Nr. 135. Abonnements- Bedingungen: 5 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft BeitungsPreisliste für 1899 unter Dr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für bas übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. getle oder beren Raum 40 fg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Amt I, r. 1508. Telegramm Adresse: " Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Denkschrifts- Ehrlichkeit. An die National- Zeitung". # " Dienstag, den 13. Juni 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Politische Webersicht. Berlin, den 12. Juni. Der Reichstag Der Betriebsinhaber sah sich auf das Verlangen der organi- im Zuchthausgesetze, versprochenen Gleichmäßigkeit und den fierten Arbeiter alsbald zur Entlassung des V. genötigt. Ausführungen der Denkschrift, einem Widerspruche, der ihr entWie stand es nun damit? Unmittelbar nach der gangen zu sein scheint. Schlägerei ging V. zum Arbeitgeber und denunzierte den L., Wir haben bereits wiederholt die Unzuverlässigkeit der den er selbst verprügelt hatte als Störenfried, worauf der Angaben der Denkschrift" beleuchtet. Wir sind dazu ge- Meister diesen ohne weitere Untersuchung des Falls entließ. nötigt, weil die übertriebenen und einseitigen Darstellungen V. rühmte sich höhnisch seines Erfolges und erklärte, daß er schon ihre Wirkung zu äußern beginnen, und zum Beipiel nun endlich seinen Willen erreicht und 2. hinaus gebracht die National Zeitung", die dem Zuchthausgesetz in manchen habe. Darüber waren die anderen Arbeiter allerdings empört, hat jetzt nur noch das eine Bestreben: das ihm auferlegte Bunkten entgegentritt, sich zu zwei langen Artikeln über die denn sie sahen in W.'s Vorgehen einen heimtückischen Arbeitspensum möglichst rasch zu erledigen. An lange, einNotwendigkeit begeistert hat, dem Zwang der organisierten De nunziantenstreich. Sie stellten deshalb dem Arbeit gehende Debatten ist dabei nicht zu denken. Nur furze ZuArbeiter gegen Unternehmer und Kollegen durch neue Geseze geber vor, wenn 2. der Schlägerei wegen entlassen worden sammenstöße, die allerdings auch heftig sein können, wie wir entgegenzutreten. Dabei spielt eine Erzählung aus der Dent sei, so müßte V. erst recht entlassen werden, sie wollten nicht mehr heute wieder gesehen haben, wo im übrigen die schrift eine große Rolle, die wir zufällig in der Lage sind, mit ihm zusammenarbeiten. Der Meister gab nach und entließ den umfangreiche Tagesordnung glatt, prompt und mit an der Hand der Akten Wort für Wort kontrollieren V. Auch hier wieder unterdrückt also die Denkschrift affenartiger Geschwindigkeit zu Ende gebracht ward. zu können. den wahren Sachverhalt. Sie verschweigt, daß die Arbeiter Nur am Schluß der Tagesordnung vor den Ferien- vielleicht Die Denkschrift erzählt( S. 27) folgende Geschichte: V.3 Entlassung erst verlangten, nachdem dieser in gehässiger schon in den letzten Tagen dieser Woche wird die ZuchthausUnter welchen Verfolgungen bis zur Vernichtung ihrer wirt- Weise einen anderen Arbeiter brotlos gemacht vorlage noch eine Debatte im größeren Stil veranlassen. schaftlichen Existenz solche Arbeiter zu leiden haben, die aus der oder, um mit der Denkschrift zu reden, seine Existenz Und dann wird es vermutlich bloß Monologe absetzen, da Organisation ausgeschieden sind, mußte ein Weißgerbergeselle V. zu vernichten" gesucht hatte und daß auch diese ganze das Haus sich durchaus nicht mehr erhizen will. zu Osterwied erfahren. Dieser Mann, der in einer Glacéleder- Aktion mit dem Gewerkschaftswesen nicht das geringste zu Die zwei ersten Punkte der Tagesordnung waren nicht Fabrit zu Osterwied beschäftigt wurde und als ruhiger, fleißiger thun hatte. geeignet, irgend Debatten zu veranlassen. Der dritte PunktArbeiter bezeichnet wird, hatte seinen Austritt aus dem Verbande Richtig ist freilich wieder die Thatsache, daß auch die zweite Lesung des Nachtragsetats enthielt allerdings Zündder Lederarbeiter Deutschlands genommen, weil ihm die Bestim- Arbeiter in anderen Lederfabriken sich demnächst weigerten, mit stoff in Menge, doch man ließ ihn unberührt. Schon die mungen dieses, rein socialdemokratischen Bestrebungen huldigenden B. zusammenzuarbeiten. Man hat sich die größte Mühe gegeben, schwache Besetzung des Hauses, in dem keine hundert Ab Bereins nicht zusagten. Hierdurch hatte er sich den Haß seiner darin eine socialdemokratische Verfolgung" nachzuweisen, aber geordnete anwesend waren, so daß jeden Augenblick das Mitarbeiter zugezogen; es tam zu Beleidigungen sowie zu Thätlichkeiten und der Betriebsinhaber fab sich auf das Ver- irgend etwas positives ist dabei nicht herausgekommen. Die in dem Damoklesschwert der Beschlußunfähigkeit herabfallen konnte, langen der organisierten Arbeiter alsbald zur Entlassung des W. Prozeß gegen L. vernommenen Zeugen haben es entschieden schloß eine ernsthafte größere Debatte aus. Aber ein kurzer genötigt. Dieser fand zwar in einer anderen Osterwieder bestritten, daß gewerkschaftliche oder politische Einflüsse zu Gewittersturm wurde heraufbeschworen durch den Grafen PosaHandschuhfabrik wieder Beschäftigung, aber hier erschien schon am Grunde gelegen hätten. dowsky, der sein Fehlen auf dem Bauarbeitertongreß, zweiten Tage nach seinem Arbeitsantritt eine Abordnung von Ar- V. stand in feinem guten Rufe bei den Arbeitern, denn der dem Arbeiterschutz, speciell der Verhütung von Unfällen beitern bei dem Besizer und gab ihm zu verstehen, daß sie die dieser besonders nüzliche" Mitbürger, von dem die Dent- gewidmet war, in möglichst ungeschickter Weise zu begründen Arbeit niederlegen würden, falls er den V. behielte. Infolge schrift hervorhebt, daß er„ verheiratet und Vater eines Kindes versuchte. Er hätte nicht unter der roten Fahne und anderen dessen wurde V., der verheiratet und Vater eines Kindes ist, auch ist", hatte seine Frau an einem anderen Orte zurückgelassen revolutionären Abzeichen fizzen können! Von Bebel und hier entlassen. Er suchte hierauf notgedrungen als Handlanger bei einem Maurermeister Arbeit, aber auch dorthin verfolgte ihn der und hatte sich, wie ein Zeuge befundete, in Osterwieck als Stadthagen in die Enge getrieben und über das Wesen Haß der organisierten Arbeiter. Das Schreiben, in dem der unverheiratet ausgegeben. Es ist bekannt, daß man in Arbeiter und die Bedeutung der roten Farbe und Fahne belehrt, beeine der Fabrikbefizer dem von ihm wegen seiner Tüchtigkeit ge- freisen in diesem Punkte etwas empfindlich fühlt. ging Graf Bosadowsky, um seine erste Ungeschicklichkeit zu verschätzten B. die Entlassung mitteilt, mag im Wortlaute hier Im übrigen war das Motiv, das die Leute veranlaßte, bessern, eine zweite weit tattlosere, indem er erklärte, ein folgen: nicht mit V. zusammenarbeiten zu wollen, außer ihrem Ge- königlich preußischer Beamter könne nicht in Gesellschaft von Osterwied, den 12. Dezember 1897. Herrn Aug. V. hier. Teile Ihnen hierdurch mit, daß ich ebenfalls machen, wie mit 2; er hatte sich übrigens auch, wie schuldig zu machen. rechtigkeitsgefühl offenbar die Besorgnis, es könnte mit ihnen Republikanern sein, ohne sich eines Meineids und Verrats Was sind nun die hohen Beamten, gezwungen bin, Sie zu entlassen; gestern abend nach dem Lohnauszahlen tamen sämtliche Mann und erklärten mir, keine sein früherer Vermieter bekundet hat, geäußert, daß er noch welche Deutschland bei den Republiken Frankreich, Schweiz, Stunde Montag zu arbeiten, wenn ich bis 8 Uhr mich nicht mehrere rausbringen wollte. In der einen der Amerika vertreten? was sind die hohen und erklärt hätte, Sie zu entlaffen. Es ist für mich kein anderer Werkstätten, wo die Arbeiter V.s Wiederentlassung durch höchsten Herrschaften, die auf die französischen und ameriAusweg; wie Sie wissen, habe ich eine Unmasse rohe Felle setten, kam noch dazu, daß ohnehin wenig zu thun war, und fanischen Gesandtschaften zu Festmahlen und sonstigen Festund käme dadurch in die größte Verlegenheit; ich kann nicht daß seine Einstellung den Accordverdienst jedes der übrigen lichkeiten sich begeben? Armer Posadowsky! anders. Da können Sie sehen, was man als Fabrikant ist. Lederzurichter um wöchentlich 3 M. geschmälert haben würde. Bebel erinnerte ihn ironisch an die Gefahren, denen er Hochachtend N. N." Auch dies alles verschweigt die Denkschrift, in Graf Posadowsky- und seine Kollegen in der Regierung die Das klingt ungemein schauerlich, aber es ist, wie wir er ihrem Bestreben, einen fürchterlichen Terrorismus der organi- armen Schußmänner aussetten, die in jede socialflären müssen, die denkbar tendenziöseste Dar fierten Arbeiter nachzuweisen. demokratische Versammlung und unter den giftigen Schatten stellung, die einseitig die Angaben eines von Rachegefühlen erfüllten Menschen wiedergiebt, diese sogar noch nicht einmal vollständig, und die alles unterbrüdt, was geeignet sein könnte, den beabsichtigten Schlußeffekt abzufchwächen. " aus" Und 13 Wenn aber wirklich, was garnicht feststeht, sich die organi- des roten Tuchs kommandiert werden. Genosse Ho ch benutzte fierten Arbeiter als solche zusammengetan häten, um unter die Gelegenheit, um nachzuweisen, wie schlecht die Regierung diesen Umständen die Entlassung des V. zu erzwingen, so be- über die Vorkommnisse in der Arbeiterwelt unterrichtet ist greifen wir nicht, was darin Unrechtes liegen soll. Hat nicht ein Mangel, der in der Denkschrift zum Zuchthausgesetz wahrjeder das Recht, das Zufammenarbeiten mit einem Gesellen haft grotest zum Ausdruck gekommen sei. Zunächst war die Differenz des Weißgerbers V. mit dem zu vermeiden, der den Beweis geliefert hat, daß er durch Das Gewitter war bald vorüber und da Fürst v. Hohen Verband der Lederarbeiter anders, als die Denkschrift darstellt. Unverträglichkeit und durch Denunziationen eine Gefahr für seine lohe mittlerweile als Friedensengel in den überraschten ReichsB. hatte, während er Mitglied dieser Organisation war, ver- Kollegen bildet? Und wäre es nicht weit rücksichtsloser gegen die tag eingetreten war, so wußte jedermann, daß keine Gefahr sucht in Osterwiec einen Gegenverein zu gründen und Arbeitgeber gewesen, wenn alle die Arbeit niedergelegt hätten, mehr vorhanden und nichts Ernstes mehr zu befürchten. hatte dafür durch Verbreitung unbegründeter Behauptungen als daß sie ihnen durch vorherige Ankündigung die Gelegen- Der Nachtrag zum Postet at führte noch zu einem über die Leitung der Organisation zu wirken gesucht. Des- heit gaben, den Störenfried zu beseitigen und das gute Ein- furzen Geplänkel. Der Nachtragsetat wurde mit allen Stimmen halb war er aus dem Verbande ausgeschlossen worden, bernehmen mit ihren Gehilfen aufrecht zu erhalten? gegen die der Socialdemokraten bewilligt. wie das in jedem Verein unter solchen Umständen geschehen Freilich wurde auf diese Art ein 3wang" ausgeübt, Den vierten und letzten Punkt der Tagesordnung( zweite wäre. Es war offenbar seine Absicht, diesem Ausschlusse sowohl gegen die Unternehmer als gegen V., aber üben die Lesung des Hypothekenbank Gesetzes) erledigte man mit zuborzukommen, als er, zur Erklärung über seine Behauptungen Arbeitgeber einen solchen Zwang nicht täglich gegen Acclamation. Das Haus hat Eile. aufgefordert, seinen Austritt nahm. Arbeiter und andere Arbeitgeber aus? Die„ National- Morgen: Invalidenfonds- Gesetz und Invaliden. Dies war aber keineswegs der Grund zu dem Vorgehen Zeitung", die den Fall aus Osterwiec benutzt, um über versicherungs- Gesez. der Kollegen gegen V., wie schon daraus hervorgeht, daß sie die„ Einschränkung der individuellen Freiheit" zu jammern, seitdem noch lange Zeit mit ihm zusammenarbeiteten, ohne ist wenigstens so tonsequent, zuzugestehen, daß auch Baden in der Denkschrift. beim Arbeitgeber einen Versuch zu machen, seine Entlassung manches Kampfmittel, das die Unternehmer Karlsruhe, 10. Juni. herbeizuführen. Dies geschah vielmehr erst infolge weiterer gebildet haben, unter Strafe gestellt werden müßte, wenn Die Posadowskysche Denkschrift" ist im Vorwärts" an der Vorgänge. man den Arbeitern diesen Zwang verböte. Aber was soll Hand des Beispiels vom Torgelower Metallarbeiterstreits bereits V., dieser ruhige" Arbeiter, hatte einen Haß auf seinen man zum Standpunkt der Regierung sagen, die den Arbeit auf ihre Beweiskraft und Wahrheitsliebe geprüft worden. Das Mitarbeiter, den Weißgerber L. und sprach, wie durch mehrere gebern das Recht auf schwarze Listen und Aus- Resultat dieser Gegenüberstellung von Dichtung und Wahrheit ist Zeugen bewiesen wurde, häufig den Wunsch aus, diesen aus sperrungen aller organisierten Arbeiter ausdrücklich für die Scharfmacher allerdings wenig erfreulich. Ebenso unhaltbar der Werkstatt hinauszubringen. Eines Tages war dem 2., garantiert, und die, allem Gerede von Gleich aber wie jene Behauptungen des amtlichen Musterwertes erweisen sich der öfter von Mitarbeitern gefoppt wurde, seine Müze ab- stellung der Arbeiter und Unternehmer zum Troy, in auch die Angaben, die dasselbe über die Arbeitskämpfe der letzten Jahre im Großherzogtum Baden enthält. Die famose Denkschrift handen gekommen, er schimpfte darüber, und V. bezog dies ihrer Denkschrift einen Fall als ganz besonders sagt darüber u. a.: - wie die Mitarbeiter meinen, ohne jeden Grund entsetzlich hinstellt, der, wenn§ 4 Nr. 3 des Zuchthausgefeßes auf sich. Der ruhige" V. war es, der die Schlägerei wirklich gleichmäßig für beide Parteien angewendet mit dem ihm berhaßten 2. anfing, niederwarf und auf ihm würde, auch nach diesem Geseze straffrei bleiben Eniete, bis andere ihn wegriffen. müßte? Es sei bemerkt, daß der geprügelte 2. später angeklagt Wir sind geneigt, darin nicht bloß ein 3eichen Dieser Niederschlag der amtlichen Feststellungen" im Gehirn des wurde und daß der Staatsanwalt drei Monate Gefängnis der Nachlässigkeit zu sehen, mit der der Entwurf ge- Verfassers der Deutschrift befagt so ziemlich das Gegenteil von dem, gegen ihn beantragte, daß das Gericht ihn aber freisprach, arbeitet ist, sondern einen Ausfluß dergrundsätzlichen für das Jahr 1898 im Großherzogtum Baden ganze drei Fälle was Wahrheit und Wirklichkeit ist. Die amtliche Streitstatistik führt weil er bei der Schlägerei in Notwehr gewesen sei. Auffassung der Regierungsmänner, denen bon Arbeitseinstellungen auf, die sämtlich ohne irgend welche AusDas alles hätte der Gewährsmann der Denkschrift bei alles verwerflich erscheint, was die Arbeiter in ihrem schreitungen der Arbeiter verlaufen sind und auch keinerlei polizeiobjektiver Behandlung des Falles feststellen können, er geht Intereffe unternehmen. Würde das Zuchthausgefeß an- liches oder gerichtliches Einschreiten nötig gemacht haben. aber über diese ganze Vorgeschichte hinweg mit den Worten: genommen, so wäre die Konsequenz, daß die schwarzen Listen Wenn es überhaupt eine amtliche Behörde im Lande giebt, ,, es tam zu Beleidigungen und Thätlichkeiten", er verschweigt, und die Drohungen der Unternehmerschaft straflos bleiben; die über die einschlägigen Fragen eine erschöpfende und zuverlässige wer die Thätlichkeiten erregt habe und erweckt so den An- Arbeiter aber würde man trot dem Wortlaute des Gesetzes schein, als ob die Verfolgungssucht der organisierten Arbeiter in gleichen Fällen verurteilen, weil ja aus der Denkschrift daran schuld gewesen sei, während in Wahrheit die Schlägerei ganz deutlich hervorginge, daß man solchen Zwang gerade nicht den geringsten Zusammenhang mit der Verbandsfrage strafbar machen wollte. gehabt hatte. Von der Loyalität der„ National- Zeitung" erwarten wir, Die Sache kommt aber noch besser. Die Denkschrift daß sie sowohl von unserer thatsächlichen Richtigstellung des Falles Notiz nimmt, wie von der Inkongruenz zwischen der fährt fort: " In Baden wurde festgestellt, daß der Streit terrorismus neuerdings stetig wachse und der bisherige Schuh der Arbeitswilligen nicht aus. reichend sei." Auskunft erteilen fann, so ist es gewiß das Fabrik, inipettorat, dessen Leitung in Baden in den. Händen eines Ruf eines gründlichen Kenners der Arbeiterverhältnisse und eines Mannes liegt, der weit über die Grenzen des Landes hinaus den außergewöhnlich umsichtigen und pflichteifrigen Beamten genießt. und wie urteilt dieser Beamte, Herr Ober- Regierungsrat Wöris hoffer, nun über das Auftreten und die Wirksamkeit der leitenden und agitatorisch thätigen Kräfte in der Arbeiterbewegung und über ammen: " die Notwendigkeit eines erhöhten Schutzes der Arbeitswilligen? In Das fächfische ,, Juwel". Bekanntlich ist in Sachsen feit| sondern es sind ständige Listen; neu zugehende Wahlberechtigte feinem amtlichen Bericht über das Jahr 1897 lesen wir( S. 66 u. 67) der Zeit, wo man hier die ueue famose Bestimmung in das Vereins- werden alle sechs Monate nachgetragen und die Abgängigen ges hierüber unter anderem das folgende: gesetz hineingebracht hat, daß Minderjährige an politi- strichen. Man kann sich denken, wie diese Wählerlisten aussehen und In der Arbeiterbewegung traten seitens der Leiter von Ver- fchen Versammlungen nicht teilnehmen dürfen, die Frage: chen Versammlungen nicht teilnehmen dürfen, die Frage: was daß auch dabei wieder die wechselnde Bevölkerung, die Arbeiterklasse, sammlungen und der Redner mehrfach erfreuliche Anzeichen ist politisch?" ganz besonders aktuell geworden. Behörden und am schlechtesten fährt. Dazu noch die Ausschließungshervor. Es wurde nicht nur jedes leidenschaftliche, Gerichte haben dem Begriff der politischen Angelegenheiten eine solche gründe, wie: Bezug von Armenunterstützung im der Wahl vorturbulente Vorgehen vermieden, da hierfür bei den Auslegung gegeben, daß den jungen Leuten unter 21 Jahren hergehenden Jahre 2c. Besuchern der Versammlungen nicht die geringste Stimmung vor das Versammlungsrecht in öffentlichen Dingen durchaus Natürlich stellt unsere Partei die Erringung eines vernünftigen handen zu sein schien, sondern es wurde auch bei Besprechung genommen ist. Wahlrechtes bei der Agitation in den Vordergrund. Heiß dürfte der aufzustellender Arbeitsbedingungen besonders zur Nüchternheit Eine rein gewertschaftliche Versammlung der Metall- Wahlkampf in München und Nürnberg werden. In München und Besonnenheit ermahnt für den Fall, daß ein Ausstand arbeiter in Dresden behandelte als ersten Punkt der Tagesordnung werden die Liberalen sich mit dem Centrum verbinden, um uns den unvermeidlich sein sollte. Es wurde ferner darauf hingewiesen, einen an sich ohne Zweifel nichtpolitischen Vortrag. Die Ver- Siz streitig zu machen. Zwar wird das Bündnis offiziell gelenguet, daß der Arbeiter durch sein Verhalten ein gutes fammlung wurde auch ohne diesbezügliche Intervention des über- was aber nicht ausschließt, daß die Parteien den Kuhhandel in den Beispiel geben und auch die Achtung der Gegner erwerben müsse, wachenden Beamten glatt erledigt. Hintennach bekam aber einzelnen Bezirken abschließen. In Nürnberg haben die Konservativen dann gerathe er auch in feinen Konflikt mit der Vorsitzende jener Versammlung einen auf 20 Mart alle bürgerlichen Parteien gegen die Socialdemokratie auf die Schanze den Arbeitgebern und Behörden. Besonnenheit sei lautenden Strafbefehl, weil der Vortrag in einzelnen gerufen. Die Freifinnigen haben offiziell abgelehnt, jest will man den Arbeitern nötig, weil sie nur dann darauf rechnen tönnten, eilen politisch gewesen sein foll und der Vorsitzende während es mit einem unparteiischen Komitee" versuchen. Außer München mit ihren Forderungen durchzubringen." dem die Minderjährigen nicht hinausgewiesen hat. Schöffen- und und Nürnberg tommt unsere Partei noch ernstlich in Betracht in So also charakterisiert ein hoher Staatsbeamter die Thätigkeit Landgericht bestätigten die Strafe, und das Oberlandesgericht Fürth Erlangen und einem pfälzischen Kreise. Jedender Aufwiegler" und" Heger", gegen die man nach der Ansicht hat jetzt eine gegen dieses Urteil eingelegte Revision verworfen. falls darf man auf den Wahlausgang sehr gespannt sein. derer um Posadowsky mit Zuchthausstrafen vorgehen muß! Nicht und zwar aus folgenden Gründen: Ein feinem allgemeinen Inhalt Ans Baden.( Eig. Ber.) Eine seltsame Garnisonsstadt über die Gefeßesberlegungen der Arbeiter, nach zwar nicht politischer Vortrag ist denn doch als politisch ist Offenburg, der langjährige Erscheinungsort des„ Volksfreund" sondern über die hundertfältigen Gesetzesübertretungen der anzusehen, wenn einzelne Stellen desselben politischer und frühere Siz der socialdemokratischen Landesorganisation. Mit Arbeitgeber beklagt sich der badische Fabrikinspektor, indem er Natur find. Der Beamte ist nicht verpflichtet, den Einverständnis des Regiments Kommandeurs wurde auch der legte dabei bedauert, daß die Gerichte die legteren nicht Vorsitzenden eventuell nach der Richtung hin aufmerksam zu und einzige militärische Wirtschaftsboytott, der vor Erschärfer anfassen:„ Diese Strafen," meint er, sind so lächer machen usw. lich gering, daß der Bestrafte sie gewissermaßen als eine Prämie Es bedarf feines besonderen Hinweises darauf, daß diese Entrichtung der Garnison für die durchziehenden Truppen auf Betreiben der staatlichen Verwaltungsbehörde ein Jahrzehnt hindurch für Gesetzesübertretungen betrachtet." An einer andern Stelle scheidung einer Strangulation des Versammlungsrechts Minder- bestand, aufgehoben. Die in der Stadt genügend vorfagt Herr Wörishoffer, die Arbeiterbewegung sei von den Ver- jähriger bezüglich der Vertretung ihrer Berufsinteressen gleichkommt. handenen Wirtschafts- Lokalitäten stehen zu socialdemokratischen sammlungsrednern stets nur untern dem Gesichtspunkt der Findigen Beamten wird es sehr leicht sein, jeden Vortrag 2c. Wolfsversammlungen zur Disposition und die Militärbehörde verfulturellen Sebung der Arbeiterklasse behandelt auf Grund einzelner Stellen" als politischen zu inter- bietet jeweils im speciellen Falle und nur während der Dauer worden, und faßt seine Meinung von den Angaben und der Be- pretieren. deutung der modernen Arbeiterbewegung dann in die Worte zusolcher Veranstaltungen den Soldaten den Besuch der betreffenden Leipzig, 11. Juni. Das„ Leipziger Tageblatt" meldet: An Lokalität. So auch bei den regelmäßigen Monatsversammlungen " Es hängt nicht nur der Fortschritt der gesamten Kultur von stelle Hamms wurde Reichs- Gerichtsrat Dr. Justus Olshausen des Wahlvereins. Wird der Bestand des Großherzogtums dadurch nicht in Gefahr dem Fortschritt der immer zahlreicher werdenden Arbeiterklasse ab. zum Ober- Reichsanwalt ernannt. Auch die letztere kann die möglichen und wünschenwerten Fort Von der Ausweisungspraxis in Sachsen. Der aus Sachfen geraten? schritte nicht machen, wenn sie nicht fortwährend an ihrer allseitigen ausgewiesene Former Johann Hofmeister aus Brüd in Vervollkommnung arbeitet und wenn sie nicht im Zusammenhang De streich, der sich wegen feiner Teilnahme an der Maifeier Nun auch die Regierung des badischen Musterstaates ihr placet bleibt mit der gesamten Stulturentwidelung. Jede Loslösung der unliebsam" gemacht hatte, ist am Freitag, den 9. d. M. früh, von zur Einbringung der Buchthaus vorlage gegeben, beginnt int Bestrebungen der Arbeiterklasse aus diesem Zusammenhang und der Polizei verhaftet und später zwangsweise mit badischen Lande für die wohlgezogenen, zufriedenen Arbeiter der jede gewaltsame Isolierung der Arbeiter muß der Bahn fortgeschafft worden. Das Ausweisungsdekret des Großindustrie wieder die selige Zeit, da das proletarische Bedaher diesen Prozeß stören." Hofmeister lautete auf den 9. Juni. Hofmeister beabsichtigte am barrungsvermögen nach glänzend bestandener Probe mit einem Das lautet nun freilich ganz anders als das, was die Dent- Abend abzureisen. Seine Kollegen wollten ihm noch eine Abschieds. Orden pour le mérite ausgezeichnet wird. Die Großherzogin schrift über den„ Streifterrorismus" in Baden feststellt". Wenn feier geben, worin wohl die Polizei den Grund zum Einschreiten von Baden hat bekanntlich einen Orden geſtiftet: Das Arfreilich die Arbeiterklasse unter allen Umständen gefnebelt werden fand. Sofmeister wurde erklärt, daß Demonstrationen und Unruhen beiterinnen Kreuz, mit welchem die Busen derjenigen Jubilare dekoriert werden, bei welchen nach soll, dan kommt es auf ein bißchen mehr oder weniger Beugung zu erwarten seien, weshalb es besser sei, er verlasse Leipzig früher weiblichen der Wahrheit in der Denkschrift schließlich auch nicht mehr an. als er es nach dem Ausweifungsbetret nötig habe. 30jähriger Arbeitszeit in demselben Betriebe Es geht doch nichts über die Gemütlichkeit" des lieben Sachsen- die ftipulierten anderen Voraussetzungen zutreffen: gute Leumundsund Arbeitszeugnisse, welche die Leiter der industriellen AnAus Elfah- Lothringen, 9. Juni.( Eig. Ber.) Dem Landes. lagen mit der Einreichung der Anträge beim großherzogl. Bezirksamit jeweils bis zum 1. August vorzulegen haben. Es bestehen schon Zuchthausvorlage im Landtag von Württemberg. Der ausschuß ist soeben ein von 28 Mitgliedern unterzeichneter Antrag einige Trägerinnen dieses Ordens und es wäre eine dankbare Anfwürttembergische Ministerpräsident Mittnacht erflärte in zugegangen, durch welchen die Regierung ersucht werden soll, dahin gabe der Statistit, festzustellen, wie jeweils das Verhältnis der der württembergischen Stammer auf eine Interpellation unseres zu wirken, daß die gemeinhin unter dem Begriff des Diktatur Seforierten zur Zahl der vor 30 Jahren in den Dienst der Industrie Barteigenoffen loß, die Regierung fei gegenwärtig nicht in paragraphen zusammengefaßten Bestimmungen der Gesetze getretenen Arbeiterinnen sich gestaltet. Die physische und geistige der Lage, über die Verhandlungen des Bundesrats betreffs der vom 30. Dezember 1871 und vom 4. Juli 1879 aufgehoben Gesundheit der industriellen Arbeitsbienen wird durch das„ Kreuz", sogenannten Zuchthausvorlage Auskunft zu geben, und werde ihre und damit die bisher dem taiferlichen Statthalter zustehenden das sie- wie man bei uns fagt im Leben auszustehen Stellungnahme später bekannt geben. ,, außerordentlichen Gewalten" außer Kraft gesetzt werden. Der haben, so rasch gekreuzigt, daß die dekorierten Ausnahmen Warum so ausweichend? Fürchtet man durch eine Debatte Antrag ist von der reichsländischen Boltsvertretung bereits seit vielen nur die Regel vom kapitalistischen Frauenmord bestätigen werden. im Württemberger Barlament die Zuchthausvorlage schwer zu Jahren einstimmig zum Beschluß erhoben worden und hat auch im Vor einigen Tagen wurde der Geheime Kommerzienrat Arupp schädigen, ehe sie noch im Reichstag zur Beratung gelangt? Oder Reichstag im Verlaufe des letzten Jahrzehntes eine stets wachsende aus dem Kanonenkönigreich zum Ordensritter des badischen hat Württemberg gegen die Vorlage gestimmt und will nur aus Mehrheit gefunden; der Bundesrat allein jetzte seiner Durchführung Bähringer Löwen geschlagen; er erhielt das Großkreuz. Jeden Courteoisie ihre von der Bundesrats- Mehrheit autorisierte Meinung bisher einen hartnäckigen Widerstand entgegen. Ob seine Stellung falls das Streuz ber Arbeitgeber, für dessen Erwerbung uns die nicht bekannt geben? nahme dieses Mal eine andere sein wird, ist mehr als fraglich. Mit Sicherheit darf anDas Zuchthausgesetz scheint die Polizei allerorts in eine Jedenfalls aber darf die Vertretung des Volkes im Landesausschus Erwerbsbedingungen nicht bekannt find. spiele mitzuteilen in der Lage waren. Heut können wir die Liste um immer wieder darauf hinzuweisen, daß die Bevölkerung Elsaß seinen Wirkungstreis zu verlassen bezw. andere zur gemeinsamen nervöse Erregung versezt zu haben, von der wir bereits einige Bei- und Reichstag sich dadurch nicht abhalten lassen, immer und genommen werden, daß Herr Krupp niemals den sündhaften Gebanken hegte, zur Erlangung befferer Lohn- und Arbeitsbedingungen zwei weitere Beispiele vermehren. In Nürnberg wurde der An- Lothringens den bisherigen Zustand als eine durch nichts gerecht secessio in montem sacrum, zum Ausstand, anzureizen. schlag eines Platats verboten, weil darin der Ausdruck Buchthaus fertigte Schmälerung ihrer politischen und staatsbürgerlichen Schwurgericht Volksgericht. Man schreibt uns aus gesetz einige Male vorkam; selbst nachdem die Worte Zuchthausgeles bürgers zweiter Klasse herabgedrückt wird. In der freisinnigen Baden: Als vor 50 Jahren unsere Demokraten für die Reichsdem Blatat durch leere Zeilen ersetzt worden waren, durfte es nicht angeschlagen werden, weil dies als eine„ Umgebung Preise des Landes begegnen wir der Anregung, den 1. Januar 1900, verfassung fämpften, die unter anderem auch die Kompetenz der des Verbots" angesehen wurde. an welchem mit dem Code Napoléon bas legte große Stüd Schwurgerichte für politische Preßsünder forderte, ahnten sie wohl französischer Gesetzgebung in Elfaß- Lothringen begraben wird und nicht, wie später sich im liberalen Lande Baden ein solches„ BoltsSoeben lesen wir die Geschworenenliste an seine Stelle das neue Bürgerliche Gesetzbuch für das Deutsche gericht" gestalten werde. Reich tritt, zum äußern Anlaß der Aufhebung der längst überlebten für die nächste Session des Karlsruher Schwurgerichts, Diktaturbestimmungen zu nehmen und damit das Reichsland auch dessen Kompetenz unser Volksfreund" seit 1. April bei offiziellen in politisch- rechtlicher Beziehung endlich den übrigen Bundesstaaten Anklagen unterſtellt ist. Das Namensverzeichnis der Geschworenen beginnt mit dem für socialdemokratische Ohren so schön flingenden gleichzustellen. Namen Otto von Bismard, Hauptmann a. D.; unter die München, 10. Juni.( Eig. Ver.) Der bayrische Landtag Bürgermeister und Großindustriellen sind dann die wurde heute mit dem üblichen Bomp geschlossen. Außer den Social- Namen eingeflochten: Lendorf, Major a. D., Kaz Oberst a. D.; demokraten wohnten Vertreter aller Parteien der feierlichen Schluß Weizenegger, Oberst a. D. 2c. Welcher Unterschied besteht noch fizung bei. Der Abschied" nimmt. Bezug auf die verschiedenen zwischen der Besetzung eines Standgerichts und der dieses BoltsGefeße, die in der sechsjährigen Legislaturperiode zu stande kamen gerichts?" Die Geschworenen werden vom Amtmann und Bezirksrat und bezeichnet als wohlthuendes Gefühl:" durch fortdauern ausgelost. des 8urüdtreten der Parteigegensäge, den inneren Frieden gefördert und garantiert zu sehen." Das Verschwinden Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. der Parteigegensäge ist zurückzuführen auf die Kirchturmspolitik des Wegen Majestätsbeleidigung hatte sich der Zimmermann Wilh. Centrums und der liberalen Partei, die keine großen Gefichts- Granzow aus Penzlin vor der Straflammer des Güstrower punkte verträgt. Beide Parteien buhlten in den letzten 6 Jahren Landgerichts zu verantworten. Der Angeklagte wurde frei wechselseitig um die Gunst der Regierung und haben das Zeugnis gesprochen. Die Kosten des Verfahrens wurden der Staatskasse verdient, welches ihnen der Minister ausgestellt hat. auferlegt. TIT Deutsches Reich. In Magdeburg wurde das Anschlagen des Versammlungs. plakats verboten, weil darin die Vorlage als ein„ Angriff auf das Koalitionsrecht der Arbeiter" bezeichnet wurde. Ein Angriff auf das Koalitionsrecht sei nicht geplant entschied die Polizei, die in solchen Dingen natürlich immer recht hat. Die geschäftsmäßigen Agitatoren an der Arbeit. Die Unternehmerorganisation der Eisenindustrie in Hamburg versendet folgendes Cirkular; Hamburg, den 8. Juni 99. Herrn Durch den in Aussicht stehenden Formerstreit richten wir die Bitte an alle Mitglieder, im Falle eines Ausbruchs des Streits teine Forderungen der Former zu bewilligen, da wir in der Lage find, innerhalb drei Tagen genügend Ersagträfte aus Böhmen und Westfalen heranzuziehen. Bei etwaigen Störungen in Ihrem Betriebe wollen Sie uns bitte unverzüglich Mitteilung davon machen. Hauptsächlich ist auf die socialdemokratischen Agitatoren in der Fabrit zu achten und sind dieselben bei der geringsten Sache auszusperren. Hochachtungsvoll Berband der Eisenindustriellen Hamburgs. Der Sekretär, gez. Thielfoto." landes!! M au Die Reichstags- Erfahwahl in Neuf- Grevenbroich, welche ürnberg fönnte nach der Volkszählung von 1895 ſechs am Sonnabend stattfand, hat mit einem Siege des Centrums kandidaten, Landtags- Abgeordneten Rechtsanwalt Am Zehnhoff ( Köln) geendet. Das genaue Stimmenverhältniß liegt zur Stunde noch nicht vor. Die zulässigen Strafen find 1. Prügelstrafen bis zu 100 Schlägen, 2. Geldstrafe bis zu 5000 Dollars, 3. zeitige Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren, 4. lebenslängliche Freiheitsftrafe, 5. Todesstrafe. Auf sie kann allein oder in Verbindung mit einander oder mit Ausweisung aus dem Schutzgebiet erkannt werden. Die Neuwahlen sind bereits angekündigt. Für die Wahl ist das Wegen Majestätsbeleidigung, begangen im Zustande sinnloser indirette System maßgebend. Urwähler ist jeder bayrische Betrunkenheit, verurteilte die Straffammer zu Sagan den Staatsangehörige, welcher das 21. Lebensjahr zurückgelegt, dem Dienstknecht und Metzgergehilfen Körber aus Greifig zu zwei Das bleibt nach der Zuchthausvorlage straflos; bloßes Poften Staate seit mindestens sechs Monaten eine direkte Steuer bezahlt und Monaten Gefängnis. Von der Staatsanwaltschaft waren stehen aber, ausgeübt von Arbeitern bei einem Streit, soll mit den Verfassungseid geleistet hat. Der Urwähler wählt zunächst sechs Monate beantragt worden. 1 Jahre Gefängnis bestraft werden können. Wahlmänner, welche den Abgeordneten zu wählen haben. Die Schneidemühler Straffammer verurteilte den Eigen Zur Tagesordnung des Reichstage wird angenommen, daß Der Wahlmann muß dieselben Eigenschaften befizen wie der tümer Franz Nowadi aus Kolmar i. P. wegen Majestätsbeleidigung die dritte Beratung des Gesezes über die Invalidenversicherung muß bas 30. Lebensjahr zurückgelegt haben. Auf 81 000 Seelen Urwähler, aber 25 Jahre alt sein; der zum Abgeordneten Befähigte zu drei Monaten Gefängnis. Dienstag und Mittwoch in Anspruch nehmen wird. Am Donnerstag wird ein Abgeordneter berechnet, es fönnen Wahlkreise bis zu vier Straffammer des Landgerichts in Beuthen wegen MajestätsDer Arbeiter Thomezky aus Myslowitz wurde von der werden voraussichtlich die span. Kortes den Karolinenvertrag annehmen und soll alsdann auf Grund telegraphischer Mitteilung sofort die abgeordneten gebildet werden. Die Wahlkreis Einteilung obliegt beleidigung zu se ch 3 Monaten Gefängnis berurteilt.Vorlage in den Reichstag eingebracht werden. Die erste Beratung dem Ministerium des Innern. Die einzelnen Wahlkreise werden in der Zuchthausvorlage tann demnach schon Ende dieser Woche be- Urwahlbezirke zerlegt, die von der Distrikts- Polizeibehörde gebildet Deutschland als Kulturbringer. Für die Chinesen im ginnen. Die Bertagung des Reichstags ist möglich für den 20. oder werden. Auf je 500 Seelen ist ein Wahlmann berechnet. Urwahlbezirke deutschen" Bachtgebiet" Siautichou ist eine Verordnung über ginnen. Die Bertagung des Reichstags ist möglich für den 20. oder müssen mindestens für 3 und höchstens 7 Wahlmänner gebildet werden. die Strafrechtspflege erschienen, die unter andern folgende Para21. Juni. Die socialdemokratische Fraktion bringt zur dritten Lesung der Der Wahlbezirks- Einteilung wird die Volkszählung von 1875 zu graphen enthält: Invalidenversicherungs- Novelle nochmals mehrere Anträge ein und Grunde gelegt. Das ist die schlimmste Bestimmung im Wahlgefet, denn die Städte werden dadurch zu Gunsten des Landes start bewird noch in letter Stunde einige Verbesserungen in die Vorlage nachteiligt. München hätte nach der letzten Volkszählung 13 Abzu bringen versuchen. geordnete zu wählen, es wählt thatsächlich nur sechs. Abgeordnete beanspruchen, es hat deren nur bier wählen. Diese Beispiele treffen auf verschiedene Städte zu. Noch trasfer tritt das Mißverhältnis bei Bildung Der Urwahlbezirke in den größeren Städten zu Tage. In München Zu den Breslauer Landtagswahlen wird, so lesen wir in zählt ein Urwahlbezirk, der im Jahre 1875 von etwa 3000 Seelen der Freis. 3tg.", darauf hingewiesen, daß die Abgeordnetenwahl in bewohnt war, jezt über 40 000 Personen. Dementsprechend hat sich Die Vollst redung der Brügelstrafe erfolgt mit einem Breslau von früh um 9 Uhr bis abends 11 Uhr dauerte. Die social natürlich auch die Zahl der Wähler vermehrt. Der Wahlbezirk mit bom Gouverneur genehmigten Züchtigungsinstrumente. Das auf demokratischen Wahlmänner waren durchweg Arbeiter, die weder Verluft 40 000 Seelen hat nicht mehr Wahlmänner zu wählen als im Brügelstrafe lautende Urteil tann auf ein oder mehrmaligen des Arbeitslohnes für einen ganzen Tag, noch die Behrkosten für Jahre 1875, wo er 3000 Seelen zählte. Diese Verschiebung tritt Vollzug ergehen. Bei jedem Vollzug darf die Zahl von einen Tag im Restaurant tragen konnten. Die socialdemokratische natürlich besonders hervor in den Vororten, wo die Arbeiter sich 25 Schlägen nicht überschritten werden. Bei der Vollstreckung Barteileitung soll die Leute hierfür entschädigt haben und zwar je niederlassen. Im Innern der Städte ist die Bewegung der Bevölkerung ist auf den Körperzustand des Verurteilten Rücksicht zu nehmen. nach den Arbeitsverhältnissen der einzelnen Leute mit drei bis nicht im entferntesten so lebhaft, auf dem Lande fast allgemeiner Still- Die Freiheitsstrafe tann mit 8 wangsarbeit verbunden fünf Mart. Die Auszahlung ist durch den Kassierer der social stand. Das Wahlsystem bedeutet also einmal eine Bevorzugung des werden. Widerspenstige Personen dürfen bei der Arbeit demokratischen Partei Partei im Wohllokal selbst gegen Quittung Landes zum Nachteil der Städte und außerdem eine Begünstigung gefeffelt werden. während des dritten Wahlganges erfolgt. Daß dies im Wahl der feßhaften Bevölkerung der Städte zum Schaden der fluttuierenden Wir zweifeln nicht, daß sich das deutsche Gouvernement mit Total selbst geschah, wurde damit entschuldigt, daß es unthunlich ge Arbeiterbevölkerung. Bo trobem unerwünschte Wahlresultate in dieser Verfügung in China äußerst beliebt machen wird. Die wesen sei, die betreffenden Wahlmänner nach der Wahl, also zu sehr Aussicht stehen, hilft die Regierung mit der Wahlfreisgeometrie nach Chinesen sehen nun doch, daß die deutsche Regierung weit entfernt vorgerückter Stunde, noch auf ein anderes Lokal zu bestellen. Davon, und die Distriftspolizeibehörden thun dasselbe. So quält sich eine ist, in China die verhaßte abendländische Kultur einzuführen. daß etwa die Wahlmänner eine Zusicherung gegeben hätten, gegen von den deutschfreifinnig- liberalen gemeindlichen Kollegien in Nürn Bahlung des Geldes so oder so zu stimmen, oder daß etwa berg eingefeßte gemischte gemeindliche Kommission, seit zwei Monaten, eine Art Wahlbeeinflussung vorgekommen sei, davon mit einer Geometrie der Urwahlbezirle ab, die natürlich nicht zum tömme gar teine Rede sein. Auch ist an niemand anders Geld Vorteil für unsere Partei ausfallen wird. Der deutsche Antrag, daß der Bresse authentische Mitteilungen gezahlt worden, als an die als socialdemokratische Wahlmänner genau Zu alledem tommt noch der Widerfinn der permanenten Wähler- gemacht werden sollen über die Vorgänge in den Komiteefizungen, bezeichneten Personen. liste. Die Wählerlisten werden nicht vor jeder Neuwahl angelegt, list am Montag zum Beschluß erhoben worden. Einen Ersatz für die Für die Handlungen jugendlicher Personen fann deren Bater, älterer Bruder, Bormund oder diejenige Person zu einer Strafe verurteilt werden, deren Obhut der jugendliche Verbrecher anvertraut ist. Friedenskonferenz". Aften. vermiste Oeffentlichkeit der Verhandlungen bietet dieses Verfahren provocateur handle. Trotzdem wurden zahlreiche Personen Aus der Frauenbewegung. natürlich keineswegs. berhaftet, von denen einige wieder freigelassen worden sind. lleber die Stellungnahme der deutschen Regierung zur Haben die Frauen ein Interesse an der Befferung unserer Schiedsgerichtsfrage wollen Daly News" erfahren haben, Wirtschaftliche Boykottierung Kretas durch die Türkei. wirtschaftlichen Verhältniffe? Ueber dieses Thema sprach kürzlich daß Professor Born am legten Freitag eine jenem Vor- Die türkische Regierung hat sämtliche Zollämter des Reiches an- Frau Mesh in einer Versammlung der Maurer( centraler Richtung) schlage sehr ab holde Rede gehalten habe. Born fagte, er sei gewiesen, von allen Waren, die aus einem türkischen Hafenplatz nach bei Bubeil, wozu die Frauen besonders eingeladen und auch zahlbeauftragt, zu erklären, die deutsche Regierung könne den Grundsatz Kreta ausgeführt werden sollen, einen Ausfuhrzoll des Wertes von reich erschienen waren. Sie führte dabei folgendes aus: eines ständigen Schiedsgerichts nicht annehmen. Die 20 Proz. zu erheben. Diese Maßregel ist bereits am 5. Juni in Kraft Die Frauen haben das größte Interesse an der Besserung ihrer Einrichtung eines ständigen Schiedsgerichts sei unvereinbar getreten. Vom 1. September an, bis zu welchem Zeitpunkt die Aus- Lage und sie haben es deshalb sehr nötig, dafür zu wirken. Da sie mit der Souveränetät des Monarchen und der wanderung der Muhamedaner von Kreta vollendet sein dürfte, soll doppelt so arg ausgebeutet werden wie die Männer, so ist ihre geUnabhängigkeit der Nationen. Ein König von der gleiche Zoll für alle von Kreta nach anderen Teilen der Türkei sellschaftliche Stellung die denkbar schlechteste. Mit der Anwendung Gottes Gnaden könnte nicht einen Augenblid daran denken, ausgeführten Waren erhoben werden. der Maschinen sind Frauen in die Fabriken getrieben worden. fich eines wesentlichen Teiles seiner Souveränetät zu entledigen, 61/2 Millionen Frauen arbeiten in Deutschland und immer noch nämlich des Rechtes, das Verfahren der Nation in kritischen Zeiten nimmt die Frauenarbeit zu. Troy alledem sind im Reichstage die zu gestalten. Der deutsche Kaiser wolle sich nicht verpflichten, sich Vom Umgang mit dem kranken Mann in Ostasien. Die Worte gefallen:„ Die Frauen gehören in's Haus." Die Referentin Entscheidungen von Richtern, die nicht von ihm ernannt sind, britische Gesandtschaft in Peking hat am Sonnabend bei der wies nach, daß im Deutschen Reiche 8560 über 70 Jahre alte über Fälle, die noch nicht entstanden find, zu fügen. chinesischen Regierung die Forderung erhoben, den Gouverneur Greifinnen arbeiten. Die Löhne der Frauen sind wahre Bezüglich des Planes felbst fagte Dr. Born, es sei leicht, einen von weitiau jeines Postens zu entheben. Die Sungerlöhne; in Sachsen zum Beispiel verdienen sie höchstens Richter auf Lebenszeit zu ernennen; aber unmöglich sei es, vorher Angelegenheit hängt mit der Ermordung des Missionars Fleming in 60 Pf. pro Tag und in Schlesien sowie im Eulengebirge 3-4 m. zusagen, wie er fich bewähren würde. Eine weitere geringfügigere, der genannten Proving zusammen. pro Woche. Da bei diesen schlechten Löhnen die Ernährungsweise aber nicht unbeträchtliche Einwendung richte sich gegen die Kosten der Und noch von einem zweiten Konflikt berichtet der Telegraph eine sehr schlechte ist, so sind die Erkrankungen der Frauen fast vorgeschlagenen richterlichen Organisation, welche ein ganzes Jahr Nach einer Meldung aus Schanghai vom Sonnabend hat der doppelt so groß wie die der Männer. Da durch das Arbeiten der existieren könne, ohne einen einzigen Fall zur Erledigung zugewiesen Bicetönig von Ranking ohne vorherige Ankündigung die Frau außerhalb der Wohnung die Kinder den größten Teil des zu erhalten. Auch liege keine Garantie vor, daß unter Umständen, Reisausfuhr aus der Provinz untersagt. Der wirkliche Grund zu Tages unbeaufsichtigt find, find im letzten Jahre 4000 Kinder verwelche näher anzugeben unnötig sei, ein parmanentes inter diesem Vorgehen soll der Wunsch sein, den Markt im Interesse der unglückt. Um diese schlechten Zustände zu heben, fordert die Referentin nationales Tribunal nicht einen Urteilsspruch abgäbe, welchen die Provinzialbehörden zu kontrollieren. Ein Gesuch des britischen die Frauen auf, sich der gewerkschaftlichen Organisation anzuschließen. unterliegende Partei und sogar unbeteiligte Nationen für unbillig Konfuls in Shanghai, eine geringe Quantität Reis an die britische Sie sollen nicht mehr die Konkurrentinnen der Männer sein, sondern halten würden. Das Resultat würde sein, daß die Nationen gegen Garnison in Weihaiwei senden zu dürfen, wurde zunächst abgelehnt, denselben in Rat und That zur Seite stehen und sie womöglich noch das Tribunal eingenommen würden und nicht mehr daran appellieren später aber genehmigt, als der russische Konsul für Port Arthur anfeuern. würden. So würde das Princip des Schiedsverfahrens der Miß- ebenfalls ähnliche Zugeständnisse energisch verlangte. Anstellung einer Assistentin der Fabrikinspektion in Holland. achtung verfallen und die Lage schlimmer werden als jetzt. Sodann Afrika. Der Gleichheit" wird geschrieben: Endlich ist die Anstellung einer würden die Urteilssprüche, gleichviel, ob sie gut oder schlecht seien, Präzedenzfälle werden und die Nationen auf nicht vorher zu sehende Ein großes Meeting der Ausländer hat am Sonnabend in Assistentin der Gewerbe- Aufsicht erfolgt. Obgleich im vergangenen Weise behindern. Dr. Zorn schloß unter peinlichem Schweigen des Johannesburg getagt. In diesem Meeting ber Uitlanders Winter in Amsterdam ein Kursus zur Ausbildung von FabrikinspekKomitees, welches aus zwölf Delegierten, einschließlich drei Bot- wurden die Vorschläge Krügers als ganz unzureichend torinnen veranstaltet worden war und drei der Teilnehmerinnen dem schaftern, bestand. bezeichnet und dem englischen Unterhändler Milner der Dank für Ausschreiben der Regierung zufolge sich um die Stellung bewarben, In der Diskussion erklärte der englische Delegierte An der Versammlung nahmen ungefähr 5000 uitlanders teil; hat vielmehr ohne weiteres eine der 16 Standidatinnen ernannt, die Bemühungen, die Lage der Uitlanders zu beffern, ausgesprochen. hat feine Prüfung der Bewerberinnen stattgefunden. Die Regierung Bauncefote, Zorns principielle Einwendungen verrieten nicht die Versammlung verlief in vollkommenster Ruhe. Der Polizei- und zwar ein Fräulein Nayfint, Apothekerin in Butfen. Nur wenigen Setabe eine moderne Ansicht von der Staats fommandant von Johannesburg war angewiesen worden, der Wer- will einleuchten, daß eine Apothekerin als Gewerbe Inspektorin beweisheit. Jeder Staat würde seinen Stolz darein sezen, die geeignetsten Männer zu Schiedsrichtern zu ernennen. Die lammlung polizeilichen Schutz angedeihen zu lassen. Einwendung bezüglich der Kosten treffe den vorliegenden Blan nicht, allerdings gar nicht demokratischer Weise die Staatsbürgerrechte vor der neuen Beamiin denkt, läßt sich noch nicht sagen. Man weiß Die Uitlanders", denen in der Südafrikanischen Republik in Arbeiterinnen zu besigen. Wie die Regierung sich die Thätigkeit da kein permanentes Tribunal beabsichtigt sei, sondern nur eine permanente, administrative Organisation enthalten werden, scheinen mit Auswanderung zu drohen. nicht, ob sie selbständig Inspektionen vornehmen wird, oder ob fie um die Einberufung des Tribunals in türzester Frist mit möglichst wenigstens erfährt man in London aus BIömfontein, Wagen den zuständigen Inspektor auf seinen Besuchen in den Fabriten und geringen Formalitäten zu ermöglichen. Die Aufbewahrung der und Karren seien für den Fall einer Massenauswanderung Werkstätten begleiten soll. Urteilssprüche gewähre keine Gefahr. Zwar würde ein Coder von nach Johannesburg gesandt worden. Usancen entstehen, doch der würde für alle Nationen derselbe sein. Ehe eine Regierung das Schiedsverfahren anriefe, würde sie über" sonders geeignet sei, besonderes Verständnis für die Bedürfnisse der Aus Paris. Legen, wie ihr Fall ſtände. Die unterliegenden Parteien würden Der Massenprotest gegen die Zuchthaus- brachte der Sonntagnachmittag in Paris, der eigentlich von den vor nicht immer zufrieden sein, doch könnten sie sich nicht über den Richter beschweren, da sie ja ihre eigenen Richter aus einer langen Reihe ihr zur Verfügung stehender Personen gewählt haben würden. Ausland. Deftreich- Ungarn. Der Ausgleich". Budapest, 12. Juni. Der Minister präsident Koloman b. Szell und die Ressortminister werden heute und morgen noch in Wien verweilen, um die Feststellung eines übereinstimmenden Wortlautes der Ausgleichsvorlagen zu erledigen. Die Bekanntmachung der Entwürfe wird in der Sitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses am nächsten Donnerstag erwartet. Belgien. Gegen Bandervelde, Smeets und Furnemont, die drei socialistischen Kammer Abgeordneten, die bei der WahlrechtsDemonstration des 29. Mai verhaftet, jedoch sofort wieder in Freiheit gesezt worden waren, ist eine Strafverfolgung wegen Wider standes gegen die Obrigkeit, gegen Vandervelde und Smeets auch wegen Aufreizung, angeblich begangen in einer Rede, anhängig gemacht worden. In Belgien haben die Behörden mit politischen Prozeffen tein Glüd, und auch dieser Prozeß wird voraussichtlich mit einer Niederlage und Blamage der Regierung endigen. Italien. Sonntag Erlaffe unterzeichnet, durch welche Strafen für Vergehen Von der italienischen Amnestie". Der König hat am gegen die Steuergesetze und gegen die öffentliche Sicherheit sowie Strafen für Defertionen aus der Handelsmarine erlassen werden. Ebenso ist für Personen, welche fich der Wehrpflicht in der Armee oder der Marine entzogen haben, ein Amnestieerlaß ergangen, der die Jahrestlaffen 1859 bis 1878 umfaßt. Frankreich. Vorlage. Eine Maffenkundgebung für die Republik nehmen nationalistischen Rowdies zu einer Wiederholung der Eine gewaltige Protestfundgebung veranstalteten am Freitag die nachdem die monarchistischen Faulenzer gesehen hatten, daß von der Standalscenen des vorigen Sonntags ausersehen war. Aber Arbeiter des Hamburgischen Stadt- und Landgebietes. In 18 Versammlungen vereinigten sich etwa 15 000 Arbeiter, um ihr Polizei hinreichende Sicherheitsmaßregeln getroffen worden waren, Urteil zu fällen über die neuesten Zumutungen des Stapitalisten- um ihre Skandale zu verhindern, und nachdem insbesondere die terrorismus. Die Ausführungen der Redner fanden allenthalben socialistischen Arbeiter beschlossen hatten, zu einer großen republibegeisterte Zustimmung. Die in allen Versammlungen angenommene tanischen Kundgebung in Massen zu erscheinen, hatten es die vorResolution lautet: nehmen Herrchen vorgezogen, mit ihren ebenso vornehmen Damen Die Versammlung sieht in der Buchthausvorlage offiziell entweder überhaupt zu Hause zu bleiben, oder sich doch auf der Gesetz zum Schutz des gewerblichen Arbeitsverhältnisses" ge- Rennbahn von Longchamps hübsch anständig zu betragen. nannt den Versuch, die letzten Refte des Koalitionsrechts, welche die in den letzten Jahren auf diefem Gebiete so findige teher, Arbeiter des Schlachthauses und andere Gestalten zu dingen Nur Rochefort hatte es nicht unterlassen können, 400-500 Edenund eifrige Justiz uoch übrig gelassen hat, zu beseitigen. Sie erkennt in der Zuchthausvorlage ferner das Bestreben, zweierlei und mit Totschlägern auszurüsten, die Hochrufe auf die Recht für die verschiedenen Bevölkerungsflaffen auch formell zu Armee ausbringen sollten, um so Gegenfundgebungen und Unschaffen und offenfundig mit dem verfassungsmäßigen Grundsatz der ruhen hervorzurufen. Es ist jedoch nicht viel daraus geworden. Rechtsgleichheit zu brechen. Weiter findet sie in der Vorlage die So hat denn beim herrlichsten Sommerwetter eine imponierende Brollamierung der nachten Uuterbrüdungs- und Gewaltpolitit gegen Maffenfundgebung für die Republik stattgefunden, und nur an über den Arbeitern. Aus allen diesen Gründen protestiert sie gegen wenigen Stellen ist es zu lärmenden Auftritten und Zusammeneine Gesetzesvorlage, welche die Bethätigung der Arbeiter zur Hebung ftößen gekommen. Nachmittags gegen 2 Uhr begann der Zuftrom ihrer Lage und zur Verteidigung ihrer Interessen unter entehrende Strafen stellt. Die Versammlung verlangt vom Reichstag, daß er zum Gehölz von Boulogne, durch das der Weg nach Longchamps führt. durch sofortige und unbedingte Ablehnung der Zuchthausvorlage den An der Cascade, am Eingang zum Rennplatz haben sich viele Umtrieben der Scharfmacher und ihrer Gönner und Helfershelfer Socialisten angesammelt, tenntlich an der roten Rose im ein Ende macht. Sie fordert die Voltsvertretung auf, statt für eine Stnopfloch. Die Wagen der Minister wurden mit Beifallsrufen be dringendsten Kulturfortschritte." rechts einzutreten, als der unerläßlichen Vorbedingung für die gegen die Geistlichkeit laut. Beim Beginn der Rennen versammelten Einengung, mit aller Straft für eine Erweiterung des Koalitions- grüßt; an der Cascade werden beim Baffieren der Luruswagen Rufe fich die Minister und die Mitglieder des diplomatischen Korps nach mehrere Versammlungen abgehalten, so in Löbtau, Blauen, Cotta zahlreiche In der Umgegend Dresdens wurden gleichfalls noch und nach auf der Präsidententribüne. Im Wageraum sieht man Personen in Bersonen in Leinenkostümen und Flanellhemden, und Birna. Die Versammlungen waren sämtlich überfüllt. Ent- auch find sämtliche socialistische Deputierte dort ver sprechende Resolutionen wurden angenommen. " fammelt. begrüßt. " Eine polnische Rundgebung gegen die Zuchthaus- Auf dem ganzen Wege vom Elysee bis Longchamps wurde vorlage fand am Sonnabend in Berlin statt. Polnische Arbeiter der Präsident Loubet im wärmster Weise von der dicht gedrängt Der alte Rochefort, der, seit er sich mit dem Hanswurst verschiedensten Parteischattierungen hatten sich in großer Bahl zu einer stehenden Menschenmenge mit den immer sich wiederholenden Boulanger einließ, von Stufe zu Stufe gefunten ist bis hin- Versammlung zusammengefunden, in welcher Redacteur Morawski von Rufen. Es lebe Loubet!"," Es lebe die Republit!" unter in den bodenlofen Sumpf des Antisemitismus, denunziert seit der Gazeta Robotnicza" referierte. Er wies darauf hin, wie schwer begrüßt. An der Cascade, wo die Menge am dichtesten Als der Präsident Jahren die französischen Socialisten als Söldlinge des Auslandes gerade die polnischen Arbeiter von dem Gesetz betroffen würden. war, werden Loubet Ovationen bereitet. und„ beweist" dies durch ihr brüderliches Verhältnis zu den deutschen Auch durch das Socialistengefeh hätten seiner Zeit die Polen zehn- auf der Tribüne erschien, ertönte es aus der ungeheuren MenschenSocialisten, die nach Rocheforts Meinung( der Laternenmann scheint mal mehr leiden müssen, als ihre deutschen Arbeitsbrüder. Auf die menge wie ein einziger Ruf:„ Es lebe Loubet", Es lebe die bei Herrn Eugen Richter in die Schule gegangen zu sein) Agenten polnischen Abgeordneten, die sich meist aus den Streifen der Groß- Republik"; nur ganz bereinzelt wurden einige Rufe: Es lebe die des Fürsten Bismard und jezt des Fürsten von Hohenlohe find. grundbefizer und Geistlichen rekrutierten, sei in dieser Frage kein Armee" laut. Auch auf dem Rückwege wurde Loubet sehr sympathisch Mit seinem ganz besonderen Haß beehrt er Liebknecht, den er seit Berlaß. Die polnische Presse habe sich bisher meist der Beschränkung dem Pariser Kongreß von 1889 hartnädig als einen Agenten und des Koalitionsrechts sehr geneigt gezeigt. Die Diskussion gestaltete fich sehr Emissär der preußischen Regierung denunziert. lebhaft. Bemerkenswert war, daß auch nichtsocialistische Arbeiter die BorNeuerdings hat Rochefort die Zeitungsente, daß ein Sohn lage aufs schärffte verurteilten. Eine Resolution gab dem entschiedenen Liebknechts als Richter in Hamm angestellt worden sei, in diesem Protest der Anwesenden gegen den Gesetzentwurf Ausdruc. Ferner denunziatorischen Sinne ausgenutzt und, unter Nichtachtung aller wurde beschlossen, polnische Flugblätter drucken und in Massen unter Von Zusammenstößen, Verhaftungen und der Perichtigungen, einen Höllenlärm über den„ entlarvten Emisfär die polnische Arbeiterschaft verteilen zu lassen. Die polnischen AbBismards" geschlagen. Natürlich wurde er in der franzöfifchen Breffe geordneten sollen aufgefordert werden, vor ihren Wählern über ihre behandelt und abgefertigt. Dies zur Charakteristik des Mannes, der In Herford wurde die mäßig besuchte Versammlung aufneben Déroulède und Drumont jezt in Frankreich das Lügen- gelöst, weil eine Frau anwesend war, obwohl es eine öffentliche Syndikat und Triumvirat der Reaktion bildet. Fürwahr, der Versammlung und keine Vereinsveranstaltung war. Laternenmann" ist arg heruntergekommen.von Liebknecht selbst und von unseren Parteigenoffen nach Gebühr Stellung zur Vorlage Auskunft zu geben. Spanien. Madrid, 12. Juni. Ministerpräsident Silbela bringt heute die Vorlage betreffend Abtretung der Marianeninseln an Deutschland im Senat ein. Die Opposition, welche der Vorlage wohlwollend gegenübersteht, wird keine Einwendungen gegen dieselbe erheben. Portugal. Obstruktion. Lissabon, 10. Juni. Bei der Beratung des Gefeßentwurfs betreffend die Reorganisation des Heeres in der Pairstammer verließ die konservative Minorität unter Führung Hinge Ribeiros den Saal, wie sie es angekündigt hatte. Der Gesez entwurf wurde alsdann angenommen. Partei- Nachrichten. Genoffe Eduard Fuchs, der Redacteur des„ Südd. Postillon", hat am Sonnabend das Bellengefängnis in Nürnberg berlaffen, wo er eine zehnmonatliche Gefängnisstrafe verbüßt hat, die ihm wegen angeblicher Majestätsbeleidigung zudittiert ward. Er hat seine Haft gut überstanden. Nicht zu vergessen ist, daß alle diese Kundgebungen und Ovationen weniger Loubet und der Regierung, als vielmehr der Republit galten und eine Gegenbemonstration gegen die monarchistischen Ausschreitungen bedeuten sollten. gleichen wird das folgende aus Baris gemeldet: der Umfriedigung des Rennplages stehenden Gruppe von Menschen Rufe„ Es lebe die Armee"," Nieder mit Zola", was zu Rempeleten Anlaß gab, bei denen einige Verhaftungen vorgenommen wurden. Auf der Hinfahrt des Präsidenten rief in der Avenue Marigny ein Mann Es lebe der König" und wurde sofort verhaftet. Allerdings wurden auch einige Personen verhaftet, die och die Sociale!" oder„ Hoch die Kommune!" riefen. Als Loubet den Stemmplatz betrat, ertönten aus einer außerhalb " Auf dem Rennplage felbft tamen mur cinige persönliche Streitig feiten vor. Drei Polizeibeamte, welche Gegenmanifestanten verhaften find acht aufrechterhalten worden. wollten, wurden verwundet. Von den vorgenommenen Verhaftungen " mit Jaurès an der Spize die Carmagnole". Am Pavillon Nach den Rennen fang ein Teil der Menge auf dem Heimwege Armenonville, einem Gasthaus für feine Leute im Boulogner Totenliste der Partei. Genoffe Joachim Eßling, ein alter, Gehölz, vorbeikommend, wurde der Zug mit dem zurufe: braver Parteigenosse, ist in der Nacht zum Donnerstag in Hamburg Panama! nieder mit Loubet!" empfangen. Hier hatten gestorben. Seit zwei Jahrzehnten blind, hat Eßling sich dennoch fich die Klubleute mit ihren aufgedonnerten Begleiterinnen wie in stets in hohem Grade für das Parteileben interessiert und zur Zeit einem Hinterhalt zusammengefunden und hinter den geschlossenen des Socialistengesetzes und Belagerungszustandes Dienste von großem starten Eisengittern verschanzt. Im Bertrauen auf diese Gitter Wert geleistet. Noch in der legten Zeit ließ sich der blinde Mann glaubten sie, die Republikaner gefahrlos herausfordern zu können. Kopenhagen, 12. Juni. Die im Auslande verbreiteten Ge- zu den Veranstaltungen der Partei führen und, mit einem vortreff Aber der Pavillon war rasch erstürmt, alles darin furz richte, wonach der dänische Reichstag zu einer außerordentlichen Gedächtnis ausgerüstet, wußte er der jüngeren Generation und flein geschlagen und der vornehme Böbel überwältigt. Den lichen Tagung einberufen werden solle, um anläßlich der großen manche interessanten und lehrreichen Aufschlüsse zu geben. Ehre Aussperre eine Ordnung der Verhältnisse zwischen Arbeitern und seinem Andenken! Arbeitgebern herbeizuführen, entbehren, wie offiziös aus Kopenhagen gemeldet wird, jeder Begründung. Natürlich, wozu auch wegen der Arbeiter so viele Umstände machen. Dänemark. Türkei. Um 7 Uhr abends wurde eine große Menge, die vor dem InWeibern geschah nichts, man begnügte sich damit, ihre funstvollen Frühlingshüte etwas zu zertnittern. Die Raufbolde mit Weißnelke Ein Kongreß der belgischen focialdemokratischen Jugend und Monocle aber erhielten teilweise Brügel. fand am Sonntag, 12. d. M., in Charleroi statt. An demselben tranfigeant" eine Rundgebung veranstaltete, von der Polizei zuriidnahmen viele junge Franzosen teil, u. a. der Gen. Lagardelle, gedrängt; es ftam zum Zusammenstoß, bei welchem mehrere Herausgeber des" Mouvement Socialist". Der Kongreß, erklärte Spigelarbeit? Aus Konstantinopel wird vom 12. Juni ge- die auch in Holland und Frankreich zum Segen des Proletariats Barole" wurde eine Rundgebung veranstaltet. Hier wurden gleichfalls der Vorsitzende, werde die Bafis bilden für eine neue Organisation, Journalisten, die übel augerichtet waren, verhaftet und bis auf weiteres auf der Polizeiwache behalten wurden. Auch vor der„ Libre meldet: An der armenischen Mädchenschule der Stambuler Fuß faffen werde. Borstadt Pfamatia ist folgender Aufruf angeschlagen: Der Augen Agitation in den Schulen, die antimilitaristische Presse, die Amnestie- tößen erlitten mehrere Personen Verlegungen. Die PolizeiDer Kongreß besprach die antimilitaristische mehrere Personen verhaftet. Bei den darauffolgenden Zusammenblick der Erhebung ist gekommen. Die fretensische Frage ist erledigt. frage, die Organisation von Militärvereinen, den Anti- Alkoholismus, präfettur giebt an, daß im Laufe des Tages etwa 30 Personen Möge das Blut von 300 000 Armeniern unvergessen bleiben. Die Herausgabe von antimilitaristischen Broschüren und die Bildung verhaftet und etwa 10 Polizisten verwundet wurden. Man glaubt, fogar in Konstantinopel selbst, baß es sich hier um der jocialdemokratischen Jugend. Der folgende Kongreß wird in eine Mystifikation oder um die Intrigue eines Agentl Alost stattfinden Armenier, erhebet euch!" -In den späteren Stunden war das Auftreten der Polizei stellenweise recht sonderbar. Es schien fast, als wollten manche Schußleute fich für einen gwang rächen, unter dem sie tagüber gestanden hatten; sie fielen über Leute, die Hoch die Republik!" merken!" Man glaubt übrigens in Paris, daß die Monarchisten, Nationalisten und sonstigen Feinde der Republik für das National fest am 14. Juli Ueberraschungen vorbereiten. Es werden deshalb für diesen Tag ebenfalls Sicherheitsmaßregeln getroffen werden. 營 * Die Minifterkrifis. vor dem Gebäude des Blattes " = Einer Nötigung soll sich ein Stellmacher in Hannover dadurch schuldig gemacht haben, daß er zu einem andern sagte:„ Wenn Du die Streitliste nicht unterschreibst, dann giebts was!" Das Gericht nahm an, daß das" was" Schläge seien, die es geben sollte, und verurteilte den Stellmacher zu 1 Woche Gefängnis. Ausland. Deutsches Reich. Berufungsgericht nahm die Sache einen wesentlich anderen Berlauf. Zum Metallarbeiter- Streit in Torgelow. Im Laufe der Der Schußmann Frige gab zu, den Angeklagten so fest angefaßt" „ Hoch Zola!"" Hoch Picquart!" riefen, mit Beserkerwut her und verflossenen Woche fanden nicht weniger als viermal Einigungs- zu haben, daß er hingefallen sei. Auch daß der Angeklagte auf verholzten sie wie in den schönsten Tagen der Esterhazy- Be- versuche statt. Zweimal durch die beteiligten Arbeiter selbst, zwei- der Treppe der Polizeiwache zum Stolpern" gekommen und geisterung. Es wurde gegen diese Polizeibeamten eine Untersuchung mal durch Vertreter der Organisationen. Es waren vom Deutschen daß er beim Eintritt in das Wachtlokal hingefallen" war, wurde eingeleitet. Metallarbeiter- Verband der Sekretär G. Reichel aus Stuttgart, festgestellt. Der Verteidiger Rechtsanwalt eine beantragte Am Montag wurden in Paris Maueranschläge angeheftet vom Centralverein der Former Redacteur A. Münzner aus Freisprechung und geriet darüber in eine Auseinandersetzung mit folgender von 33 focialistischen Abgeordneten unter- Lübed, vom Gewertverein( Hirsch Dunder) Generalratsmitglied mit dem Staatsanwalt. Dieser hatte gemeint, es sei undentzeichneten Rundgebung:" Das republikanische Paris der großen Stamin aus Berlin anwesend. Die Firma P. 2. Sauer bar.(!), daß ein Beamter sich so benehmen würde, wie der Angeklagte Freiheitstage, das socialistische Paris, das die Morgenröte unserer hat sich keinem direkten Zugeständnis bewegen lassen. behauptet hatte; der Berteidiger hielt im Gegenteil diesen Beweis für Hoffnungen flammen sah, hat sich gestern in seiner ganzen Macht G soll die Arbeit wieder aufgenommen werden, dann erbracht und verwies auf den im vorigen Herbst vor dem Landgericht I emporgeredt. Die Voltsfeinde find verschwunden und aus der sei die Firma bereit, für einzelne Arbeiter(!) abgehandelten Prozeß, in dem mehr solche Fälle festgestellt worden Schlacht wurde ein Fest; dem denkenden arbeitenden Paris Dant! ohnzulagen zu bewilligen, nach eigenem Ermessen der Firmen- seien. Das Gericht verneinte sowohl die Gefangenenbefreiung wie inhaber. Ebenso wenig ist in irgend einem anderen Punkte ein den Wiederstand gegen die Staatsgewalt. Es sei bei dem Transport Es hat den Anstiftern des Klerikalen und militaristischen Rück- Bugeständnis erlangt worden, mit der einzigen Ausnahme, daß des Angeklagten ziemlich ge walijam bergegangen und besschrittes seine ruhige, entschlossene Kraft gezeigt; fie werden es sich Accordzettel bei lebernahme jeder Arbeit ausgegeben werden sollen. halb könnten einzelne Bewegungen, die Angeklagter gemacht habe, Demzufolge fand am Sonnabend( 10. Juni) abends eine Versamm- nicht als rechtswidrig angesehen werden. Nur wegen eines lung statt. Die Referenten Kamin und Rohrlack enthielten sich Wortes, das der Angeklagte in der Entrüstung gesprochen habe, wurde jeder Einwirkung auf die Streifenden, lettere erklärten sich einer zu 5 M. Geldstrafe wegen Beleidigung verurteilt. stimmig für Fortsetzung des Streits. Was bei der Berliner Polizei alles möglich ist. Ein nur Dieser Beschluß wird die Wirkung haben, daß mehr als in Preußen möglicher Vorfall beschäftigte die dritte Straffammer bierhundert Arbeiter anderer Firmen zum Teil am des Landgerichts I. Der Steuererheber Kramer sollte sich einer Paris, 11. Juni. General Mercier hat, in Voraussicht Mittwoch( 14. d. M.) zum Teil später, ausgesperrt werden, wissentlich falschen Anschuldigung schuldig gemacht der gerichtlichen Verfolgung gegen ihn, feine Verteidigung dem Aeltesten weil bekanntlich die übrigen Fabrikanten allen Organisierten ge- haben. Bei dem Angeklagten zog am 6. Januar 1899 ein neues des Pariser Advokatenordens, Anwalt Floyer anvertraut. Infolge fündigt haben und die Nichtgekündigten ihrerseits die Kündigung Mädchen. - zu, das er mit den bisher üblichen Anmeldeeiner Sigung der vereinigten republikanischen Gruppen einreichten. Ausgenommen davon ist nur genau wie beim Streit formularen zum zuständigen Polizeirevier fandte. Hier wurde dem des Senats und der Kammer sind die Anhänger Melines aus der von 1897/98 der Firma Vollgold. Daher wird nochmals auf Mädchen bedeutet, daß seit dem 1. Januar 1899 auch die republikanischen Gruppe ausgestoßen worden, sodaß die Kammer in das dringendste gebeten, den Zuzug nach Torgelow Staatsangehörigkeit auf den Meldescheinen abgegeben sein müsse Zukunft genau in zwei Lager getrennt sein wird: Die Republikaner fernzuhalten. und daß hierzu neue Formulare nötig seien. Nachdem das Mädchen und den Reaktionären aller verschiedenen Schattierungen, die nochmals zur Polizei gewesen und ein Probe- Eremplar erhalten, Melinisten einbegriffen. Wie verlautet, soll Dreyfus die Absicht taufte der Angeklagte zwar die neuen Formulare und schickte sie ein, haben, Frankreich nach dem eventuell freisprechenden Urteil des neuen gleichzeitig schickte er aber die alten Eremplare dem Polizeipräsidium Kriegsgerichtes zu verlassen und sich in Italien mit seiner Familie zu, indem er die höfliche Anfrage" daran knüpfte, welche Verordnung abzusiedeln..denn die Zurückweisung der alten Formulare rechtfertige. Bei der Behörde nahm man an, daß der Angeklagte mit dieser Anfrage nur bez wedt habe, den dienstthuenden SchutzParis, 12. Juni. Deputiertentammer. Saal und Die Ausgleichsverhandlungen in Brünn sind vorläufig noch mann Tschentscher der Uebertretung seiner Dienſtvorschriften Tribünen find gefüllt. Vaillant( Socialist) bringt eine Inter- resultatlos verlaufen. Die Unternehmer lehnten ein Eingehen auf zu beschuldigen(!) Es wurde deshalb obige Anklage wider ihn ers pellation ein wegen der von der Polizei begangenen Gewaltthätig- die Forderung des Achtstundentages rundweg ab. Darauf beantragte hoben. Zum Termine war das Dienstmädchen, welches inzwischen keiten bei dem Tumult im Pavillon d'Armenonville und der Vertreter der Textilarbeiter die Vertagung der Verhandlung auf nach Seehausen verzogen ist, hierher gereist. Es gab an, daß allernamentlich im Verlauf des gestrigen Abends. Redner führt Klage 14 Tage. Dagegen protestierten die Unternehmer, das sei zu lange; dings die alten Anmeldungen zurückgewiesen seien. Polizeileutnant gegen die Polizei, welche eine Gruppe, der er auch angehört habe, sie hoffen nämlich, daß es die Arbeiter nicht mehr lange aushalten Hetschko bestätigte, daß sein Revier bisher auch die alten fönnen, wünschen aber selber das Ende des Streits. Es wurde dem Anmeldungen wenn angenommen habe, Petite République" anfte nutr die gegriffen habe. Vaillant fragt, welche Anweisungen die Regierung Ober- Gewerbe- Inspektor überlassen, die nächste Besprechung zu ge- Staatsangehörigkeit handschriftlich enthielten, allerdings seien die der Polizei gegeben hinsichtlich ihres Verhaltens den Socialisten eigneter Zeit einzuberufen. alten Formulare jezt nicht mehr vorschriftsmäßig. Seitens der vont gegenüber, welche die Republik gegen die Reaktion verteidigt hätten. Bergarbeiter- Ausstand in Böhmen. Ein Teil der Arbeiter Rechtsanwalt Dr. Werthauer gestellten Entlastungszeugen wurde ( Beifall auf der äußersten Linken.) Ministerpräsident Dupuy er- des westböhmischen Bergbau- Aktien- Vereins in Mies ist, wie das bestätigt, daß der Angeklagte sich wirklich nur Gewißheit durch kennt an, daß der gestrige Tag ein republikanischer Fest- Dep.- Bur. Herold" meldet, in den Streit eingetreten, weil die ver- die Anfrage habe verschaffen wollen. Staatsanwalt Stachow I tag gewesen; aber ein Festtag für alle Republikaner, nicht für eine langten Lohnerhöhungen nicht bewilligt worden sind. ließ darauf die Anklage fallen. Objektiv seien zwar die bestimmte Gruppe derselben.( Beifall.) Es hätten sich Zwischenfälle Die Tischlergesellen in Budapest beschlossen nach einer Formulare nicht zulässig, durch eine einfache Anfrage beim Revier ereignen können. Die einzige Anweisung jedoch, die der Polizei Meldung des" Dep.-: Bur. Herold" durch Inscenierung eines Werk- hätte der Angeklagte sich über die einschlägige Bestimmung untererteilt worden, sei die gewesen, der Ordnung Achtung zu verstätten- Streits neunstündige Arbeitszeit zu erzwingen. richten können. Es liege eine falsche Anzeige vor, der Angeklagte schaffen. Der Tumult im Pavillon d'Armenonville wäre zwischen Er habe sich aber Gästen und Bediensteten des Cafés ausgebrochen. Es seien bei berichtet, daß das im Vorwärts" veröffentlichte Schreiben des Unter- vorsichtiger hätte sein müssen. Dagegen beantragte der Verteidiger, Zur Massenaussperrung in Dänemark wird uns von dort sei sich dessen aber nicht bewußt gewesen. die Anklage selbst zuzuschreiben, da er bei der Abfassung denselben drei Polizei- Agenten verwundet worden. Er, Dupuy, nehmerbundes an den hiesigen Bund der Bauunternehmer in ganz auch die Kosten der Verteidigung der Staatskasse auf habe, weil in der Rue Montmartre Gläser und Uten- Dänemark großes Aufsehen gemacht hat. Man erinnert sich dabei filien einer Buchdruckerei auf die Polizei- Agenten geworfen mit Recht daran, daß diese Unternehmer, die jetzt die Hilfe der zulegen, weil die Anfrage an sich zulässig sei, sich nur als solche wurden, angeordnet, festzustellen, wen die Schuld treffe. Schon deutschen Unternehmer im Kampfe gegen die Arbeiter anrufen, nicht dies alles unter Beweis gestellt habe. Der Gerichtshof trat diesen jetzt aber spreche er der Polizei seine Anerkennung aus. Wenn man genug auf die Deutschen schimpfen konnten, die die dänischen Dienst- Ausführungen des Verteidigers bei und erkannte nach seinem Schon deutschen Unternehmer im Kampfe gegen die Arbeiter anrufen, nicht darstelle und der Angeklagte bereits vor dem Eröffnungsbeschluß nicht Achtung vor der Ordnung herstelle, ſei jede Regierung un- boten und Arbeiter aus Schleswig ausweisen. Die Sympathien für möglich.( Beifall im Centrum; Widerspruch auf der äußersten die Ausgesperrten, die unter dem Publikum bisher schon lebhaft Antrage. Linken.) Clovis Hugues beklagt sich über das gestrige waren, sind dadurch noch gestiegen. Förderung der Rauflust. Im Anfange d. J. liefen bei der brutale Vorgehen der Polizei gegen eine Gruppe bon Socialisten, Die Kleinbändler, deren Eristenz durch die Erwerbslosigkeit so Polizei wiederholt Anzeigen ein, daß in den Königssälen" allwöchent in deren Mitte er sich befand. Mehrere andere socialistische Deputierte vieler Arbeiter start bedroht ist, halten vielfach Versammlungen ab, lich von Studenten Mensuren mit scharfgeschliffenen sprechen in demselben Sinne. Das Centrum verlangt sodann den Schluß nehmerbundes zum Ausdruck kommen. in denen lebhafte Proteste gegen den brutalen Gewaltakt des Unter- Säbeln ausgefochten würden. Auch am 28. Februar sollten verDer Bund kämpft mit allen schiedene Gänge stattfinden und als die Polizei hiervon Kenntnis der Debatte, welcher von der Kammer genehmigt wird. Es Mitteln. Die Kleinhändler haben die Ausgesperrten nicht bloß durch erhielt, wurde dem Kriminalbeamten Rebel der Auftrag, die werden hierauf drei Tagesordnungen eingebracht, darunter eine Sympathiekundgebungen, sondern auch mit baren Geldmitteln unter Baukanten zu überraschen. Er betrat das untere Restaurationsvon Saumande, in welcher die Erklärungen der Regierung gebilligt stigt. Um das zu verhindern, beginnt der Bund jetzt eine Pression lokal gegen 10 Uhr vormittags. Als die Inhaberin des werden. Mehrere Deputierte beantragen die Annahme der einfachen auf die Händler auszuüben. Er macht seine ökonomische Uebermacht Lokals, Frau Lindenfeldt, ihn erblickte, wollte sie schnell Tagesordnung. Ministerpräsident Dupuy lehnt diese aber ab und geltend, um den Händlern die Unterstützung der Ausgesperrten zu die Treppe hinaufeilen um wie der Beamte annahm erklärt sich mit der von Saumande eingebrachten Tagesordnung einverwehren. Der durch die Unternehmer übermütig vom Zaun ge- die im oberen Saale paufenden Studenten zu warnen. Rebel befahl verstanden. Unter großer Erregung des Hauses wird dann zur Ab- brochene Kampf zieht also immer weitere Kreise. ihr aber, unten zu bleiben, und ging allein hinauf. Er hatte erst stimmung geschritten und die einfache Tagesordnung mit 336 gegen Hier saß der Geschäfts219 Stimmen abgelehnt. Die Kammer spricht sich ebenso Auch im Schuhmacherfach droht in Dänemart eine einen Vorraum zu durchschreiten. Beim Anblick des Beamten mit 376 gegen 109 Stimmen dagegen aus, der Tagesordnung( allgemeine Arbeiteraussperrung. Wir haben berichtet, führer Bühler am Büffett. Vaillant den Vorrang zu geben, in welder die Pariser Be- daß dort ein Streit der Gesellen der Kleinmeister besteht, weil die- stürzte er schnell zur Saalthür und rief: Schußmann kommt, völkerung für ihre gestrige Manifestation beglückwünscht und die selben die Einführung des Werkstattbetriebes fordern, aber die großen weg damit!" Der Beamte tam um wenige Minuten zu spät, uni Er sah, daß die Haltung der Polizei getadelt wird. Schuhfabriken, die längst Werkstätten haben, arbeiteten natürlich. die Studenten noch in Thätigkeit zu finden. Nun wollen die Kleinmeister, die ja alle auch Fabrikware führen, Schläger schnell in einen Kasten geworfen wurden, den mehrere Im weiteren Verlauf der Sigung wird sodann über eine Tages- die Fabriken zwingen, ihren Betrieb einzustellen, damit die Fabrik Studenten zuklappten und sich dann darauf setzten. Alle übrigen ordnung des radikalen Abgeordneten Nuau zur Abstimmung ge- arbeiter nicht die anderen Gesellen unterstützen können. Sie drohen, Studenten umringten den Beamten und führten in lebhafter Weise schritten, nachdem Ministerpräsident Dupuy erklärt hatte, daß die ihre Schuhwaren aus dem Auslande zu beziehen. Bisher waren harmlose Gespräche. Rebel erblickte aber im Hintergrund des Saales einen Regierung diese Tagesordnung ablehne. Dieselbe lautet folgender- diese Kleinmeister„ Schußzöllner" für Schuhwaren, nun werden sie Studenten, welcher einen frischen Verband um den Kopf trug. Beinäherer maßen:" Die Kammer, entschlossen, nur eine Regierung zu unter- wohl Freihändler" werden. Und ihre oft verkündete„ nationale" Besichtigung sah er, daß dem Verwundeten das Blut noch vom Ohr herunterrieſelte. Dieser gab denn auch zu, soeben eine Mensur mit stügen, welche gesonnen ist, mit Entschiedenheit die republikanischen Gesinnung nimmt ein Ende, wenn es ihren Vorteil gilt. Einrichtungen zu verteidigen und die öffentliche Ordnung aufrecht Ein Jubiläum.( Eig. Ber.) Eine bedeutungsvolle Feier ist scharfen Schlägern ausgefochten zu haben. Seinen Gegner weigerte er sich zu nennen. Auf Grund dieses Thatbestandes hatte sich zu erhalten, geht zur Tagesordnung über." Die Kammer nimmt vor kurzer Zeit von der jüdischen Arbeiterschaft in Wilna betammer die Tagesordnung Ruqu mit 321 gegen 173 Stimmen an, gangen worden, nämlich das zehnjährige Jubiläum dea geſtern der Student, ein Mediziner G., vor der ersten Straf des Landgerichts I wegen Zweikampfes zu verantersten geheimen Gewerkschaft in dieser Stadt, welche worauf die Minister sofort den Sigungssaal verlassen, um sich nach zugleich die erste geheime Gewerkschaft in Rußland überhaupt war. Geschäftsführer zur Last gelegt wurde, sich der Beihilfe schuldig geworten, während der Inhaberin des Lokals des Lokals sowie dem Bemerkenswert ist, daß diese erste geheime Gewerkschaft eine Armacht zu haben. Die beiden letzten Angeklagten gaben zu, daß die beiterinnen- Vereinigung war. Es handelt sich um die im FrühParis, 12. Junt. Die Unterredung, welche die Minister im jahr 1889 in Wilna gegründete Gewerkschaft der Schneiderinnen. Studenten seit etwa Jahresfrist allwöchentlich einmal im großen Sale Elysee mit dem Präsidenten Loubet hatten, um ihre Ent- Bald darauf entstanden in derselben Stadt in zwei andern Berufs- gepauft hätten, ob mit geschliffenen Säbeln wüßten sie aber nicht. Für jede Mensur hatten die Studenten 1,50 M. zu zahlen, wogegen den laffung zu geben, dauerte nur fünf Minuten. In den Wandel- arten Gewerkschaften, welche zur Zeit auch bereits auf ihr zehnjähriges Lokalinhabern die Verpflichtung oblag, für Waffer, Handtuch und Sägegängen der Deputiertenkammer herrschte große Erregung über die Bestehen zurückblicken.- Diesen Beispielen sind nach und nach die spähne zu sorgen, lettere, um damit die Blutlachen zu be Abstimmung, weil zu Beginn der Sigung niemand gedacht hatte, Arbeiter und Arbeiterinnen fast sämtlicher Berufsarten in Wilna selbst be den. Schon aus dieser Thatsache hielt der Staatsanwalt es für ausfinde den. Schon aus dieser Thatsache hielt der Staatsanwalt es für ausdaß das Ministerium fallen könnte. Die Socialisten äußern große und in einer Reihe anderer Städte Westrußlands gefolgt, und jetzt sind geschlossen, daß die Angeklagten die gefährliche Natur dieser Menin diesem Teile Rußlands die Gewerkschaften troz der unaufhörlichen furen nicht gekannt haben sollten. Er beantragte gegen den Studenten Verfolgungen und trotzdem eine ganze Reihe von Arbeitern ihre ge- vier, gegen den Geschäftsführer zwei Monate und gegen die LokalParis, 12. Juni. Eine Note der„ Agence Havas" besagt: Der wertschaftliche Bethätigung in der Verbannung in Sibirien verbüßen inhaberin einen Monat Festung. Der Verteidiger, R.-A. Stern, bat un Präsident der Republik nahm die Demission des Gesamt- in erfreulichem steten Wachsthum begriffen. Die Schneiderinnen, eine mildere Strafe, da doch zu berücksichtigen sei, daß diesc ministeriums an und ersuchte die Minister, die Geschäfte bis zur welche die ersten waren, die sich organisiert hatten, waren auch die Mensuren mehr als jugendlicher Sport anzusehen seien und nicht der Ernennung ihrer Nachfolger weiterzuführen. Präsident Loubet ersten, die in den Kampf um den Zehnstundentag eintraten, welchen Gehässigkeit entsprängen. wird erst morgen früh den Präsidenten der Kammer und den sie im Jahre 1892 auch errungen haben. Seitdem ist der ZehnBräftdenten des Senats zu sich berufen, um sie über die politische stundentag in Westrußland von Arbeitern und Arbeiterrinnen einer Lage zu befragen. ganzen Reihe von Berufsarten errungen worden. dem Elysee zu begeben. Befriedigung. * Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. " " Unternehmer- Verbände. Gerichts- Beitung. den Geschäftsführer zu sechs Wochen und die Lokalinhaberin zu Der Gerichtshof verurteilte den Studenten zu drei Monaten, vier Wochen Festungshaft. Vom Hurra- Patriotismus. Wegen Schwindeleie wird sich demnächst der Theater- Unternehmer Hugo Ludwig German Ein Biertruft, der alle Bierbrauereien der Vereinigten Staaten vor Gericht zu verantworten haben. Der in Untersuchungshaft be Die zwischen der Direktion von ,, Weimanns Volksgarten" von Nordamerita umfaffen soll, ist dem Vernehmen nach in der findliche Angeklagte ist der Veranstalter der patriotischen Festspiele, Gesundbrunnen- und dem Verband deutscher Gastwirts: Bildung begriffen. Er würde eine Milliarde Dollars umfassen. welche vor einigen Jahren in Berlin und in vielen anderen deutschen gehilfen( Ortsverwaltung Berlin) ausgebrochenen DiffeStädten aufgeführt wurden. Er ist unter anderem Verfasser einer renzen find im Wege gütlicher Verhandlungen beigelegt worden, die Broschüre, betitelt Bismard unser Ehrenbürger", in Sonntag, den 11. b. M., zwischen Herrn Direktor Zernid einer welcher Bismard in gebundener Nebeweise verherrlicht verherrlicht wird. seits und den in Betracht kommenden Faktoren andererseits stattgefunden haben. Herr Bernid gab die ehrenwörtliche Erklärung meister D. auf die Anklagebant gebracht. Ein Zusammenstoß mit der Polizei hatte den Schuhmacher- Der Angeklagte wird beschuldigt, sich beim Abfaze dieser Broschüren In der Nacht zum betrügerischer Vorspiegelungen bedient zu haben. Er wußte drei ab, in Zukunft eine gastgewerblichen Arbeiter nur durch den 3. Januar d. J. hatte er an der Hausthür zwei fremde ihm verdächtige Handelsleute zu bewegen, ihm je 4500 Broschüren für den Gastwirtsgehilfen zu entnehmen, erkennt auch nach wie vor den Männer getroffen und nach einem Schuhmann gerufen, um sie Preis von 45 M. und einem vierten, ihm 1000 Stück für 90 M. Lohntarif der Organisation an.- Soweit das Vorkommnis die fiftieren zu lassen. Darüber tam sein Begleiter, der Schlosser St., abzunehmen. Ludwig- German erklärte ihnen dabei, daß er demin Wortwechsel mit Gastwirtsgehilfen betraf, hat es hierdurch seine Erledigung dessen N. zur Wache sistiert wurde. Der Schußmann behauptet nun, würde er sie als Controleur anstellen. Die Käufer konnten die dem Schuhmann Frize, im Verfolg nächst das Stadt- Theater in Köpenick übernehmen würde und dann Der Vertrauensmann. O. habe ihm plöglich einen Stoß gegeben, so daß er ins Knie gefallen Broschüren nicht abseßen, sie fühlten sich betrogen. German, welcher Die Maurer der centralen Richtung beschlossen in der sei und den N. habe loslassen müssen. D. dagegen und R. selbst seine Schuld bestreitet, wird vom Rechtsanwalt Dr. Schwindt ver gestrigen von etwa 3000 Personen besuchten Versammlung, dem Ver- gaben an, daß O. den Schußmann nicht berührt, daß St. fich viel teidigt werden. gefunden. langen des Unternehmerbundes, die zur Erringung des 65 Pfennig- mehr selbst befreit habe. D. wurde darauf zur Woche fiftiert und Stundenlohnes gesperrten Bauten zu besetzen, nicht Folge zu will unterwegs von dem Schumann Frize auf die Tekte Nachrichten und Depeschen. Straße geworfen, auch auf der Treppe des Wachtlokals geben. Die Versammlung erklärte sich aber wieder bereit, mit und in der Wachtstube hingestoßen und mißhandelt Wien, 12. Juni.( B. H.) In der Nacht vom Sonnabend zum den Unternehmern zu verhandeln, um die Lohn- und Arbeits- worden sein, während Frizze ihn bezichtigte, Wider Sonntag fanden im südöstlichen Teile Nieder- Oestreichs und in Westbedingungen zu bereinbaren. Mit den Verhandlungen stand geleistet und ihn sogar tödlich angegriffen zu haben. Ungarn heftige Erderschütterungen statt, die jedoch keinen besonderen ist die Lohnkommission beauftragt. Auch die Redner von der lokalen In erster Instanz war O. wegen Gefangenenbefreiung, Wider Schaden anrichteten. stands und Beleidigung zu einer Woche Gefängnis verurteilt Rom, 12. Juni.( B. H.) In Mailand, Parma, Genua Richtung, die sich an der Debatte beteiligten, äußerten sich im Sinne worden, indem das Gericht lediglich den Angaben des Schußmanns und Turin wurden bei den Gemeindewahlen Anhänger der radides Beschlusses. Glauben geschenkt hatte. In der Verhandlung am 12. Juni vor dem talen und regierungsfeindlichen Parteien gewählt. Berantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. ib. ia. i, KtilM des.Fmiirls" Kerlm WsM« z.««». Veichsksg. 90. Sitzung vom Montag, 12. Juni 1899. 1 Uhr. Am Tische des Bundesrats: Graf v. PosadowSky. Frhr- b. Thiel mann, v. Bülow, Tirpitz, v. Goßler. v. Podbielski. Das Gesetz betreffend die Gebühren für die Benutzung des Kaiser Wilhelmkanals wird in dritter Lesung ohne Debatte nach den Beschlüssen der zweiten Lesung angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Nachtragsetats für 1899. Die Dotation für das archäologische Institut in Rom und Athen wird entsprechend dem Kommissionsantrag bewilligt mit dem Vermerk, einschließlich 20 000 M. zur Förderung der römisch-germanischen Altertums-Forschung in Deutschland. Die Abfindung der Gebr. Dehnhardt soll gemäß dem Kommissionsantraqe von 100 000 auf 1S0 000 M. erhöht werden. Die Gebr. Dehnhardt sollen dagegen auf alle weiteren Ansprüche an das Deutsche Reich verzichten. Abg. Dr. Lieber(C.) beantragt das Dispositiv hier wie folgt zu fassen: Hur einmaligen und endgültigen Abfindung der Gebr. Dehnhardt für die seitens des Reichs aus ihrer Thätigkeit im Sultanat Witu bezogenen internationalen Vorterle gegen ihren Verzicht auf alle Ersatzansprüche an das Reich: 150 000 M. Schatz'ekretär Frhr. V. Thielmann erklärt sich mit dem Antrag Lieber einverstanden. Abg. Dr. Lieber(C.) verteidigt seinen Antrag. Es fehlte in der Kommissionsfassung die Angabe dessen, wofür die Gebr. Dehn- Hardt entschädigt ivorden sind. Weiter sei es auch nötig, genauer anzugeben, daß die Gebrüder Dehnhardt nicht auf alle ihre Ansprüche an das Deutsche Reich verzichten, sondern nur auf ihre Ersatz-An- spräche in dieser Sache. Das Dispositiv wird darauf in der Höhe der von der Kommission bewilligten Sunime gegen die Stimmen der Freisinnigen, jedoch in der Faffung des Antrags Lieber bewilligt. Im ReichSamt des Innern werden'7500 M. für einen neu anzustellenden vortragendenRat gefordert. Die Kommission beantragt Bewilligung der Forderung. Abg. Bebel(Soc.): Wir halten eS für sehr wünschenswert, daß der hier geforderte neue Beamte sich namentlich der Bearbeitung der Berichte der Gewerbeinspektoren annimmt. Wäre dies bisher ge- schehen, so hätte man wohl kaum. wie es geschehen zu sein scheint. im Bundesrat auf den Gedanken kommen können, aufs neue bei d en Bäckermeistern eine Enquete zu veranstalten, ob die Bestimmungen der bekannten Bäckereiverordnung innegehalten werden könnten. Die Berichte der Gewerbeinspektoren geben nach keiner Richtung hin Veranlassung zu einer solchen Enquete, im Gegenteil wird von selten aller Gewerbeinspektoren einmütig kon- statiert, daß diese Verordnung sehr wohl durchführbar sei. Auf die Zustände im Bäckereigewerbe hat erst kürzlich ein Prozeß in WülAburg in Bayern das schlimmste Licht geworfen. Die Bäckermeister klagten dort gegen das Komitee der Bäckcreigehilfen auf Grund von Angriffen, welche die letzteren in einem Flugblatt gegen die Meister veröffentlicht hatten. In diesen, Flugblatt wurde angegeben, daß in einer ganzen Reihe von Werkstätten die Arbeits- zeit eine geradezu unmenschliche sei und daß außerdem die sanitären, insbesondere die Reinlichkeitszustände dort außerordentlich viel zu wünschen übrig ließen. Die Innung ging vor Gericht, und von beiden Seiten wurden eine ganze Reihe von Zeugen gestellt. Wenn man die Verhandlung liest, muß man gestehen, das, was in diesen, Prozeß an unreinlichen und unsanitaren Zuständen in einzelnen Bäckereien zu Tage getreten ist, muß m dem Leser geradezu Grauen erregen. Auch ist in diesem Prozeß von Seiten eines JnnungSmeisterS eidlich erklärt worden, daß die Duchfllhrung der zwölfstündigen Normal- Arbeitszeit sehr Wohl möglich sei. Ich will vorläufig nicht auf diesen Prozeß näher eingehen, aber die Berhandlung hat bewiesen, wie dringend notwendig eine gesetz- liche Regelung der Arbeitszeit und in wie viel höhcrem Grade not- wendig eine strenge Kontrolle der Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung ist. Ich hoffe also, daß seitens des Reichsamts des Innern an eine Veränderung der Bäckereiverordnung etwa im Sinne einer Verlängerung des Maximalarbeitstages nicht gedacht wird. Staatssekretär Graf PosadowSky: Auch ich Hab« die Berichte über den Prozeß in Würzburg— nicht zu meinem persönlichen Vergnügen— gelesen und muß sagen, daß. wenn die berichteten Thatsachen auch nur zum Teil zutreffen, dort Zustände in den Bäckereien bestanden haben, wie sie mit den gewöhn- lrchen Ansprüchen der Reinlichkeit absolut unvereinbar sind.(Hört! hört I links.) Mir erschien die Sache so wichtig, daß ich sofort an die kgl. bayerische Regierung die Bitte richtete. mir die betr. Akten zu übergeben, damit man ernsthaft erwägen könne, ob nicht in der That generelle Verordnungen notwendig sind, die die sanitären Ver- hältniffe in den Bäckereien im Interesse des Publikums in höherem Maße sicher stellen wie bisher. Ueber die Abänderung der Läckereiverordnung hat sich das Reichsamt des Innern noch nicht schlüssig gemacht, weil endgültige Aeußerungcn darüber von einem Teil der Bundesregierungen noch nicht eingegangen sind. Abg. Hoch(Soc.): Ich möchte bei dieser Gelegenheit hinweisen auf die Stellung- nahine des ReichSamts des Innern g e g e n ü b e r dem letzten Bau- arbeiterschutzkongreß in Berlin im März d. I. ES handelte sich hier um die überaus wichttge Frage der Schutzmaßregeln für die Bauarbeiter. Es wurde nun an das Rcichsamt des Innern die Bitte gerichtet, einen oder mehrere Regierungsvertreter zu diesen Verbandlungen zu entsenden. Die Antwort lautete dahin, daß das Reichsamt des Innern zu sehr in Anspruch genommen sei. un, diesem Verlangen zu entsprechen. Nun, wenn die Unter- nehmer zusammentreten, sind oft genug Vertteter der Regierung dabei und ich bin der Ueberzeugung. daß wenn der aute Wille vor- handen gewesen wäre, wenn man die Bedeutung des Kongresses richtig gewürdigt hätte, die Entsendung eines Vertreters sich sehr wohl hätte ermöglichen lassen.— Weiter habe ich im Januar diese? Jahre« hier im Hause eine ganze Reihe von Be- schwerden der Bauarbeiter vorgebracht. Damals wurde von feiten der Regierung erwidert, wir sollten bis zum 1. April warten. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte Material von den einzelnen Regierungen darüber eingeholt werden, was auf dem Gebiete des Bauarbeiterschutzes gethan sei. Wir sind jetzt im Monat Juni und noch hört man kein Sterbenswörtchen darüber, ob das Material eingegangen und geprüft ist. Ich meine, die Arbeiter haben das Recht, zu ver- langen, daß in einem solchen Falle, wo eS sich um die Gesundheit Tausender von Arbeitern handelt, die Regierung etwaö schneller vorgeht. Staatssekretär Graf PosadowSky: Ich habe wiederholt erklärt, daß ich dem Schutze der Bauarbeiter mein ernstestes Interesse zuwende. Wir haben uns an sämtliche Regierungen mit Anftagen über die Möglichkeit eines ver« stärkten Bauarbeiterschutzes gewandt, leider ober sind die Antworten erst zum Teil eingegangen. Sobald die Antworten vollständig vorliegen, wird sich das Reichsamt des Innern darüber schlüssig machen, was auf diesem Gebiet etwa weiter zu geschehen hat.— Was die Nichtentsendung eines Regierungsvertreters zum Bauarbeiter-Kongreß betrifft, so ist das nicht Mangel an Jntereffe ge- Wesen. Tagtäglich ergehen solche Einladungen zu Kongressen und eS ist dem Reichsamt des Innern vollkommen umnöglich, all' diesen Aufforderungen zu genügen. Was aber speciell den Bauarbeiter-Kongreß betrifft, so muß ich wirklich sagen: Sie können eS einer Reichsbehörde unmöglich zumuten, daß sie sich auf einem Kongreß vertreten läßt, der g e s ch m ü ck t i st mit den republikanischen Abzeichen. lSehr richtig l rechts.) Soweit sind wir noch nicht. Wenn sich die Socialdemokraten entschließen könnten, bei solchen Kongressen— und das ist ihnen nahe gelegt auf ihrem eigenen Parteitage, nicht immer all' diese alten Ladenhüter in die Schaufenster zu stellen(Unruhe bei den Soc.)— dann würden wir es uns überlege», ob wir in der Lage sind, Vertreter auch zu den socialdemokratischen Kongressen zu entsenden. Was ferner den Vorwurf der Parteilichkeit anbetrifft, den der Herr Vorredner der Regierung gemacht hat, so verweise ich nur darauf, daß ich an samt- liche Regierungen die Bitte gerichtet habe, wenn Streiks von irgend welcher Bedeutung vorkommen, über die Ursachen nicht nur die Ge- werbe-Jnspektoren, sondern möglichst auch vertrauenswürdige Arbeiter zu hören. Zu meinem lebhaften Bedauern ist dieses Rundschreiben nicht im„Vorwärts" abgedruckt worden. Wie Sie mein erstes Rund- schreiben bekommen haben, so werden Sie jedenfalls auch von dem zweiten Kenntnis erlangt haben. Abg. Bebel(Soc.): Der Herr Staatssekretär meint, der„Vorwärts" hätte das zuletzt erwähnte Rundschreiben veröffentlichen können, wie er das erste ver- öffentlicht hat. Ich vermute, er hat es nicht bekommen, sonst hätte er es veröffentlicht. Ich möchte den Herrn Staatssetretär des Innern ersuchen, ein für alleMal derRedaktion des„Vorwärts" seine Cirkulation zukommen zu lassen.(Heiterkeit.) Dieselben würden alsdann veröffcnt- licht und fänden in der ganzen Presse die nötige Beachtung. Der Herr Staatssekretär hat weiter gesagt, es sei unmöglich, daß man im Reichsamt des Innern alle die Kongreßeinladungen befolge und mit Delegierten beschicke. Es mag sein, daß das Reichsamt mit solchen Einladungen überschwemmt wird— aber nicht aus Arbeiter- kreisen. Meines Wissens ist dies das erste Mal. daß die Bauarbeiter den Versuch gemacht haben, das Reichsamt zu ihren Verhandlungen zuzu- ziehen. Ich kann versichern, mit der Befolgung der Einladung würde das Reichsamt sich Sympathien bei den Arbeitern erworben haben, die es selbst in nahezu leichtfertiger Weise sich verscherzt hat. Die Embleme sollten denn doch den Staatssekretär nicht abschrecken. Was liegt denn an der roten Farbe?(Lachen rechts.) Dadurch, daß dort die rote Fahne aufgehängt wurde, wurden doch die Ver- handlunden selbst noch nicht' gefährlich. Vielleicht dürsten andere Arbeiterkongresse bewogen werden, auf die zarten Nerven Rücksicht zu nehmen und die rote Fahne nicht auszuhängen. Aus den Er- klärungen des Herrn Staatssekretärs geht hervor, daß es die Tendenz, die man bei den hier versammelten Arbeitern glaubte voraussetzen zu müssen, gewesen ist, welche die Nichtbcschickuug des Kongresses durch das ReichSamt des Innern veranlaßt hat. Denn woher wußte man denn vorher, daß im Saale rote Fahnen aufgehängt werden würden? Alte Ladenhüter, mit denen man ein naives Publikum glaubt anziehen zu können, sind die roten Fahnen und andere derartige Embleme nicht. Die rote Fahne kommt an dem Tage zur Geltung, an dem die Grundsätze, die sie zum Ausdruck bringt, zur Verwirklichung gelangt sind— und daß viese Verwirklichung eintritt, werden Sie' nicht hindern können. (Zuruf rechts.) Ich komme jetzt zu der Aeußerung des Herrn Staatssekretärs betreffend die Bäckereiverordnung. Ich möchte ihn bitten, die Be- schlußfassung über dieselbe nicht zu übereilen, sondern erst beide Seiten, d. h. neben den Meisten! auch die Gehilfen zu hören. Der Herr Staatssekretär hat selbst erklärt, daß ihn die Dinge, die beim Würzburger Bäckerprozeß zu Tage getreten sind, lebhaft erregt haben und daß er, wenn die Dinge sich bewabrheiten, überlegen werde, ob nicht auf dem Wege von Verordnungen sich gegen solche Zustände vor- gehen lasse. Ich möchte Ihnen kurz einige Thatsachen, Wieste in den Würz- burger Bäckereien vorgefallen sind, anführen. Der Bäckermeister Ulrich hat seinem Gehilfen den Aufttag gegeben, das auf den Boden gefallene schmutzige Mehl weiter zu verwenden. Derselbe Meister hat seinen Gehilfen während 16 Wochen keine frische Bettwäsche gegeben (Hört, hört! links). Der Bäckermeister Pfannenmüller hat das mit Staub und Schmutz vermengte Mehl durchsieben und dann wieder verwenden lassen. Bei dem Bäckermeister Schemberger, nebenbei dem Vorsitzenden der Bäckerinnung, wurden die Kinderwindeln in der Bäckereistube gewaschen.(Heiterkeit.) Bei dem Bäckermeister Willau wurde der Eimer, in dem Milch und Wasser zu Backzwecken geholt wurde, auch zum Händewaichen und Scheuern des Fußbodens benutzt. Bei dem Bäckermeister Rieß hat der Handwasserkübel der- artig gestunken, daß der Gehilfe sich ekelte, darin zu waschen. Bei dem Bäckermeister Stüber— und das ist das stärkste, was vorgekommen— wurde die Bürste zum Ausfegen des Back troges gleichzeing zum Reinigen eines Geschirres benutzt, das ich nicht nennen will.(Hört, hört! links.) Bei dem Bäckermeister Ochsner wurde zivei- bis dreimal in der Woche von 8 Uhr abends bis zum anderen Nachmittag um 2 Uhr gearbeitet. Ich könnte mit der Liste fortfahren, um Ihnen zu zeigen, wie in einer ganzen Reihe von Würzburger Bäckereien die Sache sich gestaltet hat. Es ist in einer ganzen Anzahl von Bäckereien Sitte, daß die Bäckergesellen und Lehrlinge zu Zweien in einem Bette schlafen müssen. Die Ge sellen haben' Abstellung verlangt; sie haben ferner verlangt, daß ihnen je ein Tisch und ein Stuhl gewährt werde— selbst dieser primitiven Möbel erfreuen sie sich bisher nicht. Sie verlangen ferner zwei Handtücher pro Mann und Woche, während ihnen bisher nur eins geliefert wurde— wie nötig gerade bei Bäckern Handtücher sind, brauche ich ja nicht auszuführen. Weiter forden! sie, daß mindestens alle 4 Wochen die Bettwäsche gewechselt wird. Wenn derartige bescheidene Forderungen an die Bäckernieister gerichtet werden, dann muß es traurig in den Betrieben aussehen. Ich meine, unter solchen Umständen hat der Bundesrat alle Veranlassung, die Bäckereiverordnung nicht et>va im Sinne der Meister ein- zuschränken, sondern vielmehr im Interesse der Gehilfen aus- zudehnen. Die Zustände, wie sie bestehen, sind einfach skandalös zu nennen, Abhilfe ist dringend notwendig.(Bravo! bei den Social- demokraten.) Bayrischer Mnisterialdirektor vtitter v. Herrmann: WaS der Herr Abg. Bebel hier vorbrachte, ist schon in der Kommisston vorgebracht worden. Ich habe mich sofort an meine Regierung gewandt und um das einschlägige Material gebeten. Ich bin noch nicht in Besitz desselben gelangt; sobald dies der Fall, werde ich es dem Reichstage vorlegen. Abg. Hoch(Soc.): Der Herr Staatssekretär hat mit Recht auf die sympathischen von ihm abgegebenen Erklärungen bezüglich des Arbeiterschutzes hin- gewiefen. Aber mehr wert als Erklärungen sind für die Arbeiter Maßregeln zur Abstellung der Mißbräuche. Aber in dieser Hinsicht ist so gut wie nichts geschehen, obgleich die Frage keineswegs Plötz- lich aufgetaucht, sondern seit Jahren in Fluß ist. Darüber beschweren sich die Arbeiter mit Recht. Der Herr Staats- sekretär hat sich dagegen verwahrt, als ob die Nicht- befolgung der Einladung zum Bauarbeiter- Kongreß etlva einem Mangel an Interesse entsprungen sei; er hat als Grund für seine Weigerung den Umstand angegeben, daß das Lokal mit roten Fahnen geschmückt gewesen sei. Nun, die rote Farbe ist eben die Parteifarbe, sie versinnbildlicht die Bestrebungen der Social- demokratie, fowie auch andere Parteien ihre Farbe haben.(Wider- pruch rechts und bei den Nationalliberalen). Die Regierung könnte onst ja einstmals, wenn wieder ein Kulttirkampf ausbricht, mit den Ultramontanen gerade so verfahren, wenn sie in ihren Lokalen ihre sahnen aufhängen(Widerspruch). Außer dem Aufhängen der roten sahne war doch nichts anstößiges da; ich habe den Ver- andlungen beigewohnt, habe zedeS Wort gehört und kann bestätigen, daß die Mißstände in der sachlichsten, ruhigsten Weise dargelegt wurden. Allerdings ist von der Regierung zu verlangen, daß sie jeder Bevölkerungsschicht gerecht wird und sich von sachlichen Interessen leiten, nicht aber von un» verständlichen Bedenken zurückhalten läßt. Wenn der Staat von den Arbeitern, die ihre Lokale mit roten Fahne» schmiicken, Geld zur Bezahlung seiner Beamten nimmt, so sind die Beamten auch verpflichtet, dorthin zu kommen, wo die Arbeiter tage»........ ES war uns interessant, zu erfahren, daß die Ausschmückung mit roten Fahnen der Grund gewesen ist; und da möchte ich denn an den Herrn Staatssekretär die Frage richten: woher wußte denn der Herr Staatssekretär, daß der Saal mit roten Fahnen ausgeschmückt werden sollte.(Zuruf.) Das hat er gar nicht vorher wissen können. und et ist charakteristisch, daß der Herr Staatssekretär es nicht für nötig gehalten hat, diesen Grund in die Antwort hinein- zuschreiben. In der Antwort steht nur: wir haben nicht genug B e a m t e für den Fall I Das ist doch eine unwürdige Behandlung der Arbeiter! Diese haben das Recht, den wahren Grund zu er- fahren.... � An der Rundfrage über die Streiks sieht za ein jeder, der nur ein wenig Verständnis für wirtschaftliche Verhältnisse besitzt, daß sie nur ein ganz einseitiges arbeiterfeindliches Material darstellt. Es-.st klar, daß Arbeiter gar nicht gehört sein können. Das beweist aber wieder einiiial, wie es beim Reichsamt des Innern um das Ver» ständnis und die Kenntnis von Arbeiterverhältnissen bestellt ist. Es fehlt aber dort auch gänzlich die Kenntnis des Inhalts der Berichte der Gewerbe-Jnspektoren, vor allem der besten unter ihnen, der bayrischen, badischen und württembergischen. In einem dieser Be- richte ist ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Beamte auch in Arbeiterversammlunge n gegangen ist und sogar in socialdem akratische, und daß er dort eine durchaus sachliche Debatte gehabt, die sowohl für ihn wie für die Ar- beiter sehr ersprießlich gewesen ist. Statt nun das Gleiche zu thun, schützt der Herr Staatssekretär eine unwahre Angabe vor und drückt sich vor der Sache selbst. Das halte ich für unvereinbar mit den Pflichten einer Regierung, die es ernst meint mit ihrer Für- sorge für die Arbeiter.(Bravo!) Staatssekretär Graf PosadowSky: Ich habe dem Herrn Vorredner zu erwidern, daß in dem Rundschreiben ausdrücklich ersucht worden ist, sowohl bei Unter- nehmern, als auch bei Arbeitern Erhebungen nach dem Grunde der Ausstände anzustellen. Um noch einmal auf die Ablehnung der Ein- ladung zurückzukommen, so haben wir in dieser Zeit, da meine Be- amten und ich vom Morgen bis zum Abend im Plenum und in den Konmiissionen des Rcichtages wie des Bundesrats beschäftigt sind, alle Einladungen zu socialen Veranstaltungen abgelehnt. Aber auch davon abgesehen: niemals kann und wird die Regierung sich dazu verstehen, an Kongressen und Versammlungen teilzunchmcii, die sich mit der anti-monarchischen Socialdemokratte identifizieren. Wollten Vertreter der Reichsrcgiennig, Beamte des monarchischen Staates an solchen Veranstaltungen sich beteiligen, so würden sie gegen ihren Diensteid verstoßen und geradezu Verrat begehen.(Sehr richtig! und lebhaftes Bravo! rechts und bei den Nationalliberalen.) Abg. Stadthagen(Soc.): � Einige Aeußerungen des Herrn Staatssekretärs veranlassen mich, das Wort zu nehmen. Die Aeußerung. die ich machen will, bezieht sich einmal auf seine Mitteilnng, daß die rote Fahne eine Wirkung ausgeübt habe auf die Reichsregierung, von der nach der Natur- geschichte bis jetzt noch nicht bekannt war, daß die rote Fahne sie auch auf Menschen ausüben könnte....(Unruhe rechts, Glocke des Präsidenten.) Präsident Graf Ballcstrem: Diese Aeußerung einem Vertreter des Bundesrats gegenüber war eine durchaus unangemeffene. Ich rufe den Herrn Abg. Stadthagen deshalb zur Ordnung I Abg. Stadthagen(fortfahrend)... aber eine Wirkung, von der man gar nicht annehmen konnte, daß sie auch auf die Re- gicrung ausgeübt werden würde. In dem amtlichen Absageschreibe» ist jedenfalls davon nicht die Rede. Die Regiening hat lediglich Mangel an Zeit vorgeschützt, der sie verhindere, an einem Kongreß teilzunehmen, der zusammenberufen worden ist, um die große Menge tötlicher Verletzuugen und Unfälle bei Arbeitern zu verhindern. Ich habe gar keinen Zweifel darüber, daß, wenn der Verband der Industriellen gebeten hätte, einen Vertreter zu einem Kongreß zu entsenden, der darüber berate» sollte, wie es möglich sein würde, weniger Kosten aufzulvenden. um Tausenden und Abertausenden von Arbeitern jährlich Leben und Gesundheit zu nehmen,— daß dann die Geschäftslage im Reichsamt des Innern eine andere gewesen wäre. Der Herr Staatssekretär hat ferner gesagt, es sei uns schon aus unseren Kreisen heraus nahegelegt, von alten Ladenhütern Abstand zu nehmen. Ich weiß»ichr, was er damit meint. Wenn er meinen sollte, daß irgendlvo in Deutschland ein Vertreter der Socialdemokratie oder ein Arbeiter überhaupt als Ladenhüter bezeichnet hätte, das ernst- hafte Bestreben, die über 9000 Todesfälle zu vermindern, die jährlich in« folge der mangelhaften Schutzeinrichtungen sich ereignen, die über 90 000 jährlich im Reiche vorkommende Unglücksfälle an Leben und Gesundheit der Arbeiter(Zuruf), ja, dann>nüsscn sie sich eben beut- sicher ausdrücken. Der Kongreß war nicht nur von Soeialdemolraten beschickt, sondern von allen denen, von denen er hoffe, daß sie durch die Beschickung des Kongresses die Ueberzeugung gewonnen haben, daß lediglich die Socialdemokraten das Wohl der Arbeiter wirksam zu vertreten geeignet sind.(Lachen und Zurufe rechts.) Ja, Sie mögen ja anderer Ansicht sein; der Unterschied zwischen Ihrer und meiner Auffassung ist der, daß die Ihrige die falsche ist.(Große Heiterkeit.) Bezüglich der roten Fahne will ich den Herm Staatssekretär auf ein Urteil des Ober-Verwaltungsgerichts aufmerksam machen, dessen Befolgung er seinen Beamten dringend anS Herz legen mag. 1891, also nach Aufhebung des Socialistengesetzes, war in Altona die Entfaltung der roten Fahne verboten worden. Der Oberpräsident von Schleswig-Holstein hatte das Verbot bestätigt; das Ober- Verwaltungsgericht wurde angerufen und entschied, daß nach dem Erlöschen des Socialistengesetzes die socialdemokrattsche Partei dasselbe Recht wie jede andere Partei habe. Dem- zufolge verletzt ein Beamter, welcher gegen einen Socialdemo- traten eine andere Rechtsauffassnng vertritt, als gegen einen anderen Menschen, direkt seinen Diensteid. In jenem Erkenntnis wird mit Recht hervorgehoben, daß die rote Fahne die Fahne der Socialdemokratie und die der Menschenliebe ist.(Lachen rechts.) Ich verstehe nicht, weshalb die Aussicht, die Farbe der Menschenliebe zu erblicken(erneutes Lachen), die Regierung von der Beschickung eines Kongresses abhalten kann. Die Herren von den national- liberalen Parteien, die Herren, die früher die schwarz- rot- goldene Farbe trugen, niögen ja lachen; bei ihren Anhängern hat sich die frühere Menschenliebe in ihr Gegenteil verwandelt Ich möchte dem Herrn Staatssekretär zu bedenken geben, ob nicht die Verletzung des Diensteides, die sich laut jenem Erkenntnis ein Beamter zu schulden kommen läßt, der Socialdemokraten anders als andere Leute be- handelt— ob nicht diese Verletzung des Diensteides dem monarchischen Prinzip schädlicher, ist als die Be- s ch i ck u n g von Kongressen, die in Sälen tagen, wo die rote Fahne weht. Ich möchte den Herr» Staatssekretär dringend bitten, von dem seit seinem Amtsantritt befolgten Prinzip, zu versprechen und immer wieder zu versprechen, endlich abzugehen und endlich zu handeln, statt zu versprechen. Möge er doch dem Reichsrage eigen, ob durch seine Mitwirkung auch nur ein Unglücksfall ver- lindert worden ist(Lachen) und möge er sich gegen die Anklage schützen, daß durch die Nichtbeachtung von Maßregeln.>vie sie auf jenem Kongreß behandelt worden sind, tausende und abertausende von Arbeitern an Leben und Gesnudheit gefährdet werden. Daß die Herren Nationalliberalen dabei ein Gruseln überläuft, wie ich aus ihren Aeußeruugen entnehme, begreife ich; jedes Lebewesen gicbt die Töne von sich, zu denen es am meisten neigt.(Heiterkeit. Sehr gnt l bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Graf Posadowsky t Wollte ich in dem Tone antworten, den der Herr Abgeordnete Stadthagen anzuschlagen beliebt hat, so würde hier ein Ton ein- reitzen, um den andere Nationen uns nicht beneiden dürften. Daß ?n und für sich die Bestrebungen des Bauarbeiter-Kongresics aner- ennenswert waren, habe ich nicht geleugnet; was ich gerügt habe. war nur, daß sie verquickt waren mit anderen Dingen, die damit nichts zu thun haben und das sind die rrpnblikanischen Embleme, das Bekenntnis zur republikanischen Staatssorm, die Darstellung der Möglichkeiten der kollektivistischen Ver- waltung des Staats. Selbst in Preßerzeugnissen aus den Reihen der socialdemokratischen Partei heraus ist diese Verquickung gerügt worden. Das war auch nur der Sinn meiner Worte; wir sind stolz darauf, daß das monarchische Deutschland an erster Stelle steht in der Fürsorge für die Arbeiterklasse. sGrosze Heiterkeit bei den Social« demokraten.) Ferner will ich hier ein für alle Male, auch auf das entschiedenste, es ausspreche»: Was ich dem meinem Könige ge- Icisteteten Diensteide schuldig bin, das weiß ich allein, da lasse ich mich auch durch kein richterliches Erkenntnis beirren. Thatsache ist, daß der Bauarbeiterschutz-Kongresi mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung geschlossen wurde. Die moderne Arbeiterbewegung. das ist die Socioldcmokratie. Und wo ein Hoch auf diese ausgebracht wird: da gehört ein Vertreter der Staats- rcgierung nicht hinl(Lebhaftes Bravo! beim Abg. v. Kardorff.) Abg. Bebel(Soc.): Wenn der Herr Staatssekretär der Meinung ist. daß eS schon eine Verleugnung des monarchischen Gefühls bei einem Beamten bedeutet, wenn dieser in einen Saal tritt, der mit socialdemokrati- schen Emblemen geschmückt ist. so müßte er auch dafür sorgen, daß künftig kein Polizeibeamter mehr dorthin' kommt. lHeiterkeit.). Die Anwesenheit eines solchen in einer Versammlung, in der die Grundsätze der Socialdemokratie dargelegt werden, wirkt meiner Ueberzeugung nach auf eine Umwandlung ihrer Gesinnung hin. Ich finde es etwas kleinlich, wenn eine königliche Behörde an derartigen Emblemen Anstoß nimmt und deshalb die Teil« nähme an den Beratungen ausschlägt. Ich denke, es kommt doch da vor allen Dingen auf den Gegenstand der Verhand« l u ii g e n an.(Sehr richtig I) Die Verhandlungen des Kongresses find mittlerweile im Druck erschienen. PH nehme an, das} das Reichsamt des Innern von allen derartigen Drucksachen Kenntnis nimmt.(Ruf: Allerdings!) Nun, so wird es gesehen haben, daß in all den Verhandlungen nicht ein einziger Satz vorkam, der einen königlichen Beamten veranlassen könnte, den Saal zu verlassen. Meiner Ansicht nach müßte der Vertreter der Regierung ohne Rück- ficht auf andere Dinge überall hingehen, Ivo er glaubt, etwas Nützliches erfahren zu können.(Sehr richtig.) Der Herr Staatssekretär hat ferner gemeint: Wenn der Reichs tag in dem Tone fortfahren sollte, den mein Freund Stadthagen hier angeschlagen, dann würden sehr bald die Zustände herrschen, um die uns die Parlamente anderer Länder nicht beneiden würden. Nun, ich glaube, man hat in diesem Saale und auch von feiten der Regiening bisher nicht die geringste Ursache gehabt, gegen die parlamentarischen Gewohnheiten der Vertreter der Socialdemokratie Klage zu führen. Man sehe sich die Parlamente anderer Länder an. z. B. das öftreichische Parlament, wo bürgerliche Abgeordnete in einer Weise auftreten, die über alles hinausgeht, was man je in Deutschland erlebt hat. Der Herr Staatssekretär hat femer erklärt, es sei zu bedauem, daß so nützliche Bestrebungen, wie Arbeiterschntz, mit Dingen verquickt werden, die damit nichts zu thnn haben. Ja. Sie können doch nicht verlangen, daß die Socialdemokratie ans ihrer Haut wächst. Die Socialdemokratie hat als Emblem nun einmal die rote Farbe gewählt, genau sowie die Korps— der Herr Staatssekretär hat ja wohl auch zu einem Korps gehört— ihre bestimmte Farbe haben, deren Beleidigung sie als Beleidigung ihrer Ehre empfinden. Die Socialdemokratie ist eine Partei mit zweierlei Bestrebungen: einmal erstrebt sie ans dem Boden der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung möglichst Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen. Zweitens aber will sie eine allmähliche Umwandlung der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung in eine socialistische.(Zuruf des Abg. Kardorf: Republik!) Da versteht es sich doch ganz von selbst, daß sie das ganz offen auch bekennt. In Deutschland aber herrscht die rückständtge Anschauung, daß man abweichende Parteibekenntuiffc nicht vertragen kann. Der Herr Staatssekretär erklärte femer, daß das Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung allein schon genüge, um die Vertreter der Regiemng femzuhalten. Die moderne Arbeiter« bewegung ist aber nicht völlig identisch mit der Socialdemokratie. Sonst hatte man sich wirklich nicht gescheut, das Hoch auf die Social- demokratie auszubringen. Man hat es aber nicht gethon. weil noch andere Männer anwesend waren, die nicht auf dem Boden der Socialdemokratie standen, aber der modemen Arbeiterbewegung an- gehören.(Beifall bei den Socialdemokraten.) Damit schließt die Diskussion. Die Forderung für den vor« tragende» Rat im ReichSamt des Innern wird bewilligt. Die ebenfall« beim ReichSamt des Jmiem geforderten 20000 M. für Förderung der römisch-germanischen Altertums« o r s ch u n g beantragt die Kommission hier zu streichen, da dieser Betrag auf den Etat deS Auswärtigen Amte«, und zwar zu dem Posten für das Archäologische Institut zu Rom und Athen über- tragen worden ist. Abg. Dr. Lieber(CT) rechtfertigt diese Uebertragung. Es hat damit zum AnSdmck gebracht werden sollen, daß die Forderung für daS Archäologische Institut einen dauernden Charakter haben soll, während die LimeS-(Römischer Grenzwall) Kommission, für die jene 20 000 M. in Frage kommen, wieder aufgelöst werden solle, sobald sie ihre Aufgabe gelöst haben werde. Ein Zwiespalt zwischen dem ReichSamt de« Innern und dem Auswärtigen Amte liege durchaus nicht vor. Staatssekretär Graf Posadowsky bestätigt da» letztere und ist mit der Uebertragung de« Posten« für jetzt einverstanden. Für den nächsten Etat steht eine Umbildung de« Archäologischen Institut« in dem Sinne in Aussicht, daß ihm auch die Forschungen auf deutschen Boden übertragen werden sollen. Der KommisstonSantrag wird angenommen. Beim Kapitel„Patentamt* soll die Stelle eine« zweiten Vertreters des Präsidenten neu geschaffen werden, wogegen zwei ständige Mitglieder in Wegfall kommen sollen. Auf Wunsch de« Abg. Müller-Sagan(frs. vp.) erklärt Staatssekretär v. Posadowsky, erhalte e» für selbstverständ« lich, daß gerade beim Patentamt den Technikern ein gewisse« Ueber« gewicht vor den anderen Beamten eingeräumt werden muß. Er werde nach diesem Princip in Zukunft verfahren. Die Forderung wird hierauf bewilligt. Für den Neubau eine» Dienstgebäude« für den kommandierenden General des dritten Armeekorps rn Berlin(490 000 M.) werden al» erste Rate 100 000 M. verlangt. Di« Kommission hat beschloffen, nur 1b 000 M. für die Ausarbeitung eine« Entwurfs zu bewilligen, da der Kommission die regiemnasseitige Veranschlagung zu kost« spielig erschien. Das Hau« beschließt dem Kommissions« antra g entsprechend. Der Nachtrag zum Marine-Etat(darunter Neuorganisation der obersten Marinevehörden; Ersparnis: 67 761 M.) wird debatteloi genehmigt: ebenso der NachtragS-Etat zum Poft-Etat und zum Etat der ReichS-Eisenbahnverwaltung. Zur Teuerungszulage für Unterbeamte(darunter ISbbbOO M. für Postuntcrbeamte) fordert der Nachtragsetat schließlich 1642260 M. Die Kommission beantragt die Bewilligung. Abg. Einger(Soe.): Der Berichterstatter hat schon darauf hingewiesen, daß diejenigen Postunterbeamten, die die sogenannten gehobenen Stellen inne haben, mit den TheuerungSzulagen nicht bedacht werden. In der Unter« beamtenschaft ist diese Befürchtung aber vorhanden und ich bitte den Staatssekretär noch um eine ausdrückliche Erklärung nach dieser Richtung hin. Ich kann bei dieser Position nicht auf daS neueste vorgehen des Staatssekretärs, deffen Verwaltung immer mehr auf Vernichtung des VereinSrechtS der Unterbeamten ausgeht, eingehen, weil dieser Gegenstand der Tagesordnung in keinem Zusammenhange damit steht. Ich möchte dem Herrn Staatssekretär nur schon heute mitteilen, daß ihm in dieser Beziehung nichts geschenkt werden wird. und ich will heute nur nochmals feststellen, daß sein Vorgehen das den Beamten gesetzlich gewährleistete Vereinigungsrecht einfach illusorisch macht und ein Teil des Reichstags wenigstens zu dieser Wirtschaft innerhalb der Reichspostverwaltung seine Zustimmung nicht giebt. WaS die Sache selbst betrifft, so sind wir mit der Be- willigung der Teuerungszulagen vollständig einverstanden, ich hätte nur gewünscht, daß die Summe höher gegriffen und der Kreis derjenigen. die bedacht werden sollen, erweitert worden wäre. Die Hilfspo st boten sind gänzlich außer Betracht geblieben und ihre wirtschaftliche Lage ist noch schlechter als die der etatsmäßig angestellten. Natürlich kann hier nur eine Erhöhung der Diäten in Betracht kommen. Ich frage den Herrn Staatssekretär, ob er beabsichtigt, auch den Hilfs- Postboten ihre schwierige Lage entsprechend zu erleichtern. Geh. Rat im Reichs-Schatzamt Neumann erklärt, daß es nicht in der Absicht der Rcgierung liegt, die Teuerungszulage den Inhabern der gehobenen Stellen zu geben: über die Erhöhung der Diäten für Hilfs-Postboten habe noch leine Erörterung stattgefunden. Abg. Dr. Sattler(natl.) wünscht Mitteilung darüber, nach welchen Grundsätzen die Zulagen verteilt worden sind. Abg. Singer(Soc.): Daß Erörterungen über die Diätenerhöhung noch nicht statt- gefunden haben, diese Erklärung habe ich vorausgesehen. Deshalb fragte ich ja auch den Staatssekretär, ob e r beabsichtige, eine solche Erhöhung eintreten zu lassen, und ich hoffe, er wird sich selbst noch darüber äußern. Sie ist notwendig: die nicht festangestellten Leute haben dasselbe Recht darauf wie die anderen Beamten, daß eS ihnen erleichtert wird, über die schwieligen Verhältnisse hinweg zukommen. Staatssekretär d. Podbiclski: Der Vertreter deS Reichsschatzamts konnte nicht wissen, daß bei uns schon Erhebungen über eine anderweite Festsetzung der Tage gelder im gange sind. Wenn der Wunsch des Abgeordneten Singer berücksichtigt werden soll, so muß eine Erhöhung der Diätenbczüge eintreten. Die Regelung der Frage bietet aber große Schwierigkeiten. Dem Abg. Singer möchte ich nur sagen, so gar schlecht sind die diätarisch beschäftigten Beamte» nicht gestellt Es handelt sich hier um junge Lerne im Alter von 18—24 Jahren. ein Alter, in dem auch andere Arbeiter mit geringerem Lohn fürlieb nehmen müssen, als ihre älteren erfahrenen Kollegen. Dem Abg. Sattler möchte ich erwidern, daß die Grundsätze, nach denen die'Verteilung erfolgen soll, schon ausgiebig in der Budgetkommission bekannt gegeben worden sind. Wie sich die Verteilung aber selbst in den einzelnen Orten stellt, das muß von Fall zu Fall geprüft werden. Abg. Müller-Sagan(frs. Vp.) bittet der Anregung des Abg. Sattler Folge zu geben. Der Reichs tag muß sich die Kontrolle auch über die Verwendung der Teuerung« zulagen vorbehalten. Eine gründliche Neu-Ordnuug der Wohnungs- geldzuschüsse sei dringend erforderlich. Redner empfiehlt eine Auf- besserung der Tagegelder für die Posthilfsboten. Abg. Dr. Sattler(natl.): Es ist doch etwas hart, von uns 1 500 000 M. für Teuerungs- Zulagen zu verlangen und dann zu erklären, die Grundsätze können wir nicht angeben, nach denen die Teuerungszulagen! verteilt werden. Mindestens müssen wir nach Ablauf eines Jahres wissen, wie die Verteilung vorgenommen ist. Damit schließt die Diskussion. Die Forderung wird bewilligt; ebenso debattelos der Rest des Nachtragsetats sowie das E t a t s g e s e tz. Es folgt die zweite Beratung des Hypothekenbank- Gesetzes Abg. Biifing<»I.) beantragt, das Gesetz en bloc anzunehmen. Abg. Munltcl(frs. Vp.) will namens seiner Freunde diesem Vorschlage nicht widersprechen, um das Inkrafttreten des Gesetzes gleichzeitig mit dem Bürgerlichen Gesetzbuche zu sichern, obwohl sie init dem KonzesstonSzwang nicht einverstanden feien. Die Abgg. v. Stroinbelk(E.) und Schräder(frs. Vp.) verzichten gleichfalls auf Widerspruch, behalten sich aber für die dritte Lesung die Erörterung einzelner Punkte vor. Entsprechend dem Antrag Büsing wird daS Gesetz en bloc an- genommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr. S. Lesung des Gesetzes über die Verwendung von Mitteln aus dem Jnvalidenfonds, des Hypothekenbank-Gesetzes und der Jnvaliden-Versicherung. Schluß 5®/« Uhr. NommunKles. Wie der Magistrat die Regierung z« weiteren Eingriffe« in daS Selbstverwaltungsrecht ermuntert. Zur Nichtbestattgung de« Stadtverordneten Singer als Mitglied der städtischen Schul- deputation ersucht der Magistrat die Sradtverordneten-Versammlung unter Wiederholung der Borlage vom 20. September vorigen Jahres aus« neue um Vornahme einer anderweitigen Wahl. Dabei werden zugleich die früheren Ministerialerlaffe, die Protokolle de« Ausschusses, der Bericht des Stadtverord« neten Dr. Preuß, das Gutachten deS StadtsyndikuS Weise und die einschlägigen Gesetzesbestimmungen im Wortlaute mitgeteilt. Der Magistrat vertritt den Standpunkt, daß da» Be- stätigungSrecht mcht als Ausfluß der Selbstverwaltung, sondern als ein von der Aufsichtsbehörde delegiertes Recht zu betrachten fei. Bon der Herbeiführung eine« Berivaltungsstreitverfahrens verspricht sich der Magistrat nicht»: Bei der gegenwärtigen Strömung sei es nicht möglich, Wandel zu schaffen: man möge sich daher in da» Unvermeidliche fügen und sich der Hoffnuna hingeben, daß viel- leicht später eine freisinnigere Auffassung der Sachlage bei der AuisichtSbehörde Platz greifen werde. Ein Konflitt könne eine vielleicht tief einschneidende Schädigung der Stadt herbeiführen. In der letzten Ausschußsitzung will übrigen» Bürgermeister Kirschner aus den Akten nachgewiesen haben, daß der Magisttat bei der Wahl von Stadtverordneten und Bürgerdeputtetten in die Schul- deputation früher thatsächlich ihm das vom Staat übettragene Be- stätignngSrecht ausgeübt habe, da« sei nur eine Zeitlang in Vergessenheit geraten. Dem gegenüber hält die Mehrheit im AuSschuffe daran fest, daß die Schuldeputation eine rein städttsche Verwaltunas-Deputation sei und daß weder der Aufsichtsbehörde noch dem Magistrat ein Be- stättgungSrecht zustehe. DaS staatliche Bestätigungsrecht sei von beiden städtischen Behörden in früheren Remonstrationen gegen ein gleiche» Verlangen der Aufsichtsbehörde, wie eS jetzt gestellt worden. entschieden verneint worden und das Bestätigungsrecht de« Magistrats, da» auf der Gtädte-Ordnung von 1803 beruhe, fei durch die Städte- Ordnung von 1868 beseitigt. Ein Beschluß der Versammlung, wonach ein Socialdemokrat nicht in die Schuldeputation , e w ä h l t werden solle, e x i st i e r« n i ch t. Di« Stadtverordneten ,eien al« solche sämtlich gleichwertig und es sei ganz gleich- gültig, welcher polittschen Hattet sie angehören. Auf Grund ihrer Wahl in die Stadtverordneten-Versammlung könnten sie auch alle Rechte eine« Stadtverordneten, also auch das Recht, in die Schul- deputatton gewählt zu werden, beanspruchen. Wollte die versamm- lnng der Anficht de« Magisttat» folgen, so hieße die« nicht» anderes. al» ein den städtischen Behörden zugesprochene« Recht aufgeben und eine Präcedenz schaffen, Verwaltung von den Ausschuß hat au« diesen_..... schloffen, der Versammlung zu empfehlen, den Anttag de« Magtstrat« auf Vornahme einer anderweitigen Wahl eine« Mitgliedes der Schul deputatton abzulehnen. Man kann wohl erwatten. daß die Stadtverordneten-Bcrsamm- lung nicht nach Wunsch des Magistrats fünf gerade sein lassen wird, sondern sich auf den klipp und klaren Rechtsstandpunkt stellt und den Antrag auf Vornahme einer Neuwahl rundweg ablehnt. DaS ist das mindeste, was zur Wahrung der Ehre unserer Kommune zu verlangen ist. Es wäre ja eine reizende Idee und der Genialität der Herrn v. Posadowsky vollauf entsprechend, nach den Principien des be- kannten Vogel Strauß die stärkste Partei Deutschlands dadurch aus- zurottcn bis auf den letzten Stumpf, daß man überhaupt die Wahl ihrer Anhänger zu irgendwelchen öffentlichen Ehrenämtern mittels der schlauen Erfindung des Nichtbestätigens unwirksam macht. Denn wenn heute die Thorhcit geübt wird, einen Socialdemokraten nicht in der Schuldeputation nach Recht und Pflicht seines Amtes walten zu lassen, so kann morgen irgend ein Pfiffikus in der Regierung auf den Gedanken kommen, daß die Mitglieder der Rotte nicht ivert sind, den Namen Stadtverordneter zu tragen und übermorgen ver- fällt am Ende jemand darauf, ihre Existenz höchstens noch im natio- nalen Zuchthaus zu dulden. Wir nehmen an, daß dem Magistrat in der Stadtverordneten- Sitzung am Donnerstag gebührend zu Gemüte geführt wird, zu welcher Rolle er sich in dieser Angelegenheit hergegeben hat. Nähmaschinen für Hilfsbedürftige. Der verstorbene Rentier Adolf Paderstein hat eine Stiftung begründet, die zum Zwecke hat, solchen hilfsbedürftigen Bewohnerinnen der Stadt Berlin, welche verarmten Familien angehören und insbesondere Hilfsbedürftigen gebildeter Stände christlicher und jüdischer Religion Nähmaschinen und andere Handwerksgcräte zur unentgeltlichen Benutzung zu ge- währen. Die städtische Stiftnngsdepntation fordert hilfsbedürftige Beivohneriimen hiesiger Stadt der vorerwähnten Kategorie, welche sich um die unentgeltliche Ueberlassnng von Nähmaschinen oder sonstigen Handwerksgerätes aus der Padersteinschen Stiftung bewerben wollen, auf, ihre Gesuche unter Angabe der Religion bis zum 8. Juli er. einschließlich an die städtische SttftnngSdeputation, Poststraße 16, einzureichen.__ Lokales. DaS„Tegkerfchlößchrn" ist wieder gesperrt. Achtung. Patteigenossen! Wie Euch bekannt ist. hatte Herr Th. Hahne, der Besitzer des„Seglerschlößchen* in Schmöckwitz, durch Unterschrift sein Lokal der Arbeiterschaft zur Verfügung gestellt. Nach einigen Tagen hat jener Herr eS vorgezogen, sein gegebenes Wort zurückzuziehen. Die gesamte Arbeiterschaft, namentlich aber die Vereine werden diese Mitteilung stteng beachten und entsprechend handeln. Die Lokalkommission, Der Polizeipräsident im Kampfe gegen die roten Schleifen. Unser Parteigenosse Oehlert hatte sich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Verbandes der Vergolder beim Polizei- Präsidenten darüber beschwett, daß die rote Kranzschleife, die der Verein seinem verstorbenen Mitgliede Franz Markmann gestiftet hatte. von einem Schutzmann gewaltsam aus dem Leichenzuge herausgenommen worden ist. Hierauf hat der Polizeipräsident dem Beschwerdeführer folgendes geschttebcn: „Auf die Beschtverde über daS Verhalten des Schutzmanns Nr. 4012 bei dem Begräbnis des Vergolders Franz Markmann er- widere ich Ihnen ergebenst, daß die Aufsichtsbeamten im Interesse der Aufrcchterhalwng der öffentlichen Ordnung angewiesen sind, der Mitführung demonstrativer Abzeichen, wie roter Fahnen, roter Schleifen an Kränzen bei Leichenzügen entgegen- zutreten, indem sie zur Beseittgung derselben auffordern, und wenn dieser Aufforderung keine Folge gegeben wird, sie selbst entfernen. Dieser Anweffung hat der Schutzmann Nr. 4012, als der Leichenzug ihm auf der Kottbuser Brücke begegnete, lediglich entsprochen. Die von einem der Leidttagenden von dem Kranze abgelöste Schleife ist für die Dauer des Leichenbegängnisses auf dem Revierbureau zurückbehalten, um zu vermeiden, daß sie beim Weiter- marsch wieder an dem Kranze angebracht werde und dadurch neue Störung verursachte, und dott zu Ihrer Verfügung gehalten. Sie wird Ihnen nunmehr zurückgegeben werden." Es ist ja nichts Neues, vaß die Berliner Polizei gegen Arbeiter und deren berufene Vertreter in solchen Dingen vorgeht, die irgend- welchen Interessenten der kapitalistischen Ordnung unangenehm sind. Wir ettnnern nur an den Feldzug. der vor drei bis vier Jahren gegen die socialdemokrattsche Presse unternommen wurde, al« die von ihr gebrachten Sperre- und Boykottnotizen mit Hilfe de» groben Unfugparagraphen beseitigt werden sollten. Als die höheren Gerichts- instanzen wohl oder übel die Veröffentlichung der miß- liebigen Nottze» als gutes Recht der Presse bezeichnen mußten, wurde der erfolglose Feldzug allmählich ein- gestellt. Auch in der Angelegenheit der roten Kranzschleifen darf d i e A rb eitersch a ft sich nicht in» Bockshorn jagen lassen. In einem solchen Anklagefall hat am 7. Lpttl d. I. da« hiesige Schöffengettcht bereits auf Freisprechung erkannt und das K a m m e r g e r i ch t hat am 6. Juni das freisprechende Er- kenntniS bestätigt. Die Arbeiter sollen also auch bei der ihnen genehmen Art der Pietätsbezeugung nicht die Zuversicht aufgeben. daß die Berliner Polizei sich der besseren Einsicht fügen und die Träger von Kränzen mit roten Schleifen unbehelligt lassen muß. Beim Bau der elektrischen Hochbahn werden am Landwehr« kanal jetzt die eisernen Träger aufgerichtet. Am Sonnabend wurden mittels hoher eiserner fahrbarer Krahngerüste die ersten roten Träger und das erste aus Eisenfachwett hergestellte Brückenjoch befestigt. Die Bahn hat hier eine starke Steigung zur Ueberschrettuna der schon an sich hochliegenden Geleise der Anhalter Bahn zu überwinden. In der ZwangSinnnng für Drechsler haben die Zunft- brüder am Sonnabend eine unangenehme Ueberraschung erlebt. Der frühere Obermeister Karl Jakob fiel bei der VorstmidSwahl durch und der Kandidat der bisher freien Meister, Fttedttch Schulz. ieate mit 149 von 279 abgegebenen Stimmen. Ebenso siegte die Liste der freien Meister bei den Wahlen der übrigen Vorstands- Mitglieder. Eine regelmäßige Revision der Warenhäuser durch die Medizinalpolizei, sowie Anmeldung des Betttebcs gemäß g 86 der Gewerbeordnung wird von den Droguisten verlangt. Sie begründen ihr« Forderung mit dem Hinweis darauf, daß die Warenhauser in letzter Zeit auch den Droguenhandel, besonder« den Vertrieb der ogenannten Hausmittel an sich gerissen haben. Zehn Mar? Tagesverdienst. Hiesiae Zeitungen brachten dieser Tage die Mitteilung, daß die Kohlenschlepper bei einer hiesigen Firma gestreift hätten, weil sie mit dem bisherigen Tagesverdienst von 8 M. nicht zufrieden gewesen seien und 10 M. verlayat hätten. Da andere Arbeiter nicht zu erlangen gewesen wären, hätte die Forderung der Ausständigen bewilligt werden müssen. Zu dieser Mitteilung, die der arbeiterfeindlichen Presse abermals Anlaß geben könnte, über das Thema von der Begehrlichkeit zu Heulereien, ist zu bemerken, daß eS der genannten Arbeiterkategorie unter Umständen in der That möglich ist. im Accord den erwähnten Arbeitsverdienst zu erreichen. Allerding» find diese Umstände nicht allzuverlockend und machen e« sehr begreiflich, daß ich zu der scheinbar einträglichen Arbeit keine Stteikbrecher ge- unden haben. Die Arbeitszeit der Kohlenkarrer beginnt nämlich am Hafen morgens um 8 Uhr und dauett bei einer zweistündigen Mittagspause bi« in die sinkende Nacht. Die anstrengende Thättgkeit de« unausgesetzten Schleppen« der schweren Kohlenkorbe würde den Stärksten in kurzer Zeit umbringen, wenn sie nicht— zum Glück kann man sagen— öfter durch Tage der Arbeit«- losigkeit unterbrochen wäre. Denn auf ständige Be- 'chäftigung ist in diesem BewsSzweige niemal« zu rechnen, und oniit stellt sich ba» Jahreseinkommen der Kohlenschlepper kaum hoher als das anderer Arbeiter. Von einer Erringung oder gar einem Ieberschreiten des vorläufigen Jdeals der vorwärtsstrebenden Arbeiterschaft acht Stunden Arbeit, acht Stunden Muße und acht Wiart ständigen Tagesverdienst kann zum wenigsten in diesem Falle die Rede sein. Aus den Nachbarorten. Tod einer Artistin. Einen traurigen Abschluß hat am Treptow.Baumschulenweg. Den Mitgliedern des Vereins Sonntag die Produktion der fingenden Luftfee" Miß Selina geBorwärts zur Kenntnis, daß die Vereinsversammlung am Mittwoch, funden. Im Apolla- Theater zu Rigdorf gab die Artiſtin, welche den 14. Juni, abends 8, Uhr im Lotal des Herrn Staffeldt, Baum- ihre schwierigen Produktionen am Trapez mit Gesangsvorträgen beNach einer Mitteilung des Polizeipräsidenten versendet die schulenstr. 84-85, stattfindet. gleitet, ein Gastspiel. Als Miß Selina am Sonntag nach Beendigung früher hier Königsbergerstr. 31 wohnhaft gewesene Kurpfuscherin ihrer Nummer" fich in ihre Garderobe zurückgezogen hatte, wurde Frau Krüger von New York aus Prospette, in welchen sie ihr heutigen Dienstag Genoffe Th. Glocke im Lokal Albrechtshof. Part- der Herzgegend und fiel ihrem Gatten leblos in die Arme. Der Weißensee. Im socialdemokratischen Arbeiterverein wird am fie plöglich von heftigem Unwohlfein befallen, flagte über Stiche in magnetisches Naturheilverfahren" anpreist. Der Polizeipräsident straße 18, über das Thema„ Bernstein's Streitschrift" referieren. warnt das Publikum vor einer Verbindung mit der Genannten, von der 12. Unfallstation herbeigerufene Arzt Dr. Waldstein ver indem er bemerkt, daß sie nach ärztlichem Gutachten an hysterischer Ein Einbruch in die alte Schöneberger Kirche, welche in mochte nur noch den bereits eingetretenen Tob infolge Herzschlages Verrücktheit und Querulantenwahnsinn leidet. der Hauptstraße am äußeren Ende der„ Dorfaue" liegt, ist in der festzustellen. Die 46 jährige Artistin arbeitete" schon seit ihrem Der Bildhauer Gustav Adolf Landgrabe ist hier gestern im morgens der Wärter des Kirchhofes, auf dessen nach der Straße zu Nacht zum letzten Sonntag verübt worden. Als gegen 2 Uhr 12. Lebensjahre am Trapez. 62. Lebensjahr gestorben. Zu stürmischen Auftritten fam es Sonntagabend auf den belegenen Teile das Gotteshaus steht, einen Rundgang machte, be- Bahnhöfen von Grünau und Nieder- Schöne weide bei der Durch eine Gasexplosion wurden am Sonnabendabend die merkte er eine an ein Fenster gelehnte kurze Bauleiter und sah, daß Zurüdbeförderung der Regattabesucher. Es waren zivar seitens der Straßenpassanten und Bewohner der Großen Frankfurterstraße in das Fensterkreuz eingedrückt war. Die Untersuchung im Innern der Bahnverwaltung Maßnahmen getroffen worden, und die Strecke war Aufregung versetzt. In dem Hause Gr. Frankfurterstr. 106 war um Stirche ergab dann, daß die Kästen und Truhen erbrochen waren. berartig mit Bügen besetzt, daß der Fahrplan nicht mehr eingehalten 10 Uhr in der ersten Etage, in der sich das Abzahlungsgeschäft von Die Diebe, welche nach der Enge des Fensters zu schließen, durch werden konnte, doch genügte dies alles nicht im entferntesten. Auf A. Ostrowski befindet, durch eine Gasexplosion eine große Berheerung das sie in die Kirche eingedrungen sind, in noch jugendlichem Alter dem Bahnhof Grünau herrschte ein beispielloses Treiben, und bei angerichtet worden. Thüren, Fenster und andere Gegenstände waren stehen müssen, haben vermutlich nach Geld oder Wertstücken gesucht. Eintreffen eines leeren Zuges wurde dieser buchstäblich von den zertrümmert und bededten die Trümmer die Straße und den Hof. aber nichts gefunden. Die alten geringwertigen Kirchengeräte haben Menschenmassen gestürmt. Zwischen den Fahrgästen entstanden Vier Personen wurden verlegt, und da das Gerücht verbreitet wurde, die Spigbuben ebenfalls nicht mitgenommen, dagegen hießen fie Brügeleien, Kinder wurden zu Boden geriffen, und die Bahns es feien mehrere Menschen dabei ums Leben gekommen, so steigerte zwölf halbe und eine ganze Flasche Wein mitgehen, beamten, die durch Silfspersonal unterstügt waren, konnten nur mit fich die Aufregung noch mehr. Als die Feuerwehr erschien, hatte sich die für den Abendmahlsgottesdienst bestimmt waren.] schon eine so große Menge angesammelt, daß fie taum Platz zur aller Mühe die Ordnung auch nur einigermaßen aufrecht erhalten. Anfahrt hatte. Der Explosion soll ein Schurkenstreich zu Grunde Aus Weißensee berichtet man uns: Die Erlangung des Bei Ankunft der Züge in Johannisthal waren diese natürlich überliegen. In den Räumen des Abzahlungsgeschäfts war durch den Städter echt's forderte eine an den Minister des Innern ge- Menschenmassen aus Johannisthal zurückzubefördern, mußte der füllt und fast uiemand konnte noch Unterkunft finden. Um die dort wohnenden Schlossermeister Behnstedt und dessen Gesellen Paul Abschrift lag der Gemeindevertretung vor, damit sie hierüber beraten Fahrplan in der achten Abendstunde umgeändert werden. Domnick die Gasleitung verlegt worden. Letzterer foll nun furz rorher geäußert haben, daß es am Abend noch großen Krach im und sich mit dem Gesuch einverstanden erkläre. Der vom Gemeinde- Reinickendorf. Zur Errichtung eines Wasserwertes für Er ist deshalb am Sonntag verhaftet vorsteher verlesene Antrag hob hervor, daß die kommunalen Ver- die Gemeinde Reinickendorf find an verschiedenen Stellen im GemeindeOstrowski spät Abends Gasgeruch verspürte, bältnisse des Ortes den Rahmen einer Landgemeinde weit bezirk Bohrungen vorgenommen worden, die bis jetzt in einer Tiefe benachrichtigte er Behnstedt. Beide untersuchten dann die überschreiten. Der Verwaltung der Gemeinde fehle bei der von 100 Metern ein negatives Resultat ergeben. Nummehr werden nicht geschlossene Gasleitung, die Behnstedt, auf einer Leiter vorhandenen Häufung der Geschäfte die nötige Uebersicht, in der Tegeler Heide an der Wasserwertschaussee Bohrversuche unter Die Explosion was zur Folge habe, daß mit der Ausführung wichtiger nommen. Wegen Beseitigung des in der Martstraße im Bau crfolgte, als B. das Streichholz anzündete, er wurde Gemeinde- Angelegenheiten Unterbeamte betraut werden müßten. befindlichen Müllschmelzofens der Stadt Berlin find bereits von der Leiter geschleudert, besaß aber noch fobiel Geistes- Die Thatsache, daß der Gemeindevorsteher zugleich Amts- drei Petitionen an den Oberpräsidenten gerichtet. Es wird für gegenwart, um den Hahn des Gasmessers abzustellen. Ostrowski vorsteher fowie Mitglied des Kreisausschusses sei, wünschenswert gehalten, daß auch die von der Martstraße entfernter wurde ebenfalls verlegt. Außerdem erlitten zwei Straßenpassanten bilde einen zweifellos nicht zum Nutzen der Gemeinde ausschlagenden liegenden Bezirke sich der Petition anschließen. Die Anlegung solcher durch herabfallende Glassplitter Verlegungen und eine Verkäuferin und darum zu beseitigenden Zustand. Die Bürgerschaft tönne es Defen, deren 6 geplant find, schädigt nach Meinung der Einwohner fiel in Ohnmacht. Fenster, Thüren und Einrichtungsgegenstände nicht verstehen, daß die Vergebung von Ehrenämtern keine weitere den ganzen Ort. Die Gasglühlight- Beleuchtung für wurden zertrümmert, Decken und Fußboden beschädigt. Die Feuer- Ausdehnung erfahren habe, sondern immer nur auf einen die Gemeindebezirk Reinickendorf ist wehr löschte die Flammen und benachrichtigte die städtischen Gas- gewissen Kreis von Personen beschränkt bleibe. Durch Erlangung vom städtischen Gasturatorium in Berlin genehmigt worden; nundes Städterechts sei es mehr als bisher möglich, stenerfräftige mehr wird mit der Aenderung der Brenner binnen furzem begonnen Zusammenstoß. Montagmorgen fuhr der 26 Jahre alte bestehe jezt aus Arbeitern, welche teils ber billigen versorgung in dem Gemeindebezirk Reinickendorf werden die Berliner Personen dem Orte zuzuführen. Die Mehrzahl der Einwohnerschaft werden. Mit der Kabellegung zur Beleuchtung und KraftKutscher Karl Töpfer mit einem Schlächterwagen am Rofenthaler mieten, teils ber mangelnden Aufsicht( 9) wegen Elettricitätswerte nach Genehmigung des Bauplanes, der in der Thor vorbei. Hier scheute sein Pferd, ging durch und stieß mit hierher gezogen feien. Das jezige Verwaltungssystem bedeute für nächsten Woche der Gemeindevertretung vorliegen wird, beginnen, einem elektrischen Wagen zusammen. Töpfer, der vorn auf seinem den Ort eine große wirtschaftliche Gefahr. Wagen saß und die Beine herabhängen hatte, wurde der linke Fuß& eltmann erklärte, daß er an der Distuffton sich nicht be- artig gedacht, daß von einzelnen Punkten die Straßenlaternen ganzer Der Gemeindevorsteher Das Kabelnet ist außerordentlich umfangreich und die Anlegung der dermalmt und das rechte Bein gebrochen. Ein Schutzmann brachte teiligen werde, um zu verhüten, daß man ihm nachsagen könne, er Straßenzüge gelöscht werden. In der Centrale im alten Dorf for foll Knochen des linken Fußes zersplittert waren, so daß der Fuß ab- Gemeindeverordneter Kühn erklärte die Gegenleistungen des Kirche erbaut werden. ihn in ein Krankenhaus. Sier stellte es sich heraus, daß auch die wolle aus persönlichen Gründen den jetzigen Zustand erhalten wiffen. ein etwa 9 Meter hoher Umschalteturm auf dem Plaze bei der genommen werden muß. Da die Scheerbäume fich losgehaft hatten Streifes für die von der Gemeinde an denselben zu leistenden und das Gestränge zerrissen war, befreite fich das Pferd und rafte weiter. Erst am Hackeschen Markte fonnte man es anhalten. Im achtzigften Lebensjahr ist hier gestern vormittag der Oberrabbiner Dr. Hirsch Hildesheimer gestorben. Das„ Berl. Tagebl." bezeichnet ihn als den Positivsten der Positiven, als einen Fanatiker durch und durch. Hause geben würde. worden. stehend, mit einem Streichholz ableuchtete. werke. im Straßenlaternen = Kreisstenern als reine Geschenke, um welche man erst betteln St. Josefs Waisenhause zu Potsdam dürfte ein Vorfall, der Angesichts der Prügelaffaire aus dem katholischen müsse. Die Gemeindeverordneten Nothe, Warthul und Lambertus am Sonntagvormittag in Potsdam großes Aufsehen erregte, erklärten sich aus finanziellen Gründen gegen den Antrag. Genosse bemerkenswert fein. Während des Hauptgottesdienstes in der Gerstenberger betonte hauptsächlich, daß die große Masie der fatholischen Pfarrkirche hatte nämlich vor derselben eine Frau AufBevölkerung dem Antrage ziemlich fühl gegenüberstehe. Wie man stellung genommen und verlangte weinend von einem dort postierten im Antrage von mangelnder Aufsicht reden könne, sei unerfindlich. Schutzmann Hilfe gegen eine barmherzige Schwester des Wünsche man mehr Polizei? Schon die Zahl der heute vorhandenen St. Josefs Waisenhauses, welche ihre Tochter, Gendarmen sei zu hoch. Das einzige, was uns mit dem Antrage be- bie sich in der Anstalt befindet, so furchtbar ges freunden könne, jei der Umstand, daß thatsächlich die Städteordnung der schlagen habe. Bergebens versuchte ber Beamte die Kommune ein größeres Maß der Selbstverwaltung garantiere, als Frau zu beruhigen, sie stürzte sich, als nach Beendigung des Gottesdie Landgemeinde- Ordnung. Der Antrag wurde schließlich auf ein Ein hartnäckiger Selbstmörder ist der Handelsmann Paul Baillon aus der Thaerstraße 17. Baillon war ein Gewohnheitsfäufer. In den letzten beiden Jahren erhängte er sich dreimal, Einmal schnitt ihn seine Frau, zweimal ein Nachbar noch rechtzeitig ab. Am Sonnabend fand ihn eine Frau aus dem Hause im Keller als Leiche an einem Nagel hängen. Der vierte Selbstmordversuch Jahr vertagt. ist dem Hartnäckigen endlich gelungen. H. dienstes die Waisenkinder unter Begleitung von barmherzigen Schwestern die Stirche verließen, auf ihre Tochter, riß sie aus der Reihe der Waisenmädchen heraus und führte sie dem Schußmann zu. Derfelbe veranlaßte aber, daß das sind wieder in die Reihe eintreten mußte und verwies die Mutter an den Potsdamer Magistrat resp. Waisenrat, bei welchem sie sich beschweren sollte. Die Frau folgte mun dem Zuge der Waisentinder, dabei wenig liebenswürdige Worte gegen die Schwestern gebrauchend. Ueber eine mutige Rettungsthat wird uns nachträglich beAus der Strafanstalt Plöhensee find am letzten Freitag früh richtet. Am Sonntag vor acht Tagen unternahmen mehrere Partei. drei Gefangene ausgebrochen. Ihre Flucht wurde bald bemerkt genoffen eine Radpartie nach dem Städtchen Cremmen. In und man nahm sogleich die Verfolgung der Entwichenen auf, woran Schwendte, dem legten Dorfe vor Cremmen, hatten die Nadler fich auch eine Patrouille der Militärwache beteiligte. Diese hat nun Gelegenheit, das Schauspiel der Fahnenweihe eines Krieger einen der Flüchtlinge auf folgende merkwürdige Art wieder aus vereins zu genießen. An der Feier nahmen pflichtschuldigst findig gemacht. Nachdem unsere Der Führer der Patrouille, ein Einjährig alle marschfähigen Patrioten Cremmens teil. Am Fuße des Karlsberges, wo der neue Aussichtsturm steht, Freiwilliger, bemerkte einen aus Spandau kommenden Brauer Ferne vor ihnen liegenden Cremmen eine Rauchwolte aufsteigen. Saltestelle errichtet werden. Freiwilliger, bemerkte einen aus Spandau kommenden Brauer- Genossen das Gewühl hinter sich hatten, saben sie aus dem in der soll zum 20. d. Mts. von der Gesellschaft" Stern" eine Dampferwagen, der mit großen Riften beladen war. Der Patrouillen- Ferne führer bermutete, daß der Kutscher in den Kisten einen oder Bald bestätigte sich ihre Mutmaßung, daß dort Feuer ausgebrochen Wieder ein Soldatenselbstmord. Der Regiments- Quartiervielleicht alle brei Flüchtlinge verborgen hielt, und verlangte fei, und nun ging es in eiligem Tempo der Brandstätte zu. Die meister Biotowski des in 3 illich au garnisonierenden Bosenschen Deffnung der Behälter. Der Stutscher hieb indeß auf die Pferde ein Stadt war wie ausgestorben, nur Greise, Frauen und Kinder Ulanen- Regiments Nr. 11 hat, wie es heißt in einem Anfalle von und jagte in vollem Lauf nach Berlin zu; die Patrouille folgte und waren zur Bewachung des häuslichen Herdes zurückgeblieben. geistiger Umnachtung, Hand an sich gelegt. Er brachte sich mit einem brachte das Fuhrwert in der Stephanstraße zum Stehen. Hier Markerschütternde Hilferufe ertönten unseren Parteigenossen Messer schwere Stichwunden bei, an deren Folgen er im Garnisonwurden die Kisten geöffnet und da fand man denn in der That in aus bem ersten Stod des brennenden Hauses entgegen, lazaret verstorben ist. Biokowski war verheiratet und Vater von dem Eiskaften einen der flüchtig geworden Sträflinge. Die beiden er tam von einer Frau in hochschwangerem Zustande. An eine fünf unmündigen Kindern. Er war längere Zeit frant gewesen und anderen Flüchtlinge wurden auch noch am selben Vormittag er- Rettung über die in hellen Flammen stehende Treppe war nicht zu hatte vor kurzem erst wieder seinen Dienst angetreten. griffen. Der hilfsbereite Stutscher hat sich eine Anklage zugezogen. Nachbarschaft eine schwache Leiter beschafft, welche kaum bis zur abendabend das erste Richtfest gefeiert. Es wurden die beiden an denken. So wurde denn schnell von den fremden Männern aus der Im neuen Botanischen Garten bei Dahlem wurde am SonnEin Dachstuhlbrand rief Sonntagnachmittag die gesamte vierte ersten Etage reichte. Unser Parteigenosse. Meier aus der Dahlemer Chauffee gelegenen großen Direktorialgebäude Löschtompagnie nach Bernauerstraße 96. Die Entstehungs- Halensee benutzte die Leiter zunächst, indem er mit ursache konnte nicht mehr festgestellt werden, da das Feuer bei An- einem träftigen Rud das Fensterkreuz aus der Bandung gerichtet. funft der Wehr bereits den halben Dachstuhl des Vorderhauses er- herausbrach;" sein Reisegefährte, Genosse Much aus Wilmersfaßt hatte. Ueber eine mechanische Leiter und atvei Treppen hintveg borf, rettete dann die schon bewußtlose Frau über die wurde gegen die Flammen vorgegangen, doch dauerte es fast zwei von seinem Gefährten gehaltene schwanke Leiter. Auf das Stunden, bevor sie vollständig gedämpft waren. Werschiedene Mieter Geschrei der Umstehenden, daß noch Knabe oben fei, erleiden erhebliche Verluste. wagte sich Meier schnell entschlossen nochmals durchs Fenster und Radrennen zu Berlin- Kurfürstendamm, 11. Juni. Niederrad rettete auch glücklich den ebenfalls schon bewußtlosen Jungen. Der Prämienfahren. 3000 Meter. 80, 20 und 10 M. Didentmann Bürgermeister, der inzwischen erschienen war, erfundigte sich nach den Amsterdam 1; A. Dahl- Koppenhagen 2; G. Albrecht- Friedenau 8. Namen der Retter und dankte ihnen im Namen der Bürger Cremmens. Beit: 4 Min. 10%/ 5 Set. Netord- Verfuch von A. Champion- Paris Im Bewußtsein, eine edle Pflicht erfüllt zu haben, radelten unsere rabelten über eine Stunde. Beim 22. Kilometer giebt Champion auf, nach- tapferen Parteigenossen nach Berlin zurück. dem er folgende Zeiten gefahren hatte: 5 Kilometer in 5 27in. Zur Wohnungsnot in Charlottenburg. Eine Art von 508/ s Set.; 10 Stilometer in 12 min. 25/5 Set.; 15 Kilometer in städtischem Wohnungsnachweis ist in Charlottenburg eingerichtet 18 Min. 282/5 Set.; 20 Kilometer in 24 min. 824/5 Set. Der worden. Wie das Statistische Amt der Stadt uns mit deutsche Rekord für 20 Kilometer steht auf 22 Min. 234/5 Set.teilt, hat es mit Unterstügung der Polizeidirektion Anfang Mai d. J. Niederrad Vorgabefahren. 1609 Meter. 80, 50 und 30 M. Hansen wieder, wie im Vorjahre, eine Erhebung der leerstehenden schaftskammer *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. LandwirtNotierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium ( 20 Meter) 20 Min. 05/ s Set.; Albrecht( 40 Meter) 2; F. Kraust Wohnungen und Geschäftslokale vorgenommen. Das Material für den Doppel- Centner. ( 180 Meter) 8. Berfolgungs- Match über 5 Kilometer zwischen fann von Wohnungssuchenden im Statistischen Amt, Berliner+) Kleinhandelspreise. Champion- Baris und Strud- Hamburg. Schon am Ende des 8. Stilo- ftraße 77, bis zum 20. Juni zwischen 10 und 1 Uhr vormittags um 2,50 W. für Juli, etwa 2 M. für Dezember und 8 M. für Ottober. Produktenmartt vom 12. Juni. Die Preise für Weizen stiegen meters hat Strud seinen Gegner geholt, da das Rennen ohne eingesehen werden. Die Erhebung ergab wieder ein weiteres Schrittmacher ausgefahren wird. Verfolgungs- Rennen über fünf Anwachsen der Not Der Breis des Roggens erhöhte sich für Juli um 1,75 W., für Herbstan fleinen Wohnungen. Leerstehende lieferung um 2,50 m. Im Anschluß daran waren auch Safer und Mais Kilometer zwischen dem Fünffizer Andriese- Amsterdam und dem Wohnungen, bestehend aus einem Zimmer, gab es im borigen Monat begehrter und 50 Pf. besser. Rüböl und Spiritus bewahrten bei kleinen Fünffizer Mulder- Amsterdam. Es fiegte der Fünffiger Mulder in nur noch 80, im November vorigen Jahres noch 87, im Mai vor umfäßen vorgestrigen Wertstand. Spiritus loto Faß mit 70 M. Abgabe 6 Min. 003/5 Set. einem Jahr 221. Wohnungen mit zwei Zimmerit, die leer stehen, ist heute von den Kursmaklern mit 40 m. gehandelt worden. 50er Spiritus Eduard Strauß aus Wien, der aus früherer Zeit den Bergiebt es nur noch 50, vor einem halben Jahr gab es beren 112, fam nicht zum Umfas. Kartoffelstärke und Mehl Juni- Lieferung 20,20 m. Vinern bekannt ist, hat mit seiner Stapelle am Sonnabend eine bis vor einem Jahr 203. Die leerstehenden Wohnungen mit 3 Zimmern 10. Juni mittags bis 12. Juni mittags betrugen 61 o. Weizen, 220 To. Berlins Getreides und Mehlzuführen zu Wasser vom zum 30. Juni währende Gastspiel- Serie in der Brauerei Friedrichs- find innerhalb Jahresfrist von 205 auf 142 und 103 zurückgegangen. Roggen, 230 Co. Safer, 402 To. Mais, 2350 D.- Str. Weizenmeht, 400 D.- Ctr. hain eröffnet. Ueber die fünstlerische Tüchtigkeit der Straußschen Erst bei den Wohnungen mit vier Bimmern ist ein gewiffer Still" Weizen Roggen Futter- Gerste Safer gut " mittel gering Nichtstroh Marktpreise von Berlin am 10. Juni 1899 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. 16,30 15,-Schweinefleisch 1 kg 15,- 13,90 Kalbfleisch 1,60 1,10 1,80 1, 2 2 " 13,10 12,70 Sammelfleisch 群 1,60 1, 15,60 15,10 Butter 2,40 2, 15, 60 Stud 3,60 2,20 " 1 kg 1,80 1,20 2,80 1,40 2,60 1,20 2,20 1,20 1,60 0,80 " 2,80 1,20 1,20 0,50 per Schod 12, 2,80 Heu Grbfen peifebohnen †) Linsen Startoffeln, neue Mindfleisch, Reule 1kg do. Bauch 14,50 Gier 14,40 14,-Starpfen 4,- 3,32 ale 6,80 4,- Bander 40, 25, Sechte 50, 25, Barsche 30, Schleie 2 " 09 70, 6, 4, Bleie 1,60 1,20 Krebse 1,20 1, " CHIO Kapelle irgend ein Wort zu sagen, ist wohl überflüffig; ihr bedeutender stand eingetreten: Mai 1898 gab es 128, im November 82, jest 80 Roggenbericht vom 12. Juni. Normale Gler 2,30-2,80., eine 2,20-2,30 M. per Schod. Tendenz fest. Berlins Eierzufuhren in voriger Woche betrugen 940 973 Kg., bavon 914 380 Kg. per Niederschlesische, 14050 g. per D, 7120 Stg. per Stettiner, 3380 per Norbbahn. Die Ausfuhr betrug 60 801 Stg., babon 18 260 Kg. per Niederschlesische, 6926 Kg. per Anhalter, 6660 Kg. per Stettiner, 5480 Stg. per Norb, 1100 Kg. per Görlizer, 21 116 Sg. per Potsdamer Bahn. Witterungsübersicht vom 12. Juni 1899, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Wind: Bumppa Windftärfe Wetter Temp. n. G. 6° C. 4º R. Stationen Barometerftand mm Wind richtung Windstärke Wetter Ruf offenbart fich im Vortrage des leichten Walzers sowohl wie der Auch die Zahl der leeren Wohnungen mit fünf Bimmern ist nur komplizierten Opernouvertüre. Leider ist aber das beste Garten- unwesentlich zurückgegangen: von 64 auf 63 und 58. Selbst die Tonzert nur ein sogenannter Genuß, wenn, wie gestern, das März großen Wohnungen haben sich im letzten halben Jahr meist nicht Inftert weht und den tünstlerischen Eifer mit einem derben weiter vermehrt. Schnupfen lohnt. Hoffentlich bescheert der Himmel den Berlinern Ans Rigdorf. Von einem 2aftwagen berfahren und auch ihren Wiener Gästen bald eine Reihe von linden Sommer- und ich wo er verlegt wurde am Montagnachmittag auf dem abenben. Rottbuser Damm der Kutscher 8 erb ft. Nach Anlegung eines NotOrgelfonzert. Der Diener'sche Orgelvortrag in der Marienkirche verbandes wurde der Unglüdliche nach einem Krankenhause gebracht. bringt am Mittwoch, mittags 12 Uhr, ein Duett, eine Arie und das In einer eigenartigen Situation wurde am Montag H- moll Bräludium von Bach, Händels Stommt all, thr Seraphien", bie früh an der Grenze des Tempelhofer Feldes der 21jährige Schneider Stationen 2. Sonate von Menbelssohn, ferner Stompofitionen von Dienel, Schumann, Wilhelm W. aus Berlin aufgefunden. Baffanten fahen einen Rheinberger, Th. de Witt und Raff. Der Eintritt ist frei. Mann am Boden liegen, dem die Beine zusammengebunden und Fenerbericht. Ein Gardinenbrand rief die Wehr Sonntag der Mund durch einen Knebel verschlossen war. Troßdem die Hände abend gegen 10 Uhr nach Brinzenstraße 7. Aus demselben frei waren, wand sich ber Mann in Strämpfen, die auch nicht nach Swinembe. 76023923 8egen 13 Saparanda 756 ONO wollig Hamburg 76223 Grunde erfolgte ein Ausrüden der Wehr nach Bridenstraße 8. ließen, als man ihn aus feiner peinlichen Lage befreit hatte. Erft Berlin 76223 Buttmannstraße 15 wurden Riften und Ladentifche ein nach längerer Zeit erholte W., ber an Strämpfen leidet, sich soweit, Biesbaden 765 9 geäschert. Tilsiterstraße 45 mußte in dem Keller der städtischen daß er angeben konnte, wer er fei und was mit ihm geschehen. München Gemeindeschule eine große Menge Papier und Auguststraße 86 angeblich ist er von mehreren Berfonen überfallen unbleines Bien brennende Bretterverschläge und Holzkohlen abgelöscht werden. Gelbes beraubt worben. Während der Fesselung habe er Außerdem mußte Faltensteinstraße 31 ein Küchenbrand be- die Strämpfe bekommen, worauf die Thäter entflohen seien. 2. wurde feitigt werden. nach dem Krankenhause gebracht. 7650 Temp. n. C. 51% 15° 6.= 4° R. 768 9 767 9 4 heiter 765 NO wollent volkent 1 heiter 18 19 13 4bebeckt 11 Petersburg 4bebedt 13 Cort 3wolfen! 15 Aberdeen 2wolfent 14 Paris 765Still wolfig 11 Wetter Prognose für Montag, ben 13. Juni 1899. Biemlich fühl, zeitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit leichten Regenfällen und frischen nordwestlichen Winden. Vermischkes. ficht sind mit dem Ausfluß des Giftes bebedt. Die Kinder schreien| Seuche angeboten. Der Großbezier gab Befehl, daß den Ans Tag und Nacht, mehrere schweben in Lebensgefahr. Der Arzt entsordnungen der britischen Aerzte Folge zu leisten sei. Die Leiche Im Hafen von Stettin versant gestern der Schleppdampfer schuldigt sich damit, daß er sagte, die Schuld liege an dem schlechten des Kaffierers der hiesigen russischen Diskontobant, welcher ,, Erich", der im Begriffe war, dem englischen Dampfer North Star" Gift, das er erhalten. Es scheint uns unglaublich, daß man so leicht seit dem 3. d. M. vermißt wird, ist in einem von eingeborenen aus Lieth Assistenz zu leisten. Er erhielt einen Stoß in die Mitte sinnig mit Menschenleben umgehen kann. Muß man da nicht Gegner Beamten der Bank besuchten Hause vergraben aufgefunden worden. Von den Banknoten, welche seit dem und sant sofort. Der Kapitän und der Bootsmann tonnten sich so des Impfzwanges werden? Es wird leider nicht berichtet, ob bereits Die Mörder sind verhaftet. lange über Wasser halten, bis sie gerettet werden konnten. Der alles von seiten der Behörde geschieht, um die Gesundheit der Kinder Verschwinden des Kassierers in der Kasse fehlten, sind die meisten Maschinist hatte feine Beit mehr, aus dem Maschinenraum heraus wiederherzustellen und die Schuldigen zu bestrafen. wieder aufgefunden worden. zukommen; er versant mitsamt dem Schiffe in die Tiefe. Das Schiff Die Einfahrt in das Weiße Meer und der westliche Teil In der Geschützgießerei der Armstrong Whitworth wird später gehoben werden. Company zu Newcastle brach Sonntag ein Feuer aus, durch des Weißen Meeres sind, wie aus Archangel berichtet wird, voll Vergiftung durch die Vaccination. Aus Sulz im Ober- welches eine große Anzahl wertvoller Geschüße und Maschinen nebst Eis; der regelmäßige Dampferverkehr erleidet Störungen, vor Kanin Elsaß wir der Freien Presse" für Elsaß- Lothringen berichtet: In anderem Material zerstört wurde. Der Schaden wird auf 200 000 Pfund Noß liegen 15 Oceandampfer. unserm Städtchen herrscht der reinste Aufruhr infolge der Impfung.| Sterling veranschlagt. In einem Dynamitmagazin der Kimberley- Mine fand, wie Die geimpften Kinder haben, wohl infolge schlechten Impfstoffes, Aus Teheran, der Hauptstadt Persiens, wird berichtet: In aus Kapstadt. berichtet wird, eine Explosion statt, bei der geschwollene Aermchen, daß es einen schaudert, sie nur anzusehen. Buschir starben vom 5. bis zum 10. b. M. acht Personen an der 17 Eingeborene getötet und 3 Europäer und 27 Eingeborene schwer Es fallen Löcher in die Arme. Brust. Hüften, Arme, Hals und Ge- Best. Die englische Kolonie hat ihre Hilfe zur Bekämpfung der verwundet wurden. Schloss Weissensee. Sonntag, den 25. Juni 1899: Großes Volks- Fest. arrangiert von den Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises( Osten) unter Mitwirkung des Arbeiter- Sängerbundes. Volksbelustigungen aller Art. Turnerische Aufführungen. Schwimmklub. SeeSocialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis( Often). Dienstag, den 13. Juni, abends 8 Uhr, im Lokal Königsbank, Gr. Frankfurterffraße 117: Versammlung. I Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten Genoffen Paul Singer über: Unsere nächsten Stadts verorbneten- Wahlen mit besonderer Berücksichtigung der Neueinteilung der Kommunal- Wahlbezirke. 2. Diskussion 3. Verschiedenes. Die Versammlung wird präcise 82 Uhr eröffnet. Während des Vortrages merden Beiträge nicht entgegen genommen. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. 243/1 1 Socialdemokratischer Wahlverein und Kasperle- Theater. Grosses römisches Pracht- Feuerwerk, ausgeführt von dem für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Bau- u. Erwerbsgenossenschaft Vorwärts". Kunst- Feuerwerker Herrn Alberss. In beiden Sälen TANZ. Die Kaffeeküche ist bis 6 Uhr Heute abend 8, im Lokale des Herrn Gittler, Gingetr. Genossensch. mit beschr. Haft. [ 236/6 geöffnet. Anfang morgens 8 Uhr. Das Komitee. 215/9 Achtung! Töpfer Berlins. Achtung! Am Dienstag, den 13. Juni, abends 6 Uhr, bei Stechert, Andreasstraße 21: Defftl. Versammlung der Löpfer Berlins u. Umg. Tages Ordnung: Wie stellen sich die Töpfer Berlins zur Einführung geregelter Lohn193/5 und Arbeitsverhältnisse? Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann: H. David. Jägerstr. 4, Hof part.: Versammlung. in Liquidation. Laut Beschluß der Generalversamm: lung vom 2. Mai d. J. befindet sich die Genossenschaft in Liquidation Ernst Hindersin ernannt worden und ist nachstehende Bilanz genehmigt worden: 20570* Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen zu Liquidatoren sind Otto Urban und Nosenow. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Charlottenburg! Debet. 31. Dezbr. 1898. An Beiträgen 210, 1. Januar 1899. An Beiträgen 180, Mittwoch, 14. Juni, abends 82 Uhr, in ,, Bismarckshöhe", 1. April 1899. An Beiträgen 240, Wilmersdorferstraße Nr. 39: Mart 630, 31,70 Credit. Unkosten Anzahl. Boot 150, Oeffentliche Gewerkschafts- Versammlung. 31. Debr. 1808. often Tages Ordnung: 203/7 " " " 10. Januar 1899. Zahlung Boot 100, 22. " 1. Der hiesige städtische Arbeitsnachweis und die weitere Ausbauung 20. April 1899. Untoften. desselben. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Alle Arbeiterinnen und Arbeiter werden ersucht, zu erscheinen. Der Vertrauensmann der hiesigen Gewerkschaften. Kranzbinderei u. Blumenhandlung von 16082* Deutscher Holzarbeiter- Verband.| Verein der Berliner Buchdrucker Donnerstag, den 15. Juni, abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Zubeil, Lindenstraße 106: und Schriftgießer. Vertrauensmänner- Verlammlung mittwoch, den 14. Juni, abends 9 Uhr, im Louisenstädtischen der Musikinstrumenten- Arbeiter. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Die Gefährdung des Koalitions: rechts. 2. Werkstättenberichte der Kommission und Fragebogen. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Kollegen, jede Werkstatt muß vertreten sein. 106/11 Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin.) Am Mittwoch, den 14. Juni, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Fischer, Beuffelstraße Nr. 9: Große Versammlung für Moabit. Tages Ordnung: Vortrag des Fräulein Fanny Imle über: Wie sollen die Ar: beiter kämpfen?" 112/13 Den Kollegen zur Kenntnis, daß das Protokoll der General Versammlung zum Preise von 10 Pf. bei den Kassierern sowie im Bureau Annenstraße 39 erhältlich ist. 112/13 Die Ortsverwaltung. Verband der Fabrik- Land- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands( Zahlstelle Berlin). Heute Dienstag, den 13. Juni, abends 8 Uhr, in Charlottenburg ,, Gambrinus- Brauerei", Wallstraße 94: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Weyl. 2. Diskussion. = 3. Gründung einer Zahlstelle. 4. Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Donnerstag, den 15. Juni, abends 82 Uhr, im Colberger Salon, Colbergerstr. 23: Versammlung für den Norden. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegen heiten und Verschiedenes. 64/12 Die Mitglieder werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Ganz besonders werden die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Dobler Gebrüder, Hochstraße, und der Chemischen Fabriken Niedel, Gerichtstraße und auf Actien vorm. Schering, Müllerstraße, um ihr Erscheinen ersucht. Die Ortsverwaltung. Konsumverein Berlin Nord. Donnerstag, den 15. Juni, abends 8% Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42: BF Monats- Versammlung. Tages- Ordnung: Bericht des Vorstandes und Beschlussfassung über die Eröff nung der ersten Verkaufsstelle. Aufnahme neuer Mitglieder. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller [ 267/12] Mitglieder dringend notwendig. Der Vorstand. Konzerthause, Alte Jakobftraße Nr. 37: Vereins= Versammlung. Tages Ordnung: 35/17 1. Vereinsmitteilungen. 2. Bericht über die Sigung des Tarif- Aus: schuffes. 3. Geldbewilligung für die streikenden Steinfeger und die aus: gesperrten dänischen Arbeiter. 4. Mitteilungen der Johannisfest- Kommission und Extrabewilligung für die Konditionslosen. 5. Fragetasten. Der Vorstand. Zahlreichen Besuch erwartet Die nächste und legte Gauvorstands- Sizung vor der Generalversammlung findet am Donnerstag, den 15. Juni statt. Centralverband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. Die zu heute Abend anberaumte Versammlung findet der öffentlichen Versammlung wegen nicht statt. Wir ersuchen unsere Mitglieder, zahlreich in dieser zu erscheinen. 195/7 Der Vorstand...: C. Günther. Neuestes [ 1973* Rabatt- Spar- System. Von heute ab erhält jeder Käufer das verbesserte Rabatt Sparbuch gratis. Kaufhaus Max Mannheim Berlin 0. Frankfurter Allee No. 89. Butter täglich frisch ankommend, offeriere meiner werten Kundschaft in nachstehenden Filialen: Montag, 26. Juni, früh 8 Uhr, Roppen, Ede Gr. Frankfurterstraße. Memelerstraße 52. Abfahrt: Stralauer Brücke 5: Dampfer- Partie mit Musik Zorndorferstraße 1. Krautstraße 48. Langestraße 27. Oranienstraße 129. Buckowerstraße 14. Gras- Butter Feine Gras- Tafelbutter Rigaeritraße 1. Markusstraße 47. Andreas: Markthalle Std. 115-118. Reihe E 15-18. Frankfurter Allee 134. Pfund Mr. 0,90 1, nach Neuer Krug- Neu- Rahusdorf. Allerfeinste süsse Sahnen- Grasbutter. 1,10 Preis für Hin- und Rückfahrt( incl. See- Rundfahrt): 1 Mark. Schulpflichtige Kinder 50 Pf. Der sich ergebende Ueberschuss ist zum Besten des Banfonds der Freireligiösen Gemeinde bestimmt. Billets werden nur in beschränkter Anzahl ausgegeben und sind nur bis spätestens 15. Juni bei den bekannten Billetstellen der Freireligiösen Gemeinde und den unterzeichneten Arrangeuren zu haben; nach diesem Tage nur so weit Platz bei den Unterzeichneten. A. Hoffmann, Blumenstr. 14 I. W. Mohs, Swinemünderstr. 64 IV. H. Peege, Rüdersdorferstr. 48, Querg. 2 Tr. 62/1 Eier, täglich frisch eintreffend Robert Meyer, No. 2. 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Versammlungen. verständlich bezahlt, jetzt soll der Arbeiter, der ununterbrochen Tag seinen weiteren Ausführungen nahm Schmock zu einem Artikel der selber bezahlen. Alles aus purem Entgegenkommen"!! des Fischer gebracht hatte, Stellung. Die Verleger des„ Steporter". Um also in einem Tage 16 Pf. mehr zu verdienen, sollen die die Herren Kresse und Lenz, fühlten sich durch die Worte des AmtsArbeiter für die sehr häufig vorkommenden Nachtarbeiten einen vorstehers beleidigt. Sie strengten deshalb gegen ihn die Privat welcher vor einigen Tagen erschien, entnehmen wir die Mitteilung, Lohnverlust von 17 Broz, für die Ueberstunden gar von 25 Broz. flage an und behaupteten, er habe gesagt:" Es heißt wohl die daß im verflossenen Jahre 2250 Kinder in Bollfolonien entfandt und auf sich nehmen. Es fäme also in der Praxis darauf hinaus, daß Schamlosigkeit zu weit getrieben, wenn die Preffe wie der Re1150 Kinder in Halbkolonien untergebracht wurden. Die Gesamt die Steinfeger gestreift haben, um eine Lohnherabsehung zu er- porter" den ganzen Stand der Lehrer bloßstellt". Die Res ausgaben hierfür ausschließlich der Verwaltungskosten betrugen rund zielen! gierung zu Potsdam erhob dann zu Gunsten des Beklagten 103 000 m. und zwar entfielen auf jedes in eine Vollkolonie ent Diese Ungeheuerlichkeiten des von den Unternehmern vorben Konflikt. Sie machte geltend, Schmock habe seine Amtsbefugnisse fandte Kind durchschnittlich etwa 40 M. Von ärztlicher Seite wird geschlagenen Lohntarifes find, wie gesagt, den Arbeitern erst jetzt nicht überschritten. Das Ober Verwaltungsgericht hat uns hierzu geschrieben: Leider teilt der Bericht auch diesmal wieder bei ganz genauer Untersuchung desselben klar geworden. Auch von sich jetzt dieser Auffassung angeschlossen und den Konflitt für bes nicht mit, wie viel solcher gemeldeten Kinder unberücksichtigt bleiben ben in dem Einigungsamt thätigen Personen sind dieselben nicht gründet erklärt, so daß das Strafverfahren gegen Schmock eins mußten, die nach ärztlichem Urteil der Erholung„ in Luft und Sonne" einem bei der Durchsicht aufgefallen, da wohl alle, auch die Arbeiter zustellen ist. Präsident Perfius führte aus: Selbst wenn der Ges bringend bedurften. Es drängt sich dem unbefangenen Leser der Berichte selbst, der Ansicht waren, daß der Zarif so etwas wie ein wirkliches meindevorsteher jene Aeußerung gethan hätte, so wäre darin eine unwillkürlich der Verdacht auf, daß das Komitee für Ferienkolonien Entgegenkommen enthalte. Ueberschreitung seiner Amtsbefugnisse nicht zu finden. Der Gemeindes absichtlich hierüber feine Mitteilung macht, weil genaue Angaben Ja man kann vorläufig wohl noch der Meinung sein, daß selbst vorsteher sei berechtigt gewesen, die Lehrer in Schutz zu nehmen, heweisen würden, daß auch auf diesem Gebiete fich die Privat- die Arbeitgeber diese Aufstellungen nur oberflächlich gemacht haben, und er habe das Recht gehabt, seiner pflichtmäßigen Ueberzeugung Wohlthätigkeit als unzulänglich erweist. Diese Annahme wird da man denselben doch wohl nicht zumuten darf, daß sie das unzweideutig Ausdruck zu geben. Man tönnte sich solche Urteile wenigstens durch die spärlichen Andeutungen geftüßt, die im vor- Einigungsamt angerufen haben, um ihnen behilflich zu sein, die getrost gefallen lassen, wenn auch der Presse und Privatpersonen liegenden wie in früheren Berichten über die Zahl der überhaupt Arbeiter in einer so raffinierten Weise übers Ohr zu hauen. Man in öffentlichen Dingen ein gleicher Schutz zugestanden würde wie angemeldeten Kinder gemacht werden. Wir finden in den beiden letzten tann das auch deshalb wohl annehmen, weil die Unternehmer in den Beamten. Jahren die Angabe, daß von den Aerzten des Komitees insgesamt ihrer Eingabe an den Bürgermeister Kirschner erklären: etwa 9000 Kinder untersucht wurden. Nach den Erfahrungen, welche der Schreiber dieser Zeilen bei der ärztlichen Unterfuchung der angemeldeten Kinder gewonnen hat, glaubt aus dieser Angabe Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Eine Aus allein schon den Schluß ziehen fchußfizung des Bundes fand am 4. Juni statt. Aufgenommen zu können, daß thatsächlich noch nicht die Hälfte aller Kinder, welche wurden die Vereine Freiheit Nord"," Gesangverein der Schuh nach ärztlichem Urteil für die Ferienkolonie geeignet" waren, berüd- Die Herren Unternehmer werden also doch die Führer des macher" und„ Oberschöneweider Liedertafel". Der Vorstand, welcher fichtigt wurden, ja, daß wahrscheinlich nicht einmal alle Kinder der Streits" nicht noch übertrumpfen wollen. Die Vertreter der Arbeiter mit dem Arrangement des Sängerfestes in Pichelsdorf beauf Gruppe I diejenigen, die nicht allein geeignet sind, sondern deren werden den Unternehmern morgen diese Frage vorlegen. Müffen tragt war, hat mehrmals mit der Direktion der Brauerei über diese Anfnahme auch unbedingt notwendig" ist in die Ferienkolonie lettere dann zugeben, daß sie die geschilderte Wirkung nicht beab Angelegenheit verhandelt, jedoch weichen die Vereinbarungen, welche entsandt werden konnten. Diese Annahme wird geftüßt durch eine fichtigt haben, so haben sie auch keinen Grund mehr, auf der An- bisher bei Sängerfesten getroffen worden sind, zu dem bevorstehenden weitere Bemerkung im vorliegenden Bericht, dahingehend, daß wohl nahme ihres Tarifes zu bestehen. Sollte aber wirklich diese Feste so bedeutend ab, daß auf die gestellten Bedingungen der Vor noch weitere 100 000 Mark" hätten zur Verfügung stehen müssen, wirtung beabsichtigt sein, so werden es selbst die städtischen Be- stand nicht eingehen konnte, ehe der Ausschuß seine Zustimmung wenn alle bedürftigen Kinder" Berücksichtigung finden sollten. hörden einsehen müssen, daß die Arbeiter darauf nicht eingehen gegeben hat. Der Ausschuß verurteilte, nach dem gehörten Bericht, Aber die Unzulänglichkeit der Privatwohlthätigkeit wird auch fönnen. Denn um eine Rohn herabießung zu erzielen, hätten bas Benehmen der Direktion der Brauerei Pichelsdorf, der Arbeiter noch in anderer Weise grell beleuchtet. Wiederum aus finanziellen die Steinfeger ja wohl nicht zu streiken brauchen; dazu hätten ein schaft refp. dem Sängerbunde gegenüber, aufs schärfste und beschloß Rücksichten muß das Komitee zwei oder wohl sogar drei Gruppen von Kindern zurückweisen, bei denen die Bedürfnisfrage paar gute Worte an die Unternehmer auch genügt. einstimmig, auf das Sängerfest in Bichelsdorf zu verzichten. Der Nun zu den Ruhepausen. Dieselben sollen nach dem Tarif der Vorstand wurde beauftragt und ihm die Vollmacht gegeben, sich um am allerwenigsten zweifelhaft ſei kann. Es müssen die Kinder aus- Innung bis auf vier beschränkt werden, während bisher deren täglich andere geeignete Lokalitäten zu bemühen und demnach das Feſt abzus geschlossen werden, denen die für die Dauer des Kolonieaufenthalts fieben üblich waren und bei einer rationellen Verkürzung der Arbeits- schließen. Der„ Brandenburger Männer Gesangverein" feiert am unbedingt notwendigen Kleidungsstücke fehlen," also die Aermsten zeit auf fechs herabgesetzt werden müßten. 15. unb 16. Juli sein 25jähriges Stiftungsfest und wurde vom Vertreter der Armen! Es können ferner mit verschwindenden Ausnahmen Es wird nun von den Unternehmern so dargestellt, namentlich der Brandenburger Vereine darauf hingewiesen, dieses Fest seitens nur solche Kinder berücksichtigt werden, denen voraussichtlich ein in ihrer Eingabe an den Bürgermeister Kirschner, als seien diese der Bundesvereine durch ihren Besuch in Brandenburg zu untervierwöchentlicher Aufenthalt Genesung oder wesentliche Besserung Bausen nur aus gutem Herzen und lediglich zur Bequemlichkeit für fügen. Eine außerordentliche Generalversammlung soll am bringen kann"; also gerade die, deren Gesundheit am meisten der die Arbeiter zugestanden. Es heißt da in der Eingabe, daß zur Zeit Sonntag, den 2. Juli, stattfinden, welche sich mit der Berufung des Kräftigung bez. Wiederherstellung bedarf, müssen ausgeschlossen bei der Vereinbarung der bisherigen zehnstündigen Arbeitszeit Vereins Fortschritt" zu beschäftigen hat. Bon seiten des Vore werden! Endlich enthielt der Bericht für 1896 noch den bedie von jeher üblichen, wegen der anerkannt schweren standes wurde darauf hingewiesen, daß es Pflicht der Vereine sei, merkenswerten Sat:" Das fieche Kind des Trunkenboldes Arbeit erforderlichen Ruhepausen..." Billets zur Sternwarte bei den Vorstandsmitgliedern abzuheben. oder einer verkommenen Mutter retten wir durch einen vierwöchent- so festgesetzt wurden, wie sie bis heut bestanden haben. Der Vorstand hat laut Beschluß des Ausschusses eine bedeutende lichen Aufenthalt in Ferienkolonien gewiß nicht." Danach scheint da- Es heißt dann weiter: Anzahl von Einlaßkarten zur Besichtigung der Sternwarte resp. Ferns mals der Grundsatz des alten Testaments, daß die Sünden der rohr( a 75 Pf.) entnommen und ersucht, davon Gebrauch zu machen. Väter an den Kindern heimgesucht werden sollen, auch auf die Auswahl der Kinder für die Ferienkolonien von Einfluß gewesen zu sein. Nachdem ein Wechsel im Vorsiz des Komitees eingetreten ist, fehlen in den beiden legten Berichten allerdings derartige Auslassungen. Leider aber find die Recherchenten noch immer angehalten, nicht allein über Betragen und legte Censur der angemeldeten Kinder, sondern auch über den Lebenswandel der Eltern zu berichten. " Was der Privatwohlthätigkeit nicht gelingt, das wäre natürlich für die Gemeindeverwaltung ein leichtes: nämlich alle die Kinder in eine Ferienkolonie zu senden, die nach ärztlichem Urteil dessen bedürfen, deren Eltern aber nicht in der Lage find, ihnen diese Stärkung zu teil werden zu lassen. Denn würde man selbst alle angemeldeten Kinder in Bollkolonien entsenden, so machte dies auch nur einen Kostenaufwand von etwa 400 000 m. notwendig, also eine Summe, die im Etat der Stadt Berlin gewiß feine allzu erhebliche Rolle spielt. Sat man doch oft genug für die Ausschmückung von Straßen zu byzantinischen Festlich keiten, also für den flüchtigen Prunk eines Tages, hunderttausend Mart und mehr ausgegeben! " Wir haben bisher nicht gehört, daß in irgend einem Zweige der Bauhandwerker oder in einem Fabritbetriebe derartige Ruhepaufen eingeführt sind und glauben daher, unseren Gesellen bis an die Grenze des Möglichen entgegengekommen zu sein." Daß die Unternehmer des Steinsetzergewerbes von derartigen Ruhepausen in anderen Betrieben nichts gehört haben, ändert nichts an der Thatsache, daß dieselben in sehr vielen solcher eingeführt sind, so beispielsweise bei der Herstellung giftiger Farben, in sonstigen chemischen Fabriken, in Glasfabriken und in Gasanstalten. Vor allen Dingen aber sind derartige Pausen auch bei gewissen Arbeiten eingeführt, die denen der Steinsetzer sehr ähnlich sind und in einem Betriebe", deffen Einrichtungen die Unternehmer des Steinfegergewerbes ja wohl ohne weiteres als musterhafte auerkennen werden: in der deutschen Armee, und jedenfalls auch in allen anderen Armeen! Die Graveure und Ciseleure vertagten in ihrer legten Vers sammlung wegen des schlechten Besuchs die wichtigeren Punkte, der Tagesordnung und erledigten eine Reihe interner Vereinsangelegen heiten. Eine Mitgliederversammlung des Centralverbandes der deutschen Maurer, Filiale Berlin II, tagte am 11. Juni Schwedters straße 23 bei ernau. Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt ante einen Vortrag über„ Die wirtschaftlichen Verhältnisse früher und jetzt", welcher mit großem Beifall aufgenommen wurde. An ber Disfuffion beteiligten sich 3öllner und Mud. Im dritten Bunft, Gewerkschaftliches, ermahnte Bahr die Mitglieder, die Stakerei auf den Bauten zu lassen. Fredrich gab das Tezte Resultat der Baudeputierten Versammlung bekannt, wonach schon über 1000 Stollegen zu neun Stunden und 65 Pf. Stundenlohn arbeiten. A Eingegangene Druckschriften. : 1979 Besonders bei den Pionieren sind derartige Pausen sogar durch Dienstreglement festgesetzt. Wird beispielsweise ein Laufgraben aus gehoben oder werden sonstige Erdarbeiten errichtet, bei denen andauernd Erde aufgeworfen wird, so treten nach einer bestimmten Anzahl von Würfen zu heute abends 6 Uhr bei Buste, Grenadierstr. 33, anberaumte General Centralverband der Töpfer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die auf Kommando regelmäßige Baufen ein. Dasselbe geschieht beim bersammlung nicht stattfindet. Wir ersuchen die Mitglieder des Verbandes, So lange aber die Gemeindeverwaltung sich dieser Pflicht ent- Einrammen von Pfählen zum Brückenbau. Diese Pausen in der öffentlichen Töpferversammlung, die heute abend bei zieht, und daher die unzulänglichen Mittel des privaten Wohltätig werden sogar im Kriegsfalle eingehalten, wo es Stechert, Andreasstraße 21, stattfindet, zahlreich zu erscheinen. feits- Vereins nur eine unvollkommene Erfüllung der Aufgabe ge- doch gewiß auf die größte Gile antommt! Die militärischen Befehls- Näheres siehe Inseratenteil. Die Ortsverwaltung. statten, ist es unseres Erachtens, Pflicht des Komitees, genauer an- haber wissen eben, daß die Mannschaften sehr bald vollständig erzugeben, inwieweit dem Bedürfnis genügt werden konnte. Den schöpft und dienstunfähig würden, wenn diese Ruhepausen nicht geAerzten sollten diefe Angaben- Bahl der angemeldeten Kinder währt würden. Dabei sind die Steinfeger gezwungen, bei ihrer einerseits, der verfügbaren Pläge andererseits sogar schon vor Arbeit sogar schon vor Arbeit eine Stellung einzunehmen, die an sich schon dem Die Socialistischen Monatshefte haben soeben das 6. Heft thres Beginn der Untersuchungen übermittelt werden; denn nur so kann, Körper viel nachteiliger ist, als beispielsweise die Mann V. Jahrgangs erscheinen laſſen. Aus dem Inhalt desselben heben wir durch entsprechende Abstufung, das ärztliche Urteil maßgebenden schaften beim Einrammen von Pfählen einzunehmen haben. Und hervor: Victor Fräntt: Das Gesetz zum Schuße des gewerblichett Einfluß gewinnen, während heute im wesentlichen alles in der Hand während diese hierbei zumeist reine gesunde Luft und tief ein- Arbeitsverhältnisses. Saverio Merlino: Grenzen des Socias Dr. Ch. Wolfgang Heine: Biethen und Landauer. der Lokalkomitees liegt, für die wohl nicht allein ärztliche Gründe und ausatmen, liegt der Steinsetzer bei seiner Arbeit förmlich mit schitlowsty: Die Polemit Plechanow fontra Stern und Conrad entscheidend find. C. F. der Nase im Straßenstaub, atmet also eine ganze Anzahl von Schmidt. S. Kazenstein: Der dritte Kongreß der Gewerkschafteit Bakterien und sonstigen Krankheitserregern mit ein. Deutschlands.- Wally 3epler: Die Frau der Zukunft und die freie Liebe. Dr. K. Kollwitz: Bemerkungen zum Tuberkulose- Kongreß. Dr. F. Oppenheimer: Die sociale Bedeutung der Genossenschaft. Revuen. Der Preis des Heftes beträgt Rundschau: Bücher. 50 Pf.; pro Quartal 1,50 M. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und Postanstalten( Post- Zeitungs- Katalog Nr. 7075), sowie direkt durch die Expedition: Gleditschstr. 23, Berlin W. Zum Steinsetzer- Streik. Es würde also bei der von den Arbeitgebern geplanten Verlängerung der Arbeitstouren nicht bloß eine Verminderung der Arbeitsleistung eintreten eine solche könnte den Arbeitern gleichgültig sein sondern vor allen Dingen eine geradezu an Raubbau der Gesundheit und Arbeitskraft der Deshalb können die Steinfeger auch hierin nicht nachgeben. Der Lohntarif der Berliner Steinfegerinnung. Morgen tritt das Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts nochmals in Sachen des Steinfegerstreits zusammen, um den nach grenzende Verwüstung dem Gesetz erforderlichen Schiedsspruch zu fällen, da bekanntlich die Arbeiter. Arbeitgeber den Vergleich abgelehnt haben. Jedenfalls dürfte bei den stattfindenden Verhandlungen der von den Arbeitgebern oufgestellte Lohntarif nochmals zur Sprache kommen, über dessen teilweise Ablehnung dieselben allem Anichein nach Gerichts- Beifung. lismus. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 72 bis 8½ 1hr abgehalten. Osfar. Fragen, die ein allgemeines Interesse nicht haben, beantworten M. 3. O. M. Ja! wir nicht. Gen. T. Wir danken für die Zusendung. Da aber das Büchlein von Gelegenheit darauf zurück. M. K. 63. Das 20. Jahrhundert beginnt am 1. Januar 1901. Charlottenburg. Unserm Genossen August Schüßler Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Be erdigung unseres lieben Vaters Deutscher Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Hermann Schmidt am 10. Juni verstorben ist. so aufgebracht sind. Derselbe verdient aber auch, einmal in der Oeffentlichkeit Wegen Vergehend gegen die Verfrommungs- Verordnung etwas eingehender besprochen zu vom 5. Oftober 1896 war der Kaufmann Prillwig in den ersten werden, da derselbe, je länger und je genaner man ihn betrachtet, eine ganze Anzahl schwerer Nachteile für die Instanzen zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er eines Steinfeger enthält, welche anfänglich ganz übersehen worden sind. Sonntags während der Zeit des Hauptgottesdienstes in der Nähe der tüchtigen Arbeiterfrau" schon aus dem Jahre 1891 stammt, tönnen wir von Petersdorf bei Fürstenwalde die Jagd ausgeübt hatte. Das Die Unternehmer betonten ausdrücklich, daß der fragliche Tarif als Rammergericht hob dann die Entscheidungen auf und verwies get nicht ohne besonderen Anlaß darauf eingehen. Wir kommen bei paſſender ein Zeichen weitgehenden Entgegenkommens ihrerseits zu betrachten die Sache an das Landgericht zu Frankfurt a. D. Es führte aus, die sei. Sehen wir uns dieses Entgegenkommen" einmal näher an. Die Unternehmer wollen bekanntlich jetzt nur noch die wirklich der Sonntagsfeier entgegen, und hieraus folge, daß nicht jede AusVerordnung des Oberpräsidenten trete nur einer allgemeinen Störung geleistete Arbeitszeit" bezahlen, die vielumstrittenen Ruhepausen, auf übung der Jagd, sondern nur ein solches Jagen verboten sei, das die wir noch näher eingehen, dagegen nicht mehr. Bei der bisherigen zehnftündigen Arbeitszeit bezogen die Stein- eine allgemeine Störung der Sonntagsruhe verursache. Das setzer einschließlich der fieben Ruhepausen a eine Viertelstunde, also Landgericht verurteilte darauf den Angeklagten abermals. Es stützte von 6 M., das macht pro Stunde wirklich geleisteter Arbeitszeit" Hauses den in einer Entfernung von 150 Metern gefallenen Die Genossen aus dem Siebenten. der Kollege, Tischler bei einer effektiven Arbeitszeit von 84 Stunden, einen Tagesverdienst sich diesmal auf die Feſtſtellung, daß der Besizer eines alleinstehenden gratulieren wir hiermit alle recht Holzarbeiter- Verband. ca. 73 Pf. Die Unternehmer find erbötig, jest 75 Pf. zu zahlen, gericht die Bemerkung: Schuß gehört habe. An diese Feststellung knüpfte das Landwenn die Arbeiter die sonstigen von jenen gestellten Bedingungen 1200 Meter entfernten nächsten Ortschaft gehört worden sein." „ Der Schuß muß auch in der etwa acceptieren. Wenn man von der gleichzeitig beabsichtigten Steigerung der Arbeitsleistung absieht, kann man das unter Umständen als Ent- Prillwig legte nun zum zweitenmal Revision ein. Der Straffenat des Kammergerichts hob gestern auch das letzte landgerichtliche Urgegenkommen betrachten. Bei acht Stunden wirklich geleisteter teil auf und verwies die Sache an das Landgericht in Guben. Arbeitszeit" betrüge die Zulage im ganzen 16 Pf. pro Tag. Nun wollen dafür aber die Unternehmer, die sonst als ueber- In der Begründung führte der Präsident aus: Die Entscheidung des stunden mit 25 Broz. Aufschlag bezahlten Stunden von 6-8 Uhr Landgerichts Frankfurt a./D. sei unhaltbar, weil es zur Anwendung nicht höher bezahlen als die Tagesstunden. Bisher wurden dieselben der Strafbestimmungen der Verordnung nicht genüge, daß der einschließlich je einer Viertelstunde Ruhepause aber schon mit Besitzer des einzelnen Hauses allein durch den Schuß in seinen 75 Pf. bezahlt. Das macht auf die Stunde wirklich geleisteter wenn eine Bestrafung zulässig sein solle, festgestellt werden können, fonntäglichen Empfindungen beeinträchtigt worden sei. Es müßte, Arbeitszeit" 1 M. Die Innung in ihrem„ Entgegenkommen" bietet daß eine allgemeine Störung stattgefunden habe. Die Ausführung Die Nachtstunden, einschließlich Ruhepausen, wurden des Landgerichts:" Der Schuß nuß" im nächsten Dorf gehört bisher mit 90 f. berechnet. Das macht auf die Stunde wirklich worden sein", stelle eine solche Feststellung nicht dar. Anton Kupsch geleisteter Arbeitszeit" 1,20 M. Die Jnnung in ihrem grenzenlosen Die Schöneberger Brügelpädagogik im Kompetenzkonflikt. Am 10. Juni verstarb unser Kollege, " Entgegenkommen" bietet jezt- 1 Mark!!! Die Mißhandlung des Knaben Fischer durch den Schöneberger der Tischler Hermann Schmidt am 10. Juni an Herzlähmung plößDie Stunde von morgens 6-7 Uhr, die jetzt natürlich in die Lehrer Nichard und der bald darauf eingetretene Tod des Schülers im noch nicht vollendeten 38. Lebens: lich verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, DieBeerdigung findet heute Dienstag Kategorie der Nachtstunden einrücken soll, will die Junung überhaupt waren seiner Zeit in der Gemeindevertretung von Schöneberg be- 13. Juni, nachmittags 5 Uhr, von nachmittag um 3 Uhr auf dem Stathonicht bezahlen,„ da ja doch jeder, der die Nacht über gearbeitet hat sprochen worden. Dabei äußerte sich auch der Gemeindevorsteher der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes lischen Kirchhof in Wilhelmsberg statt. und am Tage weiter arbeiten soll, erst eine Staffeepause macht." Sch mock zu der Angelegenheit, indem er den Tod des Knaben be- aus statt. 5666 Um rege Beteiligung ersucht Das ist richtig. Aber bisher wurde die Kaffeepause ganz selbst- tlagte und mitteilte, daß die Staatsanwaltschaft benachrichtigt sei. In Die Kollegen derWerkstätte v. J.Metzer. Die Ortsverwaltung Berlin. jegt 75 fennige! Heinrich Barkey sagen wir allen Freunden und Be tannten sowie Herrn Fleck für die pünktliche Besorgung hiermit den herzlichsten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. jahre. Todesanzeige. 5726 Die Beerdigung findet am Dienstags nachmittag 5/2 Uhr, von der Leichens halle des Thomas- Kirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 106/12 Die Ortsverwaltung. Gentralverband der Handels-, Transportu. Verkehrsarbeiter Dentschlands. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege( Rollfutscher) 67/6 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 13. Juni. Opernhaus. Lohengrin. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Uriel Acosta. An: fang 7 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). H Die Fledermaus. Anf. 7% Uhr Deutsches. Johannes. Anjana 71 Uhr. Residenz. Der Schlafwagen Controleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 71/2 Uhr Weiten. Die Zauberflöte. Anfang 7 Uhr. Central. 72 Uhr. Waldmeister. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Letztes Werk von Johann Strauß. Bum 137. Male: Waldmeister. Operette in drei Aften von G. Davis. Musik von Johann Strauß. Morgen und folgende Tage: Waldmeister. Ostend Carl Weiß- Theater. D Gr. Frankfurterstraße 132. Bum letztenmal: Die rote Mühle. Urania Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr: Im Theater: Das Land der Fjorde. Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Sensationelles Ausstattungssti in Passage-Panopticum. 8 Bildern von G. Otonkowsky und G. Sondermann. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Zum erstenmal: Die Memoiren des Satans. Lustspiel in 3 Aften. fane Metropol- Theater Schiller. Die schöne Toledanerin. Hierauf: Die Schulreiterin. Anfang 8 1hr. Belle Alliance. Dörchläuchting. Hierauf: Jochen Päsel. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Nachtomnibus: Controleur. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Nana. Anfang 8 Uhr. Cflend. Die rote Mühle. Anfang 8 Uhr. Metropol.Specialitäten- Borstellung. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. 3 Feen Palast. Specialitäten Bor: stellung. Basiage Panoptikum. Speciali: täten- Borstellung. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor: mittags ab. 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Ferner: 12 Specialitäten. Anfang d. Garten- Konzerts 7 Uhr. der Vorstellung 8 Uhr. Billet- Vorverkauf täglich im Theater and beim Künstlerdank", Unter den Linden 69. Jedes Wort: 5 ( Mensel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Kirchmayer, Schneider und Schrader). Zum Schluß: Cavalleria schufticana. Romantisch diebisch infernalische Oper von Menfellino. Anfang wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf.( für die Wochentage im Vorverkauf 40 Pf.) Numerierte Estrade 1 M., unnumeriert 75 Pf. Im Garten vor u. nach der Soiree: Konzert d. Reichshallenorchesters. Jeden Freitag: Neues Programm. Ostbahn- Park Hermann Imbs 71 Rüdersdorfer Straße 71, am Rüstriner Plaz. Täglich: Konzert, Theater. und Specialitäten Vorstellung. Nur erstklassige Nummern. Anfang: Sonntags 4 Uhr. Entree 20 Pf. Kinder 10 Pf. Sperrsiz Nachzahl. 20 Pf. Anfang: Wochent. 5 Uhr. Entree 10 Bf. Rinder 10 Pf. Sperrsiz Nachzahl. 10 Pf. Jeden Dienstag: Norddeutsche Sänger. Hermann Imbs, Direktor. Pfennig. Nur das erste Wort fett. 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Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Meyer, Brehm, Brockhaus und alle anderen Bücher beleiht und 100 verschiedene echte Briefmarken tauft Antiquariat Kochstraße 56, 30 Pfennig, Porto 10 Pfennig.[ 385b amt IV 895. H. Perthus, Leipzig, Weststr. 93. * Wilh.Bäumler, Apostel Paulusstr.13. Weissensee: Achtung, Holzarbeiter! Seinrich Bachmann, Rehderftr. 1. straße 16.