Dienstag, 22. Heytember 1936 16. Jahrgang Nr. 221 Einzelpreis 70 Heller (elnichliefilich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECrtQSlOWAUSCHEN REPUBLIK IRSCHElNr MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung mag xii.,fochova tu. Telefon am. HERAUSGEMR: SIEGFRIED TAU». VERANTWORTLICHER REDAKTEUR■ KARL KERN, FRAG. Schweden wählt rot! ElnTrlumph des demokratischen Sozialismus Stockholm.(Tfch. P.-B.) Bei den fonntäßigen Wahlen zur Zwei ten Kammer de« schwedische« Reichstages kamen die Sozialdemo kraten sehr knapp an die absolute Majorität heran. Bon 230 Mandaten der zweiten Kammer errangen sie 112(bisheriger Besitz 104). Die»weite sozialistische Partei, die sogenannte Kilbom-Gruppe, die früher als Partei der Anabhängigen Kommunisten auftrat, behauptete ihre bishe- . rigen sechs Mandate. Di« Kommunisten verzeichnen mtt fünf Mandaten einen Gewinn von drei Sitze«.. Die Konservative Partei verlor weitere 14 Mandate und besitzt in der neuen Kammer nur noch 44 Kammersitze. Die Agrarier erhielte« 3«(wie bisher) und die aus der- Bereinigung der Liberale» und Freisinnigen hervor gegangene Volkspartei 27(bisher 24)Parlame«tSfltze. Die Sozialdemokratie verzeichnet einen Zuwachs von rund. 300.000 Wühler«. Rach dem Erfolg der schwedische« sozialdemokratische« Partei wird er wartet, daß der ehemalige Ministerprüfldent$> a n s so n, der bis zum Juni de« . Borjahres an der Spitze deS Kabinetts stand, neuerlich mit der Bildung der Regierung betraut werde« wird, der außer de« Sozialdemokraten auch die D o lk S p a rtei und die Agra»Partei angehören dürste, in der sich starke LinkStendenze» zeige«. Rücktritt der Bauernbund-Regierung St» ckh»l m. Ministerpräsident Pehrssou erklärte, daß er am Mittwoch dem König den Rücktritt der Bauernbund-Regierung mitteilen werde.. MNisterpräsident Pehrfon ist vom König empfangen worden und hatte auch eine Unter, reduüg mit dem Führer der Sozialdemokraten Hanfso». Dir Sozialdemokraten werden.aber erst am Mittwoch nach ihrer Sitzung die Entscheidung treffen. Genf. Die 17.-ordentliche Bölkerbundver- sqmmlung ist Montag vormittags unter dem Borsitz deS chilenischen Delegierten v i e u n a znsam- mengetrelen. Wiederum ist auch eine abessinische Delegation, bestehend aus vier Delegierten unter Führung des abessinischen Gesandten in London, Dr. Martin, erschienen, die der Versammlung nicht wenig Kopfzerbrechen macht. Dir Plätze der itglirnischen Delegation sind vorlüusig lee; geblieben, da Italien'seine Teilnahme an.dm Beratftngen von dem Ausschluß der Abessipitr abhängig macht. '' ES besteht auch.ritte starke Strömling, dem Wnnsche Italiens mit dem Hinweis Rechnung zu trägen, daß in Abessinien eine territorial' fundierte Regierung nicht mehr bestehe. Dagegen uiachrn sich aber Widerstände vor allem seitens der klesnen nordischen-Staaten geltend^ die eS sür ein gefährliches Präjudiz ansehe», irgendeineDele- gätion lediglich deshalb von den. wetteren Ber- handlungen auSzuschließm, weU daS Gebiet ihres Staates«dm Feinde besetzt wordm sei.' Italien läßt hinter den Kulissen natürlich keinen Zweifel darüber, daß es entschlossen ist, all« Konsequenzen zu ziehen, wenn die abessinische Delegation ziwelaff«» wird. Die SitzuygMurde im Laufe deS Tages noch dadurch,tueiteri kompliziert, daßderReguS selbst' unvermittelt Montag mittags London im Flugzeug mit dem Reifeziel-Gens verlosten hat, wo er im Laufe deSNachsnittagSeintrasi Wie eS heißt, bemüht er sich darum,.schon, in der nächsten Plrnqrsttzünz der Bersammlussgch. a SBHortz« t rhalt« n, in der Erwartung, daß, man ihm versünllch.-nach.drwHkksamatjanen, dir>m'an.ihi« in dex" letzten Bölkerbnudversammlung bereitet hat.^nun lecher, tpird»dm Stuhl stop die.Tür setz en! könnens'.£*; ... Im trübm Zwielicht der europäischen Wirr» niste flammt-nene Hossimng ans. Aut dem Ror- dm kommt ekire Pptschost den Rienschlichkeit. Dük. Rürnderaer Schwitzer hokm vor kurze«»en Lol- kem einz«er«dm versucht, daß st««««.noch die Wahl hätten zwischm dm Kwechtungsmethddm des Faschismus und der bolschewistischen Gewaltherrschaft. Daß. friedliche Kulturvolk der Tchwedm hat nun den Wertem zu einem antibolschiwisti- schen Kreuzzug ein« klare Antwort- gegetm. Diese Antwort lautet: Wir lehnm den-blutigen'Weg deS Faschismus ab/Wir wollen-die soziale Frage ohn« Mord wnd Totschlog,. ahne Bürgerkrieg, ohne Koirzentratronslieger lösm. DaS schwedische Bolk glaubt an die schöpferische Straft feiner alten . Die Nachricht über die unerwartete Genfer' Reise des NegüS hat namentlich in Paris bedeutende Ueberraschung hervorgerufen, da man dort allgemein-annahm,-dah der franzö- fische K o m p r o m i ß a n t r a g angenommen werden dürfte, der versah, daß Heuer in der Bölkerbündversammlung die abessinische Delegation nicht vertreten sein werde, da' derzeit k«ine> bekannte legale Regierung in Abessinien bestehe. Der Unistand.. daß dieser Antrag auch von der britischen Delegation-' offen unterstützt wurde,' weist auf- die Bedeutung hin, welche beide Großmächte einer Vers'öhn u- n g m.jt .I t a l i-c n-und dessen R ü ckk«h r'n a ch G e n f und hauptsächlich einer aktiven Teilnahme Italiens an- der vorbereiteten Locarno-Konferenz beimaßen.'.. In Paris herrscht'daher.'die Befürchtung vor, daß- durch die ksykunft des NeguS' in Genf die Leidenschaften!stm dm italienisch-abessinischen Konflikt neuerlich entfacht'werden und' das Problem vom Stadium der Prozedur neuerlich guf das aktuelle politische Gebiet gestellt werden wird. ■•.'-...'.. Die Frage der ZuIassung-der-abessinischen Delegation'sollte ursprünglich in. der Berisizic- rungSkominission entschieden werden,'deren Are beit sonst nur rein f«>rmale>i Charakter hats^, In die! Kommission-wurdey-außer.' den Vertretern der-Größmächt« E?d«n,' D e-l b'-o S'uÜd Ljist-, Iftyiin'0 wmvch'Dr.' O'siü-kE h-UMchofloidakei)! sowie. die, Vertreter von Griechenland:'der Tur-, lei; Peru, Neuseeland und Holland, gewählt. Der . Ausschuß trat sofort-am Nachmittag zu einer-Sit< PiW zusammen.- ES, l|W,icht'äüssieschlöffen. idM diß' abessinische Frage.schließlich,deuh.H ä a g'«- r G«.vchch t sch o f- Mr^Entscheidung- v'sirgelhgt :werden'-w'ird5-'p»I v! 7,'Z Demokratie. Sein Gerechtigkeitssinn hat baS große Aufbauwerk einer von Sozialdemokraten geführten Regierung mit einer gewaltigen Ber- trnueiLskuudgebnng belohnt. Mehr»lS«ine Million Wähler haben am Sonntag die Repräsentanten deö schwedischen So» zialiomus auf dm Schild gehoben. Das waren nicht nur Arbeiter»nd Angestellte. An dieser Zahl Ist auch, d« arbeiterfrcnndliche Mittelstand, ist auch dir fortschrittliche Intelligenz deS Landes stihegriffen. Sn-Oesterreich wie in Dentschlan» wurden dir grandiosen Aufbauwerke der Arbeiterbewegung von kleinen Neidern«nd Hassern mtt Schmutz besudelt'und schließlich von gekauften Ävldnern okkupiert. KnSchweden haben diese schlechten Beispiele kein« Nachahmung gefunden. Die Mehrheit eines Arbeiter- und BauernvolkeS hat dankbar anerkannt, waS di« schöpferische Kraft der Arbeiterbewegung dem Lande an KultUrwer- ken, an wirtschaftlichen und.sozialen Leistungen geschenkt hat. Daß der bisherige Ministerpräsident P. A. H a n s s 0 n nur der Sohn eines einfachen MaurerS ist, würd« ihm auch von Klassengegnern nicht nachgetragen. Weil er sich alS«in ganzer Kerl«nd erfolgreicher Staatsmann erwiesen hat, Nief ihn daS Bolk wieher pn das Steuerruder deS Staates und stattete ihn mit stärkere«. Einfluß aus. Schweden will»m Weg zu einer, höherm sozialen Ordnung findest auf dem' Boden der Demokratie, mit dm Mitteln des Rechts Jnd.' im Geiste der Mmschkichkeit. Es hat dem fiebernden und'zerrissenen Europaein großes Beispiel gegdlen..... Nürnberg war ein Appell au die Böller, dem Hakenkreuz auf der Bahn der Tvrannei und deS Mordes zu folgen. Schweden zeigt dm Weg zum friedlichen Ausstieg freier und glücklicher Nationen!-- . Zum Vorsitzenden der Völkerbundversamm- lung wurde der argentinische Delegierte S a a- v e d r a L a m a s gewählt. Ueber seinen Vorschlag-wurde an den erkrankten Minister Titu- leseu ein Telegramm gerichtet, in dem ihm die Versammlung baldige Genesung wünscht. 1.'. Dir letzten Nachrichten aus Gmf: besagen, daß Eden und sein französischer Kollege Del- v v S um jeden Preis in der abessinischen Frage eine Kompromißlösung zu finden entschlossen 'sind. Allem Anschein'nach wird die Berifizie- run'gSkommistion die Verantwortung für die Entscheidung d«m Plmum der Bökkerbundversamm- luug überlassen.- 'Der Führer der-abessinischen Delegation in Genf, Martin, hat erklärt,, daß sich der Regus, falls die abessinische Delegation zu der Völker, bund'tagung nicht zngelaffen' würde, an de« H a-ä-g e r Inte r n a t.i» n a l e n G«- - richtshof mit dem Erfuchm wenden würde, dl«-abessinische Frage zu prüfen. Wiener auf Mallorca? -, P a r i S. DaS Havas-Büro' meldet aus Bareelpna:„Solidaridad Obrer»" veröffentlicht eine Nachricht, in der behauptet wird, daß auf der Snsdl Mallorca Stal lene r auSgebootet wurden«nd hier die Macht ergriffen.haben. An zahlreichen Otten der, Insel weht, wie ei heißt, die^italienische' Flqgge neben der. zweifärbigen s|!^siWm.',Der'-italienische Leutnant R 0 s s i soll mit-diktatorischer. Gewalt über die Insel, herrscht»;'. r/'S■■ 7..'•••’ i Nach ehiem Pochbardement der Änsel durch revublikatLische'Flugzeuge sind. auf,,, der Änsel mehäerp italienische Fliigzeuge gelandet, dix von b^juchzjgnnten Finauzmann Juan March angekauft worden sind,, der' ter. Geldgeber der Aus- ftündjschets sst, und die Insel persönlich an Bord liin.k-,^ieserlziugje^se:ausi«sucht!habens.oll. Der Sozialismus marschiert! Df r Wahlsieg In Schweden Der schwedische Sozialismus hat einen ungeheueren Sieg erfochten. Schweden, schon bei den letzten Wahlen das erste Land einer sozialistischen Stimmenmehrheit, ist nun zum ersten Land mir einer parlamentarischen Mehrheit des Sozialismus geworden. Während aus den Laut- und Großsprechern von Nürnberg der Haß gegen alles, lvas Demo- katie, gegen alles, was Sozialismus ist, in den Raum gebrüllt wurde,, ging ein Volk zur Wahl, dessen nordische Reinrassigkeit sich zu der. von Goebbels und Konsorten verhält, Ivie die einer englischen Dogge zu einer Straßenkreuzung und wählte Demokratie, wählte.Sozialismus!. Der Sieg der schlvedischen Genossen ist größer als wir und sie selbst erwartet hatten. Wohl: der Ersolg der Wahlen war ihnen auf jeden Fall sicher. Als Per Albin H a n s s 0 n und seine Freunde nach dem Wahlsieg von 1032 an die Arbeit gstigen, da war das Land von der schwersten Krise durchschiitteltAdie.es jemals erlebt hatte. Die Arbeitslosigkeit lvar sprunghaft ans die für Schweden ungeheure Ziffer von 200.000 Menschen emporgeschnellt. Die Preise derAgrar- pxodukte waren tief unter den Weltmarktpreisen und zehntausend« Bauern standen vor dein Ruin. DaS war als Hansson.kam. Als Hansson im Sommer dieses Jahres.ging— gestürzt• durch parlamentarische Ränke, die nun die bürgerliche» Parteien teuer zu stehen kamen— da hatte das Land kaum mehr als 25.000 Arbeitslose, hatte die Landwirtschaft'«ine ungeahnte Blüte erreicht und dies nicht durch sinnlose und wucherische Preissteigerung, sondern durch Organisation und Nationalisierung.- So ist- der Lebensstandard der schlvedischen Arbeiter und Bauern, schon vor-der Kris« unvergleichlich höher-als der ihrer mitteleuropäischen Klassengenossen, heute noch höher als selbst-.in den Konjunkturzeiten von 1020. Die schwedische Sozialdeniokratie hatte lvohl ihre Arbeit unter besonders günstigen Umständen begonnen, Schweden ist ein reiches Land. Es konnte über Reserven verfügen, die angesammelt waren in über hundert Jahren friedlicher Entwicklung.. Die Regierung, Hanffon hat wohl auch Glück gehabt. An den'Pfundblock angeschlossen, konnte Schweden am Konjunkturaufschwung der angelsächsischen Länder teilnehmen. Di« Weltauf- rüstung kam dem Metalland Schweden zu Hilfe, wenn auch die Rüstungskonjunklur für Schweden meist weit überschätzt lvird., Aber günstige Voraussetzungen und Glück sind erst die Vorbedingungen des politischen Erfolges. Der schwedische Sozialismus siegte, nicht weil er Glück gehabt hat, sondern weil er es verstanden hat, die ihm gegebenen Voraussetzungen zugunsten der arbeitenden Klaffen Schwedens, der Arbeiter und Bauern und Kleinbürger, auSzunühen. Deshalb, ist heute Per Albin Hapsson der populärste Mann Schwedens, weil er den.Schweden der Mann der Tat ist. Deshalb ist er„bhela landets Per Albin“— des ganzen L a n d e s- P er A l b i 111, Der Sieg der schwedischen Genossen ist um so wunderbarer,' weil sie iw Wahlkampf völlig allein standen, während alle ihre' Gegner, rechts|uic links, in allen möglichen, die Wähler irreführenden Wahlbündnissen.zusainmengeschloffeii waren. Klar, und eindeutig aber ist ihr Sieg: weil nur der Sozialismus einen'wirklichen Gewinn zu verzeichnen hat. Denn auch die sozialistischen Splittergruppen— die sogenannten K i l b 0 m-.. s 0 z i a l i st'e n und' die'Ko m m' ü n i st c n— hatten Erfolg.•. Auf nichtsozialistischer Seite.aber'— c i n e Niederlage. Da. sind die i Kon.s e r v a tji v e n („Höger"-Partei). Sie.büßen ihre geschmacklos:, ja perfide Wahlagitation/ ihre>'rein' ndgätive- Schreckpropaganda. vor-einer sozialdemokratischen Mehrheit mit einer wohlverdienten'Niederlage.' Es zeigt die' demokratische-Reises die menschliche. Würde, des schwedischen''Volkes; daß'sie gerade jener Partei die größte Abfuhr- erteilte,'welcher' im Wahlkainpf', kein' Mittel' zu schlecht lva'r, um es gegen die Sozialdemokratie ins Treffen zu führen.,. Da würde PerAlbin Haitffon' als- der'künftige „Diktator" geschildert, da'würdeU'zwei Mitglieder seiner' Regierung verleumderisch beschuldigt».die Insel Gotland an SotÜjelbußland ausliefern zu hoollen. Kurz, die schwedischen Konservativen, ohnehin verbündet.mit den von- Deutschland- be- Verworrene 5itustion in Lenk Net^ unerwartet Im Flugzeug eingetroffen Nichtzulassung trotz Widerstand der Nordstaaten wahrscheinlich -j hHlf.'i Seite 2 Dienstag, 22. September 1038 Nr. 221 zahlten Agenten der Dritten Reicher, wandten alle jene Methoden an— die einst in Deutschland Er» folg hatten. Ehre dem schivedischen Voll, datz sie an Ihm versagten. Da ist dieBauernparte i. Der Bauernpartei, welche die Regierung nach dem Stur- Per Albin Hanssonr übernommen hatte, Ivar der' erwartete Erfolg nicht beschieden. Die Bauernpartei hatte 1988 durch ein Abkommen mit der Arbeiterpartei die Regierungspolitik ermöglicht. Sie hat 1988 bei den Wahlen zu den Landtagen zugleich mit den Sozialdemokraten einen glotzen Sieg errungen. Nun stagniert auch sie. Aweiseilos deshalb, weil sie in der kleinlichen Angst, datz die Arbeiterpartei zu viel gewinne» könnte, dah sie, die Bauernpartei, die bequeme Schlüsselstellung verlieren werde, ihre Hand zu den Intrigen gegen die Negierung Per Albin Hanssonö geboten hat. De: schwedische Wähler liebt keine Schlaumeier- und Dunkelmännerpolitik. Die Bauernpartei, der ein grotzer Erfolg sicher geivesen wäre, wenn sie mannhaft den Kampf auf Seite ihres Bundesgenossen, der Sozialdemokratie, geführt hätte,' hat ihre Chance verspielt, hat sich um ihre wertvolle Schlüsselstellung im Parlament durch eine engherzige, kleinliche Parteipolitik gebracht. Die Sozialdemokratie, gewohnt, das wahrend des Wahlkampfes gegebene Versprechen auch dann im Parlament zu halten, durfte jedochlrotz- dem an der Zusammenarbeit mit der Bauernpartei festhalten. Wohl bat sie mit den Kilbomsozialisten und den Kommunisten nun im Parlament eine ausreichende Mehrheit und eine rein sozialdemokratische Regierung erscheint nach dem alleinigen Sieg des Sozialismus selbstverständlich, aber die Arbeiterpartei weih sehr genau, dah es die bisherige Bolkspolitik war, welche ihr den Erfolg gebracht hat. Bolkspolitik im Sinne der Kooperation der Klassen, allerdings der a r b e i t e n d e n Klassen. Die schwedische Sozialdemokratie wird daher unzweifelhaft ihre bisherige Sammlungspolitik und damit die Zusammenarbeit mit der Bauernschaft fortsetzen. Die Zusammenarbeit mit den Bauern war bisher mehr als bloh durch die parlamentarische Konstellation bedingt, und gerade jetzt, wo die Sozialdemokratie parlamentarisch auf diese Konstellation nicht mehr angewiesen ist, gerade jetzt wird sich die prinzipielle Seite der Arbeiter- und Bauernkooperation nochgnehr erweisen al» bisher? Eine vernichtende Niederlage aber hat der Nazismus erlitten. Und damit wird der Sieg des schivedischen Sozialismus von europäischer Bedeutung. Die offen nationalsozialistischen Parteien, deren gegenseitiger Krakeel schon seit Jahren die heitere Seite de» schivedischen politischen Lebens bildet, haben niemals, trotz der Unterstützung durch dar Dritte Reich, irgendeine Bedeutung gehabt. Gefährlicher ivar schon der Afternazismus der konservativen Jugend, der Jungnationalen, 7gesährlicher noch der schleichende Nazismus in der Rechtspartei selbst, so sehr sie auch versucht hat, angesichts der Unpopularität des Dritten Reichs iil Schweden, die Quellen zu verschütten, aus der er floh. Aber mit welcher Wonne stürzte sich der schwedische Konservatismus auf die Parolen von Nürnberg, auf den„Antibolschewismus". Hier ist die Antwort auf Nürnberg, und zwar die Antwort eines Volle», da» den Herzen der Machthaber de» Dritten Reiches besonders naheliegen sollte. Die Nürnberger werden noch erleben müssen, dah die„antibolschewistische" Parole die unangenehme Eigenschaft eines Bumerang hat. Denn, das schwedische Volk, das von Urbeginn seiner Geschichte bis ins 19, Jahrhundert Krieg auf Krieg 27 tJommy fOarftox ma eftt(Revolution •ftoman Mm 9rflondu Plötzlich schrie sie auf.' „Pablo... Pablo...!" „Was ist denn?" Er blieb stehen, Sie eilte ihm nach; rascher, als es ihrem Gewicht znzutrauen war. „Du wirst das alles nicht tun!" „Warum denn nicht?" Er lächelte überlegen. „Hast Du Angst? Gar keine Ursache. Es ist aller ganz sicher. Kein Mensch weitz etlvas. Wir haben Unsere Leute zu Wasser hergebracht, ich habe noch ein paar sichere Freunde eingeweiht. Und vor allem, e» kommen amerikanische Kriegsschiffe heute morgen an, die helfen uns." „Amerikanische Kriegsschiffe?" keuchte seine Mutter. „Ja, natürlich", bestätigte er stolz.„Es ist eine hochlvichtige politische Mission, die ich übernommen habe. Romanuela soll einen Kanal bekommen, Amerika will es, das Boll wird es auch wollen, nur Rodriguez will nicht. Darum muh ec eben fallen." ,„Und Du würdest Ihn..." Frau Rivade» neira konnte nur noch flüstern. «Ich sage Dir ja, es wird wohl nicht nötig sein. Aber, wenn e» nötig sein sollte..." er klopft» auf die Tasche. Seine Mutter hängte ihre Zentner an seinen Ann. ■„Pablo... Pablo... Du weiht ja nicht..." „War weih ich nicht?" „Versprich mir, dah Du daS alles nicht tun wirst. Du darfst nicht." Er machte sich los. „Warum denn nicht? DU wolltest doch selbst, geführt hat, da», weih Gott besser aus seiner Geschichte wie die Nürnberger Heldentum kennt, da» auf allen Schlachtfeldern Europas, am Rhein, an der Moldau und an der Newa geblutet hat, will Ruhe und Frieden. Und eS will vor allem Ruhe und Frieden an der Ostsee. Der Sieg des Sozialismus in Schweden ist eine groharüge Demonstration für den Friedensgedanken, er ist eine tatkräftige Abfuhr de» Dritten Reiche» im„Ostraum".. Den schwedischen Genossen wird von vielen Selten für ihren grandiosen. Sieg Dank und Ruhm zuteil werden. In dem Chor der Gratulanten soll auch die Stimme der sudetendeutschen Die Präsidentenreise Preßburg. Der Präsident der Republik wohnte Sonntag in Prehburg einer militärischen Parade bei, wobei er dem 6. Genie-Regiment eigenhändig eine Fahne überreichte. Er erklärte dabei, dah er durch die persönliche Nebergabe auch die Wichtigkeit der Mission dieses Regimentes betonen wolle, das„der unzerstörbare Ehrenwall und die W, acht an der Donau Ivar, ist und sein wird." Ans dem Rathaus empfing er Abordnungen der sloivakischen Legionäre, zu denen er u. a. sagte: Wir haben während des Krieges ein gro- hes Werk geschaffen, dieses Werk schreitet fort, vervollkommnet sich, blüht auf. Bon Zeit zu Zest werden wir von Wolken am internationalen Horizont überrascht. Aber sofort sagen wir unS, dah wir neuerlich, wenn es notwendig sein wird, hineingehen werden, dah wir uns nicht fürchten, dah wir uns nicht unterkregen lassen, dah wir nicht nachgeben. Und schon diese Tatsache, dah wir hier so auf der Wacht stehen, bewahrt den Frieden und bewahrt uns den Frieden. Später empfing der Präsident.eine 16- gliedrige Abordnung der ungarischen Minderheit, zu denen er u. a. sagte: Meinen Standpunkt in den Minderheitenangelegenheiten kennen Sie. Was die Ungarn in der Slowakei betrifft, g>lt für sie dasselbe wie für die Deutschen in der Republik. Also, um das in gleicher Weise zu formulieren, wie ich dies in Reichenberg zu den Deutschen gesagt habe: Den Minderheiten gehört alles, damit sie sich kulturell und sprachlich erhalten und entwickeln können. Die Voraussetzung ist, dah sie sich mit unS allen zu den gleichen gemeinsamen Idealen der Demokratie bekennen werden. Bei einer Besichtigung deS Prehburger Hafens wurde der Präsident von einen» slowakischen Arbeiter begrüht. Der deutsche Arbeiter Johann Gart; überreichte der Gattin des Präsidenten einen Blumenstrauß.-■;-:j ■ Am Abend fand eine Festvorstellunh km Slowakischen Nationaltheater statt. Nach dem ersten Akt trat der Präsident auf den Ballon,, vor dem sich an die 69.900 Menschen zu einer Huldigung versammelt hallen. Gesangvereine trugen slowakische, deutsche und ungarische Kompositionell vor. Der Präsident dankte für die Huldigung, wobei er u. a. sagte:„Ihr habet schön gesungen, Ihr Slotvaken, Ihr Deutschen und Ungarn, rein, schön und vom Herzen. Ich würde wünschen, dah solcherart bei unS in der ganzen Republik auch das politische Lied wäre, und ich würde wünschen, dah diese schöne Manifestation auch die ganze Republik sähe und dah sie auch alle unsere Nachbarn sehen, dah sie ganz Europa sähe. es sollte etwas aus mir werden. Jetzt bin ich soweit. Wirst Du nicht stolz sein, wenn Dein Sohn erst Minister ist? „Du kannst nicht... Du wirst nichts gegen Rodriguez tun..." „Warum nicht?" Er wurde ungeduldig. „Was geht mich Rodriguez an?" „Was er Dich angeht? Heilige• Mutter Gottes von Guadeloupe! DaS fragst Du?" Sie bekreuzigte sich schnell.„Er ist doch Dein Vater". ■ Pablo verlor die Fassung. Ec packte seine Mutter am Arm. „Was sagst Du da?" „Ja, ja, ich kann es beschwören. Ich kann daS Sakrament darauf nehnien... Pablo,.mein Kind... Rodriguez ist Dein Vater... ich wollte es Dir schon längst sagen... aber wie konnte ich denn an so etwas denken?. Dah Du... gerade Du... Sie bekreuzigte sich abermals. Pablo zivang sich ein Lachen ab. „Und was ändert da»?" Was geht er mich an?.Hat er sich jemals um mich gekümmert? Hat er das Geringste für mich getan? Er hat sich meiner geschäint... er hat mich als Schreiber bei Bonamaria verkommen lassen. Und jetzt auf einmal soll ich vielleicht hingehen, den guten Sohn spielen? Wofür? «Versündige Dich nicht, Pablo!" Frau Ri- badeneira schluchzte.„Er weih es ja gar nicht, dah Du sein Sohn bist. Wie hätte ich es ihm sagen sollen? Damals. es kam die Revolution-... er war mitten drin..'. er war der Held... und als es vorbei ivar, da hatte ich Deinen.... da hatte ich Rivadeneira geheiratet. man muhte sich doch schützen... aber er hat sich meiner erinnert... oh, er ist ja so gut.. dieses Hau» hat er mjr geschenkt.. aber e8 kam natürlich nicht mehr... das konnte er doch nicht... und ich war ja eine schwache Fra».... ich hatte damals schon einest andern Freund ,». was sollte ich tun? Rivadeneira Sozialdemokratie nicht, fehlen. UnS verbindet mit den schwedischen Sozialdemokraten nicht nur'-die gemeinsame grdtze Idee eines schöpferischen post«. Üben Sozialismus, sondern da» Streben, der würtzenden Krise Herr zu werdet». Wir verfolgen die Politik der schwedischen Genossen sehr äuf- merksam und' Schweden" lehrt UN», wie produktiv der Sozialismus, wie erfolgreich der Kampf gegen Krise und Arbeitslosigkeit, gegen Hunger und Elend sein kann, wenndie Sozialdemokratie die stärkste Partei de» Lande S i st. Der Sieg der schwedischen Sozialdemokratie vom 29. Septeinber 1986 weist den arbeitenden Masten der Tschechoftowakei den Weg! Ain Sonntag nachmittags besuchte der Präsident Modrä. Montag früh verabschiedete er sich von Prehburg und trat die Weiterreise an, die ihn über Türnau, Brezovä, den Stefanik-Hügel Bradlo und Pistyan nach Novs Misto, Treniin, TrenLin-Teplih und Zilina führte. Ueberall wurde Dr. Bene» von der Bevölkerung begeistert begrüßt. Politik und BIrenjagd Der Wiener Gesandte de» Dritten Reiche»,Herr, von Papen! befindet sich augenblicklich ist Kar- pathoruhland, um dem Jagdvergnügen zu obliegen. Da nun gleichzeitig auch der Vorsitzende'der tschechischen Agrarpartei, Abg. Beran, in Kär- pathoruhland loeill, angeblich gleichfalls zur Jagd, ist in den„Lidovt Noviny" die Vermutung ausgesprochen worden, dah e» zu einer Begegnung Papens mit. Beran kommen werde.— Da» «Prager Tagblatt" will dagegen erfahren haben, dah das Zusammentreffen nur zufällig sei. Papen, der ein leidenschaftlicher Jäger ist, habe sich für den Abschuh eine» Bärens interessiert, wa» nur noch in Karpathoruhland möglich sei, und deshalb mit der Direktion der Staatsforste den Abschuh eine» Bären und eine» Hirsche» zu den üblichen Bedingungen verabredet. Abgeordneter Beran befinde sich zwar ebenfalls in Karpatho- ruhland auf der Bärenjagd, jedoch in einem anderen.Revier und eine Zusammenkunft mit Papen sei nicht in Aussicht genommen. 26 französische Atgeordnete in Prag. Montag nachmittag» traf in Prag eine 26gliedrige Gruppe französischer Abgeordneter aller politischen Richtungen ein. Ihre Exkursion trägt Studiencharakter und interessiert sich besonders für die Frage des Getreidemonopols. Auf dein Masartzk-Bahnhofe wurden die Gäste vom stellvertretenden Borsitzenden de» Abgeordnetenhauses, Abgeordneten Langer,.und vom SektionSrat Dr. Zädiva für da» Abgeordetenhau», Dr. KoSkal-für da» Auhenministerium und für die Getreidegesell« schäft von den Bizeprästdenten Zelenh und Jng. Holan begrüht. Die Gäste begaben sich vom Bahnhof in da» Hotel„Alccon", wo sie wohnen. Dienstag vormittag» werden die französischen Parlamentarier die Stadt Prag besuchen und sich um 12 Uhr im Abgeordnetenhaus zu besten Besichtigung einfinden. Dichte der Arbeitslosigkeit in der Tschechoslowakischen Republik. Die voi» uns am Sonntag gebrachte Karte ist entnommen der vom Ministerium für soziale Fürsorge herauSgegebenen Broschüre«La Prövohance Sociale en Tschäcoslova- qnie"(„Die soziale Fürsorge in der Tschechoslowakei"), erschienen in Prag 1986!. war zu jener Zeit, wie er jetzt ist... aber, Pablo... Rodriguez ist Dein Vater... er wird'mir glauben, wenn ich es ihm sage... -ec ist gut... er wird für Dich sorge»»..." Pablo zögerte. Nicht' dah in ihm piötzlich das Blut ein gutes Wort für den Präsidenten eingelegt hätte. Aber die Mitteilungen seiner Mutter trafen ihi» dennoch. Er schwankte. Zum Teufel! Warum hatte sie nicht früher gesprochen? Es wäre Zeit gewesen! Er hatte selbst manchmal erivogen, zur anderen Partei üüerzugehen, denn er hatte zp Bonamaria kein Vertrauen, und seins Mitteilungen wären vom Präsidenten ztveifellos gut bezahlt worden. Pablo»var nun einmal«in Realpolitiker und lieb sich von dem Zufall seiner Berwandtschast mit Rodriguez nicht allzu jfeljt beeinflussen. Aber jetzt war e» zu spät. Die Amerikaner kamen heute morgen. Gegen die konnte Rodriguez nicht» tun, auch wenn man ihm alles sägte.' Er machte sich von seiner Mutter lo», die angstvoll aus seinen beweglichen GesichtSzügen seine Gedankengänge erraten wollte. „Ich sage Dir, e» ist zu spät", meinte er schliehlich achselzuckend.„WaS kann ich ihm jetzt noch nützen? Die Amerikaner wollen ihn nicht. Nachher will ich sehen, ob ich etwas füx' ihn tun kann."" Pablo gefiel es grohartig, dah er von dem immerhin sehr' gefürchteten. Präsidenten begönnernd sprechen konnte. An den Gedanken, datz e» auch sein Vater war,, hatte er sich noch nicht gewöhnt, für ihn blieb. Rodriguez zunächst nur der Präsident. Doch dann kam ihm ein Einfall. Wer weitz, ob nicht am Ende irgend etwas mitzlang? Es konnte Unruhen geben, einen Bürgerkrieg, schließlich fiel es den Amerikanern ein, datz sie noch immer bester mit Riwriguez fuhren, als mit Bonamaria,..... e» war nicht schlecht, seine Hände in beiden Spielen zu behauen.. .„Weiht Du, Mutter," erklärte er grotzmü« tig.„Ich kann natürlich jetzt nichts mehctun. .Aber Du, Du könntest schnell zu Rodriguez An unsere Abonnenten «ab Kolporteure! Da anläßlich des Feiertages am Motnag, den 28. September, nicht gearbeitet wird, entfällt die DienStagausgabe unseres Blattes. Die Berwaltnna. Vorbereitungen zum Angriff auf Madrid Madrid. Der LokalauSschnß der kommunistische» Partei veröffentlichte ein Manifest, in dem alle Milizionäre anfgefordert werden, absolute Disziplin zu halten und Bertrauen zu der Regierung und zur militiärischen Führung zu bewahren. In dem Manifest wird weiter» gesagt, daß die Aufständischen sich zum Angriff auf Madrid vorbereitei» und bereit» in der Sierra de Guardarrama nnd insbesondere bei Talavera in grosser Zahl Truppen und Kriegsmaterial sammeln. Rabat. Die Rundfunkstation Sevilla meldet, datz der Zivilgouverneur von Malaga, der zu fliehen versuchte, in der Verwirrung geiötei wurde. An der Madrider Front bemächtigte sich General Mola durch ein im Navalfria-Tal vorgenommeneö Manöver des Hauptteiles der Quellen, welche die Madrider Wasserleitung speisen. Dieses Manöver bedrohte auch die Re» gierungSmtliz, in Somosierra, das nunmehr von zwei Seiten angegriffen werden kann. General Franco meldet, daß die Truppen des Generals Uague sich von Talavera au» in Marsch gesetzt haben und durch das Alberchetal Madrid zustreben. Da» Kriegsministerium teilt mit: An der Nordsront bombardierten sieben RegierungSflug- zeuge die Stadt Oviedo, wo sie eine Batterie der Aufständischen vernichteten und das Regierungsgebäude in Brand steckten. An der arago- nifchen Front sind die Regierungstruppen um 18 Kilometer vorgerückt. An der Südwestfront unternahmen die Aufständischen einen neuen heftigen Angriff auf Talavera, wurde» aber zurück- geschlagen. Endkampf um den Alcazar London. Nach einem Reuterbericht dauern in Toledo die heftig«» Kämpfe um den Alcazar noch an, wo sich di« Aufständischen immer noch halten, jedoch bereit» genötigt wurden, einige Teile, der Rninen zu verlosten, an» denen sie durch da» heftige Artilleriefeuer vertrieben wurde». Die Regierungstruppen überschütteten außerdem da» Trümmerfeld mit einem Hagel von Handgranaten. Asyl für Trotzki In Barcelona? Pari». Nach Informationen einer Privatagentur hat die katalanische Regierung Trotzki die Erlaubnis erteilt, sich in Barcelona niederzulaffem Wie. verlautet, wird Trotzki dort ii» den nächsten Tagen eintrefsen.. laufen; warne ihn, er soll zusehen, dab er in zwei Stunden nicht mehr in der Stadt ist. Es ist für ihn bester, wenn ich nicht offen zu ihm übergehe. Später, wei»n einmal die Revolution vorbei ist, wer weih... ich werde an ihn denken. Er ist ja doch, schliehlich mein Vater. Wenn er sich a»tch nicht gerade sehr väterlich gegen mich benommen hat. Aber es ist höchste Zeit." „Oh, mein. Pablo", Frau.Rivadeneira kützte ihn stürmisch.„Du bist ein guter Junge, ein klüger Junge. Gleich lauf ich zu Rodriguez. Er wird auf mich hören. Aber gib auch gut acht auf Dich. Geh nicht hin, wo geschosten wird." Pablo lachte. „ES wird wahrscheinlich gar nicht geschossen werden. Wir machen eine ganz friedliche Revolution. Sei nur rechtzeitig wieder au» dem Hau» de» Präsidenten fort. Wir wäre es unangenehm, wenn man Dich dort fände." Seine Mutter hielt noch einige Sekunden seinen Kopf fest und flehte für'alle Fälle den. Segen der Madonna von Guadeloupe auf ihn herab. Dann zog er schnell seine Schuhe an und strich, immer an den Häusern' entlang, zum Hafen. XIX. „Madonna! Jetzt um halb fünf Uhr. morgen»? Sie sind wohl wahnsinnig!". Der alte Indianer,, der endlich die Türe geöffnethatie, war ganz anher sich. Derartiges war ihm noch niemals geschehen! Da stand diese dicke Frau Rivadeneira auf der Schwelle und begehrte unbedingt, den"Präsidenten zu sprechen! »Mer hör doch! Da hast Du einen Dollar.«,.zwei Dollar...,! Es mutz sein! Verstehst Du da» nicht? Ich habe ihm etwa» ungeheuer Wichtige» zu sagen," v.Wird schon bis zum" Morgen" Zeit haben. Heute ist ohnehin allgemeine!: Empfang um'elf Uhr."..." Der Diener hätte die zwei Dollar jedeSfall» zunächst eingesteckt. ,(Fortsetzung folgt), Nr. 221 Dienstag, 22. September 1936 Seite 3 fudetendeutsdier Zeitspielet Isdicdioslowakcn in dcntsdKn Gefängnissen wegen— Beerensammelns I Wir lesen im Karlsbader„Volkswille": Die Not unserer Grenzler ist groß. Die Un- lerstiitzung für Arbeitslose allein reicht nicht qus, um die Bedürfnisse des Lebens zu befriedigen. So ziehen denn die armen Grenzbewohner hinaus, um sich durch Beeren- und Pilzcsanimcln«ine Heine Nebeneinnahme zu verschaffen. Auch die Familie P r o ck l aus Hohlenstein bei Marienbad gedachte am Morgen des 1. September auf diese Weise ihre geringen Einkünfte etwas aufzubeffern. Plötzlich tauchten vor dem alten Vater Prockl und seinen beiden Töchtern und dem Enkelsohn zwei deutsche Grenzbeamte auf, die ihnen in barschem Ton^erklärten, daß sie bereits auf reichsdeutschem Gebiet seien. Zufälligerweise hatten der Vater und die ältere Tochter Grenzscheine bei sich. Die jüngere Tochter aber und der 15jährige Sohn ihrer älteren Schtvestcr wurden für verhaftet erklärt. Rosa Prockl zeigte im Vertrauen auf die Gesinnungsverwandtschaft der Nazis mit der Henleinpartet ihr SdP» Mit- gliedsbuch vor und glaubte so, der Verhaftung entgehen zu können. Statt dessen aber machte ihr der eine deutsche Grenzer mit den Worten: „Sch... Euch nicht an mit Euerem Henlein und seiner Partei" die Situation klar. Die Frau wurde mit ihrem Neffen in daS Amtsgerichtsgefängnis Waldsassen eingeliefert. Der besorgte Vater begab sich sofort nach dem Grenzort Mähring und rief von dort telephonisch das Amtsgericht Waldsaffen an, seine Tochter möge doch freigelaffen werden, da sie zu Hause für einen 6 Wochen alten Säugling zu sorgen habe. Daraufhin wurde lediglich der 18jährige Bursch mit 19 Kronen Zehrgeld auf den Heimweg geschickt. Gegen die junge Mutter leitete man ein Gerichtsverfahren ein und hielt sie bis Sonntag, den 6. September, eingesperrt. Dann erst brachte man sie mit einem Auto bis Neualpenreuth, von wo sie noch drei Stunden zu Fuß nach Hohlenstein zu gehen hatte. Sie ist durch die ihr zuteil gewordene Behandlung gründlich vonihrerHttler- sehnsucht kuriert worden. Nicht nur über die schlechte Behandlung beklagte sie sich, sondern auch darüber, dah sie während der sechstägigen Haft kein einziges- mal an die frische Luft geführt worden war. Die Arrestanten wurden nur einmal täglich unter strenger Aufsicht im Vorhaus spazieren geführt. Datz dieser Fall keine Einzelerscheinung ist, geht klar daraus hervor, dah mit Rosa Prockl noch fünf tschechoslowakische Staatsbürgerinnen elngesperrt waren. Vier, weil sie ebenfalls das ungeheure Verbrechen begangen hatten, in Nazideutschland Beeren zu sammeln, während eine Frau aus Eger wegen Bettelns zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden war. Dem„neuen" Deutschland war es Vorbehalten, arme Beerensammlerinnen in den Kerker zu werfen. Vor 1983 ist es niemals einem Grenzbeamten eingefallen, aus einer so harmlosen Angelegenheit, wie es das Beerensuchen ist, ein strafwürdiges Verbrechen zu konstruieren. DeutschbUrgerllche Sonntagsreden Am vergangenen Sonntag ergriff eine ganze Reihe von deutschbürgerlichen Politikern in Kundgebungen das Wort. Wir verzeichnen vor allem Reden deS Parteiobmannes Hacker und Ministers S p i n a bei einem Ernte-Dankfest des Bundes der Landlvirte in Bärn. Hacker berief sich auf daS Wort KroftaS vom Sudetendeutschtum als zweitem Staatsvolk und gab der Hoffnung Ausdruck, daß solche gesunde Auffaffung im tschechischen Voll stärker zum Durchbruch komqien möge; Minister Spinä'wiederum'crinnerte neuerdings an da» Svehla-Wort von den./Gleichen unter Gleichen", das durch eine ehrliche praüische Erfüllung zu krönen wäre.— In Schönbach sprach in einer Parteiversammlung der Ehristlichsozialcn deren Abgeordneter Mayr-Harting, der den Eintritt seiner Partei in die Regierung mit der Tatsache begründete, datz das Auftreten der SdP den Gegensatz zwischen Tschechen und Deutschen sehr verschärfte; auch Mayr-Harting knüpfte im übrigen an bai Wort vom„zweiten Staatsvolk" an, das sein« volle Gleichberechtigung„in ehrlicher Auseinandersetzung und'Zusammenarbeit mit den mahgebenden Faktoren des Staates und der Heimat verwirklichen wolle, ohne Verletzung der Stlbstbewußtseins des tschechischen und slowakischen Völker"; die Aspirationen der SdP unter autoritärer Führung haben völlig versagt, da» mühselig angebahnte Vertrauen wurde durch sie völlig verschüttet. Nichtsdestoweniger sprach Mayr-Harting von ter Hoffnung, datz es auch zu einer Zusammenarbeit der übrigen deutschen Parteien mit. der SdP kommen werde. In Kkeschitz bei Leitmeritz sprach der deutsch-, christlichsoziale Minister Zajiiek. Nach dem un» vorliegenden Auszug dieser Rede, wie ihn das Tsch. P.-B. verbreitet, handelte es sich um einen Speech zur Abwehr des B o l s ch e w i s m u s. Auf güt chriftlichsoziale Weise ging der Herr Minister dabei von den Vorgängen in S p a n i e n,aus; in ter Tschechoslowakei aber will er gegen den Bolschewismus nicht mit Gewalt Vorgehen, sondern ihn geistig überwinden. Was der Herr Minister sich unter Bolschewismus vorstellt, verriet er freilich nicht; aber von seinem wie überhaupt vom . bürgerlichen Standpunkt aus mag er sehr wohl an die Ueberwlndung, des Bolschewismus oder testen/ was er darunter meint, dadurch Herangehen, daß er an der„notwendigen Ucbevwin- tung der Arbeitslosigkeit" entsprechend mitarbeitet/ Minister Zajiiek ist übrigen» nicht ter einzige, der nn diesem Sonnwg da» deutschbürger- liche Lager mit dem Bolschewismus"zu befassen beliebte. Der BdL-Obmann Hacker beschäftigte sich laut"„Prager Montagsblatt" auch mit diesem Thema und dasselbe Blatt registriert noch sehr diensteifrig,/datz auch der Sekretär de» Minister» Zajiiek/ ein Herr Dr. P tu s ch ä, von de-„bolschewistischen Verseuchung"> sprach, ganz,zu schweigen von einer Henlein-Versammlung in Mäßrisch-Trübau, in der der Abgeordnete Birke vor dem Bolschewismus graulen machte. Sonderbar genug, diese Einheitsfront de» BdL, der. EBP und der StP in der„Abwehr" gegen den Bolschewismus! Es ist doch recht cha, rakteristisch, dah die NürnbergerFansare auf alle diese Herren einen so starken/Eindruck gemacht zu haben scheint! Und^dieS nm so mehr, al» Herrn Hitler» antibolschewistische Trompeten stöße sonst in der Welt leinen Hund hinterm Ofen hervorgelockt haben. Aber wenn man im Dritten Reich AntibolschewiSmuS trägt, wird es wohl ausgerechnet im sudctendeutschen Gebiet— so mutmaßen eben nicht nur die Henleins— sofort Mode! Und daß daS„Pra,ger Montags» blatt" alle» Mögliche dazck tut, um Herrn Hitlers Gedankengänge hierzulande einzubürgern, ist doch, wenn auch nicht mehr überraschend, so doch bemerkenswert. Dasselbe Blatt beeilt sich übrigen» auch, au» der Rede Mayr-Hartingö«inen Pastu» zu zitieren, der vorläufig anderswo nicht zu finden ist. Mayr-Harting soll darnach von der„b e- gretflichen Abn'ebgung des d°eü'4- schenVolkeSgegen di«Demokratie" gesprochen haben,„die au» dem Westen gekommen ist und alles Nebel über das deutsch« Volk gebracht hat". Sollte der ehemalige Minister der demokratischen Tschechosloivakischen Republik wirklich sich einen solchen Exzeß geleistet haben? Fiasko der SdP In Mähr.-Trübau In Mähr.-Trübau fand— wie uns von dort berichtet wird— Sonntag ein Gebietstreffen der SdP statt, das deutlich den Rückschlag zeigt, den die Partei in dem dortigen Gebiet seit dem 19. Mai 1985 erlitten hat. Trotzdem"man Männlein und Weiblein aus sieben Gerichtsbezirken des Schönhengstgaues zusammengetrommelt hatte und einzelne Teilnehmer bi» aus Brünn gekommen waren, zählte der Zug der SdP genau 2815 Menschen, während bei den Parlamentswahlen im Bezirk Mähr.-Trübau allein 14.542 Stimmen für Henlein abgegeben worden waren. An der Kundgebung, welche sich an den Demon- strationSzug angeschloffen hatte, nahmen höchstens 8990 Personen teil— die SdP-Führung hatte mit 12.999 bis 15.000 gerechnet. „Volle Genugtuung!" Unter dieser Parole beschäftigt sich die«Rumbürger Zeitung", kennzeichnet die Vorgänge in der SdP als„volles Einbekenntnis der durchaus verunglückten Führung" und zioeifelt daran, datz diese Führung durch den„Umbau" das verlorene Vertrauen wiedergewinnen könnte. Denn „da» bisher Geschehene genügt noch keine»wegS, nicht einmal zur vollständigen Genugtuung für da» in seinem Ansehen so schwer" herabgesetzte Ehrengericht, für di« Wiederherstellung der beleidigten Rechtsbegriff« und für di« Wiedergut» ' machung der großen, vielfach auch persönlichen und materiellen Schäden, die den Betroffenen zugefügt worden sind. Eine, volle Genugtuung wird erst dann eintreten, wenn all« di«, die zu Unrecht und ohne Untersuchung deshalb als„Meuterer" erklärt worden sind, weil sie di« Schäd- > lichkeit des Kameradschaftsbundes rechtzeitig und richtig erkannten und öffentlich feststellten, wieder» zufriedengestellt und an den ihnen gebührenden Platz in den Reihen der Bewegung gestellt worden sind. Diese volle Genugtuung wird erst dann eingetreten sein, wenn hingegen die wahren Schuldigen an dem Wirrwarr diese» halben Jähre», an der Ohnmacht der sudetendeutschen Politik und an dem Hohngelächter der Gegner au» den Reihen der Bewegung entfernt worden sind. So will e» der klare Verstand de» Volke» und sei» Gewissen!" Brand des„Gabrlel“-Schachtes In ludendorf Samstag abend» gegen 19 Uhr geriet der Förderstuhl und die in der Mhe befindlichen Anlagen de»»„Gabriel"-Schachte» in Judendorf in Brand, wodurch«in Teil der obertag» befindlichen Einrich- tungen zerstört wurde. Ueber die Entstehungsursache wird un» mitgeteilt, daß bei der Gewältigung eines Grubenbrandes die mit diesen Arbeiten beschäftigten Bergleute ihr« Vorhaben abbrechen mußten, da di« Rauch- und Hitzeentwicklung bedrohliche Formen annahm. Noch ehe der Förderschacht abgesperrt werden 'konnte, schlug au« diesem eine mächtigeStich- flamme empor, durch welche der hölzerne Förderstuhl in Brand gesetzt wurde, Da» Feuer breitete sich rasch au» und äscherte außer dem Förderstuhl da» Schachthaus, da» Sortierung»gebäude, einen Teil der Depotbrücke sowie da» Objekt, in welchem sich die Zechenstube, die Maroden- und die Ret- tung»stube befinden, ein. Keine» dieser Gebäude, die au» Holz erbaut wurden, konnten von den Feuerwehren gerettet werden, weil die Rettungsarbeiten infolge des herrschenden Wassermangels sehr erschwert waren. Erst nachdem ein Teil der brennenden Objekte zusammengestürzt war, konnte die Absperrung des Schachtes borgenommen werden, die Sonntag beendet wurde. Der Schacht ist somit außer Betrieb gesetzt. Die in der Grube befindlichen Bergarbeiter, die unter der Leitung des Betriebsleiter» die Cewäl- tigungSarbeilen verrichteten, konnten durch einen in der Nähe befindlichen Lustschacht da» Freie gewinnen, so daß kein Menschenleben zu beklagen ist. Die Aufräumungsarbeite» sollen beschleunigt werden, um die Herstellung der beschädigte» Schachtanlagen in Angriff nehmen zu können, ebenso soll für die auf diesem Schachte beschäftigten Arbeiter durch Unter- bringung auf anderen Schächten gesorgt werden. Bei der Brandstelle hatten sich tausende Menschen trotz der Nachtzeit eingefunden. KulturverbandSobmann gegen Schulbürokratie. In Krumau fand Sonntag eine große Tagung des Gaue» Südböhmen des Deutschen KulturverbandeS statt. Der Verbandsobmann Professor G e ß n e r kam in seiner Ansprache auch auf das Minderheitenproblem zu sprechen. Er führte u. a. au», daß die mißgünstige öffentliche Meinung im Lager der andcrsnationalcn Nachbarn und eine dieser Meinung nur allzu willfährige Bürokratie die Arbeit oft genug ungemein erschweren. Er begrüßte es, daß in letzter Zeit in zahlreichen Kundgebungen der verantwortlichen Leiter unserer Staatspolitik der gute Wille zum Ausdruck komme, einen Schritt nach vorwärts zu tun. Wir haben, erklärte Geß- ner, Vertrauen zu ihnen, wissen aber auch, daß ihre Bemühungen von wenig Erfolg begleitet sein werden, wenn es bei Reden und schönen Gesten bleibt und nicht auch die befreiend« Tat folgt. Wie schon oft, habe sich der Verwaltungsapparat beharrlicher erwiesen als der gut« Wille unserer Präsidenten; man habe es jetzt in den Tagen des Schulanfanges erleben müssen, daß in der Praxis der Schulbehörden, soweit diese die Schulschuharbeit des Kulturverbandes betreffe, keineErleichterungen Platz griffen, sondern daß im Gegenteil di« Tätigkeit deS Kulturverbandes neuen Hemmnissen begegnete. Es möge sein, daß die Zeit fehlte, um eine genaue Prüfung der in einer Audienz dem Präsidenten vorgelegten Schulfälle zu ermöglichen— ein klein wenig praktisches Entgegenkommen würde gewiß größere Wunder wirken al» die schönsten und bestgemeinten Worte. LetriebSauIschußvahlen in der Lebositzer Orl» fabrik. Bei den diesjährigen B«trieb»au»schußwah- len geben von 197 Wahlberechtigten 188 Wähler ihre Stimme ab. Gültig waren 185 Stimmen. Es erhielten die Liste der Freien Gewerkschaften 89 Stimmen und zwei Mandate und 27 Restsfimincn, di« deutsche Wahlgruppe 98 Stimmen, drei Mandate und drei Reststimmen. Die Wahlzahl betrug 81. Bei den Ausschußwahlen 1984 beteiligten sich von 178 Wahlberechtigten 157 an der Abstimmung. Damals erhielten die Liste der Freien Gewerkschaften 74 Stimmen, zwei Mandate" und 22 Reststimmen und die deutsche Wahlgruppe 88 Stimmen, drei Mandate und fünf Reststimmen. Die Wahlzahl betrug 28. Die Teilnahme der Lehrerschaft an AuSlandS- kongreffrn. Da» Schulministerium hat folgenden Erlaß ausgcgcbcn: Die Teilnahme der Lehrerschaft an Auslandskongressen ist, soweit diese Kongresse nicht auch polifische Ziele verfolgen, in der Zeit, da die Lehrperson nicht durch ihr Lehramt gebunden ist, grundsätzlich frei. Alle Lehrer, die an einem AuS- landskongreß teilzunehmen gedenken, müssen die» der zuständigen Direktion wenigsten» 14 Tage vorher anzeigen. Wenn der Direktor Zweifel hegt, ob der Kongreß auch wirklich unpolitisch ist, oder wenn vor- auSKsehen Ist, daß dem Kongreß auch eine polifische Tendenz beigelegt werden könnw, ist er verpflichtet, die Teilnahme provisorisch zu verbieten und die Weisungen der vorgesetzten Behörde einzuholen. Nürnberger Film in Oesterreich verboten. Wie das Linzer„NeuigkeitStveltblatt" erfährt» hat die österreichische Filmzensur die Wiedergabe der reichsdeutschen Tonfilm-Wochenschau vom Nürnberger nationalsozialistischen Kongreß verboten. 0er Terror der spanischen Rebellen Der Sonderkorrespondent de» Londoner „Daily Herold" in Gibraltar berichtet Einzelheiten über die Schreckensherrschaft der spanischen Rebellen in La Linea, daS unweit von Gibraltar an der Straße nach Malaga liegt. Dem Terror der Rebellen ist der Direktor des StaatSkrankenhanseS in La Linea zum Opser gefallen, ein allgemein beliebter Arzt, Vater von sechs Kindern, der sich aufopsernd um seine Patienten bemühte, unter denen eine große Anzahl Frauen und Kinder war, die als Zuschauer beim Einzug der Mauren in La Linea von de» blindlings abgegebenen Schüssen der„Eroberer" getroffen wurden. Der Krankenhaus-Direktor wurde von seiner Tätigkeit weg vor ein Kriegsgericht gebracht, das aus sechs Faschisten ulid einem Priester bestand. Er wurde für schuldig besunden, ein Republikaner und Freimaurer zu sein und deshalb zur Erschießung verurteilt. Als der Priester ihm die Beichte abnehmen wollte, bat der Verurteilte, ihn um seiner Frau und seiner Kinder willen zu begnadigen und erbot sich, auch die Ver- Ivuudotcn der Rebellen in Pflege zu nehmen. Aber der Priester erklärte:«Sie sind ein Freimaurer und Feind der Kirche. Sic müssen sterbeli." Das Todesurteil wurde vollstreckt, und Frau und Kinder des Erschossenen leben nun völlig mittellos als Flüchtlinge In Gibraltar. Ein anderes Opser der Rebellen wurde ein reicher Kaufmann, den man beim Beginn des Aufstandes eingespcrrt hatte und zwang, Schecks für die Rebellen auszustellen. Als sein Vermögen erschöpft war, wurde er erschossen. Zu gleicher Zeit wurde auch ein Mitglied des Roten Kreuze» erschossen. Ein alter Schuhputzer, ein Analphabet, wurde von den Rebellen geztvungcn, Auto-Oel zu trinken. Dann tvurden ihm die Haare so geschoren, daß nur ei» Kreuz übrigblicb, und so tvurde er dann— nach historischem Vorbild, mit einem Plakat um den Hals— durch die Straßen geführt. Der„Daily Herald" weist auf diese Terror- Akte hin und appelliert an die britischen Behörden in Gibraltar, die Flüchtlinge, die sich dorthin gerettet haben, nicht in die Hölle von La Linea zurückzusendcn. Arbeitsantritt In Lille Lohnerhöhung fUr 30.009 Textilarbeiter Lille. Nach zehntägigem Streik haben am Montag 39.000 Textilarbeiter wieder die Arbeit angetreten. Die Lohnerhöhung beträgt sechs bl» zehn Prozent, und zu. Neujahr werden die Löhne nach dem Preisindex der hauptsächlichen Lebenö- bedarfsarfikel neuerlich geregelt werden. Sine herzliche Unterredung Budapest.(Tsch. P.-B.) Reichsaußenmini- sier Freiherr von Neurath staitete am Sonntag dem ungarischen Außenminister von Kanya im Budapester Auswärtigen Amte einen Besuch ab. Die herzliche Unterredung dauerte zwei Stunden. Der Reichsauhenminister benützte seinen privaten Aufenthalt in Ungarn dazu, um mit dem ungarischen Außenminister, mit dem ihn langjährige freundschaftliche Bande vcrlnüpsen, in Fühlung zu treten. Hoffnung auf Kettung Tltulescus St. Moritz. Das Montag gegen Abend Über daS Befinden TitulcSeuS ausgegebene ärztliche Kommunquö besagt: Die ärztlichen Untersuchungen des Kranken bestätigen, daß die Blutarmut, un der Nikola Titulescu leidet, die Folge einer spontanen Krankheit ist, deren Anfang in das Ende deS Monates Juli fällt.(DaS ärztliche Bulletin dementiert damit ncnerlich die Gerüchte von einer Vergiftung TituleScuS.) Die Blutreaktionen nach der Bluttransfusion sind günstig und berechtigen zur Hoffnung auf eine Besserung des Befindens des Kranken, daS aber noch immer sehr ernst bleibt. Auch Polen will Kolonien? Paris. Der Warschauer Berichterstatter des «Petit Parisien" teilt mit, daß Polen beabsichtig«, gleichfalls Kolonien zu verlangen, falls Deutschland auf der Konferenz der Locarnoftaa» ten diese Forderung erheben sollte. Zwangsverschickung zu Befestigungsbauten AP. Dresden. In Ostsachfen werden systematisch Arbeitslose in andere Gegenden geschickt, um an den militärischen Bauten mitzuarbeiten. Diese militärischen Bauten haben einen solchen Umfang angenommen, daß nicht nur die Ziegeleien in drei Schichten arbeiten, sonder» daß auch Mangel an Maurern besteht. AriS der Zittauer Gegend werden 509 Arbeitslose verschickt. Die Bedingungen gleichen aber so sehr denen der Zwangsarbeit, daß 109 wieder das Weite gesucht haben. Die Verschickungen erfolgten vor allem nach den Ziegeleien Waiblingen bei Stuttgart und nach Stralsund, wo große Befestigungsbauten vorgenommen werden. Selle 4 -DienSlag, SS. September 1936 Nr. SSI Der Alcazar von Toledo AAesneulgLelten- Nanu, was Ist mit Deutschland los? „Tcm deutschen Kind" erzählt die„Pädagogin" Annemarie Stichler das folgende Märchen Uber Adolf Hitler, da» den grauenhafte» Stand der deutschen Pädagogik von heute treffend illustriert. .„W ieder kleine Adolf geboren tv u r d'c. Der Zollbeamte nahm sich nun eine liebe Frau. Als ein paar Jahre vergangen waren, kam bei ihnen ein Heiner Jiuigc an, mn 20. April Ivars gerade—— gleich am nächsten Tage wurde er getauft, und nun war unser sichrer also auf der Welt. Oefter prügelte er sich auch mit den anderen manchmal kam er mit kaputten Sachen und schinutzig von solcher Schlacht nach Hause. Wenn er bei der Schulfeier das Lied„Gott erhalte Franz, den Kaiser" singen sollte, saug er statt dessen Immer„Deutschland, Deutschland über alles", aber der Lehrer durfte das nicht merken, dann wurde er böse. Die österreichischen Kin- dcr sollten damals nicht„Deutschland, Deutschland, über alles" singen. ES gefiel ihnr aber immer schlechter in Wien. Da liefen auch so viele Juden herum, die hatten immer das meiste Geld. Da kriegte Hitler immer mehr Sehnsucht, nach Deutschland zu gehen. Die Engländer sind wütend auf die Deutschen, weil die so viele schöne Schiffe bauen und damit überall in der Welt hcrumfahren und die Sachen verkaufen, die in deutschen Fabriken gemacht werden. Die Engländer denken näinlich, so etwas dürften sic bloß ganz allein. Er selber wollte schrecklich gern mit in den Krieg. Als Hitler ztvci Jahre in München Ivar, kain wirtlich der große Krieg, der nun der Weltkrieg heißt. Die Sache fing ganz komisch an. Dazu kamen noch die Japaner, die ganz weit weg in Asien wohnen, dann die Amerikaner und andere kleine Staaten, die in ganz fernen. Erdteilen wohnten. Und als er hörte, daß der Krieg nun da war, da hat er dem lieben Gott erst einmal gedankt. Hitler war immer einer der tapfersten Soldaten in icder Schlacht. Deutschland stand dicht davor, zu siegen. Da passierte etwas ganz Schreckliches, was den Feinden, wieder Mut machte. Und Schuld daran waren die deutschen Sozialdemokraten, er ist eine richtige Schande, daß man es erzählen muß. Kaum vier Wochen war Hitler Reichskanzler, da braisnte eines Tages, das Reichstags, gebäude in Berlin. Ein Kommunist hatte cs ängesteckt. TäS Berliner Schloß hatte er auch anstecken wollen, das wurde aber noch vorher gemerkt. Als das bekannt wurde, sahen die Leute erst richtig ein, daß es höchste Zeit war, daß ein energischer Mann wie Hitler Reichskanzler geworden war.—— Hindenburg freute sich über alles, was Hitler tat: Da hat Hitler auch eine feine Einrichtung gemacht:-Ordentliche, gesunde Leute, die heiraten wollten,.bekanicn vom Staat 1000 Mark geborgt. —-—7 Hitler hat es nämlich sehr gern, wenn viele Kinder in Deutschland sind und besonders, wenn sie.stark und gesund sind. Dann können sie später gut für Deutschland arbeiten und auch stramme Soldaten und S.-A.-Männer werden. Er hat alle Kinder gern, und wo er welche sieht, ist.er freundlich.zu ihnen und macht Spaß. Da waren, die anderen Völker erstaunt und sagten:.„Nanu I Was ist denn auf einnial mit Deutschland-los?!" Stnpcllänfe in Prag und Aussig. Gestern wurde in Anwesenheit der Behörden aus der Werft „Praga" in Prag-Libcn der neue 100 Tonnen- Lastkahn„C. P..S. L. 559" von Stapel gelassen. Ein-ähnlicher Akt findet am Dienstag auf. der Aussiger Schiffswerft statt, wo ein weiterer Lastlahn„C. P. S. L. 601" von Stapel gelassen werden, wird. Der erste Kahn, der die Prager Werft „Praha" verläßt, ist 74.5 Meter lang, 10.84 Meter breit und 2.2 Meter hoch. Sein Tiefgang beträgt ohne Ladung 0.40 Meter, bei einer 1000 Tonnen-Lgdung 1.00 Meter und das Volumen seiner Laderäume beträgt 1580 Kubikmeter. Der Kahn ist vollständig ans Stab l gebaut und bei seiner Herstellung haben ettva 240 Personen für die,Zeit mehrerer- Monate Arbeit gefunden. Der Bau her beiden Schisse, wurde im Rahmen einer Gcsämtlicferung von sieben Kastkähnen durchge- führf, die. zwecks Ergänzung des tschechoslowakischen Schisssparks auf der Elbe in Auftrag gegeben wurden. Das Bauprogramm der Elbe-Gesellschaft ist auf sechs Jahre verteilt und soll den Schiffspark der Gesellschaft auf eine- solche Höhe bringen, die. unseren wirtschaftlichen Bedürfnissen entspricht.' Gegenwärtig besitzt die tschcchoflowa- kischc Elbe-Schiffahrts-Gcsollschaft 17 Dampfer (davon fünf Motor-Schlepper neuesten Typs), sieben Lastdampfcr, vier Motor-Lastschiffe, zwei Kettendampfer,. 165 Lnstkähnc, elf Hafendampfer, 45 Fähremim Hamburger Häfen, vier Motorbarkassen, zwei Pontons, zehn Schwimmbagger und -Krane sowie sechs Last- und Werkschifsc. Das Schlachtfeld d« Arbeit. Der Elcktro- montenr Jim S e j p k a in P i s e k ist am Samstag abends bei Arbeiten an der'elektrischen Loi- tnng.in sieben Meter Höhe/ bei- unvorsichtiger' Hantierung mit dem Hochspannungsdraht in Berührung gekommen und stürzte.zur Erde, wobei er sich einen Schädelbruch zuzog und auf der Stelle tot war. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Auch ein deutscher Rekord... Aus L e k p- z.i g wird gemeldet: Innerhalb von sechs Stunden haben hier mit Sonntag sü n f Menschen ihr Leben bei Verkehrs u n fälle n' eingebüßt. Im Verlaufe von ettva 18 Stunden mußten.2 3 Verletzt e in die Krankenhäuser eingeliefert tvcrden. Explosions-Katastrophe. Sonntag ereignete sich in einem A mnio u i a k w c r k in Bradlo bei Savona eine schwere Explosion. AuS den Trümmern wurden bist Mitternacht zwei völlig verkohlte Leichen geborgen. Sieben Personen, darunter vier Ingenieure, wurden lebensgefährlich verletzt. Man zweifelt an ihrem Aufkommen. Politischer Mord in Kärnten. Vor einer Woche wurde unweit Kreutzschachs in Kärnten der Bauernsohn Habich von zwei Burschen überfallen und derart schwer, verwundet, daß er alsbald starb. Beide Burschen, Media und Allesch, wurden nunmehr. verhaftet, wobei, sie erklärten: es habe sich um eine politische Tgt gehandelt, da Habich slowenische Propaganda betrieben haben solle. !" Tausend Häuser eingcäschert. Wie das- HavaSbüro meldet, soll in Hankau ein riesiger Brand ausgcbrochcn sein,. der an 1000 Häuser cinäschcrte. Zweitausend Familien haben, so ihr D a ch v c r.l ö r c». Der Materialschaden wird auf 10 Millionen Dollar geschätzt. 150 WäggonS Holzkohle in- Flammen. Sonntag brach in dem großen Holzkohlenwerk Petrova Gora bei Sisck(Jugoslawien) Feuer intS, das seinen Ausgang von ztvci zentral-gelegenen Magazinen nahm und 150 Waggons Holzkohle erfaßte: Die Löscharbeiten wären wegen'der großen Hitze- und' wegen' der giftigen Gase sehr schwierig. Die Kohle-brennt mit kleiner, blauer Flamme. Der Brand,-der ungefähr vierzehn Tage dauern:wird,. kann lediglich lokalisiert werden: Der Schaden wird auf z w c i M i l l i o- n eu Dinar geschätzt.'Die-Entstehung des Feuers wurde, nicht genau fcstgcstcllt.- Man glaubt, daß cs entweder, durch' Selbstentzündung(Oxydierung der Holzkohlel oder- durch Einlagerung- ungenügend-gekühlter- Holzkohlcnvorräte verursacht wurde..Im ersteren-Falle würde der Brand schon mehrere Monate-lang: angchalten' haben, wobei. die-Kohlen unbemerkt im Innern des Lagers ge- glomnicu haben. Acht Zloty'—sechs Menschenleben. In der Ortschaft Riezdojvö bei Krakau' drangen Bänditen in die Mühle des Kaufmannes. Goldfinger eiu. Sie,töteten durch Nevolvcrschüsse hie gerade.beim Abendessen weilenden.Familienmitglieder, und zwar'die 50jährige Gattin,' zwei Töchter. und einen Sohn des.Kaufmannes,' außerdem-wurde ein Dienstmädchen auf dem Hofe von den Banditen uiedergeschossen. Goldfinger und. sein Knecht.wurden schwer, verletzt.-Bei' der Verfolgung der. Banditen durch die alarmierte Gendarmerie wurde in einem Bach die-Leiche, eines, jungen Mannes- mit durchschossener Schläfe aufgefunden. Man uinunt an: daß es sich um einen Komplicen.der Banditen handelt, der wahrscheinlich aus Furcht, vor Ange- berei erschossen wurde', Deü.'Banditen.' fielen- bei der: Plünderung per Wohnung' des- Kaufmanns kauft!.acht Zlo.iy' in die'Hände. ,20.0.00 aus der.Heimat vertrieben.(J:,T.. FZ Der uätionalsoziatistischc Senstt der:,.Freie«: Stadt,' Danzig".hql. 20.000 Danziger-, geztv-ingeni. ihre Heimat zu.verlassen- E-xyraftton Arbeitern, Angcstellteu,'Bcäuitcii,u'nd,Ittvalideu,deneu' tzas Deutsche'Reich Pension zu Dhseu. hat. lvnrde cr- klärt',.'.daß'sie.mit'-' ihren^Familien-ins Drifte' Reich ziehen müßten, i» Danzig lvürdc ihnen kein Pfennig„äusgezählt,' Danziger Erlverbslosen wurde.Vogt'• Nazi-Senat die„llittexstützung:'entzogen, so'd'gßsi'e'sich damit- csftücrstättdew erklären: mUßtcn^zu.Bcfestig'ftn'gsärdoiteü tns- Dritte Reich vc'rschiikt chi,tverdon: Dn^gesaint wurdeii'-votl den. Nätionälsoziälist'cftj tvie: der Danziger Ober'rcgie- rüngsrat' Di'.'Doriney'er tist dcr/soebe'ü erschienenen Broschüre„Die Danziger Marktregelung" auf Seite 68) feststellt,'20.000 Danziger' ans ihrer Heimat verjagt. Von 400.000 Danzigern haben die„Verteidiger" von„Blut und Boden" bisher jeden Zwanzigsten deportiert, Der italienische Botschafter in Paris, Corrnti, ist am Montag nachmittags das Opfer, eines Unfalles geworden. Der Kraftwagen des Botschafters wurde am Quai d' Orsay von einem Lieferwagen gestreift. Der Botschafter trug Verletzungen am Kopf davon. Der Zustand des Botschafters, ist nicht besorgniserregend..-- Auf einen« Rittergut tei Breslau stürzten beim Einsäuern von Häcksel eine Arbeiterin und ztvci Arbeiter durch ausströmcndc. Dämpfe bc» tvußtloS geworden, in-den Futtersilo und fanden dabei den Erstickungstod.. Der Parteigründer spielt Zither..(I. T. F.) Am 3. September sandte der„D'entschländsender" ein Radiokonzcrt„Großes bunteS Konzert.der Deutschen Reichsbahn". Zwischen hinnoristischcn Vorträgen produzierte sich in.diesem Konzert als Zitherspicler der Reichsbahninspcktor Anton Drexler,.der Gründer der Nationalsozialistischen -Partei, Drexlpr hatte mit Hitler Differenzen betommeft, 1928 gründete er eine Partei gegen die„vornehme" Nazipartei. Trotzdem dqrf er heute im Nazi-Rundfunk Zither spielen.' S o ^NroH)ügig,ist.Hitler.■- .. Ter Park deS ewigen Friedens. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen den' V er- einigten S.taaten und Mexiko haben die Regierungen der beiden Länder jetzt beschlossen, das Projekt. durchzuführen,- das von einigen Friedensfreunden, aus beiden Ländern ihnen vorgclegt wordcn ist. Darnach wird nunmehr in Kürze an der anierikanisch-mexikastischen Grenze bei Kalifornien-ein. riesiger Park von rund 20 Quadratkilometer Größe geschaffen werden,-der zur'Hälftc auf amerikanischem, zur Hälfte auf mexikänische'm'Boden liegt,.und der züni Zeichen, daß zwischen-diesen beiden Ländern, niemals ein Krieg mehr möglich sein, wird,.den Namen.„Park des'clvigen Friedens" erhält? Die Benützung des Parks ist selbstverständlich frei, es finden keinerlei Grenzkontrollen.statt. DaS Dante-Grab. als Erinncrnngsstätte. Seit Monaten:, find einige hundert Arbeiter, in Ravenna' Tag und Nacht damit beschäftigt, das -Grabmal Dgntes freizplegeu, und mn es herum einen breiten Platz zu schaffen,. tun,' von djöser heiligen Stätte. jeden- Lärm und jedes TageSge- räusch fernzuhälten. Im Oktober soll dieser Platz feierlich eingewetht werben, wobei Dante- Festspiele stättfinden.' Folgen des Opernbrandes. DaS. Feuer im Pariser Opernhaus.hat ei>i.positives'Ergebnis'gehabt: Von, jeher war der alte Bau mit seinen vielen Rebenrämtien, Kellern Und Böden ein Dorado für die. Natten. Der Brand hat Tausende pon.Ratten gezwungen,.schleunigst, das Weite zu suchen.'.'.', Entdeckung einer Insel.. Die'.auf dem. Eisbrecher„Sädko" befindliche sowjetrussischc wissenschaftliche Expedition entdeckte aus. 81 Grad 12 Minuten nördlicher Breite und 72 Grad 26 Minuten östlicher Länge'eine, bisher unbekannte Insel von zwei Kilometer Länge.. Das BildungSwesen in der- Sowjetunion. Das Recht auf Bildung,.- das.im- Entwurf der neuen.Sowjetverfassung vorgesehen ist, wird in der -Sowjetunion durch die-gesamte Entwicklung- des Vollsbildungswcscns vollauf.gesichert.,.In' der ersten FünfjahrplanzPeriode wurden in- der Sowjetunion fsir Volksbildungszwcckc 15.5 Mjlljar». den Rubel aufgewcndet, jn- den ersten drei, Fahren der zweiten Fünsjfthrplaft-Pdriodo. 20.4- MIlljar> -tjen Rubel, Im' saüfe.ndpn Jahrfhat- die' Sowjet- -rcgicrttnn,fürVoIkSbijdüng:12:9!Milliardün'Rubcl bercitgcstellt..Somit-,-hat- hie' Sowjeiregierung in dcg letzten neun-Jähreft- fjir-Volksbildungszwecke den gelvaltigen Betrag von 491Milliarden-Rubel vcrausgabt. Daftk dicsen Maßnahmen ist ijctzt in dex Svwjetnnion hie allgemeine Elementyrschlil- -pfWjV.eiftneführj'-ivordin.,,--In,den«Jahren,ll'91'4 bis-40t5- erfaßten die Elementar-.und.'Mittel-, -schulen im.znri.stischen. Rußland.'ftur:48 bis-50 Prozent der- Kinder kchulpflichtigen- AIters. Zu Doppelmord. In der Slowakei Kascha». In. der Nacht, auf Montag wurde in der Gemeinde Kasov bei Trcbiöov in der Ostslowakei ein Doppelmord verübt. Bisher nnbq- kanntc Täter drangen in ein Hcgerhäus ein-und ermordeten den Heger Nyeri sowie-dessen Ehefrau. Die Ermittlungen wurden einge- leitct. enormer Euitvicklung ist in der Sowjetunion, iu den letzten Jahren das HochschulbildungStvesen gelangt. Im Jahre 1913 studierte» 191.000 Personen an Hochschulen,' im Jahre 1935 bereits 522.000. Im Läuse dieses Jahres habest 281.000 Personen Hochschulbildung erhalten.'. Die Zähl der Studentinnen machte im Jähre 1935 38 Pro» zeit der Gesamtzahl der Studierenden äüs. Die überwältigende Mehrzahl der Studenten bezieht staatliche Stipendien. Im Jahre 1935' wurden an Stipendien für Studenten der Hochschulen, Är:- bcitcrsakultätcn und Techniken 1.788,000D00 Rubel anfgetvcndet, während im Jahre 1981 für diesen Zweck 482,000.000 Rubel verausgabt wurden. Auch fachlich-technische- Mittelschulen sind in der Sowjetunion weit verbreitet^' Im Jahre 1980 bcsnchten nicht mehr als-8271000 Personen Techniken, im Jahre 1985' hat'sich diese Ziffer bis auf. 705.000 erhöht, wovon 44,1 Prozent auf Frauen entfallen. In den letzten fünf Jahren haben 598.000 Personen Techniken absolviert. In den Fabrikschulen sind in den letzten zwei Jahren 930.000- Personen zu qualifizierten Arbeitern ausgebildet worden.-.'" Die ersten Taxis für Addis Abeba. Dieser Tage sand, auf dem großen Platz vor der St.»Pe- tcrS-Kirchc die feierliche Aufnahme, von hundert funkelnagelneuen Taxilvagcn statt. Alsbald kamen hohe kirchliche Würdenträger aus dem Ba- tikangcbäüde und segneten die Wagen und die Chauffeure. ES handelt sich um Taxis, dje von Neapel ans nach Abessinien gebrächt werden. 70 Wagen kommen nach Addis Abeba, 80 nach AS- mara. Ob die Taxis freilich auf den- Straßen der abessinischen Städte werden fahren können, ohne daß die Insassen einen« beträchtlichen Risiko ausgesetzt tverden, ist eine zweite Frage. Leichenfund. Am Montag wurden im Wald« von Modkäny(beiPrag) Direktor Fr. Kratoch- v t l aus Modkany und die Beamtin Anita Car- dovst erschossen äusgefnnden. Der DistriktSqrzt konstatierte den Tod und ließ beide Lejchcy in die Leichenhalle von Modkany schaffen. Unter dem Einfluß andauernder Sonnenstrahlung und der Zufuhr warmer Luft vom Süden erreichten die Temperaturen Montag nachmittags in den Niederungen Mittel- und SüdsEuMas 28 bi» 82 Grad: Die warme Luft ist'auch Wester gegen Norden vorgedrüngcn. So meldeten z. B. um.14 Uhr die Stationen in Nord-Skandinavien bi» jens eits des Polarkreises Temperaturen vön 17 Grad. Die schöne Witterung wird bei uns voraussichtlich andauern. ES ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß sich in Böhmen lokale Gewitter ans den Resten der zerfallenden- Störung' über Sachsen ausbilden. Vom Rundfunk ckmpfehleaomerte« mm den Prograauueni Mittwoch Prag, 7: Schrautmelkonzert, 10,15: Rundfunk für deutsche Schulen niederer Stufen, 11: Populäre» Konzert, 12.10: Tauzmusjk, 18.40: Deutscher Arbeitsmarkt,-18.10: Deutsche Sendung: Dr-, Mou-bä: Neue Bücher, 18.20: A r b e i ter sen'bu.ng: Dr. EmilFrau'zel,:Der Donaur ä um—-e4 ne e.u r o pä.i.schc'S chi cksa ls.f rage, 18^ü:So» zialinformationcn, 18.45: Deutsche Presse.: 22.15; Liederkonzcrt..—. Brünn, 12.85:.MittagSkonzert, 17.40:''Deutsche Sendung:'^Der.'sch'w.är-z e Geiger", Ruudsunlspiel-18.80:,Solo am Kontra- baß, 21.10: italienische undispanische Volkslieder.-— Prrßburg, 19.20: Blechorchestcrkonzert.'?— Kaschäu, 12.05: Geigenkonzert. I6.lv: Rundfunkorchesterkonzert, 18.15:">lütensolo.— Mähr.-Ostra«, 18: Unterhaltungsmusik, 20.15: Rundfunkorchestek- konzert.' DlenStag, 22. September 1986 Eine Abenteuerin erzHhlt... Gräfin Taylor ToiraS, eine in Parilebende katalanische Aristokratin, hat sich seit langem durch ihre tollen Einfälle innerhalb der Pariser Gesellschaft einen klangvollen Namen geschaffen. AIS sie bor einigen Jahren auf die ausgefallene Idee kam, ein junges Tigerweibchen wie einen Hund an der Leine durch das Bois de Bou» logne und, über die Ehamps Elystts zu führen, sprach ganz Paris wochenlang nur von der ebenso sensation-hungrigen wie schönen und begehrenswerten jungen Frau. Dann folgte die Ankündigung eines KanalschwimmrekordversücheS," dem etwas später die Ankündigung".einer Atlantik» UeberqueruNg im Motorboot folgte. ES blieb zwar in beidtfl.Fallen bei der Ankündigung, aber— die Journalisten und Photographen hatten Stoff, die" Gesellschaft Mach" davon, Und das genügte. Dann, jedoch verschwand der Name Taylor ToiraS für lange Monate- vom Repertoire des Pariser Tagesgespräches. Die exzentrische Kata» lonierin hatte/dir Seinestadt verlqssenuudwar rasch vergesstti. Jur ein kleiner Kreis kannte ihr Geheimnis,, Üon dem"esnigeS durchsickertei ohne jedoch in der"durch die vorangegangenen Bluffs enttäuschten Gesellschaft sonderliches Aussehen zu erregen oder auch nstr"Glauben zu finden. Man erzählt-/Grosin jlaylor Toira» habe mit einer Freyndtn^rM etnenMnfstelligen Betrag gewettet, si- werde alsein und vollkommen ünhtwaffnet die -entlegensten üich gefährlichsten Stellen, der Welt . aufspchen.' Jetzt ist die abenteuerliche Fra» wieder in Paris. Sie hat nicht nur" ihre Wette glänzend gewonnen, sondern selbst ihre eigenen verwegensten Erwartungen übertroffen. Sie war in Ostasien, auf den Sunda-Jnseln und in der Südsee. Sie hat nicht nur die Dschungeln durchstreift und in den Hütten dajakischer Kopfjäger übernachtet, sondern ist sogar Herrscherin einer Südseeinsel und Gattin eines polynesischen Sträflings gewesen. Aber sie hat sich, wie sie sagt,„während dieser ganzen Zeit ohne Schaden für Leib und Seele durch alle Gefahren durchgeschlagen", was man natürlich galanterweise nicht bezweifeln darf, und die reiche photographische Ausbeute ihrer Reise beweist die Wahrheit ihrer, sensationellen Erzählung. „Die Dampferfahrt bis Madras war natürlich ein Kinderspiel", erzählt sie lachend.„Aber dann begannen die Schwierigkeiten. Die Fahrt im Auto- quer durch Indien, bis Kalkutta, war allerdings nicht sonderlich aufregend. Die lan-d» läuftge Vorstellung, di« man sich hier von diesem Lande macht, ist längst nicht mehr zutreffend. Die großen Autostraßen, die es heute durchzie« hen, sind gepflegter und gefahrloser als in vielen Gebieten Europas, di« Dschungeln haben viel von ihren. Geheimnissen verloren, seit die Engländer luftige- Sommtr-BungalotvS hineingebaut haben, und die Maharadschas von heute lassen ihre Un» tertanen nicht mehr-nach Lust und Laune"köpfen und bringen den Göttern des Beda-Himmels auch keine Menschenopfer mehr dar, sondern tanzen" Foxtrot, hören Radios spielen Golf und studieren Nationalökonomie oder Technik,. „Aber 200 Kilometer östlich von Kalkutta, -in Tipperah, ist man Mitten im unverfälschten Asien. Dort werden die Tiger noch Mit Pfeil und Lanze gejagt, unddort gibt er auch noch FoghiS, Shiwa-Kult"Mit seltsamen Mysterien und unbe511,. 221 Seite 6 Roman um elnen Roman. Im Fremdenviertel Roms stand ein abgerissen aussehender Italiener und bot. den Vorübergehenden ein Buch zufn^Kauf an, für dar er 29 Lire forderte. In dem Augenblick, als- ein Fremder in dem Buche blätterte.und Willens schien, es zu kaufen, kgm «in Polizeibeamter hinzu, verhaftete den Italiener wegen verbotenen Handels und nahm ihn und das Büch mit auf die Wache. Dort blätterte der Kommissar seinerseits in dem Buch, das in französt» scher Sprache geschrieben war, und da er ein tvenig Französisch verstand, so diktierte er dem„fliegenden" Händler einen Zusatzarrest von acht Tagen, weil das Buch einen moralisch anstößigen Inhalt habe. Auf die Frage, wo er das Buch gestohlen habe, gab der Händler keine Antwort, und der Kommissar entschloß sich, bei der Staatsbibliothek anzufragen, da es sich, wie er fcststellte, um ein sehr altes Exemplar handelte. Auf der Staatsbibliothek wurde dann sehr leicht ermittelt, daß es -sich um eine besonders seltene Ausgabe eines Roman- von Restif de la Brstonne ans dem Jahr: 1778 handelte, das erst vor kurzem aus der internationalen" Buchausstellung von Livorno ausgestellt war und dessen Wert mehrere Millionen Lire beträgt. Die Besitzer des Buche» sind die Erben des italienischen Dramatikers Dario Nicodemi, der das Buch seinerzeit in einem Antiquitätenladen entdeckte und für nicht mehr Lire erwarb, als cs der Häirdlcr jetzt wieder verlaufen wollte. Dar Buch wurde schleunigst den Erben wieder zugcstellt, die— und das ist der letzte Knalleffekt in dieser Geschichte— den Diebstahl überhaupt gar nicht bemerkt hatten. Die spanischen Wirren alS Diebestrick. In mehreren Fällen sind leichtgläubige Leute auf einen neuen— in der Methode uralten— Diebestrick hereingesallen, zu dem der spanische Bürgerkrieg Beranlassung gegeben hat.. Ein gut angezogener Herr, der angeblich nur spanisch spricht, bietet im Londoner Hydepark oder im Regentpark Borübergehenden Juwelen an. Da er sich nicht verständigen kann, findet sich regelmäßig ein anderer, der als Dolmetscher fungiert. Dieser läßt sich in,schönstem Spanisch eine aufregend-sentimentale Geschichte erzählen, die er dannübersetzt: der Herr wäre vor den Wirren geflohen: es sei ihm. gelungen, Familienschmuck mitzunehmen (oder, auch: er habe Gelegenheit gehabt, Kirchenjuwelen zu retten, bevor die„Roten" die Kirche niedergebrannt hätten), aber Nun sei er allein und mittellos in London. Fast immer finden sich Interessenten, um die, Juwelen für 100 bis 200 Hfund zu kaufen, die daS Zehnfache wert sein sollen. Der Herr dankt gerührt mit spanischem Wortschwall, der„Dolmetscher" begleitet ihn angeblich inS Hotel(und teilt hinter der nächsten Ecke die Beute). Die Käufer aber erfahren beim nächsten Juwelier, daß sie völlig wertlose Imitationen erworben haben. Rekordpreise für Fensterplätze.-In London beginnt"setzt schon der Run der Fremden und der Snobs auf jene Wohnungen und Zimmer', von deren Fenster aus man am bequemsten dem Krö- nungSzuge Eduards des Achten im Mai 1987 zusehen kann. Die Preise, die bereits heute geboten und gefördert werden, sind geradezu phantastisch. ES gibt Zimmervermieter, die für die Benutzung eines einzigen Fensters rund 100 Pfund verlangen. Ein großes Gebäude an der Marble Arch ist bereits völlig vermietet für eine Gesellschaft von 400 Besuchern aus.Australien, die für einen vierzehntägigen Aufenthalt eine märchenhafte Summe bezahlen muß. Die beiden Krankenhäuser Westminster und St. George wollen einen Teil jener Zimmer, die auf die Straße gehen, ebenfalls an Fremde vermieten. In der Nähe von - der Westminster Abbey ist dieser Tage eine Woh« - nung an- Amerikaner vermietet worden, die für die Benutzung— es handelt sich um acht Tage — nicht weniger als 800 Pfund bezahlen. Der Rückgang des Fleischkonsums In den ersten 6 Monaten gegenüber idem Vorjahr um 5 Prozent Fettverbrauch gröBer— Niedrige Durchschhlttsslffem,. - Die eben veröffentlichten Ausweise Über die" Erzeugung und den Verbrauch von Fleisch und Fett im, Juli dieses JahreS, bzw. in den Monaten Jänner bis Juli bezeugen zwar eine geringfügige Zunahme des Konsums im Juli gegenüber dem Juni 1986 und In. einzelnen Sorten auch gegenüber dem Juli 1986, ergeben, aber trotzdem'ein ungünstiges Bild, da der Konsum in den ersten sieben Jahresmonaten hinter derselben Zeit des Vorjahres wesentlich— um 6 Prozent—zurückgeblieben ist. und man mit Gewißheit ännehmen kann, daß die seither eingesetzte Teuerung'diese Ernährungsbilanz weiter verschlechtert hat. Die Beteiligung, bzw. Nicht« bekeiligüna der einzelnen Bevölkerungsschichten am Fleisch- ünd Fettverbrauch kann überdies statistisch in dieser Weise nicht ersaßt werden, doch lassen die vorliegenden Ziffern keinen andern Schluß zu, als daß sich die Lebenshaltung der breiten.Schichten dec Äckeiter und Angestellten im Durchschnitt verschlechtert hat. Dec Konsum von Rindfleisch ist im Juli im Vergleich zum Juni 1986 fast glcichgeblieben, gegenüber dem Vorjahr aber stark gesunken— um 17 Prozent. Hingegen ist der Verbrauch an Schweinefleisch seit dem Vorjahr rund 7 Prozent gestiegen, gegenüber dem heurigen Juni gleichgeblieben. Stärker ist der Anstieg bei Schweinefett und Speck— gegenüber Juli 1985 rund 62 Prozent. Entscheidend ist aber die Tatsache, daß der Konsum, auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet, erschrecken niedrig bleibt— bei Fleisch aller Sorten. 1.94 Kilogramm im Juli(2.10 Kilogramm im Vorjahr) ,bei Fett 0.41 Kilogramm gegenüber 0.31 Kilogramm im Vorjahr. " Es betrug sm Juli der Gesamt« und Durch» schnittsverbraüch an Fleisch: und Fett im ganzen Staat: g» S» •b’5 E'g' »" a ■O,-*>- K Ti S § s A 5■§ 5 n® 4 kg q kg Rindfleisch 185.298 0.80 168.086 1.08 RindStalg , 9.237 0.06 11.686 0.08 Schweinefleisch 120.889 080 118.119 0.75 Schweinefett u. Speck 52.616-0.85 84.472 0.28 Sonstiger Fleisch 88.119 0.25 41.726 0.27 Sonstige Fette 148 f>.00 155 0.00 Fleisch zusammen 294.806 1.04 817.981 2.10 Jette zusammen 62.001 0.41 46.818 0.81 In den ersten sieben Monaten betrug der Gesamt- und Durchschnittsverbrauch: M» g c 'm§ S c ,a*a “I c Vi «e s 'L§ •g-jf 5 w we? §'S e? e? q kg q kg Rindfleisch 938.894 6.15 998.096 5.58 Rindstalg 66.100 0.44 71.208 0.48 Schweinefleisch 1,102.880 7.28 1,-146.566 7.60 Schweinefett u. Speck 481.670 2.86 850.812 2.82 Sonstiger Fleisch 282.282 1.86 804.884 2.00 Sonstige Fette 1.291 0.00 1.119 0.00 Fleisch zusamm. 2,818.506 15.29 2,448.996 16.18 Fette zusammen 499.061 8.80 422.684 2.80 Die Forderungen der Bediensteten des Materlaidienstes der Staatsbahnen Die Gewerkschaften der Eisenbahner veranstalteten am 20. September im großen Radiosaal in Prag«ine große Kundgebung aller Bedienstetenkategorien des Materialdienstes bei den Staatsbahnen. Es referierten für den Verband der Eisenbahner Ee« h- Prag, der gleichzeitig die deutsche sozialdemokratische Partei vertrat, ferner Plot(Unie), Sivera(Jednota) und No» wäk(S. S. U. Z.). Die Referenten sowie-zähl«'" reiche Debattenredner behandelten die bisher unerledigten Forderungen der Bediensteten, welche die Reorganisierung des gesamten Materialmaga» zienSdienstes beim" Unternehmen der Staatsbah- ntn, die dringend Notwendige Systemisierung der Dienstposten bei den Materialmagazinen nach deren Lostrennung von den Werkstätten, die Erhöhung der Belegschaft dieser neuen Dienststellen betreffen: sie besprachen ferner die Minderwertigkeit.der technischen Einrichtungen und die Organisation der Manipulation, welche den Grundsätzen einer kaufmännischen Führung nicht im geringsten entsprechen. Daß di« Eisenbahnverwaltung die Forderungen nicht als unbegründet ansieht, scheint der Umstand zu bezeugen, daß Vertreter des Eisenbahnministeriums und der Staatsbahndirektionen Prag, Pilsen und Königgrätz anwesend waren. Deputattonen der veranstaltenden Verbände werden auch nochmals beim Eisenbahn« und Finanz ministerium vorsprechen und die Erfüllung der Forderungen urgieren. Arbeitskümpfe Im August Im August gab es in 160(im Juli 155) Betrieben 36(51) Streiks. In den betroffenen Betrieben waren 7860(9118) Arbeitnehmer, von denen 6781(6911) streikten und 208(448) infolge Streiks feierten. Insgesamt betrug der Verlust an Arbeitszeit bei den Streiks 99.750(61.487) Ar. fett a.jp«-.lu,»itz der L o.hm-eü t- g a n g 2,169,080,'(.1-261.606) llö... Die größt«. Zahl van versäumten Arbeitstagen>var in der Metallindustrie(40.214 bei drei Streiks), in der Textilindustrie(27.550— 2), in der Holzindustrie(14.353— 9) und in der Steinindustrie(11.086— 8). Bei 17 Streiks wurde eine Lohnerhöhung (61.683) verlangt, bei fünf Streiks betrafen die Lohnforderungen den Kollektivvertrag(1757), bei vier waren sonstige Lohnforderungen (80.409), bei drei wurde di« Nichtentlassung von Arbeitnehmern verlangt(1882), eine Forderung betraf die Aenderung des Arbeitssystems(121) und bei sechs Streiks ist die Forderung bisher nicht, bekannt. DaS Ergebnis war für die Arbeitnehmer in fünf Fällen ein voller Erfolg(1842), in 16 Fällen ein Teilerfolg(63.978), in fünf Fällen ein Mißerfolg(2728). In zehn Fällen ist daS Ergebnis noch nicht bekannt(27.804). Der Fremdenverkehr erreicht« im August den Höhepunkt der diesjährigen Saison. Im,Vergleich mit den-Jahren 1986 uud l984 erhöht sich d«r"Reiseverkehr der Aus«" länder zu-unS um 16% und 84%, derllteisever- kehr unserer Staatsbürger ins Ausland um 24% und 70%. f In der Zeit von Jänner bis August kamen 1,347.100 Ausländer zu uns und 1,042.700 Tschechoslowaken reiste» ins Ausland. Das ist eine Erhöhung des Reiseverkehres im Vergleich mit der gleichen Zeit des Vorjahres bei den Ausländern um 14% und bei unseren Staatsbürgern nm 21%. Im Vergleich mit August 1035(1934) hat sich Heuer die Aufenthaltsdauer der Ausländer bei uns um ungefähr 7%(10%) verkürzt, Ivährend der Aufenthalt unserer Staatsbürger im Ausland mehr als zloeimal(mehr als viermal) größer ist. Die Zeit von Jänner bis August weist ein« Aufenthaltsdauer der Ausländer in der Tschechoslowakei von 4,210.700 Tagen und der Tschechoslowakei im AuSlandc von 3,130.000 Tagen aus. Agrariereinfluß in der Industrie . Die Agrarier schieben ihren Einfluß in der tschechoslowakischen Industrie planmäßig immer weiter vor. Sie begnügen sich nicht damit, daß sie in den sogenannten agrarischen Industriezweigen, wie der Zucker- und der Spiritusindustrie, den ausschließlichen Einfluß besitzen, sondern ihr Bestreben ist, auch in anderen Industrie» führend beteiligt zu sein. Die Agrarbank hat schon vor längerer Zeit ein größeres Aktienpaket des Auffiger Ehemietrusts erworben. Gegenwärtig laufen neue Verhandlungen zwischen der Zivnobank und der Agrarbank mit dem Ziel, dein letztgenannten Finanzinstitnt ein zweites größeres Aktienpaket des Auffiger Chcinietriists zu überlassen. ES braucht nicht daran gezweifelt zu werden, daß diese Verhandlungen zu einem für die Agrarbank günstigen Abschluß gebracht werden Europa- Schuhindustrielle gegen Baka. Auf einer in Luxemburg abgehaltenen Tagung von Vertretern der Schuhindustrie in Holland, der Schweiz, Frankreich, Belgien,.Deutschland, Oesterreich, Jugoslawien und Luxemburg wurde die Gründung eines Internationalen "BüroSderSchubwirtschaft mit dem Sih in Zürich beschlossen. Außerdem wurde ein gemeinsames Vorgehen gegen da- Bata-System in den einzelnen angeschlossenen Ländern vereinbart. Dabei wurde mitgeteilt, daß die Bata-Werke einen neuen Plan zu entwickeln begännen, der die höchste Aufmerksamkeit des Gewerbe» verdiene. Nach der Bata- ffchen Hauszeitschrift^viste.he dieser^.Plan. darin,, große Lastwagen zu fahrbaren' Reparaturwerk« stätten umzubauen, die, mit je sechs Schuhmachern beseht, namentlich. auf dem Lande Schuhreparaturen im Umherziehen vornehmen sollen. Ungarischer Außenhandel. Die ungarische Einfuhr im August erreichte 32.1(i. V. 30.0) Mill. Pcngö, die Ausfuhr 49.7(82.0) Millio- , nen. Die Handelsbilanz schloß infolgedessen nut einem Ausfuhrüberschuß von 17.6(2.0) Mill. Pengö. Seit Jahresbeginn importierte Ungarn für 289.1(284.4) Mill. Pengö und exportierte für 306.9(256.7) Millionen. Das AktivUm stellt sich somit in den ersten acht Monaten aus 17.8(22.3) Millionen. Leichter Rückgang der französischen Arbeitslosigkeit. In der zweiten Septembcrwoche hat sich die französische Arbeitslosigkeit um 1200 Personen auf 411.700 Beschäftigungslose gesenkt. kanntes Urwaldgetier. Aber daß die Menschen „wild" sind, kann man wahrhaftig nicht behaupten, und es ist keine Uebertreibung, wenn ich ihnen erkläre, daß ich in den Hütten ber Hindus und Burmesen, der lächelnden, höflichen Siamesen und primitiven, unzivilisierten MoiS und BahnarS Zentral-JndochinaS, ja sogar der dajakischen Kopfjäger BornxoS ruhiger Und sorgloser geschlafen habe als manchmal in Luxushotel» europäischer Hauptstädte." üDaS wirkliche Abenteuer begann erst, als ich in der Südsee mit Eingeborenen zusammengeriet, die bereits die negativen Segnungen der europäischen Zivilisation von ihrer negativen Seite kennen gelernt hatten. Durch einen Hafenwirt in Brisbane, der mir für sündhaft teure- Geld eine Sensation besonderer Art versprach, lernt« ich «inen Trupp von zwanzig eingeborenen Sträflingen kennen, die au- einem australischen Zuchthaus quSgehrochen Waken. Mit einem gestohlenen Segelboot rettet«: sie sich auf das M«er und gestatteten mir gegen eine hohe Belohnung und daS Versprechen absoluter Verschwiegenheit bis zur Erreichung des Reiseziels, an ihrer Fahrt teilzunehmen. ES waren durchweg- Schwerverbrecher schlimmster Sorte, die mindesten- je einen Mord auf. dem Gewissen hatten, aber trotzdem zeigten sie. sich verträglich und gefällig wie Kavaliere eine- Pariser Salon-.'Der Führer de- Trupp», Bana, war Koch des Zuchthaus«- und vorher Häuptling der Hebriden-Insel Ambrym gewesen usip hatte dort einen seiner Untertanen erschla- geN, der sich weigerte," seine Frau mit ihm zu tauschen.^ D,?r..englisch«. Richter, verurteilte ihn daraufhin zu vier Jahren Zivang-arüeit, wovon er ,die Hälfte, bereits verbüßt hatte. Dieser Bana wurde eine» Nacht» mein Lebensretter. Einer der Sträflinge, ein Eingeborener der Salomons-Jn- seln namens Gham, versuchte mich zu überfallen, und wahrscheinlich wäre es mir dabei recht übel ergangen, wenn nicht im kritischen Augenblick Bana erschienen wäre und ihn mit seinem Dolchmesser erledigt hätte. Um nicht die ganze Bande auf den Hals zu bekommen, sprangen wir mit- ten in der Nacht über Bord Und erreichten schwimmend-die glücklicherweise- nicht"weit entfernte kleine Insel Huon, nordwestlich von Neukaledonien. Von dort brachten uns Eingeborene in einer Piroge nach Ambrym, wo Banas StammeSge». »offen ihren allen Häuptling, den sie begnadigt glaubten, stürmisch begrüßten. Vana wär reich; er besaß eine Menge Perlen, deren Versteck nur er selbst kannte, und er versprach mir diesen Schatz, wenn ich eiMvilligen würde, ihn- zu heiraten. Um-Zeit zu gewinnen,-sagte ich zu und ein Engländer, der seit mehreren Jahren auf der Insel wohnt, vollzog die Trauung. Während aber Bana nach der Zeremonie verschwand, um die Perlen zu holen, kaperte ich unbemerkt eine Piroge- fuhr allein aufs Meer hinaus ünd kam nach 18stündiger Irrfahrt glücklich nach N,Der unsichtbare Mensch", in denen er technische Erfindungen darstellte, die zum Teil später tatsächlich gemacht wurden. In einer langen Reihe von naturwissenschaftlichen und utopischen Romanen, unter denen„Der Traum" der bekannteste ist, hat Wells versucht, die Zukunft der Menschheit zu beschreiben, die der Siebzigjährige jetzt auch zum Thema eines von ihm selbst skizzierten Films„Die kommenden Dinge" gemacht hat. H. G. Wells, von dessen Werken noch die Romane„Die Ehe" und„Die Welt des William Cliffold" genannt seien, hat sich oft zum Sprecher einer Politik des sozialen Fortschritts und des Weltfriedens gemacht. Er propagiert die Idee einer„offenen Verschwörung" aller geistigen Menschen gegen den Ungeist der Reaktion und besonders des Faschismus. Carola Reher in Moskau verhaftet? Der Verhaftungswelle in der USSR soll nach einer noch unbestätigten Meldung auch die international bekannte Schauspielerin Carola Reher zum Opfer gefallen sein: die 1988 aus dem Dritten Reich nach Prag flüchtete und von dort nach Moskau ging, um einen russischen Inge n i cur zu heiraten. Deutschland bürgerte sie seinerzeit aus, obwohl sie inzwischen durch ihre Ehe die SowjetstaatSange- horigkett erlangt hatte. Spielplnn des Reuen Deutsche» Theaters. Dienstag, halb 8 Uhr abends: Fra Diabolo, A 2,— Mittwoch halb 8: Der Arzr am S ch e i d e w e g e, B 1.— Donnerstag halb 8 Uhr: Die Katze lässt das Mausen nicht, Erstausführung, C 2.— Freitag halb 8: Giuditta. Gastspiel Jarmila KSirovä, Abonnement aufgehoben.— Samstag halb 8: G a b h, Dl.— Sonntag 7: F au st I. und II. Teil, Al.— Spiel plan der Kleine«, Bühne. Herste, Dienstag, halb 8: Baumeister S o lm e ss, neuinszeniert.— Mittwoch 8: Mein- S oh n, der M i n i st, e r, Bankbeamte II und freier Verkauf, — Donnerstag 8 Uhr: BaumeisterS ol» ess, Freitag 8 Uhr: M e i n S o h n— d er Minister?— Samstag 8^1: E i n'e F r a u ohne Bedeutung.—Sonntag 8: Salzburg ausverkauft, volkstümliche Vorstellung. Deutsche B-lkSsinggemeinde Prag. Nach der üblichen Sommerpause neh-' men wir.unsere Tätigkeit wieder auf. Wi» beginnen am D i e n S t a g, dem 22. September. Probelokal„Ty- pografickä bcseda", Prag II., SmeL» ky 27, 5. Stock. Beginn: Frauenchor 7 Uhr, gemischter Chor 8 Uhr. Falkenfahrt am 27. und 28. September zur- Natursreundchütte im Ärdhwald. Leitung: Dir Genossinnen Paul und Fleischer. Kosten /(Fahrt und Getränke) etwa 10 Kü.(Proviant mitnehmen!) Einzelheiten im'Falkenhelm, SamStag, den 26. September,! um 4 Uhr.''' Freitag, den 25. September, im netzen Parteiheim, Smeiky 22, Frähz-Grundmäiin-Abend Wer die.Schriften dieses'sudetetzdeutschen ArbeiterdichterS kennt, wird bestimmt gern zu diesem Abend kommen? wer sie noch nicht kennt, soll diese Gelegenheit nicht ungenützt lassen!, Einleitende Worte: Genosse Ernst Pa.ul; vorlesen wird Genosse Mar Hoffmann. Beginn 20 Uhr. Gäste willkommen I Prag. Im großen Sitzungssaal des Alt- siädter Rathauses' sand Montag eine Enquete gegen die Teuerung statt, an der Vertreter der Ministerien für Landlvirtschaft, für soziale Fürsorge, für öffentliche Arbeiten und des Annern, der Landesbehörde, des Magistrats der Hauptstadt Prag, der tschechoslowakischen GetverkschaftS- vereinigung, der Prager Handels- und Gewerbekammer, von Mitgliedern des Sfadtrates, weiters Vertretern aus Handels-, Gewerbe- und Konsumentenkreisen ustv. teilnahmen. Die Enquete eröffnete der Primator-Stellvertreter P. Tylinel und das Referat' erstattete die Vorsitzende der Preiskommission Frau Kub'ikkovck. In der Debatte sprach eine Reihe von Rednern und die Enquete gelangte auf Grund der vorgelegten Daten zu der Ueberzeugung, dah der B i e h auftrieb auf dem Prager Schlachthof u n g e n litt e n d ist und dah der Mangel der Marktbe- schickuNg der Spekulation die Möglichkeit gibt, in unverhältnismähiger Weise die Preise für den Kleinlonsum zu erhöhen. Die Enquete verlangt daher, dah für vorübergehende Zeit— bevor es möglich sein wird, den Markt mit einer hinreichenden Menge von Vieh heimischen Ursprungs zu beschicken— die Regierung die notwendige Einfuhr jungen Rind- und Borstenviehs aus dem Auslande gestattet. Am Zusammenhang damit verlangt die Enquete eine Neuregelung und Herabsetzung der DFB-Jubiläumsfeier mit Grenadiermarsch k Der Deutsche Fuhball-Berband der, Tschechoslowakei hielt in Gablonz eine Jubiläumstagung ab. Von den verschiedenen Ansprachen wäre zu erwähnen. dass der Vorsitzende der CsAF, Prof. Pelikan: davon erzählte, dass der Sport nicht nur ein wertvolles Instrument der Völkerverständigung bilde, sondern dah er auch zur Ritterlichkeit und Freiheit(I) erziehe. Aus dem Hitler-Reich waren gar zwei Offizielle herbeigeeilt, von denen einer namens Koch das Seme i n s a m e(1) des DFV mit— Deutschland hervorhob. Die ganze Jubiläums-Stimmung wurde aber ein bisschen durch das.Auftreten" von Jugendlichen des DFV»gestört", was eine besondere Illustration der.Jugenderziehung" in diesem Verbände darstellt. Abgeschlossen loiirde diese Feier mit, einem Grenadiermarsch— welcher von unseren»Loyalen" mit wahrscheinlich freudigen Augen, und Herzen stehend angehört wurde. Das „Gemeinsqme" des WB mit— Deutschland sann darin neuen Ausklang... DFB-Team gegen Sachsen 1:0(0:0). Anlässlich der Jubiläumsfeier des DFV fand in Gablonz das Rückspiel des DFB gegen Sachsen statt, das mit obigem knappen Erfolg der DFV-Äertretung endete. Obwohl die Mannschaft des DFV die erste Garnitur darstellte, hatten die Sachsen nur ein zweitklas- s i g e S Team geschickt. Die Organisation dieser Veranstaltung war äusserst kläglich und die Zuschauer ein eigenes Kapitel, über das wir air anderer Stelle berichten. Sonstige Fuhballergebnisse. Saaz:'DTP gegen SpVg Bodenbach 4:1'(4:0).— B.- Bud- Wei s: DFC gegen Viktoria 4:1(2:0).— Aus- sig: DFK gegen DFK Nestowitz 12:0.— Tep- I i tz: TFK gegen SC Dresden 1:0(0:0); am Vortag in Dresden 2:6.— Wien: Austria gegen Rapid 1:1(0:0), Admira gegen Sportklub.8:0, Wacker gegen Liberias 8:1, Hakoah gegen Flor. AC 8:8 (?:!),. Fav. AC. gegen FC Wiest 3:1, Vienna gegen .Postsport 2:1.— Budavest: Budafok gegen Hun- garia 110. FertnevaroS gegen PhöbuS 2:0, Ujpest gegen KiSpest 8:1.— Oslo: Norwegen gegen Dänemark 8:8(2:1). Die leichtathletischen Meisterschaften für' Böhmen wurden in Prag durchgesührt und in der Gesamtklassifikation bei den Männern von Sparta Prag, bei den Frauen von BS Prag gewonnen. Verschiedene Klubs— u. a. Slavia Prag, sowie auch deutsche Vereine— konnten nicht antreten, weil sie wegen Beitragsschulden gesperrt worden waren. Die Ergebnisse in den einzelnen Disziplinen waren nur schwacher Durchschnitt.— Auch die mährischen Meisterschaften, die In Brünn ausgetragen wurden, boten keine überragenden Leistungen. DaS Motorrad-Flachbahnrennen im Prager Masartlk-Stadion wurde von rund 60.000 Personen. verfolgte In der Klasse 250 bis 850 cem gewann der reichSdeuische Fahrer Gunzenhauser; die der 500 cem der Tschechoslowake Juhan; bei den Junioren I Maöin(Tsch.), das Trostrennen fiel an den Holländer Houtop und im Beiwagenrennen blieb der Wiener Medwenitsch erfolgreich. V. Atus-Krels— Fußball Samstag, den 19. d. M., tagte in Aussig die Kreisexekutive; der Protest Wohontsch wurde abgelehnt. Die schriftliche Begründung erfolgt demnächst. Weiter wird allen BezirkSspielleitern qur Kenntnis gebracht, dass, die Herbstserie mit dem 4. Oktober beginnt. Sie gelangt bezirksweise zur Austragung, dir Spielleiter haben die Einteilung selbst zu treffen. Das Strafmandat wird den Bezirken zuerkannt und diese sind verpflichtet, wie früher, sämtliche Proteste zu erledigen. Die erst» llassigen Vereine des Bezirkes VI werden dem I. Bezirk zügeteilt und die der VII. Bezirkes dem II. Bezirk. Rach Möglichkeit soll nur in einer Gruppe gespielt werden. Die Bezirke werden darauf aufmerksam gemacht, dass die Serieneinteilung sofort der Kreisleitung zu übermitteln ist, um einheitliche Verzeichnisse anlegen zu können. Die Voranzeigen und Spielergebnisse sind in der jeweiligen Ortspreffe einzuschalten. Vereine, die nicht antreten oder ihrer Pflicht sich nicht bewusst sind, werden sofort aus der Meisterschaft ausgeschlossen. Diejenigen Bezirke, die nicht, wie es vom Kreis beschlossen wurde, pünktlich mit der Meisterschaft beginnen, scheiden aus der Meisterschaft aus. Die Kreisspielleitung. durch den Wohllaut und Schmelz seiner Tenors, dessen natürliche Qualitäten an Piccaver und Tauber erinnern und es wird wieder deutlich, dass dieser begnadete Sänger den Marschallstab für die Odern» bühne im Tornister hat. Anny Coty ist im Gesang-' lichen wie im Darstellerischen eine sympathische und überzeugende Gaby, Dudek setzt die LachmuSkeln nicht nur jenseits der Rampe in Bewegung, Volker verleiht einer Charge das Setvicht feines ausgezeichneten Menschendarstellungsvermögens, Schipper und Ruth K u t h a n absolvieren sehr hübsch eine Art Spieluhr-Duett. Herbert Popper am Pult suchte aus der Parsttur überall dort, wo Komposition und Instrumentation sich nicht jedem solchen Bemühen widersetzten, dar Dinglichste herauSzuholen. Tas gutbesuchte Haus zeigte sich sehr beifallsfreudig. L. G. Henddssuat peinliche Falzen eines galanten Abenteuers • Prag,(rb.) Ein gewisser Herr, feiner Zeichens Ingenieur, machte seinerzeit im August 1984 im Kaffeehaus die Bekanntschaft einer jungen schicken Dame, mit der er sich ausgezeichnet unterhielt, so vortrefflich, dass die angejponnene Bekanntschaft im Hotel endete. Damit war für ihn das nette Abenteuer einstweilen erledigt. Aber nur einstweilen. Denn einige Monate später wurde der besagte Ingenieur in einer Grahenpassage von einer jungen Frau angehalten, in der er die Partnerin jenes bereits halbvergessenen Abenteuers erkannte.. Es war für ihn kein freudiges Wiedersehen, denn die Augen- blicksgeliebte von damals erklärte ihm mit energischen Worten, sie sei von ihm in anderen Umständen und erwarte, dqss er seine Pfsjcht tun werde. Und qls kt sich gegen die iht» zugemutete Vaterschaft verwahrte, liess sie seine Adresse und Personalien durch den nächsten Wachmann sicherstellen. Tatsächlich kam einige Wochen darauf(im Frühling 1985) ein Kind zur Welt und gegen den Ingenieur wurde eine Paternitäts- und Alimentenklage anhängig gemacht. Die Kin» deSmutter bezeichnete unter Eid den Ingenieur als Vater des Kindes und beschwor ferner, in der kritischen Zeit mit keinem andern Mann intime Beziehungen unterhallen zu haben. Als der behauptete Kindervater geltend machte, dass jene Begegnung nicht mehr in die 800tägige Frist vor der Niederkunst falle, die das Gesetz für die Annahme einer Vaterschaft statuiert, erklärte sie, eS sei später noch zu weiteren intimen Zusammenkünften gekommen, was wieder, der angebliche Kindesvater bestritt. /Mit einem Wort— es entwickelte sich der unappetitliche RechtShandel, der mit solchen Prozessen so ost ver- knvpft ist. Schliesslich mobilisierte der Ingenieur eine Detektivkanzlei, die die Klägerin unter Beobachtung nahm und bereits nach kurzer Zeit seststellte, dass ihre vor Gericht beschworenen Behauptungen erfunden waren. ES wurde festgestellt, dass die Klägerin in einer ganzen Reihe, zum Teil recht verrufenen Hotels damals ein häufiger Gast gewesen war— und zwar jedesmal in anderer Herrenbegleitung. Schliesslich gab sie selbst ihr Spiel verloren und gestand, dass die eingebrachte VaterschastSklage jeder Grundlage entbehre. Demzufolge verlor sie nicht nur den angestrengten Prozess, sondern wurde von der Staatsanwaltschaft des Verbrechens der fal- f ch e«Zeugenaussage angeklagt. Gestern hatte sich die 28jährige Juliane Magdalena K n a p vor dem Strafsenat P e r n t zu verantworten. DaS Gericht nahm Rücksicht auf di», schwierige Lage, in der sich die Angeklagte nach der Geburt.ihres Kinder befand und verurteilte sie unter Anwendung des ausserordentlichen MildrrungSrech» teS zu d r e i M o n a t e n K e r k e r, b e d i n g t auf drei Jahre. Gaby Neue Operette?m Deutschen Theater. Autoren Jenbach und Wilhelm,„dramatisierten" aus dem Leben Gaby DeSlyr, das Resultat ist mager. Vernarb Grün, der Komponist, macht deutliche Verbeugnngen vor Smetana, Johann Strauss, vor der Melodie und dem Rhythmus des slowakischen Volkslieder und-tanzer; die eigenen Einfälle lassen sich nicht mit Sicherheit feststellen. Aber im Lyrischen ist jedenfalls manches recht reizvoll und sangbar geraten. Ein paar ausgezeichnete solifsifche Leistungen führen die Anspruchslosigkeit(die den in diesem Falle seltsamen.Mut. zu-„tragischem" Ausgang auftveist) zu schönem Erfolg. Vor allem entzückt Herr P r e g e r Bezugsbedingungen: Bet Zustellung ins Hau» oder bet Bezug durch di. Poft monatlich Xi 18.—, vierteljährig KJ 48.—, hall-jährig Kö 96.—. ganzjährig KL 192,—.— Inserate werden taut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.—Rückstellung von Manuskripten erfolgt! nur bet Einsendtzng der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tele- qraphendirektion mit.Erlass.Nr.. 18.8Q0/V11/1980 bewilligt.;— Druckerei:„Orbis", Druck-. Verlag»- und ZeitutzgS-A.-G. Prag, Weitere Ueberraschungen in der Liga Um interessante Spiele herrscht in dieser Ligasaison keine Not, aber dafür an Zuschauern. Die sonntägigen Spiele in P r a g hatten uyter der Konkurrenz de» Motorradrennens sehr zu leiden— 6000 Zuschauer für eine Doppelveranstaltung sind den immer aufnahmöbereiten Kassen der Beteiligten nicht sehr vorteilhaft gewesen. In der Provinz war der Besuch mit der Brünner Ausnahme noch um ein be« deuiendes schwächer. Die Ueberraschung brachte Viktoria Zijskov, welche mit zwei Toren bi» zur Pause in Führung lag. dann aber beide Punkte anSKPilsen mit 2:5(2:0) verlor. Die Zij» kover benahmen sich nach dem Ausgleich sehr rüpelhaft und dass nur einer, von ihnen auSgeschlosseir wurde, war der„Leistung" de» Schiedsrichter» zu danken. Die Pilsener, die vor der Pause keine gute Rolle spielten,, waren nach dem Wechsel durch Um» ftellung in Fahrt gekommen und gewannen.überlegen und. verdient.. Da» zweite Match war.eigentlich nur ei» Bestschiessen der Slavia, diemit-10:9 die Rüsj".Uzhoro d' äbfertigte.. Slavia ist aber nicht gegenüber den letzten Spielen besser geworden; die„fliegenden Lehrer", jedoch auch'nicht.— so dass eS äusser den Toren ein recht langweilige» Gespiele zu. sehen gab.— In B i-l sie n standen sich-diedor» tige Viktoria und CSK Pretzburg gegenüber und trennten sich mit 2:2(1:1).— SK Nachod schlug nach einem Härten Kampf auf eigenem Platze SK Äladno 8:2(2:2).— Spatta besiegte in Brünn die Zidenic e nach einer törlosen Halbzeit mit' 2:0.' Da» Ergebnis verdanken-hie Prager ihrer Verteidigung und Braine.— In Prossnid gewann der SK üssdr die Mor. Slavia.hoch mit 6:1(1:0). Die Divisionsmeisterschaften DFB: DFK Komotau gegen Sportbrüder Schreckenstein 1:2(0:0), Karlsbader FK gegen VfB Teplitz 8:0(2:0), DSK Tesche» gegen DFC Jguru 9:4(2:4), DSV Oderberg gegen'DSV Brünn 5:0(2:0). In der mittelböhmischen Division verloren Bo» hemian» neuerdings, und zwar diesmal gegen Nu- selfky SK mit 0:2, Cechie Karlin gewann gegen Sparta Koöik 8:2 Viktoria Nusle gegen Slavoj VIII 8:1,