Einzelpreis 70 Heller (einichllefllich 5 Heller Porto) ZENTRALORGAN PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung trag xii., fochova a. tilefon sxn. HMAUSOEURi SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTttCHER REDAKTEUR! DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 16. Jahrgang Donnerstag, 10. Heptember 1936 Nr. 211 Klarstellung durth die CGT Gewerkschaften und parlamentarische Linksdelesetlon bekräftigen Festhalten am Regierungsprogramm Paris. Mittwoch abend« wurde die erwartet« Resolution des Erekutivausfchusse- der Gewerkschaften und ein Bericht über die Sitzung der plötzlichen einberufenen LinkS- d e l e g a t i o n in der Deputiertrnkammer auSgegben. Beide Körperschaften erklär««», an der BolkSfront, ihrem Programm und dessen Durchführung,wie e« von der Regierung Blum ange strebt wird, festhaltrn zu-wollen.. In der Debatte erklärte der Generalsekretär der kommunistischen Partei T h o r e z, daß er die Frage der Hilfe für die gesetzmäßige Regierung in Spanien als eine Sache ansehe, die nur dem europäischen Frieden diene, und daß er sie nicht für.ei neu Bestandteil d.es Pro- g rrgm.mS halte, für welches das Volksfront. Abkommen gilt. Aus diesem Grunde vertrete die kommunistische Partei weiterhin die Notwendigkeit dec. Hilfe für'Madrid, ohne dabei jedoch die Bolksfrontregerung die geringsten Schwierigkeiten bereiten z» wocn. Die kommunistischen Vertreter in der. Linksdelegation erklärten deshalb, daß sie auchw e i t e r h i n in gleicher Wcis^ bereit seien, die R e g i e r u n g bei jedweder Inte r p e ll a t io n, bi Sdie Dcpu- tiertenkammerzusammentreten wird,zu unter» stü tz e.n. f In dem offiziellen Bericht der CGT wird vor allein, gefordert, daß die französische Regie, rung sich dqssir einsctze, daß der Hölkfjchsssidßpgs sobald als möglich einberufen werde. ." Im zweiten Punkt des erwähnten offiziellen eBrichteS fordert der Exekutivausschuß der-CGT alle Arbeiter auf, den Lohn für eine Arbeitsstunde der Hilfsaktion für die spanischen Familien zu widmen, welch«' aus französisches Gebiet fliehen mutzten. Im dritten Paragraphen fordert slietzlich die Regierung Blum auf, alle notwendigen Borbereitungen zu treffen, welch« di« Einhaltung der gesetzlichen Mittel gewährleisten würden, die daS Arbeitsverhältnis von Seiten der Arbeitgeber her regeln. Im einzelnen erklärt der offizielle Bericht über die Äerhandlungen der-CGT, daß diese dem Abkommen über die BolkSfront mit allen übrigen Elementen und, auch mit der Regierung die au« dieser Volksfront hervorgcgangen ist, treu b l e i b t. Das Exekutivkomitee stellte sodann-fest, daß bisher noch nicht alle-Maßnahmen verwirklicht worden- sind, die jedwede Ein» Mischung in die spanischen Angelegenheiten verhindern könnten. ES erhebt ferner gegen«ine Reihe diplomatischer Vorbehalte-'-den- Vorwurf, daß sie Deutschland und Portugal'auch weiterhin die Verletzung der Grundsätze der Neutralität gestatten. Damit begründet der Ekekntivaüsschuß der KOH. M» Aßftch^ auch«Mltziu Innntglh der Grenzen der eigenen Möglichkeiten kn Frankreich die Hilfe für die spanische Republik zu organisieren. Nachdem der Generalsekretär der CGT den versammelten Journalisten diesen offiziellen Bericht vorgelesen hatte, erklärte er, daß die CGT nicht die Rolle eines Schiedsrichters in den Re- gierungSangelegenhciten spielen lvolle, da über dies« Angelegenheiten das Parlament entscheidet. Die CGT. erklärte Generalsekretär Jouhaux, ist allzusehr von demokratischem Geist erfüllt, als daß sie auf die grundsätzlichen Aufgaben der demokratischen Organisationen vergessen könnte. Sie halte es jedoch unter den gegemvärtigcn Umständen für notwendig, ihren Standpunkt genau zu definieren. Sie habe dies in einer Weise getan, die nicht im mindesten die verfassungsmäßige Form des Landes sowie auch dessen allgemeine Interessen verletze. Vie LtrelKdeveguns Paris. Der Metallarbeiterstreik in Marseille, der DIenStag begann, Umsatz ungefähr 15.000 Personen. In Lille streiken 80.000 Textilarbeiter. Zu den Errigniffen in Clermont Ferrand wird gemeldet, daß die Besetzung der- Präfektur christliche Gewerkschafter durchgeführt haben, die auf diese Weise die Behörden«um Einschreiten gegen di« anderen Arbeiter zwingen wollten. Die Regierung hat an di« Präfekten strenge Weisungen erteilt, daß rin derartige« Boraehen gegen Behörden nicht geduldet«perden,dürfe.,_"...• Das Nürnberger Programm Kolonien— Autarkie i— Antibolschewismus Mola zögert .Kämpfe bei Huesca.— Erfolg bei Cordoba H e nd a tze. Der Angriff MolaS auf Sa» Sebastian verzögert sich, da die Aufständischen nach den Erfahrungen von Jrun vorsichtig geworden sind. Rach einem Reuterbericht'stehen zur Verteidigung der Stadt 8000 Mann zur Beifügung, in der Mehrzahl- taSkischr Nationalisten, deren separatistische Haltung in den letzten Tagen in Meldungen über Berhandlungen wegen Aus- ljrfrtung der Stadt immer wieder betont wurde. Di« Zahl der Anarchisten-schätzt Reuter auf nicht mehr«18-600. ’ Die Truppen der Aufständischen rücken lang, sam vor und hatten die ersten BrrteidigungSlinirn vor San-Sebastian Mittwch noch nicht erreicht. Dir Stadt wird inzwischen evakuiert. Täglich der- lasten Hunderte Flüchtlinge den Ort, um Schutz in Frankreich zu suchen..','*' '■*. aä4'JDI a,d r.« d. In HurSca wurde schwer gekämpft. Den Regiernngstruppen gelang es, sich diSauf 200 Meter an die Stadt heränzukSmpsen, wo.die Aufständischen in Schützengräben Widerstand fristeten.- Erst nach, heftigem Nahkampf ge» lang es, hi« Gräben- zu erobern. Nach den letzten Nachrichten befindetsichnur noch die Kaserne in der Hand der Rebell«».-. ’ Bon der Cordoba-Front berichten die.Blätter,'daß iSoiintag di«' Aufständischen versuchten, den Ring um die Stadt zu durchbrechen, jedoch zurückgeschlage» wurden! V '<•. Bon Talavera del Tajo meldet der HavaS- Berichterstatter: - Largo Caballero hat sich nach dem, Besuche der Stadt Toledo an die.Estsamahtzra,Jr»nt begeben, wo er' mit General AsrnstD>tzUs»mmesttraf. In-dem Dorfe Santa Olalla eröffneten Dienstag bei Morgengrauen di« RegierungSnbteilungen einen- neuen. Angriff gegen die- Aufständischen, »tzekche sie bis gegen Talavara zurückdrängten. Zu Rfttag wurden die RegierungSabteilnngen jedoch seMduqh/eiue« Geinnangrifst derMufftsindischrn wieder zurückgeworfen und eS gelang- ihnen.- erft Wiederum.d«s RöchtS,!pufß,.neue vorzurücken.. Flugzeuge der Regierung bombardierten hie Borhute» der Ausständischen..‘' RLrnbe r'g. Am Mittwoch vormittags ist der nationalsozialistische Parteitag rröffitet worden, ES sprachen Hetz und. Streicher. Schließlich wurde eine Proklamation Hitlers verlesen. ES ist noch nicht sicher, ob Hitler nicht »um Abschluß der Nürnberger Parade noch einmal selbst daS Wort ergreifen wird, um die großen Hoffnungen, welche seine Anhänger auf Nürnberg gesetzt haben, doch noch zu rechtfertigen. Die Botschaft von Mittwoch wirkt, gemessen an. den Erwartungen und an sonstigen Produktionen bei. ähnlichen Anlässen, mäßig. Die Ankündigung eines neuen BierjahresplaneS, der Ruf^nach Kolonien, nicht einmal der Appell zum Kampf gegen' den. Bolschewismus könnten darüber Hinwegtäuschen, daß Hitler mehr alS ihm angenehm sein konnte, gezwungen war» sich mit den inneren Röten deS Dritten Reichs auSeinan» berzusetzen. Auch die Wort« über die A r b e.i- ter löhn« werden manche Illusionen zerstören.' Di« Proklamation begann- mit einer Aufzählung aller Umstände, di« sich. alS Erfolg des Regimes ausnützen ließen und--fährt dann fort.« Die Probleme unserer nationalen wirtschaftlichen Erhaltung, sind unendlich schwere. Die 186 Menschen auf den Quadratkilometer in Deutschland können—- selbst bei den größten Anstrengungen und genialster Ausnützung de« vorhandenen LebenSrau» mcs ihre.vollkommene Ernährung au« dem Eigenen nicht finden.' Diesen Mängel durch, einen Import von Außen zu decken, ist umso'schwieriger, als wir leider, auch«Ine. Anzahl- wichtigster-Rohstoffe in .Deutschland nicht besitzen. Die deutsche Wirtschaft ist daher gezwungen,--die kehlenden Lebensmittel und Rohstoffe durch.«inen industriellen.Export zu decken. Trotzdem haben wir versucht,' aus unserem Boden herauSzuwirtschaften, was heraüSgewirtschaftrt werden- könnt«.'ES Ist aber-selbstverständlich, daß man dabej die Zügellosigkeit einer freien WirtschaftSbe- tätigung-beenden- mußte.. Die nationalsozialistische Führmiä.hat dabci stets-vörmieden,.auf die Wirtschaft mehr Einfluß zu nehmen als' unbedingt- nötig war-..............,.... Es wär daher der eiserne.Grundsatz' der - ntztiojiglsoiialistischen-Führnnß,-kfiiie Steigerung des Stundenlohnes zuzugeben,', sondern I'- die' allgemeine Eiakommensteigerüng..durch ein« Steigerung der Stiftung,' ki h. durch eine Steigerung: der Produktion herbeizuführen. .-. Wenn Wit durch die stärkste innere WirtfchaftS- besibung-da«:i Einkommen'..unseres Voltes noch- so sehr erhöhen, so wird dadurch die deutsche Getreideanbaufläche nicht größer. Dem sind die immer wiederkehrenden und durch die Jahreszeiten bedingten Verknappungen an Butter, Eiern, Fett und zum Teil'.auch an Fleisch znzuschreiben. Da der nationalsozialistische Staat entschlossen ist, die natürlichste Fruchtbarkeit der Rgtion zu steigern,'sind wir gezwungen, die Folgen dieser Entwicklung für die Zukunft zu überlegen. Eine wesentliche Steigerung der Bodenertrages ist nicht Möglich, eine wesentliche Steigerung de» Exporte« in absehbarer Zukunft kaum. Es ist also die Aufgabe, genauesten« zu untersuchen, welche notwendigen Rohstoffe, Brennstoffe usw. in Deutschland selbst hcrgestellt werden können. And ich stelle dies nun heute als das neue BicrjahreSprogramm auf:- I» vier Jahren muß Deutschland in allen jenen- Stoffen vom Ausland gänzlich unabhängig fein,, die irgendwie durch die deutsche Industrie sowie durch- unseren Bergbau- selbst beschasst «erden können. Unabhängig davon kann Deutschland aber nicht auf die Lösung seiner kolonialen Forderungen, verzichten. Dann verkündete Hitler seinen„grimmigen Entschluß", Deutschland micht zum Objekt einer fremden Gewalt absmken zu lassen und schloß mit einem Neuaufguß der üblichen Phrasen über die internationale jüdische.RevolutionSzentpale in Moskau-, vor der er keine Angst habe, und der, ebenso üblichen Friedensbeteuerung. Keine Anklage gegen Bucharin und Rykow Moskau.(Reuter).' Bucharin und Rtzkow wurden vön der Beschuldigung freigesprochen, die in dem kürzlichen Prozeß mit'Sinowjew und Keyienew gegen sie erhoben worden war. Londoner Spanlen-AusschuB zusammengetreten ' L o n d an.:'Im Außen'utinisteriüm sand heut« die erste Sitzung drS-Jnterngtionalen Ausschüsse- für-di«'Neutralität in den spanischen Angelegenheiten statt. Portugal' nahm' an der Sitzung nicht teil:’- '' Der Bericht» der abendS auSgegeben wurde, ist so nichtsageud wie der, Verlauf des ersten Ber- händlungsfages. ES wird eine zweite Sitzung einberufen werden. Nürnberg Gestern wurde der RcichSpartcitag der NSDAP eröffnet. Viele zehntäusende Menschen sind zu der Parade gekommen, deren Ziveck cs ist, den Versprechungen des Führers einen großen Nahmen zu geben und die Begeisterung der Gefolgschaft aufs neue anzufachen. ES ist bezeichnend, daß die Welt bei weitem nicht mehr mit jenem gespannten Interesse nach Nürnberg sicht»' das vor den früheren Parieitagcn vorhanden war., DaS Wirken des Unruhestifters Hitler hat. insbesondere nach der erfolgreichen Besuch des Generals Rydz-Smiglh in Paris, außenpolitische Grenzen gefunden, die noch so gefährliche Drohungen als augenblicklich wenig beunruhigend erscheinen lassen. Auch nicht jene Erwartungen scheinen sich zu erfüllen, die gewisse Kreise des SudetcndeutschtumS an die Nürnberger Parade knüpfen: die Proklamation, die Hitler gestern verlesen ließ, war ganz auf den Kampf gegen den Bolschewismus abgcstimmt, auf die Forderung nach Kolonien und auf die Behauptung, daß Hitler das deutsche Volk herrlichen Zeiten entgegengeführt habe und in dieser Tätigkeit sortsahren wolle. Der äußere Rahmen des Nürnberger Parteitages, den zu kopieren sich Herr Henlein bei seinen Parteitagen eifrig bemüht, ist heuer durch zlvei Tatsachen besonders gekennzeichnet': dnrch die Ausschaltung der SA aus dem Sicherheitsdienst, der heuer zum erstenmal ausschließlich in die Hand der verläßlicheren SS gelegt' ist und durch di« Anwesenheit einer Wllhastess Anzahl -vrf-ni-D-s-si-l o ist a t« n,- di«' vielleicht Ijlcht vir- biudern wollen,-aus keinen Fäll aber verhindern können, daß man ihren Besuch als eine' allgemeine Berbe ugung der Welt vor dem Nationalsozialismus auSdcutct. Vielleicht macht es den Diplomaten persönlich viel Spaß, statt der geschniegelten Reden aus dem internationalen Parkett einmal die saftigen Rülpser des FrankensührerS Streicher zu hören, der als zweitel BegrüßungSredner auftrat, aber es ist für die am Rundfunk zuhörende Menschheit-mehr als peinlich, sich vorzustellcn, wie die Vertreter der einzelnen Regierungen in der Rolle von mehr oder weniger folgsamen Schülern die lehr- und lügenhaften Bemerkungen der Herren Hitler und Heß über die Kultursendung des deutschen Nationalsozialismus entgcgenzunehmen, dem sie, so meint« Heß, also miteinander für die Errettung Europas vor der bolscheivistischen Gefahr zu.tiefem Danke verpflichtet seien. Und doppelt peinlich ist es, zu sehen, ivie die mehr als unqualikizier- barcn Acußcrungcn aktiver Reichst» in i st e r über den Abwehrkampf der spanischen Regierung und des spanischen Volkes gegen den blutigen Aufstand ehrloser und wortbrüchiger Offiziere gerade in jener Zeit durch die Anwesenheit der Diplomaten sanktioniert werden, da das Komitee zur Einhaltung des spanischen Ncütralitäispaktcs zusammentritt. Herr Heß hat,-als er Hitler als den Map» feierte, der das deutsche Volk vor Folter und! Mord bewahrt habe, sicherlich'nicht an den dreißigsten Juni und an die Mörder von Po- temba gedacht, die Hitlers Freunde sind-— aber die übrige Welt und ihre Vertreter sollten daran denken; hingegen hat er, der' stellvertretende Reichskanzler, die ärgsten Lügenmärchen über Spanien aufgetischt—nach seinen Angaben werden dort von den RegierungStrnppen Kinder gekreuzigt— und die Niederringung der spanischen Regierung'als die sittliche Verpflichtung der ganze» Welt Umschrieben. Die Führer deS Nationalsozialismus, di« vom Blut'Wehrloser befleckt sind, haben, indem sie sich solcherart in.die spanischen Verhältnisse einiüischen, einen Anschauungsunterricht darüber gegeben', wie der Beitvitt Deutschlands zu. dem von Blum-vorgeschlagenen:! Neu- iralitätspakt in der spanischen' Frag« zu verstehen ist. Ja,-dieser- Herr Heß hat sich unterfangen'','sich über die'französische Regierung lustig: zu machen, die-sticht! imstande sei, der'NcutralitäiSvcrpflich- tung in ihrem eigenen Volke Geltung zu verschaffen.--- Fragt inan sich nach dem Äichören der Hit- lerproklamation, wozu' der. Millionenaufivand dieses Parteitages eigentlich dient.'dec vom deutschen Volk aufgebracht werden muß) so ist,man um 'eine'stichhaltige^Antwort verlegen.'Hitler hat sich al.S den Mann"gefeieitt, der die. Aufrüstung he/- ''besgesUhtt hat und Deutschland„auS der Schmach von Versailles" befreite. Und.er meinte, auch,' daß . Stift 2 Donnerstag, 10. September 1036 Nr. 211 Kauft Lose Ker Arbeiter!ürsorgel Mit 3 K2 kannst Du Beträchtliches gtwinnt» und dabei unterstützt Du Hilfsbedürftige! Ävftung am 27. Osttobvf 1936 er bic„geistige Erncutrung" Deutschlands her- bcigeführt habt, die sich, Wit die Kuliurwelt weist, in der Vernichtung aller geistigen Werte manifestiert. Aber er tarnt doch nicht übersehen, dast auf dem Glück, das er nach seiner Meinung dem deutschen Volle.gebracht hat, ein Schatten liegt: in den letzten vier Jahren habe die deutsche Negierung mehr Sorgen gehabt als alle Negierungen vielleicht in einem halben Jahrhundert. Rein Wunder, denn der zu crivartendc Ausgang des , nationalsozialistischen Experiments weckt lvohl manchmal auch in den Verantwortlichen ein gelinde» Grauen. So glücklich löunen die ncunund» ncnnzig Prozent, aus die er sich stolz beruft, nicht sein, tvenn er int gleichen Atemzug sich Uber„das leider ost groste Unverständnis des eigenen Volke s" beklagt und gewungen ist, die„Verknappung an Butter, Eiern, Fett und zum Teil auch an Fleisch" zu„erklären". Der Dreh, dessen er sich dabei bedient, wird nur Hitirrgläubige nicht verblüffen, während.Vernünftige lachen: da nämlich die Arbeitslosigkeit säst beseitigt sei, belasten die in den Verdienst Gekom- mcnen den Lebensmittelmarkt durch die Steigerung ihrer Kaufkraft zusätzlich. Und er ver- schweigt, dast er keine Lebensmittel einkaufen kann, weil er Rohstoffe für die Rüstungsindustrie einsührt. Es gehört wohl zu dem VierjahrSplan, dessen Verwirklichung Hitler behauptet, dast er nun erklärt«:„ES war daher der eiserne Grundsatz der nationalsozialistischen Führung, keine Steigerung des Stundenlohnes zuzugeben, sondern die allgemeine Einkom- mensteigerung durch eine Steigerung der Leistung, d. h. durch Steigerung der Produktion hcrbeizuführen?" Das ist, in verständliches Deutsch übertragen, die Feststellung der Tatsache, dast eine allgemeine Einkommenssteigerung nur bei den deutschen Unternehmern festzustel- len ist, ivährend die Löhne der Arbeiter bei gleich- zritiger Steigerung ihrer Leistung— eS handelt sich meistens um Akkordleistungen— trotz dem Fehlen von Butter, Eiern, Fett und Fleisch erzwungen wurde. . Vor ihm steht das Gespenst dcS Anwachsens der Arbeitslosigkeit: er sieht schon das Problem, was mit den Menschenmassen geschehen soll, die nach dem Abschluh der Aufrüstung frei werden. Und er verspricht den Aufbau einer deutschen R o h st off i n d u,st r ie, allerdings fördert '"'er auch Külonten. Und diese beidell Probleme will er, wenn wir jene dunkle Stelle seiner Prö- klämation richtig verstehen, in den nächsten vier Jahren lösen. Uns dünkt, dast er auf dem nächsten Parteitag keincSivegs mehr so hochgestimmte Aeuherungen tun wird. Und daß ihm auch noch weniger Menschen als heute die Behauptung glauben werden, die deutschen Rüstungen seien nur„zur Abwehr der bolschewistischen Gefahr" bestimmt.. Nürnbergs nationalsozialistische Parteitage waren schon immer ein grohcS Theater; aber die Stücke, die dort gespielt werden, werden immer inhaltsloser, die Akteure immer unsicherer und unbeholfener. Die Welt kann dem Treiben mit einiger Gelassenheit zusehen. Trade Union» verlangen 40-Stundenwoche und bezahlte Urlaube Plymouth.(Reuter.) Der Kongreß der Trade Unions genehmigte eine Resolution, in der ein bezahlter lötägiger Urlaub für die Arbeiterschaft gefordert wird und die weiter die Forderung enthält, die Ivstündige Arbeitswoche einzuführen. Die Resolution wurde einstimmig und mit lautem Beifall angenommen. Die Sitzung des Kongreffes wurde sodann auf morgen vertagt, damit die Vertreter der Trade UnionS Gelegenheit haben, sich mit den Delegierten der Labour Party über den Standpunkt zu beraten, den der Kongreß gegenüber den Ereignissen. in Spanien einnehmcn wird. Heute kehrten die Mitglieder des Präsidiums der Trade Unions Hicks und Dalton nach Plymouth zurück,, die. in Paris yfit Vertretern der französischen Gcwcrlschaflsorganisationen.in Verbindung getreten waren, mit denen-sie-über-die-spanischen Angelegenheiten berieten.> Abessinien darf nicht mehr nach Genf London. Zu den Beratungen Avenols in Rom schreibt der„D a i l y H e r a l d":„Es ist jetzt fast sicher, daß die abessinische Delegation zur Tagung des Völkerbundes nicht zugelaffen werden wird. Die italienische Regierung würde Ivlln» schen, daß die VerisikationSkommission konstatiere, daß die abessinische Delegation kein ordentliches Mandat hat, da der Negus in Abessinien nicht s mehr regiert und die Regierung in Gore vont Die Korruption im Dritten MA Selbstmord des ehemaligen Preuoenltthrers Hube Am Montag hat stch in Berlin einer der ehemals ersten Führer der deuffchen nationalsozialistischen Partei und Oberpräsident von Brandenburg, Wilhelm K u b e, erschossen. Der Aufstieg nnd Fall KubeS ist ungemein symptomatisch, denn Knbe ist der Typus der von der nationalsozialistischen Welle rasch eniporgetragenen, unerhört aggressiven, dabei aber innerlich haltlosen und moralisch ntinderwertigen Männer. Seine politische Laufbahn hat Kube als Konservativer begonnen, er war Sekretär des seinerzeitigen stockreaktionären Führers der preußischen Konservativen, des Grafen Heydebrand und von der Lasa. Diesem heftigsten Gegner des allgemeinen Wahlrechts in Preußen diente der spätere „Volksmann" Kube. Nach dem Kriege schloß sich Kube den Deutschvölkischen an, trieb sich in Pom« mern in den Kreisen der Schwarzen Reichswehr und der Fememörder herum und Ivurde von einem seiner Untergebenen beschuldigt, er habe ihn zuM Morde angestiftet. Das alles hinderte Kube nicht bald ztir Nationalsozialistischen Partei hinüberzuwechseln, um dort Karriere zu machen. Kube wurde in den Landtag gewählt und der Führer der nationalsozialistischen Landtagsfraktion.. Als Hitler zur Macht kam, bekam auch Kube ein hohes Amt, er wurde Oberpräsident der wichtigsten Provinz Preußens, nämlich Brandenburgs. Er bekam auch wie so viele andere nationalsozialistische Größen ein Gut geschenkt. Das alles aber genügte Kube nicht. Er führte ein geradezu verschwenderisches Leben, gab Unsummen aus, nahm an wü sten Zechereien teil, machte große Zechschulden, brachte viel Geld mit Frauen durch und,erregt« durch seine Lebenshaltung ein derartiges Aufsehen, daß die nationalsozialistische Pintei, der man in der Tat nicht vorwerfen kann, daß sie ihren Führern nichts gönnt,— alle ihre ersten Funktionäre sind steinreiche Leute, Guts- und Billenbesiher geworden— einschreiten mußte. Kube Ivurde als Oberprästdent abgesetzt, verhaftet und sollte gerade in den letzten Tagen verhört werden. Der Gerichtsverhandlung hat er sich nun durch den Selbstmord entzogen. KubeS Lebenslauf beleuchtet grell die Verhältnisse in der nationalsozialistischen Partei. Wer erinnert sich nicht, was die Nationalsozialisten seinerzeit in der Weimarer Republik den demokratischen Politikern und Parteien vorgeworfen haben? Wer erinnert sich nicht, was man von den sozialdemokratischen Bonzen erzählt hat? Die angeo- lichc Reinheit der Nationalsozialisten hat sich darin gezeigt, daß ihre Führer in kürzer Zeit Mil- linenvermögen- zusammengeschärrt haben und mancher von ihnen müßte ein ähnliches Ende wie Kube nehmen, wenn man nachför'schen würde, wie sie zu diesem Vermögen gelangt sind. So enthüllt der Selbstmord KubeS die geradezu grauenhafte Korruption, die in den führenden Kreisen der nationalsozialistischen Partei in Deuffchland herrscht. Erst eine spätere Geschichtsschreibung wird imstande sein, diesen stinkendsten aller Sümpfe zu ergründen. Yle Revolte auf der„Albuquerque“ ' Lissabon. Dienstag abends befaßte sich die portugiesische Regierung mit dem.Aufruhr der Mannschaften aus zwei Kriegsschiffen' und beschloß, die Offiziere, Unteroffiziere und-Mannschäften dieser zwei Schiffe abzulösen. ,Den Offizieren wird ihr Rang belassen werden, wenn sie Nachweisen können, daß sie es versucht haben, den Aufruhr.zu unterdrücken. Die Schiffskommandanten werden pensioniert werden. Die verhafteten Aufrührer werden ehestens vör ein Kriegsgericht gestellt werden. Die Matrosen auf dem Aviso„Albuquerque" und auf dem Torpedobootzerstörer„D a o" faßten den Entschluß, beide Krcu- zer nach Balentia und nach Malaga zu dirigieren, um sich dort den spanischen Regierungstruppen anzuschließe». Die Meuternde» schlosse» die SchiffSoffiziere ein, doch gelang eS vier Seekadetten, i» dem Durcheinander, schwimmend daö Ufer zu erreiche», wo sie deut Marineministeriunt über die Borfülle Bericht erstatteten.^ Den beiden kleinen Festungen Traviaria und Elmando wurde sodann der Befehl erteilt, alle Schiffe unter Feuer zu nehmen, die den Versuch unternehmen würden, den Hafen zu vprlaffen. Bei der Beschießung der genannten beiden Kreuzer wurden, etwa 20 meuternde Matrosen verwundet. Der Kreuzer„Albuquerque" lief nachher auf eine Sandbank auf und die Besatzung deS Aviso versuchte, an Bord eines Walfängerschif- feS zu flüchten. Van Zeelands Erklärungen Völkerbund nicht anerkannt ist. Die abessinische Unabhängigkeit wird zwar bisher weiterhin anerkannt, Abessinien wird aus dem Völkerbund nicht ausgeschlossen und sich in Genf seiner Rechte erfreuen können entfernte Schulen zu WWWWWWWWW IWWWWMI Von deutscher Schulnot Eine tschechische Schule für drei deutsche Kinder Für 600 deutsche Kinder keine Bürgerschule In Knappendorf bei Wildenschwert gibt es— so lesen wir in der„Deutschen Landpost"— überhaupt leine tschechische Familie, geschweige denn tschechische Kinder. Trotzdem aber wurde mit Beginn dieses Schuljahres eine tschechische Bolksschule eröffnet, die zur Feit von drei — deutschen Kindern besucht wird. Den Werbern, zu welchen auch die Gendarmerie gehörte, hatten sich wohl anscheinend mehrere Eltern verpflichtet. Diese deutschen Eltern haben sich aber zum größten Teil iowischen besonnen und schicken ihre Kinder in die deutsche Schule. Auch in den be- nachlmrten Gemeinden Seibersdorf und Hcrters- dorf.'die zur Auffüllung der ganz überflüssigen tschechischen Schule beitragen sollen, gibt es nur einige gemischte Familien. Die Schule ist derzeit in einem Privathause üntergebracht. Bezeichnend ist schließlich auch, daß sich die deutsche Bevölkerung des Wildenschwerter BezirleS bisher vergeblich um die Errichtung einer Sprcngelbürger- fchule bemühte, obwohl 699 deittschc Kitidct wor-' handensind. Es brandelt weiter Die SdP-Ortsgruppe Hohenofen(Bezirk Görkau) nahm in ihrer vorletzten Monatsversammlung Stellung zu den Vorgängen innerhalb der Partei und beauftragte die Ortsleitung, der Hauptleitung, der SdP folgende Forderungen der Mitgliedschaft bekanntzugeben: 1. Der Spruch des Ehrengerichtes ist restlos an zuerkenn«'n. 2. Den Ehrenrichtern ist vollständige öffentliche Genugtuung zu geben. besuchen oder aber in die tschechischen Schulen, die in allen genannten Orten bestehen, einzutreten. Besonders kraß liegt der Fall in Jablunkau, wo die Kinder 16 Kilometer lveit bis zur nächsten deutschen Schule haben. In einigen anderen Fällen wie L e i p n i k und Markt T ü r n a u, Ivo je 2 2 d e u t s ch c K i n d e r für den Privatunterricht angemeldet wurden, ist auf die eingebrachten Gesuche, bis Schulbeginn kein be- hördlicherBescheid herabgclangt. Es ist aber zu hoffen, daß in diesen beiden Fällen die Bewilligung noch nachträglich erteilt wird. Günstige Erledigung fanden die Gesuche um Weiterführung des Privatunterrichtes für die Orte Jaronin bei Krumau, LibinSdorf bei Chotibot und Kaschau. Deutscher Nachhilfeunterricht wurde für die deutschen Kinder in den slowakischen Gemeinden Lednickö Roviiö und Beltt Bedzany bewilligt, so daß den Kindern, die zwar die flowa- kische Schule besuchen, doch.außerhalb dieser Schule noch entsprechende Erziehung in ihrer deutschen Muttersprache zuteil wird. 8. Sämtliche Maßregelungen sind ausnahmslos zurückzunehmen. 4. Dr. Walter B r a n d ist aus der Partei a u S- zuschließen. Nach Erfüllung dieser vier Forderungen seien sofort Einigungsverhandlungen mit dem 'Ziele einer restlosen Bereinigung aller schwebenden Fragen anzubahnen. Die Mitgliedschaft erwarte, daß den erhobenen Forderungen endlich die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet wird. Eine Entschließung ähnlichen Inhalts hat auch die Ortsgruppe Rothenhaus an die Hauptleitung gerichtet. Eint sonderbare Konfiskation des Karlsbader»Volkswille«' Der Karlsbader„BolkSwille" wurde am Dienstag wegen der Wiedergabe einer Stelle aus der Rede des SdP-Abgeordneten S a n d n e r in Maierhöfen konfisziert. Sandner konnte die betreffenden Sätze, die im Bericht der SdP-Presse- stelle bezeichnenderweise nicht wiedergegeben wurden, an Ort und Stelle ungehindert sprechen und der„Volkswille" hat diesen Erguß Sandners natürlich nur registriert, um zu zeigen, tpas alles die Demokratie diesen Herren zu sagen gestattet. Es ist also schon sehr merkwürdig, daß unser Karlsbader Blatt beschlagnahmt wurde, weil es aus demokratischem Perantwortungsbe- wußtsein einer breiteren Oeffentlichkeit im I n- teresse der Demokratie das mitteilen, wollte, was einem,„Demokraten" zu sagen erlaubt war. Man wird da schon begreifen, daß der„Bolkswille" nur schwer seinen Unmut über eine Konfiskation verbirgt, die er wohl rechtens auch an anderer Stelle zur Sprache bringen wird. Taub und Hampl sprechen in Aussig. Die Abgeordneten Genoffen Siegfried Taub und Antoni» Hampl sprechen am Sonntag, den 18. Septenwer, um 9 Uhr vormittags im Kinosaale Dr. Kahänek als Sozlalpolltlker Die Agrarier haben es sich In letzter Zeit angewöhnt, uns Sozialisten sozialpolitische Belehrungen zu erteilen. Die Sozialisten hätten in der Sozialpolitik versagt und die Agrarier wußten es bester. Wie dieses Befferwiffen ausschaut, zeigt wieder einmal ein Leitartikel des Herrn Dr. Kahänek, der auf drei Gebieten, nämlich der Arbeitslosenfürsorge, dem Kolleltivvertrag und der Arbeitszeit das Licht seiner Ueberlegen» heil leuchten läßt. Herr Dr. Kahänek ist mit dem Genter System unzufrieden, weil es leine sichere Kontrolle gewährleiste und die Arbeiter von den Gewerkschaften abhängig mache. Ein altes Lied, das nur den großen Schönheitsfehler hat, daß uns die Agrarier nicht sagen können, was sie an die Stelle des Genter Systems setzen wollen. Uns sind die Mängel des Genter Systems— allerdings andere, als Herr Kahänek auszusetzen hat— nicht fremd und wir sind immer für die obligatorische Arbeitslosen Versicherung eingetreten. Aber die will Herr Kahänek nicht, sondern er will ein zweckmäßigeres und vor allem billigeres System. Hier liegt der Hund begrabenl Die große sozialpolitische Weisheit der Agrarier läuft einfach darauf hinaus, daß alle Arbeitslosen auf die Ernährungskarten gesetzt werden sollen. Das ist allerdings eine Reform, für die wir uns bestens bedanken. -Die Agrarier sind nicht gegen den Grundsatz der Kollektivverträge. Sie wollen nur, daß er durchbrochen wird.„Ihre Geltung soll bloß für außerordentliche Fälle ausgenommen werden, ivcnn es sich darum handelt, daß der Arbeiter Arbeit, nicht Unterstützung erhält, daß er für die Arbeit soweit möglich und wo es geht mit den Ausgaben honoriert wird, die der Staat ohnedies trägt." Das ist also die zweite sozialpolitische Erleuchtung: Der Arbeitslose soll arbeiten, aber dafür keinen Tariflohn, sondern die Arbeitslosenunterstützung erhalten. Aber damit würden doch zugleich den noch beschäftigten Arbeitern Arbeitsgelegenheiten weggenommen iverden, so daß nicht nur die Arbeitslosen, sondern auch die Arbeitenden geschädigt würden. Wie das, abgesehen von der sozialpolitischen Seite, mit der doch auch den Agrariern aufgedämmerten Erkenntnis zusammenstimmt, daß die Kaufkraft der Arbeiter gesteigert werden muß, bleibt Geheimnis des Herrn Dr. Kahänek. Und das nennt er eine„vernünftige Korrektur", die dem Arbeitslosen vor allem Brot und Arbeit sichert und erst in zweiter Linie sozialen Schuh. Der Arbeitende bedarf nämlich nach agrarischer Auffaffung keines sozialen Schutzes und daher ist auch das Arbeitszeitgeseh unvernünftig. Beweis: Ein großes Unternehmen, das vollständig beschäftigt ist, könnte sofort einige hundert Arbeiter aufnehmcn. Es tut dies aber nicht, sondern läßt, seine Arbeiter wechselweise aussetzen, um den ganzen Kreis der Arbeiter beschäftigen zu können. Wieso eine Unternehmung, die ihre schon beschäftigten Arbeiter zeit- weilig aussetzen läßt, mehrere hundert neue Arbeiter aufnehmen könnte, wird nicht klar und noch weniger wird klar, wieso sie das Ar.beitszeitgesetz daran hindert, da sie ja bei größerer Arbeiterzahl und gleicher Arbeits- nienge jedenfalls kürzer arbeiten müßte als bisher. Bleibt also als Ergebnis des uns von den Agrariern erteilten Unterrichts, daß wir au» der Krise herauskommen, wenn die Arbeitslosen weniger Unterstützungen erhalten, wenn sie nicht gegen Tariflohn beschäftigt werden, sondern die Arbeitslosenunterstützung„abarbeiten" müssen und wenn weniger Arbeiter, dafür aber durch längere Zeit in den Unternehmungen beschäftigt werden. Herr Kahänek kann überzeugt sei», daß wir für diese Belehrüngen unzugänglich sind und bleiben werden.' Innerpolitische Saison beginnt Heute tritt der Ministerrat zur ersten Herbstsitzung, zusammen. Au» diesen: Anlaß schreibt das„Prävo Lidu": Da das Parlament spätestens In drei bis hier Wochen einberufen wird, kann man diese Sitzung des Ministerrat» als offizielle Eröffnung der politischen Herbstsaison betrachten. Der Präsident der Republik, der Regierungschef und einig« Mitglieder des Kabinetts haben bereits der Oeffentlichkeit die Hauptprobleme bezeichnet, welche die innere' Politik im Herbst vor allem, beschäftigen werden. Es ist. die» wie bisher die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Arbeit an damit»zusammenhängenden finanziellen Sorgen bei den Vorbereitungen dis Budgets und anderer sozialwirtschaftlicher Maßnahmen. Auch das Problem der'steifenden Preise und der unangemessen niedrigen Krlsenlöhne in einigen Industriezweigen, deren Beschäftigung und Resttabilität sich besser^, gelangt dadurch in den Vordergrund dieser Beratungen... DI« erhöhten. Investitionen au» öffentlichen Mitteln, insbesondere in der Industrie, welche an der Erzeugung der Mittel zur Berteidigung des Staate» arbeitet, haben zu einer höheren" Ergiebigkeit dieser', Industrie geführt,, welche auch. in.einer ständig steigenden Tendenz her Börsenkurse zum Ausdruck kommt. Es ist gerecht, daß die Arbeitnehmer in dieser Wirtschaftglichen',Besserung Anteil haben. Zur Dauer und Erhöhung der Belebung, welche sich in unserer Volkswirtschaft zeigt, genügen die bisherigen Mittel allerdings nicht und es muß also diese. Belebung durch einige grundsätzlichere Veränderungen in der Richtung unserer Finanz- und Wirt- schaftFpolitil verstärkt werden. Das bedeutet einerseits Unterstützung der Ausfuhr, andererseits di« Regulierung des Kredits für die Erzeugung auf eine Weise, damit auf nichtinflatorischem Wege die lebensfähige Produktion genug Geldmittel erlangt. 617 Mllllonen-Budset des Landes Mhmen Der böhmische LandeSauSschuß verhandelte am Mittwoch unter dem Vorsitz des LaNdeSpräsi- denten Dr. Sobotka das Landesbudget für,1987, und beschloß, den Voranschlag Im Wege der'Budgetkommission der Landesvertretung vorzulegen, die für den 6. Oktober einberufen werden wird. Die Budgetkommission ist für'den 16. September einberufen. Das Budget ist im Gleichgewicht: die laufenden. Einnahmen betragen 617,861.799 KL, die Ausgaben 617,849.999 KL. Für Investitionen, di« im außerordentlichen Budget, bezw. durch Anleihen gedeckt werden sollen, ist ein Betrag von' 48,752.999 KL vorgesehen: In dem Investitionsprogramm ist u. a. der Bau des Masaryk-Iubi- läumSinstitute» für Tuberkulöse in Schwarzkoste« letz sowie der Bau eines> zweiten Gebäudes für da» Nationalmuseum und eine» Gebäudes für den Landeskulturrat vorgesehen. An Landesum«- lagen sollen 86 Prozent Zuschläge zur Zinssteuer und 169 Prozent. Zuschläge zu den sonsti« gen umlagepflichtigen Steuern eingehoben werden.' Aus dem Bericht de»>Budgetref«renten geht her« vor, daß da» Land Böhmen in den Jahren 1989 bis 1985'zur Schaffung von Arbeitsgelegenheiten durch Investitionen den Betrag von 589 Mil« lionen au-gegeben hat.. Vorbereitungen zur karpathorussisdien Autonomie Der Gouverneur von Karpathorußland Hra- bar hatte dieser Tage Beratungen mit dem Ministerpräsidenten Hodja wegen der Vorbereitungen zur Durchführung der Autonomie Karpathoruß- lands. Nach der vorbereiteten Novelle zum Gesetz aus dem Jahre 1928 über die Organisation der politischen Verwaltung wird— wie„LIdovö no- viny" melden—das Amt des Landespräsidenten von Karpathorußland beseitigt werden und di« Kompetenz des Landespräsidenten wird an den Vizegouverneur übergehen, der dem Gouverneur untergeordnet ist, ioährend der Landespräsident bisher dem Ministerpräsidenten unterstand. Ob die Novelle dem Abgeordnetenhaus unterbreitet werden oder auf dem Wege des Ermächtigungsgesetzes kundgemacht werde» wird, ist noch die Frage. Gouverneur Hrabar unterhandelte auch in Prag wegen der Reise des Präsidenten der Republik naeh Karpathorußland. Minister Zay In Präs Prag. Mittwoch mittags traf auf dem Flugplätzen Kbely der französische UnterrichtSmini- ster Jean Zay ein. Zur Begrüßung des franzö- sischen Ministers hatten sich der Minister für Schulwesen und BolkSaufllärung Dr. E. Franke eingefunden. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Hodjja konferierte Mittwoch mit dem Minister des Aestßeren Dr. Kamil Krosta.. Diese Beratung betraf die Borbereitung des Arbeitsprogrammes deb Tagung des Ständigen Rates der Kleinen Entente in Bratislava. Der Borsitzende der Regierung, hätte auch Beratungen mit Handels« jMinister I, B. Najman und empfing dep bevollmächtigtest Minister Dr. Friedmann, der ihm über handelspolitische AngÄegenheiten referierte, ' 3. Arbeiter-Wintersport- Olympiade 1937 Der Fachausschuß für Wintersport der SATJ hatte vor kurzem in Prag eine Programmberatung durchgeführt. Der Wintcrsportleiter der SASJ, Genosse Mikura, erstattete den endgültigen Pro« grammvorschlag, Abg. Genosse Vaverka(Prag) berichtete über die finanziellen Vorarbeiten. Mit dein Festsekretariat wurde Genosse Alois Dolen« s k y(Trautenau) beauftragt. Die nächste Sitzung des gesamten Arbeitsausschusses der 8. Wintersport- Olympiade der SASJ findet am l4. Scpteniber in Johannisbad statt, woselbst die Veranstaltung vom 18. biSLl. Feber 1987 stattfindcn wird. Da» Programm der Wintersport-Olympiade Donnerstag: Vormittags Eishockcyspiele in Trautenau; nachmittags 15-Kilometer«LangIauf in Johannisbad; abends feierliche Eröffnung in Trautenau. Freitag: Vormittags Fortsetzung der Eishockeyspiele in Trautenau; in Johannisbad 4- und 10-Kilometer-Jugendläufe der Mädchen und Knaben. Nachmittag» 4- und 10-Kiiometer-Mann« schaftsläufe dec Frauen und Männer. Abends Schlußspicl um die Eishockehmeistcrschaft. SamStag: Vormittags Abfahrtslauf(Start Schwarzenberg, 1400 Meter); nachmittags 80 Kilometer für Männer, 6 Kilometer für Frauen; Fackellauf von den Bergen; großer Festabend im KurhauS- faal Johannisbad. Sonntag: Vormittag» Slalomlauf für Män« ucr und Frauen; nachmittags Skispringen; abends Schlußfeier und Siegerehrung. des Volkshauses,in einem Partei-Appell der deutschen und tschechischen sozialdemokratischen Partei über das Thema:„Brandfackel über Europa". Die Saazer Hopfenpflücke. Die Karlsbader BezirkSzcntralstcllenvcrmittlung fertigte im heurigen Jahre nicht weniger als 72 Hopfen« psliickerparticn ins Saazer Land ab, und zwar 486 Männer und Burschen und 629 Frauen und Mädchen, zusammen 1058 Personen, unter denen sich, ein Zeichen der Zeit, diesmal auch etliche Intellektuelle besapden. Die Zahl der Heuer von der Karlsbader Vermittlungsstelle ins Saazer Hopfengebiet entsendeten Pflücker ist fast doppelt so hoch als im Vorjahr. Kalender für das Landvolk 1987. Ende Septenwer erscheint der vom Zentralverband der deutschen Kleinbauern und Häusler.(Prag VII., Stroßmayrova 1890) heräusgegcbene„Kalender für das Landvoll 1987" in der gleich guten und reichhaltigen Ausstattung wie im Vorjahre und znm gleichen Preise von KL 6.50. Der Kalender bietet viel Unterhaltendes und Wisscnwertes für das arbeitende Landvolk. Borauspestellungen »lögen ehestens an obige Adresse eingeschickt werden. Die Loyalen. Im Zusammenhang mit der vor etlva sechs Wochen erfolgten Verhaftung de» Bezirksleiters der SdP Spatschel in Neu-Oderberg und einiger Mitglieder der SdP wurde dieser Tage nach einer Hausdurchsuchung in Wit- k o w i tz der VersicherungSbeamt« A. S ch wach u l a verhaftet und dem Ostrauer KrelSgericht eingeliefert. Falsch« Nachricht. Amtlich wird mitgeteilt: Die Meldungen über eine geplante Aufhebung der Be- zirksbehörde in Däuba und der politischen Erposi- tur in Niemes, die in der letzten Zeit in der Oeffentlichkeit und in der Presse verbreitet wurden, entbehren jedweder Grundlage. Konkurse aus erledigt« Studenten- und Huma» nitätSstiftungcn. Am 15. September 1986 werden im„LandeS-Vcrordnungsblatte für Böhmen"(in einer besonderen Beilage) Konkurse auf eine größere Anzahl von erledigten Studenten» und Hu« manitätsstiftungcn zur Verlautbarung gelangen, Diese Beilage ist(auch auf schriftliche Bestellung) bei der Hilfsämterdirektion der Landesbehörde in Prag-Smichow, Zborovskä 27, erhältlich. In da» Verordnungsblatt kann bei allen staatlichen und SelbswerwalwngSämtern im Land« Böhmen Einsicht genommen werden. I» Kürze s Brüssel. Die gemischte Militäkkommission, welche mit dem Studium de» belgischen Militärftatut» betraut war, hat ihre Arbeiten beendet. Sie gelangte zu der Ansicht, daß die Dienstzeit bei der Infanterie 18 Monate und bei den anderen Liaf« fengattungen 12 Monate betragen müsse, wenn di« Armee Ihr« Sendung erfüllen soll. Wien. König Eduard VIII. besuchte den Bundespräsidenten MiklaS. Lyndon.(Havas.) Das Programm zur Verstärkung der französischen Nationalverteidigung hat in London«Ine günstige Aufnahme gefunden. .London. Der finnische.'Marschall Mannerheim ist in London eingetroffen. Sein Besuch hängt mit dey Bestellungen von' Kriegsmaterial zusammen, dis die finnssche Regierung den englischen Waffen« fabriken-vergeben hat.■ Jerusalem.(Reüter.) Bei zwei Zusammenstößen am MIttivoch mit Arabern wurden drei britische Polizisten getütet und drei palästinensische Bolizistm perletzt. Seite 4 Donner-ta»,.10. September lvst6 Nr. 211 Kurort in den Karpathen Weit im Osten der Republik, in de» slowakische» Karpathen, liegt in einem Tal eingebettet, bon waldigen Bergen umgeben, Treniianske T e p- I i e e. Ein Kurort, einer der für kranke und geplagte 'Manschen so segensreichen Orte, an denen die Tschechoslowakei so reich ist. Die heißen, kochendheißen Schwefelquellen und.Schlammpackungen, von Tren» tschin-Teplitz bringen jährlich vielen Rheuma-, Gicht» ' und Ischiaskranken Erleichterung und Heilung. Nach kurzem Ausenthalt schon gewinnt man den Eindruck: Teplitz ist ein vorbildlicher, gepflegter Kurort, ein Kurort, wie er sein soll. Was gehört dazu, uni diesen Eindruck zu erwecken? Dazu gehören: Zahlreiche Badehäuser, jeweils dort errichtet, wo die nach Temperatur und Zusammensetzung verschiedene» Quelle.» hervorsprudeln. Diese Quellen werden zum Teil in Wannen geleitet, znm größten Teil aber direkt in Bassins, too also die Kranken gemeinsam (womit nicht nur zum heilkräftigen Bade,.sondern, auch.zum gemüterquickenden Flirten Gelegenheit gebotet,.'wird) in der Quelle selber baden— dies ist dar besondere und das Eigenartige, an den Trenischin Teplitzer Heilquellen.. Dazu gehört ein herrlicher Park mit wunderbar gepflegten Rasenflächen mid Wegen, mit bequemen Muken, der, allmählich höher steigend, immer waldähnlicher wird und zu tveitere» und weiten Spaziergängen und Bergbesteigmigen Möglichkeiten bietet. Für den geplagten Großstädter besonders angenehm ist dar' fast völlige Fehlen von Autor und ähnlichen Ohrensolierinstrumenten sowie die reine, staubfreie Lust. Es gibt natürlich auch einen Korso— dar ist der Platz vor der ebenfalls im Park befindliche» Kurkapelle, wo man dreimal täglich der Musik lauscht, sich trifft, sich zeigt. Er gibt auch im Park prächtige, wohlgepflegie Tennisplätze, die eifrig, benutzt werden. Daneben befindet sich ein winziger„See" mit wohlgenährten Karpfen und einer kleinen Badeanstalt. Für„geistige"' Unterhaltung sorgt dar gleichfalls im Park befindliche Kino, dar drei- bi» viermal in der Woche Progranimwechsel hat. Tie allerneuesten Stücke sind es- freilich nicht, die da gespielt werden... Dann gibt e» noch eine Lesehalle mit sämtlichen inländischen und mehreren ausländischen Zeitschriften sowie eine kleine Leihbücherei. Wie sehr die Badedirektion um den Gast wirbt, zeigt die kleine Episode, die ein Freund erlebte. Km 30. August hatte er Geburtstag— am 30. August erhielt er einen Brief, In dem aikf einer schöngedruckten Karte die Badedirektion ihm ihre herzlichen Glückwünsche aussprach. Die Menschen, mit denen man er zu tun hat — dar Hotelpersonal, der Äonditoreibesitzer, die Labeninhaber und Verkäufer, der Photograph— sie.alle sind von ausgesuchter Höflichkeit: aller dreht sich um den Gast. Er ist ein unter Lächeln verborgener! erbitterter Kampf um» Brot: in den kurzen Saisonmonaten müssen die Existenzmittel fürs ganze Jähr herausgeschlagen werden. Ein Mitzton in diesem sauberen, gepflegten, lächelnden Orte sind die kleinen elenden Kin bergest alten— winzige Mädelchen in Nationaltracht, abgerissene, verhungerte Jungen— die in kleinen Körbchen Obst verkaufen: je nach der Jahreszeit Erdbeeren, Birnen, Brombeeren, Pflaumen, Haselnüsse. Unermüdlich trapse» sie durch die Pärkwege und rufen mit dünnen Stimmen ihre kärgliche Ware aus. Früher, tvährend der Hochsaison, da ging e» noch, aber jetzt ist das Körbchen mit den kleinen Tüten am Abend oft fast ebenso voll wie am Morgen. • Denn die Saison geht zu Ende. Dar zahlungskräftige Publikum ist schon weg; jetzt, luährend der billigen Nachsaison, sieht man bescheidene Gäste, wohl zum großen Teil Patienten der Krankenkasse» und Versicherungsanstalten, die oft in herrliche» Gebäuden untergebracht, sind. So habe» die Eisenbahner einen ganz- modernen Bau,' das Eisenbahnerheim. Und. ein Gehäude, wie ich c» so schön noch kaum in einer. Hauptstadt Europa» gesehen habe, ist das im Park gelegene Knrhaus der Privatbeamien und Angestellten? Die Vorderfront weist eine riesige, oval- geschwungene Glasterrasse auf, unter der sich eine offene Garage befindet. Eisenbahnerheim Ich fragte den Konditoreibesitzer, den Restqurä- teur, wie die Saison gewesen.sei. Man ist ganz zufriedenmengenmäßig war der Bestich,wohl, sogar' besser al» im Vorjahr, obwohl die quantitativeZu< sammensetzung eine andere, ist:,.die Ausländer,-r-- bis auf die Lesterreicher und Ungarn, die aber auch in geringerer Zahl gekommen waren als sonst— sind znm großen Teil weggebliebsn— Devisen-. fchwierigkeiten, politische Gründe; dafür sind mehr Inländer gekontmen. Die Inländer bilden üher- hanpi dar bei weitem überwiegende Kontingent der Kurgäste, war man aus den interessanten statistischen Tafeln ersehen kann,, die-sich in einem der Badehäuser befinden und die die Cesamtbesucherzahlen sowie die. nationale Zusammensetzung der. Gäste seif 192l Fahr für Jahr, darstellen. Solche statistifche Zahlen sind überhaupt wert,« näher betrachtet zu werden, sie sind ein getreuer. Abbild der allgemeinen ökonomischen und politischen Weltlage; in unserem speziellen Falle, d. h. In Hinblick auf. die Entwicklung der Kurortes Trentschin-Teplitz lassen sie erkennen, daß sich die jährliche. Besucherzahl seit IVSl(10.880) mehr alS verdoppelt hat: 22.8(12 im Jahre 1V85. Die höchste Besucherzahl wesst da» Jahr 1080 auf: 27.082. Unter den ausländischen Besuchern sind vor allem die. Oesterreicher, Ungarn, Reichsdeutschen und Polen vertreten,.aber. TlAesnrmAkeiten, Wahrhafte Dichtung. Die„Zeit", die ihren Lesern nichts, ver-, schweigt, was im Dritten Reiche Hitlers vorgeht (außer allen jenen Tatsachen natürlich, die agch von der gleichgeschalteten Presse im Dritte» Reiche selbst verschwiegen, werden), hat ihren Lesern mitgeteilt, daß„in Anlehnung an die vom 8. bis 11. Oktober stattfindende Dichter- w o ch e, die der wehrhaften Dichtung der Zeit gewidmet sein wird", die Reichshauptstadt Berlin „weit über 80 namhafte Dichter zu einem fünf-, tägigen Kriegsdichtertreffen vom S. bis 10. Oktober nach Berlin eingeladen" hat. Daß es im Dritten Reiche überhaupt noch.namhafte Dichter gibt, ist aus guten Gründen zu. bezweifeln, da es' aber„weit über fünfzig" sein sollen, kann man sich vorstellen, welcher Art si; sind: Literaten, die sich«in Anlehnung" nicht nur' an Dichterwochen, sondern auch an andere-Pro« pagandazeniren des Hitler-Regimes, befinden und die in dieser vielleicht nicht immer beaueinen, aber zur Zeit bekömmlichen Haltung die-dentsche Sprache auf höheren Befehl mißhandeln, fo gut cs ihnen gelingt. Daß diese Herren jetzt, auf höheren Befehl Kriegsdichtqr geworden sind,. zeigt" zur Genüge,, welche Direktiven die Propaganda des Hitler» Regimes ihnen gegeben hat. An die Stelle einer wahrhaften Dichtung der Zeit, die auS Dentfch- land seit dreieinhalb Jahren verhänn ist mW vom Hitler-Regime und seinen. ausländischen Anhängern mit der Wut derer verfolgt wird, die von der Wahrheit alles zu fürchten und nichts zu erhoffen, haben, soll die„w c h r h a f t c Dichtung" gefetzt werden, deren Charakter sich alle vorstellen können, die sich, noch der„dichterischen" Erzeug- nifse erinnern, die in den.Jahren des Weltkriege» ans Kommando der Obersten Heerrsleitung aus das deutsche Volk losgelassen wurden. Und. eS würde uns nicht wundern, zu hören, daß bei dem fünftägigen Kriegsdichtertressen- auch Veteranen der damaligen Hurra-Poste zugegen fein, werden, nm die Erfahrungen ihrer frühere» ,Praxis-den jüngeren Kollegen w'eiterzügeben.' ES'genügt den Machthabern des heutigen Deutschland nicht: durch rasende Rüstungen und Erhöhungen der Militärdienstzeit der Welt mit einer Katastrophe zts drohen, sie bereiten auch die,gcistig.e M ob i> lisierung vor, damit" nicht der-geringste Zweifel äii ihrer'„Wehrhaftigkeit" Bleibe.: Ernst Toller, Ludwig Renn, Remarque' und ändere'. namhafte' Schriftsteller haben sich bemüht, dem deutschen Volke die Wahrheit über den Krieg zu sagen..Jetzt sollen weit Über fünfzig Dichter des Dritten Reiches, dem deutschen. Volke.die. Unwahrheit über-den Krieg'sagen? — denn die Wahrheit soll eS. sä, wenn c'S nach, Hitlers Pillen geht, erst dann wieder.'erfahren, wenn- es sie am eigenen Leibe spüren wird.,;; Klage gegen den Großverdiener Hitler. Beim Bernischen KanionSgericht ist von einer Oesterreicherin und. früheren Anhängerin des Nationalsozialismus, Fräulein Käthe Bier- b aumer,-eine Klage gegen den derzeitigen Inhaber des Verlages Franz EherS Nachfolger B..M, b.,H„ angestrengt, worden, in.welchem u. a. ,)Der-völkische- Beobachter", und Hitlers Buch „Mein Kamps" verlegt worden sind. Die Klage geht auf. Entschädigung bis zu einer Höhe von 100 Millionen'Franken.-Sie stützt sich darauf, daß der Gründerin' des Franz Eher-Verlagesim Jahre' 1920,.als sie Deutschland verließ, ihre Anteile an dem genannten Verlage widerrechtlich entzogen worden seien und daß sie seither weder die Zinsen,' noch fonstige Entschädigungen erhalten habe. Die gesamten Anteile des Franz Eher-Ver« lageS sollen sich heute in. den, Händen des deutschen Reichskanzlers Hitler'befinden. Die Klägerin macht geltend, daß mit Rücksicht auf die großen Erträgedes Verlages schon allein aus dem Hitlerbuche„Mein Kamps" ihr als Gründerin und Besitzerin-der Mehrheit der seinerzeitigen,Anteile,ganz bedeutende Summen entzogen .worden,se.iqn..Der.Klägerin.war seinerzeit eine. Abfindungssumme angeboten worden, die aber als viel zu-klein abgelehnt wurde. Der Streik-auf der Grube in Fernhill (Grafschaft Worcester) wurde beendet. Die 80 Bergarbeiter,'die die'Grube 18 Tage lang nicht verlaffen hätten',-find' am Mittwoch- ausgefahren. Die Arbeit'aus der' Grube wurde Mittwoch abends ausgenommen. Himakayaberg bezwungen. Wie„Times" aus S-im l»' meldet,!-ist zwei. Mitgliedern einer englisch-amerikanischen Bergsteigerexpedition am LS.^August, die erste Besteigung des Himalaya- BergeS Nauda-Dcvi gelungen. Der Nanda-Devi ist der höchste Berg in Britifch-Jndien..(7921 Mefer)'.- -Bon. Rembrandts Lehrer. Bei Ausbesse- rungSarbeiten in- der evangelischen Kirche-in- der Stadt Leyden wurden unter dem Verputz neun Wandgemälde von".großem künstlerischen Wert entdeckt,.die.'von."dem. Maler Van Schooten, dem Lehrer.Rembrandts, stammen. Bmn Stier getötet. Die 96jährige verheiratete Marie Kur z aus Obcr-Haid in der Tschechoslowakei,-.die, in Kronsdoxf, Bezirk Linz, bedienstet war,, wollte einen aus dem Stall entlaufenen Stier.wieder-dorthin zurückdrängen. Das Tier-stieß die Frau-zu Boden und. brachte ihr so schwere Verletzungen bei, daß sie-diesen im Krankenhaus erlag. Sie hinterläßt sieben Kinder.«- Kein Platz für Totel Jn^ England gibt es wie woanders auch eine Bewegung zur Förde- rung der-Feuerbestattung, die sich damit beschäftigt) Krematorien zu bauen und die Mitglieder Ihrer Gesellschaft, dahin zu erziehen,. daß die Leichenverbrennung.'noch immer das Ideal jedes' Totendarstellen muß. Aüf'der eben abgeschlossenen> Tagung' dieser Gesellschaft hat ihr' Vorsitzender-.Lord Hordou'r/jedoch ein weiteres Argu- mentfiirdie Ziele der Bewegung gefunden: Er hqt, an. Hand- von.Statistiken bewiesen,'daß der ,verfügbare Paum—äuf der. übervölkerten Erde die Inländer, bilden doch etwa 90 Prozent der Ge- sämtbesucherzahl.~ - Ein Zeichen dafür, daß TreNtschiN^Tevlitz tin- mer" weiteren.Kreisen'.bekännt wird,, ist wohl hie Tatsache, daß eine iteüe, imposante Anläge ihrem Ende eütgegengefvhrtwird. Mitten im Walde, hoch' über' dem Ort., entsteht ein große» offenes Schwimmbad,.da» zwar auch Wasser der Hauptquelle, Sinäwasser, enthalten wird, aber da» mehr für Gesunde und Gesundende bestimmt ist; daneben werden neue. Tennisplätze, Kegelbahnen, Cafö, Bar nsw. angelegt. Trentschin-Teplitz, gleichzeitig ein moderner Kurort, der aber doch nicht seine nationalen Eigenheiten- verleugnet,— jmmer wieder sieht man Mädchen-in- den schönen, gestickten slowakischen Trachten, Männer in gestickten Hemden, kurzen offenen Jacken, die-al» selbstverständliche Alltagskleidung.getragen werden; Bauernfrauen, die mit großen Körben-aus dem Nachbärdorfe zum Markte kommen, primitive' Wägen, die mit Holz- beladen langsam die Landstraße enilangholpern;- dieser schöne-Trentschin- Teplitz, wo neuzeitliche Zivilisation und alle» Bauernland-sich,-treffen, verdient ei, viel weitere Anerkennung im Auslande zu finden. In dieser Hinsicht ist bi» jetzt-löider nicht blel geschehen: selbst die größten ReifebüroS im Auslande sind kaumXüber diesen Ort-informiert und geben recht häufig falsche Auskünfte. Hier- könnte noch mänche» geändert werden..- Nina Stein, Blowahisches Dorf immer geringer wird, und hat pathetisch auSge» rufen, daß die Menschheit sich unmöglich, damit eiiwerstcknde» erklären könnte, daß die Tote» auf den wqit angelegte» Friedhöfen-den Lebende» -den Platz wegnehmen. Die Zuhörerschaft hat diesen Höhepunkt der Rede des edlen Lord besonders stark akklamiert und mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß es heute bereits 31 Krematorien in England gibt und weitere 39 im Bau sind. Flugrekorde. Der sowjetrussische Flieger Vladimir Kolkinaki erreichte am 7. September aus einem ziveimotorigen Verkehrsflugzeug mit einer Belastung von 2000 Kilogramm eine Höhe von 11.298 Meter: Der französische Pilot Maurice Arnoux überbot den Rekord des Italieners Zat- tatta iln Fluge auf 1000 Kilometer mit einem leichten zweisitzigen Flugzeug. Der französische Flieger durchflog die eintausend Kilometer lange Strecke In 2 Stunden 29 Sekunden» Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 400 Kilometer 294 Meter.'. Deutschland läßt aus Rumänien Fohlenselle schmuggeln. Wie die rumänische Presse berichtet, haben die Behörden in der Bukowina die Feststellung gemacht, daß die Zahl der F o h I e n In der genannten Provinz sehr rasch a b n i m m t. Da die Fohlenschlachtung in Rtimänien verboten ist, würde von feiten der Behörde eine geheime Untersuchung eingeleitet, um den Verbleib der Fohlen festzustellen. Hierbei wurde die sensatlonelie Feststellung gemacht, daß die Fohlen in geheint e n S ch l a ch t h ä u s e r n abgeschlüchtet werden. Die Felle diefer Fohlen werden über die polnische Grenze geschmuggelt, vön wo sie dann mit der Bahn nach Deutschland transportiert werden. Bisher wurden auf diese Weise etiva 18 bis 20 Waggons Fohlenfelle nach Deutschland geschafft, wo dieselben zu militärr- schen Tornistern verarbeitet iverden. Kino in Mexiko. Bor einigen Tagen ereignete sich in einem großen Kinotheater in Mexico City ein Vorfall, der für das mexikanische Temperament bezeichnend fst und leicht böse'Folgen hätte haben können. ES lief ein Cotvboy-Film, und mitten in der schönsten Filmschießerei platzte ein Schtiß auf die Lcintvand. Trotzdem es sich um einen Tonfilm handelte, konnten die schußgeübten Mexikaner den wirklichen Schuß von dem Kinoschuß unterscheiden. Eine Panik brach aus, iveil man glaubte, daß. Banditen das Kino angriffen. Aber dann stellte, sich heraus, daß einer der Zuschauer geschossen hatte. Er erklärte, daß die Handlung ihn so ergriffen habe, daß er sich nicht zurückhalten.konnte, Partei zu ergreifen. Denn was dem Helden des Films geschah, sei so ungerecht gewesen, daß alle braven Leute ihm zu Hilfe eilen müßten. Ans Grund dieses Vorfalles hat die Polizei von - Mexico,.City^ungeordnet,, daß, in, Zukunft, Feuer- wg'sseji. bei Kinobesuch sä, der GaroerM, abgegeben werden müssen. (Ebt Interessanter prähistorischer Fund wurde in Zauchtel bei Ausgrabungen bei einem Eisenbahnbau gemacht. Auf einem drei Meter hohen Abhang wurden in einer Tiefe von 60 Zentimetern einige Knochen gefunden, von denen der prähistorische Forscher Jng. Dr. Folprecht au» Mährisch-Ostrau sesigestellt hat, daß er die Neberwste eines jungen Mammuts sind. Vorläufig wurde bei den Ausgrabungen.ein Backenzahn und ein Rüffel gefunden, die ziemlich gut erhalten sind. Das Alter des Funder wird auf 28.000 Jahre geschäht. .Tie Verlosung der Gewinste der IV. Klaffe der 38. Klaffenlotterie wird am 18. September unt 18 Uhr im ZiehungSsaale der Direktion der Staats« lotterten Prag I., Kozi 4, beginnen und am 19. September 1986, um 8 Uhr frühssorigesetzt. Verlost werden im ganzen 2810 Gewinste Im Gesamtbeträge von 2,389.600 Isö, welche den Spielern ohne Mizug ausgezahlt werden. Die Wetterlage in Mitteleuropawird bereits seit einigen Tagen von einer umfangreichen Störung; die von den britischen Inseln her über Dänemark'nach Prenßisch-Schlesien borge drangen ist, beeinflußt. Die. Störung füllt sich nunmehr aus, aber an ihrer Westseite strömt kalte Luft Mitteleuropa zu. Die bisher kijhle Witterung mit Schauern wird daher bei un» am Donnerstag noch andauern. In den weiteren Tagen ist jedoch eine fortschreitende Beruhigung,-Abnahme der Niederschlagsneigung und ein allmählicher Temperaturanstieg zu erwarten.— Wahrscheinliches Weiter von heute:- Neigung zu Schauern, weitere Abkühlung, Mordwestwind.— Wetteraussichten für Freitag: Noch veränderlich, stellenweise Schauer, etwas wärmer, abflauender Nord» Westwind.,-. Vbrii Rundfunk ■MHaHwMwarlM mm 6m WraarMMMm Freitag- Prag: 7.00: Salonorchesterkonzert. 10.08: D'eiltsche Presse. 11.88: Spejbl und Hurvinek-auf Schallplatte». 12.10: OperngesäNge. 13.80: Arbeitsmarkt. 14.00:-Populäre» Konzert. 18.80: Deutsche Presse. 16.10; Konzert aus dem Cerninpalais. 18.08: Deutsche Sendung: Sekretär Hille: Die Frau in-der Kranken- und Sozialversicherung. ,18.88: Arbeiter- funk: Aktuelle zehn Minuten. l8.45: Deutsche Presse. 20.25: Schanspiel.au» dem Studio: Ritter der'Luft.' 21.00;.18. Orchestralkonzert. 22.20:TanKnüstk.— Brünn: 17.40; Deutsche Sendung: Dr, Cibulka: Ein- Tschechoslowake besteigt den Kilimandscharo;'-— Prehburg;.19.20: Leichte Musik. 22.80:,Tanzmusik,: — Kascheur 12.88: Ründfunkorchesterkonzett. Mähr. Ostrau: ,16.10:, Rundfunkorchesterkonzert.' 18.10: Deutsche Sendstna: Pfeffer: Sieg der. aktiven, Politik.in der zweiten Hälfte des ,10. Jahrhundert», —- Liederkonzert.- Nr. 211 Donnerstag, 10. September 1036 Seite B llusiaml Die Quadrille Tatarescus Schimpfkant segen die Sow mit de» der Rechtsbwck in Belgien?(AP.)' Die Bemühungen zur Schaffung eines Rcchtsblockes in Belgien, die bis jetzt durch den Widerstand der Liberalen einerseits, der Rexisten anderseits nicht zum Ziele geführt haben, werden fortgesetzt. Der rechtsgerichtete Senator Dorlodot erließ erneut einen Ausruf an Katholiken, flämische Nationalisten,. Rexisten und Liberale, sich in einen Block Zweitausend Spione suchen Adolphe Kegreß Das Oehelmnls um den Gebieter der verbotenen Seine-Insel MTP. Paris,?. September, Hat die ausländische Spionage in Frankreich nachgelassen?'Der vollständig« Mangel an Nachrichten über Verhaftungen und Prozesse in dieser Richtung könnte«S beinahe vermuten lassen." Er ist aber nicht so. Im Gegenteil, der militärische Abwehrdienst arbeitet mit verstärkter Aktivität. Nur eines ist ander- geworden: der allzu groben Sorglosigkeit, mit der die Tageszeitungen lange Zeit hindurch über schwebende Affären berichteten und die mehr als einmal großen Schaden angerichtet hat, wurde ein Riegel vorgeschoben. Seit etwa über einem Vierteljahr, genau gesagt seit dem 12. Mai 1086(denn vou diesem Tage datiert die entsprechende Dienstanweisung der zweiten Büros des Generalstabs), werden die gesetzlichen Vorschriften über die öffentliche Erörterung noch nicht abgeschloffener Spionagefälle mit peinlicher Genauigkeit durchgeführt, und dar Sensationsbedürfnis der Preise tritt gegenüber dem wichtigeren Interesse der Sicherheit des Staates zurück. Der Erfolg ist nicht auSgrblieben; schon die ersten vier Wochen nach Erlab dieser neuen Bestimmungen wiesen eine wahre„Oiekordernte" auf; ein ganzes Spiönagenetz eines Nachbarlandes könnte vom 12. Mai bis 8. Juni in aller Stille ermittelt und lahmgelegt werden, ohne datz der breiten Ocf- fentlichkeit die Tragweite dieses Erfolges auch nur annähernd zum Bewußtsein kam. Nur in einigen Ausnahmefällen wurde au- bestimmten Gründen von diesem Schweigeprinzip Abstand genommen. Die Affäre Lhdia Oswald in Brest, die Affäre Altmayer-Cridlig in Metz, die Affäre Eugen Hahn in Nizza gehörten dazu. Auch einige im benachbarten Auslande aufgedeckte Fälle— SchmeetS in Bewies, Defaux in Lüttich, der Fall Eisenegger und die sogenannte„OrbiS-Afsäre" in Zürich— berührten die Landesverteidigung Frankreichs. Aber schon in der Forbacher Schoettler-Affäre wurde der Kern der Sache kaum öffentlich gestreift, und sämtliche anderen Fälle hüllten sich in. vielsagendes Schweigen. Eine Anzahl Pionier- und Artillerle-Ossiziere erhielten MitarbeitSangebote militärtechnischer AuS- lanbSzeitschriften. Einige unter ihnen waren unvorsichtig genug, ohne Benachrichtigung ihrer Vorgesetzten zu akzeptieren. Zuerst handelte er sich" um" ganz harmlose Ding«, dann verlangten die Auftraggeber nähere Präzisionen. Ein junger Pionierleutnant schrieb einen Artikel über„Die Koordination von Heerstraße und Eisenbahn": Er verwandte als Motiv einen Bezirk in Mittelfrankreich, weit von allen Grenzen, in dem frommen Glauben, dies könne keine fremde> SchbMsse-!sMr«Meren4> Mach'44"Tagen"'iitf hielt er einen Scheck, die Mitteilung," daß der Artikel auS bestimmten Gründen noch nicht erscheinen könne, und die Aufforderung, weitere Arbeiten einzuscnden. Stutzig geworden, benachrichtigte er seine vorgesetzte Dienststelle. Er wär sein Glück; der"ersten Aufforderung folgten zwei weitere, und in der letzten drohten"die Auftraggeber unverblümt, den Offizier im Fallt weiterer Weigerung"„hochgehen" zu lassen. In Verdun wurde ein offensichtlich für eine feindlich« Macht arbeitender Spanier von den Kanarischen Inseln verhaflet, der dar ganze Festungsgebiet bereiste und überall, in Grenoble, Besancon, Toni und Verdun, junge Unteroffiziere— zum Essen einlud. Der Mann war vorsichtig gewesen: man fand kein« direkten Beweise und begnügte sich deshalb damit, ihn auszuweisen, aber die bei ihm"vorgefundenen Notizen genügten immerhin für rund 20 Haussuchungen und Verhöre, effaiiles Resultat"ergaben. Haltbarkeit der Kcgreß-Kautschukkette und über die neuen Super-Cilroen-Kegreß-TankSI". Die gleiche' Aufforderung fand man am 28. Dezember 1026 bei der Spionin Mathilde Tardieu, die durch die Tüchtigkeit des Kapitäns Alain Lefaux in ihrer Wohnung in der Rue de Rivoli 10 verhaftet werden konnte; man fand sie beim Spion Chartron, den Kapitän Duffart vom Deuxiime-Bureaü am 24. Oktober 1027 auf dem Pariser Nordbahnhof festnahm, als er gerade eine Fahrkarte nach Düren löste, und man hat sie seither immer wieder gefunden, in Hunderten von Fällen. Dies Interesse für«inen einfachen Militäringenieur hat gute Gründe.. Adolphe Kegreß ist sozusagen der Georges Claude der Technik. Wie der geniale Entdecker Claude durch seine großartigen Erfindungen— Verflüssigung der Chlors, Herstellung künstlichen Stickstoffs und synthetischen Ammoniaks, Verwendung flüssigen Sauerstoffs in der Bombentechnik, Giftgase, Sprengstoffe, Autogen-Schweißerei, Verlvendung von Cyanamid, Krypton und Zkonon für nülitäre Zwecke— den chemischen Sieg Frankreichs im Weltkrieg entschied, sicherte Kegreß der franzö- sischeli Militärtechnik nach dem Kriege inuner wieder den Vorrang. Wenn die kleine Renault-Insel in der Seine, an der Porte St. Cloud, deren Betreten Recht verboten ist, reden könnte, würde sie uns Roman eines der größten technischen Genies Gegenwart erzählen. Und trotzdem ist das Interesse der Auslandes für Adolphe Kegreß zwecklos. Vielleicht denken diejenigen, die seine Mdresse wissen möchten,"an jenen während des Weltkrieges"in Ludwigshafen arbeitenden.Flugzeugerfinder,"den man streng überwachte, Weiler versucht hatte,'seine Erfindungen mitten im Kriege" für zwei Milliönen Pfund an England zu verkaufen,' Aber man täuscht sich. Adolphe Kegreß kennt" nur ein Ziel: die Vervollkommnung der Sicherheit Frankreichs.."Und das zweite Büro wacht über ihn und sein Werk..,■ ■,• Ernest Kiesewetter. - In Thionvillo verhaftete einer der fähigsten jüngeren Offiziere des zweiten" Büros, Leutnant Androuard, einen Belgier, der„harmlose" Bootsfahrten in der Nähe der FestungSanlägen unternahm und dabei unauffällig; aber eifrig photographierte, und in Verdun nahm er kurz darauf ein luxemburgisches Kunstmaler-Ehepaar fest, das für seine Stilleben seltsamerweise ebenfalls ausschließlich Festungsmotive bevorzugte. Dar sind nur einige Fälle unter vielen. Der „Service du Control« gtntral de Survoillance du Tcrritoire" beziffert die Gesamtzahl der in Frankreich„arbeitenden" ausländischen Spione auf mindestens 2000. Aber diese wichtige Dienststelle besitzt kaum 80 Bcanitc, während dem entsprechenden Dienst, der interessiertesten Nachbarlandes nicht weniger als 1800 zur"Verfügung stehen. Und«in im Besitz dieser Dienststelle befindliches Dokument, da- als„Rapport Nutsdorf" klassifiziert wird, weist nach, daß der aktiven Spionage dieser Lander 480mal so viel Geldmittel zur Verfügung stehen als dem zweiten Büro des französischen Generalstabsl In den Anweisungen dieser Spione figuriert mit befremdlicher Beharrlichkeit der gleiche Name: Adolphe Kegreß. Sein Träger wird im kommenden Dezember dar einzigartigste aller Zehnjahrsjubiläen feiern können: am 21. Dezember.1026 wollte dio- fremde Spionage zum erstenmql-an ihn heran. In der geheimen Dienstanweisung,: die der Untersuchungsrichter Peyre bei dem an diesem Tage auf. dem Pariser Ostbahnhof verhafteten: Spion Stran- derS fand, standen die Sähe:^Stellen Sie fest, wo sich Adolphe Kegreß augenblicklichbesinhet, und geben Sie umgehend seine persönlich« Adresse! Geben Sie genaue Informationen über dar Auftauchen vvn Re- nault-Kegreß-Wagen in den Einheiten, über die" Nürnberg. Am Donnerstag hielt Hitler cdiglich beim Apell des Neichsarbeitsdienftes eine lnfprache, die politisch von keiner Bedeutung war. dafür sprach Rosenberg vor dem Partei», öligreß Uber den,,c n t scheut dxn d,e n W.e I ts a nip's",^iobci er ganz außiirgewöhnlich schärfe iUSfälle gegen Sowjctrüßland unternahm. Die ZersetzungSkcime", welche dem Bolschewismus ine„zerstörende Arbeit" ermöglichen, seien nicht üf das russische Territorium beschränkt, sondern sirkten in allen Weltstädten der Erde. AuS em spanischen Konflikt sei„selbst für die blödeln Augen" die Lenkung der bolschewistischen ampfnicthoden von Moskau- auS sichtbar gelvor- en. Rosenbergs weitere Ausführungen waren em-Theyia.„Verschwörerarbeit des Weltjuden- ims" gewidmet. Man könne Marxismus und tolschewismus nicht erfolgreich bekämpfen," wenn »an das Judentum ausnehme. . Am Nachmittag sprach Dr. Goebbels per„Bolschewismus in Theorie und Praxis", wbei er ausführlich die militärischen Machtmit- el besprach, die der Sowjetunion zur Verfügung Die ein recht inter- Ljj cn und die angeblich 11 bis 14 Millionen^Sol- . Inten einschließe».'Goebbels wwderbolte dann stehen, und versprachen der Regierung für den I stampf in der Kammer eine zahlenmässige Unter- . Stützung. Die gestern bekanntgegebenen»ppofltio- lellrn Interpellationen haben deshalb wahrscheinlich keine Aussicht ans Erfolg bei der Abstimmung. , Das Volkseinkommen In Polen. Seit 1929 nm 64.8 Prozent gestiegen Für die Beurteilung der Aufnahmefähigkeit des Landes ist das Volkseinkommen, von großer Bedeükungi Nach Daten des polnischen offiziellen ,Ngly...Rorznjk Statystyczny 1986"(Kleines Statistisches Jahrbuch 1936) betrug das polnische Volkseinkommen im Jahre 1984— 18.8 Milliarden Zloty. Es wa^dämit um" 1^.8'M'illsarden Zloty gtxinger als gm Jähre 1929. Di« Verringerung beträgt demnach 84.8 Prozent. Wenn man jedoch die Aenderungen in den Preisen zur Beurteilung der Kaufkraft berücksichtigt, so siel der Index nur um 18 Punkte aus 82 gegenüber 1929. Die Summe von 18.6 Milliarden gliedert sich m das KonsumptionSeinkommeu in Höhe von 12.9 f Milliarden und das Einkommen aus Kapitalein- ' nahmen, wie Renten, Gehälter usw., das den - Rest ausmacht. Das Federmesser . Von J"o h a n n eSFoerster. Da habe ich eine Sache. Kinder! Seid doch eintziäl still! Nicht sein eigenes Wort kann man mehr verstehen. Dort, der Dicke soll aufhören mit seinem Brüllend Ich habe, eine leise Stimme und schweige lieber, als daß ich reden möchte und niemand hört mich. Ja, das ist eine Sache, die mich seit meiner Jugend verfolgt. Wie ihr die Ohren spitzt: Jetzt wird er bekennen, daß er einen umgebracht" hat! Nein, ihr Lieben, ihr habt euch geirrt. Ich denke aber" oft an den blassen Knaben Albert Braun.. Ja, so ein blasses Jüngelchen war das, man bläst von sich,, und schon inuß man aufpassen, daß er einem nicht wegfliegt. Ja,'der Albert ging in die gleiche Klaffe mit'Mir. Ein gescheites Kerl», cheii. Ich'Mochtö ihn sehr gut leiden; weil ör schwach-war, teilte ich Püffe aus, wenn jemand lvagte, ihm irgendetwas antun zu wollen. Ja und Kahenköpfe.'Schweig du Dicker, sonst kannst,du erleben, was für Katzenköpfe ich austeilte I . Habe ich schon,gesagt, daß die Eltern Alberts arm waren? Wir waren alle keine Reichen, aber lueriq wir sagten, daß wir dringend ein Federmesser haben müßten, so konnte immer noch Rat geschaffen werden, Wir bekamen es. Im es kömmt" sehr auf dieses Federmesser än;. Aber der Albert? O jei Nicht einmal satt zu essen hatte er. Wenn ich" ihm manchmal, ansah,— damals konnte: ich das Noch tun;—7 gab ich ihm die Hälft« von meinem Bröte. Ich sagte- noch dazu: Ich ipeiß nicht, so gär keinen Hunger habe ich heute. Das sagte ich,, und dabei knurrte mir derMägcn verdammt. —i Du! Ja, dich meine ich, was stößt du deinen, Nachbar an: Wie er sich herausstreicht!- Nein, mein Lieber. Es ist so. Man soll so handeln! nichts anderes.—\ Ja, und eines Tages kam Albert nicht in die Schule. Ich meinte schon daß er krank geivorden sei, da sagte einer: Er hat fünfzig Kronen gestohlen.— Ich kann euch sagen: Dem bin ich mit der Faust an den Kopf gefahren. Da schrie schon ein anderer: Nicht fünfzig, hundert Kronen hat er gestohlen, und du nimmst einen.Dieb in Schuh? Steckst, mit ihm wohl unter einer Decke?— Da stand ich, Und die-anderen rückten um mich zu«. sammen und drohten mir. Und da wußte ich nichts" anderes zu tun, als mit den Achseln zu zucken und zu sagen: Wir werden ja sehen. In der Pause nqch der zweiten Stunde stand Albert mit, dem Direktor und dem Klassenlehrer auf dem Gang vor dem Direktorzimmer. Albert wär noch blasser und hielt den Kopf gesenkt, Der Direktor sprach gütig uisd ermahnend, aber ich glaube nicht, daß Albert etwas von dem hörte, was jener ihm sagte., . In der dritten Stunde saß er dann unter uns; wie jeden Tag. Ich dachte: Krank war er also nicht.,Also ist das währ, was sie sagen..Der hat gestohlen. Geld gestohlen I Da" konnte Ich ihn nicht ansehen.,’.i. \ Warum taten wir denn alle so, als wenn er gar nicht da wäre? Warum versuchten"wir denn Nicht ihm zu helfen?--- A Um elf kam-«r zu mir: Warum sprichst du nicht mit" Mir?"—. Und ich? WaS hab« ich getan? Ihm Vie Hattd entgegengestreckt oder soetwas?— Jawohl! Ich habe ihn" verächtlich angesehen, habe außgespieen und habe ihm geantwortet:-Du vergißt, mein Lieber,-daß du ein Dieb bist.; Du-hast hundert Ktzone» gestohlen! DaS ist alles, WaS"Ich dir zu sage» habe.— Damit habe ich ihn beiseiteschieben! wollen:••• Er war nicht Wegzubringen., Er flüsterte: Das ist ja nicht wahr. Das ist ja gar nicht wahr.— Das klang so unheimlich.— Ich habe kein Geld genommen.— Und das Messer? fuhr ich ihn hart an. Das Messer? Ja, das ist wahr.— Siehst du, daß du noch-lügen willst obendrein, sagte ich.— Da wurde er wild: Ihr habt alle Messer! Ihr habt das nicht nötig. Ich habe zu meinem Vater gesagt: Kauf mir ein Federmesser, alle haben eines. Kauf mir es, bitte. Mein Vater hat mich traurig angesehen und hat keinen Ton gesagt. Er konnte es mir nicht kaufen, und abschlagen wollte er es mir auch nicht. Also hast du es gestohlen, sagte ich ihm bru» tal, wie es nur ein Junge, der noch keinen Verstand hat, sein kann. -" Nein, so ist das nicht. Hör mich doch zu. Ich geh« in das Geschäft. Ich mußte eine Schreibfeder haben. Da lag das Federmesser. Glaube es mir, ich hätte gar nicht daran gedacht, es zu nehmen. Es hätte eine weihe Schal«, ein großes Messer und ein kleines Messer. Ein Pfropfenzieher war auch dabei Und eine kleine Schere. Du! Du hast solch ein Messet noch nicht gesehen! Ja, und der Verkäufer suchte die Feder und kehrte mir den Rücken zu. Und ich ergriff das Messer und plötzlich war eS so, als sei es in meine"Hand Hineingewächsen. Das verstehst du nicht! Ich hätte nicht mit dem reichsten Mann getauscht! Ich schloß die Hand. Du! Da hat sich der Verkäufer.umgedreht. Als er das Messer in meiner Hand sah, wurde er rot und so schwärze Augen hat er gehabt: Seht euch den Dieb an! Das Messer will er stehlen!— lind er hatte mich gepackt, und ich hielt das Messer, und du mußt es mir glauben, ich bitte dich,-glaube es mir: Ich habe doch gar nicht"gewußt was das alles war. ! Ich habe mich gewehrt, und der Verkäufer hat geschrien,.als wenn ich ihn ermorden wollte. Ein Das Schloß ohne Schlüssel Ein neues schlüsselloscs Schloß wurde von einem französischen Elektroingenieur, Edmond Michel mit Namen, erfuildc». ES läßt sich öffnen, wenn mittels einer Wählscheibe, ähnlich wie beim Telephon, die richtige Ilummer gewählt wird. Durch die 86 verschiedenen Kombinationen, die möglich sind, ist eS einem Unbefugten, der die Nummer nicht Ivciß, so ziemlich nmöglich, das Schloß zu öffnen, zumal bei jeder falschen Angabe eine Alarmglocke ertönt. znsamnienzuschlicßeu. Ec vcrlvies auf die spanischen Ereignisse und brachte die alte Behauptung vor, daß die koininnnistischc Geiahr in Belgien groß sei. Dabei betonte er, daß bei den letzten Wahlen auf die bürgerlichen Parteien 1,410.000, auf die Sozialisten und Kommunisten dagegen 902.000 Stimmen entfallen seien. Die Umsiedlung von Industrien in Großbritannien Bekanntlich wurde seit längerer Zeit versucht, Industriebetriebe nach solchen Gegenden zu verlegen, in denen besonders starke Arbcits- lMtzitzherrscht,Ein. Pe-^„ richt des Handelsministeriums-zeigt>ycdoch,- daß--'- diese"Versuche bisher leinen Erfolg"hatten, Im r Jahre 1984 verlegte bloß eine Unternehmnng". ihren Sitz"aus den Norden in den Süden." 2m Jahre 1938 wurden sechs Betriebe in den Süden verlegt, davon jedoch nur eine aus dem Norden. Hingegen wurden sechs Betriebe in den Norde» t Verlegt, davon fünf ans dem Süden. Es ivnrde- auch versucht, die Gründe ausfindig zn machen,. "die für die Wahl der industriellen Standorte maßgebend sind. Von 884 Betrieben, die den. Fragebogen beantlvorteten, erklären als entscheidend: Die" Lage der Rohstossvorlommen 88;. Die Nähe.der Märkte 27; entsprechende Arbeitskräfte. 87; billige Bodenpreise, Mieten oder Zinssätze 19; Nähe anderer Betriebe des gleichen Jndn- striezlveigcs 28 uslv. Jin vergangenen Jahre' wurden 810 neue Betriebe mit etlva 80.000 Arbeitern eröffnet, 1922 erweitert;.486 Be-. triebe wurden stillgelegt. Polizeimann ist gekommen. Der hat schrecklich viel- geschriebon. Ich muhte mit ihm gehen,und alle i Leute sahen, daß mich ein Polizeimann abführte. Tu! Ich habe doch nicht gestohlen! Glaube du es mir doch! Mein Vater glaubt mir nicht, meine Mutter lveint. Ich habe doch nicht gestohlen!. Ich wollte doch nur ein Taschemnesser haben, Ivie, ihr es alle habil lind ich hatte doch nicht das Geld; und ich wollte cs doch gar nicht nehmen. Er hatte Tränen in den Augeii und hielt meine Hand fest.— Und ich?-Was habe ich getan? Habe ich gesagt: Ja, ich glaube dir, daß dn nicht stehlen wolltest?— Ich habe ihm die Hand' weggerissen! Dieb! habe ich gebrüllt. Du bist ein Dieb!— Ja, solche Menschen sind lvir. Pfui Teufel, ausspuckcn könnte Ich noch heute vor mir, Albert-drehte sich um. und-lief weg. Am nächsten Tage blieb er verschwunden. Er wurde später von der Polizei aufgcgriffen. und wegen wiederholten Diebstahls än eine Korrektionsanstalt gebrächt.■"’ Weiter weiß ich nichts von ihm."- " Wer jetzt spitzt eure Ohrcn:'Meint nicht, daß ich so weine Ruhe.gehabt hätte. Jetzt noch sehe."ich das.blässe Gesicht vor mir-und§ diese eiitsetztzull Augen, als ich ihm: Dieb! cntgegenschr'.c. Wariün fand" ich-nicht-den-Mut zu sagen: Jch-glanbc-liri Hier-schenke ich dir-mein-Taschenmesser.—- Es wäre doch so einfach gewesen."Nein: Dieb"!"fchre.it man und fettig.. So, das wär es, lvas ich euch erzählen wollte. Jetzt"wißt ihr",, was füll' xiner-ich war. Einundsiebzig we"rde ich jetzt." Damals wär ich zwölf. Und.ich habe es nie vergessen. Bestinunt;', es hat mich-".ordentlich- hergenonunen, von-dem" Augenblick an, als ich.wuhtc, daß ich einen"Men-, schein ins- Unglück gejagtchatte. Diese. Augen ifUnd ich schreie": Dieb!— Menschen sind wir, Menschen^ sollten wir sein, das ist es. Aber um das zu erkennen, dazu war ich" damals noch zu duinm. Seite 6 Sozialdemokrat Donnerstag, 10. September 1936. Nr. 211 Die Sina für Kultur, und WirtschaftS-Förde- raun, Prag II, MIimcntifii 50, bat sich der tschccho- slowakischen Staatsangehörigen angenommen, die im Ausland Besitz und Eristenn verloren haben und in die Heimat zurückgekshrt liier bitterste Not leiden. Die in, Nalimen der Lina geschaffene Sektion der Repatrianten bat die Aufgabe, Mittel utid Weae an finden, tnn die Heimkel>rer lvieder in den ArbeitS- Prozeß einzuschalten, damit sie nicht der private» und öffentlichen Fürsorge zur Last fallen. Deshalb appelliert die Lina all die Oeffentlichkeit, ihr für die Heimkehrer ArbeiiSiniialichkeiteit zu melden. Bier ssiiltner zerquetscht. Gestern nachmittag» kam der 10jährige Maschinenschlosser Theodor Hasil in dich Wertstatt seines Onkels in Wrscholvitz, wobei er in dessen Ablvesenheii die Presse in Äana brachte. Hiebei lvurden ihm vier Dinner dec linken Hand zerquetscht. Er Ivitrde auf die Klinik Schlosser gebracht. Keine Kirschkerne wenwerfen! An der Nacht auf Nestern wurde Dr. Otto Reitz aus Zi-ikov mit einem Bruch des linken Futzes auf die Klinik Schlosser gebracht. Er gab an, kurz vorher an der Ecke der KarlS- stratze in Zijskov auf einen Kirschkern getreten und ansgerntscht zu sein. Kinder als BerkehrSopser. Der 20jährige Chemiker Bohumil Slnnibko fuhr gestern nachmittags auf seinem Rade durch die Königsstratze in Lieben, als unterhalb des groben kunelförinigen Gasometers der elfjährige Schüler Jaroslav Noväk aus Lieben ihm. über den Weg lief und zu Boden gelvorfen wurde. Mit einem Bruch des linken Schenkels lvurde er von der Retiungsgefellschaft ins tschechische Kinderfpitat gebracht; Sluniblo, der gleichfalls vom Rade gefallen. war, hat nur einige Hautabschürsungeit erlitten. — Der 14jährige Franz Stniöek aus Troja stietz gestern mittags auf feinem Rad auf dem Sibirischen Platz in Bubentsch so heftig gegen die Settenwand eines vom Ingenieur Ladislaus Iiral gelenkten Autos, datz er vom Rade fiel und mit dem Kopf das Fenster zertrümmerte. Er erlitt eine schwere Gehirn- erschiitternng und Zahlreiche Schnittlvunde». Er lvurde auf die Klinik Schlosser gebracht, dem Ina. Iirak der Führerschein beschlagnahmt und das Ber- fahren eingeleilet. Die Hand vom Bentilator anSgeriffen. Im Kühlraum des Zijjkover LastbahnhoseS arbeitete gestern nachmittags der 30jährige Arbeiter Josef Trnka aus Zssskov, wobei er sich so ullglücklich dem Ventilator näherte, datz seine rechte Hand erfatzt und buchstäblich vom Leibe gerissen wurde. Er wurde auf die Klinik Iiräsek gebracht. Diebischer Afterniieter. Dieser Tage wurde der 28jährige Kaufmann Werner Iaeob, ein reichsdeni- scher Emigrant, verhaftet, nqchdeni ec bereits im Juni vont Bezirksamt Mährisch-Trübau aus der T schechosiowakei ausgewiesen worden ivar. Seine Verhaftung erfolgte auf Grund der Anzeige seines Onartiergebers Ernst Guttman, ZiZkov, Palacky- stratze 20, dem er eilte goldene Tamennhr, ein Arm- bltlld und ein Kettchen Im Gesamtwert Von 3000 Ke gestohlen hatte.. Tod auf der Strahe. Eine unbekannte Frau, kleiner, untersetzter Statur, mit Hellem. Bubikopf, wurde gestern in der Mosteekä in Prag III plötzlich von liebeltest befallen und starb nach ihrer Einlieferung ins allgemeine Krankenhaus. Sie trug einen blauen Strohhut und ein braungemusterteS Waschkleid; nach ihrer Identität wird geforscht. Tie Böhmische Sparkaffe den Neugeborenen 1930. Die Böhmische Sparkasse in Prag«gegenüber dem Nationaltheater) widmet den im Jahre 1080 iir Gebiete Arotz-Prags und des politischen Bezirkes Prag-Land sowie in den GerichlSbezirken der Filialen der Böhmischen Sparkasse geborenen Kindern, deren Mstitter zur Zeit der Niederkunft daselbst ihre» ordentlichen Wohitsitz hatten, je eine Einlage von 00 XL. Anmeldefrist bis 31. März 1037. Näheres die in den Geschäftsstellen der Anstalt ausgehängten Kundmachungen. Ein eigener Postschalter wird anlätzlich des Internationalen Kongresses für Feuerbestattung in Prag beim Postamt Praha V errichtet werden, und zwar am 12. und 13. September 1036 im Jnge- nieur-HauS SM und am 14. und 16. September bei dem genannten Postamte. Der Schalter wird die Bezeichnung„Praha V— MezinärodnI kongres kremaöni— Eongres international de I'incinera» Halt“ führen. Sie fälschten Lose zwecks „freundschaftlicher Kontrolle" Zwei mißratene Schweden Prag,(rb.) Keine Regel ohne Ausnahmel Schweden genießt mit gutem Recht den Ruf, das 'Land der anständigen und ehrlichen Leute zu sein. Aber auch die gesündeste Herde hat ihre räudigen Schafe und auch die skandinavischen Staaten sind nicht frei von mitzratenen Söhnen des Landes. Dem 27 jährigen Oskar Villa»der, geboren in Lövanger und zuständig nach Sorunda, und seinem Kinnpan, dem 83jährigen Viktor L i n d b o m aus Stockholnt lvurde der Boden ihrer schlvedischen Heimat zu heiß, denn die Polizei suchte sie steckbrieflich wegen allerlei Betrügereien. Sie gingen also ins Ausland und Hetzen sich zunächst in Oesterreich nieder, mit dem Resultat, datz auch die österreichische. Polizei sie wegen Diebstahls und Betruges zu verfolgen begann. Nun wechselten sie in die Tschechoslowakei herüber, siedelten sich in Prag an nnd lvidmeten sich hier mit Eifer der„graphischen Kunst". Sie stellten nämlich Lose einer schwe» hischen Wohliä iigkeitslot t e,r i e her. das Stück zu sechs schwedischen Kronen(etwa 40 Kä), mit der Absicht, diese Fälfchnngen unter, der Hand an den Mann zu bringen. Als die Polizei ihre Werkstätte aufdeckte, fand sie 58 Stück bereits fertiggestellter wohlgelungener Exemplare vor und weitere 88, bei denen blotz noch einige Kleinigkeiten zu ihrer Vollendung fehlten. Durch Anfrage bei ! den schlvedischen Behörden wurde festgestellt, datz , eine solche Wohltätigkeitrlotterie tatsächlich existiere und datz sie keine staatliche, sondern eine private Unternehmung sei. Dar war für die Fälscher ein Glück, denn sonst toätcit*'fie vor das Schwurgericht gekonimen. Ta die Fälschung sich aber auf Privatdokumente bezog, erschienen sie lediglich unier der Anklage des Betruges vor dem Strafsenat Beck. Sie produzierten sich mit einer reizenden Ausrede. Sie hätten zlvar die Falsifikate hergestellt, aber keineswegs in betrügerischer Absicht. Sie besähen nämlich zwei reguläre Lose jener Lotterie und hatten die Imitationen blotz deshalb hergestellt, zi m sie an ihre Freunde zu versenden, weil sie, wenn ihnen ein Treffer zufiele, den Gewinn mit diesen. Freunden teilen wollten und daher diesen Freunden je ein„Duplikat“ des Originale s„zur Kontrolle“ hätten zusenden wollen. Ein aufopfernderer Freundschaftsbeweis ist wohl kaum zu denken. Leider schenkte der Gerichtshof dieser heiteren Verteidigung keinen Glau» ben, zumal überhaupt keine echten Lose bei den beiden gefunden wurden. Ob solche komplizierte und riskante Freundschaftsbeweise zum skandinavischen Brauchtum gehören, lieft das Gericht gleichfalls unerörtert und verurteilte beide Angeklagten zu je fünf Monat en sch werenKerker», natürlich unbedingt. Gleichzeitig wurde die Ausweisung aus dem Staatsgebiet nach ver- bützier Strafe ausgesprochen, was Wohl bedeutet, datz Vissander und Lindbom zunächst den österreichischen Behörden ausgeliefert werden, um ihre dort begangenen Straftaten abzubützen. Und dann dürfte der schwedische Steckbrief in Kraft treten,. Auf alle rr»ir, «VW„«MpV||MI|tU III iVIVVIUM. M/IU Oeffentlichkeit Hetz dem tschechoslowakischen Sängerchor„Typografia“ und seinem Leiter Prof. Aim eine herzliche Ehrung zuteil werden. Nach einem Abschiedskonzert brachten die Vertreter der kulturellen und künstlerischen Organisationen den Mitgliedern | des Chors und seinem talentierten Leiter ihren Tank für den gebotenen musikalischen Genntz zum Ausdruck. Die Leningrader Druckerei-Arbeiter überreichten dem Chor ein kunstvoll ausgesührtes Album. In seiner Antwort auf die Kundgebungen erwiderte Pxos. Aim: Gastspiele führten uns dieses Jahr durch viele europäische Länder, aber, nirgends begegneten wir. einem'sv'brüderlichen' Und"fv!ligdsch!lktlichell Empfang,. nirgends fanden wir eine so feinfühlige und tiesverstehende Zuhörerschaft. Ter Redner schloß mit einem Trinkspruch auf die Freundschaft zwischen den Völkern der Sowjetunion und der Tschechoslo» Ivakei. Gestern trat die.^Typografia" die Weiterreise nach Kiew an. Krommer- Ausstellung. Seinen„graphischen ’ Werdegang“, zeigt der in Prag lebende schlesische Graphiker Helmut Krommer, ein Großneffe des Bauernbefreiers' Hans Äudlich, in der zweiten Sep- temberhälste auf einer Sonderausstellung im Lan- deSmuseüm in Trovpau. Der tanzende Saphir, ein Spiel von dem Schicksale eines Menschen unter der Menge, von E r w i n N e u m a n'n(Ständetheater). Der tanzende Saphir ist Isadora Duncan, die bekannte französische Tänzerin, die in den 20er Jahren nach Rußland geht, um dort, in der Suche nach neuen künstlerischen Sensationen, den neuen Menschen zu dienen, mitzuhelsen an dem Ausbau einer neuen Gesellschaft. Dort lernte sie den Dichter Sergej Jes« senin kennen, heiratete diesen unsteten Lyriker und Individualisten, Won. dem sie sich jedoch trennen mutzte, nachdem er eine zeitlang in Paris und dann endgültig in Rutzland dem'Alkohol und Nichtstun verfiel. Das hungernde und wirtschaftsaufbauende Rutzland kann ihr keine annehmbaren Bedingungen für ihr künstlerisches Schaffen geben und so kehrt sie endgültig nach Frankreich zurück, wo sie, von der Gesellschaft als Kommunistin verschrien, keine künstlerische Betätigung findet und Selbstmord verübt. In Rutzland erhängt sich Jeffenin, nachdem er vergeblich versucht Haie, sich in das neue, sachliche, vom Technischen erfüllte Leben des neuen Ostens einzuordnen. Erwin Neumann hat die tragische Verbindung dieser beiden so verschiedenen Menschen und Künstler in eine Folge von neun Bildern zufammen- gefatzt, deren Reihe mit dem Entschlüsse der Duncan, in Rutzland neue Menschen, neue Welten zu entdecken, beginnt und mit ihrem tragischen Tod an der Riviera schlietzt. Sie opferte ihr ganzes Vermögen, um in der wirtschaftlichen Wirrnis des neuen Rußlands ihre Tanzschule zu erhalten, ging, in den Kaukasus, um den hungernden Arbeitern Schönheit durch die Kunst zu bringen, sang gläubig das. Lied der Traktoren und der Industrialisierung RutzlandS. Unterdessen ging RutzlandS gefeierter Revolutionsdichter Jessenin in elende» Schenken seinem Tode entgegen, er, dem.die Traktoren die meditative Ruhe RutzlandS stahlen, der die rauchenden Fabrikschlote Hatzte und der der Revolution fluchte(in der er selbst mitgekämpft hatte), vor seinem Tode Christus anrufend, wie es sein Vater und Urahn taten. Frau Schejbalovä gab in.der Titelrolle eine künstlerisch sichere/intelligente und eindrucksvolle Leistung; ihre Isadora Duncan hatte die Ivärmsten Töne für das Werden einer neuen Welt. Ihren Partner^den Dichter Jessenin, gah Herr Kohout, in der Marke und Charakteristik eines halt- und zvgeNosen Anarchisten. Er erntete verdienten Beifall als besoffener ruffi- fcher Barbar im Pariser Hotelzimmer, ebenso wie in der Zeichnung der gemarterten Seele des allen Rutzland im elenden Moskauer Ouartier. Unter, den Darstellern wären weiter Herr Steimar als. der kommunisHsche Kommissär der kaukasischen Republik Eleav, eine geradlinig gezeichnete Gestalt, die rücksichtslos dem Ideale der neuen Gesellschaft zustrebt, ebenso Herr Pivec al» Schtepanov, schlietzlich die Episoden der Herren Raiilov und Berverka zu erwähnen. Bojta Noväk als Spielleiter trachtete die zwei Welten und Auffaffungen, die westliche und ruffische, scharf abzutrennen. Er lag nicht an dem dichter''." aufgesatztrn Stoff, datz sich die Vorstellung stellenweise bis zur Ermüdung hinschleppte. Angesichts der lebten Ereignisse in Rutzland klangen übrigen» die Bekenntnisse zum Kommunismus beinahe überholt. m. i. Sw Sfov Die Töchter der ruffische» Revolution. Im ruffische» Film sind Revolution und Bürgerkrieg allmählich zu Erinnerungen geivorden, die der Hauch der Legende umweht. E» handelt sich nicht nur um Erinnerungen an die grotzen Ereignisse, denen der Zarismus zum Opfer fiel und die Sowjetunion ihr Leben verdankte, es handelt sich heute auch schon um Erinnerungen' an die grotze Zeit des Russen- film», als jene Ereignisse noch mit der ganzen dramatischen Wucht des jüngst Erlebten gestaltet wurden. In diesem Film von den drei Töchtern zu 'Tode geschundener Arbeiterinnen erscheint ein aller Schiffer, der von seinem Sohn, einem Matrosen auf dem„Potemkin" erzählt, in diesem Film bewegen wir uns am Rande der grotzen Geschehnisse: Der Krieg und die Revolution werfen hier nur ihre Schatten, und die drei Töchter, die als kleine Mädchen in der Vorkriegszeit revolutionäre Lieder fingen und viele Jahre später zum Kampfe gegen die weitze Armee de» Generals Judenitsch als Sanitäterinnen mitziehen, spiegeln in ihrem Schicksal das Schicksal jener Zeit in einer Art von poetischer Verklärung. Aber gerade wenn man einen solchen Film gesehen hat, kann man sich vorstellen, datz die Russen von den Erinnerungen an dieses Einst nicht ioskommen können— und man bezweifelt, datz Stalin da» Auslöschen dieser Erinnerung gelingen könnte,— auch wenn er es mit besseren Methoden versuchen würde. Der Film(der die Prager Zensurschwierigkeiten gut überstanden zu haben scheint) hat den Stil eines Romaü» aus großer Zell, und der Regisseur Jutkevitfch hat ihn mit ein- i ! I, j..... innige Verbundenheit der Ärbeitersportbewegung mit den sozialistischen Organisationen der einzelnen Länder. Der Tagungsort Antwerpen ist zugleich die Stadt der 8. Arbeiter-Olympiade. Die Verhandlungen wurden eröffnet mit einem Grutz an die Helden der illegalen Bewegung in den faschistischeii. Ländern und an die tapferen Kämpfer in Spanien. Die. Sympathien für die spanischen Kämpfer für die Freiheit wurden durch spontanen Beifall au»ge- drückt, als Genosse Deutsch dem Wunsche für ihren Sieg Ausdruck.gab.. In der bezüglichen ResoluHon heisst es u. a.:„Die Arbeitersportler der SASJ rufen ihre. Kameraden in allen Sportverbänden zur Hilfeleistung für die spanischen Kämpfer auf, zu einer'Hilfeleistung, die rasch und unverzüglich er- folgen mutz.“ Vertreten war auf dem Kongreß vor allem die SAJ, die durch Genossen Fritz Adler die.Arbeitersportler begrützte und, der darauf hinwieS.dah trotz aller Autonomie der'SASJ doch ein inniges Verhältnis zwischen den beiden Internationalen bestehe. Für. die belgische Partei sprach Genosse de Block, Genosse Genesse überbrachte den Grutz der belgischen Arbeitersportler.. Der französische Arbeiter« sportverband war durch Genossen Guillevic vertreten. Die Danziger Genossen entboten durch Domo« slavsky ihren Grutz., Die Berichte lagen gedruckt vor und wurden durch den Präsidenten Dr. I. Deutsch, dem Zentralsekretär Silaba, dem Leiter des Pressedienstes M ü l l e r, die Untersekretäre Devlieger und Kostiainen sowie durch den'technischen Leiter S i m e k ergänzt. AuS'den Berichten ist zu ersehen, datz trotz, der geringen Mittel, die der SASJ zur Verfügung stehen, vielfältige und gute Arbeit geleistet wurde. Dies kam auch in der regen Aussprache zum Ausdruck, die diese Arbeit anerkannte. Im Hinblick auf die großen Ausgaben. der 8.-Arbeiter- Olympiade und die welfpolitische Entwicklung wird eine noch größere Jniiiatibe der Leistjng verlangt; Dem Präsidium wurde nach einem Referat de» Genossen Löwe einsHmmig die Entlastung erteilt.' Die 8. Arbeiter-Olympiade Devlieger und Nobels(Belgien) gaben einen übersichtlichen Bericht über die Vorarbeiten in technischer und administraHver Hinsicht. Die belgischen Genossen find bestrebt, alle Schwierigkeiten, die noch vorhanden sind, zu überwinden und die Bedingungen zu fchaffen, damit die Olympiade technisch einen vollen Erfolg hat. Ein.Broschüre über Antwerpen in allen Sprachen wird demnächst erscheinen. Gewerkschaft und Partei helfen mit, und auch die Stadt Aniwerpen und deren sozialistischer Bürgermeister HuySmanS werden ihren Stolz darein fetzen, die Olympiade imposant zu gestalten. Die Bormeldungen der einzelnen Länder zeigen schon heute, datz die 8. Arbeiter-Olympiade auf alle Falle eine Veranstaltimg im WeltauSmatze werden wird. Müller(Aussig) skizzierte die Vorarbeiten zur Wintersport-Olympiade in Johannisbad vom 12. bis 14. Feber 1087. Die Sommer-Olympiade beginnt am 25. Juli 1087, der Haupttag ist der. 1. August. Alle Darlegungen über die Olympiade wurden mit grotzer Begeisterung aufgenommen- Die sportpolitischen Fragen sanden in einem grotzen Referat des Genossen Deutsch ihren Ausdruck. Die Probleme der.Arbeitersports können, nur in inniger Verbundenheit mit der Gesamtarbeiterbewegung, da» ist mit der SAJ, dem JGB und allen sozialistischen Organisationen, gelöst werden und daS gilt auch für jenes del! Einheitsfront. Die Verhandlungen über die Teilnahme der Russen an der 8. Arbeiter-Olympiad« scheiterten insbesondere an der Frage der Einladung dir kommunistischen Sportler in der TsHeIöfhowaköi- 'Uon'den gefotzten Äefch'Mfsen empfiehlt i der Kongretz die möglichste Verstärkung deS interna- tionalen Sportverkehrs; weiter alle Arbeitersport- ' verbände der verschiedenen Länder, sofern sie mit deck SASJ-Verbänden ihres Lander in' Sportverkehr stehen, zur Olympiade nach Antwerpen einzuladen, wie auch Rußland, Frankreich, Norwegen, Schweden und Spanien; die Gründung einer internaHonalen Kommission zur Behandlung der gemeinsamen Fragen des Arbeitersports. Die Kommission soll sich zu- sammensetzen aus Delegierten der SASJ; der'RSJ und der Verbände Frankreichs, Norwegen» usw. Vock der SASJ werden entsendet: Dr. I. Deutsch, Silaba, Devlieger, Müller, Vaverka, Nobel». Als Sitz der Internationale wurde wieder Prag bestimmt. Dar Präsidium der SASJ setzt sich wiederum aus den Genossen Deutsch, Si.läb'a, Simek, H. Müller und Devlieger zusammen.' In den übrigen Funktionen wurden die schon bekannten Genossen bestätigt. Der Kongreß behandelte sodann noch viele'Fragen des Arbeitersports nnd war eine würdige.Ta«, gung, die für/die weitere Entwicklung der SASJ neue Erfolge verspricht. Nach einem Schlußwort der Genossen Deutsch wurde der Kongreß mit dem Gesang-der„Internationale“ geschlossen. ■ Leichtathletische» Klubmeeting. Zum Beginn der Hetbstsasson veranstalten wir ein Klub-Meeting, da» in Form eine» Zehnkämpfer aü»- getragen werden soll, an dem sich PRAG sämtliche Sportler des AtuS betei« ,. ligen. ,Die-Wettkämpfe' finden auf der Hetzinsel mit folgendem-PrograMm statt.u.. zw.s Samstag, 12 September, 16 Uhr: Kugelstoßen (7% Kg.), Weitsprung.Schleuderball, DiSku»,400 Meter; und. S o n n t a g, 18. September, 15- Uhr'; 60, Meter, Hochsprung,' Speerwerfen, Dreisprung, 1500 Meier. Wir ersuchen alle Grnossenund Ge«. nossinnen, recht zahlreich zu erscheinen und Bekannt» mitzühringen. Unsere Erfolge sollen. gesieigert;die, Zahl der.Sportler vergrößert.werden. Kommet allein Beweiset Eure Solidaritätf,.—, Siafestenlimsick Slusle, Sonntag, den 18, d. Ilm 0.Uhr vormittag? treffen sich alle Leichtathleten'in Atus-Dretz(weitzx Hose, Weißes Leibchen mit Dreieck und' roter. Gü'rteÄ- auf dem:DW-Platz' Nüsse, i Die Strecke beträgt, 6 mal 4Ü0 Meter und: es.nehmen.zwei,'AtuSsiWeM daran teil— Ein gemütliches BeisainMenfejst-,findet Sonntag,! den ,18. X nach ÄbWptz de». KlnL-- Meeiings auf der Hehinsel.-gemeinsam init der An-. gestelltenjugend.statt aus. Ansaß^dex'zum Milliär ein« rückenden. Genossen; ErscheiNet'.'auch,.'hiezu': recht zahlreich;. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch di. Post monatlich Kd. 16.—. vierteljährig KS 48,—. halbjährig' AL O6.r-. ganzjährig M192.—.— Inserate. werdenlaut^, Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisuachlatz.— Rückstellung von. Manuskripten erfolgt nur bei.EinsendungderRewurmarken.— Die ZeitungSfrankqtur wurde vonderPost- und. Telex., iraphendirektwn mit Erlaß Nr. lß.800/VII/1080 bewilligt.— Druckerei:„Orbis", Druck», Verlag»« und ZeitimgS-A-W. Prag...