I 5 Mittwoch, 19. August 1936 16. Jahrgang In den zweiten Monat des Bürgerkrieges| Der Bürokrat und die Näherin Wechselvoller Kleinkrieg ohne Entscheidung, aber mit den schärfsten Mitteln Straferkenninis. Frau Weniger Vorbehalte als Italien> bas Hauptziel: Zeitgewinn Worauf Berlin hofft Einzelpreis 70 Heller tolnichlUSIIch 5 H«U»r Porto) Während die Metzeleien in Badajoz an- dauern, ähnliche Grausamkeiten auch von anderen Schauplätzen des Bürgerkrieges gemeldet werden und beide Parteien einander der unmenschlichsten Grausamkeiten anklagen, scheinen die Kriegshandlungen selbst wieder zu stocken/ Die Aufständischen haben, vor allem wohl, um zu demonstrieren, daß sie die Verbindung zwischen Mola und Franco hergestellt haben, Fremdenlegionär- Regimenter nach dem Norden geworfen und in Burgos defilieren lassen. Angeblich sollen diese Truppen bei Jrun-San Sebastian eingesetzt werden. Sie melden ferner, daß die Unternehmung der Regierung auf Mallorca gescheitert sei und dah in der Provinz Valencia, insbesondere im Hafen von Carthagena ein Aufstand gegen die Regierung ausgebrochen sei. Die immer wieder angekündigte grohe Offensive Francos gegen Madrid läßt aber weiter aus. sich warten. Es ist zur Stunde nicht zu Übersehen, ob er angesichts der weiter bestehenden Flankendrohung, von Malaga her wirklich energisch nach Norden Vorstößen kann. /In dem zähen Gebirgskriege auf den Höhen derGuadaramt hat die R,egierung. klein t Et f-o'Iß e zu verzeichnen. Dagegen.scheint die. Lage. von S a n IRSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag»II.. fochova er. tuefon 0077. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, FRAG. DEKPOTSCHH^SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN PER TSCHECHOSIOWAKISCHEN REPUBLIK Frankreich atmenden? damit werde man Frankreich in diesem.Zeitpunkt bedrohen. Welche Gedankengäng« in führenden Berliner Kreisen offen ausgesprochen worden, erhellt etwa au- folgenden Aeusterungen des„Völkischen Beobachter»": Für die.«ordafrika- nischen Kolonien Frankreichs werden die spanischen Ereignisse bestimmt nicht»hfl« Folgen bleiben. Sobald den Arabern die Gelegenheit»«boten werde, däsfremde Joch abzuwerfrn, werden de diese Gelegenheit auSnutzen. Deshalb fei. dir spanische Bewegung, in die nunmehr auch dir marokkanischen Eingeborenontruppen. verwickelt find- geeignet, in Nordafrika Probleme grundsätzlichen Charakter» aufzurollen../. . Di«„S t e t tiner. N a chricht e n" äußern fich noch offener/Die Kräfte^«r Vernichtung, die.heute in Spanien wirken? sind guf.dieses Land^ durch dir'f r a ntz v's i s.ch r R r g i«/- r u n g loSgölaflen.- Den' spanischen Rativyalfste» steht eine schwere Aufgabe bevor, und lediglich da» de u t s ch e S tz st em«nddip'drytsch«> Otdrgir, in richtig« Ärise angewandt, sind geeignet, Spanien. ye» zü Walten,» S e b a st i a n bedrohlich' zu fein. Die beiden Schiffe der Aufständischen„Almirante Cervera" und„Espaüa" haben die Küstenforts aus mittleren und schweren Kalibern beschossen, lieber das Ergebnis der Kanonade gehen die Meldungen auseinander. Die Aufständischen verbreiten weiter systematisch Gerüchte über die Lebensmittelnot in Madrid und die steigende Anarchie. Die Regierung betont durch zahlreiche Verwaltungsmaßnahmen ihre Autorität in weiten Teile» des Landes. Einigermaßen ausfällig ist nach wie vor die Haltung Kataloniens, wo man den Sieg feiert, während Madrid"dringend Entlastung gegen die Armeen der Rebellen braucht. Madrid. DaS Kriegsministerium teilt amtlich mit, daß die Rrgierungstruppcn an der Front in Estramadura, die gegen die Orte Puenta, Malledim«nd Santa Amalia gerichtete Offensiv« der Aufständischen zurilckgeschlagen haben. Dir Regierungstruppen machten 300 Gefangene und eroberten 30 Automobile, Die Auf- ständischennAbtcilung setzte.'sich aus über 300 Fahrzeugen zusammen. A» der andalusischen Front befestigen die RegierungSabteilungen weiterhin ihre.Positionen. An den übrigen Fronten nicht» neues. (Nu.) Der Berliner Mitarbeiter des Pari- se>r„O tut r«"; gibt rin Stimmungsbild au» Berlin: Im allgemeinen fit. man in Berlin opti- mistisch/Wau nehm« hier an, daß dir Zeit überall in Europa für. Hitler arbeite. I» deutschen diplomatische» Kreisen hasse man, daß zu Beginn der kommende» Konferenz. der" fünf Loarno-Mächte die europäische Lage ungefähr folgende sein werde: Die.Diktatur werde, abgesehen.Son G r i e ch e n l a n d, auch in Rn män io» und Bulgarien eingefiihrt werte». I» Ru- mkinten-werde,i so hofft man"in Berlin, inder nächste» Zukunft eine Regierung C u za- G» g ch als» ein«. eztrem rechtsradikal««nd hitlerfreund- liche Regwruiig, kommen. In der T sch« ch^sln- w a k,e i.werd«, die innere Spaltuyg stärker werde»(?), Pe lg 1 e n. werde sich auf den.Stand- vunkt einer absolüteN Neutralität im Kriegsfall« stelle». Zu diesrm. Zeitpunkt werd« Deutschland seine Aufküstun« volsmdet haben und.«rst dann werde die Mögltchfeit da sein, den Wen Plan zu' verwirklichon: an Frankreich dl, Forderung zu steHn, MMÜigsiz. Mit Sowjetrußland fallen zu lassen. Widrigenfalls werde England' sichvon Trotzki gegen die Moskauer Verleumdungskampagne ' Einige Blätter bringen eine Erklärung Trotzki», der fein norwegisches Asyl übrigens ver- laffen hat, weil er von Unbekannten, vermutlich Emissären der KP., dauernd belästigt wurde; Trotzki versichert, daß an den Beschuldigungen, die Stalin gegen ihn erheben läßt, selbstverständlich nicht rin wahres Wort ist und daß er überhaupt keine Verbindung mit Rußland hat. Richt«in» nial mit seinem dort als Wissenschaftler arbeitenden Sohn« korrespondier« er in den letzte» Jahren. Er bezeichnet die Anklage gegen dir Opposition«nd die Verbindung dieser Anklage mit seinem Namen al»„eine der tollsten Schwindeleien der G e f ch i ch t■ Das wird natürlich di« Apparatschiki der Komintern«nd einige Salonkommunisten und ultraradikale sogenannte„intellektuelle" Kaffee- hauS-Literaten nicht athalten, über den tückische» trotzkistischen Anschlag auf den„gelirbtesten Führer" Stalin Ach und Weh zu schreien! DaS ist nicht der Titel einer sentimentalen Geschichte, sondern der des Berichtes über ein für die Näherin schmerzliches Ereignis. Die Näherin ist nämlich eigentlich keine Näherin, obwohl sie schneidern kann und gelegentlich auch schneidert. Und das ist zur Kenntnis wachsamer Behörden gekommen und wenn so etwas entdeckt wird muß geamtshandelt werden. Die ertappte Gelegenheilsnäherin erhielt folgende amtliche Zuschrift: An der deutschen Antwort auf da» französische, von England wie e» scheint lebhaft unterstützte Ncutralitätsangebot fällt auf, daß sie mit. der italienischen nicht ganz koiiform vorgeht. Während Mussolini auch das Verbot von Geldsammlungen fordert, das selbst von der französischen Rechtspresse als Einmischung in innerfranzöstfche Angelegenheiten bezeichnet wird sind die Vorbehalte Hitlers diskutabel. Offensichtlich erkennt man in Berlin, daß man in Spanien zn weit vorgeprellt ist und wünscht England zu versöhnen, indem man sich mit Italien nicht zu weit einläßt. Daß Btussolini und Hiller in der»spanischen Sache einander Über» Ohr hauen wollten, war von Anfang ziemlich klar. Der Hauptzweck der italienischen Vorbehalte, daß Zeit gewonnen wird, ist ater auch durchdi« deutschen Bedingungenerkennbar. Während man Paris hinau»zieht, kann man den Aufständischen noch genügend Material -»führen, um ihre Kräfte in demselben Maß« zu stärken, indem die Kräfte der Regierung man- , gel» ausländischer Zufuhren Nachlassen. Berlin. Wie. daS Deutsche Nachrichtenbüro von zuständiger Seite erfährt, hat di« französische"Regierung der deutschen Regierung von einer, französisch-englischen Vereinbarung über die Haltung gegenüber den Vorgängen in Spanien Kenntnis gegeben: Darnach werden., die beiden Regierungen die Ausfuhr von Waffen, Munition und KriegSgerät sowie Luftzahrzeugen und Kriegsschiffen nach Spanien, den spanischen Besitzungen und der spanischen Zone in Marokko verbieten, sobald auch die italienische, die russische, die portugiestsche. und dir deutsche Regierung die ser Bereinbarnng zugestimmt haben werden)- 300 Geiseln verbrannt? P a rt». Der Sonderkorrespondent des„Le Journal" am der baskischen Küste meldet: Beunruhigend«. Meldungen langten au» Portugal«!», dem Hase« bei Bilbao,«In. Deutsch« Matrosen de- Schiffe»„Seeadler" langte» aus St. Jean d« Luz ein und b e st ä t i g t e n, daß in Portogalrte die Aufständischen Naphthalager isi Brand steckten und daß 300 in der Nähe e i n> gekerkerte Geiseln ver.banyten. Hiebei, würden auch einige hundert Personen verletzt. Das deutsche Schiff stellt« de» Stadtbehörden all« Heilmittel zur Verfügung, von dm en die Behörden jedoch nur«inen beschränkten Gebrauch machten. TrSnengas eingesetzt Madrid. Der Havas-Berichterstatter war Zeug« der.ersten Beschießung mit Geschossen, die Tränengas enthielten, welche von der Regie- ryngSartillerie. an der Guadarrama-Front verwendet wurden. Der Kommandant der Batterie erklärte dein Berichterstatte, daß die Kampfgase »urzu Defensivzwecken verwendet. werden würden. Die Lage In Palästina wieder kritisch Jerusalem.(Tsch. P.-B.) Drei jü- tis'che Frauen, darunter zwei'Krankenschwestern, sind,in Jaffa und Tel Aviv erschossen Worten. Ferner sind mehrere Tote«nd Verwundete bei Sabotage-Akten zu verzeichnen. Beson- ders gpspannt ist die Lag« in Tiberiu. Dort ist der Ansnahmezufwnd verhängt worden.- Jn Jafta Ist der An-nahme^istand verschärft worden. DaS Betretet! der Straßen ist nur, noch vonmorgens 5 hi» 8 Ahr erlaubt«. Die deutsche Regierung hat der französischen Regierung geantwortet, daß sie auch ihrerseits bereit ist, ein gleiches Verbot zu erlasse» unter der Boraussetzung, daß 1. das von der spanischen Regierung noch in Madrid festgehalten« deutsche Transportflugzeug sreigelassen wird und. . 2. alle Staaten, welche Industrien zur Herstellung von Kriegsmaterial und. Flugzeugen in nennenswertem Umfange besitzen,.sich in gleicher Wesse binden und daß insbesondere, die Lieferung durch, private Firmen oder Personen durch daS Emhargo. miterfaßt wird.. Außerdem, hat die deutsche Regierung zum Ausdruck gehracht, daß eS dringend erwünscht wär«, wenn dir. beteiligten Regierungen der Ausreise von freiwilligen Teilnehmern, ns» den. Kämpfen in den in Rede stehenden Gebieten auSdehnen würden. i Paris. Der.„Jntransigeant" veröffentlicht unter dem Titels„Ein englischer Plan" eine politisch« Notiz seines Chefredakteurs, in.welcher sich dieser mit dem Pariser Aufenthalt des ständigen Sekretär» deS britischen Außenamtes Sir Robert Bansittart befaßt. Sir Robert Vaysjttart habe mit Minister DelboS verhandelt und, zu der kurzen amtlichen. Nachricht vermerkt „Jntransigeant", daß.ähnlich wie.die Berliner Resse Sir Robert BanssttartS auch seine Unterredung, mit Avon Delbos■ nicht. lediglich von sportlichen Interessen diktiert war. Sir Robert Vonsittart.sei, nach der. Ansicht deS.„Jntransi- geayt" in Berlin als Vermittler., ausgetreten, um den aüfrichtigen Wünsch LondonS,>.d: i. die Unterstützung deS französischen Neutralitätsvorschlages, .zNMtwirklichen.* Am Schlutz seiner Notiz sagt „Jntransigeant", die große Unbekannte, in diesem, politischen Spiel.sei der.Standpunkt Italiens..®ie unklare Situation in dieser Angelegenheit^ habe anscheinend England und insbesondere Sir Robert'genötigt, sich.um eine Aufklärung zu bemühen.. Emilie Löffler in GlöckelSberg 04 Wegen Uebertretung des 8 11 und 14 der G. O., welcher Sie sich nach Wahrnehmung der Wach: und teilweise nach Ihrem eigenen Geständnisse dadurch schuldig gemacht haben, daß Sie selbständig das Damenschneidergewerbe betreiben, ohne im Besitze einer Berechtigung zu sein(Sie verfertigten im März 1838 für die Kinder der Marie Wagner in GlöckelSberg Nr. 21 zwei Kinderkleider um 20 bi» 25 Eier und für die Tochter der Theresia Zottel auS GlöckelSberg Nr. 64 Kleider um 2 Lite» Milch und 10 Eier) werden Sie nach 8 132 lit. a.'. der G. O. zu einer Geldstrafe von 80.— K£ zu Gunsten der Staatskasse, im UneinbringüngSfalle zu einer Arreststrafe.in der Dauer von 8 Tage» verurteilt.'... 1 Gegen diese» Straferkenntnis.steht der binnen 14 Tagen von dem der Zustellung desselben nächstfolgenden Tage an gerechnet, bei der Bezirksbehörde-ln-B^-Krumau einzubringende-Rekurs a«- die Landesbehörde in Prag offen- . Die Geldstrafe wäre nach Rechtskraft des Erkenntnisses mit beigeschlossenem Erlagschein zu erlegen. Durch Zahlung bei irgendeiner andere» Kasse sehen Sie sich der Gefahr der Exekution aus. Der Bezirkshauptmann Oberrat der pol. Verwaltung: Dr. DIabai /- Kein Wunder, daß die Behörden- mit der* Erledigung der Akten nicht fertig werden, wen» sie sich mit Ernst und Fleiß solchen Aufgaben* widmen müssen! Und entginge Ihnen nicht der Großteil gleicher und ähnlicher Missetaten, so wären sie bald begraben unter den sich zu giganti»' scheu Bergen türmenden Akten. Denn das Vergehen der Emilie Löffler ist kein vereinzeltes. Wenn eine arme Kleinbäuerin für sich oder ihr Töchterchen ein Kleid braucht, geht sie- durchaus nicht immer, wie das Gesetz eS befiehlt, zur nächsten mit einem Gewerbeschein ausgestatteten D i« menschneiderin, denn sehr oft gibt eS im Orte keine, die im nächsten größeren Ort wohnende ist zu teuer, es ist vielleicht auch ein wenig umständlich, sich an sie zu wenden— so geht man z>. der Bekannten, von der man weiß, daß sie ein wenig schneidert, und es wird eine gut nachbarliche Angelegenheit aus der Bestellung und dem Machen, und die Bezahlung erfolgt gar oft, weil das Geld rar Ist, in der Form von Naturalien, und beiden Teilen ist geholfen. Es gibt anch noch.manchen anderen Tausch von Arbeit gegen Lebensmittel und er ist.um so häufiger geworden, se weniger Geld unter den Leuten ist. Nicht nur in Romanen, die sich, mit dem Arbeitslosenproblem beschäftigen, auch in ernstgemeinten Vorschlägen zur Schaffung von Arbeitslosensiedlungen' taucht immer wieder der Plan auf, die Arbeitslosen sollten für einander arbeiten.>Ja, da verstoßen sie doch allesamt gegen die Gewerbeordnung!' Da ist'» doch gleich besser, ein für allemal-zu' erklären, von-Amts wegen, daß jede'Selbsthilfeaktion verboten ist.! Emilie Löffler ist'die Frau elstes Arbeitslosen. Sie versuchte, indem, sie Kinderkleid'chen nähte, ihren Haushalt ein wenig.„üppiger" zu gestalten als durch- die Ernährungskarte allein' möglich ist. Sie versuchte es auf die redlichste. Art der Welt: durch Arbeit. Wahrscheinlich/ist ihr nicht einmal der Gedanke- gekommen, sie' könnte dadurch, daß sie für zwei Liter Milch und zehn Eier, ein Kinderkleidchen näht,' gegen die Gewerbe-Ordnung verstoßen, sich', straffällig machen, üyd wer nicht, nur in Paragraphen denkt, wird auch der Meinung sein, daß sie nicht nur richtig, sondern auch schön gehandelt hat. Und nicht wahr, man pflegf doch auch jetzt, in der Zeit der Krise, und gerade jetzt, den Arbeitslosen zu-predigen, sie sollen doch arbeite^ «Seite 2 Mittwoch, 19. August 198« Nr. 102 . Die. meisten Arbeitslosen versuchen auch, wenigstens ein bißchen zu arbeiten, da und dort, wie und wo sich eine Möglichkeit bietet. Sie wollen doch leben! Und von den Lebensmitteln, die man für die Ernährungskarte bekommt— von diesen Lebensmitteln allein kann lyän nur sehr, sehr schwer leben. Und wer den ganzen Umfang dir Not, diese ungeheuere Tragödie Hunderttau» sender nun schon seit Jahren Arbeitsloser kennt, mutz von ganzem Herzen wünschen, daß es die» fen Armen gelingt, immer wieder hie und da ein paar Kronen oder— ein paar Eier und etwas Milch zu verdienen. Auch auf die Gefahi hin, datz manchmal der Buchstabe des Gesetzes, tast gelegentlich' einmal die Gewerbe-Ordnung verletzt wird. Will man gegen jede solche Gesetzesverletzung einschreiten, dann treibt man die Arbeitslosen— nicht alle, aber doch manche völlig Ver» zweifelte— zu noch schlimmeren Gesetzesverletzungen. Will man, datz die Hungernden, stehlend Man mutz doch froh sein, man mutz es der tief in den Seelen unserer Arbeiterbevölkerung ver« Der Mexikaner Felipe Rivera Von 3ack London Es war kein Kampf. Es war ein Gemetzel, ein Blutbad. Jedem andern Publikum als den Zuschauern eines Boxkampfes wäre einfach in dieser ersten Minute die Lust ausgegangen. Wahrhaftig: Danny wußte, was er konnte— es war eine fabelhafte Leistung. Das Publikum war seiner Sache so sicher und dabei so aufgeregt und voreingenommen, dah es ganz übersah, datz der Mexikaner sich noch auf den Beinen hielt. Es hatte Rivera ganz vergessen. Es sah ihn kaum, derart verschwand er unter der mörderischen Attacke Dannys. Eine Minute verging auf diese Weise, und noch eine. Dann sah das Publikum in einem Augenblick, als die Kämpfenden getrennt waren, deutW den Mexikaner. Seine Lippe war gespalten, seine Nase blutete. Als er sich umdrehte und wankend in Clinch ging, sah mau dort, wo er die Seile berührt hatte, rote Streifen auf seinem Rücken, aus denen das Blut hervorquoll. Was das Publikum aber nicht bemerkte, war, datz seine Brust nicht schwer arbeitete, und datz seine Augen kalt und ruhig wie je waren. Allzuviel angehende' Meister hatten es bei dem alles eher als weichlichen Training mit ähnlichen mörderischen Angriffen auf ihn versucht. Gegen eine Vergütung von einem halben Dollar bis zu fünfzehn Dollar wöchentlich hatte er durchzuhalten gelernt— eine harte Schule, die er durchgemacht hatte. Da geschah etwas Erstaunliches. Das verwirrende Handgemenge, dessen Einzelheiten man kaum zu folgen vermochte, hörte plötzlich auf. Rivera stand allein da. Danny, der furchtbare Danny lag auf dem Rücken. Sein Körper zitterte, während er langsam das Bewußtsein wiedergewurzelten Ehrlichkeit und Anständigkeit danken, datz trotz unbeschreiblichem Elend verhältnismä- tzig wenig Eigentumsdelikte verübt werden! Datz trotz allem, was sie- erdulden müssen, die Arbeitslosen ehrlich geblieben sind! Dan» soll aber auch nicht der Bürokratismus, nur an den Buchstaben des Gesetzes denkend, dort zuschlagen, wo der Versuch ehrlicher Arbeit gemacht wird! Man denke an-die möglichen Konsequenzen dieses Straferkenntnisses! Emilie Löffler hat für ihre Arbeit kein Geld bekommen, sondern Naturalien. Selbst wenn die Eier nicht längst verzehrt, die Milch nicht längst ausgetrunken wär-, dürfte sie doch nicht Milch und Eier an die StaatSkassa abliefern. Geld, um die Strafe zu bezahlen, hat sie nicht. Also müßte sie d e s w e- gen, weil sie gearbeitet hat, in den Arre st wandern! Auch wir sind der Meinung, datz bestehende Gesetze geachtet werden müssen. Aber über dem Buchstaben der Gesetze mutz doch die Menschlichkeit stehen I wann. Er hatte weder gewankt, noch war er niedergesunken oder lanifam zu Boden gefallen. Rivera» Rechte hatte ihn, als er in der Lust schwebte, wie ein Blitz aus hellerem Himmel getroffen. Der Schiedsrichter wies Rivera durch eine Handbewegung zurück und beugte sich, die Sekunden zählend, über den gefallenen Helden. Das Publikum eines Boxkampfes pflegt den fällenden Schlag mit Beifall zu begrützen. Aber dies Publttum jubelte nicht. E» war alles zu unerwartet gekommen. Die Sekunden wurden von einer gespannten Stille begleitet, die durch die triumphierende Stimme Robert» zerrissen wurdet. „Ich habe es Ihnen ja gesagt, daß er mit beiden Händen gleich gut boxt!" In der fünften Sekunde wälzte Danny sich auf das Gesicht herum, und al- sieben gezählt wurde, stützte er i'ch auf das eine Knie, bereit, aufzüstehen, sobald„neun" und bevor„zehn" gezählt wurde. Berührte sein Knie bei„zehn" noch den Boden, so wurde er ausgezählt und hatte verloren. In dem Augenblick, wenn sein Knie sich vom Boden hob, wurde er al» stehend angesehen, und im selben Augenblick hatte Rivera da» Recht, wieder zu versuchen, ihn zu Boden zu schlagen." Rivera gedachte nicht, sich diese Gelegenheit entgehen zu lassen. Er umkreiste seinen Gegner, aber der Schiedsrichter kreiste vor ihm, und Rivera merkte, datz die Sekunden, die er zählte, sehr lange dauerten. Alle Gringo» waren gegen ihn» sogar der Schiedsrichter. Bei„neun" gab der Schiedsrichter Rivera einen Stotz, datz er zurückflog. Das war unfair, aber dadurch wurde e» Danny möglich, lächelnd, wieder aufzustehen. Halb gekrümmt und mit deir Armen Gesicht und Unterleib schützend, wankte er vorwärts und ging gewandt in Clinch. Nach den Regeln de» Boxsport» hätte der Schiedsrichter seinen Griff lösen müssen, aber er tat eS nicht, und Danny klammerte sich an wie eine" Muschel im Wogenprall der Brandung und kam allmählich wieder zu Kräften. Die letzte Minute der Spanien-Sammlungen beschlagnahmt Prag. Organe der Posizetdirektion beschlagnahmten Montag nach einem Verhör der Funk« tionäre del Verein»„Solidarität" in den Vereinslokalitäten einen Betrag von 28.000 XL, welcher zugunsten der für die spanische Republik kämpfenden Arbeiter gesammelt worden war. Außerdem wurden Medikamente, die für Spanien bestimmt sind, beschlagnahmt. Die Maßnahme wird von ver Polizei damit begründet, datz die Sammlungen ohne die borge» schriebene behördliche Bewilligung durchgeführt wurden. Gin von der„Solidarität" eingebrachtes Gesuch ist vom LandeSrat bisher noch nicht erledigt worden. ■■• Wenn formalrechtliche Mängel einer eindeutig angegebenen, von allen rechtlich und menschlich Denkenden gebilligten Sammelaktion die Behörde zur Aktivität veranlassen, so sollte sich diese unseres Erachtens in der beschleunigten Erteilung der Sammelbewilligung äußern. Daß die endliche Erledigung eine andere sein könnte, erscheint undenkbar. Wenn die Waffenlieferanten der spanischen Rebellen immer neue Gegenforderungen stellen, um dem verlangen nach Unterlassung der Waffensendungen zu entgehen und Zeit für ihre Aktionen gegen die spanische Republik zu gewinnen, so ist es gewiß nicht Sache der demokratischen Staaten, dieser Komödie entgegenzukommen. Doch ganz abgeseben von diesen außenpolitischen Vorgängen muß die Erwägung maßgebend sein, daß Hilfeleistung für die Opfer — und welchem anderen Zwecke könnten denn Arzneimittel dienen?— dem diplomatischen Räukespiel entzogen bleiben muß. via Ersatzpflicht der Gemeindevorsteher In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, in denen- den Gemeindevorstehern Bescheide der Bezirksbehörde zukommen, mit denen ihnen aufgetragen wird, Ersatzbeträge an den Staat zu bezahlen, weil sie nicht berechtigten Personen Lebensmittelkarten ausfolgten. Dabei beschränken sich die Behörden bei ihren Revisionen auf die rein formale Seite der Sache; die Revisoren stellen fest, daß der oder jener Lebensmittelkarten erhielt, obwohl er in dem für die betreffende VersorgungSperiode angelegten Verzeichnisse nicht enthalten oder weil er von der BezirlSsozialkommission aus der Aktion auSge- schieden war, und ohne sich darum zu kümmern, ob die betreffenden Personen materiell zum Bezugsberechtigt waren oder nicht, wird dem Vorsteher der Ersatz vorgeschrieben. ES ereignen sich da die krassesten Fälle. Zum Beispiel eine Person steht zur Zett der Zusammenstellung der Liste der Bezugsberechtigten in Arbeit,, wird daher nicht ausgenommen. Unmittelbar darauf verliert er die Arbeit und kann nun durch volle fünf Wochen— die Dauer der Versorgungsperiode— keine Karie bekommen. Wovon er durch diese fünf Wochen mit seiner Familie leben soll, bekümmert die Behörde nicht. Der Vorsteher, der ein fühlender Mensch ist und da» Elend mit ansieht, gibt ihm ein oder zwei Karten. Flug» kommt die Behörde und verlangt von ihm Ersatz. Oder ein anderer Fall: Ein bi» dahin Arbeitsloser hat das unerhörte Glück, aushilfsweise eine Stelle als Postbote auf die Dauer von drei Wochen zu erhalten. Da» fürstliche Salär für diese Beschäftigung bekommt er Runde war angebrochen. Wenn er bis zu ihrem Ende durchhielt, konnte er sich eine ganze Minute lang in seiner Ecke erholen, Und er hielt durch und lächelte trotz aller Verzweiflung und Kläglichkeit. „Seht, Danny lächelt!" schrie einer, und da» Publikum lachte laut und erleichtert. „Eine verfluchte Stoßkraft hat der Lause-" beuge!", sagte Danny ächzend in seiner Ecke zu dem Trainer, während seine Adjutanten ihn wie toll hearbetteten. Die zweite und die dritte Runde waren matt. Danny, der ein kalter, gerissener Boxer war, stellte sich und blockte, um sich von dem betäubenden Schlag, den er in der ersten Runde bekommen hatte, zu erholen. In der vierten Runde war er wieder ganz der alte. Obwohl er zerschlagen und verwirrt war, sttzte feine gute Form ihn instand, seine Kraft wiederzugewinnen. Aber er versuchte e» nicht wieder mit seiner mörderischen Taktik. Der Mexikaner hatte ihm gezeigt, daß sie. bei ihm versagte. Statt dessen ttschte er jetzt seine besten Boxerkünste auf. In allen Trick» sowohl wie in Erfahrung und Ausbildung war. er eist Meistor, wenn er auch nicht» Entscheidende» au»- richten konnte, so schlug er doch weiter auf feinen Gegner los und zermürbte ihn nach allen Regeln der Kunst. Er schlug dreimal, wenn Rivera ein«, mal schlug, aber e» waren nicht entscheidende Schläge. Die Sunnste vieler Schläge sollte den Ausschlag geben, Er bewuytzette diesen mit beiden Hände» gleich gut boxenden Neuling, dessen Fäuste mit erstaunlicher" Wucht stießen. In der Verteidigung zeigte Rivera sich, im Besitz einer. erstaunlichen Technik der Linken. "Immer wieder, in"einem Angriff nach dem.andern schoß ,sie vor und richtete Danny» Mund undNase übelzu. Aber Dännh paßte sich an." Das war es, wa» ihn später zum Weltmeister, machen sollte. Er könnte nach Besiehe» eine Kampfart mit der" andern ,vertauschen. Letzt bückte er seinem Gegner nahe" aus den Leih. erst nach Ablauf dieser drei Wochen» Wehe dem Vorsteher, der sthnmnd seine,Familie in der Zwt» schenzeit durch Verabreichung, von zwei odet drei Karten vor dem verhungern zrC schützen versucht. Er muß zahle»!«Solche und ähnliche Fälle ließen sich zu Tausenden erzählen. Aber abgesehen' von der materiellen SeUe sind die Bescheide formal recht»- und gesetzwidrig und ungültig. Sie berufen sich auf die 88 61 und 66 der Gemeindeverordnung, obwohl diese Paragraphen der Behörde kein Recht zur BorschreibuNg der Ersatzbeträge geben. Die Rechte der Behörde gegenüber den Vorstehern im übertragenen Wirkungskreis normiert. 8 106 G. O. Auch hier ist abet keine Rede von dem Rechte, einfach den Schaden zu bestimmen, ihn vorzuschreiben und mit Exekution zu drohen. E» handelt sich um einen. Schadenersatzanspruch de» Staates gegen eine Person, zu deren Entscheidung, da nach 8 04 der Verfassungsurkunde niemand seinem ordentlichen Richter entzogen werden kann, ausschließlich die Gerichte herufen sind.. Wir empfehlen daher den Gemeindevorstehern, welche solche Bescheide erhalten, dieBe- rufung a n d i e Landesbehörde zuüberreichen, ,welche jedoch bet der Bezirksbehörde einzubringen ist. Sollten die höheren Instanzen kein Einsehen haben, so wird da» oberste Verwaltungsgericht sie eine» besseren belehren. Die Sache hat aber nicht nur eine menschliche und eine juristische, sondern auch eine poli« tische Seite. In jeder Richtung wolle» wir ün» darauf beschränken, zu sagen: Solche Bescheide der Behörden sind Arbeit— pour le toi de Pruste! Die Flugabwehrübungen.„(Jeftf Slovo* schreibt nach Abschluß der zivilen Flugabwehrübungen in einer Reihe von Städten und Gemeinden:„Wenn die Leiter der zivilen Flugabwehr nachweisen, daß die Uebungen von Erfolg begleilet waren, müssen wir die» mit einer gewissen Reserve aufnehmen. In Wirklichkeit hatte» die Uebungen(bis auf kleine Irrtümer und Mißverständnisse) einen glatten Verlauf, in den größeren Städten, während sie in den Landgemeinden vollkommen versagten. Jede Verschleierung dieser Tatsache muß verurteilt werden, denn cs ist unzweifelhaft, dah sie zu fälschen Informationen der Aufsicht»- stnd Kontrollorgane führen müßte, deren Aktion zur Verbesserung und Vervollkommnung der für die Bevölkerung so unendlich wichtigen Organisation dadurch gehemmt würde. Gamelln In Wien Wien. Der französische GkNeMstab-chef Ga- melin ist- Dienstag früh äüf seiner Ruckreise von, Warschau auf dem Ostbahnhofe In" Wien eingetrof« fen. Er wurde vom den Vertretern derffranzöfl- schen Gesandtschaft begrüßt und begab sich in da» GesandtschastSgebäude, wo er den ganzen Bormll» tag verweilte. Bern. Die Regierung de» Baseler Kanton» enthob den Professor der pathologischen Anatomie an der dortigen Hochschule Gerlach wegen verbotener nationalsozialistischer Tättgkeit seine» Amte». Worschan. In Tomaszcw bei Lodz stt in den dortige» Textilfabriken ein Streit wegen Nichteinhaltung de» KollektivvertrageS und der"Lohnabmachungen durch die Industriellen zum AuSbruch ge« kommen. An dem Ausswnd sind gegen 10.660 Arbeiter beteiligt. Durch diese Technik, die Ihm besonder» lag, wurde e» ihm möglich, der Linken de» andern zu entgehen. Letzt brachte er daS Publikum mehrmals dazu, vor Begeisterung zu toben, und- den Bogel schoß er ab, indem er durch einen mächtigen Schlag den Mexikaner in die Lust hob und auf die Matte fallen ließ. Rivera ruhte auf", dem einen Knie und nutzte die Sekunden nach Möglichkeit au», aber er war innerlich überzeugt, daß der Schiedsrichter die Sekunden füf ihn sehr abkürzte. Ln der siebenten Runde glückte es Danny wieder, den teuflischen Schlag zu lande». Er brachte Rivera nur zum Wanken, aber Im nächsten Augenblick, al» er hilf- und wehrlos, dastand, ließ er ihn durch einen neuen Schlag zwischen den Seflen hindurchfliegen..Rivera fiel mitten zwischen die Presseleute, die ihn aufhoben und außerhalb der Seile in., seine Ecke beförderten. Hier ruhte er auf dem einen Knie,.während der Schiedsrichter eilig die Sekunden zählte. Jnner- haw der Seile, unter henen er sich ducken.mußte, um wieder auf, den Kampfplatz zu gelängen, wartete Danny, auf ihn. Der Schiedsrichter legte sich weder dazwischen, noch stieß ,ex Danny zurück., Die Zuschauer wären äußer, sich, vor Begeisterung. ,/schlag ihn tot, Danny, schlag ihn tot!-' wurde gebrüllt.. Dutzende von Stimmen griffen den Schrei auf, und e» klang wie da» Krieg-geheul eine» Wolfsrudel»., Danny tat sein Beste», äl» aber nicht „neun", sondern erst„acht"„gezählt wurde, schlüpfte Rivera unerwartet durch die Seile hinein und retttte sich durch Mstchen,. Letzt spar der Schiedsrichter, gleich ha, ritz,,thn loS. so, daß er geftöffen werden könnte Md half Danny soviel. wie ein unfascer Schiedsrichter,Helsen kann. IJortfetzung folgt.),'" Von Tanger bis Tunis Französisch-Nordafrika und der spanische Bürgerkrieg Algier. Die zeitliche Uebereinstimmung zwischen dem Aufftand des Generals Franco in Spanisch-Maroklo und den beiden blutigen Ereignissen in Algier(den Mufti-Morden) ist kein Zufall. Die Auswirkung des spanischen Bürgerkrieges auf Frankreichs nordafrikanische Besitzungen liegt klar auf der Hand. Auch der Zusammenhang zwischen der Gärung in Algier und Tunis und dem Ausland ist kein Geheimnis. Daß die franzosenfeindliche Bewegung„Der nordafrikanische Siern" in Algier und die panarabische Organisation Destour in Tunis mit den Rastenideen einer europäischen Diktatur und der betont moslemfreundlichen Haltung einer zweiten autoritären Macht, die kürzlich sogar den arabischen Nationalistenführer El Khazen im Radio Rom sprechen ließ, in nicht nur ideologischem Zusammenhang stehen, ist heute nicht mehr abzu« leugnen. Die Feststellungen der französischen Behörden über die Tätigkeit der Agenten Liegent, Wagenheim und Berxelomen in Marokko, über die Geldquellen des gleichzeitig antifranzöstschen und antisemitischen Blattes„La Bolontb du Peuple" von Fez und über die im April dieses Lahres in Algier verhafteten„Bergnügungsrei- senden" Dr. Ernst Hanhart, Hans Buser und Charlotte Skaler haben e» überzeugend bewiesen. . Andererseits kapn Zweifel.daxstbec,Heftchen, datz nicht nur die" arabischen'NäkMäsisten, sondern auch gewisse exircnie französische Rechtskreise von Algier hochgespannte Erwartungen auf den Sieg der spanischen Aufständischen setzen, datz sie sofort bereit sein würden, daraus für Algier die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen, und datz ihre offenkundigen Beziehungen zu Ceuta schon heute von ausgesprochenem Landesverrat kaum sehr weit entfernt sind,, Die Lage in Algier und Tunis ist überaus ernst. In ganz Algerien ist diesmal der Todestag Abd-el-Kädors mit größeren Mastenkundgebun- gen gefeiert worden als jemals zuvor. In Kelibia bei Tunis sind französische und jüdische Grabstätten geschändet worden. Ln Oran waren Ende Juli riesige Araberdemonstrationen beabsichtigt, bei denen weiße Fahnen mit schwarzem Hakenkreuz und der Inschrift„Tod den Juden" mitgeführ! werden sollten, und eS bedurfte starker Polizeiaufgebote, um die Kundgebungen zu verhindern. In Tunis, Kairuan und Ksar-Ellah demonstrierten Tausende von Arabern vor den Moscheen, mit dem Ruf:„Nieder mit Frankreich!" In Constantine gingen Araber und französische Faschisten gemeinsam mit Revolvern und Dolchen gegen Luden und französische Republikaner vor, so daß Truppen eingesetzt werden mußten. In Oran gab e» dieser Tage einen Toten und zweiundzwanzig sHververletzte Schutzleute. In Tunis ist diese franzosenfeindliche Bewegung durch die Wirtschaftskrise ungeheuer gefördert worden. Mehr als 1660 französische Kolonisten, die teilweise seit über zehn Jahren hier wohnen, haben sich in den letzten Monaten gezwungen gesehen, entweder Lohnarbeit anzunehmen oder aber, da sie diese meist nicht fanden, die finanzielle Hilfe der Behörden für ihre Rückkehr nach Frankreich zu erbitten. Auf ihren Besitzungen, die sie in jahrelanger mühseliger Arbeit dem Wüstensand ahgerungen haben,"sitzen heute Italiener, deren Landerwerb in Tunis von der italienischen Regierung durch staatliche Subventionen gefördert wird, und im italienischen Radio hören die Tunesier noch dazu Tag für Tag aus dem Muside. hochbezahlter arabischer Sprecher, wie gut es angeblich,oie moh^nuneoänffchen Untertanen Italien» in Lybien haben. In Algier arbeiten die arabischen Nationalisten Hand in Hand mit französischen Recht», kreisen, die von dem Maire von Oran, Abbt Lambert, geführt werden, der seinerzeit mit den Stimmen der jüdischen Bevölkerung gewählt wurde, heute jedoch als Sprecher des Antisemitismus auftritt. Die Lage ist hier nach wie vor überaus gespannt, und nur der Energie, de» neuen Generalgouverneur» Le Beau und der Abwehr der zum größten Teil republikanischen französischen Landwirte ist e» zu verdanken, daß ernstere Unruhen vermieden worden sind. Die Folgen eine» Siege» der spanischen Aufständischen für Algier und Tun!» würden unübersehbar fein. Nr. 192 Mittwoch, 19. August 1936 Seife 3 fudeiendeutsdjer Zeitspieget Das Blutbad als Freudenspender Die Bttrgerpresse über Badajoz Man mutzte eigentlich gar nicht neugierig sein, wie die meisten deutsch-bürgerlichen Blätter, die bisher immer nur von Greueltaten der spanischen„Marxisten"■— das sind bekanntlich die Truppen der Regierung, die die Verfassung verteidigen— berichteten, das Blutbad behandeln würden, das die Rebellen unter den Verteidigern von Badajoz veranstalteten. Diese noblen Blätter, Träger der deutschen Kultur, verbergen nur mit Mühe die Freude darüber, daß in Badajoz Soldaten der Demokratie mit Maschinengewehren hingerichtet wurden, und datz man Frauen und Kinder als Zielscheiben benützte. Die „Rumburger Zeitung" vor allem, deren kulturelles Niveau immer mehr jenem des „Stürmer" gleicht und die gegen Henlein kämpft, um umso ungestörter die verächtlichen Geschäfte des blutgierigsten. Faschismus besorgen zu können, schreckt auch vor plumpen Fälschungen nicht zurück, so daß aus ihren Meldungen schlietzlich hervorgeht, in Badajoz hätten die„Bolschewiken" Massakers unter den' armen Aufständischen veranstaltet. Man lese, wie dieses Blatt die himmelschreiende Schlächterei von Badajoz, die selbst die portugiesischen Freunde Franeos mit Entsetzen erfüllt hat, in seinen Spalten behandelt: Keine Gefangenen. Der Sonderberichterstatter des„DIario da . Manha" meldet mir Badajoz, datz da» nationalistische Militärkommando in Anbetracht der . Greueltaten der Marxisten angeordnet habe, kein» Gefangenen zu machen. Die tagelange Beschießung Lurch Flugzeuge und Artillerie habe große Opfer bei der Zivilbevölkerung verursacht. 1600 Tete und Verwundete in Badajoz. Nach Meldungen aus Badajoz wurden dort nach der Einnahme der Stadt durch die nationalistischen Truppen unter General Eastejon etwa 1800 Tote und Verwundete gezählt, alle» Opfer - der Beschießung. Das ist alles I Hingegen veröffentlicht die „Rumburger Zeitung" mit der größten Ausführlichkeit die leicht erkennbaren Greuelberichte der spanischen Aufständischen. Von, zarter Scham ob der Untaten Francos in Badajoz ist die„Deutsche Land« post", ein-sozusagen demokratisches Organ, erfüllt. schlicht.mnd,einfach, teilt sie^mit:„Am Laufe des Sonnabend wurden zahlreiche Erschießungen von scharf links gerichteten Personen vorgenommen. Nach in Paris eingetroffenen Meldungen gab es bei der Einnahme von Badajoz ItfOO Tote. Der Kommandant der Rebellentruppen ließ mehr als 1000 Soldaten der Roten Armee standrechtlich erschießen."— Kein Wort der Empörung I Das nennt man journalistische Sach- lichkeit, ganz abgesehen davon, daß auch die „Deutsche Landpost" den Dreh begeht, von einer „Roten. Armee" zu reden d gegen deren Angehörige nach dem Sittenkodex aller Bürger selbstverständlich die scheußlichsten Bestialitäten erlaubt jsind— obwohl es ssch bei den Verteidigern von Badajoz um die Soldaten der rechtsmäßigen Madrider Regierung gehandelt hat.— Die„Eg e» rer Zeit u n g" schweigt Badajoz überhaupt tot. Sfnimpffndustrle aut beschäftigt - Neuerliche Erweiterung der'Strumpffabriken - J. Kunert 6 Söhne Die Strumpffabriken I. Kunert L Söhne in Warnsdorf vollenden ein neues, sechsstöckiges Fabrikgebäude sowie' ein dreistöckiges Gebäude für die Büroräumlichkelten. Das Unternehmen ist voll beschäftigt. Die Tagesproduktion beträgt 60.000 Paar Strümpfe bei einem derzeitigen Stand von 2800 Arbeitern und etwa 110 Ange- gestellten. Die Zahl der Versicherten bei der Warnsdorfer Bezirkskränkenkasse beträgt' jetzt 17.100, gegen nur 18.600 zu Beginn des Jahres. Daraus erhellt, daß sich die Zahl der Beschäftigten im Warnsdorfer Bezirk Heuer in acht Monaten um 1800 erhöht hat. Trotzdem gibt es im Warnsdorfer Bezirk noch immer 2448. völlig und 086 teilweise Arbeitslose.- Eine Tat wahrer Kameradschaft. mit dem Leben bezahlt Karlsbad.(Eig.-Ber.) Der 16iährigeAngestellte Friedrich Gart n e r aus Tachau, Mitglied he»-Sozialistischen Jugendverbandes,^vergnügte sich dieser Tage, mit sechs Altersgenossen auf dem WittiygSreither Teiche mit Kahnfahren. Ein Kahn kippte um und seine Insassen waren in ErtrinkungSgefahr. Gartner rettete zuerst seinen Bruder- dann bemerkte er- daß.ein Mädchen in ErtrinkungSgefahr sei und rettete auch sie. Das gelang ihm; mir kaum,-daß er,das Mädchen gerettet hatte, wurde.Gartner pon Herzkrämpfen Ldfallen.uiidversani, ehe man ihm Hilfe bringen konnte, vor den Augen seiner Freunde. Er könnte nur ÄS Leiche geborgen werdest^- Der tragische Tad deS jungen Menschenerweckt allgemeine Teilnahme. Der Pater'. dez,E^rMenen/ist. der Ob- MW ÜeS Atü» in Tachau. Ein Wort des Dankes Genossinnen und Genossen! Die XHI.'Hauptversammlung der Natur» freimde-Internationale und das inwniationale Natwrfreundetreffen ist vorüber. Datz diese Ber- anstaltimg zu großen Kundgebungen unserer Kraft und unseres Willens wurde, die in unseren Reihen Freude und Begeisterung weckten und unseren Gegnern Achtung abnötigton— das danken wir dem Idealismus der Mitgliedschaft und der Förderer unserer schönen Natnrfrenndesache. Das danken wir aber auch den vielen BertrauenS- niännern und Mitgliedern der Partei, der Gewerkschaften, der Genossenschaften und der KNlturorganifationen, die an den Vorbereitungen und an der Durchführung dieser Beranstaltunge» mitwirkten oder durch ihre An- Wesenheit die Bedeutung der Festtage erhöhten. Den Dank an alle, die sich um daS Gelingen dieser Internationalen Festtage verdient gemacht haben, sprechen wir nicht nur im eigenen Namen, sondern auch im Namen der Naturfveunde-Jnter- nationale au», denen diese Tage in Brünn und Umgebung zu einem tiefen Erlebnis und zu einer Quelle neuer Kraft geworden stnd. Bergfrei! Touristenverein„Die Naturfreunde" Reichsausschuh: Sitz Aussig a. E. Zentralausschuh: Sitz Zürich» Schöne Leistungen beim ARUK-Radrennen Komotau—Tetschen Wlllim, Eulau, siegt Uber 100 Kilometer In S Stunden 22 Minuten— Biela gewinnt den Felstauer-Wanderwimpel Dar schon traditionelle Radrennen Komotau— Tetschen des Aruk, dar Heuer zum ersten Male auch als Mannschaftsfahren durchgeführt worden ist, wurde für den Aruk zu einem großen Erfolge. Achtzig Fahrer waren am Sonntag, den 16. August, auf dem Startplatze in Komotau versammelt, als der Rennleiter Haufe zuerst den Einzelfahrern die Fahrstrecke freigab. Eine halbe Stunde später starteten 14 Mannschaften zu je fünf Fahrern in Abständen von drei Minuten. Die Einzelfahrer hatten die« Strecke. Komotau—-Tetschen(100 Kilometer) ohne Zwangspause zu durchfahren, wogegen für die MannschaftSfahrer in Priesten bei Kulm'ein Zwangsaufenthalt von 18 Minuten vorgeschrieben war. Der.Samariterdienst war tadellos organisiert, dergleichen der Ordnerdienst, so datz dar Rennen einen klaglosen Verlauf nehmen konnte. Zahlreiche Zuschauer erwarteten die Fahrer an der Fahrstrecke, heim Ziele in Tetschen hatten sich Hunderte eingefunden. Will im, Eulau, welcher das erstemal bei einem solchen Nennen aü den Start ging, unterbot die 1Ü84 von Syrokh, Wien, für diese Strecke erzielte Zeit von 2 Stunden 86 Minuten um vier Minuten und ging al» Erster, freudig und lebhaft begrüßt, durch da» Ziel in Tetschen. Ihm folgten Woditschka Wendelin, Eichwald(Zweiter) und Wechlend, Neudorf a. B. Rudolf, Wistritz, und Woditschka Diartin, Elchwald, lieferten einen herrlichen Endkampf um den vierten und fünften Platz, wobei Rudolf in. den letzten 18 Metern Woditschka Martin um zwei Radlängen schlug. Die Lu gleicher Zelt... * Friedlicher Glanz liegt Wer der Moldau, die in glatter Breite einer verklärten Ferne entgegenströmt. Bewaldete Hügel sättigen sich mit Licht Hs auf den Grund ihrer kühlen Erde; es ist das weiche gütige Licht einer Spätsommertages, der sich schon neiget.. Vom Wasser her hallen die Rufe der Schwimmer. Badevolk lagert im Gras. Um einige Zelte schwebt der blaue Rauch eines Kochfeuers. Als von Roztoky herüber Feuerwehrsignale schallen und eine schwarze Rauchwolke aussteigt und sich auflösend vergeht, schauen die Badenden ein wenig aufgeschreckt hinüber. Aber ein Fischer weiß Bescheid: es ist nur eine Fxüerwehrübung. Auf dein Uferwege marschieren im Gänsemarsch junge Männer und Mädchen im Schwimm«, trikot, voran als Anführer ein gebräunter Bursche, in blauem Bademantel mit rotem Kragen; aus dem Kopfe trägt er einen schwarzen FeS mit rote« Quaste.( „Der NeguSl" ruft jemand lachend bei seinem Anblick. So flüchtig lebt die Zeit; daß bei Begriff„Negus" schon komisch wirken kann; und doch ist die Erde Abessiniens noch getränkt mn dem Blute der Erschlagenen, die von Tanks und Bombenflugzeugen in den Tod gejagt wurden wu Treibwild. Am Sprungbrett macht die Reihe halt, steift sich auf und. nach dem Kommando des Anführer springen alle der Reihe nach ins Wasser, lustit uyd lachend, im Hechtsprung oder auch vor Ueberi mut mit dem Hintern voran. Und dann entwickel! sich unter Gelächter und Geschrei ein wirbelnd« Ballspiel im Wasser, während der bunte Häupt ling vom' Sprussgbrett aus« photographiert.. lind düs alles erfüllt, den Sonntag qq Flusse Wit harmlos-fröhlichem Treiben zu gleö Mannschaftsfahrer standen den Einzelfahrern nicht viel nach. Besonders die Mannschaften von Biela, Sodau(Karlsbad) und Dux zeigten während der Fahrt schönen Mannschaftsgeist und gute Disziplin, die ganze Fahrt von Komotau bi» Tetschen wurde von ihnen geschloffen zurückgelegt. Verdient gewann Biela den vom BundeSobmann Felstauer gestifteten Wanderwimpel mit einer Fahrzeit von 2 Stunden 8V Minuten und 88 Sekunden. Auf dem Atui-Plahe in Tetschen verdolmetschte Bundesvorsitzender Feistauer den Dank de» Bundesvorstandes an die Fahrer, während Haufe diesen da» Lob über ihr mustergültiges Verhalten und ihre Ausdauer während der Fahrt aussprach und die Ehrung der Sieger vornahm. Die Ergebnisse: Rennfahrer: 1. Willim, Eulau 2:22:00 Std., 2. Woditschka Wendelin, Eichwald 2:26:10, 8. Wehlend, Neudorf a. B. 2:20:10, 4. Rudolf, Wistritz 2:62:00, 5. Woditschka Martin, Eichwald 2:62:02, 6. Hicbsch, Krochwitz 2:47:40, 7. Lang, Eichwald 2:88:80 Stunden. Mannschaften(pro Mannschaft fünf Fahrer): 1. Biela 2:60:88 Std., 2. Tetschen 8:06:40, 8. So- dau-Leffau 8:04:84, 4. Marschen 8:06:48, 6. Kammern 8:11:48, 6. Weitzkirchen a. N. 8:18:18, 7. WeiSkirchlih 8:10:15, 8. Turn 8:20:00, 0. Dux I 8:28:80, 10. Dux II 8:28:05, 11. Seestadt! 4:06:00 Stunden. Zwei Mannschaften aufgegeben. Kolportageverbot für den„Brünner-Tagesbote** Durch Erlaß des Brünner LandeSamteS wurde der Verkauf der Zeitungen„TageSbot-" und„Neues Volksblatt" in allen Räumen und Verkaufsständen, in welchen Tabak, Postwertzeichen und Stempel, sowie in allen Räumen, welche in Bahnhofs- und ähnlichen Gebäuden untergebracht sind, verboten. Der Erlaß gilt bis auf Widerruf für das ganze Land Mähren- Schlesien. Die Maßnahme wurde durch einen Bericht von der Olympiade hervorgerufen, in welchem abfällige Aeußerungen über die Staatsfahne enthalten waren. Merkwürdige Usancen scheint, wie uns aus Karlsbad berichtet wird, eine Königinhofer Nährmittelfirma zu haben. Ein Kaufmann aus der Umgebung Karlsbads hatte von dieser Firma oft Backpulver und andere chemische Nährmittel bezogen. Gr war. mit einigen hundert. Monen jn ‘SMMffätiH gerätenmnd bezog nun'dlH Wären nur noch gegen Nachnahme. Dieser Tage nahm er auf dem Bahnhof eine Sendung in Empfang, für die er 540 KL erlegte. Als er sie daheim öffnete, muhte er feststellen, daß sie— Z i e g e l st e i n e enthielt. Ex erstattete die! Anzeige gegen unbekannte Täter, denn er meinte, es handle sich um einen Bahndiebstahl. Es ergab sich aber, daß dieFirma selb st die Ziegelsteine abgesertigr hatte, um so die Schuld einzutreiben. Gegen die Firma ist die Strafanzeige erstattet worden. Wo» der junge Student wissen mutzt Der junge Student, der an die Hochschule kommt, sieht sich vor eine Fülle von Anforderungen gestellt, denen er in der ftemden Stadt selten gerecht werden kann. E» fehlt ihm jede Uebersicht. Er sieht zu spät, datz er so manche Sachen schon zu Hause hätte erledigen können- und datz für eine ganze Reihe von Studienerleichterungen(Wohnssipendien, Studienunterstiit- zungen usw.) schon ftüher einzureichen gewesen cher Zeit, zu der in Spanien die Gegner ineinander veMssen verbluten. Zur gleichen Stunde liegen die von den Franco-Truppen Hingemetzelten in den Gaffen von Badajoz in ihrem Blute. „In jeder Gaffe wurde mindestens eine Barrikade aus Pflastersteinen und aus Möbelstücken errichtet. Alle diese Barrikaden waren sm wahrsten Sinne des Wortes mit Toten bedeckt. Eine Ptrahe nach der anderen mußte im Kampfe genommen werden. Auf den Straßenkreuzungen lagen Berge von Toten. In den verwüsteten Straßen irren Frauen und Kinder umher und suchen nach den Leichen ihrer Angehörigen, Eltern, Freunde und Kinder." Alles zu. gleicher Zeit.„Aus der von den Aufständischen eroberten. Stadt Badajoz werden von allen Quellen Massenhinrichtungen von grauenhaftem Umfang gemeldet. Der Sonderberichterstatter der Agence Havas meldet, daß bisher 1500 Meyfchen erschossen worden sind,"■' ■ Und zu gleicher Zeit findet in Berlin die Schlußfeier der Olympiade statt.„Die Olympische Fahne wurde heruntergeholt und von acht Fechtern in die.Ehrenloge gebracht.■. Auf den drei tzquptmasten erschiessen die drei. Fahnen Griechenlands, Deutschlands und Japans, die von den) Scheinwerfer her beleuchtet wurden. Unter Fanfarenklängen ging das. Olympische Feuer, dar 16 Tage lang am Olympischen"Altar gebrannt hatte,. langsam aus und erlosch t schließlich. Die olympische Glocke verkündete den Schluß der Feier ufld aus der Höhe ertönte durch aNe Lautsprecher:„Ich rufe, die Lügend der Welt nach Tokio" worauf die Fahnen eingeholt wurden und die Menge langspn da» Stadion verließ." Und den KUrfürstendamm belebt der nächtliche Korso internationaler Gäste. 'Alle» zu gleicher Zeit.... Am Moldauuftr, wie an Pen Rand. Les Brief an den Zeitspiegel Ein Genosse schreibt aus Bodenbach: „Lieber Zeltspiegel! In Prag wirst du das nicht so gewahr; aber in der Provinz! In jeder Buchhandelsauslage, auf jedem Kinoplakat, überall ist Maa Schmeling, Sieger über Joe Louis, zu sehen oder sein Name zu lesen und die reichsdeutsche Propaganda hat aus ihm einen regelrechten Nationalheiligen gemacht, dem hur noch ein sichtbarer Glorienschein fehlt. Ich gönne ihm ja seinen Ruhm und bin ihm auch um die Sympathien nicht neidig, deren er sich in seinem Vaterlande erfreut. Aber diese Sympathien genießt er doch nur. bei Teilen der eigenen Nation und für einen Weltmeister ist das eben nicht alles. Die Sympathien der ganzen Welt aber wären ihm sicher gewesen, wenn ihm anstelle Joe Louis Hermann Göring gegenübergestanden hätte. Bist du nicht auch dieser Meinung 1° wäre. Aus diesen Gründen und au» der Erkenntnis heraus, daß es heute nur wenigen Studenten möglich ist, ein oder mehrere Semester zu verbummeln, hat sich die Deutsche Hochschulgewerkschaft entschlossen, einen kurzen, aber aufschlußreichen Hochschulführer herauszugeben. Der neue Hochschulführer unterrichtet kurz und übersichtlich über alles Wissenswerte! Der geringe Preis von 1 KJ ermöglicht ei auch den ärmsten Studenten, sich diesen unentbehrlichen Berater anzuschaffen. Der Betrag dafür kann auch in Marken eingezahlt werden. Bestellungen sind zu richten an den„Werkstudent", Prag II, Na Zbokenci 18, TchwÜmmrsegen im Erzgebirge«nd im Böhmerwalde. Aus vielen Gegenden des Erzgebirges und des Böhmerwaldes wird über den besonderen Schwämmereichtum dieses Sommers berichtet: die Ausbeute an Herrenpilzen ist insbesondere in Südböhmen außerordentlich groß, so daß die Preise stark gesunken sind; ein Kilogramm bester Herrenpilze erzielt in den Böhmerwaldgegenden nur mehr einen Verkaufspreis von 1 KL, weshalb die Arbeitslosen, die sich durch den Verkauf der Schwämme eine kleine EinnahmSquelle erschlossen, nur wenig verdienen. Den erzgebir- gischen„Schwämmerekord" dürfte jener Pilzsammler erzielt haben, der dieser Tage bei Got- teSgab einen Steinpilz im Geivichte von 4 Kilogramm gefunden hat. Franco, der Freund der nordischen Faschisten:.., „Marokkaner, rettet die weiße Kultur!“ Spiegels gesteckt, blüht roter und gelber Weiderich. Rainfarn und Kamille breiten he^be Düfte über das frische Gras. Alles zu gleicher Zeit. Und man weiß es nicht; man liest erst an andern Tag, welches Grauen dieselbe Stunde erfüllte. Mer nein— man weih es doch, man weiß um die Schrecken in Spanien. Nur— wer denkt in dieser beglük» kenden Sommerstunde am Flusse daran? Und dann drängt sich doch einmal jählings der Gedanke daran auf. Es ist ein tiefes Erschrecken. Der glückliche Frieden dieser Sommerlandschaft entrückt für Sekunden ins Unfaßliche; eines scheint nicht wirklich zu sein— dieser Glücksfrieden hier oder das Grauen in der Ferne. Und es bleibt unfaßlich, daß die Menschen um das eine wissen und den Gedanken daran ertragen und das andere so schwerelos und heiter genießen können— zu gleicher Zeit. Kühl spannt sich die glatte Strömung des Flusses. In gläserner Klarheit senken die Hügel ihre Spiegelbilder in die Flut. Eini Vogel fliegt schwingend dem Walde zu. „Der Reuter-Korrespondent, der Badajoz zwei Tage nach dessen Eroberung durch die Aufständischen besuchte, bestätigt die Nachrichten über die Hinrichtungen roter Milizäbteilungen. Die Leiche^ werden auf großen Scheiterhaufen verbrannt. Die Angeklagten werden einem Militärgericht vorgeführt, wo ihnen die Hemden auSge- zögen werden. Wenn sich am rechten Arm des Angeklagten Schwielen oder Quetschungen finden, die von der Handhabung eines Gewehrs herrüh« ren, wird er wegen Teilnahme am Kampfe gegen die Aufständischen zum Tode verurteilt. Die Hinrichtungen werden in Gruppen von je 20 Personen vorgenommen."' •.•.Ein Mädchen singt am Flusse' Zu gleichex Zeit, Seite 4 Mttwoch, 19. August 1938 Nr. 192 Zum Besuch des Staatspräsidenten über die Gefahr diskutiert, daß diese Denkmäler. ». Eintritt in die Zuschauer die Geldern-für den Ankauf.historisch wertvoller Seit dem wertvollsten historischen Schlösser, Wellington« i In Nordcumberland, dieser Gefahr. entgangen Sein Besitzer--teilte.> mit,.daß' er das Ein Postamt subiliert. Da? Hauptpostamt Nr. 1 in BudweiS begeht heuer die Feier des 190- jährigen Bestandes als ärarischeS Postamt. Als Erbpostamt war die Poststation BudweiS schon am 20. Jänner 1680 errichtet worden, so daß also das Budweiser Postamt bereits 400 Jahre besteht. Unter dem ersten Budweiser Postmeister besorgten den Verkehr auf den wichtigsten Postlinien Prag— BudweiS— Linz— Wien— Pilsen— Neuhaus rund 100 Pferdcpostwagen. Entfeffelte Maschine. In Wilna ereignete sich eine eigenartig« Katastrophe. Ein« Lokomotive, die mit Kohlen' versorgt wurde, setzte sich plötzlich ohne Lokomotivführer und Heizer in Be- lvegung. In voller Fahrt raste sie über die Geleise. Zwei Arbeiter, die Kohlen aus die Maschine geladen hatten und nicht abzuspringen wagten, riefen laut uiti Hilfe. Schließlich raste die Lokomotive auf einen entgegenkommenden Personenzug. Der Lokomotivführer und Heizer des Per- sonenzugcS wurden getötet und 16 Passagiere schwer vcrlchf. Kaufhaus. in' Flammen. In einem grasten Kaufhause in Montreal ereignete sich eine Explosion,- die einen großen Brand verursachte. Sechs Feuerwehrleute würden getötet, 21 verletzt, darunter zwei tödlich. . Der patriotische Stierkampf. Her„Paris -Midi", beschreibt, einen Sticrlainpf, der unter Teilnahme des Präsidenten Companys in Barcelona zugunsten der Opfer der Bürgerkrieges veranstaltet wurde. Der berühmte Matador El Estudiante brach beim Totstechen des Stieres in Weinen aus.' Als die Arena erfuhr, daß die Tränen des berühmten Stierkämpfers seinem Bruder galten, der ein Opfer des Bürgerkrieges geworden ist, drückte sie. ihm ihre Sympathie durch langandauernden Beifall aus. Mit gleich begeistertem Beifall. begrüßte die Arena einen-der Banderilleros, der beim Kampsarena vor den Augen der Uniform der Volksmiliz ablegte. Ein fünfzehnjähriger. Junge wie- seinerseits auf die Notwendigkeit, alle Schloßbesitzer zu. gleichen Entschlüssen zu bewegen.. Als erstes soll aus öffentlichen Mitteln die Besitzung „Glastonburry Tower" angekaust werden.- Der Legende nach soll hier Christus als Kind geweilt haben. Sein irdischer Vater soll auf der englische» Reise auch im Besitze des Grals gewesen sein, und als eben in Glastonburry Tower. Die Besitzung war der Gralspokal soll nirgendwo anders vergraben fem, früher eine Abtei und ist-heute eine Ruine; ihr An«' kauf wird nicht mehr als 2600 Pfund kosten. ,. Die Gesamtwetterlag« weist nahezu.. keine, Aenderung auf. Unsere Gegebden liegen noch immer im Bereiche eine- Hochdruckbander, welches sich vom Golf von Biseaya bis nach Rußland erstreckt. In", diesem Gebiet« herrscht'schöner Wetter'vor,-welches nur durch lokale Wärmegewitter ist den Nachmittags-' stunden gestört wird. Wahr sch« i n l i ch e r Wetter heute: Wechselnd bewölkt, bis ziemlich' heiter,' verschiedentlich Lokalgewitter/-wann.-—' Wetter« ursicht en fKr Donnerstag: Noch, immer keine'wesentliche Aenderung- des" Wetter». • kriegt Eng land. Einer der eigenartigsten Gegner, mit denen England jemglS zu tun hatte, ist ein fünfzehnjähriger Junge namens Ghulam Nabi, der eine 6000 Mann starke Streitmacht in dem Niemandsland zwischen Britisch-Jndien und Afghanistan befehligt. Es,ist ihm sogar gelungen, ein 4000 Mann starkes englisches Expeditionskorps auseinanderzutreiben, daS auf Hilferufe des von ihm überfallenen Stammes der Halimzai hin gegen ihn ausgesandt worden war. Ghulam Nabi, der als höchst. rätselhafte Persönlichkeit geschildert wird, wohnt, wenn er nicht auf dem, mit weißen Seidenstoffen behangenen Führerkamel vor seinen weißgekleideten Kriegern herzieht, in einem seidenen Zelt, zu dem nur vier auserwählte Gefolgsleute Zutritt haben. Sie nahen sich ihm mit tiefen Verbeugungen und murmeln dabei bestimmte Formeln ihres heiligen Rituals, denn der Knabe, der von seltener Schönheit sein syll, wird von den Seinen als«ine Art Halbgott verehrt, dem^ jeder unbedingten Gehorsam schuldet. Ghulam Nabis Parteigänger behaupten, daß von feinen großen schwarzen Augen ein« ungeheuere magnetische Kraft ausgehe. Wird Nordamerika katholisch? Je stärker der Puritanismus in-den USA durch das Ueberhand» nehmen der wie Pilz« aus dem Boden schießenden unzähligen Sekten geschwächt wird, um so mehr scheint auf der anderen Seite di« Anziehungskraft des Katholizismus auf die Pollsmassen zu wachsen. Ein« soben veröffentlichte, am 1. April 1986 abgeschlossen« Statistik gibt darüber nachstehende Rekordzahlen: 20 Millionen katholische Amerikaner, 128 Diözesen,' 18.152 Kirchen, 28.800 Geistliche, 172 Priesterseminare, 287 katholische Universitäten und Hochschulen,1614 Pfarrschulen Mit insgesamt 2280 Schülern.' Diese Zahlen Heden« ten im- Durchschnitt das Doppelte der entsprechenden Ziffern von! 9-2 0, Die Mönchsrepublil Atho» stirbt aus. Einer der-eigenartigsten Staaten der Erde,! die tausendjährige' griechische Mönchsrepublil auf dem Ha« gion O'ros, dem heiligen Berg des AthoS-Gebir« ges, geht feinem Ende entgegen.' Im Jahre 986 wurde die Republik gegründet; Im Jahre 968 .„Ausfuhr" eines Ahnestschlbfs«» samt dem zuge- t e r n e h m e r, die sudetendeutschen Unternehmer,..„ß'.t. oßzüg i g e Ged art! en" zur-Wiederaufrichtung der Wirtschaft ausge- sprachen haben? Unsere Unternehmer haben doch nie andere Einfälle gehabt als die, unbekümmert daraufloS zu rationalisieren, ohne Uebcrlegung, wohin diese Rationalisierung führt, ob sie sich rentiert,— Betriebe z u< s a m m e n z ule g e n ohne Rücksicht auf daS Schicksal der Arbeiter,— und dieLöhne herabzudrücken und immer wieder herabzudrücken. Vor allem in der Lohnkürzung offenbarte sich die, Großzügigkeit der Unter- nehmer. Ja, und sie. können nicht einmal behaupten, daß die Politik ihre kühnen Pläne auf diesem Gebiete durchkreuzt habe. Und von anderen großzügigen Gedanken weist die Welt nichts und auch die Denkschrift gibt sie nicht bekannt. Was der Herr Staatspräsident bei einem so feierlichen Anlaß, wie es sein von allen Be- völkemngSschichten' freudig begrüßter Besuch in Reichenberg ist,' nicht tun kann, können wir: fragen, waS für großzügige Ge- danken zur Wiederaufrichtung der Wirtschaft die Unternehmer haben? Wiederaufrichtung der könnten; im Keim." verschwommenes Gerede, ist wirtschafts fremd? Ist es— und diese Vermutung liegt nahe, wenn ein Uliternchmerführer von wirtschaftsfremder Politik spricht— die S o z i a l p o l i t i k? Ist cs der bescheidene Schutz, den die Arbeiter noch geniesten? Ist die Politik dann nicht mehr wirtschaftsfrcmd, wenn sie den Unternehmern völlig freie Hand den Arbeitern gegenüber, lästt?— Und jene„große Politik", die Misttrauen und Nervosität sät, ist wahrscheinlich nicht die tschechoslowakische Politik! Das große Mißtrauen ist in der Welf, seit cs den Faschismus gibt, es ist ungeheuer groß geworden und ganz Europa.wird van nervösen Zuckungen gcschiit- telt, seit der Faschismus auch Deutschland überwältigt hat. Die nationalistische Autarkie- Politik— jene Politik, die die Wirtschaft von heute ganz in den Dienst des Krieges von übermorgen stellt— ist das Hemmnis der Wiedergesundung der Weltwirtschaft. Wer was kann die Tschechoslowakei gegen diese nachbarliche Wirtschaftspolitik tun? Was die' Denkschrift an Maßnahmen zur Krifcnbekämpfung vorschlägt, ist wenig: die Handhabung des VerteidigungsgcsotzeS solle alle Behinderungen der Bctriebsführung vermeiden; und die Staatsvertcidigungsanleihe, die ja auch der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit dient, solle besonders jeueii Gebieten zugute kommen, in denen die größte Arbeitslosigkeit herrscht, und damit sind natürlich auch die Arbeiter sehr einverstanden. Aber— ja, man könnte,schon einiges äu' diese Denkschrift antworten! Man könnte fragen, wann und.wo.denn je d i e U n- Was man antworten könnte Der Großindustrielle TH.L i e b i g, Präsident der Reichenbcrger Handels und Gewerbekam- nier, wird dem Staatspräsidenten Dr. Beneö bei seinem Eintreffen in Reichenberg eine Denk- schritt überreichen, in der die Wirtschaftslage Nordböhmens geschildert wird. Was hier an erschütternden Tatsachen angeführt wird, ist zwar größtenteils bekannt, doch ist eine zusammenfassende Darstellung bei diesem Anlast notwendig: daß in den politischen Be- zirken Reichenbcrg, Gablonz, Friedland und Deutsch-Gabel seit dcmIahre 1922 163 Fabriken ftillgelcgt wurden, daß. die Kaufkraft der nord- böhptischcn Bevölkerung infolge der Industriekrise sehr gesunken ist, daß der Fremdenverkehr aus Deutschland infolge der deutschen Devisen- Politik arg zurückgegangen ist, datz in manchen Bezirken bis zu achtzig Prozent der Schuljugend unterernährt sind. Aber zu welchen Schlüssen kommt die Denkschrift? „Die Wirtschaft müsse von den Einwirkungen einer w i r t s ch a f t S f r e m d e n G e- setzgebungundVerwaltung und von de» Einflüssen der ausgesPro^ chcnen Parteipolitik befreit wer- den. Die große Politik sät Mißtrauen und Nervosität aus und erstickt alle großzügigen Gedanken, die zu einer WMWMMk Weltwirtschaft führen Das ist ein Welche Politik Tschechoslowakische Rote Falken In Belgien An t wer pe n, H. August IBM. Nun sind wir schon fast H Tage in Antwsr- pen und bald wird die schöne Zeit zu Ende sein. Vorigen Freitag unternahmen wir einen Ausflug in die flämische Heide. Ein ganz anderes Bild als zu Hause offenbarte sich unseren Falken: Keine Berge waren zu sehen, nur Hüne nach Düne nahmen unsere Augen wahr. Bo weit man blickte: Band. Inmitten dieser„Sandwüste" machten wir halt. Die größten Falken vergaßen ganz die„Würde" ihres„Alters" und paddelten zusammen mit den Kleinen im Band, herum. Nur schwer trennten wir uns von diesem sohönen Platz und fuhren am Abend nach Hause. Der nächste Tag führte uns in den Zoo. Auch hier konnten wir uns nicht satt sehen, denn unsere Zeit war nur kurz bemessen, da wir am Abend unseren Freundschaftsabend hatten. Der Saal des VolkshattSes war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Den ersten Teil bestritten die flämischen Roten Falken. Dann wurden wir von. Genossen Molter im Namen der Partei und von einem Mitglied des Arbeiteresperantobundes im Namen des Weltkongresses der Arbeiteresperantisten begrüßt. Einer unserer Falken erwiderte diese Grüße und mit einem tschechischen Volkslied eröffneten wir nun unseren Teil. Bo güt es ging, versuchten wir den flämischen Genossen einiges aus unserem Leben zu zeigen. Lieder, Spreoh- ohöre und Volkstänze wechselten einander ab. Als wir nach diesen Darbietungen den Antwerp- ner Falken eine Bturmfahne überreichten, brach tosender Beifall aus. Den BohlußteU füllteh die Pioniere aus und wir beschlossen den schönen Abend mit der„Internationale". Sonntag mach-. ten wir eine Wanderung in die Polders, das‘ist. eine Ebene, die unter dem Meeresspiegel liegt, Den Rückweg traten wir mit einem Schiff an. Die erste Woche war vorbei. Schon vieles hatten wir erlebt, vieles gesehen, aber das Allerschönste erwartete uns erst noch. Montag fuhren wir ans Meer. Nach Ostende. Am Strand, an dem sich sonst nur die Kinder der Reichen tummeln konnten, liefen jetzt Arbeiterkinder herum. Dooh'viel, viel zu kurz war die Zeit. Nur schwer konnten wir uns vom Meer trennen, aber die awei Tage waren vorbei und auch das Bchönste muß einmal ein Ende haben. Mittwoch besuchten wir vormittags zwei Museen und sahen uns dann nachmittags eine Diamantschleiferei und die Arbeiterbäckerei an. Nur noch zwei Tage konnten wir bei den lieben Genossen in Antwerpen verbringen. Gestern fuhren wir nach Brüssel, das Parlament wurde besucht, das Rathaus und vjeles andere, aber alles werden am besten die Falken ■selbst zu Hause erzählen können. Sie werden aber, nicht.nur all-das Schöne mit nach Mäuse nehmen, sie werden auch einen Gädanken-mit nach Hause nehmen, den Gedanken der Solidarität. Denn nur durch diese ist es möglich gewesen, diese Aktion durchzuführen. Noch kurze Zeit bleiben wir zusammen. Eine Woche noch sind wir mit den flämischen Falken im Zeltlager. Nooh eine kurze Zeit können wir gute Freundschaft und gute Kameradschaft, halten, dann, heißt es wieder nach Hause. Aber eines werden wir nicht vergessen, wir müssen immer mit unseren flämischen Genomen und mit den anderen> Ländern Zusammenarbeiten, denn nur so können■ wir uns eine bessere Welt erbauem Freundschaft! ,fR« ,r Das Reichenberger Rathaus' weiht« der byzantinische Kaiser Leo VI. ihr-erstes. Kloster Santa Lavra' ein., Die Türkenherrschaft and sich stillschweigend mit'Existenz und Autonomie des-Münchsstaates ab. Seit dem zweiten Balkankriege ist die Schuhherrschaft Uber den Athos jedoch an Griechenland Lbergegangen und die griechische Regierung ist infolge ihrer mist- sichen Finanzlage nicht mehr Imstande, die riesigen Zuschüsse aufzubringen, die für die Aufrechterhaltung' des kleinen' Staatswesens erforderlich ind. Ein großer Teil der Mönche ist bereits nach Jugoslawien, Albanien und Bulgarien ansge- wandert. Bon den 16.000'Mönchen, die zu Anfang des Weltkrieges hier lebten und sich bis 1920 auf 5140! bis 1988 auf 2500 verminderten, sind heute nur noch genau 1985 vorhanden und der Tag rückt immer näher! an dem, nach dem eigenen Ausspruch des ProtoS von Hagion OroS, deS Oberhauptes des seltsamen Staates,„die Zeit erfüllet" sein wird. Perücken— fpionageverdächtigk Die Hauptstadt Britisch-Malakka», Singapur, wird zur Zeit von den Engländern zum größten Kriegsschiff- und Lufthafen de» Indischen Ozean» ausgebaut. Zu gleicher Zeit ist ein Gesetz erlassen worden; nach dem die Spionage innerhalb Singapurs auf» strengst!: verboten wird. Offensichtlich sind die Spione in Singapur— e» soll sich' hauptsächlich um Japaner handeln— besonder» erfindungsreich, denn in dem Gesetz heißt e», daß allen. Einwohnern der Stadt beiderlei Geschlecht» sowohl da» Tragen von Perük- ken sowie da» Färben der Haare auf» strengste untersagt sei. Wer sich nach diesem Verbot nicht richte, werde auf Grund der neuen Spionage-Bestimmungen al» Spion abgeurteilt. Der verschwundene Rembrandt. Die fränzöfl- sche Kriminalpolizei sucht im Augenblick nach einem verschwundenen Bild, da» einen echten Rembrandt von außerordentlichem Werte darstellen soll. Die näheren Umstände der Affaire sind außerordentlich merkwürdig. In einem Abteil der Zuge» von Mailand nach Bordeaux saß eine alte Dame, die sich später als eine Schwedin namens Berthe Arnolds«» aurwier. Sie hielt ein gerahmte» Bild auf Ihrem Schoß, da» mit wenig Sorgfalt in Zeitungspapier eingewickelt war. Sie erzählte den Mitreisenden, daß sie einen, kostbaren Rembrandt nach San Sebastian zu bringen habe, entfernte auch ein Stück der Zeitung, und man konnte da» Bildnis eines Mannes im offenen Kragen und di« Signatur„Rembrandt feeit 1665" sehen. An'der Grenzstation Modana stieg d>« alte Dame einige" Augenblicke aus, um eine Tasse Kaffee zu trinken.- Als sie zurückkehrte, war da» Bild verschwunden. Sie erstattete- sehr aufgeregt Anzeige, und die Bahnpolizei konnte noch in der gleichen Nach! die Mitreisenden vernehmen. Sie erklärten übereinstimmend, daß ein Unbekannter in den Zug eingestiegen sei und sowohl da» Bild wie die Sachen der Däist'e!, die in Modänq. bleihen wolle, herausgeholt habe.' Aber auf'dem Bahnsteig hat niemand einek Mann mit Bild gesehen. Die näheren Umstände und die zum Teil verworrenen Aussagen der Schtvedin haben bei der Polizei den Verdacht aufkommen lassen, daß«in Diebstahl eine» echten Bilde» gar nicht vorliegt. E» ist wahrscheinlich, daß in Italien von irgend jemandem ein Versicherungsbetrug geplant ist, wobei eine Kopie eine» Rembrandtbilde» verschwinden sollte. Die häßlichste Frauentracht der Welt.- Während die Frauen ihre Reputation nicht zum geringsten Telle auch der Tatsache verdanken, daß sie schön« Kleider tragt», machen die Mohammedanerinnen eine, Ausnahme; sie sind vor fremden Männern immer bi» zur Unkenntlichkeit verhüllt. Unter Pen Mohammedanerinnen tragen aber di« allerhäßlichste Tracht die Frauen au» der jugoslawischen Stadt Mostar.. Mohammed» Gebot, durch da» das Laster und die Freuden der Ehebruchs erheblich^vermindert wurden, hat hier dazu geführt, daß dse Männer ihre Frauen so abschreckend wie nur möglich avzogen. Die Frauen von Mostar tragen«inen Mantel aus filzigem grobem Stoff; die Äermel sind auf dem Rücken zusammengenäht, so daß die Grazie der Frauenarme unsichtbar bleibt. Die dichte Kapuze, die Pen»Kopf verhüllt, läuft in eine Art Rüssel au» und nicht- ein Ouadratzentimeter des Körper» bleibt unbedeckt. Nur über die Augen ist ein schmaler Spalt frei, aber auch dieser ist-von einem dichten Schal »Verhüllt. Die Frauen von Mostar wirken wie ungestaltete,-wandelnde Säcke. Der Zweck wird hier voll erreicht, sie sehen-nicht anziehend au» und erregen nicht mehr die Neugier der anderen Männer. Kamera'mit Mikrophon. Die neueste Erfin- di ng der amerikanischen Industrie ist ein Photo- - n. parat, dbr gleichzeitig ein Mikrophon besitzt. E» hindelt sich hier um-die interessante Kombination ei!«r Reporter-Kamera im /üblichen Format, in die - ei i Sende-Mikrophon eingebaut ist, da».in einem - u ckrei» bi» zu fünf Meilen zu verwenden ist. Di« findüng dürfte vor allen Gingen von den-Journalisten begrüßt werden, denn sie stellt ein geradezu idiale» Werkzeug für einen modernen Reporter, dar. DI« englischen Schlösser gefkhrdet. Da» Unter- • Vom Rundfunk Empfehlen«»»erte» mm den Programme«» Donnerstag:-. f Prag, 10.05: Deutsche Presse, 11.05: Buntes.' Schallplattenkonzert, 12.10:'ilhorgesang.-ls: Popp'-' läres Konzert, 15,50: Deutsche Nachrichten, 16.50; Saxophonsolo,18.05: Deutsche Sendung: Casanova; in Dux, Hörspiel;' 18.20:.Landwirtschaft, 18.45;,,, Deutsche Presse, 21: Sinfonieköpzert au»'Karlsbad,. 22:26: Chanson».— Brünn 17,40:. Deutsche Sen«. düng: Arbeiterfunkr Bedeut«»» der Lebensmittelkontrolle für di« Arbeiterschaft von In». Ludwig, ly/lll:'-' Leichte- Musik.— Preßburg 14.15:- Chanson»,—': Kascha« 18.85: Rundsunkorchesterkonzert, 14.10: Populäres Konzert.— Mährifch-Ostrau 17.05: Für-.! kleine, und. große. Kinder, 18.10: Deutsche Sendung;- Sälier rezitiert aus neuer Lyrik,'" E findung dürfte vor allen Dingen von den,Jour» nqlis" idtale» Werkzeug für einen modernen Reporter, dar. Die englischen Schlösser gefkhrdet. Da» Unter- Ha» wird, sich, in diesem Herbst auch mit einem Ge- ses!ntw»rf zu befassen haben, der die Bereitstellung yö Sqlösser durch, di« Regierung vorsieht. Fi n„The Ghost goeS West" von Renä Clair, der di- jMNC.'" hin gen Geist durch-einen.-amerikanischen Parvenü .sät:isch behandelt, hfltntan-in der Oefsentlichkeit M «Nl sicher Geschichte durch Besitzerwechsel verlörest geh n könnten. Eben erst wird bekannt,' daß-, eine» Hou! M„WM Sch>ß testamentarisch dem Staat.vermacht,-undcher-. ,' Nr. 192 Mittwoch, 19.«llgust 1938 Seite 5 als plötzlich Les Nachts wieder DachschUhen auftauch« ten und die Wachen rings um di« Kasernen beschossen. De» morgen» zeigten sich dann verdächtige Bewegungen in den Quartieren— die Offiziere, die offenbar die angelllndigte Reinigungsaktion fürchteten, batten beschlossen, sich zu erheben. Gier war e» nicht schwer, ihrer Herr zu werden, da die Soldaten nicht mitmachten. In Badajoz dagegen, am anderen Ende Spanien», befreiten Tage danach dreißig meuternde Guardia Civil die verhafteten Rebellen und von 4 Var verhungerte Milliardär John Pierpont Morgan hatte seinen Aufstieg in erster Reihe seinem mathematischen Genie zu verdanken. An der Universität Göttingen studierte der junge Morgan Mathematik, bei einem deutschen Professor, der, als er ein Jahrzehnt später in New Aork weilte, auf einem Bankett ini Klub des schon prominenten Finanzman- noS, dem Gastgeber mit den Worten zutrank: „Schade, daß Sie nicht in Götttngen geblieben sind, Mr. Morgan. Sie wären mit ihrer Begabung sicherlich mein Assistent und nach meinem Tode mein Nachfolger auf der Lehrkanzel geworden" Das blieb die einzig versäumte Gelegenheit im Leben Morgan». In New Uork, nicht in Göttingen,,"machte Morgan 50 Jahre lang Finanzmathematik auf seine Art,' die ritte Welt, nicht.nur einen Hörsaal in Atem" hielt. Er war ein unvergleichlicher Buchhalter und Bilanzleser— und ein Arbeitstier, dessen Tempo keiner'seiner Mitarbeiter auf die Dauer durchhtelt. Zur gelt der großen Wirtschaftskrise im Herbst 1907^, als in. der Wallstreet in einigen kurzen Tagen fünf Milliarden. Dollar, verloren gingen, und die Stadt New Nock bei Morgan um einen Kredit vdn 30 Millionen Dollar vorstellig wurde, um die Gehälter der städtischen Angestellten bezahlen zu können, arbeitete Morgan mit seinem Rechtsanwalt, Ledhard, die ganze Nacht hindurch bis zum Morgengrauen, flm fünf iilhr früh schickt« der damals Siebzigjährige,"den Anwalt, einen Vierziger, nach Haust,.er möge, sich ausschlafen und um halb acht pünktlich wtider'zur Stelle, fein.' Ledhard war um halb acht in, der Bibliothek von Morgan, müde, daß er kaum MWMIMLMMVM KSMpN Von unserem NMrMcr Dendiiersioner . Schon am ersten Aufstand-tag erklärte di« Re- I— ein wichtiger Paß nahe bei Madrid, war etwa gierst»»:„Die Rebellion der Militärs ist zerschnit- schon zehnmal im Besitz der Milizen. Valencia war tm."- Die Motte hatte den Aufstandsherd— Ma-1 längst befriedet und fest in der Hand der Regierung, rokto— vom Mutterland getrennt, Äm Ende der ersten AusstandSwoch« konnte Prieto verkünden:„Unser Triumph ist sicher." Bar celona und Madrid hatten"die Rebellion in ihren Mauern vernichtet; aus der katalanischen Metropole rückten die Truppen d«S Volkes gegen die Festung Zaragoffa vor, und die heldenmüttgen Einwohner der Hauptstadt brachen in zwei Tagen den konzentrierten Angriff von fünf Setten her: sie schlugen die drei Heere de» General» Mola in den Pahhöhen de» Ge«,—_ birg«,; in einer elfstündigen Schlacht«Laberten sie; Uhr nachmittag, de» S., bi» 11 Uhr morgens de» 7. Guadalajara tm Osten und machten so den Ansturm August dauerte er, ehe man st« wieder überwältigen aus dieser Richtung zunichte, während sie zugleich konnte:^ Sie hatten Maschinengewehre^ und au», nach dem Süden vorstteßen und sich den Anschluß an.! die Mittelmterküst« öffneten. Dort war schon alle- frei: von Port-Bou, der französischen Grenze, bi»| Malaga, dem westlichsten Mittelmeerhafen Spanien».. Nach drei Wochen Aufstand trat Prieto aber mals an» Mikrophon:„Bor 14 Tagen stützte sich mein Optimismus auf Vermutungen— heute ruht er auf Tatsachen. Aber wir haben un» auf einen langen Kampf zu rüsten. Auf einen Krjeg. Wir sind im Krieg". Spanien ist nach der Schweiz da» gebirgigste Land Europa». Eine Reih« hoher Bergketten mit schwierig zu überschreitenden Pässen durchzieht da» Land und zersplittert e». Diesen Festungsmauern, wie Madariaga sie nennt, gesellen sich ander« von menschlicher Hand: Spanien- Städte und Dörfer, die weit länger al» die Ansiedlungen im übrigen Europa feindlicher Jnvastonigefahr ausgesetzt waren, sind bi» heute feste Plätze geblieben— einige Maschinen gewehre, geschickt in ihren Türmen und Burgen auf gebaut, beherrschen dar umliegende Gelände, und nur schwerste Artillerie. und konzentrierte Luft angriffe machen sie sturmreif. , In Toledo, da- man in der ersten Aufstands woche schon nahm, hat sich da» revoltierende Militär zusamMN mit der Guardia Civil und den Faschisten — 1600 Mann insgesamt mit ihren Frauen und Kindern— in den Alcazar geflüchtet, da» uralte, die Stadt beherrschende feste Schloß. Auf einem hohen Felsen liegt«S: von drei Selten stürzt er steil gegen den Tajofluß ab— jeder Angriff hier ist unmöglich. Nur die vierte Seite ist zugänglich: eine breit« Straß« führt da hinauf— aber ein einzige» Ma schinengewehr, gedeckt hinter den unwahrscheinlich starken mittelalterlichen Mauern, bestreicht sie und nühte jede Truppe nieder, die sich nähern wollte. Man könnte Geschütze«Insetzen, oder Minengänge bauen, da- wohl.'-Aber'der'Akayav" istdcr^Swlz Spanien»/den Madridern besonder»"ans Herz ge wachsen,«in« Perle maurischer Baukunst, und unbe«" schreiblich schöne' Wunderwerke liegen dicht an ihn. gebaut: um nur«ine» zu nennen: da» Kreuzspital, die herrlichste Renaissanceschöpfung. Wer wollte da» opfern, und da» Leben unschuldiger Frauen und Kinder dazu? Allzuviel ist schon vernichtet, zerstört, in Trümmern., Ein eiserner Kreis ist um Oviedo, da» viel geprüfte," gezogen. Die Bergarbeiter, die e» be lagern; haben da» Licht abgeschnitten und die Wasser zufuhr. Zur Neig« gehen auch die Lebensmittel— vielleicht ergeben sich die drinnen. Denn sonst müß- ten sie die Stadt in di« Lust sprengen, die ganze groß« Stadt: ihr« Stadt, Hauptort und Verwal tungszentrum der Minengebiet«». Kein Stein bliebe auf. dem ander», und unter'den Trümmern lägen die Leichen ihrer Kameraden, ihrer Freunde, ihre« Genossen-— er ist Krieg in Spanien: und mehr al» da»;«S ist ein Krieg im eigenen Lande,.ein Bürger krieg. Der Sieger— und e» ist kein Zweifel, daß da» werktätige Volk siegen wird— muß da» Hau», in dem er wohnen wird, achtsam behandeln. To» und verderben säen nur di«, die ihr Spiel schon verloren geben:„Spanien wird uns ge hören oder niemandem"/ist die wahn witzige P a r o l e d« r M e u t e r'e r. Durch zer schossene Dörfer, vorbei an Ruinen und rauchenden Feldern, an Bergen unschuldiger Leichen geht der Weg der BesreiungSarmee den Patrioten" nach. 1 Ein Weiler stellt sich in den Pfad: Auf einem spitzen Hügel ist er aufgebaut, der erst, erklettert wer den!muß,Dill man weiter kommen. Denn vom Kirchtürui oben beherrscht" man den halben Bezirk. Faschisten, haben sich da stark gemacht. Sturmpolizei und Bergarbeiter au» den Minen de» Süden»— wir sind in Andalusien— rücken an..Sie nehmen di« ersten Häuser. Aber den Turm können sie nicht er stürmen: Die Maschinengewehre auf. seiner Spitze säen Tod, lichten die Reihen.„Zurück!"— komman diert dtr Führer. Auch die Bergarbeiter gehen zu rück. Aber gur bis zu ihrem Lastwagen. Zehn von ihnen treten vor,.den^Gstrtel Völl Dynamit. Der. Motor springt ani und in rasender Fahrt geht e» bi» vor hen Kirchturm.' Sech» von den zehn trifft es schon am. Weg. Die vier Ueberlehknden springen vor dem Tprm-ab und kleben sich, an die Mauern. Da» Dynamit Mt dann da» übrig«.,*■ So.wurde- El Earpio genommen,«in. kleine» Dorf an der Front vor Cordoba. Jede Handbreit Boden, hort kostet Zeit, unendlich Vies Zeit rind Opfer, unendlich« Opfer,„Wie grausam e» zugeht," sagte unS Crescenciano Bilhao, ri.n":dergUyrer der andalusischen Miliz,;,rttag durch«in», illustriert wer den: daß wir zahllose dieser Weiler. drti.'und vier mal vhrlören. und dk^i« und.. viermal wiedererobert habend Aber, in ganz Spanien trägt der Kampf dieselben" Züge: der Alto de Lun— die Löwenhöhe ' reichende Munition und man mußte da» Gebäude, in dem sie sich verschanzt hatten, erst iü Trümmer schießen, ehe sie sich ergaben. Die 60 Provinzen, in die Spanien geteilt ist, sind 60 abgeschlossene Welten, um die zäh und lang gerungen werden muß. Siguenza, heute der östliche Vorposten Madrid» auf dem Wege nach Zaragoffa, hatte am 3. August einen Angriff einer übermächtigen Zaragossaer Kolonne.abzuwehren. Ein Landmann sah sie beim fahlen Licht der Sterne herankommen: Lastwagen voll Soldaten, Arttllerie, Train. Er gab da» Signal: „Zu den Waffen". Aber allzuviel« hatten die Verteidiger der Stadt nicht, also galt e» dem Angriff zuvorzukommen und die Kolonne zu attackieren, ehe sie sich zum Sturm fertig machte. Miliztruppen standen an den strategischen Punkten: den Maschinengewehren, Mörsern und Geschützen der Gegner hatten sie nur Bewehrfeuer entgegenzusehen. Der Kampf dauerte mehrere Stunden. Die Situation tourde kritisch, da die Munition zu Ente ging. Der Kapitän befahl, im Turnuz zu feuern: Er formierte Gruppen in der BeteidigungSlinie, in denen da» Gewehr reihum ging— jeder Mann gab einen Schub ab. So boten sie dem Ansturm Schach, während von den erhöhten Puntten de» Städtchen» au» die Nachhutlinie der Angreifer bestrichen wurde. Neue Munition kam: Einige wenige Kisten, requiriert in umliegenden Dörfern.„Jeder Schub muß sitzen." Beim Abendrot, wurden, vor der Stadt 67 Tote gefunden, unter ihnen der Hauptmann der Angriffskolonne. Auf ihrer Flucht hatte sie zehn Lastwagen zurückgelaffen, voll mit Munition, Bomben und Geschoßen, zahlreich« Maschinengewehre und eine Meng«, sonstige» Kriegsmaterial. Man hätte ihr nachsetzen und sie völlig vernichten können, wäre man genügend ausgerüstet gewesen. Aber noch haben wir nicht genügend Waffen— all« Vorräte sind in den Garn!» Me die^Aufständts^m heheffsHsn. dse Madrider BÜwllerung zu bcsvaffnen, mußte— säst mit nackten Händen— das Cuartet de la. montaäa. gestürmt werden, und mit improvisierten Waffen mußten die Barcelonaer gegen das heranrückende Militär vorgehen. Erst al» Toledo genommen war, begann die groß« Waffenfabrik dort zu arbeiten. Di« asturischen Bergarbeiter mußten, ehe sie an die Belagerung von Oviedo gehen konnten, Miere» und Trubia einnehmen/ wo die großen Kanonenfabriken sind. Am 10. August haben sie dann Lugone», Vor den Toren Oviedo», gestürmt, um in den Besitz der großen Patronenfabrik dort zu kommen. Im Süden operieren Milizabteilungen von Schäfern, die mir ihren H i r t e n s chl eu d« rn Dynamitpatronen schießen. Alle» muß au» dem Boden gestampft werden, Bor allem die Befreiungsarmee selbst, vom ersten Aufstandstag an.bestand da» spanische Heer nicht mehr— e» war fast vollständig in Rebellion. Die ganze Madrider Garnison war zunächst erst einmal zu verabschieden. ehe man sie gesiebt hatte und neu einstellen konnte, und mehr al» tausend ihrer Offiziere wurden in Hast genommen. Die Vorhut de» General» Mola war damals so nahe schon vor der schutzlosen Hauptstadt, daß sie einen Angriff auf da» Wasserreservoir und die Stromzentrale wagen konnte. Bauern und Arbeiter, unterstützt von einigen wenigen Carabiniero», schlugen sie zurück. Wer noch war die Hauptstadt selbst damit nicht gerettet: Mola» Haupttolonnen näherten sich ihr in rasender Eile. Gegen di« Höhenzllge strebten Guardia Civil, Sturmpolizei und Landleute au» den Dörfern ring» um Madrid. Elftausend bewaffnete Arbeiter kampierten vor dem Krieg»ministerium, aus den Abtransport wartend. An den drei Pässen Somosierra, Navacerada und Alto de Leon schlagen sie Mola- Truppen zurück. Ihnen nachzusetzen aber ist unmöglich: Die Höhenzüge sind kriegsmäßig befestigt; au» betonierten Unterständen bestreichen Maschinengewehre und schwere Geschütze da» ganze große An« marschgebiet. Madrid entsendet neue Menschenmassen:„erfüllt von stahlhartem Mut und blinder Entschlossenheit", vier Tage kämpfen sie oben, ohne Schlaf, ohne Decken— die Nächte sind empfindlich kalt im Gebirge— ja sogar ohne Nahrung. Langsam kommt erst alle» in Zug: Die MunttimiSnachfuhr, die Lebensmittelversorgung, die Beschaffung der Ausrüstung. Die Taktik muß geändert werden:„Die Sierra kann nicht da» Grab der Madrider werden". Eiligst wird die Artillerie, mit der man den Durchbruch nach Zaragoffa erzwingen wollte, hinberufen. Technische Truppen.werden eingesetzt. Di« Madrider Miliz, die in den ersten vier Tagen einen menschlichen Wall im Gebirge gezogen hatten, der jede» Weiterkommen unmöglich machte, muß zurück: „Krieg ist eine Kunst und eine Technik. Heldenmut allein gewinnt ihn nicht". Jn der Sierra donnern die Kanonen. Tagau», tagein. Jn Madrid inde» wird gearbeitet: tagan», tagein. Tank» entstehen; Panzerzüge; Panzerwagen. Au» den Bolk»massen wird ein Heer, werden Sturmregimenter: die sogenannten Stahlbrigaden der Miliz, motorisierte Abteilungen, Angrifsttruppen und Etappendepärte« ment»: alle blitzschnell ausgebildet in allen Künsten- modernsker Kriegrtechnik. Seit drei Wochen nntr tobt der unerbittliche Krieg zwischen ihnen und den in fast uneinnehmbaren Stellungen verschanzten Rebellen. Die Durchbruchsgefahr ist längst gebannt: Mola konnte nicht am 22. Juli In Madrid einmarschieren, wie er großspurig geprahlt hatte, nicht am 28,, nicht am 80. Aber die Festungsmauer, hinter der er liegt, das Gebirge, ist schwerer noch einzunehmen als die mittelalterliche Burg in Toledo oder der feste Turm auf dem Hügel dort in Andalusien. Und da» wollen diese fünf Blitzberichte von den verschiedenen Fronten, von der Sierra, au» Toledo und Siguenza, au» Oviedo und El Carpio begreiflich machen: wa» den spanischen Bürgerkrieg so sehr in die Länge zieht. Sie zeigen nur einige wenige Fazetten, wahllos heraus« gesucht au» tausenden. Wie sie ein Krieg eben hat. Ein Krieg, nach dem der Besiegt« erledigt ist, sein Leben nicht neu beginnen kann, wie der Soldat eine» Böllerkampfes. Es werden nicht Provinzen erobert oder verloren. E» geht um mehr. ES gehtum alles. Um da» Leben, um die Zukunft der Ange«' hörigen, nm da» ganze Land. Darum wird so erbittert gerungen: bis zum letzten Blutstropfen— die abgedroschene Phrase hat hier Wirk« lichkeitSgehall. DarLandblutetauS dabei.; Seine Einheit ist in Gefahr. Seine Unabhängigkeit wird bedroht. Seine Wirtschaft liegt in Trümmern., Seine Menschen schlachten sich ab. Wild wütet der Faschismus gegen die, die ihm in die Hände fielen- Arbeiter wurden gefangen, zusammengetricbcn und gezivungen, die BefestigungSIverke für die Faschisten zu bauen— dann hat man sie niedergeknallt. Im Süden hat man Antifaschisten bei lebendigem Leib verbrannt: eine Welle von Grausamkeit, Tod und Not gehen Wer dar Land. Ihnen die Dämme geöffnet zu haben, ist da» verbrechen der Offiziere. üusüuul Deutschland-England-Spanien.(Nu.) Es ist llar, daß Berlin in seiner spanischen Politik ganz bestimmte strategische Ziele verfolgt. Das wichtigste Ziel für Berlin ist die Isolierung Frankreichs von seinem nordafrikanischcn Kolonialreich, da» im Kriegsfälle für Frankreich als Reservoir von Menschen und Rohstoffen eine außerordentliche Bedeutung hat. Dieses Ziel wird von Berlin in enger Zusammenarbeit mit Rom verfolgt. In allen deutsch-italienischen Abmachungen ist immer einerseits von den Ba« tze ä r en, andererseits von den Ka nari- sch en""J Ü^e.l'n"W Rede. Ein.Blii^Äüf die Karte genügt! Um die strategische Bedeutung' der beiden, Spanien gehörenden Inselgruppen zu verstehen. Tie östliche balearische Insel, Menorca, mit dem Militärhafen M ä h o n, liegt auf der geraden Linie, die Algier nsit Marseille verbindet, während die Kanarischen Jnstln die Berbin- dung zwischen Bordeaux und der atlantischen Küste von Marokko flankiert. Es hat den Anschein, al» ob für den Fall de» Siegers von Franco-Mola, zwischen Berlin und Rom Abmachungen bestehen betreffend der Uebernahme der Balearen durch Italien und der Kanareninseln durch Deutschland. Sollten diese Pläne verwirklicht werden, dann wäre im Kriegsfälle der Transport von Truppen und Gütern von Fan- zöstsch-Astika nach Frankreich über da». Mittelmeer und den Atlanttk äußerst gefärdet, wenn nicht unmöglich gemacht. England beobachtet jedoch vorläufig„Neutralität". Es muß aber ausgesprochen werden, daß die deutsch-italienischen Pläne lediglich in dem Falle verwirklicht werden können, wenn England Berlin und Rom gewähren läßt. Es scheint aber, daß in einigen Londoner einflußreichen Kreisen die Ucberzeugung an Boden gewinnt, daß das Mittelmeer in den nächsten Jahren für da» Britische Reich keine so wichtige Rolle haben werde wie früher. Man spricht in der letzten Zeit in London sehr viel von der Schaffung einer neuen, in Wirklichkeit der Erneuerung der alten Route nach Indien über das Kap der guten Hoffnung. Diese Tendenz ist zweifellos aus den Erfahrungen des abessinischen Krieges entstanden. Eins ist-klar: würde England die mittelländische Frage für ebenso wichti^ück halten wie früher, so hätte es nie den Sieg des General Franco und nicht einmal den Transport der faschistischen Truppen aus Afrika nach Spanien geduldet, denn der Sieg des spanischen Faschismus bedeutet nichts anderes als die Aufrichtung der deutsch-italienischen Hegemonie im westlichen Becken des Mittelmeeres. Die Provlnzialwahlen in Quebec brachten eine Niederlage der liberalen Regierung, die öv Jahre lang am Ruder gewesen war. Ministerpräsident.. Gouddont und sämtliche RegierungSmitglieder wurden bi» auf ein RcgierungSmitglied geschlagen. Die Kandidatenliste der Nationalen Union erhieü 76 Mandat«, während die liberale Liste nur 16 Mandate erhielt. Der Vorsitzende der künftigen Regierung" wird der Konservative Duplessis sein. stehen konnte. Der Bankier empfing ihn in glänzender Laune, frisch. Er hatte zweieinhalb Stunden famos geschlafen, gefrühstückt und begann da» neue Tagwerk mit der Kraft eine» Jüngling». Morgan übertrieb wie jeder Fanatiker, der in sein eigene» Lebenswerk verliebt ist) Auch die Staatsmacht, die mit dem ehrlichen Willen von Theodor Roosewolt damals den versuch unternahm, das. Bollswohl gegen den Uebermut der Trust» und der„reichen Missetäter" zu schützen, versagte gegenüber der United Staate» Steel Corporation, die sozusagen da» klassische Opu» de» titanischen Finanzkomponisten Morgan war. Zwei Seelen trug Morgan in der Brust, die eine» Dichters und die eine» Pica t e n; Beide Seelen durften bet der Gründung des Stahltrusts hemmungslos in Aktion treten. Morgan kaufte dem Plebejer Carnegie, dem „ekelhaften kleinen Schotten", der als Betteljung« in die Staaten«ingewandert war, zunächst, die Carnegie Steel Company ab.(Morgan stammte au» New-England, au» einer Patrizierfamili«. Mütterlicherseits hatte er einen Ahnen, Sir Hughes de Pieerepont, der im zehnten Jahrhundert in der Normandie al» Raubritter sein Brot verdient hatte.)'Dann wurden dem Trust, die Federql Steel Company, Morganscher Kohlenbesitz und eine Reihe anderer Stahl- und Essen- gesellschaften angegliedert. Da», ganze wurde mit einem Aktienkapital von 1018 Millionen Dollar uyd^ einem Öbligationskapital von 801 Millionen Dollar kapitalisiert. ES war die erste Milliardenfusion in der Finanzgeschichte der Union und somit der ganzen Welt. Die Phantasie der.Ame- rikanir,, aber auch der. Europäer, entflammt« sich an her G astronomischen Ziffer.. ,.' Unmittelbar nach der Gründung der United Steel Corporation, 1901, genoß Morgan, als er die gewohnte Gommerreise nach Europa antrat, in vollen Zügen da» LebenSetixier, der erste Finanzmann der Welt zu sein. Der König von England, dem Morgan zur Thronbesteigung ein italienische» Gobelin im Werte von 600.000 Dollar schenkte, äußerte den Wunsch, den Bankier beim Empfang deS amerikanischen Botschafters zu seiner Rechten zu setzen. Wilhelm ll. dinierte mit Morgan zu zweit, ohne Gefolge, ganz intim. Wilhelm fragte ihn, was er vom Sozialismus halte. Morgan erwiderte im vollendet wilhelminischen Geist:„Ich schenke derlei Theorien keine Beachtung!" Der Kaiser dürfte mit der Antwort zufrieden gewesen sein. Als man Morgan nach seinen Eindrücken von der Begegnung fragte, erklärte er kurz und bündig:„Ich habe den Kaiser gesprochen, er gefiel mir." Die beiden Monarchen schieden.Im besten Einvernehmen voneinander!" Dieser Minotaurus de» Geldes hatte einen Magen wie Gargantua und ein— vor der Welt sorgfältig verstecktes— Gemüt, wie ein Romantiker. Er aß und trank für zwei, rauchte täglich dreißig bis vierzig schwere Havannazigarren, machte keine Körperbewegungen und war ,im Leben nie krank. Er liebte Mozart uttd die Präraffaeliten/. fühlte sich nirgends so wohl wie in Rom und konnte.in Aegypten auf dem Nil stundenlang wortlos in die Stimmungen der Landschaft versinken. Zwischendurch allerdings diktierte er seiner Sekretärin umfangreiche Kabels nach New Aork. Eine tiefsinnige Ironie des Schicksals fügte e», daß der amerikanische Multimillionär, im elterlichen Wohlstand geboren und zu beispielloses Kapitalmacht emporgewachsen, den Tod durch— Verhungern finden mußte. Morgan starb sechSundsiebztgsährig an' einer Magen» und Darmlähmung) er konnte nichts mehr verdauen und erlag nach mehrtägigem Todeskampf der allgemeinen Entkräftung. St.' Sz. Teils 6 .Sozialdemokrat" Mittwoch, 19. August 198«. Nr. 192 Ümaer jeitunq MMMMWM Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten Mehr Schweine. Der gesamte Schweinebestand der Republik erhöhte sich nach dem Ergebnis der Schlveinczählung vom 1. Juli 1986 auf 8.18 Millionen Stück gegen 2.98 Millionen im Vorjahr und allerdings noch 8.9 Millionen zum 1. Juli 1984. Bedeutend höhere Schweinreinsuhr: Im ersten Halbjahr 1936 sind 122.689 Schweine eingeführt lvorden. In der gleichen Vorjahrszcit nur 89.961. Der Spiritusverbranch. In den ersten elf Monaten des lausenden Spiritusfahres betrug der SpirituSabsatz 868.969 Hektoliter gegen 814.199 Hektoliter in der gleichen Zeit 1934/86. Zeinentabsatz um 14.5 Prozent gestiegen. In den ersten sieben Monaten 1936 lieferten die Vereinigten tschechoslowakischen Zemenifabrikcn 686.699 Tonnen Zement. das sind 14.5 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahrszeit. Höchstziffern Im Kunstblumenexport Die Ausfuhr von Kunstblumen, welche bereits im Vorjahre eine Belebung zeigte, stieg nn Laufe des heurigen Halbjahres weiter ganz beträchtlich und erreichte seit sechs Jahren nicht niehr verzeichnete Uinsähe. Der Export von Tex- til-Kunstblumcu betrug 7.4(im Vorjahr 4.3 Millionen KL) gegen 2.6 Millionen KL im Halbjahr 1934 und 2.5 Millionen KL in; Krisentief 1933. Auch die Ausfuhr von Papier-Kunstblumen erzielte im heurigen Halbjahr mit 7.7(im Vorjahr 4.9) Millionen KL einen Rekord. Der Ex- portticfpunkt in dieser Warenkatcgorie lag hier ebenfalls im Jahre 1933 mit 1.5 Millionen KL. Belebung im tschechoslowakisch-schwedischen Handelsverkehr. Nach soeben veröffentlichte» Statistiken über den schwedischen Außenhandel im ersten Halbjahr 1936 betrug die Einfuhr aus der Tschechoslowakei 12.7 Millionen KL gegen 19.7 Millionen im Vorjahre und die Ausfuhr nach der Tschechoslowakei 6.4 gegen 4.3 Millionen KL. Auslizndsintercss« für die Prager Hrrbst- mefse. In letzter Zeit laufen beim Prager Messeamt in erhöhtem Maste Bcsuchcranmeldungen zur bevorstehenden Prager Herbstmesse aus dem Auslände ein. Auster den allgemeinen Werbeaktionen hat die Mcsteleitung diesmal wieder tund 1599 Warenhäuser individuell eingeladcn. Neben Importfirmen haben deshalb bereits Warenhäuser die Entsendung von Einkäufern angezeigt. Unter ihnen befinden sich auch amerikanische Konzerne. Jetzt müssen Sie unbedingt Ihre Blumen mit Blunei-Zaaberding begießen, wenn sie schön blühen sollen 1 Paket Kö 5*60 durch die Verwaltung „Frauenwelt“, Prag Xll., Fochova tr. 62, und bei allen Kolporteuren erhältlich , Der Empfang. Dienstag trug" eine sowset- riissischc Fuhball-Elf auf dem Strahover Stadion in Prag ein Wettspiel mit einer Prager Fußballmannschaft ans. Die Solvjetsportler trafen Samstag in-Prag ein. Die Veranstalter riefen in der Presse zum' Empfang der Gäste auf,' die um 9 Uhr abends auf dem Wilsonbahnhof ankommen sollten. Zur angegebenen Zeit warteten vor dem Bahnhofsgebäude zahlreiche Menschen auf die Ankunft des Zuges. Die Sowjetsportlec waren inzwischen längst auf dem M a s a r h bahnhof und in Prag und als sie erftihren, dah sie auf dem Wilson bahnhof erwartet wurden, machten sie sich aus, um die Begrüßungsfeier zu retten. So kam es, daß in Präg die Gäste den Gastgeber abholten. Unbekannter Selbstmörder. Auf dem Rosin- Kai wurde Montag die Leiche eines.unbekannten Mannes aus der Moldau gezogen. Ter Tote hatte Besuchet die Felieutldte Wekelsdorf und Adersbach Weltberühmt als einzig dastehende Sandsteingebilde Die Naturdenkmäler zähl en zu den beliebtesten Reise* zielen tausender Touristen. Sommerfrischen— Herrlich angelegte Bäder— Hotels: Felsenstadt Adersbach— Eisenhammeri Wekelsdorf. Prospekte durch die Felsenverwaltungen. 8496 eine Schußwunde in der Schläfe. Ob ein Selbstmord oder ei» Verbrechen vorliegt, ist bisher noch nicht bekannt. Arbeitsanfall. Montag nachmittags fuhr in der Mpslitovä ein leichtes Lastauto mit Marmorplattcn. Während der Fahrt fiel eine der Platten vom Wagen und rist zwei niitfahrende Arbeiter mit.,.Während der eine mit leichten Vcrlchnngen davonkam, mußte der ander«, Väclav Kodct, ins Krankenhaus überführt werden. Einen Touristenzug nach Prachatih befördern die StaatSbahne» Samstag, den 22. August vöni Smichover Bahnhof um 18.65.Uhr, Ankunft st» Prachafitz um 16.88 Uhr und. Rückfahrt am Sonntag um 18.16 Uhr aus Prachatib, Ankunft in Smichov mit 22.14 Uhr«»d am- Wilsonbahnhof nm 22.29 Uhr. Preis der Tour-Retourkart« 8. Klasse 56 KL und 2. Klasse 65 KL. Kartenvorverkauf und Informationen bei Personenkalla in Smichov, und am Schalter 18 am Wilsonbahnhof. Kunst und Mssen, •• Uraufführungen im Nationaltheater. Sowohl in der Oper als auch im Schauspjel gelangen qls erste Neuheiten— bereits vorbereitet und teilweise geprobt— Arbeiten tschechischer Autoren zur Uraufführung. Die Oper bringt NedbalS, Ballett.„Prin- zefsiin Hhacinta"(Regie Munclinger, Choreographie I. Rikolskä), während dar Schauspiel nicht weniger als drei Neuheiten ankündigt: zunächst Neumanns „Tanzenden Saphir"(Isadora Duncan) mit Vojia Novuk als Regisseur und Jikina Sejbalovä in der Titelrolle; er folgt StipänekS Schauspiel„Kamerad wo bist Du...?", dessen erster Akt im.Jahre 1914, kurz vor Ausbruch der Krieger, spielt, während uns die übrigen Akte in die Zeit nach dem Umsturz führen; als drittes wird NimekekS Bierakter„Zai lidsth zivot" vorbereitet. Dar Stück spielt in einer Ueinen Stadt der südfranzösischen Kohlenreviers, die zuM großen Teil von slowakischen Einwanderern bewohnt ist. Sowohl im Nationaltheater alr auch im Ständetheater wird die Saison am Freitag, den 21. August, mit einem Zyklus der erfolgreichsten Opern und Schauspiele elngeleitet, der nur bis zum 81. August dauert. Di« Opernpreise im Nationaltheater sind bedeutend ermäßigt, im Ständctheater sind Karten zum halben Preise erhältlich. §pcrt-8pret-XLrp«rpstegr Die Vorrunde um die Fußballmeisterschaft im 5. Atus-Kreis Die ersten Spiele um die Fußballmeisterschafi der 5. AtuS-Kreiser fanden am vergangenen Sonntag statt. In Komotau gewann Kleische gegen Komata ul bei gutem Besuch und schönem Spiel verdient mit 5-.6. Dar zweite Spiel fand in E i ch» Wald statt, wo der Neuling Wohontsch entgegen allen Erwartungen mit 2:1 über Kleinaugezd siegreich blieb. Um die DTJ-BerbandSmeifterschaft im Hazena fanden Sonntag in Preß bürg weitere Spiele statt. Er standen sich die Mannschaften der Kreise Mähr.-Ostrau, Proßnitz(vertreten durch DTJ Prerau) und der Slowakei in einem Turnier gegenüber. Gleich im ersten Treffen fiel die Entscheidung: M.-Ostrau gewann in einem scharfen Endspurt, als der Gleichstand erzielt war, gegen Prerau mit 8:4(4:2). In den weiteren Spielen verlor der Vertreter der Slowakei, RTJ Preßburg, gegen Prerau 6:17(8:8) und-gegen M.-Ostrau 6:22 (1:15). Der Sieger dieser Turniers und nunmehrige Meister von Mähren und der Slowakei, Mähr.- Ostrau, tritt nun In einem Zweirundenspiel mit dem Meister von Böhmen(Pilsen oder Prag) um den VcrbandSmeistertitel an. Der amerikanische Reger-Leichtathlet Owens, welcher drei„Goldene" für USA gewann, ist nach Blättermeldungen von der American Athletic Union disqualifiziert worden. Diese Maßnahme ist daraus zurückzuführen, daß Owens nach einem Bericht seine! Trainers eingelaufene Kontraktanträge, die bis 25.666 Dollar. Gage vorfchen,„ernsthaft" studiere. Vorher hatte aber Owens einem Reporter der International News Service folgendes bekanntgegeben: „Ich werde Professional, weil ich pleite bin. Wen» ich.mir etwas Geld zusammengespart habe, will ich' mich politisch betätigen. Ich habe«S satt, für die American Athletic Union als Paradepferd in ganz Europa herumgeführt zu werden. Ich bin völlig erschöpft und habe es über, alr Herdenvieh behandelt zu' werdest." Die kommende Herbftarieit - muss UN» all« auf dem Posten fin- k den! Beteiligt euch heute schon aus- I nahmslos an allen Veranstaltun- f gen der S. I. Die beiden nächsten Gruppenabende behandeln wichtige und interessante Themen, so daß keiner fehlen sollte: Mittwoch, den 19. August: Genossin Trude Fanta referiert über„Die politische und wirtschaftliche Situation in der Tschechoslowakei".''Mittwoch, den 26. August: Genosse Karl Deutsch erzählt von seiner Reise nach Sowjetrußland. Mit Lichtbildern! Samstag-Sonntag, den 22. und 23. August fahren wir alle nach Wegstädtl zum„Volksfest der Solidarität", an dem wir uns aktiv beteiligen wollen. Diese Fahrt hat für uns besondere Bedeutung, da wir sie mit wichtiger Jugendarbeit im dortigen Gebiet verbinden wollen.- LuiseUllrkch. spielt eine Doppelrolle in dem Film aus dem Wiener Milieu„Schatten der Vergangenheit". CU& ller Partei Bezlrksorsanlsatlon Präs Dringende SitzungdcrBczirks« Vertretung am Freitag, den 21. d. M., um 8 Uhr abends im Parteiheim. Anwesenheit aller BezirksvertretnngSmit- glieder unbedingt notwendig. Filme In Prager Lichtspielhäusern BIS einschließlich Donnerstag, den 29. August. Urania-Kino:„Vergiß mein nicht." B. Gigli, Magda Schneider.— Adria:„Borer und Dame." (A.)— Alsa:„Der Wildfang."(Tsch.)— Avion: „Nachtangriff."(St.)— Beranek:„Waldwinter." (Tsch.)— Fenir:„Auf der grünen Wiese."(Tsch.) — Flora:„Der Chef der Geheimdienstes."(Engl.) Gaumont:„Die Entführung an der Riviera."(D.) — Hollywood:„Rendezvous in Wien."(D.)— Hvkzda:,„Boxer und Dame."(A.)— Julit: „Zwischenakt."(D.)— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen(2—10 llhr).— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken(2.—19 Uhr).— .-Lucerna:„Auf der grünen Wiese."(Tsch.)— Metro:„Ein lustiger Betrug."(A.)—Passage:„Die Entführung an der Riviera."(D.)'— Praha:„Der gestohlene Millionär."(Fr.)— Radio:„Stenka Rasin."(D.)— Staut:„Nach Burcauschluß," (A.)— Svitozor:„Zwischenakt."(D.)—7 Alma: „Die lustige Witwe."(A.)— Baikal:„Melodie der Welt 1936."(A.)— Beseda:,.„Waldwinter." (Tsch.)— Carlton:„Flucht vor' der Unterwelt." (A.)— Illusion:„Nach Bureanschlstß."(A.)— Kapitol:„Wir von Kronstadt."(Rufs.)— Lido II: „Maryia."(Tsch.)— Louvre:„Stenka Rasin." (D.)— Macetka:„Nach Burcauschluß."(A.)— Olympic:„Waldwinter."(Tsch.)— Roxy:„Stenka Rasin."(D.)— U Bel»-du:„Mata Hari."(A.)— Baldek:„Die Kamcliendame."(Fr.)— Velctrhy: „Stenka Rasin."(D.) MM am der Krim Der Prcßburger Konzertsängcr Franz Furch, der auch in unsere» Kreisen gut bekannt ist, hat kürzlich auf einer Tournee auch im Rundfunk zu Odessa gesungen. Nachstehend berichtet er über einige seiner Eindrücke. Der Sowietdampfer gleitet ruhig über dar weite Schwarze Meer. Die Sehnsuchts-Melodie einer stillen, Ivarmen Sommernacht wird durch den gleichförmig stampfenden Rhythmus der Schiffs-Maschi- ncn grausam zerstückelt, zersägt. Mit dem Schwinde» des zauberhaften Mondlichtcs verfluchten sich die weich'» Molltöne dieser Melodie aus dem Herzen irgcndtvohin weit im Weltcnranm des AetherS und der gri'mlichgclbe Dämmerschein eines neuen Tages ertveckt in der Brust neue Töne, Töne der Freud« im hellsten Dur-Akkord. Die Sonne steigt empor in ihrer ganzen südlichen Pracht. , In lvcitcr Ferne werden die Umriss« der Stadt Eupatoria an der Südküste der Krim sichtbar. Auf dem Schisse Ivird er lebendig. Zunächst ein Gähne» und Necken. Plötzlich stinimt ein junger Russe ein munteres Lied an, die andern stimmen mit ein, freudig sich erhebend wie die Lerche im Morgentau. Wir fahren an'der Küste vorbei: Aus Motorbooten die an uns vorübcrgleitcn, klingen unr heitere Lie- der aus silbrigen Kindcrkehlen entgegen. Sie winken uud rufen uns begeisterte Hurras zu. Wir sind in Jalta, dem Hauptkurort der Krim angelangt. Die Musik, die man in Jalta zu, hören bekommt, ist wohl auf keinem Fleck der Erde derart mannigfaltig, wie hier: Dar einfache Volkslied, Kompositionen von''Romantikern, Klassikern neben revolutionären Kattrpfllehern und. modernen Jazz- Melodien. Ich betrete ein Kino. Im Foyer wird der Besucher mit dem Einzugsmarsch aus Tannhäuser begrübt. Und draußen auf den Straßen, im Autobus Menschen, die immer,wieder ihre Lieder singen. Oben im Dolossy, in den Bergen, wohnt auf der meteorologischen Station der Leiter derselben, ein sympathischer alter Russe mit seinem Sohn Alckscj Nikolajewitsch Sokolovsky. Dieser ist der ve- kannteste Komponist der Krim. Ich betrete sein Musikzimmer..An der Wand hängen die Bilder von namhaften Komponisten, unter welchen zwei Bilder Mozart und Wagner eine besondere Stelle einnehmen: Er spielt mir einige seiner Kompositionen vor, unter, anderm. von ihm harmonisierte, schwermütige Tatardnlieder. Er wird sie orchestrieren und ich soll sie im Bratislavaer Rundfunk singen, Sie gefallen mir sehr und ich singe gleich eines. Durch die Töne angelockt, treten drei ausländische Touristen zaghaft ein. Sie haben sich verirrt und fragen nach der Nächsten Autobus-Haltestelle. Doch vorher wollen sie noch etwas zuhören, worauf.fi« gleich von dem alten Russen bewirtet werden:„Tee oder Kaffee?" Bereits nach einer halben Stunde find' Gäste und Gastgeber von einer derartigen Herz- licheit einander erfüllt, daß die Frauen küssend voneinander Abschied nehmen.- Zurück hinunter nach Jalta, I» den Kulturpark. Mitten auf einem großen. freien Platz singt eine Schar von Jugendlichen improvißert revolutionäre Lieder, Die Erwachsene» bilden einen großen Kreis und horchen zu. Hierauf begeisterter Beifall: Dort drüben bietet sich ein ganz anderes Bild. Auf' einer Tanzdiele dreht und schiebt'man sich nach den Klängen einer Jazz-Musik in Fox, Tango und Eng- ljsch-Walzer. Doch weiter. Um 8 Uhr qbendr öffnen sich di«.Pforten des Kurthegters im- Freien.,Neb:r 2660 Menschen nehmen, die Pljitze ein. Ohne Gedränge. Mes wickelt sich hier in Ruhe ab. Nervosität ist'ein« Krankheit, die ist der Sowjet-Union un bekannt ist. Dar Orchester der Moskauer Radiö- komitt spielt heute symphonische Werke französischer Meister, denn heute ist volkstümlicher französischer Musikabend, Der 65jährige, aber noch ungemein rüstige und temperamentvolle- Dirigent Prof. Orlov, der die„Verkaufte Braut" als erster in Rußland aufgeführt hatte, ist heute besonders in Form. Bor Beginn der Konzertes und vor jeder Programm-Nummer spricht ein Mitglied der Orchesters erläuternde Worte zu bett Werken. In der Pause sieht man Sweschnikoff, denvDiri- genten des Moskauer Radiosängerchores, der hier zur Erholung weilt, mit den Orchestermitgliedern über musikalische Fragen debattieren. In der Nähe der Einganges der Kurtheaterr sammeln sich Menschen aus dem Publikum an. Sie, stehen vor einer großen AufschristStasel,. gewiß ist dort ein Aufruf der kommüstistischen Partei oder einer Gewerkschaft. Verfehlt! Auf der Wandtafel sind zahlreiche Bilder Beethovens vom kleinsten Knabenalter bis zu seinem Totenbette zu lesen. Aussprüche großer Männer der Geschichte über diesen' MusikheroS und Erläuterungen, die das Wesen des Titanen dem einfachen Sowjetbürger näherrücken sollen. Dar Programm läuft weiter und unter'den Klängen de» Rakoczi-Marsche» von Bleriot, dem etwas ungarische Paprika fehlte,-verließ ich da»'Konzert. Der Ra- koczi-Marsch klingt mir noch lang« inchen Ohren.. ' Am ander». Tag gelangte ich nach zweistündiger Autofahrt auf einer'asphaltiertest Serpentinen- sträße durch Cypressenhaine in da» Kinderlager von Artak. Ein großes Aniphi-Theater au» Stein gebaut, ist der Schauplatz; von Rinderdarbietungen der Oktobristen und Pioniere, Ich fitze hoch oben in der 15. Reihe, da die Kurgäste au» der Umgebung bereits vor, Beginn die Plätze unter mir ge- .füll^ haben. Freier Eintritt für jedermann/ Scheinwerfer von beiden Seiten erhellen den weitest Platz zum Tage. Nun ziehen die ersten.Gruppe» der Kinder mit Trommeln und; Trompeten, die sie meisterhaft beherrschen, ein, insgesamt sechshundert. Nach dieser Parade«löschen die Scheinwerfer und durch eine Zündschnur wird«in Lagerfeuer entzündet, das im Nu lichterloh zum Himmel emporstrebt, durch Reisig während der folgenden Darbietungen.brennend erhalten bleibt und sich ini tiefen Dunkel des Schlvarzcn Meere» blutrot widerspiegelt.'' Hierauf folgen musikalische,, tänzerische und turnerische Darbietungen der Kinder/verschiedenster Nationen; ,dir hier aus der ganzen Sowjet-Union vertreten si»d, Armenier,' Tataren; Sibriaken,, Kaukasier, Mongolen usw. Auch, ein Wolgadeutscher singt in-deutscher Sprache ein Pionierlied auf di« Melodie eines»liest deutschen Volkslieder;-Alles wird,-mit. Klavier ünd Ziehharmonika begleitet.. In den Pastsin' finge» die Kinder,' die am Programm nicht beschäftigt ststk» und auf' ihren reservierten' Sitzen im Publikum sitzen, Chmlieder und üben durch Znrüfe) und, Beifallskundgebungen ihre Kritik aus.-Man hört sie im Sprechchor rufen:„Da»— war.— besonders r- schön." Mit dem bereits stark ausgeprägten Selbstbewußtsein:„Das gehört uN» und wir' haben hiee das erste Wort-zu reden."- - Der Dampfer ist äbfahrtsbcreit. Und wieder ertönt das monpmne Stampfen der. Schiffsistaschl« nein Von dbüb'eN klingeii'-WalzerlvesseN'-än mein Ohr; visionär! denn in: Kurpark ist! heute eist, Wäl- zcr-Abcnd des' Symphonie-Orchesters. E»'ist'Strauß „An der schönen blauen Donau". weich, süß,und einschmeichelnd... Doch ein dröhnender-Läutsprecher, au» deinem Radio-Apparat übertönt!diese weichen Klänge wuchtig Und siegesbewußt mit der Internationale: Jß o ll e r h ö r t' d i« S i-g.,nÄ'I«"- Bezugsbedingungen:^: Zustellung in» Han» oder bet Bezug durch di. Poft monatlich'KL 18;—? vierteljährig KL' ssti—.' hall'Mrw KL 96.—> gan^ähriglKi-192.—.— Inserate.wsMnNnpt Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.-^ Rückstellung von Manuskripten, erfolgt nur. bei Einsendung der Retourmarken.— Dte ZeiiungSfrantatuc.wurde vontzeo.Poft-.und-Tele- 'graphestdirektwn mit Erlaß Rr. 13.800/V1M986 bewilligt.— Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlags« utrd Zeituags-A.-G. Prag!