16. Jahrgang Sonntag, 4. Oktober 1936 Nr. 231 Einzelpreis 70 Hellet (einschließlich 5 Heller Porto) IEHTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECNQSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DU MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova«r. telefon am. HE*AUSGEBER| SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR■ KARL KERN, FRAG. Budget 1937: 8455 Millionen Ki Steigerung dm 5 Prozent Prag. Nach den Informationen des Tfch. P.-B. ans kompetenten Kreisen hat dir Regie- rnng in ihrer Freitag-Sitzung di« Budgetziffern gemits! dem Vorschläge des FinanzniinisterS Doktor KalfuS genehmigt. Dieser Entscheidung der Regierung zufolge werden di« Ausgaben im Budget für 1037 rund 8455 Millionen Hi und die Einnahmen rund 8456 Millionen Hi betragen. Für 1036 waren im Budget Ausgaben von 8032 Millionen und Einnahmen von 8Ü33 Millionen vorgesehen. Die Erhöhung der Ausgabenseite betrügt als» 423 Millionen oder 5.25 Prozent. DaS Bestreben der Regierung ging dahin, daß daS Budgetgleichgewicht hergestellt werde und daß di« Nationalversammlung bei rechtzeitiger Borlage deS Budgets genügend Zeit zu dessen ordnungsmäßigen Durchberatung habe. Namentlich der Ministerprüsident Dr. Hodja hat auf die eheste Vorlegung des Budgets an die Nationalversammlung großen Einfluß genommen. Ole Neutralitäts-Komödie Madrid. In einem Kommuniquö, welches die spanische Regirrupg über, di« Ereignisse vom 8. Juli bis 23. September veröffentlicht hat, heißt«S: Am 20. September landeten in Tetüan 12 .deutsche Großflugzeug«..Sie wurden dort., zum Transport von. Fremdenlegionären »ach Sevilla benützt. Am 12. September lief in Ri» Martin unweit von Tetuan der italienisch« Frachtdampfer„Alieantono" aus Triest ein, dessen Ladung auS G a S b» m b e», Flugzeugbestandteilen und Waffen bestand. Am 6.September landeten drei italienische Bombenflugzeuge auf Mallorca, wo auch der Dampfer„Nereide" aus Genua vor Anker ging, der«ine Ladung von 350 Tonnen Kriegsmaterial, insbesondere schwerer Bomben, an Bord führte. An Sevilla traf am 7: September ein Zug von 23 Waggons aus Portugal ein/der mit Bestandteilen von 14 Flugzeuge» beladen war, die auS Hamburg stamme». Die portugiesischen Waffenfabrike» lieferten an die Aufständischen eine große Menge von Maschinengewehren und Artille- riemnniton. Die spanische Regierung hat in Erfahrung gebracht, daß am 27. September aus.Lissabon Kriegsmaterial und Ka m p f g a S, die auS Italien stammen, an die spanische Grenz« gebracht wurden. * London.(Reuter.) In amtlichen Kreisen wird erklärt,' daß die Regierung den Inhalt der Mitteilung, sorgfältig prüfe,"welche di« Madrider Regierung dem Bölkerbnnde zngehen ließ und in der behauptet wird, daß I. allen und Deutschland daS Abkommen betreffend die Nichteinmischung in" die"inneren spanischen Kämpfe verletzen. i Die beiden Hotten stoBen aufeinander? Gibraltar. Wie der Reuter-Korrespondent auS glaubwürdiger Duelle erfährt, ist die spanische Regierungsflott«, welche den vergeblichen Versuch unternommen hat," die Blockade vop dem Hafen von Bilbao zu durchbrechen, in der Rich« tung gegen Gibraltar' abgedampft. Man-rechnet mit der Möglichkeit eines neuen Zusammenstoßes zwischen den Flottender Regierung und der Aufständischen. j 26.000 Tonnen-Schlachtschlff . in Wilhelmshaven vorn Stapel gelassen '' WilhelmShaven. Samstag mittags'wuriw hierein-Anwesenheit des Reichskanzlers Hitlerdas Schlachtschiff,iS ch ar n';h o r st" vom.Stapöl ge- lassen.' Die Mässetverdrängüntz. deS' tteue'w Schlachtschiffes /.Scharnhorst" betrügt'26.fl00, Tonnen, die Wage. SÜS.'.Mefer, die größt« Breite 80^M«ter,Das größte Kaliber des Schiffes beträgt-28 Zentimetern- Neue^-Devalvation angekündigt Im Höchstausmall von 16$— Parlament für Mittwoch, Senat fUr Freitag einberufen Prag. Amtlich tvird gemeldet: Für Montag, den 8. Oktober, ist eine Sitzung der W,irtschaftSminister einberufen, um steh im Sinne der am 2. Oktober getroffenen Entschließung des Ministerrates mit dem Einfluß der internationalen Währungsontwicklung auf die. WührungSlage der Tfchechostowa- kei zu befassen. Auf Grund der heutigen Beratungen der Regierungsfaktoren werden die Wirtschaftsminister in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium und der Rationalbank einen Gesetzentwurf auSarbeiten, durch den der Goldgehalt der tschechoflowakischen Krone vermindert wird. Durch diese Maßnahme wird die Devalvation der tschechoslowakischen Krone vom Jahre 1934 auf jenes Maß ergänzt, daS uns die Entwichlung der internationalen Devisenmärkte unaufschiebbar auferlegt, nachdem es nach der französischen Devalvation noch zur Devalvation, der schweizerischen und der holländischen Währung, d. i. zum Zerfall deS Goldblechs, gekommen ist. Aus der heutigen internationalen WSHrungsentwicklung ist ersichtlich, daß die Tfchechoflvwakei noch eine Devalvation in dem beabsichtigten Umfang durchführen kann, ohne Maßnahmen des Auslandes gegen die tschechoflowakischen Waren hervorzurufen und ohne das Gleichgewicht auf dem heimischen Markte in schädlicher Weise zu stbreu, d. i. ohne ihr inneres Preisniveau wesentlich ins Schwanken zu bringen. Am unserem wirtschaftlichen und sozialen Leben möglichst verläßliche und dauernde Garantien der Stabilität zu schaffen, wird dem Ministerinm deS Inneren und dem ihm angeschlosienen Kollegium der Vertreter der wirtschaftlichen und sozialen Interessen die Aufgabe und die Vollmacht ertellt werden, daß es in keinem Fall zu einer unbegründeten Verteuerung kommen könne. Die Devalvation der tschechojlvwukischen Krone wird e- nnserer Wirtschaft ermöglichen, sich rechtzeitig und zweckmäßig den Bestrebungen der Weststaaten betreffend eine allmähliche> Entspannung anzuschließen, deren eineVoraussetzung der allgemeine Wirtschaftsfriede Ist, dem die eben durchgeführte Devalvation der Währungen deS Goldblechs den Weg öffnen soll. DaS Abgeordnetenhaus der Nationalversammlung, wird zu.einer Sitzung für Mittwoch, den 7. Oktober, und der Senat der Nationalversammlung für Freitag, den. 9. Oktober, einberufen werden. Die Regierung der Republik' wird in diesen beiden Sitzungen den beiden Kammern der Nationalversammlung ihren Entwurf betreffend die Neuregelung der tschechoslowakischen Währung vorlegen. *** . Das Ausmaß der Devalvation, übe» das sich die offizielle Meldung nicht ausspricht, dürste nach unseren Informationen 16 Prozent der heutigen Parität nicht überschreiten. Wie verlautet, wird die Regierung die wirtschaftliche Entwicklung bis Ende dieses Jahres aufmerksam verfaßen und sich gegebenenfalls in diesem Zusammenhänge auch mtt den EiukommenSverhältnissen der StaatSaugestellten befassen. Frankreich zieht die Konsequenzen Auflockerung der Kontingente— Herabsetzung der Zölle Paris. Die. französische Regierung hat durch ein Dekret 107-Arten von Einfuhr» kontingente aufgehoben und beabsichtigt, wie. verlautet, die Aufhebung von etwa 200 bei .einer Gesamtzahl von ungefähr 1200.. Dir näheren Elnzelheitrn wird' der Ministerrat zu Beginn der nächsten Woche durchberaten. Beim Wirtschaftsministerium wird ein« Z o l l k o m m i s s i o n errichtet werden, welche damit beauftragt werden wird, unberechtigten Preiserhöhungen, welche durch di«'Erhöhung der, .Einfuhr ausländischer'Konkurrenzwaren verursacht werden konnten, rntgegrnzutretrn. Dies«. Kommission wird, den zuständigen Ministerien die Blum vermittelt PariS. Der.Umstand.daß der französische Ministerpräsident. Blum SamStag vormittags in Genf nacheinander den-polnischen Außenminister. Beck und den tschechoflolvakischen Gesandten Dr. Osuskh empfangen hat, hat die- Aufmerksamkeit d«r Genfer. Berichterstatter der Pariser Abendblätter hervorgerufen. .-,.'Der Korrespondent deS i.PariS Soir",- Sauerwein, schreibt, daß. diese' beidsnaufeinan- derfolgenden Besuche bei Lton Blum ein Beweis dafür siiid^. daß' der. französische Ministerpräsident' eine An n>äh e r u n a. zwischen Polen und bek Tschechoslowakei'«»strebt..t' Y" betreffenden. Zolltarife eg«lierungen sowie die Regelung von Gebühren für die Bewilligung der Einfuhr vorschlagen, ja sie wird auch di« An f h e v u n gderKontingente vorzuschlagen imstande fei».. . Durch Sonberdekret wurde der Zoll auf nichtkontingentierte Waren herabgesetzt. Di« Herabsetzung wird ab 6. Oktober 1036 gelten und M Prozent für Rohstoff«, 17 Prozent für Erzeugnisse oder Halbfabrikat« betragen. Durch ein weiteres Dekret wird, ab 6. Oktober die Zollgebühr auf kontingentierte Waren um 20 Prozent herabgesetzt. Jugoslawien profitiert . an der Francabwertung Belgrad. Die„Breme" schreibt, daß die Abwertung des Franc Um fast ein Drittel unter Beibehaltung deS jetzige^. Dinar-Wertes; gleichzeitig eine Herabsetzung der jugoslawischen StaatSschuldbn.bedeutet, die überwiegend auf FWe'lautew., fln Zinstn und Amortisätiönen zahlt Jugoslawien in Francs 265 Millionen jährlich, so daß in-Dinar eine Ersparnis von mehr als 180'Millionen Dinar erziest würde.- Die Welle der Abwertung, die von Frankreich ausgegangen ist, hat nun auch unser Ufer erreicht. Die Regierung der Tschechoslowakischen Republik hat einer Aenderuug des Verhältnisses zur Krone, wie cs bereits einmal im Feber 1034 geschehen ist, zugestimmt. Damals wurde der Goldgehalt der Krone von 44.58 auf 87.15 mg Gold herabgesetzt. Heute soll die Abwertung ebenfalls höchstens ein Ausmaß von 18 Prozent erreichen. Die endgültige Entscheidung darüber liegt jedoch noch in den Händen der Wirtschaftsminister, deS Ministerratcs und letzten Endes des Parlaments. Wann» hat sich die Regierung zu dem in da» Wirtschaftsleben so einschneidenden Mittel der Abwertung der Krone entschlossen7 Was uns dazu gezwungen hat, ist vor allem die Tatsache, daß die anderen abgcwertet haben. Seit dem Jahre 1031, da das englische Pfund in seinem Wert herabgesetzt tvurde, hat eine Reihe von Ländern wie die nordischen Länder, die Bereinigten Staaten, Südamerika, die englischen Dominions, Japan und andere, mit denen wir auf deni Weltmarkt zu konkurrieren haben, das Perhältnis ihrer Währungen zum Gold geändert. Auch Deutschland, welches formal noch nicht abgcwertet hat, hat für den Auslandsverkchr Marksorten geschaffen, deren Wert tief unter dem offiziellen Kurs der Mark liegt. Die Folge davon war, daß die tschechoslowakische Industrie im Auslände konkurrenzunfähig geworden ist und das trifft besonders jene Industrien, die im deutschen Gebiet« liegen(Textil-, Porzellan-, Glasindustrie) und damit die sudetendcutschen Arbeiter. Die Konkurrenzunfähigkeit unserer Industrie gegenüber der Industrie jener Länder, welche bereits abgewertet haben, ist eine der Ursachen— allerdings nicht die einzige— der Massenarbeitslosigkeit in den deutschen Gebieten der Republik. Nun wird man einwenden, daß die Tschechoslowakische Republik schon einmal, und zwar im Feber 1034, den Wert der KL um lO’/s Prozent herabgesetzt hat. Wie sich nun nach mehr als zwei Jahren gezeigt hat, war daS Matz dieser Herabsetzung zu gering. Warum? Weil England und die Vereinigten Staaten um etwa 40 Prozent, die nordischen Staaten um etwa 40 bis 50 Prozent abgewertet haben, so daß Ivir die Konkurrenz mit diesen Ländern absolut nicht ausnehmcn können. Deswegen lvar es notwendig, die Konkurrenzfähigkeit der tschechoslowakische» Industrie in bezug auf den Preis durch eine nochmalige Abwertung der KL herzustellen. . Nun könnte weiters gesagt werden, daß eine Abwertung der KL eine Erhöhung der Preise zur Folge haben wird, d..h., daß die bestehenden Löhne an Kaufkraft verlieren. Demgegenüber ist fxstzustellen, daß der Regierung, wenn alle sic stützenden Parteien wollen, Mittel zur Verfügung stehen, um den ungerechtfertigten Preisanstieg zu verhindern. Der Preis des Getreides Ist durch das Getreidemonopol gebunden— man kann nunmehr den Wert und Nutzen des Getreidemonopols ermessen --- und" auch alle anderen.Lebensmittel/ Gebrauchsartikel und Jndustriewaren,' welche im Inland, bzw. aus im Inland hergestellten Rohstoffen erzeugt werden, müssen durchaus im Preise nicht steigen,, weil dazu ein volkswirtschaftlicher Grund, nicht gegeben ist. Wohl'wird die Spekulation die' Entwertung der KL zur Preissteigerung, ausnützen, aber dem muß mit dem ganzen Gewicht der staatlichen Verwaltung, entgegengetreten.werden. Hier erwächst unserer Verwaltung.eine große Au!- 'gäbe.und an uns liegt es zu kontrollieren/ ob die Büriokrqtie auch die Weisungen der'.Regierung sinngemäß verwirklicht. Anders' ist es mit den Preisenjener Waren, die'aus. dem Auslände kommen oder zu deren Erzeugung, man ausländische Rohstoffe braucht. Sofern eS sich um fremdländische. Lebensmittel handelt, wie Reis, kann die Preiserhöhung wettgemacht werden'durch Her- Sei«« 2 Sonntag, 4. Oktober 1886 Rr, 281 absehung d e S Zolles. Es tritt also an.die Negierung die Pflicht heran,.jene.Positionen des Zolltarifs herabzusetzen, wodurch der Preisanstieg ausländischer Einfuhrwaren verhindert wird. Was nun Industricartikel betrifft, die aus ausländischen Rohstoffen hergestellt'werden, (Textilwaren) so ist zunächst festzuhälten, daß die.Preise dex Fertigfabrikate nicht nur bestimmt werden durch die Preise, der Rohstoffe, sondern auch durch Löhne, soziale Wgaben, Regie, Bank» schulden, die augenblicklich gleich bleiben, so daß eine stärkere Erhöhung von Textilwaren verhindert werden kann. Auch da ist Aufgabe der Negierung und Verwaltung Mißbräuche jener Unternehmer und.Zwischenhändler abzustellen, für die die Entwertung der KC nur ein Anlaß ist, ihre Gewinne zu erhöhen. AllerdiirgS muß gesagt werden, daß die Devalvation der Kö allein unsere Ausfuhr und damit unsere Wirtschaff nicht beleben wird. Es ist nur eine wichtige Voraussetzung der Exportbele- bnng, indem sie, was die Preise anbclangt, die Konkurrenzfähigkeit der tschechoslowakischen Industrie mit jener der anderen Länder herstellt. Der Vorteil, den unsere Industrie dadurch erlangen wird, muß aber auch auSgenützt werden. Wir niiissen zu jenen neuen Expvrtmethoden greifen, i'iber die wir schon des öfter» geschrieben haben, mnd die von anderen Ländern erfolgreich ange- weiidct wurden. Es ist heute z. B. nicht möglich, daß eine Unternehmung in allen jenen Ländern ihren Vertreter hat, mit welchem Geschästsbezie- hungen'angeknüpft werden können, sondern es mühten sich die Unternehmungen zusammentun, d. h. eS müßten anstelle individueller kollektive Exportmethoden treten. Das Exportinstitut der Tschechoslowakischen Republik bietet die Möglichkeit dazu die Anstellung gemeinsamer Vertreter für mehrere industrielle Betriebe und mehrere Industrien durchzuführen. Dies« kollektiven Exportmethoden sind auch notwendig infolge der Tatsache, daß sich einzelne tschechoslowakische industrielle Betrieb« im Auslande gegenseitig unterbieten, wodurch solche Preise erzielt werden, die einen Export überhaupt unmöglich machen. Da müßten wir zu einer gewißen staatlich kontrolkerten Syndizierung der Exportindustrie gelangen, damit solch«, die tschechosiowakische Ausfuhr schädigende Exportmethoden abgeschafft werden. Dieselbe Aktivität muß aber auch der Staat auf dem Gebiet des Außenhandels entfalten. Es gilt unser ganzes HandelSvertragSfhstem zu revidieren und anstelle bestehender ganz unzureichender Kontingenwerträge neue zu setzen. Insbesondere unsere Hckndelsverträge mit den beiden änderet» Ländern der Kleinen Entente sowie mit Frankreich müffen revidiert werden, es müssen für unsere Industrie größere Kontingente erzielt werden. Auch die Ausfuhr nach der Sowjetunion kann dadurch gesteigert werden, daß man der Sowjetunion größere Kredite gibt als bisher, was umso leichter möglich ist, als die SU bisher allen ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Auslande nachgekommen ist. Außerdem bleibt»wch immer eine Reihe von Ländern übrig, mit denen wir überhaupt keine Handelsverträge besitzen. Wir verweisen darauf, daß es in Südamerika, welches sich in wirtschaftlichem Ausichwung befindet und daher für unsere Waren aufnahmssähig ist, mehr als 28 Staaten gibt, während wir nur mit zweien, vön ihnen Handelsverträge abgeschlossen.haben. Die. übrigen dehaiidrlnidie Lsthechosloweckei nach ihren Maximältatifen und sä' werden Unsere Erzeugnisse dort diskriminiert. Man sieht, also, daß auch auf'dem Gebiet' der Handelspolitik' denn Staat noch große Aufgaben gesetzt sind, wenn wir unsere Wirtschaft beleben wollen. Auchan,'’'’S. ■■ die Kartelle darf man im Zusammenhang mit dem Schritt der Negierung nicht vergeßen. Der Bevölkerung im Lande kann das Leben dadurch erleichtert sverdcii, daß man jene Kartell«, die sich n»it sogenannten bürgerlichen Gewinnen' nicht begnügen, stark kontrolliert, die Produktionskosten der von ihnen erzeugten Waren untersucht und dadurch zu einer Preisherabsetzung gelangt. Es. gibt Kartelle, welche gewiße industrielle Rohstoffe ins Ausland billiger verkaufen, als im.Inland«, wodurch jene Industrien, welche diese Rohstoffe verarbeiten, im Auslande konkurrenzunfähig sind. Wir wollen nur auf die Mustkinstrumentenindystrie verweisen, die die Rohmaterialien, wie z. B. Blech für die Blasinstrumente teurer bezahlen muß, als die Erzeuger jenseits des Erzgebirges. Schließlich darf man auch nicht an der Tarifpelitik vorübergehen. Wir.sind ein Binnenstaat, der nur konkurrenzfähig sein kann, wenn er durch niedrige Tarife unseren Waren den Weg ii»S Ausland erleichtert. Aufgabe aller Vertrauensmänner der sozialistischen. Arbeiterbewegung, der Partei. UnhGe- we'rkschaften aber ist«S auch!.' di« LSHtteder Arbeiterschaft und ihre Lebenshaltung aus der Krise herauSzuführen.. ., Fest steht, daß eine gewisse Wirtschaftsbelebung schon, im heurigen Sommer«ingetreten ist. Wir hoffen, daß'auch die Abtvertüüg der Krone sowie alle anderen Maßnahmen, von denen tvtr einige hier aufgezählt haben, dazu beitragen werden, eine weitere Ankurbelung unserer gesamten Volkswirtschaft und insbesondere unserer sudetendeutschen Exportindustrie zu erzielen, Tausenden von Arbeitern wieder ihren Beruf zu geben, Tausend« von Menschen aus der Verzweiflung zu reihen, in die sie jahrelang herabgesunken sind. An der Belebung der Wirtschaft werden nun. die Arbeiter auch ihren Anteil fordern müssen. Hand in Hand mit dieser Wirtschaftsbelebung wird auch die Angleichung der Löhne au die geänderten wirtschaftlichen Verhältnisse gehen müßen. Daß die Unternehmer aus eigener Initiative auf dem tzebiete derLöhne nichts unternehmenwerden.weiß jeder Arbeiter ui»d es wird Sache der Arbeiterschaft' und unserer Organisationen sein, beßere Lohnverhältnisse zu schaffen. Es hängt von der Einsicht der Unternehmer ab, ob' diese Kämpfe einen größeren oder geringeren Umfang anneh- men werden und«S hängt von der politischen Macht und der gewerkschaftlichen Kraft der Arbeiter ab, mit welchem Erfolg diese Kämpfe äbschlie- ßen werden. Arbeitslpsenziffer werter gesunken Niedrigster Stand seit August 1932 Die Zahl der nicht untergebrachten Stellenbewerber betrug nach, den vorläufig«» Mitteilungen der öffentlichen ArbeitSvermittlungSanstalten Ende September d. I. 477.850 Ende August d. I. 483.502 so dah sich iin Laufe des vergangene,» Monats die. ArbeitSwsenziffer um 8652»der 1.2 Prozent senkte. Dieser Rückgang im Monat September ist durchaus ungewöhnlich und war seit den Konjunkturzeiten 1028 und 1929 nur einmal, im Jahre 1933, zu verzeichnen. Mit der angegebe- nm Zahl wurde der niedrigste Stand erreicht, der seit August 1932 überhaupt ausgewiesen’ wurde. Wenn man nur die Arbeitslosigkeit ist den Septembermonaten vergleicht,-muß man bis in das-Jahr 1981 zurückgehen, In'dem allerdings die. Arbeiislosenziffer weit uiller. der. heutigen Höhe lag... Vergleichsweise.führen, wir. die'.MiS'- weise über die Monat« Seprenwer'seit 1931 an: 1931 g M 228.887 1982 - g g g H 486.985 1988 g i g g' 622.561 1984 g g g g g 576:267 1988 g g g g 578.862 1986 • ■ V 477.850 Im Staat-durchschnitt genommen, ist also, eine fühlbare.Besserung seit dem Krisentief um 1983 sestzustellen. Im heurigen Jahr ist' die ArbeitSlosenzisfer seit ihren». Höchststand, von 860.000 Ende Feber um rund 380,000 gesunken. Die Entwicklung in, den einzelnen Ländern und zweifellos auch innerhalb der Länder in den einzelnen Bezirken ist jedoch durchaus uneinheitlich. Der Rückgang im September betrug in Böhmen 1.9 Prozent, in Mähren-Schlesien 2.2 Prozent, in Karpathoruhland 88.8 Prozent. In der Slowakei ist ein Zuwachs um 10.9 Prozent -elngetreten, vornehmlich infolge der Beendigung einiger Jnvcstitionsarbeiten und durch eine Beschränkung der privaten Bautätigkeit. Genauere detailliert« Meldungen über die Entwicklung in den einzelnen Bezirken liegen noch nicht vor. ES kann, nach den schon im August gemachten Beobachtungen, nur angenommen werden, daß in den Industriegebieten die. Zahl, der Bezirke gestiegen ist,'in welchen der unvermeidlich« Saisonumschwung zur höheren Arbeitslosenziffer, der im StaatSausmah Heuer viel später kommt, schon «ingetreten ist. Aus diesen Einzelberichten werden dje berufenen Stellen die praftischen Schlüsse penslonsverslederte .- In der letzten Sitzung der VerwaltungS- koinmiffion der Allgemeinen PenswnSanstalt wurde, konstatiert, daß die Anstalt zum 1. September 1986 841.418 Pflichwersicherte hatte gegenüber einem Stand von 319.964 Versicherten vor einem Jahr. Die auflteigende Tendenz der Berstchertenzahl ist einerseits der Besserung der'wirtschaftlichen Situation, andererseits zum Teil auch dem Nachrücken der starken NachkciegS- jahrgänge in das Wirtschaftsleben zuzuschreiben. Die, Zahl der Arbeitgeber, di« Mitglieder des Institutes sind, betrug 72.888.' 37 ‘Jommy Rar box madkt Revolution (Jtoman von 9tü« flendu Und Tommy Barbox hatte diesmal, jenseits alles beruflichen Sorgen, doch keine ein« noch so entfernte Verantwortung für die T» Hellen seines Präsidenten zu tragen. XXVI. „Kannst du ihn nicht einmal aushorchen", fragte Bonamaria Pablo, der ungeduldig Zigaretten rauchte und von Zeit zu Zeit auf die Uhr sah.' Eine seiner beiden Maschinenschreiberinncn erwartete ihn seit einer halben Stunde, und Bonamaria Ivollte nicht aufhören, zu sprechen. „Wen soll ich aushorchen? Rodriguez?"- „Ja, selbstverständlich, Er weiß, wo sie ist. Sie war doch die Rächt vorher bei ihm." Bonamaria strich sich mit der Hand, über die.Stirn, das war ihm eine äußerst peinliche Vorstellung. „Er wird mir nichts sagen," Pablo schüttelt« den Kopf, Ihm paßte, es nicht, zu Rodri« gucz zu gehen. Noch nicht. Bonamaria sprang auf. Er redete sich immer mehr in Wut. „Ich lasse ihn erschießen, diesen RodriguezI Immer steht er mir. im Weg. Wer das ist vorbei. Noch heute rufe Ich ein Kriegsgericht zusammen. Martinez und Du sind Beisitzer. Und wir verurteilen ihn zum Tode. Martinez kann das nur willkommen sein. Den. würde ich am liebsten gleich daneben an die Mauer stellen. Vielleicht findet sich einmal die Gelegenheit,.... aber erst RodriguezI Er muß fort... er mußfort. ,.. er ist ein« Gefahr für daS Land..,. glaubst Du nicht, Pablo, daß Rodriguez eine Gefahr für daS Land ist?." Er war vor Pablo stehen geblieben und wollte eine Bestätigung. Der hob nur die Schultern. Im stillen überlegte er schnell. Bonamaria hatte schon mehrmals davon gesprochen, Rodriguez erschießen zu. lassen. Wer noch nie in so bestimmter Form. ES hätte jedenfalls keinen Sinn, Bonamaria jetzt durch.Widerspruch zu reizen; Revolutionstage vergehn nicht so schnell, alles konnte sich ändern. „Wenn Sie glauben..sagte er gelassen. Das nahm Bonamaria für begeistert« Zustimmung und war ganz glücklich.' „Hah... natürlich glaub« ich es... ich weiß es... das Land wird nicht zur Ruhe kommen, solange Rodrig»»ez lebt. ich tu eS nicht gern... Du wirft mir bezeugen, daß ich mir den Entschluß mühsam abgerungen habe»..- aber eS muß sein...«S ist die Grundbedingung für den Frieden unserer Heimat.,, ja,.,. noch heute nachts soll man ihn erschießen... um ein Uhr... nur kein Aufsehen..." Pablo erschrak; daS ging doch schneller, als «S ihm lieb war. „ES ist dunkel... die Soldaten werden nicht sehen." Aber Bonamaria gab nicht nach. «Man'soll eine Laterne an seine Brust binden... daS hat man schon ost iy solchen Fällen 'gemacht... aber tt muh'fort.daS ist die einzige Möglichkeit den Frieden' zu retten..." Er stand hinter dem Schreibtisch deS’Rodriguez, die Hände ausgestützt und war auch jetzt bereit daran zu glauben,. daß er nur seinem Patriotismus diese» Opfer schulde. Dann kam er wieder auf Pablo zu. i, 1 „Aber weißt DH.....geh noch abends, zu ihm....^sag ihm, was ihn.erwartet,.,.. sag.ihm»- ich wär« vielleicht bereit, ihn zp retten,...aber er müßte endlich diesen verfluchten Trotz aufgeben. wenn er Dir verrät, wo sich Frau Cal- delari versteckt, hält, will ich versuchen, ihn ent« wischet» zu lassen,"',. „Ich will einmal sehen, was ich tun kann Pablo war zu dem Entschluß gekommen, daß«S jetzt doch vielleicht höchste Zeit war, ein Wort mit Ryd.riguez zu spreche!». „Tu das nur"',.der Advokat klopfte Pablo glücklich auf die Schulter, als würde Fulvia ihn bereits erwarten.„Und bring mir die Antwort... warte einmal" er war leutselig gestimmt,„bring mir die Antwort in Eure Villa, ich werde heute abends hinkommen" ' Pablo wurde unruhig. '„Sie kommen heute abends zu uns.". „Ja, gewiß... ich will doch zeigen, daß man seine alten Freunde nicht so rasch vergißt, weil Man ein wenig Erfolg gehabt hat..'. mir liegt natürlich nichts daran, daß Fremde mich sehen..." Das gefiel Pablo gänz und gar nicht. Aber es war schwer, Bonamaria von einem Vorhaben abzubringen; er war derart mißtrauisch geworden. daß er irgend etwas gewittert, hätte und doch 'gekommen wäre. Ihm war auch zuzutrauen, daß er. eine Haussuchung veranstaltet; in einigen Häusern hatte er das bereits getan. Und gerade das, mußte vermieden werden. .„Schön... wir werde», die Hintertür, offen halten.es kommen zwar jeden abend die Offi- ,ziere..." „Du wirst dafür sorgen,- daß die Treppe frei ist, wenn ich komm«... und der gelbe Salon soll reserviert werden... ich spüre, daß heute ein großer Tag ist» mein guter Pablo.... wenn.erst einmal dieser Rodriguez... ja.... da» ist leider nicht zu umgehn... da» siehst Du doch.«in.... aber dann werden wir dieses Land hoch bringen'.... die Amerikaner sind mit uns .„. den,möchte Ich sehen,her uns noch Wider« stand leisten sollte"..»/.■. . XXVII.' Frau Rivadeneira stieg, so schnell sie konnte, in den zweiten Stock hinaus,.Sie Ivar Währungsakkord und Internationale Lage Eine der interessantesten Erscheinungen in» Zusammenhang mit der Abwertung des französischen Franc ist ein gewisses Zusammengehen der drei großen Demokratien Frankreich,' Bereinigte Staaten und England., England' und die USA haben die französischen Maßnahmen freundschaftlich ausgenommen und die Folge davon ist, daß es zu kein em DevalvierungS Wettrennen kommen wird. Wäre das Einvernehmen zwischen den drei großen Staaten nicht gewesen, hätte es geschehen können» daß England oder die USA gleichfalls abgewertet hätten, um den. für ihre Waren gegenüber den französischen Erzeugnissen früher bestandenen Vorteil weiter für sich zu wahren. Die beiden Länder haben aber im Interesse einer neuen Stabilität der Währungen auf diesen Vorteil verzichtet in der richtigen Voraussetzung, daß eine künftige Währungssicherheit für alle drei Staate» Vorteile haben wird. Diese: Entivertung, die nacheinander’ die meisten Staaten vorgenommen haben', war’ eine Folge der schweren Wirtschafüftise, von der die Welt seit 1929 betroffen ist, die auf ihrem Tiefpunkt 30 Millionen Menschen arbeits« und existenzlos gemacht und ihnen Elend und Verzweiflung gebracht hat. Diese aus dem Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise erwachsene Weltkrise wurde noch verschärft durch die Krise der Währungen. Wenn nun durch die französische, schweizerische und holländische Abwertung tatsächlich die Währungskrise abgeschlossen ist, dann kann man die Hoffnung hegen, daß einige' der schwersten Wunden, welche die Wirtschaftskrise der Welt und insbesondere dem Proletariat geschlagen hat, langsam wieder vernarben und zuheilen werden. So eröffnet sich ein Ausblick auf eine gewisse Besserung der Lage des Proletariats, die naturgemäß auch politisch« Folgen nach sich ziehen kann. Die Weltwirtschaftskrise war die tiefste Ursache großer politischer Umwälzungen in der Welt, einer furchtbaren Schwächung deS Pro-, letariats und des Sieges des Faschismus. Die Währungsstabilität giht uns nun' die Hoffnung auf eine gewisse Wiederherstellung der internationalen wirtschaftliche»» Beziehungen, dadurch auf eine Belebung der Weltwirtschaft und damit auch auf eine Ueherwindung der politischen Folgen der Weltwirtschaftskrise, auf einen neuen Vormarsch der Arbeiterklasse und eine Ueber» Windung der faschistischen-Barbarei. Es ist aber auch möglich, daß die wirtschaftlichen Vereinbarungen zwischen den drei große» Demokratien un»n ittelbar internationale politische Folgen nach s i ch z I e h«N werden.' Di«.' wirtschaftliche Zu« saMinenarbeit Englands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten wird die politische Zusammenarbeit dieser Staaten stärken und bedeutet somit eine Festigung der Friedensfront. Bemerkenswert ist, daß in diese wirtschaftliche Kooperation Deutschland nicht einbezogen wurde. Während der Verhandlungen zwischen den drei deinokratischen Staaten versuchte sich Deutschland in die Vereinbarung cjnzuschal« ten, was der Zweck des Besuches Schachts in Paris war. Dee deutsche Reichsbankdirektor war bereit mitzutun, falls ihm die drei übrigen Staaten eine Rohstoffanleihe gewähren. Dazu aber kam es nicht und so ist Schacht unverrichteter Dinge wieder weggcfahren. DaS kann für in dieser Woche mindestens um zwanzig Pfund abgemagert, so oft machte sie den beschwerlichen Weg. Ihr Ha»»S war so unruhig, daß eS ihr selbst unheimlich wurde. Die vielen Offiziere, di« jeden Abend kamenl Was gab daS für«inen Trubel! Es wurde getrunken, gespielt, getanzt. Der brave Postbeamte kam mit dem Gläserwaschen kaum»lach; neuerdings fiel auch das Aufziehe!» des Grammophons in sein Ressort. Und auch die beiden Töchter reichten nicht mehr für' diesen gesteigerten Betrieb; man hatte noch zwei jUnge Indianerinnen kommen lassen müffen, so gut ging das Geschäft. Auch Geld kam dadurch ins Hans, oh ja, eine Menge,guter Dollars; aber trotzdem war Frau Rivadeneira nicht zufrieden. Sie. hatte das Gefübl, daß sie einen Schatz bewahrte. Die Freundin des RodriguezI Ach,'die schöne, liehe Frau> Und wie traurig; sie. war; gar glicht zu erkennen! Sie sprach kaum ein Wort und. wollte nicht einmal abends aus dem Hau». WaS würde die jetzt erst- sagen! Fra»» Rivadeneira klopfte leise. Ihr Schützling antwortete nicht, und jo drückt« Frau Rivadeneira die Klinke nieder. Sie schlief, da» liebe Kindl die schwarzen Locken breiteten sich über da» weiße Kiffen. Wie ein Engel! Frau Rivadeneira war stolz auf Rodriguez. Immer wieder, wenn, sie heraufkam und, mit Fulvia sprach, war sie stoh auf ihn. Da» war ein MannI Ahre Vergangenheit verschmolz mit Fulvios Gegenwart,, und es war ihr beinahe» als. erlebte sie ihre große. Zeit noch einmal. Wer jetzt war. kein Augenblick zu verliexen. Ach, die Arme,«S nützte nichts, man mußte sie wecken. x „Wachen Sie auf! Ach, da» süße Herzchen, wie fest e» schläftso. t. endlich. Kaum hatte Fulvia die Augen aufgeschlagen, konnte Frau Rivadeneira. ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Fulvia begriffsofort, daß etwas Schlimmes geschehen sein mußte. .(Fortsetzung folgtjj 9lr, 231 Tonntag, 4. Oktober 11)36 fudetendeuhdiei Zeitspielen tel zu legen. Willkomm merkte, daß die Sache brenz- Zollamt den Grenzübertrittschein besorgte, ihni noch lich wurde und versuchte sich über die Grenze ini zwei Marl für eventuelle Auslagen in die Hand Sicherheit,zu bringen. Er wurde aber von der in« drückte und ihn mit dem Auftrag entlieft, Richard sein bester Freund Lenig aus Dresden erwarte Anders machte sich auf den Weg, machte aber unterwegs im Vorübergehen einen Besuch bei seine, Braut. Erst bei dieser Gelegenheit erfuhr er, datz das Wasthaus„Zur Fichte" bereits auf reich-• deutschem Gebiet liege und wurde miß- trauisch, zumal er Willkomm aus verschiedenen Gründen schon früher beargwöhnte, daß dieser ihr. im Auftrag, der politischen Polizei bespitzle und anschwärze. Er weigerte sich also, dem Willkomm zu. folgen, worauf ihn dieser in«in anderes Gasthaus lud und Bier vorsetzte, unter fortwährenden Zureden, doch mit ins Gasthaus„Zur Fichte" zu kommen. Inzwischen hatten Kameraden des Anders von der Sache erfahren und beschlossen, sich ins Mitunter den vielen Dokumenten, die unS der Volkswind gegen die SdP in die Hände spielt, befindet sich eines, das zwar nicht von heute ist, ober dauernden Wert und niederschmetternde Wucht besitzt. ES ist ein Brief, den der Vorsitzende des Ehrengerichtes gegen Walter Brand, Herr S a f u m, unmittelbar nach dem Ehrengerichts-Skandal um Brand, am 14. Juli 1936, an einen SdP-Fnnk- tionär richtete(der uns dem Namen nach tvohlbekannt ist). Wenn es noch nötig tväre, nach- zuwciscn, wie unbeschreiblich Häg« lichsichKonradHcnleinin dieser Angelegenheit benahm, wie sehr ihm wahrhaftig jede bescheiden st e. F Uhrerqualifi- k a t i o n m a n g e l t und wie diejenigen, die mit ihm zu tun haben, über ihn zu denken lernen— wenn solcher Nachweis noch nötig wäre, so könnte er nicht schlagender erbracht werden als durch diesen Brief Sasum». Um unseren Lesern die Lektüre dieses Briefes, den wir im. Nachsolgeüden wiedergebcn, zu erleichtern, erläutern wir einige darin vorkommende Abkürzungen: K. H. ist selbstverständlich Konrad Henlein, E. G. ist das Ehrengericht, die E. Richter sind die Ehrenrichter, D. H. ist das Deutsche Haus in Prag(in dem damals Henlein die Ehrenrichtcr locken ließ, bis sie entgegen der Abrede«sichren, der„Führer" sei ohne weitere Verständigung abgefahren). Und nun also veröffentlichen Ivir, nur unter Weglassung weniger einleitender und abschließender Zeilen privaten Charakters, im Wortlaut den Brief SasumS an seinen Freund.(Die gesperrt gedruckten Stellen entsprechen den Unterstreichungen im Original, die Hervorhebungen durch Unterstreichungen stammen von uns): chen»". Zwischen ihm unv Anher» bestand em« Art oberflächlicher Bekanntschaft. Später trennten sich ihre Wege. Richard Ander», der von Kindheit auf Freunde und Bekannte 4m nordböhmischen Grenzgebiet hatte, kam später al» Mitglied«ine» Dresdener Fußballvereines mehrfach mit seiner Fußballmannschaft über. d>« Grenz«. Er fand schließlich im Grenzort P e t e r r w a l d«ine Braut, und ließ sich im Sommer 1988 dauernd dorr nieder/ An Deutschland hatte ihm im der letzten Zeit die politisch« Polizei«ine höchst unangenehme Aufmerk-' samkeit geschenkt und er! war mehrfach wegen antifaschistischer Gesinnung denunziert worden. Er zog eS schließlich vox, nicht mehr nachSachsen zurück«, zukehren. Am L. Jänner 1986 erschien ,nun der Angeklagte uitperinutet bei Ander» und forderte ihn auf,. . in da» Gasthaus„Zur Fichte" zu- kommen, wo ihn Anders in die„Fichte" abzuliefern. Wie dieses Unternehmen mißglückte, ist bereits kurz angedcute: worden. Wenn diese Darstellung der Angeklagten richtig ist, so würde das bedeuten, daß die Dresdener SicherhcitSbehörde sich nicht vor Methoden scheut, die die Strafgesetze aller zivilisierten Staaren als schweres Delikt qualifizieren. Wenn aber der Angeklagte(der übrigens in. der Untersuchungshaft drei Selb st m o rdversuchc beging) von seinem Recht, zu leugnen, Gebrauch mgcht, so erhebt sich die andere Frage, welche anonhmcii Auftraggeber er zu decken'sucht. Ob so öder so— dieser Fall ist ein weiterer Beitrag über die Rechtssicher» heit im Dritten Reich. Zum Schluß/ seiner Einvernahme versuchte Willkomm glaubhaft zu machen,! er sei q'ng^sichts des Widerstrebens des Anders freiwillig ton seiner sträflichen Absicht zurückgctrcten, wogegen sich die Anklage energisch verwahrt, nut dem Hinweis darauf, daß es sich um nichts tveiter handle, als um die höchst unfreiwillige Vereitelung einer verbrecherischen Handlung, zu deren Vollendung der Angeklagte sein möglichstes getan habe. Dar Beweisverfahren fiitttc den ganzen Nachmittag aus. Da die Tat selbst durch das. Prag,(rb.) Der zweitägige Prozeß, der am Samstag vor dem Prager Schwurgericht eröffnet wurde, ist aus Leitmeritz nach Prag delegiert worden. Angeklagt ist der frühere SA-Mann und nachmalige Amtswalter der Dresdener Ortsgruppe der NSDAP, der 24jährige beschäftigungslose Arbeiter Ewald Herbert Willkomm de» Verbrechens nach 8 99 StG und die Anklage legt.ihm zur Last, er habe versucht, seinen früheren Kameraden Richard Anders, der sich gegenwärtig ständig auf dem Gebiet der Tschechosiowakei aufhält,„gegen dessen Willen.einer ausländischen Macht auSzulie- fern". Den Vorsitz der Verhandlung, die sich größtenteils in deutscher Sprache abwickelt, führt LGR IDr. Pazdersky, die Anklage vertritt Staat»- :anwalt Dr. Trjieky, in die Verteidigung teilen sich der Leitmeritzer Anwalt Dr. David und sein Prager Kollege Dr. P r o s ch e. Der Tatbestand Willkomm und Ander» waren seinerzeit Schulkameraden und wohnten dann in Dresden im gleichen Haus. Als Arbeitslos«. waren sie zusammen im„Arbeitsdienst". Willkomm ging, als er 1981 zwischen alarmierten Gendarinerie noch rechtzeitig betreten und festgenommen. Menschenraub im Auftrage der Dresdener Kriminalpolizei?. Ewald Herbert Willkomm ist g e st ä n d i g, er habe unter falschen Vorspiegelungen den Richard ,Ander» über die Grenze und. In die Hände der reichsdeutschen Polizei locken wollen. Gleichwohl bemerkt« er zu Beginn seiner Vernehmung, er f ü h l e sich nicht schuldig, da er sich.der Strafbarkeit seiner. Handlung nicht bewußt gewesen fei. Er 'gab von dem Hergang der Sache eine Schilderung, die«sn e i» z i g artige» Kuriosum darstellt. Willkomm, der ini späteren Verlauf seiner Einvernähme j e d e B e r b i n d u n g z n d e r P o l i- zei.'leugnete, behauptet, er. hab« am frühen Morgen de» L. Jännet» den Besuch eines unbekannten Polizeibeamten erhalten, der.ihn für'8.Uhr auf die Dresdener Poltzeidirektion, Zimmer Nr. 5, vorlud. Der Legitimation diese» Beamten habe, er ent- nommcn,-aß der unbekannte Herr der Kriminalkommissar Preuszker gewesen sei. Auf der Po» lizetdlrektiost habe mach ihm. kürz mitgeteilt,„da» Aüto stehe bereit" und er solle sich reisefertig machen.' JnBegleiiung de» Kommissär» Preuszker und eines weiteren unbekannten Beamten frchr er über Pirna Deutschland von schwerem Schaden sein, denn cs ist die Frag«, wie lange die übrigen Staaten Deutschland noch borgen und es sich gefallen lassen werden, daß Deutschland die bezogenen Rohstoffe nicht bezahlt. Diese für Deutschland verschlechterte wirtschaftliche Lage kann in der Hand der drei großen Demokratien eine Waffe werden, um Deutschland in bezug auf kommende Verhandlungen über ein neues Locarno gefügig zu machen. Man sicht also, daß die entschlossen« Tat der Regierung Blum nicht nur günstige Folge» für die Wclttvirtschast, sondern auch für den Frieden Europas nach sich ziehen kann. Geiviß dürfen augenblickliche internationale Konstellationen nicht übertrieben werden, das Bild der Lage ändert sich heute sehr rasch. Dennoch können wir mit der Möglichkeit rechnen, daß die wirtschaftliche Zusammenarbeit der drei großen Demokratien ivohltätigc Folgen für die internationale Situation haben kann'und daß dies die Stärkung aller jener bedeutet, die die Welt vor dem Grauen eines ueueu Weltkrieges bewahren wollen..' Der Peterswalder Mentchenraubvemich vor dem Prager Schwurgericht Zweitägiger ProzeB gegen Ewald Herbert Willkomm gegen die böhmische Grenze. Erst unterwegs sei ihm mitgeteilt worden, „er habe die Aufgabe, den Richard Ander» über die Grenze zu locken." Vorst:„Sie sagen, daß Sie mit der Polizei nicht» zu tun hatten. Wie kam die Dresdener Polizei dazu, sich Ihrer zu bedienen?"— Ang: „Vielleicht darum, weil ich mit Anders in einem Haus wphute(I)."— Vors.:„Haben Sie sick denn keine Gedanken darüber gemacht, daß diese» Vorgehen sehr sonderbar ist?"— Ang.:„Mir wurde gesagt, daß gegen Anders eine Strafanzeige wegen Veruntreuung eingebracht wurde und daß er, daher verhaftet werden soll."— Der Vorsitzende gibt feiner Perwunderung Ausdruck, daß in einein solchen Fall die Dresdner Polizei nicht da» normale Auslieferungsbegehren an die tschechoslowakische» Behörden gestellt haben sollte. Um diesen Punkt cntspinnt sich ein Kreuzverhör, doch bleibt der Angeklagte bei seiner Darstellung. Er bemerkt noch, daß der Kommissar Preuszker nach Erteilung eingehender Informationen ihm selbst im Schlagendes Dokument gegen Konrad Henlein Brief Sasums Uber die erbärmliche Rolle Henleins In der Ehrengerichtssache Brand „Das Übliche Spiel**— Versuche, eine Wiederaufnahme zu„erzwingen**— Man muB„diese Hauptleitung mH Brand und K. H. alleine lassen**—„IC. H. Ist Puppe in den Hlinden dieser Verbrecherbande** Schwarz auf weih steht cS da, aus der Feder jenes Mannes, den Henlein persönlich zum Vorsitzenden des Ehrengerichtes machte: Herr Henlein ist nichts tveniger als ein Führer, sondern eine Puppe in den Hiindcn seiner limgebnngl Und diese Umgebung lviedcrnm bezeichnete eben dieser Herr Sasum auf Grund intimster Ersah- runge» als V e r b r c ch e r b a n d c. Daß Sasum inzwischen mit der„Puppe" wieder einmal zu» snmmcugekommcn ist, ändert an den Tatsache» nichts. Höchstens das eine, daß er sich zu Unrecht schott für völlig„geheilt" gehalten hatte. Kann man einen politischen Führer trcfscu- der zeichnen und Ivirtsamer mit Recht unmöglich machen, als es Sasum durch die Schilderung der Haltung des„Führers" in der Sitzung mit den Ehrenrichtcr» tut? Der konsternierte Henlein, der zehn Minuten schivcigt, aussteht, dankt, die anderen in der Ucbcrzcttgung läßt, er habe sich endlich dem Selbstverständlichen gefügt und dann unter SukkurS etlicher„Kameraden" mit den Ehrenrichtern zu„h a n d e l n" beginnt, dann die Ehrenrichtcr auf die Entscheidung warten läßt und schließlich auf und davon fährt ohne auch nur ein Zeichen zu geben! Und dann schließlich noch die anderen loSläßt, uni die Ehrenrichtcr zu einer Wiederaufnahme zu zwingen, an ihnen öffentlich Kritik üben läßt, sic geheim diskretieren läßt! Das alles ist ohne Beispiel in der politischen Geschichte der Sudetendeutschcn. Man hat diesen Fall schon gekannt, in seiner Gesamtheit und sogar auch schon in den meisten Einzelheiten. Aber hier hat ihn die Oeffentlichleit nun dokumentarisch niedergelegt, beschrieben und signiert von dem Manne, der von Henlein selber mit der größten Verantwortlichkeit ausgestattct war. Kein Zivcisel, daß nicht an einem Wörtchen dieses Berichtes gezweifelt werden kann. Und dieses. Dokument gcwsnnt^um so mehr Wert, ja. hat doch auch seine A l t ua.l i t ä t angesichts der kürzlich von uns geineldeten Tatsache, daß Herr Brand schon wieder in Prag ist und mit allem Nachdruck die Wiederaufnahme des EhrcugerichtsverfahrenS in seiner Sache betreibt I Wir hatten uns K. H. nach Prag erbeten und traten um 5 Uhr nachm. als versammeltes E. G. an. K. H. wär recht konsterniert, las aufmerksam unsere Entscheidung, dann etwa 10 Minuten tiefstes Schweigen. Schließlich ein lautes ,Ja". Er stand auf, dankte uns E. Richtern durch Händedruck und wir gingen. Alle hatten wir das Furchtbare dieser Minuten für K. H. mitgefühlt und alle waren wir der Meinung, nun hat er sich entschieden! Und dann das übliche Spiel!! Nach einer halben Stunde wurde Greger und ich;u ihm berufen. Ich sah im Zimmer Brand. Dann wurden mir in ein anderes Zimmer gebeten und dort wollte K. H., Frank, Künzl und Dr. Köllner mit uns handeln. Schließlich nach%stündiger Unterredung meinte K. H., er werde sich noch entscheiden, ob er unser e kurze oder die ihm gegebene lange Entscheidung veröffentlichen werde, wir mögen ini D. H. warten. So blieben wir sitzen, Wehrenfennig, Greger, Bernhard, also Persönlichkeiten, um 9 Uhr abends rief ich an und körte, K. H. ist schon lange mit dem Auto weggefahren und sonst ist niemand im Hause. An uns keine Nachricht! Erst durch die Zeitung! Wir warteten noch bis zum Erscheinen der Zeit, Dann gaben wir unsere Presseerklärung. In der Zwischenzeit versuchen alle möglichen Leute, eine Wiederaufnahme zu erzwingen. Wenzel, Hönig, Hermann, Hundt, Neuwirth, Es wird an uns Kritik geübt in öffentlicher Versammlung! In geheimer erzählt man, wir hätten Wehrenfennig und Bernhard überstimmt! Dabei hatte ich als Vorsitzender gar nicht mitgestimmt, da die Beschlüsse von den Beisitzern einstimmig waren. Gregethat niedergelegt, Alfer'uni ich werden heute aus der Partei austreten,'denn es ist wichtiger, für die Einigkeit und Reinheit der Volksbewegung, diese Hauptleitung mit Brand und K. H. allein zu lassen. Nie hätte ich geglaubt, daß das alles möglich sei. Nun bin ich geheilt. K. H. ist Puppe in den Händen dieser Verbrecherbande. Wenn cs nicht mit den seelischen und geisti gen Leiden des Emigrantendascins ursächlich zu- fanuncuhäiigt, so ist es ein mindestens tragischer Zufall, daß der Tod gerade unter den bedeutend sten Köpfen der exilierten deutschen Goistcslvelt seit Jahren eine reiche Ernte hält. Eben erreicht uns die Nachricht, daß Genosse Hermann Wendel, der seit Monatc» an einem schweren Leiden labo rierte, in dem kleinen Pariser Vorort, wo er sich nach dem Verlassen Deutschlands anfgehalten hat, im Alter von 82 Jahren am 2. Oktober ge storben ist. Mit Hermann Wendel verliert das deutsche Schrifttum einen seiner besten Männer, einen Wissenschaftler, dec einen glänzenden Stil schrieb, einen Schriftsteller, dessen Bildung,.wissenschaft liche Verläßlichkeit und Urteilskraft seines gleichen suchten. Hermann Wendel hätte jeder deutschen Hochschule zur Zierde gereicht; daß er freier Schriftsteller blieb, keine akademische Stel lung bekleidete, lag nicht nur an seiner immer einbckanntcn demokratischen und sozialistischen Gesinnung, sondern wohl auch an dem seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts in der wissen schaftlichen Welt Deutschland» schwindenden Ver ständnis für eine in weitere Kreise dringende, auf das nationale Leben unmittelbar wirkende Wissenschaft. Jenes Verständnis, das Männern wie Burckhardt, Nietzsche, auch Ranke, Treitschkc, Subci, Kugler und manchem anderen den Weg zur Universität erschlossen hat, war in Deutsch land verloren gegangen und Männer von der Be deutung Hermann Wcndels konnten wohl durch die Presse und durch ihre Bücher wirken, entspre chende wissenschastliche Anerkennung wurde ihnen aber nur durch das Ausland zuteil. Herman» Wettdel stammte aus Lothrin gen, wo ja die Wendel alle daheinr sind. Aus- getvachfen an der Grenze deutschen und französi schen Wesens, in der Luft des freieren Westens, in beiden Sprachen daheim, Ivcnn auch der deut schen stärker verbunden, hat sein Grenzland- deutschium Wendel nicht zum Nationalisten, son dern zum Europäer gemacht. Jin Westen lebte er auch am liebsten und am längsten. Frankfurt, Straßburg, Metz und zwischendurch immer wieder Paris waren seine bevorzugten Arbeitsstätten. Aus der fkaiizösischen Kultur-, Geistes- und po litischen Geschichte schöpft er einen Guiteil seiner Themen(„Danton",„Französische Menschen"), Deutsche, die wie er halbe Franzosen wurden, Hein« etwa, sind die Geistesverwandten, denen sich Wendel als Autor zuwender. > Seine große Liebe aber schenkte Wen del d e n S ü d s l a w e n. Er ist der deutsche Historiker der Südslawen geworden. Volk und Land, Geschichte und Literatur der Jugoslawen, des serbischen Zweiges vor allem, aber auch der Kroaten'und Slowenen, hat er mit nie ermnden- . dem Eifer studiert, erforscht und geschildert. . Große Reisen„Kreuz und quer durch den slawi-. . scheu Süden"— wie eines seiner hübschesten| leichteren Bücher heißt— haben ihm zu einem' Kenner südflatvischen Wesens gemacht, wie das deutsche Polk kaum einen ziveiten hatte.. Bor dem Krieg schon warb er um Verständnis für die SUd- I slawen, für die Serben im besonderen, nach, dem ! Kriege hat er viel dazu beigetragen, zwischen Serben und Deutschen geistige Brücken zu schla» i gen. In seinen„Südflatvischen Silhouetten", in seiner großen Geschichte dcS„Kampfes, der Siid-> arLcstSloSwurde, zur Ml und'betSÜgte sich später slatven um Einheit und Freiheit", in zahlreichen ,» der politischen Organisation der Nazipartci, kleinere:: Schriften und Reiseschilderungen ist wurde Amtswalter imd Inhaber de»„HoheitSabzei- fein tiefes Erleben des jugoslawischen Volks-chen»". Zwischen ihm und Anher» bestand ein« Art tumSniedergekegt.'.‘ Der Umsturz von 1983^zwaug Wendel, ob- wohl er weder Jude noch ein aktiver marxistischer Politiker getvesen war, selbstverständlich zur Emi gration aus einem Lande, in dem für esnen wirk lichen Europäer und geraden, freiheitsliebenden Menschen kein Platz ist. Seither lebtc-Wendcl bei Paris und seine Arbeiten galten, freilich ge- hennnt durch schwere Sorgen ums tägliche. Bror, wieder vorzüglich> französischen Themen. In einem Alter,' das noch länge keinen natürlichen Abschluß bedeuten sollte, hat ihn nun der. Tod ereilt, der auch der sozialistischen Literatur eine ihrer schönsten Blüten raubt. Hermann Wendel tvär, was hier noch vermerkt sei,, seit Jahrcnäuch ein von UnS stets hochgeschätzter Mitarbeiter un- ' fereS Blattes,.• Seite 4 Sonntag, 4. Oktober 1936 Nr. 231 ».^^Sozialdemokratie ’JF Die tschechische Soziald II würdiges Entgegenkommen bewiesen wird, wie das„Prävo Lidu" auch von uns erwarten kann. Wir wünschen dem Blatte der tschechischen Sozialdemokratie für die Zukunft das Beste und wollen das unsere dazu beitragen, damit die sozialistische Zusammenarbeit der beiden Blätter und Parteien eine immer engere.werde. • Vor Redaktionsschluß haben wir noch In die JubiläumSnununer des»Prävo Lidu" Einblick nehmen können, die 78 Seiten stark, reich bebildert ist, Aussätze führender Politiker, Volkswirt» schastler und lultüreller Arbeiter der tschechischen Sozialdemokratie enthält und ein stolzer Beweis für die Bedeutung des Blattes und des Reichtums der Partei an hervorragenden Köpfen gibt. Geständnis des Angeklagten nutzer Zweifel steht, diente das langlvierige, noch durch die Uebersetzungen der durchwegs teutichen Zeugenaussagen verzögerte Verfahren im wesentlichen der Aufhellung der näheren Tatumstände, bezw- Hintergründe dieser Falles. Der Hauptzeuge Richard Anders bemerkte, er fei der Meinung, datz dec Angeklagte ihn seit langer Zeit loffenbar im Auftrag irgendeiner unbekannte» Stelle) bespitzelt und denunziert habe, in welchem Punkte er sich auf die Zeugin Aima Wolf berufen konnte, der gegenüber sich Willkomm seinerzeit ganz offen geäutzert haben soll, er habe den Auftrag, Anders zu überwachen. Datz eine solche Ueberwachung bestand, ist kaum zu bezweifeln. Auf die teilweise sehr interessanten Einzelheiten der Beweisverfahrens, das erst in den späten Nachmitlagsstunden abgeschlossen wurde, kom» nie» wir in unserem Abschlutzbericht zurück. Dia Prager deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 4. Oktober 14.80 bis 14.48: Vorbilder im Befreiungskampf der Menschheit lDr. Gerhard H e i s b e r g). M i t t w o ch, 7. Oktober: 18.20 bis 18.40: Dir neue Wirtschaftsrntwickluug und die Sudetendeutschen lAbg. Wenzel Jaks ch). Freitag, 0. Oktober 18.86 bis 18.46: Aktuelle zehn Minuten. Sonntag, 11. Oktober 14.80 bis 14.46: Franrilfchicksal 1936(Ilse Lang).* „.je tschechische Sozialdemokratie veranstaltet heute in Prag eine Feier anläßlich des 25jährigen Bestehens ihrer Parteidruckerei und der Erreichung des 45. Jahrganges ihres Zentralorgans „Prävo Lidu". Aus diesem Anlaß ist eine geschmackvoll ausgestattete F e st s ch r i f t erschienen, welche u. a. Beiträge des Parteivorsitzenden H a m p l, des Druckereileiters HummelhanS und des Chefredakteurs S t i v i n enthält. Man erfährt daraus manche interessante Einzelheiten aus den Anfängen des„Prävo Lidu", die bisher wenig bekannt sind. Die erste Nummer des Blattes ist am 27. April 1898 in Kukleny, einem Arbeitervorort von Königgrätz erschienen, jede vierzehn Tage nur kam eine Folge heraus. Bald aber mußte, die Zeitung, insbesondere wegen der Feindschaft des Königgrätzer Bischofs, nach Hum» polee übersiedeln und kurze Zeit darmif nach Prag, wo es einmal in der Woche erschien. Am 1. Oktober 1897 tvurde eS unter großen Opfern, welche die Parteigenossen und Funktionäre brachten— auch Masaryk brachte durch eine Sammlung tausend Gulden auf— in ein Tagblatt umgewandelt. Einen bedeutenden Fortschritt bedeutete eS, als die Partei 1997 das Palais Kinsky in der Hybemskä kaufte, wo das Blatt seither ein eigenes Heim hat, 1911 wurde dort eine eigene Druckerei errichtet, in der das„Prävo Lidu" von da ab gedruckt wurde. Denkwürdig in der Geschichte des Blattes ist der Oktober 1929, da die damalige Linke(spätere Kommunisten) sich des Blattes und der Druckerei bemächtigten und das„Prävo Lidu" in eine fremde Druckerei, sozusagen ins Exil, gehen mußte. Aber es dauerte nldft lange, Haus und Druckerei wurden den rechtmäßigen Eigentümern zurückerstattet, seit 19. Dezember 1929 wurde das Blatt wieder in seiner Druckerei hergestellt. An dem Wiederaufstiege der tschechischen Sozialdemokratie hat die Zeitung, die Chefredakteur Stivin mit einer Reihe ausgezeichneter Mitarbeiter redigiert, einen hervor» Grasliber Kinder In reichsdeutschen Naziheimen Etwa 40 K i n d e r aus dem Bezirke GraS- litz Ivaren während der Ferien in nationalsozialistischen Heimen in Deutschland untergebracht, ivo sie nach Nazi-Manier„erzogen" wurden. Sie sollen in die Uniform der Hitlerjungen gesteckt und verhalten worden sein, die Hakenkreuzfahne zu grüße», Nazilieder zu singen und Nazibücher zu lesen. In dieser Angelegenheit soll nun auch an die Schulleitungen ein Erlaß ergangen sein. Der Hauptagent Franz S a l z m a n n ist von tschechoslowakischen Gerichten zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe Ivegen einer Ent- führung politischen Charakters verurteilt und dann gegen einen Tschechoslowaken, der draußen in die Hände der Gestapo gefalle» Ivar, ausgetauscht worden. Dieser sympathische Zeitgenosse hat hier Unterläufel herumsitzen, welche die Verbindung zu den Eltern der Kinder hergestellt hatte», die dann im Dritten Reiche in braunen Hei» men, resp. bei Privaten untergebracht wurden. Präsident Dr. BeneS Uber seine slowakische Reise Nach seiner Rückkehr von der Sieise durch die .Slowakei sandte der Präsident der Republik dem Ministerpräsidenten Dr. Hodja ein Handschreiben, worin er der Freude Ausdruck gibt, daß die Slowakei heute staatlich geeinigt dastehe und den Wert ihrer Befreiung zu schätzen verstehe. Er habe aus diesen Wahrnehmungen Kraft für seine wettere Arbeit geschöpft. In einem zweiten Handschreiben an den Innenminister Dr.,C e r n h konstatiert der Präsident gleichfalls, daß er freudigem Fortschritt und werktätigem Optimismus der Bcvölke- rung und ihrer Repräsentanten ohne Unterschied der Nationalität, der Religion und der politischen Richtung begegnet sei; die Bevölkerung habe sehr wesentlich ihr Lebensniveau erhöht und durch ihre Sprecher diesen Fortschritt auch mit Dank bestätigt. Vor allem auf kulturellem und sozialem Gebiet habe er einen Fortschritt beobachtet, für den sich in der Nachkriegszeit selten ein Beispiel biete. Politisch sei die sloivakische Bevölkerung heute von der Ueberzeugung durchdrungen, daß sie diesen Fortschritt ihrer staatlichen Einheit mit den böhmischen Ländern verdanke. Ebenso wachse unter den Ungarn und den Deutschen in der Slowakei das Verständnis, daß unser Minoritäten-Status ihnen eine feste und hinreichende Basis biete, um ihre Nationalität und ihr kulturelles Eigenleben zu erhalten und sie weiterhin zu fördern. GBmbös demissioniert? Budapest. In politischen Kreisen verlautet, daß Ministerpräsident G ö m b ö s um den 10, Oktober seinen Krankenurlaub unterbrechen und nach Budapest zurückkehren wird, um'„verschie» dene schwebende politische Fragen zu klären"« d. h. offenbar, um seine Demission zu geben. und Notwendigkeiten, die durch seine Aufgabe diktiert sind, unmöglich-machen. ' ES'genügt hier, darauf zu verweisen," daß die Budgetpost für Körpererziehung, die im Zeitpunkte der Antrittes der jetzigen Regierungsmehrheit, also nn Jahre 1929, noch 2.4P0.268 Xi ausmachte, bis zum Jahre, in dem ich das Gesundheitsressort übernahm, auf 200.064 Xk, also auf etwa acht Prozent de» ursprünglichen Betrage», gesunken war. Wohl ist eS gelungen, diese Post für dar Jahr 1986 auf 400.000 Xö zu verdoppeln und— ich kann eS heute schon sagen— für da» Jahr 1987 auf 660.000 Xö, also auf nahezu da» Dreifache, emporzubringen. Aber alle diese Beträge entsprechen— gemeßen an den großen Notwendigkeiten und vor allem an den Bedürfniffen der vielfach unter den größten Schwierigkeiten arbeitenden Turn- und Sportorganisationen— auch nicht annähernd. Ich muß wohl nicht erst sagen, daß sich die Aufgaben des Ministeriums auf dem Gebiete der Körperkultur mit den bloßen SubventtonSerteilun» gen nicht erschöpfen dürfen und daß es sich besten bewußt ist, die ArbeitS- und Betätigungsmöglichkeiten der Organisationen der Körperkultur durch Errichtung von Turngebäuden. UebUngS- und Spielplätzen, Bade-Einrichtungen ufw. reicher zu gestalten Aber er würde, was ich hier sage, nicht ein wahre? Bild der Arbeit der GesundheltSminifte- riumS ergeben, wenn ich nicht unterstreichen wollte, daß eS in keinem Augenblicke jene bedeutsamen Funktionen der Körpererziehung übersieht, die in der Richtung der gesundheitlichen Ertüchtigung deS Volkes und besonder» der arbeitenden Schichten liegen und vor allem in der Aufgabe gipfeln, gerade durch die großen Leistungen der.Turn- und Sportpflege die gewalttgen Schäden zu paralysieren, die au» der Mechanisierung und Rationalisierung des ProduktionSprozeste» und au» dem heutigen Ar- beitrtempo fließen. Und damit sind wir auch bei der weiteren großen und kardinalen Aufgabe des Gesundheitsministerium» angelangt, der ziinehmeuden Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse in den von der Krise,. Arbeitslosigkeit und dem ÄirtschaftSnot- stand heimgesuchten Gebieten mit allen Mitteln zu steuern und hiebei das Hauptaugenmerk der Jugend, und Kindersürsorge zuzuwenden. Sie wisten ja, daß daS Gesundheitsministerium unter Mitwirkung de» Fürsorgeministe« riums in diesem Jahre rund 10.000 Kinder arbeitsloser Familien, darunter 1000 Jugendliche, einer Erholungsaktion zugefübrt hat, wobei leider nur ein Teil der bedürftigen Jugend berücksichtigt werden konnte. Ich habe Sie in groben Umriffen mit einigen Problemen und Aufgaben der Gesundheitsverwaltung bekanntgemacht, um Ihnen zu zeigen, daß wir. "ist-"deren-Hände Sie hie-Sorge um die Gesundheit der arbeitenden Menschen gelegt haben, un» der Notwendigkeiten, die sich daraus für uns ergeben, vollends bewußt sind und unseren guten Willen, unser ganzes Können, unsere Hingabe ln ihre» Dienst gestellt haben. Wir alle— Sie und ich—, jeder in seinem Aufgabenkreis, geben unserer Bewegung da» Beste. Da e» au» Begeisterung für den Sozialismus, aus der opfervollen Hingabe für die Arbeiterklaffe kommt, liegt e» auf dem Wege zu unserem Kampfziel: nicht nur der politischen, sondern mich der wirtschaftlichen und sozialen Befreiung ter arbeitenden Menschheitl wenn sie die Freundlichkeit hätten, diese anzubietenk 85 Ist ein gutes Werk, Dos unterstützt wirst! Außerdem gißt es la mich Erwinnchanren I vor Kampf“ Sozialistische Revue Heft Ist, Oktober 1936 Hai folgenden Inhalt: Wenzel Jaksch: Zentraleuropa und Westeuropa. Egon Schwelb'i Der Moskauer Prozeß. Gregor Bienstockt Diktatur ohne Ideologie EmU Franzel: Stände und Klaffen. Ma» Barth: Krise de» Rechte» und des Staate». K. W. Deutsch: Emil Franzel» konservativer Sozialismus. Emfl Strauß: Unser Kohlenbergbau, Preis de- Hefte- 5 KL, JahrrSbezugSpreiS 50 KL. Redaktion und Verwaltung: Prag II., Lühowovä 39. „vu sollst nicht stehlen.. Wir». DaS ehemalige sozialdemokratische Arbeiterheim in Floridsdorf, das bei den Feberkämpfen vor zwei Jahren durch Geschütz» und Maschinengewehrfeuer stark beschädigt wurde und deffen Verwaltung später in Konkurs geriet, ist SamStag von dem neuen Besitzer, der C h r i st» lichen Metallarbeiter-Organ i» Eiite Spanien- Nummer deS„Volkowille". Unser Karlsbader„Vollsiville" hat gestern Samstag eine Sondernuinmer heransgebrgcksl, die dem Heldenkampf des spanischen Proletariats gewidmet ist. Eine ganze Reihe ausgezeichneter Aussätze besäffen sich politisch, kulturpolitisch, soziologisch und militärisch mit Spanien und dem historischen Kampfe, der dort jetzt zioischen links und rechts ausgefochten ivird. Sowohl die literarische alö auch die drucktechnische Ausstattung dieser Nummer sind als vortrefflich zu bezeichnen und bedeuten, zusammen mit dem rei» dien, interessanten und künstlerisch ivertvollen Bilderschmnck, eine proletarisch journalistische Leistung außerordentlichen Niveaus. Es besteht lein Zweifel darüber, daß der ,ä8olkswille" mit dieser seiner Spanien-Nummer dem brennenden Interesse Zehntausender Leser in seinem Verbreitungsgebiet irefslich entgegengekommen ist. Vor allein aber ist diese Sondernummer unseres Karlsbader Bruderblattes ein Beweis des tiefen solidarischen Empfindens der sudeiendeutschen Arbeiterschaft mit der Volksregierung und den sozialistischen Volksmassen Spaniens, an deffen Sieg als demokratischer Republik wir mit allen Fasern unseres Herzens glauben. Glück im Unglück. Donnerstag, den 1. Oktober, fuhr in Saaz da» Lastauto der Firma Kröbl, mit 46 Säcken iRehl beladen, von der Kotekmühle in Saaz den Mühlgraben entlang zum Schlachthaus. Unterhalb der Saazer Brauerei kam dein Auw ein Fuhr- iverk entgegen und beim Ausweichen fuhr das schwer beladene Auto zu nahe an den Rand, der dort ungefähr acht Meier hohen Böschung. Durch die schwere Last würde das Erdreich weggedrückt und da» Auto stürzte in die Tiefe, wobei es sich zweimal seitwärts überschlug und in den Mühlgraben siel. Glücklicherweise kam da» Auto dort in dem fast zwei Meter tiefem Waffer auf die Räder zu stehen, so daß sich die beiden Fahrer Karl Pichl und Ferdinand Bartl in Sicherheit bringen konnten. Wie durch ein Wunder kamen sie ohne körperliche Schäden davon und auch da» Anto hat die Höllenfahrt verhältnismäßig gut überstanden. Der Kampf um die Demokratie Für die körperliche Ertüchtigung des Volkes Eine Rede des Ministers Dr. Czech Spitzenorganisation der tschechischen Selbstverwaltung. In Preßburg fand Donnerstag eine Beratung der Landesverbände der tschechischen und flowakischen SelbstverwaltungSkörper statt, wobei beschlossen Wunde, eine ganzstaatliche Spitzenorganisation unter dem Titel„Ständige Delegatwn der tschechoslowakischen Selbstverwal- tungSorganisationen" zu schaffen. Zmn Vorsitzenden wurde Jaroslav BeLak aus Brünn ge» wählt. Diese Ständige Delegatwn wird durch ihre vier Landesverbände etwa 9509 Gemeinden, 346 Städte und 128 Bezirksausschüsse erfassen.. Außerhalb de» Verbandes bleibt vorläufig der Verband der tschechoflowakischen Städte und Ge» meinden in Prag. Der Präsident der Republik empfing am ragenden Anteil. Sie ist eine geistige Rüstkam- Samstag den Minister für Nattonalverteidigung mer der tschechischen Sozialdemokratte geworden F. Machntk, Eintägiger Kellnerstrelk In Paris Paris. Da die Vermittlungsverhandlungen in der Pariser Hotelinduskie betreffend dje Regelung der Löhne am Freitag abends gescheitert sind, beschloß die Gewerkschaftsvereinigung Samstag den Generalstreik in der gesamten Pariser Hotelindustrie zu proklamieren. Der Streik in den Hotels sowie in den großen" Kaffeehäuserli und Restaurants war ein vollständiger; in den kleinen Restauranis und Kaffeehäusern wurden die Gäste von den Besitzern und ihren Verwandten bedient. An manchen Stellen besetzten die Streikenden die RestaurationSräume. die aber von der Polizei überall wieder geräumt wurden. Am Abend teilte Staatsminister Paul F a u r e den Journalisten mit, daß die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer eingewifligt haben, daß der Staatssekretär D o r m o y zum Schiedsrichter in ihrem Konflikt bestimmt werde. Der Konflikt im Hotelgeiverbe würde noch Samstag äbends durch ein Abkommen beendet. Die Arbeit wird Sonntag im ganzen Umsang wieder aufge» noinmen werden. Auch in Ihrem Bekanntenkreise würden die Lose der Arbeiterfürsorge f gern gekauft werdens und der Redaktton ist es gelungen, außerordent lich Werwolle Mitarbeiter und Fachleute heranzuziehen. Wir wollen die Gelegenheit des Jubiläums unseres Bruderblattes nicht vorllbergehen lassen, ohne festzustellen, daß unsere Redaktion in freundschaftlichem Einvernehmen mit dem Zentralorgan der tschechischen Sozialdemokratte steht sation,.in feierlicher Weise wieder geöffnet und daß uns des öfteren von dieser Seite liebens- worden. Der- Christliche Metallarbeiterverband —«->-'»*“*-‘ veranstaltet gleichzeitig in diesem Haus- seinen Kongreß. Auf einer aqnzstaatlichen Vertreterlonferenz der DTJ, die Samstag im- großen Saale- des DTJ-Heime» in Prag eröffnet wurde, hielt Genosse Dr. C z e ch eine Rede, in der er sich sowohl mit politischen Problemen al» auch mit den Aufgaben seines Ressorts, des Gesündheitsmini- steriumS, befaßte. Der Minister führte u. a. aus: Wir leben in einer, ernsten Stunde. Es gibt hier sicherlich niemanden unter unS, in dem nicht die Sorge um die weitere Entwicklung der internationalen Sittiatton nachzittern würde. Denn da» tragische Ringen um die Demokratte hat in diesen» Augenblick einen Höhepunkt erreicht. Blicken wir uns um: Spanien, Deutschland. Italien, Polen, Ungarn und Oesterreich. Gan» Europa im schwersten Ringen um Frieden und Freiheit I Rach dem Weltkrieg in seinen größten Teilen demokratisch regiert, befindet sich Europa heute in großen Sektoren in der Gewalt des Faschismus, welcher nicht nur seine eigenen Staatsbürger— ausschließlich wegen ihrer freiheitlichen Gesinnung— Niederschlägt, martert, verjagt, sondern auch den Frieden Europa», die Zusammenarbeit seiner Völker bedroht. Aber noch einer wichtigen Tatsache müssen wir unr bewußt werden, daß der Kamps um die Demokratie auch innerhalb jener Staaten, die. wie der unsrige. auf fester demokratischer Grundlage ruhen, noch lange nicht abgeschlossen ist und datz auch hier die vollste Bereitschaft aller demokratischen Kräfte notwendig erscheint. Sicherlich entgehen Ihnen die Vorgänge auch in unserem bürgerlichen Lager, im tschechischen wie im deutschen, in keinem Augenblick. Im deutschen Lager hat sich der faschistische Feind direkt im Lande eingenistet. Sie wissen, wie unsere Pattei unter Aufgebot aller Kräfte ihm an den Fersen ist, wie sie ihn in keinem Augenblick zu Atem kommen läßt und datz e» unserer bi»herlgen Zusammenarbeit gelungen ist, ihn trotz seiner heuchlerischen Loyalitätsphrasen in die Enge zu treiben, wozu die sich zuspitzenden inneren Klaffen-Gegensätze innerhalb dieser faschistischen Bewegung auch da» Ihrige beigetragen haben. Die Logik der gesellschaftlichen Entwicklung hat eben auch vor Herrn Konrad Henlein nicht Halt gemacht und wird auch ihm zwangsläufig zum Verderben. Nicht mit solcher Drastik. aber doch nicht weniger klar sehen wir ein schweres Ringen mit den reaktionären Kräften im tschechischen Lager vor uns. Auf Sie, werte Freunde, kommt er an, denn die Kräfte, die wir zur Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Sozialismus und Faschismus benötigen, müssen wir au» un» selbst her« ausholen und wir sind glücklich, sie zu besitzen. Darum können Sie mit Fug und Recht verlangen. datz der Staat Ihre Arbeit im weitestgehendem Matze fördert. Nach dieser Richtung kann ich Ihnen sogen,- datz do» Gesundheitsministerium do» vollste Berständ- nis für Ihre«rbttt besitzt, die wir als ein Stück der eigenen bewachten. Leider korrespondiert aber die Hilfsbereitschaft de» Gesundheitsministerium» nicht immer mit seinen finanziellen Möglichkeiten. Denn gerade in der Zeit der höchsten Nöte der öffentlichen Gesundhett»- pflcge, der wachsenden Bedürfnisse der Körperkultur haben die schwersten restriktiven budgetären Maßnahmen eingesetzt^ die eine Anspannung der Lei-, stungen de» GespnvheitSreffott» an die Äedüttniffe Ein Jobi’äum der tschechischen Weshalb? Wien. Alle deutschen Zeitungen aus der Tschechoslowakei wurden Samstag früh in Wien , mit Rücksicht auf die Publikationen über die Beschlüsse der Heimatschutz-Organisation beschlagnahmt. Auch Wiener Zeitungen wurden aus dem gleichen Grunde konfisziert. Nr. 231 Sonntag, 4. Oktober 1936 Seite 5 hb m LT Entwicklung der französischen Wirtschaft Einfuhr: haben sich viel Wider- Einfuhr: (Verhältniszahlen dieser Tabelle ersehen kann. e? n •\V Nahrungsmittel Jndustr. Rohstoffe u. Halbwaren Fertigwaren Nahrungsmittel Jndustr. Rohstoffe n. Halbwaren Fertigwaren tatsächliche Stabilisierung Les Dollars durchge- fiihrt. Sie konnten es sich leisten, weil die Wirtschaftspolitik der Regierung Roosevelt tatsächlich eine mehr oder minder„isolierte Wirtschaft" auf der Grundlage eines riesengroßen Jn- nenmarkteS zu verwirklichen suchte. L o n d o n dagegen ist bis zuletzt gegen eine Währungsstabilisierung gelvesen, weil England seine Wirtschaftspolitik nicht auf Beherrschung des JnnenmarkteS, sonders auf Durchdringung der Weltmärkte aufgebaut hat. Deshalb erstreben die Londoner Finanz- und Wirtschaftskreise eine gewisse Ge« ^ranrö 10»S Ausfuhr: Nahrungsmittel Jndustr. Rohstoffe u. Halbwaren Fertigwaren Ausfuhr: Nahrungsmittel Jndustr. Rohstoffe u. Halbware» Fertiglvaren HM"IM" flöt Papier- wie eine gigantische Pumpe, Riesensummen mobilisiert, dem Mittelstände und den Sparern entzogen und dem Großkapital zugesührt. Das „W u n d e r der I n f l a t i o n" hat dann, wie auch andcrorlS, daß Großkapital von seinen Verpflichtungen gegenüber dem„kleinen Manne" entbunden. Die tragische Dialektik der Entwicklung führte jedoch dahin, daß der große Jntu- strialisierungSprozcß Frankreich, ebenso wie die anderen europäischen Industrieländer, vor daS Problem der Ertvcitcrung des JnnenmarkteS gestellt hat, während gerade der Aufbau der französischen Industrie in der Nachkriegszeit Hand in Hand und zum großen Teil auf Kosten der Verarmung der breiten Vcrbrauchermaffcn vor sich ging. In diesem grundlegenden Widerspruch liegt die tiefste Wurzel der heutigen franzäsischen Wirtschaftskrise. Diese wichtigste Ursache ist vor der letzten Weltkrise dadurch verdeckt worden, daß die französische Industrie auf den Weltmärkten ein große- Ventil beseffen hat. Mit dem Einbruch der Weltkrise hat sich aber dieses Ventil verschlossen, und erst dann sah sich die in der ersten Jahren der NachkriegSepoche riesig gewachsene französische Industrie einem außerordentlich verengten Innenmarkt gegenüber. Folgende Tabelle legt> die Entwicklung der französischen Wirtschaft zwischen 1928 und 1930 dar: Manche Industriezweige standSfähigcr gezeigt als der Durchschnitt. Vor allem kann man eine erfreuliche Zunahme des Verbrauches des elektrischen Stromes feststellen. Die Papierindustrie hat gleichfalls eine große Austvärtsentwicklung erlebt. In diesen beiden Fällen handelt eS sich um st r u k t u r e l l e Veränderungen in der französischen Wirtschaft: eS geht eine Modernisierung und eine Anpassung der französischen Industrie vor sich, alte Industriezweige werden durch neue verdrängt. Eine ähnliche Erscheinung kann man ja auch in England beobachten. Folgende Tabelle zeigt die Eniivicklung der Industrieproduktion in Frankreich 1928—1985; unumgänglichen Steigerung der Großhandelspreise bedeutend zurückbliebeu, so daß die Lebenshaltungskosten sich in gar keinem Verhältnis zu der Währungsabwertung, also nur ganz unbedeutend, erhöhten. Das ist auch an und für sich verständlich, weil für die Festsetzung der Kleinhandelspreise viele Momente bestimmend sind, die in der Regel nach der Abwertung sich nicht verändern, wie z. B. die Steuersätze, Transportkosten, KapitalzinS und ZwisckienhandclSgewinn. Der Regierung stehen natürlich Mittel zur Verfügung, um die Uebcrhöhung der Kleinhandelspreise zu vermeiden, Unter anderem hat ja die Regierung die Möglichkeit, jederzeit die Zölle zu senken oder di« Einfuhrkontingcnte zu erhöhen. Wenn eS der Regierung gelingen sollte, eine bedeutende Erhöhung des inneren Preisniveaus zu hintertreiben, so tvärc damit besonders die Steigerung der französischen Ausfuhr und die Belebung des Fremdenverkehr? bestimmt erreicht. DaS letztere ist besonders deshalb wichtig, weil im kommenden Frühjahr in Paris die Weltausstellung eröffnet wird. Entscheidende Bedeutung Ivird natürlich die Gestaltung des r e a I c n Arbeitslohnes haben, der durch die Währungsreform Gefahr läuft, eine tatsächliche Senkung zu erfahren. Hier, ebenso tvie gegenüber den tatsächlichen Einkünften der Kleinrentner und Pensionäre, wird alles davon abhängcn, bis zu welchem Grade die Regierung in ihren Maßnahmen gehen wird. Bergbau Lebensmittelindustrien Chemische Industrien Papierindustrie Textilindustrie Roheisen mw Stahl Automobilindustrie Bauindustrien Verbrauch des elektr. Stromes Allgemeiner Jndustrieindex. durch Gewährung von Ausfuhrprämien die französische Ausfuhr energisch unterstützt. Aber alle diese Maßnahmen haben die Wirtschaftskrise nicht. zu heilen vermocht, weil ja sie nicht imstande waren, die eigentliche Ursache der Krise, nämlich das allzu hoho Preisniveau, zu beseitigen. Schließlich griff die Regierung Laval zur radikalen Deflation, deren Ziel nichts anderes war als das innere Preisniveau zu senken. Diese Politik, die sich vor allem in der allgemeinen Ge- chalts- und Lohnsenkung ausdrückte und die zu einer großen Erbitterung unter den Volksmassen fiihrte, hat aber ihr Ziel nicht erreicht. Gleichzeitig mit der Preissenkung in ter Industrie ist die Regierung Laval genötigt gewesen, eine wesentliche Valorisierung(Preiserhöhung) der landwirtschaftlichen Erzeugnisie durchzuführen, so daß die Last der Deflation sehr ungleichmäßig verteilt wurde. Bor allem hat die Deflationspolitik zu einer katastrophalen Vereisung des JnnenmarkteS geführt, ohne daß es ihr gelungen ist, bedeutende Erfolge auf den: Gebiete des Außenhandels zu erreichen. Die Negierung Blum hat mit der Deslationspolitik entschieden gebrochen und legte ihrem wirtschaftlichen Programm die Erhöhung der Kmiflraft der Bevölkerung zugrunde. Aber diese neue Wirtschaftspolitik, die mit dem„Neuen Plan"(New Deal) des Präsidenten Rooseveü große Aehnlichkeit aufwies, führte zu einec E r-/ Höhung des inneren Preisniveaus. Der Mstand zwischen den französischen Preisen und den Weltpreisen wurde noch größer, wozu auch die entschiedene Preisstützung für die landwirtschaftlichen Erzeugnisie beitrug. Die neue Erhöhung des Preisniveaus fiihrte aber zu einer Verschlechterung der französischen Handelsbilanz, waS wiederum eine bedeutende MinderungderGoldbe stände nach sich zog. Bon Anfang August bis 18. September hat ' die Bank von Frankreich rund 2% Milliarden Francs in Gold verloren, so daß die Goldreserven der Bank sich auf 52.0 Milliaäen senkten(vergleiche Beilage zu Nr. 220). Wenn man von dieser Summe jene 8 Milliarden Francs abzieht, die gegen Ende dieses Jahres an England zur Abdeckung des kurzfristigen Kredites gezahlt werden : müssen, so verbleiben der Bank von Frankreich j etwa 50 Milliarden Francs, h. h. jene Goldre- ; ferve, die nach allgemeiner Meinung unumgänglich ! notwendig ist nicht bloß vom Standpunkt der Ber- teidigung des nationalen WährungSsystemS, sondern auch für den Fall außenpolitischer Schwierigkeiten. Unter diesen Umständen befand sich die Regierung Blum in, einer schwierigen Situation. Entweder mußte man zu der durch die ganze vorhergehende Erfahrung und durch die öffentliche Meinung verurteilten Politik der Deflation zurückkehren. Dies würde aber zu sozialen Konflikten schwerster Art führen, ganz abgesehen davon, daß die Deflationspolitik erfahrungsgemäß keine unmittelbare Besserung der Lage des Außenhandels mit sich brachte. Oder aber mußt« sich die "Regierung dazu entschließen, ohne die weltlvirt« schaftliche Position Frankreichs zu beachten- die Politik der Reflation, d. h. der Erhöhung der Preiserund Löhne energisch fortznsetzen. DaS wäre aber nur möglich, wenn die Regierung Blum sich zu einer weitgehenden Reglementierung und ,,Dirigierung" des ganzen Wirtschaftslebens entschlossen hätte, d. h. zu einer strengen Kontrolle über die Devisen, den Außenhandel und die Kapitalbewegung. Damit hätte aber Frankreich den Weg der.'.Autarkie", der Abschließung von der Weltwirtschaft, betreten. Man kann verschiedener Meinung darüber sein, ob nicht«ine. vorübergehende Selbstisolierung eine notwendige DurchgangSstuse auf dem Wege zum Ausbau einer sozialistischen Gesellschaft, und Wirtschaft sei. Tatsache ist jedoch, daß die Regierung Blum einen anderen Weg gewählt hat, nämlich den deS A n« schlussesan die W e l t tv i r t s ch a f t. ES handelt sich Lei der französischen Währungsreform nichtume ineisolierteA tz- wert un g, sondern um einen Anschluß der französischen Währung an die angelsächsischen Valuten(allignement de» mopnaieS). Die Vereinigten Staaten haben in der letzten Zeit«ine 1928 100 100 100 30 100 100 Wie man aus ist die Einfuhr der industriellen Rohstoffe und der Halbwaren im Jahre 1936 einigermaßen gegenüber der entsprechenden Periode von 1932, sowohl dem Wert eckS dem Gewicht, nach, gestiegen^ Dagegen muß man eine Abnahnie der Ausfuhr der Fertigfabrikate, sowohl dem Wert als dem Gewicht nach, feststellen. Die Steigerung der Einfuhr der industriellen Rohstoffe ist eine Folge der ansteigenden Jnnenkonjunktur. Ätzer eS ist der französischen Industrie nicht gelungen, eine entsprechende Absatzsteigerung auf den ausländischen Absatzmärkten zu erreichen. Einfuhr Ausfuhr Handels bilanz—6.121.019—3.781.906 Wie man sieht, hat sich die negative H a n d e l s b i l a n z, d. h. der Ueberschuß der Einfuhr über die Ausfuhr, im Jahre 1936 gegenüber der entsprechenden Periode des Jahres 1935 um rund 60 Prozent vergrößert. Diese Verschlechterung der Handelsbilanz ist«ine der wichtigsten Ursachen für die französische Währungskrise gewesen, die die Regierung Blum schließlich zu der letzte» Währungsreform gezwungen hat. In der folgenden Tabelle ist der französische Außenhandel in den ersten acht Monaten 1936 nach den drei großen Warcngruppcn dargestellti Außenhandel Frankreichs Jänner—August 1035 und 1030. 3n a r x i st e n, der sich mit marxisüschen Arbeitern solidarisch fühlen, ihnen so uneigennützig beistehen würde I Dass>vir sie nicht haben, ist fiir uns Deutsche eine wahrhaft nationale Katastrophe I Selbstmordversuch im Mietauto. Am 2. Oktober nach 20 lihr mietete ein unbekannter Mann auf dem Räinisft Republikn in Pilsen den Chauffeur Loses ValiS zu einer Autofahrt nach Dobka- ny. Bei der Gemeinde Schloivitz brachte sich der unbekannte Reisende im Auto aus einem Trom- melrevolver eine Schußwunde an der rechten Schläfe bei. Der Chauffeur brachte ihn in das Pilsner Krankenhaus, wo festgestellt wurde,- das; das Projektil im Kopse stecke» geblieben war und daß die Verletzung lebensgefährlich ist. Dse Identität des etwa 24jährigen Mannes konnte noch nicht sestgestellt werden. Er sprach in einem slowakischen Dialekt und gab an, seine Personalausweise vor der Tat zerrissen und weggeworfen zu haben. Die Nachforschungen nach seiner Identität wurden ausgenommen, da er verschiedene Namen angab. Die genieingefährliche Frau Luner. In der Verhandlung am Freitag ivurde u. a. auch ein sehr bezeichnender Brief Edmund Luners verlesen, in dem er der Frau schreibt, datz er nicht loeiter mit ihr zusammenleben könne, ivenn sie sich zu solchen Exzessen Hinreigen lasse. Sie machte ihm daraus in einem Brief Vorwürfe, das; er nur„tierische Liebe" zu ihr empfinde, weiter heisst es darin,„Die Augustin»ms; der Blitzableiter sein". Daun erstattete der Psychiater Dr. Dimitz sein Gutachten. Er meint: Cha» ratteristisch für die Luner ist vor allem, dah sie trachtet, die Menschen ihrer Umgebung um jeden Preis in ihre Gewalt zu bekommen, charakteristisch für die Frau sind auch ihre wiederholten Selbstmordversuche, die mehr oder weniger ernst gemeint waren; ihre grausame Sucht, ihre Mitmenschen zu quälen, ist aus ihren abnormalen erotischen Empfindungen zu erklären. Der Psychiater hält sie für eine„gemeingefährliche P e r s ö n l i ch k e i t". Zu Beginn der samstägigen Verhandlung erklärte sich die Luner bereit, das„Geheimnis i h r e r E h e" zu lüften. Bezeichnend ist auch die Aeuherung der Luger, die sie einem psychiatrischen Sachverständigen gegenüber machte, nämlich, daß eine Hausgehilfin, die sich von ihr die erste Misshandlung gefallen laste,„verloren" sei. Nur einem ihrer Dienstmädchen hätte sie nichts getan, und zwar derjenigen, die sich gleich beim erstenmal gegen sie-gewehrt habe. In ihren Enthüllungen über ihre Ehe erklärte sie dann, das; ihr Mann absolut nicht von ihr beherrscht worden sei, sondern dah im Gegenteil er sie vernachlässigt und elend behandelt habe. Wenn ein Kind mit dem GaShahn spielt. In der Gemeinde Kreutzlinden(Oesterreich), sind die 29jährige Private Rosa Schweizer und ihr dreijähriges Kind durch Leuchtgas vergiftet äufgesunden tvorden. Es wurde festgestellt, dah das Kind mit der Gasleitung spielte und so seinen svtvie seiner Mutier Tod verursachte. Die Zahl der Todesopfer bei der Schlagwetterexplosion in L ä B o u v e r i e hat sich im Lause des Tages auf sechs, die Zahl der Verletzten auf 33 erhöht. Die Rettungsarbeiten für die zivälf Bergarbeiter, die noch in dem Unglücksstollen eingeschloffen sind, blieben bisher erfolglos. Es gilt'als zweifelhafte dah sie noch lebend geborgen werden können. Erforschung einer gallischen Stadt in Mähren. Die Forschungsarbeiten in Stars Hradisko im Bezirke Prossnitz, die von dein staatlichen archäologischen Institut und dem mährischen Landesmuseum gemeinsam’ unternommen werden, sind bereits wieder in vollem Gange. Es handelt sich bereits um die dritte Forschungskampagne, die der grohen gallischen Stadt gewidmet ist, die in den Drahaner Bergen zu Beginn unserer Aera bestanden hat. Im heurigen Jahre wurden die Arbeiten, in den vor der Stadt gelegenen Festungswerken, die ihren Höhepunkt in der Oess- nung des Haupttores hatten, beendet und die Forschungsarbeiten in ber inneren Stadt begonnen werden, wobei gleichzeitig auch die Befestigungen in der inneren Siadt, oberhalb der ab- schiistigen Abhänge durchforscht werden. Die diesjährigen Forschungsarbeiten haben bereits eine Reihe von Hütten freigelegt, von denen die interessanteste die eines Handwerkers ist, die ein reiches Inventar an Werkzeugen und keramischen Arbeiten austveist. Die Arbeiten werden noch bis zu Anfang November andauern, worauf die diesjährige- Forschungskampägne. abgeschlossen wird: um das gewonnene Material zu verärbeiteN'imd, für eine Ausstellung vorzuberekten."’■ Am ungeschützte» Bahnübergang. Freitag vormittag» wurde auf einem ungeschützten Bahnübergang bei der Station Hankoviee(Karpathorußland) das Fuhrwerk eine» Landwirtes von dem Motorzug Volovce—Svalava erfaßt..Die beide» Pferde wurden getötet und da» Fuhrwerk zertrümmert. Von den Insassen des Fuhrwerkes wurde eine Frau ernstlich verletzt und mutzte ins Krankenhaus nach Muka- öevo übergeführt werden. Da» Unglück, hatte der Eigentümer des Fuhrwerkes durch feine Unvorsichtigkeit verschuldet. ' Erdbeben in der Steiermark. Kurz üot 17 Uhr wurde in Graz ein starkes Erdbeben verspürt, das sechs Sekunden dauerte. Von dem Nahbeben wurde nicht nur Graz und Umgebung, sondern auch die Nordost-Steiermark betroffen. Seit dem Laibacher Erdbeben vom 14. April 1895, in das auch Graz einbezogen war, war kein so-starkes Beben wahrzunehmen. Besonders in den oberen Stockwerken der Häuser tvurden die Bewohner durch das Krachen des Mauerwerkes, der Fuss- böden und Decken in Angst und Schrecken versetzt. Der Seismograph des physikalischen Institutes dec Grazer Universität wurde durch die Heftigkeit des Bebens demoliert, so dah an ihm Richtung und Dauer des Bebens nicht abgelesen werden konnten. In Judenburg und in anderen Orten stürzten Kamine ein und es wurde das Mauerwerk mehrerer Häuser beschädigt. In Obdach wurden Personen durch herabfallendes Mauerwerk verletzt. In Graz scheint niemand verletzt worden zu sein. Auch an den Gebäuden wurde kein nennenswerter Schaden angerichtet. Sieben Tote bei. einem Eisenbahnunglück. Samstag vormittags ist zwischen Rieft und Con- iigliano(Mittelitalien) ein Güterzug mit einem Personenzug zusammengestohen, wobei sieben Personen. getötet und 38, davon fünf schwer, vedletzi. wurden. . Ein Dampfer gescheitert. Der Küstendampfer„Kashima Marn", ist an der Südkiiste von Korea, gescheitert, wobei 60 Reisende mW, vier Mann der Besatzung den,Tod in den. Wellen sanden. Bei dem schweren. Unwetter, welches zur Zeit des Schiffsünterganges herrschte, war.«S nur möglich, acht Personen vom Ertrinkungstode zu retten. sästig sind,, die Japaner dnrstellten. Nunmehr arbeiten die Kameraleute im Hafen von Varna, ivo in diesen Tagen unter der Teilnahme bulgarischer Wachischisse die Seeschlacht gefilmt werden wird. Um den zweiten Preis. Wie aus Abereorn In Siid-Rhodesia berichtet wird, ist dort am Samstag der Flieger Clouston eingetrosfen, der an dem Lustrennen England—Johannesburg teilnimmt. Clouston ist bald darauf zum Weiterflug gestartet und hoffte, noch Samstag abends in Johannesburg einzutreffen, lvvdurch.er den zwei» teil Preis in diesem schwierigen Rennen gelvin» neu würde. Der Filmschauspieker Harr» Baur wurde bei einem Autounglück verletzt. Es scheint jedoch, datz das Befinden des Künstlers keinen Anlas; zu Besorgnis gibt. Die Belgrader Rundfunk-Sendestation wird um 20 KW verstärkt werden. Man denkt auch daran, die Station auf 100 KW zu verstärken. Bei den AufrüumungSarbeiten in Toledo sano n;an in den Grüfien.dpr Kathedrale 18 Bilder des berühmten Malers El Greco wieder, darunter-da» weltbekannte Gemälde„Christus von den Häschern entblößt". Man hatte die Kunstwerke schon verloren geglaubt. Telephon-Zunahme dokumentiert Besserung der Wirtschaft. In der ersten Hälfte des lausenden Jahres hat sich die Zahl der Telephonabonnenten in der Tschechoslowakei um 2144 erhöht, im Vergleich zur gleichen Zeitperiode de» Vorjahres(901) also verdoppelt. Die im Vorjahr erfolgte Herabsetzung der Telephongebiihren hat daS Interesse für da» Telephon allgemein.erhöht, lvas nicht nur in dcrstet» an- lvachsenden Zahl der n e u e n A b o n n e n t e n, sondern auch in dem starken Rückgang der Telephon-Kündigungen znm Ausdruck kommt. Besonder» erfreulich. ist. dar im Telephonnetz außerhalb Prag» festzustellen, wo die tatsächliche Zunahme der Hauptstationen nach Abrechnung der ausgelassenen Stationen bi» zu.60 Prozent de» Gesamtzuwachses gestiegen ist, toährend in der gleichen Zeit de» Vorjahre» die stärkere Verbreitung des Telephons eigentlich nur in Pxag festgestellt wurde. Der Erfolg ist nicht nur aus die vorjährige Propagaudaaktion, die in einer Reihe von Städten und gröberen Gemeinden durchgesührt wurde, zurückzufiihren, sondern auch auf die B e s j e- rung der wirschaftlichenSitua- t i o n, die vor allem in einigen Industriezentren Neuanmeldungen von Telephonstationen und die Erneuerung der aufgelassenen Stationen mit sich gebracht hat. Am meisten wirkte sich die wirtschaftliche Besserung auf den Zuwachs vonNeben- ft a t i o n e n ans, deren Zahl Ivährend der Krise um 10.000 verringert wurde. Noch im ersten Halbjahr de» Vorjahre» wurden 2100 Nebenstationen gekündigt. Heuer sind dagegen zum erstenmal nach drei Jahren in den ersten sechs lNonaien 888 neue Neben- siationen angemeldet worden. Auch die Zahl der Privatanschlüffe, die mit dem Staatsnetz in Verbindung stehen, ist um 8812. Stationen" gestiegen, wa» ebenfalls einen Beweis fiir die Besserung der Wirtschaftslage daxstelli. Mit den privaten Telephonanschlüffen hat sich die Zahl der Telephone um 6489 erhöht, so datz die Zahl aller Stationen Ende des ersten Halbjahre» 1986 in der ganzen Tschechosloivakei 196.647 betrug, wa» eine Telephondichte von 12.9 Stationen aus 1900 Personen der Bevölkerung darstellt. Preisausschreiben für wissenschaftliche Arbeiten. Au» dem Ertrage des von der. Ersten Böhmischen Wechselseitigen Versicherungsanstalt(vom Jahre 1827) zu Ehren de» zehnjährigen Bestände» der Republik gegründeten Fond»" j wird Ende diese» Jqhre» ein'Ehrenpreis von 8000 Ai für eine ftche» 1 choslowakische wissenschaftliche Arbeit oder Entdeckung auf dem Gebiete der M e d i z, i n, Gesundheitspflege, Volkswirtschaft oder de» Versicherungsrechtes erteilt., . Die in Betracht kommenden. literarischen?lrbeiten einer Mutter Was» Ich-Dir"geben kann, kommt nicht von mir; Wär' e» auch mehr— e» käme stets von D i r. Mehr als Du gabst, geb ich Dir nie zurück; Vielleicht schafft dieser Vorsprung erst Dein Glück: Zu wissen, daß er uneinbringbar ist, Ob dankbar ihn mein Wunsch auch oft durchmißtl. Ich zinse große Schuld mit Keiner Gabe, Nichts habe Ich, was ich von Dir'nicht habe. Und freut Dich eiumal, was Ich wiederbringe, Und hebst Du segnend Deine guten Hände, So nähr'ts an meinem Baum die Lebensringe Und meine Schuld an Dich wächst ohne- Ende. E. F. kann der Preis auf zwei derartige Arbeiten aufgeteilt werden. Die Entscheidung steht dem Ver- walftmgSrate zu, welcher sich eventuell Gutachten., wissenschaftlicher Fachleute einholen wird. Die Anmeldungen mit dem Belege über die tschechoflowaki- sche Staatsangehörigkeit der Bewerber sollen spätestens bi» 80. November d. I. dem VerwaltungS- rate der genannten Anstalt in Prag II., Späleni 24, borgelegi werden. Da» Ministerium für Post, und Telegraphenwesen gibt auf eingelaufene Anfragen bekannt, datz dievorjährige Dezember-Rnndfunk-Propaganda- akiion Heuer nicht wiederhblt werden wird. Es hätte keinen Sinn, den Ankauf von Radioempsangs- apparaten und die Anmeldung von Radiokonzeffionen bis zum Dezember zu verschieben, weil diejenigen, die die Radiokonzeffion Heuer erst im Dezember anmelden werden, keine besonderen Vorteile genießen werden.(Vom Ministerium für Post. und Telegraphen.) DaS Ministerium für öffentliches Gesundheitswesen und Körpererziehung besetzt mit Gültigkeit vom 1. Jänner 1987" an der Masartsk-StaaiSschule fiir Gesundheitspflege und soziale Fürsorge in.Prag zwei Stellen-von SanitätSinstruktorinnen, welche diplomierten Pflegerinnen mit mehrjähriger Krankenhaus- oder Sozial-Gesundheitsfiirsorge-Praxis Vorbehalten sind. Die näheren Einzelheiten setzt der im„Amtsblatt der Tschechoftowakischen Republik" ausgeschriebene Konkurs fest. Gesuche sind spätesten» bi» 10. O k i o b e r d, I. an das Ministerium für öffentliche» Gesundheitswesen und Körpererziehung in Prag zu richten. Unter dem Randeinfliijj eine» Hochdruckgebietes, daS sich vom Norwegischen Meer bis zu den Alpen erstreckt, hat sich das Wetter am Samstag stellenweise etwas gebessert und die Feuchtigkeit des vorherrschenden Nordwindes hat fast durchwegs abgenommen. Auf den Kämmen des Riesengebirges, de» Gesenkes und der Beskiden hat e» allerdings noch geschneit. Mit einer. weiteren Wetterbefferung fit noch nicht zu rechnen, wenngleich eS sich am Sonntag ein wenig erwärmen dürfte. Eine neue tiefe Luftdruckstörung, welche über Finnland gegenwärtig südostwärts fprtschreitet, wird voraussichtlich schon zu Beginn der nächsten Woche wieder veränderliche», unfreundliches und windiges Welter bringen. Auch die Temperaturen werden allmählich wieder sinken, da hinter der ertvähuten Störung eine neue Kältewelle vom Polarmeer her vordringt.— Wahrscheinliches Wetter von heute: Bei nordwestlichem Wind zwar meist ein wenig wärmer, im allgemeinen- jedoch Andauern de» unbeständigen Witterung»- charakters; wechselnd bis vorwiegend bewölkt, strichweise Schauer.— Wetteraussichten für Montag: Veränderlich, windig, Schauer, später-wieder Abkühlung vom Norden her. Vom Rundfunk tatMttanswortas mm 4m Stwimmmi Montag: Prqg 7: Orchesterkonzert FOK, 10.08: Deutsche Presse, 11.88: Tanzmusik, 12.10: Slowakische Volkslieder, 18: Alban Berg: Lieder. 18.85: I. S. Bach: Suite C-Dur Violoncello, 16:10: Musik aus Operette„Abgeblasen" von Jankovec, 17.88: Klavierkonzert, 18.10: Deutsche Sendung: Generalsekretär Leppin: Fiirsorgeeinrichtungen de» Bunde» der KriegSverletzten, Witwen und Waisen, 18.20": Aetherzeittyig. 18.88: Gertrud^Frank: Aus der Tätigkeit der deutschen Jugendfürsorge, 13.48: Deutsche Presse, 19.80: Au» dem Äaftonaltheqter: Wagner: Der fliegende Holänder,-22.40: Deutsche Presse. Sender Lr 14.20: Deutsche Sendung: Bon der schönen Rosamunde, von Fontane, 14.80- Deutsche Presse, 18.10: Blechmusik von Benes.— Brünn 17.40: Deutsche Sendung: Anni Moder: Wie koche ich schnell und billig.— Prehbnrg 17.25: Liederkonzert, 22.48: Tanzmusik.— Kascha« 12.05: Dvokäk: Slowakische Tänze.— Mährisch-Ostrau 12.85: Mittag»konzert, 18.10: Deutsche Sendung: Arbeitersunkr Hauptmann: Arbeit und Wirtschaft In Mähren-Schlesien,— Klavierkompositionen für Kinder. DIenbtag r. Prag, 10.05: Deuftche Presse, 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 11.05: Rundfunk fiir deutsche Schulen, 12.10: Tanzmusik, 17.10: Für die Lügend, 17.80: Schubert: Geigenquarteit, 18.10: Deutsche Sendung: Chefredakteur Albrecht: Wirtschaftliche» Relief, 18.20: Kammermusikkonzert, 18.55: Kulturbericht vom Tage, 22,25: Burign: Geigenquartett. Sender Ht 7.80: Populäre» Konzert, 14.18: Deutsche Sendung: I. S. Bach: Äoid- bergvariationen, 14.80: Deuftche Presse, 18: Schrammelkonzert.— Brünn 17.40: Deutsche Sendung: Arbeiters«»»!: Soziale Informationen, Jurda: Problem der Sorge- nm die Arbeitslosen, 20.10: Musik-Soirt vor 150 Jähren:— Prehburg 16.10: NachmittagSkonzert, 22.80: Tanzmusik.<— Kascha« 11,05:. Schallplattenkonzert, 12.05: Chanson». . 12.25: Mittagskonzert.—■ Mährisch-Ostrau 17: Lieder von Kunce, 21.20: Leichte Mpsikt?" nf' Der Film Port Arthur, dessen Interieurs auf dem Barrandow gefilmt wurden, tvirb in Ostbulgarien beendet. Bei der.Stadt Schumen wurden Schlachtszenen gedreht, bei denen-ungefähr 2000 bulgarische Soldaten aller Waffengattun gen, die Russen und einige hundert Tartaren,. die. in einem Dorfe, in der Nähe von Schumen an» müssen gedruckt herausgegeben sein. Gegebenenfalls 9fr. 231 Sonntag, 1. Oktober 1936 Seite 7 DMsEtscKaft und 8osiatpoiM Die gemeinsame Landeszentrale gegen Angriffe auf die Arbeitslosenunterstützung Die gemeinsame Landeszentrale der Freien Gewerkschaften befaßte sich, in ihrer letzten Sitzung mit wichtigen wirtschaftlichen Fragen, vor allem mit den Bortehrungen, die gegen die Teuerung getroffen wurden. Mit Rücksicht auf die Abwertung des Franc, wie auch der Abwertung in anderen Ländern, in welche wir exportieren, spricht ste die Forderung aus, daß die Regierung die Bestrebungen nach einer Stabilisierung der Währungen unterstütze und Vorkehrungen treffe, um den Export zu sichern uird einem Preisanstieg auf dem Jnlandsmartt zu begegn e n. Am Zusammenhang damit wurde konstatiert, das; der tschechoslolvakische Export nicht nur unter der Preisspanne leidet, welche durch den höheren Wert unserer Währung auf de» Auslandsmärkten verursacht wird, sondern auch durch den Mangel an Handelsver träge n und durch verschiedene Zollvorschrif- r e n, durch Devisenvork ehrnngcn und Kontingente. Die gemeinsame LandeS- ,zentrale stellt eine Reihe von Forderungen auf, Sie' auch auf einen entsprechenden Ausbau unseres ExportinstituteS abzielt, welches leider infolge unzulänglicher Mittel seine Tätigkeit nicht so entfalten kann, wie eS notwendig wäre. Der Zentralrat genehmigte die Forderungen, welche die Zetrale inbczng auf die Regelung der S p i r i t u s w i r t s ch a f t vorlegt und in welchem eine gerechtere Aufteilung der Produktionsanteile und der Schutz der Rolleltivver- träge verlangt wird. > Am Detail befaßte sich dann die Sitzung mit den Vorschlägen des Finanzministeriums in bezug auf eine Reform der staatlichen A r b e i ts- los en f ü r s o r ge. Die Zentrale hat keine Einwendungen gegen begründete Reformanträge, die sich auf eine Kontrolle der Arbeitslofensürsorge beziehen. Entschieden muß sie jedoch dagegen protestieren, das; einzelne Fälle verallgemeinert werden, in.welchen oft durch die Schuld von Gemeinde- oder Bezirksämtern das Gesetz miß- üraucht ivurde. Mit Entschiedenheit mutz sie gegen die Anträge protestieren, in welchen gefordert wird, daß die U n t e r st ü tz u n g in der Weise an die Stelle des Lohnes trete,daß eine Verpflichtung zur Abarbeitung der Unterstützung auserlegt werden würde. Dieses Ansinnen ist austerordentlich unsozial. Wenn tatsächlich Arbeit vorhanden ist, muh'gefordert werden, daß sie den Arbeitslosen gegen entsprechenden Lohn zugetellt wird und sie aus der Unterstützungsaktion äusscheiden., Es geht aber nicht an, den Lohn durch eine Unterstützung zu ersetzen. Die Anträge, in welchen die Einwendungen und Forderungen der Gewerkschaften in bezug auf die Arbeitslosenunterstützung enthalten sein werden, wurden genehmigt. GroBe Mangel In der russischen Holzwirtschaft meldet die„Leningradskaja Pravda" vom 16. September. Sie stellt fest, dast die beiden größten Holztruste Lenles und Lespronrtrest sehr schlecht arbeiten. Sie schulden dem Lande einige Hunderttausend Kubikmeter Holz. Der LenleS-Trust sollte im dritten Quartal dieses Jahres 856.666 Kubikmeter Holz liefern, hat aber nur 188.666 geliefert, das sind nur 21.5 Prozent des festgesetzten Planes. Noch schlechter ist es mit der Ausfuhr bestellt. Zum 16. September d. I. war der Plan durch den Lenles-Trust erst zu 19.8 Prozent' erfüllt. Ja, an einigen Punkten sei der Plan überhaupt erst zu 1.5 bis 6 Prozent erfüllt. Die Schuld an diesen Mißständen fiihrt die„Leningradskaja Pravda" darauf zurück, daß es an Maldarbeitern fehlt. So klagt z. B. der LenleS- Truft darüber, daß ihm anstelle von 8566 Holz-' fällern mir 1166 zur Verfügung stehen. Der Artikelschreiber wendet sich gegen die Parteiorganisationen, die für die Wichtigkeit der Holzwirtschaft des Landes nicht das richtige Interesse aufbringen, und fordert das Einsetzen von Stacha« nolvzen, um die Produktivität bzw. die Arbeitsleistung zu steigern.(S) Zusammenarbeit der Exportlmtftute der Kleinen Entente*L8nder Belgrad. Die„Breme" veröffentlicht unter dem Titel„Bor wichtigen Beratungen in Bukarest"«in Interview mit dem Generaldirektor der tschechoslowakischen Exportinstituts M a t c j ö e k. Diesem zufolge ist«S bisher zwischen den einzelnen Exportinstituten der'Staaten der Kleinen Entente zu keiner Zusammenarbeit gekommen, ihre Shsteme, Richtungen und Ziele sind so ungleichartig, dast sie bei den bevorstehenden Bukarester Beratungen einander angepastt iverden sollen um der Entwicklung der Staatei» der Kleinen Entente dienen zu können. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit hält Generaldirektor Matijiiek regelmäßige Konferenzen von Bertretern dieser J>»stltute für erforderlich soivie den Austausch von Verzeichnissen der Exporteure und Importeure, von Adressen unbekannter Firmen, die Organisierung von Exkursionen und Ausstellungen, fachgemäße Beschreibungen einzelner Warengättun» gen u. ähnl. Am ersolgreschsten könnte die Zusammenarbeit durch Schaffung ständiger Vertretungen aller Exportinstitute der Staaten der Kleinen Entente in allen Hauptstädten der Kleinen ENtente gestaltet werden, von denen jede so»; wohl mit' ihrem Institut als auch mit den Exporteuren des betreffenden Landes in Verbindung stünde. Diese Vorschläge wird die Tschechoslowakei am 5. Oktober bei den Beratungen in Bukarest machen. Der Außenhandel der Sowjetunion. Nach amtlichen russischen Angaben betrug der Umsatz des Außenhandels der Sowjetunion in den ersten sieben Monaten 1636 1.487,825.666 Rubel gegen 1.391,756.666 Rubel in der gleichen Periode des Vorjahres. Der Export betrug 726,148.666 Rubel u. der Import 761,182.666 Rubel, zeigte somit ein Pastivsaldo von etiva 35 Millionen Rubel. Die Passivität des russischen Außenhandels im kaufenden Jahre ist auf die gesteigerte Einfuhr auS Deutschland und der Tsche- choslowakei infolge des Kreditabkommens zurück« zuführen. Arbeitslosenlager in Japan. Die sechs grötz« ten japanischen Städte haben die Einrichtung von Arbeitslagern für Arbeitslose unter 35 Jahren beschlossen. Die Arbeitslosen sollen dort eine Vorbildung für gewisse Berufe sowie eine allgemeine Ausbildung erhalten. U. a. sollen die Beteiligten bei der Durchführung von staatlich geförderten Notstandsarbeiten Beschäftigung finden. Die Lehrgänge dauern sechs Monate. Die Arbeitslosen erhalten kostenlos einheitliche Arbeitskleidung; dagegen sollen sie grundsätzlich ihre Beköstigung aus ihrem Verdienst bestreiten. Der Staat beabsichtigt, diejenigen, die sich selbständig zu machen wünschen, zu unterstützen und ihnen gegebenenfalls Geld vorzuschießen, wenn sie eine geeignete Arbeitsmöglichkeit finden. Zur Förderung und Durchführung dieses Planes stellt das Schatzamt die zur Bezahlung des lkntercichtspersonüls, der Lagermiete u»»d die für die ersten Einrich- tuugSkosten erforderlichen Mittel zur Verfügung; eS trägt ferner die Hälfte der Unterhaltskosten. Frankreich und die Sowjetunion.(Ru.) In der letzten Zeit dringen in die französische Oef- sentlichkeit Gerüchte über eine bestimmte Lockerung der Beziehungen zwischen Moskau und Paris. Was an diesen Gerüchten wahr ist, läßt sich schwer feststellen. Bezeichnend ist allerdings die Tatsache, daß alle diese Gerüchte aus dcit Rechtskreisen stammen. Jedenfalls ist es notwendig, diese Informationen zu registrieren. So läßt sich neuerdings wieder„Echo dePariS" auS Genf durch Pertinax telephonieren: Der Pakt zwischen Rußland und Frankreich ist bekanntlich am 2. Mai 1983 unterzeichnet worden. Etwas später sei Laval in Moskau, im Gespräch mit Stalin, darauf eingegangen, daß zwischen den beiden Generalstäben ein ständiger Kontakt stattfinde. Laval soll dabei den Wunsch geäußert haben, daß vorher militärische Verhandlungen zwischen Prag und Moskau stattfinden. Seitdem sei jedoch nichts Praktisches geschehen. Es haben auch keine Verhaudlungen zwischen der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Rumänien stattgcfunden. Die beiden letzteren Staaten wollten angeblich ohne Frankreich keine militärischen Verhandlungen mit Moskau führen. Andererseits legt man auch in Moskau in der letzien Zeit weniger Wert auf diese Verhandlungen, weil man einsehe, daß ohne Frankreich sie keine Bedeutung hätten. Hinter den Kulissen der Abwertung.(Ru.) Wie man der- Pariser Presse aus London meldet, soll dec Schwerpunkt der der französische»» Abwertung vorangegangenen Verhandlungen in London gewesen fein. Bereits Anfang Juli habe angeblich der Finanzattachö bei der Londoner Botschaft Frankreichs, M o n i c q u e, ein überzeugter Anhänger der Abwertung und ein intimer Freund von Paul Reynaud, der ja seit Jahren die Notwendigkeit der Abwertung gepredigt hat, dem Ministerpräsidenten Blum einen ausführlichen Bericht darüber eingereicht. Bald darauf habe Blum in London eine Unterredung mit dem englischen Schatzkanzler, Neville Chamberlain, gehabt, in der bereits über die Einzelheiten der finanzpolitischen Abmachung zwischen London'und Paris gesprochen wurde. Im Crgeb- Am 18. Jahrestage des furchtbaren Erdbebens von 1923 fanden in Tokio dieses Mal besonders feierliche Gedenkgottesdienstc statt. Hier gibt der Bürgermeister der Stadt Tokio das Zeichen für ihren Beginn. nis dieser Besprechungen sei dann Monleques mit außerordentlichen Vollmachten nach Washington entsandt worden. MonicgueS sei nämlich auch eng mit dem amerikanischen Finanzminister Morgenthan verbunden. Auch Paul R e n n a u d soll bereits damals zu den Verhandlungen zugezogen worden sein und eine amerikanische Reise unternommen haben,»in» die New»?)orker Finanzkreise günstig zu stimmen. Später soll allerdings Rehnaud nicht mehr hinzu- gezogen worden sein, er hat auch gegen den Ge« sebcntivurf über die Abwertung in der Kammer gestimmt. Auch der bekannte britische Regierungssachverständige auf dem Gebiete der Finaiizfrageu, Sir Frederick Leith Roß, soll'bei den Verhandlungen eine maßgebende Rolle gespielt haben. Gegen die Reiseminister. Auf Vorschlag Vincent Clarkes hat die Konferenz der K o n s e r» vativenParteiin Margate eine Resolution angenommen, in der es heißt: Die Konferenz konstatiert'mit Beunruhigung die Tendenz des Außenministers, sich die Funktionen von Berufsgesandten anzueignen. Im Interesse des Weltfriedens fordert die Konferenz nachdrücklich von der Regierung, diese Politik aufzugeben. Bei dieser Gelegenheit erklärte der Delegierte Clarke, er wolle Eden nicht kritisieren, er wolle nur das Land vor einem Vorgehen warnen, welches die besonnene Arbeit der Diplomaten durch ostentative Reisen und Zusammenkünfte ersehen lvill. Nach der Annahme der von Clarke eingebrachten Resolution wurde»» die Beratungen der konservativen Partei abgeschlossen. i Amerikas Feiertag ‘ gier Arbeit M. SB., Hollywood. Der erste Montag im September ist in Amerika der gesetzliche Feiertag der Arbeit, der Labor Day. Er gilt jetzt in allen Staaten und Territorien und wird überall festlich begangen. Die Form dafür sind öffentliche Umzüge, die Labor Para- des, wie sie genannt werden. Nach dem großen Wörterbuch von Webster ist dieser Feiertag voi» Staats Weges»„zu Ehren der Arbeiterklasse" gestiftet, nicht dank der politischen Macht der Arbeiterklasse in den Bereinigten Staaten(von einer solche»» zu reden, wäre noch nicht zeitgemäß), sondern- als demokratische Verbeugung vor d»e r Arbeiterklasse: Er ist nicht wie der erste Mai in den demokratischen und sozialistischen Staaten Europas von der Arbeiterklasse er- lämpft und später als S't a a t s feiertag eingesetzt worden, als welchen ihn auch die faschistischen Machthaber beibehalten, er ist vielmehr eins der vielen Mittel, die Amerika anwendet, um dem Arbeiter das Gefühl' zu geben, er sei ein völlig .gleichberechtigter Bürger. Das Wort Arbeiterklasse ist nicht beliebt in Amerika. Selbst in den Reden der sozialistischen Aufklärer wird davon sparsamer Gebrauch gemacht, was mit zu den Eigentümlichkeiten der amerikanischen Arbeiterbewegung gehört. Auch daS Wprt Proletariat, das in Europa bei allen sozialistischen' Parteien Scheidemünze de» Sprachgebrauches ist; wird in den Bereinigten Staaten kaum gebraucht. Beide- hat feine tiefen Ursachen. Bor allem die eine,, daß die Lebenshaltung des amerikanischen Arbeiters, verglichen mit der des europäischen, tatsächlich höher fst; dann aber .die' weit wichtigere,' daß der Arbeiter, der nach Amerika auswänderte, die Reise in der Hoffnung anträt,»drüben" Reichtümer-zu erwerben. Ehe er noch drüben war, begamr in seiner Seele schon die„Jagd nach dem Dollar", und tvar er einmal im Getriebe, dann verstärkte sich dieser Wunsch von Woche zu Woche, vom Lohnriicklage zu Lohnrücklage. Lebte er weiter, wie er eS von Europa her gewöhn: war; dann konnte er leicht Ersparnisse machen, leicht ein Grundstück auf Abzählung erwerben, das ihn erst an einen kleinen Umkreis band und dadurch mehr abhängig machte, später eil» Auto aus zweiter Hand, das ihn wieder freizügig machte. Eine dritte bescheidene Anzahlung und er wurde ihm sein Haus gebaut samt Badezimmer und Zentralheizung mit Gas. Und gegen kleine Wochenraten wurde ihm daS Haus eingerichtet. Das Ganze lief aus eine etwas höhere Miete hinaus. Aber im Handumdrehen war die Klassenlage des„Proletariers" verschicken.„Bin ich denn noch ein„Proletarier" mit.meinem Haus und Garten, mit mei»»em Badezimmer, mit meinem Auto?" So fragte er sich selbst innerlich und damit keimte in ihm das Gefühl auf, daß er im Aufstieg in dj'e Mittelklasse sei, in den„Mittelstand", wie das der tägliche Sprachgebrauch schon verwischend sagt. Daß man mit dem Mittelstand nicht Klaffenpolitik treiben kann, hat auch der europäische Sozialismus erfahren. So war die demokratische Verbeugung vor der Arbeiterklasse mit dem Labor Dah ein ausreichendes Mittel, in den Arbeitern, das Gefühl zu verstärken,.daß sie im Staate als Bürger und Arbeiter geachtet find, und sie blind gegen die Tatsache zu machen, daß auch in Amexua von 166 Dollarjägern höchstens einer oder zwei ans Ziel kommen, die große Masse aber auch in Amerika an die Scholle ihrer Klasse gebunden bleibt. Sieht man eine Labor Day-Päräde, so mengen ssch in die Freude des Betrachter» über den großen Aufmarsch auch solche Gedankcn und es wundert einen dann nicht mehr, daß diese Parade n mehr Schaugepränge als Demonstration find. Auch der Arbeiter Amerikas ist in erster Linie Amerikaner. Auch bei der Maidemonstration wird die amerikanische Flagge vorangetragen. Das ist das Ergebnis der öffentlichen Erziehung. Eine Nation, die seit ihre»» Bestand täglich auSländisihen Zuwachs bekommt, muß naturgemäß der Erziehung der zuströmenden Massen, der Erziehung zur Nation, zum Amerikaner eine viel höhere Aufmerksamkeit zuwenden als fertige Natio»»«n mit einheitlicher Sprache und alter Ueberlieserung, die sich auch in den Familie»» forterbt. Kaum einem andern Volk ist die Flagge so heilig, wie dem amerikanischen. Sie begleitet ihn buchstäblich vo>» der Wiege bis zum Grab: Kleine Schulklasse in Amerika ohne die Flagge. und auf den Friedhöfen stecken in dem ebenen Rasen, der die Leiber deckt, immer wieder kleine.amerikanische Flaggen. Sie sind häufiger zu sehen als Blumen in den in den Rasen eingelassenen Vasen. So waren denn auch in der Parade von Los Angeles ganze große Arbeitergruppen zu sehen, in denen jeder neben einem GewerkschastSsähnchen auch eine kleine amerikanische Flagge trug. Der Amerikaner liebt öffentliches Schauge- pränge.„Paraden" gibt es alle Weile. Im Juli waren es die„Elks", eine Art„Freimaurer" oder;,Schlaraffen", im August die Veteranen und im September! sind eS die Arbeiter. Da güt es der Konkurrenz ständzühalten. Den andern stehen reich«- Geldmittel zur Verfügung; die Arbeiter schalten die Liebe zur Sache ein. . Der Zug: Erst Mptorpoliziften. dann die amerikanische Flagge, dann ein entzückend hübsche» Mädchen in' einer seidenen Phantasieuniform, die den silbernen Stab de» MusikmaforS schwingt und mit ihm nqch hier beliebter Art jon- gliert. Sie fiihrt eine Musikkappelle an. Die Musiker trägen Stanley-Hüte. Exotisches Gepräge. Dann AutoS. Eines mit, dein Bürgermeister der wahrlich kein Soziälist ist. Dann folgen anderthalb Stunden lang die Mitglieder der einzel nen Gewerkschaften. Nicht gedrängte Massen, festzugartig aufgelichtet und viele in Kostümen oder mit besonderen Abzeichen- Gleich die erste Gruppe, die der Damenschneiderinnen,»narschiert iin Schutz von gleichen rote»» Sonnenschirme»» auf, dann kommt die bunte spanisch sprechende Gruppe, ihr folgen Hunderte mit den roten Schärpen der Gewerkschaft mit Goldaufdruck. Internationaler Charakter: Neger, Weiße, Mexikaner, Japanesen, Chinesen. Die Kappenmacher tragen gleiche Kappen. Hinter ihnen ein Mexikaner zu Pferd mit Lasso. Dann zur Abwechslung eine Negerkapelle. Da der Zug stockt, spielen sie eine»» Tapptanz aus und alles in den dichten Spalieren tappt mit.-. Und dann die lange Reihe der Festivagen. Die Ziinmerleute stellen sich mit einen» Haus in blauer Seide vor: Wir bauen die Kinoszencn. Die Musüer bringen einen bekränzten Bauernwagen mit einer Tiroler Bauemkapelle, die Filmschauspieler führen in ihren» Auto O'Vrien, James Cagney und andere Filmlieblinge zur Schau mit- Sehr gelungen tvar eine Varbierstube i»n Betrieb, ebenso die bildsame Darstellung des Wandels der Zeiten, die die Transportarbeiter mit einem Pferdegespann, mit einer voi» acht Maultieren gezogenen Landpost und mit einen» Riesentransportauto unserer Tage boten. Die Schiffsköche stellten einen Badestrand des Pazifik dar, von dem au» ztvei Nymphen iin Badekleid bunte Papierschlangen in die Spaliere warfen. Die Festwagen gaben dem Ganzen BollS- f e st a n st r ich und das war es, was den europäischen Maizügen z. B. seit' jeher gefehlt hat. Auf Indifferente wirken solche Züge sehr. Sie reißen mit. Das kann Europa lernen, die Amerikaner aber den Maffenae^nng, der völlig fehlte und der es ist, der das Schaugepränge zur bewußten Demonstration gestaltet, aus dex man dei» „Maffentritt der Arbeiterbataillone" heraushört. Aber es scheint, Amerika ist daran, auch das zu lernen' Die Not der Zeit tvird zum Lehrmeister. Seite 8 „Sozialdemokrat" Sonnt»», 4. Oktober 1938. Nr. 231" Wieder eine Kaffenkimckerbmwe. Dieser Tone wurden der 26jährige Arbeiter Aloi» F e I d aus PtelouL, dec B2jnöri(jc Miilleclehrling Franz Voci- öek und der 80jährige Raseur Friedrich Kodon» t e t, sämtlich arbeit»- und wohnnngSlo», verhaftet, die eine Einbrecherbande gebildet Saiten, die sich aufs AuSrauben von Genoffenschaftslassen spezialisierte. Anfang September batten sie aus der feuersicheren Kaffe einer Planer Genoffenschaft 9089 KC entwendet und am 24. September sielen ihnen sogar 13.000 Ke bei einem Einbruch in die Hände. Ferner figurierte eine Genossenschaft in Zbekno mit 8000 Xi, andere mit 2000 Xi und 1600 Xi unter den Ge- schädigten. Zualeich mit den Genannten wurde die 21jährige Zdeuka Kaöper aus Zijjkov, die Frau eines bekannten Einbrechers, der eben in Kartbaus eine Strafe verbüssi. und eine Verwandte des Feld fest« genommen, da sie beide diesem bei seinem Aufenthalt in Prag jedesmal Unterschlupf gewährt hatten. Die Verhafteten sind zum Teil geständig. Kohoutel war eben im August nach einer' siebenjährigen Kerkerstrafe entlassen worden. Um Kastanien. Der 18jährige Schüler Fan Se- besta, der gestern vormittags gegenüber seinem Hause in Zistov. Ohrada 9, auf einen Kastanienbaum geklettert war, um sich einige Früchte zu hoken, stürzte ao und erlitt eine» Bruch des linken Armes und eine Gehirnerschütterung. Die Rettungsgesellschast brachte ihn auf die Klinik Schlosser. Die Zunge durchschossen. In einer Filiale der Wassensabrik Lovina in Zijjkov arbeitete gestern vormittags der Angestellte Rudolf Petr, alsattS einem Tt ommelrevolver, mit dein fein Arbeitskollege daneben manipulierte, ein Schutz losging, der Petr ins Gesicht traf. Die Kugel drang ihm in die Mund- bähle, durchschlug die Zunge und blieb in der unteren Kinnlade stecken. Petr tvurde ins allgemeine Kran- ketthaus gebracht, das Verfahren eingeleitet. Ein praktischer Kurs der tschechischen Sprache findet an der Karls-Universität statt, für Anfänger jeden Dienstag, für Fortgeschrittene jeden Freitag von 5 bis 7 Uhr abends in den Hörsälen 201 und 200 in Prag 1., Smetanovo nämisti(8. Stock). Beginn am 13. Oktober.— Lektor- Jos Skrbinsek. bahnplakate sind gut; eines der besten ist da» der französischen Nordbahn: Eine riesige Magnetnadel, nach Norden weisend, über der Schienenparallble der Strecke. Bezwingend in feiner furchtbaren Realistik ist da» verstümmelte Gesicht eine» Kriegsverlebten; es lasst den Beschauer nicht wieder lo» und mahnt ihn unentrinnbar eindringlich, der Opfer-zu gedenken, vor deren Anblick Ihn schaudert. ld. Erste Arbeitervorstellung in dieser Spielzeit ist „G a b p"(Operette) am Sonntag, den 18. Oktober^'/ 2 3 Uhr nachmittag». Karten ab Dienstag bei Optiker Deutsch. Eine rührende amerikanische Geschichte. Die amerikanische dramatische Schriftstellerin Zoe Akin» hatte Erfolg mit etlichen ihrer Stücke und hat, wie un» da» Theaterbnlletin versichert, mit ihrem Schauspiel: ,,The old Maid", eine ganze Theater» ntseiHnoiteii Beginn 8 Uhr. Arbeiterverein Kinderfreunde, Ortsgruppe Prag. * Montag, den 5. d. M., im Parteiheim, Smeika 22, Elternabend mit Vortrag de».Genossen Dr. Gatt er mann über Der Dim Oer Kleina Lord Fauntlerovy Tie über England und Amerika hinaus bekannte Jugend-Erzählung von Burnett, die einen amerikanischen Jungdn vom englischen Grotzvater den Grafentitel erben und auf kindliche Art den demokratischen Geist Amerikas mit der stolzen Adelstradition l Englands versöhnen läßt, ist in Hollywood liebenr- würdig altmodisch verfilmt worden, mit jener Mischung von Rührung, Heiterkeit und Freude an guten Talen, die ein Jugendbuch alten Stils zum Erfolg machte. In dem neuen„Wunderknaben" Freddy Bartholemew hat man einen sehr geeigneten Darsteller für den kleinen Lord Fauntleroy.gefunden; denn da» Wunder diese» Knaben besteht darin, datz er ein frühreifer Gentleman ist, der sich in seine Rolle, mit ebensoviel Anstand zu fügen Weitz, wie der von ihm dargestellte kleine Lor» in die Wechselfälle de» Schicksal». Den grimmigen gräflichen Grotzvater sder mit der Zeit natürlich menschlich und milde wird), spielt Aubry Smith wie einen König Lear in Zivil, dem DoloreÄ Tö- st e l l o..in der Rolle der leidenden Mutter eine verkannte Unschuld gegenüberstellt, wie.sie im Buche steht.—ei»— Filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino t Krach im Hinterbaus. Porten, Elster.— Adria: Der kleine Lord Fauntleroy. A. — Alsa: Der grosse Ziegfeld. A.— Avion: Der erste tönende plastische Film in der Tschechoslowakischen Republik. Eins— zwei drei. Laurel& Hardy. A.— Bernnek:„Wie du mich willst". Greta Garbo. A.— Fönlz: Zirku». R.— Flora: Meuterei auf der Bounty. Laughton, Gable. A.— Gaumont: Vampir in Weitz. A.— Hollywood: Die Toni vom Ballett. D.— Hvkzda: Der kleine Lord Fauntlerov. A.— Juli»: Das Gätzchen zum Paradies. Hugo Neue Bacher Nernda in deutscher Spräche. F. W. Nielse n, über dessen„Buch in'Flämmen" wir vor kurzem hier berichteten, gab jetzt,im Selbstverlag ein neue» Buch „Jan Aeruda, Nachdichtungen" heraus und. lieferte dadurch neuerlich den.Beweis, wie meisterhaft er die tschechische Sprache.als deutscher Emigrant beherrscht. Teilte Nachdichtungen sind, wie er eingangs, erwähnt, stütz:Dank dem Land. in. dessen schützenden Grenzen eintest der heute verjagten,.wahren deutschen Kultur varübergehende Freistatt, fand. Diese Dankerstattung durch literarische Verdolmetschung ist.um so niehr zu tverten, al» es gewjtz eine schwierige Aufgabe war, NerudaS Gedichte inhaltlich getreu wie- derzugeben und dabei den Wohlklang und Rhythmus dec Verse beizubehalten. Nielsen ist. alle» die» gelungen. Da» Buch bringt link» da» tschechische Original, recht» die deutsche Ueberiragung, so datz man sofort Vergleiche ansiMen kann.. Man erkennt auf Grund dieser deutschen Gedichte, wie stärk'Nernda unter dem Einflüsse Heine» stand, inSbesoudere in den lyrischen Gedichten. Diese Lyrik, wie auch NerudaS Legenden, Balladen und Romanzen, welche hier so gut verdeutscht sind, werden dem deutschen Leser/ welchem besonder-/NerudaS„Kleinseitner Geschichten" /und seine sonstigen, kleineren Prosaarbeiten bekannt sind, ein Bild von dem dichterischen Können diese» Altmeister» entwerfen. Nielsen übersetzte auch Nernda» bestes soziale Gedicht„Weih- nachtrwiegenlied", dessen Verse von der Menschheitswende, die. noch. Nicht zu Ende ist. und von den grotzen Opfern, welche, der Liebe Lehren werden finden, ehe der Menschheit Fesseln, schwinden,, jetzt noch mehr als früher aktuell sind... r. i. . Säumiger Tod., Der Verlag Julin» KittlS Nachfolger(Mähr.-Ostrau-Leipzig) und Grete Reiner, salz Uebersetzerin).haben sich jdurch die Herausgabe dieser Erzählung^ de» Russen' Georgis Sch il.in au» einem Leprosenheim grotze» Verdienst erworben. Hier.siegt nämlich ein Roman, v.or, der Gary Eooper und Jean Artur in dem amerikanischen Film„Ein unerhörte» Ereignis". Kunst und Mssen. AerztlicheS Geheimnis. Das Prager Deutsche Theater hat's Fit geraumer Zeit stark mit der Medizin: Mit den„Menschen in Aeitz" hat'S angefan- gen. Und mehr damit als eNva mit dem„Arzt am Scheideweg". haben die Menschen in Rot-Weitz- Griin z,l tun, die jetzt an der Hand des leider nicht auf Ungarn beschränkten Herrn Ladislaus Fodor in der Kleinen Bühne unter Borantritt einer Aerz- tin am Scheideweg vorgeführt werden. Was Fodor ein Schauspiel nennt, ist eine Mischung von Komödie, Lustspiel, Drama, Gesellschaftsfatire und Milieustück, eilt ganzer BudapesterKrautstrüdel von ärztlicher Pflichterfüllung, weiblicher Nkännlichkeit, gescktlechtlichec Promisruität, erotischer Freundschaft unter Berufskollegen, Schtvätigeruug, Bildern aus einem Ordinationszimmer, halb ernst ztt nehmendem Gespräck,. halb tändelndem Geschwätz über „soziale Indikation". Und zum Schluss wird aus dem Dreieck, das ein Mann mit zwei Schwestern bildet, nicht nur ein Viereck, bei dem die Funktionen der vierten.Seite in Unklarheit gehüllt bleiben, sondern sogar eine„Lösung", die gerichtlich verfolgt werden mutzte, wen» sie eben nicht nur Budapester Theater toäre. Nicht zu leugnen, datz Fodor attch in diesem Fall wieder seine Geschicklichkeit erweist und im Heitern wie im Ernsten ein paar wirkuttgsvolle Szenen geschrieben hat. Und da die ganze Pastete in einundeinhalb Stunden aufgegessen ist, fühlt sich das Publikum leicht angeregt, ohne allerdings besonder» befriedigt zu scheinen. Die'Anregung aber stammt zum grossen Teil von der Aufführung. Walter Taub als Inszenator nimmt sehr richtig dem Stück alles Gewicht, so lange es mir geht; er sorgt für leichten Konversationston, für Moderato und Alle- gretio, und lässt damt im letzten,„fragische.it" Bild die Darsteller sich hinreichend auöfpielen. Und auch von diesen ist durchaus Gutes zu berichten. Esifa- beth Foth» hat Gelegenheit, zu zeigen, dass sie lvirklich einen Menschen überzeugend darstellen kann, ist beredt in der Mimik, spielt eiitzelne Stellen sehr eindrucksvoll; vielleicht wird man sich allmählich auch an ihren ungarischen Akzent gewöhnen; aber jedenfalls würde das erleichtert, wen» die Künstlerin sich einigermassen von ihrer gutturalen Sprechweise befreite. Herr S z u r o w y ist wieder gewinnend im Hin und Her zwischen EmpfindttngsanSdruck und leichtem Sinn, Marion W ii n f rfi e stark in ihrer drantatischen Szene. Siedler, Costa, Padlesak, Afritsch und nicht zuletzt Lotte Stein kiefern in grösseren und kleineren Ausgaben gute» Theater. L. G. Französische Plakate sind im Kunstge- w e r b e m u s e u m ausgestellt, an denen beispielhaft zu ersehen ist, worauf es beim Reklameplakat ankommt: Als Blickfänger zu wirken und einprägsam das Thema in Bild und Schrift auf die knappste Formel zu bringen. Viele der hier ausgestellten Plakate dienen dieser'Ausgabe vorbildiich und es ist sestzustellen, dass die künstlerisch gelungensten Bläfier immer auf die wirksamste Reklame machen. Beispiele dafür sind die gotemhaste Geld- schrankfigur„Fichet", grün mit schwarzem Schatten auf weisser Fläche, da»„Tripier"-Plakat mit dem stilisierten Kopf des Rennfahrer» Hinterm Steuerrad, die„Peugeot"-Reklame mit sausenden Antos unter schräg fliegenden Bättmen, das Tee- Plakat„Twining": Eine Schale Tee vor einem grossen rot-goldenen„T", da» dekorative Plakat de» Aqttarium» zu Monaco, die Reklame für die Odeon- Grammopbonvlaiten. Ausgezeichnet ist die Gas- Reklame: Auf riesiger schwarzer Fläche violett-blau schNjerud da» Wort..Gaz", ein arane» Leitungsrohr mit gelbem Stellhabn. darunter eine Terkeile in Rot— nicht» sonst. Auch die meisten der Eisen- salson da» Empire Theater in New Nock gefüllt. Die Premiere diese» Stückes, die im Ständetheater unter dem Titel:„Hlas krve" lDie Stimme de» Blute») am 2. Oktober stattgesunden hat, zeigte l eine rührende Familiengeschichte, die da» Schicksal zweier Schwestern vorführt. Die eine, ihrer' Liebe unsren, heiratet einen anderen, einen Reichen; die zweite Schwester wird von ihr auf eine romantisch grausame Ars verfolgt. Denn, sie hatte den verschmähten Liebhaber getröstet und diese». Trostwerk blieb nicht ohne Folgen. E» ist eine uneheliche Tochter da mtd um diese Tochter de» verschmähten Ge- RW-Genossen, Achtung! D o n n e r s t a g, den 8. Oktober: Pflichtabend Vortrag de» Gen. Dr. Franzek. liebten, der sich nie mehr hat blicken lassen, und der armen Schwester geht der. Kampf. Die reiche Glückliche vereitelt die Heirat der armen, gewinnt da» Herz de» Kindes und adoptiert endlich da» her- atigewachsene Mädchen, um es glücklich zu verheiraten, wobei da» Kind nie erfahren darf, datz die verbitterte, unschöne alte„Jungfer" seine leibliche Mutter ist.. Erst zu happy-end wird mit zarter Andeutung der Tochter der Weg zur Mutter gewiesen. Es ist eine etwas starke Zumutung, glauben zu machen, datz die„Stimme des Blutes" da» Kind de» verschmähten Liebhaber» zu der ungetreuen Geliebten zieht; als Andeutung einer-abstrakten Vermählung der beiden, wobei die leibliche Mutter nup den irdischen Leidensweg gehen darf.—Die- Kostüm- und szenische Ausstattung hat sich an die vorgeschriebene Zeitepoche von 1880 bis 1880 ange- lehnt, es fehlten keineswegs satirische Anspielungen'/ dasiir aber jediyede Logik. Frau Näskovä war eine komische Tante, die da» lose Leben in Pari» verkörperte, Frau Sejbalovä in der Hauptrolle war güt in den ersten drei Bildern— Frau Kronbauerovä versuchte sich mit Erfolg in einem anderen Fache. E» gab Szenen mit naiven Kranzjungfern und Kindern—, die Männer waren zu passiven Schwächlsttgen degradiert. m. i. Wochenspielpkan de» Neuen Deutschen' Theater». Sonntag 8: Die Meistersingervon Nsirn- be rg, D 1.— Montag 8^: Die neu giert- gen Frauen, Theatergemeinde der Jugend gemeinsam mit der Urania, Abonnement aufgehoben.— Dienstag 7Vs:DieKatzelätztda»Mausen n i ch t, Al.— Mittwoch 7^: Die ne u gi e- ri gen Frauen, Bl.—o Donnerstag 7¥r. Gaby, C 2.—Freitag 7H: Lump aeiv.a gabt! n d u s, D 2.— Samstag 7 fb: Erstaufführung: DieHofloge, C2.— Sonntag 7%: Sabal« ler I a ru st i e a n a— B a.j nzz o, D 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne, Sonntag 8: Mein Soh n, d e r'M i n i st.« r. 8: Aerztliche» Geh e im n i».— Montag 8: Bäumet st e r Sol netz, Bankbeamte I und freier Verkauf.— Dienstag 8: B a u m e i st e r Sol netz.— Mittwoch 8: Ärztliche» Geheimnis, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8: Menschen auf der Eis- k ch olle, volkstümliche Borstelltmg.— Freitag 814: A e r z t licheS Ge hei m n i S, Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Verkauf.—. Samstag 8: Aerztliche» Geheimnis.—. \ Sonntag 8: S a l z b u r g a u» v e r k a u f t, ! volkstümliche Vorstellung. Haa». Tsch.— Sinern« B.Th.i Journale, Grotesken. Reportage.,— Koruna, Aktuah-Theater: Journale, Grotesken.— llotva: Ein au tz e r g ern öhn li ch es Ereignis. Coopev. A.— Lueernar Jungfrauenklub. Fr.— Nietro:„Da» Komödiantenschiff.(Show Boat Vers. 1988.)— Passage; Ein' toller Einfall. D.— Praha: Geheimagentin Helene. D.— Radio: Drei Mäderln um Schubert. D.— Skaut: Meuterei, auf der Bounty. A.— Svktozor: Da» Gässchen zum Paradies. Tsch.— Alma: Savoj Hotel 217. Hans Alber». D.— Baikal: Meuterei auf der Bounty. A< — Belvedere: Dämon Weib. Jean Harlow. A.—. Beseda: Inkognito. D.— Carlton: Reiterpatrouille. Nach Langer.,Tsch.— Illusion: Meutecei^aufder Bounty. A.— Ltdo II.: Moderne Zeit. Ch. Chaplin. A.— Louvre: Rose Marie.— A. Ma» eeSka: Rose Marie. A.— Olympic: Drei Mäderln um Schubert. D.— PerSihn: Meuterei auf der Bounty. A.— Rozy: Drei Myderln um Schubert. D.— U Befvodu: Menschen im Hotel. A.— Bal- bei: Meuterei auf der Bounty. A.— Leletrhy: Drei Mäderln um Schubert, D. duz äer Partei Bezlrksorsanlsatlon Prag Montag, den 5. d. M., tun halb 8 Ubr im Parteiheim Smeöky 27, wichtige Sitzung der Exekutive. Frauenorganisation Prag, Achtung! Wir Mächen auf den.am Montag, den 6. d. M„ abends 8 Uhr im Parteiheim, Smeika 22, stattsindenden Vortrag de» Genossen Dr. Gattermann über ,,G e» sundheitspflegedesKinde»" aufmerksam und empfehlen allen Genossinnen den Besuch dieses Vortrages, . Vudnsnachdchten Wir veranstalten ab Sonntag, den 4. Okwber, ab 4 Ilhr nachmittag» auf der„Hetzinsel" die alljährlich stattfindenden Tanzstunden mit inserer Bruderorganisation der DTJ. Einschreibgebühr Xi 20.—,»et« ™ AU längerte Tanzstunde Xi 2.—'. Die verlängerte Tanzstunde findet ab 6 Uhr statt. Wir laden alle Mitglieder ein, wenigsten» die verlängertet: Tanzstunden zu besuchen. Äse Vereinsleitung. MitteiiMAen-cl«»Urama« Heute halb 11 Uhr: Heitere Starfilme von gestern".. Lachbomben mit Chaplin ete. Ludwig Hardt:„Baganten, Schelme, tolle Kerle". Bon Li-Tai-Pe bi» Paithrleire. D i e n 3• tag 8 Uhr. Karten Urania. Wetzler, Andri. „Können wir uns gegen Krebs schützen?" Vortrag Dr. Tichy. M i 11 w o ch 8 Uhr. Karten Urania, Wetzler, Andri. Mila Fischer-Grandi» singt alte und neue italienische Meister. Donner»tag8 Ilhr, Karten Urania, Wetzler, Andri. „Die Strasse", Lichtbildervortrag Prof. Dr. A. Birk. Freitag 8 Uhr. Urania- Mitgliedskarten: Erneuerung u n d?! e u a n m e l d u n g täglich: Urania- Kassa 10 bi» halb 1 und 4 bi» 7 Uhr. Arania-Kino „Krach im Hinterhaus", ein köstliche» Lustspiel mit H. P o r t en, E. E l st e r, E. v. W i nter- (tein. Heute 2, 4, 6,^9, sonst halb 6, HL9 Uhr. au» der. Kenntnis tiefsten menschlichen Leid» geschrieben ist, aus Miileiden mit'den Unglückselige»/, die von der Lepra gezeichnet sind, von jener»furchtbaren Krankheit, mit der die medizinische Wissenschaft seit Jahrhunderiett ringt. Da» Buch Schilins