Nr. 195 Samstag, 22. August 1936 16. Jahrgang ,,eine rafft- 6est3nclmsse sm laufenden Band . Sryt«»>ce^u»»«en...- , Vie La«elkl,«ten Imlnnig»o»lk«n re6«enl. Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Holler Porto} schiffen nach Spanien,, nach den spanischen Köln» nie» und in die spanische Marokkozone zu verbieten, 2.. dieses Verbot in allen Abkommen und Berträge», die abgeschlossen werden, zur Geltung zu bringe», 3. mit anderen interessierten Staaten in Fühlung zu bleiben, damit diese einander sämtliche Maßnahmen bekanntgebe», die getroffen werden, um diese Erklärung wirksam zu gestalten. Die italienische Regierung wird diese Erklärung in Wirksamkeit setzen, sobald ihr die französisch«, die■ englsiche, die portugiesische/ die deutsche und die solojetrussische Regierung beige» treten sind. Indem die italienische Regierung der direkten Nichteinmischung zustinimt, erlaubt sie sich ihre Vorbehalte zu machen, soweit eS sich um einim indirekten Eingriff(z. B. privat« Sammlungen) handelt. ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii.,fochova m. telefon sm. HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR> DR. EAlL STRAUSS, PRAG. IENTRALORGAN_......, DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHQS10WAIUSCHEN REPUBLIK einigten Zentrums auf der Grundlage des Terrors teilgcnommen hat,, beharrt aber auf.-der. Einschränkung, daß er- sich- nicht mit.der praktischen terroristischen.Tätigkeit.besaßt habe. Sinowjew Und Mratschkowskij sowie andere Angeklagte lehnen jedoch kategorisch diese Einschränkung ab, führt» diei persönlichen Unterredungen an, die sie mst Smirnow gehabt haben, und betonen seine führende Aufgabe bei der Organisierung der Terrorgruppen. Der Aangeklagtc Valentin Olberg, der von Trotzkij in die SSSR. zur Verübung von terroristischen Anschlägen gegen Stalin gesandt worden, war, sägte über die Beziehungen-zu verschiedenen ausländischen Trotzkisten aus, die mit der Gestapo in Verbindung gestanden haben sollen. -Olberg fuhr einigemal mit falschen Pässen in die SSSR.. und bereitete im Mal d. I. gemein» s am miseinem Gestapo»A ge nten einen Anschlag auf Stalin vor, der anläßlich der heurigen Maifeiern auf dem Moskauer Ryte» Platz ausgesührt werden- sollte. Es waren bereits fünf Bombpn vorbereitet, aber die Verhaftung OlbergS und der terroristischen Grup. pen veMtnderten die Durchführung des Attentats. Der Angeklagte D'erman n»J u r i n sägte aus, daß er Terrorist wurde und sich von Berlin in dit-' USSN. begab,- um Stalin zu ermorden. Nach einigen Unterredungen Uber die Terror» aktion, die er mit Sedow gehabt hatte, vermittelt« dieser-ihm eine Zusammenkunft mit Trotzkis in Kovdnhagen, bei der ihn Trotzkij von der Notwendigkeit überzeugt habe, Stalin zu ermorden und- ihm gesagt Habei.„man dürfe die marxistische-Stellungnahme zum individuellen Terror nicht-dogmatisch anslegeu". Es genüge, Stalin zu. ermorden, um die Machtverhältnisse in Sowjetrußländ radikal zu ändexn. Trotzkij habe auch-über die Notwendigkeit der Ermordung Ka» ganowitsch' und Woroschilows gesprochen'und davon, im Falle eines Krieges, die Situation- zu einem gewal t f a men U m» st i) r z zu nützen. ''Der Angeklagte Golzmann gestand! im Jahre 1982 auf /die Weisung Smiryows seine Dsenstreisen. nach dem Auslände zur' Uebermitt» 'ltzng des Berichtes Smirnows Uber die innere Sitüa^on des Landes an Trotzki ausgenützt /zu haben- Kiefen Berscht habe, er Ttohki ebenso, wie hen. DichtffrierungSschlüssel füc tzie Korrespondenzen durch Vermittlung des. Sohnes Trotzkis Sedow übermittelt. Von Berlin habe sich Golzmann nqch'Msu begeben, um von dort Trotzki' Wtzisun- gen über die Tätigkeit. der tritzkistlschen,Gzhejm» organisation in der Sowjetunion. entgegenzunehmen. Golzmann gestand.schließlich,. daß er auf illegalem'. Wege trohkistische' Literatur. nach Sochjetrüßland'ekyschmpggelte..., Moskau,'(.Taff). In Per' Donnerstag-Verhandlung des großen.Moskauer Prozesses wurde vormitags die Veryehmupg.-PeS.Angeklagten Kamenew durchgeführt. In seinen Aussagen bezeichnete Kamenew, sich selbst, Trotzkij und Sinowjew als Organisatoren des terroristischen Komplott». „Rach-dem Mißlingen unserer Versuche um die Organisierung von Massenaktionen in den Jahren 1926 und 1927,-sagte er, nach-dem Mißlingen unserer Versuche, uns der Rechten als eines Fremdkörpers in der Kommunistischen Partei-Leitung zu versichern, als wir uns von der festen Geschlossenheit der Parteiführer überzeugt hatten, die erfolgreich die Industrialisierung des Landes und di« Kollektivifierung deS Landes durchführten .und als wir uns davon überzeugt hatten, daß es -keine-solchen inneren Schwierigkeiten gibt, die zu- einem Umsturz hätten ausgenützt werden, können! .standen wir vor der Alternative, entweder ehrlich und vollständig auf jeden Umsturz zu verzichten oder cwer die Versuche zu einem Umsturz ohne die Massen,, ohne Plattform und ohne Fahne fortzusctzen. Geführt von der A n i m o s i t ä t gegen die Parteileitung und Stal t n, und nach der Macht strebend, von der wir ausgeschlossen waren, gelangten wir zu der Ueberzeugung, daß nur der-von Trotzkij und-seinen. Repräsentanten in der USSR genehmigte Weg zum.Ziele führen könne. Indem wir die Verbindungen zu anderen• kontrerevolutionären Gruppen aufcechterhielten, suchten wir unter ihnen die-.richtigen' Feinde Stalins. Bis zum Fahre 1984 hielten wir die Verbindungen Mit deN Rechten ausrecht."--- Sinowjew führte u. a. aus: „Wir haben nach meiner Rückkehr aus der Deportation- im'Jahr« 1988 nuud'.an. der.O.cganisicrung- des Per- Eroberung Huescas? Mexikanische Waffenlieferungen an Madrid Frankreichs Gewerkschaften für eile spanische Republik Hilfe für Madrid 1 . Paris.(Havas.) lieber die freitägige Nach- inittagssitzung des gcschäftsführendcn Ausschusses des Allgemein e n- Arb e i t S v e r b a i des(EGT) wurde ein Kommunique ausgcgi In dem eS heißt: Der geschästsfiihrendr Aue sch betont abermals seine völlige Solidarität mit dem spanischen Volke, das kämpft, um daS republikanische Regime und die össcntlickten Freiheiten zu verteidigen. Er betont abermals das Recht und die Pflicht der im Allgemeinen Arbcitsverband vereinigten Arbeiterschaft, den spanischen Kameraden mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu helfen. { Die Internationale berat Paris. An der gemeinsamen Sitzung der Vertreter der sozialistischen Arbeiteriuternationalc und des Internationale» Gewcrkschaftsbundes am Freitag beteiligten sich d e B r o u ck ö r e, Citri n e und S ch e v e n e l s. Außerdem wohnten dieser schnell einberufenen Beratung I o u h a u x, B r a ck e, L o n g u e t bei. - Eine Meldung auS Madrid besagt, dass'die Stadt H» r S r a,die ei» ausserordentlich wichtiger Stützpunkt der Nationalisten nordwestlich von Saragossa war, nach einem heftigen Kamps in die Hände der Regierungstruppen gefallen sei. Die Meldung wurde bisher noch nicht bestätigt und würde bedeuten, daß der Weg der Regir- rungStrnpprn nach Saragossa nunmehr frei ist. An de» übrigen Fronten herrschte ziemlich rege GefechtStätigkeit. I r u n ist, entgegen den Bor-- aussagen der Rebellen noch immer in de» Händen der RegiernngStruppen und dürfte, da Berstär- kungen ringetroffrn sind, auch gehalten werdest können. An der Guardarrama-Front eroberten die RegierungStruppen Navalperal de Binares. Ei» neuer Landungsversuch-auf Malkorea war erfolgreich. Propagandareden In Sevilla Eine Meldung des Sender» der.Aufständischen in Sevilla behauptet, daß ein Angriff der Regjerungstruppen" auf dne Besatzung.von O. v/i.e d o abgeschlagen worden sei. Einige Ortschaften bei C o r d ü b a und G r a n a d a seien Von-den Nationalisten besetzt worden, desgleichen einige.-Orte, bei Badajoz. Auch in der Gegend von. M a l a g a würden' die Regierung»truppen von den Nationalisten, heftig bedrängt. Ein- Re- gierungSflugzeüg mußte bei ,Badajoz notlanden. '. Der Sender in Sevilla'läßt täglich Propa- gandarcden des Generals de Llano vom Stapel. die. Fsüger flüchteten auf portugiesisches Gebiet, Das Uebergewicht der Rebellen werde dadurch offenbar, daß sie 81 Provinzen beseht halten, während-die Regierung nur 18 kontrolliere. De Llonq verschweigt, daß die Regierung die wichtigsten Provinzen in der Hand hat, wie er auch nicht eingesteht, daß ein großer Teil der angeblich, von den. Nationalisten kontrollierten Provinzen weder ihnen noch- der Rcgierungsgewalt untersteht. Bezeichnend ist, daß eine Aussendung des Senders Sevilla am Freitag nachmittag in eine-begeisterte Lobpreisung' des italienischen Faschismus aus« klang.- Waffen fllr Madrid Mex i k o Ei t y.(HaVaS.) Dem Blatte „Universal" zufolge stehen in Mexiko grohe Sendungen an Waffen und Kriegsmaterial für Spanien bereit. Der spanische Botschafter«nd das meikanische Außenministerium behaupten, von der Angelegenheit nichts zu wissen. Trotzdem sei' eS jedoch-sicher, daß auS der Stadt ein mit Maschinengewehren, Gewehren und Patronen beladener Zug nach Veracruz adgegangen sei, wo daS Kriegsmaterial auf«inen-Dampfer mit der Bestimmung nach Spanien, verladen werden soll. Wie verlautet, stellt.di« WafseNsendung eine Abschlagszahlung für Kriegsschiffe- dar, welche-dte fpanischeit Werften für die mexikanische Regierung geliefert-hahefl: Der Transport d«S Kriegsmaterials soll-durch den Dampfer„MagallanoS"«r» folgest. - DaS USA-Staatsdepartement in' Washington hat- den Vorschlag'Uruguays über ein Eingreifen aller amerikanischen-Republiken zur Beilegung des spanischen Bürgerkrieges gbgelehnt. Bedingte Zustimmung Roms Rom. Der italienische Außenminister.Graf C i a n o überreichte am Freitag dem französischen Botschafter in Rom die-Note der italienischen Regierung betreffend. die Nichteinmischung m die inneren ispanischen Angelegenheiten. Die Röte, hebt die Ansichten der italienischen Regierung.hervor, soiveit es, sichum-den-Bereich uftd.-dte.-Grenzen handelt, die- die Nichte,iymischung,.chgräkie»tsjgren müssen,: dMii'LieseHW' wirllich.WipksMeT'sei^ undWgt chiyzp,. daß sich' die Ressle- ruMöum, dest'Abschluß- einer' VerMvavm'ig'M, Slnne.-bvr voihder.^vMbsiWn RW)eru>E«.an-, träaWWäuselA'.zu'WpWxEpeHWtetß/',, " 1. jeden direkten öder.istdireUe» Export, Re-! expert öder Transit von Waffe», Kriegsmaterial, serti,en oder zerlegten Automobilen und Krieg»- mintem ontrs Komintern Stalins ProzeB gegen die eigene Vergangenheit Daß die Anklage gegen die, seit anderthalb Jähren eingekerkerten, oppositirnellcn.Kommunist«» ein Aneinanderreihung voii Erfindungen und Verleumdungen ist, die man läppisch nennen könnte, wenn nicht läppische Anklagen in einem diktatorisch regierten Staat meist zugleich besonders tückische Anklagen wären, das braucht kaum bewiesen zu worden. Es ist wohl die gemeinsame Ueberzeugung der übergroßen Mehrheit'der europäischen Arbeiterschaft, daß die„Geständnisse" der Angeklagten, vorgetragen in einein Resolu- tionsstil, als wären sie im voraus auS dem Protokoll des. nächsten Kongresses der Komintern abgeschrieben, nicht mehr unter Beweis stellen als eine haarsträubende Prozeßführuug, die der Gö- ring-GoebbelS'schen aus dem Reichstagsprozeß vielleicht»och überlegen ist, auch das dürfte kaum bestritten sein. Wie immer diese Geständnisse zu- standegekommen sind, ob sic erpreßt wurden, ob sie das einzige Mittel der Angeklagten darstcllcn, die Anklage einfach lächerlich zu machen, ob sie mit einzelnen Angeklagten vereinbart sind, damit Stalins Schlag die„nicht geständigen" Verschwörer^ Smirnow vor allem und—„moralisch" sozusagen— auch Trotzki, umso schwerer treffe, das sind nur Varianten der gleichen Grundüber- zougung, von der die große Mehrheit oder sozialistischen Beobachter des Moskauer Aerichtsschau- fpiek» durchdrungen find. Interessanter und wichtiger, ist d i e F ra g e nach dem Warum und Wozu dieser Justizkomödie, Daß Stalin sie jetzt aufzieht, obwohl die Angeklagten seit der Ermordung Kirows in Haft sind, obwohl, sie nach der Hinrichtung der 114„Weißgardisten", die man für Kirows Tod büßen ließ, als nicht belastet durch-den Verdacht der Anstiftung erklärt wurden, obwohl man sie dann doch vor Gericht gestellt, aber auch vor dem Ausnahmegericht nicht der Anstiftung des Mordes bezichtigt hat, sonderst nur der Mitwisserschaft um „Stimmungen", die in Leningrad bestanden, daß in einer grotesken Weise jetzt ein Prozeß aufgezogen wird, der selbst als politischer, als tendenziöser Terrorakt, wie es den Ausländer dünken will, spätestens vor anderthalb Jahren fällig gewesen tväre, das ist eS, worüber sich heute die Zeugen des Prozesses außerhalb der USSR die Köpfe zerbrechen. Offenbar will Stalin, ehe die vielgerühmten Wahlen in das neue Parlament der Sowjetunion stättfinden, die trohkistische Oposition noch einmal aus» Haupt schlagen. Er wird wissen, warum er es will. Sie ist wahrscheinlich stärker, als es für den Außenstehenden durch den Schleier der Propaganda erkennbar ist, sie verfügt vermutlich, auch über Kräfte, die ihr die Einschaltung in die schwierige Apparatur des neuen Parlamentarismus mit seinen,„unpolitischen" Fraktionen ermöglichen. könnten(im Grunde also die Durchdringung der Gewerkschaften, Kulturorganisationen und der' anderen kandidaturfähigen Gruppen)'. Stalins auch In soziaisstischen. Kreisen oft ein wenig schematisch und. romantisch verklärt gesehene, zu früh bejubelte„Demokratisierung" der' Sowjetunion stellt ja vor allem den Versuch dar,: die Mgcht der- Partei, der alten bolschewistischen Gefolgschaft,.durch neue Kräfte und zivar zugunsten des totalen Staates, dis Staatsapparates, der militarisierten Staatsapparates vor allem, zu schwächen.. Die wachsende Kri e gsge- s a h r,' selbst freilich eine-Folge, der' irrsinnigen Politik.der Komintern, Vie ja erst Hitler groß gemacht hat, zwingt Stalin,, die Planwirtschaft der Sowjetunion zu. einem gigantischen Werkzeug der militärischen Verteidigung umzustellen. Sie zwingt ihn aber auch, auf die Bauern, und die. sich neubildenden. Schichten- gehobener Lebenshaltung mihr Rücksicht zu.nehmen als bisher. Er geht seit dem'Herbst 1988 immer offener zu einem Kurs üher,>der!nicht'nür ein A b b r c m-sen der Retz o l u.ti o n, sondern vielfach' schon Rest au» wä t.i o'.n der vorrevolutionären, mindestens die„EissbR r g,e r u n g" westlich-konservativer Verhältnisse bedeutet. Die Diktatur in der asten Form, vieuoch immer der Partei und dem Kader der Apparatschiks den alten Partisanen, ein sehr Seite 2 SamStag, 22. August 1036 Rr 10» großes Gewicht gab, ist eine Fessel siir die neue Entwicklung. Die neue Verfassung soll den Prozeh der Stabilisierung und Konservierung erleichtern. Aber gewisse parlänientarisch« Formen könnte» natürlich, auch, der,-radikalfn AÄeiter-Oppo« sition die Möglichkeit des Einsatzes geben. Der parlamentarische Betrieb könnte zu einem regelrechten Meinungskampf zwischen bäuerlich-klein« bürgerlichen und trotzkistisch denkenden Arbeitervertretern führen.. Hier liegt, zweifellos einer der Gründe, die Stalin bewogen haben, den großen . Prozeß aufzuziehen, der Trotzki und die Trotzkisten, In ihnen und mit ihnen aber auch den ganzen alten Gei st des B o l.s ch e w i s m u s, die Traditidn des»Oktober" treffen und die auf dem. Diktator lastende Vergangenheit liquidieren soll. Die neueForm des Bolschewis- ist u s, die sich in Stalin manifestiert, kämpft gegen die alte, mit dem Namen Trotzki und dem Begriff des Trotzkismus verbundene Gestalt. Da- ntit diese vergessen werde, damit sie nur noch als »Verrat" erscheine, nicht als die heroische Jdeo- «logie. des alten Bolschewismus. d a r u m der Prozeß, d a r u m-die Aussägtn und. Geständnisse, die-Trotzki„moralisch" richten sollen. Aber auch außerhal-b'R'Ublands will Stalin den alten Bolschow i s m n s ' liauidierrn. Er will keine Weltrevolution mehr, er kann eine Revolution in Frankreich oder in einem anderen der USSR verbündeten Staat gar nicht brauchen. Darum, die Volksfront-Taktik und innerhalb der Volksfront derRechtskurs der Ko m m u n i st e n. In Frankreich fordern ,die Kommunisten heute sa schon die„Franzö- sssscheFron t", eine Art„Volksgemeinschaft", «ine nationale Einheitsfront ohne sozialrevolutionäre Ziele mit der einzigen Aufgabe, den Kampf gegen Hitler zu führen, also das Bündnis der Dritten Republik mit Rußland zu festigen. Auch hier— wir haben seit langem, insbesondere wiederholt in der tschechoslowakischen Ausgabe des „Kampf", auf diesen Wandel hingewiesen— diktiert Rußlands Interesse an einem starken Desen- sivwall gegen Hitler die Politik der Komintern. In der„Pkitomno st" hat kürzlich B. B o- r i n mit Recht darauf aufmerksam gemacht, daß Moskau seine falsche Politik von ehedem, die zum Siege Hitlers führte, jetzt mit dun Verlust der revolutionären Bewegungsfreiheit bezahlt. Doch auch in den kommunistische«« Gefolgschaften und vor allem bei den mobilgemachten „Indifferenten" sind noch immer die irrigen, aus der alten„falschen Linie" resultierenden Gedanken lebendig, als fei die Dritte Internationale eine Organisation zur Herbeiführung der Weltrevolution. Diese alten bolschewistischen Gedanken Weichen von den kleinen trotzkistischen Zellen genährt, die eS überall gibt. Hier liegt die Gefahr, die Trotzki auch außerhalb Rußlands für Stalin, darstellt.'Er ist die personifizierte revolutionäre Vergangenheit der Komintern, väS'mähnende Gewissen Moskaus. Wie diese Stimmen zum Schwelgen bringen, wie die Gefahr abwenden, daß die Massen vo«n Trotzkismus angesteckt«verden und wirklich Revolution machen, eine Revolution, die Moskau nicht brauchen kann, die es in Frankreich mit allen Mitteln äbzubremfen sucht? Die moralische Verurteilung Trotzkis lväre auch hier das gegebene Mittel. Stalin überschätzt dabei allerdings die Tragtveite seiner Propaganda autzer- ihalb Rußlands. Es ist nicht anznnehinen, daß die Masten sich einredcn lassen, daß Trotzki wirklich die Führer der Sowjetunion ermorden wollte, daß «r jahrelang in Büchern, Artikeln, Aufrufen gelo- tzen, schamlos gelogen, daß er inSgeheiin ganz anders gehandelt hätte als er sprach. 1 S)ommv box macM{Revolution fRonion von Dondu I. »Wenn Du bei der Cavatine wieder In die Loge des Advokaten Bonamaria kokettierst, werfe ich ihm den Taktstock an den Schädel." Der Direktor Caldelari war bleich und zitterte, wahrend er in der engen Garderobe auf nnd ab lief. Fulvia schwenkte ihr kurzes, rotes Röckchen vor dem Spiegel und lachte ein silbern trillerndes BUHnenlachen. „Du bist ein Narr, Ottavio", zwitscherte sic, „der Advokat Bonamaria hat die größte Glatze in 'Salvadolid, das ist das einzige, was ihn mir bemerkbar macht." „So?" Der Direktor blieb vor ihr stehn, und seine Fäuste schlugen ein Prestiffimo auf den kleinen Toilettetisch, den sie geschickt zwischen sich und ihre«« aufgeregten Gatten gebracht hatte.„Und Diego Lopez? Hat der auch eine Glatze? Mit dem bist Du gestern dreißig Minuten' vor dem Bühne««ausgang gestanden. Ja, ja, dreißig Minuten I Ich habe Euch vom Fenster gesehen, ich habe die Uhr in der Hand gehalten. Dreißig Minuten langl Was macht denn den bemerkbar? Und Alphonso Elarino? Ein Esel, ein eitler, aufgeblasener Geck. Aber bei dem ist es vielleicht das scheußliche, rotgelb gestrichene Auto, was ihn bemerkbar macht, wie Du zu sagen beliebst, was? Und der Marquis de Moncada? Und Horatio Ga- leana? Lauter Herren, die sich durch irgend etwas bemerkbar machen! Bor allem durch di« Unverschämtheit, mit der sie Dir nachstellen. Und durch die Schamlosigkeit, mit der.Du Dir all;S von ihnen saßen läßt." ES wurde an der Türe geklopft. Fürdeneu.ropäischenSo- z k a I i s in u s u n d d i e D e in o kr a t i e ist der Mo Skiasuer P ro z<ß-leider /. e ine « r n st e G eif a h r. Wir hechen keinen Grund, mit Sinowiew zu sympathisieren. Die meisten Von uns halten^Stalins russisch«„Generallinie" auch für richtiger als SinowiewS oder Trotzkis «russisch« Konzeptton. Aber diese Art Justiz schädigt'unseren antifaschistischen Kampf.' Sie zieht «ine Parallele zum RelchstagSbränd-Prozeß und «wird in vielen Menschen den Eindruck verstärken, daß Moskau es nicht anders treibe als Berlin. Es ist im Interesse des Kampfes gegen die faschistische Gewaltherrschaft und ihre Methoden, «S ist zur Erhaltung der Ehre der europäischen Demokratie und deu «s o z i ali st i s ch e» B e w e g u n.g C u,r o.-§ pas nö tig, von denMethvdeNsSialinS ab- 8»rücken, unseren Schild rein zu halten, von den Makeln, einetz. Opportunismus, der uns uni jedes Vertrauen, bringen, uns als innerlich un« «wahr zeichnen müßte. Je würdeloser und niederträchtiger sich eine Sorte von Knechtsseelen in, dieser Frage benimmt',"desto dringender wird«s zur Bewahrung unserer Ehre, unserer kämpferischen Reinheit und Gewiffensfreiheit, das widerliche Schauspiel des Moskauer' Prozesses als das zu bezeichnen, als was es uns und allen ehr- und Ver neue komm' der'heute In unserem Blatte zrs" erscheinen oeginnt: uDommy Bärbox macht Revolution* von Fritz Bondy fährt in«ine kleine nichtexisticrende lateknemerika. Nische Reputlik, in«ine jener,bei manchen' Ronmii- schriftstellem sehr beliebten Republiken, in denen man eS immerzu rechtherzhaft drunter- und drübergehen lasten kann. Nun, auch in der NipublitzÄlo- manuel», in der unser Noma», spielt, geschieht hstcr- lei, die Leser erleben sogar eine der in Südavierika nicht seltene»„Revelntienen" mit, jener Kümpfe nicht zwischen Klaffen, sonder» zwischen rlvälifle- renben Schichten der Herrschenden, bei benen so hüllst» auch die Interessen auswärtiger Kapitalisten bin« entscheidende Rolle spielen. Gerade waS^ wird' hier sichtbar: wie solche Motive eine Rolle spielen. Die „Revolution" in Romanuela wird„gemacht,'Son einem amerikanlschen Journalisten, der aber ebenso mithilft bei der Gegenrevolution, die den frühere» besseren Zustand wieder-erstem. Diese Geschichte ist recht launig erzählt und eS gibt' natürlich noch viel anderes al» diese„9ic* bolutiou", wenn auch eng mit ihr verwöbe»:, vor allem eine Liebeiaeschichtt,, eine glückliche und neben ihr die Geschichte einer unglücklichen Liebe, und e» tauchen viele gut gezeichnete sonderbare Gestalten aiif. So unterhaltend der Roman ist, er bietet hoch auch ein Bisschen Anlass»um Nachdenken.,Er wird unseren Leserinnen und Lesern gefallen. Die Redaktion? ■■■■■■■ml tät wird außerdem Dr. Eugen Ripplals außerordentlicher Professor für Slawistik eintrcten.'An der Deutschen Technischen Hochschule wird'Dr. Walter Heinrich als ordentlicher Professor wirken. In Kurses Moskau lTaß). Da» Präsidium de» gentral- BollzugrauSschusses der RSFSR berief' für' den 29. November 1989 den 17, außerordentlichen Kongreß der Sowjets der RSFSR nach Moskau'«in. Auf der, Tagesordnung steht die Genehmigung« der neuen Verfassung der RSFAD'-i reonuz«--dr-.s ' Bttliä.' NkrrP.y/-HÄ'^IÄW?^'«e Lieferungsfristen der deutschen NLstungSinhustrie.'fpc Tanks» und Zugmaschinen um ctwa ö.Monate chorverlegt Worden. So'muß die NAG in Berlin" die Wagen, di« ursprünglich erst im April 1987".llefer- bär waren, schon in diesen Tage», abliefern.,,'./ j Madrid. Eine Gruppe spanischer Intellektueller hat ein Maiiifest an die„Intellektuellen der freien und anttfaschistischcn Welt" erlassen und fordtrt, »daß der verleumderischen- Kampagne gegen-ein Voll ein Ende gesetzt werde,-da» mit solchem Müt seine Freiheiten und die westliche Kultur'verteidigt. Warschau. Wie au» unterrichteter Quelle, der« lautet, wird General Rydz-Smigly am 9. September in Paris eintreffen.,•/.yl wahrheitsliebenden Sozialisten erscheint. Per Hilf marsch zu den Manövern beendet Auf 60 km Frontbreite zwischen Kuttenberg und KOnlggrütz Pardubitz. Am ersten Tage der Schlußübungen können die bisherigen Erfahrungen und die Situation im wesentlichen folgendermaßen dargestellt werden: Die e«Ke Voraussetzung eines ordnungsgemäßen Aufmarsches der Formationen — der Eisenbahntransport— ist einwandfrei erfüllt worden... In einem vortviegend ebenen Terrain Ost- böhmenS stellen sich den Operationen drei natürliche Hindernisse entgegen: die Kette des Eisengebirges und die Flüsse Elb« und Cidlina. Nach erreichter Ausgangsstellung, die Donnerstag bezogen wurde, verläuft die Front auf der Linie Kuttenberg— Chlumec n. C.— Ne- chanice— Königgrätz— Tkebochovice. Nörd- l i ch dieser' Linie verteilt sich die Blaue Armee, die vom rmeegeneral Prchala befehligt wird, die ihr gegenüberstchende südliche Rote Armee steht unter dem Kommando des Armcegcqerals Kadlec. Beide Armeen bewegen sich in offensiver Tendenz, so daß in dem, von den Städten Jiitn, Poliika, der Gegend westlich von Kuttenberg und Hohenmauth beiläufig umriffenen Raum im Verlauf der Schlußübungen die verschiedensten Arten militärischer Streik-Ende bei Walter. Eine Betriebsversammlung der Arbeiterschaft beschloß Donnerstag, die Arbeit in der Autofabril Walter in Ji- nonice wieder aufzunehmen und die Verhandlungen den Vertragsorganisationen zu übertragen. Der Demonstrationsstreik hat seine Wirkung erreicht, da über hie Forderungen der Arbeiterschaft nunmehr sofort verhandelt werden wird. Der„Benkov" diskufiert min der ,,8r.it". .ÄegriidieHuffaffung dep^„Z«it"„ dM, pie' Tschz-i chöslötväkei nicht aus eigener. Kraft der Tschechen! und Slowaken, sündern durch einen Akt der internationalen Politik ensttanden ist und somit auch das sudctendeutsche Problem Gegenstand der internationalen Politik sein kann, wendet sich im„Bcnkov" Dr. Kahänek in einem Leitartikel, der den Revolutionsakt vom 28. Oktober gegenüber der Auslandsrevolution hervorhebt. Als Be- Iveis für die ausschlaggebende Rolle, welche die im Inland entstandenen Repräsentanten des neuen Staates gespielt hätten, frischt der»Ben- kov" das Wort Rabins„Mit Rebellen verhandeln wir nicht" wieder auf. Schließlich bestreitet der „Venkov", daß die(übrigens nicht nur von den Deutschen) als deutsch bezeichneten Minderheitsgebiete deutsche Gebiete sind.— Die SdP konnte Operationen,, u. zw. Vormarsch, Annäherung,. Herstellung des Kontaktes und Begegnungskämpfe bis zur Verteidigung und zum Rückzug in Anwendung kommen werden. Bei. Sonnenaufgang haben sich die Kräfte beider Parteien auf Grund der Ihnen gestellten Aufgaben in Bewegung gesetzt. Außer einem Kampf der Vorhuten kam es nicht zu größeren Zusammenstößen. Die Gegner kamen im Raum Königgrätz— Pardubitz— Tschaslau in Kontakt. Die Hauptkräfte der beiden gegnerischen Armeen wurden allmiihlich verschoben und bereiten sich zum Eingriff im weiteren Verlauf der Uebungen vor. Der Präsident derRepublik besuchte am Morgen C h r u d i m, wo er begeistert begrüßt wurde. Dann wurde er vom Leiter der Schlußübungen über die Lage informiert. Er verfolgte die Tätigkeit des Stabes der Ma- növerleitung, begab sich dann auf den Beobachtungsstand der Manöverleitung und hielt sich im Uebungsgelände auf, um den Verlauf der Zusammenstöße zu beobachten. Der Präsiädent besuchte den Konunandantcn einer höheren Einheit und einige Kampfformationen, wo er sich für die Einzelheiten der Aktionen interessierte: sich also wieder einmal davon überzeugen, daß die so' oft betonte Diskussionsbereitschaft des „Venkov" sich nur dann in Form einer Zustimmung äußert, wenn die SdP den agrarischen Interessen entspricht, während sie sich in schroffe Ablehnung wandelt, wenn die SdP eine Forderung aufstellt. Das war auch bisher die einzige Rolle, die die SdP in der tschechoslowakischen Politik gespielt hat:> Sekundantin der agrarische»' sstechten^zu.,sein:'.'‘cnjktf. I '-' Reue-Hochschulprofessoren. Der' Präsident der Republik hat dieser Tage einige Ernennungsdekrete von Hochschulprofessoren unterzeichnet. Zum außerordentlichen Professor an der medizinischen Fakultät wurde der Dozent Dr. Rudolf B e- z e c n y ernannt, der erst 85 Jahre zählt. Er hat seit dem Tode Kreibichs die dermatologische Klinik geleitet. Otdemlicher Professor an der naturwissenschaftlichen Fakultät wurde. Dr. Finlay Fr e u n d I i ch, der erst Astronom in Deutschland war und nach,der Machterareifung Hitlers an der Hochschule in Istanbul wirkte. Dr. Ernst,H o y e r wurde ordentlicher Professor für Kirchenvecht an der juristischen Fakultät, Dr. Fritz P a u d l e r ordentlicher Professor für Ethnologie an der philosophischen Fakultät. In die philosophische Fakul- „WaS ist denn?" Ein kleiner, etwas verwachsener Mann mit schivarzer Mähne und dem Gesichtsausdruck eines an Zahnschmerzen leidenden Löwen trat auf die Echtoelle. „Herr Direktor, es ist zehn Minuten nach halb neuen: wir müffenzansangen." „Gleich, ich komme schon." Der kleine Mann verschwand, nicht ohne verzweifelt die Achseln zu zucken und mit einem großen Blick zum Himmel zu beteuern, daß er nicht daran schuld sei, wenn der„Barbier von Sevilla" unpünktlich begann. „Du kannst ruhig gehn; mit Deiner Liste wirst Du auf diese Art ohnehin nicht fertig." Fulvia war unerschütterlich vergnügt.„Du hast noch Milio de Algara vergessen, der mir vorgestern die Rosen geschickt hat. Und den deutschen Plantagenbesitzer, der mich jeden Abend, wenn ich singe, von seinem Fauteuil aus anhimmelt. Und Diego Martinez, den reichsten Manit der Republik, ist der nicht bemerkenswert? Oder gar Tommy Barbox, der Mr noch vorhin dreimal innig die Hand geküßt hat und dasür mindestenS zwan- zig Zeilen über mein- Rosine an die achthundert Blätter des Montforttrusts berichten wird..." Caldelari hielt sich' die Ohren zu. „Genug", stöhnte er,„Du kannst einen ja< wahnsinnig, machen." „Bei Dir komme Ich zu spät", flötete Fulvia liebenswürdig,.^„Du mußt längst^ wah«isinnig, sein, daß Du mich mit solchen Albernheitest quä?- len kannst. Du hättest mich einsperren uich-eine- Nonne als Primadonna engagieren sollen, dann wärest Du zufrieden. Aber jetzt? Deine Eifer«, sucht ist ja kindisch,,Du Machst Dich zum. Gespött derganzen Republik. NqchstenS wirst Du den' einzigen Bettler der Stadt.erdrosseln, weil ich ihm immer«in'paar Centimes, in die Mütze werfe., Oder den Inspizienten Agöstin. Das ist' unter allen der einzige, der mich wirklich liebt. Oder auch den Präsidenten, Rodrigue».." Caldelari wurde ruhiger. X"„Das ist dummes Zeug. ES wird mir nicht einfallen, den Präsidenten auch Nur von weite«» zu verdächtigen. Den Präsidenten laß ganz aus dem Spiel! Er ist ein Ehrenmann, ein wirklich vornehmer, durch und durch anständiger Mensch. Die Republik verdient ihn gar nicht. Mit ihm würde ich Dich allein hier in der Garderobe lassen. Aber' die anderen?" Er' nahm ihre Hände. „Fulvia,' sei' gut, halte Dich ein wenig zurück! Ich weiß, Du bist eine treue Frau, aber wie soll Ich ruhig sein, wenn alle diese Burschen um Dich wimmeln und Dir. mit ihren Redensarten den Kopf verdrehen wollen? Eines Tages..." Diesmal klopfte der Inspizient Agostin mit größter Heftigkeit. Herr' Direktor, das Publikum' wird unruhig, wir müssen anfangen." „Gut, machen Sie das Haus dunkel, ich bin schon da."'■ Der Inspizient trabte über den knarrenden Bühnenboden. „Fulvia... Fulvia..." Caldelari war an der Türe und sah noch einmal zu seiner Frau hinüber, die ihren vollen Lippen, ein wenig nachhalf„Ick; will dich in Ruhe lassen ,.. ich will Dich nicht quälen... Du weißt,ja, es ist nur die Liebe, die mich so macht-.-.' aber..". ^Fulvia tänzelte zu ihm und-schob ihn zur Türe hinaus. .„„Ich weiß:., ich.weiß... deswegen lache ich ja auch ,..'..". ,.-. „Gut.„Dusollstflachen'.i.. meinetwegen sogar, wenn andere dabei sind...">i• ■I,„Neili.iwie-grobzügig." . 7,Aber?.,.., aher. ich bifle-Dich:,'.,> sch flehe.Dich an.,,'.. sieh bei der Vavatine nicht zu dem Advokaten Bonaistaria hinauf....sieh ,lieber auf mich.., ja, bsstohnehin nicht-gar sg,sicher,., sä, das ist der einzige Grund::.das kannst, Du mir glauben... neulich gab es.'beinahe einen Schmiß. Das sagte er schon zpr geschloffeiwn Türe, diulü Fulbia hätte'ihn" endlich' hinäuSgedrängt,'‘ I'I. n Man konnte nicht behaupten, daß. die Republik Romanuela sich breit machte. Das'tvpir gewiß der letzte Vorwurf, der sie traf. Im Gegenteil, sie war so schmal, daß man von ihrer Nordgrenzz: bis zur.Südgrenze bequem in-einem"halben'Äsffg fahre», konnte. Selbst' wenn man eines der drei Mietautomobil« Nahm, die vor dem-Regierung», gebäude rosteten, und deren Lenker in der.Happ« fache von ihrem Kredit bei dem Besitzer",de» Schenke„Zur braunen Mutter GotteS" lebtest.,'? Ja, mit der Breite ließ sich keln Staat machen, nicht einmal die bescheidene Republik' Rp«n§- nuela. Wichtiger war allerdings die Längenden» die Republik reichte immerhin voN'einetn ,Weltmeer zum andern, an sich gewiß ein.erfreuliche« Zustand für die achtzigtausend Bürger, die mehrfarbig, aber höchst friedlich ndb'eneinänder lebten: Kaffee, Bananen, Gummi utid Baumwoll» pflanzte» und, auf der einzigen Bahnlinie.ihre» Landes bald nach dein einen, bald nach dem anoerA Meer sendeten,.,,., ;. I» früheren Zelten war RoManuela die Pro-- vinz eine» Nachbarstaates und qn? dessen politischen Wirren andauernd' beteiligt gewesen:.' Ob nUN ein Eingeborener, ein Spanier oderiein-Ame« rikaner sich der Herrschaft ist diesem Maat, bemächtigen wollt« immer wurden-auch di« BÜv,' ger der' Provinz Romanuela in ihrer Arbeit sie-' stört mußte sich für dieses oder jenes Ideal schlachten lassen und das Gedeihen ihrer Felder:mehr oder minder der Vorsehung anheim stellen.', Dafür waren die Romanuelayer an. der. Er,- stUrmung Von Realejo.ebenso.ruhmreich beteiligt,', wie drei, Möngke später, an der Niederlage M: Managua.'.Sie.besiegte» sroinm und. bieder,, dcn- Generql Morazaii Wieden Mestize» Carrera rind.: ließen sich, ebenso f^oinjji" und bieder fürtzmi Äg»-, neräl.Barries besicgen'wie für de» Präsidenten' Mestendez..„...........7'.. .(Fortsetzung folgt.X' Rr. 195 Samstag, 22. Augnst 1936 Seite 3 fudetendeu/scficr Zeitspie&et Zu den.blutigen Kämpfen In Nordostspanleh Eine UehersichtSkarte zu den Kämpfen um San Sebastian und Jrun, die zu. den erbittertsten des spanischen Bürgerkrieges zählen. Eingezeichnet sind die einzelnen Forts, die im Mittelpunkt der Kämpfe stehen. Stürmische Versammlung der FlakonErleglasschtelfer Wie vor einigen Tagen bereits berichtet"wurde, . fanden für die Flakonerie am 18. d. M. zwischen den Vertretern der Arbeiterschaft und denen des Verbände- fabrikmäßiger Betriebe Verhandlungen , über den von der Arbeiterschaft unterbreiteten Kol- , lektivvertrag statt. Die"Verhandlungen brachten , nur eine teilweise Einigung und sollen am 21. d. M. fortgesetzt werde,» Montag, den 17. d. M., . fand im Gebirge eine von fast 700 Arbeitern und Arbeiterinnen besuchte Versammlung statt, In dec . der Sekretär des Verbandes der Glas» und Kerum« arbeiter Emil ll I l m a n n, über das Berhand» lungsergebnis berichtete und für sämtliche beteiligten Gewerkschaften beantragte, mit Rücksicht auf die für den 21. d. M. ängesetzten Verhandlungen mit der Arbeitsniederlegung noch zuzulvarten, des weiteren in einer für den 24. b. M. einzuberufenden Versammlung zu dem Berhandlungsergebnis vom 21. d. M. Stellung zu nehmen. ' Eine Anzahl Diskussionsredner aus den Reihen der Arbeiterschaft verurteilten auf das schärfste die BerhandlungStaktik des„VerhpndeS fabrikmäßiger Betriebe", die bisher nur eine Verschleppung bedeutete. Wiederholt wurde von Versammlungsteilnehmern das Verlangen nach sofortigem Streik gestellt. Schließlich wurde meinem Anträge aus der Versammlung zugestimmt, mit dem Streike vorläufig noch zu warten, jedoch die entscheidende Versammlung nicht erst am 24., sondern am Tage der Verhandlungen, also bereits am 21. d. M., abzuhalten. Zum Tag der Freiheit In Eulau Die Kreisleitung Bodenbach des Bundes proletarischer Freidenker gibt nun zum„Tag der Freiheit" in Eulau am 5. und 6. September nähere Details und Weisungen bekannt. In den Abendstunden des 5. September wird der Sonderzug der tschechischen Teilnehmer erwartet. Die Fahrt der tschechischen Gesinnungsfreunde wird in Bodenbach kurz unterbrochen und eS wird ihnen am Masarykplatz eine imposante Begrüßung zuteil werden. Anschließend Weiterfahrt nach Eulau, woselbst im großen Saale der Bolkshalle ein Begrüßungsabend unter Mitwirkung der„Akademie" des Bodenbacher DTJ und anderer proletarischer Körperschaften abgehalten wird. Au gleicher Zelt werden auf den höchsten Stellen deck nahen Grenzgebirges Höhenfeuer entzündet werden,'." • Der Sonntag wird mit einer Morgenfeier Um 9 Uhr vormittags am Hohen Schneeberg, in Turmnähe, würdig eingeleitet werden. Da der Ort der Abhaltung in 700 Meter Höhe liegt, dürfte die Feier auch viele Wanderlustige anziehen. Um 11 Uhr vormittags im Saale der Volkshalle in Eulau Festsitzung der Kreisleitung mit' den Vertretern der übrigen proletarischen Organisation. Dortselbst Ehrung der Gründer und langjährigen Mitglieder der Freidenkerbewegung. Für MittägSauSspeisung ist vorgesorgt, auch für Unbemittelte. Um 1 Uhr Aufstellung zur Kundgebung. Umzug durch den Ort ustdAbhaltung der großen Manifestation auf dem Marktplätze. Anschließend im BolkShallengarten Unterhaltungsmusik, Vorführungen der Turner, Radfahrer und Sänger- und zum Abschluß, wird diN eigens für diesen Tag geschriebenes Festspiel aufgeführt. GroBfeuer In Kosten ' Donnerstag abends nach S Uhr erhellte eine riesige. Feuersäule den nächtlichen Himmel- In der iveiten Umgebung geriet alles in Bewegung. Bei der Fabrik Tomschik in Kosten geriet ein Magazin und ein Wohnhaus, vermutlich, durch Kurzschluß, in Brand. Von der Gröhe des Feuers kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man hört, aus welcher Entfernung Feuerwehren nun nach Kosten zur Hilfeleistung heraneilten. Zuerst nafürlich die deutsche und tschechische Feueüvehr von"Kosten, weiters die Feuerwehren aus folgenden Städten und Gemeinden: Settenz, Ullersdorf, Klostergräb, deutsche und tschechische Feuerwehr. von Teplitz-Schönau, Dux, Herrlich, Janegg, Hundorf, Ladowitz, Prosetitz, Bruch, Oberleutens- doxf-.Liptjtz'. Strahl, Sobrusan,. Ossek, Turn, Schall«», Zuckmantel, Eichwald, Tischau, Rudolf- Hütte, Mühlig-Union, Settenz und das Rettung-» chor von Brüx. Von diesen Feuerwehren haben 18 bis,kn die frühen Morgenstunden am Kampfe gegen die Elemente teilgenommen. Die Kostener Feuerwehr hielt noch gestern vormittags am Brandpsatz Wache, weil immer wieder Feuerherde sichtbar wurden. Menschen sind glücklicherweise nicht.zu Schäden gekommen. Zwei Familien wurden'die Mobilarien vernichtet. auf, die diese Freilvlligen rückschauend stolz sein könnten, mehr als überflüssig, weil das Auftreten dieses Verbandes in den deutschen Gebieten verstimmend wirken muß. An psychologischem Einfühlungsvermögen fehlt es auf tschechischer Seite oft bedenklich; der Mangel wird ausgeglichen durch das Zitieren von Worten Masaryks. Brands Nachfolger. Nach Meldungen verschiedener Blätter soll zum Nachfolger Dr. Brands als Leiter der Kanzlei Henleins der Neutitscheiner Konzipient Dr. I o n a k bestellt werden. Dr. Jonak soll ein ehemaliger Nationalsozialist sein, der in dieser"Bewegung an exponierter Stelle tätig war. Dr. Jonak ist tschechischer Herkunft.'•• Neuerliche Betriebseiiistelliing der Jutefabrik Hatschek..Die Troppauer Jutefabrik vorm. Gebrüder Hatschet beabsichtigt wegen Auftragsmangels neuerlich eine vorübergehende Betriebseinstellung. Das Unternehmen hatte bekanntlich erst vor kurzem die Erzeugung nach längerer Unterbrechung ausgenommen. Ein Gendarm erschießt sich. In Deutsch- Horowitz bei Podcrsam hat sich der Übjährige Gendarm Rudolf Havel mit seinem Dienstgewehr erschossen. Die Ursache dürfte ein Nervenzusammenbruch sein, der auf Ueberarbeitung zurückzuführen sein dürfte. k.ssl-dnSckGe. Die Stimme des schlechten Gewissens spricht nur zu laut aus einem wütenden Gekeife der„Roten 8 a h n e", das unter dem Titel„S o z i a I d e m o. kratbetreibt alberneRntzlachdhetze und lügt gegen feine eigenen Artikel" firmiert. Die „Rote Fahne" leistet sich da folgenden rabulistischen Dreh: in der gleichen Folge, in der wir uns durch den Abdruck einer Zitates aus der Basler„National- zeisting" gegen die„alberne RnßlmHhehe" der bürgerlichen Blätter gewendet haben, hätten wir selbst aus Anlaß der Mordanklage gegen Trotzki, Kamenew, Sinowjew usw. eine ganz besonders Impertinente Rußlandhehe getrieben.„Kein faschistisches Blatt— behauptet die„Rote Fahne"— hat so gemein geschrieben".'Weil wir uns gegen die alberne Hetze jener Blätter wandten, die Rußlands Hand in Spanien und überall in der Welt vermuten, weil wir gegen die Leute austraten, die von Rußlands — gar nicht bestehenden— weltrevolutionären Absichten reden, haben wir doch nicht die Verpflichtung übernommen, jede Maßnahme der Stalinistischen Diktatur etwa mit der gleichen kriecherischen Kritiklosigkeit hinzunehmen, wie die Herren in der„Roten Jahne"! Dabei haben.die,gleichen Bürgerblätlet, gegen deren ,,alberne Rußlandhehe" wir. schrieben) gerade Trotzki als'„Agenten Moskaus" bezeichnet und gerade Trotzki angegriffen, denselben Trotzki, den Stalin unter Mordanklage stellt. Diese Mord- Radio-Nachrichten aus Spanien Der spanische Gewerkschaftsbund, die«. G. T. in Madrid, gibt täglich Rachrichten Pom Kamps des spanischen Volkes gegen den Faschismus in deutscher, englischer, französischer, russischer. und ungarische« Sprache. Die Sendungen erfolge« auf Kurzwelle 41-6 Meter täglich um 12 Ahr SO, 12 Ahr 45, IS«hr, 22 Ahr 15 und 22 Ahr SO, Zeit von Barcelona. Die Antifaschistische« Milizen Po« Barcelona gehen Nachrichten über eine« außerordentlich starken Kurzwel- len-Sender Po« 42 Meter. Di« Sendungen erfolge« täglich um 22 Ahr SO, Zeit Po« Barcelona, in deutscher, englischer, französischer, italienischer und spanischer Sprache. Der Vorfall mit der„Kamerun" England dämpft die Erregung Die englische und die französische Presse beschäftigen sich sehr ausführlich uitd besorgt mit dem schärfen deutschen Protest gegen die Beschießung des deutschen Dampfers„Kamerun" durch ein spanisches Kriegsschiff. Die" französischen RechtSblätter-empfehlen der spanischen Regierung, Berlin alle verlangten. Zusicherungen zu geben, während das Organ des Ministerpräsidenten anklage halten wir und hält jeder Mensch, der nicht verlernt Hal oder nicht freiwillig darauf verzichtet, kritisch zu denken, für eine dummdreiste Konstruktion ohne die geringste Tatsachenbasis. Nur in einem diktatorischen Staat ist derlei Irreführung der Oeffentlichkeit möglich. Außerhalb der Macht der GPU. mag sich blöd machen lassen, wer da will, wir sind jedenfalls nicht von der Partie. Die„Rote Fahne" empfindet zweifellos selbst, wie niedrig und dumm ihre Hetze gegen Trotzki ist, wie würdelos die kommandierte Speichelleckerei vor Stalin, die mit. der Anerkennung einer historischen Leistung, der wir uns nicht versagen, gar nichts zu tun hat, und darum schlägt sie so lächerlich aufgeregt loS, darum entblödet sie sich nicht, den verächtlichen Versuch zu machen, einen unserer Genossen, in dem sie ganz gründ--und anhaltSloS den Autor unseres Artikels zu sehen meint, vor de» Arbeitern als Feind Rußlands und als„Faschisten" zu denunzieren. Es ist alles in allem schon wieder ganz die Tonart von anno dazumal, als die Sozialdemokraten „S o z i a l f a s ch i st e n" hießen und die„Volksfront" noch nicht erfunden war! Reichenberger Messe. Nach dem vierten Messetag, der den Feierlichkeiten zum Empfang der Herrn Staatspräsidenten gewidmet war, entwickelte sich Donnerstag wieder der iwrmale Geschäftsverkehr. Insbesondere setzte der JnlandSbesuch in verstärktem Maße ein. Zu den in den vergangenen Messetagen abgeschlossenen Geschäften konnten in den verschiedensten Branchen wieder zahlreiche Aufträge gebucht werden. In der Textilmesse traten viele Interessenten und auch Käufer auf. Spitzen, Vorhänge, gewebt und genetzt, sowie bunte Damaste und gestickte Wäsche waren stärker gefragt und auch gekauft. Stark besucht ist die Kollektiv-Ausstellung der Mitglieder des Allgemeinen deutschen TcxtilverbandeS, doch wird vielfeits bedauert, daß an Ort und Stelle Konditionen und Preise nicht eingeholt werden können, und daher keine Verkauf-Möglichkeiten bestehen. Eine größere Einkäufergruppe aus Jugosiawien war dadurch gezwungen, sich erst auf umständliche Weife in die in näherer und weiterer Umgebung liegenden Tertilfabriken zu begeben.' Die Ausstellung des Bekleidungsgewerbes ist dauernd gut besucht. Die schöne Schuhmodellausstellung der Schuhnwcher- genossenschaft findet allgemeines, Lob. In der Möbelbranche konnten heute wieder neue Aufträge verzeichnet werden, ebenso Bestellungen auf spätere Jn- landslieferungen. Für Klaviere und KleinpianoS ist die Nachfrage groß. In der technischen Messe ist das Geschäft noch uneinheitlich. Einige Firmen bezeichnen die Geschäfte als gut. andere als ungenügend. Hingegen ist der Geschäftsgang in der Elek- tro-Jndustrie und in der Radiobranche zufriedenstellend. Für die Elektroküche der Elektro-Sonder- fchau.„Licht-—Kraft—Wärme" ist gußerordcütlicheS Jnttteffe.' Biele'Aussteller erwartest"sich ick dtp zweiten Hälfte der Messewoche mit Zuversicht einen geschäftlichen Auftrieb, da zahlreiche Interessenten für die nächsten Tage gemeldet sind. Blum,„Le Populaire", darauf hinweist, daß die deutsche Regierung den Kall„Kamerun" auS- nützen wolle. Der Protest-Deutschlans und die angedrohten Maßnahmen stünden in keinem Verhältnis zu dem Vorfall. In verantwortlichen englischen Kreisen nimmt man an, daß die deutsche Warnung an Madrid in einzelnen Kreisen etwas übertrieben ausgelegt wurde. Es wird betont, daß der' energische Protest Deutschlands im eigentlichen Sinne des Wortes nicht als Ultimatum angesehen werden kann. Aus es zu Beginn des Aufstandes zu vereinzelten Kämpfen und Bombenabwürfen kam, habe Großbritannien ebenfalls in energischer Weise die beiden Parteien gewarnt, sich vor Bedrohungen britischer Schiffe zu hüten. Weiters wurde deutlich zu verstehen gegeben, daß England unverzüglich entsprechende Maßnahmen ergreifen würde, falls britische Schiffe überfallen oder auf sie Bomben abgeworfen Ivürden. Spanien wurde auch aufmerksam gemacht, daß es seinen Flugzeugen das Ueberflie- gen von Gibraltar untersagen solle. Dies sei, formell genommen, kein Ultimatum, sondern eine Warung für beide Parteien gewesen. Keines der amtlichen Kommuniques berechtigt bisher zu der Vermutung, daß die Beilegung des Zwischenfalles mit dem Dampfer„Kamerun" eine wesentliche Bedingung zur Teilnahme Deutschlands an dem Einvernehmen betreffend die Nichteinmischung ist. Großbritannien legt weiterhin die größte Bedeutung auf die Beschleunigung der diesbezüglichen Beratungen. Deshalb hat es auch einet: einseitigen Schritt dahingehend Unternommen, indem es die Ausfuhr von Munition und Flugzeugen nach Spanien verboten hat. ' Eine höchst überflüssige„Organisation" ist -7- wenn sich di« Nachricht von ihrer Gründung als wahr erweist ,-^ der in Prag geschaffene V e r b and der. Er ober er- des G' r e n- z gebt eie s, der jene tschechischen kriegtzfreitoWigen umfassen soll/ die an der sei- netzeitigen Besetzung.deS sudetendeutschen Gebie- tes gegen Ende des Jahres 1918 teilgenonimen haben, lleherslüssig, weil doch diese Besetzung Nicht mit militärischen Großtaten verbunden war,' I Zum sportlichen Erfolg gehören: i Training, gesunde Lebensweise ' und vernünftige Ernährung. Mit Ceres zubereitet, sind alle Spei- sen kräftig und leicht verdaulich. Schuschnigg schlitzt Starhemberg Wien. Der österreichische.Heimatschutz bereitet die Errichtung seines FlihrerrateS vor. In ihm werden u. a. der ehemalige österreichische Generalkonsul Dr. S t e i d l e In Triest, der österreichische Gesandte in Budapest Neustädter» Stürmer und der Präsident der Donaudampf» schiffahrtögesellschaft Fey berufen werde». Der Führerrat dcS.Heimatschutzes wird seine Tätigkeit an: 1. September dieses Jahres aufnehmen. Rach der Festsitzung desselben wird der Hauptleiter des HeinmischutzeS Fürst Starhemberg einen mehrmonatigen Urlaub antreten. Diese Nachricht wurde mittags vom Wiener NeuigkeitSweltblatt auSgegeben, das S ch u s ch- ui g g nahesteht- und am Abend In ihrer Gänze dementiert. Der Wiener Berichterstatter der Prager Presse vermutet, daß die vorzeitige Veröffentlichung des PlancS erfolgt sei, nn: die Durchführung dcS Planes überhaupt zu verhindern. Die Bildung des Führerrates würde nämlich«ine starke Machieinbuße Starhembergs bedeuten, beziehungsweise seine praktische Ausschaltung anS der Führung. DaS Schwergewicht der Heimwehrbewegung liegt bei der jetzigen politischen Situation in Wien und der Wiener Heimatschutz ist Fey sehr ergeben. ES ist anzunehmrn, daß vor allem Sch u s ch n i g g in der Auslieserung des Wiener Heimatschutzes an Fey eine Gefahr erblickt. Polnisch« Generalkonsul erschossen* Warschau. Wie die„Polnische Telegraphenagentur" erfährt, wurde der polnische Generalkonsul in Valencia, Vinzenz Noguerra, von der BolkSmiliz verhaftet und erschossen. In Verbindung damit hat der polnische Geschäftsträger in Madrid bei der Madrider Negierung einen energischen Protest eingebracht und um Aufklärung dcS Vorfalles ersucht. Die polnische Telegraphenagentur fügt der Meldung die Bemerkung hinzu, daß Generalkonsul Noguerra als spanischer Staatsbürger das Recht der Exterritorialität nicht besaß., Warnungen Blums Paris. Das Präsidium des-Ministerrates erließ ein amtliches Sonderkommuniquö, in dem der Ministerrat die französische öffentliche Meinung vor den Meldungen einiger Blätter warnt, die unrichtige Mitteilungen zpm Kampfe gegen die Regierung ausnützen. Diese Blätter— so heißt es in der amtlichen Verlautbarung weiter.— vereiteln die friedliche Arbeit der Regierung, die einerseits bestrebt ist, das Recht der legalen Repräsentanten der befreundeten spanischen Nation zu respektieren und gleichzeitig die von Frankreich unterzeichneten Verbindlichkeiten'einzuhalten, und zwar dadurch, daß die französische Regierung nichts unternimmt noch zu unternehmen gestatter, was diesen Verpflichtungen, die aus den Prinzipien des internationalen Rechtes basieren, zuwiderlaufen würde. Horthy In Wien Wien. Reichsverweser Horthy empfing Freitag vormittags den Besuch des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg und begab sich sofort nach der halbstündi«n Aussprache zu seinem Ferien-'und Jagdaufenthalt nach Tirol. Stalina Verbündete... Oslo. Der Vorsitzende des Verbandes der nationalen(reaktionäre n-)P ar- t e i e n Quisling sandte an den König ein Schreiben, in dem er um die Einberufung einer außerordentlichen Sithung des Storting zur Enscheit düng über die A u s w e i s'u n g T r o tz l i s aus Norwegen ersucht. Gefecht mit Arabern Jerusalem. In einem erbitterten achtstündigen Gefecht zwischen britischen Truppen und bewaffneten'Aufständigen bei Hedra in Mittel- Palästina wurden vier Araber getötet. Die englischen Truppen haben keine Verluste erlitten. Seife 4 Samstag, 22. August 1936 Nr. 196 Die Kehrseite des heiteren Nachtlebens Personal der Nachtlokale vor dem Arbeitsgericht 3age5neuigMten FräntlSek Soukup— 65 Jahre Der Präsident des Senats der National- versannnlung, unser lieber Freund und Genosse FrantiLek Soukup feiert heute seinen 65. Geburtstag. Genosse Soukup gehört wohl zu den populär st enGe st alten derRe- publik, er ist nicht nur einer ihrer bedeutendsten Repräsentanten in der Welt, die er so viel» fach durchquert und bereist hat, nicht nur der Vertreter der tschechoslowakischen Sozialdemokratie in der I n t e r n a t i o n a l e, in der er schon neben Jaures, Adler und Bebel sah, er ist auch daheim einer von den Männern, die nicht nur deni Namen nach Gründer undBäter derRepu blik heißen dürfen. In ihm und seinem Werdegang verkörpert sich der Ausstieg der tschechischen Intelligenz vom himmelstürnienden Radikalismus der Oinladina- Periode über den systematischen EmanziPationS. kampf zu Anfang des Jahrhunderts und die aus dem Geiste Masaryks geborene Revolution zur konstruktiven, staatsschöpserischen Wirksamkeit. Aber auch äußerlich ist der mächtige Mann mit dem allüberall bekannten Jan Hus-Kopf, ist der beliebte und immer wieder stürmisch gefeierte VolkLredner, der die Masse zu packen weiß und besten Herz im Gleichtakt mit dem Herzen der arbeitenden Masse schlägt, eine glückliche und symbolische A» s p r ä g u n g tschechoslowakischen Wesens. Und doch ist dieses durch und durch stawisch gewachsene und slawisch denkende Mann dank seiner humanistischen Weltanschauung, und der marxistischen Schulung seines Geistes, dank also den Elementen, die er, wie er inimer wieder betont, von seinen Lehrmeistern Ma- saryk und Viktor Adler übernommen hat, den Arbeitern anderer Nationen niemals ein Fremder gewesen. Die s u d e t e n- deutschen Arbeiter nun vor allem kennen und schähen Soukup als i h r e n Freund, als den wiederum schon symbolisch gewordenen Friedensbringer und Wortführer internationaler Znsammenarbeit der Sozial- dejnokcaten dieses Landes im Streben nach dem gleiche» Ziel. Wir dürfen darum i m N a m e n aller sudetendeutschen Sozialdemokraten sprechen, wenn wir Soukup zu feinem 65. Geburtstag ein h er z l i ch e s„Fr eund- s ch a f t", ein herzliches„N a z d a r" zurufen! Neue Bezeichnung der staatlichen Polizeiämter. Nach einem Erlaß des Innenministeriums werden die staatlichen Polizeiämter in Prag, Pilsen, B.-Leipa, Reichenberg, Brünn, Troppau, M.- Ostrau, Preßburg, Kaschau und Ujhorod als Po- I i z e i d i r e l t i o n e n, die übrigen Aemter einheitlich als staatliches P o l i z e i a m t oder staatliche Polizeiexpositur bezeichnet. Die Bezeichnung Polizeikommissariat lvird nicht verwendet werden. Dieses Verbot gilt nicht für die Bezeichnung der Abteilungen der staatlichen Polizeiämter, die für die einzelnen Teile de- Ver- waltungSbereicheS dieser Aemier errichte? wurden, wie beispielsweise Bezirkspolizeikommissariat und Erenzpolizeikommissariai. Holländisches Militärslugzeug abgestürzt. Freitag nachmittags ist ein Militärflugzeug bei Hilversum abgestürzt. Die Maschine wurde zerstört, die beiden Insassen, zwei Unteroffiziere, wurden getötet. Der Filmschauspieler Dr. Wanka überfährt eine Greisin. Als der bekannte Filmschauspieler Dr. Rolf Wanka Freitag früh auf der Fahrt nach Pribram den Ausflugsort Davle bei Prag passierte, kreuzte den Weg seines Autos die 85 Jahre alte Frau Katharina Simünkovä. Durch das Hupenzeichen verwirrt, wollte die Greisin zurückkehren, Dr. Wanka, der picht mehr aus» tveichen konnte, erfaßte aber die Frau mit dem Kotflügel des Autos. Die Schwerverletzte ver» Prag,(rfi) In letzter Zeit mehren sich, als Folge der»toten Saison" vor dem Arbeitsgericht die Verhandlungen über Klagen, durch welche das weibliche Personal verschiedener Nachtlokale seine Ansprüche gegen den Dienstgeber geltend macht. ES sind in der Regel ziemlich unbedeutende Beträge, um die sich die Angestellten der Amüsier- Industrie mit ihren Arbeitgebern gerichtlich auS- elnandersetzen müssen. Aber gerade diese unbedeutenden Fälle zeigen die furchtbare soziale Lage der Frauen, die zu einem solchen Broterwerb genötigt sind. Die nächtlichen Weinstuben, Kaffeehäuser und Tanzdielen leben im wesentlichen vom Ani- miergefchäft, welchem die weiblichen Angestellten solcher Betriebe, mögen sie nun als Kellnerinnen! Tänzerinnen oder»Unterhaltungdamen" ausgenommen sein, sich zu widmen haben. Wie die Arbeitsgerichtsverhandlungen beweisen, wird das Arbeitsverhältnis in den allermeisten Fällen mündlich abgeschlossen und auch dort, wo ein annehmbar lautender Arbeitsvertrag unterschrieben lvird, bleiben besten Bestimmungen fast durchwegs auf dem Papier. Meist ergibt sich, daß die betreffende Angestellte nichtzurSozialver- s i ch e r u n g a n g e m e l d e t wurde. Ein fixes Gehalt wird in den seltensten Fällen zuge- ftanden. Aber auch wenrt dies der Fall ist, kommt der vereinbarte Lohn nur selten tatsächlich zur Auszahlung und wird durch allerlei»Gegenrechnungen" kompensiert. Diese Arbeitskräfte sind also in der Hauptsache auf die Trinkgelder der Gäste angewiesen und auf P r o z e n t e d e r Z e che, zu denen sie die Besucher zu animiere» haben. Da die Zeiten vorbei sind, in denen es den Besuchern solcher Lokale auf einige Flaschen schlechten, aber teuren Weines nicht weiter ankam, sind die Verdienste natürlich äußerst gering. Der Verdienst reduziert sich gewöhnlich auf die„Liköre" oder„Gespritzte", zu deren Bezahlung sich der Gast herbeiläßt. ES handelt sich dabei natürlich nur um gefärbtes Wasser, das der Gast zu bezahlen hat und von dessen angeblichem Preis die Angestellte sich einen gewißen Prozentsatz behalten darf(rund 50 Prozent) während die andere Hälfte des fingierten Preises der Wirt einsteckt. Man kann sich vorstellen, daß auf solche Weise nicht viel zu verdienen schied auf dem Transport ins Krankenhaus. Dr. Wanka wurde bis Klärung der Schuldfrage von der Gendarmerie angehalten. Der Tod in der Wastermelonr. Aus Gyön- gyös(Ungarn) wird gemeldet: Sieben Mitglieder einer Familie aus Gyöngyös sind nach dem Genuß einer Wassermelone unter schweren Ver» gistungserscheinungen erkrankt. Das Oberhaupt der Familie ist noch an dem gleichen Tage gestorben. Die Untersuchung hat festgestellt, daß die Melone auf dem Kadaver eines an einer Infektionskrankheit verendeten Tieres gelegen war und das JnsektionSgist des Kadavers in sich ausgenommen hatte. Die Bank ohne Namen. Dieser Tage feierte eine große Bank ihr 25jährigeS Jubiläum, und zwar handelt es sich zweifellos um das sonderbarste Bankunternehmen, das auf der Welt existiert. Die Bank befindet sich in einem Nebengebäude des Kapitols von Washington und besitzt weder Statuten noch einen Namen, ja nicht einmal ihre Schecks tragen eine Bezeichnung. Die Bank dient nämlich ausschließlich den Geschäften, die die Repräsentanten des amerikanischen Parlamentes zu erledigen haben. Nur wer seine Mitgliedskarte als Repräsentant am Schalter vorzeigen kann, lvird als Kunde angenommen. Zu den vielen Sonderrechten, die sie genießt, zählt auch die Tatsache, daß sie keinerlei Kontrolle unterworfen werden kann, es gibt weder einen Aufsichtsrat noch eine Generawersammlung. Und das alles, obwohl die Depots der Bank zur Zeit mehr als dreißig Millionen Dollar enthalten. Ankara soll durch einen Kanal, dessen Kosten auf zwei Millionen türkische Pftind geschäht werden, mit dem Meer verbunden werde». Die Bauzeit wird drei Jahre betragen. Sorgen der Pariser Tratschpreste. Nachdem der französische Ministerpräsident Löon Blum auch in der großen Schlußsitzung der Kammer, bevor Liese in die Sommerferien geschickt wurde, in einem hellgrauen Rock erschienen ist, haben nunmehr die Chronisten festgestellt, daß Blum geradezu eine„Revolution" zu verdanken sei, wen» auch bisher nur in der Frage der Kleidung. Die ersten Regierungschefs der Dritten Republik trugen stets nur schwarze lange Röcke. Als ein Ministerpräsident zum erstenmal in einem schwarzen Sakko erschien, gab es großes Erstaunen und sq- gar einige Pfiffe. Tardieu wagte es dann, ein dunkelblaues Jackett zu tragen, und Flandin wählte sogar ein dunkelbraunes. Blum aber erschien bereits in der ersten Sitzung in einem sehr Hellen grauen Anzug, und man fragt sich, wie die weitere Entwicklung verlaufen wird. 159 Jahre Mont Blane-Besteigung. llhamoix am Fuße des Mont Blane feierte dieser Tage den 150. Jahrestag der ersten Besteigung des Mont Blane, des höchsten europäischen Berges. Es waren zwei Franzosen, Jaques Baimat und Dr. Gabriel Paceard, denen es nach wochenlangen Mühen im August 1786 gelang, endlich die Spitze des Berges zu erreichen. Einige Jahrzehnte vorher, im.Juli 1741, batten bereits'einige englische Touristen Verist und ebenso glaubhaft Ist eS, wenn eine Klägerin darauf himvies, sie habe sich in diesem Dienst ein Magenleiden zugezogen, da fie* bei ganz unzureichender Kost(„freie Station"!) ein« Uiunenge solchen gefärbten Wassers Nacht für Nacht zu sich nehme»-niußte. Nun bringt es dieser Dienst aber mit sich, daß von den Gästen noch andere Ansprüche gestellt iverden. Eine Einladung ins Separee darf natürlich nicht abgelehnt iverden, denn in diesem Fall würde der Wirt sein Geschäft bedroht sehen und die unbotmäßige Angestellte an die Luft setzen. In einem der verhandelten Fälle Ivies aber die Klägerin darauf hin, daß der Wirt versuchte, ihr nach einem solchen Separeebelsammensein die vereinbarten Prozente für die konsumierten Flaschen Wein streitig zu machen, mit dem Hinweis, sie habe sicher„anderweitig" a» dem Gast gut verdient und ihm, dem Wirt, gebühre eine Provision dafür. In einer anderen Sache brachte e? der feine Arbeitsgeber über sich, die„unsittliche" Angestellte, die er zuvor zu solchem Dienst genötigt hatte, unter groben Beschimpfungen fristlos und ohne jede Entlohnung auf die Straße zu sehen, als die Klägerin gelegentlich einer unvermuteten Razzia mit einem Gast im Separee angetroffen wurde. Ganz allgemein wird in solchen Fällen die gesamte Schuld auf die Angestellte abgewälzt und der Wirt ist natürlich gänzlich ahnungslos und unschuldig an der in seinem Lokal festgestellten „Unmoral". Er gedachte auf solche Art zwei Fliegen auf einen Streich zu treffen, Indem er sich der Polizei gegenüber ein moralisches Alibi beschaffte und anderfefts die Klägerin um ihren Lohn zu bringe» hoffte. Solche und ähnliche Fälle ereignen sich nicht etwa nur In Winkelkneipen, sondern auch in Lokalem die Anspruch auf Noblesse erheben. Die Stellung der Klägerinnen ist in der Regel dadurch erschwert, daß, wie erwähnt, nur selten ei» ordentlicher Vertrag abgeschlossen wurde und daß die von ihr geführten Zeugen, fo- wert sie noch in dem Betrieb beschäftigt sind, unter dem Druck des geklagten Dienstgebers stehen. Oft gelingt es zwar, dem Richter, der Bescheid weiß, den Anspruch der Klägerin im Wege eines Vergleiches wenigstens teilweise durchznsetzen. Was freilich nichts an der trostlosen allgemeinen Tatsache ändert. sucht, den Berg zu bezwingen, sie mußten aber etwa 400 Meier unterhalb des Gipfels zurückkehren, nachdem zwei Begleitmänner abgestürzt waren. Uebri- gens war das Ende Balmats, der heute ein Denk- mal in Chamonix hat, sehr tragisch. Als er nach der Bezwingung des Gipfels doller Eiegerfreude. nach Chamonix zurllckkehrte, erfuhr er, daß sein einziges Kind, das er krank verlassen hatte, inzwischen gestorben war. Er nahm sich diese Tatsache so zu Herzen, daß er sich wenige Tage später in einen Abgrund stürzte. Die Diebsschule. Der Polizei von Kairo ist eS gelungen, den Chef und Lehrer aller Kairoter Diebe, Assur Ibrahim zu verhaften. Man wußte schon immer, daß Assur Ibrahim irgendwie bet allen größeren Diebstählen beteiligt war, aber man konnte ihm nur wenig nachweisen, und so kam er mit drei Jahren Gefängnis davon. AIS er wieder in Freiheit war, spezialisierte er sich darauf, nicht selbst Diebstähle durchzuführen, sondern jungen Leuten beiderlei Geschlechts die hohe Schule dieses edlen Gewerbes zu vermitteln. Er war eine'wirkliche Schule mit Klaffen und Kursen nach den verschiedenste». Altersstufen, die Ibrahim aufbaute. Theorie und Praxis ergänzten einander. Die Praxis brachte recht gute Beute, die die Schüler verpflichtet waren an'ihren Meister gegen Entlohnung äb- zngeben. Oekonomisch gesehen konzentrierte also Assur Ibrahim ein ganzes Gewerbe in seiner Hand. Zu seiner Verhaftung führte ein Verrat. Einem seiner Meisterschiiler glückte es, ei» kostbarer Armband zu stehlen. Ibrahim bot dafür 50 Piaster. Der Schüler war jedoch vorher zur Sicherheit zu einem anderen Hehler gegangen, der ihm 69 geboten hatte. Er beschuldigte also Ibrahim der Ausbeutung, worauf ihn dieser aus der Diebesschule auSschloß, Der gekränkte junge Mann lief zur Polizei und berichtete ihr alles. Aus der Gesetzessammlung. Am 29. August l. I. wurde von der Staatsdruckerei die deutsche Uebersetzung deS Stückes 52 der Sammlung der Gesetze und Verordnungen, enthaltend die Nummern 198—204(Fleischsteuernovelle, Versicherung bei Bergwerksbruderladen, Finanzgesetz-Novelle, Finmiz- Maßnahmen Im Bereich der territorialen Selbstverwaltung, Einrichtungen'auf Straßen und Wege», Aufhebung der Konzession für die Lokalbahn Kubim —BitySka Veverskä), ausgegeben. Preis 2.40 Kä. Das Wetter. Allgemeine Wetterlage Freitag nachmittags: Schönes Somnierwetter mit Temperaturen von 28 bis 88 Grad Celsius im Schatten erhält sich noch in Südeuropa. Gegen Mitteleuropa breitet sich vom Westen her vom Ozean etwa» kühlere Luft au» und daher wurden in Prag um 14 Uhr bloß 29 bi» 24 Grad verzeichnet. Die Zufuhr der ozeanischen Lust wird von leichten Schauern Nnd auch Gewittern begleitet und dürfte voraussichtlich noch In den nächsten Tagen akidauern.— Wahrscheinliches Wetter Sä mit tag: Noch unbeständig, Neigung zu Schauern oder Gewittern, mäßig warm, Westwind.— Wetteraussichten über Sonntag: Ohne wesentliche Aenderung. Haß Ißt Kuttelflecke Zu einem verwechselten Bild Die Verwechslung des Bilde»„Feldküchen in Spanien" mit einem Olympiabild— wir haben den Irrtum aufgeklärt— gibt einem früheren Insassen des Konzentrationslagers Dachap Anlaß zu folgender. Betrachtung: Nanu, was ist denn mit dem Heß los? Wie kommt denn ausgerechnet der Stellvertreter Hit- lers zu den Regierungstruppen nach Spanien? Hat sich denn die faschistische Elite der. Deutschen auf einmal zum Menschentum bekehrt oder ist dem Berichterstatter eine verkehrte Mappe in'die Finger geraten? Dieses Bild stellt nämlich den H e ß beim Autogrammverteilen auf der Olympiade dar und der Beisitzer ist ein Brigadeführer, mit Elfenbein eingefaßt. Denn das sieht man an seinen Ilniformaufschlägen. Hinter ihm steht ein Truppführer der SS und Heß erteilt gerade einem Nichtarier seinen Segen in Form eines Autogrammes. Also ein echtes Bild aus Hitlerarienl Nun, das kann ja Vorkommen, daß man sich mal vergreist. Aber dieses Bild und vor allem der Text dazu haben mir ein anderes Bild ins Gedächtnis zu- rllckgerufen. Damals Ivar Heß wirklich bei einer EsseuverteiluNg zugegen. Auch damals waren elfenbeingefaßte Brigadeführer und mit Hakenkreuz gezierte Sturmsührer in seiner Begleitung. Aber es war nicht hinter irgendeiner Kampffront, sonden in der Hölle der Konzentrationslager,.in Dachau. Anläßlich einer alten Äämpferehrung in München besuchte Heß das Konzentrationslager Dachau und es traf sich gut, daß er gerade an einem Mittwoch kam, da es, wie jeder Dachau-Angehörige-weiß, Kuttelfleck (Marke:„Wenn du mich auch nicht siehst, so riechst du mich doch") gab. Heß hatte nun das Verlangen, auch mal zu kosten und begab sich zu diesem Zweck in die Gefangenenküche, Dort waren „Schuh"-Gefangene als Köche beschäftigt und ausgerechnet zu unserem Genossen F. kam Heß mit seinem Verlangen. F. schöpfte nun Heß einen Teller boller Kuttelflecke und gab sich dabei Mühe, recht tief in den Kessel zu langen. Eingedenk de» Sprichwortes ans dem Schwertlied der Deutschen: „Teut muß graben, immer graben, in der Tiefe liegt das Heil!" Hetz bekam also die saftigen, duftigen Kuttelfleckstiicke zu kosten und äußerte sich zu dem ihn begleitenden Brigadeführer von Eicke, der damals Lagerkommandant von Dachau war:„Na, mit d e m Essen könnt ihr keinen Staat machen I". Das eine Gute hatte dieser Vorfall für uns, daß wir sechs Wochen lang keine Kuttelslecke in der früheren Form bekamen. Später war aber dies wieder vergessen und wir haben noch genug von der herrlichen Nätionalkost bekommen. Vom Rundfunk Empfehlenowerte« au» dea Programme«, Sonntag Prag: 8.80 Orgelkonzert. 0.80 Mujiks Sa- lonquartett. 10.85 Tschechische und slowakische Volkslieder. 12.25 Mittagskonzert. 18.50 Deutsche Aebei- tersendung: Direktor Storch! Notwendigkeit der Elternschulung. 14.00. Landwirtschaft, 17.85 Deutsche Sendung: Klassische Zeugen. 17.40 Funkwochenschau. 17.50 Konzert des Prager Rundfunkorchesters. 18.50 Deutsche Pkeffe. 22.85 Salonorchesterkonzert. — Brünn: 10.20 Tschechische Operngesänge.— Presitnrg: 9.45 Unterhaltungsmusik.— Kascha«: 16.00 Nachmittagskonzert.— Mähr.-Ostrau, 20.00 Bünte» Konzert. Elna wrunglUdct« Tauf«, Zu einem Zwischenfall/ der sehr leicht hätte ernste Folgen annehmen können, kam e» beim Stapellauf einer Jachten Ouiuey. Die Laufanlage zersplitterte, die' Jacht neigte sich /auf' eine Sette 7— und auf der änderen Sette' fiel'ein'Mann der Besatzung über'Bord.'Aüßex einens durchweichten Anzug aber-gab' es keinen Schaden: Nr. ,19V SamStag, SS. August 1933 Seite 8 ^eitapo foltert Frauen . Schwere Anklagen dcS„Manchester Guardian" , Da» führende linksliberale Blatt Englands, dessen Ernsthaftigkeit außer Zweifel steht, veröffentlicht in"seiner letzten Wochenausgabe den Bericht einer deutschen Sozialistin über ihre Ervebnis.se in den Kerkern und KonjzentrationSlagern der Ge- stqpö. Wir entnehmen den sehr ausführlichen Schilderungen folgende»: ..»/.Eines Nacht», gegen 2 Uhr, wurde laut an unsre Tür geklopft. Als wir öffneten, drängten drei SS-Leute Md zwei Polizisten in den Korridor. Während wir Zn» auf ihren Befehl an« kleiden mußten, wurde das Schlafzimmer hastig durchsucht, Die Polizisten hielten sich dabei im Hintergrund, sie schienen uns zu bemitleiden. Wir wurden In einem Privatauto eilends nach der nächsten SS-Station gebrächt und In den Warteraum gestoßen. Auf den Gesichtern der Leut« war die Vorfreude über dar, was kommen sollt«, deutlich zü sehen. Außer meinem Mann und mir waren pur ein paar Schwarzhemden tm Zimmer. Wsr.hörten jemanden schreien und wimmern. "Kurz daräuf wurden wir in da» erste Stockwerk gebracht. Rechts war ein langer, dunkler Raum, Leute gingen eist und au». Er führte in das UntersuchungSzimmer. Mein Mann wurde in den dunklen Raum" gebracht, ich vor den Sturmführer. Nachdem die erste Frage an mich, gestellt war—, ob mein Mann und ich Kommunisten seien—, warfen, sich fünf oder sechs SS-Leute auf mich, rissen mir die Kleider auf und leg- tenmichquerübereinenStuhl. Sie entblößten mein Gesäß. Der Stu r-m f ü h r e r befahl fünfundzwanzig Hiebe. Sie begannen,- Mein einziger Gedanke war, nicht zu jammern oder aufzuschreien. Nach dem sechsten oder siebenten Schlag wurde ich ohnmächtig. Ich wurde hochgerissen und, obwohl die-Haut meines Gesäße» aufgerisscn war, mit aller Gewalt auf den Stuhl gesetzt. Ich bat um Wasser, es wurde mir verweigert. Dann folgte die Gegenüberstellung mit einem ehemaligen.Stadtrat, einem alten Bekannten von uns. E? wurde hereingeschleppt, da er weder zu gehen, noch ausrecht zu stehen imstande war. Seine Augen waren verdreht, so daß man säst nichts als das Weiße sehen konnte, Speichel rann ihm" au» dem Münd.■ Vor seine Stirn hatten sie eine Kar- nevalömaKke gebunden. Er wurde auf einen Stuhl geworfen. Man fragte ihn, wer ich sei und ob ich und mein Mann Illegal gearbeitet hätten. In entsetzlich langsamen, nur halbverständlichen Worten antwortete er: Nein, ich habe diese Frau niemals gesehen. Dann fiel er vom Stuhl. Ein Arzt gab ihm eine Injektion.in den rechten Arm, ohne daß sie etwas genutzt hätte. Er wurde wie ein Bündel in die Ecke geworfen und mit einem Tuch bedeckt. Später legte man ihn auf ein Sofa. Meine nächste Konfrontation erfolgte mit der Genossin X. Sie gab an, mich yur einmal gesehen Md seither keinerlei Kontakt mit mir gehabt zu haben. Sit schien vor mir verhaftet worden zu sein, da sie vor Furcht völlig zusammengebrochen wär. Jetzt kam das Schlimmste. Wir wurden beide nach Genossin 8 gefragt. Sie hatten sie nicht fassen können und man beschuldigtes uns, daß wir sie häufig getroffen hätten. Frau X wurde mit einem Gummiknüppel auf das Gesäß geschlagen. Rechts und links standen zwei SS-Leute, Md wenn sie Heren Fragen" nicht beantwortete, würde sie geprügelt. . Als si«".darMf aufmerksam machte, daß sie lungenkrank sei. mitwortete man ihr:„Wir werden dir die Tuberkel schon heraus» treibe n." Dann durfte sie gehen. Nun wurde ich aufs neue über den Stuhl gelegt, entblößt und wie- der geschlagene Meinen Mund verstopfte man mit einem Kleidungsstück, die Beine wurden auSgestreckt und gespreizt. Nun wurde mein Gatte hereingebracht, um Zeuge meiner Behandlung zu sein. Später mußte ich den an ihm vorgenommenen Mißhandlungen zusehen. Ich fiel wieder in Ohnmacht. Mein Mann wollte mir beispringen, wurde aber angebrüllt, er solle stehen bleiben. Alles, was ich sagen konnte, war nur, ich hätte Frau N einmal gesprochen und seither nicht mehr gesehen. Andere Genoffen unsres Stadtviertels wurden hereingebracht.und alle zusammen kamen wir in den Keller. Es war ein ziemlich großer Raum, an dessen Wänden Birkenruten hingen. Schmutzige, blutgetränkte Matratzen lagen auf.dem Boden. Die Beleuchtung war schlecht... Der.Raum war gefüllt mit Männern und Frauen, die auf den Matratzen lagen und vor Schmerzen-schrien und wimmerte». Ihre Gesichter wären unkenntlich... Nach einer Weile hörten wir Schritte und Schlüffelgeraffel. Eine Taschenlampe durchsuchte den Raum. Aller Herzen standen still, denn immer bestand die Gefahr, zu einem Verhör herausgeholt zu werden. Die Lampe machte vor Frau X halt, sie mußte nach oben... Prager Hesse Prag.— Beim Preffcempfang der Prager Mcffe wurde vom Messe-Präsidenten Kom.-Rat Barta Uber die kommende 33. Veranstaltung eine Vorschau gegeben. Die diesjährige Prager Herbstmesse wird ivlederum unter Einschluß der beiden Exporttage im Meffepalast bereits Freitag, den 4. September, eröffnen und bis zum 13. September dauern. Ain Sonntag, den 6. September, werden die AuSstellungsgclände dem Verkehr übergeben werden. Von der Prager Messe sind keine Sensationen, aber auch keine Schwankungen zu erwarten. Die Messe weist heute ein festblcibendcS Niveau- aus; mit Sicherheit geht es jedoch auf aufsteigender Linie weiter. Bisher konnte die Meffe stets ihrer Aufgabe gerecht werden und man erioartcte, allen Anzeichen zufolge, auch von der kommenden HerbsMeffe einen günstigen Verlauf. Wenn es gelungen ist, daß rund 3099 Aussteller auf einer Fläch« von annähernd 49.999 Quadratkilometern ein Angebot auf der Meffe vorführen, welches dem Aus- land und den heimischen Geschäftskreisen und auch der breiten Jntereffentenschaft entspricht, so kann man auch mit Recht einen vollen geschäftlichen Erfolg der Messe erwarten. Der.sehr gute Besuch der letzten Frühjahrsmesse hat dazu beigetragcn, daß der. ständige Besucher kreis im"voraus für die nächste Veranstaltung erweiterst wurde. Die'Wer- bemäßnahmen im Auslande wurden im breitesten Umfange durchgcführt, wobei entsprechende Aufmerksamkeit den U e b e r s c e m ä r k t e n zugewandt wurde. Besondere Sorgfalt widmete man wieder den individuellen Einladungsaktionen. Nachdem die Messe unmittelbar an Leipzig anschließt, kann auch mit einer Erfassung der Leipziger Messebesucher- gerechnet werden. Die Beschickung der Exportmesse im Messepalast« erreicht in den 18 Gruppen diesmal das Niveau der sonst stärkeren Frühjahrsmessen. Ne- Nach einigen Tagen wurde ich wieder vor den Sturmführer gebracht, der mich verhört hatte... Kaum angekommen, begannen die Mißhandlungen von neuem. Ich sollte die Adresse von Frau 8 angeben, kein Leugnen ivürde mir helfen. Ich Ivüßte sie bestimmt. Wieder und wieder erklärte "ich, daß ich keine Ahnung hätte. Schließlich wurde ich schivach und begann zu woincn... BIS zum heutigen Tage kann ich mir nicht vergeben, angesichts dieser Schwarzhemden Tränen vergossen zu habe». Der Sturmführer zog einen Revolver und drohte mir mit Erschießen. Schließlich glaubte er meinen Versicherungen... Ungefähr zehn Tage später kam ich mit vielen" andern. Frauen In das N-Gefängnis, und einige Wochen später I» das Frauengefängnis Barnimstraße, in dem Rosa Luxemburg im Kriege gefangen saß. Am 1. Mai frühmorgens wurde dis Internationale gesummt. Jede, die etwas Rotes 'anzuziehen hatte, trug es an diesem Tage. Eine» TageS wurde im Flügel B ein Sympathiestreik durchgeführt. Einem.jungen Mädchen war unge- rechterweise für fünf Tage die.Freizeit entzogen worden. Wir" andern weigerten uns alle, hinauszugehen. Wir taten alles nur mögliche, um die politische Erziehung der gefangenen Genossinnen zu heben. Wie wir dar angestcllt haben und unter welchen endlosen Schwierigkeiten wir den Kamps "selbst im Gefängnis fortgesetzt haben, das öffentlich zu sagen, ist mir natürlich unmöglich... ben den hervorragenden und in Europa fast einzigartigen Gruppen der Porzellan- und Steingutindustrie, sowie der-Glaswaren-Abteilung, werden vor allem die saisonbegünstigten Gruppen der Lederwaren und Spielwaren voll beseht sein. Auch- die übrigen Abteilungen einschließlich der Textilgruppc weisen eine gute Beschickung aus. Eine Sonderstellung nimmt die Technische Meffe ein, die diesmal der Industrie und den: Gewerbe beste Gelegenheiten zur Auffrischung des Maschinenparkes geben wird. Im Rahmen der Herbstmesse werden 12 Sondermessen stattfinden:. P-Hoto-Kino-Optik, Radio, Möbel und Pianos, Das moderne Büro, Postausstellung, die offizielle Exposition Mexikos, die Exposition Novivcgcns, Nahrungsmittel, Ski- auSstellung,"Gartenbau, Unfallverhütung, Hauswirtschaft,„Was die Frau interessiert". Die Messe schreitet planmäßig in ihrem Aufbau vorwärts. Noch Heuer wird es zu einem Umbau des Alten Ausstellungsgeländes kommen. Als erste große Ausstellung auf dem rekonstruierten alten AusstellungSgclände wird im Frühjahr die«Internationale Transport-Ausstellung" stattfinden, die die bisher größte Ausstellungsaktion der Tschechoslowakei überhaupt bilden wird. SchuhauSfuhr im. ersten Halbjahr 1936 um über 42 Mill. Ai gestiegen. Die tschechoslowakische SchuhauSfuhr betrug im ersten" Halbjahr 1939 insgesamt 7,443.897 Paar für 143,947.999 Ai; gegenüber der Ausfuhr in'der gleichen Vorjahrszeit, bedeutet dies eine Steigerung um 768.823 Paar und 42,286.999 XL. Der diesjährige Schuhexport ist somit wertmäßig um 41.9 und mengenmäßig um 11.8 Prozent. größer. Die Zunahme ist vor.allem auf den Export von Lederschuhen zurückzusühren, von denen Heuer, um 976.997 Paar für 39,939.999 KC mehr ausgeführt wurden als im Vorjahr, wogegen die Gummischuhausfuhr mengenmäßig um 296.574 Paar kleiner, dagegen wertmäßig um 2,856.999 IMfewtscMt Mil äoÄatpHÜM Kreditanstalt der Deutschen DerwaltungSkapital 930 Millionen Kt yaftungskapital 90 Millionen K& •1 vleseeloffongen. KC höher als im Vorjahr war. Die Hauptabnehmer tschechosloivakischer Lederschuhe sind England(1,148.544 Paar für 26,824.999 Xe) Und die USA.(1,128.374 Paar für 21,944.990 XL). Hauptabnehmer tschechosloivakischer Gummischuhe ist Belgien mit 844.877 Paar für 1,869.999 XL. Die SchuhauSfuhr ist heuer im ersten Halbjahr die größte seit dem Jahre 1932. Aerztllche Hilfe für Spanien Die tschechischen und deutschen sozialdemokratischen Acrzte soivie die nationalsozialistische» Aerzte in der Tschechoslowakei haben. am 29. August eine Beratung darüber abgehalten, Ivie sic entsprechend der Initiative ihrer französischen und englischen Kollegen aus dem Gebiete ärztlicher Hilfe eine wirksame Aktion für die lämp- senden spanischen Arbeiter cinlcitcn könnten, lieber die Durchführung dieser Aktion wurde» einstimmig wichtige Beschlüsse gefaßt. Da» deutsch-österreichische WirtschastSabkom- nic». lAP.) Die österreichisch-deutschen Wirischasts- verhandlungen haben ein sehr magere» Ergebnis gezeitigt. ES soll hier nicht von der bereit» bekannten Aufhebung der Tausendmarksperre gesprochen werden, die dadurch entwertet wird, daß sie für die diesjährige Reisesaison bereit» zu spät kommt und daß sie durch eine Regelung ersetzt wird, die ange- sicht» der deutschen Deviseulage faktisch eine bedeutende Ausdehnung de» Reiseverkehr» kaum gestattei» wird. Wcseutlichcr ist jedoch, daß sich fiir den öftcr- reichischcn Export keine wesentlichen Erleichterungen ergeben haben. Die getroffenen Abmachungen betreffen lediglich kleine Kontingente von Rindern, Pferden, Käse und Holz. Dafür wird Oesterreich seine Kohleneinfuhr au» Deutschland durch Umlegung der Importe au» Polen stark steigern. In Oesterreich ist auch eine starke Enttäuschung über da» Abkommen nicht zu verkennen, zumal die Nationalsozialisten-jahrelang damit argumentiert hatten, daß das Ausmaß der Wirtschaftskrise, namentlich in den west- licheir Bundesländern, vor allem auf die Spannung mit Deutschland zurückzusühren sei. Auf der anderen Seite aber hat Oesterreich von Deutschland direkte Schädigungen zu erwarten. Denn die deut« sche ndustrie niacht Oesterreich auf dessen Auslandsmärkten, namentlich in Südosteuropa, wo Deutschland ein starke» Dumping betreibt, scharfe Konkurrenz und schädigt den österreichischen Export schwer. Auf diesen! Gebiet aber ist e» offensichtlich zu. keinerlei Vereinbarungen gekommen. Für Oesterreich besteht also die große Gefahr, daß e» vollkommen, in da» Schlepptau der deutschen Wirtschastsossen- sive auf dem Balkan gerät. Von Maud, Propaganda und anderem ;„Wenn jemand eine Reise tut,, so kann er viel erzählen," sagt irgendein Sprichwort. Manch- mäl bewahrheitet es sich. Manchmal auch nicht. Viele reise» und„sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht," andere wieder, die ihre Augen und Ohren-gut zu verwenden wissen, sehen mehr als man zuv-.Schau, stellt und hören Mehr alS gesagt wird. Sie hören auch auS dem Schwelgen btt anderen. So erging es auch mir während meines Urlaubes im Oesterreich der schwarzen Ordnung. Wenn man die Tünche erkannt, den Lack ein" wenig wegkratzt, kommt immer" und überall di» ursprüngliche Farbe zum Vorschein. Ich war bestrebt, bet jeder sich bietenden Gelegenheit di« Deckfarbe abzulratzin, um.za sehen, was dahinter stefkt^?. r Dl e S tä atsange st eilten sind nach außenhin in Oesterreich die Vaterländisch- stcii. Solange sie, im Dienst sind, ziert.sie das Band dtzx. vaterländischen Frönt, Unterm Rock sind andere Facken. In Linz kam ich in ein Wägenabteil dcö Zuges, t» welchem zwej— ihrem Aussehen nach zu schließen— Arbeiter wären. Ich brauchte nicht lange zu warten, bis ich in» Gespräch mit beide» kam. Die Oesterreicher sind im- mer noch'gesprächig, nur sind" ihre Gespräche vorsichtiger-geworden. Sie tasten erst ab, sprechen vom) Wetter- usK.» wie man halt-so änfängt. So auch dhise beiden. Erst'vöm Weiter, dgnn vom Urlaub-und-"vom schönen- Oesterreich und dann ist mani'se nach dem,.wie man-änttvörtet, mitten in der PAitlk. DenÄüläß ggb ein Kartaitköniröl- lor, dcrfhinter Linzeinstieg. Er trug eine schöne Uniform--Hübsche Kappe"mit Goldschnüren. Als er"aus dem Abteil raus war, lobte ich die schöne Uniform des Kontrollors, worauf der jüngere unserer Mitreisenden sagte:«Lo, bei denan san dö Schnürln und dö Titl wos." Ich hakte gleich ein"und bemerkte ein wenig zynisch, daß die Oesterreicher doch sicher froh sind, wieder Uniformen und Titel zu haben.„Lo," sagt der Netter«, „dö, oba miet niti". Damit waren wir schon im schönsten«Politisieren". Ich sagte ihnen, daß ich kürzlich in unseren Zeitungen las, den Staats- und öffentlichen AngesteNten"seien in Oesterreich die Gehälter erhöht worden. Worauf mich dtzr jüngere(Eisenbahner, wie ich später feststellte) beinahe wütend"anschrie:„Wos Homs gsogt, a Gehaltserhöhung hättmer kriegt, an Schmarrn Homer kriegt, obbaut Homs uns dö... dö... I" Ich entschuldigte mich, daß ja ich diese Behauptung nicht aufstellte, sondern unser« Zei- tungen brachten diese Meldung und ich tat sehr, -erstaunt, daß dies-nicht wahr sein sollte. Ich wußte nun, daß diese zwei zu den 95 Prozent in. Oesterreich gehören und konnte nun auf meine" Art Propaganda machen. Ich erzählte nun den erstaunt Zuhörenden wie es bei uns zu Lande aussieht. Von der Verbesserung der" Sozialversicherung, von dem Gesetz über den Schutz der Kollektivverträge usw.'„Sixtcs", sagt der eine zum andern;" dös is halt no a demokratische Republik". Worauf, der andere tief atmete und sagte:'«Jö; dö Homs no guat." Sie schimpften noch eine Weile über di« Zustände in ihrem Lande und zum Schluß sagte der.jüngere:'S wird eh wieder amöl wern." Als ich ausstieg, halfen sie mir die Koffer herausträgen und verabschiedeten sich mit einem herzlichen Händedruck und ich sagte leis««Freundschaft". Ähre Auge» leuchtete» auf und noch zum Äagenfester heraus rief mir der Jüngere nach:„WöanS hoamkummtS, , grüaßt mir dö Nordböhml" D i e N a z i S, nicht die österreichischen, sondern die sudetendeutschen Nazis, entfalten in Oesterreich eine wüste Propaganda gegen die .TSR. Hier heucheln sie Loyalität zum Staate, dort treiben sie ein« regelrechte Greuelpropa» gända, die bis hoch hinauf in die einsamen Berghütten wirksam ist. Die Kerle, denen es wahrscheinlich leid tut, daß man ihnen nicht den Besuch der deutschen Schule verboten hat, verbreiten das Gerücht, daß die deutschen Kinder in der TSR. gezwungen werden, die tschechischen Schulen zu besuchen, weil man die deutschen Schulen gesperrt hat, daß die Not in den sudetendeutschen Gebieten so groß ist, daß die Menschen vor Hunger auf den Straßen zusammenbrechen usw. Wir kennen ja diese Methode zur Genüge.- Dieser wüsten.Auslandshetze wirksam zu begegnen, scheint mir ein« der wichtigsten Ausgaben aller ehrlich und objektivdenkenden Urlaubswanderer zu sein. Bezeichnend für die Wirkung dieser«su- detendeutschen"j Propaganda ist folgendes: Wir stiegen zu drittj in den Bergen herum und kamen zu einer kleinen Blockhütte, in der«in Bergführer mit seiner Frau den ganzen Sommer über haystc. Infolge des schlechten Wetters in den ver» gangencn Wochen kamen nur sehr wenig« Men-" schen in die Hütte.„Es Wirde, rsucht,das P o l i t t s i e r e n zuun t e rla sse n", so steht auf einem Plakat in der Hütt« geschrieben. Wir hätten die Schwefle noch nicht überschritten, fing der Hüttenwart schon an:„Ah, Sudeten- deitsche seip's, wej schaugts denn au» bei enk?" Und zu meiner Tochter gewendet sagt er:«No, Madel,"gehst a schun in dö tschechische Schul?" Worauf sie ihm die einzig, richtige Antwort gab:. «Nein. Bei uns sind noch genüg-deutsche Schulen ijndr tschechisch lerne ich in der deutschen Schule." Der Mann, wunderte sich und erzählte mir von Sn-detendeutschen, die heroben waren und erzählten," daß es keine deutschen Schulen mehr gibt,., usw. Das alte Lied. Als ich das Hüttenbuch durchblätterte, fand ich eine Menge„Sudoten- deutsche" eingetragen; in der Rubrik:„Mitglied alpiner Vereine" fand ich: DTV(Deutscher Turnverein)", Deutscher Gebirgsverein, Deutscher Alpcnvcrein, usw.— Nach der Feststellung der Organisationszugehärigkeit war leicht zu erraten, welche Kreise diese schöne Auslandspropaganda entfalten. Ä) i e I l l e g a l e n in Oesterreich sind-sehr schwer zu erkennen. Ich Ivollte gern mit einigen unserer Leute in Verbindung kommen. Aber so auss gerade Wohl hin kommt man mit keinem zusammen. So schnell wie sich di« Eisenbahner zu erkennen gaben, so schnell erkennt man den Illegalen nicht. Auch nicht am Reden erkennt man sie, leichter noch ain Schweigen. Der Geschäftsführer einer Pension, in der. ich einige Tage Aufenthalt nahm.und der mir als, einer uns nahestehender geschildert wurde,"war zwar selbst kein Illegaler, -aber er kannte sie. Er nannte mir keinen,, außer einem/ dem aflerdingS nichts geschehen konnte, weil er als„Politischer" bereits seit einer Wsche einen unfreiwilligen Urlaub absosvierte.-Nach dessen Verhaftung war es ohnehin kein Geheimnis mehr, daß der kleine, arme und unscheinbare Gewerbetreibende(der einzige im Orte übrigens) ein Mitglied der-revolutionären Soziä- tisten war. Die Leute im Orte reden mit sehr viel Achtung von ihm- Trotzdem. Oder vielleicht gerade deswegen? Ich weiß es nicht. Aber das weiß ich: Cs lebt noch«ipe Flamme, es grünt noch eine Saat. Deshalb schrieb Ich auch in die Bücher afler Hütten,, die ich besuchte: Mitglied des Toü» ristenvereineS„Die Nasütfreünde" in der TSR, damit alle kheNittligest Genossen, die hinaufkommen in di« Berge, erinnert worden an ihre Aufgabe: neu. zu bauyn, was ihnen di« schwarzen Räuber gestohlen haben;-. Aerus, Seite 6 Sozialdemokrat" SnmStag, 22. August 1986. Str. 195 Vemnsnockidte den Mitteilungen aus dem Publikum. Drahtzäune aus Maschinendrahtgeflecht, 1» feuerverzinkt von der Fa. S. Semler— R. Hirsch, Pilsen, llvokakskä 1, Tel. 29, sind das Ideal eine» jeden, der auf praktische/ billige und schöne Einfriedung seiner Besitzer Anspruch erhebt. Wegen ihrer Dauerhaftigkeit und ihrer stets netten Aussehens, sind solche Drahtumzäumungen allen anderen Ausführungen, wie Mauer- und, Bretterzäunen, welche leicht beschädigt und beschmiert werden, also astiger Reparatur benötigen, vorzuziehen. Verlangen Sie unverbindliche, kostenlose Voranschläge! S. Semler — R. Hirsch, Pilsen, llvorkatsk» 1. 88—SS Hongkong, Anfang August. Mitten im südchinesischen Meer, ungefähr auf der Mitte zwischen Hongkong, der SUdspihe FormosaS, der Insel Hainan und der Philippinen-Insel Luzon, liegt einsam die kleine Insel PrataS. Sie ist nicht viel größer als Helgoland und zählt nicht ganz 1999 Einwohner. Da sie außerhalb der Linien der großen Schiffahrtsstraßen liegt, haben es weder China noch Japan, noch England für der Mühe wert gehalten, von ihr Besitz zu ergreifen. So kommt es, daß die teils von chinesischen, teils von malayischen Einwanderern abstammenden Pratasier ein von keinem Staat behelligtes politisches Eigenleben führen. La, die Insel PrataS ist sogar einmal ein unabhängiges Königreich gewesen. An der Bildung dieser weltcntlegenon Mi- niaiurmonarchie waren eigentlich die Schwarzflaggen schuld. Die Dusel PrataS war nämlich noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, genau so wie. das nördöstlich gelegene Formosa, ein beliebter Schlupfwinkel chinesischer Seeräuber, die nicht nur die eingeborene Bevölkerung terrorisierten, sondern vor allem die englischen, französischen und chinesischen Kauffahrtsschiffe beunruhigten. Die Chinesen waren gegenüber diesen Piratenorganisationen machtlos, sofern einzelne ihrer. Behörden nicht gar mit ihnen unter einer Decke steckten, und die europäischen Mächte chatten— wegen des Krimkrieges und ähnlicher Dinge— andere Sorgen. • Die Schwarzslaggen von Praias sind denn auch nicht mit Hilfe staatlicher Machtmittel unschädlich gemacht worden/ sondern durch einen einfachen französischen Kaufmann aus Saigon, namens Raymond Lebrun. Dieser Lebrun war durch die Piraten, die zwei seiner Schiffe uusgepstindert hatten, um sein ganzes Vermögen gebracht worden. Er hatte also allen Grund, den Piraten Gram zu sein, und ihnen gegenüber Gleiches mit Gleichem zu pergelten. Er erwarb deshalb für den Rest seines Geldes einen alten Schoner, den er reichlich mit Waffen und Munition vollpsropftei und heuerte dann ein« Anzahl verwegener philippinischer Seeleute an, um mit dieser Kriegsmacht alsbald nach Pratas zu segeln. Die Piraten, die nie im Traum daran gedacht hatten, daß jemand wagen würde, sie in ihrem sichersten Schlupfwinkel anzugreifcn, waren derart„überrascht und entsetzt, daß. es Lebrun und seinen PhilippinoS gelang, sie mit geringen Verlusten schnell zu besiegen. . Die Leute von PrataS, die so von einem Tage zum andern von ihren Unterdrückern befreit waren, atmeten auf und boten dem Sieger Raymond Lebrun die Herrscherioürde ihrer Insel an. Der Kaüfnmnn.willigt««in» und-wurde unter großem Jubel als Raymond I. zum König von Pratas ausgerufen. Er hatte dabei gar kein schlechtes Geschäft gemacht, denn die Insel war reich an natürlichen Schätzen, und die philippinischen Seeleute, die bei dem frischgebackenen König blieben und sich rasch mit den chinesischen Ureinwohnern vermischten, konnten auf der Insel binnen kurzem einen recht lukrativen Küstenhandel ins Leben rufe». Der Reichtum der Insel Pratas begann aber erst, als die chinesische Regierung scharfe Maßnahmen gegen den Opiumhandel ergriff, denn nun wurde das Königreich Pratas, das ja unabhängig war und seine eigenen Gesetze hatte, schnell zum Mittelpunkt eines ausgedehnten Opiumschmuggels. So kam König Raymond allmählich aus seinen Geldsorgen heraus. Er widmete sich nun voll und ganz dem Wohl seiner„Untertanen". Der nach japanischer Art aus Holz gebaute Herr- schcrpalast erhielt einen Anbau, in dem die Behörden untergebracht wurden, denn König Ray- Druckerei:„Orbis". Druck-, Verlag»» und Zeitwigr-A.-G. Prag. sident Ma reelLebrun, Sohn eines französischen Vaters und einer philippinischen Mutter.' Er hat an den Traditionen seiner Vorgänger festgehalten, und sein stattliches Vermögen hat ihm die Möglichkeit gegeben, mehrere Amerika«, Australien- und Europa-Reisen zu unternehmen. Auch er, der mit seinem dunklen Teint und straffgescheitelten schwarzen Haar ganz wie ein Eingeborener der Philippinen aussieht, hat eine eingeboren« Frau geheiratet, so daß die Beherrscher der kleinen Jnselrepuülik Pratas in der vierten und fünften Generation kaum noch als Europäer zu betrachten sein werden. Dennoch bleibt die intereffante Tatsache bestehen, daß es einem kleinen französischen Kaufmann möglich wurde, Herrscher einer ostasiatischen Insel zu werden, und daß eS seinen Nachkommen infolge der glücklichen geographischen Lage dieses Eilandes— zwischen den Interessensphären der vier Großmächte Japan, China, England und.Amerika(Philippinen), abgesehen von Portugal(Mäcao) und Frankreich(Indochina)— gelungen ist, der von ihnen in patriarchalischester Art, wenn auch offiziell mit einer modernen, europäischen Verfassung, regierten In« selrepublil Pratas bis zum heutigen Tage trotz aller chinesischen Wirren ihre staatliche Unabhängigkeit zu bewahren. E. W. die Laaeräume zu füllen. Die Ware, die sie einlagerten, war sehr billig— sie kostete gar nichts. ES war nämlich Ware aus de» Lagern ihres derweilen„im Kühlen" fitzenden Chefs. Als die Plünderung entdeckt wurde, ergab die Inventur, daß allerlei Metallwacen im Werte von 27.759 Kd um die Ecke gebracht worden waren. Die Brüder SladkuS wurden' wegen Veruntreuung und Diebstahls angellagt und zugleich kamen einige'ihrer Untergebenen in den Verdacht der Mittäterschaft, weil. sie-, bei.besagter Uebersiedlung der gestohlenen. Sachen tätig, gewesen waren. ES ergab sich indessen, daß die meisten von ihnen in gutem Glauben bloß'die Aufträge'des Herrn. Magazineurs ausgeführtLatten,.ohne von den Diebereien eine Ahnung zu haben. Lediglich der 61jährige Chauffeur An t o n L i S t a vermochte sich von dem Verdachte nicht zu reinigen. Er hat nicht nur beim Transport geholfen/ sondern auch verschiedene Stücke unter der Hand verkauft und Belohnungen dafür erhalten. . Das Gericht verurteilte Emil SladkuS zu. einem Jahr und seinen Bruder Bohumil.zu neun Monaten schweren Kerkers,, beide unbedingt. Der mitschuldige Chauffeur erhielt sechs Monate, doch räumte diesem das Gericht eine dreijährige BoiväihrungSfrift ein. skä 56-11 lObmann Buchrevisor Winternitz) organisiert. Diejenigen Rückwanderer, welche noch nicht gemeldet sind, wolle» dies umgchcndit schriftlich nachholen, damit eine einheitliche Aktion ermöglicht wird. Am 26. August um 7 Uhr im kleinen Saal der Urania(Klimentskä) findet eine Berawng der Repatrianten statt. Neue AutobuSverbindung. Die Prager Stadt- zirke Karlin und Zijkov streben schon seit längerer Zeit eine messcre Verbindung mit der Umgebung des Olschancr Friedhofes an. Dieser Forderung gedenken die Prager elektrischen Unternehmungen dadurch zu entsprechen, daß von Neu-Karlin eine AutobuSverbindung zur Hrab o v ka führen-wird, von wo aus die Autobuslinie„M" ganz Ziflov durchläuft. Sie hat Anschluß an die Strecke/ die von dort um den neuen Frachtenbahnhof zur Fochova in Prag XII führt und sich ohne Schwierigkeit zum Lobkowicz-Platz verlängern läßt. Dort-mündet von der anderen Seite die Verbindung der Streck«„A" ein. die von der Ruskä trida in Brsovice über das nicht verbaute Viertel gegen den Stadtteil Midanky verkehrt. AuSflugSzüg« der CSD: Nach Karlsbad, zum 21tägigen Kuraufenthalt für Kd 1110.—, nach Ma- rienbad für Kd. 1100, nach JoachimSthat für Kd 1180.—, nach Lubochtia für Kd 080.— und zu einem lltägigem Aufenthalt in Johannirbad für. Kd 630. Informationen und Anmeldungen im AuS- flugszugreferat im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 88885. ein russmmensestolilene» Warenlager Prag,(rb) Die Inhaber einer Malefchitzer Metallfirma Dr. Viktor und Dr. Stephan Haas hatten im Herbst 1088 etliche Unstimmigkeiten mit der Steuerbehörde. Er erschien eine Kommission, prüfte mit peinlicher Genauigkeit di« Handelsbücher und da" Ende vom Liede war, daß Wer die genannten Herrn die Gefällshaft verhängt wurde. Was weiter mit ihnen geschah, wißen wir nicht und es spielt auch keine Rolle in diesem gestern vor dem Strak- senat Waldmann verhandelten Prozeß, dessen Hauptpersonen die bei der erwähnten Firma angestellten' Brüder Emil und B o h u m i I SladkuS waren, neben denen noch zwei weitere Angestellte und deren Frauen auf der Anklage- bank saßen. Der 88jährige Emil SladkuS war Magazineur und angeblich auch Teilhaber der Metallfirma. Auch sein um fünf Jahre jüngerer Bruder bekleidete in diesem Unternehmen eine Vertrauensstellung. Als nun die beiden Inhaber auf so plötzliche Art und für unbestimmte Dauer aus ihrem Chefkontor verschwanden, begannen die Brüder SladkuS Betrachtungen darüber anzustellen, daß die Firma vielleicht nicht auf den festesten Füßen stehe, und daß es nicht schlecht wäre, sich selbständig zu machen. Sie entschlossen sich schnell und mieteten auch sofort ein leerstehendes Ma-azin als Grundlage ihrer künftigen Geschäftes. Und unverzüglich gingen, sie daran. Auch Prag tritt in die Reihe jener Großstädte ein, die das Modernste des Modernen, eine große allgemeine Luftschutzübung, ihren Bewohnern bescheren. DaS ist unvermeidlich geworden, ein Pazifismus, der vor der Wirklichkeit die Augen schlöße und es verabsänmte, die Bevölkerung auf eine hoffentlich nie eintretende, aber doch im Bereiche der Möglichkeit liegende Gefahr vorzubereiten, wäre nicht nur lächerlich, sondern gefährlich. Da eS nun einmal, dank dem technischen Fortschritt, den Luftkrieg gibt, muß die Bevölkerung lernen, sich vor ihm einigermaßen zu Witzen. Der Vrager Luftschubverband wird gemeinsam mit den Militärbehörden zu Beginn deS Oktober eine große Luft- schutzübung durchführen. Bei einem nächtlichen Luftangriff auf Prag soll erprobt werden, in wie kurzer Zeit und in welcher Vollkommenheit Prag verdunkelt lvcrden kann.— Wir werden also zu ahnen vermögen, was, falls sie sich einmal ganz austoben könnte, die neue Zett eigentlich wäre. Di« tschechoslowakischen Rückwanderer(Repatrianten) Haden sich als Sektion der Liga für Kultur- und Wirtschafts-Förderung, Prgg.1l, Kliment- Frau Else: Und sie sind lauter Juden? Herr Bondy: Wer? Frau Else: Die Bolschewiken. Herr Bondy: Lauter nicht, aber drunter. Frau Else:'Und,die anderen auch? Herr Bondy: Ich glaub nein, Frau Else: Dann sind sie Antisemiten? Herr Bondy: Kann man sich wundern, wo bei Bolschewiken Juden sind? Frau Else: Und wenn sie siegen? Herr Bondy: Wer? 'Frau Else: Die Antisemiten. Herr Bondy: Wird' die Kultur erhalten und man wird wieder ruhiger schlafen können. Frau Else: JaI Aber... Herr Bondy Was? Frau Else: Die Juden... Herr Bondy:...werben büßen müssen weil st« sich mit den Bolschewiken eingelassen haben,' Frau Else: Also ist's schlecht für uns Juden, wenn die Antisemiten siegen? f Herr Bondy: Nein, gut!-' '' Frau Else: Wieso? Herr Bondy:^DaS verstehst du nicht!'ES geht um höhere Dinge? Was versteht schon ein- Frau davon? Dein Vater— Gott hab' ihn selig— hat auch immer gesagt:„Besser ein großes Pogrom als eine kleine Vermögensenteignung." D" hast die „Bohemia". Es wird Zeit daß ich in di«. Bank komm/.