Mittwoch, 30. September 1936 227 16. Jahrgang Elnzelprals 70 Hellei (elnichliefillch 5 Hellar Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSI0WAK1SCHEN REPUBLIK ERSCHEINT JMT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xit., fochova u. Telefon jjotz, ' HERAUJOEBERi SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR■ KARL KERN, PRAG. Das Kabinett Hansson/ Acht Sozialdemokraten und vier BauembOndler Stockholm. Die nette schwedische Re- gientng hat Montag den Eid abgelegt, von den zwökf Minister» sind acht Sozialdemokraten und Hier Bauernbündler.. t . Der Sozialdemokratie gehören an: Hansson: Ministerpräsident Sandl e r: Arutzere» W i, f» r ß: Finanzen M a e l ler; Sozjale Angelegenheiten En gb erg: KultuS ForSlund: Verkehr/ Skoeldr Handel Levins»»: ohne Portefeuille Der vauernbimd stellt folgende Minister: Wrstman: Justig Rilsson: Verteidigung Pehrsson: Landwirtschaft Ouens«l: ohne Portefeuille JstderRegverungSerklärung, dir in der er» ^n Sttznng des neuen Kabinetts verlese» wurde, Heißt, es n. Die Außenpolttll bleibt unverän» beet. Die Regierung erbittet die Unterstützung ' ssler Bürger, damit Schwede« weiterhin im Rah» |W« des Völkerbundes zur Beilegung der Strri» Ggkette« und zur Herstellung einer ans vertraue« Geruhend»« internationalen Zusammenarbeit bei», ßwWG WW». Besonderb. Bedeutung«esse.die tzftUtornnO einer enge« Zusammeuarbeit«It-be» stbrhWM»chUchW Länder« bet. -V.Ä,-. I.'■■■-» Gründung der Sozialistischen Partei I* Jugoslawien verboten I vor Monatsfrist hat der BockereitungSauS» schuß für die Gründung des Sozialistischen Bunde» de» arbeüenden Volke» Jugoslawiens da» Programm und/Statut dem Innenminister Dr. Korosee- zur Begutachtung vorgelegt und um hte Erteilung der sogenannten Lorkonz es- sto n angesucht. Am 18. September wurde vom Innenministerium gn Händen deS Genoffen Dr. Zivko T o- p a l o v t L mitgeteilt, daß die Regierung die An- meldung n i ch t zur Kenntnis nimmt und die Gründung der Partei verbiete- Gleichzeitig eftieß daS Zentral-Preßbureau des Ministerpräsidiums, die höchste Zensurinstanz für die jugoslawische Presse, die Anordnung, daß die Zeitungen von dein«erbot, der Partei nichts bringen dürfen. Dadurch konnte die veffrntlichkeit von dein /erlassene» Verbot bis heute noch nichts erfahre«. Bykow abgesagt 1 Moskau. Durch Verordnung de» Präsidium» de»' Zentralexekutivkomitee» der Sowjetunion wurde Rykow von den Pflichten des BolkS- kömmissars des Verbindungswesens der Sotvjet» Union befteit. Zum Volkskommissar des Verbindungswesens wurde Jagoda unter Befreiung von , den Pflichten des Volkskommissars der inneren Angelegenheitm derSosvjetstnjon ernannt. Zum Bölkßkommiffar der, /inneren Angelegenheiten wurde. Nikolai Jivanowitsch I«sch o wernannt, General KreJ« an der französischen Ostgrenze • Paris. DeeShef.deS Generalstabe« der tschechoslowakischen Wehrmacht, General Kre jät, 'reiste Dienstag vormittags^iniWeglettung de» GeneralinspektorÄder„ französischen Armee, /HHersst. G p.hiiI'Cn',: Hmd./de» GesteMg, Fancher"' nach Ost-Frankreich, wo des.mehrere, Garnispnen und die Arbeiten an den Ostgrenzen besichtigen Jnsbe/onhexe wird", er: bl* Städte Malow» sNic Marne, Verdun, Metz und Strassburg besuchen.. Den.bj»herIaen Dlöposttiö- Neu gemäss wird General Krejät chi» Freitag in. , Hmnkrekch beMeiben, mn dann direkt nach Prag -gürückzureistst.- Toledo gefallen schieden»» Gründe» hri« Aorist fehlte«. g liche« Absage^ die DäycnWj.Schwede« den Die GemeinderatSwahlen hatten einen stürmischen Verlauf. Zwischen den Wahlagitatoren der sozialistischen Partei und den Ratlonaldemo» kraten kam eS öfters an zahlreichen Stellen der Stadt zu schweren Zusammen st I« ß e n. Ruf beiden Seite» gab e» verwundete, lleierall mußte die Polizei eingreifen? sie nahm mehr als 200 Ruhestörer in Haft. Bei den am Sonntag in der Stadt Mlawa abgehaltenen Gemeindewahlen konnten die S o z i a l i st e n den größten Wahlerfolg erziele«. Bon der Gesamtzahl von 24 Mandate« erlangen die Sozialisten 11 Mandate. Sieben Mandate erlangte die Regiertingsgruppe, läßt.es als ziemlich sicher erscheine», daß unfer den£ o r end o n M» d r i d»t« schwerer.KamPf stattfindeu wird.Die Re- gierlmg weist Tn. einem Aufruf. auf den Prüft der Lagehinunderllärt.Madrid.biszum.äußeksten verteidigen, von Madrid aus de« Gegenstoß organisieren zu wollen. Ueber die Lage an der katalanischen Front und vor Sordoba liege» stur unzureichende und einander widersprechende, Meldungen vor. v v i e d» wird weiter don de» Milizen bedrängt, v t l b a» von den'Äufftändischen,.Die Rrgir» rungsslotte wurde nach dem Allapttschm Ozean dirigiert, um Bilbao zu«entsetze«.• Zwischen ihr und bett, Schiffen der Aufständischen soll eS. ein Gefecht gegeben hqten. In Bilbäo soll es«sich den Bombardements, die große Zerstörungen anrichteten, zu SchreckenSs,eiten gekommen sein. Die Lage.der-Regierung..ist zweifellos ernst,.wenn auch anzunehmen Ist» daß sie in der Verteidigung aufs«wer Kräfte einsetzen wird, die ihtastöver- Die Erfolgsserie des flandinavlschen Sozia lismus springt auf‘ das benachbarte Festland über..Rach dem gewaltigen Sieg der schwedischen Sozialdemokratie verzeichneten anch die polni sch en S o» i a l i st e n bei den sonntägigen Gemeindewahlen einen s p r n n g h a.f t e n Aufstieg. Run kann eS keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die demokratische Arbeiter- und Bauernfront Polens die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung repräsentiert. AuS W a r s ch a« wird gemeldet: Die Sozialisten errangen Sonntag bei den Gemeindewahle» in Lod» eine» großen Sieg. Sie gewinnen S4 Mandate, die jüdische sozialistische Partei sechs Mandate, demnach im ganze» 40 Mandate gegenüber sie ben Mandaten, die sie von 72 Mandate« bei den I drei, gewannen die Rationaldemokraten und drei Wahle« im Jahre 1934 erlangte». I die Juden. Die Internationale für Spanien „Die Internationale Arbeiterbewegung nicht neutral? I« der am 28. September ist Pari» abge- haltenen gemeinsame« Konferenz. deS JGB ' Und der CAI, an der äuS der Tschechoflowakel die Genossen Payerle, Macoun und Paul teilnahmen, wurde nach den Referaten ■ der spanischen Delegierten PaScual Tomas und Jimenez de Asua und vielstündiger Di»« kussion nachstehende Entschliessung e t n st i m- mig angenommen. Der Ausschuß deS Internationalen Gewrrk- schaftSbtmdeS und die Erekutive d»r Sozialistischen Arbeiter-Internationale, in Pari» am 28. September versammelt, beftäftigrn ihre Erllä- rung vom 28. Juli 1936, daß entsprechend den geltende« Bestimmungen de» Völkerrechts die rechtmäßige Regierung Spaniens in der Lage sein muß,, sich die zu ihrer Verteidigung notwendigen Mittel zu beschaffen. Diese Regierung vertritt die überwältigend« Mehrheit dr» spanischen Volles ohne Rücksicht auf politische Und religiöse Unterscheidungen. Nachdem sie dir Berichte der Gestossen P a S. r« a lT om a s(Delegierten des spanischen Gr» werkschastSbundes) undSitNene» de Asua (Delegierter der spanischen Sozialistischen Partei> gehört.haben, verweisen die beide« Ausschüsse mit Nachdruck auf die Wichtigkeit der Erklärung, dir der. spanische Außenminister vor dem Völkerbund SozialistischeWahlsiege In Lodz von 7 auf 40 Mandatei In Polen abgegeben hat: daß dir Generale, die sich gegen dke-LSi 14i.Kbrr-»ost—dr«-»Wählerw7'terUftÜr rechtmäßige Rrjjftrung stkhote« haben, pick seittn Deutschlands und Italiens(direkt»der durch Vermittlung Portugal») mit Waffen, Flugzeuge): und Tank» beliefert worden sind, uyd zwar auch noch, nachdem diese Staaten. da» Richttintsti- fchungSabkommen unterzeichnet hatte«. ES ist Pflicht aller Regierungen, insbesondere der französische« Regierung und der rug- lischen Regierung, diese schwerwiegenden Beschnl- digungen sofort zu prüfe«, DaS internationale Abkommen unter den Mächten, keine Waffen nach Spanien»« liefern, ist abgeschlossen worden, um dir Gefahr eines allgemeine» Kriege» abzuwenden«ich ist nur so lange verpflichtend, al» eS von allen loyal eingehalten wird. Die Verletzung diese» neuen internationalen Abkommen»' durch Deutschland und. Italien mutz unweigerlich zu einer Neberprüfung der Sachlage durch die andern Mächte führen. .. Die SRI und der JGB versichern die spanische'Arbeiterklasse ihrer vollsten Solidarität in ihrer hrldenhastett Verteidigung der demokratischen FreiheitSrrcht« de» spanischen volle». Dir internationale Arbeiterbewegung ist in diesem Kampfe nicht neutral und kann niemals neutral fein t-. Wetterleuchten Im Osten Die Bedeutung des Wahlsieges von Lodz Als wir vor einer Reihe von Wochen gelegentlich der Reise General Gamelins nach Warschau von der langsamen Schwenkung der polnischen Politik von Berlin weg, und in die Pariser Front sprachen, haben wir betont, dass die E Nische i d u n g über die Rolle Polens in dem grossen Prozess der europäischen Neuordnung doch nicht von den Generalen und Ministern allein, sondern vonden Masse ndespol- nischenBolkeS gefällt werden würde. Denn eben damals kündigten die grossen Bauernkundgebungen auf dem polnischen Lande eine sozialrevolutionäre Welle an, zu deren Eindämmung die Mittel des autoritären Regimes vielleicht noch eine kurze Frist, kamn aber noch einige Jahre ausreichen können. Der über alle Erwartung grosse sozialistische Wahlerfolg in Lodz belveist nun, dass diese Welle nicht nur das Land, sondern auch die städ« tisch-industriellen Zentren— deren bedeutendstes Lodz wohl ist— ergriffen Hai und dass sie zweifellos noch immer i m A n st e i« gen ist. Dass Lodz keinen Ausnahmesall darstellt, beweist wiederum daS Wahlergebnis in dem kleinerest M l a w a, wo die Sozialisten ebenfalls glänzend abgeschnitten haben. .Gewiss handelt es sich um Gcmeindewahlen, vondsstest eine^UtMtt.elbare innerpolifische Wen-, düng"nicht zu erhoffen ist. Iistiüekhin habcn'svsr eS ost erlebt, dass kleinere Teilsiege' und ast.sich weniger bedeutende Ereignisse grosse Folgen nach sich'ziehen können; man denke nur an Hitlers Wahlerfolg in Lippe, der daS Jahr 1988 so verhängnisvoll einleitetel Auch von dem mächtigen Linksruck in Lodz kann für Polen und für das Spiel der europäischen Mächte in weiterer Folge mehr auSgehen, als sich zunächst und fürs erste absehen lässt. Jnnerpoli tisch steht für Polen die Fortdauer des Obersten-Regi- mes in Frage, jener merkwürdigen, ein wenig an Ungarn und Oesterreich erinnernden„autoritären" Herrschaftsform, die ihre Kraft zum Teil aus der Unversöhnlichkeit der rechts und listlS von ihr stehenden Kräfte bezieht, in Polen der nationaldemokratisch- reaktionären Kreise einerseits und der Arbeiter» und Bauernmassen auf der Linken andererseits. Die Oberste» haben bisher bei der Lösung der drängenden sozialen Fragen Polens, seiner Wirtschaftsnöte.'des Bauernelends, der proletarischen Misere,.des Analphabetentums, des Alkoho- liSmuS, aber auch■ in den Nationalitätenfragen versagt. Sie haben die vielen Probleme, vor denen die Staatsschöpfung von 1918 nach der mifitäri- schen Selbstbehauptung von 1920 stand und noch steht, der Lösung um keinen Schritt näher geführt. Ihre Staatskunst bestand darin, die Armee zu stärken, für die Erhaltung der Armee aus dem Volke das Menschenmögliche herauSzuhylen und die Spitzen der Armee wieder zum entscheidenden Faktor, in der Lenkung deS Staates zu machen. Immer gebieterischer aber meldet sich das Volk zu Wort, das diese'Staatskunst bezahlenmuss und sie einfach nicht mehr, erträgt." Zu den^bolschewistischen" Schrecknissen, die der Nazismus immer'tvieber an die Wand malte, gehört neben Spanien lind neben der„Bolschewi- sterstng" Frankreichs und der. Tschechoslowakei seit einiger Zeit auch.die s o z i a l e R e vo lution i'N P ö le n.' Tatsächlich"könnte, für Polen am ehesten, da».Wort."zütreffey," nur kommt die^bolschewistische Gefahr" ist.Polen nicht von der Agi- tätton Moskaus Herssondern"von den haarsträubenden sozialen' Zuständen.in. dem„OrdnjingS- staate" devPilsudfli-Erben.llnd'Lödz beweist, dass die"poetischen Arbeiter, auch gär nicht eine , bolschewistische Lösung süch"en„. sondern in dem d e m o k.r a t i s ch e n ,So z^t,« lis m ns hes Westens das Mittel zur Heiltma-ihrer Leiden eMickesti-... " Reben der innenpolittschen Bedeutung^ des Umschwunges in,Polen, der in dem Wahlergebnis.von Lodz zum yuSdruckckönun.i, darf nicht ver- gessen werden, dass es auch n a ch a^lrss e n e i n gÄoss" e^r E r f o l g d efr D e m o k r n t f e u n d d e s S o z i a l i s m u s i st! Nach der deut- Madrld rilltet zur Varteldlgung bis aufs Messer .. Die Reglerunssflotte vor Bilbao DI» seit Ende der vorige« Woche andauern den Kämpft an der Südwestflanke der Madrider Verteidißustgslinir Haben Montag t mit der ve- ckitzung Toledo» durch die AufstSÄIschm geendet. Die Stadt'wurde angesichts der erdrückenden Uebermacht, dir. Franc» auf diesen wichtigen Punkt ronhentrlrrt" hatte,"nur noch durch Rach, huftn verteidigt, während die Milizen langsam zurückgingen und die in Toledo tistzirheadrst Re- chölle» ststter'Geschützfruer nahm««. ; Der ft lang heißumstritten« Akra gar wurde von den.AuMndisch«»; ontfttzt> und es strsite sich' heran», daß chon rund.1200 Biraschen (darunter 400 Frautck«nd Kinder)'»war 600 verwundet, aber trotz der Sprengungen nur 80 getötet wordrn sind." Die bürgerlich» Presse muß Nun ihr» eigenen Grettelmeldungm über dir barm,«cksölos ab,»schlachteten Fraum«nd Kin der km Alcaw»r widerrufest. >....Der- Fall Toltdosi gesährdet die" ^GOdarraMfrmtt. der Rigierungstruppen und Seite S Mittwoch, 80. September 1038 «r. SS7 öciräleriven Hitlers erteilt haben, ist die Stimme aus dein jahrelang nazistisch bearbeiteten.Polen eine besonders deutliche und für Berlin peinliche Mahnung. Vor allem aber Weitz man in Berlin/ datz die Kräfte, die.'stt'tt'-llrVtzfM"AetsaIl"aufgeNpmtneii'" wurden. Ilniversitätsprosessor Dr. Ernst"Otto spt'ach.üh.er „Die Gegenwartsfrage unserer Schule"." Fach- lehrer Josef Hoffmann, Karlsbad, sprach über die Gehaltsfrstgen.der Bürgerschullehrerschaft. Fachlehrer Theodor' Micko-Aussig über die Lage der provisorischeN'Fachlehrer. Fachlehrer Rudolf,Fied- ler-OberleutenSdorf gab in-seinem Borträge über das Distriktsbürgerschulgesetz ein Bild, der gegenwärtigen Lage und entwickelte einen grotzzügigen Plan zur.Aufklärung der Bevölkerung Wer. die wesentlichen Fragest zur Durchführung des Gesetze».. Bei den vorgenommenen Wahlen" wurde Herr Direktor Johastn Spatzal" zUm Obmann wiedergewählt. Mit der Versammlung, war eine. Ausstellung-der-Lehrmittelstelle„Bürgerschule in] Aussig" verbunden.''. „Sie treten'der neuen Regierung als.militärischer Berater hei"', sagte, der Advokat'kühner gemacht"; und näher tretend fügte er hinzu: ,;Jch wist sehen, daß ich etwa» für Sie. fst»'kann,'''.'Ich werde Ihnen den Oberstenrastg verleihen, wett» Sie sich jetzt korrekt Verhalten'.. Später werden wir dann eine, wirkliche Armee auSrüsten, und Sie'.-. ;„Was soll ich eigentlich tun/', unterbrach ihn. Morales, aüf de» die'Versprechungen des Advokaten keinen Eindruck gemacht hatten.- „Sfe'gehen jetzt mit vier Mann.in» Begie- rustgSgebäude und verhaften den früheren Prä- denten."-''. - Morales sah ihn wütend an. Dann blickte er -nach dem Balkon, ayf dem Rodriguez unerschütterlich lächelnd stanh.«Das werden Sie gefälligst -selber tun", murrte der Hauptmann.'. Bonamaria war in eister peinlichen Lage. Vorseinem Poll/.vor.den fremdest Truppen, vor 'allem aber vor Rodriguez-konnte er sich nicht so blamierest lassen.- »-„Mein liebest Morale»"/ flüsterte' er. ganz nahe,„ich bitte Sie, verhaften Sie Rodriguez,-.ich Werde Sie/ zum.General ernennen. Es wird ihm Nichts geschehen, das garantiere ich Ahnest; Wer die Aiygrikanet verlangen!.e»„'wir.find"hier" Machtlos." " Morales sah Nochmal»-unschlüssig zn-Rodri- guez-histauf. Der-hatte den Sinn de» Parlamen- tierens von weitem verstanden ustd Mstüp ihm zu. „Gut, meinetwegen",'erklärte'dest Hauptmann endlich, denn er hatte sich zu ter Ansicht bUrchgerustgest, daß er vielleicht-Schlimmere» verhütest konnte, lpenst er jetzt mitmachte.„Aber-Sie gehn vorast, Sie sind die RegierüstgSgewqlt.An- der» tu ich e» sticht." Bonamaria knirschte. Aber ex konntest die! Szeste"sticht länger fortsetzest. Er wendete sich/zsts seinem Poll, und zog- eine Siegermiene auf. f-L ' /.(Fortsetzung folgt) Nr. 227 Mittwoch, 30. September 1936 Seite 3 WWWWWWWWM Zcitspicget Bedeutende Kreiskonferenz in Steroherg Referat des Genossen Taub f Eine mahnende EntschlleBuns Einen eindrucksvollen Belveis des Wiede r- auf-sticgcs der Sozialdemokratie .im Olmiihcr Wahlkreise brachte die am Sonntan im"Saale des Sternberger Arbeiterheimes abgehaltene Kreiskonferenz(unter dem Vorsitz des Genoffen K o s ch a tz l y). lieber 200 Delegierte und-Gäste hatten sich cingefunden. Den Teilnehmern lag ein umsangreicher schriftlicher Bericht" 'vor, der die furchtbaren Verheerungen der Wirtschaftskrise, die besonders schlimm in diesem Gebiete wütet, veranschaulichte, aber auch ein prächtiges"Zeugnis von dem ungebrochenen Kampfgeist .ablegte, der die"Vertrauensmänner beseelt. Die Tagung erhielt, eine besondere Bedeutung durch die Teilnahme des Genossen Taub, der sein Referat mit einem Ueberblick über die gesamteuropäische Lage einleitete: Die Devalvation der. Franken durch die Regierung Blum nannte er eine staatspolitische Großtat ersten Ranger, die Blum in die Lage versetzt, sein Werk der sozialen Reformen fortzusetzen. Die Währungsangleichüng an England und Amerika sichere den Bestand der Voltrfrontregierung und stoppe den Abfluß französischen Golder tnr Ausland, der für die Regierung zur tödlichen Gefahr zu werden drohte. Taub beschäftigte sich im zweiten Teil seiner Rede mit innerpolitischen Vorgängen. ES gehe nicht an, den Kampf gegen die SdP ausschließlich von der deutschen Sozialdemokratie -führen zu kaffen. Ernste Worte richtete er an die Adreffe der verantwortlichen Faktoren dieses Staates. Die vom krassesten Unverständni» gegen» . über den Belangen der deutschen Bevölkerung getragenen Maßnahmen untergeordneter Organe stehen mit den in der letzten Zeit wiederholt von verantwortlichen Politikern gemachten Aeußerun- gen über eine beginnende Klärung des deutschtschechischen Verhältnisses in Widerspruch. Di« Sozialdemokratie erwartet von der Regierung die Verwirklichung der angekllndigten Maßnahmen für die Notstandsgebiete. Taub beschäftigte sich dann zum Schluß noch mit der kürzlich erfolgten Schaffung der ansibolschewtstischen Liga und mit dem Verhältnis von Agrariern und Staat. Sein Referat klang in der Erkenntnis aus, daß ein Grund . zum Pessimismus nicht bestehe. Wir haben bald die Gefahrenzone überschritten. . DaS. immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochene Referat des.Genoffen Taub löst« ein« rege Debatte äuS, an der sich Delegierte aus allen Bezirken beteiligten. Fast alle Redner führfen"heftige Klage über die-Kürgungen in der staatlichen Ernährungsaltion, die unter den Arbeitslosen eine große Erbitterung Hervorrufen. Einzelne Gemeinden bekamen nur dreißig Prozent der geforderten Lebensmittelkarten zugewieseni Die Bürokratie tut alles, um die Verständigung zwischen den Völkern zu erschweren, insbesondere aber der Sozialdemokratie fn ihrem Kampfe gegen die SdP Schwierigkeiten zu bereiten. Die Mehrzahl der Redner forderte die Aufhebung der Kürzungen, die Beseitigung bürokratischer Schikanen, und die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten in den von der Arbeitslosigkeit besonders schwer betroffenen Gebieten. In seinem Schlußwort sagte Genosse Taub di« parlamentarisch« Untersuchung gewisser von * der Konferenz äufgedeckter Mißstände bei staatlichen Notstandsarbeiten zu. Die Debatte stand auf einem hohen Niveau und zeugt« von der Reife der nordmährisch-westschlesischen Arbeiterschaft. Es sprachen noch Abgeordneter Zischka über" die Notwendigkeit der Umgestaltung des Ber- sammlungswesens und" Sekretär Ondkejka über die in den kommenden Monaten einsetzcnde Bildungsarbeit. Die von der Konferenz.einstimmig angenom« mene Resolution enthält unter anderem fol- i gende bemerkenswerte Stellen: Indem die.deutsch« sozialdemokratische Ar- > beiterschaft ihr Bekenntnis zur Außenpolitik der Staates, und zu den Notwendigkeiten seiner Verteidigung ausspricht,■ hält sie tl. nicht nur für"ihr Recht, sondern geradezu für ihre Pflicht,->. . offen a«»,usprechen, daß die wirksame Organisierung. der StaatSperteidigung auch di«.Erhaltung ' per wirtschaftlich«» und sozialen Lebensnotwendig, ketten", des arbeitenden. Volke» zne pneelätzltchen Voraussetzung hat. Rur eine in ihrir sozialen Esiistetu.'gesicherte Arbeiterschaft vermag den "• Staat zu. verteidigen. Darum ist der Kamps»ege« ' dir Krisenwirlungen und dir noch immer an- dauemde Massenarbeitslosigkeit, die tnstestvdrr« " fit den deutschen.Äehiete« nur eine unwesentliche ■ Abschwächung'erfahren hat, nicht nur rin Gebot ' der Wirtschaftspolitik und der. sozialen" Gerecht!,. " kett, sondrrn auch«in« staatSPolitischr Notwendigkeit. : Die Konferenz begrüßt darum aufrichtig die Erklärungen"des Herrn Staatspräsidenten, auS deNiN" der Will« der obersten StaatSführung hervorgeht, den LebenSintereffen der Gesamtbevöl. > kerung ohne Unterschied der Rationalität Rechnung zu tragen. Sie begrüßt di« SrAärungen de» M i- nisterpräsidenten,' welche eine- wesentlich stärkere Aktivität..unser« Wirtschaftrpolltil durch energische Förderung des Exportes und planmäßige Arbeitsbeschaffung ankündigen und erblickt in der inzwischen erfolgten Einsetzung einer Regionalkommission den ersten Schritt auf diesem Wege. Sie erwartet aber zuversichtlich, dass eS auch zur Schaffung von Kommissionen ganz besonders in dem nördlichen Teile Mähren>Schl«si«n- komm«« wird. Sie begrüßt die unermüdlichen Bestrebungen der sozialistischen Minister im Kampfe gegen die Teuerung und nimmt die Zulassung der Einfuhr von Rindvieh, die nach den bisherigen Beschlüssen- allerdings unzureichende Erhöhung des KunstfettkontingenS und die normale Regelung der Kohlenpreise als ersten Erfolg dieses Kampfes zur Kenntnis, indem sie zugleich ausspricht, daß dieser Kampf weiterhin"mit Energie fortgesetzt werden muß. Das kleine, saubere Böhmerwaldstädtchen Neuern hatte"am Sonntag einen großen Tag, Die rührige sozialdemokratische Bewegung des Bezirkes hatte zu einem roten Grenztag aufzerufen. Im Zeichen republikanischer Solidarität nahmen tärkere Abordnungen der tschechischen Genossen auS Klattau, Taus und Schüttenhofen daran teil. Bis aus Bergreichen- ft e i n und aus dem Bifchofteiniher Gebiet waren trotz der schlechten Straßenverhält- niffe kleinere Gruppen unserer Genoffen zu Rad erschienen. Die Gäste wurden von der Neuerner Arbeiterschaft mit Musikkapellen vom Bahnhof 'abgeholt. Gegen elf Uhr vormittags marschierte der Demonstrationszug auf dem Marktplatz ein. Neben den kampferprobten Bataillonen unserer Böhmerwald-Proleten fiel die erfreulich starke Beteiligung der Frauen, der sozialistischen und der AtuS-Jugend auf.. Genosse Zettel eröffnete die Kundgebung der dreitausend roten Freiheitskämpfer. Für unsere Partei sprach Genosse Latsch. Er nahm Bezug auf die letzten politischen Jagden in Kar« pathoruhland und hob"hervor, daß sich an den " Unsere Veröffentlichungen über die netten Zustände innerhalb der SdP erfreuen sich eines steigenden Interesses vor allem unter den seinerzeitigen Anhängern* bc8 Herrn Henlein. Aus mehreren Gebieten kommen uns Mitteilungen zu, das diese Enttäuschten der sozialdemokratischen Presse ehrlich dankbar sind, weitste nur durch sie die völle, die Niederschmetternde Wahrheit über die Verhältnisse in der eigenen Partei erfahren konnten. Die Gröhe unseres publizistischen Erfolges drückt sich vor allem darin aus, daß es der SdP-Führung. nicht gelungen ist, unsere Enthüllungen zu übergehen. Unter dem Druck der wachsenden Erbitterung in den eigenen Reihen muhte sie nach ztvülftägigem Schweigen in der ..Zeit" das Wort zu einem^zahmen Angriff auf Herrn Sasum ergreifen. Man war nun gespannt, ob sich Herr Sasum auf die Rückzugslinie drängen läßt. Insbesondere legten di« Mitglieder der SdP großen Wert daraus, zu erfahren, was es mit dem behaupteten Sechs-Millionen-Darlehen einer. Versicherungsgesellschaft an die SdP und pntt den hohen Lebensversicherungen einiger ihrer Führer für eine Bewandtnis hat. Die Antwort des Herrn Sasum ist SamStag in einigen Blättern abgedruckt worden. Sie ist in einem sehr selbstbewußten Tone gehalten. Sgsum stellt fest! daß der Spruch des Ehrengerichtes gegen Dr. Brayd durch die. Schuld Konrad Hen- lcns zu einem Politikum gemacht wurde. Auch in Abwehr der folgenden Angriffe habe das Ehrengericht die Grenzen so eng gezogen,„daß weite Schichten der südetendeutschen Oeffentlichkeit das dringende Verlangen nach Klarstellung desin- neren Sachverhaltes empfanden." Sasum fährt dann in seiner Pntwort fort: . Wenn ich, auch, getreu meiner Einstellung keine, öffentliche Klarstellung geben konnte, so war er selbstverständlich, daß ich die zahlreich an m i ch«i! n I a. n gen d e n- m.ü.n d l i ch e n und s ch r't.f tll.i ch«in A n.f r a g« n b«■» " antworten mußte. So geschah er auch mit " der ausführlichen Anfrage meine» besten Freunde» Jng. Rahnoschek. Mein«ihm gemachten Darlegungen sind der Niederschlag de» Eindrücke», den ich Im Ehrengerichtiversahren erhalten Mußte, Und der Au»druck jener.Stimmung Und Haltung, in die mich di« damaligen Angriffe auf. da» Ehrengericht DI« Konferenz wendet sich mit aller Entschiedenheit«gen di« Vorschlöne auf dem Gebiete der ArbeltSlosenfürsorge, welche da» Finanzministerium unter Uelerschreitung seiner Kompetenz an die Oeffentlichkeit gebracht hat. Si« ist überzeugt, daß die. sozialistischen ReglerungSmitglleder. eine Verschlechterung der ArbeitSlosrnfürsorge, di« im Gegenteil de» Ausbaues bedarf,.nicht»ulassen werden. SI« fordert di« Durchführung einer Not- standSaktion in den Wintermonaten, und zwar in einem gegenüber dem Vorjahr« wesentlich gesteigerten Ausmasse. Indem die Konferenz den sozialistischen Ministern, vor allein unseren Genossen Dr. Ezech, den Dank für ihre Arbeit und ihr volle» Vertrauen ausspricht, ruft sie alle arbeitenden Menschen auf, diese Arbeit durch Stärkung der sozialistische» Kampfreihen zu fördern. Der Gesang der»Internationale'' beendete die Tagung, von der gewiß ein neuer Aufstieg der i novdmährischen Sozialdemokratie äu»gehen wird. Westgrenzcn der Republik deutsche und tschechische Proletarier nicht scheuen, beim Hellen Licht des Tages gemeinsam zu demonstrieren. Redner befaßte sich auch mit dem bürgerlichen Gerede über die sogenannte„bolschewistische Gefahr" und erklärte: das beste Mittel gegen den Bolschewismus ist Brot uith Arbeit für das Bolk. Wenn unser Bürg«tum Angst vor der Ausbreitung bolschewistischer Ideen hat, dann soll eS unS in dem Kampfe um die Linderung deS Elends der Arbeitslosen nicht allein lassen. Der tschechische Referent Genosse SYkora- Prag würdigte mit herzlichen Worten den schweren Kampf der deutschen sozialistischen Bewegung an den Grenzen der Republik, Kreissekretär Genosse W a n k a konnte in einem kernigen Schlußwort feststellen, daß Neuern nicht enttäuscht habe. Die mit der StaatShymn« eingeleitete und mit der„Internationale" geschloffene Kundgebung war ein Symbol der ungebrochenen Kraft und de» tapferen Kampsgei- .steS,unserer roten Vorposten im Böhmerwald, und meine Person, die auch meinen Austritt au» der Partei brachten, versetzen mußten.- Sasum erinnert schließlich Herrn Henlein daran," daß er sich am 16. September dem Schiedsspruch- des Ehrengerichtes unterworsen hat, obwohl damals seine brieflichen Aeußerun- gen aus unseren Veröffentlichungen vom 12. und-15. September bereits bekannt waren. Mit dieser noch immer sehr zurückhaltenden Anttvort wird Henlein zu verstehen gegeben, die Sache im eigenen Interesse lieber auf-sich beruhen zu lassen. Der Eindruck Ist nicht von der Hand zu weisen, daß Sasum auf Grund seiner Kenntnis der-diversen Partei-Interims souverän darüber entscheiden kann, ob eine Reih« von Personen ihre politische Laufbahn beschließen müssen oder be- .gnadigt werden. Deshalb sind auch die umstrittenen Kameradschaftsbündler vor der Drohung des Schiedsgerichtes, die Zeugenaussagen zu veröffentlichen, zusammengeklappt und haben sich schließlich zur Anerkennung des Schuldspruches bereitgefunden. Heute wissen wir, daß Herr Henlein vor dem Schiedsgericht kapitulieren mußte, weil er mit seiner.Liebe für Dr, Brand in feiner- Hochburg Asch selbst vereinsamt war. Wir glauben-den- Wunsch vieler SdP-Mitglieder nach näherer Kenntnis der Zusammenhänge zu entsprechen, wenn wir noch eine aufschlußreiche Stelle au» dem) Schreiben eines Ehrenrichters vom 81. Juli nachtragen:. „Dr. I.(Jonak) hat bereit» grundsätzlich zugesagt, doch hat«» dir andere Seite plötzlich nicht mehr so«Ilig. Er war jetzt einig« Tage in Prag und man muß ehrlich zugrhen, daß«"rauch mit , druRebellkn Fühlung genommenhat. Ich hatte-auch einig« längere AuS- sprachru und konnte ihn. auf einige Ding« s ch»- n end a u fm e r k s a m mach«». I ch hab« d«« Ei»b» u«k, d a ß« r di« Nase.,iemlich voll hat,"So wollt« er»n- bedingt, daß K. H.(KimravHenlein: die Red.) seinen Frieden mit dem E. Ä.(Ehrengericht: di« Red.» schon heut« schließt— und«» kam auch heute di« Absage— au» technischen Gründen, da KH rin« andere Nnterrvduttg beritt» zugesagt hat. So fährt KH mit diesem ungelösten Problem weg— und wird sich recht wundern. I ch g l a u i e eristnichtmehrzuhalten. Ans Asch bekam ich eß» BertrauenSkund- g eb u n g(für daö Ehrengericht! DI« Med.), zugleich eine Beschworde über die Haltung de» Firle, der anscheinendpassiv für K H allein« i n t« t t t. Bitt« behalte Tu die Sache im Ange. Da» geht lutiirlich nicht. Mit K o t t«1 muß ebenfalls Schluss gemacht wer- drn. Das E. G. verlangt do» Ausschluß Kottek» und eines Dr. Tausche, BezirkSleiter von Aussig, auö der Partei, da diese beiden dos E. G. gröblich beschimpft haben." Außer diesen pikanten Einzelheiten erfährt man noch aus deut Schreiben, daß dem Dr. Jonak eine neue Hauptleitung von acht Mann vor- fchlvebt,„darunter Kasper, Kreis! von der Oppofiiion". Damit aber das sudetendeuische Volk nicht seines ganzeir„Staaisstaiides" verlustig gehe, ivill Jonak von den KB-Brüdern unbedingt K ü n z l in die Hauptleitung nehmen. „Alles Blütenträumr einer kleinen Provinzseele, wir sich Dr. Neuwirth ausdrückte." So Ivcit, so gut. Wir wollen nicht mit dein Pro- vinzadvokaten Dr. Ncinvirth darüber rechten, Ivo er die Allüren eines Großstädters hergenonnncn hat. Darüber niag sich Dr. Jonak mit ihm unterhalten. Von politischem Interesse ist jedenfalls die Konstatierung dieses Eingelveihten, daß sich in Asch nach dem Spruch des Ehrengerichtes nur noch ein einziger Getreuer fand, der sich, allerdings nu«„passiv", für Konrad Henlein einsehie. Das Ehrengericht aber bekam aus Asch Vertrauenskundgebungen. So lvcit ist es also mit der Führerherrlichkeit des Herrn Konrad schon gekomnien. Jetzt verstehen wir seine Kapitulation vor dem Ehrengericht. Und seine Scheu davor, aus das Thema noch einmal zuriickzukommeiu Wir fürchten sehr, daß die sudetendeuische Oeffentlichkeit nie erfahren wird, was es mit dem rätselhaften Sechs-Millionen-Darlehen für eine tiefere Bewandtnis hat. Aufstieg der Partei In SUdmShren Eine schöne Bezlrkskundgebunn in Joslowitz Am Sonntag, den 27. September, fand in I o s l o w i tz eine Bezirkskundgebung unserer Partei statt, die ausgezeichnet besucht war. Die Arbeiter von Z n a i m und aus allen Dörfern der Umgebung hatten sich wesentlich zahlreicher als bei früheren Parteiveranstaliungcn in JoSlowih cingefunden. Die sonntägige Kundgebung war zweifelsohne die weitaus stärkste Kuudgcbung unserer Partei, die jemals in tzoslowih stattgefunden hat". An unserem Demonstrationszug beteiligten sich mehr Menschen als an dem Maifestzug der H c n I e i n i st e n, der ebenfalls eine Bezirksveranstaltung war. Auf dem Hauptplatz in I o S l o w i tz wurde die Festversammlung abgehalten, an der mindestens 1000 Personen teilnahmen. Abg. Genosse K r e j t i und BezirkS- vertrauenSmann Genosse U r b a n e k besprachen die Forderungen der A rb e I ter u nd KIe i n- bauern. Ihre Reden sanden lebhafte Zustimmung. Die Joslowitzer Bezirkskundgebung hat bewiesen, daß die Arbeiter und Kleinbauern Süd- mährenS fester denn je zur Sozialdemokratie stehen und daß unsere Partei auch in diesen: agrarischen Gebiete in einem o r f r e u l i ch e n Aufstiege ist. Dieser Aufstieg drückt sich am besten darin aus, daß im Verlaufe des letzten Jahres die Leserzahl des Parteiwochenblatics„BoNSiville" mehr als.v e r d r e i f a ch t wurde. Auch die Zahl der Parteimitglieder hat sich mehr als verdoppelt. Der Sozialismus ist trotz, deS Geschwätzes der Henleinianer vom Niedergang deS Marxismus auch in den Siädtcn und Dörfern Südmährens im Vormärsche. Der Henleinfaschis- mus aber hat seine Anhänger bitter enttäuscht und befindet sich in raschem Rückgänge." Teplltzer Kreistagung der Angestellten Die am Sonntag, den 27. September, im Saale des Seumeparkrestaurantes in Teplih- Schönau abgehaltene Konferenz des Arbeitskreises Aussig-Teplitz des Allgemeinen Angestellten-Ver- bandes nahm zur Rohstoffknappheit, zur Förderung der Exportindustrie und zu sonstigen aktuellen Problemen unserer Jndustriewirtschast neben der Behandlung sozialpolitischer Probleme Stellung. Die Tagung sprach sich gegen die Arbeitsvermittlungsordnung aus, weil diese den Bedürfnissen des Angestelltenberufes in keiner Weise Rechnung trägt, fordert Krisenhilfe für ältere existenzgefährdete Angestellte, derlangt hie Vollaufwertung der österreichischen,Berstcherungkzeit, die Aufhebung der Höchstrente gemäß 8 24 des PensionSversicherungsgesetzcs und fordert die ganzstaatliche Sonntagsruhe im Handclsgewcrbe. Die Organisationsaufgaben beleuchtete Verbandsobmann Franz Kirchhof» Reichenberg, der-gesteigertes Interesse zu den aktuellen Tagesfragen der Angestellten registrierte. Der Teplltzer Sekretär E. F. Plohs.konnte über den steten Mitgliederzuwachs und das wachsende Vertrauen aller"Angestellten zur deutschen freigewertschäft- lichen Organisation berichten. Di« Sicherung des deutschen Arbeitsplatzes wurde gründlich- diskutiert, wobei die entsprechenden Abwehrmastuahmen beschlössest wurdest« Roter Grenztag In Neuern Gemeinsame deutsch-tschechische Kundgebung 3000 Freiheitskämpfer unter roten Fahnen Die geheimnisvolle Sechsmllllonen-Schuld der SdP Sasum weicht nicht zurück z Jonak verhandelte mit der Opposition Ein Urteil Uber Henlein:»Ich glaube, er Ist nicht mehr xü halten** Seife 4' Mittwoch, 80. September 1086 Nr. 227 Erntedankfest In Saaz Kundgebung des Bundes der Landwirte Der Bund der Landwirte hatte seine Anhänger für Samstag und Sonntag zu einem Erntedankfest nach Saaz zufammenberusen. Samstag vormittags tagten die verschiedenen Kommissionen, die entsprechende Entschließungen faßten. In der Wirtschaftskommission sprach der Präsident der Getreideverkehrsgesellschast Dr. Feierabend, der sich mit Entschiedenheit für den Weiterbestand des Getreidemonopols einsetzte. Am Nachmittag fand sodann eine Gesamttagung statt, in welcher der Parteiobmann Gustav Hacker sprach. Sonntag vormittags fand auf dem Saazer Marktplatz eine Feldmeffe statt, nachmittags sammelten sich die Abordnungen aus allen Gebieten zu eineni Umzug, an dem tausende von Menschen teilnahmen. Man sah da die Bertreter einzelner Ortschaften in ihren malerischen bäuerlichen Trachten, Bauernreiterei, die jungen Burschen in Griinhemden, die jungen Mädel in grünen Dirndel». Der Zug bewegte sich zum Festplatz, auf dem ein Massenmeeting stattfand. Nach dem Bürgermeister von Saaz, der die Erschienenen begrüßte, sprach zuerst Landwirtschaftsminister Dr. Z ad i na, der erklärte, die tschechische Agrarpartei wolle mit dem Bunde der Landwirte gemeinsam vorgehen. Bon den Forderungen der Landwirte steht jetzt die Entschuldung der Landwirtschaft iin Vordergründe. In nationaler Beziehung bekenne sich die Partei des Redners zu völliger Gleichberechtigung der Völker im Staate. Dann sprach Minister Spina. Er führte aus, daß die Bauernschaft heute einer der stärksten, aktivsten politischen„Willensträger der modernen Volksherrschaft, der modernen Demokratie geworden" ist, die Agrardemokratie sei für die Bauern ein kostbares Gut.„Für uns als Minderheit im Staate", so sagte Spina wörtlich,„ist die Demokratie nicht nur aus gesinnungsmäßigen, sondern auch aus völkischen Gründen eine LebenS- notwendigkeit. Wehe dem Schicksal des Sudetendeutschtums, wenn darüber ein tschechischer Faschismus entscheiden sollte". Der Bund der Landwirte sei eine Partei der Mitte, sie wolle keinen Kampf zwischen rechts und links. Gegen die SdP geivandt, meinte der Minister, in ihrem Wirken gebe sich tatsächlich eine Totalität kund, nämlich„die Totalität" des Mißerfolges, der politischen Einflußlosigkeit". Der Minister schloß damit, daß die Demokratie die Lösung der heutigen tvirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise sein müsse. Letzter Redner war Gustav Hacker. Er hob hervor, daß die letzten Kundgebungen des Staatspräsidenten sowie des Ministerpräsidenten nicht nur an die Deutschen, sondern auch— so verstehe er eS wenigstens— an die Tschechen gerichtet waren.„Mit diesen bedeutsamen Kundgebungen haben beide Staatsmänner anerkannt, daß nicht nur eine Pflicht zur Loyalität unsererseits, sondern auch seitens des Staates uns dem gesamten Sudetendeutschtum, gegenüber bestehn... Der sudetendeutsche Aktivismus beginnt seine zweite Epoche; in diesem zweiten Abschnitt handelt es sich uns darum, daß man die Folgerungen aus erfüllter Pflicht uns gegenüber zieht." Dazu müßten die Organe der staatlichen Verwaltung Gerechtigkeitssinn und nationale Ueber- Parteilichkeit bekunden, es dürste nicht mehr möglich sein, selbstverständliche Volksrechte ungestraft zu' verletzen. Bemerkenswert lvar, daß sich Hacker zu»i Schlüsse auch für die Lösung der Arbeitslosenfrage einsetzte,„die auf uns Deutschen am meisten lastet". Die Kundgebung hat jedenfalls gezeigt, daß es der SdP nicht, ivie ihre Absicht war, gelungen ist, den Bund der Landwirte aus dem politischen Leben des Sudetendeutschtums auszuschalten. Eine Entgleisung— so wollen wir die Bemerkung nennen,, die sich Herr Senator Stöhr auf der Landvolkstagung in Saaz geleistet hat und mit der er arg aus dem Rahmen dieser Amerika im Wabifieber , c. c.(NewNor k.) Am 6. November ist Elec- kion Dat>. Wahltag. Kalendermäßig jedes Jahr derselbe Tag. Immer scheiden irgendwelche Erwählte aus. Jahr um Jahr müssen neue gewählt werden. So ist dafür ein eigener Tag bestimmt. Er ist ein Feiertag. Jeder soll zur Ausübung seiner politischen Rechte Zeit haben. Sonst stehen am 6. November einzelne Präsidenten der 48 Staaten, die Gouverneure zur Wahl, oder Senatoren, Mitglieder des Repräsentantenhauses(des Kongresses), Stadtverordnete, Stadt« und County Naete, die Verwalter des Schulwesens, des öffentlichen Gutes, der Wohlfahrt und der anderen Zweige öffentlichen Dienstes. Diesmal aber muß der Präsident selbst gewählt werden. Und an der Spitze der Bewerber um dieses höchste Amt, das Amerika zu vergeben hat, steht der bisherige Präsident Franklin Doläno Roosevelt. Er ist der Kandidat der Demokraten, worunter man nicht eine festgefügte Partei nach europäischen Begriffen verstehen darf. Dir demokratische ist ebenso wie die republikanische Partei eine kapitalistische in der Auffassung der europäischen Sozialisten und beide Parteien verschwimmen oft so Ineinander, daß schwer die Grenze zu ziehen ist, ja oft unmöglich. In der Tat treten jetzt auch hervorragende R e p u b l i k a n e r für Roosevelt ein, andererseits schwenkest Demokraten in das Lager Hearsts, des ungekrönten Zeitungskönigs von Amerika, der den Gouverneur von Arkansas, Landon, auf seinen Schild erhoben hat und vr. Kroffta zur Genf. Außenminister Dr. K r o f t a präzl fierte am Dienstag vor dem Völkerbundplenum den Standpunkt der Kleinen Entente zur Reform. des Völkerbundes. Er sagte u. a.: Die Staaten der Kleinen Entente glawben, daß er n i ch t am Platze ist, gegenwärtig den Völkerbundpakt mit Rücksicht auf die bisherigen Erfahrungen zu ändern. Hinsichtlich der Anwendung des Artikels 16(Sanktionen), haben uns die Ereignisse zu der Feststellung gelangen lassen, daß einerseits die Finanz» und WirtfchaftSmaßnahmen nicht genügen und daß andererseits die Völker nicht inuner bereit sind, an militärischen Maßnahmen teilzünehmen, wenn ihre Lebensinteressen nicht gefährdet sind. Daher W es notwendig, die Anwendung de» Artikels 16 diesem Stand der Dinge anzupassen, damit von Anfang an die Mitwirkung jener Staaten gesichert, wird, deren Lebensinteressen durch eine Verletzung Kundgebung fiel. Senator Stöhr nahm dort— laut Pressebericht—„scharf Stellung gegen die Linksparteien", die nach seiner Meinung nur haben wollen,„daß man ein Schnitzel, groß wie ein Abortdeckel, um 1 KL erhält". Ohne mit Herrn Stöhr übek rednerischen Geschmack streiten zu wollen, müssen wir ihm doch sagen, daß die soziale Unbekümmertheit, die er da zum Ausdruck brachte, die Arbeiter und die Arbeitslosen erregen und abstohen dürste. Herrn StöhrS Bemerkung wirkt angesichts der Tatsache, daß zehntausende Proletarier seit Jahren das Schnitzel nur vom Hörensagen kennen, zynisch. Es wird gut sein, wenn dieser BdL- Senator seine Zunge doch mehr zu zügeln versuchen wirdl Ramenögletchheit. Zu der W a r n u n g der.Lamps", die wir vorige Woche veröffentlichten, ist mitzuteilen, daß der für die Zeitschrift „Der Kamps" arbeitende Bertreter Josef Schwarz, gegen den die Warnung erlassen war, mit dem Jnseratenvertreter gleichen Namens des Inseraten» und Reklamebüros Oskar Reim in Prag nicht identisch ist. Aussigs Bürgermeister im Rundfunk. Der Bürgermeister der Stadt Aussig, Genosse Leopold P ö l z l, wird am 0. Oktober im Rahmen der Prager deutschen Sendung zu Wort kommen. Der BdD. verliert ein Mitglied.-.. In Johnsdorf verübte ein junger Mensch, der 18jährige Bäckerlehrling H. Selbstmord. In einer Sandgrube jagte er sich eine Kugel in die Brust. Bei dem Toten wurde ein Schreiben gesunden, das amtlich geöffnet wurde. Den Hauptgrund zu seinem Selbstmord, so schrieb der junge Mann,' wolle er nicht-anführen, er bitte nnr, den„Bund der Deutschen" zu verständigen, daß er ein Mitglied verloren habe.1“•** Kurs über Gebührenrecht. Der Einheitsverband der Privatangestellten veranstaltet unter Leitung des Finanz-Oberkommissärs Dr. Zijka einen Kurs über Gebührenrecht. Kursteilnehmer kommen ani 8. Oktober um halb 26 Uhr im Hause des Einheitsverbandes(II., Na Zbokenci 18) im Rahmen eines Jnformationsabends zusammen. Eine mysteriöse Angelegenheit beschäftigst die Bcüxer Kriminalpolizei. Bei der in RudelS- dors wohnhaften Witw'e Anna M o r a v i e wollte sich ein Mann einmieten, der vorgab, Angestellter des Brüxer ElektrizitätSiverkeS zu fein. Die Frau sagte ihm zu. Während sie in den nächsten Laden ging, um dem neuen Mieter ein Nachtinahl zu besorgen, gab dieser den Kindern, der sechsjäh« rigm Zdinka und der vierjährigen Vlasta aus einer Flasche, die er mit sich hatte, zu trinken. Der Unbekannte stärste den Kindern ein, niemanden etwas zu sagen. Als der Mann weggegangen war, wurden, die Kinder von Uebelkeiten und Tag um Tag in seinen hundert großen Zeiwngen, in seinen Magazinen, in seinen Radiostationen anprei- ken läßt. Dann hat sich diesmal noch eine dritte Partei aufgetan und auf einer Konvention, wie hier die Parteikongreffe heißen, den Repräsentanten Lemke als Präsidentschaftskandidaten aufgestellt. Diese dritte ist die Partei der kleinbürgerlichen Unzufriedenheit, der demagogischen, meist gewollten Unklarheit, aber auch der gutgemeinten frommen Wünsche und Pläne, die breiten Maffen au» dem Wirrwarr der kapitalistischen Mißordnung herauszuführen. Diese Partei nennt sich die Unionpartei..Eine schriftliche Probeabstimmung ergab für sie nahezu fünf Prozent der Wählerstimmen. Nrem Hauptschreier, dem katholischen Pater Loughlin, wurde indes jetzt schon von Rom aus das Handwerk gelegt. Wahrscheinlich sieht der heilige Stuhl die Zeit noch' nicht gekommen, wo man die katholische Kirche für oaS phrasenreiche Programm CoughlinS, ein Programm von ungefähr hitlerischer Klarheit, mitver- anstvortlich machen kann. So wurde also dem fleißigsten Radiödemagogen Amerikas, der auch immer wieder auf der Filmleinwand erscheint, zunächst von seinem Bischof bedeutet, daß er sich von politischen Reden fernzuhalten habe... Und er schlveigt. .„... Mut zeigt auch der Mameluk, Gehorsam ist des Christen Schmuck." Die vierte Partei, die seltsamerweise— eigentlich >st es logisch— Hearst, der schlimmste Hasser alle» deffen, was er„rot" nennt, mit Freuden schon jetzt in seine Siegesrechnung für die Republikaner einschließt, ist die sozialistische, deren Kandidat Norman Thoma» ist. Sie erhielt bei der AbstimuwngS- Paktrevision der Paltverpflichtungen bedroht würden. Die» läßt sich am sichersten durch Re g i o n a l Verträge und durch die Organisierung neuer Abkommen erzielen. Die Kleine Entente will selbstverständlich alle Garantien erhalten, welche ihr die gegenwärtigen Bestimmungen de» Pakte» gewähren. Sie wird weder Aenderungen, noch Auslegungen annehmen, deren Folge wäre, daß der Kleinen Entente Beschlüsse aufgezwungen'würden, mit denen sie icht überelsttmmi. Betreffs Artikel 19, der die Revision behandelt, betonte Minister Dr. Krofta, die Doktrin der Kleinen Entente sei allzu bekannt als daß er sie ausführlich darlegen müsse. Die Kleine Entente ist überzeugt, daß keine Aende» rung möglich ist ohne die freie und formale Einwilligung der inter- essiertinParteien. furchtbaren Schmerzen befallen. Die Frau ließ die vor Schmerzen bewußtlos gewordenen Kinder ins Krankenhaus bringen,' Ivo eine Vergiftung festgestellt wurde. Nachdem den Kindern ärztliche Hilfe zu teil geworden war, erholten sie sich und erzählten den Vorgang. Man vermutet, daß es sich entweder um die Tat eines S ad i- sten oder um einen Racheakt handelt. Die Nachforschungen nach dem Unbekannten blieben bis jetzt erfolglos. Das Befinden der Kinder hat sich gebessert. Beethoven-Gedenktafel-Enthüllung in Karlsbad. Im Rahmen einer schlichten Feier wurde am Sonntag vormittags die von der Ortsgruppe Karlsbad des Deutschen Musikpädagogischen Verbandes zur Erinnerung an den Aufenthalt Beethovens in Karlsbad, im Jahre 1812 gewidmete Gedenktafel am Haufe„Auge Gottes" enthüllt. Zu der Feier hatten sich etwa 606 Menschen eingefunden. GraSlitz erhält ein neue» Postamt. Endlich soll die Stadt GraSlitz ein ihrer Größe und industriellen Bedeutung entsprechende» Postamt erhalten: die dieser Tage durchgeführte Baukommission, an welcher Vertreter der Postdirektion Prag und der Stadt-, gemeinde teilnahmen, hat die in Aussicht genommene Baustelle für geeignet befunden, und da auch von den Anrainern keine Einwendung»» erhoben wurden, die Baupläne bereits genehmigt sind, ist nunmehr die DauauSschreibung erfolgt und ei wird nach Niaßgabe der Witterung voraussichtlich noch in diesem Jahre mit der Errichwn des Objekte» begonnen werden. Die deutsche» MusikstaatSprüsungen für de» Privatunterricht finden ab 16. November im Gebäude der Deutschen Musikakädemie, Prag II., Vla- dislova 28, statt.' Anmeldeformulare gegen Voreinsendung der Einschreibgebühr von 21 KL bei der Direktion. Ende der Einreichungsfrist: 80'. Oktober.— Die Staatsprüfung en für da» Lehramt der Musik und de» Gesänge» anLehrerbildung-anstal, ten und für das Lehramt de» Gesänge» an Mittelschulen finden Mitte Dezember l. I. statt. Anmeldungen sind bi» zum 18. Oktober an obgenannte Kommission, Prag II., Vladiflavova 28, zu senden. Japanische Note an Nahklng Schanghai. Der japanische Generalkonsul in Nanking überreichte im Auftrage seiner Negierung im Außenministerium eine Note, in der die Aufmerksamkeit der chinesischen Regierung auf die jüngsten Zwischenfälle in Hankau und Schanghai gelenkt wird. Die Note enthält. auch die Forderung an Nanking, die Garantie gegen eine Wiederholung ähnlicher Zwischenfälle zu übernehmen. probe 1.8 Prozent aller Wählerstimmen. Und Hearst jubelt heute schon und prophezeite vor seiner Ferienspazierfahrt nach Europa den Sieg Landon» über Roosevelt, den Sieg der Grobkapitalisten über die fortschrittlichen Demokraten, al» deren erklärter Führer man Roosevelt ansprechen kann, wenn man die Persönlichkeit und da» Wollen Roosevell» der europäischen politischen Denkweise in Parteien näher, bringen will. Hearst hofft, daß die rund sech» Prozent der Wählerstimmen der Kleinbürger(Loughlin, de» Dr. Townsend mit seinem 206 Dollar MonatSpen- sionrplan für jeden 60jährigen Amerikaner, den Utopisten und anderen Unzufriedenen) u n d der Sozialisten dem Wallstreetmann indirekt zugute kommen werden, indem diese den Republikanern abfolut feindlichen Stimmen Roosevelt entzogen werden. Und diese Rechnung stimmt. Diese Stimmen gehen nur Roosevelt verloren. Ob der Verlust«»»reichen wird, den Sieg de»„Arbeiterfreunde»" Landon, al» der er täglich gepriesen wird, herbeizuführen, ist eine andere Sache. Jedenfalls lassen sich die Demokraten durch die Prophezeiung Hearst» nicht bange machen. Run aber die Sozialisten.- Sie stehen vor schweren Entscheidungen. Im Sinne her straff durchorganisierten sozialistischen'Arbeiterparteien Europa» gibt es in Amerika überhaupt. keine sozialistische Arbeiterpartei Was sich so nennt und auf der"Konvention in Detroit(1984) für ganz Amerika 26.000 Mitglieder aurwie», in feinem dort mit Mehrheit beschlossenen reichlich radikalen- Programm aber so tat, al» stünden wirklich hie, Maffen hinter ihr, da» kann mit den Augen de» europäischen Sozialisten keineswegs al» eine, sozialistische Masfenpärtei ange- scheu werden. Von den etwa 80, Millionen, die ihrer Brief en den Zeitspiegel Ein Genoase Lehrer schreibt uns::~- Dos Schulministerium läßt bekanntlich aus seinem Amtsblatts, dem„Vöstnik mini- sterstva ikolstvi a närodni osvSty", einen deutschen Auszug erscheinen, der an erster Stelle die Gesetze, Verordnungen, Kundmachungen und Erlässe dieser Zentralstelle enthält. So dankenswert diese Vebersetzungen sind, so bedauerlich ist die Mißhandlung, die sich die deutsche Sprache gelegentlich hier gefallen lassen muß. Nicht bloß, daß der „Auszug" allzu häufig grammatische Fehler aufweist— sein Text leidet nioht selten auch an einer peinlichen Zweideutigkeit oder Unverständlichkeit des Ausdrucks, der deutlich verrät, daß einzelne von den Beamten, denen diese Vebersetzungsarbeiten anvertraut sind, die deutsche Sprache durchaus nioht in dem für ihre Aufgabe erforderlichen Ausmaße beherrschen. Es wären gewiß unschwer Kräfte ausfindig zu machen, die des Tschechischen wie des Deutschen derart mächtig sind, daß von ihnen einwandfreie Vebersetzungen aus der Staatssprache erwartet werden können. Oesterreich toll„sturmreif" werden Die Bemühungen der Nazi AP. Die österreichischen Nationalsozialisten verbreiten durch Flüsterpropaganda, daß angeblich „Putschpläne" der österreichischen Kommunisten beborständen und daß Terrorakte zu erwarten seien. Der„Nachrichtendienst" der österreichischen SS streut da» gleiche Gerücht aus und bemerkt dazu, daß dann eine Intervention des Auslandes(1) unumgänglich nötig sein werdet Dadurch werde aber die österreichische Frage mit einem Male geklärt(l) werden. Was geht da vor? Wilk man damit auf eigene Sprengstossanschläge, wie sie wieder aufzuleben scheinen, vorbereiten, um sie anderen in die Schuhe zu schieben? Sucht man nach einer Art österreichischem Reichstagsbrand? Soll die antibolschewistische Intervention, die Hitler in Nürnberg ankündigte, auf Oesterreich gemünzt sein? Jeder weiß, daß es in Oesterreich nur eine Handvoll Kommunisten gibt, und seitdem sie für die Demokratie eintreten, sind es nicht mehr geworden. Was führen also die Nationalsozialisten wieder im Schilde? In Karze s Berlin. Die diesjährige deutsche Ernte wird nach den bisherigen Schätzungen erheblich niedriger al» im Vorjahre fein. Einem Getreideverbranch von 8.8 Millionen Tonnen im Jahre 1985/86 steht ein« Ernte von nur 4.61 Millionen Tonnen gegenüber, einem Futtermittelbedarf von 10.88 Millionen Tonnen eine Ernte von nur 8.7 Millionen Tonnen. Dresden. Im Konzentrationslager Lichtenberg wurde der trübere kommunistische Stadwerordnete Elflein durch einen Kopfschuß getötet. Berlin. In der Nähe des alten Konzentrationslager» Oranienburg wird ein neues Lager gebaut, das für 4000 politische Gefangene bestimmt stt. Kaunas. Der ungarische Journalist S z e l l,' deffen Veröffentlichungen über die nichtarische Abstammung von Alfred Rosenberg große» Aufsehen «tregten, ist al» lästiger Ausländer au» Litauen auS- gewiesen worden. London. Nach Meldungen au» Spanisch-Marokko wurde in Ben Carri bei Tetuan von General Franco ein Konzentrationslager errichtet, um des' Widerstande» der Eingeborenen Herr zu werden. In den letzten Tagen wurde 18 Kaid»(Stammeshäuptlinge) erschossen, weil sie sich weigerten, die Rekru- tierungSkampagne zu unterstützen. Klaffenlage nach zur Arbeiterklaffe zu rechnen sind, sind nur dreieinhalb Millionen— also etwa jeder Zehnte— gewerkschaftlich organisiert. Können 26.000 als eine Arbeiterpartei angesprochen werden? Dar erste Urteil, dar der aus Europa«»kommende Sozialist hierzulande hört, ist da» oft zitterte: „Die amerikanische sozialistische Partei ist eine Partei der geistigen Arbeiter; die Maffen fehlen ihr." Auf grobe Zahlen gebracht, heißt'da»: In Amerika ist jed er zehnte Arbeiter gewerkschaftlichorganisiert, jeder t a u s en d st e p ol iti s ch a l» Sozialist. ' Das war derStand von 1984. Seither hat Nach langer öffentlicher Diskussion-die Partei eine'neuerliche sehr bedenkliche Schwächung erfahren durch ihre Spaltung in die von Norman Thoma» geführte linke Gruppe und in die alte Soeialist Party, die ihren größten Anhang in New 8ork hat und estva die Linie der europäischen sozialdemokratischen Parteien einhält. Norma» Thoma», ein ehemaliger Prediger, ist ein. ausgezeichneter Redner, er. schreibt' fleißig Artikel/und Bücher,, die ihm feinen Lebensunterhalt einbringen müssen, aber ob er auch«in' Führer ist, da» wird die-Zukunft entscheiden., D a s p o t itis ch e H er z d e r B. S. i st W a- fhing ton. An diesem Sitz aller Politik in Amerika- hat weder die alte, noch dieneue SocialistParty von AmerikaeinBüro,einen Gesandtender, A r b e i terk l a s s e. Die A. F. of L., die von William. Green geführte Vereinigungder amerikä- nischen Gewerkschaften hat in Washington ihren Sitz: Darum haben auch die Gewerkschaften wenigsten» einigen Einfluß auf die Politik Amerika».. Sie.Men "Nr. 227 Mittwoch, 80. September 1936 leite 5 Volkrfront-Mehrheit für Devalvation Paris.' Die Kammer nahm DienStag vor 11 Uhr nach 24stündiger fast ununterbrochener Debatte das neu» WährungSgefetz mit 860 gegen 221 Stimmen an. Ministerpräsident Lion Blum hielt in den Morgenstunden eine Rede, in welcher er die Bedeutung der französtsch-englisch-amerika» nischcn Bereinbarung, betreffend di« Ausammrn- nrbcit auf dem WährungS- und wirtschaftlichen Gebiete hervorhob und die Hoffnung auSsprach, daß dieser Bereinbarung der drei Regierungen binnen kurzem sich auch die übrigen Staaten anschließen werden. Dir Negierung sei im Interesse der sozialen Beruhigung deS Landes der von den Linksparteien vorgeschlagenen Lösung beigetrrten, durch welche dievorgrschlageneautomatische Erhöhung der Löhne insolge einer Preissteigerung durch die der Regierung z« erteilende Befugnis, die Bekämpfung der Teuerung in verschärfter Weise vorzunehmen, ersetzt werde. Unter dem Einfluss« dieser Entscheidung schloß sich die Majorität der Volksfront sowohl auf der Kusterstrn Linken unter den Kommunisten alS auch auf der Rechten unter den Radikalen zusammen. Mit Rücksicht auf die Verlängerung der Kammerdebatte wird der Senat die Debatte über die Regierungsvorlage erst Mittwoch vormittags beginnen. Kleinere Aenderungen durch den Senat sind nicht unwahrscheinlich. Schweiz devalviert um 30 Prozent Di« Schweiz führt eine Devalvierung des Franken um 30 Prozent durch. Der Bundesrat genehmigte Sonntag abends zwei Anträge, deren erster Währungsmaßnahmen, und deren zweiter Maßnahmen gegen eine Preissteigerung betrifft. Die Rationalbank wurde durch den ersten Beschluß angewiesen, den Goldwert deS Franken zwischen ISO und 216 Milligramm Feingold zu halten, waS«wer Abwertung im Mittel von 30 Prozent entspricht. Durch den zweiten Beschluß wird«S untersagt, die Groß- und Detailpreise jeder Art von Waren, die Tarife für Hotels, GaS, Elektrizität, Honorare, ferner Met. und Pachtzins« ohne Genehmigung zu erhöhen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund erklärt die Abwertung alS eine unumgängliche Maßnahme. Der Ständerat nahm den Bundesbeschluß mit allen gegen zwei Stimme» an. Goldausfuhrverbot In Holland Die niederländische Regier üstg^vekbNSaM- tag kurz nach Mitternacht jede Ausfuhr von Gold, dir nicht durch die Niederländisch« Bank bewilligt wird. Diese Maßnahme wird mit dem außerordentlichen Gvldabflutz auS Holland und dem Bestrebe» begründet,«ine Preisgabe des Goldstandards zu verhüten. Ministerpräsident E o l i j n gab Montag im Rundfunk bekannt, daß die Negierung an die Gründung eines Währungsausgleichsfonds in der Höhe von 300 Millionen Gulden denke. Der Zweiten Kammer, di« für DienStag rinberufen war, wurden drei Gefetzanträge vorgelegt, die daS , Goldausfuhrverbot, dm Ausgleichsfonds und Maßnahmen gegen Preiserhöhungen betreffen. * An maßgebenden italienischen Stellen bewahrt man nach wie vor Stillschweigen. In Anwesenheit Mussolinis und des Finanzminister» fand eine Beratung über die Währungsfragen statt, deren Ergebnis jedoch nicht bekannt ist. Es wird angenommen, dah eine Devalvierung der Lira n i ch t unmittelbar bevorsteht, da Italien wahrscheinlich die Entwicklung in Frankreich abwarten und erst nach einem günstigen Ergebnis an die Abwertung seiner Währung schreiten will. Sicher ist, daß die Industrie- und Finanzkreis« für die Lira-Devalvierung eintreten. AuS Deutschland liegt bisher nur eine Aeußerung einer offiziellen Persönlichkeit vor, nämlich des Staatssekretärs Reinhardt, welcher erklärte, daß in Deutschland„kein Mensch an verantwortlicher Stelle an eine Abwertung der Mark denkt". Ebenso wird an amtlichen österreichischen Stellen erklärt, daß der Schilling nicht bedroht sei und Oesterreich sich auf einen abw-rten« den Standpunkt beschränken werde. Desgleichen verlautbarten amtliche Kreise Rumäniens und Polens, dah ihre Währungen durch das ftanzö« sisch-englisch-amerikanische Abkommen und seine Folgen nicht beeinflußt würden. Schließlich haben Bulgarien und Litauen erklärt, keine Mwertung ihrer Währung vornehmen zu wollen. Die Griechische Bank hat in Uebereinkunfi mit der Regierung beschlossen, die Drachme an das Pfund-Sterling zu binden. Dem Sterling-Block schließt sich ferner Lettland an. Di« Regierung hat eine Verordnung erlassen, durch welche ver Lat im Verhältnis zum Pfund Sterling neu geregelt wird. Schließlich erklärt die türkische Zentralbank, daß bis auf weiteres das Pfund Sterling bei Kursberechnungen als Grundlage zu dienen habe. Um die„/Ungleichung" des Franc (Nu) Es handelt sich nämlich nicht bloß um eine Abwertung, sondern in erster Linie um eine Angleichung des französischen Franc an, die großen angelsächsischen Währungen. ES ist ein Versuch, die französischen Preise an die Weltpreise anzugleichen und damit den französischen Export und vor allem die Ausfuhr der Luxusindustrien, die im französischen Export eine so bedeutende Rolle spielen, auf eine konkurrenzfähig« Grundlage zu stellen. Denn Frankreich ist bis jetzt eine „I n s« l d e r T e u e r u n g" im Ozean der niedrigen Preise gewesen, der daS Land von allen Seiten umspült hat. Das Wesentliche.an der französischen Abwertung ist das vorherige Ab- kommen mit England und Amerika, daS die G e- f a h r d e S„SB ährungSkriegeS" bannt mit allen Konsequenzen in Form von Zollmaßnahmen gegen nun verbilligte französische Waren und vor allem in Gestalt von entsprechenden Währungsabwertungen anderer Staaten, die die Bedeutung der französischen Mwertung vernichten, würden., Mer es muß doch bemerkt werden,, daß da» britisch-amerikanisch-französisch« Wäh» Warum Mola englische Journalisten ausweist (9t. F.) Es ist bereits berichtet worden, dah der Aufständischengeneral Mola in BurgoS eine Reihe von. Korrespondenten ausgesprochen bürgerlicher englischer Blätter„ausweisen" ließ, iveil sie angeblich nicht der Wahrheit entsprechend berichtet haben sollen. Um so interessanter ist«S, den Bericht zu lesen, den der(bisher noch nicht ausgewiesene) Vertreter der reaktionären„Daily Mail" seiner Zeitung schreibt. Es handelt sich um«inen gewissen Harold Pemberton, dessen Berichterstattung nach Kräften bemüht war, den faschistischen Generälen die Stange zu halten. Er schreibt: „In meinen Berichten kann ich nur von Grausamkeiten schreiben, die die Anhänger der Volksfront an den spanischen Monarchisten und Faschisten verüben. Aber die unvorstellbar strenge rungSabkommen keineswegs jene Stabilisierung der Währungen im internationalen Maßstabe bedeutet, die seit der letzten Londoner Weltwirt« schaftskonferenz im Sommer 1988 von den Wis- ftnschaftlern und Praktikevn aller Staaten verlangt wird. Damals ist diese internationale Währungsstabilisierung durch den Widerstand von Amerika unmöglich gemacht worden. Auch jetzt weigert man sich in Washington und wohl auch in London, sich irgendwie währungspolitisch zu binden. Aber es kann als ein Erfolg der Regierung Blum-Auriol gebucht werden, daß die Angelsachsen wenigstens auf Gegenmaßnahmen verzichtet haben. Politisch bedeutet die französische Angleichung an die angelsächsischen Währungen«ine Absage an die Pläne von Schacht, der vor einigen Wochen die Pariser Regierungskreise mit einer gleichzeitigen Franc-Mark- Abwertung zu ködern versucht«. Eine solche «Gleichschaltung" des französischen Franc mit der Reichsmark, würde höchstwahrscheinlich auch zu einer wirtschaftspolitischen Zusammenkoppelung zwischen Berlin und Paris mit allen entsprechenden Konsequenzen auch aus dem Gebiete der Außenpolitik führen. Diese Gefahr ist nun vorläufig gebannt und darin kann man auch einen Erfolg der französischen Regierung sehen. Sollte in den nächsten Tagen oder Wochen die deutsche Reichsmark gleichfalls einen Anschluß an die Weltvaluten zu finden versuchen, was sehr wahrscheinlich ist, werden sich die Berliner Wirtschaftspolitiker einem bereits konsolidierten Währungsblock gegenübersinden. In jedem Falle hat der„G o l d b l o ck", besonders auch nach" der schweizerischen Abwertung, aufgehört zu existieren, und damit Ist eine der wichtigsten Hemmungen gegen die Wiederherstellung der weltwirt- schastlichen Arbeitsteilung beseitigt. Moskau dementiert Morgenthaus Behauptung„auf nichts begründet“ Moskau. Die Moskauer Blätter veröffentlichen eine offizielle Erklärung, in welcher gegenüber den Behauptungen des amerikanischen Finanzministers, daß Rußland in Amerika eine Million Pfund Sterling um jeden Preis verkaufen wollte, um den Kurs des Pfund Sterling zu drücken, gesagt wird, dah cs sich dabei um eine gewöhnliche Bankoperation gehandelt habe. Die russische Staatsbank habe der Chase-Bank in New Vork den Auftrag gegeben, der Enschild Bank in Stockholm 6,890.700 Dollars zu überweisen, die die russische Staatsbank zur Auszahlung an die schwedische Firma Acea benötigte. Gleichzeitig habe die Chase-Bank den Auftrag bekommen, zwecks Kräftigung des Dollar-Guthabens der Staatsbank in der Chase-Bank zu günstigen. Preisen eine Million Pfund Sterling zu verkau- fen.-Die Erklärung MorgenthauS wird als unsolider o'ntisowjetistischer Ausfall bezeichnet." Zensur, die in der Hauptstadt Andalusiens herrscht, macht eS den hier befindlichen Journalisten unmöglich,«in anderes Bild zu zeichnen, als wie es den Aufständischen günstig ist. Was wollen die Aufständischen vor der Welt verbergen? Sie wollen einfach die täglichen Metzeleien verheimlichen, die ihre Truppen in den Dörfern bei ihrem Vordringen verüben. Aber während sie mit allen Mitteln darnach trachten, ihre Grausamkeiten vor der Welt zu verbergen, so kümmern sie sich andererseits nicht im mindesten darum, daß man in den spanische!: Städte» und Dörfern davon etwas erfährt. Im Gegenteil: Sie machen mit ihren Metzeleien sogar Reklame: Ich habe selbst gesehen, wie sie am Ende eines Dorfes, die Leichen ihrer Opfer zu Bergen häufen, um so eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Letzten Dienstag haben die Aufltändischen einen spanischen Photographen erschossen, weil er vor den Toren Sevillas eilten solchen Leichenhaufen photographierte. Es waren 41 aufeinanderge» worsene Tote, darunter drei Frauen. Als ich fragte, warum diese Hinrichtung stattgefunden hatte, erhielt ich wörtlich folgende Antwort:„Er ist erschossen worden, weil er seine Photographien ausländischen Journalisten verkaufen wollte. Es ist nicht erlaubt, daß solche Photographien ins Ausland koinmen." Diese Massenmorde gehoir planmäßig vor sich,>vie bei einer koloninlen Strafcxpedition. Auf den Gebieten, die die Rebellen besetzt haben, darf keiner am Leben bleiben, der nur irgendwie verdächtig ist. Auf diese Weise soll die Gefahr vermieden werden, daß hinter d e>n Rücken der Rebellen Auf st an de ausbrechen. Es ist vielleicht überflüssig, hinzuzufiigon, daß diese Hinrichtungen mit gesetzlichen Gerichtsurteilen nicht einmal scheinbar etwas zu tun haben. Jeder lvird sich noch an die Massenmorde von Badajoz erinnern. Ich füge hinzu, daß»ach der Einnahme vonMerida durch die Ausständischeil 959 Einwohner hingerichtet wnrden. I» Sevilla selbst, wo ich mich längere Zeit aufhielt, werden nach meiner Schätzung täglich 35 Menschen«r- schossen. Wie die Rebellen mit ihren wirklichen oder vermeintlichen Gegnern verfahren, ist von Fall zu Fall verschieden. Einige Tage vor meiner Abreise aus Sevilla mußten sämtliche Bewohner einer Gasse im Arbeiterviertel„über die Klinge springen", weil sie angeblich kommunistische Elemente versteckt halten. In vielen Orten ztvischen Sevilla und Cordoba holten die Rebellen ihre Gegner aus den 'Häusern heraus, stellten sie auf die Landstraße oder auf die Felder und befahlen ihnen, zu fliehen. Dann schossen die Soldaten aus sie, wie Ivenn sie auf der Jagd wären..." Dieses Schreiben Pembertons gibt auch die Erklärung dafür, Ivarum auf den Photographien, die die rebcllcnfreundliche Pariser..I l I u st r a- tion" veröffentlicht, die Dorfbewohner in den von den Rebellen beherrschten Orten immer nur mit beiden erhobenen Händen zu sehen sind. Das ist nicht gerade die Art, in der ein Volk seine„Befreier" zu begrüßen pflegt. Hier hat offenbar die„Reklame" gewirkt, von der Pemberton in seinem Bericht schreibt. ES ist allerdings sicher, daß diese„Reklame" auch Wirkungen hat, die den faschistischen Massenmördern ! sehr ungelegen sein werde». mit dem Weißen Haus in ständiger Fühlung, die So- cialist Party nicht. Alle Parteien Amerikas sind selbstverständlich einheitlich in englischer Sprache geführt. Die Partei der Internationale, die internationale sozialistische Partei,.spaltet sich in.nationale Gruppen. Wenn auch die Verhandlungssprache bei gemeinsamen Beratungen die.englische ist, so'gibt es doch eine deutsche, .eine italienische, spanische, tschechische, ungarische, polnische Arbeiterpartei in Amerika und noch viele ändere. Etliche von diesen haben ihre eigenen Wochenblätter, die Italiener sogar ein Tagblatt, aber die englische Hauptpartei hat es über einige Wochenblät« ter, die alle mit ihrer Existenz ringen, noch nicht hin« auigebracht. Das einzige groß« sozialistische Tagblatt, da» Amerika hat, ist der„Jüdische Vorwärts" in New Nori. Sein Korrespondent in Washingtonist der einzige, den man bei gutem Willen al»„freiwHligen" Gesandten der Arbeiterklasse Amerikas in Washington ansehen kann. Er Hilst wo er kann, aber es fehlt ihm das Mandat und eine Partei hinter ihm, in deren Namen er sprechen könnte. Die große Mass« der amerikanischen Arbeiter hat kein Tagblatt. Ein P o lk v o n 180 M i ll i o ne nundkein s o z i ä ri'ft'i f ch« r Tagblatt i n der S p r a ch e diese r V o l k e»I Das ist die schlimmste Folge der Zersplitterung der internationalen Partei in nationale Gruppen. Es fehlt keineswegs an Sozialisten in Anrerika, aber an der Kraft fehlt«8Bi»fan8,MeiOn>b! ie Stell« ben Zer« s'plit t« rung Zusamme-nfa s sung, das istO r g qnis-a t i»» setzen wurde. Dem Kampf iy)der politischen^ sozialistischen Partei gesellt sich tzun auch noch ein Kampf i n d e n U n i» n», in den Gewerkschaften bei. Daß nur jeder zehnte Arbeiter Amerika» von den Gewerkschaften erfaßt ist, hat natürlich seine Ursachen. Die tiefste ist, daß die Gewerkschaften es bislang versäumt haben, der modernen Betriebsform der Monopol- und Trust-Wirtschaft auch eine moderne Organisationsform der Gewerkschaften«ntgegenzusetzen. Es gilt auch hier voin Kleinbetrieb»um Großbetrieb Lber- zugehen. Das ist es, wa» die"Gruppe um John L. Lewis, den Führer der 600.000 organisierten Bergarbeiter, will, di« insgesamt etwa«ine Million Organisierter,«in Drittel aller, umfaßt. Dieser Gruppe gehören di« stärksten Gewerkschaften an: Bekleidungsindustrie, Typographen, Textil-, Glas-, Metall-, Eisen«, Stahl- und Oelindustrie. DI« F. of L. heißt Zersplitterung, die Gruppe Lewis — nun vom Gewerkschaftsbund schon ausgeschlossen^ — heißt Z u s a m m« n f a s s u n g. Auch hier im Grunde genommen dieselbe Erscheinung wie in der politischen Partei. Wollten heute die Arbeiter und Angestellten«ine» großen Zeitungsbetriebe» in den Streik treten,: so mußten 14 Gewerkschaften in Aktion treten, nach dem System Lewis nur«ine. Auch in Europa müßt« ja der Geist der Fachsimpelei überwunden werden." Dies« Klärungskämpfe in der polsiischen Partei und in den Union» haben nuäelpe Pritt« Erscheinung gezeitigt, die mit der Präsidentenwahl in ünmittel- barem Zusammenhang steht. In'den ersten August, lagen wurde in New Vork ei n e A m« r i kani s ch« L ä b o r p a r th g e grü n d e t. Die Vorgeschichte führt pu Franklin D. Roosevelt zurück. Roo« scvelt wird von den Demokraten, also einer bürgerlichen Kartei, kandidiert, Mer schon 1932 standen viele Arbeiter bewußt hinter ihm und nicht hinter dem Kandidaten der Sozialisten. Sie sagten sich und sagen sich das heute noch viel klarer: Roose« veltisteinPrinzip. Biele verstehen es noch nicht oder sie wollen«» nicht verstehen. Politisch analysiert ist Roosevelt da» Prinzip de» sozialen Sich erheitsvent ils. Er erkennt, die heutige Güterverteilung ist ungerecht, in seinem«New Deal" strebt er eine neue Teilung an. Er ist nicht Revolutionär, aber er ist ein bewußter Reformer, ein sozialpolitisch gebildeter und einsichtiger Mann. Wa» die alte Sozialdemokratie für Europa bedeutete, daS bedeutet Roosevelt heute für Amerika. Ein Unterschied nur: Er denkt nicht, di« Arbeiterklasse„kampffähig zu machen, und zu erhalten", aber den einzelnen amerikanischen Bürger und damit die Nation, Für den Arbeiter tritt dieses Streben ökonomisch in höheren Löhnen, in Verkürzung der Arbeitszeit, in der Hebung seiner Klaffenlag« in Erscheinung. Weder gibt es«ine politische Arbeiterpartei, noch«inen Gewerkschaftsbund, der dazu imstande lväre, so sieht der Arbeiter in dem bürgerlichen Sozialreformer Roosevelt" seine Hoffnung, um so mehr al» sich di« Kapitälistenklasse so offen gegen Roosevelt zur Wehr« setzt. Daß der obetste Gerichtshof, gestützt auf die historische Verfassung, einschneidende Wirtschaftsgesetze'als mit der Verfassung im Widerspruch stehend erklärt hatte, beantwortete die Arbeiterklasse instistktw" damit,, daß sie. in die Gewerkschasten strömte und daß. all« Gewerkschaftsführer, die alten und di« der«neuen Richtung, Roosevelt der Unterstützung durch Pie^Gewerkschaften versicherten, ja der Präsident per Damenlleidermacher, Dubinsky, trat aus der sozialistischen Partei au», um freie Hand für die Wahlen zu haben. Diese Gewerkschaft zählt mit ihrer Viertelmillion Mitglieder zu den rührigsten. Und nun ist der vorläufig letzte Schritt gemacht worden, im Staate New Vork wurde aus An l a ß der bevorstehenden Wahlen eine unabhängige Arbeiterpartei gegründet, eine„American Labor Party", der auch di« sozialistische Rechte, die„Sozialdemokratische Föderasion"(zuletzt„Volkspartei" genannt) unter Aufrechterhaltung ihrer organisatorischen Selbständigkeit beitrat. Zum Präsidenten wurde der Vorsitzende der amerikanischen Buchdruckerinternationale Geo. L. Berry gewählt. Hinter der neuen Partei stehen die 800.000 Mitglieder der Gewerkschaften im Staate New Nori. Bereits in 67 von den 62 Countier (Verwaltungsbezirke) hat di« neu« Partei Fühlung mit den Gewerkschaften, die auch hier, wie in jeder sozialistischen Partei, da» Rückgrat der Bewegung sein werden. Diese hoffnungsvolle Gründung kam zustande, weil man«in wirksames Instrument braucht«, den Arbeiter bei der Wahl der Demagogie der Hearstpresse zu entziehen. Die Leitung des Wahlkampfes der Labor Party wurde Mrs. Eleonore M. Herrick übertragen, einer der engsten Mitarbeiterinnen der Staatssekretärin für soziale Wohlfahrt. Sie,ist Direktorin de» New Dorier Amte» und wurde zur/Organisierung de» Wahlkampfes von ihrer Behörde beurlaubt.. In seiner ersten Wahlrede sagte Roosevelt zu den Jungdemokraten, daß die Pionierzeit für Amerika vorüber sei, daß aber di« Zeit der sozialen Pionierzelt eben beginnen. Höchste Zeit. Auch hier drohen Explosionen, Seite 6 Mittwoch, 80. Sepftmber lüllü Nr. 227. Beratungen derSozialistisclien Arbeiter-Internationale Av 27. September trat in P a r! s unter Teilnahme zahlreicher Vertreter der angeschlos- sencn Parteien das Exekutivkomitee der SAJ zusammen. Die Sitzung, deren Vorsitz der Prä« sident der Internationale, der belgische Genosse de Broucköre führte, diente in erster Linie der Vorbereitung einer für den 28. September einbe- rufcncn gemeinsamen Konferenz mit dem FGB, in der über die Lage in Spanien berichtet werden sollte. Daneben beschäftigte sic sich aber auch mit einer Reihe anderer bedeutsamer Angelegenheiten. Der internationale Sekretär Genosse Friedrich. Adler berichtete u. a. über die Arbeiter- Oltzmpiade in Antwerpen, deren Förderung den Parteien zur Pflicht gemacht wird, die Vorsitzende des Francnkomitees Alice Pele über den sehr, befriedigenden Verlauf der internationalen Frauenschulc. Eine längere Aussprache entspann sich über die Lage der sozialistischen Arbeiter- bcwegung in Amerika. Der Sitzung lagen schriftliche Berichte über den Stand der Hilfsaktion und über die Wahrnehmungen der Vertreter beider Internationalen bei einer Reise nach Spanien vor. Im Anschlug daran antwortete der spanische Delegierte A s n a auf verschiedene Anfragen. Die Diskussion über die Lage in Spanien wurde jedoch in der Hauptsache der gemeinsamen Sitzung des JGB und der SAJ Vorbehalten. Die Sitzung nahm die Nachwahl des belgischen Genossen D c l v i g n e tnS Büro vor und beschloß ferner, die Frage der Einberufung des fälligen Kongresses den einzelnen Parteien zur Stellungnahme vorzulegen. Als Vertreter der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei nahm Genosse Ernst Paul an den Pariser Tagungen teil. Kongreß der tschechischen sozialdemokratischen Jugend Am Samstag und Sonntag tagte in Prag der sechste Kongreß der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Jugend, der auf eine Arbeitszeit von vier Jahren zurückzublicken hatte. Es konnte Uber einen schönen Aufstieg der Organisation berichtet lverden, die nunmehr an die 10.800 Mitglieder zählt. Der Aufstieg der Untergliederungen wurde inteitfiviert: der F e st i v a l, der gleichzeitig mit dem Kongreß stattfand, lvar der schönste Beweis für die Rührigkeit der in der tschechischen sozialdemokratischen. Jugendbeivegung vereinigten jungen Menschen. Am Sonntag beriet der Kongreß in vier Sonderveranstaltungen über die. Teilaufgaben der Bewegung. Auf der.sozialpolitischen Tagung sprachen Fürsorgcminister N e k a S und Dr. B c d n n r, auf der organisatorischen der Parteisekretär D u ndr und der Jugendsekretär R a u s, auf der politischen?lbg. L a u S m a n und Vladimir Görner, auf der kulturellen Prof. M a c e k und Josef Trojan» Die Aussprachen waren sehr lebhaft und legten Zeugnis von einer großen geistigen Reife der Funktionäre ab. Sonntag nachmittags nahm das Plenum zunächst rin Referat des Parteivorsitzen- den H a in p l entgegen, der stürmisch gefeiert wurde. Auch die Ausführungen deS Justizministers Dr. D ö r e r wurden mit großem Beifall zur Kenntnis genommen. Dann hieß der Kongreß die in den Sonderberatungen ausgearbeiteten Resolutionen gut und wählte die neue Berbandslei- tung. Air die Stelle des bisherigen Vorsitzenden V it ä s e k trat V c s c l h. Der. Kongreßvorsitzende Vittisek feierte in seinen Schlußworten unter begeisterter, sich immer wiederholender Zustimmung die enge Zusammenarbeit mit dem Sozialistischen Jugendverband. (Dieser war auf dem Kongreß durch Kern, Geißler und Neuwirth vertreten.) Der Kongreß bestätigte, daß die tschechisch« sozialdemokratische Jugendbewegung, die di« Arbeit der DTJ in sinnvoller Weise ergänzt«nd von der Partei eifrig unterstützt wird, nach manchen Schwierigkeiten auf unaufhaltsamem Vormarsch ist. Freie Nichterstellen. Zum 1. September wurden bei den Oiergerichten in Prag 81, in Brünn 80, in Preßburg 6 und in Kaschau 28 Richierstellen nicht beseht, so daß es im ganzen Staate derzeit 89 freie Richterstellen gibt. Demgegenüber wurden auf Grund dieser freien Stellen 98 Richteranwärter mehr ausgenommen als systemisiert ist, so daß nach Ablauf der vorgeschriebenen Wartezeit, die systemisierten Richterstellen rechtzeitig werden besetzt werden können. Vom Rundfunk mia«tau Kwmnmi Mittwoch: Prag, 7: Salonorchester, 10.06: Deutsche Presse, 10.15: Rundfunk für deutsche Schulen, niedere Stufen, 12.10: Schallplatte», 18.40: Deutscher Arbeitsmarkt, 18.10: Deutsche Sendung: Adler: Reportage von der Wacheahlösuna auf der Prager Burg, 18.20: Arbeitersunk: Willi Manko: Reiseeindrücke aus Schweden, 18.40: Sozialinsor- mationen, 18.46: Deutsche Presse, 19.20: Slowakische Volkslieder, 19.50: Militärkonzert, 20.80: Schauspiel aus dem Studio: Prager Bummler.— Brünn 12:86: Mittagskonzert, 16: Grieg: Geigenquartett, 17.40: Deutsche Sendung: Staniek: Jugendstunde.— Preßburg 22.80: Unterhaltungsmusik.— Kaschau 12.06: Tanzmusik, 16.10: Rund« tzrnkorchesterkonzert. Dio„Jungfrau“ mit Kanonen bestückt Die Schweiz hat die. 4187 Meter hohe Jungfrau zu einer Festung ausgebaut und damit zu' einer Schlüsselstellung ihrer Landesverteidigung geinacht. Die Geschütze, die hier oben einge«' baut wurden, haben von dieser Höhe einen Bereich von etwa 45 Kilometer. Unser Bild zeigt' die Jungfrau mit dem Mönch und Eiger. TlAesneulgkeitm Die Demokratie ist gerade daS Regime, baden Gemeinschaften Fortschritt in Ordnung gestattet, denn die Demokratie macht den Fortschritt abhängig vom allgemeinen,, mehr und mehr sich klärenden Wille». Lion Blum. Stimme eus dem Dritten Reich * Einen Tag lang waren einige tausend Reichsdeutsche als Gäste in Prag. Vor und,nach dem Fußballspiel Tschechoslowakei— Deutschland hörte man in der inneren Stadt) alle Dialekte ihrer Herkunft ausWrnberg.DrHden, Leipzig, Berlin, von woher sie die Sondrrzüge und Geß'llschastsautobufse gebracht hatten. In ihrer Mehrzahl hielten sie sich wohl an'die ihnen „empfohlenen" Lokale.. Biele) aber. unter- nahmen auch erlebnishungrig auf eigene Faust Streifzügo in die ihnen schon unbekannt Und ungewohnt gewordene Freiheit. Wer mit ihnen Begegnungen gesucht hat, wird öfter als bereit- willige Mitteilsamkeit scheue Zurückhaltung gefunden haben; sie alle brachten ja die Furcht vor Lauschern und Spitzeln von drüben mit. Sicher ivar auch solche Vorsicht am Platze, denn die organisierenden„Instanzen" werden wohl auch Lauscher und Spitzel in der Maske harmloser Fahrtteilnehmer mitgeschickt haben. Da und dort konnte man das Erstaunen der Gäste über die Warenfülle in den Prager Lebensmittelgeschäften hören, vor allem vor den verlockenden Auslagen der Selcherläden. Das ist begreiflich bei Gästen, die aus reichsdeutschen Städten kommen, in denen diese und jene Lebensmittel nur noch sehr knapp zu haben sind und in denen die Fleischer ihre Geschäfte stundenweise überhaupt schließen, nicht aus Ruhebedürfnis, son- dorn weil sie nicht genug Fleisch zu verkaufen haben. Andere wieder staunten vor den Ständen der-Zeitungshändler über die ihnen ganz fremd gewordene. Auswahl an Zeitungen und Zeitschriften aller Sprachen, aller Länder, aller Meinungen. Und sie staunten, nicht nur, sie haben auch gekauft und gelesen. Auch Krach hat es an einem Zeitungsstand gegeben, vpr dem ein allzu eiftigcr Hakenkreuzler seinen Abgott gegen kritische Zeitungsstimmen zu verteidigen suchte, dem aber hiesige Leute ganz unverblümt i h r e Meinung sagten. Alles, was man auf Straßen, in Gast- stätten und Automatcnbiifetts, vor Schaufenstern und Zeitungsständen erlauschen konnte, war nur ganz und gar zufällig und läßt keine Schlüsse zu. Interessanter wäre es, nun die Gäste wieder daheim im vertrauten Kreise über ihre Prager Eindrücke berichten zu hören. Eine Stimme aber/obwohl auch nur zufällig vernehmbar, war eine alles andere übertönende,. durchaus eindeutig kennzeichnende Stimme aus dem Dritten Reich, Sie schallte aus einem reichsdeutschen Autobus, der am Sonntag nach 8 Uhr Abends am Graben gegenüber dem Deutschen Haus zur Abfahrt bereft stand. ES war ein sächsischer -Autobus äuS Klingenberg bei Dresden.„Perle: Ivom'Wcißeritztal"..stand groß in"plästjscheir,. blank verchronften Buchstaben an seinen.Seitenflächen. Einige der Insassen sangen mehr laut als schön„Heimat, Dich seh' ich wieder" oder so ähnlich. Aber noch ehe sie die Heimat wieder- sahen, bekamen sie nach einigen Stunden der Freiheit und Freizügigkeit schon wieder ihre eherne Stimme zu hören. Ein Nachzügler, der anscheinend beim Pilsner die Zeit verpaßt hatte, kam an. Kaum hatte er den Wagen bestiegen, schnauzte ihn der Fahrtleitcr, vielleicht ein Funk- tionär von„Kraft durch Freude", vor dcni heruntergelassenen Fenster des Führersitzes und allen Außenstehenden vernehmbar an:„Wo kom» nien Sie denn her?" Was fällt Ihnen denn eint Achtunddreißig Leute müssen hier auf Sie wartenl Sic Sä'wein!" Es war ganz jene schmetternde Befehlshaberstimme, gemischt aus Referendar, und Unteroffiziersschneidigkeit, wie sie täglich aus den reichsdeutschen Rundfunksendungen schallt und die immer gleichHilier. wärtig klingt, gleichviel, ob sie kommandiert oder„leutselig" schmust und witzelt. Den singen- den Insassen des Wagens gebot die Führer, stimme ein' schmetterndes„Ruhe" I Die Sänger verstummten augenblicklich. Der' Nachzügler, den einige Biere muttg gemacht, aber dem sie auch die richtige' Einschätzung der Situation getrübt zu haben schienen, verwahrte sich mit einigen Worten gegen die ihm angetane Beschimpfung ohne die geforderte Botmäßigkeit. Da aber legte die Stimme erst recht mit aller Schneid los:„Ich soll Ihnen wohl ein paar in die Fresse hauen?!" Noch einige ähnliche Kraft durch Freude-Worte hagelten aus den Untertan nieder, der sich nun schweigend und völlig ver- dutzt wieder in die„richtige" Situation fand und mehr gedrängt und gestoßen als gehend auf seinen Sitzplatz verwiesen wurde. Die. anderen Insassen sahen schweigend vor sich hin; sie wuß- ten nur zu gut, was es nun wieder geschlagen hatte und was es immer schlägt für das deutsche Volk, dem der Führer„die Ehre wiedergcgebcn" hat. Im selben Augenblick fuhx der Autobus davon, fort nach dem Kasernenhof Deutschland. Noch einmal blitzte die Auftchrist im Straßen- licht:„Perle vom Weißeritztal"... Die entsetzliche Fra« Luner. Am Freitag wurden noch verschiedene Zeugen einvernommen, darunter auch die sechsundzwanzigjährige Grein l, die zweimal bei der Luner als Hausgehilfin war. Sie schildert, daß sie, als sie das erste Mal bei der Geklagten bedienstet war, ziemlich anständig behandelt würde, was sich jedoch, als sie das zweite Mal. zur Luner kam, in das Gegenteil, verkehrte; die Luner habe sie mit dem Schürhaken und mit dem Kochlöffel geschlagen. Dann sagt PaulaKrenn aus, ein vierzehnjähriges Mädchen, das ebenfalls bet der Luner als Hausgehilfin war und eist ähnliches Martyrium mitmachte, wie die Augustin. Die Luner hatte sie nicht nur mit dem Rohrstab geprügelt, sondern hatte ihr sogar das N a s e n b e i.n z erschlagen. Ferner hat die Luner ihr an mehreren Stellen deS Kopfes ganze Büschel Haare ausgerissen. Damit die Eltern: des Mädchens von der Behandlung,-.. die ihrer Tochter zuteil würde,:, nichts erfahren, hat die Luner dem Kind selbst die Briefe,an-die Eltern diktiert.DieKronzeugin der samStägigenVerhand- lung war die Mutt e r der Augustin, eine bur» genländische Bäuerin/der Anblick der.tiefgebeugten Mutter wirkte ergreifend;, sie. erzählte, daß ihre ÄNna ein vollkömmon.gesttudcS-und. frisches Mädchen gewesp» k«i, als sie ihren Djenst bei der Ans der Arbeltcr-Iurn- und Sportbewegung Endspiel um die Handball" Bundesmeisterschaft des Atus Aussig gegen Frieders reuth 11:4(7:4): Sonntag, den 27. September, fand in Maierhöfen bei Karlsbad dar Endspiel um di« Bundesmeisterschaft im Handball statt. Er standen sich die beiden Kreismeister vom S.Kcei-(AtuS Aussig) und vom 6. Kreis(AtuS Frieder S- reuth) gegenüber. Beide Mannschaften gingen mit Siegerhoffnungen zum Spiel. FriederSreuthS Anstrengungen scheiterten, aber an dem Können der Ausiiger, deren bester« technische Ausbildung gegenüber FriederSreuthS auf di« größere Spielmöglichkeit im 6. Kreis zurückzuführen sein dürft«. DaS Spiel war beiderseits sehr flott. Die Auffiger waren überlegen. FriederSreuth zeigte manche» Schöne und kämpfte ausdauernd,, mußte aber den gerechten Sieg Austig überlasten. Die Niederlage wäre bestimmt nicht so hoch ausgefallen, wenn die Hintermannschaft von FriederSreuth nicht so weit aufgerückt wäre. DaS Spiel fand im Genossen I a n d a einen gerechten Leiter. Durch den Sieg Austig» fiel der Titel„Bun- deSmeister im Handball" znm erstenmal an de« 6. Kreis, den bisher der 6. Kreis innehatte. Anläßlich dieses Endspieles fanden am gleichen Platze leichtathletische Bezirkswettkämpfe statt. Der 1., 8. und 5.Bezirk im 6. Kreis'stellten ihre besten Leichtathleten als Auswahlmannschaften. In jeder Disziplin starteten 8 Leute, nur der 8. Bezirk war nicht in der Lage, alle Disziplinen voll zu besetzen. Die Leistungen der Wettkämpfer waren trotz der kalten Witterung ziemlich gute. Der 1. Bezirk siegte mit 1849.68 P. vor dem 6. Bezirk mit 1694.67 P. und dem 8. Bezirk mit 982.64 Punkten. Luner antrat; die Tochter habe ihr immer geschrieben, daß eS' ihr bei LunerS gut gehe. Dann wird auch derPfarrer aus MannerSdorf, dem Heimatdorf der Augustin, einvernommen und widerlegt die Beschuldigung der Luner über die angebliche Unsittlichkeit des Mädchens; denn wenn daS Mädchen es mit so vielen Burschen gehalten hätte, wäre ihm das' sicher zu Ohren gekommen. — Such y, ein Onkel der Augustin erzählt, daß er einmal nach Mödling gefahren sei, um seine Nichte zu besuchen, Frau Luner aber habe ihn nicht in die Wohnung gelassen; sie hat sich bei dieser Gelegenheit beschwert, daß die Anna ein sehr schlechtes Mädel sei, lügenhaft und unehrlich und daß sie gleichzeitig Verhältnisse mit zehn bis elf Burschen habe. Dann werden noch Briefe und Ansichtskarten der Anna verlesen. Als dir Luner vom Vorsitzenden aufgesordert wird zuzugeben, daß sie dem Mädchen alle diese Briese dikttert hab«, sagt sie wegwerfend:„No ja, Sie wären ja dabei, Sie müssen's ja wissen!" Am Montag sagte der Franziskaner Bo- nifazius als Zeuge äusi'DIe' LUNdr'ifeizUthm um Rat gekommen- wie sie ihr Dienstmädchen von ihren Unsittlichkeiten heilen könne. Eine Woche später kam die Frau Mit dem Mädchen zu ihm und forderte ihn auf, dem Mädchen ins Gewissen zu reden. Das dritte Mal kam sie in großer Aufregung zu ihm und aus ihrem Gestammel entnahm er, daß die Augustin tot sei; besonders entsetzt berichtete sie ihmiiber die Flecken und Striemen am Körper der Toten.„Es wird wieder der Verdacht entstehen, daß ich etwas Unrechtes getan habe", sagte die Luner schließlich. Der Priester gibt selbst zu, daß er versuchte, ihr diese Befürchtungen auszureden, da das ja sicher nur„normale Tofenflecken" seien..>■ Beim Fußballspiel erhielt der 17jährige Bergmannsohn Josef P i j l aus Strimitz, Bez. Brüx, von einem Spielgegner infolge, eines^unglücklichen Zufalls einen Tritt gegen den Unterleib. Pijl erlitt dadurch eine Blasenzerreißung und mußte sofort einer Operation unterzogen werden. Sein Zustand'ist ernst.' Schwerer Bahnunfall. Sonntag abend» ereignete sich'auf dem Bahnhof in D u b k o w i tz bei Leitmeritz ein schwerer Unfall. Eine Frau T a u ch m a n n, die Mutter, zweier Kinder, geriet unter die Räder eines Personenwagens. Der Frau wurden beide Bein« abgefahren. Ein italienisches Militärflugzeug vom neuesten Bombertyp„S 61" ist Dienstag nachmittag» auf einem UebungSflug 50 Kilometer nördlich von Rom abgestürzt. Von den sechs Mann Besatzung sind, fünf tot. Flugzeug ins Meer gestürzt. Ein Flugzeug der italienischen Luftverkehrsgesellschaft streift? beim Rückflug nach Bengasi die Ausbauten eine» Schiffes und stürzte ins Meer. Bier Mitglieder, der Besatzung und fünf Spezialarbeiter kamen dabei ums Leben. Ein Telegraphist wurde verletzt, Schnee«nd Kälte, Die Druckverteilung bedingt einen andauernden Zufluß kalter Luft. au».Nordeuropa gegen unsere Gebiet«. In den Niederungen der Republik wurden DienStqg nachmittags meist nur 7 bis 9 Grad Celsius verzeichnet, was den: normalen Verhältnissen von Anfang November entspricht., Troppau meldete sogar nur 6 Grad Celsiu»..Auf den Kämmen der nördlichen Grenzgebsrg«, tv» 6 bi» 16 Zentimeter Schnee gefallen ist, behauptet sich untertagSFrost und. stellenweise schnett-.e» noch, Di« Besserung wird voraussichtlich nur sehr langsam Fortschritte machen und auch in den nächsten Tagen 'muß mit der Fortdauer der kalten Witterung, gerechnet. werden..— Wahrscheinliches Weiter. von h e u t«: Von Nordwesten her.-Abnahme-der Bewölkung«nd der NIederschlagSneigung, sehr kühl, stellenweise Nachtfrost.'Tagsüber jedoch ein wenig wärmer; namentlich im Karpäthengebiete noch Schauer.'— Wetteraussichten- für D o n n.e r S t a g: Kein«, grö- I ßere Aenderung.. Nr. 227 Mittwoch, 80. September 1036 Sekte' Wer von ichSnen weißen Z8hnen spricht, denkt an e Zahnpaste gegen igen Zahnbelag Goldene Hochzeit. Die Arbeiterpresse Pflegt im allgemeinen Silber« ünd Goldhochzeiten nicht zuverzelchnen. Aber lein« Siegel ohne Ausnahme. Der NäMe Her m a n n M o r b a ch ist der deutschböhmischen Arbeiterschaft doch zu bekannt, vertraut und lieb, als daß wir da nicht einmal eben eine Ausnahme machen dürften. Seit mehr als vier Jahrzehnten steht Freund Morbach in der Arbeiterbewegung, darf als Vater unserer Natur» freundebcwegung weit über den Tepliher Kreis ,hinaus angesehen werden. Und wer ihn nicht 'kennt, keimt doch wohl, zumindest dem Namen -Nach, das schöne NaturfreundehauSauf 'd e m M ü ck e n b e r g bei Teplitz, die M o r- b a ch- H ü t t c, in der das Wirken dieses Mannes seine Verewigung fand. Viele, viele werden ',am 2. Oktober, da Genosse Morbach und seine -Gattin das seltene Fest der goldenen Hochzeit begehen, an die Jubilar« denken und ihnen dank- , bar noch recht langes Leben und Wirken wünschen? .Die Mächa-Feiern in Leitmeritz erreichten Sonntag ihren Kulminationspunkt durch die Ent» yüllung eines Bronzedenkmals für den Dichter, 'das ihn in UeberlebenSgröße auf einem Granit- postamcnt darstellt. Zu der Feier hatten sich viele ^tschechische Dichter und Schriftsteller eingesunden. Für die deutschen Schriftsteller sprach der Dozent der deutschen Universität Dr. K. Bittner. Er hob -di» Voraussetzungen der nationalen Toleranz »Mächas hervor. Obzwar Mächa aus dem deutschen Milieu hervorging und die deutsche Schule be- suchte, wurde er dennoch ein tschechischer Dichter. Am'8. November wird eine Gedenktafel am 'HterbehauS MckchaS enthüllt werden. Auf die Lenkstange gespießt. Am Montag Nachmittags stürzte ein tschechoslowakischer Kraftwagen in einer Straßenkurve auf dem Wege von Düna-Keszi nach Ujpest(Ungarn) um. Ein unmittelbar dahinter fahrender Kraftwagen, der von der Rennstallbesiherin Hulme gesteuert wurde, -stieß mit dem tschechoslowakischen Kraftwagen zusammen und stürzte gleichfalls um. Frau Hulme .wurde von der Lenkstange ihres Wagens durchbohrt und starb auf der Stelle. Dr. Franz Streze, der Führer des tschechoslowakischen Kraftwagens, erlitt einen Bruch der Schädelbasis und wurde in sterbendem Zustand ins, Krankenhaus überführt. 86jährigcr überfahren. Der 88jährige Prinz Alfonso Carlos von Bourbon wurde Montag vor- mittags in Wien, als er mit seiner Gattin in der Nähe seines HauseS in der Theresianumgasse die .Geleise der elektrischen Straßenbahn überqueren ^wollte, von einem Automobil niedergestoßen und -schwer verletzt. Er ist seinen Verletzungen erlegen. !„Lustkennen." In Portsmouth starteten Diens- . tag früh neun britische Flugzeuge zu einem Luftren- nen nach Johannesburg(Südafrika). Die etwa 8780 Kilometer lange Strecke führt über Belgrad und Kairo. .... Heirat,im,engsten Familienkreis. Der Bauer Vladeta Dimitrov aus Novo. Selo an der jugoslawi-' scheu Grenze hatte zu seiner Hochzeit mit einer Nachbarstochter„nur" seine und ihre Verwandten geladen. ES kamen 1820 Personen, sämtlich nahe mit dem Hochzeitspaar verwandt. Bladeta Dimitrov mußte zwei Aecker verkaufen, um dar HochzeitSessen, .das sich über fünf Tage erstreckte, bezahlen zu können.■ Nicht ans dem Wagen beugen! Der 28jährige Straßenbahnschaffner Rudolf Hanka aus Straschnitz — also einer, der die Regeln kennen sollte— fuhr gestern nachmittags im Schleppwagen eines Iler» Wagen» von Vokowitz nach Dejwitz. Während er auf der Plattform stand, beugte er den Kopf zum Wagen hinaus und stieß gegen die Karosserie einer vorbeifahrenden Lastauto», Er verlor das Bewußtsein und stürzte aus dem Wagen: mit einer Gehirnerschütterung und einer Rißwunde wurde er ins allgemein« Krankenhaus gebracht. Hinter den Kulissen des Hirns Aus dem Tagebuch eines Regisseurs V. Spltsbuben. der Eitelkeit Die Spekulation auf die menschliche Eitelkeit -wird immer das sicherste Geschäft bleibem Die Kunst de» flimmernden Bandes kann von dieser Weisheit ein vielfälftgeS Lied singen. ''' Mit den Filmschulen fing es an. Ohne Zweifel, ein gewisses Maß fachlicher Elementaraus». bildung ist auch für den Schauspielerberuf unentbehrlich. Aber diese Schulung muß durch einen Fachmann-erfolgen, und. die Schüler bedürfen allersorgfältigster Siebung und Auslese^ Die Filmschuley, mit denen Berlin, Wien und Paris vis in di« ersten Jahre des Tonfilms hinein überschwemmt waren, ließen beides vermissen. Wer nür kam und 500 bis 1000 Mark für einen sechswöchigen Ensemblekursus mitbrachte, wurde ange- nommen, von einzelnen Instituten sogar mit im voraus„fest garantierter Starkarrltre". Hausmädchen und- Kammerdiener opferten ihre letzten Ersparnisse; Stenotypistinnen, Schlos- serlehrliuge und Konfektionsverkäufer fühlten' sich äl» kommende Olaf Fönß und Ästa Nielsens. Und hinterher wären sie-alle-bitter enttäuscht, denn die Regisseure, denen sie»nach beendeter Ausbildung" ihr-Talent offerierten, lächelten schon, wenn sie ein Filinschulenzeugnir von weitem sahen..Lehrer und,Unterricht wären freilich-auch -dajü anaetän. Die Lehrer hatten vielfach' ein Ftstnätelter noch nicht einniäl von außen gesehen; sderirächte Kaufleute, verhinderte Schieber, ehe». wqlige THSaterfriseure,'etc. stellten da» Haupt« kontingent, und die wenigen^wirklichen Fachleute '»üt bester Branchekenntnis" wären durchweg vom llusian-cl Streiks In Jugoslawien Dieser Tage wurde in Slowenien der Streik der 12.000 Textilarbeiter nach ungefähr vier Wochen beendet. Die Arbeiterschaft hat zu Beginn deS Streiks d i e F a b r i k e n b e f e tz t. In M a-. r i b o r hat ste sie dann auf Anfforderung der Behörden fteiwillig geräumt, in Kranj haben Gendarmerie und Polizei gewaltsame Räumung der Fabriken vorgenommen, wobei Gummiknüppel und Tränengaöbömben Verwendung fanden. Der zustandegekonlmcne Kollektivvertrag regelt die Arbeitsbedingungen und fetzt einen Minimallohn für di« Arbeiter unter 18 Jahren mit 2.50 Dinar und für die Arbeiter über 18 Jahre mit 2.75 Dinar fest. Auch eknige besserbezahlte Kategorie» haben eine Aufbesserung bekommen. Auf das Jahr umgerechnet dürfte die Gesamtlohnausbesserung etwa 8 Millionen Dinar auSmachcn. Trotz dem verabredeten Gcneralpardon versuchen fast alle Textilindustriellen an den Arbci- iern Rache zu übe». Einige hundert Arbeiter und Arbeiterinnen, meist aber Vertrauensmänner, wurden entlassen. Die Unterhandlungen wegen dieses krassen Vertragsbruches werden geführt. Die Behörden vermitteln, lieber die Streits darf die Presse n i ch t s b e r i ch t c n. Höchstens kann sie amtliche Nachrichten abdrnckcn, die aber natürlich sehr spärlich fließen und keinen Ueber- blick über die Lage ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist«S getviß interessant, auf einen Artikel im Organ der Regierungspartei„Sa- Moiiprava" hinzuweisen, darin eine allgemeine „Säuberung von Marxisten" nicht nur in den öffentlichen Dienststellen, sondern auch in den Privatbetrieben angekündigt und gefordert wird. Grüner Streik. Die Landwirte und Gärtner, Ivelche die Pariser Markthalle mit frischem Gemüse beliefern, haben den Streik begonnen und fordern eine Erhöhung der Gemüseyreisc. Dis. Streikenden'haben in St. Germain eine Versammlung abgehalten, in der der bekannte Führer der sogenannten Bauernfront, Henry DorgcreS, darauf drang, daß die Landwirte eine feste Stan- deSorganisätion schaffen, die ein entscheidendes beratendes Wort bei der Festsetzung der Preise für Gemüse und Produkten haben würde. Der Streik hatte Montag vormittags auf die Pariser Märkte und Markthallen keinen großen Einfluß. Das besonders heuer zu beobachtende große Ueberangebot an Gartenfrüchten ermöglichte allen Interessanten eine ausreichende Versorgung mit Gemüse und sonstigen Produkten. England und Italien.(Rn.) Es scheint, schreibt der bekannte radikale Publizist Cudenct im Pariser„P e t i t I o u r n a l", daß England durch die Anerkennung der abessinischen Dele- Kaliber des„Oberregisseurs Bormeng", der ganz Mitteleuropa mit seinen Filmschulenprojekten überschwemmte, dessen kurze Regietätigkeit aber mit einem, pompösen HinauSwurf geendet hatte, weil in einem von ihm gedrehten Hans SachS- Film moderne Fabrikschornsteine zu sehen waren. Die Ausbildung, die man in diesen„Filmschulen" erhielte Ein'bißchen„Tanzschule", Mimik, Schminken, das war alles. Und je weniger die unglücklichen Eleven von der„Mimik" lernten, umso besser für sie. Aber die Spekulation auf menschliche Eitelkeit und Dummheit schlug trotzdem nie fehl. Es gab sogar ei» paar Institute, die„Lehrbriefe für Filmkunst" versandten und damit trotz erheblicher Reklameunkosten enorme Sununen verdienten. Aber machten es die„Seriösen" denn anders? Abgesehen von.den ganz großen Konzernen,-konnte Kne talentierte, aber noch unbekannte Kraft fast überall nur eine führende Rolle erhalten, wenn sie sich bereit erklärte, ganz oder teilweise die Herstellungskosten- zu übernehmen. Nach diesem Prinzip arbeitete-sogar eine so angesehene und bedeutende Firma-wie der Hegewald-Konzern,, der jährlich mehrere Dutzend guter Großfilme produzierte, und Firmen wie P.M.-Film, Panzer-Film, usw. haben die Methode in die Tonfilm-Epoche herübergerettet. Es gibt jedoch eine noch viel lustigere Spekulation auf die Eitelkeit der Filmsreünde: die Städtefilmfabrikation. Das System'ist, denkbar einfach. In- irgend, einem historischen Städtchen oder mondänen Badeort erscheint ein wirklicher oder angeblicher'Filmregisseur, spielt einige Tage den großen Männ und läßt dabei geheimnisvoll durchblicken, daß er am, Ort„drehen" wird. Das ührigdkommt' dann/ ganz von selbst: reklgmebe-, dürftige"Geschäftsleute, Persönlichkeitender Gesellschaft und jugendliche Filmbesessene sehen sich yersöntich oder indirekt mit dem„großen ManU" in Verbindung-, gätion in Genf sich eine Revanche gegenüber Italien verschaffen ivolltc. ES ist über möglich, dgß der'Genfer Zwischenfall zugleich einen neuen Vorstoß Englands gegen Rom einleitet. In diesem Zusammenhang ist die Reise König Eduards im Mitfelmeer besonders aufschlußreich. Der englische Monarch, schreibt.das Pariser„Jou r- n a l", habe das Netz der mittelländischen Verträge, das London in spontaner Weise vor einem Jahre aufzubauen begonnen habe, der Verträge Mit Griechenland, Jugoslalvien und der Türkei, im größeren Umfange und auf einer solideren Grundlage wiederhergcstellt. Auch der Besuch König EduardS in W i e n erregt allgemeines Interesse. Die Italienische Presse verbirgt keineswegs das Mißbehage», das man in Rom anläßlich aller dieser englischen Schritte empfindet. „Giornale d'Jtalia" macht die europäische Oeffentlichkeit auf die britische Aufrüstung im Mittelmeer aufmerksam und bemerkt dabei, die Inspektionsreise des englische» MarinemiuistcrS Samuel Hoare im Mittelmecr, habe nicht den Eindruck gemacht, als ob London Kvnfequenzcn aus der durch die italienischen Siege in Afrika geschaffenen Lage ziehen wolle. Berlin. Helmuth Kionka, der im Ma! d. I. vom Bolksgericht Wege» Verrats militärischer Geheimnisse zum Tode verurteilt worden war, wurde Montag früh mit dem Beil hingerichtet. Vie cknpnnlsierung Chinas Dieses Stationsschild von Shanhaikuan veran- -schaulicht so recht das fortgesetzte Vordringen der Japaner' in China. Die Aufschriften an den Bahnhöfen, die bisher meist zweisprachig, nämlich chinesisch und englisch, waren, Wurden jetzt auch durch japanische Bezeichnungen bereichert. Der winkt zunächst vornehm ab, aber wenn ihm eine„Beteiligung an den Unkosten" in Aussicht gestellt wird, gibt er seufzend nach. Dor mitgenommene Kameramann dreht ein paar Szenen, und die Hundert- und Tausendmarkscheine strömen in die sehnlichst wartende Kasse. Die„Auf- genommenen" jedoch warten nun vergeblich aus „ihren" Film; in Wirklichkeit ist nämlich meist gar nichts gedreht tvorden. In Oldenburg stellte man einmal fest, daß der„Aufnahmeapparat" eines dort verhafteten„Städtefilmoperatcurs" aus etlichen Zigarrenkistenbrettern, einigen Korsettstangen, einer elektrischen Taschenlampe und einem alten schwarzseidenen Unterrock bestand. Anderswo war es ähnlich, aber das Geschäft brachte trotzdem stets etwas ein. Der„schwedische" Regisseur Niels Malmleaf, ein junger Mann von 28 Jahren, der mit einem Kameramann und seiner- Freundin und„Diva" Vera Millard äuf diese Art systematisch sämtliche deutschen Bäder bereiste, holte allein aus Bad SalzbruNn, wo sogar die Kurdirektton einen Zuschuß gab, in knapp acht Tagen rund 80.000 Mark heraus. Esner seiner„Schüler", der angebliche Regisseur Rolf Bunny Jacoby, vollbrachte sogar einen noch schöneren Streich. Er erbat von dem Besitzer eines großen Berliner Kaufhauses die Erlaubnis, einige Szenen eines„dänischen Groß- silms" in seinen Warenhaus zu drehen, stellte dieses vollständig auf den Kopf,„drehte"(nattir- lich„blind", d. h. mst-leerem Apparat) und ließ sich, zum Schluß an der Kaffe mehrere tausend Mark'„Reklamezuschuß" auszahlen. Wenn jemand glaubt, daß der Tonfilm solch« Streiche unmöglich gemacht habe, so irrt er sich. Wenn die Oeffentlichkeit fast nie davon erfährt, so lediglich. deshalb,'weil die Düpierten, meist keine große Lust haben, ihre Reinfälle auch noch an die große Glocke zu hängen. MTP Der Internationale Krankenkassenkongreß Prag. Die Generalversammlung der Internationalen Zentrale der Krankeukassenverbände begann Montag im Saal der Allgemeinen Pcu- sionSanstalt. Der Vorsitzende Löon Heller- PariS eröffnete sie mit der Begrüßung der anwesenden Minister für soziale Fürsorge Gen. Jng N e L n s, welcher die Regierung vertrat, und des Gesundheitsministers Gen. Dr. C z e ch, ferner her Mitglieder der Nationalversammlung, deren Präsidium durch den Vizepräsidenten Gen. T a u b vertreten war, deS Vertreters des Internationa-, len Arbeitsamtes in Genf T i x t e r, des Genossen H a m p l als Vorsitzenden der Zentralsozialversicherungsanstalt, unter deren Vertretern Gen. Kaufmann ist, und zahlreicher anderer Repräsentanten von Behörden und sozialeli Institutionen. Der Vorsitzende gab dann einen lieberblick über die Kongreßarüeiten und gedachte des ersten Vorsitzenden der Zentrale, des Gen. Dr. Lev Winter, dessen Andenken der Kongreß durch eine Minute deS Schweigens ehrte. Namens des vorbereitenden Ausschusses sprach dann Sen. Gen. N i! m e L c k, worauf Fürsorgeminister Gen. N e L a S das Wort ergriff. Minister NcäaS gab eine kurze llebcrsicht über das System unserer Sozialversicherung und verwies darauf, daß auch die selbständig erwerbcn- dcn Personen sich immer intensiver für die Einführung der Krankenversicherung und das Jn- lrafttreten der bereits früher angenommenen Jnvaliditäts-, Alters- und Ablebensversichcrung bemühen. Auch der Vertreter des I. A. A. in Genf und Vorsitzende seines SozialversicherungS- instituts, Adrien T i x i e r, legte in seiner Begrüßungsansprache Nachdruck auf den Hinweis, daß sich der Gedanke der Sozialversicherung auch über die europäischen Länder hinaus immer mehr Bahn bricht. Gen. H a m p l sprach im Namen der ZentralsozialversicherungSanstalt. Er schilderte den Stand der Sozialversicherung in der Tschechoslowakei und erklärte, daß bei Einführung der obligatorischen Versicherung gegen die Arbeitslosigkeit, die In der Linie der Entwicklung liegt, kejn neues organisatorisches Netz nötig sei. Gen. Hampl wies auf die Manifestation der Gewerbetreibenden für die Selbständigen-Sozialversiche- rung hin, die umso bedeutsamer sei, als in denselben Kreisen noch vor wenigen Jahren Widerstand gegen diese Einrichtung bestand. Schließlich sprach im Namen der allgemeinen Pensionsanstalt deren Vorsitzender Dr. H o t o w i tz. - Nach- der Wahl des Gew. Sen. Nö me L ck zum Vorsitzenden der Generalversammlung wurde eine Sihungspause. eingeschaltet,'worauf am Nachmittag der Vorsitzende der Zentrale, Lton Heller, den Tätigkeitsbericht erstattet«. Die Sitzungen am Dienstag waren Fach- Referaten und der Debatte darüber gewidmet. Neber die Beteiligung der SozialvcrsicherungS- träger an der Tuberkulosebekämpfung lag ei» Berich» von Dr. B a b e ck i(Polen) vor, der darauf hinweist, daß die Bekämpfung der Tuberkulose nicht das Werk der Krankenversicherung allein sein kann. Gemeinsam mit den Faktoren der öffentlichen Gesundheitspflege und Sozialpolitik gelte eS, großzügige Maßnahmen der Vorbeugung und Heilung durchzusührcn. Der Bericht empfiehlt die' Einrichtung von Arbeitskolonien für Tuberkulöse und betont die Wichtigkeit der Erziehung bei den Jugendliche n. Daß die Jugend besonders von der Tuberkulose betroffen ist, betonte in der AuSsvrache mich der Chefarzt der ZentralsozialversichcrungSanstaltDr. Bkesly. Rechtzeitige Untersuchung uno Behandlung liege im Interesse der Versicherten und der Versicherung. Großer Wert sei den in der Tschechoslowakei cingeführten diagnostischen Beobachtungsstellen beizumessen. Als dringende Erfordernisse bezeichnet der Redner besondere Arbeitsvermittlungen für Tuberkulöse und ein Gesetz über die Tuberkulose» b.e k ä m p f u n g. Ucber die wirtschaftliche Arzneiverordnung- in der Krankenversicherung erstattete Otto S ch m i d (Schweiz) Bericht. Er legte der Versammlung eine ausführliche.Untersuchung über die unnötige Verteuerung der Arzneikosten durch m arte n g e s ch ü b t e Spezialmittel vor. Der Berichterstatter empfahl eine Aufklärung schon der studierenden Mediziner über die Erfordernisse der' sozialen M ed iz I n. Als notwendigste Maßnahme bezeichnete er die B e f r i st n'n g des Markenschutzes für Arzneimittel.- Den Beschluß der Dienstag-Sitzung bildete das Referat von Fran» S p a l o w s I i über die sozialen und wirtschaftlichen Funktionen der Sozialversicherung, In dem der Referent die Angriffe ans die Sozialversicherung als unbegründet zurückwie». Für den Relchsverband deutscher Kranken« Versicherungsanstalten nehmen an dem-Kongreß teil die Genossen S ch ä f e r- Reichenberg, Krem s er- Teplitz, H a ck e n b e r g- Präg. K a tz-Faftenou und Sonne k-Reiche'nberg.. Mitteilungen aus d«n Publikum. Füsse in den Ofen stecken ist«ine unangenehme und gefährliche Sache. Wiederum mit kalten Füßeck einherzugehen, bringt fast immer ein« Erkälttrsig nach sich. Aber warum dies alle», wenn Bata in seiger neuen Hausschuh-Kollektion so eine Auswahl herau»- gebracht hat. Nicht vergessen: Bata. SrUt' „Tozlaldemokrat". Mittwoch, 80. Septem«» 1036. Nr. 827' Da^er Zeitmrg. ., Der bürgerliche Fußballvcrbaud der Tschechoslowakei trug mit einem Team der nationalsozialisti-- Jümst aad IDUsen r.>ie'« .V 6. 4, DurchschnlttsfuBball siegt Eine beschämende Niederlage des tachecho* slovaklscben Teams ' Gdmnastik 1„Frauenfortschritt",'Krakovskä 21. Beginn 1. Ofiober. Einschreibungen täglich 10—12,. 1—7 Uhr."''.: 8744 Rippl au® dem Dorf H v o zdn ice. Am l8. Mai. d., I., war der Angeklagte mit Ausfahren von Mehl beschäftigt.,Jin Mod.kan begegnete ihm.die acht- zehiijährige H e r m i n e H., ein armes schwach- s i'n n i g esMädchen,'das bereits mehrere Jahre in' einer Anstalt Mr Schivachsinnige interniert war und von deren geistiger Minderwertigkeit die ganze Umgebung wußte. Rippl lockte das Mädchen zn sich unter die Wagenplache und verging sich in schwerster, Weise gn ihm. lieber die Verhandlung können wir. müürlich nicht berichten. Es scheint indessen, daß dem Angeklagten,, trotz des üblen Rufes, den er angeblich genießt,'mildernde Umstände zugute kamen. Denn die Geschworenen bejahten zwar eiln« stimmigdieSchuldfrageaufNot- z u ch t(die Zusohfrage auf die Unehrenhaftigkeit der Beweggründe sonderbarerweise nur mit, acht Stimmen), aber das Urteil des Schwurgerichtshofes lmitcte nur auf die verhältnismäßig sehr gelinde Strafe von einem Jahr schweren Kerkers. Ein Zwanzigjähriger erstochen, Gestern nachts um 2 Uhr. kam es a» der Ecke der König-Georg- straße in Wrschowitz zu einer Rauferei zwischen zwei unbekannten Männern einerseits und dem 20jährigen Kinooperateur Alois Sedivh, seinem Bruder, dem 18jährigen Tapezierer Ladislaus Eedivh, und dem 84jährigen Arbeiter Karl Zeman— dieser aus Wrschowitz, die anderen aus Prag H., Hopfenstockgasse 075— auf der anderen Seite. Im Verlaut des Streites zog einer der beiden Unbekannten ein Taschenmesser und stach es dem Alois Eedivh In den Hals, worauf, er mit feinem Kumpan das Weite suchte. Eedivh erlag auf dem Transport ins Krankenhaus seiner Verletzung. Di« Nachforschungen nach dem Täter, der einen hellgrauen Hut am Tatort verloren hat, wurden' ausgenommen. Er ist etwa 178 Zentimeter groß, mit vollem, rotem Gesicht, schwarzen Haaren, Koteletten, starker Figur und trug einen dunklen Anzug und hellen Trenchcoat. Einbrecherhauptmann verhaftet. Dieser Tage wurden ziüei bekannte Einbrecher— der 41jährige arbeite» und wohnungslose Karl Cäp und der 24jäh- rige arbeitslose Josef Waldmann aus Zabiihlitz— verhaftet, denen eine Reihe von Kaffeneinbrüchen und sonstigen Diebstählen nachgewiesen werden konnte, Cäp, der erst vor kurzer Zeit aus dem Gefängnis entlasten worden war, hatte sich zum Haupt einer Einbrecherbande gemacht, der außer Waldmann noch der 88jährige bekannte und gemeingefährliche Kas- seneinbrecher Josef BandaS aus Zabklih angehörte, der am 25. d. Bk. in Adlcrkosteleh beim Versuch, eine feuersichere Kasse anszurauben, verhaftet worden war. Weitere Mitglieder der Bande find Franz Liöka und Karl Chaloupskts, die zur Zeit wegen anderer Delikte beim Kreisgericht in Pankratz in Haft sind. Alle Genannte» haben außer mehreren gclvöhnlichen Einbrüchen, darunter eine feuersichere Kasse mit 8000 liö in bar— drei Autodiebstähle auf dem Aewiffen; am 5. September stahlen sie dem Jng. Anton Richter in Lieben und am,17. d. M. dem MllDr. Kliia in KobhliS je ein Auto der Marko Praga-Piccolo im Werte von je 20.000 AL und vor einigen Tagen dem Jng. Skokänel in Prag n. ein Auto, mit dem sie in die Slowakei fuhren und das ihnen dort verbrannte. Mit einem vierten gestohlenen Auto, besten Besitzer noch nicht,feststeht, kehrten sie dann nach Prag zurück. scheu Deutschlands im Prager Llasarhk-Stadion— vor bloß 86.000 ZuschauernI— ein„Freundschaftsspiel" aus, das für die tschechoslowakischen Vertreter, entgegen den In sie gesetzten Hoffnungen, nicht rühmlich auSficl. Daß dieser Hurra-Fußball als Sieger hervorging, hat seine Ursache darin, daß in dem tschechoslowakischen Team Spieler standen, die den an sie gestellten Aufgaben nicht gerecht wurden. Der Sturm bestand in Wirklichkeit nur aus drei Spielern, von denen ab» nur der Brünner Rule eine ausgezeichnet« Leistung bot. Im Half versagten Bouiet und Kvapil und nur der Proßnitzer Äouika zeigte eine vollwertige Leistung. Die Verteidigung arbeitete bis eine halbe Stunde vor Schluß im»roßen Stil, und PlaniLka als Tormann war wohl die größte Enttäuschung, denn die beiden Tore der Nazi entstanden mit und durch leine Schuld. Das tsche- choslolvakische Team hatte die ganze erste Halbzeit für sich, aber nur ein Tor war die Ausbeute, wahrend andere Gelegenheiten teils aus Langsamkeit, teils Unvermögen vergeben wurden. Nach der Pause setzte sich dieses Bild, das, wie vorher, nur gelegentliche Durchbrüche der Nazi brachte, fort. Aus einem ganz unscheinbaren Vorstoß fiel das Ausgleichstor. Der leichte Ball sprang' über Planiika ins Tor. Durch diesen leichten Erfolg wurden die Nazi energischer und die Heimischen nervöser, die bei ihren Gegenangriffen noch dazu wenig Glück hatten. Dafür aber die Nazi. Einem langsam aufs Tor rollenden Ball warf sich unverständlicherweise Planiika graziös entgegen: ohne Erfolg, denn unter seinem Körper fand er den Weg ins Netzl Damit waren die Vertreter bürgerlicher„Fußballkunst". in her Tschechoslowakei aus eigenem Boden von einem Gegner mit 2:1 geschlagen worden, dessen technisches Können mehr als bescheiden zu bezeichnen ist und dessen ganzes Um und Auf die Schnelligkeit, Ausdauer und Kraftmeiertum bildeten. Schiedsrichter war Ohlsen(Schweden), dessen Entscheidungen nicht Immer das Richtige trafen und offensichtlich die Nazi begünstigten. Das Abonnement im Deutschen Theater. Die Ausgabe d» Karten erfolgt täglich!(Große Vorteile für Abonnenten, bis zu 05 Prozent Ermäßigung, Zahlung in fünf Raten, Gutscheine mit. 50 Prozent Ermäßigung für die Kleine Bühne.)— Mit Rücksicht auf zahlreiche Zuschriften hat sich die Direktion entschlossen, de» Abonnenten Gelegenheit zu geben, die noch nicht verbrauchten 5 0 prozentigen BonSder KleinenBÜhne auch im Neuen Theater gelten zu lasten, und zwar b IS z n m 14. Oktober zu allen Vorstellungen! Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Mittwoch 7%: Die Katze läßt d a S Mausen nicht, B 2.— Donnerstag 7%: Die neugierigenFrauen, CI.— Freitag 714: DieKatzcläßt das Mausen nicht, D 2.— Samstag 7^: Boccaccio. Abonnement aufgehoben.— Sonntag 6: Die MeisterfingervonNürnberg, D. 1. Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch 8: Baumeister Solneß, Bankbeamte H und freier Verkauf.— Donnerstag 8: Salzburg ausverkauft.— Freitag 8: Baumeister Solneß. Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 7ih:Aerztlich es Geheimnis, Erstaufführung.— Sonntag 8: llerztliches Geheimnis. 3tuMaui.«. Leitender Arzt Dr. A.-Saude. Moderne Heilanstalt für alle Inneren und Stoss« Wechselkrankheiten, rbenmattsche Erkrankunnen, Nerven« krankheiten, Moorbad. Pauschalkuren von 1000 biS 1000 Xö, Winterlailon. Vrosvekte und AuSkünste: Zwickau. Tel.»2. 3207 Ungarn gegen Oesterreich 5:3(8:2). Die ,in Budapest ausgetragene Begegnung endete überraschend mit einer Niederlage der Oefterxelcher, bei denen die Hglfreihe vpllkommen versagte. Die komplette Slavia wurde am Montag.in Pardubitz von dem dortigen Divisionsverein SK. Pardubitz mit 2:1(1:0) geschlagen. Der Prager DFC spielte am Sonntag in K l a d n o gegen den SK und verlor nur knapp mit 4:8(8:8), Am Montag trug der DFC auf eigenem Platz gegen den gleichen Gegner das Rückspiel aus — mit 1:8(0:2) mußte er sich wieder.geschlagen bekennen. Eine Besprechung des DFC wollen wir uns ersparen, denn es ist schade um Zeit und Mühe, denn alle Schuld für diese Prager Niederlage, kann man nicht dem wirklich unfähigen Schiedsrichter, änkreiden. Die dritte Runde der DFB-Division am Sonntag ergab folgende Ergebnisse: BSK Gablonz gegen Tcplitzer FK 4:5(1:4), Sportbrüder Prag gegen DSV Saaz 2:4(0:2), Warnsdorf» FK gegen Karlsbader FK 8:2(8:0), SpVg. Bodenbach gegen Reichenberger FK 0:1(3:1), VfB Teplitz gegen DSK Gablonz 2:5(2:2). In der Division Böhmen-Land gelängten nur zwei Begegnungen zum Austrag:. SK Pardubitz. schlug Hokovice 2:0 uEKöniggrÄ mit 6:1 den SK Rakonih. Sonstig« Fuhballergebnisse. P rag: Bohr'» mians gegen SK Nnsle 8:0, Viktoria Zilkov gegen Meteor VIII 5:8.— B u d w e i S: CSK gegen Vienna Wien 5:2, DFC gegen DFK Krumau 2:1. — Pilsen: Viktoria und Äst komb. gegen Vienna Wien 4:8.— Tepli tz: TFK gegen DFK Aussig 8:0,— Brüx: Sportbrüder gegen Schwalbe 4:1 und gegen SK SoüS 5:0.-— BiI i n: DFK gegen VfB Teplitz'9:0.— Z l i n: Pvstsport Dien gegen Bata 2:1,— M.-O st r au: DFV-Nordostgäu gegen Slezska jsupa 1:1(0:1).— Preßbär g: Team des Ungarischen Verbandes der Tschechoslowakei gegen Admira Wien 4:8.—- Altsoh l: BocSkai Szegedin gcg. ZTK 2:1.— Wien: Sport» Aub gegen, FC Wien 2:0, Rapid gegen.Hakoah4:2;,' Das Leichtathletik-Stödtematch Prag—Brünn, ausgetragen in Brünn, endete mit dem Sieg«.der' Prager, von 67:57 Punkten. Bon den. Ergebnissen' wären zu erwähnen: 100 Meter: Dr. Voigt(B) 10.9., Sek.; 800 Meter: Swle(B) 1:56.7 Min..^' Im Rahmest der BeranMtung.stellte der Prag»- Knotet im Hammerwerfen mit 55.75 Meter einen neuen tschechoslowakische» Rekord auf..'■ : D«r Geher-Wettkampf Tschechoslowakei—Schweiz, der in Prass durchgeführt wurde, endete in der Gesamtklassifizierung mit dem Siege der tschechoslowakischen Vertreter von-29:27 Punkten. Da« Motorradrennen„Gold«»«' Sturzhelm der Tschechoslowakei" fand-Sonntag in.Paro ü- b i tz statt-und endete mit dem neuerlichen Siege del reichsdeutschen Fahrers Gunzenhauser. JuhanlTsch.) kam auf. den.4, Platz.' Die Leichtathletik-Meisterschaften der DTJt Fünf neue Verbandnbestlehitungen— Kreis Pilsen wurde Gesamtsleger— Autobusunfan der Prager Sportler Die leichtathletischen BerbandSmeisterschaften der DTJC, die Sonntag und Montag in M a h r.» Ostrau zur Austragung gelangten, waren ein schöner Erfolg des tschechischen Abeitersportes. Denn trotz des unfreundlichen Wetters am Sonntag und des kalten Windes am Montag wurden vier neue Bestleistungen bei den Sportlern und«ine bei den Frauen erzielt. Die Wettkämpfe waren gut vorbereitet und nahmen einen glatten Verlauf. Von den gemeldeten Teilnehmern traten 78 Sportler und 28 Sportlerinnen an, welche aus sieben Kreisen stammten. In der Kreiswertung führte, am Sonntag der Pilsener vor Brünn, die dieser auch bis. zum Schluß beibehielt. Die Prager konnten sich vom vierten bis auf den dritten Platz Vorarbeiten. Das ist.eine kleine Ueberruschung, die aber verständlich dadurch wird, daß die Prager Sportler auf. der Fahrt nach M.-Ostrau bei M.-Trüban mit ihren Autobus einen Unfall hatten. Alle Sportler wurden zum Glück aber nur leicht verletzt und setzten ihre Reise mit der Bahn fort. Das Unglück hatte selbstverständlich die Betroffenen sehr deprimiert und in der Entfaltung ihrer gewöhntest Leistungen stark behindert. Die neuen Berbandsbeftleiftungen Bei den Sportlern verbesserte im Kugelstoßen Burianek(Prag) die alte Bestleistung von 12.54 auf 12.99 Met». Ueber 1500 Meter unterbot Bican(Prag) mit 4:19.4 Min. die Bestleistung KolinS(Prag), welche auf 4:20 Min. stand. Der Pilsener Pivoüka lief über 10.000 Meter in 82:85.8 Min. und unterbot damit jene des Brünner Hrd- liika(85:02.4) mn ein Beträchtliches, In der am schwächsten besetzten Disziplin, dem Stabhochsprung, kam Sktijsala(M.-Ostrau) auf 8.52 Meter und verbesserte damit um zwei Zentimeter die Bestleistung LiökaS(Brüx). Die Sportlerinnen konnten nur in einer Disziplin, über 4X100 Meter, eine neue Bestleistung ausstellen, und zwar durch die Königgrätz» Staffel in 58.7 Sekunden. Die wichtigsten Ergebnisse: Sportler: 100 Meter: Plzak(Pilsen) 11.5 Sek.— 200 Meter: Plzak 24/4 Sek.— 400 Meter: Zanaöka(Brünn) 54.4 Sek.— 800 Meter: Bican(Prag) 2:08.4 Min.— 1500 Meter: Bican 4:19.4 Mi"-(neue DTJ- Bestleistung).— 5000 Meter: Pivoüka (Pilsen) 16:16.8 Min.— 10.000 M e t e r: Pivoüka 82:85.8 Min.(neue DTJ-Bestlei» stung).— 110 Meter H ü r d e n: Palkovsky (M.-Ostrau) 18 Sek.— 4X100 M e t- r: 1. Pil- sen 47.4, 2. Brünn. 47.4(um Brustbreite).— O l h m p i s ch« S t a f f e l: 1. Prag 8:54.6, 2. Pilsen 4:01.8 Min.— H o chsprnn g: An- drhsek(Brünn) 1.65 Meter.— W e i tjf prung: Saulich(Brünn) 6.45 Meter.— S t a b h o ch: Sttijsalä(M.-Ostrau) 8.52 Meter(neuerDTJ- B e st l e i st u,ng).— Dreispr u n g: Kraft (Pilsen) 12.64 Meter.— Kugel: Burianek (Prag) 12.00 Meter(neue DTJ-Bestlei- st u n g).— D i S ku S: Ulehla(Brünn) 84.69 derb all: Pokorovä(Jungbunzlau) 84.01 Meter. — D r e i k a m p f: Rajkovä(Königgrätz) 217.05 Punkte. RrciSwcrtung: Sportl e r: 1. Pilsen 140, 2) Brünn 185.5, 8. Prag 109, 4. M.-Ostrau 78,5. Jungbunzlau 17.5, 6. Preßburg 16 Punkte.— Sportlerinnen:!. Königgrätz 110, 2. Pilsen 76, 8. M.-Ostrau 64, 4. Jungbunzlau 29, 5. Preßburg 21, 6. bis 7. Prag und Jglau je 4, 8. Proßnitz 2 Punkt«. In der G e s a m t w e r t u n g ist di« Reihenfolge diese: 1. Pilsen 225, 2. Mahr.-Ostrau 142, 8. Brünn 185.5, 4. Prag 118, 5. Königgrätz 110, Preßburg 87, 7. Jungbunzlau 86.5, 8. Jglau 9. Proßnitz 2 Punkte. . Fünfkampf: Saulich (Brünn) 846.16 Punkte. Sportlerinnen: 60 Meter: Rajssovä(Könlg- grätz) 8.6 Sek.— 100 M e t e r: Räjjkovä 18.8 ,Sek.— 200 M e t e r: Kiijjovä(Pilsen) 80.7 Sek. — 4X100 M e t« r: Königgrätz58.7 Sek.llneu e DTJ« B e stl e i st u n g);—: K l e i st.eOlhm« ,p issch«:'Königgrätz: 59<8-Sekunde».:.'—'H'0> ch--« 's-p w.»:» g: Mazurovä'»(Pilsen)C'l';85 Meter.. Weit s p'r u n-g: Raskovä'4.88 Meter.— Ku^ it e.l: PaLikovskä(Preßburg) ,8i64 Meters—- Dill- k ü.s: PaLikovskä 22.05, Meter. ,., S.tz-e.'e r: Hruökovä(Pilse») 28,17,.Meter!-Ssch-l.«,». Tschechische Sprechchöre! Sprechchöre, die In Dcutschland schon seit Iah-> ren einen wichtigen Bestandteil der Parteipropa-' ganda gebildet hatten und zur künstlerischen Voll-• cndung ausgereift waren(Sprechchöre Bruno Schönlanks in-a. m.), waren in der tschechischen! Arbeiterbewessiing lange unbekannt. Im Jahre 1020 rezitierte soziale und rsvolutionäre Gedichte in 1 kollektiver Weise die Vereinigung„DLdrasbor"\ (Dilnickh dramatickt) sbor), die aber nach dem kom-\ monistischen Partcizwiespalt zerfiel. Erst vor fünf Jahren traten in der Arbeiterakadcmie in Prag, einige junge Genossen zusammen, die über Jnitiatwe und unter der Leitung Josef Trojans eine Gruppe bildeten, die sich die Pflege der Sprechchöre zur Aufgabe macht;.„Recidai"(Recitaini sbar DklnickL akademie) nannte sich diese Gruppe, die zur Ueber- raschung der älteren Genossen hei Versammlungen und auch selbständig auftrat und Gedichte sozialer und pazifistischer Tendenz chorweise rezitierte. Aehn- liche Zirkel entstanden bald darauf auch in den Prager Vororten, in vielen Provinzstädten und bei einigen gewerkschaftlichen Organisationen. Die Han- dclSangeftellten gründeten ihren vorzüglich zusammengestellten„Resboja", die Metallarbeiter den . Rcckov" und lustige Burschen in der Arbeiterakademie die„Sirkna". die politische und soziale Satire pflegt. Die jungen Leute beschränkten sich bald nicht mehr darauf, soziale Gedichte der tschechischen Literatur und der Weltpoesie vorzutragen, sie schrieben selbst Gedichte und Szenen, insbesondere über aktuelle Dinge, um geeignetes und wirksames Material für ihre RezitationSabende zu haben. Sozialismus, soziales Elend und der Glaube an eine bessere Zukunft, Kampf gegen den Faschismus und Kapitalismus, Verspottung der Spießbürger und Reaktionäre waren der Inhalt dieser von der Arbeiterjugend verfaßten erlisten und Heiteren Gedichte. Zur Zeit der Wiener Kämpfe»nttte viel Beifall«in vom„Recidak" vorgetragenes Gedicht über Koloman Wallisch. Anschließend an die Tagung der sozialdemokratischen Arbeiterjugend in Prag veranstalteten diese Vereinigungen am Samstag und Sonntag große öffentliche RezitationSabende(F« st i v a l) im Lucernasaal. Der erste Abend zeigte, daß die Sprechchöre.vorwiegend propagatorischen Zweck haben und sie müssen deshalb nur von diesem Gesichtspunkt« aus beurteilt Iverden. Aber auch vom künstlerischen Standpunkt waren so manche Rezitationen bemerkenswert. Fanfaren ertönten, Trommeln wirbelten, die herrliche Hlnnne der Arbeiterjugend„In den Kampf"(Autor J.-Vülek, komponiert von F. Kraus) und eine Begrüßungsrede Trojans leiteten den Abend ein. Ein Kollektiv aller Chöre sang das satirische Lied von Trojan(vertont von F. KrauS) .Hast du Hunger, zieh: t>cn Gürtel enger" und Prager Ordnerinnen die Hvmne„Aus, proletarisch: Frauen" von Igor Kouöa. Mehr als zlvanzig verschiedene Chöre traten auf und von allen kann gesagt werden, daß ihre Darbietungen Achtung und Lob verdienen. ES seien hier nur einige kurz erwähnt: Der„Signäl" aus Hostivak, welcher daS für Sprechchöre sehr geeignete Gedicht von St. K. Neumann„Gesang der Scharen" vortrug, der Prager „Ncckov", dessen Vortrag über die Vierzigstundenwoche interessant Ivar, der„ResbojS", welcher, ein gutes Bild aus dem Leben der Handelsangestellten („Ringelspiel") zeigte, die Prager„Siröna" mit ihrem„Traum des Diktators".' Insbesondere viel Applaus hatte die„Siröna" aus Proßnitz, deren satirisches Lied über die Agrarier wiederholt werden mußt«. Pilsner Genossen, Mährisch-Ostrauer(„Gesang der schwarzen Erde" von F. Richter) und andere aus den Provinzstädten wetteiferten miteinander. Traurige Tatsachen erzählte die Reichenberg» Jugend, welche die Arbeitslosigkeit in den nordböhmischen Bezirken anfzählte.. Ein noch größerer Erfolg für die Arbeiterjugend, war der zweite Abend'. Die von mehreren hundert jungen Männern und Frauen aufgeführt-. Tendenzszcne„Allem znm Trotz— Hurra! Wir leben 1086!"(Autoren I. Trojan und O. Pik, i Musik F. KrauS) war eine Augenweide in ihrer WER Bequemlichkeit S U C H T«- DER FINDET sie in Hausschuhen von. B-zugSbe dingün gen:«ei Zustellung ins Haus oder' bei B'-zug durch die Postmonatlich AS' 16.-.,• vi-rt-llahrlich^r 48- halblMg'Ae 9L—. gMjähtigAö 192.—. Jnseraw^wervemlaut' Lar» billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Mänuskripten erfolsstmur bei Einsendung der Retourpiarken.-- Die Z^tungöfrankatur wurde von der Post. und Teile) graphendirektion.mit Erlaß Ssr.-lü:8ü0M'I/'198ü-blPilljgt..—Druckerei: ,MbiS",'Druch-,-Verlags. Mnd..LettungS-A.-G. Prag. tzPtz Herbst-Schwurserlchtsperlode ■ eröffnet Mit geheimer Verhandlung Prag,(rb.) Die vierte Schwurgerichisperiode dieses Jahres, deren Programm die nächsten drei Wochen auSsiillen wird, wurde gestern eröffnet. Die erste. Berhandlung, die unter Ausschluß der Oefseut- lichleit vor sich ging, betraf eine Anklage wegen des V' erbrechens d e r Notzucht. Auf der tyiHasdtanl saß der. 25jährige Kutscher 2»sef Farbenprycht und.bereitete Freude allen sozialistß ,,— n*""—" scheu Herzen. Die In Prosa mit eingeflochtenen Ver- Meter.—S'p«e r: Osmanöik(M.-Ostrau) 48.17 sen geschriebene dreiteilige Szene handelt von der i Meter.—Schleuderball: Lippert(Pilsen) Arbeiterjugend, die vor zwanzig Jahren, im Kriege(48.47 Meter.— C. und zum Kriegsende, geboren wurde, von Diktaturen und faschistischen, Bolksversührnen, von der neuen, drohenden' Kriegsgefahr und. der schönen, erträumten Zukunft nach dem Siege des Sozialismus. „Proletarier aller Länd»", vereinigt.euch!" M Losungswort, aLer.Nrbeitenden auf dem Wege,zum, Siege',' allem zum Trotz. Der.,Beifall nach Abstngung sozialistischer Lieder zum Schluß wollte nicht enden.' Beide Abende haben bewiesen, daß der Refrain der Hpmiie der tschechischen Arbeiterjugendi.„Wir,'die Jungen,) gehen. voran!" feine• Berechtigung hat). Menschenraubprozesse In Präs und Troppau Prag,(rb.) Wie wir bereits berichteten, wird in der gestern eröffneten Prager Schwurgerichtsperiode ein Prozeßwegen Menschenraubes verbandelt iverden. Angcklagt ist der reichsdeutsche Staatsangehörige und SÄ-Mann Ewald Herbert Willkomm, dessen Prozeß zwei Tage aus- fiillen wird. In diesem Fall handelt es sich um«inen nicht vollendeten Fall, um einen Versuch, der ver- citclt wurde. DaS Troppaucr Schwurgericht, dessen Herbstsaison am 5. Oktober eröffnet wird, wird sich hingegen mit einem v o l l e n d e t en F a l l dieses Verbrechens zu befassen haben, das bekanntlich in allen an das Dritte Reich grenzenden Gebieten längst nicht mehr als monströser'und einer Kulturmenschheit unwürdiger AuSnahmSfall gelten kann, sondern als die reguläre Praxis eines entartete» Regimes. Dem Troppaucr Prozeß liegt ein Vorfall zugnmde, der seinerzeit größtes Aufsehen erregt hat. ES handelt sich um die Verschleppung des tschechoslowakischen Staatsangehörigen Wilhelm Jahn aus NiklaSdorfin Schlesien nach Hitlerdeutschland, eine Affäre, die, nach den aiiSgcgebenen Nachrichten: lange Zeit nicht geklärt werden konnte. Augeklagt ist der reichsdeutsche Staatsangehörige Heinrich Leschner aus Z s e g e n h a l s in Preußisch-Schlesten. DaS Nähere wird erst die Gerichtsverhandlung ergeben.