimat I" Die Frau fragt:„Da freuen Sie sich lvohl sehr?"„Ja", versichert der Mann,„seit zwölf Jahren habe ich,meinen Vater nicht mehr gesehen. In der Gegend von BudwciS bin ich daheim." Und durch seine Relseerlebniste zu Vergleiche» angeregt, erzählt er weite:!:„SBir sind durch Deutschland gefahren.- Stuttgart und Nürnberg haben wir uns angesehen.. Das ist kein gutes Land. Ueberall müssen alle Leute so umhergehen..'." Er legt die Finger auf die sestge- I schlossen«» Lippen.... Der sudctendcutsche Bürger sieht de» Sprecher missbilligend an und sagt mürrisch:„Ach, lvenn man nicht selber dort lvar— man kann nicht alles glauben, was man so hört." Es ist ihm deutlich anzumerkcn, wie unbehaglich jhm alles ist, tvaS der Tscheche erzählt. Dieser deutsche Bürger hat seine feste Vorstellung von der H:rr- lichkeit des Dritten Reiches. Aus seinen sudetendeutschen Zeitungen hat er sie bezogen und die will er sich um keinen Preis zerstören lasse». Er will einfach nicht hören und nicht glauben, ivas unparteiische Reisende von ihren Eindrücken erzählen. Verärgert schweigt er. Der Tscheche aber, der aus Frankreich kommt und keine Ahnung von sudetendeutschen Wunschträmnen hat, erzählt angeregt weiter und sagt:„Nein, cs ist nicht gnt in Deutschland. Viel Arbeit und schlechte Löhne." Die deutsche Biirgcrfrau macht eine fragende Miene; sie kann nicht ohne weiteres still sein und unschlüssig sagt sie:«Soso— schlechte Löhne..?" Da sieht sie ihr Mann zornig an. Sein Blick ist ein einziges Schweigegebot. Und nun verstummt auch die Frau. Wir unterhalten uns weiter mit dem Tschechen und.lallen uns erzählen, von Frankreich, von seinen Eindrücken auf der Reise durch Deutschland. Die sudetendeutsche Ecke ist in eisiges Sweigen gehüllt; der Mann macht ein Gesicht, als hätte er Ohrenschmerzen. Und eine unsichtbare, aber undurchdringliche Mauer ist aufgerichtet zwischen den Reisenden aus Frankreich mit.ihren Erlebnissen und den sudetendeutschen Bürgern, die nicht wissen wollen,, was ihnen nicht ■in den Streifen passt.. Festtage der Arbeit in Sternberg An die Reihe der vielen grossen Kundgebungen unserer Arbeiterbelvegung in diesem Jahre schliesst sich der Massenaufmarsch der nordmährischen und schlesischen Arbeiter, der in Sternberg am 15. und 10. August— gleichzeitig als Jubiläum des 55jährigen Bestandes der Sternberger Arbeiterbewegung— stattfänd, würdig an. Charakteristisch für diese Veranstaltung war, dass sie alle Zweige unserer Arbeiterbewegung zu gemeinsanrein Kampf und gemeinsamer Freude vereinigte. Die R o t e n F a I- k c n bauten ein Zeltlager, in der I n g e n d- w e i h e wurden Schulentlassene in die Arbeiterbewegung überführt, die A r b e i t e r s ä n g e r, die Sportler und die Sozialistische Jugend gestalteten einen massenhaft besuchten Festabend, die Sänger bekundeten obendrein ihren Kultnrwillen noch in einen: vorbildlichen Mor- genkonzcrt. Besonders iinposant war der Aufmarsch der Republikanischen Wehr, die bei ihrem Krcistrcffcn 500 disziplinierte und kampsgestählte Menschen vereinigte und in einen: KreiSappell/ bei dem namens der Reichslcitung Genosse P a n l sprach, ihr- Verbundenheit in: Kampfe für Demokratie, Freiheit und Sozialismus, zun: Ausdruck brachte. Die Krönung der Stcrnberger Veranstaltung war aber der Massenaufmarsch an: Sonntag Nachnttttag, an dem sich ii b c r 6 0 0 0 Arbeiterinnen und Arbeiter beteiligten. Der Vorbeimarsch des Demonstra- tionszuges, an den: auch zahlreiche tschechische Genossinnen und Genossen tcilnahmen, währte fast eine halbe Stunde. Auf dem Sternberger Marktplatz war eine weithin sichtbare Tribüne aufgc- baut, die drei mächtige Säulen— die Gliederung der Arbeiterbewegung in Partei, Gewerkschaft und Genossenschaft symbolisierend— überragten. Die Kundgebung, welche die Staatshymne eröffnete, wurde durch ein ausgezeichnet dargestelltes Festspiel„Greift an Genossen!", in dem die BerbrüderungSszene zwischen deutschen und tschechischen Proletariern stürnttsche Zustimmung fand, wirkungsvoll eingeleitet. Sodann sprach Genosse Ondkejka herzliche Worte der Begrüssung. Abgeordneter Genosse g i s ch k a schilderte in kurzen Ausführungen die Bedeut:::»; des Tages und den schwierigen Kampf der nordmährischen Arbeiterschaft. Im Namen des Parteivorstandes sprach sehr wirkungsvoll, ost von Beifall unterbrochen, Genosse Abgeordneter Franz' Kügler aus' Bodenbach. Der Redner charakterisierte die unsere Zeit beherrschenden internatio- ualen Probleme und setzte sich mit der Henlein- partei auseinander. Als er, bezugnehmend aus den Besuch Henleins in Berlin bei H i t l e r und Göring' an das Sprichivort erinnerte „Sage mir, mit wem du umgehst und ich sage dir, lver du bist", und betonte, dass sich damit, allen Tarnungsversuchen zum Trotz, Henlein endgültig als Faschist entpuppt hat, erschollen stürmische Rufe der Zustimmung. Eine besonders freudige Ucberrqschung erlebte die Massenversammlung durch das unerwar- tete Eintreffen des Parteivorsitzenden, Genossen Minister Dr. C z e ch. Als Genosse Czech auf den: Platze erschien und seine Anwesenheit bekanntge- geben wurde, begrühten ihn jubelnde Begeisterung und vieltausendstimmige Freiheits-Rufe. Und als der Parteivorsitzende dann das Wort ergriff, erneuerte sich der herzliche Beifall, der immer wieder die treue Verbundenheit der nordmährischschlesischen Arbeiterschaft mit der Partei zum Ausdruck brachte. Genosse Czech kennzeichnete ebenfalls den Ernst der internationalen politischen Situation, entbot den spanischen FreiheitS- käinpfern herzliche Grüsse und erinnerte daran, dass er die nordnmhrische Arbeiterbelvegung, die das Jubiläun: ihres 55jährigen Bestandes feiert, aus jahrzchntelauger Arbeit und gemeinsamem Kampfe eingehend kenne. Genosse Czech nahm am Schlüsse seiner Ausführungen zur Henlcinbewegung Stellung und erklärte: Es ist die historische Mission der deutschen Arbeiterbelvegung in diesem Lande, unseren FaschiSinus zu brechen. Wir müssen die sozialistischen Traditionen und den sozialistische» Kampfgeist lvahren, damit er von der Tschechoslowakei aus, lvenn die Stunde des Niederbruchcs des faschistischen Gclvaltregimcs in unseren Nachbarländern gckouuncn ist, in diese hinauSströinen und die Arbeiter im Kampfe u:n den Sieg des Sozialismus befeuern kann. Nach den init minutenlangen: Beifall auf- genonuncnen Worten des Parteivorsitzendcn und sich immer erneuernden Freiheits- und Freundschafts-Rufen, sprach auch ein Vertreter der Wchrorganisation der tschechoslowakischen nato- nalsozialistischen„Straf Svobody", der insbesondere unserer Republikanischen Wehr Grüsse überbrachte und die Gemeinsamkeit ihres und unseres Kampfes um die Erhaltung der Freiheit und der Demokratie in der Tschechoslowakischen Republik betonte. Zum Schluss ergriff Genosse Senator Ca- s n h, einer der Begründer der Steinberger Arbeiterbewegung, das Wort. In tschechischer und deutscher Sprache berichtete Genosse Casnh über die AnfangSkämpfo und versich-rt« die deutschen Arbeiter der unverbrüchlichen Solidarität der tschechoslowakischen Sozialdemokratie. Die Kundgebung, die in Sternberg den stärksten Eindruck hinterlassen hat und störungsfrei verlief, wurde mit der„International e" becendct. An:?lbend besuchte Genosse Dr. Czech noch das K i n d e r f e st der Roten Falken und hielt an die Kiüder eine kurze Ansprache. Die Sternberger Tage waren ein neuer Beweis für die ungebrochene Kraft unserer Arbeiterbewegung, die sich in allen Teilen unseres Landes auf dem Vorinarsch befindet. Var Bundcssdiwlmmicst in TcplMz-Sdiönau Der Alus veranstaltete am Samstag, dey 15. und Sonntag, den 16. August, in Teplitz- Schönau ein Schwimmfcst, wohl das erste dieser Art. Den Höhepunkt des Festes bildete die Abendfeier am Samstag, zu der gegen 8000 Besucher erschienen lvarcn. Der Platz, umrahmt von herrlichen Bäumen, inmitten das grosse Wasserbassin, tvar von Scheinwerfern hell beleuchtet. Der Schlossgartcn eignet sich zur Veranstaltung derartiger Feiern vorzüglich. Nach halb 8 Uhr abends erfolgte unter Hin» gendem Spiel der Einzug der Fahnen. Fanfarenbläser der SJ und der RW-Musikzug besorgte»' die Musik. Dann folgte die Begrüssung der Teilnehmer durch Karl Nanninger und Heinrich M ü l l e r. Stach einer Totenehrung, bei der besonders der spanischen Freiheitskämpfer gedacht wurde, sprach für die Partei Franz Seidel. Die Wassersportler des Atus zeigten dann während des Abends ganz schöne Leistungen. Die Sprünge vom Zehn-Mcter-Turm, das Durchspringen der brennenden Reifen, die Sprünge mit den Fackeln hielten die Zuschauer stets in Span- Porzellanarbeiter im Kampf Die Porzellanfabrik Haas& Cjijje! in Chodau hat die Bewilligung erhalten, ihren Betrieb auf drei Monate zu sperren.(Wir berichteten seinerzeit über die Gründe des Antrages auf Betriebsstillegung.) Offenbar waren bei dieser Firma jedoch nicht wirtschaftliche Erwägungen für die Betriebsstillegung entscheidend, sondern politische. Sie sperrte den Betrieb nämlich nur acht Tage, und zwar vom 27. Juli bis zum 3. August. Die Wiederaufnahme der Arbeit wurde weder dem Betriebsausschuh, noch der zuständigen Behörde angezeigt. Der Sinn dieses Vorgehens war sofort erkennbar: es wurden bei dem Wiederbeginn der Arbeit hauptsächlich Henlein- l e u t e eingestellt. Nur in solchen Fällen, in denen cs keinen Ersatz gab, wurden freigewerk- schastlich organisierte Arbeiter berücksichtigt. Mit diesem Tatbestand beschäftigte sich am vergangenen Freitag eine Versammlung der Arbeiter, die nach der Versammlung geschlossen in den Betrieb zogen und die Fabrikleitung zu Verhandlungen zwangen. Die Firma sagte die Einstellung aller arbeitslosen Arbeiter und Arbeiterinnen zu nung. Die Atusleutc, die ausserhalb des Wassers mitwirkten, zeigten auf den Geräten ebenfalls anerkennenswerte Leistungen. Auch die Kunst kam bei dieser Feier zu Worte. KÜrl Nanningers nMchtige Stimme beherrschte den weite» Platz dein? Vortrag von Rezitationen. Anny Spiegel trug ein Lied vor. Ein Sprechchor der Atusjngend und ein Reigen weissgekleideter Turnerinnen trugen mit zur Unterhaltung der Besucher bei. Imposant war die F a h n e n e h r u n g, die durch den Sprung eines Schivimmers mit der roten Fahne vom Zehnmeterturm erfolgte. Ein Feuerwerk, der Aufmarsch der Fackelschwinger unter der Musik des Liedes„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit", ein Maffenfackelschwingen, mit dem Gesang der Internationale, Trommelwirbel und Fanfarcnruf, alles bei bengalischem Feuer, beschloss die eindrucksvolle Abcndfeier. Sonntag vormittags wurden dann die Weitkämpfe im Wasser ausgctragen. Die Resultate veröffentlichen ivir an anderer Stelle. Md öilrsp'räch,' keine Mäßretzelungeii.vörzunehmen.' Interessant ist, dass auch'die sreigewerkschastlichen Mitglieder des Betriebsausschusses nicht zur Arbeit zurückberufen wurden, während man die völkischen Mitglieder sofort esnstclltc.— Das entschlossene Vorgehen der Arbeiterschaft hat überall Zustimmung ausgclöst. Line merkwürdige Betriebsleitung Wir haben seinerzeit über die Vorgänge bei der Wahl des Betriebsrates in der R e u- deker Papierfabrik Sl.- G. berichtet, wo die Heubeinleute zuerst dir Arbeiter zu pressen suchten und als das mißlang, zu den: Mittel der Unt rschriften- Fälschung griffe». Die Arbeiterschaft hat daraufhin gegen die Wahl Einspruch erhoben. Woche» sind vergangen und di«— tschechische— Betriebsleitung hat sich biS jetzt nicht gerührt. Glaubt sie, daß die Zustände im Betrieb sie nichts angehen oder begünstigt sie die Hcnlcinbewrgung? Es wäre aus mannigfachen Gründen wünschenswert, daß di« tschechisch« Leitung des Unternehmens sich über die Motive ihrer merkwürdigen Haltung wenigstens äuhrrtel Wir berichteten dieser Tage über einen Streich der Schulbürokratie gegen das deutsche Staatsrealgymnasium in Reichenberg. Es war beauftragt worden, die vier noch im tschechischen Staatsrealgymnasium untergebrachten Schulklassen zu räumen. Gegen den Erlaß schritt unsere Partei sofort ein— mit dem Erfolg, daß er zurückgenommen wurde. Dio vier Klaffen bleiben also vorläufig dort, wo sie letzt sind. Abschied von August Herker Am Samstag wurde die sterbliche Hülle August Heckers den Flammen übergebe». Viele httndcrte Trauergäste hatte» sich in: Reichenberger Krematorium eingefundelr. Zunächst sprach der Reichenberger Bürgermeister K o st k a, mit den: Hecker durch viele Jahre als Vizcbürgcrmcistcr zusammengcarbcitot hatte. Er würdigte den Fleiss und die Geivisscnhaftigkeit des Verstorbenen in warmen Worten.— Für die gesamte Arbcitcr- bewcgung sprach der ttnionS-Sekretär P e t e.v S ch u: i d t. Er sagte den: Verstorbenen Tank für sein gctrencs Wirken im Dienste der Arbeiterklasse.— Dann senkte sich dec Sarg in die Tiefe... August Hecker ist nicht mehr, aber sein Andenken wird in unserer Bewegung weiterleben. Volksgemeinschaft— erst aut behördlichen Befehlt Der„Textilarbeiter" berichtet: Am 27. Juni wurde der Rochlitzer Kvllcktivveetrag für die Baumwollindustric für verbindlich erklärt, der sich aus 18 Firmen mit ettva 1000 Arbeitern erstreckt. Durch diese Vcrbindlichkeitscrklärung wurden sieben Firmen, die bis jetzt zu den Aussenseitern gehörten, zur Einhaltuug des Lohnvertrages gezwungen. Unter ihnen befindet sich auch die Firma Erdmann Donth, die eine Rolle in der Rochlitzer SdP spielt. Trotzdem sie in der Durchführung der Volksgemeinschaft vorbildlich sein sollte, musste sie erst durch die Vcrbindlichkeitserklärung des Lohnvertrages gezlvungen werden, den Volksgenossen Arbeitern vertragliche Löhne zu bezahlen, was zeigt, wie die Firnm die Volksgemeinschaft auffasst. ..„Volksgemeinschaft** In der Slowakei Der Fabrikant und Spitzenkandidat der Karpnthcndcutschen Henleinpartei in der Slowakei, Herr H a r s ch, kündigte am 2. November 1035 seineArbeiterschaft mit der Begründung, dass die Sanktionei: gegen Italien cs ihm nicht i mchr ermöglichen, seinen Betrieb weiter zu führen. An: 2. November des gleichen Jahres unterschrieb er auf dem Gcmeindeamte in Andorf bei Pressbnrg einen Vertrag, nach welchem er sich verpflichtete, den Arbeitern, falls er sic innerhalb von sechs Monaten nicht lviedcr cinstcllc, zwei Wochenlöhnc Kündigungsfrist und einen Wochenlohn llrlaubSgeld ausznzahlen. Dieser Vertrag lvurde für die organisierten Arbeiter von: Sekretär der Holzarbeitergcwerkschaft Stefan Barta unterschrieben. Da die Rücknahme in die Arbeit nach sechs Monaten nicht erfolgte und Harsch den Nichtorganisierten Arbeitern nichts zahlte, klagten 28 Nichtorganisierte Arbeiter Herrn Harsch auf die Auszahlung von dei Wochenlöhnc» beim Prehburger Arbeitsgericht. Die endgültige Verhandlung über diese Klage wird an: 15. Septem- bcr dieses Jahres stattfinden.— Herr Harsch hat sich nie angestrengt, besonders hohe Löhne zu zahlen, er gelangte ans diesem Grunde schon, früher zu einer gewissen Berühmtheit, doch diesmal seht er seinen Taten die Krone auf. Es handelt sich nm Ki 120.— bis KC 250.— pro Kopf; für Herrn Harsch eine Kleinigkeit, für Arbeitslose ein Vermögen. Die Arbeiter und?lrboiterinncn sind durchwegs Deutsche. Sie waren zum nber- wicgenden Teil mehr als zehn Jahre im Betrieb beschäftigt! Und jetzt wirft sie Herr Harsch, oberster Anpreiser der Volksgoineinschaft in der Slowake;, aufs Pflaster und will ihnen die paar schwer erworbenen Kronen nicht bezahlen! Die Arbeitslosigkeit nach Nationen. Nach den Mitteilungen des„Deutschen Hauptverbandes der Industrie" ivaren Ende Juli In der ganzer. Republik von 1000 Einwohnern 3-1.3, von 1000 Einwohnern in den deutschen Gebiercn(mit mehr als 50 Prozent Deutschen bei der letzten Volkszählung) 78.6, in den tschechischen 24 arbeitslos. Bon den 504.750 Arbeitslosen waren in den deutschen Gebieten 224.168, in den tschechischen 280.582 gemeldet. Trotz des Sinkens der absoluten Zahl der Arbeitslosen hat sich das Verhältnis der Arbeitslosen in den deutschen gegenüber den tschechischen Gebieten zuungunsten der ersteren verschoben. Dies beweist die nachstehende Aufstellung: 100 Arbeitslosen in den tschechischen Bezirl- ken entsprächen: im Juni 1986 272 Arbeitslose in den deutschen Bezirken, im Juli 1986 807 Arbeitslose in den deutschen Bezirken. Die Besserung hat sich also in den tschechischen Gebieten bedeute stärker ausgewirkt als m-en deutschen. Beite 4 DienStag, 18. August 1888 A Nr. 191 Eröffnung der Reichenberger Messe Rcichcnberg. Sonntag vormittags wurde unter starker Beteiligung die 17. Rcichenberger Messe eröffnet. Präsident Theodor L i c b i e g hielt die Eröffnungsansprache. Hierauf begrüßte Senator Kostka namens der Stadt Rcichcnberg die erschienenen Gäste. Der erste Messetag hat einen Massenbesuch gebracht. In allen Messehäusern und auf den Zufahrtsstraßen zur Messe herrschte stundenweise großes Gedränge. Unter Berücksichtigung der Wichtigkeit der neuzeitlichen Mustermessen für die tvirtschaftliche und kulturelle Erziehung unserer Jugend hat sich die Rcichenberger Messeleitnng entschlossen, der studierenden Jugend gegen Vor- weis der Studcntenlegitimationen einen 60pro- zcntigen Nachlaß zu getvähren und ermäßigte Tageskarten zum Preise von 8.60 KL an allen Tageskassen in allen Messehäusern abzugcben. Bo» einer Bayernfahrt nicht mehr zurückge- kehrt. Zwei Männer aus der Ortschaft St. Ka- t h a r i n a bei Neuem im Böhmertvald find vor einigen Tagen zu einer Wallfahrt über die Grenze nach Bahcrn gepilgert, ohne bisher wie- der in ihren Heimatort zurückgekehrt zu sein. Die zwei Männer wurden, wie es heißt, aus bisher nicht aufgeklärten Gründen von der bahrischen Behörde in Haft genommen. Immer wieder falsche Krouenmüiize». Wie In anderen Orten Nordwest- und Westböhmens tauchten in der letzten Zeit auch in v e r s ch i e- denen G cm ei«den des Erzgebirges fälsche Kronenmünzen aus, die Ivohl lvcgcn ihrer mangelhaften Ausführung leicht zu erken- neu siud, aber dennoch häufig bei Märkten usw. in ilmlauf gebrächt werden können, Iveshalb die Bürgermeisterämter die Bevölkerung ncuerdiugs auf die Falsifikate aufmerksam machen und vor ihrer Annnahme warnen. Schnlbrand. Wie uns aus dem Erzgebirge berichtet tvird, brach in der Ortschaft Jungenhengst bei Breitenbach in der dortigen t s ch e ch i» sch en Schule ein Feuer aus, durch welches das Objekt fast völlig eingeäschert wurde. Der in dem brennenden Gebäude in tiefem Schlafe liegende Hausmeister konnte im letzten Augenblick noch gerettet iverdcn. Der Brand ist durch einen schadhaften Kamin entstanden. Mutterschulung. Sonntag, den 28. August, 10 Uhr vormittags, findet in der großen Volkshalle des Rathauses in Rcichcnberg die Eröffnungsfeier der Mutterschulung der deutschen Jugendfürsorge statt. Wieder ein Autounglück auf den« Schöu- kindner Berg bei Komotau. Freitag abends ereignete sich auf der Schönlindnerstraße, in der Drehe bei den städtischen Wasscrwerksanlagcn, neuerlich ein schweres Autounglück. Der Ralo- »itzer Mictautounternchiner Josef Zier fuhr zlvischen sechs und sieben Uhr abends mit einem beladenen Lastauto gegen Komotau. Gegenüber dem Wasscrlverk hat der Josef Zier, der sein Auto selbst lenkte, die Drehe nicht bekommen, so daß er über die Straßenböfchung hinabfuhr und auf dem Felde landete. Die Folgen lvarcu furchtbar: Das Auto überschlug sich zweimal derart, daß der Wagen wieder auf die Räder zu stehen kam. Dabei wurde ein etwa 16 Zentimeter starker Baum nmgerissen. Der Chauffeur Josef Zier und Franz V o p a r, der neben dem Chauffeur saß, erlitten leichte, Loses Schwarz und der Geschirrhändler Friedrich H o f s m a n n aus Senomat im Bezirke Rakoiiitz schwere Verletzungen. Außer Zier wurden alle Verletzten in das Komotaner Krankenhaus eingeliefert. Das Auto tvurde abgeschlevtzt. Ermäßigte Sonntagsrückfahrkarte» zur Rei- chenbcrger Blesse für den 10. August 1038. Anläßlich des Besuches des Herrn Staatspräsidenten in Rcichcnberg hat das Eisenbahnministcriuin verfügt, daß für Mittwoch,. den 10. August l. I., und zivar in der Zeit von 0 Uhr bis 24 Uhr die Begünstigungen der 88prozentigen SonntagSrück- fahrkarten für die Strecken: Turnau— Seidenberg, Rcichcnberg— Böhmisch-Leipa, Reichenborg— Polaun, und auf den Friedländer Be- zirksbahnen in Kraft tritt. Anö dem Paradies vertrieben. Man schreibt uns aus Westböhmen: Auf den Volksfesten, die jetzt in zahlreichen Orten Westböhinens' in kurzen Zwischenräume» abgehalten werden, Ivar unter anderen Schaubuden auch ein Zelt zu sehen, vor dem sich meist eine große Menschenschar um eine Gruppe junger, verschleierter Mädchen drängte. An den Wänden des Zeltes waren Bilder„aus dem Paradies" zu sehen, d. h. Szenen zwischen Adam und Eva und der Schlange, und von einem Podium herab kündigte ein Ansager an, daß dec p. t. Zuschauer gegen eine EintrittSgcbühr von nur einer Krone herrliche paradiesische Szenen zu sehen kriegte. Dor Anreißer stellte eines der verschleierten Mädchen als„das Kristallweib" vor, führte allerlei Hokuspokus auf, wählte sich einen Kaust Lose der Arbeiterfürsorge! sungcn Mann aus der Menge, ließ ihn sich bis auf die Beinkleider vor dem johlenden Publikum ausziehen— und da strömte die Menge in das Zelt, das bei jeder Vorstellung bis aufs letzte Plätzchen ausverkauft war. Die Reihenfolge, der lebenden Bilder, durch die das Leben im Paradies versinnbildlicht werden sollten, bestanden: in einer Lieberszene, bei welcher der aus dem Publikum hcrausgeholte Jüngling ein halbnacktes Frauenzimmer auf dem Schoß hielt, aus dem Bild„Der Maharadscha straft seine ungetreue Frau", d. h. ein peitschenschwingender beturban- ter Bursche neigte sich über ein auf dem Boden HIngestreckteS spärlich bekleidetes Mädchen usw. Dem heiteren Liebesspiel hat nunmehr die Polizei ein Ende bereitet. Der Erzengel Michael in der Rolle eines städtischen Polizisten trat auf den Plan und sorgte für die Austreibung des sündigen Paares Adam und Eva aus dem Paradies. Der Unternehmer sah sich zu einer kleinen Umstellung gezwungen und so sahen die Schaulustigen an Stelle der paradiesischen Schönen nur mehr ein paar Geishas, von denen übrigens ein« völlig von der Bühne verschwand, weil sie durch die Gendarmerie ihren Eltern zugeführt wurde, denen sie durchgebrannt war... „Revolutionäre Wachsamkeit“: Triumph der Niedertracht Zur Mordbeschuldlgung gegen Trotzki und Sinowjew Vor wenigen Wochen erst überraschte und erfreute die Sowjetunion das westeuropäische sozialistische Proletariat durch die Nachricht, daß die Sowjetvcrsassung demokratisiert werde. Vielfach tvurde angenommen, daß es sich bei dem Bemühen, die Sowjetvcrsassung demokratischer zu gestalten, um einen Beweis für die innere Stärke des Regimes handle. Die Methoden aber, die von der in Rußland herrschenden Gruppe gegen ihre wehrlosen Widersacher eben jetzt angewandt werden, sind eher ein Beweis für die innere Schwäche des Regimes, denn sie tragen den Stcnipel der Niedertracht und Brutalität. Wie immer man zu Trotzki stehen mag: wenn man ihn kennt, so weiß man, daß er den individuellen Terror stets leidenschaftlich abgelehnt hat. Er ist auch jetzt, da man ihn und seine Anhänger mit allen Hunden durch die Lande hetzt, nicht anderer Meinung. Das hindert aber die amtlichen russischen Stellen nicht, die Beschuldigung des, individuellen Terrors gegen ihn zu erheben, ja, ihn und Sinowjew, der mit der trotzkistischcn Opposition kaum etwas zu tun hat, des Mordes anKirowzu beschuldigen. Die bolschewistische Journalistik apportiert alles: wird ihr morgen besohlen, das bis heute gefeierte Väterchen Stasin in Acht und Bann zu tun, so kommt sie dem Befehl mit derselben hündischen Ergebenheit nach, mit der sie heute gefallenen Größen immer wieder den Eselsfutztritt versetzt. Mit Trotzki und Sinowjew macht sie das u. a. so: „Die Trotzkisten und Sinowjewisten, das sind verruchte, unversöhnliche Feinde des Volke», unserer Heimat. Im Kampfe gegen die Partei sind ,. sie zu jeder Niedertracht fähig. Sie sind endgültig in den Sumpf der Weißgardisten versunken, wurden zu direkten Agenten der faschistischen Gestapo."(„Deutsche Zentral-Zei- tung", Moskau, 14. August.) Wir haben keine Ursache, Sinowsew In Schutz zu nehmen, noch hat Trotzki unsere Verteidigung nötig. Immerhin aber muß gesagt werden, daß Trotzki den feigen Soldschreibern des bolschewistischen Systems das Verdienst voraus hat, die russische Revolution vor den Weißgardisten durch die kühne Organisation der Roten Armee gerettet zu haben! Auch die„Deutsche Zentral-Zeituug" erhebt die Beschuldigung gegen Trotzki, den Kirow-Mord organisiert zu haben. Sie schreibt unter der Ueberschrist„Erhöht die revolutionäre Wachsamkeit!" u. a.: „Die Feinde der Partei find geschlagen, zerschmettert. Aber ihre kläglichen Ueberreste machen verzweifelte Versuche, den siegreichen Vormarsch des Sozialismus auf jegliche Act aufzuhalten. In ihrem Kampf scheuen sie vor keinen Mitteln, vor keinen Methoden zurück. In ihrem tierischen Haß beschritten die Trotzki- Sinowjew-Bande ndenWegdeSTer« rorsund organisierten imDe- zember 1084 den Meuchelmordandem treuen Sohn des Volker S. M. Kirow. Nur durch das Nachlassen der Wachsamkeit einzelner.Parteiorganisationen ist es zu erklären, daß den Weißgardistischen Terrors st e n ihre Untat gelang." Keine Silbe eines Beweises! Volle zwei Jahre hatte die russische Polizei Zeit den Hintergründen des Kirow-Mordes nachzuforschen, sie hat sogar im Zusammenhang mit dem Mord Dutzende Hinrichtungen borgenommen, angeblich von Leuten, die der Teilnahme an dem Mord überführt waren. Mit keiner Silbe wurde in den»wei Jahren die Mittäterschaft der Trotzki-Leute behauptet. Erst jetzt, da man Material gegen oppositionelle Gruppen braucht, erst setzt, da man die Führer dieser Gruppen physisch vernichtet will, wird der Zusammenhang zwischen der Trotzki-Opposition und dem Kirow-Mord zwar nicht bewiesen, aber behauptet. Jetzt lügt man vor dem russischen Volk, dem zu glauben befohlen ist, mit dem gleichen Eifer, mit dem man täglich vor Stalin widerlich auf dem Bauche kriecht, den Schöpfer der Roten Armee in einen Weißgardisten um, gar nit bedenkend, daß man dadurch zumindest gesteht, das Blut der seinerzeit wegen des Kirow-MordeS Hingerichteten ohne Ursache vergossen zu haben. Fast scheint es, daß die Bolschewiken Wert darauf legen, die h i t- l e r s ch e n Methoden der Verleumdung und der „gesetzmäßigen" physischen Vernichtung Andersdenkender durch. ihr c i g c n c s Verhalten zu rechtfertigen,^ Eine Erklärung Trotzkis Oslo.(Reuter.) Trotzki dementiert mit Erbitterung die aus Moskau verbreitete Meldung, daß er stch an einer terroristischen Verschwörung beteiligt habe. DaS Blatt„Kristiandsand" erhielt von Trotzki ein Schreiben, in welchem dieser vorschlägt, die norwegische Regierung soll eine Kommission crnenen, die die von sowjetrussischer Seite gegen ihn erhobene Beschuldigungen untersucht. Trotzki erinnert daran, daß er immer den individuel- len Terror verworfen habe. Rasche Arbeit Moskau.(HavaS.) Blättermcldungen zufolge findet der Prozeß gegen die Gruppe Sinowjew-Kamencw, die der Verschwörung beschuldigt werden, am 10. August statt und wird sechs oder sieben Tage dauern. kin Henker hilft dem andern! Deutsche Flüchtlinge von den spanischen Faschisten an Hitler ausgeliefert Wie der„Populaire" meldet, haben die spanischen Faschisten auf den B a l e a r e n etwa 26 deutsche Flüchtlinge, die feit langem auf de» Inseln ein Asyl gefunden hatten, a» die deutschen Kriegsschiffe auSgeliefert. Anter den Opfern dieser besonders feigen und tückischen Zutreiterlei» ftung befinden stch u. a. der frühere Reichsban» nerführer von Puttkammer und dar Kor- vetten-Kapitün P l a ch t. Die Flüchtlinge gehörten zum Teil der Sozialdemokratie» zum Teil der Schwarzen Front Strassers an. Arber ihr ferneres Schicksal ist noch nichts bekannt. Reform der Bank von Frankreich Paris. Die Regierung Blum hat auch ihr Versprechen in Angelegenheit der Reform der Bank von Frankreich, zu der sie bereits die Zu- Aimmung des Parlaments erlangt hat, erfüllt. Das Amtsblatt brachte die Ernennungen der neuen Mitglieder des Generalrates, unter ihnen auch die des Generalsekretärs der Gewerkschaftsorganisa- tion I o u h a u x. ES wird deshalb möglich sein, daß der neue Generalrat der Bank von Frankreich in kürzester Frist seine Funktionen antrcten kann. Das Amtsblatt veröffentlicht den Text des geänderten Statuts der Bank von Frankreich, welches am 17. August 1088 Gültigkeit erlangt, i Wolde Marlam beraubt Rock. Aus Verfügung des Vizekönigs von Abessinien Graziani sind sämtliche Güter und daS Vermögen des R a s N a s ist u sowie des früheren abessinischen Gesandten in Paris Wolde Marlam beschlagnahmt und In staatlichen Besitz einbezogen worden. Den Anlaß zu dieser Verfügung bildet, wie verlautet, die gegen die Ruhe und Sicherheit Abessiniens gerichtete Hehtätigkeit der Genannten. DaS Dritte Reich und di« Bauern, Die eigenartige„Fürsorge" der Dritten Reichs für di« Bauern wird durch die Behandlung der Flurbereinigung beleuchte. So willkommen den Bauern die mit der Feldbereinigung verbundene Zusammenlegung der oft getrennt voneinander liegenden Ländereien und die Befreiung des Lander von Unkraut und Steinen ist, so sehr werden sie auf der anderen Seite geprellt. Für die Bereinigung eines Hektars müssen die Bauern 240 Mark zahlen, die ihnen durch Minderbezahlung der abgelieferten Produkte abgezogen werden. In Wahrheit sind aber durch Anwendung besonderer Maschinen die Kosten auf 80 Mark gesenkt worden. Die Bauern müssen also dar Dreifache für die Arbeit zahlen, die der Arbeitsdienst durchführt Außerdem werden den Bauern, 8 Prozent des Lande» weggenommen, das angeblich für die Wege benötigt wird.. Sie werden aber zugunsten der Staate» versteigert, der dafür 80 bis 120 Mark pro Morgeü erzielt. Die Erbitterung der Bauern Über diese Regelung kann man sich leicht vorstellen, Das Vermögen der freien Gewerhsdiatten Deutschlands Die Freien Gewerkschaften. Deutschlands wurden aufgelöst, ihr Vermögen beschlagnahmt, d. h. auf gut deutsch— gestohlen. Bis zum■ heutigen Tag« haben selbst die so skrupellosen nationalsozialistischen Juristen für diese„Beschlagnahme"- noch keinerlei Rechtstitel gefunden. Ebenso zerbrechen sie sich ihre nordisch gespitzten Köpfe mit einer juristischen Definition über die Nachfolgeschaft der Freien Gewerkschaften, die sogenannte Deutsche Arbeitsfront. Diese eifrigen, aber erfolglosen Bemühungen, dem Diebstahl ein juridisches Mäntelchen umzuhängen, illustriert sehr gut ein Interview, das der Leiter des Rechtsamtes der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Bahren, einem Schriftleiier der Deutschen Arbeitskorrenspondenz gab. Dieser„Auskunft", abgedruckt in der„Deutschen Allgemeinen Zeitung", Nr. 870 bis 871, vom 11. August 1086, entnehmen wir wörtlich: „Der Mensch erlangt die Rechtsfähigkeit mit Vollendung der Geburt. So heißt e» im 8 1 de» Bürgerlichen Gesetzbuches. Anders di« Deutsch« Arbeitsfront. Während ein neugeborenes Kind bereits Vermögen-träger fein kann, fehlt der Deutschen Arbeitsfront diese Fähigkeit. Eine Körperschaft öffentlichen Recht- ist sie nicht. Wenigstens nicht nach den geltenden Gesetzen, weil di« hiefür erforderliche staatlich« Anerkennung fehlt. Ein Verein mit eigener Rechtspersönlichkeit ist sie auch nicht, mangels Eintragung im VereinSregister. Di« Gericht« neigen dazu, in der ArbeitSfronr einen nicht rechtsfähigen Verein zu sehen. Dar erscheint mir völlig abwegig. Wir haben da» absolute Führerprinzip und kennen keine Vereinswahlen und kein« Bereinrbeschlüffe.... DaS RechtSamt(der Deutschen ArbeitSftont, d. Red.)! vertritt den Standpunkt, daß die Deutsch« Arbeitsfront eine einzigartige Neuschöpfung ist, weder Körperschaft der öffentlichen Rechte, noch Verein, sondern«ine nationalsozialistische Gemeinschaft, di« der Aufsicht der NSDAP untersteht. Die Arbeitsfront ist auch nicht etwa recht» und vermögenslos. Al» Vermögen-träger treten für sie die von uns eigens für diesen Zweck gegründeten Treuhandgesellschaften auf. Alle Gewerkschaften und sonstigen Verbände einschließlich der Arbeitgeberverbände sind aufgelöst. Ihr Vermögen ist jedoch nicht bzw. noch nicht in da- Eigentum der Deutschen ArbeitSftont übergegangen. Sie verwaltet e» vielmehr nur treuhänderisch, bi» eS gemäß der Verordnung des Führer» und Reichskanzler» vom 24. Oktober 1884 , durch Reich-gesetz auf die Deutsche ArbeitSftont übertragen wird. Unsere Tätigkeit begann bereit- am 8. Mai 1088. An diesem Tage— oder besser gesagt— in der darauffolgenden Nacht fertigte» wir in Gemeinschaft mit dem Schatzmeister für die NSBO» Beauftragten Vollmachten aus, durch die sie zur Berfügung über da» am 2. Mai van ihnen beschlagnahmte GewerkschaftSvermögen ermächtigt Wurden. Selbstverständlich mußten wir uns über alle formal juristischen Bedenken Hinwegsetzen. Tatsächlich ist dann auch di« RechtSgültig» . keil diese/ Vollmachten von niemanden bestritten worden. Bald begann der Kampf mit den früheren Gewerkschaftsangestellten, die gegen die Deutsche Arbeitsfront Klag« erhoben mit der Behauptung, die Arbeitsfront fei Rechtsnachfolger der früheren Gewerkschaften. Auch andere Gläubiger meldeten sich. Andere versuchten, die Haftung der ArbeitSftont für die Schulden der Gewerkschaften damit zu begründen, daß sie da» gesamteGe« Werkschaftsvermögen übernommen hätte. In einer grundlegenden' Entscheidung vom 28. Feber 1884 schloß sich jedoch da» ReichS- - arbeitSgericht dem Standpunkt de» Rechtsamts an, daß die Deutsche Arbeitsfront nicht'Rechtsnachfolger der früheren Gewerkschaften ist— weder«rudern Gesichtspunkt der Fortführung der ehemaligen Verbände, noch au» dem Gesichtspunkt der VermögenSübernahme." Herr Dr. Bahren hat, indem er sich auf die Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts beruft, die, Tatsache festgestellt, daß die Deutsch« Arbeitsfront nicht das Recht der Vermögensverwaltung(lies: Verschleuderung) hat. Warum die Deutsche Arbeitsfront sich dieses Recht einfach nimmt, erklärt uns Herr Dr. Bahren im nachfolgenden ganz eindeutig: ,„Die Revolutionsträger hatten' niemals die Absicht, die bisherigen Gewerkschaften, diese gefährlichsten Instrument« de» Klassenkampfes, fortzuführen, sondern sie wollten sie zerschlagen und an ihre Stelle etwa» ganz Neue» setzen— die Deutsche Arbeitsfront. Die Aufgaben und Ziel« der Arbeitsfront aber sind grundverschieden vpn denen der Gewerkschaften. Die Deutsche Arbeitsfront hat auch nicht da» GewerkschaftSvermögen im Sinne dtS Bürgerlichen Gesetzbuches al» Ganzes übernommen. Die Uebertragung wird.vielmehr durch«in besondere» R«ich»g«setz erfolgen; bis dahin ist sie lediglich Verwalterin." Wir wiederholen: diese Erklärungen des Dr. Bähren bestätigen, daß die« Deutschs Arbeitsfront, diese„einzigartige Neuschöpfung, die> der Aussicht der NSDAP untersteht", selbst'vom Standpunkt der nationalsozialistischen Rechtsauffassung, da» Vermögen der Freien Gewerkschaften glatt gestohlen hat. Sir. 101 Dienstag, 18. August 1936 Seite S weißer Terror in Estremadura Mehr als 1000 Hinrichtungen In Badajoz/ Mauren und Fremden* leglonäre morden Frauen und Kinder Lissabon. Die Aufständischen Haden Badajoz Freitag nm 18.45 Uhr eingenommen. Lissabon.(Reuter.) Ein portugiesischer Journalist informierte den Reuter-Berichterstatter über dir schrecklichen Szenen, welche sich bei der Einnahme der große» Stadt Badajoz an der portugiesischen Grenze abgespielt Haien. St« jeder Gaffe wurde mindesten- eine Barrikade auS Pflastersteine» und a«S Möbelstücken errichtet. Alle dieseBarrikaden waren tat wahrsten Sinne deS Worte- mitToten bedeckt. Eine Straße nach der anderen mußte in« Kampfe genommen werden. Auf dm Straßenkreuzungen lagen Berge von Toten. An den Stellm, wo die Rationalisten die gefangenen Republikaner und die Führer der rotm Milizen hinrichteten, fei dir Mauer mit Blut befleckt gewefm. Sn den verwüsteten Straßen irrm Frauen und Kinder umher und suchen nach den Leichen ihrer Angehörigen, Eltem, Freund« und Kinder. Di« Stadt Badajoz wurde durch zwei Sturmangriffe ringe» »ommen. Bo» der ein«» Seite griff ein« Kolonne marokkanischer Infanterie und von der anderen Seite Abteilungen derFremden- l e g i o n ä r e an. Lissabon. Der Reuter-Korrespondent, der Bajadoz zwei Tage nach dessen Eroberung durch die Aufstündischen besuchte, b e- st ä t i g t di« Nachrichten über die Hinrichtung roter Milizabteilungen. Die Leichen werde» auf großen Scheiterhaufen verbrannt. Die Angeklagten werden einem Militärgericht vorgeführt, wo ihnen die Hemden auöge- zogen werden. Wenn sich am rechten Arm deö Angeklagten Schwielen oder Quetschungen finden, di« von der Handhabung eine- Gewehreherrühren, wird er wegen Teilnahme am Kainpfe gegen die Ausständischm zum Tode vemrteilt. Di« Hinrichtungen werden in Gruppen von je zwanzig Personen vorgenommen. E l v a S.(HavaS.) Wie der Sonderberichter, statter der Agence HavaS mittrilt, werden die Massenhinrichtungen in Badajoz fortgesetzt. Anter den Hingerichteten Vefin- » den sich in-bes»nder« zahlreiche Offiziere, die di« Stadt gegen die Aufständischen verteidigten, weiter Unteroffiziere und Mannschaft-Personen. Sn der Nähe der Arena wurden viele Zivilistenerschossen. Man nimmt an, daß die Zahl der Hingerichtete«« sich nuninehr auf 1500 erhöht hat. Der Kainpf uu« die Stadt war außerordentlich blutig. Die Zahl der Opfer ist auf beiden Seiten groß, es ist aber nicht möglich, sie gena>« abzuschätze». Die Zahl der Einwohnerschaft sank un« mindesten- 15.000. Die Häuser von drei Hauptstraßen voi« Badajoz liegen in Trümmern; ebenso auch an zahlreichen anderen Stellen der Stadt wurde«« groß« Schäden ungerichtet. Sämtliche Berichterstatter, die Da» dajoz besucht haben, auch die auf Sek» ten der Rebellen stehenden Portugiesischen, melde«, daß die maurische» Truppen und die Fremdenlegionäre Frauen und Kinder zu.Hander t e n erschossen haben. ES spiellen sich unbeschreibliche Scheeb» benSszenen ab. Man zündete die Häuser an und wenn die Kinder und Frauen dem Feuer entfliehe« wollten, wurde« sie von den lauernden Schützen der weihen Truppe wie auf dem Schießplatz abgehnallt. Paris. Die Nachrichtenagentur Radio meldet au- Badajoz, daß Oberst N a g u e, der Befehlshaber der nationalen Truppen, an« Sonntag abend- dir Leitung der Provinz Estremadura Übernominen und dei« Belagerungszustand in der Provinz erklärt habe. Gewerkschaftsführer, die ihre Mitglieder zum Streik aufrufen sollten, würde«« standrechtlich erschossen, eiens» alle Arbeiter, die bi- Montag früh nicht ihre Arbeit'wieder ausgenommen hätten. Innerhalb voi« vier Stunden seien sämtliche Waffen abzugeben. »» Freche Vorbehalte Deutschlands und Italiens Gestern ist der französischen Botschaft die deu t^ch sAntwort auf da- fvanzüsische Neue tralitätSangebot im spanischen Bürgerkrieg eingegangen. Deutschland bezweifelt darin, daß die Madrider Regierung die RegierungSgcwalt de facto besitzt. Rußland'muffe die gleiche Neutralitätsverpflichtung übernehmen wie Deutschland, ebenso Portugal. Die amtliche italienische Presseagentur Stefan! erklärt, der Neutralität-Wille Stallens sei„aufrichtig". Hingegen zeige die Rede eines früheren französischen Staatsmannes in Toulouse und die Reise Iouhaux' nach Madrid, daß anderwärts Stellung genommen werde. Auch die Entsendung von Waffen nach Spanien zeige, daß die Neutralität vorbehaltlos sein müsse. Auch die Versammlung in London, die sich für die Madrider Regierung atlSsprach,. sei eine Verletzung dieser Neutralität. Die Stellungnahme Deutschlands und Italiens zeigt, daß diese beiden faschistischen Länder die kühnsten Manöver zur Verschleierung der Tatsachen unternehmen, daß sie die Rebellen aktiv unterstützen und sie jedenfalls als kriegführende Partei betrachten, die mit der rechtmäßigen Madrider Regierung gleichberechtigt fei. Die Waffenproduktion Madrids Paris. Das heutige„Journal des Debats" veröffentlicht eine Nachricht, derzufolge sowohl die Madrider Regierung, als auch die Regierung in Barcelona mit größtem Eifer die Erzeugung von Kriegsmaterial betreiben. In Barcelona werden Motore und jede Art von besonder- notwendigem Material gebaut. Die autonome Regierung vön Katalonien hat einen besonderen Wirtschaftsrat gebildet,.der die Produktion des Kriegsmaterials beausiichtigt. Das erste Bataillon des fünften Regiments der Volksmiliz ist mit den modernsten Waffen auSgestattet, welche durchwegs in Spanien hergestellt wurden. Uruguay will vermitteln Mo» t e v i d e o. Dir Regiernag von Uruguay hat sich telegraphisch au alle amerikaai- schen Staaten mit der Anregung gewendet, im Rphmen der panamerikanischen Union einen gemeinsamen Bermittlung-schritt für die Beendigung des spanische» Bürgerkriege« zu unternehmen. . Exekution Madrid.(Reuter.) Der Krieg-rat verurteilte den General Faujal und den Obersten Fernandez Quintana wegen Teilnahme andern Auf» stände in der Montana-Kaserne zun« Tode. Die Verurteilte«« wurden Montag um sechs Uhr früh erschossen. Sommer 1936 am Mittelmeer Rätselhaftes Flugzeug Line Provokation? Hendaye. Ein, zweimotoriges spanisches Flugzeug hat am Sonntag nach 20 Uhr Jrun und das benachbarte französische Grenzgebiet östlich voi« Hendatie überflogen. Nach mehreren Schleifen warf diese- Flugzeug über französischem Ter- ritoriuin fünf Bomben ich, von denen eine eine Kaffeehaus zerstörte, zwei nicht explodierten und die restlichen zwei Boinben aus unbewohnte- Gebiet fielen. Merkwürdigerweise wurde niemand verletzt, obwohl zahlreiche Neugierige die Manöver de- Flugzeuges im Freien beobachteten. Nach den bisherigen Erhebungen soll eS sich um ein Flugzeug der Madrider Regierung oder ein als Regierungsflugzeug getarnte- Fahrzeug handeln. Im französischen Grenzgebiet herrscht über diesen Zwischenfall große Erregung. Konflikt» unter den Rebellen Madrid.(AP) Unter den aufständischen Offizieren ist e- teilweise bereit- zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Ein Teil der Offiziere macht General Franco für die bisherigen Niederlagen verantwortlich, während andere ihn zu verteidigen suchen. Allgemein aber bezeichnet man Gil RobleS, der in- Ausland flüchtete, als den Hauptschuldigen. Die Offiziere bezeichnen ihn als, Feigling und Verräter. Zwei Offiziere wurden nach Portugal zu Gil RobleS geschickt, um ihn aufzufordern, sofort nach Spanien, zurückzu» kommen. Gil RobleS erwiderte ausweichend, und cs kam zivischen ihm und den Delegierte«« zu heftigen Auseinandersetzungen. Rydz-Smlgly nach Paris Hutes Generalstabseinvemehmen Frankreich—Polen Krakau. Der französische Generalstabschef G a m e l i«« verliest an« Montag««ach fünftägigem Anfentdalt um LI Uhr Polen. General Aamelin hatte nach seine!» Besuche an« Sarge deS Marschalls Pilsndski di« Stadt Krakau besichtigt und auch den« Pilsndski-Hügel eine«« Besuch abgestattet. Bei seüirr Abreise auS Krakau war General Gamelin Gegenstand lebhafter Ovationen seitens der am Bahnhof und auf dem Perron versammelten Menschenmenge. Vor seiner Abreise aus Warschau hatte General Gamelin, wie bereit- gemeldet, einen Vertreter der„Knrjer Poranny" empfangen, demgegenüber er erklärte, datz sein« mit dem Grncralinspcktor der polnischen Armee Rydz-Smigly geführten Konferenzen sich auf alle die beiden verbündeten Länder betreffende«« Fragen bezogen und in einer Atmosphäre g r öß t e r Aufrichtigkeit vor sich gingen. General Gainelin bestätigte ferner die Nachricht, daß Genera linspektor Rvzd-Smiglq schon in nächster Zeit der(Hast Frankreichs sein werde. Bombenwurf in Tel Aviv 20 Tote in den letzten Tagen Jerusalem. Aus den« Zuge Jaffa— Tel Aviv—Lydia, der mitte«« In Tel Aviv die Hauptstraße überquert, wurde Sonntag vormittag- eine Bombe auf die Straße geworfen, wodurch eil« Kind getötet und 20 Personen, darunter elf schwer, verletzt wurden. Der Täter konnte nicht ermittelt werden. Allein in dei« letzten zwei Tagen wurden bei verschiedene«« Anschlägen 20 Personen getötet, darunter zwölf Juden. U»«ter den Opfern der Anschläge steigt der britische Anteil. Trotzdem sind keine verschärfte» Maßnahmen festzn- stellen. Jerusalem. Ruf den Zug Jaffa—Tel Aviv—Lydia wurde Montag morgen- ein neuer Anschlag säst ai« derselben Stelle wie am Sonntag vormittag- verübt, wo anf den Zug Bomben geworfen und Schüsse abgegeben wurden. Eine Person«vurde getötet, fünf Personen verwundet, linier den Verletzte«« befindet sich«in britischer Soldat. Nicht ohne eigene Schuld... I Stadt des Vatikan.(HavaS.) Der Heilige Vater empfing gestern eine Delegation der Diözesane der Katholischen Aktion, die er Ivie folgt apostrophierte:„Heute herrscht in der Welt ein Chaos der Gedanken, ein Chaos der Worte und ein Chaos menschlicher und unmenschlicher Handlungen. Niemals zuvor habe ich in meinem Leben so vielgelitten und Niemals mußte ich s o v i c lc schm erz lI ch e Nachri ch t e n darüber vernehmen, was iir der Welt vorgeht u»d was sich in den verschiedensten Teilen der Welt zu ereigne«« droht. Niemals zuvor habe ich so sehr das Bedürfnis der geistigen Hilfe und des Gebetes gefühlt, wie in diesen Tagen", Metaxas hat es eilig Athen.(HavaS.) Der Sonderberichterstatter der Havas-Agentur meldet, daß in Gegenwart des Generals Metaxas von Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer als auch von Vertretern der Unternehincr und der Arbeiterschaft Arbeitsverträge unterfertigt lvurdcn, durch weiche die zulässige«« Mindcstlöhne festgesetzt tverden. Die abgeschlossenen Arbelisüberemkommen enthalten auch «Ine Reihe von Klauseln,««. a. auch die Klausel über die. Verpflichtung zur Anerkennung deS schiedsgerichtlichen Verfahrens. Sächsische Sozialisten ffUr Spanien Das Sekretariat der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei erhielt folgendes von sechzehn sächsischen Sozialisten gezeichnetes Schreiben: Werte Genossen! Wir haben den Aufruf in Eurer Zeitung gelesen, in den« Ihr zur Geldsammlung für unsere spanischen Genossen anfruft. Wir freuen uns aufrichtig, daß sich Eure Organisation nach der langjährigen praktischen Hilfe für italienische, deutsche und österreichische Genossen nunmehr auch in den Dienst der Hilfe für unsere spanischen Genossen einrciht. Eine Zusammenkunft reichsdeutscher Sozialdcmolratcu aus Sachsen sendet Euch anbei für Eure Geldsaminlung zugunsten der spanischen Genosse«« eine» Betrag voi« 300 Kc. Wir tvissen, daß cs sich nur uin eine bescheidene Hilfe handelt, Ihr«vollt aber bedenken, daß wir mir über geringe Mittel verfügen. Wir verbinden diese Sendung mit dem Wunsche, daß die spanische«« Freiheitskämpfer über die rak- tionär-faschistischen Kräfte der Militärrcvoltc in« Interesse der gesamten europäischen Arbeiterbewegung den Sieg erkämpfen möge. Bauernwehr In Dänemark? Kopenhagen. Der Hauptvorstand der große«« dänischen Landwirtschaftsorganisalion„Landbru- gernes Sainmenslutning"(L. S-) hat die Errichtung einer Bauernwehr beschlossen. Als Aufgaben der Bauernwehr werden u. a. Anwesenheit bei Zwangsversteigerungen und anderen Maßnahmen gegenüber notleidenden Landwirten und Landarbeitern genannt. Die Mitgliederzahl der Bauernwehr soll auf 10.000 beschränkt werden. In Kurzes Innsbruck. Die Handels« und Gewerkcbank in Rastenberg in Tirol hat ihre Liquidierung infolge der groben Defraudationen eines der führenden Beaniten dieses Institutes beschlossen. Paris. Die Kammer hat in ihrer letzten Sitzung des Sondergesctz über einen Kredit von 10 Millionen Francs als Hilfe für die in Spanien angesiedelten Franzose» angenommen. Parts. Zu dem Verschwinden militärischer Pläne im Zuge von Paris nach Chamber«« wird von amtlicher Seite erklärt, daß er sich um Karten eines alten Grenzabschnittes gehandelt habe, die für eine ausländische Macht keinen Gebrauchswert darstellen. OSl». Außenminister Koth hat sich Pressevertretern gegenüber dahin geäußert, daß nach Ansicht der norwegischen Regierung die Tätigkeit Trotzkis keine Propaganda gcgci« eine Norwegen befreundete Macht darstelle. London. Beim Ministerpräsidenten Baldwin, der in Waler auf Urlaub weilt, stellten sich gestern Delegationen der lokalen Vertreter der Gewerkschaftsorganisationen ein, die ihn ersuchten, das Parlament einzuberusen, um die Waffen- und MunitionSscndungen an die Aufständischen in Spanien mit Embargo zu belegen., London. Dar Luftfahrtministerium veröffentlicht jetzt den Plan für die Schaffung einer Flugzeugführer-Reserve. Der Plan sieht die Einstellung von jährlich 800 Bewerbern vor. Mexiko. Vier Bataillone Infanterie und zwei Bataillone Reiterei wurden in den Staat Pueblo entsandt. Zu dieser Truppenverschiebung kam er auf Grund der Angaben, daß dort zehntausend bewaffnete Männer zum Aufstand vorbereitet sind. Die Behörden hielte» in Juarez an der Grenze der Vereinigten Staaten eine große Schmuggelsendung von Waffen und Munition an. Legen die alberne Rußlandhetze Eine bürgerliche Stimme Während unsere bürgerliche Presse in ihrer großen Mehrheit den Weisungen des DNB folgend Rußland der Einmischung In Spanien zeiht, schreibt die hochseriös« Basler„Nationalgei tu n g": Man soll sich durch das Gschrei der deutschen Presse über die„Hand Moskaus" nicht irremachen lassen. Man weiß im Kreml ganz genau, daß jedes Abweichen der Sowjetpolitik von der Linie strikter Friedensliebe, jedes Liebäugeln mit den Kräften der Revolution die Isolierung Rußlands, an der das Dritte Reich mit aller Macht arbeitet, ver« häiignisvoll fürder«« würde.. Das Gesetz des Handelns ist den Soivjetmachthäbern entglitten, sie können sich gegenüber dein neuen deutschen Im« perialtsmus nur behaupten, wenn sie sich vorbehaltlos zur Politik der europäischen Demokratien bekennen und es wäre Selbstmord, wenn Moskau in diese«» Augenblick'im Trüben fischen wollte. Die Propaganda der„Konrintern" wird sicherlich durch die ganze innerrussische Entwicklung stark irritiert; wenn sie sich irgendwo betätigt, so .möchten wir sie in China und Japan.vermuten, wo eine kommunistische Revolution den Kriegstreibern gegen die Sowjets den Boden unter den Füßen wegziehen würde. In Spanien kann Moskau selbst heute einen kommunistischen Umsturz nicht, begünstigen, der dem deutschen und italienischen Faschismus viele Sympathien zuführen und Frankreich, auf das Rußland sich gegen die „deutsche Gefahr" in erster Linie stützen muß, empfindlich lähmen«nüßte. Rußland kam« und will natürlich nicht seine Sympathien sür die spanische«« Massen der„Volksfront" verschweigen, und darin dürsten sich alle Menschen in der Sowjetunion auch einig sein, daß die spanische Demokratie gerettet werden müsse, die russischen Kommunisten nicht mehr als di« heimlichen russischen Demokraten, die sich von dem Freundschaftsbekenntnis des regierenden Kommunismus zur spanischen„demokratischen Republik" eine Milderung des Gegensatzes zwischen Diktatur und Demokratie in Rußland selbst versprechen. Aber entscheidend für die Sowjetregierung ist die außen« politische Konstellation, die st« den letzten Wochen die deutsch-italienische Annäherung gebracht und Rußlands. Hoffnungen, auf, eine Isolierung Deutschlands stark herabgemindert hat. Nicht Revolutionierung Spaniens, sondern Bewahrung der Demokratie gibt England und Frankreich iin westlichen Mittelmeer und" an der. italientsh- französischcn Grenze jene Sicherheit, die wieder den. Sowjets im Kriege zugute, käme. Daher dies überraschende russische Bekenntnis zur Demokratie — nicht zur„Sowjetdemokratie" 1— daher diese dem nackten Selbsterhaltungstrieb, entstammenden Aufrufe zur Verteidigung von Kultur und Freiheit in Spanien, ohne jede Anspielung an die Sache der Revolution. Seife i Dienstag, 18. August 1036 Rr. 191 Ergebnisse vom 1. Atus-Bundesschwimmf est In Teplitz • 200 Meter Brust für Männer(Hallenbadver- eine): 1. Otto Fritz, Bensen 8:11.0 Mi«., 2. Petr« bök Jaroslav, DTJ Prag 8:18,7, 8. Rauer Hans, Teplitz 8:28.0, 4. Jarolimek Ferd., DTJ Prag 8:45.8, 5. Maer Franz, Brüx 8:47.8, 6. Hermann Franz, Aussig 8:50.0 Min. 25 Meter Brust für Schülerinnen(Hallenbadvereine): 1. Rauer Marianne, Probstau 21.8 Sek., 2. Plaba Martha, DTJ Teplitz 28,0, 8. Bartel Lotte, Aussig 25.0, 4. Spork Edeltraud, Teplitz 80 Sekunden. 50 Meter Brust für männliche Jugend(Hallenbadvereine): 1. Rücker Franz, Aussig 42.2 Sek., 2. Tittel Fritz, Eichwald 44.2, 8. Hirsch Rudolf, Probstau 45.0, 4. Kobylak Anton, Schreckenstein 45.8, 5. Ondrakek Georg, DTJ Teplitz 48 Sek.— Freibadvereine: 1. Schmidt Ernst, AlgerSdorf 44.0 Sek., 2. Michel Wilhelm, Eulau 45.8, 8. Hammer- schmid Julius, Altsattl 47.0, 4. Otto Ernst, Bensen 47.2, 5."Hocke Rudolf, Bensen 50.0, 8. Langer Erwin, AlgerSdorf 51.7, 7. Klement Rudolf, Eulau 52.8, 8. flöitin Rudolf, AlgerSdorf 54.0, 0. Straube Fritz, Aussig 55.0,-10. Touöer Franz, Eger 56.2 Sek. 50 Meter Kraulen- für Frauen(Hallenbadvereine): 1. Fix! Erna, flüssig 48.2 Sek., 2. AIbl Elli, Aussig 51.0, 8. Hanich Mia, Bodenbach 52.8, 4. Hanich Trude, Bodenbach 52.8, 5. Zimak Elli, Teplitz 57.8 Sek. 50 Bieter Brust für Frauen(Hallenbadvereine): 1. Gürtler Marie, Bodenbach 1:01.2 Min. — Freibadvereine: 1. Hopf Frieda, Fischern 52.8 Sek., 2. Schuster Marie, Karlsbad 58.8 Sek. 50 Meter beliebig für Männer(über 85 Jahre): 1. Bail Bruno, Aussig 58.2 Sek., 2. Löwe Franz, Probstau 57.7, 8. Ondraezek Karl, Wisterschan 57.0, 4. Stuchy Wenzel, Teplitz 1:10.0 Min., 5. Grasse Franz, Aussig 1:10.2, 8. Müller Heinrich, Aussig 1:22.8 Min. 100 Meter Brust für Frauen(Hallen- und Freibadvereine): 1. Hanich Trude, Bodenbach 1:58.0 Min., 2. Gampe Helene, Lobositz 1:58.0, 8. Streit Marie. Tetschen 1:58.5, 4. Schübe Sofie, Teplitz 1:50.0, 5. Scheithauer Relly, Brüx 2:00.1 Min. 50 Bieter Brust für weibliche Jugend(Hallenbadvereine): 1. Tilscher Anni, Aussig 48.8 Sek., 2. Pabler Rosa, Brüx 40.4, 8. Prohaska Ilse, Schreckenstein 52.4, 4. Streit Marie, Tetschen 58.2, 5. Lehmann Marianne, Brüx 58.4, 8. Gusserl Erna, Eichwald 50 Sek.— Freibadvereine: 1. Hackel Anni, Haida 58.7 Sek., 2. Willbnrger Elli, OberleutenS- dorf 1:01.7 Min., 8. Schmidt Marianne, Bensen 1:08.2 Mi». 100 Meter Brust für Männer(Hallenbadvereine): 1. Otto Fritz, Bensen 1:20.4 Min., 2. Petr« bok Jaro, DTJ Prag 1:31.0, 8. Rauer HanS, Turn 1:82.1, 4. Jarolimek Jaro, DTJ Prag 1:88.8, 5. Ulbrich Karl, Bodenbach 1:52.8, 6. Schwarz Bruno, Brüx 1:41.0 Min.— Freibadvereine: 1. Heine Ernst, Asch 1:88.2 Min., 2. Mazek Leo, Haida 1.37.1, 3. Appell Rudolf, Haida 1:40.0, 4. Müller Josef, Komotau 1:40.2/5. Hetfleisch Heinz, Bensen 1:40.7 Min. 50 Meter Rücken für Frauen(Hallenvereine): 1. Hanich Trude, Bodenbach 58.3 Sek.— Freibadvereine: 1. Schuster Marie, Graslitz 50 Sek. 100 Meter Kraplen für Männer(Hallenbadvereine): 1. Schusser Franz, Aussig 1:14.1 Min., 2. Jarka I., DTJ Prag 1:14.0, 8. Lnndsteiner , Alfred, Aussig 1:17.0, 4. Mrusser Willi, Schreckenstein 1.18.0, 5. Fiebiger Richard, Wisterschan 1:10.3, 6. Jarka II, DTJ Prag 1:21.2. 7. Rechtakek Anton, DTJ Teplitz 1:80.8; außer Wettbewerb: Spitz Erwin, Aussig 1:12.0 Min.— Freibadvereine: 1. Uhlig, Saaz 1:23.1, 2. Kühnel Josef, Komotau 1:32.0 Min. 100 Meter Rücken für Männer(Hallenbadvereine): 1. Jarka Franz, DTJ Prag 1:20.8 Min., 2. Petrbok Jaroslav, DTJ Prag 1:20.0, 8. Schwarz Bruno, Brüx 1:54.0, 4. Maier Franz Brüx 1:55.4, 5. Hermann Franz, Aussig 2:04.0 Min. 50 Meter Rücken für Männer(Freibadvereine): 1. Heiße Ernst, Asch 42.4 Sek., 2. Warze! Erwin, Haida 48.4, 8. Uhlig Hans, Saaz 50.0, 4. Bürger- meister Karl, Haida 58.2 Sek. 200 Meter Kraulen für Männer(Hallenbadvereine): 1. Spitz Erwin, Aussig 2:40.0 Min., 2. Ka- batnik Jaro, DTJ Prag 8:20.0, 8. Spalenko, DTJ Prag 3:20.8 Min. 50 Meter Kraulen für Männer(Freibadvereine): 1. Uhlig, Saaz 85.4 Sek., 2. Legat Karl, Fischern 42.0, 8. Ott Karl, Eger 47.8, 4. Friedl Anton, Eger 58.2 Sek. 50 Meter Kraulen für männliche Jugend(Hal- lenbadvereine): 1. Richter Haus, Aussig 87.2 Sek., 2. Baier Franz, Schreckenstein 88.4, 3. Kannhäuser Franz, Brüx 80.5, 4. Matikka Franz, Weirkirchlitz 42.4, 5. Straubl Willi, Aussig 43.0, 6. Tomanh Ernst, Schreckenstein 48.0 Sek.— Freibadvereine: 1. Otto Ernst, Bensen 30.1 Sek., 2. Touöa Frank., Eger 45.6, 3. Hocke Rudolf, Bensen 46.6 Sek. Springen(Männer): 1. John Herbert, Aussig 147 Punkte, 2a. Dobner Heinrich, Eichwald 110, 2b, Ulbrich Karl, Bodenbach 110, 3. Urban Rudolf, Teplitz 113, 4. Bürgermeister Karl, Haida 110, 5. Warze! Erwin, Haida 85 Punkte; nutzer Konkurrenz: Semm Ferdinand, Teplstz 122 Punkte. Springen(Frauen): 1. Albl Elli, Aussig 92, 2. Gampe Helene, Lobositz 62 Punkte, 4X50 Meter Kraulen(männliche Jugend): 1. Aussig 2:44.4, 2. Schreckenstein 2:50.8 Mi». 3X50 Meter Brust(weibliche Jugend): 1. Aussig 2:42.8 Min. 4X50 Meter Brust(Männer): 1. Haida 8:05.0, 2. Bensen 8:08.8 Min. 3X50 Meter Lagen(Frauen): 1, Bodenbach 2:40.4, 2. Teplitz 2:48.6 Min., 6X50 Meter Lagen(Männer): 1. DTJ Präg 8:44.6 Min./ 2a. Aussig 4:28.0, 2b. Bodenbach 4:28.0, 8. Karlsbad 4:48.9 Min, Wasserballspiele. Freundschaftsspiele: AtuS Aussig gegen DTJ Prag 2:5 und 8:7.— Meisterschaftsspiel: Karlsbad gegen Teplitz(Bezirk) 8:10. — Bundesmeisterschaft: Aussig gegen Teplitz 10:2. Unglückstsge in clsn Alpe« Autobus von der Glodcnerstraße abgestürzt— Vier Tschechoslowaken unter den Opfern, der-Berge Klagenfurt. SamStog nachmittags ereignete sich in Heiligenblut ein’ schweres Automobilunglück. Ein Postautobus mik 25 Personen stürzte von der Straßonböschung aufi eine Wiese und überschlug sich sechsmal. Der Ehaufseur, der das Unglück verschuldete,: und ein Baumeister aus Klagenfurt wurden auf der Stelle getötet, acht Insassen wurden schiver und 15 leicht verletzt. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch Frau Dr. StehllkoväanS Brünn sowie der Kausmnnn Egon B r a,u n f e l d aus P r a g, der Riß- und Quetschwunden im Gesicht, am rechten Fuß und linken Arm"erlitt. Klagenfurt. Die Beamtin Maria Sieg- 'm li tt d aus Bratislava" unternahm von Heiligenblut Sonntag vormittags"in das Gebiet des Großglockners einen Ausflug. In der Näht der Oberwälder Hütte stürzte sie 25 Meter tief ab und konnte nur mehr als Leiche geborgen werden. Ihr Leichnam wurde nach Heiligenblut transportiert.,. Typische Witze ES gibt Witze, die für die Mehrzahl der bürgorlickpm Zeitungen charakteristisch sind. DaS sind die Witze über die Arbeiter. Witze, in denen die Arbeiter als faul erscheinen. Sie tauchen auch in Zeitungen aus, die durchaus nicht be- mußt arbeiterfeindlich sind, die sogar ein gewisses Verständnis für die Arbeiterbewegung haben. Sie tauchen auf, weil— ja, weil in der bürgerlichen Welt die Vorstellung von der Faulheit der Arbeiter allgemein verbreitet ist, weil dem Bür- ger der Arbeiter nie genug arbeiten kann, der Durchschnittsbürger in jeder Arbeitspause, in jedem Atemzug, der der Erholung Erschöpfter dient, eine Zeitvergeudung sieht, seiner Meinung nach der Arbeiter eben dazu da ist, ohne Unterlaß zu arbeiten, und in solcher Atmosphäre gedeihen typische Witze solcher Art: - Feierabend, Auf einem Neubau sind zwei Maurer beschäftigt. Er entspinnt sich folgender Gespräch: Karl, siehst die Flieg'»?, — War für a Flieg'» denn? ' i— Die Flieg'» da! — Na, ich seh' sie nett :— Ich seh'r a not! — Herr Polier, wir können net mehr arbeiten, wir seh'n»ir mehr! Die„Erfinder" solcher Witze, ob innerhalb oder außerhalb der Redaktionen, sollten nur einmal Nachschau und Nachfrage halten auf einem Neubau I Sie würden ein wenig von der Ra- tiopalisterung auch, auf Bauten, von der Antreiberei, von der Arbcitshast auch bei diesem Werk erfahren, und vielleicht würde sie ein wenig Scham darüber erfassen, daß sie billige Witze über Arbeiter erzeugen für jene, die sie schmunzelnd lesen— während des Nichtarbei- tcns I— Was von den Witzen über die Faulheit der Arbeiter gilt, gilt noch mehr von denen über die Unehrlichkeit der Hausgehilfinnen, etwa von Witzen, wie dem nachfolgenden: Die diebische Elster. Das Dienstmädchen mußte wegen Unehrlichkeit entlassen werden.„Sie werden mich noch missen!" rief sie wütend bei ihrem Abgang.—„DaS ist nicht so wichtig," bekam sie zur Antwort,„wenn wir nur nichts anderes vermissen!" Gewiß gibt es auch diebische Dienstmädchen, wie es diebische Generaldirektoren gibt. Aber ein Witz wie der hier erzählte macht die Neigung zum Stehlen geradezu zu einer Dienstmädchen- Eigenschaft. Nun. gehören gerade die Hausgehilfinnen zu den wehrlosesten Arbeiterinnen, zu denen, die nicht nur mehr als andere Arbeite- rinnen alle denkbaren Lannen der Arbeitgeber zu ertragen haben. Sie gehören auch zu denen, die mancherlei Willkür erdulden müssen. Auch die, grundlos des Diebstahls beschuldigt zu wer- den. Ja, es kommt auch vor, daß Dienstmädchen von den„Gnädigen" bestohlen werdens Wo aber ist in dem„Witzen" die„Gnädige", die beim Brot für die Hausgehilfin spart, die dümmer ist. als das Dienstmädchen, die ihr den Loh» nicht rechtzeitig aUszahlt oder gar sie um den Lohn-zu prellen versucht? Werden solche Witze nicht erfunden, weil sie eine allzu traurige Wirk- lichkeit behandeln müßten? .Die,',Witze" über'die Faulheit der Mäurer und über die Diebereien der Hausgehilfinnen, die typisch sein sollen Mr ganze Arbeitcrkatego- rien, sind doch nur typisch für daS Denken weiter, bürgerlicher Kreise über die Arbeiter! Wien. AuS Admont wird berichtet, daß Freitag der Professor Hubert Soefriodt aus O l m ü tz im Gesäuse bei einer Hochtour abgestürzt und tödlich verunglückt ist. Seine Leiche konnte zu Tal gebracht werden.— Desgleichen ist in Hallermauren der ElsHndreher Fr.. M ü h l- itet aus Wien, der über die Feiertage eine Bergtour unternahm, abgestürzt und tot liegen geblieben.. Wien. Auf der Suche nach Alpenblumen kamen Sonntag drei Menschen ums Lech e n. Auf der Rax.stürzte der 21jährige Bergmann Franz T ich h aus Gloggnitz 15 Meter tief äb'und blieb mit zerschmettertem Schädel liegen. Bon der Weißen Wand bei Rosenbach in Kärnten stürzte der.28jährige Maurer Johann P a l in i- s a n o aus Feistritz in eine Schlucht und tvurde getötet. Vom Hahnkogel tu Kärnten stürzte der 18jährige Handlungsgehilfe Johann L a n g in- eine 25 Meter tiefe Schlucht und würde mit zerschlagenen. Gliedern tot aufgefu»den.. Ein« JsntematS-Schnle der Diluirkä aka- demic(Arbeiterakademie), der Bildungszentrale der tschechischen sozialdemokratische» Partei, wurde. Sonntag bei Hvözdoniee. a. d. Sazava eröffnet. Mitten in großen Wäldern, die ebenfalls ihr Eigentum sind, hat die Arboitorakadomie mit Unterstützung der politischen und goworkschaft- lichen Organisationen eine Kolonie von vier Wohnhäusern mit einem Zentralgebäude errichtet,. die gleichzeitig 80 Teilnehmern an Kursen Unterkunft bieten. Zu der einfach, aber geschmackvoll und außerordentlich zweckmäßig eingerichteten Anlage gehören Spiel- und Sportplätze sowie ein Badeplatz an der Sazava. Die Eröffnung des Lagers, auf welches die Arbeiterakademie stolz sein kann, erfolgte im Rahmen einer Feier, auf welcher Genosse Sen. Dundr. und Genosse Prof Patzak sprachen. Die Legitimation. Als die griechische Regierung zu Beginn dieses Monats den Ausnahmezustand verhängte und das Betreten der Straßen nach Einbruch der Dunkelheit in verschiedenen Stadtteilen verboten war, wurde auch ein AuS- lsinder angehalten, der um" zehn Uhr abends von einem Spaziergang heimkehrte. Man verlangte ihm den-Paß ab, aber er hatte ihn im Hotel. Schon sollte er verhaftet werden, als er sich besann und den Soldaten sagte:„Vielleicht genügt das zur Legitimation!" Und dabei zeigte er seine Photographie, Ein Soldat sah sich das Bild an, leuchtete dem Manne mit einer Taschostlastipa ins, Gesicht, betrachtete nochmals, das Bild und erklärte dann geheimnisvoll:„Es stimmt!" Worauf der Fremde ungeschoren in sein Hotel zurückkehrte. Die Geschichte erinnert an einen alten Witz, hat aber den Vorzug, wahr zu sein, und alle Athener Zeitungen haben die Gewissenhaftigkeit des Kontrollbeamten auch gebührend kommentiert. Wegen Leichenschändung verurteilt. DaS Egerer Kreisgericht hatte sich dieser Tage mit einer ungewöhnlichen Anklage zu beschäftigen. Die Anklageschrift gegen den 40jährigen verheirateten Schmiedegesellen Johann R.< der bereits 88mal vorbestraft ist, lautete auf Leichenschändung, begangen in WinterSgrün bei Karlsbad. In dieser Ortschaft lag im heurigen Feber ein Arbeiter im Sterben. Während der Mann in den letzten Zügen lag,, bot R. sich der Gattin des Sterbenden an, ihn, sobald„es vorbei" sei, zu waschen und zu rasieren. Er bedang sich für diese Arbeit einige Flaschen Bier und einen Viertelliter Rum aus, die er rasch nacheinander austrank, worauf er sich— der Arbeiter war inzwischen wirklich gestorben— an die„Arbeit" machte. Dabei zog er sich fast gang aus und setzte sich auf den Leichnam, den er einige Male derb schüt- Eilzug zermalmt Lastauto 17 Tote, 15 Schwerverlebte Quebec.(Reuter.) An einer Stelle wo die Eisenbahn die Landstrasse kreuzt, kam eS bet der Stadt Loustville unweit von Quebec zu einem folgenschweren Unglück. Ein Lnst-Eilzug fuhr mit volser Geschwindigkeit auf ein Lastautomobil, daS von vielen Personen» die auS einer Wahlversammlung heimkehrten, besetzt war. Die Folgen waren furchtbar. Der Zug schleifte die menschlichen Körper eine lange Strecke weil fort, bevor er zum Stehen gebracht werden konnte. Rach den bisherige» Feststellungen wurden 17 Menschengetötet und 15 schwer verletzt. An die UnglückS- ' stell« wurden Ambulanzen und Aerzte entsandt. telte und auf den er schließlich mit beiden Händen losschlug, wobei er wüste Schimpfwörter gegen den Toten ausstieß. Nachbarn, die Zeugen der widerlichen Szenen wurden, erstatteten die Anzeige, die zur Klageerhebung durch die Egerer Staatsanwaltschaft führte. R. war zur Verhandlung nicht erschienen; er wurde auf Grund dec Zeugenaussagen zu drei Monaten Arrest, verschärft durch drei Fasten, und zum Verluste des Wahlrechtes unbedingt verurteilt. Anvorsichtiges Fahren mit dem Lebe» bezahlt. Sonntag apends kehrte die 22jährige Beamtin Marie Poträikovä von einem Radausslug nach Böhm.-Budweis zurück. Die Radlerin fuhr aus der rechten Seite der Landstraße und ohne Licht. Zwischen Hluboka n. V. und Budweis kam ihr der Sechssitzer des"Fabrikanten Stein aus Hluboka entgegen, den der Chauffeur I. Vavra steuerte. Das Automobil fuhr auf der richtigen Straßenseite und erfaßte die Radlerin, welche zu Boden geschleudert wurde. Sie erlitt schwere Verletzungen, denen sie im Budweiser Krankenhaus erlag. Unheimliche Strasse. Sonntag fuhr der 24- iährige Schlosser Otto Lorenz aus Klokoiov nach Rychaltice, um sich die Stelle, an der sich in der vergangenen Woche das große Autounglück ereignete, anzusehen. Auf der Rückfahrt nach Klokoiov stieß Lorenz mit seinem Rade an einer Straßenkreuzung mit voller Wucht mit einem ihm entgegenkommenden Auto zusammen, wurde einige Meter weit geschleudert und blieb mit zertrümmerteu Schädel und anderen schweren Verletzungen liegen. Lorenz ist kurz darauf gestorben. Ein technische» Berschen hat uns in unserer Ausgabe vom Samstag einen bösen Streich gespielt, indem statt der Bildes der Spanier in« nen, die in der Feldküche arbeiten, ein Olympladebild ins Blatt geriet, das gar nicht unserem Bilderrepertoire entstammte. Wahrscheinliche» Wetter. Andauer de» bisherigen,,im ganzen schönen, und warmen Weller». Nur ganz vereinzelt lokale Wärmegewitter in den Nach« Mittagsstunden. Vom Rundfunk Empfehlenowertei au» den Programmen« Mittwoch: Prag: 6.00 Morgengymnastik, Konzert, 12.00 Schallplatten, 14.00 Schallplatten, 15.50 deutsche Nachrichten, 16.10 Jazz-Konzert, 17.40 Harfenkonzert, 18.20 Deutsche Arbeitersendung Brun» Schwab: Sozialpolitische Folgen de» StaatsverteldigungSge- setze», 18.40 Soziale Informationen, Nachrichten, Zeitzeichen, Wetterbericht, 19.55 Unterhaltungsmusik— Brünn: 6.00 Morgengymnastik, 11.05 Konzert, 12.85 Uebertragung auS Mährisch-Ostrau, 17.40 Deutsche Sendung, 18.15 AuS Klavierkompositionen von Beethoven, 0.55 Unterhaltungskonzert, — Preßburg: 6.00 Morgengymnastik, Konzert, 14.10 Klavierkonzert, 17.50 Musikeinlage, 21.40 Harfenkonzert, 22.80 Schallplatten.— Kascha«: 6.00 Morgengymnastik, Konzert, 12.05 Schallplatte», 18.15 Schallplatten, 19.20 Gesangskonzert 19.55 Unterhaltungskonzert.— Mährisch.Östron 6.00 Morgengymnastik, Konzert, 2.85 MittagSkon- zert, 17.05 Blasmusik, 18.00 Unterhaltungsmusik, 18,80 Schallplatte». Gamelln In Warschau Der französische Genoralstabschef.Gamelin log to am Ehrenmal dos Unbekannten Soldatost in Warschauoinon Kranz, nieder und. irugsich an schließend in die Ehrenliste ein. Rr. 191 TienSkag, 18. August Iggg Stile 7 l.uttsbvvoki» clvr Milizen Ein Maschinengewehr der spanischen Regierungstruppen bei der Lustabwehr in den Bergen der Sierra,- .. Ein Fokker-Flugzeu-, da» auf dem Flugplatz in Biarritz niedergehen wollte, ist au» einer Höhe von 299 Metern abgestürzt,und fing Feuer. Die Zahl der Reisenden ist nicht bekannt, sie sind alle verbrannt. Auch die Ursache d«S Unglücks ist unbekannt. Mit fünf Kindern In» Wasser. Wie aus Konstanz gemeldet wird, beging Samstag eine Frau auf der JNfelgemcinde Reichenau eine schreckliche Tat, indem sie ihre fünf kleinen Kinder und. sich selbst im Bodensee ertränkte. Taifun. Die chinesische Küste wurde von einem Taifun hcimgesucht. Besonders graste Schäden ivurden in den Armenvierteln von Hongkong und Kanton verursacht, wo di« Strahon mit ent- wurzclten Bäumen bedeckt sind. Biele Häuser sind eingestürzt. Zahlreiche Personen sind ums Leben gekommen. Bei einen Erdrutsch sollen 190 Chinesen lebend verschüttet tvorden sein. Flugzeug zerschellt an einem Baum. Ucber dem Flughafen TousuS-PariS stieß ein Privatflugzeug bei der Landung gegen eine Baumkrone und stürzte ab. Bon den vier Insassen wurden drei auf der Stelle getötet und der vierte schwer verletzt. Verlorenes Schiff. Der französische Dampfer „L'Oranaise", der in der Nacht zum Donnerstag in Mostagancm(Algerien) mit dem Bestimmungsort Marseille verlassen hatte, ist wenige Stunden später gesunken. Bon der 18 Mann stärken Besatzung und den zehn Fahrgästen sind nur zwei Matrosen gerettet tvorden, die nach 39 Stunden auf einem Frachtstück treibend, aus dem Wasser gezogen wurden. Der Dampfer ist auf offenem Meere gestrandet. Es tvurde die Vermutung ausgesprochen, dah das Unglück auf den Znsammenstost des Dampfers mit einer Mine, die ans der Zone von Algeciras abgetrieben wurde, zurückzusühren sei. An amtlichen Stellen in Oran wird aber betont, daß nichts auf die Wahrscheinlichkeit dieser Vermutung schlichen lasse, denn keiner der Geretteten des gestrandeten Dampfers habe vor der Strandung eine Explosion gehört. Grazia Deledda gestorben. Die italienische Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Grazia Deledda ist Sonntag in Rom gestorben. Grazia Deledda würde am v. Oktober 1878 als Tochter eines Großhändlers in Nuoro in Sardinien geboren. Wiewohl sie nur einen Dorsschulunterricht genoß, lernte sie bereits in der Jugend die englische und französische Sprache. Mit 1ö Jahren schrieb sie ihre erste Novelle „Sardinisches Blut". Im Jahre 1990 heiratete sie einen hohen italienischen Beamten und ging mit ihm nach Rom. In ihren Werke» schilderte sie die Heimatinsel Sardinien. Ihre Hauptwerke sind„Ehrliche Haut",„Versuchung",„Von den sardinischen Bergen"„Sardinische Novellen",„Auf dem Wege des Bösen" u. a. Sie ist außerdem die Verfasserin einiger Theaterstücke. Für ihren Roman,„Die Flucht nach' Aeghpten" erhielt sie im Jahr« 1927 den Lite-. ratur-NobilprciS. Auto gegen Baum. In der Nähe von Signh L'Abbahe in den Ardennen fuhr ein mit zehn Personen besetzter Automobil gegen«inen Baum und zerschellte. Vier der Insassen waren auf der Stelle tot, die sechs anderen erlitten schwere Verletzungen. In der Hitze des Gefechtes. Der Pfarrer Cough- lin, der u. a. durch feine heftigen Rundfunkreden gegen den Präsidenten Roosevelt bekannt ist, erlitt während einer öffentlichen politischen Rede einen Sonnenstich. Er wurde sofort in ein Krankenhaus überführt. Sein Zustand ist sehr ernst.• verzeichnen, von denen wir, sofern dei» tschechoslowakische Handelsverkehr mit ihnen aktiv ist, Devisenbezahlung für unsere Waren erhalten. Daraus folgt, daß aus der Entwicklung des Außenhandels das Zusammenschrumpfen der Devisenvorräte nicht erklärt werden kann. Außerdem verfährt die Nationalbank bei der Devisenzuteilung für die Rohstoffeinfuhr ziemlich streng. Um so mehr überraschte cs, als man aus der Veröffentlichung der Zahlungsbilanz für 1938 erfuhr, daß s ü r 2 2 8 Millionen Kronen Devis en für Kupon zinsen und Tantie m e n i n s Ausland gegangen sind. DaS war 1935. Hp ist nun sehr wahrscheinlich, daß in diesem Jahre noch höhereBeträge für die gleichen Zwecke inSAus- l a nd g e h e n. Es wäre angesichts des ungünstigen Standes sehr zivcckmästig, wenn die Leitung der Nationalbank bei der Devisenbewilligung im Interesse der ausländischen Kapitalisten die Rücksichten auf die Gesamtwirtschaft unseres Landes aufs strengste beachten würde. Sind die Devisen s o knapp, daß die Einfuhr bestimmter Waren gedrosselt werden muh, so können sie, wenn es sich darum handelt, den Kapitalisten Dividenden und Tantiemen nachzuschicken, nicht, plötzlich reichlich, >zur Verfügung stehen I....'1,7.’./ Außerdem scheint es aber auch, als ob trotz der gesetzlichen Bestimmungen, nach denen alle aus der Ausfuhr anfallenden Devisen an die Na- tionalbänk abzuführen sind, nicht allenthalben genau eingehalten werden. Für die arbeitende Bevölkerung können,diese sich auf einem engbegrenzten wirtschaftlichen Gebiete abspielcndett Borgänge dann ungünstige Folgen haben, wenn sie zur Steigerung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen. Die Außenhandelsbilanz Polen» gestaltete sich im Monat Juli d. I. aktiv. Der Wert der Ausfuhr betrug 84,951.999, der Wert der Einfuhr 82,454.999 Zloty. Der Altivsaldo beträgt somit 1,597.999 Zloty. Um das Leben Edgar Andrees Eine Anzahl internationaler Organisationen wendet sich mit einem Aufruf« an die Kul- turwelt, noch einmal, in letzter Stund«, alle» zu versuchen, um daSLebenEdgarAndrceS in retten. ES Ist ganz außer Zweifel, daß Andree unschuldig— auch nach den Ge- sctzen de» Dritten Reiches unschuldig— zum Tode verurteilt wurde, daß er nur sei»«« antifaschistischen Gesinnung wegen verurteilt wurde. — Erst dieser Tage wurde ein Protest vieler englischer Hochschullehrer gegen AndrceS Hinrichtung veröffentlicht, und allüberall, wo rS noch Menschlichkeit gibt, wird die Forderung laut, Hitler solle von feinem Begnadigungsrecht Gebrauch machen. Wir, und mit unS alle Arbeiterorganisationen dieses Lande», schließen unS selbstverständlich dieser Fordermig wach Nichtvollstreckung des Todesurteils au» innerster Neberzeugmig an,— noch wagen wir zu hoffen, daß der Aufschrri der empörten Menschlichkeit Andrer doch noch vot dem stzenkerbejlr rettet,. Defaitismus der französischen Rechten (Ru.) Di« Möglichkeit einer deutschen Jintervention wird von der Pariser Press« al»«ine Sdealität in Betracht gezogen. So meint da» radikal«„O e u v r«", tzn Berlin sei man überzeugt, daß Frankreich Deutschland in seiner spanischen Politik nicht stören werde, wa» immer Hiflied auch Unternehmen möge. Man beruf« sich dabei auf di« französische Passivität nach der Besetzung der Rheinzone. In diesem Zusammenhang spricht da» einflußreich« radikal« Organ so- gair von den deutschen Plänen einer Besetzung der Insel Menorkia»der einer Landung deutscher Der Devisenmangel In dem letzten Ausweis der Nationalbank vom 7. August wird der Devisenbestand mit 22 Millionen Kronen angegeben. Er ist damit um eine Million Kronen höher al» in der vorhergehenden Woche. ' Der Devisenbestand ist mit diesem'geringen Betrag beinahe auf den geringen Umfang zu« sammengeschrunipft, den er vor etwa zwei Jah- reu vor der Konskription der ausländischen Wertpapiere'erxeicht. hatte: An der Auswirkung dieser Aktion ,erfuhren, damals die Devisenvorräte eine beträchtliche.Auffüllung, Ende- Juni 1984 hatte die Nationalbank nur für 18 Millionen Kronen Devisen in Besitz. Bon da ab erhöhte sich der Bestand. bis. auf 825 Millionen Kronen Ende Juni 1938. SeMhex schloß jedes Monatsende mit einem geringere,».Bestand ich. '.Für die. Wirtschaft eine»'Lande» ist cs von auSschlaggebenderVedeutung, ob zur Deckung des unentbchrlichul Rohstoffbedarfes die erforderlichen Depisen, vyrhqnden sind, Auch unsere Industrie muß'.einen erheblichen Teil ihrer Rohstoff« auS deck-.Ausland beziehen:.And dieser Rohstoffimport muß, soweit er Nicht, im'Kompensationsweg, und im Clearingverkehr erfolgt,, mit Devisen bezahlt wetz dens.ÄhmilztNuuder^Devisenvotrat. immer weiter,zusammen, so reicht ec für die Bezahlung der Rohstoffe nicht mehr au». ES müssen dann in grützeretN. Umsang gute Valuten und Devisen gekauft, werden, was mit Rücksicht auf die Währung nu».M- gewissen.Grenzen- geschehen- kann.• Es ist diese üngiinsttge Anttvicklung, der Devtsenvoxrstte sicher mit auf die st a rkeSteigeru n g d e r R-Schnt 0 f.-f e ün'ff st h'st zütÜMfiihxen.- Mer aiMeMts^ist-dochistuchHistAuSfuhr e't< h i h't i ch g est i e-fl e'nUpoüß sich,fürcht« Tschechoslowakei im ersten Halbjahr eine aktive Handelsbilanz ergibt. Die AüsfuhrstelsieruNg ist insbesondere, mit sogenannten, freien Ländern zu ■•' Blutrache In Griechenland Athen, Anfang August. Zu den Legenden, die sich mit unverwüstlicher Hartnäckigkeit erhalten, gehört die auch jetzt, anläßlich der griechischen Ereignisse, wieder aufgetauchte Vorstellung, daß cS im Reiche der Hellenen noch die Blutrache gebe, und vereinzelt tauchen'in sensationeller Aufmachung aus daSGrusel- bedürsnis des Publikums berechnete Schilderungen von Blutrachcaktcn im Epirus Und Thessalien auf..'.: In Wahrheit ist heute die Blutrache'in Griechenland streng verboten und wird wie jedes andere Kapitalverbrechen mit' schweren Strafen geahndet.'Daß hin und wieder' noch vereinzelte Fälle vorköistMen mögen, beweist nicht». Ständige Verstöße gegen die Gesetze ereignen sich ja schließlich iii allen'Ländern. ' Daß sich dieser Mittelalterliche Rechtsbrauch am.längsten und hartnäckigsten gerade im Epirus erhalten, hat,.hat besondere Gründe, Das Epirus ist ein'Grenzländ, in dem griechlsthe und albanische Kultureinfsüsse sich Mischen, und es ist auch politisch Jahrhunderte hindurch eigene Wege gegangen. Erst nach den Balkankriegen kam es zu Griechenland,/ aber schon, lange vorher! während der Kreuzzüge, chatte e» sich von dem verfallenden byzantinischen Reich losgelöst..und bildete vier .Jahrhunderte hindurch ein''eigenes Reich,' das mächtige Despotyt Epirüs,'dqS ganz Albanien und Westmazedonien’ umschloß und erst im Anfang deh 14. JahthufldertS zuerst an Venedig M Rägusa und dann gN ,die, Türken.fiel. Aber'die türkische Herrschaft stand.eigentlich.immer nur ochs'dem'Hajtitr, Audi,noch.stur'Zett NäpolenS.l. üntemahm der größte' Sohn des Epirus, Ali von Töpeltnj, Pascha von Janina, den Brtsuch, sein Land auch nominell von der Herrschaft des Sultans zu befreien, Und hielt acht Jahre lang einer zwanzigfachen türkischen Uebermacht erfolgreich stand. Kein Geringerer als der ältere DumaS hat diesem genialen Staatsmann ein literarisches Denkmal gesetzt. Die Unistände, die die Blutrache zu einer Rechtseinrichtung werden ließen— fehlende Stärke des Gemeinwesens, um dem Geschädigten zu seinem Recht zu helfen, und daher Verpflichtung für den Familienverband, den Rechtrzustand -wiederherzustellen und an dem Rechtsbrecher und seinen Blutsverwandten Rache zu' nehmen— waren infolge dieser' unklaren politischen Situ- ätion lange Zeit hindurch unvermeidlich, s Die Bewohner des epirotischen Hochlandes sträubten sich stets dagegen, daß die Türken ihnen Recht und Gesetz diktitrtsn. Sie lebten nach ihren eigenen alten Satzungen, wie sie ihnen, von dem sagenhaften großen Despoten des Epirus, Lek Dukadschini, überliefert waren. Der Erzbischof von Skutari, zu dessen Sprengel das EpiruS unter der Türkenherrschast gehörte, hat kurz nach den Balkankriegen dies von Mund zu Mund überlieferte Gewohnheitsrecht zusammengestellt und. veröffentlicht. Darin heißt cS, daß derjenige, der Blutrache übe, dafür weder von seinem Bolle noch von der türkischen Regierung behelligt werde.,Nur Wer ohne Berechtigung zur Blutrache einen Menschen tötete,, verfiel den üblichen schweren Strafen.. -. Für jeden grundlos Erschlagenen verfielen sechs ,Männer aus der Familie des'Mörders der Älytrache.Auch jede» Vergehen gegen die Frauenehr« wurde in dergleichen Weif« geähndet. So zog sich eine ununterbrochene Kette von Rache- morden"oft durch Jahrzehnte hin. Nach den Schätzungen eines der besten, Kenner des Epirus Mb in den Jahren 1899 bis 1995 rund 29 Prozent der männlichen Bevölkerung der Blut» rache zum Opfer gefallen. Mer,es gab auch Orte wie Toplona, in denen die Zahl dieser Opfer 42 Prozent der gesamten Bevölkerung aüsmachte. Martiretruppen in Eenta. Ob diese Gerüchte irgendeinen totsächlichen Hintergrund haben, entzieht sich natürlich der Beurteilung, aber die Tatsache allein, daß man in ernsten Pariser Kreisen mit solchen Möglichkeiten rechnet, ist für die gc- spannw inteniatinnnle Lage äußerst bezeichnend. Die lvchtsstehetldc Presse verlangt von der Regierung Blum-Tclbo» eine strenge Neutralität. DaS Organ der rechtsgestimmten Militär»,„E ch 0 d c Par iS", versteigt sich sogar zu der Behauptung, daß Frankreich, da die Madrider Regierung ihr Spiel offenbar verlorun habe, Madrid feinem Schicksal überlassen solle. Widrigenfalls, d. h. wenn die französisch« Volksfront ihre spanischen Gesinnungsgenosse» unterstützen wollte, liefe Frankreich Gefahr, feilt« afrikanischeir und mit- tellömdischen Positionen zu verlieren. Di« linke Preste wendet sich uiit der allergrößten Entschie- denheit gegen diese defaitistische» Stimmungen. So schreibt Andrt Chanson im letzten Heft der n«urn Wochenschrift„Bend re di": Die Rebellion der fpanischen Militärkaste fei«in deutsch» italienisches Unternehiuen. Der Sieg des Generals Franco würde die Trennung jeder Verbindung zwischen Fralitkreich und seinen afrikanischen Besitzungen nach sich zieheti. Eine französische Regierung, dir dieses Namens wert sei, könne, angesichts einer solchen Sachlage sich nicht völlig neutral verhalten. Monsweprozesse in Hamburg. Ein von der Union für Recht und Freiheit nach Hamburg entsandter Berichterstatter konnte fcststellcn, daß neben dem großen Prozeh gegen Etkar Andre zu gleicher Zeit eine ganze Reihe weiterer Prozesse vor Hamburger Gerichten abrollen. Unter den Angeklagten befanden sich viele Frauen. An einem einzigeli Tage, am 28. Juli z. B„ wurden zwölf Angeklagte abgeurteilt.(Jürgensen, Kappeimann, Thomsack, Niethe, Büsen, Rathenau, Okon, Sänger, Homan Fallcnhagen, Schinidt, Tyrkopp, Bieber und Fölster.) Die Prozeßführung ist äußerst knapp und auf Masscnabferligung eingestellt. Wahlverteidiger sind in keinem Falle zugelassen. Das Gefängnis Rondsbnrg, das vor lurzcm noch 499 Mann Belegschaft hatte, muß heute 1999 Gefangene» Platz bieten. Obwohl noch leine Entscheidung über eine Vollstreckung des Todesurteils über Etkar Andrö gefallen ist, beginnt die Gestapo bereits mit der B e r h a f t u n g derjenigen, die in diesem Prozeß als E n t I a st u n g 2 z e u- g e n austraten. Die bekannten Hamburger Sozialisten Paul T a st 0 s e n und Anton S ä s- k 0 w wurden in ein Konzentrationslager überführt. Tämniernde Erkenntnis. Dar Linzer„Volls- blatt", das ehemalige Hauptorgan der obcrösterrci- chischen Ehristlichsozialcn, verweist auf die Demonstration der amnestierten österreichischen Nationalsozialisten, auf deren Ausschreitungen bei den Olym- piafeitrn in Wien und auch in Berlin sowie auf die Tatsache, daß die nationalsozialistische- Landcsfüh- rung für Ossterrech mit dem Sitze in München und andere Kampforganisationen der österreichische» Nationalsozialisten in Deutschland noch immer nicht aufgelöst wurden, und gelangt zu der Ansicht, daß die österreichischen Nationalsozialisten den Kamps gegen Oesterreich sortsetzen werden, dessen Ziel die Schaffung einer dritten nationalsozialistischen Staates neben Deutschland und Danzig, also der nationalsozialistischen Oesterreich ist. Dar Blatt sagt zum Schluß, es sei nutzlos, sich um eine Verständigung zwischen dem KaiholiziSmus und dem scheinbar konservativen Flügel des Nationalsozialismus zu bemühen. Die einzige Ausgabe werde darin bestehen, jetzt besonders auf dec Hut zu fein und dec nationalsozialistischen Propaganda die Stirn zu bieten. Der erwähnte Kanon des Erzbischofs von Skutari verzeichnet die verschiedensten Fälle. Der Mord an dem Mitglied eines verbündeten Stani- mes wurde besonders schwer bestraft, am unbarmherzigsten aber der Tod eines Gastsreundes, auf dessen Rächung nie verzichtet lvurdc. Nur die Begleitung einer Frau schützte vor der Ansübung der Blutrache; dagegen war für die Ermordung einer schwangeren Frau eine doppelte Sühne vorgesehen. In den letzten Jahren vor dem Weltkriege wurden die Wohnstätten nicht mehr, wie dies früher üblich war, nicdergebrannt, sondern diese Zu- sahstrafe durch eine Geldbuße ersetzt. Auch war, sofern die Familie des Getöteten einwilligte, die Ablösung der Blutrache durch ein Wehrgeld zu- lqssig. Kurz nach der Besetzung des Epirus durch Griechenland setzten dann Bestrebungen ein, der staatlichen Strafhoheit durch den Verzicht auf die Blutrache den Weg sreizümachen. Die Führung dieser Betvegung lag zunächst nicht in Händen der griechischen Regierung, sondern der Kirche und der Stammeshäuptlinge, die Ende 1912 die allgemeine„Besä"(Landsrieden) von Janina zustande brachten. Sie erledigten die Streitfälle m- nerhalb ihrer Stämme von nun ab in friedlicher Form, indem di«. Mörder einfach aufgeknüpft wurden, was allerdings die Stammesgenossen vorläufig noch nicht hinderte, sich mit Landsleuten, bie anderen Sippen angehörten, in der althergebrachten Weise auseinanderzusetzen. Diese teivveise Befriedung verzeichnete insbesondere Pop 1918 bis 1913 große Fortschritte.,.■ Das Griechenland der.NachkricgSzeit hat der Blutrache.endlich ein Ende bereitet. Die moderne griechische Rechtspflege straft den Rechtsbrecher auf europäische Art und macht so die Einrichtung der Selbstvergeltung überflüssig. Seife 8 „Sozinlbcmokrat" WenSiast, 18. August 1836. Nr. 1V1 ImgerAMmg erregt miterlebt, den wehmütig-tröstlichen Zuspruch: „Noch ein Weilchen nur warte, Marie..." LebenSsvuren vergehen— unvergänglich bleibt das schöpferische Werk..Am reinsten die Musik, die keiner Sprache bedarf und Unaussprechliches auszusprechen vermag, ihren Zauber ewig erneuernd wie Bäume und Ströme. Edgar Hahnewald. Lebensspuren Hinter dem Nationaltheaier, an der Ecke des Tylplatzes ist jetzt dar Haus abgebrochen worden, in dem Friedrich Smetana gewohnt hat. Leben»- spuren vergehen mit der Zeit. Er bleibt das Grab auf dem Byiehrader Friedhof, der ein Pantheon unter freiem Himmel ist, geweiht durch die Namen Smetana und Dvorkäk, Jan Neruda und Jaroslav Vrchlickls, Svatopluk Lech und BoZena Nimeova, Ales und Purkyni. Und er blieben die kleinen Denk- wiirdigkeiten, die nun in den drei schönen Räumen der Prager Smetana-MuseumS gesammelt sind. Aller, war noch vorhanden war. ist dort zu- sammengetragen und in liebevoller Ordnung zur Schau gestellt. Bilder und Dokumente bewahren die Erinnerung an Smetanas Eltern und Elternhaus, an die Stätten der Kindheit und Jugendjnhre, an seine Lehrer und an seine erste Liebe. Ta liegt ei» Gedenkblatt von der Mädchens Hand mit den naive» Bersen: Schön se» Dein Leben, wie der Mai, Nichts störe Deine Ruh', lind jeder Deiner Tage setz So angenehni— wie Du. Angenehme Tage schenkte ihm dar Leben, aber er reichte ihm auch den bitteren Kelch. Erster Ruhm bescheint die junge Stirn. Aber noch bietet ihm die Heimat nicht Raum genug zur künstlerischen Entfaltung. Wie später auch Tvokäk muß er Berufung und Brot in der Fremde suchen. Nach seiner Ber- heiratimg mit der Pianistin Katharina Kolar geht er 1861 als Direktor der dortigen Philharmonischen Gesellschaft nach Göteborg. Dem nordische» Klima fällt seine junge Gattin znm Opfer; sie stirbt 18öv auf der Rückreise i» Dresden. Nach längeren Kon« zerkreisen durch Schlveden kehrt Smetana nach Prag zurück, lvo er 1866 als erster Kapellmeister an das neugegründete tschechische Nationaltheater berufen wird. Auf dieser Bühne findet im selben Jahre die Ilraufführung seiner Oper„Die verlauste Braut" statt. Smetana steht nun auf der Höhe seines Lebens, auf der er acht schasfensfrohe Jahre verweilen darf. Acht Opern, viele Konzertkompositionen und Sinfonien, darunter der tonmalerische Ztzklus „Mä vlast" entstehe» in dieser Glanzzeit, die in den farbigen Schleifen der Ruhmeskränze im Museum gleichsam noch nachleuchtet. Aber trotz seinem erfolgreichen Schaffen ist Smetana sein Leben lang arm geblieben, lind dar Ende ist tragisch. Schon 1874 zwingt ihn als Schicksalsgenosse» Beethovens der Berlust des Gehörs, sein Kapellmeisteramt nie» derzulegen. Und dann wird es allmählich immer dunkler um ihn. Die letzten Tage, seines Lebens verbringt er in geistiger Umnachtung in der Prager Irrenanstalt. Am 12. Mai 1884 ist es zu Ende. Eindringlicher als die Kranzschleifen aus Rnhmes- tagen spricht den Betrachter der sachliche Eintrag im Journal der Irrenanstalt an:„Smetana Bedlich dner zemkel." Einige Dinge, die seine Hand berührt haben,..liegen in den Bitrinen. Taschenmesser. Löffel, ein abgenutzter Geldtäschchen, ein abgegriffener Spiel Karten, eine billige Stahlbrille; es könnte die Hinterlassenschaft einer Armenhäuslers sein, nd es war doch der letzte Besitz einer Mannes, der die MeiisMeit'beglückte. Unter Glas liege» die ersten Niederschriften seiner Kompositionen, winzige Notenzeichen in Bleistiftschrift. Und wenn im Theater der Dirigent die Partitur der„Verkauften Braut", der„Libuöa" aufschlägt, wenn die ersten Takte der Ouvertüre erklingen, strahlt auf, herrlich wie am ersten Tag, was unsterblich ist: sein Werk. Licht und Stille erfüllt die Räume; eine ehrfürchtige Stille scheint es z» sein. Eine Loggia öffnet sich vor dem mittleren der Räume. Die Tür stehl offen, Sommerluft fächelt herein. Die drei Bögen dec Loggia, von roten Geranien umblüht, umrah- men ein bezwingender Bild: den Blick auf die Moldau, auf die Karlrbriicke, auf Hradschin und Laurenziberg. Lautlos liegen die Räume hinter dein Betrachter. Lautlos atmen jenseits die Bäume. Und immerfort, durch alle Zeiten wie ei» Klang der Ewigkejt rauscht das Moldauwehr. Lebensspuren vergeben— ewig rauschen die Ströme. Und nun müsste Smetanas Musik erklingen. Ein Sah ans„Mä vlast", noch lieber dar Sextett ans dem dritten Akt der„Verkauften Brant", dessen Aufklang man jedesmal von neuem erwartungsvoll Zur Sterilisierung verurteilt In Paris ist zunächst in französischer Sprache (unter dem Titel„La robe brune",„Die braune Robe") ein Buch erschienen, das drei Jahre natinnalsozialistischer Justiz nicht nur schildert, sondern auch dokumentarisch belegt. Das Buch, dar dem Andenken der als Opfer des National- sozialisnnis gefallenen deutschen Juristen gewidmet ist(vierzehn Rechtsantvälie sind ermordet worden, dreizehn haben Selbstinord begangen), beschäftigt sich mit allen Erscheinungen neudeutschen„Rechts"lebens. Wir bringen einige Daten über die Anwendung des seit 1. Jänner 1834 in Kraft stehenden Sterilisierungsgesetzes. „Die Tatsache, daß eine von einer Erbkrankheit befallene Person s ch Iv a n g e r ist, stellt keinen Grund dar, die Vornahme der Sterilisierung aufzuschieben. Im Gegenteil kann die sofortige Durchführung angeordnet werden."(Spruch des Hamburger Erbgesundheitsgerichts. vom 16. März 1884.) Das Erbgesnndheits-Obergericht in Jena' hat (Spruch vom 26. Feber 1636) die Sterilisierung eines zehnjährigen Mädchens angeordnet. „Die Kurzsichtigkeit ist nicht nur der erste Grad erblicher Blindheit, sondern stellt auch, insofern sie eine Deformierung des Auges ist, einen Grund zur Sterilisierung dar,"(Spruch des ErbgesundheitS-ObergerichteS Dresden, 27. April 1988.) Die StaakSbahndirektlon Prag veranstaltet vom 22. bis 31. August eine Exkursion in die Hohe Tatra für 866 Xi. vom 23. August bis 13. September nach Luhatschowitz für 868 Kd, nach Trentschin-Teplly für 968 Xi, nach Ptzstian für 1016 Xi, vom 29. August bis 6. September Streifzüge durch die Slowakei für 600 Xi) Streifzüge durch die Beskiden für 420 Xi, vom 2. bis 28. September Kurexkur- sion nach Sliak für 1120 Xi, vom 8. bis 18. September nach Karvnthoruhland für 600 Xi. Anmel- dnngen mit Angeld und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 888-88. Dermatologe MllDr. Hugo Hecht, Prag ll., Etipänska 47, Lueerna, ordiniert wieder von 8—10 und 2—4.■ 8660 Vielleicht ist es gar nicht zu bedauern, daß die oltzmpischen Spiele, die am Sonntag abgeschlossen Ivurden, diesmal im Zeichen des Hakenkreuzes und unier der Propaganda des Nationalsozialismus abgehalten wurden, den» gerade dadurch wurde besonders deutlich offenbar, was— mit geringen Ausnahmen— aus dem Sport in der bürgerlichen Well getvorden ist. Wie wenig ist übrig geblieben von wahrem olympischem Geistei Wo ist jene wirklich sportliche Fairneß, die sich rückhaltslos der Leistungen des Siegers freuen kann, weil er sich um wirkliche sportliche Leistungen Handelti Der Sport ist nationalisiert worden, eine chauvinistische Angelegenheit geworden, und zugleich immer weiter abgerückt von seinen! ureigentiichen Sinn, nicht bloß einzelne, sondern möglichst große Massen, die Gesamtheit körperlich und geistig— ja, auch geistig-seelisch I— hüherzuentwickeln. Immer mehr muh in einer solchen Welt das olympische Spiel zum Rahmen der Schaustellung einer Anzahl Gladiatoren werden... Die olympischen Spiele im Dritten Reiche muhten, wie oft genug vorauSgesagt worden war, der Glorifizierung des Dritten Reiches dienen, sogar um den Preis, daß es sich ein paar Monate lang sehr wider Willen zivilisierter gebärdete als es ist. Sie wurden vor allem zum Mittel einer gewaltigen Massenbeeinflussung im eigenen Lande,— von dem olympischen Fackellauf bis zur großen Schlußszene am Sonntag. Durch sechzehn Tage stand das deutsche Volk, stand vor allem dse Berliner Bevölkerung im Banne eines Ereignisses, das sie— nach der ganzen Art der Aufmachung und der Propaganda— für eine deutsche und nur in Deutschland und nur unter dem„Führer" möglich deutsche Leistung halten mußten. Daneben verblaßt die Enttäuschung über das Ausbleiben der erwarteten wirtschaftlichen Ergebnisse, den» Ivenn auch nicht annähernd so viele Ausländer kamen, wie man erwartete, so waren es doch nach amtlichen Angaben 180.000, und man kann darauf Vertveisen, daß viele dieser Ausländer dem Regime durchaus nicht von vornherein mit übergroßen Sympathien gegenüberstanden und nun„sich durch Augenschein überzeugt haben", wie gut und schön alles- im Dritten Reiche ist. Hat doch selbst der Bater der modernen olympischen Spiele, der greise Coubertin, verlauten lassen, daß ihm Deutschland zweite Heimat sei. Solche Aussprüche werden, auch „H ü f t e n v e r r e n k u n g kann eine schwere körperliche Deformierung sein" und Sterilisierung nötig machen.(Das Recht 1983, Heft 10, Nr. 7746, Heft 12, Nr.. 8828.) Man kann wegen erblicher T a u b h e i t sterilisiert werden, es genügt unter Umständen, auf einemOhrsehrschwerzuhören (Spruch des ErbgesundheitS-ObergerichteS Kiel, 8. Juli 1988). Bei Alkoholikern ist„Sterilisierung gerechtfertigt, selbst bei einer lange n Zeitdauer der Enthaltsamkeit"(Erbgesnndheits-Obergericht, Berlin, Mai 1936). Der Verfasser begleitet diese Darstellung mit folgendem Kommentar:„Welches Glück für die Nachtvelt, daß die Wohltaten der nationalsozialistischen Eugenik Im Jahre 1770 noch unbekannt warenl In diesem Jahre wurde Ludwig van Beethoven geboren, dessen Pater ein unverbesserlicher Säufer war. 1787 wurde er endgültig vom ererbten AlkoholiSmuS befallen, so daß Ludwig seinen Vater beaufsichtigen und die Erziehung seine jüngeren Brüder übernehmen mußte. Wäre also Beethovens Bater nach dem starren Schema F, das keine Ausnahme zuläßt, sterilisiert worden, so wäre die Welt eines der größten niujikalischeii Genies aller Zeiten beraubt worden." Falls gläubige Nationalsozialisten je solche Tatsachenberichte lesen, erklären sie: Das»ist nicht wahr! Gelingt es, sie von der Wahrheit zu Wer« zeugen, dann erklären sie: Der Führer weih schon, was er tut! Jeanette Mocdonnld als Rose Marie mit ihrem Partner Eddy Nelson in der gleichnamigen Verfilmung von Rudolf FrimlS Operette wenn sie nur höflichkeitsgeboren sind, weidlich auS« genützt und wirken auch außerhalb Deutschlands auf ein„demokratisches" Bürgertum, das gerne bereit ist, zu vergessen, was vor der Olympiade im Dritten Reich an tatsächlichen Greueln geschehen ist, und nicht minder bereit, nicht zu sehen, was nach der Olympiade geschehen wird. Hat sich zum Beispiel nur einer der Olympiade-Gäste gefragt, ob es mit sportlichem Denken, das doch anständiger, menschliches Denken sein soll, vereinbar ist, den unschuldig zum Tode verurteilten Andree hinzurichten? Die sportlichen Wettkämpfe erbrachten— und das ist selbst innerhalb dieser Olympiade ein nicht unwesentliches Ergebnis— keineswegs den Beweis, daß der nendeutsche, aufgenordete Mensch dem andersrassischen überlegen ist.-In der Leichtathletik versagte die nordische Blubo-Rasse fast völlig. Aufsehen erregende Sonderleistuiigen vollbrachte u. a. der amerikanische Neger Owens, der die 100 Meter im Zwischenlauf in 10.2 Sekunden lief, im Weitsprung 8.06 Meter erreichte und in der sogenannten Schwarz-Weiß-Stafsel Amerika» über 4 mal 100 Meter mit dazu beitrug, den Weltrekord auf die unglaubliche Zeit hon 89.8 Sekunden gu stellen.— Im Kugelstoßen und Speerwerfen können die Nazi- Siege nur als Zufall gewertet werden, denn nachfolgende Meetings bestätigten diese Annahme. Das Schwimmen war mehr eine Angelegenheit der Jupa- ner und Amerikaner, nur einen ztveiien und dritten Platz konnten die Nazi-Schwimmer belegen. Gar das olympische Fußball-Tournier wurde zu einer Katastrophe für die Sportler des Dritten Reiches. Nach anfänglichen pompösen Erfolgen kam dar Spiel gegen Norwegen und der Nazi-Mannschaft. Mit 2:0 zog sie in Hitlers Beisein den Kürzeren, und jener Norweger, der die zwei Tore schoß, heißt Jsakseni Zumindest ein verdächtiger Namel Sehr schlimm muß es bei den turnerischen Wettkämpfen zugegangen sein. Hier mußten einfach Nazi- Erfolge erzielt werden. Da» bekamen die Schweizer Turner und auch die tschechoslowakischen Sokoln zu spüren. Die Schweizer Zeitungen lassen e» an einer sehr deutlichen Sprache nicht fehlen. Bei den Turnerinnen waren es die Sokolinnen, die um den Sieg gebracht wurden. Es wurde eben so lange„gerechnet", bis ein Sieg für das Dritte Reich„errechnet" war. Die Zuschauer waren gut gedrillt, waren ganz darauf eingestellt, durch ihr Verhalten,- durch Sym- pathiebekundungen oder da» Gegenteil die Stimmung zu beeinflussen. Wer die Radio-Reportagen mit.'anhörte, konnte zu keiner anderen Meinung gelangen. Wenn z. B. beim. Schlußspiel im Handhokey 20.000 Menschen ekstatisch schreien und brüllen,. sobald die Nazi einen Versuch de» Angriffes unternehmen und mäuschenstill werden, sobald der„asiatische" Weltmeister Indien ein Tor nach dem anderen schießt, bis es acht waren, denen die. Nazi nur einer gegenüberstellen konnten, dann ist das nicht mehr Sportbegei« sterung, sondern ein nationalistischer Sportzirkus. Das Wort ist wirklich berechtigt! Es werden Spitzenleistungen verlangt, Anstrengungen bis zur gesundheitlichen Schädigung des einzelnen— und wehe dem Nazi-Sportler, der diesem stillen und auch.offen geäußerten.Gebaf nicht zu entsprechen vermag, trenn ein Mißerfolg das böse Ende iftl.' .' lieber dieses Anstreben von Spitzenleistungen' schrieb/ die„Basier Nationalzeitung":„S P i tz en- l e i st u n g e n sind, nützlich, aber mir dann, wjenn-sie nicht' a ll e s a n d ereü b e rwuch ern und au» dem sportlichen jhkenschen einen- Nu r sP ortier machen. Die olympischen Bestleistungen sind getvälttg, wenn.sie von,Amateuren erzielt.worden sind.- Sie sind aber eine Schande, und decken die Gefahr einer degenerierenben Wandlung des' Sports' auf,.'we n n d lese A m-a ie-u r e— le.in.e s',i,rldi"— Auch der.„Daily' Telegraph" meint,- daß' sportliche Siege erwünscht- seien, aber die Idee, d'atzi sportliche Mißerfolge eine nationale Schmach-bedeuten, ssi-eine völlige Verkennung/' i". Zu dieser Erwartung des Sports hat aber die Hitler-Olympiade besonderns viel beigetragen. Ja, der„Führer" selber hat dadurch, daß er just dann nicht anwesend war, wenn es galt, Sieger zu ehren, die nach der natioiuüsozialistischen Nassen-Einbildung .minderrassig" waren, gezeigt, daß für ihn, daß für die ganze Führung des Dritten Reiches, daß für den Nationalismus Sport eben keine sportliche Angelegenheit, sondern eine nationalistische ist. Daß das so deutlich offenbar wurde, daß damit auch der Verfall des Sports als Symbol eines allgemeinen Niederganges offenbar wurde, ist immerhin ein Ergebnis der Berliner olympischen Spiele, dar auch wir zu schätzen wissen.» Der Aufstieg In die Liga erkämpften sich Viktoria Zijskov und Rusj U j h o r o d. Viktorias Aufstieg stand schon seit langem fest, aber daß da» zweite Team eben Rnsj sein svird, hatte man nicht so sehr erwartet. Da» Zliner Bata-Team entsprach nicht den Erwartungen und es wurde im letzten und entscheidenden Spiel in Uj- horod von Rusj mit 1:4 au» dem Rennen geworfen. Der DFB-Meister Mähr.-Schönbera brachte es in den letzten Spielen noch zu einem Schönheitspflästerchen, da er beide Spiele gegen den SK Königgrätz gewinnen konnte; da» letzte daheim mit 4:1. Mehr hatte man von dem DFB-Meister nicht erwarten dürfen. „Nationaler Ausgleich" beginnt im Westgau In Eger fand ein Fußballspiel zwischen den dortigen DSV und CSK statt, welches nach der Pause beim Stande von 1:0 für DSV abgebrochen werden mußte. Den Abbruch verursachten arge beiderseitige Zwischenfälle auf dem Spielfelde, wo besonders„hart" gekämpft wurde, und im Zuschauerraume. Bach dem Abpfiff kam es zu Raufszenen, wie sie im Wild-Westgau noch nicht erlebt wurden und in deren Verlauf auch mehrere Spieler verletzt worden fein sollen. DaS Teplitzer Turnier, an welchem außer dem TFK noch der DFE Prag,. SpBg Bodenbach und DSK Rosenthal teilnahmen, endete mit einem Erfolg für den TFK. Am Samstag gewann der DFC gegen Rosenthal nur 2:0 und der TFK schlug die SpVg Bodenbach 6:1'; Sonntag siegte Bodenbach über Rosenthal 4:8(1:1) und der DFC verlor gegen den TFK 0:2(0:1). Sonstige Fusjballergebniffe. Karlsbad: KFK gegen Sportbrüder Eger 2:1.— Altrohlau: DSV Saaz gegen Sportbriider 4:2, Samstag.— Aussig: DFK gegen Sparta Karlsbad 6:3,— Pilsen: Slavia Karlsbad gegen Petkin 8:0.— P ar d ubitz: SK Nachod gegen SK 2:1.— Gablonz: BSK gegen DSK 8:1.— Reichender»: RFK gegen DFK 8:4.— Trauten au: DSV gegen WarnSdorfer FK 4:1.— Brünn: Bienna Wien gegen Zidenice 8:1.— Stern- berg: DSV Brünn gegen DSV 8:0.— Trop- pau: DSV gegen SK M.-Schönberg 8:0.— Preßburg: CSK gegen Ujpest Budapest 2:2 (1:0).— Stllein: Slavia Prag gegen Mittelslowakischer Gau 6:3.— Wien: Ädmira gegen Jugoslavia Belgrad 6;4(2:8) und gegen China 11:0, Rapid gegen China 4:2 und gegen Jugoslavia 1:8.— Bukarest: FerenevaroS Budapest gegen CFR 1:0(1:0).— Altenburg: DSV Saaz gegen Eintracht 4:4(1:1). Moskauer Fußballer, und zwar ein 24 Personen zählendes Team des„Dynamo", sind in Prag angekommen und werden heute Dienstag im Stadion ein Spiel gegen ein Team der eheniaiigen Internationalen austragen. Die Russen sollen noch zwei Wettspiele, in Reichenberg und Preßburg, absolvieren. Zweites Prager Amerikaner-Meeting. Rach dem vorwöchigen Start amerikanischer Leichtathleten gäbe» am Montag wiederum einige Amerikaner ein Gastspiel. Diesmal war der gebotene Sport sowie auch die Organisation besser, aber verschlechtert haft» sich der Besuch. 1000 Zuschauer sind im Stadion eben nicht zu sehen. Gefallen konnte der Diskuswerfer Earpentier. der bei einem Wurf nur knapp unter dem Weltrekord blieb. Die Ergebnisse waren: 100 Meter: 1. Schofield(USA) 10.7, 2. Morris (llSA) 10.9, 8. Juranka(Slavia Prag) 11.8 Sek. — 800 Meter: 1. Salle(Mor. Slavia Brünn) 1:89.8 Min.— 2. englische Meilen: 1. Hoöei (Slavia Prag) 0:81 Min., neuer tschechoslowakischer Rekord. In dieser wie in der vorhergehenden Disziplin starteten die Amerikaner nicht.-— 110 Meter Hürden: 1. Morri» 14.8, 2. Juranka 16.3 Sek.— 4X100 Meter: 1. Tschechoslowakei 48.4 Sek., 2. tschechoslowakisch-amerikanische Mannschaft (1:8) 48.6 Sek.— Diskus: Carpentier 68.08 Meter, 2. Wood(USA) 49.96 Meter. 8. Dr. Chine« lik(Slavia Prag).— Hochsprung: 1. Dorak(Sokol Brünn) 1.88 Meter, 2. Morris 1.80 Meter. Da» Radrennen Prag—Karlsbad—Prag wurde diesmal ohne internationale Beteiligung durchgeführt und endete mit dem Siege' RozvodaS(Slavia Prag) in 8:22:17 Std... Die Weltmeisterschaften im, Bogenschießen, welche in Prag stattsanden, wurden Sonntag beendet. Die Meisterschaft aller Distanzen der Männer gewann der Schwede Heilbron mit 1870 Punkten vor dem Belgier de Ron» 1787 und Musilek (Tschechoslowakei) 1779 Punkten; jene der Frauen die Polin Kurkowska mit 1876 vor-ihrer Landsmännin Pankow 1767 und der Schwedin Catani mit 680 Punkten. Den Mannschaftswettkampf der Männer gewann die Tschechoslowakei mit 8098 Punkten vor Polen 4776 und Schweden 4888 Punkten. Bei den Frauen: siegte Polen mit 6288 vor Tschechoslowakei mit 4211 Punkten und England. Verlanget überall Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder bet Bezug durch di. Post monatlich XL 16.—. vierteljährig Xi-48.— halbjährig Xi 96.—. ganzjährig Xi 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei-öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur.-bei Einsendung, der Retourmarken.— Die ZeitungSfrankatür tvurde von der Post« und Tele» graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/V1I/198Q bewilligt-— Druckerei:„OrbiS". Druck». Verlag»» und LetttmgS-A.-G. Prag. Spart e Spiel• Jförperpffege- Nach der Hitler-Olirmpiade