16. Jahrgang Dienstag, 8. September 1936 Einzelpreis 70 Heller (einschliefillch 5 Haller Porto) IENTRALORGAN? DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI ;/.. IN PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung trag xii.,fochova«. Telefon sott. HERAUSGEBIRi SIEGFRIED TAUS. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR* DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Sprengung des faschistischen Blocks? Das französisch-polnische Bündnis erneuert Der Besuch des polnischen Generals Rydz- S m i g 11) in Paris hat— nach allen vorliegcn- t>cn Berichten— zu positiven Ergebnissen geführt. ES scheint keinem Zweifel mehr zu unter« liegen, daß die französisch-polnische Militär- Allianz, die in den lebten Jahren bedenklich gelockert war, iu aller Form erneuert worden ist. Anders ist die amtliche Meldung nicht zu deuten, eö seien militärische und finanzielle Dokumente unterzeichnet worden und die Vereinbarung offener Detailfragen bleibe den technischen und wirtschaftlichen Fachleuten überlassen. Wie verlautet, handelt cS sich dabei um einen RiistungSkrcdit von zwei Milliarden Franks an Polen, den Paris gewiß nicht ohne einschneidende Sicherungen politischer Natnr gewähren dürfte. Werden die Verabredungen Nhdz-Smiglhs von der Warschauer Negierung bestätigt,— was nach der Lage der Dinge ziemlich sicher erscheint —, dann hat dieser Pariser Besuch eine bedeutsame Veränderung der europäischen Lage bewirkt. Denn die Wiederherstellung der sranko-polnischcn Allianz bedeutet: 1. Eine außerordentliche Stärkung des Friedensblocks, 2. Den Abfall des geographisch wichiigsten Bundesgenossen von Deutschland und damit eine weitere Isolierung des Hitlerregimcs, 3. Die Voraussetzung für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Polen uud der Tschechoslowakei. Die Regierung Blum hätte somit ihren ersten großen außenpolitischen Erfolg errungen. Alle Freunde des Friedens und der Freiheit in Europa haben Grund, sic dazu aufrichtig zu beglückwünschen. Denn, ohne das Ereignis überschätzen zu wollen, darf gesagt werde», daß durch diese Schwenkung Polens die Kriegsgefahr auf dem Kontinent erheblich gedämpft worden ist. Hitler-Deutschland besitzt im Falle eines Ueber- fallcs auf einen seiner Nachbarn keine ungedeckte Flanke mehr. DaS erleichtert ungemein die militärpolitische Lage der Tschechoslowakei und erschwert alle hakenkreuzlerischen Angriffspläne gegen die Sowjetunion Ohne aktive Mitwirkung Polens ist ein brauner Feldzug nach Moskau kaum denkbar, weil Deutschland mit Rußland keine ge- meinsanie» Grenzen hat. Der Wasserweg über die Ostsee käme kaum ernstlich in Frage und der Weg über Litauen würde wahrscheinlich erst recht Gegenmaßnahmen Polens provozieren. Somit bedeutetdaSResultat des polnischen Staatsbesuches in Paris zugleich die schwerste außenpolitische Niederlage Hitlers seit seinemMachtantritt. Die Reise Rydz-Smiglhs folgte unmittelbar auf die Verlängerung der militärischen Dienstpflicht in Deutschland. Sie war eine logische Antwort auf diese neue Bedrohung des europäischen Friedens. Dieser Verlauf der Dinge beweist wieder die Richtigkeit der These, daß Deutschland um so. einsamer wird, je mehr es in Waffen starrt. Wenn die führenden Männer des britischen Weltreiches von wachsender Sorge vor diesem Militär-Koloß auf dem Kontinent erfüllt werden und' ihrerseits gewaltige militärische Gegeumasz-' nahmen treffen, so ist es wohl naheliegend, daß sich schwächere Nachbarstaaten einem solchen „Bundesgenossen" nicht auf Gnade und Ungnade ausliefern wollen." Zusammenfassend kann gesagt werden, daß hie Heimkehr Polens zu Frankreichs eine erfreuliche Besserung, aber noch keine entscheidende Wendung in der europäischen'Situation bedeutet. Sehr viel hängt davon ab,- ob General Rydz- Smigly auch die Kraft und Entschlossenheit aps- bringt, zu Hause de», nazistischen Kurs des bisherigen Außenministers Beck zu liquidieren.'Hitler und Göring werden gewiß alle Minen springen lassen, um diesen ergebenen' Diener nicht'zu verlieren. Der Stampf, um Polew scheint also in ein neues Stadium zu treten, bei welchem.' die Befürworter' der französischen Orientierung diq besten Chancen auf ihrer Seite wissen. Polen wird aber erst dann verläßlich für die Sachedes europ' ä i s ch e n F r i e- d e n s g«wo n ne n s e i m w enn die m ächt i ge.Ar beiter-undBauern- Koalition des Landes zur Bil» d..u n g e i y e r. d emolratischen Negier u n g b e r u f e n w i r d. sehe, beider heutigen Versammlung zu sprechen. Als Ministerpräsident, so sagte Blum, bin ich gezwungen, meine Worte Wohl zu überlegen. Ich bin'überzeugt, daß die Erhaltung der spanischen Republik Frankreich seine Sicherheit und seine Grenzen sowie die Verbindung Frankreichs mit Nord-Afrika garantieren würde. Jeder, dem das Interesse Frankreichs am Herzen siegt, muß das fühlen. DaS internationale Recht erlaubt es mir sticht, die ordnungsmäßige.Regierung-eines befreundeten Volkes' zu unterstützen,, die-aus einer allgemeinen- Abstimmung hcrvorgiug.' Wer kann aber in der heutigen schweren Situation gewinnen, wenn in her Konkurrenz derWäffenliesc- rung auf einer Seite.den Aufständischen die Lieferungen helfen, die heimlich durchgqsührt- werden könnest, bei Konzentration der gesamten Rogie- rungsmacht in einer Hünd? Dieser Zustand kann für ggnz^Europa Folgen haben. . In der heutigen Zeit ist es nicht möglich, In Giropa anders zu handeln, denn die Krise wäre unausweichlich. Ich.stehe an der Spitze einer weder sozialistischen noch einer proletarischen Rigierung, sondern an der Spitze einer Koalitionsregierung. Von diesem Programm haben wir den größeren Teil bereits erfüllt. Alles konnte allerdings nicht erfüllt werden,-'trägt.aber.vielleicht.das..internationale llebereinkommest in. der. Neutralität gegenüber Spanien, dessen Widjerruf heute von mir verlangt wird, nicht die Unterschrift', der Sowjetregierung? Es scheint, daß eine Gruppe der Volksversammlung/ deren Un'terstützu.ng. der Regierung in der Äeputicrtenkammer unerläßlich.ist, unser Verhal- .test-Aritisiert. Wegn diese Partei unsere Tätigkeit als' unseren Verpflichtungen widersprechend ansicht,.dgnn soll.stc.'cs laut sagen. Üstd wir werden,stnstandeseist,.Folgerustgen.aus-dieser Vertragskündigung.zu.ziehen P ari.S.' Offenbar, als Antwort auf. die H.iua uffetzung, der Militärdienstzeii'in Deutschland auf zwei. Jahre" hat..der französische Mruisterrat am Montag über Antrag deS KriegSministerö Da- ladier. eisten Gesetzentwurf beschlossen, dessen,Zweck tS ist, die nationale Verteidigung durch Verbesserung und Steigerung' der mgte.siel.lrn AuSrüst un.g dtt Laad-, Luft- und,Seestreii- kräfte zu verstärken. Die Durchführung de» ersten Teiles dieses. Programmes erfordert im Budget für 1937 einen Betrag von. 4200 Millionen Frqnkrn^.'r.i DerEsttwurf steht u.a.auchdieErhöhnng de.'r.'Zahlü der.B.rr.uf.Ssoldätrn,.die Bervolllommiuing der-Verteidigung gegen Tank» Zwischen der Regierung Blum-und den französischen Kommunisten ist eS in der letzten Zsit einigcmale zu Auseinandersetzungen gekoni- inen. Nunmehr.- benützen die Kommu- Men die Frage der Waffenlieferungen nach Spanien, um der Regicrpstg- Blum Angelegenheiten zU bereiten. Es ist. nicht ausgeschlossen,-daß dies auf die Weisung Rußlands geschieht, das wegen dsr Annäherung Polen? an Frankreich Befürchtungen hegt. Wie verlogen und unernst auch hier die Haltung der Kommunistin ist, geht daraus hervor, daß sich ' der offizielle Rentralitätsstandpnnkt Frank. retchS mit dem der Sowjetunion deckt, dgß also Rußland das tust-.müßte, was die Kom-. nu|uisten hvnPlnm-versanaen«.. ,.-. .. Akut werden diefe'MeinungSvcrschiedenhel- lest'-in der'französischen Arbeiterschaft nun da« durch,Hckß eine-Schichte-der-M et a l larb e iter durch einen S t r ei k. L i e f e r u ng e n von W a ffen an d i e Mad rid er Regt erst n g e r"z'w i n g e n wollen. Ministerpräsident Blum legte Samstag der Metallackei- terdeputation, die vor' den Beratungen des Kabi- nettsrates vorsprach, dar,'-warum Leiste'Regierung den Standpunkt der Neutralität in den spanischen AhMe'g^enWten einn'iistmt, Sonntag vormittags verciststaliete die sozialistische, Föderation^ des^Sbine-Departemxntsim. Lunapark eine große Mansfestatiost, bei der zuerst Ackecbauminister M o n n e t sprach.. - ,':i iHMKutÄgMngrstl-esstiger-westerer'Wed- ncr ttaf Ministerpräsident Blum ein. Er. erklärt«, dgß erstach den gestrigcn Verhändljingen mit den'. Pariser Metallarbeitern es für-angebracht an- - Paris.- Die Verhandlungen deS polnischen Generalinspoktors Rydz-Smigly mit der französtschen Regierung wurde» erfolgreich abgeschlossen. Am Sonntag wurden bedeutungsvoll« militärische und finanzielle Dokumente unterzeichnet, welch« dir brrritS bekannten Bündnisverträge Polens mit Frankreich ergänzen. In den vorausgegangenen Unterredungen wurde über wichtige Notwendigkeiten der polnisch-fran» zöstschen Zusammenarbeit verhandelt und wiederholt konstatiert, daß ihre Grundlagen sich a b- solut nicht verändert haben, auch wenn es sich zeitweise um»psychologische Mißverständnisse" handelt. DaS HavaSbür» bemerkt zu dem Ergebnis brr Brrhnndlungen, dir. ganzr Angelegenheit sei heute nurmehr eine Sache der finanziellen und militärischen Fachleute. General Rydz-Smigly verlasse Frankreich, erfüllt nicht nur von der Ueberzeugstng über die Bedeutung der französisch-polnischen Zusammenarbeit, sonder» auch über die Tiefe der politischen Beziehungen beider- Rationen. Der polnische GenrralstabSchef habe sich bis in alle Einzelheiten' über de« derzeitige« Stand. der..französischen Rationalverteidigung überzeugt, ebenso.wie von'dem energischen Streben der Regierung Blum, zur Stärkung aller ,Fäktiire« der Na^ionalverteidigung.., »Echo de Pari»" weiß zu berichten, daß die finanzielle Hilf« eine Anleihe von zwei M i l- liarden F r a n e S an Polen vorfleht,' dir auf fünf Jahr« verteilt ist und für den Ankauf von Kriegsmaterial, in Frankreich bestimmt.ist.'. Daß der Besuch Rydz-SmiglyS in absehbarer Zeit weitere praktische Erfolge zeitigen wird, geht daran» hervor, daß der französische Ministerrat am Montag beschlossen hat, daß sich der Han- delSminister B a st i d nach Warschau zur Mustermesse begeben soll.-Offenbar sollen hiebei weitere Einzelheiten finanzieller wie militärischer Natur im Beisein von Fachleuten behandelt werden. Frankreich und Spanien Meinungsverschiedenheiten Innerhalb der Volksfront Blum lägt seinen Standpunkt dar Frankreich verschärftRüstungdempo Die Antwort auf die zweijährige'Dienstzeit In Deutschland Die kleine Entente informiert Der tschechoslowakische Gesandte Dr. O s u- sky wurde Sonntag vormittags gleichzeitig mit den anderen Gesandten der Kleine» Entente und dem englischen Botschafter Clark vom Außenminister Delbos über die Ergebnisse der Verhandlungen»stt Rndz-Smigly informiert. Gesandter Dr. Osusky ist Montag abends zur Bericht- crftattung in Prag eingetroffen.' Im Ministerrat hob Außenminister DelboS in seinem sskeferat über die außenpolitisch« Lag« ausdrücklich hervor, daß die Beratungen mit Rydz- Smigly auch eine Entspannung in den polnisch-tschechoslowakischen Beziehungen gebracht haben. Ein Abstecher nach Venedig Warschau. Amtliche wird mitgeteilt, daß die Rückkehr de» Generals Rydz-Smigly, die für Dienstag erwartet wurde, auf einen späteren Zeitpunkt verlegt wurde. Der General werde sich auf der Rückreise aus persönlichen Gründen in Venedig aushalten. I’t. Au polnischen kompetenten Stelle» wird AetsttlsKtT-dLsschir Besuch in Venedig-absolut lei- nen politischen Charakter trage und daß General Rydz-Smigly mit italienischen Persönlichkeiten überhaupt nicht Unterredungen haben werde. Es handle. sich Rydz-Smigly nur darum, sich in der Stadt auözuruhen, welche das Zentrum einer großen Kunst-Kultur ist. Dem steht allerdings die iTatfache. gegenüber, daß Rydz-Smigly Montag nachmittags nach seiner Ankunft in Venedig«ine Unterredung mit drm UnterftaatSsekretär- im Außenministerium Basti a« i n i-hatte, der eigenS im Flugzeug auS Rom nach Venedig gekommen war. der Regierungstruppen Madrid. Nach Berichten von Regierungsseite war die-Lage an der Talavera-Front am Sonntag für die Regierungstruppen günstig. Die RcgierungSabteilungen rückten um 28 Kilometer vor und befestigten, die neuen Stellungen. Einige Patrouillen drangen in die Vorstädte von Tala» vera ein. Die'Aufständischen mußten zurückwei- chen und die Stellungen verlassen, die sie in den letzten Tagen eingenommen hatten. Die Regierungstruppen melden auch von der Front vor Huesca einen Teilerfolg. Sie eroberten den Friedhof von Loporzano, der den Mittelpunkt d'es Widerstandes der Aufständischen darstellte, »nd eine Hälfte der Stadt Sietamo, wo die Auf- ständischen in der Festung,, in. den Kasernen und ist der Kirche verzweifelten Widerstand leisten. Sietamo bildet' den Schlüssel zum Wege nach Huesca...'. Barcelona. Der hiesige Rundfunk meldet, daß der Vormarsch der Aufständischen in der Provinz Toledo vollkommen zum Stillstand gebracht wurde. In Andalusien-geht der Kampf-bei gleicher-Lage-wie in den.letzten Tage» fort. Die Regierungstruppen halten Cordoba und Granada umzingelt^ wo die Situation der Auf» staudjschen höchst schwierig, ist..-. Zug mit Aufständischen In die UM gesprengt Malaga.(HavaS.)EIneMilizpa^ouiIle, die dits MenimhnlranWört' von Verstärkungen für die. Aufständischen verhindern wollte, schlich sich durch-starke aufständisch« Wachest zur- Eisenbahnstrecke und sprengte eine Eispnbahnbrücke gerade in dem Moment, in-di«. Luft, als ein-Zug mit aufständischen. Truppen diese passierte. Die Aufständischen, die die Katastrophe überlebten, wurden von den Milizsoldaten mit Handgranaten angegriffen. Die Milizabteilung hatte nur einen Mann zu beklagen, und zwar ihren Anführer, einen lüjährigen Burschen, namens Villobresc Gar c i a, der schwer verletzt im Krankenhaus in Malaga starb. ynd Panzerwagen und die,Errichtung, von Spezialkursen für Militärfachleute vor. Bon einer tveitzrest Erhöhung/ der Dienstzeit wurde jedoch Abstand genommen. Für die Marin» sind noch im laufend.«»Jahre- IW) Millionen Franke» für di«-Brrstärhmst ty. Schiffsartillerie und für die Durchführung'..nolwendiger Arbeiten.,.in den KrirWäfik'vorgesehen.. T:-> Nach der offiziellen Meldung hat da» Kabi- nett erneut sesye Bereitwilligkeit- bestätigt, auf den künftigrninternationalenKonferenzenoie Jnitia-' tive zm-ergretstn,.-um«in' allgemeine» Abkommen über die-Eiästrlsniisi Beschrättkung, Herabsetzung Und Kontrolle der"Riistungrn zustande.zu.bringen.. Stift 2 DienStag, 8. September 1986 Nr. S0S 18 !>ommv(Qarbox macht(Revolution flomon von 9r a I e k(Gec-Verband), Kern lSozialistischerJugendverband).Ullman» Kohl, ist Samstag nach Hinterlassung großerSchulden geflüchtet. Sein der- zeittger Aufenthaltsort konnte bisher nicht ermittelt werden. Man nimmt an, daß er nach Deutschland geflohen ist. Anton Kohl, einem reichsdeutschen Staatsangehörigen aus Freiburg im Breisgau, waren bis zur Bezahlung einiger Schulden mehrere Kisten seines Fundus gepfändet worden. Kohl rief nun um halb zwei Uhr nachts einen. Spediteur zum Theater und ließ die gepfändeten Kisten abtransportieren und verfrachten. Dann verschwand auch er. Eröffnung deS Brüxer Stadttheaters. Das Brüxer Stadttheater eröffnet fein« diesjährige Spielzeit am 1. Oktober. Der neue Direktor, Moosbauer, ehemals Theaterdirektor in Freiberg in Sachsen, erhielt— laut DND— von der Reichsdevisenstelle bereits die Bewilligung zur Ausfuhr von 100.000 KC als Betriebskapital für die Brüxer Bühne. Bühmerwäldler Heimindustrie auf der Herbstmesse. Auf der diesjährigen Prager Herbstmesse stellt auch die Böhmevwäldler Heimindustrie in einem schönen Sammelstand im Meffopalaste aus. Borgeführt werden Andenkenartikel, Beinschnitzereien,. Korbflechtarbeiten, Spielwaren, Holzgalanterie u. a. m. Vas Begräbnis der Ostrauer Bergarbeiter Schles.-Osttau. Sonntag fand hier das Begräbnis der im Adolf-Stollen der Dreifaltig- keit-grube durch einen Erdstoß umS Leben gekommenen vier Bergleute statt. Die. Särge mit hon sterblichen Ueberresten waren im GerätehauS der Feuerwehr gegenüber dem Schachteingang aufgebahrt. Vom Rathaus und vom Förderturm des Dreifaltigkeitsschachtes wehten Fahnen. Taufende vqn Menschen aus nah und fern waren nach Schlesisch-Ostrau gekommen, um den Opfern das, letzte Geleite zu gebe». Um 18 Uhr bewegt« sich unter Sirenengeheul der lange Trauerzug durch die Straßen von Mährisch-Ostrau ins Kre- matorium. Der Stadttat beschloß, für die Hinterbliebenen" der Verunglückten eine Sa mm« London. Die brttische Regierung hat den übrigen iiUeressierten Mächten als Zeitpunkt für di« erste Tagung des Internationalen Ausschusses für die Uebcrwachung der Nichteinmischungsmaßnahmen im spanischen Bürgerkrieg Mittwoch, den 9. September, vorgeschlagcn. Die Konferenz, die im Foreign Office stattfindet, wird unter den: Borsitz deS FinanzsekretärS im Schatzamt Morrison stehen. In dem Londoner Ueberwachnngs» ansschuß werden etwa 24 Länder vertreten sei». Tandlers letzter Weg Wien. Die sterblichen Ueberroste deS ehemaligen Wiener sozialdemokratischen StadtrateS Prof. Tandler sind Montag aus Moskau in Wien eingetroffen. Der Sarg war von einer sowjetrussifchen Abordn'ung begleitet. Auch di: Vertreter der sowjetrussischen Gesandtschaft hatten sich auf dem Bahnhof eingefunden. Der Leichnam Professor Tandlers wird Dienstag im Wie-, ner Krematorium eingeäschert werden. Verzweifelte Lage der Aufständischen In Toledo Der Sonderberichterstatter des HavaS« Büros meldet aus Toledo über die Belagerung des Alcazar: In der Nacht auf Sonntag wurde das Re» gierungspalais zerstört, das von den Aufständischen besetzt ist, die dann durch einen die beiden Gebäude verbindenden unterirdischen Gang in den Alcazar flüchteten. Die Zerstörung des. Negierungspalais ermöglicht es den Regierungsttuvpen, sich noch mehr dem Alcazar zu nähern. Regie- rüngSabteilungen setzten die Zerschießung des Alcazar fort. Bereits der-ganze linke Turm ist verschwunden und auch ein.Teil des rechten Turmes ist eingcstürzt. Die Lage der belagerten Aufständischen ist verzweifelt. Besondere Sturmabteilungen der Regierungstruppon werfen Handgranaten, deren Explosionen im Alcazar bereits einige Brände verursacht habem in deren dichten Rauchschwaden die Aufständischen ersticken. Die Belagerten haben für ihre Mörser.keine Munition, so daß diese bereits seit vier Tagen schweigen. Die Belagerten schießen jetzt nicht einmal mehr mit Maschinengewehren oder Gewehren. Di« Regierungsabteilungen sind überzeugt, daß den Belagerten nichts anderes ührig bleiben werde, als s i ch z u e r g o b« n.'- U-Boot der Regierung,versenkt? Burgos. Ein Torpedoboot der Aufständische» hat bei La Coruna ein Regierungs-Unterseeboot versenkt. Scharfes Vorgehen gegen die eiserne Sarde Bukarest. Die Entscheidung der Negierung betreffend die Auflösung der Halbmilitärischen Organisationen wird nunmehr in Angriff genommen. Die Gendarmerie besetzte am Montag das sogenannte Arbeitslager in Carmen-Sylva in der Nähe von Constaza, das von der Eisernen Garde errichtet wurde und als AuMldungsstäti« für polttische Propaganda diente. Tschechoslowakischer Fllegererfolg Prag. Der königlich-ungarische Aeroklub- veranstaltet« einen Sternflug nach Siofok am Plattensee." Für die Tschechoslowakei beteiligte sich Staabskapitän Fuksa, der' auf einem Prager Baby-Flugzeug Typ OKJPN den ersten Preis DaS Saazer Land ist in der vergangenen Woche wiederum von einem schweren Unwetter heimgesucht worden. Ein furchtbarer Regen und ein ungeheurer Hagelschlag richteten großen Schaden an. Die niedersausenden Schloßen hatten die Größe von Taubeneiern und wüsteten unge heuer in den tzopfenanlagen sowie in den Klee- und Rübenfeldern, lieber hundert Fensterscheiben wurde» zertrümmert. Die Bevällerung bsi veranstalten. Seite 4 Dienstag, 8. September 1936 Nr. 20» Das kleinste»nd billigste„Auto" der Welt ist jetzt von eitler britischen Fabrik hermiSgebracht worden. Es hat einen Motor mit 2.5PS, dre i Vorwärtsgänge, einen RiicktvänSgang und erreicht eine Geschwindigkeit, von 72 Stundenkilometer bei einem Benzinverbauch von 3.8 Liter, ' für je lOOKilüitie'tcr.-- 1''-'-:'.’ 3ftgeai€utgfecitw ...kein Hahn kräht darnach“ Vom 8. bis 44. September ist er wieder da, der proste infernalische Jahrmarkt der' Eitelkeit, der Dummheit und des Stolzes, dcS Hochmutes und der bis an die Zähne supergerüsteten Friedensliebe: der Jahrmarkt von Nürnberg, auf'dem wieder ei» grostes Präludium gezeigt werden wird, vor der endgültigen blutigen Posse, die am Ende dessen steht,>vas sich Europa noch all den vielen frommen HanSwurstiaden, trotz ollem Friedensgeplauder, wird bieten lasse» müssen.■ Aber man hat sich eben an alles gewöhnt in Europa, wie in. Deutschland, und ein Zeitungskorrespondent berichtet über die Vorbereitungen deS Nürnberger Parteitages unter anderem: „Die gigantische» Aurmaße des Parteitage? rufen in der Bevölkerung keine Bewunderung mehr hervor. Mau hat es auch schon längst ausgegeben, nach den Kosten der' Bauten zu fragen und sich nm die finanzielle Deckung zu kümmern. An den Zahlenrausch hat man sich an die Wurststulle zum Abendbrot gewöhnt."' Nichtig! Nur soll eS vorkoninien, dast die Arbeiter des Dr. Ley sich als Folge des Zahlenrausches, über den sich niemand wundert, denn Schacht zaubert vom Leeren ins Volle, dast die Arbeiter und Angestellten sich an die f e h l e n d e Wurststulle zum Abendbrot gewöhnen niustten, wie die Nürnberger PgS. sich an die Deckung des Parteitages aus den Kreisen an die Org. der'„Kraft durch Freude" gelvöhnt haben, wie sie sich daran gewöhnt haben, den Staat als Futterkrippe ihrer Organisation zu be- trachten lind die Wurst von dem mageren Mar- garinebrot des Volksgenossen Arbeiters auf das Butterbrot des neuen AintswalterS der Partei zu legen. Denn das Sprichwort von den« Gr- meinnutz, der vor Eigennutz gebt, hat in der Charakterologie deS Nazismus seinen besonderen Sinn I Austerhalb Deutschlands aber darf man sich wohl fragen, wo die Kosten und die finanzielle Deckung'für diesen grasten braunen Tam delniarkt Herkommen und man darf sich sogar darüber mitBefremden wundern, dast ein Land, welches seine Anleihe-S ch u l d e n, s i'lm e ii Z i u s-e n-d i e n st,- feine-Ware»- schulden nicht zu zahlen bereit ist, solche lkn- summen für die Befriedigung persönlicher Eitel- leiten-seiner Staatslenker verausgabt..Ein geregelter, normaler Zahlungsverkehr wäre zum Beispiel eine Tat, die. geeignet wäre, dem wirtschaftlichen Gemeinnutz Europas zu dienen, aber der politische Eigennutz deS Zauberers Dr. Schacht hindert ini großen, was man zu tun eben täglich im kleinen sich erfrecht. Del den nothauern in Liskovec In unserer Troppauer„Volkspresse" lesen Wir: Zwischen dem eigentlichen Dorf Liskovec und dem Städtchen Friedek liegt ein kahles Plateau, auf dessen Mitte eine schmucke Häuserkolonie von 72 einstöckigen,, gelbbraunen'Häusern Mil großen Fenster», in vier Strastenzüge geteilt, entstanden' ist. Seitlich befinden sich noch einige größere Häuser, die sogenannte„Neue Kolonie". Hier wohnen rund tausend Männer, Frauen und deren Kinder,. die den. unverfälschten erzgebirgischen Dialekt in dieser sonst tschechischen Gegend sprechen. Es sind 200 Familien, die von Westbühmen nach hier übersiedelten, als die Eisenwerks-A.-G. in- Nothau-Nendek im Jahre 1931 stillgelegi wurde. Die Belegschaft des Betriebes, über 1200 Mann, tvurde damals arbeitslos. Nur die 200 Familien, die nach Liskovec kaufen, blieben vor diesem schweren, bitteren Los verschont. Jetzt haben sich die„Nothauer"; lvie map sie, kurzweg nennt,, in ihrer neuen Heimat schon eingelebt. Das siel ihnen nicht allzu schwer, denn sie haben. Arbeit und sind dadurch vor der Not, die die„Daheimgebliebenen" schlver bedrückt, geschützt. Sie führen in Liskovec ihr eigenes Leben, bilden gewissermaßen eine kleine Republik für sich, Eitier kennt de» anderen!.sie haben einen gemeinsamen Arbeitsplatz,, einen gemeinsamen Weg und gemeinsame Interessen. Sie haben eine eigene Loka.lorgauisation der Partei, eine eigene. Ortsgruppe des Internationalen Metällarbeiterver» Handes Komotaui ein. eigenes Haus mit Fleischerei und Warenfiliale.des Zentralkonsums, eine Gesanggruppe, eine Atus-Abteilung, eine Ratnr- freundebewegung und eine rührige Frauensektion der Partei. Sogar eine Musikabteilung, ist im Entstehen. den sich vor sich hat, noch nicht vollendet. Äber" srlbst äni Tage, da sich ihr Schicksal erfülle.» wird, da von dem Jährmarkt-Rümincl in Nürnberg die. Gistschwade» der preirßischen Fliegerbomben in den Straßen der europäische». Städte Tod und. Verwüstung säen werden, wird diese Welt sich in ihrer letzten Stunde nicht darüber wundern dürfen und auf dem Hausen modernder Skelette und rauchender Trümmer kann der Kapell- meister dieses danse maeabre de» Refrain eines Couplets von Ncstroy anstimmen: „So'was nennt man kein-Wunder, jetzt mehr ) heutzutag, Man sind't's ganz natürlich und kein Hahn kräht darnach." Denn man sand es zu einer Zeit noch natürlich, als es bereits ganz unnatürlich warll DerJgel.- Mord aus Eifersucht? Der Chauffeur eines ungarische» Diplomaten in Prag erschießt dessen Lebensgefährtin Die Prager. Polizeikorrespondenz, meldet: Am 0. September um 10-Uhr wurde eine Polizeipatrouille'aufmerksam gemacht, daß in Prag- KoSike' E.- R. 1835 geschossen werde. Die Patrouille begab- sich sofort an die bezeichnete Stelle, wo sic. in-der Wohnung Äaroline Wander- Im Herbst 1934 erhielten die Rothauer" auch eine' staatliche Minderheitenschüle mit deutscher Unterrichtssprache, so daß sie nun auch ihre eigene Schule und ihren eigenen Ortsschulausschuß haben. Auf diese Errungenschaft sind die Rothauer sehr stolz und sie freuen sich über das zwar alte: aber jetzt neu renovierte und schmucke SchnlhauS. Westböhmisches Leben beherrscht die Kolonie. Wenn die Sonne scheint, sitzen die Frauen vor den Häusern in den ruhigen Straßen- hinter dem Klöppelsack und klöppeln die schönsten Spitzen oder' sie- sitzen" in- freien Stunden am Stopfrahmen uiu> verfertigen, mit viel- Kunstsinn,- den man immer wieder bewundern muß,-köstliche Filetarbeiten. Die Schlote rauchen im'seitlichen Tal, wv die Männer' in'der„Karlshütte"' sehr schwer nach dem raffinierten Bcdeaux-System arbeiten müssen. Wohl verdienen sie noch"einigermaßen, aber auch nur darum, weil" das Arbeitssystem ihre Arbeitskraft bis a»fs letzte aiisnützt;' Doch, Heimatgefühle sterben- nie aus. Jhr Rothau, ihr Schindelwald und wie fönst die Dörfer-heißen! in-denen sie wohnte»" und geboren w.uvden,. können-sie nie vergessen, die„Rothauer"," denn esöst ja-ihre.Heimat,-von.-der sie heut so- ferne.sind.' Deshalb,, wenn die, U rlanbözeit da. ist,, reist so Manche Rothauer Mutter.mit.ihpen-Kindern-in--die'Heitnat-'zu'den'zürückgebkieben'e'n an«' deren! Lieben,- die.'sich,', seit damals- immer noch arbeitslos,,vom frühen-Morgen-bis in die späte Nacht' hinein, ob Fran,- ob. Mann, ob. älteres Kind," die Finger lahm klöppeln, um.täglich' dre-,' w.eitiis- hoch gehl dreieinhalb' Kronen zn verdienen."'Oder,"die:„Rothauer" laden. sich nach- Lis- kovec Angehörige-und deren Kinder:zu ein! paar besseren,, sorgenlosen- Wochen, ei»,. wqS für die Bez treffenden immer eine.große.'Freude-ist, denn die „Rothauer" in Liskovec sind dgukbare, gastfreundliche'Menschen.! Das mnß jeder bestätigen> der sie in ihrer. kleinen; Republik auf' dem: Plateau besucht..Kaj^u - Der Mord geschah in der Villenwohnung. des Prager" ungarischen Militärattaches Ujszaszn, dessen Lebensgefährtin die geschiedene Frau Wan- derstein war. /^cht Personen Im Flugzeug umsekommen Pittsbnrg. Ein neun Personen beförderndes dreimotöriges Flugzeug, das zum Fluge nach dem Bezirke Allegheni ausgestiege» war, ist,"einige Minuten»ach dem Start, in eine Schlucht Unweit Bnttermikk Hollow abgestürzt. Der Appärat.geriet in Brand, wobei acht Personen-in den Flammen ums Leben kamen. Nur eine Frau entging dem Tode; da sie sich durch einen Absprung aus dem Flugzeuge rettete. Die verunglückten-acht Personen konnten nurmehr als verkohlte-Leichen geborgen werden. Auf der Masaryk-Bergsträße, die. von Starkenbach auf den Riesengebirgskamm- in 1407 Meter Höhe, führt, wurde nach fünfjähriger Bauzeit am Sonntag der Verkehr durch den Arbeiten- minister.J.ng..Dlo st cUl.'(!A. feierlich eröfsne.i,! Au» die Minister Najma» und.Dr.. gadina, Ländespräsident Dr. Sobotka, der Vorsitzende her-tschechischen Agrarpartei, Abg.. Beran,, etc. hatten sich eingcsunden. Nach der Enthüllung eines Masaryk- Gedcnksteines bei Hraboiov setzte sich ein Unübersehbarer Zug von i!27 flaggengeschmückten Motorfahrzeugen zur ersten Befahrung der Straße m Bewegung. Aus dem Endpunkt-der Straße wurde in Anwesenheit von 3000 Zuschauern feierlich die Staatsflagge gehißte Soldat von Auto getötet Am Sonntag überquerten die Soldaten Paul Bööek und Florian Obrüa in-Horni Poöernice die Landstraße, als auf der Staatsstraße in der Richtung Präg ein "Automobil-hörankam,- das von Jaroslavs Horkh aus Kukleny bei Königgrätz gesteuert tvurde. Der Soldat Obrüa'lief noch über-'-die Straße, der Soldat Bokc'I--aber-- wurde vom Auto niedergestoßen.und. nach. Angabe von Zeugen etwa 40 Schritte weit geschleift. Boäek, der. heim Kampf- wagenbatailly» in Milovic'e diente,.Ivar auf der Stelle tot. Gegen den Autolenker würde- die Strafanzeige erstattet.- Bnlmnnfall. Die Königgrätzer..Staatsbahndirektion teilt mit:. Am 8. September um 22 llhr 45 Minuten ist in,Kilometer 10.75 der, Strecke Josefov—Jaromik—Ceskä Skälice. die Lokomotive des Turnauer Personenzuges Nr.-1013 mit der vorderen Laufachse entgleist. Beim Zug Nr. 1018 und Nr. 1013 wurde umgestiegen. Einen Unfall erlitt niemand.- Mäterialschaoen besteht, keiner. Die Strecke"war-um 4 Uhr früh freigemacht.' t■... • Auszeichnung für Botwinik. Die Zentralexekutive der Sowjetunion hat. den Schächcham- pion Michael Botwinik mit dem Orden-.sEhren- zeichcn" für hervorragende Erfolge auf dem Gebiete der Schachspiclkunst ausgezeichnet.'' " Rennauto tötet acht Zuschauer..Bei dem internationalen Rennen üm-dcn Touristen-Pokal in Nordirland geriet-der Wagens des'-englischen Rennfahrers Chamhers ins- Rutsche,»-- und führ {litt einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Hilo- meter in die-Zuschauer-hineinl Sechs- Personen 'w.urdcn. auf der-"Stelle-getötet,'''^20- Verw'uüdet. Zwei der Verletzten starben"im Krankenhaus.-, Rühe deine Geistesgabenl Die-Militärpoli- zci hat den bekannten"^.Meüschen nist phänomenalem Gedächtnis" Marin.Karadimitrofp. fest- qenommen, der'eingeständen"hat!' Spionage/ im Interessen einer: Zentrale;! die"ihren: Sitz"in Jstän- bul hat, ibetriebew.fzimhaben!". Marin Karadi- mitrow.ift. in ganz Bulgarien und fast auf! dem ganzen Balkan als.- Myn'n'."mit.- Nicht alltäglichem .Gedächtnis bekanüti-der-snach: einmaligem- Lesen sich,ungefähr 8000:"Worte.zu merken: Weitz."Wie die--Blätter schreiben,"-hat- däs außerordentliche lstedächlnis Karadimitrows bei seiner Spiotiä'ge- Migkeit sehr, genützt... Veutsche Sendungen aus Spanien Deutsche Sendungen ouS Spanien",.. Der syndikalistische Sender in B a re e» leite sendet auf Welle 41.55 Bieter in deutscher Sprache(Angabe» nach mitteleuropäischer Zeit): - Am Montag und Mittwoch, zwischen. 18 und 19 Uhr, - am D o n n er S t ag und Fr«i t a g zwischen 22 und 23 Uhr, «m Sonntag zwischen 23 und 1 Uhr.. Alke Hörer werden gebeten, H ö r b e r i ch t.e mit Feststellungen von Fehlern mtd imker Angaben von Wünschen einzusendeu an:„EEN 1 Radio CNTlFAJ, Bia Layetana 32 34, Baree- lvna". ' Zigeuner findet einen Schatz. Bei Grabungen auf einem Wüldwege in Such» Bela-Glatz bei Le-, voöa fand ein Zigeuner ein Tongesäß mit alten Silber- und Goldmünzen. Die Gendarmerie beschlagnahmte den Schatz und übergab ihn der Postverwal- tung in Aufbewahrung. Da dieser Weg seit dem Zahre 1400. als Zugang zu der Ruine desKart- - Häuser-Klosters benutzt wurde, ist es möglich, daß der, Schatz aus dieser ZeÄ stammt. Die gut-erhaltenen Münzen wiegen ungefähr zweieinhalb Kilogramm. Gefängnisstrafe für«inen Hund. Ein New Nor- ker Millionär,-dessen großer Schäferhund durch seine Wildheit den Tod eines Bekannten verursacht hatte, wurde von seinem Besitzer zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilt. Der Millionär ließ, in den Kellerräumen seiner Villa eine besondere Zelle bauen, in die man den Hund steckte. Er wird, eine halbe Stunde am Tage heraüSgeführt, die Übrige Zeit-verbleibt er in der Zelle. Alle drei Tage ist ein Hungcrtag. Der New Norker Tierschutzverei» hat sich jetzt wegen dieser"Sache an die New Dörfer Polizei gewandt und verlangt, daß der Hund befreit werde. Der Millionär jedoch hat erklärt, sein Hund müsse unbedingt seine Strafe absitzen." Der Vogel al» Barometer. Die diesjährige Sensation des Londoner Zoologischen Warten» ist' ein kleiner weißfedriger südamerikanischer Vogel, der Campanero heißt, was etwa„Glockenvogel" bedeutet. Dieser klein« Vogel kann mit absoluter Sicherheit gutes Wetter Voraussagen. Er sängt dann, plötzlich an, Schreie auSzustoßen, und zlvar von einer Stärke und Ausdauer, die man diesem winzigen. Tier nicht zugetraut hätte. Seine Lebhaftigkeit- steigert sich, der Vogel flattert umher, seine Schreie werden immer triumphierender. Wird das Wetter dagegen schlecht, so verstummt der Bogel, zieht sich traurig in sein Nest zurück und bleibt unbeweglich dort sitzen. Der kleine Bogel hat ungeh-en Zulauf, Dicht gedrängt stehen die. Besucher"Um"seinen. Käsig,,hesoii-. ders vor dem Wochenende. Bisher hat der Bogel, der sich ungefähr seit zweieinhalb Monaten im Zoo be- sindet, sich in seinen.BorauSsagen" noch kein ein- zlgeSmal.geirrt. Po» gewißen Jndianerstänunen de» Amazonenstrom-GebieteS wird er übrigens al» heiliger Vogel verehrt. Ein Bettler fällt einen Polizisten an. Sonntag nachmittags wurde in der Fochstraße in Prag Xil ein Polizist von dem 80jährigen Bettler Aosef Fürst und seiner 58jährigen Konkubine Marie Casiabkä,— beide wöhnungSlo»— angefallen. Fürst, dem ein Teil der linken Beine» amputiert ist, bedrohte die Wache mit der Krücke und al» diese sie" ihm wegnehmen wollte, ergriff-die Eaflavskä die andere Krücke de» Bettler»,-mit der sie dem Polizisten mehrere Schläge versetzte. Erst mit Hilfe einiger anderer-Polizisten, .die herbeigeeilt wäre», konnte das-Paar.überwältigt lindj mit. dem Rettungswagen aufs Polizeikommis- sariat gebracht werden,, wo e» in Haft blieb. Lerschüttet. Bei einem Kanalisationsbau in der Freyovä ulice in Prag-Bysoöany stürzte Montag gegen 14 Uhr da» Erdreich ein. Er zerbrach, die Spreizung und verschüttete den verheirateten"Arbeiter H a j n i k au» Smichov, der 55 Jahre alt.ist..Der Arbeiter wurde In einer Tiefe von sech» Metern verschüttet. Der Feuerwehr, die zu Hjlfe eilte, gelang.e» bis 16 Uhr nicht, da» eingestürzte Erdreich zu'beseitigen." Es scheint, daß e» nicht mehr gelingen wird, den verschütteten Arbeiter Hajnik lebend"zu bergen. Nubeftänbiges Wetter. Bon der westeuropäischen Depression hat sich eine t I e f e Nandstörung losgelöst, die rasch gegen da» Festland fortschreitet. Im. Gebiete" der Störung, deren Achse Montag uni 14 Uhr dem Rheintal, entlang lagerte, regnet e», und stellenweise"würden in" Deutschland" auch"Gewitter beobachtet." Der-Luftdruck"sinkt- vor der Achse der Störung seit früh auch. bei un» sehr" stark Und- der Wind frischt auf. Die-unbeständige Witterung-wird deshalb.andauern.— Wahrscheinliches Wetter von h eu t"e r-"Veränderlich,' zeitweise etwa» wärmer,- frischer-bi»' stürmischer Windräy» westlichen Richtungen.— Wett e r vor h e r s a g e für Mittwoch: Ohne wesentliche Aenderüi.ig...' Vorn Rundfunk . SMpfetzleuowerte» au» den Programmeu« Mittwoch:-- Prag, 7: Morgemnusik, 10:05: Deutsche Preße, 10.15: Rmidfmik für deutsche Schulen, 10.85: Populäre»-Konzert, 11: Miifiks Salonquartett,..12(1.0: Schallplatte», 18.40: Deutscher ArbeitLmarkt, 14: Populärer Konzert. 17.40: Klävierkonzerr, 18.05: Deutsche Sendung:: Dr. Moucha:-Reue-'Bücher, 18.20: Arbeiterfnnk: Dr. G. Bienenftock: Welttzili- tischer Ausblick, 18.40: Toztalinformationen,18:45: Deutsche. Preße, 22.15:-, Tanzmusik.— Brünn 17.40:.Deutsche Senbüng:Hilde-Treimer:.Bon Venedig und seiner GlaSkunst,•—Kindersonate, 18.2Y: Tanzmusik, 20.85: Klavierkonzert:".— Kascha» 16.10: Rundfunkorchesterkonzert.—- Mähr.-Oftrau 18: Gesang-konzert, daß sich.ihr Untergang, nach all der i wegen eines Mißverständnisse, it dein einzigen Störenfried gegenüber, I sodann die Waffe gegen sich se Trotzdem man also ein Recht hat, sich zu wundern Und zu fragen, hat man eS aufgegeben in der Welt; in einer Welt, die sich über nichts mehr wundert.und nach nichts mehr fragt; außer darüber,!"> Untätigkeit stein, eine 37->ährige Bedienstete, rumänischer Staatsbürgerschaft, mit zwei Schußwunden- auf dem Fußboden liegend sand. Jin der Wohnung tvurde gleichzeitig mit- durchschossener linker Hand der Chauffeur Bela Szabo, 2g Jahre alt,- ange- trossen, der- angab, daß-die Wanderstein ihn '"'"':S angeschossen und: selbst gewendet habe. dir, 209 Dienstag, 8. September 1936 Zur Kritik des Moskauer Prozesses Ihr Kronzeuge .. Reben, dem vielhundertstimmigen Chor, die entrüstet den Moskauer Prozeß und die Vollstreckung des Bluturtetls verurteilen, erhebt sich auch eine Stimme für ihn, und diese Stimme wird nun durch die Schalltrichter der kommunistischen Presse verstärkt, um den Eindruck zu erwecken, sie sei die Stimme der englischen Juristen und der englischen Welt. : R. T. Pritt,«in englischer Jurist, Mitglied der Labour'Party, wohnte zugleich mit dem Führer der englischen Arbeiterpartei, Major Akt l ee, dem Moskauer Prozeß bei. Während Attlee nach seiner Rückkehr erklärte, er sei über die Todesurteil« und ihre Vollstreckung entsetzt gewesen und er habe den Prozeß geheimnisvoll gefunden, obwohl äußerlich alles in Ordnung gewesen«" sei, hüt Pritt erklärt, daß der Prozeß einwandfrei gewesen sei, daß die Angeklagten in ihrer Verteidigung und in ihren Aussagen nicht beschränkt gewesen seien, daß sie freiwillig auf ihre Verteidigung verzichtet hätten. Deswegen sei er, Pritt, Wer das Telegramm, das C i t r i n e im Namen des AGB absandte und das freie Verteidigung für die Angeklagten forderte, empört gewesen. E» ist bezeichnend, daß Pritt diese Erklärung dem Mitarbeiter eines konservativen Blattes, der„Sundy Times", machte, während der„D a i l y H e r a l d", das Tagblatt der Partei, wiederholt den Moskauer Prozeß für terroristisch, die Beschimpfung der Angeklagten für niedrig und die Hinrichtung selbst für barbarisch erklärte. Es ist bekannt, w.Ie verhältnismäßig leicht und— gernl— sich Menschen täuschen lasten, wenn ihre Sympathien sie dazu geeignet machen. Wir haben doch auch Berichte englischer Deutschlandbesucher, die sich für die humane Behandlung in den Konzentrationslagern begeisterten! Sinclair Lewis verhöhnt in seiner überlegenen Art in dem Roman„Das ist bei uns nicht möglich", diese Art von„objektiver Berichterstattung",— Was sagt der Verzicht der im voraus Verurteilten auf jede Verteidigung? Daß ihr Verzicht ein wirklich völlig freiwilliger war? DI« kommunistischen Äindlrin, sie hören eS gerne! Sechzehn freiwillige Geständnisse, sechzehn bereitwillig« Selbstbeschimpfungen, wenn der Bertzandlungsleiter ihnen diese'Beschimpfungen mundgerecht vorlegte, sech- zchnmal Zerknirschung, die den Tod verlangt— das soll Schuldbeweis sein? Aus dem Prozeßbericht ist er nicht ersichtlich geworden! Denn dieser Bericht bringt nur die Anklage, die sich auf die Ergebnisse der Voruntersuchung beruft, und Verhöre, in deneyuW,alS Geständnisse, Richt ÄstMMÄMe, nicht ein Trotziger unter den Angeklagtem nicht einer, dersich wirklich verteidigt, nicht einer, der auch nur das leiseste Bedenken gegen, jenes System, das er durch Planung individuellen Terrors bekämpft haben soll, vorzubringen hat! Rein, auch das sorgfältige Studium des Prozeßberichtes zerstreut nicht den geheimnisvollen Rebel um diesen Prozeß, dessen Ergebnis feststand, ehe er begann! Die Anetlindigen empören eich Marie Nielsen, eines der ältesten Mitglieder- der Kommunistischen Partei Dänemarks, Teilnehmerin der Zimmerwald-Bewegung, Mitbegründerin der„Sozialdemokratischen Arbeiterpartei", aus der später die KP Däne- \ Marks wurde, wandte sich in einem Briefe, in dem sie auf ihre langjährig« Wirksamkeit als Kommu- ■ nistin verweist, am 28. August an D i m i t r o w. Sie verweist darauf, man könne und wolle e» nicht glauben, daß alt« Marxisten, treue Freunde Jenins, sich in individuelle Marxisten verwandelt, haben sollen. Marie Nielsen führt an, daß die Arbeiterbewegung Norwegens die SAJ und die Gewerkschafts-Internationale aufforderten, wegen des Prozesses in Moskau vor« zufragen, ob es möglich wäre, daß Vertreter, eventuell Rechtsanwälte von der Zweiten Anter- nationale dem ganzen Prozeß beiwohnen könnten und genaue Anformationen bekommen könnten. .„Da er um so viele alte Bolschewiken geht, die In der.ganzen Arbeiterwelt bekannt sind wegen ihrer großen Verdienste in der russischen Revolution und als Genoffen Lenins feine nahen Freunde und Mit- ^arbeiter waren, schließe Ich mich dem norwegischen Appell an, und bitt« Dich, Genosse Dimitrow, den Sozialdemokraten behilflich zu sein, die Akten zur Prüfung zu bekommen. Wir wünschen, doch auf keinen Fall, daß man mit irgendwelchem Recht über «inen Leipziger'Prozeß" in Moskau sprechen kann. ' Unsere, dänische Partei hat di« Mitgliedschaft In keiner Weis« über diese großen, furchtbaren Begebenheiten Informiert, sondern im„Arbejderbladet" ganz einfach die Telegramme abgedruckt, und noch bevor ein Urteilgefällt war, die Angeklagten'al» Mörder bezeichnet. Ich weiß, daß ich diesen Appell nicht durch die Partei an' Dich absenden kann, deshalb sende ich ihn Dir persönlich und direkt und gebe.nachher der Partei Mitteilung davon. ■ Der 7. Weltkongreß hat getagt, aber noch ist in unserer Partei,keine Diskussionsfreiheit für di«, die eine andere Meinung haben als die Leitung. Mit kommunistischem Gruß! . gez. Marie ,Nielsen. Ich bemerke, daß. Genosse Lenin mir /im Jahre 1820 gesagt hat, daß ich immer direkt mit der Kommintern sprechen könnte."" Wt welchen niedrigen Beschimpfungen das Berlaygen der beiden Jnterßäjioyalen beanüvor« tet wurde, ist bekannt. Sie treffen auch Marie Nielsen, derekl Mitgliedschaft bei der KP Däne-, mark» ja nun nicht mehr lange dauern dürste, Darf, man die. Sowjetregierung kritisieren? Sir Walther Citri ne, der Vorsitzende de» britischen GeiverkschaftsbündeS, hat vor einigen Tagen in'einer'großen Bäniettrede die Bilanz seiner Erfahrungen während einer kurzen" Studienreise nach der Sowjetunion gezogen. Es.werden, meinte Citrine,»och viele Jahre vergehen, bis die demokratischen Grundsätze in Rußland die Oberhand gewinnen. Aber man müsse doch zugeben,' daß die Sowjetunion bestimmte Erfolge aufzuwetsen habe. Dann ging Citrin« zum Moskauer Prozeß über und meinte, er könne nicht glauben, daßT o m s k y, der Führer der russischen Gewerkschaften, den Citrin« kurz vorher mit großen Schwierigkeiten in Moskau treffen konnte, ein Anhänger des individuellen Terrors gewesen sei. Mich, sagt« zum Schluß Citrine, überzeugen nicht die Bekenntnisse der in Moskau Hingerichteten, di« man au» diesen Unglücklichen durch Methoden hecauSgepreßt hat, die noch nicht genügend entlarvt sind. Ach habe nichts gesehen oder gelesen,, was meine Ueberzeugvng widerlegen könnte, daß die Sowjetunion, ebenso Ivie die anderen Diktaturstaaten, von einem Häuslein Menschen regiert wird und daß die Volksmasten dort bis jetzt gar leinen oder doch nur einen ganz minimalen Anteil an der Regierung des Staates haben.— Die Moskauer„Prawd a", deren Die Kurve der Arbeitslosigkeit, d. h. der Zahl der nichtuntergebrachten Beiverber sinkt zu Beginn des Monates September von 8Ö6.000 auf 480.000. Dieser Rückgang der Zahl der nichtuntergebrachten Bewerber, die seit vier Jahren wieder zum erstenmal weniger als eine halbe Million beträgt, ist umso bemerkenswerter, als er zu einer Zeit austritt, in der in anderen Jahren die Arbeitslosigkeit nach dem saisonmäßi- g«n Rückgang wieder allmählich zu steigen begann. Der Stand der Arbeitslosigkeit ist jetzt nur wenig höher als im Jahr« 1982 und es besteht begründete Hoffnung, daß die Zahl der Arbeitslosen in der weiteren Entwicklung noch weiter sinken wird. DaS gegenwärtige energische Borgehen Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten Kartell der gischkonserveniuiporteure. Die tschechoslowakischen Finnen, die sich mit der Einfuhr von Ftschkonserven befassen, haben sich zu einem Syndikat zusammengeschlosten, um die Einfuhr und die Markwerhältniffe straffer organisieren zu können. Weizeneinfuhr bei Welzenüberfluß. Obwohl die Tschechoslowakei beim Uebergang ins neue Ernttjahr einen Weizenvorrat von annähernd 80.000 Waggons hat, wird sie in Erfüllung ihrer handelspolitischen Verpflichtungen gegenüber Jugoslawien noch 10.000 Waggons jugoslawischen Weizen zur Einführung bringen. Prager liesse optimistisch Prag. Am Sonntag fand die eigentliche Eröffnung der Prager Mustermesse statt, obzwar die Messe bereits am Freitag und Samstag als Exportmesse geöffnet war. Die Eröffnung am Sonntag hatte deshalb keinen offiziellen Charakter und«s-entfielen alle Formalitäten. Gleich seit dem frühen Morgen fluteten in allen Abteilungen der Messe BolkSmaffen, worunter sich zahlreiche Ausländer befanden. Bet allen Expositionen herrschte rege Bewegung-und das große Interesse gab sich inden vielerseitS angeforderten Informationen kund/ Das Kaufintereste war beträchtlich/ obzwar der erste Tag eher der bloßen Ueberficht und Beschau gewidmet ist. Da schon die ersten Messetage'seit Freitag eist bemerkliches Kauftnter'esse erkennen ließen, rechnet die Leitung der Mustermesse mit einem großen Auslands« besuch und mit den Möglichkeiten einer ausgedehnten' Geschäftstätigkeit. Der Messeinontag zeigte, ein ruhigeres Bild, als am Borsage. Die antvescnden Besucher waren. I fast durchweg» Käufer. DaS Inland ist..Heuer im , Messeverkehr stärker beteiligt als bei- den letzten Messen.und zeigte auch ein« größere Kauflust. früherer Chefredakteur Bucharin jetzt In irgendeinem Gefängnis auf fein Urteil wartet, «ist natürlich durch.die-Meinungen von Citrine über.'die''Sowjetunion,'die der Führer der englischen.Gewerkschaften'wahrsich in einer äußerst Izurückhaltenden Weise ausgedrückt hat, aufs höchste entrüstet. Das Zentralorgan der Kommu- nistischen Partei der SSSR(27. August) nennt den Vorsitzenden de» englischen Gewerkschaftsbundes und de» JGB einen„Advokaten der faschistischen Mord« r". Citrine, meint die„Prawda",„lüge, verdrehedte Tat fachen und verschweige die Wahrheit".•— Jede wahrheitssuchende und objektive. Kritik'an den Handlungen der Sowjet- ! regiorüng wird bekanntlich von den Moskauer Machthabern und ihren ausländischen Soldschreibern sofort als ein„Verrat an dem Weltprole- tariat" verschrien, wodurch jede sachliche Diskussion unmöglich gemacht wird. Auf diese Tatsache weist nun unser französisches Bruderorgan „Populaire".hin, indem cs meint, wie immer man sich zu den Errungenschaften der Sowjetstaates verhalten möge, eins sei klar: die Regierung der Sowjetunion sei kein„Tabu", ebenso wenig-wie etwa die Regierung der französischen /.Volksfront"„Tabu" sei. Unsere kommunistischen Genossen, meint weiter der„Populaire", haben die Möglichkeit, alle Maßnahmen der Negierung In boller Freiheit zu kritisieren, wovon sie auch ouSgiebig Gebrauch machen. Warum sollte es also nicht erlaubt sein, zu den Maßnahmen der Sowjetregicrung kritisch Stellung zu nehmen? der Regierung im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit bestätigt dies« Hoffnung in vollem Umfange. Gleichzeitig mit diesem Rückgang der Arbeitslosigkeit ist auch«ine Zunahme des Besch ä f t i g u n g s g r a d e s, der durch die Zahl der bei der Krankenversicherung der Zen- tral-Sozialversicherungsanstalt versicherten Personen dargestellt wird, zu verzeichnen, und zwar von 2,177.000 Versicherungsnehmern im Juni auf 2,208.000 im Juli. Auch diese Kurve erreicht beinahe den Stand vom Jahre 1982 und bestätigt im ganzen die Entwicklung der Fahl der nichtuntergebrachten Bewerber. Das Inlands /nteresse erstreckt sich fast auf alle Branchen. Der Auslandsbesuch Ist iRontag im Vergleich zu den ersten drei Tagen etwas zurückgegangen, bleibt aber überVor- jahrs höh e. Aus zahlreichen Ländern sind neue Käufer eingetrofsen. Der Besuch aus England war heute von den bisherigen Tagen am stärksten. Gut ist auch die Frequenz aus Schweden, der Schweiz, Frankreich und Belgien geblieben. Hervorzuheben ist der anhaltend gute Besuch aus Litauen, das früher wenig auf de» Prager Messen vertreten war. Aus Uebersee waren ivieder mehrere Einkäufer aus Argentinien eingetroffen. Ebenso meldeten sich aus Aegypten weitere Inter« effenten. Neuregelung der Handschuhmacherlöhne. Die Gewerkschaften der Handschuharbeiter haben an den Jndustriellenverband das Ersuchen um Revision des bisher geltenden Lohntarif» gerichtet. Gleichzeitig fordern sie die Gewährung einer Teuerungszulage. Die einschlägigen Verhandlungen zwischen den Organisationen und der Jndu» stkie werden in den nächsten Tagen ausgenommen werden. Gute Beschäftigung der nordmührischm Industrie. Die Beschäftigung der nordmährischen Industrie hat sich im Laufe dieses Jahres so weit gebessert, daß wiederum 700 Jndustrieunterneh- mungen mit insgesamt 84.000 Arbeitern tätig sind.' Eine dominierende Stelle/ innerhalb der nordmährischen Industrie nimmt jetzt Proßnitz mit 128 Jndustrieunternehmüngen, 0400 Fabrikarbeitern und annähernd der gleichen Anzahl Heimarbeiter ein.(DND.). .. Der' BierauSstoß. Jy den. Monaten Jänner bis.Juni der letzten drei; Jahre. erzeugten die Brauereien Bier: 1986: 8,889.808 Hektoliter, 1986: 8,848.449 Hektoliter, 1984 8,794.000 Hektoliter. Äm ersten Halbjahr 1986 wurde demnach etwas mehr Bier ansgestoßen als In der gleichen VorjahrSzcit, aber weniger al» vor zwei Jahren: Vom Arbeiter-Turn- und Sport-Verband 519 Hauptfunktionäre vertreten 171 Vereine beim 1. Vereinsappell de» 8. Atus-Kreises Vom 21. August bi» 6. September fanden in allen Bezirken des 8. Turnkreises Vereinsappelle statt, in denen «DaS Jugendproblem" im Atus zur Diskussion stand und hicsür der ArbeitS- und Akiivierungsplan den Vercinssunktionärcn unterbreitet wurde. 819 Vereine und Bezirks funktionäre aus 171Vereinen nahmen daran teil und stellten sich restlos hinter die Vorschläge der Kreisleitung.. Der vollständig auSgc- arbeitete AktivierungSPlan de» 5. Turnkreises wurde nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern fand unter den Hunderten Funktionären begeisterten Wiederhall; aus allen DiSlusionSrcdnern sprach die feste Ueberzengung, daß unsere Arbeiter-Turn- und Sportbewegung mit dieser Aktion neue Belebung und neuen Aufschwung erhalten wird. Die Aktion, die nun von den VereinSfnnktionärcn in 171-Dörfern und Städten der ll. Kreise» bis 18. September vorbereitet wird, wird etwa 40.000 bis 50.000 Menschen ersaßen und 1987 in einer großen Jugendaktion ihre Ausivirkung finden. Gleichzeitig mit dem Abschluß der Appelle fand am 0. September in Zuckmaniel eine große Vorturnerstunde, statt, die für die kommenden Aktionen die technischen Unterlagen schuf und an der 84 Bezirks- und BereinSturnwarte teilnahnien. Der ö. Turnkrei» wird damit seine Aktivität neuerlich steigern und 1087 der gesamten Arbeit er- öffentlichkeit den Beweis seiner planmäßigen Arbeitvorlegen.. Um den Atus*FuBballmelster Wohontach schlägt im Zwischenrundenepiei Kleische 2:1(0:0). Wohontsch konnte in den durchgeführtcn Fuß« ball-Scrienspielen des 5. AtuS-KreiseS fast alle Gegner besiegen, nur einen Punkt gab cs ab. Als Tabellenerster der fünften Gruppe gab man den Wo- hontschern in den Spielen um die KreiSmeisterschast keine Chancen. Die Mannschaft bewies aber schon in der Vorrunde, daß sie zu kämpfen versteht und hat routinierte Gegner wie Kleinaugezd und nun auch Kleische abgehängt. Da» Spiel gegen Kleische fand auf dme P r e d- litzer Sportplätze statt und Schiedsrichter Genosse Löbl leitete den Kampf einwandfrei. Da» Spiel gegen Kleische fand auf dem P r e.d- scharfen Tempo, da» von beiden Seiten bis zum Schluß durchgehalten wurde. In der ersten Halb- zeij.hattaW., mehr vom Spi«l„ Die,Angriffe waren oftmals, gefährlich und. es wurde aus jeder Entfernung auf da» Tor der Kleischer geschossen; dadurch wurden aber gut eingeleitete Angriffe nutzlos gemacht. Die Kleischer Verteidigung wehrte sich, um' die erste Halbzeit torlo» zu halten; acht Ecken waren die Aurbeute der Wohontscher. Die zweite Halbzeit begann beidcrseit» mit mächtigen Anstrengungen uni' den Sieg. Kleische hatte etwa» mehr vom Spiel und konnte in der 12. Minute eine Flanke des rechten Flügel» zum ersten Tor vertvandeln. Die W.-Half- rcihe drängte nun ihren Sturm nach vorne, der in der 17. Minute durch Strafstoß ausgleichen konntet Wohontsch gewann wiederum die Oberhand und eine schön« Vorlage wurde in der 82. Minute durch den linken Außenstürmer zum siegbringenden Tor verwandelt. Wohontsch hat sich damit zum Endspiclgcgner um die Kreismeisterschaft emporgcarbeitet. Die Mannschaft kann am kommenden Sonntag mit ihrer verblüffenden Schnelligkeit und dem großen Spieleifer den Krochwitzern gefährlich werden. Es sei zum Schluß festgestellt, daß der Kampf äußerst hart durchgeführt,' aber erfreulicherweise vorbildliche Disziplin gehalten wurde, sp daß. die technische Seite keine Einbuße erlitt und die..Zuschauer dabei auf ihre Rechnung kamen.—ma— Lloyd George nicht nach Nürnberg. Der Sekretär Lloyd Georges' erklärte dem Reuter- Korrespondenten, daß Lloyd George an dem Nationalsozialistischen Parteitag in Nürnberg nicht teilnehmen und auch nicht nach Berlin fahre»' wird. Seinen Aufenthalt in Deutschland benützt Lloyd George zum Besuche von Arbeitslagern.' Er wird wahrscheinlich am 17. d. M. nach England zurückkehren. Wie«in' Peitschenhieb hat der Bericht der britischen Gewerkschaftszentrale die Hitler«! getroffen und.wütend heult sie auf. Es sind nur siebe»' Zeilen von den 200 Seiten dieses Berichtes an den bevorstehenden JahreSkongreß, die'mit/aller gebotenen Zurückhaltung sagen, daß die unteriidischu Bewegung in Deutschland und Oesterreich auf' jed: mögliche Weise unterstützt wurde und daß die Geschichte zeigen werde, wie auch so die Diktaturen unterhöhlt wurden. Daraufhin hat Goebbels seine Meute loSgelaffen und sie kläfft und winselt in allen Tönen. Weit voran die„Deutsche Allgemein« Zeitung" unter der Aeberschrift„Labour-Agenten arbei-' ten in Deutschland". Zwei Spalten lang wird da getobt und zu guter Letzt werden..« die Leitung de« Labour-Parch und der britische Kronanwalt al» Mit-- glied der'. Regierung ausgrfördert, sich um diese „marxistischem Giftmischerei und Einmischung in deutsch« Angelegenheiten zukiimmern. Daß die An« gerufenen sich durch dieses Vertrauen besonder» geehrt fühlen, glauben wir allerdings nicht.(bn.'>. lUKswiktsekaft und Arbeitslosigkeit und Beschäftigung Seite 6 Sozialdemokrat" Dienstag, 8. September 193(5. Nr. 209 Eifersuchtsattentat. Am Sonntag wurdc vor 17 Ilbr in der Dejvickä in Bnbeneö der LOjätzrlae"Arbeitslose Jaroslav Borel angehalte», der drei Revol- vcrschüsse auf die Bedienstete Bojsena Moraveovä abgegeben hatte, wodurch sie an den beiden Händen verwundet wurde. Borel verübte die Tat wahrscheinlich, weil die Moraveovä die Betanntschaft mit ihm uiiter» brachen hatte. Borel wurde verhaftet; der Vorfall wird' untersucht., Einsturz. Montan um 18.48 Uhr ereignete sich auf dem Bau in Prag XIl, Na Kozaöce, ein Unglück. Ein Baugerüst"ürz:e ein und begrub sechs Arbeiter uiiter sich, die alle Verletzungen davon trugen. Die Ursache des Unglücks wird untersucht. . Brutaler Hausmeister. Im Hanse SaStalskä Nr. 30 in Prag I schlug gestern vormittags der dort angestellie äSsährige Hausmeister Wenzel Herman die 44jährige Bedienerin Anna Aptekar mit einem Besen zweimal so stark über den Nücke», dasz er ihr ztvei Rippen brach und eine Quetschung des Rückgrats verursachte. Die Verlebte wurde aus die Klinik Jiräsek gebracht. Herman wurde verhaftet und gab an, er habe die Aptelar darum geprügelt, tveil sie seine Krau mit einem nasse» Fetzen ins Gesicht geschlagen habe. Erpresser- und Diebsbande verhaftet. Gestern wnrde eine fünfgliedrige Baude verhaftet, deren Mitglieder einige junge Angestellte einer Stempelfabrik dazu beredet hatten, ihnen gefälschte'Stempel der Prager Potizeidirektion zu verfertigen. Mit diesen spivie.mit falschen Detektivlegitimationen versehen, begingen sie eine Reihe von Erpressungen, Betrügereien und Einbrüchen. Bei letzteren verteilten sie die Rollen so, dasz der 28jährige arbeits- und wohnungs- lose Alois T o m ä i c t die Diebstähle selbst beging und die gestohlenen Gegenstände mit Hilfe der andern an Hehler verkaufte, während der 46jähr. wohnungslose. Ant, Lippert— der„Detektiv" der Gesellschaft•— am nächsten Tag mit seinen Legitimationen versehe» bei de» Hehlern erschien, die ihren verkauften Gegenstände wieder beschlagnahmte und dem Tamä- sek zurückbrachte. Hierauf wurde das Spiel wiederholt.— Obzwar die Gesellschaft erst seit fünf Tagen im Besitz ihrer Stempel und Legitimationen war. konnte sie in dieser Zeit doch schon fünf gräszere Woh- uiingseinbrüche neben kleineren Schwindeleien und Erpressungen verüben. vis Leiden eines Dortarztes (Vom Bezirksgericht.) Prag,(rb.) ES gibt noch allerlei Orte in unserem Lande, wo der modern geschulte Arzt als Hüter der Volksgesundheit einen erbitterten Kampf um Durchsetzung der primitivsten Grundsätze der Lksgiene und zeitgemäßen Heilpflege durchzufechten hat, der ihn in Gegensatz zu dem stupiden Aberglauben eines Großteils der Bevölkerungksetzte. Man darf solche rückständige Gebiete keineSlvegs etwa nur auf der Landkarte der östlichen Gebiete suchen. Nicht nur in den Karpathen gilt z. B. ein Umschlag mit warmem Kuhmist als ein Wundermittel gegen Lungenentzündung und der Arzt, der modernen Heilmittel verordnet, als gottloser Ketzer und, mehr als das, als bewußter Verderber seiner Patienten. So sah sich z. B. ein Landarzt aus dem Prager Dezirksgerichtsratzon gezwungen, die Ehrenbeleidi- gungrklage gegen einen Dorfbewohner einzubringen, per ihn öffentlich beschuldigt hatte, seinem zehnjährigen Sohn„durch giftige Einspritzungen" körperlichen Schaden zugefügt zu haben. Der wahre Sachverhalt ist der, daß jener Arzt das an Diphtherie tödlich erkrankte Kind durch rechtzeitige Serumein» spritzung vom sichern Tode gerettet hat. Ter Vater dieses Jungen war weit davon entfernt, dem Arzt für die Rettung seines Kindes dankbar zu sein, sondern schrieb die vorübergehenden Gesundheitsstörun gen ivährend der Rekonvaleszenz der Wirkung"jener' „giftigen Einspritzungen" zu und beschuldigte in der-, schiedenen Wirtshausgesprächen den Ärztin, gröblich-’ fier Weise. Richt dieser Prozeß. der mtt der V er» urteiIUilg.de» Geklagte», endete; Ist an sich interessant, sondern seine symptomatische Bedeutung. Der Arzt, der sich zu der Klage genötigt sah," schilderte un» nach der Verhandlung in. persönlicher Rücksprache, wie sich die Unwissenheit und der" eingewurzelte Aberglaube der Bevölkerung aüfs" unheilvollste auswirkt. So erlitt einer der Honoratioren jenes Dörfchens gelegentlich eines Schlveineschlachtens nach vielstündiger Sauferei einen Anfall von Herzschwäche. Er wurde in» Spital überführt, wo man durch Koffein- und Kampferinjektionen die gefährliche Herz- kpise erfolgreich bekämpfte. Der Patient konnte am dritten Tag in häusliche Pflege entläsien werden. Einige Tage später, nach einem neuerlichen akoholi- schen Exzeß(trotz aller Warnungen der Aerzte) starb der Patient an den Folgen einer Hirnschlage», der mit. dem vorhergehenden Herzanfall nicht" da» mindeste zu tun hatte. Wa» nicht hinderte, daß in dem Dorf da» lächerliche"Märchen kursierte, daß„die Doktoren den Verstorbenen mit ihren.Injektionen zu-" grundegerichtet hätten". Wa» er unter solchen Umständen bedeutet, Arzt zu sein, liegt auf der Land. Zumal in jenem Distrikt noch ein„Wnnderarzt" und eine„weise Frau" ihr Wesen treiben, zu welchen Pinschern die Bevölkerung kritiklos« Zutrauen hat. solches Zutrauen, daß die Gendarmerie bisher, keine Möglichkeit fand, ihnen ihr schädlicher Handwerk zu legen,.obwohl die Sicherheitsorgane ihr möglichster tun. Tie Klienten jener Pfuscher decken eben diese .Seilkünstler bis aufs äußerste. In gleichem Maße aber stelle» sie sich gegen den Arzt und verketzern in unsinnigster Weise das moderne Krankenhaus. Jener Arzt sprach die feste Hoffnung aus, daß' sich mildem Hergnwachsen der.jungen, besser geschul». len Generation diese Anzeichen der Rückständigkeit verlieren werden. Wir hoffen das gleiche und möchten bloß den Wunsch äußern, daß alle mit der Volkserziehung— im weitesten Sinne des Wortes— betrauten Faktoren, das ihre tun mögen,, auch in dieser Richtung der Volksausklärung Bahn zu brechen. Es gibt leider auch sudetendeutsche Gebiete, wo ezp.e solche Aufklärung dringend nötig ist. IüursL und WUaea Der Zauberschlüssel. Dem(übrigens sehr interessanten) Bühnenhest zum„Faust" de» Deutschen Theaters lag am Sonntag ein schmuckes D.oppelkärt- chen bei, mit Abbild und Aufdruck des'„Zauberschlüssels". Der Erfinder dieser Beilage hat, damit zweifellos eine Beziehung zu jenem Schlüssel Herstellen wollen, den Mephisto Fausten übergibt. Welcher Art nun ist die Beziehung? Lieser gedruckt? Zänberschlüjsel führt zur— Eft-Bar, ist also Reklame für ein Nachtlokal, d'issiit Reize stift- den Besuchen: der„Faust" borgesührt werden I Wir hoffen, daß derjenige, der für diese Beilage vergnt- wortlich ist, seinen Geschmack doch erst überwinden mußte, ehe er. solch klastischem Geschäftssinn freien Lauf ließ. Eine Ehorsopran-Elevin wird vom Deutschen Theater gesucht. Schriftliche Anträge an,i>ie Chordirektion,. 4.... Wochensplelpkan des Reuen Deutsche«' Theaters. Dienstag 7%: Die Zanberflöte, Gastspiel Emanuel List, A 1. Mittwoch 8: Das Land-des Lächelns, volkstümliche Vorstellung, Ahonnement aufgehoben.— Donnerstag 7%: Der Arzt ani Scheidewege, C 2.— Freitag 8: Elektra, D 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag 8: Salzburg aurverkauft, volkstümliche Vorstellung.— Mittwoch 8: Menschen auf der Eiss cholle, volkstümliche Vorstellung. Donnerstag 8: L i ebe m i t l 0 0 VS. -^-"Freitag 7U: Mein"Sohn','d'ek Minister, Kulturbttbandsfreunde und.freier Verkauf..— Samstag 8: Mein Sohn, der Minister. DTJ-Stafetten durch Prag Sieger: DTJ. B.-Brod und Einheit«verband— Gutes Abschneiden des Prager Ätus Am Sonntag veranstaltete die DTJ Prag I u. V. einen Sporttag, besten Höhepunkt der Stafjellauf durch dar innere Prag bildete. An der Veranstaltung nahmen auch Sportler des Prager A t u s teil Die Strecke war 8X480 Meter lang und führte durch"die Paiijska, Altstädter Ring, Dlouha, Son- kenicka, beim Denis-Bahnhof vorbei auf den Sportplatz auf der Hetzinsel. Der Lauf fand sehr große Beachtung bei der Bevölkerung und hatte einen inter» cssantcn und dramatischen Verlauf. In-der Kategorie der DTJ siegte die Mannschaft der DTJ B.-Brod in 6:26.8 Mtn. vor Zijskov l 6:82.8, Prag I u. V, Zijkov II und Rusle. MS zum vorletzten Wechsel führte Zijkov I etwa 80 Meter vor B.-Brod, deren Läufer Skala den Borsprung einholte und Bican ini Endspurt den-Sieg errang.— In der Kategorie der Anhänger gewann die erste Mannschaft des Einheits- verbandeS in 6:19.8 Min. und wurde dadurch absoluter Sieger. Die erzielte Zeit bedeutet aber auch eine neue Streckenbestleistung. Als zweite Maun- schaft kant, die de» Prager Atus ein, welche 6:81.2 Min. benötigte.. Auf dem Sportplätze fanden dann noch leichtathletische Wettkämpfe, Hazena- und Wollehballspiele statt.-Bon den leichtathletischen Bewerben wäre zu erwähnen, daß bei den Sportlern R o s f e k(Atus) im Kugelstoßen mit 10.71 Meter und im Aeitsprung mit 6.76 Meter beidemale den zweiten Platz besehen konnte. Im Hazena gewann Prag I u. V gegen DTJ Brüx 17:8; ihre Zöglinge 8:4. Auch im Volleyball siegte-der"Gastgeber über die Bcüxer mit 8:0.und seine Zöglinge mit 2:0. erste Mitropacup-Endspiel Sparta gegen Austria 0:0 Im Wiener Stadion fand Sonntag da» erste Endspiel im diesjährigen Mitropaeup statt. Das Stadion war nicht ausverkauft; es waren nur gegen 40:000 Personen— ein Viertel au» der Tschechoslowakei!— erschienen, die einen harten, aber unentschiedenen Kampf zu sehen bekamen. Das Ergebnis entspricht zwar nicht dem Spielverlauf, denn die"Austria war fast dar ganze Spiel überlegen, jedoch versagten deren Stürmer vor dem Tore. Sparta hatte einige gute Momente, erzielte auch vor der Pause ein Tor, das wegen Abseits jedoch keine Anerkennung fand und bot nur im Schlußtrio eine gute Leistung. Für dar Prager Rückspiel gilt die Sparta als Favorit und damit als Sieger der Konkurrenz. Neu» Ueberraschungen In der Liga Prohnitz nenerding» geschlagen In Prag sand die Begegnung Slavia mit dem SK Pilsen statt, die die Prager mit 2:0 (1:0)- für sich.entscheiden konnten. Bemerken-wer» ist,- daß'der bekannte Slavia-Verteidiger Fiala diesmal kein einziges Foul verursachte! Slavias Team gewann wohl verdient, aber befriedigend war die Gesamtleistung^ besonder» im Angriff, doch nicht. Die Pilsener kamen erst nach"der Pause etwa» in Schwung, ohne jedoch ihrerseits Erfolge erzielen zu können. - Der zweite Pilseuer Klub, Viktoria, spielte daheim mit der Mor. Slavia und verlor überraschend 1:2(1:1). Die bessere Stürmerlei- stung der Brünner gab den Ausschlag. ' SK Nachod hatte auf eigenem Platze den CSK Preßburg zu Gast. Da» Spiel endete 1:1 (1:0)..- Nachod verdankt e»" nur einem Eigentor der Preßburger Verteidigung, daß ei« Punkt gerettet,wurde. Die Gäste hatten die zweite Halbzett fiicsich, waren jedoch nur imstande, den Ausgleich zu" erzielen.- In Brünn blieb Z i d e»i e e über Ruff Ujj« horod mit 4:2(2:1) verdient und sicher erfolgreich. Pie.größte Ueberraschmzg kommt an» P roß- nitz.-wo" der heimische SK.von der Viktdrra Zijkov mit 0:4(0:1) geschlagen wurde.". DFV-Division hat begonnen Am Sonntag begann der b ö h m i s ch e Teil der DFV-Division mit seinen Spielen. Wenn man zu Anfang von Favoriten sprechen darf, so haben fast alle gesiegt. In Präg bewiese» die Spor t- brüder, daß sie in keine Division gehören, da sie nicht einmal imstande sind, einen Gegner wie dem derzeitigen Karlsbader FK den Erfolg-streitig zu machen, der schließlich 2:1 gewann.- Der zweite Prager Klub, der D F C, spielte in Schrecken st ein und schlug die dortigen Sportbrüder sicher und verdient mit 8:1(8:0). In B o« d e nbach siegte der Teplttzer FK über die SpVg mit 8:0(2:0). DSV Saaz trat in Gablonz dem BTK gegenüber; 1:1(0:0) endete das Spiel. Der Warnsdorfer FK blieb in Tep- litz über den VfB mit 8:1(2:0) erfolgreich. In Komata» trennten sich DFK nnd DTK Gablonz mit 2:2(0:1) und in Karlsbad gewann die Sparta gegen den R e i ch e n o e r g e r F K mit 2:0(1:0).■ Die tschechischen Divisionen I In der Mittelböhmischen Division kant e» auf dem Prager Rapid-Platz beim Spiel der Hausherren mit den Bohemians zu stürmischen^Kundgebungen" der Zuschauer, die schließlich in da» Spielfeld drangen, so daß nach der Pause beim Stande von 1:0 für Rapid Abbruch erfolgte. Die weiteren Ergebnisse: Cechie Karlin gegen SK Libeü 2:1, SK Rusle gegen Viktoria Rusle 2:1, Union Zi.skov gegen SK?llt- bunzlau 1:4, Sparta Kokib gegen Slavoj VIII 8:1, Sparta Kladno gegen Ruselsky SK 1:0, AFA Kolin gegen Meteor"VIII 6:1. Division Böhmen-Land: Explosia Semtin gegen Petkin 4:8, Slavia Karlsbad gegen Hokovice 8:2, SK Pardubitz gegen Polaban Rimburg 6:0, Kopist,) .gegen Rakonitz 7:0, Königgrätz gegen Königinhof 2:1, ESK B.-Budwei» geg. Jungbunzlauer SK4:2. Division Mähren-Schlesien: Ostrauer Slavia gegen Hnssowitz 2:8, Slovan M.-Ostrau gegen Kö« nigrfeld-Brünn 8:2, CSK Olmütz gegen Prerau 6:6, Zabovkefly gegen Polonia Karwin 0:8. Fuhball-Ergebniste au» dem AuSlande. Budapest: FerencvaroS gegen HaladoS 8:2, Hungariä gegen- Kispest 7:8, Ujpest gegen ElektromoS 6:2, PhöbuS gegen Soroksar 4:1.— W i en(Samstagspiele): Rapid gegen Sportklub 2:2(-1:1), Apmira gegen Postsport 7:0, Vienna gegen Fav. AC 6:0.— Graz: Rapid Wien gegen Sturm 8:2..— Belgrad: Jugoslawien gegen Polen 9:8(6:0)1— Riga: Lettland gegen PolenB 8:8(0:2).— Oslo: Finnland gegen Norwegen 2:0(1:0)l Schwimmen„Over durch Prag". An dieser Veranstaltung nahmen-nur Prager Vereine teil. Von 27 Männern und fünf Frauen gaben drei bzw. eine auf," In der Kategorie der Schwimmer siegte der Spartaner Bondkeje in 48:06 Min.; bei den Frauen blieb Schramek(CPK) in 47:69.8 Min. erfolgreich. In der Soldaten-Kategorie gewann Fähnrich, Totter (Lettmeritz) in 48:12.7 Min.,. floa dec Partei Frauenbezirks-Komitee Prag. Donnerstag im Verein deutscher Arbeiter um 7 Uhr wichtige Sitzung! Jüttdecs Dienstag, den 8. September, abend»-8 Nhr im Verein deutscher Arbeiter, Smeiky 27» Elternabend Redner: Lehrer Hoffmann, Thema:„Fak- kengemeinschaftund Sch ul*". Faust I und II im Prager Deutschen Theater Würdigere Wahl zum Spielzeitbegsnn im großen Haus(dar übrigens die Ferien zu sorgfältiger Toilette benutzt hatte) war nicht zu treffen— auch wenn man sich auf den. ersten Teil der erhabensten Dichtung des größten deutschen Menschen beschränkt hätte. Unt so imponierender die Tat, b ei d e Teile zu bieten—; wenn auch problematisch der Versuch, die» an e i n e m Abend zu bewerkstelligen. Jedenfalls aber"verdient der Ausdruck rückhaltlosen Respekts für die ganz ungewöhnliche Leistung der. Führung und de» Ensembles vorangetragen zu werden;. denn wenn auch den Zuschauer am nächsten Tage noch die gewaltige Last von mehr als fünfeinhalbstündiger Anstrengungen drückt— wie groß war erst die Anspmtnung der Mitwirken- den, zumal sie in einwöchiger schwerster Probenarbeit ihr Werk hatten fertigstellen müsse»! Direktor Liebl, der Inszenator, hatte zu der Beer-Hofmannschen Einrichtung gegriffen, die das Monumentalwerk in„nur" 89 Bildern vorführt(innerhalb deren es freilich auch noch viele Textreduzierungen gibt). Selbswerständlich gingen die Kürzungen vor allem auf Kosten der Tragödie ztveiten Teils, der phantastischen Gedichtsfortsetzung. an die dar Genie mehr al» ein Menschenalter auch qualitativ durchaus nicht gleichmäßiger Arbeit verwendete. Aber wenn auch im zweiten Teil weit größere Partien als im ersten Teil .wegsallen können, ja Wegfällen müssen, weil sich darunter Geringerwertiges, Handlungsferne», Unzusammenhängende» und Unausgeführte»'befindet, so scheint e» mir doch, al» dürfte man sich .— wenn man sich zu einer Aufführung diese» Teils überhaupt entschließt— darauf, daß Goethe selber von Haus ans gar nicht an eine Wiedergabe auf der Bühne dachte, nicht so sehr berufen, um damit die S t r e i ch u n g von mehr al» zwei, Dritteln dieses zweiten Teils rechtfertigen zu wollen. Denn auf diese Weise wirkt er allzusehr.al» nur eine Art Nachspiel, da» heißt die Reproduktion wie ein Versuch, nur eine Art interessanter Führung durch der Tragödie zweiten Teil zu veranstalten. Will man fchon da» ganze Stück' an einem Abend„gleich in Stücken".geben, so." dürfte und müßte man im ersten Teil nicht nur die" Szenen „vor dem Tor" beseitigen, Auerbach» Keller„verkleinern", die Hexenküche nur andeuten,: die Brun» nenszene und die deutsche Walpurgisnacht.streichen, sondern auch manch andere» schöne» Verrlsin-mitnehmen, um im zweiten Teil doch wenigsten» eine Andeutung des Baeealaureu», de» Homüneulu» und Euphorion» geben.zu können,. Trotzdem bewahrt Goethe» Gedicht, Zyklopenarbeit von kleinen Händen behauen,'auch ist dieser Gestalt seine große Einheit, Und e» bleibt danken»-, wert, daß also die im wahrsten Wortsinn b e W ege n.d e Id ee Faustens, die doch erst, im zweite» Teil klar zutage ,tritt, von per Bühne hinäbstrahlt: der" Gedanke von der gemeinsamen. Erlösungtzkraft der Liebe,Und des Schaffen», von-der-Begstadung de» Menschen, der Unmöglicher begehrt, von.,; den. zwei Seelen in. einer Brust," vom körperlichen.und; geistigen Genießen," von der Rastlössgkeitund.dem Berweilen-Wollen, von der wahrest!.Schönheit der! guten Tat für" die Allgemeinheit,"der Echten, da» der Nachwelt unverloren bleibt—" auch"'unser« Nachwelt:"des freien Volk» auf freiem Grunde. Die Beer-Hofmann'sche Einrichtung hat ihre musikalische Hilfe— eist immer wieder auftauchende»-zusätzlicher„Faust"-Problem— von Fr-an- Salmhofer bezogen. Dessen sehr oft liebenswürdigen, und zarteni wenn auch nicht immer sehr ursprünglichen Einfälle paffen sich im ersten Teil dem Stil der Dichtung ziemlich an, irren aber "merkwürdigerweise. im zweiten Teil wiederholt ab, obwohl doch gerade dort dem Opernkomponisten Salmhofer der vielfach opernmäßige Charakter de» Stück- ein sicherer Wegweiser hätte sein müssen; leider gibt e» da mitunter ganz operettenhafte Töne; und, als. Füllsel zwischen den Bildern erinnern Salmhofers. Kompositionen zuweilen an die"selige Zwischenaktmusik-im k. k. Wiener Burgtheater, Dennoch scheint mir da» Positive der Salmhoferschen Arbeit das Negative zu überwiegen(Einfühlsamer Dirigent.war Franz Riege r).. Vorzügliche Unterstützung boten, die im allgemeinen schönen und einprägsamen Bühnenbilder Hugo S t ein er S. Das. große-Verdienst L i e b l r besteht-in der durch nichts getrisbten Bewältigung des Stofflichen, Techstifchen und vor allem Sprachlich e n, da», vom Regisseur äu», musterhaft, behandelt" war, schließlich in.einer nach Maßgabe der vorhandenen Kräfte" fast durchgängig'.musterhaften Besetzung"der Rollen,"Fritz K l i p p e l ist ei» erscheinuugSmäßig überzeugender Faust, stslsicher, temperamentvoll, bedeutend in der Religiostsfrage, groß am Rande des Todes;- sollte aber pdch am Anfang-das W o r t gestanden habe»,-so hätte Deklamator-Klippel dem Faust noch einiges zu erstatten";-! allerdings ist die Äiiforderüng, die zwei Teile an Pen Darsteller de» Fällst.stellen, in jäer Hinsicht außerordentlich. Fritz Kalk ist ein/.sprech-/und stimmgewaltig«^hoch- inteNektueller, beispielhaft pointterend«, imper tinenter Mephisto; ein(zu pathetischer) Dämon, aus dem Finstern kommend, insbesondere am Schluß krafwoll vermenschlicht; der Schälk freilich, al» den ihn der„alte Herr"- betrachtet,: ist dieser Teufel nicht, sein Zynismus meist auch dort derb, wo er elegant zu sein hätte; aber alles in allem— trotz mancher Wortunklarheit— eine prachtvolle Leistung; als Phorkyas liefert er die stärksten Augenblicke de- Abends überhaupt. Inge Bu tt n'S Gretchen war wohl"als Ereignis gedacht; im Vordergrund stand aber das Unzulängliche; die blutjunge talentierte Schauspielerist" ist wohl lieblich, anmutig, einfach; aber ihr Gretchen kann stärkere Naturen kaum ergreifen, geschweige penn erschitt-? tern. Aus der Fülle der übrigen Darsteller ragte», einige in zwei oder gar drei Rollen, hervor: Marion Wünsche(als hoheiisvolle Helena), Lotte Stein(als erfreulich drastische und doch reservierte Marthe), Elsbeth W arnhoItz(als mustergültig sprechende;,Sorge"); Siedl e r istäl» Dichter wie al» Kaiser ausgezeichnet-auf dem Platz, dergleichen T a u b als Lustige Person wie. al» Wagner, Padlesäk al» Valentin und al» Turmwächter, ferner Volk«, Martt, Schmerzenreich, Costa, Afritsch, Trabauer, Bunzel. Der.Gesamteindruck war der bedeutsame eine» hohen Festspiels, das von dieser Spielzeit Schöne» u»d. Gute» erwarten läßt; man versuche noch hie und da einen Strich im- ersten Teil, beschleunige ein wenig dort da» Tempo, wo die» das in diesem Fäll allgemein richtige Zelebrieren dennoch, verträgt,. so daß eine Jünfstunden-Vorstellung erzielt werde, die .jeder Kulturtxeue in Prag gesehen haben sollte.-."' L; Göldschmidh? Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau»"oder bei Bezug durch di. Post monatlich Ai 16.—. vierteljährig Ai 48.—. hallfähri» Ai 88.—, ganzjährig Ai 192.-—,— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet, Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt.nur.bei Einsendung du Retourmarken.-— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post« mid Tele« graphendirektun mit Erlaß Nr. 1S,80.0/Vllt1SÜÜ bewilligt.— Druckueir.pvrbis". Druck-, Verlag», und ZetturtgS-A.-G. Prag,'