16. Jahrgang Freitag, 4. September 1936 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHQSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova 62. Telefon 53077. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUR. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR» DR. EMIL STRAUSS, PRAG. V. 4 Einzelpreis 70 Heller Spanien-Neutralität Neue Italienische Kriesschiffe vor Barcelona maL1 Besorgnis wegen Portugals UCWlUllI AnS Rom wird gemeldet, daß In Bareelona ein Italienischer Arbeiter namens Umberto Fasanella ermordet worden sei. Der vom italienischen Generalkonsul erhobene Protest erscheint der halbamtlichen„Giornale d'Jtalia" als» n z»l ä n g l i ch. Es wurden weitere italienische Kriegsschiffe nach den Gewässern von Bareelona beordert, außerdem wurde niitgeteilt, daß man in Italien den Vorfall als s e h r e r n st ansehe.. Diese Meldungen klingen wie eine Jnterven- tionövorbereitnng. In Frankreich und Englandist man wegen deS Verhaltens Portugals beunruhigt. Dieses von Faschisten regierte Land hat wegen des Beitrittes zur Neutralitätsverpflichtung so weitgehende Vorbehalte gemacht, daß man den Palt als bedroht ansieht. . In London ist man vor allem von den Angriffen Werrascht, die in reichsdcutschen Blättern gegen die Haltung Frankreichs in der spanischen Frage gerichtet werden-und das Ziel verfolgen, das Neutralitätsäbkpmincn zu torpedieren. Man nimmt«in, Zusammenspiel Berlin-Lissabon an u««d sagt, dass Lissabon der Mittelpunkt der Aufständischen sei, die'außerdem mit deutschen RegicrungSagenten in Verbindung seien. '„Daily Herold" greift, wie- die„Prager Presse" meldet, Deutschland und Portugal heftig an, weil sie wegen des Verbotes der Waffenlieferungen an-die Aufständischen Vorbehalte machen. DaS^lätt saht: Wenn die, faschistischen Nationen weiterhin forlsährcn, das Doppelspiel zu treiben und nach Annahme de? Prinzips der Nichtinter- bention siib weigern, die notwendigen Maßnahmen zur Durchführung dieses Prinzips zu ergreifen, so bleibt den dcniokratischcn Nationen nichts anderes übrig,- als das Verbot der Wasfenaus» Rumäniens Absage an die Faschisten Bukarest. Donnerstag hat im«Bukarester Innenministerium unter dem Vovsitz deS Innenministers Jura eine Konferenz der BczirkSprä- fektcn stattgefunden« Der Unterstaatssekretär B e n t o i u crllärte u. a.: ,'„Wir Haien die Pflicht, daS Erbe der Be- nmhungen von Generationen zu verteidigen und dse-'Ersetzüüg der bürgerliche» Freiheiten durch Gewalt zu verhindern. Kundgebungen im Sffrnt- lichen Lebe» sind unzulässig, wenn sie den bestimmten Aspekt einer Schule des Mordes anneh- men. Wir kännrn nicht glauben, daß die Ersetzung eines Regimes der Meinungsfreiheit und der ununterbrochenen Kontrolle durch ein Regime der Aufhebung der bürgerlichen Ktiheiten und der Unterdrückung der Gewisse» durch einen Gewaltglauben zu guten Ergebnisse« führen kann. Böl- lige Freiheit für jenen, der im Sinne deS Gesetzes, der Moral und der Menschlichkeit manifestiert; größte Atrenge gegenüber allem, waS eine Verletzung deS Gesetzes darstellt!" Neue Spannungen Im Femen Osten Sowjetkonsiil»te werden ausgehungert Wie' die Telegraphenagentur der'Sowjetunion meldet, verbiete« die japanisch-mandschu- rifihrn Behörden in verschiedenen nnmdschnris«h«n Städten den. Händlern, Leben-mittel und Be-i darfSartikel an'dir Towjetkonsulate-»mV deren Angestellte zu verküüfen. Die Konsulat», haben Schwierigkeiten in.her Lebensmittelversorgung. Ein Konspl, der protestteren wollte, wurde von den Behörden unter allerlei Borwänden-picht empfangen. Der von den Japanern angehaltene Sowjetdampferist,noch-nicht- freigegeben, unter der Besatzung- sind SkrWkheiten^ ausgebrochen, Ich ans dem Schiff kein Trinkwasser und kein« Lebensrnittel mehr vorhanden sind." Der- Towjetkonsnl Kobe wurde zur Mannschaft des Schisses nicht vörgelassen,. fuhr zugunsten der-spanischen legalen Regierung auszuhcbcn. Deutsche Flieger del Franco Paris. Anschließend an den allgemeinen Preffeempfang bei der hier weilenden spanischen Delegation erklärte die Abgeordnete Jbarruri Jedes Heus eine Festung Der Kampf um Jrun hat furchtbare Formen angenommen. In den Straßen von Spanisch» Behobie, das Jrun vorgelagert ist, wird noch immer gekämpft, die Regierungstruppen habe«» jedes HauS zi« einer Festung anSgebaut. Gnade wird nicht gefordert und'nicht gewehrt. Die Verteidiger, die in den' letzten Stunden Berstär»' klingen- auS San Sebastian bekamen, wissen, daß sie verloren sind. Mit einem Heldenmut ohnegleichen, der nur dem Glauben an die große Suche der Freiheit der Nation entspringt, gehen sie in den Tod. Di« langsam vordringenden Truppe» der Aufständischen wurden fast den gqnzen Tag über von der RegierungSartilleri« nnter schweres Feuer genommen, auch Regie- rnngöflugzeuge unterstützte« die Abwehr. Ein Gegenangrisf der Milizen ans Sa» Marcial wurde zurückgeworfen. Prieto mahnt Madrid. DaS Blatt„El Liberal" veröffentlicht einen Artikel des ehemaligen spanischen sozialistischen Ministers Prieto, über dessen starken Einfluß auf die Madrider Regierung kein Zweifel besieht. Prieto macht darauf aufmerksam, daß eS sehr unangebracht sei, wenn daS spanische Regierungslager über die Situatton des Bürgerkrieges. übertrieben optimistische Meldungen veröffentlicht, während es notwendig sei, die ganze Aufmerksamkeit, der Vereinheitlichung der Führung- und der ganzen militärischen Regierungsaktion zu widmen. Derartige, allzu optimistische Meldungen schaden der eigenen Position der spa- Der-französische Kömmunistenführer T h o- rez setzt die Bemühungen fort,, die darauf gerichtet.'sind, die'sogenannt« BottSfrönt. durch die „f r a n z v s i s ch e F r o n t" zu'ersetzen, also durch di«.Zusammenfassung aller Parteien von ganz links bis ganz' rechts. Er ist bereit, auch die ianze.bisherige Tymbölik. der kommunistischen Bewegung über-Bord z» werfen und erklärte vor ungefähr zwei Wochen vor Pariser.Arbeitern, daß die geballte Faust nichtmrht: der Gruß der KoM- münisten sei, denn dieser Gruß enthalte zuviel Drohendes.?, eS gelte in.her Gegenwart vielmehr,' den Menschen„die offene Bruderhand" entgegen- zustrecken. Diese neue Taktik hat die französischen Kom- (La Pasionaria) nach der„Prager. Presse": Wir besitzen Aktenstücke voi« ungefähr 5000 Dokumenten, die über die Rolle der Nationalsozialisten in Spanien«ine deutliche Sprache sprechen. Wir haben diese Aktenstücke durch unsere Pariser Botschaft dem Quai d'Orsay und dem Foreig«« Office unterbreitet, eine Kopie wird auch der deutschen Regierung zugestellt. Wir haben feit drei Woche«» jeden Tag alle Regierungen ein- 'gehend über die Transporte deutscher Massen nach Portugal informiert. Wir«vissen, daß über lütt deutsche Piloten in» Dienste von BurgoS stehe«« und Vernichtung über Spmrie«» säen. Wir haben Deutschland gegenüber sair gehandelt, aber das Reich hat unsere heiligsten Hoheitsrechte verletzt. 24 Italienische Flugzeuge Paris.(Reuter.) Die französische Regierung hat von der Madrider Negierung eine auch anderen Mächten übersandte Mitteilung erhalten, in welcher behauptet wird, daß in Vigo 24 Flugzeuge italienischer Herkunft gelandet seien. nischen Regierung. Prieto betoitt, er sei in der Beurteilung, der Situation kein Pessimist, man müsse sich aber klar die Gefahr vergegenwärtigen, die den Regieruiigstruppe» in Estremadura droht, wo die Aufständischen ihre besten Kräfte konzentrieren. Nur wenn der Unifang der Gefahr bekannt sein wird, der die spanische Negierung mit ihren Truppen ausgesetzt sei«» wird, wird es möglich sein, alle notwendige«» VerteidigungSmaßnah- men gegen die sie bedrohende Lawine zu ergreifen. Gesamtlage günstig Madrid. DaS KriegSministerium meldet, daß die Lage der Regierungstruppen an allen Fronten günstig ist. Die RegierungSslieger haben Sevilla, Cordoba, Granada und Codie bombardiert. An der Estreinadura- und an der Guadarrama-Front kam es zu Gefechten, die einen für die Regierungsfronten günstigen Verlauf nahmen. Im Abschnitt von Jrun haben die Regierungstruppen die Angriffe der Ausständischen abgewehrt und halten ihre Posttionen.. 80.000 Töte Paris. Der„Figaro" veröffentlicht eine Lissaboner Meldung, wonach auf Grund von Nachrichten aus gut unterrichteter Quelle die Bilanz der Opfer des spanische« Bürgerkrieges, wie folgt, seit Auf seit«« der Negierungstruppe» 34.000 Tote, 5000 Verletzte, aus seit«« der AusstSndischenr 48.000 Tote und 8000 Verletzte. munisten«licht gehindert, im Falle Trohki-Sinow- jew die von Stall«» veranlaßte Hetze mitzumachen sind die von der Sozialistische«» Arbeiter-Jnterna- tionale.erhobene Forderung nach Beiziehung unabhängiger Verteidiger in dein gleichen Tone ab- zmpehrei» wie Moskau.— Soeben hat Thorez in einer großen Versammlung in einer Pariser Vorstadt, erklärt,,Frankreich müsse'sich auch mit Hiller ejnigep/ wenii dieser' die»in'-,,Meiw Kampf" enthaltene«» Ddohmlgen gegen Frankreich. widerrufe. Man rechnet in Fränkrekch Nu» Nicht mehr damit, däß'rkne Erhöhung der Dienstzeit beschlos. sei» werde»«Pird» hingegen ist ein» ausreichende Vermehrung d»r technischen Rüstung geplant. Verfall 0er politischen Moral Das gab seit jeher den sozialdemokratischen Arbeitern inoralische Kraft, ihrer Bewegung den mitreißenden Schwung, daß sie gegen eine u n- gerechte und unsittliche Gesellschaftsordnung lämpsen, daß ihr Kampfziel nicht nur eine vernünftigere und allen Menschen Brot sichernde Produktionsordnung ist, sondern auch eine höhere sittliche Menschen gemein s ch a f t, in der der Mensch nicht mehr Mittel zmn Zweck ist, nicht mehr die Gewalt das Leben des Menschen regiert. Die von der großen französischen Revoution proklamierten Menschenrechte, die in der bürgerlichen Gesellschaft nie volle Wirklichkeit werden können, schrieben die Arbeiter auf ihre Fahnen, sie trugen sie' in ihren Herzen, und das gab ihnen, die starke innere Ueberlegenheit über ihre Feinde, daß sie sich des sittlichen Gehalts der sozialistischen Bewegung bewußt waren. Dieser sittlich eGehaltdersozia- l i st i s ch e n B e w e g u n g führte auch iin- mer wieder Männer und Frauen aus dem Bürgertum, die ihrer Klassenlage nach keineswegs ai« der Beseitigung des Privateigentums an den Produktionsmitteln interessiert waren, an die Seite und in die Reihen der Arbeiter. Dieses moralische lleberlegeuheitSgefühl gab und gibt den Sozialisten in den faschistischen Ländern die Kraft, die unsäglichen Leiden zu ertragen, der Kerkerpein und den Oualei« der Konzentrationslager zu koiderstehen, sich selber treu zü bleiben- Und alle Antifaschisten in aller Welt führen den Kampf gegen Mussolinis und Hitlers Herrschaftssystem doch wahrlich nicht so sehr mit ökonomischen Argumentation, als mit sittlichen. Als barbarisch, als kulturfeindlich, als zutiefst unsittlich, den Mensche«« entwürdigend brandmarken sie immer wieder den Faschismus. Wenn wir— nicht nur wir Sozialdemokraten, sondern wir Antifaschisten aller politische«» Lager— Anklage erheben wegen der Gefangenhaltung Ossietzkys, wegen der Festhaltung Hun« derttausender in Konzentrationslagern, wegen der Mißhandlungen von Systemfeinden, wegen der vielen Morde, wegen der Blutnacht vom 30. Juni, so im Namen der Menschlichkeit, im Namen einer höheren Sittlichkeit. Weiß nichh jeder Anttfaschist, daß er mit dein Appell an die Sittlichkeit nicht die Herzen der Knechter und Henker der versklavten Völker rührt, nicht die herrschenden Maechiavellisten? Weiß.er nicht, daß wir ii» einer Zeit des entsetzliche«» Verfalles der politischen Moral, die freilich nur ein Teil der Moral überhaupt ist, leben? In einer Zeit, in der es fast als selbstverständlich erscheint, daß die Macht skrupellos auSnützt, wer die Macht, hat? Und doch, führen Ivir den Kampf im Namen der Menschlichkeit! Und doch wenden wiru ns andassittliche Empfinden d« r M e n s ch e nl Dem» wir wissen, daß keine Diktatur es ganz auSlöschen kann, daß es.lebendig bleibt in den Herzei» vieler und daß es, heute zurückgedrängt, heute In den faschistischen Ländern zum Schweigen gezwungen, wiederzueinerMachtwerdenwirdl Denn es sind nicht allein die ökonomischen Ver- hältnisse, die Mensche» zu politischen». Handeltr führen, es sind nicht minder die moralischen Kräfte, die sittlichen Erkenntnisse.''> • Und nun hat der Antifaschismus den denkbar' schwersten Schlag bekommen von— Antifaschisten! Wie soll man im Namender Menschlichkeit gegen faschistische Willkür» gegen faschistische Bluturteile kämpfen, wenn im Namen des So-. zialismus, dessen ethischer' Gehalj. damit einfach verleugnet M,' gleiches getan wird?! Es ist niederträchtige Entstellung-mild'Un- terschiebung der Stalin-Presse, wenn sie behaup»^ tet,' die Sozialdemokratie mache sich,..indem':.si'e, das Moskauer Bluturteil als'.solches brandmarkt» zu Schützlingen von Mörder««'und. Gestapo-Ver- ! bünd'eten. Auch wenn die Schuld'der Hingerichteten'erwiesen.'wäre, bliebe.noch immer unser Bedenken gegen das Todesurteil wegen einer bloß geplanten,'- Nicht ausgeführten Tat. Wer— und daslst-daS'Entscheidende!— die Schuld ist nicht'e'rwies e n! Geständnisse der Angeklagten, vor.dest» Gerichte'eines diktatorischen Staates allein sind dieser Beweis wahrlich nicht! Und da es keinen Schuldbeiveis gibt, sind diese Hinrichkun- lrui)s Helden ergeben sich nicht Furchtbarer Kampf Mann gegen Mann Die Nachrichten über dir Kämpfe«m Jrun lassen erkennen, daß das Schicksal der Stadt besiegelt ist. Die wichtigsten strategischen Höhe« rings um die Stadt find nach erbittertem Ringen in die Hände der übermächtigen Auf ständischen gefallen, denen es gelungen ist, grüße Verstärkungen herbeizuschassen. Die Stadt wurde den ganzen Tag von dem Fort San Mareial au«, bombardiert, die Brrteidiger habe» sich jedoch darauf eingerichtet, jede Straße und iedsS Haus bis. zum letzte« Blnts tropfen zu verteidigen. Sie leide» unter Mu- uitionsmangel, außerdem ist ihiteN die' Lebens msttrlznfnhr nnnmehr fast abgeschnitten.' Frankreichs Kommunisten immer weiter rechts Thores will, sich auch mit Hitler einigen Seife S Freifan, ft. September 1986 «r. 206 neu litte Ausmerzung Unbeliebter, unbequem Ge» tvordener, ist der ganze Kampf, den Stalin gegelt alles Oppositionelle,- das unter dem bequemet» Sammelnamen des„Trotzkismus" zusammen» gesagt wird, nichts anderes als Terror ge» gen e i n e G e s i n n u.n g, Todesstrafe für abweichende Meinung, für Nichtbejahung des Systems— und damit dem Wesen nach daö gleiche Ivie der faschistische Terror. Und das ist der gleiche Verfall der politi» schen, der allgemeiii menschlichen Moral. Den Gegner umbringen, wenn man die Macht dazu hat! Die andere Gesinnung tüten! Welcher moralische Unterschied besteht, Ivenn es das eine Mal im Namen der Nation, das andere Mal im Namen deS Sowjetstaates geschieht? Ist eS nicht tatsächlich die Verwirllichung des brutalen„Und willst dir nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein"? Angeklagte werden zu abenteuerlichen und verlogenen Selbstbeschuldiguttgen veranlaßt(wohl mit dem Versprechen der Begnadigung, wie im Ramsin-Prozeß, und mit dem Hinweis darauf, das; inan die Geständnisse znr Erledigung des „Trotzkismus" brauche)— und das gilt dann als Beweis! Ein kleines Beispiel dafür, tvaS in solchen„Geständnissen" gesagt werden kann: Der Angeklagte Goldmann hat ausgesagt, daß ihm im Kahre 1928 der Sohn Tropft», Sedow, im Kopenhagener Hotel„Bristol" auf dem Rat- hausplqtz den Auftrag erteilt habe, Stalin und seine engsten Mitarbeiter zu ermorden. Der Kopenhagener„Sozialdemokraten" stellt nun fest, daß dieses Hotel bereits! m Ja hre 1 9 1 7 abgebrochen wurde und es seither kein Hotel„Bristol" in der dänischen Hauptstadt gibt! — Die Stalin-Presse wird sich durch solche kleine Uiigenauigkeiten in den„präzisen" Angaben der Angeklagten nicht beirren lassen. Die tschechoslowakische Stalin-Presse wird in ihrer Hetze gegen jene, die sich noch Freiheit des Urteilens gewahrt haben, immer hemniungsloser und immer gesinnungsloser. Sie ist schon beim Allerdreckigsten, beim Denunzieren von Emigranten angelangt. Der Karlsbader'k,Volkswille" veröffentlichte einen offenen Brief eines antifaschistischen Schriftstellers an eine Reihe mit Namen genannter iveltbekannter Intellektueller, deren Sympathien für Sowjetruhland bekannt ist, und forderte sic auf, einen Gegenprozeh zu führen, gerade im Interesse der USSR, im Interesse der wahre» Demokratie.— Wir brauchen nicht zu sagen, dah wir uns dieser Forderung anschkiehen. Denn das erfordert einfach die Ehre des Sozialismus, die Ehre des Antifaschismus, dah einwandfrei festgestellt loerde, wie es um Schuld oder Nichtschuld der Hingerichteten steht. Ist, wie die Stalinisten so unenttvegt behaupten, die. Schuld der Hingerichteten, so absolut einlvandfrei sestgestellt, dann könnten sie keine Bedenken tragen, diese Schuld vor einem unbesaugenen Gericht vor der Weltöffentlichkeit nochmals sestzustellen. Für die„Rote Fahne" ist dieser offene Bries wilikominener Anlas; zu einer scheuhlichen Selbst- entvlöhung. Zwar ivuvde in unserem Karlsbader Blatt kein Raine genannt, der Bries war nicht einmal signiert, für die„Rote Fahne" steht es aber fest, dah der Verfasser der emigrierte Schriststel« ler Psemsert ist, der in Karlsbad als Photograph lebt. Und nun denunziert sie ihn, er, der sich als unschuldiger, jeder politischen Tätigkeit fernstehender Emigrant gebe, sei ein„aktiver Freund Trotzkis",— und „Für die aktiven Freunde des Gestapo-Agen- ten und TerroristetiführerS Trotzki kann es . 12 tfommu(Rarbox macht{Revolution tHoman von flondv „Das sagen Sie so", seufzte Bonamaria, „Rodriguez sitzt fest wie ein Gaucho. Wie soll man den stürzen? Wenn man wenigstens wüßte, daß jemand hinter einem stünde... aber ich bin allein." „Und wenn irgendein reicher Mann das Ganze finanziert? Diego Martinez etwa?" Der Advokat wiegte den kahlen Kopf. Er konnte Martinez nicht leiden, weil der besonders hestig Fulvia Caldelari bestürmte. Anderseits war Martinez doch der reichste Mann. »Das wäre schon etwas. Aber es genügt nicht. Martinez ist unzuverlässig. Solangeer Geld wittert, ist alles von ihm zu haben. Aber wenn es schief geht..." „Der Montforttrust wird Stimmung machen, das kann ich Ihnen versprechen." „Und die Regierung? Wenn der Konsul..?" Tommy Barbox sah den ängstlichen Jakobiner spöttisch an. «Den Konsul lassen Sie aus dem Spiel. Gelingt alles, dann wissen Sie selbst, daß Sie auch die Regierung hinter sich haben. Aber eine Revolution anzetteln, einen Präsidenten stürzen? Niemals I Das müssen Sie schon allein besorgen." Bonamaria wurde ganz klein und dürftig in seinem Stuhl. „Mein lieber Barbox, Sie verkennen die Lage, Im ganzen Land gibt es keinen unzufriedenen Menschen. Mit wem soll ich Revolution.machen? Schön, d>": Kanal wäre vielleicht ein Glück. Aber damit locken Sie die Leute von Salvadolid nicht ans die Barrikaden. Das Beispiel von Nicaragua ist nicht verführerisch. Und wenn ich selbst mit kein Asyl gefeit in der Tschechoslowakei. Für Leute, die einer Organisa- tion aNgehören, die Morde an Staatsmänner« organisiert, darf eS keine» Platz in der TSR geben. Hinaus mit dem Trotzki-Agenten Pfemfert aus der Tschechoslowakei!" Etwa» Schmutzigeres, Erbärmlicheres kann eS wohl nicht geben, al» die Ausweisung eines alldem Dritten Reich geflüchteten Antifaschisten zu fordern, die Behörden auf ihn zu Hetzen mit der schuftigen Lüge, er sei Mitglied einer Organisation, die zum Morde von Staatsmännern auffordert! Ein Blatt, das vorzugeben wagt, ein revo- lutionäres Blatt zu sein, das Blatt einer Partei, Friedenskongresse In Genf tagt gegeMvärtig der Weltjugendkongreß, in Brüssel der Weltfriedenskongreß. Der Kongreß von G e n f ist von der Union der Bölkerbundligen einberufen worden; die Veranstalter haben sich bemüht, Vertreter der Jugend aus allen politischen Lagern und Ländern zu gewinnen. Tatsächlich nehmen an den Beratungen neben faschistischen Jugendgruppen auch kommunistische teil.(Allerdings haben Deutschland und Italien wegen des angeblichen„Linkü- charakters" deS Genfer Kongresses im letzten Augenblick abgesagt, aber die katholische Jugend Oesterreichs wird vertteten sein.)— Neben den Bölkerbundligen sind an der Organisierung des Friedenskongresses von Brüssel, an dem rund 8999 Menschen teilnehmen werden, auch zahlreiche angesehene Persönlichkeiten der internationalen Politik beteiligt; die Vertreter einiger sozialistischer Parteien der Internationale werden anwesend sein. In der Sozialistischen Arbeiter-Internationale sind die Ansichten über den Wert solcher Kongresse geteilt. Wir sind der Meinung, daß ihnen, trotz der großen Aufmachung, derer sie sich erfreuen, nur untergeordnete Bedeutung zukomml. Die deutsche sozialistische Jugend unseres Landehat darum nicht nach Genf, die Partei nicht nach Brüffel delegiert. Hinter solchen bunt zusammen« gewürfelten Kongressen steht keine organssierte Macht, die die Beschlüsse, falls solche überhaupt gefaßt werden, in die Tat umzusetzen vermag. In der Regel werden die Resolutionen, an deren Zustandekommen weltanschaulich entgegengesetzte Richtungen teilnehmen, so allgemein und nichtssagend sein, daß sie keine Grundlage für die praktische Friedensarbeit sein können. Praktische internationale Friedensarbeit m»ß auf einer gleichen oder verwandten Ideologie beruhen und muß organisatorische Instrumente haben. Aus diesem Grunde,ist die Arbeit der, Sozialistischen. Arbeiter, internationale, des Internationalen Gewüii-i schaftsbundes und der Jugendinternatsonale weitaus bedeutsamer und fruchtbringender als Kongresse, in denen zwar wohlmeinende, in der Regel aber einflußlose Menschen und Verbände aller Schattierungen zu Worte kommen. Es ist noch zu bedenken, daß die Organisierung deS Friedens, die von diesen Kongressen gewollt wird, an der Grundfrage jeder praktischen Friedensarbeit vorbeigeht: an der Tatsache nämlich, daß praktische Friedensarbeit mit dem entschiedenen Kampf gegen de« FaschiS- ttt u s verbunden sein muß! Die Pflege des Friedenswillen in den demokratischen Ländern ist eine löbliche Sache, da aber die gleiche Arbeit in den faschistischen Ländern nicht geleistet werden kann, muß es die Aufgabe der praktischen Frie- Martinez' Geld ein paar hundert Schreier auftreibe! Rodriguez ist nicht so leicht einzuschüch- tern l Sie kennen Rodriguez nicht! Ich habe ihn schon gekannt, als er Romanuela gründete. Er sieht liebenswürdig aus, aber ich war dabei, wie er damals zwanzig Kerle, die bezahlt waren, hier Unruhen zu fttften, an hie Mauer stellte. Ebenso liebenswürdig, wie er Ihnen jetzt feinen Whisky anbietet. Und Sie glauben, er würde sich bedenken, mich selbst...?" Das Bild, das sich Bonamarias Phantasie darbot, war nicht verlockend. Ihm war, als sehe er schon zwölf Läufe auf sich gerichtet. Nein, dazu war ihm selbst sein kahler Kopf zu lieb, als daß er ihn an solch ein Abenteuer wagte. Barbox stand auf. „Schadet Ich hätte Sie gern als Präsidenten gesehen! Und Frau Taldelari sicher auch. Das hätte ihr Eindruck gemacht. EiN Bolksführer, ein energischer, zielbewußter Kopf..." Das wirkte erfrischend. Der Advokat raffte sich zusammen und ging noch einmal mit dem festen Schritt des Diktators durch den Raum. „Wenn wenigstens eine kleine Flotte vor dem Hafen läge", bat er. „Unmöglich! Die Regierung mischt sich nicht in innere Angelegenheiten. Außer..." Tommy Barbox' Gehirn war■ erfinderisch. Schließlich wollte Montfort die Revolution. Und ohne Unterstützung war auch die kleinste Unruhe nicht zu haben. «Außer...?" fragte Bonamaria hoffnungsvoll. „Es müßte irgendein Interesse eines unserer Bürger verletzt werden." „Dann käme die Flotte...?" „Ein oder zwei Schiffe könnten zufällig da sein? Bonamaria ging quf und ab. Es waren sehr vettschiedene Lockungen und Hemmungen, die da» jugendliche Herz hin- und Herzogen:, Präsident zu werden, war gewiß, angenehm, an die Mauer 1 gestellt zu werden, sagte ihm weniger zu. die sich auf die Emigranten Marx und Engels und Lenin beruft, wütet gegen das Asylrecht, stellt sich damit in eine Reihe mit den tschechischen und deutschen Faschisten dieses Landes, die immer schon Emigtantenhehe betreiben! Damit haben ja wohl die Kommunisten die tiefste Tiefe des moralischen Verfalles erreicht. Vorläufig. Und damit haben sie jedermann gezeigt, daß die Frage des politischen Zusammengehens mit ihnen nicht zu« letztaucheineFragederMoral, der Sauberkeit ist. denSpolitik sein, die faschistischen Staaten durch eine entschiedene Außenpolitik zu isolieren. Das wird die Arbeiterbewegung durch die Einflußnahme auf die Außenpolitik ihrer Länder viel besser erreichen können als es jene Kongreffe wollen und vermögen. Der heiße Brei Paris. Der Londoner HavaS-Berichterstatter teilt mit, daß die englischen Delegierten bei der internationalen Friedenskonferenz in Brüffel von berufener englischer Seite den Wink erhalten haben, an keiner Diskussion über die LageinSpanien teilzunehmen, da eine derartige Diskussion in der gegenwärtigen Situation vom englischen Standpunkte aus unzulässtgwäre. Sowjetjugend: Zusammenarbeit mit allen I Das Mitglied der sowjetdelegation auf dem Genfer Weltjugendkongreß, K n o p o v ä, erklärte, daß die Sowjetjugend zur Zusammenarbeit mit allen Nationen ohne Unterschied der raffischen, politischen oder religiösen Zugehörigkeit bereit sei. Gestapo Im VDA Paris. Die„Information" meldet aus Berlin, daß die Gestapo beim Vorsitzenden'der Bereinigung der Deutschen im Auslande, die zur Zeit in Erlangen ihren Kongreß abhält, eine Haussuchung vorgenommen habe. ftOr. Steins ch c r steht unter dem Verdachte, bestimmte politische Delikte begangen zu haben. Es handelt sich um eine sehr bekannte Persönlichkeit und die Maßnahme der Gestapo hat großes Aufsehen erregt. DI« Hltlerbarbarel wird sanktioniert. H itler hat die Diplomaten zur Teilnahme an dem Nürnberger Reichspartettag eingeladen. Viele Vertretungen haben, wie das Deutsche Nachrichtenbüro meldet, das Kommen zugesagt,. darunter auch die der Kleinen Entente. In der vom Deutschen Nachrichtenbüro mitgeteilten Liste fehlen vor allem Frankreich, England, Polen und Nord- amerika. Schuschniggs Minister lobt Hitler Die„Wiener Neuesten Nachrichten" veröffentlichen einen Artikel des Ministers Gleis« H o r st e n a ü, der von Schuschnigg nach dem 11. Juli ins Kabinett genommen worden war. In „Und Sie glauben, daß Fulvia...?" war schließlich das Erge.bnis seiner Gedankensprünge, „Gar keine Frage."■ Tommy Barbox war nicht ganz so überzeugt davon, wie er tat, aber das passierte ihm in seinem Beruf häufig genug. „Frau Taldelari hat erst neulich, als Sie gerade fortgingen, erklärt, Sie wären der geborene Poli- tiker. Und sie schwärme sür Staatsmänner." „Das sagte sie?" Bonamaria strahlte. Das Geschick der Republik Romanuela kam ins Rollen. „Ja, aber", beeilte sich Tommy zuzufügen, „Sie dürfen mich nicht verraten. Sie sagte noch ausdrücklich:.Erzählt ihm das nicht wieder!' Und ihr Blick war ganz versonnen." «Ihr Blick war versonnen.. Zum ersten» mal seit einiger Zeit sah Bonamaria wieder kurz in den Spiegel, den er wie eine Armbanduhr um das rechte Handgelenk geschnallt trug. Ja, Fulvia liebte ihn! Heimlich vorerst; das mühte sie. Schon ihres eifersüchtigen Mannes wegen. Den würde man nachher irgendwie los. Wenn Fulvia ihn, den Advokaten, den Präsidenten Bonamaria wirklich liebte... und warum sollte sie ihn auch nicht lieben? Warumnicht? Der Spiegel äußerte sich nicht, sondern zeigte teilnahmslos dieselbe Glatze, die ihm gezeigt wurde. Auch ein kräftiges Angehaucht» und Abgeriebenwerden wirkte, nicht bessernd. Aber Bonamaria sah, was er fetzen wollte. Und das waren bedeutende, scharfgeschnittene Züge unter einer hohen Staatsmannsstirne. Die Backenknochen verrieten zwar, daß die Ahnen des Advokaten auch an Indianerinnen Gefallen gefunden hatten, aber wessen Ahnen in diesen Ländern hatten das nicht getan? Und mit Massage und Hautpflege ließ sich manches verbessern., Selbst'der mächtige Potfirio Diaz, der Präsident von Mexiko, hatte solche Mittel nicht verschmäht,, Der Gedanke'an dieses große Vorbild entschied. „Gut, mein lieber Barbox", die Stimme Bonamaria» wurde leutselig,„ich glaube, wir wer« dem Artikel zieht GleiS-Horstenau gegen die spanische Regierung iiy Tone der GoebbelS-Propa- ganda zu Felde. Deutschlands Führer hübe die bolschewistische Gefahr erkannt und Oesterreich- Kraft voll eingeschäht.„Sollen.unsere, stolzen Dome in Asche sinken? Die Bedeutung de» Frieden» vom. 11. Juli geht über Oesterreichs Grenzen weit hinaus."— Hitlers Beauftragte in der österreichischen Regierung machen ihrem Herzen keine Schande. Ins polnische Konzentrationslager Warschau. Die Leiter der Bezirksorganisationen der Bereinigten Bolkspartei in den Ortschaften Siedlce und Cerekwa, Pagacz und Bie- lecki wurden wegen der Veranstaltung von Bauernkundgebungen am 18. August in das Kon- zentrationSlager in Bersza Kartuszka gebracht. Die Behörden haben die Veranstaltung von weiteren Kundgebungen in diesen beiden Orten untersagt. norwegische Absage an Stalin Oslo. Donnerstag wurde dem sowjetrussischen Gesandten die Antwort der norwegische» Regierung auf die sowjettussische Beschwerde vom 29. August, betreffend den Aufenthalt Trotzkis in Norwegen übergeben. In dieser Antwort erklärt die norwegische Regierung vor allem, daß sie mit Bedauern konstatieren müsse, daß die sowjetrussische Demarche nicht in voller Uebereinstim- Mung mit den freundschaftlichen Beziehungen stand, die die beiden Länder verbinden. Die norwegische Regierung bestreitet, daß sie während de» Aufenthaltes Trotzkis in Norwegen ihre Pflicht versäumt Wie und lehnt die sowjetrussischen Vorbehalte ab. Mussolini gegen Goebbels Goebbels hat dieser Tage in Venedig eine Rede gehalten, in der er den Nationalsozialismus mit dem Faschismus gleichsetzte. Die Rede ist ziemlich unbeachtet geblieben. Jetzt antwortet ihm die italienische Presse, daß zwischen den beiden Systemen etliche Unterschiede'bestehen: Italien mache beim antibolschewistischen Staatenblock nicht mit. Eine europäische Politik ohne die Sowjetunion sei ein Unding. In Kflrses Budapest. Ministerpräsident Gömbör ist Donnerstag um 9 Uhr nach München abgeflogen. Von München begibt er sich in ein Sanatorium. Warschau. Berufene Kreise dementieren die Meldung, daß Außenminister Beck zum nationalsozialistischen Kongreß in Nürnberg eingeladen wurde. Berlin. Im Anschlüsse an die deutsch-polnischen Vereinbarungen.über den Eisenbahndurch» gangiverkehr zwischen Ostpreußen und dem übrigen Reichsgebiet wird mitgeteilt, daß die seit dem 7. Februar eingeführten Beschränkungen im Güterverkehr aufgehoben sind. Moskau. Wie Nachrichten aus Chabarowsk besagen, finden dort in der letzten Zeit zahlreiche Verhaftungen und Hinrichtungen russischer Weitzgar- d I st e n durch die Japaner statt. Bondo. Wie aus Addis Abeba gemeldet wird, sind' zwei britische Missionäre bei dem Versuch, von ihrer in Jergalem in. Südabessinien gelegenen Station nach Addi» Abeba zu entkommen, ermordet worden., den uns verständigen; über ein paar Einzelheiten' verhandeln wir noch.", Das klang doch schon gemessen und politisch I Fulvia sollte ihre Freude an ihm haben. Und wenn er erst Präsident war.»'.! ix;;• In den nächsten Tagen vervielfältigte sich Tommy. E» lvar ja wahrhaftig nicht leicht, diese» friedliche Lqnd davon zu überzeugen, daß es eigentlich längst einer Revolutton bedurfte. Und das mußte in ttefem Geheimnis geschehen. Er brauchte eine Kerntruppe empörter Jakobiner, wie sollte er die beschaffen? In einer der. Nachbarrepubliken gab e» Arbeitslose, Tommy fuhr mit einem Küstendampfer hinüber, und e» gelang ihm, zweihundert Burschen äufzutresben. die" bereit waren, gegen tarifmäßigen Stundenlohn'jede beliebige Negierung der Welt zu.stürzen.** Der„Präsident Harding", ein Schiff der General fruit eompany; sollte diese Mannschaft in seinem Laderaum nach Salvadolid bringe«,- wo er sie dann— wer tmiNer da» Land beherrschte— gegen Bananen eintäuschte. Eine Schiffsladung Waffen, die für einen. Staatsstreich in einer anderen Republik bestimmt, aber mangels Zahlung Nicht geliefert worden.war, schlug Tommy. Barvox aus. Er hatte, in feinen Plänen dergleichen nicht nötig und es war immerhin eine Gefahr, der Politischen Uetzerzeugung seiner Leute eine Möglichkeit zu gewaltsamem Ausbruch zu geben. Daß er einige Tage Verreist war,'konnte nicht weiter auffallen. Im Gegenteil; er war ja ohnehin unwahrscheinlich lange in Salvadolid. Nach seiner Rückkehr hatte er längere Besprechungen mit Diego Martinez, der nicht begeistert ^davon war, daß Bonamaria Präsident'-werden sollte. „Ein eitler Esel", erklärte er verächtlich, »eine Null, so groß wie seine Glatze," ^Fortsetzung folgt.), l Nr. 208 Freitag, L. September 1986 Sette 8 WWWWMWWDW MWMMeMt lilkdrauchte Nocksckulsutonomle Aus Hochschulkreisen wird uns geschrieben: Das Schulministerium hat vor kurzem einet gründlich vorbereiteten Entwurf zu dem Hochschulgesetze herauSgegeben, von dem, wenn man auch nicht mit jeder Einzelheit einverstanden sein muß, doch gesagt werden kann, daß durch dieses Gesetz die in der letzten Zeit so zahlreichen Mißbräuche in der Ernennung von Hochschulprofessoren ausgeschlossen sein könnten. Wie dringend «in energisches Vorgehen in dieser Beziehung ist, zeigt der Äandal mit der Nichtbesetzung der dermatologischen Klinik an der deutschen Universität. Vorige Woche wurde die Ernennung des derzeitigen provisorischen Leiters der dermatologischen Klinik zum außerordentlichen Professor veröffentlicht, die in Dozentenkreisen nicht nur beträcht- liches Aufsehen, sondern auch berechtigte Entrüstung hervorgerufen hat. -' Man bedenke: Der jüngste Schüler KreibichS wird nach durchaus ungenügender klinischer Ausbildung von einem Nichtdermatologen habilitiert. Nach noch nicht zweijähriger Dozentenzeit wird er für würdig befunden, zum außerordentlichen Professor ernannt zu werden. Er ist noch nicht 85 Jahre alt. Er hat zwar erst mit SS Jahren promoviert— andere treffen das mit SS Jahren—, dafür ist er aber, ohne eine einzige wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht zu haben, seinerzeit nach halbjähriger klinischer Tätigkeit Assistent geworden. Auch der Uneingeweihte wird verstehen, um was es sich hier handelt, wenn er erfährt, wie selten fähige Wissenschaftler an der medizinischen Fakultät der deutschen Universität in Präg Professoren werden. Prof. Schlosser ist 25 Jahre ,Ordinarius in Prag und hat in dieser Zeit noch nicht einen einzigen seiner Schüler auch nur zum Titularprofessor gemacht. Der Internist Prof. Schmidt ist 24 Jahre in Prag und Hal ebenfalls noch keinen seiner Schüler zum Professor vorgeschlagen. Der verstorbene Prof. Kreibich hat 26 Jahre in Prag gewirkt, ohne einem einzigen seiner Schüler auch nur den Professortitel zu verleihen. Um so aufreizender muß die Ernennung eines noch nicht Fünfunddreißigjährigen zum Professor wirken, wenn man bedenkt, daß für dasselbe Fach drei seit 22, 17 und 7 Jahren habilitierte Privatdozenten an der deutschen Universität tätig sind. Vielleicht spielt es eine Rolle,.daß er der Brudeo eines gewesenen Kreisleiters, dep ' SdP ist.' Wie wir hören, wird in der nächsten Parlä- mentssession in dieser Angelegenheit eine Interpellation vorgebracht werden, die eine strenge Disziplinaruntersuchubg und eventuelle Bestrafung der schuldtragenden Professoren verlangt. ES soll auch ein tschechischer Prosessor bei dieser zauberhaften Karriere behilflich gewesen sein, indem er— ein in der Geschichte..der deutschen Universität noch nie dagewesener Fall— ein glänzendes„Fachgutachten über den jungen Mann abgab. Man darf auf die Einzelheiten der parlamentarischen Untersuchung neugierig sein. Enttäuschung beim Erntefest Die SdP-Bezirksleitung Dux hatte mit großer Reklame das Bezirksibntefest für Sonntag) den 80, August, in Fleyh verkündet. Der „Führer" Konrad Henlein sollte selbst persönlich in Fleyh erscheinen. In Flugblättern wurde an gezeigt, daß sich in Fleyh 6 0.0 00 Menschen versammeln werden. Das Erntefest wurde aber für die Bezirksleitung unter der Führung de» Herrn Lehrer Kutscher« und für die Festgäste eine gewaltige Enttäuschung. Wenn auch am Sonntag vormittags nicht mehr mit 60.000 Teilnehmern gerechnet wurde, so hat man in fester. Zuversicht auf 15.000 Menschen gehofft. Aber es kam alles anders.- An dem Umzug nahmen sage und schreibe 1247 Frauen, Männer und Bauemreiter teil, die in geschloffener Formation zum Festplatz zogen. Die zweite Enttäuschung für alle Teilnehmer aber war, daß der Führer Konrad Henlein nicht erschien, Auf dem Festplatz gab eS erst eine heftige Auseinandersetzung, weil keiner den Versammelten die Mitteilung machen wollte, daß. der„Führer" nicht er schienen sei. Der Bezirkssührer Herr Lehrer Kutscher« und der Sekretär HaSIer lizitierten erst, bis schließlich der Abg. Eichholz als Festredner die Botschaft den Versammelten überbrachte, daß Konrad Henlein nicht erschieneit sei. In Gruppen und mit abfälligen Aeuherungen verließen di« Menschen den Festplatz, so daß um 4 Uhr nachmittags Festteilnehmer schon wieder in Dux waren. Die Menschen waren entiveder über die Rede oder über die Mitteilung, daß„Adolf Henlein" nicht erschienen ist, so enttäuscht, daß sie schon während der Festrede den Festplatz verließen. Auch.einig« Vier Bergarbeiter verschüttet M ä h r i s ch- O st r a u. Am Donnerstag, den 3. d. M., um 2.20 Uhr trat rin Bergbeben auf, dessen Zentrum zwischen den Gruben „Zvkrina" und„Tr0jice""'m'Slezski'Ostrava lag. DaS Beben verursachte' im Adolf-StolleN der Grube„Trojiee" einen Bergbruch in der Tiefe von 475 Metern, durch den vier Bergar- better verschüttet wurden, und zwar: Auton B i l e g a l a, geboren 1891 in Slezstä Ostrava, Bater zweier Kinder, Franz Kana, geboren 1896 in Michalkoviee, Anton O l ö a r, geboren 1894, verheiratet, ans Slezstä Ostrava und Johann K» r k a, geboren 1907, Bater eines Rinde«, ans Slezstä Ostrava. Die Bergungsarbeiten werden unter Aufsicht des Bergamtes fortgesetzt. Ueber das Unglück teilt das Revierbergamt In Mährisch-Ostrau mit: In den Nachmittagsstunden ist es trotz allen Bemühungen der Rettungsmannschaften sticht gelungen, zu den verschütteten Bergleuten vorzudringen. Die Bruchstelle ist von Kleinkohle, die bei der Erschütterung von dör Seit« her in den Durchschlag gedrückt Mitglieder der Bezirksleitung hatten den Platz verlassen, ohne auf die Schlußworte des Abg. Eichholz zu warten. Eingegangenr Zeitungen. Man meldet uns aus Karlsbad: Die im Verlage des„Karlsbader Tagblattes"(Feller-Verlag) bisher erschienenen Halbwochcnblätter„Altrohlauer Volksblatt", „Egerer Volkszeitung" und„Karlsbader Volkszeitung" sind wegen Unrentabilität eingestellt worden.(Bei den Blättern.Karlsbader Volkszeitung" und„Egerer Volkszeitung" handelt es sich um Zeitungen, die auf eine mehr als zehnjährige Bestandzeit zurllckblicken konnten.) Tschechische Schule in einem Ort ohne tschechische Kinder. In den nächsten Tagen wird, lvie man uns meldet, in R a d o t i n bei Luditz eine tschechische Schule errichtet werden, obwohl im ganzen Ort nicht ein einziges tschechisches Kind vorhanden ist. Eine dieser Tage in Radotin eingetroffene Kommission aus Prag erwarb ein Haus, in welchem die tschechische Schulklasse untcrge- bracht werden soll. Schlechte Böhmerwaldsaison. Wie uns aus dem Böhmcrwald geschrieben wird, haben sich die von den Gastwirten, PcnsionSinhabern und Gewerbetreibenden der Böhmcrwaldgebicte in den heurigen Sommer gesetzten Erwartungen nicht erfüllt, denn die Sommerfrischen des Böhmcrivaldes wiesen in der nunmehr zu Ende gehenden Saison einen weit geringeren Fremdenbesuch als int Vorjahre auf, wozu vor allem das wenig günstige Wetter beigetragen hat. Die Teuerung Prag. Das Tsch. Korr.-Büro teilt mit, das) die Verhandlungen über Maßnahmen gegen die Teuerung anfangs nächster Woche unter Beteiligung aller zuftändigetr* Ministerien fortgesetzt werden. lvurde, vollkommen verschüttet. Es ist fast ausgeschlossen, daß irgendeiner der Verschütteten lebt, weil, auch wenn sie unverletzt ,'gehMpn wären,, sie-durch den Kohlenstaub und 'dly Gase, erstickt.sein würden. Die Ursache der Verschüttung wär eine mächtige Erschütterung der Sandschichten des aus seinem Oberboden herauS- geschleuderten FlöheS„Adolf". Die Erschütterung machte sich auch obertagS in den Wohnungen durch Schwanken der Möbel bemerkbar. Die Erschütterung wurde erwart.«t und dasRevierberg- amt ordnete verschiedene Maßnahmen an, insbesondere eine außerordentlich gute Zimmermtg. Diese Maßnahmen wurden, wie sestgestellt lvurde, getroffen. Die Erschütterung war so mächtig, wie noch nie eine vorher.. Nicht einmal die außerordentlich starke Zimmerung konnte den Bruch verhindern.'DaS Revicrbergamt verfügte, daß der Abbau bis zur Durchführung der Nettungsinaß- nahmen eingestellt werde. Es ist wahrscheinlich, daß bei. dem bisherigen raschen Vorgehen die verschütteten Bergarbeiter noch heute nachts geborgen werden. Der erwähnte Durchschlag wurde in der Länge von 14 Metern verschüttet. General Franco— die Regierungstruppen in der Berichterstattung der bürgerlichen Presse Margarine-Kontingent für Septembef erhöht Angesicht« deS eingetretenc» Mangels an Margarine, deren Kontingent für den laufende» Abschnitt erschöpft ist, wurde in der letzten Miiti- sterberatnng'ein Nachtragskoittingent von fünf Prozent für den Monat September bewilligt. Ungeachtet dieses ProuisorinniS werden die Verhandlungen über eine vollkommene Regelnng der Margarineversorgung mit Beschleunigung geführt loerden müssen. Neue volksparteilichc Absage. In einer Polemik gegen den früheren Handelsminister Ma- touSek, lvelcher in den„Näcodni Listy" die tschechische Volkspartei wegen ihrer angeblichen Unterstützung des Bolschewismus angegriffen hat, schreiben die„Lidovö Listy":„Was versteht Doktor Malousek unter den neuen vorbereiteten internationaleit Formationen?... In der Innenpolitik meint Dc. Matousek lvohl die Formierung eines Rechtsblocks gegen die Linke. Auf diese Politik hat man schott anderslvo draufgezahlt uns wirwerdendieseFehlernichtwie- derholen. Minister S r a m e k und Abg. Stasek haben cS ganz klar ausgesprochen." Lokalaugenschein int Schulstürmer-Prozetz. In-dem Prozeß mit den polnischen Angreifern aus tschechische Schulen im Teschcncr Gebiet wurde Donnerstag die Verhandlung an den Orten fortgesetzt, wo Schulen beschädigt wurden. An dcrKom- mission nahmen der Strafsenat mit dein Staats- anwalt, Gendarmerie, vier polnische und zahlreich« tschechoslowakische Journalisten tejl. Mit dem Verhör und der Untersuchung wurde in Zpupnä Lhota bei Teschen begonnen, wo der Angeklagte B o c e k mit Langer und Przeczek zu- sammenzutreffen Pflegte und von wo größtenteils mit Automobilen Angriffe auf Schulen unternommen wurden. B o c e k zeigte, wo gefahren wurde. Das Gericht setzte sodann die Verhandlung in Kosakisk fort, wohin die Expedition Langers gerichtet lvar. Die Schule ist dort jedoch schadhaft, weshalb die Täter damals von einer Zertrümmerung der Fenster Abstand nahmen. Sodann begab sich die Kommission nach Vendryni, zur Masaruk- JubiläumSvolkschnle nach Tkince und nach Doli» Listnä, wo Bocek entsprechend seinen früheren Aussagen zeigte, wohin man fuhr und Fenster zertrümmerte. Nach der Mittagspause begab sich der Strafsenat nach Nebory, Nopicc, Lhotka Ko- morni und Tesche». Freitag wird die Gerichte fahrt fortgesetzt. Bergbeben in Mährisch-Ostrau Prager deutsche Abendsendung Im August Die Einführung der„F u n k w o ch e n s ch a u" wird, erst dann Bedeutung erlangen, bis die Berichte nicht.mehr von zwei Sprechern erstattet, sondern als Originalaufnahmen auf Schallplatte» gesendet werden. So fiel der Bericht über den Besuch des Staatspräsidenten in Reichenberg sehr waget aus, wie ja gerade sn diesem Fälle unsere Rundfunkleitung total versagte. Eine Gelegenheit, wie sie nie. mehr wiederkehrt, wurde versäumt; man müßte jene Stelle, die die Uebertragung der Präsidentenrede oder die Ori- ginalreportag« heS Gesamtbesuche» verhindert«, zur Rechenschaft ziehen. Di« NichtWertragung war ein Vergehen gegen den Staat und seine demokratische Verfassung^ . Unsere deutschen Sendungen werden trotz„des Prager Kaffeehausdeutsch", wie der SdP-Abgeord- nete Birke in. einer Interpellation zu stänkern versuchte, gerne gehört. Zum zweiten Wunschkonzert sind zweitausend Zuschriften eingelangt, auch sonst nimmt die Preffe laufend Stellung, zu. einzelnen Sendungen.'Der„Funkhörkasten"' ist. aber noch etwa» schwerhörig, denn.er hört nur. die Stimmen der Provinzpreffe bürgerlicher Schattierung. Daß die sozialistische Presse als einzige seit jeher die deutsche» Abendsendungen regelmäßig und kritisch bewachtet, wurde. bisher überhört. Eine Anzahl guter K o n z e r t e wurde un» Übermittelt.. So danken wir für die C-Dür-Sym- phonie von Schubert unter Viktor Allmann» Leitung; uyter Hanns Epstein» Führung gab es eine schöne und klare Wiedergabe Smetana»„Moldaü". Auch leicht« Musik guf Schallplatten wurde gesendet, wohl weil sie billiger ist, doch besser war da» Konzert mit den Splendid-artist», eines Quartett» mit allen Qualitäten, die man verlangen kann. Das Brandl-Gedenkkonzert„brandelte", aber zündete nicht. Ebenso sind sogenannte Schla- gerkonzerte wertlos, kein Mensch erinnert sich eine Minute nachher nur an einen Takt. Dann verwendete, man Sänger und Sängerinnen mit zu schweren Stimmen, so daß auch dieser. Genuß ein zweifelhafter Mr. Die Programmpolitik unserer Gesamtsendungen bleibt für un» nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Da gab e» z. B.«in gute» Hörspiel von Otto Hieke.„Konrad Helm und seine Uhr", aber da die Sendezeit beschränkt war, wurde die Sendung, die vjelkicht nur noch eine Minute zum endgültigen Schluß gebraucht hätte,’ rücksichtslos abgebrochen. Dafür sandte man nachher, nach der Ansage der tschechischen Abendsendung, zur Zeiwuffüllung eine Schallplatte! 9 Der Monat August brachte eine Reihe ganz ausgezeichnet wiedergegebener Hörspiele von starker Wirkung, und interessantem Inhalt. Die tiefmenschlich« Geschichte vom„Standhaften Prinz" von. Ealderon, dann au»„Hermann und Dorothea" von Goethe einige Szenen. Grabbe»„Hannibal", Hugo Salu»'„Susann« im Bade", Ferdinand Raimunds „Verschwender", Oskar Baum»„Der Feind" waren leuchtende Blumen eine» reichen literarischen Kranze», sicherlich ein Programm von kultureller Be- deutung. Bon' den verschiedenen Borträgen feien zwei herauSgegriffen. Dr. Jellinek erteilte wichtige Aufklärung über„Spielzeuge al» Erziehung»mittel", wobei er richttg verlangte, daß man. Kindern keine Mordwaffen al» Spielzeug geben darf, doch« spater erklärte Dr. Jellinek, daß da» Spielen mit Soldaten seelisch dem Kinde nicht», schade. Da» steht mit dem Borhergesagten immerhin I in Widerspruch. H. B. U t i tz, Redakteur einer deut-. ifchen Provinzzeitung, sprach über die schwerenMängel der flultut in den sudetendeutschen Gebieten: sude- tendentsche Künstler verhungern; keine Zeitung drucke «b, was sudetendeutsche Schriftsteller schreibe», kein Direktor hänge ein Bild einer sudetcndeutschen Künstlers in sein Direftorenzimmer, denn man fürchtet, ein anständiges Honorar dafür zahlen zu müssen, und unsere sudetendeutschen Schriftsteller, Maler und .Bildhauer leben teilweise von Czechkarten. Die gleichgeschaltete Provinzpreffe kauft ans billigen, reichsdeutschsn Novellcnverlagen in Diatern ihre Unterhaltungsgeschichten und läßt unsere heimatlichen Dichter verhungern; er gibt Zeitungen, die prinzipiell keine Gedichte abdruckenl— Der Vortragende, der di« ganze Schapde unserer bürgerlichen Provinzzeitungen bloßlegte, hat sich damit verdient . gemacht. In den Arbeitersendungen waren beachtliche Vorträge zu hören. In dem Genossen C. R. Schwarz besitzen wir einen kenntnisreichen Volkswirtschaftler, dessen Erklärungen und Forderungen für die allgemeine Wirtschaft der Republik weiteste Beachtung verdienen Nütrden. Nach einer Schilderung der Lag« unserer Jndusttiezweige kommt »Genosse Schwarz zu der Folgerung, daß es cketne national« Schuld an der tristen. Lage unserer Industrie gibt, sondern weltwirtschaftliche Momente, waS die Deutschen in diesem Staate endlich erkennen lernen müssen. Seine Forderungen nach, kollektiver Propaganda und Exportorganisation müßten von allen Faktoren aufgegriffen, werden, ebenso die Wichtigkeit eitier klaren Lohnpolitik, die auf Hebung der Kaufkraft im Inland hinauSgeht. Besonders notwendig ist es aber, in der Slowakei und Karpotho« rußland kaufkräftigere Konsumenten zu schaffen, womit,«in großer Teil de» verloren gegangenen Exportes ersetzt werden könnte. Voraussetzung aber ist di«.Schaffung gesetzlich festgelegter Mindestlöhne, wodurch der Arbeiter im allgemeinen wieder Vollverbraucher werden kann.— Des Genossen Josef Hofbauers Bortrag:„Die Judenfrage als ethisch-sozialeS Problem" dürfte dem Inhalte und der Gestaltung nach der wertvollste des ganzen Monates gelvescn sein. Seine Hinweise auf Mommsen, Zola und Elömenccau, Masaryk und Mächa, auf die Wirkungen der Dreyfuß- und Hilsner-Prozcsse als Ucbcrwindung der Barbarei und als Rettung des französischen und tschechischen Volkes vor dem Abstieg, dürften in dieser Form erstmalig ausgesprochen worden sein. Der Falkenauer Arboitertag fand in einer guten Reportage seinen Widerhall im Rundfunk, leider war die begeisterte Stimmung der Festzuge» der Zehntausendcn aus keiner Ausnahme zu hören. Von dem Kulturschaffen unserer westböhmischen Arbeitersänger gab die ausgezeichnete Wiedergabe der M o z a r t s ch e n Kantate„Dir, Seele des Weltalls" beredten Ausdruck. Erwähnenswert seien noch die Vorträge de» Gen. Heinz Fischer„Genossenschaft— ein Beginn planvoller Gemeinschaft" sowie Dr. Baumgartners Aufklärungen über die'Todesstrafe in unserer Republik. Toni Köhler, der Bauernfllhrer, sprach in der Landwirtesendung Uber„B a u e r u n d L a n d- arbeite r". Es war in. diesem, Jahr der erst« Vortrag, der sich angenehm über den sonst darin Üblichen Rahmen-abhob, weil er sich mit Zukunftsfragen des Bauern beschäftigte, die sich nur politisch und mit Hilfe der Arbeiter lösen lassen. Die Frage de- guten und verständnisvollen Hilfsarbeiters de» Bauern findet ihre Antwort in der Rücksiedlung de» Arbeiters aus der Stadt ins Dorf durch Kleinsiedlungen. , Richard Bäuml, Nr. 206 . Nun hat»Qaen Mary« doch das Blaue Band erobert ^LgS neue englische Riesenschiff",,Queen Mary" stellte nun doch einen neuen Rekord für die schnellste IleberqueruygdeS Atlantik von West nach Ost mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von,80.68 Knoten auf und gewann damit zum ersten Male seit 1929 das ersehnte.Blaue .Band für England.zurück."Bei der Einfahrt, in den Hafen von Southampton legten die Schiffe FlaggcNschmuck an und begrüßten den Ricsendampfer mit lautem Sirenengeheul. Seite 4 Beschäftigung der Industrie 1 0er Bericht der Nationalbank über den > Juli 1986 Das August-Heft der Berichte der Nationalbank berichtet über die Situation" der Industrie im Juli: Auf dem Holzmarktc. rief die Belebung der Bautätigkeit eine dauernd angeregte Nachfrage nach Schnittholz hervor; es tritt sogar schon Mängel an efnigc» Gattungen, hauptsächlich an schmalem"Bauholz und Prismenholz auf. Es macht sich jedoch auch ein besserer Absah für die befferen Sorten bei erhöhten Preisen bemerkbar, so daß auch jene Partien.. die ursprünglich für die Ausfuhr bestimmt waren, günstig am Jnlandsmarkte placiert werden können. Tie Kohlen- und Koksförderung verlief im Juli günstig, und zwar sowohl bei. Steinkohlen wie auch bei Braunkohlen, in welchen beiden Kohlensorten die Prodnktioiiszissern des Juni überschritten wurden. Tie Roheisenproduktion hielt sich im Juli auf der"Höhe des Vormonats, während'die Rohstahlproduktion weiter gestiegen ist. Die ProduktionSzisfern find ans früheren Veröffentlichungen bekannt. Auch der Auftragseinlauf bewegte sich in der Eisenindustrie auf dem höheren Niveau des vorangegangenen Monats und war dabei"auch höher," als im vorjährigen Juli. Die Beschäftigung der metallverarbeitenden Industrie war.ebenso,.wie im Juni, im ganzen und grohcn ziemlich günstig. •• In der allgemeinen Nkaschinenindustrie, in der Elektrotechnik und Feinmechanik wurde mit ungefähr derselben Kapazität, wie in den früheren Monaten, gearbeitet."" In der landwirtschaftlichen Maschinenindustrie hielt die günstige Beschäftigung gleichfalls an. In der Automobilindustrie" stellte sich eine sai- fonmäßige Absatzbesserung ein, hingegen war die Beschäftigung der Waggonfabriken infolge des geringen BeftellungseinlaufS schwächer. In den keramischen Unternehmungen stellte sich, soweit Baukeramik in Betracht kommt, eine saison- mästige Besserung im Zusammenhang mit der fortschreitenden Bausaison tinl Beim Export von feuerfesten Materialien konnte der Berlust auf den freien Märktcn'niir zum Teile durch Erfolge auf den näher- gclegeiien Märkten ausgeglichen werden. Der Jn- landSabsatz von Porzellanwaren war schwächer, als sm vorjährigen Juli und auch die Exportmöglichkeiten haben sich gegenüber dem Borjahre verschlechtert. Im Kaolinabsatz ergaben sich keine nennenswerten" Aendcrungen. Ter GlaScxport vergrößerte sich in der ersten .Hälfte des Jahres um 11 Millionen Ai, d. i. etwa 8.7 Prozent. An dec Absatzbesserung partipizierten Tafel- und HohlglaS mit nicht ganz sechs Prozent, während bei Gablonzer Waren die Exportsteigerung nur etwa ein Prozent betrug. Die Gesamtlage blieb unverändert. Die Industrie erwartet infolge deS eben abgeschlossenen Modus vivendi mit Italien bessere Exportmöglichkeiten mit diesem Lande und eine Erhöhung der französischen Einsuhrkontingente. Die lebhaftere Bautätigkeit, die sich nach neueren Meldungen nunmehr auch in den Provinzstädten und auf dem flachen Lande eingestellt hat, äußerte sich.in einer besseren Beschäftigung der Ziegeheien, der Kalk-.und Zementwerke,, deren Absatzziffern jene"der Vorjahres erheblich" überschreiten. In der Steinindustrie hängt der ProduktionSumfang in hohem Mabe von öffentlichen Aufträgen ab. Ter Absatz von Pack- und graphischen Papieren war gegenüber dem Juni nahezu unveräydcrt und auch in den Rotationspapierfabriken ergaben sich keine Aenderungen in der Beschäftigungslage. Hingegen war die Beschäftigung indcn Bnchdruckereien im Juli etwas schwächer, doch sank sie nicht auf den ungewöhnlich" niedrigen Stand der Vorjahres. In der Textilindustrie zeigt das BeschäftigungS- bild keine Aenderungen gegenüber den früheren Monaten Die für den Jnlandsmarkt arbeitenden Unter- uehmunge» waren infolge stärkerer Inlandsnachfrage und staatlicher Aufträge relativ recht gut beschäftigt, die Exportsituation war jedoch von geringen Äus- «tahmcn abgesehen, weiter ungünstig, so daß sich jene Unternehmungen, die vorwiegend auf den Export an- getvicsei» sind lbauptsächlich Baumwolle,» Flachs und Jute) noch weiterhin in einer ungünstigen Situation befinden. Die Bekleidungsindustrie arbeitet an der Ausfertigung der Wintcraufträgc, die gegenüber dem Borjahre wesentlich Höher sind, hauptsächlich in der Damenkonfektion. Eine Absatzbcfserung meldet auch die Hiitindustrie, die Beschäftigung in der WäVe- konfektion war weiterhin befriedigend. In der Lederindustrie vermochten gröbere Lieferungen für. die Zwecke der Nationalverteidigung und eine gewisse Absatzbesserung aus dem Jnlandsmarkte, zusammen mit einigen Exportaufträgen, die von der Schuh- und Handschiibindustrie erlangt wurden, eine bessere Beschäftigung Herbeiznführen. In der chemische» Industrie hat sich die Situation bei" Schwcrchemikalien nicht wesentlich geändert und insbesondere ergab sich keine Besserung in jenen Industriezweigen, die vorwiegend ans den Export angewiesen, sind. Die Kunstdüngerindustrie befindet sich am Anfang der neuen Saison, über deren voraiiSsichjlichen Verlaus vorläufig nichts Näherei gesagt werden kann. In der teerverarbcitendcn Industrie hält die Absatzbesserung im Zusammenhang mit der lebhafteren Bautätigkeit weiier an, ebenso meldet auch die Kantschnkindustrie eine saisonmäßige Besserung der Beschäftigung. In der Farben- und Lackwarenindnstrie erreichte die Besserung gegenüber dem Vorjahre ein gröberes ÄuSmab- Der Absatz der Raffinerien hielt sich auf der Höhe der Vorjahres. Verhandlungen über das Hopsenmonopol gehen weiter. Jin Landwirtschaflsministerium fände».weitere Verhandlungen iwcrdic Schaffung deS Hopfe»Monopols statt. Zur Diskussion stand die Festsetzung. von ilcbernahmspreisen für die Jnlgiidsbrauereien, Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Die Erste Brünner Maschinenfabrik«.«..«, hat laut„Hosp. Rozhl." den englischen Abgeord- ncsen Sir. Philip Datvson zur Resignation., aus seine■ Verwaltungsratsfunktion aufgefordert. Datvson gehört zu den Mitgliedern des britischen Parlaments, die der„Times" einen offenen Bries einsandten," worin für'die Erfüllung der revisiölu- stischen Wünsche Ungarns plädiert wurde. Spanien-„Wltze" Wenn ein Volk um: seine Freiheit kämpft, wenn schlcchtbcwafsnctc Arbeiter sich der wohl- ausgerüsteten i Soldateska".verräterischer Generäle entgegcnloirft, mit ihren Leibern einen Wäll zum Schütze-der- Republik- aüfrichten,- wenn, geführt von glühender Freiheitsliebe, die Frauen sich an die Seite der kämpfenden Männer stellen,-—ei, düs ist doch eine nette"Gelegenheit zum Witzeln I Es ist eine Gelegenheit zu allerlei Witzen, zu denen, die von ihren Erfinder»."selber für harmlos gehalten werden", und"zu gemeinen.-. , Solch ei» harmloser Witz, sieht"etwa, so aus:"'"" r-."'" A: Wer, glaubst Du, wird in Spanien-gewinnen? B: Sorgen, die Du. hast? Mich.interessiert, ob ich diesmal gewinnen werde, A:?-?? 8: ilm 18. September beginnt schon die. Ziehung der. tschechoslowakischen Klyffcnlotterie., Vielleicht ist dieser Witz" nicht"in.-der Redaktion: der Zeitung, die ihn brachte,'erfunden worden, sondern soll eine Rcklaine für die Klas. senlottcric sein." Dünn ist"er nicht minder,ge- schmacklos. Aber er. ist harmlos im"Vergleich zu einem„Witz" der treu deutschen,- also für- daS „Heldische"-(wenn es nur reaktionär genug ist) sehr, begeisterten„Zeit!. Ein Bild zeigt eine stattliche, korpulente Frau, hinter der ein" kleiner Mann einhcrtrottet. Darunter der Text: „Der Gatte der Frau Majorin der Frauen- Volksfrontmiliz in Spanien:' Liebling, geh' nur voraus, sonst glauben" die Leut«, Du hast mich verhaftet." .. Denn nicht wahr; die spanischen Kämpfer- innen, sind ja Rote-und also Megären und ihre Männer Pantösfclheldenl. Und die völkische Maitz: die diesen„Witz" genießt, und der tapfere Kleinbürger nicht minder,- freuen sich darüber, das; man's dcn„Roten Weibern" gegeben hat! Denn des echten Deutschen, des Hcnlcin-Deut- schcn. Wesen ist" doch, einen Kamps für die De- mokratic nicht zu verstehen und diejenigen,' die nicht Untertanen.von Diktatoren.'sein wollen, als verächtlich und lächerlich zu empfinden. Und schließlich—.ein solcher„Witz" entspricht doch ihrem tiefsten Glauben: Daß zwar jeder Mensch dem-Diktator,- aber innerhalb- die Diktatur die Frau dem Manne zu gehorchen und sich um solche Probleme wie das' der Freiheit nicht zu kümmern hati."... Wieder' ein. Soldätenselbstmord.- Amtlich- wird gemeldet: Am 2. Septeistber"würde vom'Vcr- kchpKunt der Stäatsbabnen in Pilsen-der" Poli- zeidirektiön- in Präg."gemeldet, daß beit» Schstell- zug 156","der Prag^MN'-ö.ilks.lshi:. perläßt.und um 8.42 ilyr'in Pilsen cintrifft, der Wagenmei- fler Emänstel K o e n a bcs Untersilchung der" Waggons am" Untergestell eine.zerrissene Mili» tärb7use,»i!t. dcni.Zeichen L5 und Uebcrreste eines- wahrscheinlich-menschlichen'Körpers"gesunden,'.hübe."Au Ort'.u.nd" Stelle--'trafen Polizeiorgan« mit.einem Polizeiarzt ein,, de.r feststellte," daß es, sich um menschliche Körperteile.handlch die etivä z.w e i Tage."a l t waren:-Da eS sich nach dcinZeichen un> baS.Flicgerrcginient'in','-'Prgg handelte, wurde sofort bei" der-PolizeidirektioN in Prag-eine Untersuchung eingelcitct und ermittelt, dah der gefundene Tcildcr Militärkleidung und eines menschlichen Körpers von dem Soldaten Peter N i m e c vom Fliegerregiment 5 in Kbely stamme, der am- 1. Septembcr'd. I. in Prag Bysoüasty unter den"Rädern des Zuges Selbstmord verübte. Reuheiten der Radio-Technik. Bei einem von der Firma.„Radiotcchna" veranstalteten Vortrags- und Borführungsabend würde auf"zwei technische Neuerungen bei der Konstruktion von Rundfunkempfängern hingcwicsen, die das Interesse der Oeffentlichkeit beanspruchen können. Die eine ist der sogenannte^physiologische Lautstärkeregler". Er will dem Ucbeistand abhclsen, dah bei der Verringerung der Lautstärke die Klangfülle und die akustische Treue der übertragenen Musik Schaden leidet, weil das menschliche Ohr die tiefen Töne- unterhalb einer gewissen Stärkegrcnze nicht mehr wahrnimmt, so daß bei erheblicher Laut- stärkeverringcrung nur noch, die höheren Töne gehört werden. Der„physiologische Lautstärkeregler" ist imstande, diese Differenz zwischen, hohen und tiefen Tönen soweit" aüszuglcichen, das; äiich bei verringerter Lautstärke die-ganze Klangfülle der übertragenen Musik gewahrt bleibt. Er wird deshalb bei den-großen Rundfunkempfängern,, bei denen eine-Verminderung der Lautstärke oft notwendig ist," in Anwendung kommen.-Die andere Neuerung" ist die.„Sparschaltung", die ös ermöglicht, den Stroinverbraitch immer dann zu verringern, wenn eine-Sendung, mit verringerter Lautstärke gehört wird..Eine" solche Sparschaltung, an einem Drciröhxenapparat angebracht, hat zum Beispiel zur Folge, daß der Stromverbrauch geringer.wird als bei einem gewöhnlichen Zweiröhrengerät. Interessant war ferner die Mitteilung, daß die heimische Radio-Industrie bereits zur Serienerzeugung am laufenden Bgnd« übergegan- gen ist und in der Radiotcchna-Fabrik in Pke- louä(die 500 Arbeiter beschäftigt) heute pro Minute ein neuer Rundfunkempfänger crzeizgt wird. Die Aufwärtsentwicklung der tschechoslowakischen Rundfunkindustrie wird auch dadurch gekennzeichnet, daß bei der bevorstehenden Prager Herbstmesse dem Publikum eine Type, vorgefühci werden wird, wie sie" bisher nur im Ausland hergestellt wurde: ein Riesengerät mit 18 Röhren und zwei Lautsprechern, der stärkste bisher in der Tschechoslowakei-serienmäßig erzeugte Empfänger, der den Namen„Big Ben" tragen wird.» Eine Tcplitzerm in den Alpe« abgestürzt. Im Dreizinnengebiet in Südtirol ist die Teplitzerin Erika Czermak, die mit ihrem Bräutigam ,eine Bergtour unternommen hatte, 200 Meter lief abgestürzt."Die Leiche wurde geborgen. Kleinen« Krau« würde als künstlerischer Leiter an die" Münchener Staatsoper berufen. .".- Ozeanflieger notgelandet. Die amerikanischen Transozeanslieger Richman und Merillsind in der Grafschaft Carniathcimjn W a l e S. notge» landet.. Ihr Flugzeug, ist nicht-beschädigt, ebenso befinden sich die Flieger wohl. Niedrige Wolken und schlechte Sicht, verursachten, daß, die Flieger vom Wege abirrten und in der Annahme landeten, ,in der Nähe, von, Crohdön zu sein.". Die Flieger erklärten: Wir- müßten. wegen Mängel, anTrieb- ftöfsen landem. Als Ivirin,8ie-Gcwitterzöne gerieten, setzte-unser- Radio ans. Infolge des Regens,--.und der Wolken"konnten wir während. deS griißten Teiles unserer Reise daS Meer.überhaupt nicht sehen. Die Ucbcrslicgnng deS Atlantischen OzeanS dauerte ettva 15 Stunden.- Eine Stunde llangssuchten wir eineStelle-für die Landustg„wo- bei uns die niedrigen Wolken hinderlich waren. Deutsche Spionage. Während sich än der belgischen Ostgrenze', namentlich in der Gegend'von BervierS, in- der letzten Zeit' die" Spiönagefälle häuften, ist'man- jetzt eitler: neuen Spionägeaffäre -auf die Spur gekoininen, die. die früheren Ereignisse Vieser Art-weit in den-Schatten-stellt. Das neueste--Maschinengewehrmodell- der- belgischen Armee, das wegen seiner Vollkommenheit uns hervorragenden" Wirksamkeit der besonder« Stolz der Heeresleitung war, ist durch belgische Verräter für den Preis von wenig mehr als 2000 Reichs- niärk an Deutschland ausgeliefert worden. Statt Musik-— Krieg«.Instrumente... Die große Piano-Fabrik Grolian-Steinweg In Braunschtvcig muhte wegen Absatzschwierigkeiten Im In- mld Auslande ihren Betrieb fast völlig schließen. Nach Berhandlungcn mit militärischen Stellen hat die Firma nun— eine treffliche Symbolisierung des Dritten Reichs— ein Flugzeugwerk errichtet, das seinen Betrieb noch in diesem Monat unter dem Namen„Flugzeugwerke Braun- schlveig" aiifnehmcn wird. ES soll den Bedarf der drei in der limgegend von Braunschweig gelegenen Militärflugplätze decken. Neuzeitlicher Meiischenhaudel. Der bekannte Slavia-Stürnwr Bradaö ivurde von dem französischen Klub„Sochaux"„erworben". Sochaux zahlt d«r Slavia 100.000 Aä„Ablöse". Slavia Hal Bradaö seinerzeit von Viktoria Zijkov gegen eine- Abläse von. 00.000 AL übernommen... Und das nennt das Bürgertum Sport. Der Todeskuß. Ein gewisser Frank Raskon aus Phenix in Arizona war wegen Mordes zum Tode verurteilt und durch Giftgas hingerichtet worden. Die Leiche wurde seiner Frau freigegebe», die sich weinend auf sie stürzte und ihren toten Mann auf den Mund küßte. Dieser Kuß hatte furchtbare Folgen: die Frau brach leblos zusammen. Man glaubte zuerst an eine Ohnmacht, mußte aber dann feststellen, daß sie tot war. Sie hatte durch den toten Mund das Giftgas eingeatmet und ist regelrecht hingerichtet worden. Wirksame Strafe für Schnellfahrer. Der Richter der Stadt Jacksonville in Florida hat sich für Schnellfahrer eine Strafe auSgcdacht, die ebenso gerecht wie wirksam ist. Er hat zunächst zwei Herrenfahrer und einen Chauffeur dazu verurteilt. Die drei müßten mitten in der. Nacht auf einer einsamen Landstraße in einem bei einem Autounglück völlig zertrümmerten Wagen eine Stunde verbringen. Die absperrenden Polizeibeamten befanden sich außer Sichtweit«, aber die Delinquenten durften nicht mit-. einander sprechen. Sobald ein Wort fiel, ertönte ein schriller Psiff,- denn sie sollten sich eine Stunde lang Gedanken darüber machen, wohin ihr unvorsichtiges Fahren führte. Dann wurden sie, nach- Zahlung von zehn Dollar Strafe, entlassen. Die Reporter, fanden, daß sie alle drei etwas blaß aussahen; jedenfalls gelang er keinem der Zeitungsleute, auch nur ein Wort über ihre zweifellos starken Eindrücke aus ihnen hcrauSzubekommen. Der Affe als Dieb. Ein ehemaliger Bankangestellter, der seit Jahren arbeitslos war, ist auf eine geniale Ide« gekommen, feiner Familie den Lebensunterhalt zu sichern. Allerdings hat ihm diese Idee jetzt ein Jahr Gefängnis gebracht. Er hatte- üämlich einen Affest dazu äbgerichtet,'Leben-Mittel zu stehlen.- Er nahm daS Tier auf den Markt mit, ließ es dann los, und regelmäßig kehrt« der Aff« mit Fleisch, Gemüse, Eiern und Obst zu seinem Herrn zurück, der dann das Weite suchte. ES hat fast ein Jahr gedauert, bis man diesem ungewöhnlichen vierbeinigen Dieb und seinem genialen Dresseur auf die Schliche kam. Der Besitzer des größten Diamanten gestorben. In Johannesburg starb, 74 Jahre alt, Sir Thomas Cullinan, einer der größte» Diamantenfcldbesitzer von Pretoria. Am.20. Jänner 1808 fand einer seiner Angestellten einen Diamanten,'der eine Größe von nicht weniger als 8032 Karat hatte. Es war der größte Diamant, der je gefunden worden ist. Cullinan taufte ihn auf seinen Namen, versicherte ihn auf 16 Millionen Cjoldfranken und brachte ihn »ach London. Im Jahre 1007 wurde er aus Vorschlag deS Burengencrals Bota König Eduard"VII.- als Geschenk überreicht. Der Diamant wurde in fünf'Stücke zerschnitten und gelangte in den Juwelenschah des englischen HofeS. Abkühlung in Sicht. Bon Südwesten her. hat sich gegen Mitteleuropa nunmehr wärmere Lüft aus« gebreitet. In den"-Niederungen der ganzen Rcpn-. blik, eine schmale Zone an den Nordostgrenzen ausgenommen, sind die Temperaturen heute, Donnerstag, nachmittag« pei heiterem, Himmel'erneut auf die sommerliche Höhe angestiegen. Diese Erwärmung wird jedoch wahrscheinlich nur vorübergehend"sein." Einerseits dringen vöm Ozean her gegen das Festland einzelne Randstärnngen vor, die bereits mor-" gen, Freitag, Böhmen erreichen dürften. Anderer-" srits ist die Zufuhr kühlerer Luft von Skandinä-" Vien her gegen Süden noch"nicht vollkommen abge« schlossen. Wahrscheinliches LLetter Freitag: Vorerst noch schön und iwarm, später in Bühiyen vom We-" sten her Zunahme der Bewölkung und der Neigung" zu Gewittern oder Schauern, etwa» kühler, Westwind. Im übrigen Gebiete noch heiter und warm.-- — Wcttecaussichten für Samstag: In den böhmischen Ländern und In der Weftslowakei: Wechselnd bewölkt,, zeitweise Schauer, mäßig wann, Westwind- Vom Rundfunk Siupfehleuewerte» au» d,n Programmen«- SamStog: Prag 10.08: Deutsche Presse, 12.10: Volkslieder, 14:'Schallplattenkonzert, 18.60: Deutsche Presse, 16.60: Flötestkonzert, 17.65: Deutsche' Sendung: Sportvorschau, 18: Kurzkonzert: Lieder und Klavierstücke heimischer- Komponisten, 18.15: Szenen aus„Christus" von Zavkel, 18.45: Deutsche Presse, 19,20:. Unterhaltungskonzert, 20.20: Operette aus dem Studio, 22.16: Tanzmusik.— Brünn 17,40: Deutsche Sendung: Operettenlieder von Löhne und Kälman.—" Preßburg 14.15:" Tanzmusik.— Kascha» 12: Schallplattenkonzert, 12.86;' Rundsnnkorchcsterkonzcrt.— Mähr.-Ostrau 16.05:, Bunter Konzert, 17.05: Tschechische Tanzmusik.. Nr. MS Freitag, 4. September 1930 Seite& Leben und Kampf der Margaret Sanger Dia Vorkämpferin für Geburtenregelung Netv Dort, Ende August. Präsident Roosevelt hat versprochen, er lverde im Falle seiner Wiederwahl dafür sorgen, das; der beim Kongreß liegende Gesetzentwurf über eine staatliche Geburtenregelungin USA schleunigst durchberaten und angenommen werde. Man muß nicht nur Amerikaner sein, um ermessen zu können, welchen ungeheuren Fortschritt in der Entwicklung der Menschheit das Problem der staatlichen Geburtenregelung darstellt— ein Problem,* das man vor wenigen Jahrzehnten weder in Amerika noch in.Europa öffentlich behandeln konnte, ohne verhaftet und eingesperrt zu werden. Daß man heute in den USA sotveit ist, das Problem öffentlich zu diskutieren und staatlich zu regulieren und daß man auch in anderen Ländern fortschrittlich genug denkt und handelt, ist zum größten Teil einer einzigen Frau zu verdanken, die dieser Tage ihren fünfzigsten Geburtstag feiert. Es ist M a r g a- r c t S a n g c r, geborene HigginS, das sechste Kind einer elfköpsigen arme» New Norker Familie. • Die Mutter Margaret HigginS' starb mit 48 Jahren nach der Geburt des elften Kindes, völlig entkräftet,— Vater Higgins feierte dieser Tage in voller Frische seinen achtzigsten Geburtstag. Aber es Ivaren nicht die Verhältnisse im Elternhaus, die Miß Margaret auf ihreZdee brachte, obwohl sie sich früh für die ärztliche Wissenschaft interessierte und sogar zu studieren begann. Als aber ihre Mutter starb, mußte sie das Studium aufgcben und wurde Kindermädchen. Sie war bei zahllosen Familien tätig und sah hier zum erstenmal den Unterschied zwischen Müttern, die cs sich leisten konnten, Kinder nur dann in die Welt zu sehen, wenn es ihr gesundheitlicher Zustand erlaubte, Und zivischen Müttern, die sich damit ruinierten, daß sie Jahr für Jahr Kinder gebaren. Aber im Gegensatz zu hunderttausendcn anderer Kindermädchen machte sie sich Gedanken über diese Tatsache. Sie heiratete einen Schriftsteller William Sanger und ertvartete, es war im Jahre 1911, ein Kind. Da wurde festgestellt, haß sie tuberkulös sei. Man brachte sie in ein Sanatorium, wo sie zufällig ein Gespräch zweier Schwestern belauschte, aus dem hervorging, daß man sie aufgab. Sie aber biß die Zähne zusammen, flüsterte„Ich will nicht sterben", stahl sich aus dem Sanatorium und fuhr nach New Aork zurück, wo sie sich,, die nächsten sechs Jahre, mehr tot als lebendig, einem Armendoktor zur Verfügung stellte, Tag und Nacht auf den.Beinen war und astmählich auch, Bekanntschaft- mit den ärztlichen Antikonzcptivns- Mitteln machte. Allerdings erfuhr sie es nicht von amerikanischen Aerzten, wohl aber machte sie die Bekanntschaft eines französischen Arztes, der, ihre ungewöhnliche Energie bewundernd, sic zu einer Reise nach Paris einlud. Dort erfuhr sie, was sic wissen wollte., Nach New Dock zurllckgekehrt, stand ihr Plan fest. Sie sprach mit amerikanischen Aerzten, aber diese erklärten, sie könnten ihr nicht helfen, denn die Geburtenregelung sei gesetzwidrig.. Einige Frauenorganisationen, an die sich Margaret Sanger wendete, tviesen ihr empört die Tür. Da gründete sie eine Zeitschrift, betitelt „The Woman Rebel", aber die Post Iveigerte sich gleich von der ersten Nummer an, die Zeitschrift zum Versand zu-bringen; Mrs. Sanger Ivurde angezeigt und hatte sich, im September 1914, vor dem Gericht zu Vcrantivorten. Die Verhandlung dauerte zwei Tage, das Urteil sollte am dritten gefällt werden. Margaret Sanger"erbat eine längere Frist, um ihre Verteidigungsrede vorzubereiten, man verweigert« ihr diese Frist, Margaret Sanger beschloß, einen entscheidenden Schritt zu tun: sie entfläh, setzte sich in den Zug, der sie nach Kanada brachte und fuhr von dort ohne Paß mit einem Schiff nach England, Das war ein gewagtes Unternehmen, denn während des Krieges ließ England niemanden ohne Paß an Land. Sie«über kam unangefochten hindurch, blieb einige Monat« in England und ging dann nach Holland, wo es bereits damals staatliche Frauenkliniken gab, iy denen man die Geburtenkontrolle auSübte. Im Haag wurde siii. Schülerin desstaatlichen Gesundheitsdienstes und vervollkommnete Ihr Wissen über die Geburtenregelung. Um diese Zeit wurde ihr Mann, der in New Nork zurückgeblieben war. und Flugblätter verteilte, deren Text von seiner Frau stammte, ber« haftet. Daraufhin fuhr Margaret Sänger sofort zurück. In USA war der Boden inzwischen etwas günstiger, geworden. Margaret Sanger schrieb einen Brief an.den Präsidenten Wilson, der von zwölf Professoren und Schriftstellern mit unterzeichnet war. Ihr-Mann wurde freigelassen, die", amerikanische Liga für Geburtenregelung wurde gegründet und Margaret Sanger einstimmig zur Präsidentin gewählt. Sie selbst gründete die erste Geburtenregelnngsklinik in Brooklyn, die bald tausende von Frauen aufsuchtcn. Aber nun setzten neue Verfolgungen ein. Ein Teil der Presse siel über Margaret Sanger her, es kam zu wütenden Interpellationen im Repräsentantenhaus, schließlich wurde sie wie- dcrum verhaftet. Da sie sich weigerte, ihre Klinik Wirtschaftsabkommen mit Italien Infolge der SanktionSmaßnahmen des Völkerbundes sind seinerzeit, auch die geordneten Handelsbeziehungen zwischen der Tschechoflowa- tei und Italien unterbrochen worden. Nach der Aushebung dieser durch verspätetes Jnkraftsehen und durch vielerlei Ausnahmen unwirksam gemachten Maßnahmen setzte ein Wettrennen der Staaten ein, um Italien wieder als Handelspartner zu erobern. Seit etlichen Wochen. sind von einer tschechoslowakischen Delegation in Rom Verhandlungen zum Abschluß eines neuest ssstirt» schaftSabkömmenS geführt worden..' In den nach mehreren Seiten zugleich geführten Verhandlungen hat Italien geschickt verstanden, die Staaten gegeneinander auSzuspie- len, und dadurch fijr sich die größtmöglichsten. Vorteile herauszuhölen. Die Beratungen Ivaren eben deswegen recht schwierig. Aber am Ende ist- doch auch mit der Tschechoslowakei das angestrebte Wirtschaftsabkommen vereinbart" worden. Für die beiden Länder ist der gegenseitige Außenhandel in der gesamten Außenhandelsbilanz von nicht geringer Bedeutung. Die Tschechoslowakei z. B. hat in den letzten Jahren mehr als 4 Prozent ihxer Einfuhr aus Italien bezogen. Der italienische Anteil an der Ausfuhr der Tschechoslowakei betrug über 8 Prozent. Seit 1988 entwickelte sich die Einfuhr aus und die Ausfuhr nach Italien so: Einfuhr Ausfuhr ,in Millionen K£ 1988 248,2 168,4' 1984 266,7 218,2 1985 187,7. 208,1. Wieder zu schließen, bekam sie 80 Tage Gefängnis. Bevor man sie freilassen wollte',, füllte sie gezwungen werden, ihre"Fingerabdrücke zu. geben? Sie-protestierte zwei Stunden.lang und" wehrte sich mit Händen und Füßen, gegen zwei- riesige Polizeibeamte, die" sie dazu zwingen wollten. Schließlich mußte man sie freilassen. Erst-1918 wurden die Verfolgungen gegen sie eingestellt, Und Margaret Sangers ging auf Reisen, zunächst nach Japan, wo man sic nicht hereinlassen wollte, bis-eß.ihr. gelang, zwei japanische. ZeitungSbesitzcr.fiir ihre Ideen zu interessieren. I» Japan gründete sie dann die erste GeburtciwegclungSklinik,'heute,gibt es dort über fünfzig. Später fuhr.fie nach. Italien,, und zwar mit Hilfe eines gefälschten PasseS. Sie und ihr Mann verteilten. Flugblätter,. Mussolini ließ sic zwar ausweisen, nichtsdestoweniger besitzt Italien heute eine Reihe von Kliniken nach dein Muster. Margaret Sangers. Im vorigen Jahr war sie in Indien, wo.sie-in neun Wochen 10.000 Kilometer durchreiste und nicht weniger als 50 Kliniken gründete. Jetzt ist sie in New Nork als Leiterin des-f.Clinical Research Bureau". Nach der Sta- tistik ist in den-letzten zehn Jahren nicht weniger" äls 65.000 Frauen allein in New 8ork geholfen worden.-. ' Noch Immer hat Margaret Sanger hier und da Anfeindungen zu erleiden, aber es sind nur noch Rückzugsgefechte. Nicht nur fast alle Acrzte, sondern sogar die Kirche steht heute hinter Ihr, und Zehntausendc von Frauen verehren sie wie eine Heilige. Bald wird die Geburtenkontrolle gesetzlich scstgelegt sei», zivanzig Fahre hat Margaret Sanger gekämpft. Aber sie hat gesiegt, ein Sieg, der mehr wert ist, als die meisten anderen, Uber die heutzutage berichtet wird. GeorgeSullivan. In den"Jahren 1988 und 1984 war demnach die Handelsbilanz zuungunsten unseres Staates recht erheblich passiv. Im vorigen Jahre .ergab sich infolge der Einfuhrbeschränkungen und 'einer nur wenig verminderten Ausfuhr ein Ak- tivum. Unter den ans unserem Lande nach Jta-- lien früher znr Ausfuhr gekommenen Waren haben die der Erzeugnisse der Fertigwarenindustrie einen hervorragenden Platz eingenommen. Durch das neue Abkommen wird ihre Bedeutung in dem neu ausgenommenen tschechoslowakisch- italienischen Handelsverkehr etwas eingeschränkt. Zwar sollen die tschechoslowakischen Exporte wieder den Unifang jener aus dem Lahre 1984 annehmen "-.fstnUen, M>«r Jtüliest hstt sich für die Elnfithblion. Rohstoffen und Halbfertigfabrikaten bestimmte Vorteile ausbedungen, während es die Einfuhr Von Fertigwaren aus unserem Staate kontingen» fiert hat. An den: Wirtschaftsabkommen ist weiter wichtig, daß Italien das Recht erhält, ein Drit- tel m ehr Waren in.die Tschechoslowakei zu liefern, als diese nach Italien ausführt. Mit diesem überschleßenden Betrag soll die alte Clearing- spitze, die über 40 Millionen KL beträgt, abgedeckt werden: Außer dem festgelegten Umfang sind noch Privatkompensationen im Verhältnis von 1:1 vorgesehen. Das Abkommen gilt bis zum 81. Dezember 1986. Bis dahin sollen neue Verhandlungen zum Abschluß eines endgültigen Handelsvertrages geführt haben. Amerikanisches Budgetdcfizit— 1.5 Milliarden: In der vom Schatzamt Dienstag Abend unerwartet ausgegebenen Haushaltsübersicht schätzt DEsMrtscKaft^siaipoAM Moskau lernt tanzen Von Leonld Lentech(Moskau) Die tugendhaften Geschäftsführer in den asketischen Litewkas habe» den sogenannten westlichen Tanz lange nicht in die GowerkschaftSklubS hineinlassen wollen. Aeußerstenfalls gaben sie zu, daß man die im allgemeinen unbekannte Car» magnole tanze. Aber, auch die nicht in den Klubräumen, sondern irgendwo auf einem öffentlichen Platz,. Und nur unter der Bedingung, daß jeder Tanzende ein Fähnlein mit irgendeiner organisierenden Losung in der Hand halte. Den Tanz, den man einfach deshalb tanzen wollte, weil einem fröhlich zumute war, haben die tugendhaften Theoretiker, bedingungslos untersagt. Der Tanz,, auch der Tanz, mußte irgendwohin rufen, etwas organisieren und sogar festigen. Die Jußend-antwortete darauf damit, daß sie die„westlichen Tänze" eben zu Hause, hei zugezogenen RollcauS tanzte,,.. i-,,.,« r- Das gehört jetzt allerdings alles- der Vergangenheit an.- Es ist sozusagen PluSquam per» ferktum.geworden. Di« asketischen Theoretiker eröffnen jetzt als erste die von den Verbänden veranstalteten" Bälle, Militärkapellen spielen Fox und BlueS iy den Pqrks der Peripherie, und es kommt nicht-selten vor, daß der erste'Stachanowstiann int Betrieb auch durchaus nicht" bet letzte Tänzer deS Umkreises ist Es gibt svgar?schon Uebertrcibnn- gen, denn ohnd Uibettöeibangen kommt myst ja bei uns nicht aus. Man behauptet, daß hie und dort auch-in Büros"und auf Aemtern getanzt wird. Unp fogärschon- während der Mittagspause. Ernste Bürodiener und Kuriere Wersen rasch alle Besucher hinaus, dle'im" Dienst.älteste Maschinenschreiberin dreht das Pathephon auf, der Staub erhebt sich in Säulen und dichten Wolken, und so geht eS bis die im Schweiße ihres Angesichts sich unterhaltenden Beamten endlich /wieder an ihre Arbeit gehen müssen. Eine der Folgen dieser Zustände ist, daß die privaten und halbprivaten Tanzschulen sich in der letzten Zeit wie Pilze nach einem Regen vermehrt hahen. Flinke junge.Männer mit gut pomadisierten Scheiteln und bleiche Mädchen,, die wer weiß von wem plötzlich mit den Titeln, von Assistenten, Laureaten und sogar Professoren der westlichen Tänze belehnt wurden, unterrichten nun die Lernbedürftigen, wobei sie ihnen bisweilen vor allem schlechten Geschmack und noch schlechtere Manieren beibringen: Wer sind sie denn, diese jungen Leute? Wer eigentlich hat ihnen das Recht gegeben, andere zu unterrichten? In Kislowodsk betätigte sich längere Zeit als Tanzprofessor ein ehemaliger Monteur,, der mit seinen Unterrichtsstunden vier bis fünfmal mehr verdiente als mit der Montage. Und in Rostow brachte den Wünschenden die„Kultur des Westtanzes" ein ehemaliger Friseur bei: der in seinem Beruf Schiffbruch, gelitten hatte. Darüber hat manches in den Zeitungen gestanden. Und wie steht es damit in Moskau? In der Kirowstraße hängt am Hause Nr. 41 ein großes färbiges Plakat. Es kündet an, daß an der Speisehalle Nr. 28 ein" Studio westlicher Tänze eröffnet-worden sei. In zehn Stunden können Lernbegierige sechs Tänze erlernen: Ouin» stepp, Dwostepp, Blues, Tango usw. Anmeldungen werden iy der Buchhaltung angenommen, Jchiokieütiertt' mich nach dem säuerlichen Geruch einer Kohlsuppe und finde'so die Speisehalle Nr,28. Eine junge Putzfrau mustert, mich mit einem mißbilligenden Blick von oben bis unten und öffnet unwillig die Tür. Ich betrete den Saal, wo die Dressur der künftigen Preistänzer. bereits vor sich geht,.und setzte mich still abseits. Ein blonder, junger Mann im grauen Anzug und schmutzigtveihen Schuhen steht mitten im Saql. Er hat den rechte» Fuß einen Schritt zu» rückgestellt und schreit, seiner Gemeinde in einem Feldwebelton zu:„Welches Bein habe ich zurückgestellt?""—„Das rechte. Rein, das linke. Das linke. Das rechte I" brummen geichzeitig die künftigen Tanzmeister.„Schlecht. Sehr schlecht", erklärt, der junge Mann.„Fangen wir von neuem an. Welches Bein ist das?" Dann beginnt die Dressur der„Damen". Unter ihnen gibt es schon ältere, mit ehrwürdigem Grqu in der Frisur. Sie sind noch unsicherer als die jungen, verwechseln links und rechts in cinem- fort und bewegen, sich so, als wäre der Fußboden gar kein Fußboden,, sondern ein"dünnes Eis, das gleich durchbrechen muß. Mei» Erscheinen^vird bemerkt. Der Blonde setzt eine Pause ein und geht drohend auf mich zu. „Was tun Sie hier, Genosse?"—„Ich schaue zy,"—„Zuschauen gibt es hier bei uns nicht. Hier wird getayzt."—„Ich möchte zuerst Ihre Methode kennenlernen"und.werde mich dann später jn der Buchhaltung anmelden." Er wird freundlicher.„Schön... Obwohl... Bei uns ist das ZuschaUen verboten."» Er geht Unzufrieden fort." und steht den zudringlichen Besucher miß» trauisch an. Hält er mich vielleicht für einen Kon- kurrenten, der nur hingesprungen ist, um ihm die Schützer^abspenstig zu machen? Der Unterricht beginnt von neuem. ES ist ein ziemlich trauriger Anbick. Me dritte Unier« Ausweis für den Monat August (Die erste Zahl bedeutet Parteifonds, die.eiygeftkuu- merte Wahlfonds.) Bodenbach 8200(800) KL, Brünn 1920 (480) KL, Karlsbad: 4080(1020) KL, Käs- mark: 80(20) KL, Pilsen'-BudweiS: 1480 (870) KL, Preß bürg: 120.(80) KL, Reichen- berg: 640(160) KL, Sternberg: 2800(540) KL, Teplitz-Saaz: 2800(700) KL, Troppa u: 1080(270) KL. Roosevelt die Gesamteinnahmen des mn 30. Juni 1987 endenden Haushaltsjahres auf 5 Milliarden 666,889.000-Dollars. Die Gesamtausgaben des laufenden Haushaltsjahres dürsten sich-aus 7.762,885.000 Dollars belaufen. Roosevelt schätz! den Bruttofchlbeirag auf 2.096,996.000 Dollar)- und den reinen Fehlbetrag auf 1.516,906.006 Dollars. Franco auch gegen die Juden! Aus Marokko kommen. Nachrichten über die Lage, der Jude» in der spanischen Marokko-Zone. Danach haben die Behörden der Rehcllen beschlossen, mit brutaler" Strenge gegen die jüdischen Gemeinden vorzugc- hen. Das große Haus des jüdischen" Klubs von Tetuan ist militärisch besetzt worden. Die jüdische Gemeinde dieser Stadt mußte bei einer Bank in Tanger eine beträchtliche Anleihe aufnehmcn, nm die ihr auferlegte und in englischem Goldgelb zu. zahlende Kontribution erlegen zu können. Die Inden in El Ksar, Laroche und Melilla wurden ebenfalls mit einer Zwangskontribution belegt und sehen sich genötigt, ihre gesamten Schmucksachen und ihre sonstige Habe zu veräußern, um den Forderungen der Rebellen nachzukommen.' DaS Wettrüsten in der Lust. Unter diesem Titel veröffentlicht Rittmeister Oetzen in der. „Deutschen Wehr" einen Artikel, der sich auf Grund von Ariikeln aus der englischen- Fachzeitschrift „Army, Navy and Airforce Gazette" mit einer Uebersicht über die Luftstrcitträfte der einzelnen" Staaten befaßt. Großbritannien hatte vor dem Jahre 1085 im ganzen 1020 Flugzeuge, von denen" 498-(48 Staffeln) der Verteidigung der britischen Inseln dienten. Im Juni 1985 wurde beschlossen, die Zahl der Flugkräste bedeutend zu erhöhen. BIS zum März 1987 sollen 71 neue Staffeln ausgestellt, 81 neue Flugplätze gebaut und die Zahl des Personals um 20.000 Mann vermehrt werden. Da--. mit soll die Zahl her Flugzeuge allein im Mutter- -lände^mif-1500 stelgin, EegenwiüitlaiMt. Enalmi.h^v angeblich 1180-Flugzeuge, In Frankreich wurde im Jahre 1985 für das Flugwesen ein- Kredit-von- 1800 Millionen Franken gewährt; mit Anfang 1087 wird Frankreich 8000 moderne Flugzeuge, Haupt«, sächlich schwere Bombardierungsflugzeuge haben. Für SSSR führt der Autor 8000 Flugzeuge an; bis 1987 sollen weitere 1060 Flugzeuge ausgestellt, werden. Japan hatte Ende 1988 1140 Maschinen, die um weitere 800 vermehrt werden sollten. Man denkt aber auch an die Erhöhung der Zahl der Ata». rineflugzcuge; in allernächster Zukunft.wird. Japan. fünf Flugzeugmutterschiffe haben. USA wird, dem Artikel zufolge, bis zum Jahre 1988.8000 moderne. Flugzeuge aufgestellt"haben. Die Marine wird über 1910 besondere Maschinen verfügen. Italien Hane zu Beginn 1985 1500 Flugzeuge; ihre Zahl ivurde" bis heute sicherlich auf 2000 erhöht. Bo» den kleinen mitteleuropäischen Staaten schätzen die engli»' schen Quellen die. Stärke des tschechoslowakischen Flugwesens auf ungefähr dieselbe Höhe wie die britische. Neber die Höhe der deutschen Luftstreitkräfte.. | schweigt sich das Blatt naturgemäß ans. richtsftundc. Was will man schon? Die nicht fol- genwollendenden Beine schleppen sich hölzern dahin, die verschwitzte Stirn und der Nacken glänzen bedrückend, die ausgestrcckten Arme scheinen einen Krampf bekommen zu haben und erinnerst an Stöcke. Und es ist kaum anzunehmen, daß die künftigen Preistänzer die sechs Tänze in zehn Stunden erfassen werden. Den blonden, jungen Mann im grauen Anzug scheint es indessen wenig zu" beunruhigen. Er saust schneidig mit seiner Assistentin duüch den- Saa und ruft dabei anziehende, ja verlockende, mondäne Worte wie:„Jetzt zeige ich Ihnen einen „Zickzack", dann einen Halbdreher und gleich darauf einen Walzer. Pässen Sie auf"" Was hat er für Sorgen, der blonde junge; Mann? Er macht seine zehn Stunden ab, bekommt, von jedem Teilnehmer 59 Rubel und— auf Wiedersehen! Sie sind bereits„ausgcbildeti"' Und wer noch mehr lernen will, wer.noch nicht sicher ist— der melde sich für weitere zehn Stunden'an. Die junge Aufräumefrau bittet mich-nicht sehr höflich, den Raum zu verlassen. Die Aermste wird wohl dafür, daß sie, mich hineingclassen hat, einen Anschnauzer bekommen. Ich gehe also. .,. So lernt Moskau tanzen. Die Menschen" wollen sich von der unangenehmen Gebundenheit ihrer Bewegungen befreien. Sie wollen das in der Jugend Versäumte nachholen und den geheimen Rhythmus des Tanzes" erfasse». Es ist nichts- SchimmeS dabei. Aber warum sind sie denn solch blonden, jungen Leuten in schmutzigen Halb-. schuhest ausgeliefert, die ihnen die Manieren und.' die Grazie von VorkriegSmilitärschreibern beibringen? Mebersetzt aus einer.Moskauer Zeitschrift), Seite 6 „Sozialdemokrat-' Freitag, 4. September 1936. Nr 206 Jhiwc jgUuna Die Roten Falken rufen. Euere Kinder I Die jungen Träger der Fahne mit dem roten Fallen im weihen Grunde sind braungebrannt, fröhlich und begeistert aus ihren Ferienlagern in Schelesen und Hirschberg nach Prag zurückgekehrt und beginnen Ihre Heimarbeit. Samstag, den 6. September, werden zum erste» Male die Hortzimmer fröhlichen Gesang, lustige Spiele und ernste Aussprachen der Falken hören. Sonntag wollen sie lvieder wie früher in di», schöne limgebnng Prags hinausziehen und in fröhlicher Runde ein Weekend nach ihrem Geschmack verleben. Genossinnen und Genossen, schickt auch Ihr Euere Kinder, die bisher nicht in den Reihen dieser Jungpioniere unserer Parte standen, zu den Noten Falken! Auf Wiedersehen am SamSiag nm i llhr im Parteiheim(Närodnl 4/IV.) I Pferdefleisch-Automat bewilligt Nach zweimaligem Verbot hat das Landes- aml mm doch die Einrichtung eines Büfetts mit Pferdefleisch-Speisen bewilligt. AIS seinerzeit das Geschäft(in der Nähe der KarlSbrücke) einige Zeit offenstand, hatte es wegen der billigen Preise grosten Zulauf. Nach langem Zöger» hat das Landesamt die Konzession der Firma Reichert n. Co. erteilt, welche das Büfett in der Noväk-Pas» sage in der Wassergasse einrichten wird. Lob der Straßenbahn. Gestern konnte man sich über die vorzügliche Organisation aufrichtig freuen, die bei derAusgabe der Stratzeubahiikar» ten für die Mittelschüler zu bemerken war. Im Zenlralgebäude der Strabenbahnen in Hollescho- witz hatten sich vormittags viele Hunderte Kinder eingefnnden, um ihre Karten zu beheben. In keinem Falle dauerte jedoch die Ausgabe der Karte länger als fünf bis zehn Minuten. Ohne jede Reibung und Stauung wickelte sich de: Verkehr ab. Selbstmord Im KrankenbanS. Ein Patient der Krankenhauses der Barmherzigen Brüder, der 40- jährige Arbeiter Josef V a n a ans Smichov, sprang gestern mittags in selbstmörderischer Absicht ans dem Fenster des zweiten Stockwerkes auf den Hof und erlitt tödliche innere Verletzungen.— Die Geburt»- nijiitentin Rosa ist e p k a ans Reichenberg, die in einein Hausflur am Obstmarkt in selbstmörderischer Absicht eine gröbere Dosis Opium genommen hatte, wurde gestern auf die Klinik Schmidt gebracht. Unter dem Lift. Der 80jährige Arbeiter Gottbard Holub lief gestern in einem Neubau In Mla- donöwitz unter dem fahrenden Lift durch, wurde vom herabfahrenden Aufzug ersaht und zu Boden geworfen und erlitt Nihwundeu am Kopf und eine Gebirnerschütterung. Aus der Klinik Schlosser wurde er i»S Krankenhaus auf der Bulovka geschafft. Waffen und Eßbestecke gestohlen. In der Nacht auf gestern entwendete ein unbekannter Täter a»S einem Wirtshaus in Prag XII., RubeSgajfe 18, vierzehn Eßbestecke und Kü 2000.— in bar.— In der gleichen Nacht stahl ein gleichfalls unbekannter Täter aus der Auslage der Waffenfirma Faukner in der Heinrichsgaffe einen amerikanischen 18-Zen- timeter-Nevolver Nr. 8116/235, sowie zwei aiito- maiische Bambiipistolen, nachdem er die AuSlag« scheide zerbrochen hatte. Der Gesamtschaden beträgt XL 2000.—. Deserteur als Autodieb. Der Dieb des Automobils„Praga-Lady, P-1S.2S8", das, wie gemeldet, am Dienstag in Prag I., dem Kaufmann Wenzel Pfibil gestohlen worden war, wurde gestern in dec Person des 24jährigen Automechanikers Jaroslav Kmoch, der vor einigen Tagen vom Infanterieregiment Nr. 5, in Prag desertiert war, verhaftet. Bei seiner Berhaftmig sah er gerade im gestohlenen Auto. Er gesteht de» Diebstahl ebenso wie de» wei» Hinter den Kulissen des Hirns Aus dem Tagebuch eines Regisseurs II. Lumpenhändler der Fllmbrandie Die starke internationale Konkurrenz auf dem Fimmarkt hat schon seit Jahren dazu geführt, dah fast alle filmerzeugenden Staaten ihre Produktion durch Kontingentbestimmungen gegen Dumping-Bestrebungen der Auslandskonkurrenz zu schützen versuchen. Diese Bestimmungen werden mit drakonischer Strenge gehandhabt; jeder aus dem Ausland eingeführte Filmstreifen bedarf der Einfnhrerlanbnis der zuständigen Filmkammer, und diese Genehmigung wird nur erteilt, wenn die Käufer des Auslandsfilms die Ausfuhr eines ebenso langen Bildstreifens inländischer Herstellung nachweisen können. Befreiungen von diesen Bestimmungen werden nur in ganz bestimmten, sehr seltenen Ansnahmefqllen gewährt und bedürfen stets langtvieriger iiiternationaler Verhandlungen. Diese trockene Einleitung ist zum Verständnis der lustigen Geschichte einer der eigenartigsten Filmsirmen der Wet erforderlich, deren Einzelheiten hier zum erstenmal anSgeplaudert werden sollen. Vor etlichen Jahren etablierte sich in der Friedrichstratze in Berlin, unmittelbar am Belle-. ieren des Autos„Walter-Junior, P-28.076", das er am 16. September dem O. Kavka aus Prag VII.. entwendet hat und das später völlig zertrümmert beii Eule ausgesunden wurde, Kmoch, der wegen ähnlicher Diebstähle bereits öfters vorbestraft ist, wurde dem Divisionsgericht eingeliefert. Tanzbegabte Mädchen für das Ballett des Deutschen Theaters gesucht! Schriftliche Anmeldung mit Bild und Lebenslauf an da»„Deutsche Theater". Heute, Freitag 8 Uhr, Ilranio. Uraufführung: „Bestie Bosch", Schauspiel au« dem Leben einer Frau im heutigen Deutschland, von Peter Nikl, New Norker Täristreitstiick„Mo bleibt Lefty" von Clif- ford Odetr. Karten Truhläk, Urania:. Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theater». Sonntag: zum erstenmal: Faust 1. und 2. Teil, Bl.— Montag 7%: D erBett eist udent, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben. — Dienstag 7 Vj: Sic Zauber flöte, Gastspiel Emanuel List, A 1. Mittwoch 8: Da».Land de» Lächeln», volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Donnerstag 7%: Der Arzt am Scheidewege, E 2.— Freitag 8: Elektra, D U. Wochenfpielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8: Zum erstenmal: Liebe mit 100 PS.— Sonntag 8:Liebe«nit!00PS.— Montag: geschlossen.■—Dienstag 8: Salzburg auzver« kauft, volkstümliche Vorstellung.—. Mittwoch 8: Menschen au f d er EisschoIle, volkstümliche Vorstellung. Donnerstag 8: L i e b e m i.t l 0 0 P S. — Freitag 7%: Wlei h S o'h n, d er'Mi nstfter. Knlturverbandsfreüude und freier Verkauf.— Samstag 8: SOI ein Sohn, der Mtnist er: Ser Dim, Die Zerlumpten . Daß der Ehrgeiz bei den.tschechische». Filmherstellern noch nicht völlig erloschen ist, beweist die vorerst in einer Sonderaufführmig gezeigte Verfilmung, der„Trhani" von Jan Neruda,. einer für die ifchf;-. chische Literatur klassischen. Dichtüäg, sozialen.Inhalts, vom Leben der vagabundierenden Proletarier, die im vorigen Jahrhundert auf 4>er Suche nach Ar- Allinanee-Platz, eine Firma, die sich„Kondor- Fim G. m. b. H." nannte und als ihren Ge- schäsiszlveck„die.Herstellung und den In» und Auslandsvertrieb von Unterhaltungsfilmen" ins Handelsregister eintragen lieh. Der Direktor der Firma, der erst 22jährige Regisseur Henry Keil, war zuerst als Hilfsregisseur, dann"als Regisseur bei kleineren Filmproduktionen tätig gewesen. Nutzer ihm waren in der neuen Firma noch der, Regisseur Hasso van der Heydt, und. der Hilfs-' regiffeur Carlo Capello tätig, der im übrigen nicht auS dem Lande der Zitronen und Makkäroni. son- dern auch aus der deutschen Rheinpfqlz stammte und im Zivilleben schlicht und bescheiden Karl Kappelhöfer hieh. Allgemein bekannt war jedoch, datz alle drei keinen Pfennig besahen,,, und' die. Branche sagte der neuen Firma deshalb einstimmig die baldige Konkursanmeldung voraus. Es kam aber anders.-Die.Voraussage be- tuahrheitete.sich insofern, als die drei.,,Direktoren und Regisseure der Kondock-Film-G. m. b. H." gar nicht daran dachten, Filme herzustellen. Sie fanlenzien aber trotzdem nicht, sondern widmeten sich eitler äuherst geheimnisvollen Tätigkeit, über, deren Natur sich sämtliche Filmfachleute vergeblich die Köpfe zerbrachen, und im Wrigen ging es ihnen ggr nicht schlecht. Im Gegenteil, nach einigen Monate»„Tätigkeit"' schwammen die Kon- dor-Filmwerke im Geld. Sie tyaren eine der ersten Firmen der Berliner Friedrichstadt,, die sich, in' ihren, sämtlichen. Büroräymen den.Luxus elek- beit. an neuen, Eisenbahnstrecken unterweg» waren. Der Regisseur V. W a s s e r m a nn hat sich seinem Stöfs:,mit.ckbensoviel Respekt wie Ehrgeiz genaht, und man kann sagen, datz ein Uebermatz von beiden, von Respekt und von Ehrgeiz, die Mängel seiner Arbeit, verschuldet hat:, um allzuviel Dialojd zu vermeiden, die der dichterischen.Vorlage nicht entsprechen, hat er den Film halbstumm werden'lasten und mit Zwischentexten belastet; nm unangemessene Handlungseffekte zu vermeiden, hat er sich mit einer sehr intensiven, aber auf die Dauer zu nndramaii- fchen Zustands-Schilderung begnügt,. Und in’ dem Ehrgeiz, etwa» Ungewöhnliche» zwschaffen, ist er oft allzuweit von den Handwerksregeln der Filmtechnik abgewichen. Vieles wirkt auf diese Art zerstückelt, unbewegt»der unausgeglichen, Episoden erscheinen zu lang. au»gesponnen, so daß die Haupthandlung von dem Arbeiter Komarek. der vor Sehnsucht nach seiner Braut zum Trinker und beinahe zum Mörder wird, zu zerflaiieru droht. Aber diesen Schwächen, de» Film» stehen grotze Vorzüge gegenüber: die bildhafte Wirkung der mei- ften Szennen, der anständige. Stil der Darstellung und der gelungene Versuch, die gefühlvoll-soziale Note und die menschliche Realistik der literarischen Vorlage im Film wiederzugeben. Datz in der großen Zahl der Darsteller keiner durch besondere Leistungen auffällt, ja.datz unter den weiblichen Darstellern ausgesprochen" unzulänglich^ sind, mutz hingenommen werden. Man tröstet sich damit, datz S t r u. n a und F i al a sich al» mite Tftpendarsteller erweisen und datz Hana B t t o v ä in den wenigen Augenblicken ihrer Auftreten» wieder ihre Fähigkeiten beweist— die freilich noch immer de» Jilmregisteur» harren, der sie zu entwickeln, versteht..— eis— Rote’Falken, Achtung! * Am SamSiag, den 8. September,, nm 4 Uhr nachmittag», erste» Heim! Jeder Falke« komme und »bringeeinen Freund," der noch mich! da» rote Falken- tuch trägt, mit. Wir werden, gemeinsam über Unsere Herbstarbeit sprechen.' Wichtiger" Helferrät nach dem Heim."Programm: Herbstarbeit. S k Ortsgruppe Ptag. S am» t a g," den Wr 6. September. Zusammenkunft um Ak..halb. 6 Uhr am Smichover Bahnhof P Fahrt Revniee. Wanderung zur Hütte. ™ Am.Sonntag Wanderung.St. Johann unterin'Felsen, Kärlst'ein, Revnitz. Fahrpreis: Xi '8:40: Führer": Plotz: N o r a n z e i g e. Am 28. -September-. lDoppelfeiertagl' Zwei-Täge-Wande- rnng BrdN-Waldkamm, Plesivec, Zebrak-Töinik, Brani, Skäly, Did,:Beronn— Anmeldung und Information in der Geschäftsstelle. "'irisch« Glühöfen leisten konnten, die damals noch ziemlich teuer waren, und allabendlich nach. Ge- schäftsschluh sand in den Büros ein geselliges Beisammensein statt, bei dem Wein, Sekt und Liköre in Strömen flössen." I Etwas später, veruneinigte sich Henry Keil mit-seinen, beiden Teilhabern,: schied aus der Firma aus und. gab nun deren lustiges Geheimnis preis. Die drei jungen Leute hatten das Ei des Kolumbus entdeckt. Sie-bewogen ein" paar Angestellte grosser Filmfirmen durch kleine Geschenke, ihnen die infolge kleiner Schäden aüsran- gierten Filmkopien"zu geben, die bei den protzen Firmen' gewöhnlich'in> die Abfallliste. wandern. Aus diesen Abfällen entstanden nun: unter ihren geschickten Händen durch kluge Schnitt-’ und Klebearbeit„neue" Unterhaltungsfilme, die, mit Titel und Ursprungsbezeichnung der Kondor» Filmwerke versehen- und, dann bet' der'Filmkämmer als-Kontingent für die Einfuhr eine» Auslandbfilms angemeldet wurden. Die Ftlmkammer erteilte die Genehmigung; die.-„Filme"'wanderten.ins. Ausland und wurden-dort erneut: in'die .Abfallkiste geworfen; aber die Auslandsfilme, dir dafür- eingeführt- wurden, brächten gutes Geld ins Haus.. Datz: die Filmeinfuhrstelle sofort: nach»dem Bekanntwerden dieser heiteren'Geschichte-Ergänzungsbestimmungen erließ, um solche„Geschäfte" infZukunft unmöglich zu.machen, bedarfwöhl keiner besonderen Betonung- Mltteilungen au» d«n Publikum. Massiere Dich täglich; verkühl Dich ntel Da» ist einmal ein Schlagsah, dessen Beherzigung nicht genug empfohlen,'sein kann. Und er ist so leicht zu befolgen: Ein paar Tropfen de» Alpa-Franzbrannt- wein» in die hohle Hand und dann fest den Körper damit eiiigerieben; erst ist e» angenehm frisch, dann wohlig warm und vor allem: der Körper ist gefeit gegen Verkühlung und Folgekrankheitenl Das sagt auch der Arzt! Leichtathleten, AchtungI Sonn tag, den 6, September, findet der S t n f f e 17 o u f der DTJ Prag I. u. V. statt. Da wir durch zwei Jahre ganz gut abgeschnitten haben, ist e» unsere Pflicht, sich auch an diesem Lauf, welcher gleichzeitig Propaganda für den Ains bedeutet, zu betejugen. Samstag, 6. d., treffen sich alle Leichtathleien auf dem Sommerturnplatz, wo über Verlauf und Aufstellung Näheres bekanntgegeben wird. — Voranzeige. Sonntag, den 18. September, findet in N u f I e ein Staffellauf statt, an dem wir uns auch beteiligen wollen. Odndus freunde Ortsgruppe Prag. Dienstag, den 8. September, Elternversammlung im Parteiheim(nicht im„Monopol"), Närodni 4. 8. Stock. Thema: Falkengemeinschaft und Schule, Referent: Genosse Lehrer Hoffmann. Beginn 8 Uhr abend». Gute Witze aus aller Welt —. und dann bin ich autzerdem noch in San Juan gewesen..., erzählt Eduard Krause, der aus Amerika heimkehrte. — Aber ich Bitte dich, unterbricht ihn Fritz Knüll,— das heißt doch nicht Juan, das spricht man doch Huan au», da» I wie H! — Entschuldige, wenn ich noch nicht so perfekt bin, aber ich war ja nur zwei Monate drüben, von Hunt bis Hulil — Na Frihchen, du scheinst ja mächtigen Hunger zu haben. Hat dir denn Tante Aurelie nicht» zu essen gegeben? — Nicht», Mutti! — Auch nicht» zu trinken? ,— Nichts, Mutti! Mer an ihrer dämlichen Hyazinthe hat sie mich riechen lassen! *’'— Schauen Bit her, beklagte sich ein Sommerfrischler bei einem kinderreichen Bauer— Ihr Bub hat mir meine neue Tennishose mit Schlamm: bespritzt! — So? Welcher i»’ denn g'wesen?, fragt der Vater. — Der Theodor!. — Theodor?, wiederholt der Bauer, dann ruft er seiner Frau zu: — Muaita, ha'm mir an Theodor? Der Nachtwächter zieht mit seinem struppigen Köter auf seinen Posten im Fabrikhof. Der Herr Direktor erkundigt sich leutselig, ob der Hund ein Affenpinischer oder ein Rattenfänger sei. Darauf meint der Alte:— Ratten fängt er öfter, aber Affen hat er noch nie gepinfcht. Eine alte Dame ging im Park spazieren. Da sprachen sie ztvei Jungen» an... — Hören Sie mal, piepst der Aeliere— mein Freund kann prima nachmachen. Wenn Sie ihm einen Groschen schenken, Macht er'ne Henne nach! — Nein, aber so wa»! Na",und wie macht er da»? Gackert er etwa? — Ach, gackern! So'ne einfachen Dinger machen wir nicht! Er.frißt'nen Regenwurm!, Lilo und Ernst sind große Kaninchenfreunde. Einmal, kommt eine alte Tante zu Besuch.. Die erste Frage ist:'.v — Tante, hast du Kinder? — Nein! Zweite Frage:— Tante, bekommst du keine Kinder? — Nein,, sicherlich nicht! . Ernst zu Lilo, leise:— Du, die ist ein Männchen! Ihre Blume« dürste» . nach dem gutem Blumen-Zauberdung » Paket mit Postzusendung K« 5 60 durch Verwaltung.Frauenwelt-. Prag XU, Fochooa 62 Urania-Kino, NllmenlM 4. Fernsprecher 61623. .■hestralk' Lusypsel..■ g Mit Trude Marle» und Paul«i«Ier. S M ÜL.*??bt«««na e«r«etLustellung in» Hau» ober bei Bezug, durch-di. Post monatlich Ui 16.—: vierteljährig:!« 48.^. halbjährig Ui. 06.-, ganzjährig u« 102.—.—. Inserate«erden laüb Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur" bti Einsendung, der Retourmarken."— Die ZeitungSfrastkatur-würde donderPöst-'Md’Lele« graphendirestwn mit Erlatz Nr, iz.800lVll/lg80 bewMigt.— Druckerei:.KrbiS", Druck-, Verlags« wch ZeituigS-A,-G. Prag.-' F e d o r o v a, Z e j m o und Z a r il b i n ä spielen. die Titelrollen in dem neuen Sowjetfilm ans der Revolutionszeit„T ächte r d c r r u s s i s ch e n R e v o l u t i o n". l'lliü