i 16. Jahrgang Mittwoch, 9. September 1936 Nr. 210 IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHER ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT NUT AUSNAHMB DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova a. telefon sxn. •HERAUSGEBER« SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR« DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) Entweder der Nesus oder Italien . Mussolinis Bedingungen für die Rückkehr nach Genf Rem. Außenminister Graf Ciano hat Montag nachmittags den Generalsekretär des Völkerbundes A v e n o l empfangen. Die Beratungen Avenols in Nom verfolgen den Zweck, über die Anwesenheit Italiens her der künftigen Tagung der Völkcrbundversammlung Verhandlungen zu Pflegen. Außenminister Graf Ciano erklärte Avenol gegenüber, daß Italien diesbezüglich zwei B e- dingungen stelle, und zwar daß in der Böl- kertundversammlung keine abessinische Delegation.»iLgrgem sein werde und daß auch keine mit Abessinien zusammenhängende Angelegenheit zur Lösung gelangen werde. ES sei demnach geboten, daß die Großmächte, wenn sie die Anwesenheit Italiens in Genf wünschen, dem Negus nicht das Recht auf Entsendung einer Delegation zuerkennen. Schließlich wünscht Italien, daß bei der bevorstehenden Tagung der Völkcrbundversammlung die Bölkerbundreform nicht erörtert werde. Mussolini ist nämlich der Ansicht, daß diese Frage nicht vor der Fünfmächte-Konfcrenz gelöst luer« den.soll, denn er erwartet,, daß Deutschland nach Genf zurückkehren werde und daß es deshalb nicht ratsam sei,.früher diesbezüglich etwas zu untcr- uehmeNj.. Portugal gegen Nichteinmischung? Londo n. Der Ausschuß der Neutralität in den spanischen Angelegenheiten tritt heut« mittags im. Außenministerium zusammen. Die Verhandlungen deS Ausschusses werden geheim fein, der wesentliche Inhalt derselben wird veröffentlicht werden. P» r t u g a l hat noch keine definitive Antwort geschickt. DaS britisch« Außenamt setzt sein« Bemühungen fort, Portugal von seinen Vorbehalten abzubringen, damit es an der Sitzung teilnehmen kann. In London ist man sich dessen bewußt, daß die Versuch« einer Einigung über die Nichteinmischung. scheitern würden, falls eine Partei ihnen opponieren würde. Zweifelsohne würde in diesem Falle die britische Regierung ihren Standpunkt der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten Spaniens einer neuen Prüfung unterziehen. Bydz-Smlgly verläBt vorzeitig Venedig Rom.(HavaS.) Der Generalinfpektor der polnischen Wehrmacht General Rtzdz-Smigly hat entgegen seiner ursprünglichen Absicht beschlossen, noch Dienstag abends a«S Venedig abgureisen. ES. scheint, daß er dadurch die Gerüchte rum Schweigen bringen will, die in der AuSlandS- presse im Zusammenhang mit seinem kurzen Aufenthalt in Venedig.aufgetaucht waren. ; In Warschauer politischen Kreisen lvird sc« doch, an der Meinung festgehalten, daß der bereits gemeldeten. Begegnung Rydz-Smiglys mit dem UntcrstgatSsekretär des Aeußern B a s i a n in i, des ehemalige» langjährigen italienischen Botschafters in Warschau, besondere Bedeutung bei- zumcssesi fest; j7:•. Verstärkungen nach Palästina unterwegs London. Die Verschiffung derGruppen der ersten Division nach Palästina wird,.wie verlan- tct, mit' insgesamt sieben TruppentranSportschif- senichurchgeführti'deren erstes gm Samstag den Hafen von Southampton verläßt. Am 22.^September^ werd«» /.sämtliche Truppen unterwegs seins Die Verstärkungen bestehen' aus dxej In« santeriehrigädey der ersten Division/ sowie aus vetschiedenen-Pionier»' und Nachrichtenabteilungen.. Der"aM DieyStag a,üS London äbgereiste neue Oberbefehlshaber.für"Palästina, General Dill-'wird sich in Marseille an Bord des bri- tischen Zerstörers„DouglaS" begeben.'■ Spannung in Paris verschärft Vor entscheidenden Beschlüssen der Gewerkschaften P a r I s. Die politische Spannung, die durch die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Volksfront bezüglich der strikten Neutralität gegenüber Spanien entstanden ist, hat sich noch nicht gelegt. Dir Erklärung desMinisterpräsidenten Blum, daß er aus dieser Meinungsverschiedenheit eventuell die Konsequenzen ziehen werde»«nd die kurzen demonstrativen Streiks, durch welche für di« Belieferung der legalen spanischen Regierung' mit Waffen manifestiert werden sollte/ be». schäftigrn nach wie vor die Pariser Presse. Sowohl der. allgemeine ArbeitSverland.(CGT), als auch die Leitung der. sozialistischen Partei werden sich mit her so entstandenen neuen Sitnation be- schäftigenx der BerwältungSauSschuß der sozialistischen Partei' tritt bereits Mittwoch zusammen. Di« Führung der ällgenieinrn Konföderation der Arbeit hätbrreitS die Hauptlinien einer Erklärung sestgelegt, deren.Rehaktion jedoch Noch nicht beendet ist und dienerst Mittwoch veröffentlicht werden wird." ! Streikende besetzen' eli Paris. Die Metallarbeiters in Clermont' Ferranch welche ebenso wie'die Metallarbeiter in Marseille und in einigen anderen Städten IN den' streik! getretensind/ haben"DIenStag die Prä- f e k t u r v«s e tz t, wobei es zu mehreren Neiße» Zusamnjenstößrn kaml/' Sobald das MinisterraiSpkästdiuin etsahren- hatte,' dpß. die. Räumlichkeiten der Präfektur' in' Clcrmond Ferrand besetzt wurden, hat der Inns»»' «sinister die R ä n m'n« g d e r> P r' ü f e k- l u k verfügt. Zu diesem Zwecke hatte'er.der berittenen Polizei, eine diesbezügliche Weisung zu» . Zn dem Konflikt ztvischen der allgemeinen Arbeiterkonföderation und der Regierung bemerkt das„Journal", daß Ministerpräsident B l um von seinem am Sonntag angekündigten Standpunkte nicht abgehen könne und daß er diese seine Entscheidung auch bei der Beratung mit den Vertretern der Regierungsmehrheit,' insbesondere mit-den Vertreter» der kommunistischen Partei, Mitteilen werde. Ministerpräsident Blum, welcher sich, als Ches der Koalitionsregierung befrachtet, welche das genaue. Programm.der Volksfront'.durchzuführeu hat, habe erklärt, daß feine Mission, an deisi Tage beendet fein werde, an dem eine her politischen. Parteien, die im Parlamente vertrete»'ist,- oder eine Gruppe, wie zum Beispiel, die allgemeine Arbeiterkonföderation,. welche.außerhalb deS Parlamentes steht, öffentlich erklärt,'daß sie'mit der Politik, welche di; Negierung. Blum. als Regierung der Volksfront betreibt, nicht übereinstimme. tjp prHkektür gehe» lässenf'dle Polizei braucht« jedoch nicht ein» zufchreiten, da-di« Streikenden. dir Präfektur 's!»«ji mflhf'.g/räiiiiHn,' i-,...- ■ i Der Jniicniuinister hat. an all« Präfekten chneHirkulardsPesche gesgnht, iis welcher'er an- ordnet, daß-sie.jedwede Besetzung vonhusilithen Gebäuden und Räumlichkeiten zu verhindritst hä» bpn. Der Jüstizminister' hat ang«ordnet, daß der GenerautaätSanwalt in Cleriuotii» tFeerpsid'Unverzüglich di«.Erhebungen über die Borbereituiigen zur Beschimg'der Präfektur«inleittz. Dee Prä» fekt von Clermond Ferrand wurde suspendiert. Regierungstruppen in Huesca Vormarsch an der Front von Talavera Madrid.)" tagte hat den Konnnandanten Fernandez iinzus, den Kapitän Dela Terre, Lopez und Balkare und den Leutnant Santiago Romero zum Tode verurteilt. Leutnant Casara wurde zu lebenslänglichem Gc- sängnis verurteilt, Oberst Scrra wurde sreige- sprochen. Vor San Sebastian Jrun. Die Aufständischen-Truppcn haben sich Dienstag bis unmittelbar an die ersten Häuser von San Sebastian hcrangearbeitet. Der Havas-Sonderbcrichtcrstatter meldet, daß um 12.30 Uhr auf der Bastei der Festung Gnadelupe die alte spanische rot-gclb-rotc-Flagge gehißt wurde. Die Aufständischen habe» sich dem» nach der Festung bemächtigt, die sie besetzt haben. Die RegierungSbcsatzung hatte, wie ein spanischer yffizier mitteilte, in der Nacht ihre Stellungen 'aufgegeben und war auf französisches Gebiet ge- 'slüchtet,. ,, Die Agence HavaS verzeichnet daS. Gerücht, he^.Goiivernsnr hon..San Sebastian habe. den Aufständischen Üsitgeteklt, daß die Stadt nicht zerstört', und die Geiseln ncht erschossen werden iviir- dcn. falls die Aufständischen versprechen, allen Verteidigern von San Sebastian, in erster Linie aber den baskischen Nationalisten im Falle eines Sieges A m n e st i e zu gewähren. BurgoS. DaS Hauptquartier der Aufständischen Ividerlegt die Gerüchte, daß Rcgicrnngsabtdilun- gen HueSca beseht haben. General Franco meldet, daß die Aufständischen vor Toledo stehen. Aufstän» dischen-Flugzeugc überflogen Madrid und warfen Flugblätter ab, in denen gesagt wird, daß der Angriff auf Madrid bereits beginne.„Wenn Ihr Euch nicht ergebt", heißt cS in den Flugblättern,»wird cs nostvcndig sein, die Stadt zu bombardieren." Handelt in Staatsinteresse! Ministerpräsident Dr. HodZa hat gelegentlich seiner letzten Anwesenheit in der Slowakei den bei ihm erschienenen Abgeordneten, Csomor und Schulcz, die ihm die Wünsche der ungarischen Minderheit in der Tschechosloivakei in cincni Memorandum übermittelten, gcantlvortet, daß sich die Regierung nunmehr mit innerpolitischen Fragen befassen und dabei auch dieMindcr-- j h c i i e n f r ag c n nicht außer acht lassen werde. Er wolle, so sagte der Ministerpräsident, sowohl die ungarische als auch die deutsche Frage»ach d e m o k r a t i s ch e n Grundsätzen und nach dem Prinzip der Rechtsgleichheit regeln. Damit hat der Regierungschef ähnlich wie cs Präsident Benos schon bei verschiedenen Gelegenheiten, zuletzt sehr schön und sehr eindringlich in Reichenberg gesagt hat, die Notwendigkeit anerkannt, den berechtigten Wünschen der nationale» Minderheiten dieses Landes Rechnung zu tragen. Beide Staatsmänner, der Staatspräsident ebenso wie der Premier, setzen sich dafür ein, daß di: Minderheiten zufriedengestellt tverdcn, Iveil dies im Staats! ntercsse i st. Wenn Masaryk gesagt hat, wir seien alle auf einem Schiff, dann muß die gesamte Bcs, stnn( den Kampf gegen den Sturm aufnehmcn, der das Schiff umtobt und gefährdet. Der Sturm aber ist in den letzten Monaten stärker als je geworden, es gilt die Mannschaft— und dazu gehören auch die Minderheiten— moralisch und physisch so zu stär» keti» daß sie das Schiff mit. dem höchsten Auf«, gebot an Kraft und Entschlossenheit verteidige. Ilm dieses Ziel zu erreichen>. geschieht aber noch im,m er zu w e n i g. Der Fiirsorgcminister Neins hat am Sonntag im„Prävo Lidu" darauf hingetvicscn, daß der Rückgang der Zahl der Arbeitslosen— seit Jahren zum erstenmalo hat die Ziffer die halbe Million unterschritten— ein Verdienst dee Regierung und der Parlamentsmehrheit sei. Aber er hat gleichzeitig scstgestellt, daß noch mehr geschehen und daß man der noch immer beträchtlichen Armee von Arbeitslosen Beschäftigung verschaffen müsse. Das ist in den industriellen Grenzgebieten am notwendigst e n. Noch immer weisen die deutschen Bezirk« deS Landes Tausende von Arbeitslosen auf, wäh« rend der Rückgang im August in jedem Bezirke nur wenige hundert beträgt. So sind am 31. August im Bezirke Reichenberg noch immer 0380 Arbeitslose gezählt worden, nur uni etwa 300 weniger als einen Monat zuvor, in Teplitz-Schönau 92öS gegen 0032 im Juli, in Tetschcn 0102 gegen 0387, in Komotau 7648 gegen 8100, in Gablonz 7206(um 200 weniger), in Dux 6039 (gegen 5087). Bei aller Feststellung des Rückganges der Arbeitslosigkeit auch im deutschen Industriegebiet kann man nicht an der Tatsache vorübergehen, daß das s o z i a l e P r o b l e.n derArbeitsbcs ch a f f u n g für Menschen, die durch Jahre ertverbsloS sind, d.ic hoffnungslos dahinleben, in'seiner ganzen Größe und Schrecklichkeit weite r b e st e h t.' Und daß es keine dringendere Aufgabe gibt, als das Unglück dieser Menschen zu lindern, ihrer Verzweiflung endlich Herr zu werden. DaS muß aber a» ch u n s c r e Bürokratie begreifen und danach müssen sich die Landes- und Bezirksämter richten. Welche politischen Verheerungen unter der deutschen Bevölkerung muß. eS nnrichtc», Ivenn in Teplib, in welchem Bezirke mehr als neuntausend Arbeitslos« nach Arbeit lechzen, beim Bahnhosbau bezirkSfremde tschechische Arbeiter, vevlvendet werden, weil diese sich mit den Schündlöhnen eines Unternehmers zufrieden geben, der'so alle heimi- schen. Firmen.unterboten, hat! Was geht in der Seele der vielen Arbeitslosen vor, wenn sic am Bahnhof In Tcplitz vorübergehcn und zusehen Müssen, Ivie dopt von weitem herbeigpholtc Arbeiter'ihnen''bas Brot wegnehmen? Dabei hat der Staatspräsident in seinem starken Gefühl der Ge« Tjellstißkfit,' wie' es ehe» diesen yesinuungSfesten Demokraten kennzeichnet, l»' Reichenberg selbst zugegeben, eS set'-ein Fehler,„daß aus tschechischen Gegenden Arbeiter und Unternehmer In arbeitslose deutsche oder-gemischtsprachige Gegenden.gebrächt. wuiAdn." Die Bürokraten der.unte-. Seite 2 Mittwoch, 0, September 1036 Nr. 210 xei« Instanzen müssen endlich dazu gebracht wer» den, sich an die vom Präsidenten her Republik und deni Ministerpräsidenten ausgesprochenen Grundsätze zu halten. Die Wehranleihe bietet gerade jetzt die Möglichkeit, den industriellen Notstandsgebieten zu helfen, wie e» auch der Willensmeinung des Parlaments entspricht, das seinerzeit in einer Entschließung anerkannt hat, dah bei de» aus der Anleihe finanzierten Arbeiten die Nolgebicte— und welche es sind, lehrt die amtliche Statistik— entsprechend berücksichtigt werden müssen. Soll das geschehen, muh die^>e< gierung, der Ministerpräsident tvie die zuständigen Ressortminister, mit großer Energie alle Staatsorgane dazu zwingen, nach den Grundsätzen der Regierung und der Koalition vorzugehen und das Staatsinteresse zu wahren. Die Funktionäre der Stantsvertval- lung müssen durch ihre Maßnahmen die Minderheiten dieses Staates überzeugen, dah ihnen De mokratie, Gleichberechtigung und soziale Fürsorge nicht nur Feiertagsworte, sondern ständige Uebung des Alltag» sind. Die arbeitende Bevölkerung hat zu allen ihren schweren Sorgen in den letzten Wochen Noch die Verteuerung de» letzten Brocken» Fleisch und Mangel an billigem Kunstfett zu spüren bekommen. Da» ist ein Signal, die Dinge nicht weitertreiben zu lassen. Die deutschen Arbeiter diese» Landes verlangen entschiedenere Berücksichtigung ihrer Lebensinteressen, und die deutsche Sozialdemokratie wird in den kommenden Beratungen der Regierung und der Parlamentsmehrheit mit allem Nachdruck darauf Hinweisen, wa» nottut— im Interesse des sudetendeutschen Proletariat», aller werktätigen Schichten de» Deutschtum» in Stadt und Land und nicht zuletzt im Interesse des demokratischen Staate», dessen Wohl un» ebenso am Herzen liegt wie unseren tschechischen Mitbürgern. Atischliehend sagte Ladig zu den kvmmuntiltschen Angeboten, daß es nicht genügt, in Briefen, Artikeln und Rekelutionen die Bereinheitlichung ,u verlangen, sondern diesen Willen durch die Tat zu beweisen. Zur Naturgeschichte der kommunistischen Presse Erfolgreiches Nachstöbern in alten Fei« tungSauSschnitten hat uns die Frage beantwortet, warum die»Rote Fahne" gerade über Franz Pfemfert so vehement tzersällt. Er kennt die Kommunisten und er hat liste heutigen Ma- nieren schon vor Fahren vorausgesagt. Im Jahre 1029, al» die.Führer" der KPD befehlsgemäß ihre Hetze gegen den soeben verbannten Leo Trotzki steigerten und die dümmsten Lügen und Verleumdungen Uber den Schöpfer der Roten Armee produzierten, schrieb Franz P f e m» fett in seiner Zeitschrift»Die Aktion" unter anderem wörtlich diese Sähe: »Fall» die Sinowjew-Stalin-Clique ihnen den Auftrag geben sollte, zu behaupte», Trotzki habe kleine Kinder geschändet, ermordet und verspeist,— die Leute von der»Roten Fahne" würden auch diesen Befehl prompt ausführen..." Und ein wenig früher hatte Pfemfert zu der Hetze gegen Trotzki sagen zu müssen geglaubt (»Die Aktion"', XIX. Jahrgang, Heft 1/2): „... Jedenfalls sind gemeine Lüge, bewußte Verleumdung und tiefe» Unwiffen wohl selten so völlig unter sich gewesen, wie in den Leistungen der »Roten Fahne"..." ES handelte sich damals um das Berliner Zentralorgan der KPD. Dix, beiden Zitate mögen zeigen, dah Pfemfert durchweine Schmierigkeit der P r a g e t„9t. F." zu überraschen ist. Dah der rein sachliche„Offene Brief" an bestimmte„Freunde der USSR", die e» zum Teil durch Pfemfert wurden und die er al» Menschen von Ehre, Sauberkeit, Wahrheitsliebe und Gerechtigkeitssinn schätzt, die Herren von der Prager „Roten Fahne" so in Tollwut versetzte, dürfte aber kein mildernder Umstand sein, wenn Pfemfert ihnen die Gelegenheit bieten wird, z» beweisen, dah sie keine bewußten Lügner, keine böswilligen Verleumder und keine schmutzigen Denunzianten sind. Uebrigens sollten die Herrschaften von der «Roten Fahne" doch weniger auf die Mörder von Karl Liebknecht und Rosa Lpxemburg hinabsehen, denn es könnten noch andere Menschen ein gutes Gedächtnis haben und sich daran erinnern, daß da» Berliner Zentralorgan der„Roten Fahne" am 18. August 1028 schamlos folgende Ungeheuerlichkeit'schrieb;■ '»Sogar mit Leuten, die Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermordet haben, werden wir zusammengehen, wenn sie in unsere Reihen treten wollen." In vielen Bibliotheken dürste diese Nummer de«!„Roten Fahne" vom 18. August 1028 nachzulesen sein. Da das Zitat so unglaublich klingt, reproduzierte Pfemfert seinerzeit die betreffende Nummer photographisch für die„A.". Da» war in jener lieblichen Epoche, al» die KPD-Zentrale heih bemüht war, mit den Hakenkreuzlern Einheitsfront zu bilden— gegen Weimar und gegen Frankreich. Die umworbenen Mörder Liebknechts und Rosa Luxemburgs haben damals nicht gewollt, sonst wäre es zu einer idealen Einheitsfront gekommen. AhschluO der Metallarbeiter-Tagung Aussprache Uber das Referat Heesers Tie Debatte zu dem Referat H e e g e r leitete Mock an» Komotan ein. Dann sprachen Ho oi, Eger, der in der Zveiteilung in der Sozial- und Pensionsversichernng ein Unrecht sieht. Der kommunistischen Einheitsfront der Worte seht er die Einheitsfront der Tat entgegen. Moos, Pilsen, wünscht ein Eintreten für die Berbefferung der Witwenren- ien. Puls, Bodenbach, beschäftigt sich mit der Duldung der Ueberswndenschinderei und mit den Widersprüchen in den Sozialgesehen, Thiele, Turn, hauptsächlich mit der Arbeitsvermittlung. John, Hopfengarten, behandelt die Unternehmerpraktiken bei Entlastungen und die Arbeitsvermittlung bei Staatsbetrieben, während Günther, Neudek, die Kürzungen In der Ernährungsaktion kritisiert, Hrdliika, Karlsbad, al» Gast stellt einige Irrtümer in Fragen der Krankenversicherung insbesondere hinsichtlich der Auslegung der Verträge bei Kurzarbeit, richtig. Schwarz, Teplitz, besaht sich mit dem Nentenwesen, Anderer, Eger, mit den Betriebsstillegungen und Urlaubsbestimmungen, Müller, Komotan, mit den Prattiken der einzelnen Bezirksbehörden, in deren Gefolge Arbeitslose wegen Betrüge» verurteilt wurden, die nach dem Gesetz, nicht aber nach bürokratischer Auffaffung Anspruch auf Unterstützung haben. Mit der Fülle der aufgeworfenen Fragen beschäftigte sich dann H e e g e r in seinem S ch l u h- wort, der davor warnt, die sozialpolitische Gesetzgebung wegen der Ihr anhaftenden Mängel in Miß» kredit zu bringen. Seit 1929 wurde auf steinigem Boden ungeheuer wertvolle Arbeit geleistet;' aber Erfolge hängen nicht von unserem Millen, sondern von unserer Macht ab. Die zu diesem Punkte vorliegende Resolution fand einstimmige Annahme. Kaufmann wieder gewählt Dann erstattete Aloi» May den Bericht der MändatSprüfungSkommistion, der genehmigt wurde, worauf die vorliegende» Anträge nach den Vorschlägen der Antragskommission, für die Ladig referierte, behandelt wurden. Bon den Beschlüssen her« vorzuheben ist vor allem die Schassnng einer eige- nen Leitung der Jugendsektion, die Ausgestaltung des F a ch b l a t t e r, die S ch u l u n g der Funktionäre und die A b l e h n u n g g e m e i n- samerJnterventionen mit den Kommunisten. Die Neuwahl de» VerbanbivorstandeS erklärte die einmütig» Annahme der vorliegenden Kandidatenliste. Unter lebhafte« Beifall und fneundfchaft- lichen Ehrungen wurde wieder Fran, Kaufmann zum BeriandSoimann gewühlt. Josef Lassan, Komotau, zum erst«, imd Josef K e i tz l, Giekau, zum zweiten Stellvertreter. Nach DankeSworten der ausländischen Gäste und Erledigung der Formalitäten wurde um 1 Uhr mittags der Berbandstag geschloffen. Via Zukunft der Metallindustrie Aus der Rede, die der Zentralsekretär in der MontagSsitzung hielt, trage» wir nach: Die gegenwärtige Wirtschaftslage muh als eine Dauererscheinung angesehen werden, die jetzigen Erscheinungen vorübergehender Wiederbelebung sind nur auf eine Reihe von Ereignisten zurückzufÜhren, die zwangsläufig zu einer Besterung der Beschäftigung führten. In der Wirtschaft sind seit dem Kriege große Veränderungen vor sich gegangen, Verschiebungen der Produktion»- und Absatzgebiete, und eine Seaderung der jetzigen Verhältnisse ist nur möglich bei einer Aenderung de» System». Die Preispolitik der Kartelle und ihre Bestrebungen, die Erzeugung zu regeln, berechtigen un» zu der Forderung, den Gewerkschaften Einfluh auf die Kar» teile zu sichern, deren Tendenz heute dahin geht, auf Kosten der Verbraucher ein kapitalistische» Bient« »ersystem zu züchten. Durch Exportförderung die Arbeitslosigkeit beseitigen zu helfen, ist notwendig, es wäre aber unerträglich, Erp.?xt-j Prämien auf Kosten der Steuerträger zu gewähren. Einen Teil der Schuld daran, dah nicht genügend Staatsaufträge in» Notstandsgebiet kommen, tragen auch die Unternehmer und jene ll r b e i t e r,. die staatsfeindliche Bewegungen unterstützen. Auch die Banken müssen ihre zurück- haliende Kreditpolitik ausgeben. Die von un» geforderte Berkürzuug der Arbeitszeit könnte eine Belebung der Wirtschaft nur dann bedeuten, wenn damit nicht eine Lohnsenkung verbunden ist. Eine solche abzuwehren, hängt von der Macht der Arbeiterschaft ab. Die Arbeiterschaft hat in der Krise schwere Opfer gebracht und e» ist jetzt Zeit, dah ihr an den verbesserten Verhältnissen Anteil in Form von Lohnerhöhungen gesichert werde. Die Arbeiterschaft muh wieder zur Offensive übergehen. Engste Zusammenarbeit mit den übrigen Gewerkschaften und mit dem Prager verband werden die Voraussetzung für einen erfolgreichen Kampf schaffe»! 16 9ommv ÜBarftox maiM(Revolution noman von Sondu Der Präsident Rodrigüez, der einzige, den Caldelaris Eifersucht nicht verdächtigte, tvar es, der Fulvia erobert hatte. Wie es gekommen Ivar, louhten sie beide nicht mehr ganz genau; sie hatten ja selten Gelegenheit, miteinander zu sprechen. Aber einmal, bei einem Gartenfest hatte es sich getrosfen, dah sie sich plötzlich, von der übrigen Gesellschaft getrennt, im Schatten eines mächtigen Camelienstrauches fanden. Und da hatte der gereifte, überlegene, gelassene Präsident Rodrigüez sie in die Arnie genommen, als hätte er sein ganzes Leben lang nur auf diesen Augenblick gewartet. Und die kokette Fulvia Calderari, die keinem ihrer vielen Verehrer jemals mehr gestattete, als ein mehr oder weniger sentimentales Schmachten, das sich nie weiter vorwagen durfte, als zu einem ausdrucksvollen Kuh auf ihre kleine Hand, ja, Fulvia Caldelari wußte in dieser Minute wirklich, dah sie nur auf diesen Mann gewartet hatte, und dah er von nun an mit ihr mache«» konnte, Iva» er tvollte. Nach diesen« Augenblick sand sich alle» von selbst. Der Ort, die Zeit, auch die unvermeidlichen vertrauten. An mindestens drei Abenden der Woche tvar Fulvia frei, da neben ibr noch eine dramatische Sängerin die großen tragischen Rollen sang. An ztvei anderen Abende«« spielte Caldelari mit dem Konsul Ritchie, mit Tommy Barbox und einem oder dem andern Salvadolider Herrn ein billiger Poker. Da» waren.die Stunden, über die Fulvia verfügen konnte. Natürlich erforderte das ein ungeheures Mah an Vorsicht und Strategie, aber eine uralte Tradition war auch is Ful via lebendig und lieh sie alle jene Mittel finde««, die alle Frauen seit jeher in dieser Lage gesunden haben. Caldelari war tvohl eifersüchtig, aber dah er auf jeden andern Mann eher eifersüchtig war, als auf den Präsidenten, bedeutete schon eine Erleichterung. Und dann, vor allem, e» gab ja den Inspizienten Agostin. Agostin erlebte jetzt die grohe Zeit seines Leben». Er Ivar Fulvia» vertrauter. Er liebte sie so, dah er glücklich war, sie glücklich zu sehen.. Und das ist gewiß eine seltene Art, in der Liebe glücklich zu sein, wenn die Quelle des Glücks der Geliebten die Liebe eine» anderen Mannes ist. Seit seinem Erfolg als Marullo in Padua hatte er nie mehr in solchem Rausch, gelebt, wie jetzt. Wen«« FulviaS Erfindungsgabe versagte, wenn sie zitternd nach der Uhr sah, weil sie wußte, daß sie in wenigen Minuten erwartet wurde, und trotzdem den Mut nicht fand, dann war es Agostin, der die Hindernisse aus dem Weg schaffte. Unerschöpflich war er vor allem darin, Abhaltungei« für Caldelari z«i erfinden. So trat er während der Vorstellung auf den Bariton Brombara zu, sah ihn unruhig an und sagte: „Aber Iva» haben Sie denn, Sie sehen ja elend aus." Einem Sänger muh man das nicht zweimal sagen, damit'er sich auch elend fühlt. „Nein?! Wirklich? Ja, ich bin schon den ganzen Tag nicht sehr wohl." Und Agostin nahm jh«n de«> Puls.. „Sehr schnell! Sie müssen sich schonen,. Sie sollten ein paar Tage zu Hause bleiben." „Zu Hause bleiben? Bei diese«» Betrieb hier? Und wer wird übermorgen den AmonaSro singen? Ohne mich kamt der Direktor zusperren." „Um so mehr. Sie sind sicher krank. Da» Klima, dke Hitze..." Das wiederholte er einige Male ini Laufe des Abends. Und im letzte«« Zwischenakt konnte er daim dem Direktor melden» „Herr Direktor, ich fürchte, Brombara sagt uns ab." Caldelari sah entsetzt auf. „verflucht! Was macht inan da? lieber» morgen ist.Aida'.'" Aber Agostin war auf alles vorbereitet, hatte schon alles vorausgesehen, wuhte eine Antwort auf alles. „Soldat! hat d«!n AmonaSro auch schon früher gesungen; ich habe ihn vorsichtshalber gefragt. Mit einer kurzen Probe könnte er es." „Sie find eine Perle, Agostin I Aber morgen haben wir ohnehin den ganzen Tag Proben." Agostin war durch nichts zu erschüttern. „Morgen abend ist.Liebestrank', das dauert nicht lange, nachher könnte man vielleicht eilte Nachtprobe halten." Und damit war die Sache erledigt. Der Bariton Brombara fühlte sich immer kränker, lieh nach der Vorstellung den Direktor wiffen, dah er einige Tage nicht singen könne, sein Kollege Soldat!, der sonst nur zweite Rollen sang, war glücklich, auf diese Art eimnal den Salbadolidern zeigen-« können, wie mm« einen AmonaSro hinlegte, RhadameS und Aida erklärten sich, von Agostin iiberredet, bereit, gegen eine kleine Sondervergütung eine Nachtprobe mitzumachen. Und Fulvia Caldelari konnte im Halbdunkel durch Nebenstraßen zum HäuS des Präsidenten gelangen, eine kleine Gartenpforte stand offen, der Garten war schattig und kühl, bei einer Palmengruppe wartete Rodrigüez auf sie und führe» sie durch eine«« Säulengang in ein abgelegene» Zifluner, die Fenster standen weit offen, die Oran« genbäunie dufteten, ein Springbrunnen plätscherte lässig. Und nun Versank der Staat und da» Theater in eine dunkelblaue, sternendurchflimmerte Unendlichkeit. Bis da» Telephon schrillte, und Agostin melden muhte, dah die Probe in einer Viertelstunde zu Ende war.' Dann fuhr der Präsident Fulvia in seinem Gesandter Dr. Flerllnger wurde mit 1. September d. I. zum Vorstand der politischen Abteilung des AuhenministeriuniS ernannt. Der bisherige Chef dieser Abteilung, der bevollmächtigte Minister Dr. Wellner, übernimmt das Amt eines ständigen Vertreters des Außenministers. Gendarmerie-Razzia in Ladowltz vor Jahren wurden in Dux-Lädowitz und Umgebung auf einen Vervielfältigungsapparat hergestellte Flugzettel verbreitet; die letzten Zettel wurden angeschlagen und verstreut, als der König von Jugoslawien ermordet wurde. Damals konnte die Gendarmerie einen schwachsinnigen Bursche«« sestnehinen und am nächsten Tag erfolgte die Verhaftung des Gemeindebediensteten Kräl in Ladowltz. Kräl verbrachte viele Wochen in der Untersuchungshaft zu, ohne dah die Gendarmerie die Geheiindtuckerei ausforschep konnte. Seit Monaten kursieren in Ladowih die verschiedensten Gerüchte und es wurde die Behauptung ausgestellt, dah da» Geld zum Ankauf einer Schreibmaschine und eines Vervielfältigungsapparates der B. M. au» Ladowitz beigestellt hat. Der Bergarbeiter W. erhielt von« B. M. das Geld und unter Losungswort mußte er mit dem Bergarbeiter B. nach Bruch fahren und dort erhielt er unter Losungswort von einem unbekannten Mann einen verpackten Gegenstand. Am Wege von Bruch nach Ladowitz untersuchten W. und B. da» Paket und stellten mit Verwunderung fest, dah sie eine Schreibmaschine transportieren, in deren Umhüllung noch Fichtennadeln lagen. Unter dem Fuhboden solle«« die Apparate der Geheimdruckerei bei den Kominunisten Sp.'versteckt gewesen sein. Trotzdem schon vor Monat«!«« über dieses Geheimnis in Ladowitz gesprochen wurde, kam Montag, den 7. September, die Gendarmerie (Fahndungsabteilung> in zwei Autos nach Ladowih und holten vo«n Arbeitsplatz den Bergarbeiter W. und später den B. Lebhafte Tätigkeit war in Ladowitz und beit ganzen Tag war das verhör und auch der B. M. wurde in der Ge« meindekanzlei ins verhör genommen. Am späten Abend wurde die Sache zum Abschluß gebracht, weil nichts Greifbares zu erforschen war. Auf Kräl, der im Vorjahr gestorben ist, wurde alle» geschoben. Der unbekannte Man«« in Bruch, der den Bergarbeiter W. und B. die Maschine ausgefolgt hat, ist in Deutschland verhaftet worden, so dah die Sache«nit der Untersuchung der Fahn- dungsabteilung in den späten Abendstunden abgeschlossen wurde. kleinen Auto ganz in die Nähe ihrer Wohnung,, der Abschied war süh und schmerzlich, als wäre es ein Abschied für immer, denn man w««hte ja nie, wann man sich Wiedersehen würde. Und a,n nächsten Tag gerb es Beratungen mit dem guten- Agostin, der immer Zeit sand, ein Briefchen an den Präsidenten zu befördern, ohne daß irgend jemand es merkte, ohn« dah irgend jemand neue Möglichkeiten ersann, einen neuen Weg bahnte, um der geliebten Fulvia seine Hingebung zu betveisen. Diesmal Ivar es der Tag einer Vorstellung von„Ernani", als Fulvia zun« erstenmal, seit sie die Geliehte des Präsidenten war, das Wort Politik aussprach. „Angst?" Der Präsident lächelte verwundert und sah über FulviaS Schulter hinweg im Spiegel in ihre ausnahmsweise nicht lachenden Auge». „Wovor hast du Angst? Was gibt es in der Politik, da» dir Angst machen kann?" ’„Ich weiß selbst nicht genau... ich bin seit einigen Tagen so nervös, mir ist immer, wenn ich an dich denke, als ob irgendeine Gefahr.,." Der Präsident lächelte nicht mehr. Er hatte grohes Zutrauen zu FulviaS Instinkt. Und auch der Präsident der glücklichsten ÜiepMik der Erde wuhte, dah manches in der Situation wirklich gefahrdrohend war. „Ist etwas Bestimmte» vorgekommen, was dir Angst machen kann?" „Ach.,. Bestimmte»... e» liegt vielleicht auch nur an mir... früher war mir alles gleichgültig, wa» die Leute zu mir geschwätzt'haben... ich habe darüber gelacht.,. ein bißchen hat es mir auch Spaß gemacht, wenn mein Mann eifersüchtig war..," Sie lachte unbefangen, aber das Lachen brach plötzlich ab, und sie sprach immer, dringlicher:„ES sind dumme Reden, gewiß..> aber seit du da bist, ist alles verändert... ich tvar sorglos... ich tvar ein Kind... setzt höre ich vieles ganz anders.. da ist dieser Bonamarta.." .(Fortsetzung folgt.) Nr. 210 Mittwoch, y. September 193« Sette 3 Judetendeutsdier Zeitspiele! 1,134.000 Kt für die deutschen Theater au« dem Radiofond* Dieser Tage erfolgte die Austeilung des Radiofonds, der in diesem Jahre rund vier Millionen beträgt, an die Theater. Bon diesest vier Millionen wurde den deutschen Theatern in der Republik 1,184.900 XL z»geteilt, und zwar in folgender Weise: Das Neue Deutsche Theater in Prag 700.000 Xi, die Bereinigten Deutschen Theater in Brünn 120.000 Xi die Stadttheater Reichenberg 80.000 Xi, Aussig 25.000 Xi, Te plitz 80.000 Xi, Brüx 25.000 Xi, Eger 25.000 Xi> M.- Ostrau 20.000 Xi, Troppau 20.000 Xi, Gablonz 25.000 Xi, Karlsbad 20.000 Xi, Saaz 12.000 Xi, Leitmeritz 12.000 Xi, Maricnbad 10.000 Xi, Franze nSv ad 10.000 Xi. Außerdem wurde bestimmt, daß für die"deutschen Spielzeiten in Znaim und Olmütz je 5000 XL gezahlt werden, wenn die dortigen Theatervereine den Nachweis erbringen, daß die Theatervorstellungen durch Berufsschauspieler erfolgen. Schaffung und Verwendung dieses Theater- fouds aus den Einnahme«: des Nadiojournals ist zweifellos ein ganz bedeutender"Fortschritt und begrüßenswerter Hilfsakt für die unter der Krise leidenden Theater in der Tschechoslowakischen Republik ganz allgemein. Besondere Bedeutung aber kommt diesem Hilfsfonds für unsere sudetendeutschen Theater zu, deren Not in den letzten Jahren ja geradezu schm? sprichwörtlich geworden war. Sind auch die Summen, die da einzelnen Theatern zufließen, nicht gerade überwältigend und bedeutet auch die Ausgießung dieses Fonds sicherlich noch nicht etwas völlige Sicherung der einzelnen Institute, so wird diese Unter»" stützung doch in vielen Fällen sehr wesentlich dazu beitragen, um die Lebensfähigleit unserer Theater zu befestigen. Di« Beträge, die den beiden größten Bühnen zufliehen, insbesondere der Anteil des Prager Deutschen Theaters, aber auch der Zuschuß für Reichenberg sind doch gewiß als sehr stattlich zu bezeichnen. Bemerkenswert aber ist wohl vor allem die Tatsache, daß die deutschen Theater national-schlüssolmätzig diesmal durchaus zu ihrem Rechte gelommen sind— eine Erscheinung, die wir als Pariei zum guten Teile als Ergebnis sozialdemokratischer Arbeit buchen dsixfey.. Tschechische Anerkennung filr die Aufbauarbeit der Stadt Aussig Im„Pohraniik", Casopis pro Kulturnk, PolitickL a Hospodakskk otäzky(„Grenzgebiet"," Zeitschrift für kulturelle, politische und wirtschaftliche Fragen) Nr. 7 bis 8, Jahrgang 1980, finden wir unter dem Titel„A u f s i g a. E. b a u t weitere Häuserblocks" folgende Anerkennung für die in Aussig unter sozialdemokratischer Führung geleistete städtische Aufbauarbeit: „Der Bau von billigen Wohnungen hat während der Amtstätigkeit des Bürgermeisters P ö l z l einen außerordentlichen Aufschwung erfahren. Nach einem genau durchdachten Plane wurden die Baucpochen verteilt und dann allmählich verwirklicht. Es ist hervorzuheben, daß den Bauten von billigsten Wohnungen gehörige Fürsorge gewidmet wird und daß das rege Bauamt der Stadt darauf achtet, daß die Bauten nicht nur nach der praktischen und hygienischen Sette, sondern auch dem Aussehen nach entsprechen. Zwei mächtige Blocks von Balkonhäusern hinter dem tschechischen Gymnasium, deren Photographien foinerzeit die Bild- und Fachrevyen Prags und Europas durchlaufen sind, sind von architektonischem Interesse. Jetzt gelangt die Stadt zur sogenannten, V. Bauaktion, in welcher 800 Kletnstwohnungen mit Wohnküche und Zubehör gebaut loerden. Die Baupläne sind schon am Stadbauamt aufgelegt, wo auch die Ossertunter- lagen und Informationen zu erhalten sind, denn die Vergabe der Arbeiten ist bereits ausgeschrieben. Eine weitere Bauetappe in Aussig a. E. wird die bei uns zum erstenmal gelöste Aktion:„Bor- stadtkolonlen für nur teilweise beschäftigt« und arbeitslose Arbeiter" sein. Die Schulden der Stadt haben zwar die Höhe von zweihundert Millionen XL erreicht, wobei wir jedoch beachten müssen, daß die auSgeliehenen Gelder für gute >ind allgemein nützliche Sachen verwendet werden." Der Geist Hitlers. Ein Genosse aus Nordböhmen schreibt uns:„Ich hatte Donnerstag den 8, September dienstlich in der kleinen Stadt Z. im politischen Bezirk Deutsch-Gabel zu tum Dort hatte"einige Tage vorher der SdP-Abgeordnete May ein« Versammlung abgehalten und mächtig aüfgetrumpft. Di« Wirkung? Fremde Ordner äußerten sich in dieser Versammlung Arbeitern gegenüber, daß es auch bei un» in kurzer Zeit Konz« ntr ationslager geben werde, In denen Sozialdemokraten uiid Kommunisten „versorgt" werden. Nach der Mäy-Berfasnnilüng wuchsen im Städtchen di« Flüsterparolen. Und auf der Straße wisrde ich von einem vorüberfahren unerkannten Radfahrer mit„H eil Hit« l e ist.'angebrüllt."! I Die KreiSkonferenz Sternberg ist für den 27. ' September ins Arbeiterheim in Sternberg einberufen. Das große politische Referat wird Genosse Taub halten, über die Propaganda wird Genosse Z i s ch k a sprechen. Ausbau der sudetendeutschen Knltursendun- gen. Die Prager Deutsche Sendung wird fortan regelmäßig viermal, u. zw. am Dienstag, Donnertag, Freitag und Samstag kurz vor sieben Uhr fünf Minuten lange Kulttirceliefs zur Sendung bringen, so daß kulturelle Erscheinungen des SudetendeutschtumS ihren Niederschlag auch im Rundfunk werden finden können. Di« ordinärsten Grenrlberichte über Missetaten der spanischen BolkSsrontkämpfer enthalten di« dem Hitler treu ergebene„Ruinburger Zeitung" und, selbstverständlich, die„D rutsche Press e". In der„Rumburgcr Zeitung" fehlen auch die Orgien nicht, die zum stehenden Repertoire aller reaktionären Greuelhctzer gehören: „Der rote Hauptkommissär Navacerrada habe jede Nacht Orgien veranstaltet und anschließend allmorgendlich nach dem Frühstück zahlreiche Gefangene vor seinen Augen erschießen lassen."— Die„Deutsche Presse" schildert genau die Erschießung eines Offiziers, den man auf der Tragbahre zum Richtplatz gebracht habe. Er sei von zwei Seiten(I) erschossen worden, so daß sich der Körper unter der Wirkung der einschlagenden Kugeln gedreht habe(!).— Man hat beim Lesen dieser Dinge den Eindruck, daß es den verbündeten Katholiken und Hitlerfaschisten nicht allein um die Verunglimpfung der spanischen Freiheitskämpfer, sondern mehr noch um die Spekulation aufdieLüsternheit ihrer Leser geht. ES scheint uns, daß nirgendwo soviel Geilheit befriedigt wird, wie in den Spalten der reaktionären Presse. WaS es alles gibt. Wie uns aus A s ch berichtet wird, gibt der dort wohnende Gründer der „Partei der Justitianer", Bloß, mit Beginn September eine eigene Wochenzeitung unter dem Titel„Letzte Politik" heraus. Das Blatt wird in: Vcrvielfältigungsverfahren hergestellt und enthält programmatische Aufsätze des Herausgebers Ploß und einen„bunten Teil".' Einschreibungen an der Deutschen Technik. Die Einschreibungen für daS Studienjahr 1980/87 finden in der Zeit vom 24. September bis 8. Oktober statt, und zwar in nachstehender Reihenfolge:.Reu eintretende Hörer(Inländer) am 24. und 25, September, bereits immatrikulierte Studierende(Inländer wlt Ausländer) vom"26. September bis 6. Oktober, und zwar in akvhabetischer Ordnung, die am schwarzen Brett der Hochschule kundgemacht wird. Neu einlretende Ausländer am 7. und 8. Oktober. Katalonien einmütig gegen die Putschisten Prag. Das Tschechoslowakische Preßbüro erhielt von seinem Korrespondenten in Barcelona mittel» Briefpost ein Schreiben, das die Zensur der spanischen Behörden passiert hat. Der Berichterstatter wurde vo» dem Präsidenten der katalanifchen Regierung CompanyS empfangen. Präsident Companys erklärte, in dem gegenwärtigen Kampf in Spanien spiele eine große Rolle der Umstand, daß ganz Katalonien sich mit voller Entschlossenheit in den Kampf gestürzt hat, weil das Volk wußte und fühlte, daß, wenn die Aufständischen siegte», die schwer errungene Freiheit verloren und Katalonien unterjocht wäre. DaS Volk hat sich gegen die umstürzlerische Macht des Militarismus, deren Hauptfaktor das Schreckensregime herrischer und einig böswilliger Generale war, zusammengeschlossen.' Hier in Barcelona hat die Entschlossenheit des Volkes ein Wunder vollbracht und die ganze Aufständischen» Armee in Katalonien wurde mit ihrem gesamten Kriegsmaterial in einigen Stunden geschlagen. Das Volk war gegen die Aufständischen-Armee nur"mit Messern, aber auch mit Siegeswillen ausgestattet. Die loyalen Kräfte der Gendarmerie und Polizei ermöglichten durch ihr« Opferbereitschaft diesen Sieg des Volkes gegen die Aufständischen.. Mitb aus diesem Sieg, fuhr Companys fort, wird dasneueSpanien hervorgehen. Eine weitere Unterredung hatte der Berichterstatter mit dem Generalsekretär des Zentralausschusses der katalanischen Miliz Jaüm M i r a- bitles, der u. a. erklärte, der Sieg über'die Aufständischen in Katalonien sei in gleicher Weise ein Verdienst der Regierung wie der Arbeite r k l a ff e; Die Regierung hatte am 19. Juli im wahren Sinne des Wortes- nicht die Regie- rungsgewalt inne, weil die Armee aufgelöst wurde und di« Polizei, die Gendarmerie sowie die Organe der öffentlichen Ordnung auf den Barrikaden mit den kämpfenden Arbeitern Schulter an Schulter fochten und nach Bedarf dey Befehlen der revolutionären Ausschüsse gehorchten." Aus dieser Lage, dti ftcht Tage dauerte, ging der Zentralausschuß der antifaschistischen Miliz Mit der revolutionären.Vollzugsgewalt hervor, auf welche sich"die Regierung stützte. Nun. da in Katalonien bereits Rühe"herrscht, wird die Regierung"wieder ihre RcgierungSaufggbe über-. Brief an den Zeltsplegel „Einige eifrige Leser Ihrer Blattes aus der Schulstadt Eger" schreiben uns: „In der Schulstadt Eger gibt es seit alterSher eine ganz ansehnliche Anzahl von mittellosen Leuten, als Logisgeber an Studierende. Dies hat der Verwaltung des K l o st e r S der Kreuzfchwestcrn vo» Eger nicht gefallen und e« wurde daher in „christlicher Nächstenliebe" im Laufe des Schuljahres 1985/86 allen Studentinnen ihrer Schulen und Anstalten, die bei Egerer LogiSgcber» wohnten, anbefohlen, ihre PrivatlogiS zu verlassen und von nun ab im Klosten zu wohnen. Einer stattlichen Anzahl vo» Leuten wurde» dadurch Einkommen und Lebensexistenz in einer so harten Zeit gekürzt. Und dabei handelt cs sich nicht vielleicht um wenige Studentinnen.— Dar Kloster der Kreuzschwcstern beherbergt folgende Schulen: Eine Lehrerinnenbil- dnngSanstalt, eine Handelsschule, einen Äindergärt- »erinnenkurs, eine Familienschule, vier Klassen Bürgerschule— fast genau so viel, wie da» übrige Eger staatliche Schulen aufweist. Wie man neuerlich an» verläßlicher Quelle hört, müssen auch in: heurigen Jahre wieder alle Schülerinnen der Klosterschulen tm Kloster wohne». Die LogiSgcber trifft dadurch ein neuerlicher Schaden. „Ist das chrichliche Nächstenliebe?" Die Aufnahmeprüfungen aus der Darstellenden Geometrie und dem Freihandzeichnen für absolvierte Gymnasiasten werden für Inländer am 24. September und für Ausländer am 7. Oktober l. I. vor der Einschreibung bei den betreffenden Lehrkanzeln im Hauptgebäude, Husgasse, abgehalten. Die Vorlesungen beginnen am 5. Oktober. Das Programm (erster und zweiter Teil) wird nur gegen Voreinsendung von 17.20 Xi(Ausland 19 Xi) gesandt. Deutsche BolkSbank. Zu der vom Tsch. P.-B. auSgegebenen Meldung über Veruntreuungen bei der Deutschen Volksbank in Weipert stellt die „Deutsche Volksbank für Böhmen" in Leitmeritz fest, daß sie in Weipert keine Filiale besitzt noch besessen Sparausschuß eröffnet Budgetberatungen. Der Ausschuß der parlamentarischen Spar« und Kontrollkommission hat in der DienStag-Sitzung unter dem Vorsitze des Abgeordneten Beran seine Tätigkeit mit der Behandlung des Berichtes des Finanzminister» Dr. K a l f u s über die gesamte finanziell« Lage des Staate» und über die Vorarbeiten.zum Staatsbudget für das Jahr 1937 ausgenommen. Den"Bericht über den Rechnungsabschluß für das Jahr 1985 erstattete Ministerialrat Dr. S u p ä k e k. Hierauf wurde eine Reihe von Beschwerden und Eingaben, die von der Bevölkerung eingegangen lvaren, behandelt. nehmen und der zentrale revolutionäre Ausschuß automatisch verschwinden. Schließlich erklärte Miravitles, daß der spanische Bürgerkrieg noch lange dauern werde, weil das Land gebirgig sei und Schritt für Schritt vorgegangen werden müsse. Miravitles ist von: Siege der Regierungstruppen überzeugt, obwohl er im Lager der Aufständischen ausländische Offiziere, Waffen und Flugzeuge gesehen hat. Wir haben Madrid, Valencia, Barcelona und ganz Katalonien, in Händen und diese drei Gebiete bedeuten den ganzen wirtschaftlichen Reichtum Spaniens. Bis rum letzten Mannl In der Dienstagsitzung des Kongresses der Trade Union ist die Antwort des Vorsitzenden der spanischen Regierung Largo Caballero auf die Begrüßungskundgebung eingetroften, die der Kongreß an ihn geschickt hatte. In der Depesche heißt es, daß die spanische Arbeiterschaft b I r zum letz, t en Mann die Demokratie und die Freiheit verteidigen werde.. Mexikos Arbeiter für Spanien Am Sonntag wurden in der Hauptstadt Mexikos große Arbeiterkundgebungen für di« spanische Republik abgehalten. ES wurde beschlossen, daß die Arbeiter in den Rüstungsfabriken täglich zwei Stunden ohne Lohn an der Wafsenerzeugung für di« Madrider Regierung arbeiten werdest. Die Eisenbahner geben für die Unterstützung der Madrider Regierung einen großen Teil ihres Lohne» ab. An die Regierung wurde die Forderung nach Auflösung der faschi- stischen Verbände gestellt, die die spanischen Aufständischen unterstützen." ' portugiesische Kriegsschiffe 'Deutern - Lissabon.(Reuter.)t Ein Teil der Mannschaften zweier portugiesischer Kriegsschiffe, der Korfsttte„Alfons Albuguerque" und des Zerstöre»„Dav", haben Dienstag früh gemeutert. Die Mstenbatterien gaben.auf Befehl der Regierung Anige Salven auf die Schiffe ab. Darauf iw.ützde:«/ beide Schiffe in den Tajo abgeschleppt "Und', die Meuterer verhaftet. Regiert Hitler? D’Ormesson Uber das deutsche Problem Der bekannte konservative Publizist Wladimir d'Ormesson, der eben von einer längeren Studienreise aus Deutschland zurück,zekehrt ist. schreibt im Pariser„Figaro" über seine Eindrücke. Die Ansichten d'Ormesson verdienen deshalb Beachtung, Iveil er in iveitesten Kreisen als einer der objektivsten Beobachter, über die das heutige Frankreich verfügt, angesehen ivird. Nach seiner Ansicht habe die jüngste Verordnung über die Verlängerung der Dienstzeit in Deutschland keine besondere Begeisterung hervorgerusen, eher sei das Gegenteil richtig. Während die Einführung der Wehrpflicht sowie die Besetzung des Rheinlandes von der Bevölkerung und besonder» von der Jugend mit Hellem Jubel ausgenommen worden seien, sei heute die Begeisterung auSge- bliebeu. Die Deutsche» haben, meint d'Ormesson, die Empfindung, daß man sie auf einen gefährlichen Weg stoße. Die Bevölkerung habe vor einem Krieg Angst, jedenfalls sei die Idee des Krieges keineswegs bei den Volksnmssen populär. daS bedeute jedoch nicht, daß, falls die Machthaber des Dritten Reiches einen europäischen Krieg entzünde» wollten, sie irgendeiner Opposition begegnen würden. In diesem Falle Ivürde eS genügen, die deutsche Bevölkerung im Laufe vo» 48 Stunden durch die Presse zu bearbeiten, um mit deni Volke alles zu machen, tvas man nur wiinsche. D'Ormesson glaubt nun behaupten zu können, daß das heutige Deutschland in Wirklichkeit durch de» Generalstab regiert werde. Eine aufmerksame Beobachtung der deutschen Politik seit der Machtübernahme durch Hitler haben den französischen Publizisten davon überzeugt, daß man während dieser ganzen Zeit, in verschiedener Gestalt, lediglich die Pläne des deutschen Gene» ralstabeS verwirklicht habe. Die Generäle beherrschen das Dritte Reich, sie leiten auch den„Führer" selbst. Deutschland befilwe sich, ebenso wie zu Zeiten Wilhelm II., in den Händen der Mili- tärkaste. Der Unterschied zwischen der wilhelminischen Epoche und der gegenwärtigen Zeit bestehe, nach Ansicht von d'Ormesson, bloß darin, daß dir heutige militaristische Staatsordnung, die durch eine«soziale" Maske verdeckt sei, weit gefährlicher sei als das alte wilhelminische Reich, daS keine solche soziale Verbrämung für nötig hielt. Der antlbolschewlstlsche Parteitag Nürnberg. Der Reichsparteitag 1986 der DN>2AP wurde Mittwoch nachmittags durch einen Empfang des Reichskanzlers Hitler In Anwesenheit der Spitzen von Partei und Staat im Rathaussaal eingeleiset. Hitler, der unter G l o ck e n g e l ä u t« mjt seiner Begleitung im Rathaus«inträf, wurde vom Oberbürgermeister der Stadt Liebel niit einer Ansprache begrüßt. Die gesamte Presse widmet dem Reichspar- teitag ausführliche Artikel, welche fast ausschließlich auf den Kanipf gegen den BoI- s ch e w i S m u S abgestimmt sind. Schließlich ivird auf die Kämpfe in Spanien verwiesen und erklärt, daß auf dem Parteitage aus dem Munde des Reichskanzlers eine neue Parole erfolgen werde. Einer der Leiter der Propaganda der deutschen nationalsozialistischen Partei, Fischer, eröffnete Montag abends in Nürnberg eine AiiS- stellnng, welche die Bezeichnung trägt:„Der Welt-Bolschewismus ist der öffentliche Feind Nr. 1". Fischer kündigte an, daß die Ausstellung durch das ganze Reiche wandern werde. Russische Manöver In der Ukraine Moskau. Am Montag ist in Minsk der Volkskommissar für die Verteidigung, Marschall Woroschilow, mit den Marschällen Tucha- tschewski,, Jegorow und Budjonny eingetroffen, um den Manöver» der Roten Armee in Weißrußland beizuwohnen. An diesen Manöver» nehmen auch eine tschechoslowakische Militärdelegätion unter Führung des Generals L u j a, eine britische Militärdelegation unter Führung des Generalmajors Mavell und eine französische Militärdelegation unter Führung des Stellvertreters des Generalstabschess, General Schweiß« guth, teil.. Vor der Konferenz der Kleinen Entente Bukarest. Am Mittwoch trifft der jugosla- wische Ministerpräsident und Außenminister StojadinoviL in Bukarest ein; er bleibt bis Freitag abends in Bukarest, um dann mit dem rumänischen Außenminister AntoneScu zusammen nach Topoläianky zum Präsidenten Dr. Benes zu reisen und von dort nach Preßburg zur Konferenz der Kleinen Entente weiter zu fahren, welche vom 12. bis 14. September Etagen wird. Lebensmittel-Kredit für Madrid HavaS meldet aus Madrid, daß die spanische Regierung ihr Einverständnis erteilt hat, damit die Bank von Spanien der Stadt Madrid einen Kredit von 20 Millionen Peseten zur Sicherstellung der Verpflegung der Hauptstadt eröffne. Osuskif referiert Prag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan H o d j a empfing Dienstag nachmittags den tschechoslowakischen Gesandten in Paria, deck bevollmächtigten Minister Dr. St. Osusth." Seife 4 Mittwoch, 0. September 1036 Ole; 210 Die Stärke der spanischen Heere Die Aufstäudischenwersügen über eine Armee vo» rimd 60.000 Mann. Davon entfallen auf dl: Armee des Generals Mola 15.000 gut bewaff- nete und ausgerüstete Soldaten, die Basen dieser Nordarmee sind BnrgoS und Balladolid. General de L 1 a n o, der Über die Südarmee, Hauptquartier Sevilla, befehligt, verfügt über etwa 5000 Soldaten. General F r a-n e o hat unter seinem Oberbefehl 85.000 Soldaten, aber diese Armee befindet sich zum großen Teil noch in Marokko, wo die Aufständischen in der letzten Zeit mit vielen Widerständen zu lämpsen haben. Die Soldaten der aufständischen Armeen sind nicht sehr zuverlässig, für viele Soldaten und Unteroffiziere winlt bei dem Uebergang auf die RegierungSseite die Hoffnung, ein Offizierspatent zu bekommen. Einige von den aufständischen Soldaten fühlen sich durch das Klassengesühl den Arbeitermilizen der Regierungzarmee eng verbunden und können schon aus diesem Grunde, nicht als absolut zuverlässig gelten. Unter den aufständischen Generälen selbst gibt es starke Meinungsverschiedenheiten über die künftige Regiermigsform von Spanien. Mola ist ein Republikaner, obztvar faschistischer Prägung, Ivährend Franco ein itberzeugter Monarchist ist. Da die reguläre spanische Armee, ohne Zivilgarde und die truppen, eiste Art Gendarmerie, vor dem. Auf- stande 185.000 Soldaten: gezählt'hat, verfügt' die Madrider Regierung gegenwärtig Über mindestens 75.000 Soldaten. Die Garnisonen solcher Großstädte, wie Madrid; Barcelona, Valencia, Malaga und einiger Kleinstädte sind der Regierung treu geblieben. Außerdem stehen der Regierung etwa 50.000 Arbeitermilizen'unter selbstgewählten Führern zur Verfügung. Unter den RegierungSgenerälen werden M a ngan a. Castello, Ser a b i a und R i ch e l m e genannt. Unter den Mitgliedern der neuen Regierung soll besonders, der neue Marine, und Flugwesenminister, der bekannte Führer der gemäßigten Sozialisten,'Fndalecio P r i e t o, über große militärische, und vor allem organisatorische Fähigkeiten versügeni Auch der. Präsident A z a'L a hat militärische Bildung, und.zwar in Frankreich; erhalten. Bon den neuen.Ministern, wird außer Largo T a b a l l e r o und Prieto bestimmt der Außenminister A l v a r.e z'd e l B.a y o eine große Rolle spielen. Del Vnyoist einer der Füh rer des linken Flügels der sozialistischen Partei und ein sehr volkstümlicher Abgeordneter des proletarischen Madrid, Er H örster Botschafter sogenannten Sturm- t der spanischen Republik, in. Moskau gewesen. seist ersten Versuch: wird fetzt- bereits eine neue Anlage in Angriff genommen,-die 18 Kilometer lang Handel mit Galgenstricken keineswegs unter der Krise zu leiden hat. Auf das Inserat sind: Mehr Bestellungen. eingelaufen,. als im Moment befriedigt werden.konnten.' Sie werden in einer Kartothek unter, einer,laufenden Nummer einge- tragen, und sobald wieder eine Hinrichtnng erfolgt, erhalten sie ein Stück von.dem Strick, Das Erstaunliche ist; daß es. sich mm ein reines Vertrauensgeschäft handelt, denn'fast nie ist der Verkäufer in der Lage, den Beweis für. die, Echtheit des Galgenstrickes zu geben. Aber.er behauptet; bis heute^ keine Reklamationen bekommen zu haben.' Der Detektiv alS Pantoffelheld. Wegen Diebstahls von zwei. Pfund hatte sich in. London der als Detektiv bei einer Eisenbahngesellschetft tätige JameS August Newdick zu verantworten. Er,diente'seit langen Jahren'ünd hatte sich noch nie cttvas zuschulden kommen lassen. Dann wär er'selbst ertappt worden,. Vor;dem Richter erklärte er seine Tat dadurch, daß er feiner Frau seinen Verdienst auf Heller-uyd Pfennig abgeben mußtet Er bekam gerade zwei Pence, um nut dem Autobus zu seiner Dienststelle zu fahren. Da er aber rauchte und auch.mal.eist GlasBiep frank,. mußte. er Schulden machen,. die int Laufe der Zeit auf Mei Pfund angewachsen waren. Um sie zu bezahlen, stahl, er sie. Der Richter entschied, daß die 2 Pfund von dem Gehalt einbe- haltcn werden sollten, und. bestrafte Newdick nicht, der weiterhin als Detektiv tätig sein wird. Rauschgiftsüchtige Pferde. Män hat seit langem beobachtet, daß Pferde, die in der Prärie grasen, zuweilen namentlich bei OrtSverände« rungen ohne jeden ersichtlichen Grund eingehen. Neuer Forschungen haben festgestellt, daß diese Pferde in des Wortes genauer Bedeutung rauschgiftsüchtig sind. In TexaS wächst eine Pflanze „Loco", die eine berauschende. und morphiumähnliche Wirkung auf Tiere hat. Pferde, die sich an ihren Genuß gewähnt haben, kommen ohne sie nicht mehr aus. Mangel von.Loco-Blättern erzeugt bereits nach einigen Tagen ErmiidungS- und Verfallserscheinungen, die umgekehrt sofort wieder schwinden,. sobald das Tier wieder'mit dieser Pflanze gefüttert wird. Nach 20 Jahren... Im Adamello-Gebiet kamen in der Nähe des Topeiie-Sättels in 2960 Meter Höhe beim Aufsuchen von Material aus dem Weltkriege die Leichen von 10 Gefallenen des Weltkrieges zum Vorschein, die das Gletschereis freigegeben'hatte. Die Soldaten, 15 Oesterreicher und ein Italiener, dürften während der großen militärischen Aktion zwischen dem 20. April ustd dem 15. Mai 1918 ums'Lebtn gekommen' sein. Man nimmt an, daß bei Anhalten de? schönen Wetters noch weitere Kriegsopfer geborgen werden können.,. Touristenabkommen. Deutschland—Jugoslawien gescheitert.' Die Verhandlungen, zwischen Vertretern der. jugoslawischen, und der deutschen Regierung, welche die Deutsche. Reichsbank veranlassen sollten, deutschen Touristen,' welche nach Jugoslawien reisen sollen, einen gewifse'n Bewag zur.Verfügung zu.'stellen, haben zu keinem Ziele geführt', da'sich die von der deutschen' Regierung gestellten Bedingungen al- unannehmbar erwiesen.'ES'muß' daher' mit. einem /erheblichen Sinkeni des Zustroms deutscher. Touristen nach Jugoslawien gerechnet/werden..- Natürliche Warrnwasseeversorgmig.' Bereits im Jahre 1080 begann manauf Island> mit den Ver» suchen, die heißen Quelle»'deS. LandeS zu einer-natürlichen WarmwaiferversorgUstg'und; sogar, zü-.einer ' Fernheizung der Stadt Reykjavif muSzstnutzen. Die Arbeiten, sind setzte abgeschlossen worden,, unb-eiste fünf Kilometer lange Rohrleitung,brsngt'dqr kochende Wasser auS einem Pulkan-inidje/Stqdt, Diesg Lei- tustg versorgt dar Hospital, zwei' Schuleuund,58 Wohnhäuser mit' warmem Waffer. und: zugleich mit einer.Dampfheizung., Der. Bau der Astlage hat fünf Millionen Kronen^ekpsi^t.' s.D'er'Betrieb ist je- doch', sehr viel'billiger/ al» weyn man ein Fünheiz« ll«8 Geheimnis von Nürnberg Zu einer Zeit, da noch niemand daran dachte, daß dies die„Stadt der Parteitaae" werden Iviirde,.bin ich der jungen Dame begegnet, die das bis heute nicht enthüllte Geheimnis jener Beziehungen darstellt, die Nürnberg mit der Partei des Führers verbinden. Heute endlich soll es preisgegeben werden: in keiner Hitlerbiographie bisher spielt das geheimnisvolle Mädchen eine Rolle. Ruf'der Nürnberger Burg hat die Unkultur ihr deutsches Miuseum. Dort kann man sich gegen entsprechendes Entree jene Folterlammer ansehen, in der die mittelalterlichen Torturen au grauenhaften Werkzeugen noch einmal lebendig gemacht werden. Dort hängt z. B. das Schwert, das sich in drei Nürnberger Scharfrichterfamilien vererbt hat und 800 Köpfe herunterschlug, und dort steht auch der Pranger,' der zuletzt 1842 in Nürnberg auf offenem Markte stand und auf seine Wiederverwendung wartet. Die junge Dame, von der ich berichten will, stand im zweiten oder dritten Stock dieses Museums, die Führerin, die mit ausivendig gelernten Worten unsere Gesellschaft begleitete, stellte sie mir vor.„Die eiserne Jungfrau" hatte die überlebensgroße Figur eines gußeisernen Weibes, die sich wie ein Schrank in der Mitte öffnen läßt. Die Innenseiten der beide» Türflügel sind mit riesenhaften, daumendicken Eisennägeln versehen, deren Spitzen nach innen gerichtet sind. Es bleibt ein Höhlramn, in dem gerade ein Mensch. zu stehen vermag. Wird ein Mensch in dieses mör» a dorische Gehäuse gesteckt und schließt man die j- Türen, so durchbohren ihn die Eisenspitzen auf die fürchterlichste Weise. Er verblutet elend aus unzähligen Wunden, deren eine bereits unausdenkbar schrecklich wäre. '„Konnte man annehmen, daß der Ntensch tot sei", so berichtete die Führerin, als ob es sich „Reinigung" im russischen Film. Wie der Moskauer Korrespondent des„Daily Hergld" meldet, hat der Chef der sowjetrussischen Film- Administration, B. Z. Schumahky, in der Moskauer Presse einen Brief veröffentlicht, aus dem hervorgeht, daß die leitenden Persönlichkeiten der russischen Filmindustrie der Kampagne gegen den Trotzkismus zum Opfer gefallen sind. Eine Frau namens Holtz m a n n, die in den letzten zwei Jahren die kommunistische Zelle in der Zentral- silmdirektion leitete, wird angeschuldigt, eine „aktive Trotzkistin" gelvesen zu sein. Ebenfalls als Trotzkisten werden bezeichnet: der Direktor des technischen Film-Departements Sokol und der Chef des Organisations-Departements S i d o- r o v. Ta. noch eine Reihe weiterer führender Persönlichkeiten der russischen Filmindustrie in die Angelegenheit verwickelt sind, ist das gesamte k o m m u n i st i s ch e P a r t e i- K o m i t e e der Neu« Frankreich der Menschenrechte Aus dem Frankreich, an dessen Spitze der Sozialdemokrat Leon Blum steht, kommt eine Meldung, die auf den völlig verfinsterten Menschlichkeitshimmel wie eine Art Lichtstreif wirkt: zwei Volksfrontminister(Marius R! outet, der Kolouialmiuister, und Rncart, der Jnstizininisier, sind-entschlossen, der Strasver- schickung nach Guyana ein Ende zu bereiten, die Deportation von Schtververbrechern nach den Strafkolonien a b z u s ch a s s e n. Natürlich kann das nicht mit einem Federstrich geschehen, aber weitgehende Milderungen im Regime der Strafkolonien sollen sofort eintreten, und zwar unter Mitivirkulig des höchsten französischeu Richters, des Präsidenten des Kassationshofes, Paul Matter, der ebenfalls ein erklärter Feind des Bagnos ist. Schrittweise soll dieser abgebaut werden, weitere Deportationen nach Guyana sollen nicht mehr stattfinden, den beiden Häusern des Parlaments soll noch im Laufe dieses Jahres ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, der mit dem Bagno Schluß macht. Lauge, viel zu lange ward das Antlitz des Frankreichs der Menschenrechte entstellt durch den Zug, den der Bagno in es grub. Immer wieder lind immer ivieder erhoben bedeutende Franzosen selber Anklage gegen die fürchterliche Institution der Strasverschickung von Verbrechern, gegen dar Entsetzen von Caienne, gegen das Menschgrab des Bagno. Eine ganze Literatur gibt es über die Hölle von Guyana, über diesen Ort, den man als Schandfleck der freien französischen Republik bezeichnete. Aber alle Anklagen— übrigens auch jene gegen die nicht minder verabscheuenswerte der Fremdenlegion— blieben bisher vergeblich. Und nun hat Frankreich zum ersten Male in seiner Geschichte eine s o z i a l i st i s ch e Regierung— und sofort wird das Werk der Ausmerzung zunächst wenigstens der fluchbeladenen Erscheinung des Bagno in Angriff genommen, eine Vermenschlichung des Strafvollzuges in die Wege geleitet. Es wird keinen Sozialisten geben, den diese Meldung nicht mit Freude erfüllen wird. Zentralfilm-Vc r w altung aufge»> nehmer zu interviewen. Er verrät seinen.Namen l ü st worden. Auf Anordnung der Moskauer nicht, hat aber in Erfahrung gebracht, daß. der Parteiführung mußte ein neues Komitee„ge- ivählt" werden. 15.000 Hektar Wald in Flammen. Die Gegend nördlich von St. Raphael an der franzö sischen Mittelmeerküste wird seit Montag von schweren Waldbränden heimgesucht. Etwa 15.000 Hektar Wald sind bereit? ein Opfer der Flammen geworden. Trotz dem Einsatz von Truppen ist eS noch nicht gelungen, das Feuer einzüdämmen. Der Automobil- und Eisenbahnverkehr zwischen St. Raphael und Cannes muhte eingestellt werden, da für die Reisenden Lebensgefahr besteht. Eduard Vkll. in Wien. Känia Eduard VM von Großbritannien ist Montag um 13 Uhr aus dem Ostbahuhofe in Wien eingetrosfen. Er wurde von dem österreichischen Staatssekretär Dr. Schmidt und dem englischen Gesandten in Wien Selby mit dem Personal' der Gesandtschaft empfangen. König Eduard VIII. wird den be kannten Wiener Spezialisten stir Ohrenkrankhei- teu Professor Heinrich N e u m ann aufsuchen, der bereits im vorigen Jahre das Ohrenleiden des Königs behandelt und mit ihm damals einen neuerlichen Besuch binnen Jahresfrist vereinbart hatte. Der,englische König wird sich in, Wien wenigstens drei"Tage aushalten. Meteor' als Brandstifter. Unweit von Ausiön im Staate.Ontario(USA.) ging ein flammendes Meteor nieder, das einen großen Brand ver ursachte. Sieben indische Dörfer verschüttet. Aus Luck« now(Indien) wird gemeldet, daß in der vergan genen Nacht in der Gegend von Garhwal ein Erdrutsch sieben Dörfer begraben habe. Die Zahl der Todesopfer laste sich noch nicht abschätzen. Handel mit Galgenstricken. Bor kurzem ist in einer großen Pariser Abendzeitung unter Chiffre eine Anzeige erschienen, worin Liebhabern und Abergläubischen Stricke angeboten wurden, an denen Mörder und Räuber geheult waren. Obwohl natürlich das Chiffre-Geheimnis nicht gebrochen werden durfte, ist es einem findigen Reporter gelungen, diesen merkwürdigen Unter- um ein Mittel handele,' Wanzen zu vertilgen, „so Ivurden die Türen geöffnet, unten ging' eine Platte auf und der zerstückelte Körper fiel iy die Pegnitz"— einen Fluß, der Nürnberg durch fließt. Im 15. Jahrhundert,— so wußte unsere Führerin zu erzählen, hat diese„Eiserne Jung frau" besonders politische Verbrecher in. ihre Arme geschlossen. Als ich sie damals sahi war ich von dem gräßlichen-Eindruck erschüttert, den diese Bestiali tät der Vergangenheit selbst noch in einem Mu seum macht. Welche teuflische Niedertracht, so dachte ich damals, muß in dem Menschen gewohnt haben, der dieses Instrument erfand, um seines gleichen zu morden. Welche abgründige Geniali tät im Berufe des Folterknechts muß es gewesen sein, die die Gestalt einer Jungfrau mißbrauchte, um eine Zerfleischungsmaschine zu errichtenl So dachte ich damals. Die Erscheinungen dieser Welt machen eben auf jeden, je nach, seiner Veranlagung, einen besonderen Eindruck. Und ich kann es ganz gut verstehen, daß die, die der „Eisernen Jungfrau" begegnen, begeistert in ihr ein Symbol für das eigene Wesen sehen, bei Hitler und den Seinen eines waren. Keine andere Stadt als die, die dieses Mädchen beher bergte, konnte die„Stadt der Parteitage" tverden... Aus Nürnberg wurde kürzlich gemeldet, man wolle der„Eisernen Jungfrau", die Seele nehmen, die Stacheln an den Innenseiten ihrer Körperwände losbrechen. Denn diese Stacheln gehörten nicht zu ähr, seien erst später, alSr'die „Eiserne Jungfrau" längst niemanden mehr um armte, eingefiigt worden. Ob es so toar, darüber»lögen die Historiker streiten, Uns scheint eher, daß man die' tiefe. innere' Verbindung zwischen der See», der.... k „Eisernen Jungfrau" und der Seele des'Ratio- werk mit Kbhlestfeiierung angelegt.-hätte.-Nach Me> nalsozialismus verdunkeln will,*■ Myschkin. Schreibmaschine mH Fußschaltungen Ein Lci'terreicher erfand.diese Schreibmaschine, deren Umschaltungen, mit- den- Fußen betätigt'werden. Der. Erfinder verspricht sich von dieser. Maschine eine bedeutende" Erleichterung'-'und' Beschleunigung des Schreibens.' Die'Mgschine'wjrd/mit'dtist Konzepthalter imden.Schrank- versenkt," dtr abgeschlossen werden-kann.- sein-und:dar.ganze Talide-iReykir-mit. Warmwasser versorgen wird.- Dieser.neue Projekt.hat eine noch größere wirtschaftliche.Bedeutung/ denn es soll die wirtschaftliche: Erschließung dieser. TaleS: entscheidend fördern.: i Geographisch! Karten siir Blinde-in der UDSRi DieiLeninsirädskaja's,Prävda"''berichtet in, ihrer MumMer-voin-v.''Augusts-daß-im Sowjetverband zirka 90 B-l i n d e n s-ch u l en eröffnet wurden.- Bisher hatten-.sie-beinahe keine Speziallehrmittel. JmdcrUSSR wurdest'-'nun«, mehr zuerst'' beim: Leningrader: Blindeniiistitut Werkstätten errichtet bzw. eröffnet, die- Schreibmaschinen: und'- geographische Reliefkarten, für die Blinden Herstellen- werden.'.- Die-Flüsse werden auf diesen Karten-durch Fäden, die Meere durch Vertiefungen.' und. die- Städte:.-durch erhöhte Punkte dargestellt-sein.-' ' Tschechoslowakische Austeiipolitkk. Unter diesem-Titel ist. ein nciieä Buch des Genosten Dr. Einil S t r a u ß erschienen,- das, zeitlich anknüpfend an. sein früher erschienenes Werk"über „Die Entstehung der-Tschechoslotüalischen Repu- ,blik/eseM-Mast. die im weseni- lichen nach neueren Forschuiigen-. auf Anteunen- wirkung zurückgehen. M- echt amerikanischer Weise ist. dieser Sendeniast aöwechselnd'gelb.uud orange au- geiimlt. Nachts wird-.er von einer-Kette bunter GmhR.rllkn».^ftrnmA"N(Ü):^HKiM?t;-. An-seiner Spitze''steht' WMerWchelnwe.rM^ey-sygle.ichc'qir L^uHturm-vevwttibct'lw^rds:''s-'. Nr. 810 Mittwoch, 9. September 1930 Seite 5 „Degradierung" der Wissenschaft Aus Hochschulreifen wird uns geschrieben: Wie nicht anders zu erwarten war, hat der Entwurf des Schuliniuisteriuius Uber die Regelung der Hochschulqutonomie besonders in den Kreisen starke Aufregung hervorgerufen, die bis jetzt Nutznießer dieser, Hochschulautonomie waren. An dem Thor derjenigen, die dagegen auftreten, fehlen selöstverstmrdltch nicht gut bürgerliche Blätter, wie daS„Prager Tagblätt" und die „Bohemia". Die„Zcit"hät es für Nötig gefunden sich an einen„Fachmann" in Hochschulauto- nomiefragen Prof. Dr. Pfitzner zu wenden, der sehr ausführlich dazu Steilung nimmt unter dem unserem Aufsatz vorangestellten Titel. Wenn man nicht wüßte, wer den Aufsatz geschrieben hat und das; dieser Aufsatz im Leibblatt Henleins, des tschechoslowakifchen Statthalters Hitlers, aüge- druckt war, dann würde man ei nicht glauben, ivenn man dort-Wendungen liest wie„fachlich« Einsicht der Professoren",»Anstalten freier Wissenschaft",„Lehrkörper als Versammlungen von Männern, die sich der Wissenschaft geweiht und nicht.Anstellungen' angestrebt haben". Professor Pfitzner nennt unsere Hochschulen Anstalten „freier Wissenschaft": Er scheint nicht zu wissen, daß an unseren deutschen Hochschulen derzeit von freier Wissenschaft keine Rede sein kann.. Ist es doch den Sozialisten und Nichtariern de facto unmöglich gemacht, die wissenschaftliche Karriere einzuschlagen. Man fordere Prof. Pfitzner auf, ein Beispiel zu nennen, daß in den letzten fünf Jahren irgend jemand, der sich offen zum Sozialismus bekennt, Assistent, Dozent oder gar Professor geworden wäre. Und das nennt Prof. Pfitzner freie Wissenschaft!- Mit gut gespielter Naivität wird gesragt, ob sich an dem Wettbewerb auch Deutsche de« Reiches, Oesterreichs, der Schweiz und des Baltikums beteiligen können, oder ob er gar nur auf Inländer beschränkt bleibt. Als ob nicht bekannt wäre, daß in, den genannten Ländern, insbesondere aber in Deutschland, keine Spur von freiem Wettbewerbe ist. ES mutz doch Prof. Pfitzner bekannt sein, daß im Dritten Reich sogar Rektoren und Dekane von oben ernannt und nicht, wie bei uns, gewählt werden. Das Borschlagsrecht der Fakultäten obliegt dort den politischen Führern. Große Teile der Bevölkerung sind überhaupt von jeder Möglichkeit wissenschaftlicher Betätigung vollständig ausgeschlossen. Es' ist kein Geheimnis, dah die„Fett" und all« diejenigen, die ihre Mitarbeiter sind, also auch Prof. Pfitzner; mit den Ideen des Dritten Reiches sympathisieren. Sie sollen nur den Versuch machen, dort für Hochschulautonomie einzutreten; sie könnten inkürze- ster Zeit ihre FWgkeitin im Konzontrntionskageö unter Aufsicht'„wissenschaftlich" geschulter Wach- mannichaften betätigen I Und die Angst, daß„gerade hier der Deutsche die Gefahr drohen.sieht,, dah,schließlich die Besetzungen an den deutschen Hochschulen von tschechischen Professoren abhängen". Prof. Pfitzner braucht nicht zu wissen, datz kürzlich die Ernennung eines Bruders des Pg. Hans Bczecny trotz seiner Jugend mit Ueberspringung dreier alter Dozenten zum außerordentlichen Professor erfolgt ist auf Grund eines von der deutschen Universität abverlangten Gutachtens eines tschechischen Professors, Das bedeutet keine Gefahr? Und wie eine direkte Verhöhnung klingt der letzte Satz, wo von „Liebedienerei, Kriecherei, Vernadcrung und Protektion" die Rede ist. Schlietzlich wird Professor Pfitzster und alle seine Gesinnungsgenossen ersucht, klipp und klar zu erklären, ob sie auch dann sür die bisherige Hochschulautonomie eintreten würden, wenn 99 Prozent der Professoren Sozialisten Ivären. Betrachtungen eines Reservisten Der Schreiber dieser geilen nahm als Reserveinfanterist an. dem bisher größten tschecho- 'iowakischen Manöver bei Pardubitz teil. Er will auf einige Beobachtungen aufmerksam machen, die seiner Meinung nach der Beachtung wert sind. Die Manöver sollen dem Ernstfall möglichst getreu-entsprechen. Deshalb- betrachte ich Verspätungen in der Verpflegung, die Ausspeisung m der Nacht, die großen Strapazen als Selbstver« Nändlichkeiten, Mer die kein"Wort verloren werten soll. Die Verpflegung war ausgezeichnet und reichlich. Sonst ganz ungewohnte Zubußen, wie: Schokolade, Pumpernickel usw. haben zweifellos einen guten Eindruck gemacht.. Das für den Deutschen hervorstechendste Moment war die Tatsache der sichtbaren starken Verbindung de» ganzen tschechischen Volkes mit der Arme-, Ich lernte das Gebiet von ULin über Neu-Bydjow bis hinter Pardubitz kennen und, konnte dabei diese enge Bindung zwischen Militär und, Zivilbevölkerung-überall" feststellen. Viele Ortschaftest. ivgren mit Fahnen und TranSparen- irn geschmückt, die ganze Bevölkerung begrüßt« die, Soldaten, gab ihnen Wasser, Obst, Bier., Man geivinnt-den Eindrück,'dah eiste so von der Bevöl- Irrung- empfangene, begrützi«, umsorgte Arme«' wirklich eine,demokratische, eine Volksarmee«ist,- 9 Gehören zu dieser Armee nicht' auch deutsche PoiKsMktsckast uml Somlpalttife Rekordbeschäftigung Im Kladnoer Industriegebiet Die Prager Eisen beschäftigt in Kladno derzeit 4909 und die Poldihütte 4799 Arbeiter. In beiden Werken bedeutet die» einen seit Jahren nicht mehr erreichten Rekordstand der Beschäftigtenzahlen. Wiederaufnahme der Einwanderung In Australien? In einer Rede des australischen Wirtschaftsministers Menzies wurde betont, dah eine Wiederaufnahme der Einwanderung notwendig sei; der Minister erklärte, datz dies nur auf Grund einer zielbetvuhten Arbeit der öffentlichen Körperschaften erfolgen könne. Während die ersten Eintoanderer auch ohne Hilfe sich durchsetzten, sei dies heute stur für die tüchtigsten möglich. Die Regierung müsse zur Siedlung geeignete Elemente auswählen und ihnen über die Anfangsschwierigkeiten hinweghelfest. Auch ein Teil der Presse äuhert sich dahin, dah eine weihe, besonders eine britische Einwanderung aus die Dauer unvermeidlich sei, wenn man die heutige Ordnung Australiens erhallen wolle.(Anm, der Red, Bekanntlich hat seit Jahren der extreme Protek-- tioniSmuS Australiens die Krise durch drastische EintvanderungSbeschränkungen fernzuhalten versucht, mit ebenso mäßigen Erfolg wie in den USA.). Ole Preiskontrolle In Frankreich Tas französische Gesetz gegen ungerechtfertigte Preiserhöhungen sieht die Bildung von zentralen und lokalen Komitees zur Ueberwachuttg der Preise vor. DaS zentrale Komitee, das dem Wirtschaftsministerium angegliedert ist, besteht aus zwanzig Mitgliedern, darunter zu gleichen Teilen Vertretern der öffentlichen Verwaltung, der Produzenten, Händler und Verbraucher, die vom WirtschastSminister auf Grund von Vor schlägen des Nationalen Wirtschaftsrates berufen werden. DaS Komitee hat hauptsächlich informative Aufgaben; seine Aufstellungen über die Normalpreise werden den lokalen Komitees und Verwaltungsbehörden übermittelt. Die lokalen Komitees haben sowohl JnformationS- als auch Uebcrwachungsfunktionen; sic studieren namentlich das Verhältnis zloischen Einkaufs- und Verkaufspreisen und können Kaufleute zur Ver- antivortung ziehen. Ole Kosten der Welzenprels- stUtzung In Frankreich Das französische Finanzministerium verlautbarte auf eine Anfrage die Kosten, die sich für den Staat aus der Stützung des Weizenprei- fes auf Grund des ersten solchen Gesetzes vom 19. Juni 1933 bis zum 29. Juni 1930 ergeben haben. Für Ankauf von Weizen oder verschiedenen Prämien(Lager- oder Ausfuhrprämien usw.) wurden 2474 Millionen Francs auSgege- ben. Nur für einen kleinen Bruchteil konnte der Staat feine Vorräte wieder abftohen, während die übrigen Mittel auf dem Kreditwege beschafft wurden. Die dadurch verursachten Schulden sind in der gleichen Periode auf fast 499 Millionen ängestiegen, während die Verwaltungskosten 44 Millionen betrugen. Eisenbahner fordern amtliche Ausgabe der Dienstordnung. Die Staatsbahnangestellten haben sich an da- Eisenbahnministerium mit dem Ersuchen um amtliche Ausgabe der Dienstordnung gewendet. Dabei wird darauf hingewiesen, datz das Dienstreglement für Eisenbahner, das zum Teil auf alte österreichische Bestimmungen bzw. auf die alte Dienstordnung aus dem Jahre 1898 zurückgeht, seit dem Bestehen der Republik noch nicht ergänzt und modernisiert worden fei. Di« Eisenbahner müssen daher alle einschlägigen Informationen der veralteten amtlichen Dienstordnung entlehnen oder find auf die seither erschienenen privaten Publikationen angewiesen. Auswanderung hach Brasilien Im„Krajan", der Zeitschrift des Tschechoslowakischen Uustenamte», wird mitgeteilt, datz die 'GeselIschkifk"„Eia de' Tlltrüü NMe"’ itV Pckraück stuf'ihrem dortigen Grundbesitze 39 tschechdslowa- kischen Familien die Möglichkeit einer landwirtschaftlichen Ansiedlung bieten'will und auch bereits die Zustiinmung der brasilianischen Regierung zu diesem Projekte besitzt. Jede Familie mutz sich verpflichten, mindestens 0 alqueir Grund zu kaufen(1 alqu.—'2.42 Hektar) und dreißig Prozent de» Kaufpreises zu Händen-des Vertreters der Gesellschaft erlegen. Ein alqu. kostet 499 Milreis(1 Milreis— Kd 2.94). Auf dem Grundbesitz der genannten Gesellschaft in Paranä wohnen bereits 15.999 Leute auf etwa 3699 Landteilen, darunter gibt es deutsche, italienische und polnische Siedlungen und solche anderer Nationalitäten, die sich also gut entwickelt haben. Mit Rücksicht darauf, daß vor Jahren bereits einmal die tschechische Kolonie „Novä Blast" zugrunde gegangen ist, empfiehlt eS sich, dähnurgesunde, arbeitsameund ausdauernde landwirtschaft- licheSi edler diesen Versuch wagen. Di« gleiche Nummer des„Krajan" vom 10. August enthält auch-«inen informativen Bericht über die Kolonisationsmöglichkeiten im südlichsten Staate von Brasilien, in Rio Grande do Snl; dort Soldaten?'Und gehören zur Staatsbevöllerung nicht auch mehr als drei Millionen Deutsch«? Gibt es da eine gleiche Verbindung? Hier gibt eS eine Aufgabe des tschechischen Bolles I Ast den Pardubiher Manövers werden unter den 190.909 Soldaten mindestens 20.999 Deutsche gewesen sein. Es hätte nicht» gekostet, wenn in Pardubitz neben den tschechischen Transparenten, dievhie Armee hochleben ließe.», auch eins mit der deutschen Aufschrift gewesen wäre„ES lebe die tschechoslowakische Armee". Bei den böhmischen Regimentern dienen viele Ungarn aktiv.'. Warum nicht auch ein ungarisches Transparent? Gewiß? in der rein tschechischen Stadt hätte die» manches Aussehen erregt.' Mer die deutschen Soldaten sollen doch nicht nur die sud'etendeutschen Siedlungsgebiete, sie sollen' doch da» ganze Staatsgebiet als ihre Heimat ansehen, als ihr Landl Sie sollen nicht, ivenn ihre' militärische Pflicht sie in die rein tschechischen Landesteile ruft, glauben -müssen, al» Fremdlinge in der Fremde zu sein.— Es wäre ein schwerer Fehler der Tschechen, zu glauben, die meisten deutschen Soldaten seien mit dem Herzen nicht hier im Lagd«, Im Staate, beim Staate.- Gewiß war die Stellungnahme der deutschen Soldaten verschieden, man konnte auch abfällige Bemerkungen hören; aber däs Ivar vereinzelt. Die überwiegende Mehrzahl der deutschen Soldaten erfüllte hervorragend' Ihr« Pflicht, sie ertrugen alle Strapazen iyit der größten Ausdauer. Mehr'deutsche Offiziere(Aktive und Reservisten), Deutsche Ist den höheren, Kommando» ! leben auch schon 3999 Tschechoslowaken, darunter zahlreiche Sudetendeutsche, meistens in landwirtschaftlichen Kolonien. In diesem Staate gibt es bereits eine größere Anzahl Industriebetriebe verschiedenster Art. Die landwirtschaftliche Kolonisa- tion in Rio Grande do Sul geht weiters in großem Ausmaße vor sich. Hier besitzt der Staat riesige Grundkomplexe, welche zu Teilen von ä 20 Hijkßtr auf., langjährige Ratenzahlungen abvec- -laufb werden. Ein' Teil,"tneistenS Mit'.Wald be». wachsen,-kostet 4999.bis 6999 KL. Daneben,gibt es einige prjvate Kolonisationsgesellschaften, die zu ähnlichen Bedingungen den Grund und Boden abgeben. Allerdings müssen solche Kolonisten, die in diesem Urwaldgebict im Westen des Staates siedeln wollen, mit einem harten Leben in den ersten Jahren rechnen. England— Beherrscher der Luft AP. Während bisher die britische Kriegsflotte das stärkste Bindeglied zwischen dem Mutterland und dem Empire war, ist jetzt die Luftwaffe hinzugekommen, die natürlich mit der Flotte zusammenarbeitet und eine neue Klammer darstellt,-um das britische Weltreich neu zu kitten und gewissermaßen Luftketten um die Dominions zu legen. Der gleichzeitige Ausbau der Luftflotte und der Luftverkehrswege ist ein wichtiger Bestandteil der britischen Aufrüstung, durch die England den Vorsprung der anderen Mächte wieder wettmachen will, um aus jener offensichtlichen Ohnmacht her- auszukommen, die stark bestimmend für die stän- stellen, aufzeigen, datz die tschechoslowakische Armee mit den Deutschen bei allen Abteilungen des Heeres rechnet— und viele Mißstimmungen wären beseitigt! Die Ergänzung dieser militärischen Aufgabe durch die Eingliederung der Deutschen in die Arbeitsstellen ist natürlich eine Voraussetzung eines erfolgreichen Kampfe» gegen die stäatsfetndliche Henleinpropaganda. Datz die Henleinpropaganda staatsfeindlich wirkt, dafür würden dem Schreiber bei den verschiedenen DiS- kussionen genügend Beweise geliefert. Einen außerordentlich starken Eindruck machte die Defilierung in Pardubitz. Die meisten deutlichen Soldaten, die der Nazi-Propaganda durch den Rundfunk ustd die illustrierten Zeitschriften aüSgesctzt sind, hatten nicht ge« der tschechoslowakische Staat fo gut Die 100 Kampfflugzeuge, die moto» llerie, die Tanks und Panzerautos, »chte einen,überwältigenden Eindruck, r gut, wenn man gerade in den deuten öfter zeigen würde, daß bei einem Krieg einander auf jeden. Fall, wer Gegner wäre, gleich« Waffen gegen- Der Pardubitzer AnfchauungS- ar sehr heilsam.',,.' n mit Freude festgestellt werden, daß « Bevölkerung auch die deutschen Sol- umen hieß. Sie fanden da» größte inten bei den Land- und Stadt- Das war psychologisch sehr wertvoll, he; Gastfreundschaft wird tausenden dige Nachgiebigkeit sowohl gegenüber JIalicn als auch gegenüber Deutschland war. Für Europa bestehe« bis jetzt lediglich Vorschläge für eine Zusammenarbeit mit Frankreich, aber in Uebersee ist diese enge Zusammenarbeit mit einer anderen Macht, nämlich den V e r- einigten Staaten, bereits Tatsache geworden. In aller Stille ist ein Vertrag abgeschlossen worden,' wonach die„Panamerican Airways", die schon eine Nordlime von San Francisko über Honolulu, die Midway-Knscln, die Wake-Inseln und Guam bis nach Manila und Kanton unterhält, nunmehr auch eine Südlinie San Francisko—Honolulu—Auckland(Neu-Seeland) einrichtet, die schon im Herbst in Betrieb genommen werden soll. Nimmt man noch hinzu, daß der Dienst England—Indien—Australien in Sidney oder Melbourne Anschluß nach Neu-Seeland erhalten wird, so ist auch die Lücke zwischen Australien und Neuseeland geschlossen. Damit ist das Flugzeug den Bedürfnissen der Wehrmacht dienstbar gemacht, und die englisch-amerikanische Kooperation wird auch durch die weitere Tatsache unterstrichen, daß gemeinsame Flugzeug-Stützpunkte für amerikanische und englische Flieger ans' dem Kingman-Roef und den ehemals deutschen Samoa-Inseln(heute Pagopago) errichtet werden. Diese Maßnahmen sind mit rascher Entschlußkraft vereinbart worden. Sie werden ergänzt durch den flugtechnischen Ausbau von Sin- gapore, wo bei den bisherigen, ca. 30 Millionen Pfund betragenden Investierungen überwiegend auf die Bedürfnisse der Flotte Rücksicht genommen worden war. Was damals versäumt wurde, ist jetzt gutgemacht. Singaporc ist inzwischen gleichzeitig zu einer starken Lustbastion geworden. Zusammen mit den Luftstützpunkten Richmond bei Sidney und Port-Darwin in Nordaustralicn wurde«8 zu einem Hauptträgcr des britischen Verteidigungssystems, dessen Wert noch gestiegen ist, seitdem sich herausstellte, daß der japanifche Plan, auf siamesischem Gebiet eine» Kanal durch die Halbinsel von Malakka zu bauen, infolge Gc- ländeschlvi-.rigkeiten unmöglich ist. Im Mittelmeer wurde aus den veränderten Stärkeverhältnisscn die Konsequenz gezogen, indem Malta als Luftstützpunkt teilweise aufgcgeben, dafür Alexandria als Flughafen äusgebaut und neue Positionen auf Cypern geschaffen wurden. Die Errichtung weiterer Stützpunkte in Transjordanien, Britisch-Somaliland, Kenya und Oganda rundet das Bild der erwachten britischen Aktivität ab. FriedcnSschlnß in Südchina? In Nanking wurde ein dem Frieden in Südchina sicherndes Abkommen geschlossen. General Litsnn- jen,. der-des Oberkommandos, übor die Armee der Provinz Kwangsi enthoben' wurde,'verbleibt als Pazifizierungskömmiffär in' Kwangsi. Sein Stellvertreter General Pajtschunst wurde als Mitglied des ständischen Ausschusses des Nationalverteidigungsrates nach Nanking transferiert. Dor Versuch der genannten beiden Generale, sich von der Nankinger Regierung loszulösen und in Kwangsi ein separatistisches Regime zu errichten, ist somit vollkommen gescheitert. Teilreform des englischen Wahlsystems? Nach einer Meldung der Londoner„Morning Post" plant die britische Regierung vor den nächsten Parlamentswahlen eine Reform des Wahlsystems durchzuführen. Geplant sei eine Neuverteilung der Wahlkreise und damit der Parlamentssitze. Das Blatt weist darauf hin, datz Städte, in denen die Bevölkerungszahl in den letzten Jahren stark gestiegen sei, nur einen Abgeordneten stellten, während andere Ortschaften oder Gebiete mit geringerer Wählerzahl über zwei oder drei Parlamentssitze verfügten. Auch das System der Stimmcnzählung, das in einigen Fällen zu Mißständen geführt habe, werde geändert werden. deutschen Soldaten in schöner Erinnerung bleiben. Ebenso kann man sagen, daß sich auch die Offiziere, soweit man mit ihnen zu tun hatte, sehr kameradschaftlich verhielten. Es mag Ausnahmen geben— wo gibt es die nicht—, aber die vielen Klagen, die es früher einmal gab, die hörte, man diesmal nicht. Das alles hat dazu geführt, daß die Soldaten auch mit mehr Eifer und vielfach mit eigenem Interesse die Uebungen ausführten. Schlimm steht es noch In vielen Kasernen um Reinlichkeit und Hygiene. Es war z. B. so, dah für 140 Soldaten ein einziger Wasserleitungshahn zur Verfügung stand. Ein Teil der Verteidigungsanleihe könnte für die Ausgestaltung der alten Kasernen verwendet werden. Warum hat nicht jedes Bataillon einen Raum mit 10 bis 12 Duschen, warum werden in Kasernen in deutschen Städten noch Petroleumsunzeln entzündet, warum lassest die Abortanlagen so ungemein viel zu wünschen übrig? Viele Klagen hörte man über die ärztlichen Visiten.' ES wurden tatsächlich Leute weiter geschickt, die wirklich nicht laufen konnten und für die jeder Schritt eine unendliche Oual bedeutete. Hier scheint wirllich noch allzuviel altüsterreichische Tradition lebendig zu fein.- In der k. k. Armee war der Soldat, der ohne deutlich sichtbares oder greifbares Krankheitssymptom zur- Marodenvlsile kam; in der Pegel ein„Simulant". In der demokratischen Armee soll es anders sein! Je mehr' anders, um so wertvoller, um so vollkommener die Armee! ■Seite 6 „Sozialdemokrat' Mittwoch, 9. September 11136. Nr. 210 Dager ZMmg 8port-8ptet-MrpwpstegL IümsL Mä Mssen. rals Stcfänik, von TreüöianSkä Teplice, den Demä» I Sängerinnen, und-Sängern, auch in der kommenLn nen nach Luhaiiovice, Trenk. Teplice und Pieiitany statt. Jnsorinationcn und Anmeldungen beim Referat für AusslugSzügc im Basar neben dem Wilsonbahn» hof, Telepbounummer 888—85. Die Preisverteilung in Venedig Beim Film-Biennale in Venedig erhielt den ersten Preis(den„Mussolini-Pokal") der deutsche Luis Trcnker-Film„Der Kaiser von Kalifornien", den„Bolpi-Potal" für die beste schauspielerische Leistung der Amerikaner Paul Muni für sein Spiel in dem Film„Das Leben des Luis Pasteur", den gleichen"reis für die beste Schauspielerin Annabesta für ihre Leistung in dem französischen. Film„Klar zum Gefecht"(Veille d'armeS), den Regie-PrelS Jagucs Feyder sür seinen Film„Die Frauen von Boom"(Kcrmesse häroique) und den Preis für die beste Photographie der englische Film„Tudor Rose". Eine Medaille erhielt u. a. auch der tschechische Film „Marhia". vlecteliShrig Kö 48.—. halliSbrig Ke 96- WWMVWWWWWM* Sie nova-Höhlen und schließlich ein viertägiger Aufenthalt in der Hohen Tatra enthalten. Preis mit vollkommener Verpflegung 640 Kd. Für eine Zuschlagszahlung von 425 K5 kann der Aufenthalt in der Hohen Tatra bi» zum 28. September verlängert werden. Weiters wird vom 12. bi» 26. September eine Exkursion nach Benedo für 866 KS, eine Meise ins Riesengebirge für 426 Ke veranstaltet. Vom 18. September bis 4, Oktober l. I, finden Heilexkursio- bung in der.Höhe ebenso blendet wie ihre fast unbegrenzte Tiefe, deren seltene Kraft und Fülle zu edelster Tonschönheir gebändigt ist, deren auf mustergültige Atemtechnik gestützte GösangSkultür ihresgleichen sucht. Und welche Wortbehandlung, welch beglückend lockere Tonformung im Rezitativ dieses Sängers I Beim Schwelgen im Hören diese» Wunderbassisten vergißt man beinahe auf den repräsentative!) Darsteller, List, der ein Schauspieler von seltenem Geist und seltener Intelligenz ist. Das Publikum' erwärmte sich erst spät an der großen und noblen Kunst Kammersängers List und spendete ihm erst nach der zweiten großen Arie gebührenden Beifall. Die musikalische Leitung der Aufführung, die gutes künstlerisches Mittelmaß zeigte, aber nicht ohne rhythmische Schwankungen und Unebenheiten vor sich ging, hatte für den erkrankten Opernchef Szöll Kapellmeister Fritz Z w e i g übernommen. E. I. Abonnement 1936/37. Gesamterntäßigung bis zu 65 Prozent fünf Raten— 64 lresp. 82) Vorstellungen im Neuen Theater(gegen 58, rcsp. 2g im Vorjahr), außerdem Bons mit Svprozen- tiger Ermäßigung in der Kleinen Bühne. Gastspiel Kirsten Flagstad von der Metropolitan Opera, New Aork, als Brünhilde in„Walküre". Montag, den 14. Septenlber.(C 1). Preise von Kä 18.— bis 64.—. Vorverkauf für-Abonnenten nur heutel* Splelplan de» Neuen Deutschen Theater». Mitt- looch 8: Das Land des Lächeln», volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Donnerstag 7%: Der Arzt am Scheidewege, E 2.— Freitag 8: Elektra, D 1. Splelplan der Kleine» Bühne. Mittlvoch 8: Menschen auf de rEirschollc, volkstümliche Vorstellung. Donnerstag 8:Liebemit100PS. — Freitag 7U: Mein Sohn, der Minister, Kulturverbandsfrennde und freier Verkauf.— Samstag 8: Mein Sohn, derMinister. Unbekannter Mann. In Wysotschan wurde gestern ein 76jähriger, anscheinend schwachsinniger Grei» angchalten, der angab, Jan Jonäö zu heißen, Näherer aber nicht angeben konnte. Er ist mittlerer, stärkerer Statur mit grauen Haaren und grauem, gestutztem Schurrbart, trug einen dunkelbraunen, gewürfelten Anzug, schwarzen, steifen Hut und Kautschukkragen mit einer blauen Krawatte und hat außer 286 Kk in bar zwei Einlagsbücher bei sich. Aus dem einen, einem vinluliertcn EinlagSbuch der Klein« seitner GcnosscnschafiSbank, ist da» Haupt- und rückwärtige Blatt herausgeschnitten. Der Unbekannte wurde vorderhand im Fürsorgeinstitut der Stadt Prag in Wysotschan untergebracht. TodeSsturz. Der 28jährige Maurer Jan Ok- täbcc au» Nova VeS arbeitete gestern vormittag» an der Fassade des Smichowcr Bahnhöfe», al» plötzlich au» ungeklärter Ursache da» fünf Zentimeter starke Brett, auf dem er stand, barst uitd Oktabee au» einer Höhe von über sechs Metern auf die Straße stürzte. Er wurde mit tödlichen Verletzungen— Gehirnerschütterung, Schädelbruch und Schlüsselbeinbruch — von der Rettungsstation auf die Klinik Schlaffer gebracht. Da» Verfahren wurde eingeleitet. Zehnjährige» Kind verunglückt. Der 46jährige Kaufmann Wenzel Vavroch au» Bkevnov stieß gestern in der Gasse Na Valech in Prag IV mit seinem Personenauto gegen«ine Gaslaterne, die er zerbrach. Äavroch erlitt nur leichte Hautabschürfungen, sein zehnjähriger Sohn Erhard jedoch eine Gehirnerschütterung und einen Bruch de» linken Fußes. Er wurde ins tschechische Klnderspital gebracht. „Quer durch di» Slowakei» ist der Titel der Exkursion, die die Prager Staatsbahndirektion vom 12. bi» 26. September zur südslowakischcn Weinlese veranstaltet. Im Programm ist weiter» ein Besuch von Bratislava mit einem Ausflug nach Divin, Pieötany und dem Brädlo zum Grabmal de» Gene dle WsJH...WWWI Stanislav Jiskra aufflog. Dieser Betrüger hatte auf die damalige große Wohnungsnot spekuliert, indem er zahlreichen-tvohnungssuchenden Parteien Wohnungen in den Neubauten, die er eben auf» führte, zu annehmbaren Mietpreisen in Aussicht, stellte. Angesicht» de» damals herrschenden Woh- nungSwuchcr» leisteten die Interessenten gern verschiedene Anzahlungen, Jnvcstitionsbeiträge und andere derartige Zahlungen, die in die vielen Hun- derttansende gingen. Der schwindelhafte Bauunternehmer vermietete nun in seinen Zijs« loverNeubautenjedeeinzelne derzahlreich en Kleinwohnungen verschiedene Male, nahm auch ein vielfache» der tatsächlich benötigten Hausbesorger auf, wobei er natürlich in jedem Fall von den Interessenten etliche Taufender kassierte. Baumeister Jiskra lebte dank dieser Schwindeleien eine Zeitlang in SauS und Braus, bi» endlich nach Fertigstellung der Bauarbeiten die unauSIvcichlichc Enthüllung de» Schloindel» erfolgte. Dann zog er sich dadurch aus der Affäre, daß er sich eine Kugel in den Kopf schoß. Bauincistcr Jiskra hatte eine ebenso geriebene al» skrupellose Helferin i» seiner Kanzleibeamtin, der 47jährigcn Marie Kaufs mann, die redlich dazu beigetragen hat, verschiedene arme Teufel um ihr« paar Groschen zu prellen. Sie wurde seinerzeit wegen Mittäterschaft zu achtzehn Uionatcn schweren Kerkers verurteilt. Gestern wurde nun diese ehrwürdige Dame au» der Strafhaft und in Sträflingskleidung neuerlich dem Strafsenat Pcrnt borge führt, um. sich wegen einiger weiterer Gaunereien zu' vcranstvorten, die sie bereit» nach dem Tode ihre» Chef» und Lehrnieister» auf eigene Rechnung und mit beträchtlichem Erfolg begangen hat. Eine KaufmannSfrau Marie S. hatte seinerzeit dem Jiskra 22.600 Ke anvertraut und klagte nach dessen SclbsMwrd der Kauffniann ihre» Verlust. Die Kaufsmann tröstete sie, daß sie beim Konkursverfahren sicher restlos zu ihrem Geld kommen werde(I) und übernahm es, die Interessen der KaufmannSfrau zu vertreten. Dieses angebliche Konkursverfahren(in Wirk- lichlcit sehr kurz wegen absoluten Mangels an Aktiven) zog sich-nach Behauptung der Kauffmann'nun volle vier Jährt hin und kostete der allzu vertrauensseligen Geschäftsfrau rund und nett 60.600 K6. Zunächst gab sie der„Vertreterin ihrer Interessen" größere Beträge für„Stempel und Gebühren", dann begann die Kauffniann mit fingierten Briesen zu arbeiten. Sie spiegelte ihrem iuzlvischen völlig kirre gemachten Opfer vor, eine befreundete„Millionenerbin", deren Erbprozeß infolge der Säumigkeit der Behörden noch nicht beendet sei, brauche einstweilen eine /leihweise Aushilfe. Später ließ sie noch eine weitere solche reiche Erbin ausmarschieren nnd kassierte als„Darlehen" für diese erdichteten Figuren etliche Zchntausende, die die betörte Handelsfrau willig hergab, ein. Sie warf ihr Geld solange zum Fenster hinaus, bi» sie in der Zeitung von der Verurteilung ihrer„Jntercsscnwahrerin" und Busenfreundin zu achtzehn Monaten schweren Kerkers la»I Dan» lief sie freilich zur Polizeidirektion, wo man ihr eröffnete, daß die darlehensbedürftigen Millionenerbinnen überhaupt nicht existieren. Immer auf» neue staunt man angesichts solcher Prozesse, durch Iva» sür simple und läppische Vorspiegelungen sich .Leute de» praktischen Leben»" hineinlegen lassen.. Mitaugckwgt war noch eine alte Freundin der Hauptangcllagten, eine gewisse Magda Hodo^v val und ihr Sohn Jo sef, die an diesen Betrügereien durch Rat und Tat beteiligt waren und außerdem noch etliche andere auf dem Kerbholz hatten. Diese beiden leugneten, während die Kauffmann phlegmatisch de» eingeklagten Sachverhalt zugab. Sie bekam eine Ergänzungsstrafe von sechs Monaten zudiktiert; Mutter Hodoval wurde zu einemJahrschwerenKer» kers verurteilt, ihr Sohn Josef Hodoval zn acht Monaten. Dieser, ein entgleister Privatbeamter, hat zwölf Vorstrafen und auch bereits in der Zivangsaicheitsanstalt gesessen. Die Maitreffe de» Gouverneur» ist ei» amerikanischer Film, der kaum den Durchschnitt erreicht, obgleich der belvährte Clark Gable die männliche und Ioan Crawford, die zu den interessanteste» Darstellern liebender Frauen gehört, die weibliche Hauptrolle spielt. Aber die Handlung des Films hat ver- hindert, daß etwas auS ihm wurde; es ist eine konventionelle Geschichte von dein mächtigen Manne, der ein„tief unter ihm stehendes" Niädchen liebt und der hineingewobene sentimentale Konflikt, der daran» entsteht, daß der Mann zwar lieben, äber nicht heiraten will, erweist sich nur al» Vorwand, um das happy end hinauSzuschiÄen. Man kann den beiden Hauptdarstellern nachrühmen, daß sie daS Abgleiten der LicbeSgeschichie ins Sentimentale zu vermeiden bemüht waren, aber daß sie langweilig geworden ist, haben sie nicht verhindern können.—eis— Die letzte Fahrt der Santa Margareta. Da Abenteuer auf hoher See gerne gesehen werden, gibt, cs eine deutsche Serienproduktion von Filmen dieser Art.(Sie sollen auch einem propagandistischen Nebenzweck dienen.) Diesmal handelt es sich um«inen übrigens recht plumpen Alkoholschmuggel mit happy end, in dem die braven Edelmenfchc», die ihren Gegnern das Leben, retten, triumphieren. Das Ganze ist nicht einmal spannend und die darstellerischen Bemühungen Hilde, Hildebrand, Wilhelm Bcndow», Else Elster» ü. a. können nur mildern, was an«n- wahrscheiniche» und- wenig interessanten„Abenteuern" serviert wird. Da manche sich durch den reißerischen Titel zu diesem Film locken lassen werden, sei ihre Enttäuschung vorauSgesagt. jk. ? e.f? d iw a an ff< n: Bei Fukolstyq, ton jfrni» otziir tjetiCÜMia dutch'dsi Post ni,: 16.—... mmnui»«». Tarif billigst berechnet, Bei öfteren Einschaltungen Preisnachläße— Rückstellung von Mai feinten erfolgt nut bei Einsendung der Retoürmarken.. graphepdirebäon- mit Erlaß Nr. 18.800/VII/1S80 Willigt- Druckerei; ,F>rbiS". Druck«. Verlag»«- und Exotische Vögel ♦ Eine hübsche Ausstellung veranstaltet der Klub der Züchter exotischer Vögel in den Tagen vis ZttM 13. September rm Botanischen..harten, oer KarlSnniversität an der Slupi.• Sie tft."llt überraschend vielerlei Vogelarten beschickt, obwohl doch die Zahl der Aussteller einer so speziellen Liebhaberei nicht groh ist. Prunkvolle AraS, AraraunaS und ArakangaS, mehrere Spielarten der grünen Ama- zoncnpapagcien, die weißen Kakadus und der gelehrige Graupapagei repräsentieren würdevoll uns drollig die Familie der Papageien, der„befiederten Affen", wie der alte Brehm sie genannt hat, und wer Glück hat, kann sich mit den Sprachgelchrteii unter ihnen tschechisch unterhalten. Zahlreich stno die geselligen Sittiche in grünen, gelben und welst- blauen Spielarten beisammen. Eine sehr goavi>atl- sche Art hat graue» Gefieder, zitronengelbe Gesichter und orangefarbene Wangen und trägt kleine Kakadu» Häubchen, lfntcr den possierlichen Zwergpapageien, manche nicht größer als Spatzen, sind der Rosen« Papagei, grasgrün und himmelblau mit Pfirsichrotem Kopf- und Brustgeficder, und da» kleine grüne Rußköpfchen mit goldschwarzem Kopf und zitronengelber Brust besonders hübsch.,_,_ ,,,, In vielen Arten sind die reizvollen Prachtfin- kcn, die. Feuer- unb Orangenwcber, die Tiger-, Zebra-, Seiiegal- und Muskatfinken, die zierlichen Astrilden und Amandinen vertreten. ES sind Ziervögel par excellence. Sie schillern und ichimnicrn in allen Schmctterlingsfarbcn, rotorange und schwarz, olivbraun und zinnober, graugrün, blaulila und rot, goldgraubraun nnd purpur mit Perlmnttertupfen. Mctallifch blaugrün, safrangelb und lila prangt die schöne Gould-Amandine, perlgrau, vergißmeinnichtblau und rot der anmutige Schmetter« lingsfinl. Durch ihr lebhaft grünes Gefieder mit zinnoberrotem Kopf, Brustlatz und Schwanz fallen die seltenen Papagei-Amandmen auf, winzige Vögelchen. von denen dar Pärchen mit tausend Kronen bezahlt wird. Elegante kleine Wesen sind die Tonn» uikaner» und ParadieSwiiwen, weiß-schwarz die eine, zimtrot und schwarz die andre, mit korallenroten Schnäbeln und mit langen paradiesvogelariigen Schlvanzsedcrn als Hochzeitsschniuck der Männchen. Einem Kolibri ähnelt der zierliche, metallisch blau unb grün schillernde Blauhonigsuchcr.- Von dem bekannten grau-weiß-schwarzen RciSvogcl gibt e» al» japanische Züchtung eine Weiße Spielart, schneeweiß vom Kopf bis zu den Schwanzspitze», nur der Schnabel ist rot, und da» Gefieder liegt so glatt an, als sei der Vogel ein Porzellanfigürchen. Ka- narienlicbhabcr wird der seltsame Englische Kanarienvogel mit seinem plustrigen Angorageficder interessieren. Sehr hübsch ist das graue, weiß geperlte Diamanttäubchen, das kaum die Größe einer Drossel erreicht. Und was alles ist sonst noch zu betrachten: rote Kardinälc, behelmte Glanzstare, Pracht-Tangara», schillernd wikEdelsteirie. der seltsame moosgrüne Turak mit,seinem zinnoberroten, gezackten Augenrand, der wie ein aufgenähter Zierrat anSsieht, dec Arassari, der einem Pfefferfresser in kleinerer Ausgabe ähnelt, Straußwachteln nnd Chinesische Zwergwachteln, Regenpfeifer nnd Strandläufcr, Sonnenvögel nnd der bunte, klugäugige Bengalenpitta au» dem indischen Dschungel, der gestreckt stehend immerfort mit seinem kurzen Keilschwanz klappt. Und das ist noch längst nicht aller. Es ist eine bunte, vielgestaltige und reizvolle Vogelwelt in dieser Ausstellung beisammen, an der nicht nur Vogellicbhaber nnd Naturfreunde, sondern auch Kinder ihre Freude haben werden. Westböhmischer Arbeitersport Die Herbstarbeit im Arbeitersport hat begonnen.» i Die Leichtathleten beschließen das Jahr mit VerewSwettkämpfen; Sonntag kämpfte bereits Karlsbad gegen Maierhöfen, ein weiterer Wettkampf Eger- gegen Franzensbad ist bereits angcsagt. Die Leichtathleten und Leichtathletinnen von Maierhöfen , brachten mit Glück einen schwachen Sieg nach Hause. Eine disqualifizierte Stqfette der Turnerinnen des Am» Karlsbad entschied den Kampf mit 1810.18 M 1800.72 zugunsten Atus Maierhöfen. Es wurden neun Männer- und acht Frauendisziplinen ausgetragen und nach Punkten gewertet. Mit dem Auf- bau der Fußballsparte, geht auch der Ausbau de» Schiedsrichterwesens Hand in Hand. Sonntag bewendete der 5. Bezirk seine SchsedSrichtertagüngen, nur. die 22 Schiedsrichter, welche sich zu den Jnfor- mationstagungen einfänden, werden in Zukunft Spiele leiten. Auch der 1. Bezirk hat solche Tagungen durchgeführt und auch einige Neuprüfungen vorgenommen. Die erste Fußballklasse begann Sonntag die Herbstserie, im 5. Bezirk auch die zweit« Klasse in zwei Gruppen. Der 1,. Fußballbczirk hatte Sonntag seine, Bezirksfußballertagung, in welche; die zweite Klaff« eingeteilt wurde. Die erste Fußballklaffe de» 6. AtuS-KreiseS begann in ünveränder- ter Klassenstärke den neuen Serienkampf.' Wir In de» Fußstapfen Ihres Meisters Die Vertraute und Komplicln des Groß- betrUgers neuerlich vor Gericht Prag,(rb.) E» ist schon einige Jahre her, daß ungeheuerliche BctrugSasfäre des Baumeister» DieZauierflöte. W. A. Mozarts Freimaurer- Oper„Die Zaicherflöte" als erst« Opernvorstellung der neuen Spielzeit bedeutet einen schönen Anfang in künstlerischer Hinsicht und im Zeichen der Versöhnlichkeit und Menschlichkeit. Sie könnte auch ein gute» Vorzeichen, für di« Opcrnkunst an unserem Theater in der neuen Spielzeit sein/wenn nicht ein Gasts Pie/ gleich in der ersten Opernaufführung ein schlecht« Omen wäre dafür, daß unsere Hilfsbedllvftigckeit Ä Saison ,in Erscheinung treten wird. Allerdings,Ain Gastspiel, wie da» des Bassisten EinanVeI List von der New-Norker Metropolitan-Oper, man sich immer gefallen lassen. Dieser bcgn/dete Künstler repräsentiert da» immer seltener werkend« Baffistenfach in geradezu-vollkommener Weise;/,«iü stimmlich und gesangskünstlerisch. Wundowaren Wohllaute» voll klingt dies« unerhört umfeWreich« und- ausgeglichene Bähstimme, deren tenoräMFär« Greta Garbo mit ihrem neuen Partner Mclvyn Douglas in der 'Verfilmung von Pirandellos Stück„Wie du mich willst"^ finden die Spihenftihcer GraSlitz, Maierhöfen und Falkenau wieder an erster Stelle. Nur Atu» Karlsbad konnte diesmal seinen Stammplatz an der Spitze nicht elnnchineil, allerdings galt Neudck schon in der vergangenen Saison al» starker Gegner im Mittelfeld der Tabelle. Der Sieg der Chodauer in Dra« howitz ist in Anbetracht des starken Gegner» beachtlich. Der Neuling Aich hat sich mit einem Unentschieden gegen Schankau ganz gut«ingeführt. Di« neue Serie dürfte aber noch so manche Ueberraschun« gen bringen.' Die Resultate vom Sonntag: AtuS Dra« howitz gegen Rote Elf Chodau 0:2, Atu» Aich gegen ASV Schankau 2:2, AtuS Fischern gegen FFK Falkenau 2:4, ASV GraSlitz gegen AtuS Franzensbad 0:1', ASV Neudck gegen AtuS Karlsbad 8:1. ASB Maierhöfen gegen Atus Unterreichenau 4:1. Von den 18 Mannschaften der zweiten Kläffe im 5. Bezirk spielten Sonntag bereits elf. Chodau 1b holte sich In Granesau gegen den FK«inen 12:4» Sieg, Neusattl hat die Ib-Mannschaft de» FFK Fäl« kcnau mit 6:8 heimgeschickt.'SV Horn konnte di« Turner von GrancSau 2:0 abserngen, Silberbach mußte in Eger die Stärke de» früheren Erstklassigen mit 4:2 verspüren und Jranzensbad 1b blieb-mit 6:0 gegen GraSlitz 1b siegreich,. Pilsen schlügt Prag Im Hazena Königgrätz gewinnt im Wolleyball gegen Pilsen Im Stadion der DTJ Pilsen 1 kämpften aut, Sonntag die KreiSmannschaftcn Prag, Pilsen und Königgrätz um die DTJ-VerbandSmeisterschaft im Hazena und Wolleyball. DaS Interesse von selten der Zuschauer war über alle Erwartungen groß und der gebotene Sport sehr befriedigend. DaS Hazenaspiel brachte«inen scharfen Kampf und cs war auch keine Ueberraschung, daß die Prager Kreismannschast gegen jene der Pil« jener— deren Team bis auf einen Spieler der DTJ-Berein Pilsen! repräsentierte— verlor. Die Prager begannen Wohl gut, errangen auch' zweimal die Führung, jedoch der Stil und die Flüssigkeit der! Pilsener Spielweise machte ihnen eine Verteidigung schwer und, zum Schluß lautete das Ergebnis 8:2! (1:2) für Pilsen. Im Wolleyball hatte schon seinerzeit Kö- niggrätz mit seinem Erfolg über Prag bewiesen, daß es ein Favorit der Meisterschaft sei. Das sonntägige Spiel in Pilsen verstärkte diese Meinung, denn Kö- niggräb gewann knapp, aber verdient über Pilsen 8:2. Das Rückspiel in Königgrätz wird'voraussichtlich mit dem Siege des Königgrätzer KreiStcam» enden und dieses damit den neuen Verbandsmcister stellen.■' DI« Weltmeisterschaften der Radfahrer wurden in Bern mit den letzten Bewerben beendet. Die „Amateure" fuhren«in Straßenrennen über 145 Kilometer, das Biichwaldcr(Schweiz) in.8:58:01. SÜ>. gewann. Die Professionals hatten eine Strecke von 220'Kilometer zu'bewältigen und von 89'Teilnehmern beendeten nur zehn das Rennen. Sieger wurde, der vorjährige Gewinner der Tour'de France; der Franzose A. Magne, welcher, die Strecke in 5:58:82 St. zurücklegi« und im Stundenmittclmit 87.065 Kilometer eine'neue Rekordleistung ausstellje. DaS österreichische Marathonläufen', gelangt: diesmal unter der Bezeichnung„Rund um,den Wöx« thersee"'zum Austrag. Es siegte Balaban(Rpt- Weiß-Rot Wien) in 2:40:29 Std. Tuschek.(Wien) kam nur, auf den sechsten Platz, flua der DM Fraueubezirks-Komitee Prag. Donnerstag.. sm Verein deutscher Arbeiter um 7 Uhr wichtige Sitzung! Derlanget überall . ganzjährig Kä 192.—.— Inserate werden Wut Zcitungösrankatur wurde von der Post, und Tele» s-A.-G. Prag.