16. Jahrgang Samstag, 5. September 1936 Nr. 207 XENTRAIORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IM DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und VERWALTUNG FRAG xn., fochova 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Einzelpreis 70 Heller (elnichlle&llch 5 Holler Porto) Ende des Heldenkampfes um eine Stadt Inin gefallen— Sozialisten übernehmen die Regierung Blutbad Im brennenden Trümmerhaufen Iran— Regierungserfolge an anderen Fronten Hendahe. Die aufständischen Truppen sind Freitag morgens in«inen Teil von Zrun eingedrungen, wobei sich schreckliche Szenen und Schlächtereien abspielten. Die Verteidiger begannen die Stadt bereit- zu räu men, als die Truppe« deö Generals Mola, an ihrer Spitze Marokkaner und Fremdenlegionär«, sie unter dem Schutz des Morgennebels überfielen.Die RegiernngSanhänger zündeten die Ge bäude an, während Frauen und Kinder, die bisher nicht geflohen Ware«, auf franzSsischen Boden zu gelangen trachteten. Don zwei Kolonnen der Ausrührer überrascht, wurden die Regier ungSanhänger niedergemacht. ES scheint, daß die Aufständischen sich nurmehr einer durch daS Bombardement und die Feuersbrunst inTrümmer verwandelten Stadt bemächtigen. Mehr als die Hälfte der Stadt steht in Flammen. Die Truppen der Regierung, di« noch einen TeU der Stadt beherrschen, leiste« zähen Wider st and und die Aufständischen rücken nur Schritt für Schritt vor» wobei sie nach und«ach jedes Haus erobern. Die Mitglieder der Regierungsmiliz, die in den Häusern eingeschlosien sind, schosse«aus den Fenstern und wiche« nur den Angriffe« mit Handgranaten. Regierung Caballero-Prieto S ond o n. Wie Reuter aus Madrid meldet, ist die spanische Regierung zu» rückgetreten. Ein neues Kabinett unter Largo Eabellero, dem Soziali- stenführer, ist gebildet worden. Eabal» lero übernimmt auch daS Kriegsministerium. DaS Außenministerium ist mtt Julio Alvarez del D a h o (Sozialist), das Innenministerium mtt Angel G a l a r z a und das Finanzministerium mit Juan Regri«(beide ebenfalls Sozialisten) besetzt. Minister für die Marine und Luftfahrt Ist Inda- lezio Priete(Sozialist). London. Dem neuen spanischen Kabinett gehören anker den genannten Personen noch fol- gende Persönlichkeiten an: Unterrichtsminister: hesuS Hernandez(Kommunist), Jndu- strie und Handel: Anastast» deGraeia(So- »fällst), Oeffentltche Arbeiten: Aguere (Babkischer Rationalist), Justiz: Marian» Rui» Funes(Linksrepublikaner), Landwirtschaftsministerium: LouiS Uride(Kommunist), Perkchrsministcrium: Urnckrdo de log RloS (Rep. Union), Arbeitenministerium: Tomas Äpiera(Katalanische Linke). Der frühere Ministerpräsident Giral. gehört. dem neuen Kabinett als Minister ohne Portefeuille an. Deutsches Waffenembargo? '1 Paris. Der Berliner Berichterstatter der „Mformation" teilt mit, die deutsche Regierung havb bereits auf diplomatischem Weg« mitgeteilt, daß sie ein Waffenembargo für Spanien«Inge» Mtt hat und daß sie bereits die endgültige positive Antwort betreffend den Beitritt zu dem zu errichtendenKontra Hausschuh vorbereite, der für die Durchführung des Neutralitätsvorschlages in spanischen Angelegenheiten zu sorgen hätte. Wie bekannt, sind diesem Vorschlag bereits elf Staaten beigetreten und man wartete nunmehr.ungeduldig hauptsächlich auf die Antwort Deutschlands. Arbettslosenzlffer weiter gesunken ' Zum erstenmal seit vier Jahren unter einer halben Million I Das Flirsorgeministerium teilt mitt Ende August 1936 betrug die Zahl der nicht untergebrachten, bei den ArbeitSvermittlungS- anstalten gemeldeten stellenlosen Bewerber 480.34V. Im Laufe des Juli ist daher die Zahl der Arbeitslosen von 508.081 um 27.741 gesunken. Dieser Rückgang ist«m so erfreulicher, alS in der Krisenzeit seit 1931 fast regelmäßig im August bereits«ht Ansteigen der Arbeitslosenziffer beobachtet wurde. und nur die Iah« 1933 und 1936 davon eine Ausnahme machten. Zum erstenmal seit September 1932 wurde di« halb« Million" unterschritten. Die ArbeitSlosenziffer betrug: August 1935,.... 557.706 August 1934..... 572.428 August 1933..... 625.836 Der Rückgang beträgt in Böhmen 6.1 Prozent/ in Mähven-Schlrstm 5.9 Prozent, in der Slowakei und in Karpathorußland ist der Stand säst unverändert. An dem Resultat sind auch diesmal vorwle- gend Saisonarbeiter beteiligt und«ft die Ausweise über die Lerschiebüngen in^drn einzelnen Bezirken ü. Fachgruppen werden ein genaues Bild d^b derzeitige» Standes der Beschäftigun» geben. Zweifellos läßt sich aber sagen, daß die eben ver- ösfentlichtr(istftMtftatifttk eine sich»war schwer und langsam, ater.stetig forisetztnde Wirtschafts, telebung zum Ausdruck bringt. Die Einzelbttichte wecken den Wegweise dafür bilden, an welche» Stellen vor allem helfend eingegriffen werden muß. Schlächterei auf 6er Internationalen Drücke........ Sine der augreisenden Kolonne» der. Aufständischen, die entlang des Flusses Bidassoä in der Richtung auf die internationale Brücke.vörrückte, rief, schreckliches Blutvergießen Hervor, als dir Frauen und Kinder der" MUizsoldaten über die Brücke gingen, die von den französischen Behörden geöffnet worden war und alS die Aufständischen ein Feuer auf diese Brücke eröffneten, daS mörderisch wirkte. In Srun wurde jederBerteidiger, der in die Gefangenschaft fiel, nirdrrgemacht. In ununterbrochenem- Zuge kommen dir Flüchtenden in Hendahe an. Sie haben zu einem großen Teil den Grenzfluß durch- schwömmen. Am späten Borniittag gingen di« Aufständischen zu einem scharfen Angriff gegen daS etwa drei Kilometer flußaufwärts gelegene Dorf Behoble vor. Rach einem sehr harten, Kampf wurde daS Dorf genommen. Da den Rrgie- rungStrnpprn der Rückzug nach Arun abgefchntt- ten war, durchschwammen sie den Grenzfluß und kamen so auf französisches Gebitt. Sn einigen öffentlichen Gebäuden leisteten einzelne Posten der Regi«ungStrnppen inimer noch verzweifelten, ab« aussichtslosen Widerstand. Vie ganze Stadt In Rammen Sn den RachmittagSstunden verteidigten nur mehr einige wenig« Soldaten der! Regierungstruppen die internationale Brücke. Bon verschie- denen Stellen SrunS waren Maschinengewehr« zu hören, deren Fen« die Aufständische» von der vollständigen Besetzung abhält. Um 14 Uhr 15 befand sich daSIraner Rathaus bereits in den Händen der Aufständischen. Di« ganzeStadt steht in B r an d und die Flamme» schlagen hoch »um Himmel empor. Die Aufständischen gehen tri der Besetzung der Stadt mit groß« Vorsicht zu Werke. Der Widerstand d« RegierungStruppen ist praktsich im Aufhören begriffen.. Hendaye. Der-Ort Fuenterrabia wurde in> Laufe des Freitag Nachmittag von der Zivilbevöl- ,Irrung geräumt/ Auch hier zögt» zahlreiche Angehörige der Regierungstruppen es.vop, auf französischem BödenTchuh?u suchen, Unter de» Geflohenen-befinden^sich. auch Pie Gefängniswärter des Forts-Luadelupe) die erftärten, daß bei ihrem Weggang 16 0. Geiseln noch.Himer Schloß und, Riegel gesessen haben. I» Brun wütet noch immer, das-Feuer,.ein lebhafter-Nockpstwind' b«e schleunigt das.B e r n'i ch^ungswe rk.'Die Stadt'wär,' soweit sie nicht'in Brand steht)' brt Einbruch der Dämmerung, fast ganz in der Hand .per Aufständischen, sooo Flilchtllnse Bayonne. Man glaubt, daß aus Srun 5000 Personen nach Hendaij«.geflüchtet.-stnd-.Dle.Prä- frktur in Hendahe organisiert die Unterbringung der Flüchtlinge in verschiedenen französischen Departements. Nicht nur Frauen und Kinder, sondern auch Miliz-Truppen der Regierung sind auf französischen Boden übergetreten. Sie werden auf der französischen Seite nach Munition und Waffen untersucht und dann ist Kolonnen zum Abtransport bereitgestellt. Auf dem Bahnhof von Hendahe herrschte starke Bewegung. Ein Regen machte das Bild trostlos. Die Flüchtlinge sitze» auf ihren Decken und Kleiderballen im Freien, da in der Umgebung vom Bahnhof für sie nicht gmug Obdach vorhanden ist. Siegmeldungen der Volksfront Madrid. Die Nachrichten aus Valencia besagen, daß der Fall von Peruell sicher sei und daß er nur durch das Bestreben der Regierungstruppen, unnützes Blutvergießen zu vermeiden, aufgehalten ist. An der Guadarra- m a s r o n t haben die Geschütze der Regierungsartillerie ein Munitionslager der Aufständischen in Puerto Leon vernichtet. Bon den 8 0 0 Aufständischen, die während des Kampfes g e* f a I I e n sind, den die Anhänger der Regierung zwischen PeregmerinoS und den Stellungen bei San Refael siegreich schlugen, war die Mehrzahl Araber. Das KriegSministerium teilt mit, daß die RegierungStruppen vor den Toren von H u e s s a stehen. In Asturien haben die Re- gievungStruppen«ine Abteilung der Aufständischen zerstreut. An der E st r e m a d u r a* front haben die Flieger der Regierung drei Flugzeuge der Aufständischen abgeschosten und in der Provinz Badajoz wurden die Aufstän» dis«hen zum Rückzug-gezwungen.' Der Weg nach Toledo offen? . Lissabon.(Reuter.) Die Aufständischen bemächtigten sich TaläveraS und brachten den Re- gierungStruppen eine schwere Niederlage bei, so daß der Weg nach Toledo für die Aufständischen vollkommen offen ist. Anilai Neffe erschossen? Paris. Nach einer Radiomeldung aus Barcelona soll, der Neffe des Präsidenten der Republik^ Gregorio Az.aä a, von den Ausständt» schen standrechtlich'erschossen worden sein. Oer Botschafter aus Lissabon abberufen /Rabat.(HavaS.) Die Rundfunkstation' in ikep^S de lä Fro.stter» teilt'mit, daß die Madrider Regierung dem spanischen Botschafter in Portugal,.MgrtiNez'Lopez)' die Weisung erteilt habe, PottMl zu verlassen. SrunI Ein Ortsname, den bis vor wenigen Wochen außerhalb Spaniens kaum jemand kannte, ist..zu einem allen Sozialisten und Demokraten, allen Freiheitsfreunden in aller Welt unendlich teuren, unvergeßlichen Wort geworden. SrunI Das bedeutet herrlichstes Heldentum, glühendste Freiheitsliebe, htngebendste Opferbereitschaft, selbstloseste Treue zur Idee! Und cs bedeutet Grauen und Schrecken des Wütens der Konterrevolution, entfesselte Bestialität des Faschismus. JrunI Das ist ein Heldenlied ohnegleichen, und es ist zugleich ein wilder Ent» sehenSsang. SrunI Unvergänglich leuchtend in der Geschichte des menschlichen Befreiungskampfes und doch auch Symbol des schlimmsten Varbarismusi Denn im Kampf um Srun, um den vorgeschobensten, exponiertesten Posten der spanischen Republik standen einander gegenüber die Freiheit und der Faschismus, daS Menschentum und die Bestialität, der proletarische Frcitvillige und der gedungene Marokkaner, die europäische Zivilisation und der wider sie und wider den curo-■ päischen Frieden sich erhebende monarchistischfaschistische Absolutismus, DaS grauenvollste, unmenschlichste Ereig-. niS jedes Bürgerkrieges: die Erbarmungslosigkeit der Konterrevolutionäre gegen besiegte' Arbeiter— es hat sich zuerst in Badajoz und nun in Srun wiederholt. Pardon wurde nicht gegeben! Die kampfunfähigen Arbeiter wurden niedergemetzelt. In breiten Strömen floß das Blut der Freiheitskämpfer und daS ihrer Frauen und Kinder. Ueber die Leichen der gefallenen Verteidiger hinweg drangen die Lieblinge der Kirche, die maurischen MoSlimS, drangen mit ihnen die spanischen Ordnungsbringer, die Frcm» denlegionäre, in die brennend« Stadt. Das Kirchenchristentum hat mit Hilfe der Mauren, die monarchische„Ordnung" mit Hilfe nichtspanischer, nationSsremder Abenteurer über die Republik gesiegt— an einem Ortet Auf einem Kampfschauplatz l Denn so schmerzlich für die spanische Republik und damit für die Sache der Freiheit der Berlust JrunS ist, so wahr es ist, daß Jrun ein wichtiger Vorposten der Republikaner war — und so sehr die klerikalen und faschistischen Reaktionäre über diesen Sieg der Rebellen jubeln werden— der Kamps geht weitert Denn nur ein Vorposten ist verloren! Und bedeutet auch der Fall JrunS die Freiwerdung von Re- bollentruppen für andere Kampfgebiete und also eine stärkere Bedrohung der Republik,■ so muß der Verlust dieses so lange mit solcher bctvun- dernSwerter Zähigkeit, solchem Heldentum verteidigten und erst nach Einsatz gewaltig überlegener gegnerischer Streitkräfte verlorenen Stützpunktes die Leidenschaft, die Kampfentschlossenheit der Republikaner— der Arbeiter und Bauern vor allem— zu hellodernden Flammen ansachen. Daß nach dem Fall Fruns die Regierung zurücktrat und eine unter sozialistischer Führung stehende Negierung gebildet wur-, de, zeigt diese Entschlossenheit zum Einsatz aller republikanischen Kräfte an. Es ist wie in den Zeiten der großen französischen Revolution, die, als der im Lande stehende Feind sie gefährlich bedrohte, ungeahnte VolkSkräste zu Wecken und die Reaktion an allen Fronten zU schlagen verstand. Der spanische Freiheitskampf, der Kamps der Republik,■ der Kampf der- Arbeiter simd Bauern gegen die machtgierigen Generäle, gegen die Söldlinge der Großausbeuter, geht weiter. Und käme es auf. das spanische Volk allein an, stünde es nur im Kampfe gegen seinen inneren Feind.— der Sieg wäre weder zweifele haft, noch läge er in weiter Ferne! Mer Spaniens Volk hat sich nicht nur gegen die Rebellen, es hat sich auch gegen deren Verbündete zu wehren! Denn während'die Regierung-allein angewiesen ist. auf Waffen und Munition, die im Länge erzeugt werden können und nur über wenige moderst«.Flugzeuge verfügt, werden die i Wäffenbestände der Jstsurgentest ununterbrochen I verstärkt durch die deutschen und italienischen Seife 2 SamSiag, 8. September 1936 Nr. 207 Der vrüsseler frie6en5konsrek Vie ersten keiner Vanäervelcle, Cecil, Cot, Alvarez, Herrlot Lieferungen. Angesichts dieser Verhöhnung des Neutralitätsprinzips gewinnt die Forderung d«S „Daily Herald", des Blattes der englischen Arbeiterpartei, die demolratischen Staaten sollen das Waffenembargo ausheben zugunsten der legalen Regierung, immer mehr an Berechtigung," Denn weil» die großen Demokratien des Westens, lucifn Frankreich und England noch lange Zusehen, wie durch die Waffenlieferungen an die Rebellen deren Kriegsiiberlegenheit gesteigert wird, kann die Entwicklung des grohen Ringens in Spanien eine für,die iZukunft dieser Staaten sehr unangenehme werden!. Siegt der Faschismus-in Spanien Und wird die Py- rKnenhalbinfel zu einer Bastion des italienischen und des deutschen Faschismus— dann wird das Mittelländische Meer zu einem von Italien beherrschten, 1 dann werden Frankreich und England aus diesem Meere fast verdrängt und der Faschismus kann nicht nur vom Osten, sondern auch vom Süden aus die französische Republik bedrohen. Vermögen die beidengroßen Demokratien das nicht zu-verhindern, darf, der auswärtige Faschismus weiterhin ungestört gewaltige Waffenmengen an die Rebellen liefern, dann kann der Fall JrunS— heute nur als Verlust einer vorgeschobenen Bastion zu beklagen— zu einem weit verhängnisvolleren, zu einem für das Schicksal Spaniens, aber auch der europäischen Demokratie. und des europäischen Friedens verhängnisvollen Ereignis werden. ** Das„spanische” Schwelgen des Völkerbunds Brüssel. Das Präsidium der Internationalen Friedensvereinigung beschloß eine Resolution, in der vor allem die tiefe Ergriffenheit über den blutigen Konflikt konstatiert wird, von dem Spanien betroffen wurde und der eine st ä n- dige Drohung für Euro Pa bleibe. Das Präsidium versichert, daß es das. Recht und die Menschlichkeit anS allen Kräften verteidigen tverde. Die Resolution macht weiter aus die Initiative ausinerksam, die einige s ü d a in e r i k,a- nische Republiken ergriffen haben, und auch auf den wachsenden Widerstand der öffentlichen Weltmeinung gegen weiteres Bluwergießen in Spanien. Die Resolution fordert sämtliche Regierungen, die über den Entwurf betreffend die Neutralität gegenüber Spanien zu entscheiden haben, auf,-alles zu tun, was in ihren Kräften steht. Die Resolution wendet sich insbesondere an die Mitgliedsstaaten des Völkerbunde S,. deren Schweige n die öffentliche Meinung, der Welt in Erstämwn sehr. Zum-Schluß macht-.die Resolution den Völkerbundsrat auf die Gefahr aufmerksam, die sich aus der Verlängerung der- bisherigen Lage in Spanien ergibt.. 12 Jahre für Mllltürverrat Prag. Durch das Urteil desDivisionS- gerichtes in Prag wurde der Soldat R, wegen des Verbrechens deS Militörverratcs und wegen and«, rer Straftaten zu schwerem verschärften Kerker von 12 Jahr«« verurteilt. Der Hauptverhandliuig präsidierte Oberstleutnant Dr, Ladislav RUtar, die Klag« vertrat Oberstleutnant Dr. Bohumil Aenäiek. Brüssel. An der Eröffnung der Konferenz der Allgemeinen Friddensvereinigung in Brüssel, nahmen in dem Festpälafte, welcher von der vorjährigen Ausstellung stehen geblieben war, ungefähr-4' 0-0*0 Del egsi'e-c t c'tctf, da der Saal für mehr Personen.keinen,Platz hatte. Die übrigen Delegierten versammelten sich.in den Nebensälen,i^in denen der'Verlaus der'Verhandlungen vom Hauptsaale aus durch.Rundfunk.übertragen wurde, Der Ehrenpräsident des Brüsseler Kongresses, der belgische Minister- V am d e r» v e l.d e, machte in seiner Begrüßungsansprache auf die Aufgabe aüfmerlsäm, die'Belgien in der Frage der.kollektiven'Sicherheit gleichwie in allen Friedensarbeiten aufsichnahm.- Der englische Delegierte. Lord Cecil konstatierte, daß sich an dem Kongreß die Delegierten von 8 7 N a ti on en-beteiligen und verwies mif die gemeinsamen Gefahren und gemeinsamen Ziele, deren sich alle bewußt sind. Der französische Luftsahrtminister Pierre Cot erklärte, daß der Brüsseler Kongreß die Ber- schmelzung der Bewegungen in den verschiedenen Ländern zwecks Unterstützung der Völkerbundsbestrebungen zur Sicherung des Friedens versuchen Oer Präsident der Republik In der Slowakei Die Tschechoslowakei:..Staat der. nationalen Gerechtigkeit*’. Der Präsident der Republik begab sich gestern in das Manövergebiet der südslowalischen Schlußübuugeu. Auf dem Wege dahin machte er In der Bezirksstadt' Zlath Moravce Haiti wo ihn der Ministerpräsident, der National»»« teidigungSministcr und der Justizminister erwarteten. Der weitere Weg deS Präsidenten führte nach der Stadt L e v i c e, wo im Rathaus der Bürgermeister der Stadt an den Präsidenten eine Ansprache in ungarischer Sprache hielt. In seiner Erwiderung sagte der Präsident unter anderem: Wenn wir heute militärische Hebungen haben, bedeutet dies nicht, daß wir augenblickliche Besorgnisse bezüglich eines schlveren Konfliktes hätten.$dj glaube an eine ruhige Entwicklung unserer Republik. Meine Reisen in die Slowakei sollen, das Symbol einer friedlichen Entfaltung und ruhigen Arbeit unserer Bevölkerung in der Slowakei, der slowakischen und der ungarischen,.Bevölkerung sein. Mein Besuch will ein Ausdruck dessen sew, daß wir unS alle alS- gleichii, selbstbewußte mid-öinandeti’mäher- kommende demokratische Bürge» im demokratischen! Staate, fühlen. Der demokratische Staat bedeutet, daß wir konsequent bemüht sein werden- um den ÄiiS- bau einer ständig höheren, pol'tischen, sozialen und nationalen Gerechtigkeit sozialen und nationalen Ger ech- t i g k e i t- bis in alle Konsequenzen. Daß wir die Republik während des Kriege» und nach dem Kriege errungen und auSgebaut haben, bedeutet eine-Beipflichtung, und wenn ich dies,bei-meinen Reifen in Böhmen-und Mähren und insbesondere vor kurzem in Nordböhmen gegenüber den Deuts chen-betont habe, betone ich dies in der Slowakei gegenüber den Ungarn, daß ich die Republik als Staat sei n ergcsa in te n Bevölkerung be werbet Wir setzen für niemanden Grenzen fest, sagte Minister Cot, und schließen niemanden aus. Wir sind glücklich,-daß unsere'Aufforderung- zur Unterstützung des Friedens von den Arbeitetmas» sen, von den Gruppen der ehemaligen- Front- kämpfer, von allen Kirchen und allen philosophischen Richtungen befolgt wurden. -- Hierauf sprachen die einzelnen- Vertreter. Ders Pani s.ch-e Delegierte. Carlos A-l-v a r e z wurde von der Versammlung bege i st e r.t b e» -grüßt.--- Der Präsident der französischen Deputierten- kammer, H e r r i ö t, der an ter Spitzt der französischen Delegation steht, ergriff unter- begeistertem Beifall der gesamten Versammlung das Wort und erklärte, haß er mit den übrigen Delegierten nach Brüssel gekommen-sei, um über- sämtliche Arten des Krieges das Urteil zu sprechen. Es gibt nirgends eine internationale Ordnung, wenn nicht das gegebene Wort eingehakten wird. Es ist notwendig, alles zu tun, um das Wettrennen zu verhindern. Die französische Regierung Und die französischen Kammern zeigten ihren Willen, den Frieden zu verteidigen, uiw führten die Verstaatlichung des Waffenhandels durch. trachte. Unser Staat will ein Staat ruhiger Entwicklung, ein Staat der nationalen Gerechtigkeit und der religiösen Duldsamkeit fein und wird es sein. Ueber Aufforderung des Bürgermeisters trat hierauf der Präsident mit dem Minister Doktor D i t e r auf den Balkon des Rathauses. Die auf demRathausplatz versammelte Bevölkerung begrüßte den Präsidenten ungarisch und slowakisch in stürmischer Weise. PoInlscherProtest abgelehnt Prag.(Tsch. P.-B.) Die Warschauer und Berliner Blätter verbreiteten Freitag eine Meldung darüber, daß der polnische Chargt d'affaireS C h od a ck i am Donnerstag dem Außenministerium in Prag eine Rote vorgelegt habe, in der er dagegen protestierte, daß in den Mährisch- Ostrauer Prozeß gegen die Urheber der Beschädigungen der tschechischen Schulen im Teschener Gebiet das polnischeKonsulatinMähr.» Ostrau hmeingezogen word'en sei. Im Zusammenhänge mit den Meldungen über diese Demarche eröffneten die polnischen Blätter-eine neue Kampagne gegen die Tschechoslowakei, wobei sic ihr Feindschaft gegen Polen und Hinessttxggen.ppn Verwirrung in da» gegenseitige Verhältnis vor-', Wersen. Wir haben an,kompetenter Stelle f^stge-* stellt, daß die Nachrichten über das Einschreiten den Tatsachen entsprechen. Zu deren Inhalt muß konstatiert werden, daß Bemerkungen über dir polnischen Konsulate und Konsul« in der Anklageschrift-enthalten sind, in welcher der Staatsanwalt alle Ergebnisse dex Untersuchung und alle Aussagen der Angeklagten, und Zeugen berücksichtigen mußte. ES ist unrichtig, in diesem selbstverständlichen Vorgehen irgendwelche p o l i»' tische Tendenz oder Absichten gegen Polen zu suchen. ES mußten deshalb auf d a S entschiedenste die in der polnischen Note ausgesprochenen Vermutungen. abgelehnt Werden, als ob dieses Vorgehen im Mährisch« Ostrauer Prozeß einen politischen Hintergrund hätte. Ebenso müssen alle unverantwortlichen An« griffe der polnischen Presse abgelehnt weiden. * In dem Prozeß gegen-die polnischen-Attentäter hat der'Gerichtssenat bin Antrag deS.Verteidiger» auf neuerliche Prüfung des GeisteSzu- standes des Angeklagten Bocek durch die Psychiater abgelehnt. Einem Antrag deS Autodroschken- besitzerS Gemza, durch den dieser neuerlich' sein Alibi-Nachweisen will, wurde stattgegeben. Der Strafsenat setzte die Rekonstruktion des Tatbestandes der Beschädigung der tschechischen Schulen in Anwesenheit des Angeklagten Bocek fort. Bocek legte neuerdings dar, wie er, Langer und Przeezek zu den Schulen gelangten, auch wenn sitz bewacht waren. Auf die Frage des Staatsanwaltes, wie er sich zu solchen.Aktionen entschließen konnte,-da er doch in Gefahr war, von den Gendarmen erschossen oder verhaftet und eingekerkert zu werdest, sagte Bocek, eS sei ihm schon alles egal gewesen, wenn er sich nur habe Geldb«» sch affen können. Auch eine Reihe von Zeugest wurden verhört, die ihre früheren Angaben bestätigten.— Die Verhandlung wird Montag fortgesetzt, an welchem Tage wohl auch das Urteil gefällt werden wird..., Hopfenmonopolverhandlungon auf stnbe» stimmte Zeit vertagt. Bei der im Landwirtschaftsministerium stattgesundenen Verhandlung,der Brauerei-Organisationen und Hopfenpslanzer konnte bezüglich der Preise, die im Rahmen der geplanten Monopolwirtschaft von den Brauereien bezahlt werden sollen,,keine Einigung erzielt werden. Die beiden Gruppen werden vorderhand im eigenen Wirkungskreis die Frage der Ueber- nahmspreise behandeln und sodann, zu einem vorderhand nicht festgesetzten Zeitpunkt, wieder zu gemeinsamen Verhandlungen zusammenzukommen. Der Schnittholzerport. Im ersten Halbjahr 1986 hat der Export von Schnittholz gegenüber der gleichen Vorjahrszeit eine beträchtliche Steigerung erfahren. Auch auf dem Jnlandsmarkt haben sich Absatz und Preise erhöht. Infolge, der inländischen Preiserhöhungen besteht angesichts der niederen Weltmarktpreise kein Interesse an: Schnittholzexport, so daß sich der im ersten Halbjahr verzeichnete Aufschwung nicht forksetzen wird. Betriebsstillegungen. Die Westböhmische Armaturenfabrik Jahl& Stein, Pilsen, soll wegen unerfreulicher Absahverhältniffe dmiernd. stillgelegt werdest.. Desgleichen die Granitwerke Bereinigter Bezirke Skuö wegen unmöglicher Absatzverhältnisse.— Die Dirktion der Papierfabrik Gellert& Co. in Pilsen hat ein Ansuchen Äin zeitweise Einstellung„der. Produktion.im.Betrifbe eingereicht,, Sss-begründet,,ihr'Ansuchehsyliteini« gen ernsten'Gründen teils technischer, teils geschäftlicher Natur. Es sind 12V Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt. Ein Zentner Steinkohle 6.8V Kronen! Der durchschnittliche Exportwert einer Tonne, tfchechö« slowakischer Steinkohle beträgt derzeit 186 KC. Es kostet demnach ein Zentner 6.66 llc. Im Lande selbst muß. der Verbraucher für-den Zentner der gleichen Qualität 86 bi» 166 Prozent mehr bezahlen. 1 Höhere Einnahmen der Post. Die gesamten Bruttoeinnahmen der Post betrugen im ersten Halbjahr' 1986 691.64 Millionen Kronen. Das sind 15.15 Millionen Kronen oder 2.66 Prozent mehr, als in'der gleichen Vorjahrszeit. 18 (fommy(Barbox macht(Revolution Stemm von Steif» floqdv „Mit einem Wort, the right man on the right place", antivortete Tommy gelassen.«Ihr jetziger Herrscher ist Ahnen ja gerade darum-so unbequem, weil er weder ein Esel noch eine Null ist."' . Das mußte Martinez schweigend'einräumen. »Warum wollen Sie denn nicht Präsident werden?" fragte Tommy ihn. Martinez lehnte sich in seinem bequemen Stuhl zurück und trank seinen eisgekühlten Sauerkrautsaft mit einem Behagen, das Tommy Bardox immer wieder schaudern machte. »Sie sind viel zu gescheit, um das ernst zu meinen I' Wozu soll ich Präsident werden? Der Nachfolger des Rödriguez wird kein, leichtes Leben haben, Aus der einen Seite die braven Leute von Nomanuela, die sich vielleicht jetzt überrumveln lassen, aber nachher sehr gut merken werden, worauf es ankommt. Aus der andern Seite Ihre Landsleute...--brrl Oh, nein, mein Lieber, auch ich bin nicht der Advokat Bonamaria.-Ich habe die Option auf die Grundstücke um ein Butterbrot erworben, die Kanalbauzesellschast wird mir den Preis zahlen, den ich haben will. Regieren mag nachher das Land, wer Lust hat. Ich habe eine Dampfjacht gekauft und will einmal ein Jahr lang nach Europa: Paris, Deauville- Nizza, Monte Carlo..." Er schaute träumerisch über die Zuckerrohrfelder. Tommy Barbox konnte es gleich sein, waS Herr Martinez mit seinem Geld und seiner Zeit anfing, wenn einmal die Revolution vorbei.war. Tommy Barbox beneidete den Pflanzer nicht; für ihn war Geld keine Lockung, Er jvqr ein Fanatiker der Sensation, der Bewegung, Er hatte einen unvergleichlichen Spürsinn für alles, was diesen Bedürfnissen entgegenkam, und war von unstillbarer Neugierde. Er kannte jeden Mann und jede Frau, von denen irgendwo auf der Welt irgendeine stärkere Auspeitschung des täglichen Zeitungsgeschehens zu erwarten war. Er war ebenso bereit, den Bolschewismus in Indien, die Restauration der Habsburger in'Ungarn, die.pay- europäische Richtung zu propagieren- wie-deren Gegenteil, je nachdem, wodurch er den Blättern des Montforttrusts die sensationlleren Nachrichten kabeln konnte. Diese Revolution, hier machte ihm. Spaß; es ging nur beinahe zu glatt. Er spürte' gar keinen Widerstand. Dem einen muhte er den Schein der Macht versprechen, dem ändern-Reichtum, und damit ivar alles zu erledigen. »Wann sind Sie denn soweit", fragte ihm Martinez. „Noch ein-Paar Tage Geduld,-mein,Lieber, noch ein paar Taget-- Unser.Dampfer muß hier sein«"„Vertrödeln Sie die Zeit nicht I. Wenn Sie zu lange warten, erfährt Rödriguez doch noch etwas.- Und dann ist es zu spät." Die Angst vor Rödriguez saß nicht.nur dem lächerlichen Advokaten in den Knochens. Dieser Martinez, stark wie ein Bär und der reichste Mann der Republik, schien auch unter, seiner Athletenruhe einen gewaltigen Respekt vor dem Präsidenten zu haben.' „Schön, ich brauchte nur noch, ein Paar Eingeborene; können Sie mir die stellen?" » Martinez zwinkerte.»Wozu? Sie bekommen doch zweihundert Burschen von drüben?". , Tommy verstand ganz gut. Martinez wünschte sich so wenig wie möglich bloßzustellen. Wenn die Sache schief ging, dann war es. überaus peinlich, daß gerade-nur die. Indios.-im-Dienst Martinez' Revolution,.machten,. Die Option auf da» Gebiet, durch da» der Kanal führen soüie, ließ sich noch, erklliren. Martinez war ohnehin-einer der größten Grundbesitzer deS Landes, schließlich konnte er.daxauf spekulieren,, daß der Kangl doch eines Tages auch auf legitimem Weg zustande kam. Das war nicht weiter kompromittierend. Aber die Indios I «Ohne Eingeborene kann ich eS nicht machen", Tommy wiederum legte größten Wert darauf, daß Martinez möglichst eng mit der Revolution verknüpft wurde. Er hatte ihm schon verschiedene größere-Beträge zur Werbung und zum Unterhalt der Revolutiousarmee abgenommen, konnte aber nicht durchsetzen, daß Martinez selbst irgendwie hervortrat. Ein Ministerium lockte ihn nicht, da ihn ja sogar die Aussicht, Präsident zu werden, kühl gelassen hatte. Er,kam auch nicht ßu den Besprechungen, die Tommy mit dem Advokaten Bonamaria hatte. So sollte er wenigstens durch seine Leut« in di« Verschwörung hineingezogen werden. Da» hielt Tommy im Znteresse einer glatten Abwick- lung der Revolution für nötig. .„Ein paar Hirten könnte ich eventuell freimachest", erklärte Martinez, zögernd.. „Mindestens fünfzig", verlangte Tommy .kaltblütig. .-„Unmöglich!" Martinez sprang auf-und .ging hin und her.„Während-der-Ernte...1 Höchstens zehnl" -„Ich kann von keiner Volkserhebung berichten, wenn unter zweihundert hergelaufenen Leuten zehn- Eingeborene sind."- Tommy- hatte- auch ein Gewissen, wenn-e?-nötig war. .-.-.„Meinetwegen zwanzig. Aber-da» ist das Aeußerste.f' -,.»Schön, redest wir picht mehr darüber. Wenn Sie. die Revolution unter diesen, Umständen per» suchest wollen, dann tun Sie es. Ich werde Sie .sticht,stören.", --„Seien-Sie doch vernünftig, Tommy", Mar«, tinez rechnete doch schon, zu bestimmt mit- demGe» wiyn an seinem Terrain, als daß er so leicht''auf die.> Revolution- verzichtet-hätte»„Ich kann, nicht so. viel-Leute entbehren." Aber Tommy wollte sticht vernünftig sein. Er war. auch des Advokaten Bonamaria sticht sovöllig sicher, daß er nicht diese zweite..Säule des Umsturzes gebraucht hätte. Und so müßte Martinez seufzend sein Angebot an Indios auf vierzig, erhöhen, ehe der Reporter zufrieden war. Es würd)> besprochen, daß Martinez sie von seinen entlegen^ sten Farmen kommen ließ und in einem feister Häuser nahe der Stadt'sammelte'. Vieser Jnstruk- tionen bedurfte es ja nicht. Sie hatten einfach „Nieder zu schreiben, wenn man es-verlangte- Mit wem und warum war eine Frage, d'ie Martinez mit,«in Paar Peseten im voraus und nachher mit reichlichen alkoholischen Getränken zur Feier, des Sieges leicht erledigen konnte.- X. Frau Rivadeneira war die Besitzerin eines Hauses, dar die Lebewelt von Salvädolid ost und gern, besuchte. E» lag ist einer Seitenstraße, inmitten eines schönen Gartens und-war der-Dame vor vielen Jahren- von- einer-einflußreichen-Persönlichkeit.geschenkt worden- deren Namey aber niemals ein Mensch erfahren hätte. Frau Riva« deneira war damals schön und jung,gewesen-..Jetzt waren ihre Haare zwar noch'immer'glänzend schwarz, und die langen grünen Ohrgehänge»irrten-noch wie in alter Zeit,- wenn'ihre Trägerin schelmisch den Kopf-wiegte. Aber ihre- Gestakteinst ihr Stolz und sozusagen der Stolz ganz Sal» vadolids,. diese lehenInäßPen,-schlanken, braunen Glieder, die sie ohne falsche Scham den Freunden des Hauses gern und-großmütig zeigte, waren aus den entzückenden Formen-gegangen. Nach der Ge« burt-einiger Kinder hätte sie-mit dem Tänzen aufgehört und lag nun, den größten. Teil des Tage» aus einens Liegestuhl: sie knabberte ününterdröchen Süßigkeiten, dirtgterie ihre Kinder und würdedä« bei immer fetter». Erst schmerzte' sie der.Perlüsi ihrer Schönheit, aber.sie, hatte eiste passive, träge -Natur; was sie» zum-LÄenbräuchie,'besaß-sie«. Und schließlich wuchsen zwei Töchter und ein Sähst heran, die sich ja- darum kümmern konsttest- Gebiete der Republik' hat gestern weitere Fortschritte gemacht: in den Niederungen wurden nachmittags fast überall mehr als 28 Grad verzeichnet. Böhm. BudweiS meldete um 14 Uhr sogar 80 Grad. Vom Nordwesten her sst jedoch nunmchr die erste Störung, die von Gewittern begleitet ist, gegen Böhmen vorgedrungen. Vom Westen her schreiten gegen das Festland weitere Störungen fort. Der Einfluß von Störungen wird sich vorläufig nur durch eine Verstärkung der Neigung zu Gewittern oder Schauern tväh- rend der NachmittagSstunden äußern; eine wesentliche Abkühlung dürfte jedoch nochuicht eintreten.— Wahrscheinliches Wetter von heute: Wechselnd bewölkt, zeitweise Schauer oder Gewitter, mäßig warm, Westwind.— Wetteraursichten für morgen: Wechselnd bewölkt, Neigung zu Gewittern'oder Schauern, Temperatüren ohne wesentliche Acnderung, Westwind. Vom Rundfunk Ewpsehletwwerte« au» den Programmen» Sonntag Prägt 7.00: Konzert aus Karlsbad..11.00: Promcnadenkonzert aus Teplih. 12.28: Friml: Rose Marie, Rundfunkbearheitung der Operette. 43.48: Tanzmusik. 14.00: Deutscher Arbeiterfunk: Josef Kaut: Spanien» zweiter Bürgerkrieg. 14.00: Deut» sche Landwirtschaft. 17.85: Deutsche Sendung: Orchesterkonzert aus Brünn. 18.80:-Deutsche Presse. 19.60: Militärmusik. 22.88»: Tanzmusik.— Brünnr 0.10: Aus neuer französischer Musik. 16.00:'Salon« orchester. 17.38: Deutsche Sendung: Dr. Festa: Hai der Pazifismus sine Bedeutung? 17.80: Rundfunkorchesterkonzert,— Pressburg: 10.10: Klaviermusik. — Mähr. Ostrau: 20,55: Schlesische Lieder,. •' Der Radlosender für Nordmähren. Nach langen Verhandlungen wurde beschlössest, den neuen Radiosender für. Nordytähren auf der Jläche zwischen Proßnitz"und Eiwanowitz ü'.Hanna zu errichten, j Hauptzweck de» neuen Senders ist, Nordmähren in die'Rundfunkzone einzüschalteu,,. da bisher sowohl Prag als auch BrUiistinNordmähre» durch die Drsthauer Höhe stark gestörk werdcist" Ne. so? SamStag, S. September 1936 Sette 8 Kreditanstalt- der Deutschen tl.ll.LlUl. durchftkhruaga«»» */* 1'«eitgefchsfl,. Denoalwugskapttal 930 MUltonea Kt tzaftungSkapital. 90«Unionen XL. tJ mHrrtafThigtn. Per„Offene Brief* der den Kommunisten so peinlich ist, daß sie, alle sozialistischen Ehrbegriffe, preisgebend, die Ausweisung des vermeintlichen Verfassers fordern, ^vendct.sich an Andrö Gide, Heinrich Mann, FranS Masereel,.Rudolf.Olden, Balder Olden,-Lion Feuchttpanger, Arnold Zweig, Upton Sinclair, Professor E. I. Gumbel, Professor Fritz viel, Egon.Erwin Kisch, Albert Ehrenstein und die vielen anderen Intellektuellen, die heute mit der' Sowjetunion sympathisieren. Ex, führt aus, daß es Stalin just in dem tragischen Augenblick, da alle freiheitlichen Herzen um das Schicksal Spaniens zittern/ für gün-, stig gehalten hat, gegen alle ihm lästigen Zeugen' der Oktoberrevolution, einen zweiten Reichstagsbrandprozeß zu arrangieren, und einen russischen' 80. Juni zu begehen. Wer die Literatur Uber die Oktoberrevolution kenne, werde den Spuk, der da gegen Trotzki agierte, sofort durchschaut haben. „Habt Ihr, Andri Gide, Heinrich Mann, Frans Mascrccl einmal vernommen, wie unbedingt Trotzki, neben Lenin, für die Sowjets kämpfte? Habt Ihr mit russischen Arbeitern gesprochen, die unter Trotzkis militärischer Führung Siege errangen? Ist Euch bekannt, wie er, der Schöpfer der heut« von Euch und der Welt bewunderten Roten Armee, persönlich mitten im Maschinen- gewehrfeuer zurückflutende Kämpfer aufhielt und zum Sturm mitriß?"— Mit eiserner Zähigkeit hat nach Lenin» Tod Stalin alle. Waffen der Intrige, List und Gewalt benutzt, um die Geschichte der USKR umzufälschen wnd Trotzkis Namen wie die Namen anderer Kämpfer auszutilgen und durch seinen Namen zu ersetzen. Fragt doch in Moskau nach, was mit den Resten des Roten Oktober geschehen istl De» Stalinregime hat sie ausgerottet, in Verbannung, Kerker oder Konzentrationslager geworjenl Wenn Ihr, neue Freunde der Sowjetunion, dies nicht wißt oder gar nicht wissen wollt: Ihr verwirkt da» Recht, gegen die Greuel de» Faschismus zu protestieren, fall» Ihr jetzt,, nach Stalln» entsetzlich«» Blutbad, noch duldet, daß er sich In seiner"Presse auf Eure Sympathien beruft, die er vor der/Welt nötig hat!. Stillt Euch doch die Wirkung i diese» schauerlichen Grotesktanzes der. Lüge. und der Verleumdung vor I Muß nicht das deutsche Volk, da» unter Hitler» Terror stöhnt, zu der dumpfen' Erkenntnis kommen:„Jacke wie Hose?"- Aiitisaschisten, Freunde der USSR, ich fordere von Euch, daß Ahr. nicht auf. falscher Rücksicht auf /di« USSR(der wir feit 1917, also nicht.'erst seit /jüngster Zeit, die Treue halten), die Sache der ' Wahrheit preiSgebet! Ich'fordere Euch auf, einen Gegenprozest z« führ«, gerade im Interesse der USSR, im Interesse der wahren Demokratie! E» gilt nicht nur, einen Freiheitskämpfer von. der durch keinen Stalin«»»»»löschenden historischen Bedeutung Leo Trotzki» die Möglichkeit zu geben, alle gegen ihn gerichteten Anklagen al» Verleumdung zu entlarven und die ganze Moskauer Spukkomödie einwandfrei al» ein ungeheuerliche» bonapartistische». Verbrechen der Stalin zu enthüllen. Es gilt, zu zeigen,, daß Ihr, antifaschistische Intellektuelle, finster« Machenschaften gegen Recht, Wahrheit und Freiheit auch/ dann verabscheut, wenn sie sich mit der Flagge der Roten Oktober tarnen." Ob auch den Männern, an die sich der „Offene Bries" wendet, der vom„Volkskommissariat für Justiz" in Moskau herauSgegebene- deutsche Bericht über den Prozeß zugesendet' wurde? ES ist sehr zu wünschen, daß sie ihn sehr aufmerlsäm lesen! Denn er zeigt, daß die. „Schuldbcweise" im Hinweis der Anklageschrift auf die Ergebnisse der Voruntersuchung und iw den Geständnissen und Selbstbeschimpfungen der Angeklagten bestehen!— Wenn die antifaschistischen Intellektuellen den Prozeßbcricht kritisch lesen, wozu sie als Intellektuelle verpflichtet wären, müßten sie den Schlußfolgerungen des/ „Offenen Briefes" zustimmen: „Ihr dürft nicht zögern, antifaschistische Intel«' lektuelle, den Gegenprozetz durchzuführen. Er ist Euere Ehrenp flicht, wenn Ihr für Wahrheit und Gerechtigkeit seid. Nur Ihr seid in der Lage, vor aller Welt von Stalin Rechenschaft zu fordern für da»'konterrevolutionäre Verbrechen, dar der Moskauer Prozeß bedeutet. Ihr braucht nicht zu fürchten, damit der Sache de» russischen Volke», der Sache der USSR, der Sache de» Sozialismus zu schaden. Im Gegenteil: Bon Stalin» Prozeßspuk profitiert nur die Geißel der Menschheit, der internationale Faschirmu»." » - Gerechtigkeit auch für Trotzki I Die norwegische Regierung hat Im Zusammenhang mit dem Moskauer Prozeß Leo Trotzki und seine Frau interniert und ihm untersagt, Erklärungen in der Presse über die von seinem politischen Gegnern gegen ihn erhobenen Beschuldigungen abzugeben und ihre Widerlegung durch da» Vorbringen^ von BeweiSmaterial zu versuchen. Gleichzeitig hat.die russische an die norwegische Regierung da» Ansuchen gerichtet, TrotzkiauSzuwei» s en: Da» käme, da jede» andere Land in diesem Augenblick Trotzki die Einreise verweigert, praktisch seiner Auslieferung an ein Regime gleich, welches au» feiner bi» zur leiblichen Vernichtung entschlossenen Feindschaft gegen den politischen Flüchtling Trotzki keinen Hehl macht. Die Praxi» einer Reihe von diktatorisch regierten Ländern, den politischen Gegner unter Außerachtlassung aller für die zivilisiert« Menschheit zu einem unantastbaren.Gut gewordenen Rechtsgarantien moralisch und physisch mit allen Mitteln zu vernichten,.ist bisher bei dem Teil der Menschheit/ dec an den.hohen Begriffen von Wahrheit und Recht festhält, auf Widerspruch gestoßen. Auch im Falle Trotzki wird die Verurteilung de» Beschuldigten zum Schweigen, feine AechtuNg und Verfolgung ohne'Nachprüsung'deS A n k l a g em a t e r i a l» und ohne Möglichkeit der Verteidigung von Menschen mit rechtlicher Gesinnung. allüberall entschieden abgelehnt werden. Unabhängig davon, daß wir die politischen Ansichten Trotzki» keineswegs teilen, geleitet allein von dem Bestreben, da» unparteiischeRecht und die unabhängige Gerechtigkeit al» Grundpfeiler menschlicher Kultur auch im Sturm dieser Zeit, zu erhalten, bitten wir die norwegische Regierung: 2. Ein ordentliche» Gericht»versahr«n einzuleiten, in dem Trotzki und alle angebotenen Zeugen ohne jeden Zwang aussagen können; 2. für den Fall, daß sich die» au» politischen oder formalrechtlichen-Gründen al» unmöglich erweist, einem internationalen,/ aus-überparteilichen Menschen zu- saNüncngesehten. Untersuchungsausschuß, dem auch Juristen, angehören, in ihres» Lande Gastrecht zu gewähren und die Einreise aller angebotenen Zeu- gen zu bewilligen; 8.'die getroffenen Einschränkungen der Bewegungssreiheit Trotzkis aufzugeben, insbesondere soweit sie sich auf seine Verteidigung gegen die Anschuldigungen de» Mo»kauerMilitärgericht» beziehen;-. 4. Leo Trotzki wenigstens solange da» Asylrecht zu gewähren, bis er die Möglichkeit der Einreise in«ist anderes Land gefunden hat. Wir richten an alle gerecht Denkenden den Appell, sich dieser Forderung nach objektiver Wahrheitsforschung anzufchließen und uns ihre Zustimmung zu senden an: Sonka,. Praha I, Postfach Nummer 158. Initiativgruppe für da» „Internationale Komitee für Recht und Wahrheit". Prag, den 1. September 1988. Den Forderungen de» vorstehenden Appell» haben sich in der Tschechoslowakischen Republik u. a. bereit» folgende Persönlichkeiten und Organisationen angeschlossen: Dr. Wolfgang Brügel, Schriftstellers Univer- sltätrprofessor Dr. Oskar Fischer;-Dozent Dr. Th. Gruschka, Arzt, Aussig; Dr. Karl Heller, Arzt, Dr. Kurt Hiller, Schriftsteller; Josef Hofbauer, Schriftsteller; Dr. Arnold Holitschir, Arzt, Komotau; B. Hüla, Schriftsteller; Professor Johan» Polach; Grete Reiner, Schriftstellerin; Willi Schlamm, Schriftsteller; Dr. Egon Schwelb, Rechtsanwalt; Josef Srb, Sekretär der„Union der Lederarbeiter"; Josef Stein, KaUsinann;.Vaclav Valchak, Sekretär der„Union der Lederarbeiter"; Vilem Wünsch, Sekretär de» Steinarbeiterverbandes; Herman Tausik, Disponent; Internationales- Büro sozialistischer Aerzle; Verein der deutschen sozialdemokratischen Aerzte in der Tschechoslowakischen Republik. Die FiuditinsNftrdicn Zu.Ferdinand Raimunds 100. Todestag am 5. September Der Dichter des„Verschwender!", des „Alpenkönigs" und dcS„Bauers als Millionär" muß allen, die vqn seinem Leben und seinem LoS nichts wissen-, als reiner Märchenkönig erscheinen: so anmutige Bilder bringt seine Phantasie in unerschöpflicher Fülle hervor,' so. freundlich lächelt der Humor auch über seinen düstersten Szenen ünd so.siegreich triumphieren über Eigensucht, Niedertracht und. Bosheit zum Schluß, immer doch hi« Güte und die Liebe. Aüer wie es schon bei den meisten Märchen ist, stellen auch Raimunds Dich- tungen nicht dar, was ist, sondern was dem'tiefsten Herzenswunsch ihres- Schöpfers nach■, fein' s o l l-t e'-—;. die Sehnsucht eines; Unglücklichen, von seiner Zeit und feisten, eigenen W«hnvorst'ef- lnngen'lIequäiten hat all diese Wunderblumen unter TrgneN und Schmerzen ans Licht gezaubert.' -. Die erste. Ursache-seines. Mißgeschicks war wohl, daß er.im-österrefchtschen Bormärz wirken müßte: d. h. iyijenen.vom.Fürsten Metternich und' vom-»guten- Kaiser Franz"'Überschatteten nachnapoleonischen Jahrzehnten,'die kein freies Wort und leinest-freien Gedanken duldeten,-di«; jeden geistig schöpferischen Menschen>yit Naderern und Spürhünven umssäben uy.d.mitall dem. sozusagen epidemisch die furchkbareZeitkrankheit der s.e e-» li-schen Hypochondrie züchteten.Jeder Untertan eines-faschistisch«» Diktator» weiß heute dabon-etst? trauölge» Lied'pzu singen— damals hießen die /berühmtesten-Opfer'Wimustd,'Grillparzer, Schubert, Beethoven und Lenau, und im 'üMistfEsWÄck!-«»M!''KMWrh,.-sMv«e nah Leuthöld.'.Aus, dem tätigen LMn verbannt,' dcnlöfsentlichen.Wirken-uüdjedemänderen''Ein- slutz auf die Unisbelt gewastsam-öntzogxn, mußten- . sje ihre Hunst mit doppelter AusschließliKest üben, aber vielleicht bei keinem von ihnen nahmen diese Ausschließlichkeit, dieser unentrinnbare Zwang zur Selbstbeobachtung so krankhaft« Formen an wie bei Ferdinand Raimund. DaS Theater, das allen geistig regen. Kindern de» österreichischen Bormärz die übrige Welt ersetzen mußte und das deshalb in Wien mit.cinec Ueberbetonung sondergleichen gepflegt wurde, bedeutete für. Raimund, den S ch a u s p i e l e r und Dicht e r, erst recht sein Ein und Alles: in einer Rolle weniger gefallen zu haben, an Beliebtheit' hinter einem Kollegen zurückstehen zu müssen: dünkte ihn das leibhaftige Unglück, und in der dramatischen Kunst über das Volksstück zur hohen TragiBie aufzusteigen, schien ihm das einzig. erstrehenSwerte Ziel seines Daseins..Bargen diese Wünsch« schon genug Keime, der selbstquälerischen Verzweiflung, am eigenen Können in sich, so machte der unselige Hang der Wiener, auch das privat«, ja das intimste Leben ihrer Bühnenlieb« linge als öffentliche Angelegenheiten zu behandeln, dq» Unheil-erst voll. Sie pfiffen den-von Ehrgeiz brennenden Raimund im Winter 1819 stuf 1820 bek-jedem Auftreten solange aus, bis er ein..der übelbeleumundeten Schauspielern Luise Gleich übereilt gegebenes Eheversprechen einlöste — daß sein Herz dqmass schon einer änderen, der bis-zum Tode treuen Antonie- Wagner gehörte und daß die gesetzliche.Berbinhuug- mit dieser durch da». katholische Ehesakrament. unmöglich gemacht würd'«, bekümmerte die um dje»Sittlich« leit" so besorgten Wiener weiter gar stichst Aber in den frommen, ängstlich um bürgerliche Wohlanständigkeit besorgten Räimuyd'wurde so ein weiterer böser Zwiespalt'histeiNgetragest, und. ntr- gends mehr, nicht zu Hause und nicht im Beruf, fand seist nach- Frieden-.- und' Ruhe begehrender GeistnochHaftund.Trost. Män'mußsichdaSZer» miirbende dieser Qualen und Bedenken ünd daß ssje,anderthalb Jahrzehntes lang Tag-'unyi Tag., sorttyirlten, anschaulich vorstelleu. da»m versteht man, daß die seelische Widerstandskraft des zartbesaiteten Mannes endlich zusammenbrach und daß-er sich in der Furcht, ein toller Hund habe ihn gebissen(auch eine seiner alten Angstvorstellun« genl) am 80. August 1880 ein Kugel in die Mundhöhle schoß. Von diesem düsteren Hintergrund erst hebt sich das Lebenswerk Ferdinand Raimunds perspektivisch richtig ab. Da wird klar, daß seine großen allegorischen Dramen„Die gefesselte Phantasie",„MoisasurS Zauberfluch" und„Die unheilbringende Krone" nicht einfach mißlungene „hohe" Tragödien im Gewand des Wiener Lokalstückes sind, sondern daß dieselbe Wiener Tradition, die ihm in seinen Meisterwerken sein Bestes und Unvergänglichstes geschenkt hat, ihn unwei- gsrlich zur Erde niederzog, wo er über sie hinaus zu einer erträumten„reinen Kunst an sich" emporstrebte. Und da sieht man des weiteren, daß fein„Alpenkönig und-Menschenfeind"(1828), fein„Bauer ass Millionär"(1828), und sein „Verschwender"'.(1882) nicht einfach Spiele der Phantasie ohne tieferen Sinn und weise Absich: sind, sondern dckß Raimund mit ihnen der Welt des Hasses, des Neides ustd.des menschenmordenden Wettkamfes, die ihm sein ganzes Dasein verpfuscht hatte, eine erlöste West besseren Mensch« tums, eine paradiesische Utopie entgegenstellen Wollte. Weil alle Schaper des Tragischen sein' ärMe» Häupt umwitterten,-weil eigener Ehrgeiz, Mißgunst der anderen und Ungenügen an sich selbst ihn äüS stolzer Schötzferinbrünst in nagende Verzweiflung hetzten, weil ihn Beifall und Mißverstand, der-Welt in die Wonnen deS Erfolges ustd, den. Höllenzwang einer irren Ehe- hetzten, därum.glückte eS ihm,.hinter dem spielerischen Herkommen der Wiener Bühste, hinter leerer Possen» kunst und farbigem Tand die Möglichkeiten echter, schnvoM Dichtung, zu entdeckest. Wo Raimunds Vorgänger ei» tolles, Maschinendurcheinayder des lÄM DMbaxrn«der Me» harmlosen Traum geboten hatten, da machte der Komiker mit dem gramerfüllten Herzen alle Wunder der Romantik springen, da beschwor er in„Jugend und Alter" und. dem Bettler Azur unvergängliche Symbol«, im Abschiedslied der Fugend Brüderlein fein, Brüderlein fein Mußt mir ja nicht böse sein! und in dem anderen So leb denn wohl, du stiller Hau», Wir zieh» betrübt au» dir hinaus. uns allen wohlvertraute Stimmungen. Dieselbe Erhöhung erfuhr durch-Raimund das Wiener Sittenstück, indem er statt Moralpauken' Und .Strafreden ganze Menschen und wöhlgerundete Charaktere gab: Seine drei großen Komödien, jede von ihnen ein hohes Preislied kleinbürgerlicher Tugenden, zeichnen in Fortunatus Wurzel, in Rappelkopf und Flottwell. mit'gütiger Ueber« legenheit schmerzhaft empfundene Zeitkrankheiten, und auch der Rahmen rings um diese-Menschen ist echt, wiewohl die Farben des Märchenschleiers den grauen Tag freundlich beleben, Man denke; nur äst Flottwells Gastmahl, an'den prächtigen-Valentin,. dieses goldechte Abbild der, Treue,'oder ans Idyll in der Köhlerhütte, wo dq» Bellen des Hundes, daS Niesen, der Großmutter, de» Paters Fluchen uyd daS rhythmisch einfallende Miau der Ratze mitten im Kunterbunt der Kinder- und Frauenstimmen die' Grundakkorde- der Arme« Leute-Musik schärfer Und allgemeiner, gültig an« schlagen, als da» eine peinliche Häufung näfura- listischer Einzelheiten vermöchte. Einem, mit sich und der Welt Zerfallenen ward solch hohes Gelingen zuteil— was hätte Raimund, uns erst geschenkt und'was würde die'deutsche Kunst UnS heute schenken, wenn nicht. Zjvstna ynh tytqn- nische Unterdrückung ihre geistesmordende Geivalt !entfalten dürften, heute wie damals?!' K. Seite 0 „Sozialdemokrat" Samstag, 6. September 1030. Nr. ZOT Ein Kugelblitz drang bei dem Gewitter gesternl de» illegalen Kämpferdasein» verständlich machen. VeremsnaeimMen, 316,. 8226 3ÜH dUa u freunde abend» in die Räumlichkeiten der Maschinenhandlung von Stephan Allel in Prag II, Soukenickä 22, ein. Dec Blitz drang durch die aufspringende Tür in den Raum ein und hatte zuerst die Form einer feurigen Zunge. An Form einer feurigen Kugel setzte dann der Blitz seinen etlva eineinhalb Meter langen Weg auf dem Fußboden de» Büro» bi» zu einem Schreibtisch fort, machte dort kehrt und fuhr bei der Tür wie. der hinaus. Die TUr schloß sich dann von selbst wie. der. Zeuge diese» ungewöhnlichen Vorgänge» war da» ganze Büropersonal der Firma. Der Blitz verursachte weder Sachschaden noch einen Unfall. Eine Ausstellung von Erfindungen, die erste dieser Art in der Tschechoslowakischen Republik, findet i» den Tagen vom 6. bi» zum 20. Sept, in dec Tschechischen Technik in Prag II., statt. Bon der Stefanik-Bolk.tzwrnwart« in Prag. Am September ist die Stermvarte dem Publikum allster an Montagen täglich um 20 Uhr zugänglich, für Massenbesuche von Schulen und Vereinen täglich auster Montag von 1V Uhr. Masscnaurflüge der Schulen sind zur Besichtigung der Einrichtungen der Sternwarte während der Tagesstunden erwünscht. Sämtliche Masienbesuche von Vereinen und Schulen müssen vorher der Kanzlei der Sternwarte tztlepho- nisch Unter Nr. 468.08 gemeldet werden. Sonntag» ist die Sternwarte für da» Publikum auch Vormittag von 10 bi» 11 Uhr und Nachmittag von 18 bi» 16 Uhr geöffnet, zu welcher Zeit die Besichtigung der Einrichtung der Sternwarte stattfindet. Beobachtungsprogramm: Während de» ganzen Monate» September werden an klaren Abenden die Planeten Jupiter und Saturn zu beobachten sein. Vom 20. September wird auch der Mond beobachtet werden können. Als Ergänzungen de» Programm» werden nach Möglichkeit dem Publikum auch einige Dop- pelgestirne und Sterngruppen gezeigt werden. Rote Falken, Achtung! Am Samstag, den 8.»September, um 4 Uhr nachmittags, erste» Heiml Jeder Falke konune und bringe einen Freund, der noch nicht da» rote Falkentuch trägt, mit. Wir werden gemeinsam über unsere Herbstarbelt sprechen. Wichtiger Helferrat nach dem Heim. Programm: Herbstarbeit. Verlanget Überall Volkszünder Die Reiterpatrouille Da» Legionärs-Drama Frantisek Langer» auf die Leinwand zu bringen, war eine würdige Aufgabe de» tschechischen Film», die der Regiffeur B i n o v e e nicht bester lösen konnte al» er e» getan hat: er hat sich ganz eng an da» literarische Vorbild gehalten, die Gestalten, die Dialoge und die dramatischen Wendungen übernommen, damit richtig gehandelt, da da» Werk Langer» in der Geradlinigkeit seine» Ablaufs, in der Einfachheit^feiner Charakterzeichnung, in der Inneren Spannung .und der äußeren Bewegtheit seiner Handlung gar keine» Umbau» bedarf, um auch filmisch wirksam» zu sein. Man hätte darauf verzichten sollen, afl da» Ende der Handlung von der verlorenen sibirischen Patrouille(die,, wie sich im Film deutlich zeigt, äußerlich an da»» Schicksal der.„verlorenen Patrouille" in dem englischen gleichfalls verfilmten Roman von Macdonald erinnert) Bilder einer jüngst stättgefundenen Truppenparade zu hängen. Denn sie können dem tiefen Eindruck de» Langerschen Drama» Joan Crawford und Clark Gable spielen zusammen in dem neuen amerikanischen Film„Die Maitreste de» Gouverneur»". Dienstag, dm 8. September, abend» 8 Uhr im Berein deutscher Arbeiter Elternabend Redner: Lehrer Hoffmann, Themar„Fal- kengemeinschaftnnd Schul e".' Uraufführung in der Urania. Am Bühnensaale der»„Urania" wurde im Rahmen eine» Abend» „Lebendige» Theater" der Einakter„B e s s i e Bosch" von Peter NI k l uraufgeführt, der da» Schicksal illegaler Kommunisten im Dritten Reich zum Gegenstand hat. Der Bersaster.war darauf bedacht, da» Pshchologische mehr als daß Politische zu betonen, er wollte mit den Leiden der Frau eine» zum Tode Verurteilten erschüttern und mit den Trostreden eine» Genossen, der am Morgen der Hinrichtung bei dieser Frau weilt, die seelische Problematik B e.z u g» b e d t n g u.n g'e n: Bei Zustellung m» Hau» pder bei Bezug durch di. Post monatlich Kt 16.— vierteljährig Kf 48.— halbjährig KS 06.—»'. ganzjährig Kö 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Prei»nachlast.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die ZeituugSsrankamr wurde von der Vost. und Tele- graphendirestwn mit Erlast Nr. Iß.800/Vll/I980 bewilligt.— Druckerei:.gLcüiS", Druck-, Verlag»- und ZeitungS-A.-G. Prag.' Mitteilungen aus dem Publikum: Da» heurige Programm der Radioempfänger System Telefunken. Die Prager Herbstmesse bietet der Radiöindustrie stet» die erste Gelegenheit in der beginnenden Saison, dem Publikum die Resultate ihrer ganzjährigen Arbeit und Entwicklung auf dem Wege de» Fortschritte» in der Radiotechnik vorzuführen. Die FjrMr Radlotechna, die sich mit der Erzeugung von Apparaten, System Telefunken, beschäftigt, bringt dem Publikmn heuer ein Programm, welche» in bezug auf Reichhaltigkeit der Auswahl jede» vorhergehende übertrifft..Mit vollem Recht bringt sie diese» Programm mit dem Schlagwort:„Für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel" auf den Markt. Virtuo»— da» kleine Gerät mit der großen Leistung— ist der volkstümlichste 2-Möhren-Apparat zum Preise von 808 Ui.— Rekord Trial— zwei Geräte in einem — ist ein Dreiröhren-Zweistusengerät. Da» Problem de» Einkreis- und Zweikreisgeräte» ist hier in hervorragender Weife durch Konstruktion einer automatischen Rückkopplung gelöst. Ehorgl— ein Superhet, der alle» kann— ist ein vollkommener 4-Räh« ren-Superhet zu billigem Preise, er kostet nur 2080 XL, hat sämtliche Eigenschaften eine» teuren Superhet», Selektionsregler, hervorragenden Fading, ausgleich, verläßlichen Kurzwellenempfang, Buchsen für den zweiten Lautsprecher und vor allem eine ausgezeichnete treue Wiedergabe. Der Firma Radlo- techna gelang e» in hervorragender Weise, den gleichen Apparat für Batteriebetrieb zu konstruieren und ihn unter.dem Namen Choral B zum Preise von 2890 Xi inklusive»Akkumulator.auf den Markt, zu bringen, Dirigent— ein Meisterwerk in Leistung und' Klang.— Ist ein 6-Rohren-Superhets welcher über die gewöhnlichen guten Superhet», durch folgende Eigenschaften hervorragt: Der psysioloMche Lauistäckerregler ermöglicht e», auch bei geringerer Lautstärke jeden Ton, vom tiefsten di» zum höchsten, in gleicher Stärke zu hören. Bei den bssherigen Geräten gingen die. tiefen Töne hei schwacher Lautstärke verloren und die Musik verlor an Klangfülle. Eine zweite, Neuerung und weitere technische» Verbesserung stellt die neu-konstruierte große, Lichtskala dar, welche durch, ihre Ausführung eine güte'lleber» sicht der Sender, ermöglicht. Der optische.'Station»-» Wähler schließt dann Fehler, die durch verschiedene Bandbreiten entstehen könnten, au» und' erleichtert so die Wahl de» Sender». Der Apparat Dirigent ist tatsächlich Mit allem aüsgestattet, wa» auch einen sehr anspruchsvollen Hörer voll' befriedigen kann.. Sein. Preis ist. 2780 Xi. Mit vollem Recht tragen daher die Geräte System Telefunkeni in ihrem Wappen die Parole:„Unsere Tradition— vollendet im Ton." Von der Richtigkeit diese» Grundsätze» überzeugen Sie sich am besten/wenn Sie die. vollendete und naturgetreue Wiedergabe.der Apparate System Telesunken anhören..,.’»»' R. T. MM, die MI lesen muO Friedrich Stampfer: Die 14 Jahre der ersten deutschen Republik '640 Seiten kart, Xä 80.—, gebd. Xi 108.—> AleranderSte-in: Adolf Hitler, Schüler der„Weisen von Zion" '120 Seiten kart, XL 18.—. Gregor Bienst ock:.., Europa und die Weltpolitik 84 Seiten kart. XL 18—. Zu beziehen durch die Zentralstelle für La» Bildungswesen, Prag XU» Sleszkä 13. . Ortsgruppe Prag. Samstag, den A 5. September. Zusammenkunft um zl halb ö Uhr am Smichover Bahnhof sk Fahrt Revniee. Wanderung zur Hütte.- Am Sonntag Wanderung St. Johann unten» Felsen, Karlstein, Revnitz. Fahrpreis: Xi 8.40. Führer: Plotz. Voranzeige. Am 28. September,.(Doppelfeiertag) Zwei-Tage-Wande- rung Brdy-Waldkamm, Pleöivee, Zebrak-ToLnik, Bräni, Skäly, Did, Beroun— Anmeldung und Information in der Geschäftsstelle. Leichtathleten, AchtungI Sonn tag, den 6. September, findet der Staffellauf der DTJ Prag l. u. V..statt. Da wir durch zwei Jahre ganz gut abgeschnitten haben, PRAG ist es unsere Pflicht, sich auch an diesem Lauf, welcher gleichzeitig Propaganda für den Atu» bedeutet, zu beteiligen. Samstag, v. d., treffen sich a l l e Leichtathleten auf dem Sommerturnplatz, wo über Verlauf und Aufstellung Nähere» bekanntgegeben wird,-. — Voranzeige. Sonntag, den 18. September, findet in Nusle ein Staffcllauf statt, an dem wir un» auch beteiligen wollen. Jedes Los muß gewinnen Aus der Praxis der Losbetrüger Prag,(rb.) Der 46jährige Johann Blat« N ik, der gestern dem Strafsenat Cervinka vorgeführt wurde, war seinerzeit einmal Beamter bei einer Bankfirina. Als er wegen allerlei unlauterer Manipulationen seinen Posten verlor, verlegte er sich I unter Ausnutzung seiner Fachkemttnisse auf da» Metier eine» L o»s ch w i n d l er S. ES hat Zeiten gegeben, wo Gauner diese» Schlages eine wahre Landplage bedeuteten.' Die Hochkonjunktur in diesem betrügerischen Gewerbe ist glücklicherweise vorbei, wa» freilich nicht außschließt, daß hie und da noch allzu vertrauensselige und unwissende»Leute solchen Subjfckten- auf den Leim gehen. Der gnge» klagte Johann Blatnik, selbst nöch ein Nutznießer der ehemaligen Konjunkturperiode solcher Betrugsspezia« listen, hat bereits zahllose Menschen zu prellen gewußt und seine Siraskarte weist nicht weniger,al» zwölf Vorstrafen aus. Blatnik blieb seiner Profession treu, auch als die goldenen Zeiten vorbei .waren, wo aus solchen Betrügereien noch im Einzelfall verschiedene Hunderter und Tausender zu scheffeln waren. Die gestern verhandelte Anklage zählt zahlreiche Fälle auf, aber der Ertrag war verhältnismäßig bescheiden. Herr Blatnik ist eine erledigte Größe. Er verfügt über eine betäubende Beredsamkeit, die er auch vor Gericht geltend zu machen versuchte- Dieser Beredsamkeit hatte er es zu danken, daß ihm verschiedene kleine Leute Glauben schenkten, als er ihnen verschiedene Lose zum Kauf anbot und daß sie sogar der Behauptung glaubten, das jede» Los gewinnen müsse. Diese unsinnige Behauptung war unterstützt von verschiedenen buntfarbigen, selbst hergestellten Prospekten, die Blatnik reichlich verteilte. Waren seine Klienten soweit bearbeitet, kassierte Blatnik eine entsprechende„Anzahlung" ein und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Auf diese Weise uahm er immerhin 100 bi» 200 Xi pro Tag ein. Manchmal griff er auch zu anderen Manövern. Er erschien z. B. bei Leuten, denen er kurz vorher ein Lo»„auf Ratenzahlung" angehängt hatte(obwohl er überhaupt zu keinerlei Losverlauf befugt war uno auch keine Lose zu verkaufen hatte) und erklärte ihnen mit lässiger Geste, daß„ihr LoS" soeben mit einem kleineren Treffer gezogen worden sei. C» feien zwar„nur" 28.000 Xi, aber seine Firma möchte die glücklichen Gewinner doch gerne zu Reklamezwecken photographieren lassen. Die glücklichen „Gewinner" waren dazu natürlich gern bereit'und e» kam ihnen auch nicht auf einige Hunderter an, die der Glücksbote entweder als Anzahlung für den Photographen, oder al» Irgendeine mysteriöse Stempelgebühr u. dgl. einzufordern pflegte... Seine Beredsamkeit half dem Angeklagten.vor dem Strafgericht allerdings nicht». Im Gegenteil — sie beraubte ihn de» einzig möglichen mildernden Umstande» eine» offenen Geständnisse». Da» Urteil lautete auf achtzehn Monate schweren und verschärften Kerker». nicht» hinzufügen, und entsprechen» auch nicht dem .Stil der historischen Tragödie, in dem Langer: da» Schicksal der um die Heimkehr kämpfenden tschechoslowakischen Legionäre gestaltet hat, die sich in mörderischer. Schlacht gegen die russischen» Revolutionäre »zur: Wehr setzen, nicht weil sie deteN FreiheitSrin- gen mißbilligen, sondern Iveil sie die- Freiheit nicht ander» sehen können»al» in der befreiten»-Heimat, nach»der sie sich bi» zur Aufopferung sehnen. Wie au» dieser, tiefen Heimatliebe einfacher Menschen eine, bi» zum Heroismus sich steigernde.brüderliche Sehnfucht erwächst, hat Langer in meisterhafter Schlichtheit und Klarheit dargestellt, und die große Wirkung, die sein Drama hatte, geht auch von der Verfilmung au», eben weil sie sich nicht von der Vorlage entfernt hat. Hinzu kommt, daß die Gestalten der Legionäre von»einer Schauspielerschar dargestellt werden, die in vorbildlichem Zusammenspiel Überzeugend charakterisiert und den Stil schlichter Größe und unpathetischen Edelmutes festhält, den da» Drama verlangt.-ei»- Daß e» ihm gelungen ist, diese Absicht in einem einzigen langen Dialog fühlbar werden zu lassen und diesen Dialog dramatisch zu formen und zu steigern,. darf al» Beweis für die Begabung de» Verfassers angesehen werden. Daß der Dialog freilich(zuweilen in leliartikelhafie Formulierungen und sogar in Selbstgespräche übergeht, deutete auf die vörläufige Nnsicherheit de» Autor», die wohl nicht zuletzt darauf beruhen mag, daß er sich durch seine Parteigebundenheit darin gehindert sah, seine psychologischen Analysen bi» zur letzten Konsequenz zu führen.» Illll-Ilmlsti Versicherungs- Aktien? gesellschaft in Wien Direktion. tOr die C. S. R. in Prag Gen'eral*Agentsehaft Reichenberg empfiehlt sieh zum Abschluß von Feuer-, Unfall-,Haftpflicht-, Einbruch-, Auto-,Transport-, Glas-, Zeitkarten?, Reisegepäck- und- Wotterverslcheriingen zu kulanten Preisen Bargarantlemittei.in der ÖSB. 68 Millionen..».. BOros: Prag, Ndoodnl tf. 17.»,»', i Reichenberg, Schützeng, Nr. 21..» Brünn, Theatergasse Nr. 6. Hochleistungs-Drehbänke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaping- u. Hobelmaschinen Spannfutter In modernster Ausführung erzeugt: Werkzeusmaschlnenfabrlk Arno Plauert Warnsdorf, iSR. Stary Smokovec, Altschmecks verbringen Tatra Sanatorium, Grand Hotel, Hotel Hoepfner u. 11 Dependancen Mäßige Preise.- Prospekte Badedirektion Star- Smokovec Die Ausstellung der letzten Arbeiten der Prager zettgenösstschen Künstler wird am 6. September d. A. um 17 Uhr.in den neuen Räumlichkeiten der Galerie Dr. Feig! in Prag I., Masarykovo nabkejt Nr. 8, eröffnet. E» wird Prof. Dr. Peiirka sprechen. Thcatcrkimst.Ausstellung in Wien. Gestern wurde in Wien im Beisein des Bundespräsidenten Milla», der Mitglieder der Regierung, des dlplo». malischen Korps und Theaterfachleuie fast aller Länder die Internationale Theaterkunst-AuSstellung eröffnet. In 24 großen Expositionen in der neuen Wiener Hofburg sind die Theaterkollektionen der einzelnen Staaten untergebracht. Der Reihenfolge nach befindet sich unter den ersten die mächtige Exposition der T s ch e ch o s l o w a l e i, die vom Regisseur Frejka und Architekten Tröster installiert ist. Da» tschechoslowakische Theaterwesen ist in' drei Teilen dargestellt, von denen der erste der Hilar- Aera und dessen Zeitgenossen vom Jahre 1019 ab, der zweite der Oper und der dritte der pesten Zeit gewidmet ist. Die Ausstellung ist bt» Ende Oktober geöffnet. Der 14. Kunsthistorisch« Kongreß in der Schweiz wurde am 81. August durch eine Festversammlung im großen Saal de» städtischen Kasinos in Basel eröffnet. Die erste Eröffnungsansprache. hielt der Vertreter der schweizerischen Regierung, Rat PH. Etter. Nach dem einleiteliden Vortrag de» Präsidenten de» Kongresses, de» Professor» der Baseler Universität P. Gantz, ergriffen nacheinander die Repräsentanten aller auf dem Kongreß vertretenen Staaten da» Wort. FÜr die Tschcchoftowakei sprach Dr.. I. C i b u l k a, der. Vorsitzende de» nationalen und Mitglied de» internattonalen Komitee». Die tschecho- slowakische Delegation nahm vorher an den Vorfeiern, den sogenannten„Elsässischen Tagen" in Straßburg teil. Dort antwortete Prof. Cibulka am 29. August auf die Ansprache de» Bürgermeister» von Straßburg im Namen aller ausländischen Teilneh- i mer. Die Kongreßverhandlungen werden bi» 9. September dauern und In Zürich, Bern und Genf abgehalten werden. Die Tschechoslowakei wird aus dem Kongreß von den Professoren der KnrlSuniversttät : Dr. I. Cibulka und Dr. A. M a t k j L e k und vom i Professor der Akademie für bildende Künste Dr. V. V. Stech vertreten. Nvette Guilbert wird Schauspielerin. Die große französische BottragSkllnstlerin' Avette Guilbert, die durch ihre geniale, eindringliche Gestaltungskraft dem französischen Chanson in allen Ländern der Welt zum Triumph verhalf, will sich jetzt der Bühne zuwendcn. Dio Künstlerin hat soeben die französischen Rechte eine Komödie de» englischen Autor» Redney Ackland erworben, die in London außerordentlichen Erfolg hatte. Vvette Guilbert hofft, da» sehr originelle Stück, da» nur drei Rollen enthält und den Titel„Die drei Alten" führt, in der kommenden Saison in Pari» aufzuführen. Der Autor hatte zur Bedingung gestellt, daß eine'der Rollen von Vvette Guilbert verkörpert werden müsse. Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theater». Sonntag: zum erstenmal: Faust 1. uyd 2. Teil, B l.— Montag 7%: D e r B e 11 e l si u d e n t, volkstümliche Vorstellung, Abonnement»aufgehoben. — Dienstag 7Vj: DieZauberflöte, Gastspiel Emanuel List, A 1. Mittwoch 8: Da» Land de» Lächelns, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Donnerstag 7lb: Der Arztam Scheidewege, C 2.— Freitag 8: Elektra. D 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8: Zum erstenmal: Liebe mit 100 PS.— Sonntag 8: Liebe mit 100 PS.— Montag: geschlossen.— Dienstag 8:Salzburgau»ver« kaust, volkstümliche Vorstellung.— Mittwoch 8: Menschenaufder Eisscholle, volkstümliche Vorstellung. Donnerstag 8:Liebemitl00PS. — Freitag 7%: Mein Sohn, der Minister, Kuliurverbandsfreunde und freier Verkauf.— Samstag 8: Mein Sohn, der Minister.' Ihre Gesundheit■ schützen Sie ain besten, wenn Sie ' Ihre Nachkur Im weltberühmten Tatra-HBhenkurorte