16. Jahrgang Freitag, 25. September 1936 Nr. 224 IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN.SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, KARL KERN, PRAG. Einzelpreis 70 Hellet (einschließlich 5 Heller Porto) I Schwenkt Polen um? Wegen Teuerung und Kartelle Ins. Ne fas: Vieheinfuhr bewilligt pro eitccniidi angepackt wird, sowohl für dir Bevöl- kerung der unmittelbar betroffenen Gebiete als auch für den gesamten Staat sicher erfolgreich auswirken. Die nächste Attsschustsibung soll zn einer Zeit abgehalten werden, wo es bereits inöglich sein wird, zn prüfe», w e l ch e n' Er f ol g die von der Negierung getroffenen Maßnahmen in Sachen der Teuerung haben werden. Weiters nahm der Ausschuß noch eine Resolution des tschechischen Genossen N o v l) an, daß eine analoge Kommission auch zum Studium der Preis- und Absahpcobleme des Z u ck e r m a r k- t e s gebildet werde. Namentlich sollen die Mög- lichleiicn eines erhöhten JnlandSabsatzeS geprüft lverdcn. Genf. Wie der. römische Reuter-Korrespondent aus kompetenten Kreisen erfährt, hat Mussolini bezüglich der weiteren Politik Italiens gegenüber dem Völkerbund noch keine Entscheidung getroffen. Die/ italienische Presse widmet dem Beschluß des Völkerbundes bezüglich Abessiniens nur wenig Raum. In Genf ist man überzeugt, daß Italien zwar seine Reserve' verstärken, aber nicht aus dem Völkerbund a»Streten wird. Aus der Tatsache, haß der Negus Genf Donnerstag verlassen wollse,. schließt, man, daß das abessinische Problem für diefe-Tagung erledigt ist.. Prag. Im Ernährungsansschuß, der Donnerstag unter Vorsitz deS Genosse» I a k s ch tagte, erstatteten die beiden zuständige» Ressort- Minister ausführliche ExposöS über alle mit der Teuerung zusammenhängende» Frage», die vom Ausschuß in der Vorwoche behandelt worden sind. ES geht daraus hervor, daß Regierung und Behörde» sich mit der Bekämpfung der Teuerung seit längerer Zeit ernsthaft befassen und daß euch gewisse Porkehrnngen hinsichtlich der Biehein- fuhr, der Kohlcupreisc etc. bereits getroffen worden sind, während z. B. die Frage des Kunst- fettkoutingrntS noch weiter in Schwebe ist. , Innenminister Dr. Ecrntz gab die Versicherung ab, daß fein Ressort alle unbegründeten PrelSauSwüchse nachdrücklich verfolgen werde, während sich Fürsorgeministcr Genosse Jng. R e- L a S mit besonderer Schärfe gegen die Auswüchse der Kartellwirtschaft wendete und für eine Novellierung deS Kartellgesetzes im Sinne einer erweiterten staatlichen Kontrolle eintrat. Bei sedcr Gelegenheit betonte Genosse NeLaS namentlich, daß die Hebung der Kaufkraft der.Bevöllerimg die grundlegende Voraussetzung für eine Besserung der gesamten Wirtschaft ist. e> Subkomitee rar die Notstandsgebiete Vor den Minlstererklärungen entspann sich Noch eine Debatte, in die u. a. Genosse falsch eingrisf.'(Wir kommen auf seine Ausführungen noch zurück.) Der Ausschuß nahm dann eine Resolution deS Genossen Falsch an, die besagt: ■„Der ErnährnnßSaiiSschnst möge beschließen: ES wird«Ine auS Abgeordnete» aller im Ausschüsse vertretenen Parteien gebildete Kommission elpgesetzt mit der Aufgabe, die V e r s o r g n n g S. ■ Probleme der industriellen Not standsgebiete deS Staates zu studieren. Insbesondere wird der Konimission aufgetragen, durch eingehende Erhebmige» festzustellen, auf welche Ursache» daS überhöhte Preisniveau in den industrielle!» Notstandsgebieten zurückzuführcn ist und welche Maßnahmen Im öffentlichen Interesse ergriffen werden sollen, um auch der Bewohnerschaft der industrielle»» Notstandsgebiete eine a n- gemessene Ernährung zu sichern." Hier ergibt sich also für die zu bildende Subkommission reiche Gelegenheit, das Problem der industriellen Notstandsgebiete, die zum Großteil im deutsche n Randgebiet liegen, gründlich— auch an Ort und Stelle— zu studieren und frei von bürokratischen Hemmnissen und nationalistischen Vorurteilen wirklich dort für ausreichende Hilfe zu sorgen, wo sic am nötigsten ist. Diese Arbeit kann und wird sich, wenn sie Minister Jng. Reöas betonte, daß die Bemühungen seines Ressorts sich immer in der Richtung bewegen, daß den breitesten Konsumentenschichten die Gegenstände ihres Bedarfes in ausreichendem Ausmaße und zu! Preise» gesichert werden,.. die. ihrem. Einkommen entspreche»»,.. Das Ministerium hat sich' bemüht, objektive Daten über die Preisentwicklung und die damit zusammenhängende Frage des Äonsums zu erhalten. Er schildert zunächst die Verhältnisse auf dem V i e h n» a r k t, lvu sich seit Beginn des vorigen Jahres ein Preisanstieg bemerkbar macht. Die Ursache liegt in erster Linie in den geringerem Angebot an Rindvieh, vor allem an Vieh minderer Qualität, während bei Onalitätsvieh(Ochsen) das Angebot ungefähr gleichgcbliebcn ist. Ter Viehstand war bei den Landwirten infolge der schlechten Fut- tcrmittclernte der vorhergehenden Jahre start gesun- durch entstehenden»reuen Schwierigkeiten z»r verschweigen. Die Völkerbundversammlung wählte Donnerstag die Vorsitzenden-Stellvertreter. Zu Vizepräsidenten wurden die ersten Delegierten Frankreichs, Englands, Jugoslawiens, Kanadas, Rußlands und auch Italiens getvählt, obwohl die italienische Delegation fehlt. In. der Ersten Kommission entwickelte sich eine Debatte über eine Vermehrung der. Ratssitze, da die chinesische' Delegation eine stärkere Vertretung Asiens verlangte. Auch Oesterreich beschwerte sich über Zurücksetzung. Delbos verlangt Einberufung der Abrüstungskommission " Der'französische Außenminister Avon Telbos gab dem Präsidium, der Völkerbundsversanun- lung bekannt, daß er um die E i n b. c r u f u n g d e S H a u p t a u S f ch,u s s e S der A b- r ü st.»» n g s k o n f e r e n z.ersuchen wolle. kcn und darüber hinaus hat die Preispolitik der Gctrcidcgesellschaft in Futtermitteln für die Landwirte die Viehzucht weniger rentabel gemacht. Heuer haben die Landwirte genug Futter und halten daher mit dem Viehverkauf zurück, um ihre Ställe wieder auszufüllen und günstigere Preise zu, erztdlen. Dementsprechend, sind auch- die- Fleischpreise gestiegen. . Die Statistik weist bis zum Ende des verflossenen Jahres ein unaufhörliches Sinken des Fleischkonsums auf. das auf die Arbeitslosigkeit bzw. die niedrigen Löhne zurückzuführcn ist, welche die breiten Massen zwingen, die billigsten Lebensmittel zu verwenden. Um eine hinreichende Flcischvcrsorgung sicherzustellen und dadurch ungesunde Preisauswüchse zu verhindern, hat die Regierung bereits eine Reihe von Maßnahmen getroffen. Seitens der Regierung ist der Minister zu folgender Erklärung ermächtigt:' „Tie Regierung hat über die Situation ans dem Vieh- und Fleischmarkt sowie ans den Märkten für andere tierische Produkte Beratungen gepflogen und geeignete Maßnahmen getroffen, um allen tingesunden und spekulativen Erscheinungen zu steuer». Insbesondere wurde dem Präsidium deS BichsvndikateS aufgetragen, daß eS, soweit dies der dringende Bedarf erfordern sollte, die Einfuhr von Nutzvieh im KompcnsationSwcge aus de» in Betracht kommenden Staaten bewillige, nm f» einen größeren Auftrieb an Rindvieh auf den heimischen Märkte» zn ermöglichen." WaS die Verhältnisse auf dem S ch w o.i ne- markt betrifft, so konstatiert der Minister auch hier eine Preiserhöhung, die allerdings nicht jene Höhe wie beim Rindvieh erreicht und durch das vorübergehende geringere Angebot von feiten der Landwirte verursacht ist. Sobald diese ihren normalen Stand an Schweinen erreicht haben werden, werden die Märkte wicderun» genügend beschickt sein und dadurch auch die Preise automatisch reguliert werden. Margarinekontingent muß erhöht werden Sehr ausführlich äußerte sich der Minister zur Frage der künstlichen Speisefette, die er als eine, der brennendsten Wirtschaftsfragen bezeichnete..Im Jahre 1 l>85 betrug bei uns der Konsum in Kunstfett pro Kopf 4.6 Kilogramm; dem gegenüber.betrug der Verbrauch in Dänemark 80.4, in Norwegen.18.1, in Holland 12.1, in Deutschland 8.0 und in Groß-Britannien 4.0 Kilogramm Kopf und Jahr.: ,(Fortsetzung auf Seite 2.) —n>. Warschau, im September. Bedeutet die Erneuerung des polnisch-französischen BündttisscS durch die Anfang September vom Nachfolger des Marschalls Pilsudski, General Nhdz-Smigl» in Paris nnlcrzcichneten Protokolle eine Schwenkung der polnische» Außenpolitik? Die f r a n z L s i s ch c L i n l S r e g i e r u n g, deren sozialistische Minister Löon Blum und Vincent Auriol wesentlichen Anteil au den Verhandlungen mit dem polnischen Armceführer und seinen diplomatischen und finanzpolitischen Mitarbeitern hatten, verfolgte mit diesen Abmachungen ein klares politisches Ziel: die L o s I ö s u n g Polens aus der Gefolgschaft des Hitler- Re i ch c S. Den polnischen Militärs kam cs ihrerseits auf zweierlei an: die Gewinnung von F i- n a n z h i l f e für den Ausbau ihrer Rüstung und die Lockerung der Zusammenarbeit z w i s ch e n F r.a n k r c i ch u n d d e r S o w j c t- II n i o n, welche die Rolle Polens innerhalb des französischen Bünduis-Shstems in den letzten beiden Jahre» immer mehr verdunkelt hatte. Die gctvünschteu Kredite hat General Rhdz- Smiglt) bekanntlich erhalten, teils von der französischen Waffen-Jndustrie, die dafür neue Aufträge bekam, zum llcineren Teil von der Pariser Notenbank; eine weitere Eisenbahn-Anleihe ist noch Gegenstand von ergänzenden Verhandlungen. Wenn sie zustande kommt, tvird der neue französische Kredit insgesamt die Höhe von zwei M i l l i.a r d e n Franks erreichen. Welcher von beiden.Partnern hat aber, seine..politischen Ziele in den Pariser Abmachungen durchgesetzt? Nachdem der erste Schtvall der offiziellen Freu- dcnkundgcbnngen über das gerettete Bündnis auf beiden Seite»» verrauscht ist, wird eine objektive Prüfung dieser Frage möglich. Für den französischen Generalstab, dessen Chef General G a>n e l i n aus der republikanischen Schule des Marschalls Josfre stammt, ist der polnische Alliierte zweifellos unter rein mili- tärischen Gesichtspunkten in mancher Beziehung wertvoller als der russische. Im Falle eines deutschen Angriffs gegen Frankreich kam» Polen sofort Entlastung durch Vorgehen gegen Ostpreußen und Schlesien bringen; auch Berlin liegt bekanntlich nur eine gute Autostunde von der polnischen Grenze entfernt. Die Rote Armee könnte dagegen zunächst nur ihre Flieger zu Hilfe schicken. Wann die Landtruppcn der Sowjet-Union auf dem Kriegsschauplatz eintreffen würden, hängt u»It von der Haltung der Staaten ab, die zwischen der russischen und der deutschen Grenze liegen. Unter ihnen ist Polen bekanntlich»nilitärisch der stärkste und jedem Durchmarsch sowohl russischer wie deutscher Hecresteile grundsätzlich abgeneigt. Mit der Fcrnhaltung der Roten Armee von Mitteleuropa will es vor allem seine eigene Unentbehrlichkeit für den französischen Verbündeten wieder- herstellen. Das ist ihm, wie die Pariser finanziellen Zugeständnisse zeigen, in erheblichem Maße gelungen. Folgt auS der Einordnung In die französische' Front, die ja reinen VertcidigungS-Zwek- ken dient, die Beendigung des Flirts zwischen Warschau und Berlin? Die polnische Stellungnahme zu den außenpolitischen Fragen, die seit der Unterzeichnung der Pariser Protokolle aiiftanchten, hat eine klare Antwort darauf nach Möglichkeit vermieden. Da ist zunächst i>aS Problem der Freien Stadt Dan, z i g. Der Versuch des dortigen nationalsozialistischen Senats zur völligen Gleichschaltung der» innere» Ordnung in diesem Aussichtsgebiet des Völkerbundes mit dem Dritten Reich hat auch in der Warschauer Regierungspresse scharfe; Kritik gefunden. Die Zurückweisung der nationalsozialistischen RechtSbriiche ist iiach den'geltenden Verträgen in erster Reihe Sache; deS V ü l k e r b n n- des, dem Polen sich dabei'allerdings zur Ausführung dec'uotwendigen Ratsbeschlüsse zur Verfügung stellen.inüßte. Der Unterausschuß,' den die letzte Ratssitzung zur Behandlung der Danziger VersassungSfragen.eingesetzt.hat, besteht ans Vertreter» Englands, Frankreichs und Portugals. Er ist trotz französischen' Drängens in den für die Freie Stadt kritischen Monaten überhaupt nicht zusammengetreten, weil der.konservativen e'n g« lischest Regierung die Gewinnung Hitlers für die sogenannte Locarno-Konferenz wichtiger er-- schien und London Berlin daher nicht verärgern Talsperrevor Talavera geöffnet Nur unwesentliche Verschiebungen der Positionen, M a d r iid. Negiernngstruppcn haben Mittwoch abendö den Damm der Talsperre bei Alberche geöffnet, so daß das Wasser in reißenden» Strom ist das drei Kilometer'von Talavera entfernte Tal«indrang. Man: ertvärtet, daß dadurch die Aiifständisäien ans ihre» Positionen entlang des Tajo vertrieben wsrdem Aus Madrid werden ständig Verstärkungen, an die-Talavera-Front ' abgeschickt; wo der Bormarsch der Aufständischen stehey geblieben ist. Aus dem Abschnitt Ruksca meldet Oberst Sandln», daß die Negierungstruppen ein' ziemliches Stück vorwärtsgckomnicn sind. DurchbruchSversuche der Aufständischen wurden»viederinst abgeschlagen. In» allgemsinen herrschte aber am Donnerstag verhälMiSmäßige Ruhe, da beide Seiten Verstärkungen'Heranholen und Umgruppierungen vornehmen.' I-. Mussolini noch unentschlossen Italien wird den,Völkerbund nicht verlassen? Die Minister Lern- und Neias vor dem Ernährungsausschuß Das Echo aus Paris und London An französischen Regierungsstellen tvird der Genfer Beschluß mit Znsrimmu'ng und mit.Ruhe änfgcnommen und.cs tvird nicht die pessimistische Ansicht'der konservativen. Kreise geteilt, daß dieser Beschluß ein Fehler war, der Italien auf die Seite ÄeütschlandS treibt. Man hegt die. Erwartung, daß Italien die Handlungsweise Englqnds und Frankreichs begreifet»'und der Mitarbeit nicht die Tür« verschließen wird. Die Regierungsparteien und ihrs Blätter'polemisieren in schärfer Weise gegen: die Rechtspresse ustd bezeichnen den Beschluß' als' den Einzig' möglichen.„Populaire" schreibt, daß die kleinen Staate»»' eistewirkliche Erleichterung fühlen und: wieder i Vertrauen gewinnen. In' weit höherem Maße noch als in der Presse zeigt sich die. Befriedigung'stw der Stim- mung' der O.effenflichW.' ■ In der englischen Prssse-sind. es die..konservative„Morning Post*, und die.,,Dailys Mail", welche die Zulgffunjj Abessiniens kritisieren, wäh- rend die andern Blätter zpm.)grMen. Teil die Entscheidung'.gutbeißciT, ohne die^möglichen,'da- Seile 2 Freitag, 25. September 1036 Nr. 224 wollte I Diese schwächliche Haltung des britischen Kabinetts hat die polnische Regierung jeder Ent« scheidung in den Danziger Angelegenheiten über« hoben. Im VerhältnisPolenSzur Tschechoslowakei ist eine Aenderung bisher nicht eingetreten. Die Warschauer Negierung »erlangt, daß vorher die Behandlung der polnischen Minderheit im"schlesisch-mährischen Grenzgebiet eine andere wird. Auch die für die Verständigung eintretenden Aufrufe der KriegStcilnoh- inex-Verbände und einzelner tschechcnsrcundlicher polnischer Regierungs-Publizisten stellen diese Bedingung. Auch hier fehlt also noch ein klares Ja oder Nein. I» Genf erfolgte inzlvischcn ein Vorstoß dcS Auhenmintsters Beck für die Oeffnung von Kolonialgebteten zur Ansiedlung polnischer und polnisch-jüdischer Auswanderer. Das sah fast wieder aus Ivie eine Unterstützung, der deutschen Kolonialfordcrung. Aber auch in dieser Beziehung blieb das amtliche Polen vorsichtig zwischen den Fronten: cS stellte seine Wünsche absichtlich um einen deutlichen Grad bescheidener als Hitler, indem es sie formen in die Mandats- Politik des Völkerbunds einordncte und sachlich auf die Erwerbung eigener Kolonien verzichtete, wenn es dafür NiederlassungSmöglichkeiieu für feine Emigranten in den Uebcrsec-Gebieten der anderen Mächte erhielte. Die Politik der" polnischen Militär- ist aber durch den Ausbau der französischen Hilfe doch unabhängiger von Berlin geworden. Dazeigte sich, als Hitler in Nürnberg von neuem"zu einem Kreuzzug gegen die Sowjet» U n i o n aufrief. Die gesamte polnische Presse gab ihn, deutlich zu verstehen, dah Polen ein nationalsozialistisches Abenteuer in Osteuropa a u f k e i- nen Fall mitmachen würde. Auch Politiker und Zeitungen, die ihre Abneigung gegen Räteruhland sonst den schärfsten Ausdruck geben, zeigten nicht die geringste Lust, den Einsatz der polnischen Armee für deutsche Ziele tu der Ukraine oder im Ural zu befürworten. Ja, man kann aus der Stimmung, der bei diesem Aniah zutage trat, sogar schließen, daß Polen nicht nur einem Angriff des Dritten Reichs gegen Frankreich, sondern auch einen Dnrchmarschversuch der Reichswehr nach Osten aktiven Widerstand leisten würde. Für Berlin bedeutete da- eine Enttäuchsung, die selbst in der gleichgeschalteten Presse des Doktor Goebbels andeutungsweise zum Ausdruck kam. Auf keinen Fall kann es in der Warschauer Regierung mehr eineu zuverlässigen Verbündeten sehen. Insoweit sind die Zugeständnisse, die Frankreich den Polen gemacht hat, nicht ergebnislos geblieben. (Segen Teuerung und Kartelle Die Rede des FUrsorgemlnlsters (Fortsetzung von Seite 1.) ES Ist u» r l ch t i«, die Schuld an dem Sinken de» Konsum» von natürlichen Fetten der erhöhten Produktion von künstlichen Fetten»uzuschreiben. Der erhöhte Absatz von künstlichen Fette» ist aus- fchtießlich auf die billigsten Sorten zurück- zuführen, die von den ärmsten BevölkerunzSschtch» ten konsumiert werden; diese kommen für den Konsum von Butter und teueren Fetten nicht In Betracht. Jede Herabsetzung der ltaufkrast führt zu einer Erhöhung de» Konsum» der billigsten, also künstlichen Fettsorten. Während in den Jahren 1080 bi» 1082 sich die Produktion von Kunstfett auf der Höhe von 8600 Waggon» bewegte, stieg die Produktion im Jahre 1088 auf 64000 Waggon» und im Jahre 1084 auf 7200 Waggon». Die Kontingentierung brachte 1080 ein Sinken auf 6287 Waggon», doch wurden ohne Berechtigung sicher noch taufend Waggons schwarz erzeugt, so dah im Lahre 1085 etwa 7500 Waggon» konsumiert wurden. Für 108h wurde da» Kontingent mit 6500 Waggon- festgesetzt. Im ersten Halbjahr genügte die Freigabe von 50 Prozent de» Kontingent», im zweiten Halbjahre ist der Konsum jedoch immer höher, so dah da» restliche Kontingent nicht genügt. Namentlich an billigen.Kunstfetten zeigt sich, bereit» ein'empfindlicher Mangel, e» mehren sich die Gesuche um Erhöhung der Zuteilung" und die Proteste selten» de» Handel» und der Konsuinenten. Dazu kommt, dah im ersten Halbjahre noch etwa 400 Waggon» Uber das Kontingent schwarz erzeugt wurden, tvaS nach Einführung dec Kunstfettsteuer infolge der strengen Kontrolle nicht mehr möglich ist. Für da» dritte Vierteljahr wurden infolgedessen 82.5 Prozent, das find 2112 Waggon-, freigegeben. Der Rest de» Kontingent» per 1137 Waggon» kann für da» letzt« Lierteljahr nicht au-reichen nnd man wird daher ein Nachtragikonti n g e n t bewilligen müssen, da» dem tatsüch- chen Bedarf rntspricht. Bei dieser Verhandlungen wird e» wichtig sein, di« Versorgung de» Konsum» mit den billigsten Sorten stcherzuftellen, nach den«» di« Nachfrag« am größten ist. «Der größte Fluch, unseres Wirtschaftslebens* 1: Der Minister gab offen zu, dah da» Kartellgesetz nicht die gehegten Erwartungen erfüllt hat; es hat vor allem nicht die Aurwirkuugen der Kartelle auf die Beschäftigung lBetriebieinschrän- kungcn) auf den Absatz und auf die Versorgung der Bevölkerung berücksichtigt, obschon auch in dieser Richtung die Kartellpolitik in Widerspruch mit den öffentlichen Interessen geraten kann. Eine Novelle ist in Vorbereitung, die di« Staatsaufsicht über die Kartell« in der Richtung erweitern soll, dah ihr auch die Kontrolle der Be- trieböeinschränkung, des Absatzes» und der Versorgung der Bevölkerung unterliegen; auch die Einstimmigkeit der Beschlüsse soll fallen. Dar Fürsorgeministerium will die Staatsaufsicht auch auf die R e- gelungderProduktion, die Festsetzung,bzw. den Aufkauf von Produktionlquoten, BetriebSverle« gungcn usw. erweitern. Die Verhandlungen sind dadurch erschwert, das, einfluhreiche Handel», und Pro. duktlon»kreise jeder Novellierung grundsätzlich ablehnend gegenüberftehen und namentlich auf der Einstimmigkeit der Beschlüsse der Kartevkommisston beharrt». Diesbezüglich werden tn der nächsten Woche weitere interministerielle Beratungen einsetzen. . Kartelle, sagte der Minister,..die. die Produktion zweckmähi, gestalten, sie für den Konsum verbillige», die Stellung ihrer Angestellte» verbessern, würde kicher feder objektiv denkende Mensch begrüßen, aber Kartelle oder ShndikMe, die nur de» Numeru» klansu» nussührcn, Angestellte entlallen und die Produktion vorteuern, sind unter den heutigen Per- hältniifen vcrgröhtcFluchunsereSWirt- fchaftsleben». Nur di« spftematisch« und angestrengt« Unterstützung feiten- der ganzen Orssrni- lichkeit wird bei der Lösung der Kartellfrage lenen dm Sieg»rmöglichm, die jedem«ine», angemessenen bürgerliche» Gewinn gönnm, aber AuSteuterei und ungesunde Auswüchse«»»schließen wollen. Die ganze Welt weih, wie schwer in Amerika der Kamps mit de» Trust», Kouzemru und Kartelle» war und»och ist; auch bei»ns geht e» um eine große Frag«, wo der Kampf sehr schwer, kompliziert und wahrs^ein- lich auch lang seit» wird. Die Zuckerprelee bezeichnet der Minister im Vergleich zu den anderen Lebensmittelpreisen al» unangemessen hoch; sie verschulden einerseits den allgemeinen Rückgang des Zuckerkonfum», andererseits dal Paschen von Sacharin, in einer Menge, die etwa 800.000 Meterzentner Zucker aufwiegt. Da der hohe Zollschutz (pro Kilo XL 8.88), die Zuckersteuer(XL 1.48) und die Umsatzsteuer(XL 0.15) jede Einfuhr unmöglich machen, ist die Zuckererzeugung fast ein Monopol der Zuckerindustrie. Die Hebung de» inländischen Zuckerkonsum» ist nur dadurch möglich, dah man den Preis der herabgesetzten Kaufkraft der Bevölkerung anpaht. Bon der Kampagne 84/85 bi» zur Kampagne 85/86 ist der Zuckerkonsum im Haushalt von 882.184 auf 850.795 Tonnen(Rohzucker) gestiegen, was auf di» bessere" Beschäftigung zurückzn« führen ist. Daraus ersieht man, wie groh die Absatzmöglichkeiten im Inland wären. Den Preisen der Baumaterialien widmet da» Ministerium erhöhte Aufmerksamkeit, seit sich Im Gefolge ter BausörderungSmahnahme" PreissteigerungStendenz«» bemerkbar machen. Die durch die Verordnung 27/86 eingeführten Schiedskommissionen haben eine Herabsetzung der Zementprclse bis um 2 XL pro Zentner durchgesetzt; auch die Preis« für Maschinen- fenstergla» konnten um 5 bi» 15"Prozent gesenkt werden. Abschließend besprach der Minister noch kurz die Entwicklung der Löhne im Jahre 1086. Dr. temf kllndlgt an: An unsere Abonnenten nnd Kolporteure! Da anläßlich des Feiertages am Montag, den 28. September, nicht gearbeitet wird, entfällt die DienStaganSgabe unseres Blattes. Die Verwaltung. Die wirtschaftliche Besserung schreitet fort, di« Zahl der Beschäftigten wächst, aber die Kaufkraft der Bevölkerung ist immer noch sehr gering. Es sind immer noch(nach einer Statistik der Sozialvec» flcherung vom Juli 1986) 1,817.829 Lerstcherte von einer Gesamtzahl von 2,207.818 in die untersten vier Lohuklaffc» eingereiht, da» heißt, daß 67 Prozent der Arbeiter da» Existenzminimum nicht erreichen und"sich also nicht einmal da» Allernötigste kaufen können. Genosse NeLaS stellt fest, daß die Belebung nnferer ganzen Wirtschaft von der Erhöhung der Kaufkraft abhängt; unter diesem Gesichtswinkel müsse mm; da» ganze Ernährung»- und Teiternngproblem betrachten. CS gehören daher all« Maßnahm«», di» da» Lebensniveau der Arbeiter und Angestellten, der Bauer» und Gewerbetreibenden erhöhen, in den Rahme» de» Maß nahmen zur Sicherstellung der Versorgung. « Kontrolle des Zwischenhandels Innenminister Dr. ilerm) versicherte, dah sich die Regierung ständig mit dem PreiSproblen; beschäftige und Mittel gefunden habe, die der gesamten Entwicklung eine neue Richtung weisen und wenigsten» relativ nicht nur den Ausschuh, sondern unsere ganze Oeffentlichkeit befriedigen könnten. Die Behörde» schreiten lei Verfolgung de» Wucher» überall dort ein, wo«ine«nverhültniSmäßlge Spannung zwischen dem Erzeugung»prei» und jenem Preis in Erscheinung tritt, den der letzt« Konsument in zahlen hat. Da» Innenministerium hat weiter» alle LandcSbehirden beauftrag«, dem Zwischenhandel mit Bleh und Fleisch auf den Fleischbänken erhöhte Aufmerksamkeit z« widmen, da der ernst« Verdacht besteht, daß fich in den Zwischenhandel unbefugte Elemente eingeschaltet haben, Er wie» dann darauf hin, dah die Entwicklung auf dem LebenSmittelmqrkt wenigstens in gewissen Tellen günstiger sind al» im Vorjahr«. So sind die Mehlpreise um 12 bi» 20 XL gegenüber dem Vorjahre zurückgegangen, auch wird die Versorgung mit Kartoffeln Heuer kein Problem seist, welk dl« Kartoffelernte größer und.besser ist und die Preise im Durchschnitt. h«te schon beträchtlich niedriger stnd. alSrvoijgeSiJahr. Grünzeug, Hülsenfcttchtemnd Obst sind infolge der günstigen Witterung sogar beträchtlich billiger geworden. Einer Ucbersicht über die Fleischpreise, deren Höhe di« Bevölkerung gegenwärtig am schwersten beunruhigt, entnehmen wir folgende Daten: Vorderer 1980:' Juli 1984: Juli 1986: Rindfleisch 18.05 8.80 11.75 Hintere» .Rindfleisch 15.28 11.80 18.95 Schweinefleisch 15.98 11.75 14.55 Schweinefett 15.18 11.60 12.25 Knacker 15.17 10.55 12.55 Wursteln 18.82 14.20 15.85 Ochsen 6.00—8.50 8.0Ö—5.80 5.25—7.25 Stiere 6.80—7.70 2.80—8.90 4.50—6.59 Kühe. 4.60—6.80 2.00—8.80 8.00—6.20 Schweine 8.75—10.20 8.75—5.60 6.50—7.80 Auf dem letzten Prager Biehmarkt vom 21. September sind die Viehpreise noch weiter gestiegen, und zwar: Ochsen von 5.— bi» 8.60, Stiere von 4.50 bis 7.40, Kühe von 3.25 bi» 6.00, Schweine von 6.50 bis 8.00. Der Minister erklärte, dah die Preise de» Jahre» 1084 bereit» die Existenz der Lantwirtschaft bedroht hätten, da di« Viehzüchter damals kaum die Hälfte der baren Produktionskosten erhielten. Die Regierung hat daher das Bieh- spndikat gegründet, um den heimischen Biehmarkt und die Einfuhr zu regulieren. Daraufhin kam es zu einem langsamen Anstieg der Preise. Kohlenkartell In die Schranken sewlesen Wa» die Kohlenpreis« für den Hausbrand betrifft, so habe da» Arbeitenministerium eine beschleunigte Untersuchung durchgeführt, deren Ergebnis di« Regelung dieser Preise durch Regierungsverordnung nach dem Ermächtigungsgesetze sei. Die Verteuerung der Hausbrandkohle betrifft vor allem den Bereich von Groh-Prag; sie ist nicht auf eine Erhöhung der Preise, sondern auf da» Verbot der bisher üblichen Nachlässe durch die Prager KohlenverkausSstelle zurückzuführen. DaS Arbeitenministerium verlangte, dah die Neue» Preise nur als > Marimnlc Richtpreise angesehen- lvekden sollen und di« Möglichkeit v'üst Ermäßigungen weiter"aufrecht erhalten werde. Da die Antwort negativ aussiel, kam e» zu der eingangs erwähnten legislativen Regelung. Dadurch sollte dargetan werden, daß die von dem Kartell ohne Wissen der Behörden getroffenen Maßnahmen sofort korrigiert werde» mußten, zumal e» sich um einen Gegenstand des täglichen Bedarfes handelte. Zum Schluß erklärte der Minister, daß fei« Ressort immer die gerechten Interessen der Konsumenten verteidige, daß e» rücksichtslos jede spekulative Verteuerung unterdrücken und namentlich jeden Wucher, mit Lebensmittel» und anderen notwendigen Bedarfsartikeln verfolgen werde, ohne dabei unbegründet« Härten oder Schikanen gegenüber den ehrlichen und ordentlichen Produzenten zu begehen. 80 tfommu Bar box matfit Revolution fioman von Srit« flondv ' Doch das Erlebnis mit Fulvia hatte ihn so sehr in seinen Tiefen erschüttert, daß er heute vollkommen gleichgültig gegen das Schicksal seines Staates zu sein glaubte. Warum aber war er nicht mit ihr geflohen? Er fragte es sich, als er jetzt durch den Säulengang in das Haus trat. Er hätte sehr wohl auch die Grenze erreicht, und irgendeine Gefahr bestand dann nicht mehr. Er besah kein groheS Vermögen, aber genug, um irgendwo ruhig mit Fulvia leben zu können. DaS hatte er doch eigentlich gewollt. Isnd jetzt, da eS nicht nur möglich, sondern sogar notig wurde, wollte er nicht. Ob eS gerade der Umstand war, dah er dazu gezwungen lvurde? Oder war eS am Ende das Gefühl, dah er etwas Unrechtes gewollt hatte und jetzt bühen muhte? Er bemühte sich, diesen Gedanken los zu lverden. Aber das ging nicht. Ja, ja, er hatte tun wollen, was nicht im Rahmen seiner Lebensart war. Er hatte sich manchmal mit skeptischen Gedanken darüber getäuscht. Aber man führt nicht ungestraft ein lange» Leben, in dem das Betvuhtsein einer erfüllten Pflicht die Eitelkeit befriedigen muh. DaS rächte sich jetzt. Er konnte sich davon nicht befreien. Oder war auch das Eitelkeit? War eS auch nur eiu schöner Abgang, den er sucht«. Er war in seinem Arbeitszimmer"und sah auf die leere, breite, Straße hinunter. In einer Stunde spätestens kamen dort die Leute herauf, die Ihn absehen wollten. Wen Hatton wohl die Herren für ihre Zwecke zusammengeirieben? Diese Borstellung war unbehaglich genug. Er nahm au« der untersten Lade seines Schreibtisches eine automatische Pistole und betrachtete sie. Nein, da hat keinen Sinn. Sollte er allein sich gegen eine Horde wehren? Da wäre eü schon klüger gewesen, die Gendarmen holen zu lassen. Aber cS gab noch etwas anderes. Er strich mit der Hand über das mattschwarze, kalte Metall. Auch das nicht. ES wäre vollkommen sinnlos. Vielleicht war doch ein anderer Ausivcg. Und wenn er nun schon nicht mit Fulvia geflohen tvar, wollte er es auch allein nicht tun. ES patzte nicht zu ihm. Und dafür hatte er ein sehr starkes Empfinden. Man ist eben nicht Herr seines Lebensstils, sondern dessen Sklave. XX.. Tommy Barbox musterte sein« Jakobiner. Nach längerem Bemühen war,eS gelungen, eine getviffe Ordnung in ihre Scharen zu bringen. Da gab es einen Burschen mit dunkelbraunem Gesicht und roten Haaren, dem man einen irischen Vater ebenso rasch ansah, wie die schwarze Mutter. ES gab Weihe mit platten.Nasen," wulstigen Lippen und krausem Haar, schSngeschnittene Köpfe«Nit europäischen Zügen in schwarze Haut eingegra« ben, braune und weihe Leute sttit Schlitzaugen, wie eS eben die Bölkermischüng beim Bau des Panamakanals mit sich gebracht hatte. Di« Matrosen aller Erdteile kommen in die Lage, den Kanal zu durchfahren und finden immer Gelegenheit, zu diesem Laboratorium für Rassenforscher ihr Scherflein beizutragen. Natürlich waren auch echte Indianer ustd«in paar richtige Weih« bei der Truppe, aber sie waren in der Minderzahl. Bonamaria war viel zu ungeduldig gewesen,, um, zu Hause zu warten, bis man ihn im Triumph einholte, er eilte geschäftig herum, gab Befehl«, die niemand ausführte nnd die einander widersprachen, probierte imponierenden Gang nnd den Gesichtsausdruck des berufenen Führers und trieb zur Eile. Auch Diego Martinez hatte nicht verschmäht, selbst zü erscheinen. Seine Indios standen abseits und sahen verwundert Und ziemlich verständnislos dem hiswrischen Ereignis zu. Martinez hatte ihnen doppelten Taglohn und eine anständige Ration Rum zugesagt, dafür konnte man gern einmal die Feldarbeit liegen lassen. Der junge Pablo Rivadeneira verteilte die Leitung der Revolutionsarmee unter einige Freunde, die er im letzten Moment über das Nötigste aufgeklärt hatte und denen es gleichgllUtg war, mit welcher Tätigkeit sie das Geld für Zigaretten, Whisky und Mädchen verdienten. An der Türe seiner Schenke stand würdig und leutselig lächelnd Zedekiab Openshaw und strich wohlgefällig seinen Patriarchenbart, während seine Kellnerin anläßlich de» grohen Tage» von zwei Au-Hilfen unterstützt, von einer Truppe zur andern eilte und Rum in nicht>u kleine Gläser füllte. „Wir müssen gehn",, drängte Bonamaria, „sonst wird es zu spät, Rodriguez hat sicher schon Nachricht, er wird etwas unternehmen, er wird die Gendarmen aufbieten." Aber Tommy blitb ruhig. „Erst brauchen wir ein paar Verletzungen der Rechte eine» amerikanischen Bürger-, sonst landen die"Soldaten nicht. Alle» muh seine Ordnung haben.", Bonamaria zappelte und rang die Hände. „Unterdessen geht die.kostbarste Zett"verloren. Rodriguez hat ein Auto, er kann fliehen." Da» wäre ihm ziemlich' gleichgültig gewesen, aber er wußte ja, dah Fulvia bei dem Präsidenten war. Wenn Rodriguez floh, nahm-er Fulvia bestimmt mit. Und dann war sie für Bo- namaria verloren! Das muhte man verhindern. Auch Barbox wußte ganz gut, warum der Advokat zur Eile antrieb, aber ihm war der Gedanke, Rodriguez Zeit zur Flucht zu geben) nicht unangenehm. Wenn/man, einmal diese Horde hier loslieh, konnten sie, mehr Unfug anstellen, als ihm lieb war. „Erst mache ich ein paar Aufnahmen) dqnn kommen die.Zwischenfälle."' Mit BabloS Hilfe stellte er wirkungsvolle Revolutionsszenen. Ein Hasenwächter trat'hinzu. „Was treibt Ihr hier?" Barbox beruhigte ihn schnell- „Sie sehen doch, wir filmen. Revolution In Nicaragua. Wollen Sie was, dabei verdienen? Sie können mtispielen." Der Wächter schmunzelte. „Können Sie schtvimmen", fragte Barbox, dem ein Einfall kam. „Wje ein Fisch." „Grohartig! Wollest Sie sich für zwei Dollar ins Wasser werfen lassen?" Da- Geschäft kam schnell zustande. Tommy kurbelte rasend, während der Wächter ausgezeichnet nach seinen Weisungen sich einem Haufen Aufständischer in den Weg stellte und von ihiien in» Wasser geworfen wurde. „Muh ich nicht auch auf ein Bild", fragte Bonamaria, der auf den Erfolg des Wächters eifersüchtig war. "^-„Selbstverständlich. Gehn Sie einmal daher, so.... treten Sie auf Pablo zü..... sehr gut.., Pablo, stramm stehn... mehr Respekt, bitte..".... ausgezeichnet jetzt geben Sie Pablo irgendeine)« Auftrag I" „Was für einen Auftrag", fragte dec Advokat ratlo». „Gleichgültig. Wie kann man nur so ungeschickt seist? i ES ist ja kein Tonfilm. Sagen Sie ihm meinetwegen, er möge, zum Teufel gehst!" Der Advokat wiederholte gehorsam: «Gehn Sie zum Teusel!" „Sehen Sie!« Gang schön. Nur noch eine gebieterische Gest«, wenn ich bitten darf!" Tommy kurbelte. Die Szene floppte'groh- artig. „Ustd jetzt einen fetten Zwischenfall!«Tommy,sah sich um: Da stand das Gebäude der Ge« neral fruit Company. Er rief einen isttelligent aussehenden Neger tstlt Schlitzaugen. .(Fortsetzung folgt.);".'-u'/ Nr. 224 Freitag, 25. September 1036 Seite 3 Präsidentenreise abgeschlossen Der Präsident nach TopolHanky zurückgekehrt Topoliinnk». Präsident Dr. Benes verlieh heute früh Treniiansky Teplicc, um das Programm des letzten Tages skiner ersten Fahrt durch die Slowakei durchzuführen. Der erste Aufenthalt des heutigen Tages tvurde auf dem Bahnhose in Leo- poldov genommen, wo der Präsident mit dem Zug eintraf.. Bon dort fuhr der Präsident weiter nach Nitra. Auf allen Bahnhöfen, die der Zug passierte, ertvarteie Schuljugend, die Einwohner unid Vereine das Eintreffen des Präsidenten. Vielfach spielten auch Musilkapellen. In Nitra fand eine feierlich« Begrüßung statt. Nach der Meldung der offiziellen Persönlichleiten wurde der Präsident in das Stiegenhaus des Theatergebäudes geleitet, das als Festtribüne hergerichtet Ivar. Den Präsidenten begrüßte der Bürgermeister von Nitra Mojto, der dem Präsidenten das Ehrenbürger-Diplom über- .reichte. Sodann sprach der Bischof von Nitra Dr. Kmetko. Der Präsident der Republik Dr. Benes erwiderte auf die Begrüßung mit einer slowakischen Ansprache, die an zahlreichen Stellen durch Kundgebungen der Zustimmung der ganzen Versammlung unterbrochen wurde. Dann begab sich der Präsident auf die Burg von Nitra, wo er die Kathedrale und die Pribina-Kirche besichtigte, wobei er auf jene Teile des Gebäudes genau aufmeicksam gemacht wurde, die nach dem Urteil der Archäologen tatsächlich die Ueberreste der ursprünglichen Pribina-Kirche aus dem 0. Jahrhundert darstellen.* Nach der Verabschiedung von Nitra kehrte der Präsident vor 16 Uhr nach Topolkianky zurück. Auf dem Wege wurde er von der slowakischen und der ungarischen Bevölkerung in den Gemeinden, welche er pasiierte, überall herzlich begrüßt. Die Brünner Fabrikbesetzung Bisherige Verhandlungen'ohne Resultat Brünn. Während des gestrigen Tages wurden die Verhandlungen wegen des Streiks bei der Textilfirma Brück und Engelsmann, die bereits Mittwoch begonnen hatten, fortgeführt, ohne daß es gelungen wäre, die im Betrieb gebliebenen Arbeiter zum Verlassen des Gebäudes zu bewegen. In der Zeile, in der sich da» Unternehmen befin det, spielten sich im Laufe des Tages erregte Szenen ab, da die Polizei die Familienangehörigen der Streikenden hindern wollte, ihnen Nahrungsmittel zu bringen. Dem Betrieb in diir Zeile schloffen sich auch die Angestellten des zweiten Betrieb? der Firma in der Dornröffelgasse an. Donnerstag abends hielten dle Arbeiter die Fabrik noch besetzt. Ole Sozialdemokratie In KarpathoruBland Die tschechische sozialdemokratische Partei hielt dieser Tage ihren Landeskongreß in Kar- pathorußland ab. Im Zusammenhang damit fand Sonntag in Ehust eine große öffentliche Manifestation statt. An dem Umzug nahmen ungefähr 4000 Personen, an der Kundgebung selbst 7000 Personen teil. Den Vorsitz führte Genosse Husnaj, es sprach zunächst Minister Jng. NeiaS, der auf den Aufschwung Karpathotuß- landS seit der Schaffung der Republik hinwieS und erklärte, daß die Tschechoslowakei von niemandem etwas wolle, aber uach nicht das kleinste Stück Boden hergeben werde. Dann sprach Genosse D u n d r, der aussührte, daß die Tschecho- slowakei sich denjenigen Mächten anschlicße, die für Friede in der Welt und Ruhe im Inland« arbeiten. Bemerkenswert ist, daß nach den darausfolgenden Reden des Abg. R c v a h und des Senators Bally der Gouverneur von Karpa« thorußland, H r a b e r, das Wort ergriff, der die Verdienste hervorhob, welche sich die Sozialdemokratie um die Förderung des Staatsgcdanlens in Karp.athoruhlaird erworben hat. Ministerrat. Gestern Nachmittag ist da» Komitee der Wirtschaftsminister zur vorbereitenden Behandlung der wirtschaftlichen Angelegenheiten zusammengetreten, worauf um sechs Uhr abends die Sitzung des Ministerrates begann, in der neben laufenden administrativen Angelegenheiten der Ministerpräsident und der Finanzminister über das Staatsbudget fiir daS Jahr 1037 Bericht erstatteten. Mit Rücksicht darauf, daß die Sitzung des Ministerrates bis in die späten Abendstunden dauerte, wird das übliche Kommunique« erst heute auSgcgeben werden. Soukup und Stivin in Bukarest. Wie das „Prävo Lidu" meldet, weilten dieser Tage Senatspräsident Soukup und Abgeordneter Stibin in Bukarest, wo sie auch in einer von der rumänischen Sozialdemokratie veranstalteten Versammlung sprachen. Görings Sendlinse in Sevilla Deutsches Fliegerkorps bei Franco AP. Woche für Woche könnte man Bände füllen mit dem Material, das über die Tätigkeit der Nationalsozialisten in Spanien und auch in Frankreich vorliegt. Was Spanien«»belangt, so bilden die 80 deutschen Flieger, die sich gegenwärtig allein in Sevilla befinden, ein autonomes Korps für sich, d. h. sie gehören weder der Fremdenlegion noch einer Division der Aufständischen an. Sie stellen einen deutschen Heeres- körper im Dienste der Aufständischen dar, der selbständig operiert. Der nördliche Teil des Flugplatzes von Sevilla ist eine Art Kolonie des Dritten Reiches geworden. Sein Betreten ist den „Eingeborenen" verboten I Im Gegensatz zu den deutschen Fliegem sind die italienischen ausnahm» los in die Fremdenlegion eingereiht und dem Generalstab des Generals Oueipo de Llano unterstellt. Zwischen dem. deutschen Trupp und dem Generalstab dagegen gibt es Verbindungsmänner. Es sind dies die Offiziere de Billacerva und Bolin. Ihr« Hauptaufgabe besteht in der Beilegung der zahlreichen Zwischenfälle, die sich täglich infolge dcS allzu forsch-preußischen Verhaltens dieser Verbündeten ereignen. Die deutschen Piloten haben eine solche Bormachtstelluipg, weil die Armee Francos mit Ausnahme der italienischen Savoya« Marquetti-Maschinen ausschließlich deutsche Flugzeuge besitzt. Unter den deutschen Flugzeugen befinden sich auch einige Transportflugzeuge der Lufthansa, die in Bomber umgewandelt wurden sda» beweist wieder, wie berechtigt cS Ist, die deutschen Zivilflugzeuge bei der Stärke der deutschen Luftflotte mitzuzählen), und 12 Fiese- ler-Jagdflugzeuge(das Geschwader wird von Fieseler selbst kommandiert) mit einer Stundengeschwindigkeit von über 400 Kilometern. Am Rande sei vermerkt, haß die deutschen Flieger die. Zusammenarbeit mit einem französischen Faschl- steni der sich zur Verfügung gestellt hatte, ablehnten, was nicht im Interesse ihrer Auftraggeber gelegen, sein dürfte. Die Deutschen erteilen im übrigen ben spanischen Faschisten(Phalan- gisten) organisatorischen„Unterricht". Die Phalanx winBe in Sevilla nach dem.Vorbild der SA. aufgebauh Republikanische Gefangene, wie g. B. die Bergarbeiter von Rio Tinto, kommen jetzt nicht mehr in die Gefängnisse, sondern in die Quartiere der Phalanglsten, wo, man sie behandelt, wie es In den SA-Kasernen und Ge« stapo-Lokalen üblich ist. In Frankreich steigern die Nationalsozialisten gleichfalls ihre Tätigkeit.'. Die Feuer- kreuzler, die Action Francalle, die faschistischen Verbände und die rechtsradikalen KriegSteil« nehmerorganisafionen haben sich deutsche Berater zugelegtl Maurras, der bekannte Royalist, unternimmt, wie wir erfahren, nichts, ohne sich vorher mit Dr. Flamm beraten zu haben, der im Auftrage von Goebbels in Paris fitzt. Dle Nationalsozialisten unterhalten außer diesen Verbindungsleuten ein Heer von Spitzeln und neuerdings auch von Provokateuren in Frankreich. Die letzteren bringen sie in den Linksorganisationen unter, und zlvar vor allen» in Paris, in den Industriestädten des Nordens und In den Hafenstädten. Mit deutschem Geld sucht man schließlich auch den Zerfall der Feuerkreuzlerbewegung aufzuhalten.. Japan«III Schanghai besetzt halten? Schanghai. Nach der Ermordung japanischer Matrosen, angeblich durch chinesische nationalistische'Studenten, haben die Japaner Teile von Schanghai besetzt und die Stadt durch di« Beherrschung der wichtigsten strategischen Positionen faktisch okkupiert. Die Vollmachten zur Entsendung weiterer Trupven aus Japan nach China wurden vom Mikado erteilt. Die Lage in Schanghai ist sehr gespannt. Japanische Matrosen versehen in der Internationalen Konzeffion und in der benachbarten chinesischen Zone den Wachdienst, obwohl die chinesischen Behörden dagegen Protest, eingelegt haben. Die japanischen diplomatischen und militärischen Stellen führen eine ungewöhnlich scharfe Sprache, ohne jedoch die eigentlichen Absichten, welche sie derzeit in Schanghai verfolgen, zu nennen. Gerüchte sprechen von einer dauernden Besetzung Schanghais durch Japan. Tttulescu gerettet? Bukarest. Nach den in-den letzten Tagen aus St. Moritz«ingetroffenen Berichten macht die Besserung im Befinden. TituleScuS weitere Fortschritte. Wenn keine Komplikationen eintreten, die jedoch von den Aerzten für unwahrscheinlich gehalten werden, darf Tttulescu als gerettet gelten. Metz. Die' zuständigen Behörden habe» beschlossen, die Formationen de» schweren Flugwesen» von den Grenzen in» JnNer« de» Lande» zu verlegen.• Warschau. Im Bezirk Samosz in der Woiwodschaft Lublin' sind neue Unrühen auSgebrochen. Acht Leute seien getötet' und viele verletzt worden. Sudetendeutscher Zeitspiegel Die rätselhaften sechs Millionen Ablenkungsfeldzug der„Zell“ der SdP Lange hat di«„Zeit" unsere Veröffentlichungen über die Machenschaften um das Ehrengericht und den Inhalt d«r Sasum-Briese mit verlegenem Schweigen beantwortet. Nun sieht sie sich, offenbar unter dem Eindruck der Wirkung unserer Berichte, zu einer Stellungnahme gezwungen. In der Ausgabe vom 24. September gibt sie einer parteiamtlichen Erklärung Uber den von uns im Faksimile wiedergegebenen Sasum- Brief und einer Erklärung de» Generalsekretärs Jonak Raum, um schließlich an Herrn Sasum dio Anfrage zu richten, ob der von uns reproduziert« Brief wirklich aus seiner Feder stammt und wie er in die Redaktion unseres Blattes gelangte. Der Jnhaü der von der SdP gegen Sasum erhobenen Borwürfe interessiert uns bei weitem nicht so wie der Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung. Die Wiedergabe jenes Briefes und der Auszüge aus anderen Briefschaften Sasums liegt schon eine Woche zurück, in der die Macher der SdP doch zweifellos genügend Zeit hatten. Herrn Sasum persönlich z» fragen, was«S mit seinen Behauptungen und seinen Briefen für eine Bewandtnis hat. In diesem Zeitraum konnte man in den verschiedensten Blättern Nachrichten über einen Eintritt deS Herrn Sasum in die Hauptleitung der SdP lesen und wir wissen, daß man sich diese Nachrichten keineswegs ans den Finger gesogen hatte. Sollte man keine Möglichkeit gehabt haben, auch über die Briefe Aufilärung zu schaffen? Man wollte es nicht tun! Herr Sasum, der über das innere Getriebe der SdP als Vorsitzender des Ehrengerichtes zuviel erfahren hat, ist den Herrschaften nicht genehm und daß man ihn jetzt durch die Zeitung um Aufklärung ersucht, bedeutet nichts als das Bestreben, ihn in aller Oeffentlichkeit zu diffamieren. Es ist auffallend, daß die„Zeit", in der man unsere Kommentare zu deu Sasum-Briese» doch sicherlich gelesen hat, über die bekannte Abteilung C vernehmlich schweigt I Vermutlich weiß man In gewissen Kreisen der SdP genau, auf lvelchem Wege die Doku- menw In unsere Hände gelangt sind. Würde nm» jedoch von diesem Wissen Gebrauch machen, so würden die nicht alltäglichen Methoden, mit denen im völkischen Lager persönliche Fehden ausgetra- gen werden, allzu sichtbar. Herr Sasum ist uns an und für sich völlig gleichgültig, cs ift feine Sache, wie er mit den Mannen Henleins und mit diesem selbst zurecht kommt. Aber daß ec vieles weiß, dessen Bekanntgabe die Henleincliquc zu befürchten hat, ist klar. Der Versuch seiner Diffamierung hängt lvohl auch mit der bcini K a m e r a d s ch a s t S b u» d vorhandenen Ueberzcugung zusammen, die Ehrbegriffe eines Burschenschafters, von denen Sasum erfüllt ist, würden cs nicht zulassen, daß er die Kenntnisse verwertet, die er als Vorsitzender des Ehrengerichtes sammeln konnte. Daß er solche Kenntnisse hat. weiß man, seit das Ehrengericht mit der Veröffentlichung der Zeugenaussage gedroht hat. Herr Sasum muß ja selber wissen, ob die Herren, deren politisches Ehrgefühl sich jetzt wieder auf so seltsame Weise ausdrückt, Schonung verdienen. Jedenfalls wird niemand das Odium von ihni nehmen, daß er, indem er Henlein als Verhandlungspartner aiierlannte und gegen die Nennung seines Namens im Zusammenhang mit der geplanten Reform der SdP-Hautpleitung nichts einzuweuden hatte, die Mitschuld für das Weiterbcstchen der dunklen Zustände auf sich geladen hat, die sich in der Notiz der„Zeit" wieder einmal offenbaren. Was ist aber mit den sechs Millionen? Hat Herr Sasum seine Behauptung frei erfunden? Die Oeffentlichkeit hat das Recht, vollkommene Aufklärung zu erhalten. Ein tolles Stück des„Veter“ Unerhörte Verdächtigungen der deutschen Regierungsparteien Der„Beker" beklagt es bitter, daß die tschechische Oeffentlichkeit den inneren Streitigkeiten 'in„der Henktin-Partei zuviel Aufmerksamkeit schenke und dabei übersehe, wie sich die äntitsche- chische Agitation der deutschen Regierungsparteien im Grenzgebiet steigert. Von einer antitschechischen Agitation der deutschen Regierungsparteien zu reden, ist bei der allgemein bekannten Situation in den Grenzgebieten an und für sich schon der Gipfel politischer Verlogenheit. Noch veriverflicher erscheint diese bewußte Brunnenvergiftung, wenn man sich die„Betveise" des„Beker" näher anschaut. InPoleppLei Leitmeritz seien zehn Mitglieder der dortigen Gemeilwevertretung bei der Eröffnung einer tschechischen Schul« trotz Einladung nicht erschienen. Wieso ist das antitschechische Agitation? Man nenne uns einen Fall, wo bei der Erössnung einer deutschen Minderheitsschule die Gemeindevertretung einer tschechischen Mehrheit feierlich ausgerück ist. Ein weiterer„Beweis" des„Beker": „In Mährisch-Schönberg sind dir gröhtm antitschcchischcn Agitatoren zehn deutsche Sozialdemokraten, Beamte der Krankenkasse." Hoffentlich geben die ohne jede weitere Begründung derart Angegriffenen der Redaktion des „Beker" Gelegenheit, für diese groteske Beschuldigung im Gerichtssaal den Nachweis anzutreten. Ein weiteres„Verbrechen" der deutschen Regierungsparteien soll sein, daß in einem südböhmischen Hardtmuthbetrieü ein deutscher Arbeiter mit 5 Kindern ausgenommen wurde, angeblich, um die Kinderzahl für eine zweite Klaffe der deutschen Schule des Ortes aufzufüllen. Das sind die„Beweise" des„Beker". Man würde das tschechische Volk beleidigen, wollte man für diese beispiellos verlogene Schreibweise,— die sich übrigens auch gegen den Bund der Landwirte wendet— jemand anderen verantwortlich machen als das schlechte Gewissen gewisser Handlanger der Henlsinpartei im tschechischen Lager. Wirtschaftspolizei für NordwestbShmen Brüx. Für da» nordwestböhmische Bräun- kckhlengebiet soll in' absehbarer Zeit eine Wirtschaftspolizei mit der Aufgabe der Ueberwachung der Lebensmittelpreise errichtet werden. Dieses staatliche Amt wird voraussichtlich seinen Sitz in Brüx haben." Schachtbrand bei yrüx— Brandlegung? Brüx. Donnerstag nachts geriet der an der Teplitzer Staatsstraße bei-der Ortschaft Strie- m ttz liegende, zu der Grube Tugen gehörige Wetterschachti der bis zur Grube hinab mit Holz aus- gebaut ist, in Brand und brannte innerhalb zweier Stunden ab. Da erwiesenermaßen dar Feuer von oben kam und Selbstentzündung ausgeschlossen ist, muß auf Brandlegung geschlossen werden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Reichsdeutsche Flugzeuge In Eger , Am Sonntag war ein reichSdeuffcheS Militärflugzeug in Eger gelandet. DaS Flugzeug, auf dessen Trittbrett sich ein Mechaniker befand, sollte in den Hangar gerollt werden. Plötzlich gab der Flieger Gas und flog davon. Der Mechaniker stürzte ab und erlitt schwere Verletzungen. Die Nummer des Flugzeuges wurde festgestellt, die reichsdeutschen Behörde» wurden aufgefordert, den Flieger zu bestrafen.— Am Dienstag landete in Eger ein reichsdeutscheS Sportflugzeug. Der unerfahrene Zivilflieger hatte sich verirrt. Das Flugzeug wird freigegeben werden. Staatlichrr Turnkurs, lieber Auftrag des Gesundheitsministeriums und der Verwaltung der staatlichen Lehrgänge für körperliche Erziehung in Prag findet in der Zeit vom 17. bis 10. Oktober l. I. in L a N d s k r o n ein dreitägiger Turnkur» statt. Mit der Leitung wurde der VerbandSturn- Ivart des Arbeiter-Turn- und Sportverbande» Franz Graffe-Aufsig betraut. Teilnahmeberechtigt find die AtuS-Vereine, welche zu dem in diesem Jahre stattgesundenen staatlichen Turnkur» nicht, eingeladen worden waren. Furchtbarer Selbstmord. Der Gemeindebeamte Wenzel Thomas in Weipert. der die Fleischabgabe und die Beschaugebühren einzuheben hatte, verübte mit Hilfe des B i e h t ö» tungsapparateS im Schlachthaus Selbstmord. Die Ursache seiner Tat liegt, wie aus einem hinterlassenen Brief hervorgeht, darin, daß Thomas Veruntreuungen begangen hat. Krise und Bierkosum. Der BierauSstoß für den JnlandSverbrauch betrug im Auzust'782.878 gegen 888.882 Hektoliter im gleichen Vorjahrmonat, war demnach heuer um 186.287 Hektoliter bzw. 18.8 Prozent kleiner. Daß dieser Rückgang mit der durch die Teuerung erzwungenen Umschichtung in den GeldauSgaben des Verbrauchers zu- farymenhängt, beweist, wie der„Prager Mittag" schreibt,'der besonders starke Rückgang in den"deutschen, von der Krise bekanntlich am härtesten betroffenen Gebieten. So weisen die Brauereien des Gebietes Eger—Karlsbad ein Minus von 19.1 Prozent auf, der Bierausstoß auf dem Gebiete der Äussig-Saazer Bezirkskommission ging um 17.8 Prozent, der Reichenberger um 17.7 Prozent zurück. Tel«- r Nr. SSL Freitag, 25. Teptemter 1836 Silo su» Spsnion Gefangene spanische RcgierungSsöldäten werden zur-Erschießung abgeftihrt 3aAesnemgLeiten. eine vor Serlckt In Wien steht ein Weib Vor Gericht, das sich wegen eines besonders gemeinen Mordes zu verantworten hat: eö hat ein junges Mädchen, das ihr als Dicnstbotc anvertraut war, langsam und mit satanischer Lust zu Tode gequält. Ein Sotidcrsall, gewiss! Aber doch auch ein Fall, der wieder einmal zeigt, wie schutzlos Dienst, boten sind, wie wenig sic sich gegen Mißhand- lnngcn oder auch nur gegen die schlechte Behänd, lung durch ihre Dicnstgcbcr zu wehren der. möge». Die armen Mädchen, die in der Regel vom Lande in die Stadt kommen, sind froh, nach vielen Monaten des Hungers und der Ent- behrung rin Dach über den« Kopf zu haben. Der Wendigkeit und Präpotcnz der„Gnädigen" sind sie von Haus aus nicht gewachsen; daS Minder» wcrtigkeitsgefühl ist in der Regel so grob, wie eS die Dicnstgeberin wünscht. Und die ist dann ost mit Erfolg bemüht, cs zu steigern. DaS Fehlen eines gewerkschaftlichen Znsannnonschlus- scS ist die Ursache einer weit verbreitete», unvor- stellbar grobe» Ausbeutung der Dienstboten: vom frühen Morgen bis zum späten Abend sind sic auf den Beinen und auch ihr Ausgehtag hängt vom Willen der„gnädigen" Frau ab. In nicht wenige» Fällen müssen sich die Dienstboten mit den Abfallen ernähren, die die Herrschaft übrig labt. Mit liebloser Behandlung muß fast jeder Dicnstbotc rechnen. Wie ost kommt cS vor, dab junge Müdchcn, die beim Verlust deS Dienst, postens die Aussicht haben, wieder arbeitslos zu tnerden und ohne ausreichende Fürsorge in der Grobstadt zu bleiben, auch sexuellen Mißbrauch dulden. Es ist eine Art von Leibeigenschaft, in der sich eine grobe Anzahl der Dienstboten befindet und der Fall Luncr lvirsl, trotz scinec Einzigartigkeit, ein Schlaglicht ans die Zustände, die in der Sphäre„Herrschaft und Dienst- gcbcr" häufiger herrschen als eö daS sonstige verbindlich-nette Gehaben der„gnädigen Frauen" ahnen läßt. Achtung! Radio Barcelona. Man schreibt nnS aus Barcelona: Erneut machet» wir darauf ausinerksani, da« die ENT und FAJ von Katalonien einen eigenen Sender errichtet haben, durch den sie regelmäßig Nachrichten über die Ereignisse in Katalonien verbreiten. Die Sendun- gtii finden zur Zeit in e lsSPr ach e n, statt, anßerdcin in Katalanisch und Spanisch. In ausländischen Sprachen wird gesendet jeden Tag zwischen 6 und 7 lihr abends und ztvischen 18 und 1l Uhr nachts, außerdem Sonntags zwischen tl Uhr nachts und 1 Uhr morgens deutscher Zeit. Wir senden deutsch Montag und M i t t w o ch 6 Uhr abends, Donners- »ag und Freitag halb..11 Uhr nachts, ferner Sonntag nachts auf Welle 41.55 Meter." Einbruch. Mittlvoch, nach Mitternacht, drangen unbelannte Täter in die Kasse der Landwiri- jchastlichcn Genossenschaft, Filiale in Dolni Ro- vcü bei Pardubitz ein und cntloenbeten insgesamt 12.588 KC. Dies ist binnen kurzer Zeit der zweite Einbruch in die Filiale der Pardnbitzer Landwirt- sckmsilichcn Genossenschaft. Ter Fall lvurdc früh entdeckt, worauf sich der Bezirksgendarmerickom- mandant in Pardubitz, Leutnant Hladik, und eine Gcudariiicricfahiidimgsstclle aus Ehrudim an Ort und Stelle cinfandcn. Gefangene Mörder. In Vclkä Dobroü im Bezirk Ujhorod lvurdc am Mittlvoch der 24jährige Alexander I r i nii verhaftet, der nach längerem Verhör gestand, den Doppelmord an dem Haager Josef Nnirin» und seiner Gattin in der Hegerei in der Nähe der Gemeinde Kaasov im Bezirke Trebisov verübt zu haben. Als seinen Komplicen gab Jrimi den 22jährigcn Andrej Svarn» aus Kasov an, der sich in Frauenkleidung, an dem Mord beteiligte. Die beiden hatten schon früher den Plan gefaßt, den Heger zu berauben, lvurden aber durch daS Erscheinen einer Äendar- mcriepatrouillc daran.gehindert. Nach vollbrachtem Mord f>chr Jrimi mit dem Zug nach Lop und von dort nach Vella Dobroü. Svormj wurde verhaftet und gab den Mord gleichfalls zu. Das geraubte Geld wurde bisher nicht gefunden. Die beiden Verhafteten wurden dem Kreisgericht Kaschau cingcliefcrt. Der Mordprozeh Luner. Mittlvoch sanden vor dem Gcrichtsgebäude, in welchem der Prozeß Luncr verhandelt wurde, Demonstrationen statt. Wiederholt lvurden Rufe laut lvie„An den Galgen mit ihrl",„Schlagt sie totl". In der Zcngencinvcrnahnie sagte als erster der Auto- mcchanikcr Philip aus, der in Beziehungen zur Schlvcster der Frau Luner gestanden hatte, doch brachten seine Aussagen nichts Wesentliches zutage. Bezeichnender und interessanter ist der Bericht einer anderen Zengin, der Mutter eines der früheren Geliebten der Luner. Sie erzählt im urlviichsigen Wiener Dialekt, daß ihr die Luner, als sie die alte Frau einmal besuchte,«ine Flasche gezeigt habe mit dem Spirituspräparat eines etwa vier Monate alten Embrhos und dazu hätte sich'die Luner geäußert„Dös ist von Ihrem Sohn, Frau Großmutter I" Dann wurde'noch eine.ganze. Reihe von Zeugen einvernoM'nicn, die über,das Vorgehen der Angeklagten aussag- len, wobei Hom Gerichtshof der Ansschluß der Oesfeutlichkrit beschlossen wurde. Ter Bundcs- bahnp'ensionist Reinisch sagte auS, daß er die Angeklagte 1811 kcnnengelernt und längere Zeit gut mit ihr bekannt gewesen, sei; seine Mutter hätte eS gern gesehen, wenn. er sic. geheiratet hätte, doch habe er mit ihr keine näheren Beziehungen' gehabt. Ein Lehrer der Tochter der Luner erzält dann, daß er das'Ehepaar in» Jahre 1832' kennengclcrnt habe und daß ihm die Luner durch'ihr etwas hysterisches Gehaben ausgefal» len sei. Der Zeuge hatte auch Gelegenheit, sich über die Behandlung zu wnndern, die die Luncr der Angnsrin zuteil werden ließ. Der^Frieden int Rundfunk. Am Mittlvoch beendete die'Konferenz, die über eine internationale Konvention betreffend, die Vcrwendung. dcs Rundsuuls im Interesse deS Friedens, beriet,.in- Genf ihre Arbeiten. Das provisorische.?lbkommen setzt fest, daß der Rundfunk niemals in einer'der. Internationalen Freundschaft widersprechenden Art benützt werden darf. Außerdem wird zwischen den für die ausländischen und für die inländischen Hörern bestimmten Nachrichten unterschieden. Bei den. ersteren sind alle jene Nachrichten verboten/ die den inneren Frieden und die Sicherheit'dieses oder jenes Landes bedrohen könnten, bei den letz», t crcn«solche Nachrichten, die. zum Kriege oder zu Handlungen. au«.fordern,. die zum.„Kriege sichren könnten.:Das: Abkommen sieht auch ein.Schiedsverfahren'für strittige.Fälle vor." Ein Deserteur. In-der Gemeinde Andornay iin Bezirk Haute'Saone(Fräiikreich) verhafteten Gendarmen einen47jährigcn Mann. der zu Bc-- ginn-des Weltkrieges im-Jahrc' 1814 ais:25jjih.« riger aus der Armee desertierte und/sich seither, alfo-ö2 Jahre lang,'aiif dem Gute seiner Eltern' verborgen hielt,-die ihn als verschollen ausgäben. Seiner Existenz kacken die-Nachbarn durch einen' puren'Zufall'auf die Spür,' als'er nämlich'einen heftigen.Streit'mit seinem Vater' hatte.'Der Verhaftetes- ein sranzösischcr Staatsangehöriger? wird als Kriegsdesertcur vor'Gericht gestellt wer-, den. Wen» seine Existenz noch drei Jqhre verborgen'- geblieben wate: hätte seine Tat gerichtlich' nicht mehr'geahndet-werden"können.>'-' Telephonistin, verschuldete die Katastrophe, von-.Lourdes,- Durch die' llntersüchung/der' Isr-, fachen her Eiseiibahnkätastrophe.bei LourdeS,. die 1 18 Menschenleben forderte,.lvurdc fcstgestellt, d'aß die Hau'ptverantivortung auf hie 4 4 jährige Bahn- hofstclcphonistin fällig die die telcphbntsche Mel- divtg.von- der. ,vorhergehenden Station nicht ent- gegdiinähm.' Die- Station Meldete,' düß sich.'M Zuge- ein- Reisender, ohne Fahrkarte: befinde,'hie. Telephonistin, glitübte Mer,. daß es sich Ny» Pie übliche Meidling über: dje"freie Dprchführt des Schnellzuges ohne Aufenthalt handelte und meldete dem- Vcrtrefer- des Skätjonsvorslaiides, daß er den' Befehl zur- Ahfähr't,«des' Perso'üenzugeS geben sünne-.-.Die Telephonistin, und der Zügs- fiih'rcr deg Persosieilzüges. wurden verhaftet,' ' Neuer russischer.Höhenflugrekord.'.Die„Le- ningradskaja Pravda" ,berichtet, am 1.5.. September über einen neuen"' soivjetrussifchen Höhenflüz- rskord,'.dendcrHilvt'JuMasche>v.äM 14. Sepkem-i ber. d. I..ausstellte. ,-Jumaschew. erreichte mit einer Fracht, vpn'.'fünss ToMeii esst'e' Höhe von8182 Meter»,. lvnhrend der■ bisherige• internationale Nekckrdinhhber,s eine; Franzose, äm'16. Juli.'1-884! nur"8640Meie^errMste?..- Enornier Rückgang der Ehescheidungen in der SSTR. Tie„Leningradskaja-Pravda" berichte: in ihM"-N.vlmcrr.voüce1,.7.,ßevtcmh;r^h'-Mch, der Pci^jfentlichmin des'- Gesetzes' lihcr.d'äs Abore- tusverbqts-uher'.die/ Erhöhung, der" GehurtShilfin llslv.'eine/bedeutende Abnahme der Scheidungen zu verzeichn.eyyist?/ Im' Wai«Juni',i.aIso>vors'derl Publizierangl-deS.-erwähnten: Gesetzes," wurden'M Leningrad.781-6.,„Ehrn/mtd-458.8.!Scheidüngön- registrieH? /Kn- de». zwM Monaten iJuli-Pugust,- also /»ach- der- Verössentlichung des. Gesetzes:. lvur». den 7888 Ehen geschloßen, aber nur 788 Scheidungen durchgeführt. Die Anzahl der Scheidungen. ging also auf ejn Sechstel zurück..Daß dieser Rückgang wirklich enorm'ist,.geht wohl am besten'.auch.daraus hervor, daß-in den gleichen zwei Monaten des Vorjahres 8415 Scheidungen zu' verzeichnen. Ware». Seltsame Klubs. Ist Lhüdon-ist ein„Klub der Einzelgänger". gegründet worden, der ausschließlich. Junggesellen Md Witwen.afs Mitglieder äufnimmt. Ein ebenso seltsamer Verein ist der „Henpeckcd-Husbands-Cllch"(Klub der von der Henne gestochenen'Ehemänner), svas.'soviel wie Klub der Gehörnte» bedeute», füll,. und. hat sich durch seine exzesttrische» Veranstaltungen schnell ein gewisses RenoMmö verschafft: Noch merklvür- digere Vereilisgebilde lvaren bis vor'kurztn>: ebenfalls in'London, der„Klub der Mcnschentöter", der aus fanatischen Duellanhängern bestand, und der„Ewige,Klub", von dem laut Statut zu jeder TageS- und" Nachtzeit mindestens ein Mitglied in den Klubrüumen.'anlv.csend.sein.nmbte. Bei einem Brand des Klubgebäüdes mutzte die Polizei Gewalt amvenden, um das anwesende Mitglied aus dem Gebäude, zu'entfernen. Dabei wurde gleichzeitig an Hand einer sorgsam! geführte» S'täiistil fcstgestellt, daß die Mitglieder des Klubs innerhalb der 58 Lahre seines Bestehens nicht" weniger als 47,888 Liter Portwein,.88.888 Faß Bier, 288' Tonnen'Liköre getrunken und 58 Tonnen Tabak geraucht hattest:■ ■ Tristan Bernard und die Prelle. Tristan Bernard hatte dieser Tage.einen'Freund zu'trösten, einen Deputierten, der" von.seinen Gegnern it» einem politischen Wocheiiblatte heftig angegriffen wurde:^Bernärd. hatte Mühe, ihn zu be- ruhigc» und ihn»,it folgenden Worten davon äb- zuhallcn, einen Prozeß- anzustrcngen oder fönst Irgend etwas zu- il'Nternchmcn:.„Mein Lieber,- die Hälfte' dersestigcn,- Leute:-die" did'Zeitunss gelesen haben,, haben den- betreffenden Artikel" nicht be- mcrkt, Die Hälsic, die'ihn bemebkt hat, hat ihn nicht.gelesen.. Die.Hälfte, die ihn- gelesen hat, Hut ihn nicht verstanden» Die Hälfte: die. ihn verstanden hat, hat-ihn: nicht erlist-genommen.'"Und dieHälfte! die- ihn, ernst'geMminen. chqt,. spielt überhaupt keine Rolle Gehr.":Der beleidigte Po- lititer.ging beruhigt..nach,Ha»»sc.- ,. . Liquidierung der albanischen„Rcvolutions. 'briesmarkcn". Eine der, letzten:albanische»,Revo- -lutionen hatte für die philgtelistischc Welt; mso- fprst-Bedeutung gehabt, als einige,aus-Albanien stammende Brtefmarken ni.it den» Ausdruck„Epire autonqme, Eöryza"strngen,:.Man war zunachstge- neigt, diese Marlen für. wertvolle Kuriositäten zu halten,-bis- sich" herausstellte,, daß die-Stelle, die sie herausgeftcben.hatte, hierzu,amtlich.nicht-befugt- war.- Pie Marken; sind infolgedessen-' als wertlose. Privaturkunden i anzusehcn. Außer, dein philalclisiischen hat es jetzt- aber auch ein juristisches Nachspiel.gegeben, denir ejnige der„Herausgeber", die die Fälschungen bemp.> eigenmächtigen drucke»auf.'Korsu»Vpvijbt- hättest? sind i nunmehr. in Kocsn- zu Gefängnisstrafen von anderthalb Jahren verurteilt worden.; Titulesk» und der Kellner. Anläßlich-der Gerüchte, die.über-den Ursprung der Krankheit Tiiu- lescu» im-Umlöiif sind, erinnert: die Pariser Presse a» den Ausspruch der großen rumänischen' Staatsmannes nach einem Attentaisveilsuch' im Feber, der im ZugesEalajs—Paris-gegen-ihn apsgeführt wurde!.' -/„Dis"internationale Maffia hat seit einigen Jahren vier Männer zuip.Tode verurteil«,", wate er damals, „den sKanzler''Dollfuß,. Könjg' Alexander'," König Boris'post Bulgärsen-stind /«sich"- Ich/zjveifle- nicht daran, datz W. ihr einer Tages gelingen wird, ihre PlLne:durchzstführen.-"-/-s-7 In-einen».Salon in Bukarest wgrf man. TituleScu.seine» Machthunger vor. Dä.erAMeier^elnele.istf!iche',ÄesKMsV',WS'ich/"dgs ."I.MemädpiP.ärjs^W^'iM.d./smrHo.ieluickbgeftscgsn' >vac, horte- ich, wie»»ich der Etagen-Kcllner aus : rümhstisch-'grüßte-.^fr^plmchertzenuejne.-.Wellt:,'! Er > erzählt« Mi,<-dgß«r-i seit:.sttzb'e'»'r8ähr«)i b,insFrank- rcich lebe.„Gesällt.cs Ihnen hier?" fragte ich ihn, „Haben Sie nicht manchmal Heimweh?" Er lacht« und zuckte die. Achseln:„Aufrichtig gesagt,Exzellenz, ziehe ich e» vor, Etagcn-Kellner in Pari» zu feist als Minister In Rumänien." Und nach einer Pause sügte TituleScu hinzu:"„Man kann Mir" also' kailm vorwersen, daß»nein Wunsch nach Macht ullzu hoch gespannt Ist."' Eine jugendliche Greisin., Vor-kurzem starb'.!» UsiuriSk in Sibirien, 68 Jahre alt, eine Frau Anna Tschernolvitsch, die bi» zu ihrem Tode die körperliche Frische und Farben ihrer allerersten Jugend bewahrt, hatte. Mit vierzig Jahren lvolltc«In reicher Farmer sie heiraten und nin die Einwilligung ihrer Eltern bitten,' da er sie für minderjährig hielti Al» sie starb, sah sie nicht älter au» als zwanzig Jahre. Ihre Haut war ohne Runzeln geblieben; auf ihre Augen, Haare und Zähne hätte ein junge» Mädchen stolz sein können. Diese» Phänomen hat die Aufmerksamkeit der ruffischcii Wlsienschmtler auf sich gezogen, die nm die Erlaubni» nachgesucht haben, den Körper zu gor- schungszwccken zu exhumieren. Die Kamera im Brillengestell.-Im Verfolg-der großen Spionageassäre de» Leutnant» der amerikanischen Marine FernSworth hat die amerikanische Polizei einen Spion verhaftet, der eine große Hornbrille trug. Da» Gestell dieser Brille enthielt einen winzig kleinen, aber unerhört präzisen photographischen Apparat, der überhaupt nicht Zu entdecken war. Der Spion faßte gelegentlich an.die Brille, wie: um sie etwa» fester zu rücken. In Wirklichkeit machte er die Ausnahme. Nach der Kamera im Knopfloch dürfte dieser Apparat der feinste sein, dessen sich bi»« her Spione bedienten.. Ein neuer Filmtrust im Werde». Die drei größten Filmgesellschaften der Welt, die Gaumont British in London und dl? Metro'Goldwyn und di« Fox-Film in Hollywood, haben sich jetzt nach langen Verhandlungen entschlossen, gemeinsam ihr« Produkte zu vertreiben und den Markt unter sich aufzuteilen. Die drei Filmgesellschaften stellen etwa drei Fünftel der Weltproduktion im Film überhaupt dar, und werden al» Trust in der Lage sein, tatsächlich alle Preise und-Bedingungen zu diktieren. Wie weit die Bertnistung auch da» künstlerische Niveau hebe» wird, bleibt abzuwarten. Bau der neuen Bahn Bimstli Byslrica—Diviaky —Hur. Stubna. Durch den mächtigen Gebirgszug der großen Tatra, in der Mittelslöwakei, der sich südlich von der mittleren Waag und nördlich vom Mittellauf de» Gran erhebt, und von der Eisenbahnlinie Brütky—Kremnitza—Zvolen—Banskä Bystrica überquert wird, wird nunmehr auch durch eine andere Bahn erschlossen werden, die von Banflä Bystrica nach Horna Stubna und Diviaky fahren wird. Per. Bau de^ neuen Bahn wird am 28. September d. I. »n Anwesenheit de» Präsidenten der Republik feierlich eröffnet werden. Die feierliche Eröffnung der Arbeiten wird.iin Zentrum des Höhenzuge» bei. dem längste»» Kungel..(45Y8 Mctxr) erfolgen. Die Blch» wird bei einer Länge von 48 Kilometer elf Tunnel» von mehr al» 11 Kilometer Länge passieren. Sie wird in technischer Hinsicht den Höhepunkt de» Eiscn- bahnbaues in der Republik darstcllen. Die Kosten de» Eisenbahnbaues werden sich auf mehr al» 800 Millionen Kt belaufen. Tie eigentlichen Bauarbei- tcn werden im Frühjahr de» nächsten Jahre» beginnend Der Bau selbst wird bi» Ende de» Jahre» 1880 dauern.. AuSstelümg von Armut»- und Mittellosigkeitszeugnissen. Bezüglich der Ausstellung von Armenzeugnissen zur Erlangung de» Arme»rechts im"zivilgerichtlichen Verfahre» wurden neue Bestimmungen auSgcgeben, denen zufolge der Gesuchssteller sowohl ein AintSzeugni» über seine persönlichen Bcrhälstlisse al» auch rin eidesjtaitlichc» Bekenntnis über da» Vermögen und-Einkommen vörlegen muh. Da» Amts- zeugnis über die persönlichen Verhältnisse(Armutszeugnis) stellt die Gemeinde de» Wohnsitze» au»-oder — wenn der Gesuchssteller einen solchen innerhalb der Tschechoslowakei nicht hat— die Gemeinde, in der sich der Gesuchssteller eben aufhält. Bezüglich der Ausfertigung der eidesstattlichen Bekenntnisse: der Partei haben die Gemeinden keine Verpflichtungen. Schlechtwetter. Von der Vorderseite eine» umfangreichen Drucktiess, da» sich über.dem Atlant!-- scheu Ozcan ausbildet, ist bereits gegen Frankreich warme Lüft vom^üdwcsten vorgedrungen.'Donnerstag nachmittags wurden dort überall 24 bi» 25 Grad Celsius verzeichnet. In ganz Mitteleuropa nimmt der Luftdruck beträchtlich ab, wa» bedeutet, daß sich die Einwirkung de» Tiefs auch auf da» Festland auöbrciten wird. Einzelne Randstöriingeu dürften später auch bei un» eine Wetterverschlechterung, vorerst noch bei übernormalen Temperaturen, veranlassen.— Wahrscheinliche» Wetter- Freitag: Wechselnd belvölkt bis heiter, Frühnebel,-.untertags Erwärmung? ruhig oder Südostwind.— Wetteraussichten-für übermorgen: In Böhmen vom Westen her Zunahme der. Neigung zu.Gewittern," sonst wechselnd bewölkt bis heiter, ziemlich warm, Winddrehung gegen Südwesten... Vom Rundfunk lM*fahlMBw«rtai mm Maa Fthtmimm Samstag: ' Prag 10.05: Deutsche Presse, 12.10: Schallplattenkonzert,. 14.40: Deutsche Presse, 15: Dänische Mufik, 16.05: Schnllpiaitcnwnzcrt,. 17.55: Deutsch: Sendung: Dr. Laven: Vor dem morgigen Fnßballändcrkampf LSR. gegen. Deutschland, 18: Christian Grabbe: Ein Spiel in fünf Stationen: 18:45: Deutsche Presse,' 22J5:'"Tanzmusik. M Brünn 12,85: Salonörchester, 17.40: Deutsche Sendung:Wttsikstunde für Kinder,. 21.-: Opernabends Kaschnu' 12.05; Schallplattenkonzert?— Mährisch-: Ostrau 11:.Blechmusik,. 18.88: Overngesänge auf Schallplatte».' / Nr. 224 Freitag, 25. Septeniber 1936 Seite 5 Voiksuiiktsekast iwul Somtfwfttifc Zehn Jahre Hellfonds der öffentlichen Angestellten P r n g.(rb) Der H e i l f o n d S der öffentlichen Bedienstete« veranstaltete Dvnnerötag vormittags im Prager Ne. präfentationShau» eine Festsitzung anläßlich des zehnjährigen Bestandes deS am 1. August 1023 in Kraft getretenen Gesetzes vom 15. Oktober 1925, durch welches die Krankenversicherung der öffentlichen Angestellten eingeführt wurde. Der Borsitzende deS HeilfondS, Genoss« Dr. K o t»k, begrüßte die zahlreichen Vertreter verschiedener Behörden«nd Korporationen, vor allem die persönlich erschienenen MinisterGenosfe Dr. Lze ch, Genoss« Ing. Neias und D r, B l a s ä k, worauf FUrsorgeminister Gen. ing. Neäas daS Wort zu einer Begrüßungsansprache ergriff. Nach dem Hinweis daraus, daß in diesem Jahr bereits ein anderes groheS Jubiläum unsere« Sozialgesetzgebung begangen werden'konnte, skizzierte er den histörischen Werdegang des Gesches vom 1. August 1926, zu dem die ersten Anregungen bereits im Jahre 1929 gegeben wurden. Der FUrsorgeminister Ivie» auf die Schwierigkeiten hip, die zu überlvindcn waren und stellte fest, dass die seitherige Entwicklung zu der Hoffnung"berechtigt, dah die heute schon Im wesentlichen bewährte Krankenversicherung der öffentlichen Angestellten in Zukunft eine weitere Vervollkommnung erfahren, werde, an der der Staai besonders interessiert sei 1— einerseits als Dienstgeber, anderseits als Wahrer der Volksgesundheit, Die Beseitigung heute noch bestehender Mängel habe allerdings zur Voraussetzung, dah sich die kritischen, aber auch konstruk» tiven Fähigkeiten aller Beteiligten bewähren. Es sei zu bemerken, dah di« Einnahmen de» Heilfonds von seiner Gründung an rund eine Milliarde KL ausmachen, wovon den Versicherten nicht weniger als Süll Millionen KL für Heilbehandlung zugewendet wurden. Genoss« Ing. NeLaS ging dann auf die verschiedenen Verbesserungen im Laufe der letzten Jahre ein, und würdigte die Sanatoriums- und Kurpslege, die durch den HeilfondS organisiert wurde. Die Versicherung der öffentlichen Angestellten sei ein weiteres Glied im System Mer Um-, fassenden Soziälütrsicheüing, die noch zu>rgänzen sei durch eine zweckmässige A r beit» l o s e N- v e r s i ch e r u n g ynd durch die Versicherung der s. e lbständig Wirtschaftenden. Der Fürsorgeminister schloss mit Dankes» Worten an den Vorstand, die Funktionäre und die Mitgliedschaft für die geleistete Arbeit und Unterstützung. Nach der mit Beifall aufgenomnienen Rede des Fürsorgeminister» nahm da» Wort Vorstand Genoese Dr. Kotek zum Festreferat. Zunächst dankte er den früheren Fürsorgeministern, unter.ihnen dem Genossen D r. C z e ch, für all« Unterstützung und Förderung.. Er betonte die grohe Bedeutuna der Krankenversicherung der öffentlichen Angestellten, die verhältnismässig spät durchgeführt werden konnte — nicht zuletzt aus dem Grund», weil die von ihr erfassten Kreis« früher nicht da» richtige Verständnis für das Wesen einer öffentlichen Versicherung zeigten und vielfach in deren Leistungen eine herabwürdigende Unterstützung sahen. Erst da» Vorbild der Arbeiter« und Angestelltenschaft brach einer besseren Erkenntnis Bahn. Es waren schwierige Zelten zu überwinden, ehe die heute vorwiegende positive Einstellung zum System einer öffentlichen Krankenversicherung sich durchsetzen konnte. Dr. Kotek verschwieg keineswegs, dah auch der heutige Zustand Nicht al» vollkommen zu bezeichnen sei, doch könne die Erwartung ausgesprochen werden, dah die weitere Entwicklung sich gedeihlich gestalten werde, war der Re« ' serent durch einen Ueberbltck über die vollbrachten.Leistungen, insbesondere auch auf dem Gebiete 4>er präventive» Gesundheitspflege belegte. Zutzi Schluss appellierte der Referent an die Mitarbeit "unh, Unterstützung. sowohl der amtlichen Stellen als äuch der Mitgliedschaft. 'Die Versammlung nahm sodann unter Bei« fall den Text von Begrüssungstelegrammen an Präsidenten D r. B« n e ö, Präsidenten T. Ä. Masaryk und Ministerpräsidenten Dr. H o d die sonst für. die Bewegung wichtige Genossen belasten und sie dem weiteren Kampf entziehen würden. Im MüstergefängniS zu Madrid schreibt er Aussätze über die Taktil im Bürgerkrieg, über Bündnisse mit. nichtsozialistischen Parteien, über die Strategie der Partei..im Kampfe mit dem Faschismus-über die Erfahrungen" deS spanischen Oktober...Das Gericht verurteilt'ihn zu neun- z« h n Jahren K e rk e r. Mer schon ist zu erkennen, dass die Sieger deS Oktober keine Sieger waren, fegt der Sturmwind der Feberwahl die .Vertreter der monarchistisch- klerikal- feudalen Ende 1936 abläuft. Die neuen Verhandlungen werden, voraussichtlich bereits im kommenden Münat'beginnon. Bei den neuen Verhandlungen wird eS sich darum"handeln, der tschechoslowali- schen Exportindustrie ein« bessere Position auf' dem ungarischen Absatzgebiet zu schaffen als dies im ablaufenden Kompensationsvertrag der Fall war. Die Frage des Holzexportes nach Ungarn wird gesondert und schon in den nächsten Tagen behandelt werden. Lin bürgerliches Urte» Über Hitlers Lohndiktat In einer Bemerkung zu den Verhandlungen in der mittelböhmischen Metallindustrie schreibt der„Prager Mrsen-Courier" Wer die Weigerung Hitlers, eine Erhöhung der Löhne zuzulassen: „Auf dem Nürnberger Parteitag wurde jüngst verkündet, der einzelne Arbeiter dürfe an Lohnerhöhungen nicht denken, solange daS Kollektivum Deutschland nicht in wirtschaftlicher Blüte stehe. Erst müsse die Lohnsumme, welche in Deutschland insgesamt zur Verfügung stehe, sich erhöhen, dann dürfe der Arbeiter deS einzelnen Betriebes an eine Lohnerhöhung denken. Wenn Arbeiter der einen Branche, so führte der Reichskanzler aus, sich von dieser Lohnsumme mehr nehmen als sie jetzt haben, müssten die Arbeiter der anderen Branche weniger bekommen. Dieser Standpunkt, theoretisch und praktisch unrichtig, b r e m st den natürlichen AufstiegdcrAr- b e i t e r k l a s s e, er bremst vor allem jeden Aufstieg der K 0 n s u m k r a f t, Abgesehen davon, dass ein Lohnfonds in einer Volkswirtschaft nicht existiert, dass dies ein theoretischer Begriff ohne reale Grundlage ist, widerspricht es den Grundsätzen der Gerechtigkeit, die Ein- k 0 m m e n der U n t e r n e h m e r w a ch s e n zu lassen, die Einkommen der Arbeiter über zu bremsen.", DaS erste Budget der Arbeiterregierung in Neuseeland sieht eine Erhöhung dir Einkommensteuer und die Wiedereinführung einer progressiven Bodensteuer vor. Die Ausgaben sind bedeutend höher veranschlagt, hauptsächlich wegen der Erhöhung der Pensionen und Wiedergutmachung der Lohn- und Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst. Oefsentliche Arbeiten werden zu 10 Mil- lionen Pfund finanziert. Ein Drittel der Gesamtausgaben dient soziale»Zwecken. Land unter sozialistischer Regierung. Die wirtschaftliche Konjunktur Norwegens entwickelt sich unter der sozialistischen Regierung weiterhin günstig. Nach dem Bericht deS Statistischen Zen- tralburcans hat die Aufwärtsentwicklung in den Sommermonaten weiter angehalten. Sowohl die Prödültion als auch, die"Beschäftigung haben iiy7 ersten Halbjahr Rckordzahlen zu verzeichnest/"' Auch der Geldmarkt hat eine weitere Belebung erfahren. Der. Gold- und Valutenbestand der norwegischen Bank ist auf 285 Milliarden nor- ivegische Kronen gestiegen und hat damit die doppelte Höhe, von 1934 erreicht. Der Produktionsindex lag im ersten Halbjahre 1936 um 8 Prozent höher als im Vorjahre. Die stärkste Belebung hat der Baumarkt erfahren. Hier ist die Indexzahl von 73 im Juni 1935 auf 108 im Juni 1936 gestiegen. Australisches Einfuhrkontingent für Fensterglas. Der Tschechoslowakei wurden für das vierte Vierteljahr, das am. 31. Oktober 1936 endet, folgende Einfuhrkontingente für Fensterglas(anderes als Gärtnereiglas) zugestanden: Fensterglas im Gewicht von.16 Unzen— 12.152 Quadratyard, von 21 Unzen— 11.304 und über 21 Unzen 1625 Ouadratyards. Reaktion von der Tribüne der spanischen Politik. Fernando schreibt: ich bin schon seit sieben Tagen auf freiem Fuss und werde in Madrid bleiben. Hier geht alles gut..., „Hier geht aUes gut", das hieß, die Arbeiterbewegung hat sich von der Niederlage erholt, ist zur Offensive übergegangen, wird, wenn es notwendig ist, auch mit der Waffe in der Hand kämpfen, denn Fernando, sah mit scharfem Blick, dass der Oktober nicht der letzte Kampf gewesen sei.„Derzeit ist di« nächstliegende Ausgabe der Arbeiter dieses Landes der Kampf darum, Partei und Gewerkschaften in die Lage zu versehen," die Revolution zu verteidigen; keine leichte und keine schnell zu lösende Aufgabe," schrieb er in einem Artikel. Fernando widmete sich dieser Aufgabe. AIS die Landsknechte der Reaktion die Massen gegen die Republik, die wirklich Republik sein wollt«, erhoben, als die proletarische Armee Spaniens auS dem Boden gestampft werden mußte, standen mit als erste Abteilungen die Bataillone der sozialistischen Jugend im Kampfe. Kommandant de» Bataillons„Octubre"• war Fern an d 0 de Ros a. Es kämpfte i n d e rS 0 m 0 s i« rra, e» "eroberte in hartem Kampfe. den von den Meu-" terern besetzten Ort PeguerinoS. Wenige Tage" später trifft ihn die tödliche Kugel. An seinem Grab, senken sich die" Fahnen,, stehen die Kameraden, Italiener und Spanier.' Beide verlieren einen Kämpfer," die einen im Kampf von heute, die anderen.im Kampf von morgen, einen Kämpfer, wie unsere Zeit ihn erfordert, der zu kämpfen wusste mit der. Waffe de» Geistes und den Waffen des Bürgerkrieges, be- seeli von dem Gedanken, den er einmal zur Frage des Bürgerkrieges"'formulierte, von dem stählernen„Willen zu siegen". rw. Gelte 6 „Sozialdemokrat" Freitag, 25. September 1036. Rr. 224 AaqerHeltlmq Ein PaB läuft ab * Das Ehepaar hat sich zur Ruhe begeben. Plötzlich richtet sich die.Gattin auf:„Berthold, hörst du cs auch?"— Er verneint:„Was ist es denn? Was hörst du?"— Noch ein Weilchen lauscht sie, um endlich mit einem tiefen Seufzer zu flüstern: „So. jetzt ist er endlich ganz tzerausgckommenl"— „Bum TeufelI Woraus ist wer gekommen?!"— „Mein Hut... aus der Mode gekommen." Diese amüsante Anekdote las ich letzthin in einer Zeitung. Und ich fühlte mich sonderbar betroffen, lvcil ich gerade einen Tag zuvor eine ganz ähnliche Vorstellung gehabt halte, die allerdings durch einen viel crusthafteren Anlast hcrvorgcrufen worden Ivar. An diesem Tage lief nämlich mein Past ab. Unter normalen Umständen ist da» weiter keine aufregende Angcicgenheit. Plan geht hin und lästl sich einen neuen Past anSstellcn, oder mau wartet damit in aller Gemütsruhe, bis mau für eine Reise einen Past nötig haben wird. Für jemanden aber, der sein Heimatland als politischer Flüchtling Hai verlassen müssen, ist der Ablaus des Passes ein sehr bcdeutsanicr Vorgang, Man ertappt sich lvirklich bei der Vorstellung, dast man das Abläufen des Passes als ei» feines Surren hören tönnte und es um Mitternacht des letzten GcltnngSlagcS mit einem leisen Knacks unabwendbar enden müsste. Solange der Past noch galt, war man trotz mancher Beschränkung immer noch ein freizügiger Mann, Man. hätte dahin und dorthin reisen können, wenn man es gewollt oder gemusst hätte. Damit ist es nun vorbei. ES ist, als ob von nun an an den Grenzen des Landes, das dem Flüchtling das Astzl gewährt, ein unsichtbares, aber undurchlässiges Gitter aufgerichtet wäre, das sich nicht ohne weiteres öffnet. ES ist ein JnterimSpatz als Schlüssel nötig und auch besonderer Visen bedarf er nun in diesem und jenem Falle.„JnterimSpass"— die Bezeichnung drückt nur zu genau den interimistischen Zustand aus, in dem der politische Flüchtling lebt, interimistisch in jeder Beziehung, wobei sich die Absurdität ergibt, dast" das Interimistikum zum Dauerzustand wird und doch in allem interimistisch bleibt, ein Zustand, der mit dem Ablauf dcS bisher noch gültigen Passes um einen bedeutenden Grad verschärft wird. Ein so kleines Büchel bekommt mit- einemmal ein Gewicht und sein plötzlicher Fortfall lässt das Dasein des Flüchtlings in eine noch ungewissere Schwebe gleichsam aufschncllen. Der Betroffene, betroffen in jedem Sinne des Wortes, fühlt genau, wie der Schwebezustand an> letzten Tage der Gültigkeit seines Passes sich einftcllt, wie er ihn inS Ungewisse abglciten lästt. Und mit gemischten Gefühlen lauscht er dahin, wo der Past verwahrt liegt und von Stunde zu Stunde unaufhaltsam„abläust". Und dann ist es geschehen. Der Betroffene hat das Gefühl, dast seinen Füssen wiederum eine Planke entglitten sei, und von einer Stunde zur andern ist sein Dasein noch fragwürdiger geworden. Neue Kulturverbands-Ortsgruppe. Für Nulle und Umgebung(Michle, Pankrac, Podol, Krö) wurde eine Ortsgruppe des KulturverbandeS gegrün- MitteUungen aus dem Publikum. Tun Sie etwas für Ihren Körper! Letzten Ender ist er Ihr grötzteS Kapital, denn mit Ihre» Händen, Ihrem Kopf schaffen Sie Arbeit und Verdienst I Es gibt doch so einfache, billige Mittel, kräftig uno widerstandsfähig zu bleiben l Regelmässige Einreibungen mit Alpa-Franzbranntwein zum Beispiel, sorgen dafür, dast Ihr Körper(und damit auch Ihr Geist) allen Anstrengungen gewachsen istl Diese kleine Pflege sind Sie Ihrem Körper schuldig: das wird auch Ihr Arzt bestätigen. det, welche die dem Kulturverband zufallenden Schulangelegenheiten behandeln wird. Es find bereits 100 Mitglieder beigetreten und man rechnet mit weiterem Zuwachs aus den Reihen der etwa 100V deutschen Wähler dieses Bezirkes. Als Obmann wurde H. D i e b I, Buchdrucker, gewählt, als Stellvertreter Geuosie Ernst S t r n a d, an welchen auch Anmeldungen gerichtet werden können.(Ernst Strnad, Nusle II., ip. 855, Reforma-Häuser.) Eine Grablegung Prag.(rb). Die Sache begann damit, dast der Schneidermeister Bohuslav P» r cs mit dem Weltschmerz zu tun bekam, als er hörte, dast seine frühere Geliebte einen anderen heiraten wolle. Als er eines Sonntags mit feinen Freunden, dem Stukkateur P l o k i i und dem Greisler D r t i v i r beim Bier säst, gestand er ihnen sein Herzleid und wurde immer wehmütiger, je mehr die Zahl der Striche auf seinem Unterkatz zunahm. Wie das schon zu gehen pflegt— die Freunde hatten daran ihre„Hetz" und taten ihr möglichstes, die triste Stimmung ihres Kumpan» noch zu steigern. Auf dem gemeinsamen Heimweg erreichte der Jammer des armen Phr seinen Höhepunkt.„Zu gar nichts mebr bin ich mehr gut, niemand meint es gut mit mir. Am besten wäre es, sich eingraben zu lasten". Dieses Wort fiel wie ein zündender Funken in die berauschten Gemüter.„Eingraben lasten— jawohl— wir werden dich eingraben..." gröhlten sie und ehe sichs der arnie Phr versah, hatte sie ihn gepackt und auf die Erde gedrückt. Sie waren gerade in einem Wäldchen und während der kräftige Drtivir den Schneider zur Erde prestte, grub Plokib mit einem Eifer, der einer bessere» Sache würdig gewesen wäre,«in Loch in den lockeren Boden und dann machten sich beide mit vereinten Kräften daran, den lebensmüden Kameraden„zur ewigen Ruhe zu betten". Dem aber war inzwischen der LcbenSüberdrust vergangen und er begann wirklich um sein Leben zu zittern. Auf seine gellenden Hilferufe eilte der zufällig in der Nähe hefindliche Heger herbei und machte der Szene ein Ende. Der arme P tz r machte damals bei der Gendarmeriestation eine Aussage, die den beiden Grablcgcrn eine Anklage wegen des Verbrechens dec öffentlichen Gewalttätigkeit.durch. Beschränkung der persönlichen Freiheit eintrug. Als Zeuge bei der Verhandlung gab er sich zwar ersichtlich Miibe, seine Kameraden nicht unnötig zu belasten, musste aber den Sachverhalt im ganzen doch zugebcn. Das Urteil fiel indesten milde aus, denn da festgeftellt wurde, dast die beiden Angeklagten vollständig betrunken waren, erhielten sie dlost 48 Stunden Arre.st wegen dcrUebertre» tung der Trunkenheit b.edingt— und natürlich eine nachdrückliche Ermahnung, derartige Scherze in Hinkunft lieber zu unterlassen,., Xunst und Ufern Der Himmel auf Erden. Eine Erstausführung im Theater Voskovecu. Werich bedeutet immer spannende Erwartung des Wochen vorher auSvcrkauftcn Hauses, Ihre„Haderiibastade" über, siedelte aus dem engen>,Gefesselten Theater" in den Saal des„Befreiten Theaters", wo auch Mittwoch vor einem überfüllten Zuschauerraum, vor einem Publikum, das jede auch nur wie absichtlich hinge- worfene Bemerkung, applaudiert und bejubelt, die neueste Revue:„Der Hinmiel auf Erden", ihre Franz Grundmann Wie’s a aler Froind d’rzählt Um das Andenken Franz Grundmanns, des vor einem Jahrzehnt verstorbenen isergebir- gischcn Arbeiterdichters, zu ehren, veranstaltet heute unsere Prager Parteiorganisation einen Grundmann-Abcnd. Ans diesem Anlast übermittelt uns ein Freund Grnndmanns einige Erinnerungen an den Mann, der Dichter und Organisator, Heimatliebender und Internationalist war und dies alles sein konnte, weil er ein echter Sozialist war. Es sind vierzig Jahre her und der Schreiber dieser Zeilen war ein Mittelschulbub in Wien. Dio Haupistadt hatte stürmische Zeiten. Endlich sollten die Arbeiter das Wahlrecht bekommen, um das so lange und mit aller Kraft einer jungen Bewegung gestritten worden war. Im Staat regierte Baden!, in Wien und Niederösterreich Lueger. Der hatte die demokratischen Allüren der Kampfzeit längst abgetan und sich völlig dem reaktionären Zünftlerium verschrieben. Auch gegen die Luegerei hatte die junge Arbeiterbewegung zu kämpfen. Neben der nun täglichen„Arbeiter-Zeitung" gab cS jede Woche die „Volkstribüne" und alle vierzehn Tage das satirische Witzblatt„Neue Glühlichter". Und da standen nnn immer die Berichte des„T r o u m« G u st l" in einer merkwürdigen und gar nicht leicht zu lesenden Sprache, die dem Vernehmen nach irgendwo fern im Norden von Glasarbeitern gesprochen wurde. Einer von ihnen war der Troum-Gustl. In seinen „Trcjmen" erschien ihm der polnische Ministerpräsident mit einer groben SchuapSflasche im Arm, von den Zeichner» Graetz oder Kaskeline liebevoll hin- gemalt. Da war von. einem gar scharfen Bezirkshauptmann Rapprich die Rede, von Lieferanten, Fabrikanten und Exporteuren, die den Schleifern, Drückern, Glasmachern und Gortlern das Leben schtvcr machten und von allerhand anderen Loitn und Karl», die dem Troum-Gnstl all ihre arbeite» seiiidlichcn Gedanken und Pläne verrieten. Geschrieben war das immer von einem Franz Grundmann. Erst Jahre später erfuhr ich, wer das war: einer der ersten Wortführer der Glasarbeiter im Jsergcbirge. Ans der Trantenaner Gegend stammend, aus dec Lehrerbtldinigsanstalt wegen umstürzlerischer Gelüste und Propaganda ausgeschlossen, dann selbst Schleifer, Redakteur der ersten Glasarbeiterzeitung und wohl auch des Ggblonzer Par- teiblatteS„Gcbirgsbote". Nun säst Grundmann als Kassier in der Kanzlei des Glasarbeiterverbandes in Brand-Tiefenbach bei Tannwald. Aber die Feder diente ihm nicht nur, um Quittungen, Mahnungen, Postanweisungen und Bucheintragmigcn zu schreiben. Zn Hanse legte er in seiner geradezu kalligraphischen Lehrerschrift imme» wieder neue Geschichten aus dem Volksleben deS Jser-, Riesen- und RehorngebirgeS nieder, am liebsten richtige Schnurren, von denen die umfangreichste „AuS'm al'n Testamente" ist, gewist die weitaus lustigste und witzigste aller„Bauernbibeln", nur durch ihre Sprache, da» Schlasische, in ihrer Verblei-' iung im ganzen deutschen Sprachgebiet gehindert. Freilich, Franz Grundmann würde sich dafür bedanken,, dast sein Buch vom heutigen Deutschland gelesen würdet Mir, dem viel. Jüngeren, war er freundschaftlich zugeneigt und in der Erinnerung ist.er mir einer der Liebsten von den vielen, denen ich begegnet bin. Einmal las ich, nun selbst in Gablonz, unter den Beitragsquittungen in der Gläsärbeiterzeitung auch eine für Geldsendungen aus... Indien. Dorthin hatte es ein paar böhmische Glasarbeiter verschlagen, auch in der Ferne blieben sie ihrem Verband treu. Das begeisterte mich zu einer Keinen vor beiliegende Erlagschein istzur Bezahlung der Abonnementgeb übr zu verwenden! Wer Im Rückstände bleibt, schädigt die Partei und deren Presse Die Verwaltung Premiere hatte. Den Untertitel:„Befreites Theater", erläutern die Verfasser dahin, dast sie da» Theater von den Schlacken der Routine befreien und den Zuschauer keinen Augenblick vergessen.lasse» wollen, dast die Schauspieler vor ihm eine richtige Komödie spielen und kein wirkliches Leben imitieren wollen. Ein altenglischcs Spiel von Fletcher haben sie zu elf Bildern mit Prolog und den bei ihnen üplichen Tanz- und Gesangeinlagen verwendet. Der altwerdende Jupiter kann seine Jugenderlebnisse auf Erden, als Goldregen mit Danae, al» Schwan mit Leda etc. nicht vergessen und entwischt dem strengen Regiment der Juno(die in diesem modernsten der Theater die einmal zn Väterzeiten bekannt gewesene Makenka Zicglerovä a. G. spielt), um seinen Himmel aus Erden zu suchen. Sein Blick fällt auf die junge Frau de» dürren Notars Barto- lus und er gewinnt sie, als junger Adept der Rechtswissenschaft, mit Hilfe zweier JoviSdiener, deren Nollen B. u. W. sich auf den Leib geschrieben haben. Auf dieses höchst einfache Gerüst wird aufgetragen, was nur die Erfindungsgabe der beiden Autoren an' Text und Ausstattung, mit Hilfe des unermüdlichen Schlagerkomponisten JeZek, der Regie I. HonzlS und des bekannten Balletts, zu geben vermag. Die Anfangsszenen waren vielversprechend, lebhaft, viel belacht und applaudiert, den zweiten Teil rettete die zuweilen grotesk gesteigerte Clowne- rei, hauptsächlich aber der Dialog vor der Szene, den V. u. W. dazu benützten, um, im Gegensatz zu der diesmal zurückhaltenden politischen Satire, einige scharfe Hiebe auszuteilen. Biel Beifall erntete der Schlager vom Himmel auf Erden, wie er sich in englischer, französischer und deutscher Politik, und auch bei-uns— ein wenig nach rechts— spiegelt. Werich ist ein fauler, gefrässiger Hohepriester. Voskovee sein behender, durchgetricbener Famulus, ausgezeichnet in Maske und Spiel Herr Plachia als BartoluS.(Die Szene der dreien im 'Stile einer grasten Oper musste wiederholt werden. m. i. Spielplan des Renen Deutschen Theater». Freitag %8: Ginditta, Gastspiel Jarmila Kbirovä, Abonn. aufgehoben.— Samstag halb 8: G a b t>. Dl.— Sonntag 7: F a u st I. und II. Teil, A 1.— Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Freitag 8 Uhr: Mein Sohn— der Minister.— Samitag 8Ü: EineFrau ohne Bedeutung.—Sonntag 8: Salzburg ausverkauft, volkstümliche Vorstellung. Freitag, den 25. September, im neuen Parteiheim, Smciiky 22, Franz-Grundmann-Abend Wer die Schriften diese» sudetmdeutschen Arbeiterdichter» kennt, wird bestimmt gern zu diesem Abend kommen? wer sie noch nicht kennt, soll diese Gelegenheit nicht ungenützt lasten! Einleitende Worte: Genosse Ernst Paul; vorlesen wird Genosse Mar Hoffmann. Beginn 20 Uhr. Gäste willkommen! Zeichnung„Wie sich die Genossen, im Himalaja die Verbandskanzlei virstalln." Natürlich war da Grundmann, mit chinesisch abwärts gezogenem Schnurrbart und'Spitzhut zu sehen. Eine Brille trug er sowieso und wenn er leise lachte, zogen sich seine Augen ohnehin ganz mongolisch zusammen. Natürlich war auch der Verbandssckretär Anton Häckel in Man- darinentracht nicht vergessen und auch nicht der— nichtangestelltc— VcrbandSobmann Franz Popltisch- >i!k aus Morchenstern bekam wenigstens einen Zylinder mit roter Feder auf. Gewiss nicht oft hat Grundmann seinen Wohnsitz und dessen nähere Umgebung verlassen. AuS rednerischer Tätigkeit machte er sich nicht viel, vielleicht störte ihn dabei auch die tiefinnerliche Ironie. Grossstädtischen Trubel mochte er gar nicht. MS er wieder einmal in Reichenberg war, um nach dem Druck seiner Zeitschrift„Rübezahl" zu sehen, traf, ihn ein ganz anders gearteter Genosse, ein Weltkind sozusagen, auf der Stmsse und redete ihm zu, doch gleich nach Berlin mitzufahcen.„WoS sollt d'r ei, Antoun, wog war'ch ei Perlin tun?"—„Na komm schon mit, siehst einmal was anders, ist ganz grossartig und morgen fahre», wir wieder heim." Schliesslich siegte der Verführer/ Franz fuhr. mit. Sechs Stunden darauf war man äuf dem Görlitzcr Bahnhof. Grund, mann wirft yinen Blick auf die breite, belebte Strasse mit Elektrischen, Droschken, Lastwagen mrd all dem Getriebe und Getöse.„Nej, wehte, Antoun,'ch war ne erscht nelgichnl" Keine Überredungskunst. gelingt. Achselzuckend stürzt sich Antön in dgS Gross- stadtleben Richtung GcwerkschaftShauS, zu. Legten »sw. Grundmann aber erkundigt. sich, wann, der nächste.Zug zurückgeht,„kejft" sich einen„Koffej" und richtig—am Abend ist er wieder in Reichenberg. Er war. in.Berlin getpesen.und hatte keinen Schritt ans dem Bahnhof hinauSgptan., Ihm lag nichts an der Großstadt^ denn er', ü>pr eien kein Grossstädter....,.. ,8t.;.®.-. William Powell mit seiner Partnerin Rosalinde Russell in dem Film„Gegenspionage". VtänsnaMchten Falkenfahrt am 87. und 28. September zur Naturfreundehüite im Brdywald. Leitung: Die Genossinnen Paul und Fleischer. Kosten(Fahrt und Getränke) etwa 10 XL.(Proviant mitnehmeni) Einzelheiten im. Falkenheim, S a m s t a g, den 26. September, nm 4 Uhr. © Ortsgruppe Prag. Samstag, den , 26. September, Zusammenkunft um üt Uhr am Smichower Bahnhof. Fahrt nach Revnic. Wanderung zur Hütte. Am.Sonntag Wanderung über den Brdy-Waldkamm—Plesvice nach Hoiovice. Am Montag Weiterwandernngü Zebrak, Toinik, Braus skaly, Tid, Beraun. Führer: Korn.— Letzte Besprechung heute, Freitag, im neuen Heim in den Räumen des Vereines deutscher Handwerker in der Smeiky Nr. 27. Telephon 27727. - Arieiter-Leichtathletikwettkampf Belgien gegen Frankreich,. Im Pariser Pershing-Stadion fand eine, grosse Sportveranstaltung statt, die von vielen Zuschauern besucht war. Der im Rahmen dieses Festes auSgetragene Länderwettkampf der Leichtathleten Belgiens und Frankreichs endete mit dem hohen Sieg von 78:88 Punkien zugunsten der Franzosen! Die besten Ergebnisse waren: 160 Meter: Bouille(F) 10.4 Sek.; 400 Meter: Tetard(F) 51.2 Sek.; 800 Meter: Lcgnyodicr 1:59.2 Min.; 1500 Meter: Bunel 4:19 Min.; 5000 Meter: DnqueSne(F) 16:20 Min.; 4X100 Meter: Frankreich 44 Sek. Die Ergebnisse im Werfen und Springen Ware» mittelmässig: 1.65 Meter im Hochsprung und 48 Meter im Speerwerfen. Ein Fnssballmatch zwischen dem Team von Barcelona und jenem der Workers Sport Union(Arbeitersportverband) ans England endete nach'gleichwertigem Spiel mit 2:1 für die Spanier. ' Welche Athletin ist eigentlich Frau?•'• Die bekannte polnische Leichtathletin Walasiewicz behauptete meinem Vertreter einer polnische» Zeitung gegenüber, dast die Amerikanerin Helen Stephens gar keine Frau, sondern ein M a n n sei. Vor langer Zeit sagte man dasselbe von der Walasiewicz, ganz zu schweigen von den übrigen Welt- rckordlerimien wie Mauerniayer, Kraus usw. Die Polin, die bekanntlich den Beinamen„Das schnellste Mädel der Welt" bekam, wurde bei der letzten Olympiade in den Laufbewerben von der' amerikanischen Sportlerin Stephens übertroffen, und das wird wohl der Grund zu der'obigen Behauptung fein. Schwieriokeiten dtutschbürgerlicher Fußballklubs in Böhmen. Die Karlsbader Sparta trat von der' Divisionsmeisterschaft des DFV aus finanziellen Gründen zurück und wird wieder an der Gaum eiste rschaft teilnehmen. Die schon auSgctra- genen Divisionsspiele wurden annulliert.■— Schwieriger ist schon die Lage des D F C B.- Budwe i S. Dieser Klub besitzt in Südböhmen nicht:, genügend deutsche Gegner und'wollte daher äusser.Konkurrenz an der Meisterschaft der tschechischen Vereinti teilstcö» men. Der DFV genehmigte dieses Ansuchen'.nicht und die Folge darauf ist nun,'dass DFC Ä.-BudwctSi eine Mitgliedccvccs....mlitiig eiiibcrnft. deren Pro-' gramm den einzigen Punkt„Auflösitng.d'es Vereines" aufweist.,,-h,■.'.v?; verlange! überall Bezugsbedingungen: Bei Zustellung inS HauS oder bei Bezug durch die Post monatlich Kä 16.—, vierteljährlich Aä 48.—, halbjährig KL 96.—, ganzjährig Aä 192.—.^-'Inserate werden'laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retönrmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tele- graphendirektion mit Erlass Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt.— Druckerei: ,MbiS", Druck», Verlags- und ZeitungS-A.-G. Prag.,. i