Nr. 244 Dienstag, 20. Oktober 1936 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Hellst (einschließlich Z Heller Porto) UNTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOStOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii.,fochova«r. telefon am. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. KARL KERN, FRAG. Die Sicherung des Friedens Ein holländisches Interview des Präsidenten Dr. Benes Amsterdam.. Holländische Zeitungen ver- ösfenilichen ein Interview, das Präsident.Doktor Benes dem holländischen Journalisten Dr. van Realie gewährte. Dr. Bencä drückt darin u. a. seine Ueberzeugung aus, daß Europa einem Krieg aus weichen kann und daß es gelingen wird, die jetzigen internationalen Sck)wierigkeiten-zu lösen. Uebcrdics trete gerade in diesen Tagen die W ä h r u n g S f r a g e als ein sehr dringendes Broblem in den Vordergrund, dessen Lösung die verantwortlichen Faktoren fast der ganzen Welt vor allen anderen Sorgen lange Zeit beschäftigen werde. Der. BeneS hofft, daß das vorbereitete Abkommen auf dem Währungsgebiet die Grundlage zu einem dauernden Wirtschaftlichen und politischen Frieden bilden wird. In der Idee der Regionalpakte sicht der Präsident auch heute- einen geeigneten Weg zur Erhaltung deS Friedens und einen Beitrag zur Lösung der Krise deS Völkerbundes. Was den Panktmit Rußland betreffe, so dürfe sich die.europäische Oeffentlichkeit nicht durch falsche Nachrichten irreführen lassen, die Mer diesen Vertrag.verbreitet werden. Der tschechoslowakisch-russische Pakt über, di« wechselseitige Hilfe sei ein ausschließlicher Desensivvertrag, der gegen^kein« Staat gerichtet ist.-------- Göring Wirtschaftsdiktator Italiens Außenminister der Annexion Abenlnlent? besucht Hitler 91 o in. Außenminister Eiano ist Montag um 19 Uhr n a ch P e r l i n abgereist. Zur Verabschiedung hatten sich auf dem Bahnhof der deutsche Botschafter von Hasiel mit den Mitgliedern der Botschaft und zahlreiche hohe Funktionäre deS italienischen Ministeriums des Aeusteren eingefunden. Dir Reist CiauoS wird fünf Tage in Anspruch nehmen. Borerst wird Graf Eiano Berlin besuchen, wck er sich drei Tage aufhält; dieser Berliner Aufenthalt wird Unterredungen mit dem Reichsaußenministrr Freiherrn von Neurath gewidmet sei». Hierauf besucht der italienische Außenminister Reichskanzler H i t l e r auf seinem Gut in Berchtesgaden. An gut informierten italienischen Stellen ist man der Meinung, daß Graf Eiano von seiner deutschen Reise die Anerkennung des italienische» Imperiums, d. h. der Eroberung Abessiniens, mitbringen wird. An- diesen informierten Stellen wird auch erklärt, daß trotz der deutschen Antwort an London der Hauptpunkt der Berliner Unterredungen die Frage eines neuen Lorarno sein wird und die Fragen des DsnanraumeS erst an- zweiter Stelle kommen dürften. In italienischen politischen Kreis«, welche der Regierung nahe stehen, wird erklärt, daß die Reise, des Grafen Eiano den Zweck verfolge, mit den führend« Persönlichkeiten der deutschen Außenpolitik verschiedene Fragen der europäischen Politik, welche gegenwärtig beide Staaten inter- effiereu, zu prüfen, daß es sich aber keines- wegsum di«Schaffung einer Entente handle.. Mussolini sei gegen lebe Blockpolitik, da er sie für' Italien schädlich erachte. Man ist der Meinung, baß Italien in kurzer Zeit eine Rückkehr zpni Pakt. her. vier Großmächte 'versuchen witttz- da stckch"Anfichk' Italiens vor allem ein E i n v e r n r h m r» unter den Groß Mächten zur Konsolidierung in Europa tatsächlich beitrag« kann. Gerade deshalb wolle s i ch I t a l i c n n i ch t einseitig an Deutschland binden. - In politischen Kreisen wird auch die Vermutung ausgesprochen, daß O e st e r r e i ch die Anregung- zur! Reise des Grafen Elan» nach Beplin gegeben hat und daß in Wien der Wunsch ausgesprochen.wurde, Deutschland und Italien mögen in direkten- Besprechungen miteinander di^ Situation klär«, dir nach dem österreichisch» drkischen Abkommen- Im-Jüui—d.-Ä-.-«tstand« ist. Wer King um Oviedo neuerdings geschlossen? M a drid.(Havas.) Die von der Oviedo ftont eintreffenden Nachrichten besagen, daß di« Regiernngstruppcn denRingum O v i«do neuerlich geschlossen haben. Die Abteilungen der Bergleute vollendeten die Einschließung der Stadt durch einen Angriff, welchen sie unternahm«, um einer dem'Obersten A r a n d a zu Hilfe eilenden Kolonne den Einzug in die Stadt zu verwehren. Diese Kolonne soll a b g e s ch« i t t c n und zum Rückzug g e» z w u n g c n worden sein. In der Umgebung von G«ll»S haben die Regie«ngstruppen wichtige strategische Positionen erobert und den Aufständische» erhebliche Verluste zugefügt.' Das Kriegsministerium der Madrider Regierung verbreitet im Rundfunk di« Mitteilung, daß die BefestigüngSarbeiten vor Madrid bereits sehr fortgeschritten seien' und in wenigen Tagen beendet sein würde». Die Maschi nengewehrnester und Geschützstände feien nach den modrrnstrn Plänen angelegt worden und würden von ausländische»(?) Offizieren befehligt. In einem amtlichen Bericht von Montag heißt eS u. a.r Di« RegirrnngSalteilungen kämpfe», weiterhin in den Straßen von Oviedo und unternehmen Angriffe auf' die Häustr, dir die Aufständischen besetzt haben. Die Bergarbeiter-Kolonnen schlagen sich hartnäckig gegen dir Schützenkontingen'te der Aufständischen, die aus Galizien entsandt und dem e hemä-' ligen Oberst Aranda zu Hilfe eilen wollen.' Die Aufständischen haben große Verluste erlitten.'! Was die Aufständischen melden: Zur Einnahme Oviedos wird von den Aufständischen berichtet, daß eine Kolonne v o st F r e iwil ligen. a u s Galizien nach Oviedo während eines Regens eindrang, wobei sie«inen hart« Kampf mit den asturische» Bergarbeitern auszuschten'hatte, di« einige hundert Töte zu beklagen haben. Die durch drei Mo- nate belagerte Ovieder Besatzung betrug nur noch 300 Mann. '<£ur Durchführung des neuen Autarkieplanes Berlin. Reichskanzler Hitler hat durch eine Berodnung die Durchführung deS VierjahreSpla- nes dem Ministerpräsidenten G ö ring übertragen. Göring hat die zur Erfüllung der ihm gestellten Aufgabe erforderlichen Maßnahmen zu treffen und hat soweit die Befugnis zum E r- laß von R e ch t S v« r o r d n u n g e n und all gemeinen Verwaltungsvorschriften. Er ist berechtigt, alle Behörden, einschließlich der obersten Reichsbehörden, und alle Dienststellen der Partei, ihrer Gliederungen und. der ihr.angeschloffenen Verbände anzuhören und mit Weisungen zu versehen. P ar iS. Ministerpräsident Leon Blum weilte am Sonntag in Orleans als Gast der ra- dikalf-zialistifchen Partei und heilt eine wichtige Rede» iw der er Hie Roiwendigkeitder Politik der Volksfront bewies.'- Er iapprllrirti a» die Einheit der Linksparteien, die die Volksfront'bild«, mit der ausdrücklichen Erklärung, daß der Bruch der Volksfront dir- u«möglich k e i t e i n e r n e'«'- m P.a r l st>me«t a r' i's-ch e^n R e» g i.essrstn> und Mehrheit'zu« Folge hätte. Die Folge'MsS Bruche» mußte dir A» f lös und Blüm«rklärte auSdrücklich: Zur Regierung MtzW^eMMMWIlt mit der Volksfront Ruft Spanien den Rat an? (Senf.(HavaS.) Das Bölkeriundstkre- lariat teilt mit, daß eS bisher über die Absicht gewiffer spanisch« Regierungsstelle», im Falle des Austrittes der Sowjetunion aus dem Lon doner Ausschuß die Einbrrufimg einer Sonder- sitzimg de» BölkerbundrateS ans Grund deS Ar tikels S des Paktes zu verlang«, keine Mit teilung erhalt« habe. » Moskau. Die Solvjet-Preffeagentur-meldetr Die„Jswestija" ustd die„Prawda" sprechen sich in-ihren Leitartikeln,sehr scharf über das Bor gehen. des Londoner. Koordinations-Komitees aus, dessen Vorsitzender nach Ansicht der beiden Blatter sich w e t g e r st auf das Ersuchen der Sowjets direkt zu antworten und das Komitee sofort zu einer neuen Sitzung einzuberufen, die di« konkreten Anträge der Sowjets auf wirksame Kontrolle der Nichtintervention zu beraten- hät ten. Wenn man Laten nicht verhinderte, die eine aufgeleg.> Intervention bedeuten,.wäre dies«sne wirkliche Gefahr für den Frieden in Westeuropa. Die durch die Sowjet-Erklärungen ausgeworfö- M Fragen, seien,,genügend klar. Die Mitgueper 'deS Komitees Mssestik l a r e A n t w o r't.ge bend",.. ,.‘.w.'•,. ' ,' Pari-. Der Ausschuß der Volksfront, der zur 'Unterstützung der spanischen Republikaner gebil- ,det tvürde, teM mit,. daß.' seist«»geisteinsam- mit dem allgewerkschaftlichen.Arbeitöverband veran- ftaltete Sammlung ö,S24.00O Francs gebracht...., otm,- Mei In den letzt« Lasten Ausdruck kommt, wird von der tschechischen Presse noch immer’ leibhaft kommentiert. Nach einigen Wochen Stillschweigens meldet sich Abgeordneter Dri Kramäb in den„Nckrodni L i st y" zu Wort, der die offizielle Außenpolitik der Tschechoslowakischen Politik kritisiert, ohne aber positiv auszuzeigen, wie sich seiner Meinung nach die Außenpolitik gestalten sollte. Der Artikel des nationaldemokratischew Führers schließt folgendermaßen: Ich habe nicht genug offiziellen OptiiniSpiuS, um nicht zu sehen, wie sich die Situation gegen uns herausbitdet und wie dasjenige bedroht ist, was uns das Teuerste ist, wofür wir gekämpft und ge- - litten haben, unser Nationalstaat! Ich bin weit von jedem Defaitismus entfernt, im Gegenteil, ich wollte immer trotz allem Mißlingen meiner Politik zur Rettung Rußland», daß wir alle» zur Siche- ' rang unserer äußeren und inneren Unabhängigkeit opfern, daß wir nicht nur unsere Armee bis . zur Vollkommenheit ausrüsten, sondern daß wir durch sie die innere Einheit unserer Nation stark machen. Deswegen ivill ich, daß die ganze Nation und alle sich bewußt seien der schweren, gefährlichen Situation, in welche wir durch unsere und unserer Verbündeten falsche Politik eines blinden Pazifismus, welche die tatsächliche Gefahr übersehen hat, gelangt sind. Da ich aber weiß, daß unsere Nation alle Kräfte anzuspannen trifft, nur tvenn sie sich der drohenden Gefahr bewußt ist, halte ich es für meine.Pflicht, nicht zu verbergen, . daß ich mich um die Zukunft unseres nationalen Staate» fürchte, fürchte, fürchte. Wie man sieht, schlägt Kramäk Alarm, nm auf sich und die hundertprozentigen Nationalisten aufmerksam zu machen und aus der Verschärfung der europäischen Situation innerpolitisches Kapital für die hinter ihm sichende Reaktion und gegen die offizielle Außenpolitik zu schlagen. Der»Benko v", dessen reaktionäre Chefredaktion schon vor einiger Zeit den Ruf nach einer Revision unserer Außenpolitik mtSgestoßen hatte, setzt seine Kampagne durch einen scharfen Artikel gegen die Kontmunisten fort. Er weist darauf hin, daß'seit den 1. Jänner mehr als hundert Delegierte aus der Sowjetunion tschechoslowakische Fabriken besichtigt und daß seit eben dieser Zeit etwa 2000 Personen aus der Tschecho- slowakischen Republik Sowjetrußland besucht „haben. Darunter befanden sich, wie das Blatt be- sonders»betont, 500 Lehrer, so daß jeder vierte Besucher der SSSR ein Lehrer war.»Wohin zielt die Erziehung an unseren Schulen?" so ruft das Blatt aus.„Man kann nicht untätig bleiben, Iven» der Kommunismus eine Gefahr der Existenz, der Kraft, Sicherheit und Macht der Republik istl Der Kampf gegen ihn ist ein nationaler, staatlicher, moralischer und religiöser Kampf." , ES ist anzunehmen, daß der„Benkov" angesichts der Unmöglichkeit einer wirklichen Revision der Außenpolitik der Tschechoslowakei nun den Ausweg in dem Verlangen einer schärferen Politik gegen die Kommunisten sucht. In den„Lidovö Noviny" befaßt sich P e r o u t l a mit dem Standpunkt jener, welche nach Art der neuen belgischen Politik eine ähnlich gerichtete tschechoslmvakische Außenpolitik, d. h. eine Neutralitätspolitik des Staates anstreben. Es ist unzweifelhaft, so sagt er, daß wir uns, wäre die Neutralität wirklich irgendwo zu verkaufen, beeilen sollten, damit uns niemand zuvorkomme, sie also gleich und um jeden Preis zu kaufen. Peroutka untersucht weiter die Frage, ob die Tschechoslowakische Republik die Politik der kollektiven Sicherheit betreiben solle oder nicht. Hitler wolle diese Politik der kollektiven Sicherheit nicht. Die deutsche Außenpolitik will vielmehr jeden in Europa entstehenden Krieg lokalisieren. „Aus der Diplomatenrede in die Sprache der Absichten übersetzt heißt das soviel: wenn wir, Deutschland, jemanden überfallen, erlaubet, daß wir un» dar mit ihm selbst austragen; dann wird der europäische Frieden gesichert sein; wir sagen zwar nicht, daß wir keinen Krieg führen wollen, aber unser Krieg muß sich nicht in einen allgemeinen europäischen Krieg verwandeln, wenn uni Schuschn’gg— kein Diktator**, aber„autoritärer Führer" Das Regime Schuschnigg hatte Sonntag,auf der Schmelz in Wien.seine mit mehr minder sanfter Gewalt zusammengetriebenen Gefolgsleute versmnmelt und Smnstag abends gab Schuschnigg in einer programmatischen Rede seine Auffassung über die innere und äußere Politik Oesterreichs bekannt. Schuschnigg genoß zunächst den Triumph über die tzeimwehren. Starhemberg und Fey fehlten auf der Liste der Ehrengäste. Der Heimwehr wurde weiter nicht gedacht, die Führung der Frontmiliz wurde von Baar-Baren- fels, einem langjährigen Vertrauten Starhem- bergs, auf einen General übertragen. In der samstägigen Kundgebung wandte sich Schuschnigg vor allein an die Arbeiterund Bauern, denen er in Anlehnung an berühmte Vorbilder allerhand versprach. An konkreten Zusagen gab eö die Ankündigung einer Art Winterhilfe und getvisser Juvestitionsarbeiten. Die Forderung nach dem allgemeinen Wahlrecht lehnte Schuschnigg kategorisch a b. Man müsse die Stimmen wägen, nicht zählen', es komme nicht darauf an, viele, sondern die besten Vertreter zu haben(hier dürsten die Arbeifer ja mit dem Kanzler grundsätzlich über- einstimmen, nur was die Personen betrifft, wird das Urteil halt bei den Arbeitern ein anderes fein als bei Schuschnigg). Es gelte nicht zu überstimmen, sondern übereinzustimmen. Die übrigen Forderungen der Arbeiter wagte Schuschnigg nicht einfach abzulehnen, er sagte aber auch nichts Be- stimmtes zu, sondern vertröstete Alle auf die Verwirklichung der Dollfuß-B erfassung, die er als sein eigentliches Ziel erklärte. Er wolle, sagte Schuschnigg, keinDikta- tor sein, aber es müsse eine autoritäre Führung geben. Die wichtigsten Stellen der Rede waren jene, in denen Schuschnigg für die VF das Monopol der politischen Organisation reklamierte. Innerhalb der VF wolle er auch die monarchistische Propaganda zulassen. Allerdings könnten auch Republikaner der VF angehören,chie Staatsform sei Nebensache, wichtig sei der Staat. die anderen,' die es nicht betrifft, nicht hindern werden, es wird das kein Krieg, sondern nur ein Kleinkrieg.' Deutschland könnte nach dieser Theorie mit Litauen, Oesterreich, Polen, es Lunte— vergessen wir es nicht— auch mit der Tschechoslowakei Krieg führen und da» übrige Europa ginge die» nichts an." Daraus folgert Peroutka, daß die Tschechoslowakische Republik nicht die Politik zweiseitiger Verträge, sondern djejenige der kollektiven Sicherheit betreiben müsse. Das„P r ä o L i d u" endlich weist darauf hin, daß am Donnerstag, den 22. Oktober, Minister Krofta im außenpolitischen Ausschuß des Abgeordnetenhauses ein Expass halten und daß sich«ine Debatte daran anschließen werde. Der agrarische Abgeordnete Zilka, der unlängst von einer Revision unserer Außenpolitik gesprochen, hat, ist Mitglied diese? Ausschusses und er werde so freundlich sein müssen, seine Ansichten dort vorzutragen. Da werde es nicht möglich sein, irgendwelche Unklarheiten zu verbergen. Sollte aber jemand auch im Außenausschuß unklar reden, dann werde er in der Debatte gezwungen werden müssen, eindeutig und klar zu sein. Bor den Hckbsburgern machte Schuschnigg eine Verbeugung, indem er sie gegen gewisse Angriffe, vor allem gegen den, gerade in jüngster Zeit von den Nazis wieder sehr laut erhobenen Vorwurf in Schuh nahm, sie hätten nationalen Berrat geübt. Eine Beschimpfung des"Hauses Habsburg werde nicht geduldet werden. Andererseits dürfe man nicht glauben, daß die Monarchie die einzig denkbare Staatsform fei. Schließlich betonte Schuschnigg wieder, daß die Restaura tion auf keinen Fall aktuell, da man andere Sorgen habe. Sie sei aber eine innerösterreichische Frage, jede Einmischung de? Auslands verbitte man sich. Es bleibt offen, ob sich diese Bemerkung mehr gegen Deutschland oder die Kleine Entente richtete. Mit jesuitischer Schlauheit versuchte Schuschnigg ebenso zwischen den innerpolitischen wie zwischen den außenpolitischen Klippen zu lavieren. Oesterreich werde weder braun, noch rot, noch schwarz(!) oder grün, sondern nur rot- w e i ß r o t sein. Die Fahne der VF gelte als zweite Staatsflagge, die„Hymne der Lugend" als offiziell. Nach außen gelte es die völlige Unabhängigkeit und Staatshoheit zu wahren. Interessant' ist fin^Zusammenhang mit den- monopolistischen, um nicht zu sagen totalitären Führungsansprüchen Schuschniggs, daß er nicht nur die Heimwehren, sondern auch die Legitimisten seine Hand fühlen läßt. Eine größere volksmonarchistische Progrmnmschrift, die E. K. Winter vor kurzem erscheinen ließ, ist wegen einiger Bemerkungen über Schuschnigg konfisziert worden. Die Rede selbst weist den Legitimismus gebieterisch in die BF, der er sich unterzuordnen habe. Die VF aber ist— Schuschnigg. Trotz der großen Worte, die Schuschnigg Samstag sprach, werden die Schicksale Oesterreichs doch auch weiterhin vor allem zwischen Berlin und Rom auSge» handelt werden, es sei denn, daß auch Paris, London undPrag ihrerseits ein Wort Mitreden wollen. Die Monopolstellung der VF in Oesterreich 50 laommy Ratbox macht Revolution 'ftoman von 9riti SBondv Die andern riefen brav mit, Frau Riva- deueira hob gleich beide Hände und Agostin den Revolver und Renös zierlichen Degen. Und die Marineoffiziere fangen so begeistert, als gehörten sie auch zur Sache: ,,J list up my finger and I say Üveet, tweeti" „ES ist spät geworden, meine Herren", erklärte Rodriguez, der pathetische Szenen nicht liebte, selbst wenn sie im gelben Salon der Billa Rivadeneira stattfanden.»Ich glaube, wir haben noch viel zu tun. Wollen wir nicht lieber iits Regierungsgebäude fahren? Auf Wiedersehen, Frau Rivadeneira! Ich habe Ihnen für viele Dinge z» danken." „Oh, Eeeellenza", schluchzte Mariposa und sank wieder einmal vor ihm aus die Knie.„Oh, Eeeellenza, Sie können von mir verlangen, was Sie wollen.., alles tu ich für Sie.. . XXXV. Salvadolid erwachte am nächsten Morgen und merkte zunächst nicht einmal, daß es schon wieder der Schauplatz großer Eritgnisse gewesen tvar. Und doch hatte sich verschiedenes geändert. Rodriguez hatte vor allem noch in der Nacht das Quartier der zugereisten Aufständischen von den Gendarmen ausheben lassen; die Leute schliefen meist so fest, daß sie gar nicht an Gegenwehr dachten; man schaffte, sie an den Hafen und verlud sie auf den„Präsident Harding", der noch immer auf seine Bananen wartete; da man ihnen in der einen Hand eine geladene Pistole, in der. anderen den Lohn für eilte Woche entgegenhielt, versuchten auch die Nüchternen leinen Widerstand. Noch einfacher gestaltete sich die Abschaffung aller Staatsämter, die Bonamaria kreiert hatte. Es genügte ein Federzug, den Pablo nicht ohne Wehmut ansah, da ja auch sein Sekretariat der Schönen Künste dahinschwand und mit ihm die beiden Sekretärinnen. Rodriguez hatte ihm allerdings zugesagt, ihn vorläufig bei sich zu behalten und später ins Ausland zu schicken. Das hob Pablos Stimmung und seinen Stolz derart, daß er seiner erstaunten Mutter am nächsten Morgen bereits erklärte, der Betrieb in der Billa Riva- denetra müffe aufhören, das vertrage sich nicht mehr mit seiner Stellung. Ilm neun Uhr erschien, wie gewöhnlich, Konsul Ritchie im Borzintmer des Präsidenten; man ließ ihn sofort eintreten, wie er das wohl auch verlangen'.konnte. Doch als seine mächtige Gestalt die Türe füllte, gab es eine längere Pause. Denn der Konsul hatte noch nichts von dem neuerlichem Umschwung der Dinge erfahren. Vor dem RegierungSgebäude standen noch immer die. Marinetruppen mit ihren schtveren Maschinen-' gewehren, aber hinter dem Schreibtisch saß lächelnd, ruhig, als wäre e.S nie anders gewesen,. Rodriguez auf dem Play, den in den letzten Tagen Bonamaria sehr unsicher beseht gehalten hatte. „Guten Morgen, Mr. Ritchie." Rodriguez erhob sich und ging seinem Besucher die gleichen zwei Schritte entgegen, die er immer für das richtige Maß diplomatischer Höflichkeit gegenüber dem Vertreter der Großmacht angesehen hatte. Aber Mr. Ritchie war noch nicht völlig gefaßt. „Vielleicht ein Whisky", fragte der Präsident und schenkte ein. Die Nase des Konsuls' schien einiges von ihrem Selbsibewußtseln verloren zu haben. Er ergriff mechanisch die Hand des Präsidenten. „La... danke?.,.". Er vergaß,' daß er In ernsten politischen AugeMicken seiner Heintat völlige Nüchternheit schuldete und stürzte das Glas hinunter. Dann fuhr er sich über die Stirn. „Die offizielle Verständigung für Sie liegt bereit", begann der Präsident und bot dem Konsul dessen traditionellen Platz neben dem Schreibtisch an,„aber bei unfern langen guten Beziehungen freue ich mich, daß ich Ihnen selbst die Erledigung der kleinen Episode mitteilen kann." „Allerdings... ich freue mich auch sehr..." Der Konsul Ritchie zog ein Taschentuch, und wischte sich ein paar Schweißperlen der Freude von der hohen Stirn. .„Nicht wahr? Ich wußte, daß Sie es als Freund unseres Landes begrüßen würden, wenn hier wieder Ordnung herrscht. Immerhin, denken Sie doch, wenn heute die Truppen abziehen, wäre eS gewiß zu schweren Unruhen gekommen." 'j,S!e wissen..." „Was? Daß Ihre Regierung die beiden Schiffe und die Truppen zurückberufen hat? La, das ist doch der Hauptgrund, der mich bestiyunt hat,' diesen Platz wieder einzunehmen. Ich kann Ihnen versichern, ich habe es gar nicht so gern getan; diese acht Tage waren sozusagen mein erster Urlmib seit vielen Jahren." Mr.. Ritchie war erschienen, um dem Präsidenten Bonamaria die Zurückziehung der Truppen offiziell bekanntzugeben. Daß es nachher zu Unruhen kommen würde, hatte er wohl gewußt;, im stillen, auch gehofft, denn er war sehr unzufrieden mit seiner Regierung, die ihm jetzt die schöne Revolution wieder, verdarb. Ein. paar kleine Unruhen, und er hätte mit dem größten Vergnügen die Kriegsschiffe wiederkommen, lassen und wäre vor.fehlen Vorgesetzten als.her^weit-, blickende Diplomat dagestanden.. Und- nun, saß hier an der Stelle Bonamarias wieder Rodriguez als Präsident, wußte bereits alles, was Mr. Ritchie zu bringeilvhätte,, und ay Unruhen,.war wohl auch nicht zu denken, Zweifellos hatte auch Tommy Barbox da seine Hand im Spiel. Verflucht. Nun fiü sicher die Presse über ihn her. Minister Öftrer gegen Einheitsfront Justizminister Dr. Dörer setzte sich bei einem Vortrag in Preßburg mit der faschistischen und kommunistischen Ideologie auseinander. In dem gedanklichen politischen Chaos, das in Europa durch den Kampf der bolschewistischen mtd der faschistischen Ideologie Hexvorgerufen wurde, haben die sozialistischen Parteien entweder den Weg der sogenannten Volksfronten oder aber den Weg einer KoalttionSpolitik eingeschlagen. Der erste Weg ermöglicht Regierungsregime unter Beihilfe der Kommunisten, ein Element, welches die Schwäche dieser Regt m e bedeutet, da eS sich auf eine Partei stützt, welche, wie hinreichend klar ist, von einer auswärtigen Macht dirigiert wird. Der Weg der Koalitionspolitik der demokratischen Staaten m i t Ausschluß der kommunistischen und faschistischen Richtungen hat sich in Belgien, in einigen Nordstaaten und in der Tschechoslowakei gut bewährt. Es wäre bet uns ein verhängnisvoller Fehler, wenn zur Leitung der Staatsgeschicke Parteien zugelassen würden, die ideell und politisch vom AuSlande her dirigiert werden. Die Kommunisten werden bei uns erst durch eine langjährige Praxis immer wieder den Beweis zu liefern haben, daß sie eine heimische und keineswegs eine ausländische Partei sind. Daran lobt 61a Koalition Der Vorsitzende der tschechischen Agrarpartei, Abg. Beran, hielt am Sonntag in Thn an der Moldau und in Strakonitz Reden, in denen er hinsichtlich der Außenpolitik empfahl, daß man sich„vor allen fremden Ansichten und Einflüssen hüten" möge; bei Bewahrung der Loyalität zu unseren Verbündete» sei es notwendig, weitere Freundschaftsbeziehungen zu suchen. Beran sprach sich auch in lobender Weise f ü r d i e Zusammenarbeit in der Koalition aus; besonders heute in der sehr ernsten Zeit sei eS notwendig, die Zusammenarbeit aller demokratisch fühlenden Menschen geltend zu machen. Senator Vojta Banal hat mit dem gestrigen Tage aus Gesundheitsrücksichten sein parlamentarisches Mandat niedergelegt. Mit ihm scheidet aus dem Senat eines seiner sympathischesten und angesehensten Mitglieder. Vojta, ein Bruder deS Präsidenten der Republik, hat sich nicht nur um die Erziehung seines jüngeren Bruders große Verdienste erworben, er hat auch seinem Volke während des Weltkrieges historische Dienste geleistet, er gehört in die vorderste: Reihe-jener,. welche die-. Bevölkerung der Bereinigten-Staaten für die tschechoslowakische Sache gewonnen haben. Aber.Vojta ist deswegen kein Nationalist geworden. Er, welcher der tschechischen Sozialdemokratie angehört, ist einer der Vorkämpfer der tschechisch-deutschen Verständigung geworden, erst jüngst hat er auf diesem Gebiet als Organisator des Auftretens der Neudeker Kinder-Musiker in Pilsen und Prag große Erfolge errungen. So lebhaft wir also das Scheiden dieses idealen, edlen, vom Masarykschen Humanitäts-Ideal erfüllten Menschen von der parlamentarischen Tribüne bedauern, so sehr sind wir überzeugt, daß Bojta, der Obmann der tschechischen Landeskommission für Kinderschuh und Jugendfürsorge ist, noch viel Gittes im Interesse der asozial schwächsten Schichten der Bevölkerung leidsten wird. seine Stellung war in Gefahr, und er konnte einen so bequemen Posten suchen! Nun, die Schlacht' war verloren,„und der Konsul Ritchie fand es am vernünftigsten, seine schmalen Lippen zu einem Lächeln zu öffnen. „Sie haben recht behalten, Herr Präsident, der Kanal wird nicht gebaut." Rodriguez schüttelte den Kopf. Er hatte keinerlei Siegergefühle. „Es lag nicht an mir. Ich war schließlich auch nur eine-Figur in einem Spiel. Man vergißt das gern, und es ist für meine Neigung zum SeGst- bewnßtsein recht gut gewesen,, daß ich einmal die Fäden gespürt habe, an denen ich und, Verzeihung, wohl auch Sie hängen." Der Konsul, schwieg uichehaglich. Philosophische Betrachtungen, lagen ihm nicht sehr. Er bemühte sich, der Unterhaltung wieder realen Boden zu geben. „Was haben Sie mit Bonamaria gemacht?" Der Präsident sah nach der Uhr; „Er dürfte jetzt schon Wer die Grenze sein." „Geflohen?" .„Oh nein, ich habe ihn selbst hinbegleiten lassen." „Und Martinez?" „Sie kennen ja die Liste melner"potitischen Freunde außerordentlich genau", lächelte der -Präsident.„Nun, ich glaube, er ist fort, und die Deputierten werden.einwilligen, sein Vermögen zu.konfiszieren; die Verschwärung der Herren hat -och soviel Kosteir verursacht, daß wir hiese Ne- beneinyahme dringend brauchen, können. Denken Sie bloß an die eingeschlagene Fensterscheibe' der General fruit eompany. Und gar an die Schenke des Herrn. Openfhawl" Der Konsul mußte plötzlich husten und trän! gern-noch, ein ziveites Glas. .(Schluß folgt.)),' r:r. 244 Dienstag, 20. Oktober 1S8S Seite 8 mau, ein schweres Unglück, infolge'dessen der Steinbrucharbeiter Walentin ans Hüdlwald zu Tode kam und der Arbeiter Koller aus B.-Krumau in s ch w e r v e r I c tz t e m Zustande inS Krankenhaus B.-Krumau überführt werden mutzte. Das Unglück ist darauf zurückzusühre», datz sich ein g r o tz e r S t e i n b l o ck I v s l L st e und den erstgenannten Arbeiter vollständig unter sich begrub, während der zweite Arbeiter zum Teil unter die herabsallcudcn Gcsteinsmasscn zu liegen kam. Walentin konnte erst freigcmacht hier» den, als der Steinblock in Stücke geschlagen tvor- den Ivar. Wie vcrlauiet, mutzte dem Arbeiter Koller ein A r m a b g e n o in m e n werden. Ob jemandem an diesem folgenschweren Unglück eine Schuld betgcmessen« werden kann, wird die einge- leitete Untersuchung festznstcllcn haben. Eröffnung der Heimstätten am 1. Dezember Wie wir aus dem Ministerium für soziale Fürsorge erfahren, wird die Heimstättenaklion im heurigen Jahre wiederum am 1. Dezember beginnen. Wesentliche Veränderungen sind nicht geplant, die Aufbringung der Mittel wird zum Teile anders organisiert sein. Den Organisationen, die an der Führung der Heimstätten beteiligt sind, wird empfohlen, die Vorarbeiten schon jetzt z» beginnen. Insbesondere ist es nötig, die Auswahl der Jugendlichen und der Heimstättenleiter vorzubereiten. Mutter von zwei Kindern an der sächsischen Grenze verhaftet Am 12. September 1036, nachmittags ging Frau Erna!>t i ch t e r aus Hermsdorf im Bezirk Friedland mit ihren zwei Kindern nach Reichenau in Sachsen. Als sie an der Grenze Ivar, merkte sie, datz sie den Grcnzausweis vergessen hatte. Sie ging zu dem Grenzbcamteii und fragte, ob sie ohne Grcnzausweis ein Stück Weges mit ihren Kindern zu ihrer Mutter gehen könnte. Der Beamte gab dazu die Einwilligung, da er die Frau persönlich kannte und sie die Grenze öfters passierte. Als sie aber nach kurzer Zeit zurückkam, wurde ihr mitgeteilt, datz ein Haftbefehl gegen sie aus Dresden eingclaufen sei. Die Frau wurde nach R e i ch e n n u in daS Gerichtsgcfäng- niS eingeliefert, wo sie bis Montag 5 Uhr verblieb und dann mit einem Auto angeblich»ach yodctendeufefficr Zeitspiele| be- internationaleS Gewicht zukommt, als es sich hier handelt. G.M. erhöht! Verständigung sofort an den Tatort. Herr Doktor Schmied aus Karbitz leistete die erste Hilfe und veranlatzte die Ueberführung des Schwerver- lehten ins Aussigcr Krankenhaus. Die Leiche seines Bruders wurde in die" Friedhofskapelle nach Kavbih überführt. Es wird nunmehr Sache der Behörden sein, das Verschulden dieser entsetzlichen Mordtat klarzustellen und den Täter zur Verantwortung zu ziehen. ruiniert«erden soll korrekter benommen, keine besser für das Personal gesorgt habe, während aus dem zu 60 Prozent in der SdP organisierten Personal der Ruf an die„Kameraden" Weller und Obrlik erging, doch von der Hetze abzulassen und während die Künstler erklärten, datz auch aus künstlerischen Gründen BarnayS Verbleiben zu fordern sei, bestanden die SdP-Leute auf ihrer Forderung nach dem Rücktritt Barnahs. Sie hätten einen anderen Kandidaten, sie würden das Theater selb st übernehmen. Bar» nah erklärte, er trete ab und entbinde das Personal von allen Berpflichtungen, werde zugleich alles tun, seine Verpflichtungen bis aufs letzte peinlich zu erfüllen und seine Leute auffordern, auch unter der neuen Direktion mitzuarbeiten. In der nächsten Beratung aber erklärte Weller plötzlich, sie hätten es sich überlegt. Sie wollten die Bühne nicht übernehmen. Vielleicht seien auch ihre Informationen über Barnay falsch. Ihr Gewährsmann, ein reichs- 50 Jahre Reichenberser Arbeitersänger Festkonzert der„Typographia“ In Reichenberg Der Sängerbund»Typographia" beging am 17., Oktober die Feier seiner 50jährigen Bestandes mit einem Festkonzert. Die abgelaufene Zeitspanne ist ein bedeutsames Stück nordböhmischer Arbeiterkulturbe- wegung. Ein einfacher Vergleich zwischen heute uns damals gibt«in sehr anschaulicher Bild von dein, was die klassenbewußte Arbeiterschaft an wirklich aufbauender Kulturarbeit trotz aller Hemmnisse geleistet hat. Aus der Enge der Wirtsstube mit kleinbürgerli- ch cm Beiwerk zur eigenwertigen künstlerisches Leistung im groben Konzertsaal der Reichenberger„BolkSgar- tens". Dort, wo der noch ernst zu nehmende Rest der bürgerlichen Kunstbetriebes sich vor meist leeren Sesseln abwickelt, dort füllten Arbeitsmenschen den Raum bis aus den letzten Platz, dort sangen ArbeitS- menschen, nicht nur weil sie auch singe» können, sondern um ihrem eigenen Kulturbewutzisein Ausdruck zu geben. Gerade, diese Feststellung sei'der Besprechung der programmatischen Teile» der Konzerte» vorangeschickt, weil.sie wieder ein aufrüttelnde» Zeugnis davon gab, datz der Kulturwille der Arbeiterklasse trotz deutscher Schauspieler namens Oswaldl sei nicht ganz sicher. Sie wollten jedenfalls zuwarten und neue Informationen einholen. Es wurde nun — bezeichnend für die Ausfasiung von deutscher Kultur und staatlicher Loyalität der Henlcinlcutel — beschlossen, von zwei reichSdeutschcn Professoren und von der Gocbbelschen Reichskulturkammer(I) Gutachten über Barnay ciu- zuholen. Wie immer diese Gutachten ausfallen, wird ihnen niemand den Wert objektiver Zeugnisse zubilligen können, da in Deutschland heute weder ein Professor, noch natürlich ein Beamter der GleichschaltungSkammcr ein freies und unbefangenes Urteil abgebcn kann. Skandal genug, datz der Bestand künstlerisch und administrativ qualifizierter deutscher Theaterleitungen hierzulande von den Urteilen der Reichskulturkammer abhängen soll. Die Kulturgesinnung der SdP aber hat sich in der Kampagne gegen das Rcichenbergcr Theater bereits zur Genüge demaskiert. Es ist, Ivie bei einer in der Hitler- Rosenberg-Front stehenden Bewegung nicht verwunderlich ist, reinste ZerstörungS» a r b e i t an dem Kulturgut, das wir noch haben und das bald dahin wäre, dürfte die SdP schalten und walten, wie es ihr beliebt. Mehr Waffen— weniger Sicherheit Die Stellung der belgischen Sozialdemokratie zur Königsrede ' De Broucköre anerkennt zunächst freudig, datz durch die Rede des Königs eine Entscheidung nicht getroffen sei, da das letzte Wort das Parlament haben werde. Dieses werde sich aber vor einer ganz einzigartigen Situation gestellt sehen, da es diesmal nicht einen von der Regierung initierten Antrag zu behandeln habe, sondern sich mit dem ausgesprochenen Willen des Königs auS- einanderfetzcn müsse. De Broucköre sicht schwere Unannehmlichkeiten voraus, vor allem für die Monarchie, deren Einrichtungen allerdings, so schreibt de Broucköre, er nicht-u behüten habe. Zur Sache selber sagt de Broucköre, datz die Tatsache allgemeiner Erkenntnis von der Notwendigkeit des Landes, die Verteidigung gegen mögliche Angreifer entsprechend vorzubereiten, erfreulich ist. Sich mit den unerläßlichen Waffen zu versehen, um einen drohenden und bis zu den Zähnen bewaffneten Nachbarn zurückschlagcn zu können, sei eine Maßnahme, zu der das Unglück der Zeitläufe zweifellos eine Nation zwingt, die klug und an einen besonders gefährdeten Punkt der Welt gestellt ist. Aber bestünde nicht, so fragt de Broucköre, die wahre Klugheit darin, bessere Umstände zu schaffen, die den Angriff weniger lvahrscheinlich oder weniger wirksam machen könnten? De Broucköre verweist weiter darauf, datz Belgien für die Erhaltung des Friedens internationale Verpflichtungen durch den Völkerbnndpakt und im Locarno-Vertrag eingegangen ist und datz Belgien, um die vorgeschlagene neue Politik zu verfolgen, entweder von den Mitunterzeichnern dieser Verträge seine Freiheit wiederbckommen oder aber sie verleugnen mutzte.■ Belgien könnte also seine Verpflichtungen nur unvollständig und ohne wahre Loyalität erfüllen. Und das würde dein Land Belgien kaum jene Wertschätzung durch Europa eintragen, die im Jahre 1914 B e l g i e n 8 K r a f t am deutlichsten darstellte. Glaubt man wirklich, datz die Nachbarn uns helfen würden, wenn wir uns von nun an ausschließlich mit der Verteidigung des eigenen Landes beschäftigen werden? Diese Jwlation aus Egoismus mit gleichzeitigem Appell an die Solidarität der Nachbarn, ohne Teilnahme an der Befriedung Europas, die allein Belgiens Heil wäre, hieße, dieSttuationvon 1914 w i e- der schaffen, aber vielleicht ohne Hilfe Frankreichs und Rußlands.Belgien könne den Krieg von seinen Grenzen nur fernhalten,'wenn der Friede in Europa aufrechterhalten wird; das aber ist der Zweck der kollektiv e.n S sich e r he i t, der die neue Politik sich entgegenstelle und der sie einen vielleicht aller Widerwärtigkeiten stark und lebendig ist und datz «S nur der Befreiung aus sozialer Not bedarf, um ihn zum Träger einer neuen Gesellschaft zu machen. Die in ihrer Auswahl vorbildlich zusämmenge- stclltc BortragSkolge bot einen Ausschnitt aus den wesentlichsten Gebieten des Arbeiterchorgesanges. Die Reichenberger»Typographia", über einen etwa 40 Mann starken, disziplinierten upd klangvollen Männerchor verfügend, eröffnete, ymchtig steigernd, mit dem Kampfliede„Brüder zur Sonne"(»stimmiger Satz von Scherchen.) Der ergreifende Gefan« genepchor" aus Beethovens„Fidelio"- in feinempfundener Wiedergabe bezeugte die würdige' Pflege de» wertvollen. bürgerlichen Kulturgut»; mit E. Lendvais„Eempor"(Preczang) bestand der Ehor in einer harmonisch sehr spröden Gegenwartsschöpfung als Erstaufführung für Reichenberg,- Die stärksten Eindrücke der Abends Hinterlieben einerseits der bereits klassisch gewordene „Tord Foleson" von Uthmann, andererseits der mit lapidarer'Motorik fugierter Revolutionsthemen hinreißende Chor„Die Straße dvöhnt" von dem zeitgenössischen Russen A. Dawidenko. Eine ehrenvolle LeiH stung der»Typographia", dieses gleich originelle wie wertvolle Werk damit zur technischen tschechoslowali- . scheu U r a» f f Hb h r u n g gebracht zu habe»,: Schweres Unglück In einem Steinbruch Montag Vormittag ereignete sich im Stein- bnich Lichtenstein der Firma„Südböhmische Granitwerke Wiltschko und Compagnie, B.- K r n- den Abend mit UthmannS„Arbeitersängerspruch" und „Festgruß" als gemischte Chöre. Genosse Carl Greull als Leiter bejder Chorvereinigungen hatte sich keineswegs vor bequeme Aufgaben gestellt und feine einfühlende und mitreißende Führung hatten wesentlichen Anteil am restlosen Gelingen. Die KPC-Bereine, unter alterpröbter Leitung ihres Chormeistsrs Poch mann, stellten ihr Können mit Dawidenkos„Wolgaschleppern" und mit. einem schmissige», satirischen Chor„David sind Goliath" von Reichenbach inS beste Licht. Bor allem aber zu würdigen, daß sich Dirigenten und Chöre mit ganzer Hingabe dem zeitgenössischen Schaffen widmen I Auch die Kleinkunst war auf hohem Niveau, mit eigenen Kräften vertreten.. Voran da»„Kabarett der 18" unserer S. I.; e» brachte „Ho, Kuli, ho" und„Gesang der modernen Barbaren"; hervorragend ist die Solosprecherin dieser Gruppe! Die„Junge Garde"(K. I.) holte sich berechtigten Erfolg mit etnfm antikriegerischen Sprech- betvegungSchor von Nuntius und mit V. u. V.„He ruck!" Als Rezitator!» sprach Trude Karafiat revolutionäre Dichtung von Herder und Frelllgräth und Propagandalittratur von Brecht und Becher, stark auf äußere Wrhrng eingestellt.,In einer kurzen Festan- spräche würdigte der Obmann der„Typografie!« Be- t ö d I ich en Schlag versetzt, indem sie die ,seda", Genosse Farka, die Bedeutung des Arbeiter- Kriegsgefahr in der Welt außerordentlich Die Mitwirkung,der Gauvereine des DAS bereicherte i gesange». Ein Flurenheger erschießt einen Menschen und verletzt einen zweite n schwer Der von der Jagdgesellschaft in Herbitz stellte Flurenheger Paul Schöppe ging am ver gangenen Sonntag in der sechsten Morgenstunde mit dem Gewehr gegen den Strisowitzer Berg. Nach seinen Angaben hörte er in dem vorhandenen Sträucherwerk ein Geräusch und nahm an, datz dort Wilderer versteckt sind. Er brachte das Ge wehr in Anschlag und schoß kurz entschlossen in diese Richtung. Kaum war der Schutz verhallt, hörte er den Aufschrei von Menschen, die getroffen wurden. Er selbst gibt nun an, datz er sofort nach Karbitz zur Gendarmerie gelaufen sei, um sie von dem Vorfall zu verständigen, während andererseits berichtet wird, daß er die Getroffenen einfach liegen gelassen hat. Die beiden Opfer dieser leichtsinnigen Schießerei sind die Brüder, Dankovsky aus Tiirmih. Während der 27- Brou cköre äußert und denen um so größeres jährige einen schweren Oberschenkelschuß davon-'* 7 trug, bekam der 28jährige Bruder die Ladung in ja um die Meinung eines hervorragenden Poli- die Brust und starb kurz darauf. Das Aussiger tikers der Sozialistischen Arbeiter-Internationale Bezirksgendarmeriekommando begab sich nach der Die Sozialdemokratie einig geschlossen Bedeutsame Kundgebungen der Partei in Schlesien Am Sonntag, den 18. Oktober, fanden in Jäzerndorf und Neutitfchein in Form eines Parteiappells große Versammlungen der Funktionäre der sozialdemokratischen Partei statt, die massenhaft besucht waren. In Jägerndors füllten den geräumigen Saal im Arbeiterheim über 800 Genossinnen und Genossen, durchwegs Funktionäre der Partei, die aus der weiteren Umgebung zusammengeströmt waren. In Neutitschein nahmen am Appell rund 700 Genossinnen und Genossen teil» darunter eine stattliche Zahl aus Wigstadtl und Mähr.-Ostrau. In beiden Veranstaltungen referierte der Generalsekretär der Partei, Abgeordneter Genosse Taub, der in auherordentlich informativer Weise die außen- und innerpolitische Situation besprach. Seine Ausführungen, die oft von stürmischen Beifallskundgebungen unterbrochen wurden, fanden die ungeteilte Zustimmung der Versammelten. Die Vorsitzenden.beider Kundgebungen' stellten unter: brausendem Beifall fest, daß unsere Partei sich überall auch weiter im Ausstieg befindet, daß sie einig und geschloffen ist und mit Hingabe und Einsatz aller Kräfte auch die Kämpfe in der Zukunft führen wird. Die Kulturpolitik der SdP Wie das Reichenberger Theater Die Reichenberger Unterführer der SdP, die Herren Prof. Weller und O b r l i k ha ben in den letzten Tagen ein Beispiel praktischer Kulturpolitik gegeben, das auch dann die richtige Illustration der Henlein'schen Kulturrede vom Frühjahr wäre, wenn die Herren sich nicht auch noch ausdrücklich auf eben diese Programmrede berufen hätten. Das Reichenberger Stadttheater ist heuer an den langjährigen Direktor einer der bedeutendsten deutschen Bühnen in Breslau, B a r n a y, ver geben worden. Unter normalen Verhältnissen hätte eine sudetendeutsche Provinzbühne sich nie mals einen Bühnenleiter vom Format BarnayS leisten können. Die Vertreibung aller Mihliebi« gen aus dem Dritten Reich gab wie mancher an deren auslandsdeutschen Kulturstätte, so auch dem Reichenberger Theater die Chance, einen Direktor von bedeutendem Ruf und von hohen Qualitäten zu bekommen. Die Vergabe des. Theaters an Herrn Bar nay wurde von allen Parteien des Reichenberger Rathauses und der Theaterge meinde(also auch von der SdP) b e g r ü h t. I» dem städtischen Amtsblatt wird über die Sit zung der Stadtvertretung vom 25. Juni berich tet, es müsse „mit hoher Befriedigung festgestellt werden,- datz seine lBarnayr) Bewerbung von allen Par teien— er ist doppelt zu unterstreichen: Bon allen Parteien— freudigst begrüßt wird" und es wird weiter gesagt, daß die „Vertreter aller Parteien bemüht waren, den Weg für ihn(Barnay) freizumachen". Kaum aber hatte die Saison begonnen, künstlerisch und wirtschaftlich erfolgreich, kaum war das Abonnement aufgelegt und hatte mit rund 1000 Abschlüssen gegenüber 500 im Vor jahre die zweifellose administrative Fähigkeit der neuen Direktion wie ihren guten künstlerischen Ruf bestätigt, da setzte zunächst eine heftige Flüsterpropaganda gegen-Barnay ein. Er wurde als Jude angegriffen, es wurde ihm vorgeworfen, er habe in Deutschland linksgerich tetes Theater gespielt, man behauptete, er habe nur Marxisten und Juden engagiert. Die Kam pagne griff in die H e n l ct-v-p r^e-f si e Wer und insbesondere Wellers„Kamerad"' tat'sich iw der Hetze gegen Barnay und das Theater schimpf lich hervor. Während man wenige Monate zuvor Barnay noch begrüßt hatte, erklärte man jetzt sein Verbleiben als unmöglich und drohte immer offener mit dem Boykott. Die SdP, die schon das Egerer Thea ter ruiniert hat, die dem Leitmeritzer im Vorjahre die größten Schwierigkeiten verursachte, zeigte sich entschlossen, ihren Willen durchzusetzen oder mich die größte deutsche Provinzbühne zu ruinieren. Die Herren Weller und Obrlik traten schließlich mit einem Aufruf hervor, in dem sie kurzerhand, unter Berufung auf Henleins Kul turrede den Rücktritt Barnays forderten, der nicht fähig und würdig sei, deutsche Kulturarbeit zu leisten. Was war da geschehen? Nun, die Bruder blätter der Henleinpresse im Reich« insbesondere die parteiofsiziellen, im Eher-Verlag erscheinen den„Neuesten Nachrichten" und die„Deutsche Allgemeine Zeitung" hatten gegen Barnay ge hetzt und die von der Goebbelspropaganda aus». gegebene Parole mutzte doch von den loyalen Henlein-Nazis pünktlich befolgt werden. Es fanden Verhandlungen statt. Während im Namen des Personals aller Schich ten zahlreiche Männer aufstanden und der Direk tion Barnay ihr Vertrauen aussprachen, immer von neuem versicherten, datz keine Direktion sich Die Rede.des.Königs, derBelgi^ hat auch in der?»'LaiÄx.selbst die'politische».Meinungen in Bewegung gesetzt. Für uns von besonderer Bedeutung ist selbstverständlich die Stellungnahme der belgischen sozialistischen Partei. Es ist bekannt, datz seinerzeit schon die Juli-Rede des sozialistischen Außenministers S p a a k, dessen politische Linie mit der.des KabinettSchess Van Zeeland und, wie man ssieht, auch mit der des Königs Wereinstimmt, auf großen Widerstand bei Spaaks Parteigenossen stieß. Die Königsrede selber läßt nun die Auseinandersehuipgen Ivicder nufleben und macht sie hochaktuell. Der „Peuple", das Brüsseler Blatt der belgischeir Sozialisten, hat zunächst in einem redaktionellen | Leitartikel die Bedeutung der nun durch den | König neu inaugurierten belgischenPolitik maßvoll abgctvogen und dringlichen Einwänden immerhin die Ertvägung vorangestellt, datz die Gedankengänge des Königs von der gültigen Sorge beherrscht sind, Belgien aus den Möglichleiten inter- nationaler Verwicklungen auszuschalten, einer Sorge, die dem tiefen Gefühl aller Bürger Belgiens entspricht. Klarer und entschiedener aber aber als die Bedenken,- die der„Peuple" sodann in diesem Artikel äußert, sind die Einwände, die an derselben Stelle tags darauf Louis de Dienstag, 20. Oktober 1036 Är. 24« Großfischfans im Rosenbers-Teich bei Wittinsau 10.000 Flsdie an einem Tage erbeutet Südböhmen ist durch seine großen Teichwirtschaften berühmt, welche schon im 16. Jahrhundert durch das mächtige Geschlecht der Rosenberg« angelegt wurden. Der größte dieser Teiche ist der Rosenberg-Teich bei Wittingau(Tkebon), der nicht weniger als 711 Hektar und bei hohem Wasserstand sogar über 1600 Hektar umfaßt. Heuer wird er ausgesischt und dürfte einen voraussichtlichen Ertrag von rund 86.000 Fischen, meist Karpfen, aber auch Hechte, Schleie, Zander usw. liefern. Montag hatten die Teichfischer einen Großkampftag. Teils in Kähnen, teils tkef mit ihren hohen Lederstieseln im Schlamm watend, holten sie ein mächtiges Netz ein, welches als Bente etwa 10.000 Fische, dein Gewicht nach rund 300 Meterzentner oder drei Waggons enthielt. Mit dem Einholen dieses überreichen Fanges war ein volkssestmäßiges Treiben verbunden/ Die Staatsbahnen hatten aus der näheren und ferneren Umgebung AutobuSsährten veranstaltet. Auch aus dem engeren Umkreis fanden'sich. Hunderte von, Zuschauern ein. Zu dem schtveren. Tag- iverk der Fischer und der Fischersfrauen spielte, eine Musikkapelle böhmische Weisen und. Lieder.. lieber Einladung des landwirtschaftSmini- fters Dr. Z a d i n a wohnten zahlreiche Mitglieder des Prager diplomatischen Korps,,.Ppstminister Tuöny und der. landwirtschaftliche Ausschuß des Abgeordnetenhauses dein seltenen Schauspiel bei. Alle Gäste empfingen den besten Eindruck von dem hohen Stand der südböhmischen Teichwirtschaft, welche durch die Bodenreform größtenteils in staatliche Verwaltung übergegangen, ist. Es wäre angesichts der reichen Ergiebigkeit dieses wertvollen Zweiges unserer Agrarwirtschaft nur zu wünschen, daß endlich auch unsere Arbeiter so viel verdienen sollen, um sich einen gutenÄeih- uachtskarpsen kaufen zu können. Dresden überfuhrt worden' seiw' soll. Die• Frau Richter hätte sich in leiiwr Weist'politisch betätigt. Nach Ortsgcrüchteu slül- eine. Anzeige', schon itn November vorigen t Jäh'rcS'auf. dein Zollamt in MarkekSdorf! Von tschechoslowakischer Seite aus Kr ei send er So Pi gemacht'worden sein. Die Grcnzbeaniten schenkten ihr keilte Beachtung, weil sie wüßten, daß.die> Fran sich nicht'politisch betätigte Und die Angaben nicht der Wahrheit entsprechen, WütdeN. Bor einigen Wochen' war eine n e ü e r l i ch e A n z e i g e mit b'eigelegter Photographie ans Hermsdorf m Dresden eingebracht wordön. An. alle.sozialdemokratischen Kreis--und Bezirkssekretariatei Unser ÄcbietSsckretariat Leitme- ritz niacht darauf aufmerksam, einem Erwin En- d i s ch,(eborän'am 10.' Feber 1011, von Beruf Bäcker) tu keiner Weise"iliiterstützung zu gewähren und ihm- gegebenenfalls das Mitgliedsbuch der DSAP, welches vom Gebietsstlrctarlate in Leitmeritz ausgestellt wurde, abzunehmcn. Bersammlnngsakiion im Bezirke Freudenthal., Am letzten Wochenende fanden im Bezirke Freudenthal.nicht weniger als 15 Versammlungen statt,,'.in denen über' das Thema„Europa z w-i-sch e n K r.i eg u n d Frieden" gesprochen ivurde,.;(£ä. referierten die Genossen Abgordneter Z i sch I a-Sternberg, Pau l-Prag,' On- d k c j k a- Sternberg, Biere r-Mähr.-Schön- bcrg,. Pal m-Freiwaidau, F i s ch e r-Freudeu- thal und Gäbe l-Sternberg. Die Versammlungen Ware» überall sehr gut besucht, von ausgezeichneter Stimmung erfüllt und nähme» einen einmütigen Verlauf. In einigen Versammlungen ivarei^äuch SdP-Funktionäre anivesend, die aber Nirgends wagten, in die Debatte cinzuzreisen. An der-Grenze. Bei der. Firma E.. G. Häcntsch in'Großschönau in Sachsen wurden vor kurzem 142 Arbeiter entlassen. Die Notwendigkeit dieser,plötzlichen Masscnentlaffuüg von Arbeitern begründete ein extra aus Berlin herbeigeeilter Vertreter der Arbeitsfront damit,- daß die Firma sonst.zugrunde, gehen müsse. Früher hat die Belegschaft drei bis vicr Tage in der Woche gearbeitet; durch die.Massenentlassting kann die noch verbliebene Arbeiterschaft jetzt die ganze Woche voll arbeiten. Der Stundenlohn beträgt 47 Pfennige, das sind bei 48 Stunden Arbeitszeit 22.66 Mark Lohn.'- Bon dieser Summe werden aber drei bis vier Mark abgezogen, so daß nur mehr 18 Mark ührig bleibe». Dieser Lohnsatz ist nur ein Versuch, tun zu eiziem für den Unternehmer noch günstigerem Akkordsatz zu kommen! Tödlicher Unfall. Auf dem Hauptbahnhofe in Kvmotau,.wurde von einem ans Aussig kom- inenden Zug, der Postbedienstete Franz Varia v i'k aüS Komoiau ersaht,«in ganzes Stück mitgcschicist und tödlich-verletzt. Er verschied auf dem Transport, in das Krankenhaus. Der Verunglückte-wär 88.Jahre alt, hinterläßt eine Fra», nnd. ein unversorgtes Kind. In den Kreisen sejner Kameraden erfreute er sich großer Beliebtheit.- : Vom Rundfunk leivfahlMiwertaa hi 4m Rihtimmi Mittwoch'- Präg! 7:00.SaIonorchestcrkonzert. 10.05 Deutsche Presse! 11.05 Orck»csterkonzert FLK-. 12.10 Chansons. 18,40 Tentschcr Arbeitsmarkt. 18.10 Deutsche Sendunit:' Dr Moucha: Reue! Bücher. 18.20 Arbei- tersunk! Leopold. Waniek: Arbeiter und Schule. 18.40 Sozlatinsormationen, 18.45 Deutsche Preise. 21.00 Uebcrtragüng aus Brüssel: Paul Gilson: Fracesca de Rimini, dramatische Kantate.— Sender kli 7.80 Salonorchesierlonzert. 14.15. Deutsche Sendung. Klndcrststndc.. 14.50 Deutsche Prelle. 18.15 Konzert. — Brünn: 16i5v Balalaikakonzert. 17.40 Deutsche Sendung:-Dr..'Etstein: Trqum, Wachen und Wirklichkeit,— KoNzertstunde. 20.10:„Rückkehr!', Rund» sunkipiel.— Pretzbürg: 10.85 Schallplattenkonzert. 17.40' Konzert' auf Kontrabaß. 20.55 Carl Maria Weber,:-Prcciosä.--- Käschaui 12.00:-Chansons. 10.10:-Populäres Konzcrt. 18.15 Tanzmusik.— Möhr. Ostrau: 15.00 Rundsünkorchestcrkonzert. 18.00 UnterhaltungSniusik. Es lebe die Prügelstrafe! Professor Waddle schreibt in seiner„Psy. chologic deS Kindesalters" unter dein Titel „Grausame Kindheit in der Schule" folgendes: '„ES ist noch gar nicht lange her, daß ein dentfcher Schulmeister nut Stolz über die Erfolge seiner 51jährigen Erziehertätigkeit folgen-, des feststellte: Er hatte an Strafen ausgeteilt: 911:508 Stockhiebe, 121.000 leichte Schläge, 209.000 Karzerstrafen, 126.000 Schläge mit dem. Lineal,. 10.200 Ohrfeigen, 22.700 Strafen in Form von'Auswendiglernen. Er zählte ferner auf, daß er 700 Knaben hat barfuß auf Erbsen stehen lassen, 6000 nmßten Narrenkappen tragen, 17.000 mußten strafweise die Zuchtrute tragest." Die inodernc Pädagogik hatte durchgeseht, daß jeder vernünftige Pädagoge die Prügelstrafe als entwürdigend für sich und das Schulkind be- trachtet. Die Nationalsozialisten haben die Prügelstrafe wieder zur Blüte gebracht. Cs wird in den deutschen Schulen mehr denn je geprügelt. Warum sollten die nationalsozialistischen Lehrer nicht prügeln? Hat doch der ReichSerziehuNgs- Minister R u ft alle bisherigen Verbote und Beschränkungen der körperlichcn Zucht aufgehoben mit der Begründung, daß der Lehrer ein von den Eltern oder dem Staate abgeleitetes Erziehungsrecht ausübe und daher auch die Freiheit zum Prügeln haben inüfse. Auch die amtliche Straf- rcchtskominission hat es prinzipiell obgelehnt, eine Vorschrift über das körperliche Züchtigungsrecht in den Gesetzentwurf aufzunehmen. Sie hat dieser Weigerung. hinzugefiigt, daß die frühere Entscheidung des Reichsgerichtes, nach der die Ueberschreitüng des Züchtigüngsrcchtos dienst- und rechtswidrig sei, nicht mehr maß- gebend sei. Es lebe die Prügelfreihcit der Nazipädagogen! Kurzwellensender bei Milnik? Das„Ceskk Slovo" berichtet als Organ des Postministers Dr. Frank«, dem auch die Rundfunkagenda unterstellt ist, daß am 1. Dezember d. I. mit denr Ba» einer Kurzwellenstation bei Milnik begonnen wird. Die ganze Station wird unterirdisch angelegt, um auf diese Weise vollkommen vor Fliegerangrissen geschützt zu sein. Die Einrichtung wird ganz modern und der Sendeapparat von großer Stärke sein. Der Milniker Sender Ivlrd sonnt als stärkster, tschechoslowakischer Sender gelten und vornehmlich deutsche Programme senden. Die Baukosten betragen etiva-4 Millionen K£, die Kosten der Einrichtung 22 Millionen KL. Staatlicher Eislaufkurs in Prag. Bom 25. November bis 5. Dezember wird im Präger Eisstadion ein staatlicher Eisläufkurs für'Professoren, Kandidaten der Turnerprüfung für Bürgerschulen und BereinsÜbungsleiter veranstaltet. Die Leitung deS Kuses, der unentgeltlich ist, hat Professor Dr. Käthe Hergl, Reichenberg, inne. Pflichtlieder an Bolks- und Bürgerschulen. Ein demnächst erscheinender Erlaß des Schulministeriums sieht für den Gesangsunterricht die Einführung von Pflichtliedern vor. Darnach werden an allen Schulen in jedem Jahrgang je vier Lieder gelernt tverden müssen, deren Text. der nationalen Gemeinschaft und der Zusammengehörigkeit aller Bürger deS Staates gewidmet ist. Verunglückte Bergsteiger. Sonntag- unternahmen der Innsbrucker Bergführer Max, Bruch mit zwei Touristen, Mäxmilian Fuchs und Mar- milian Braun, Angestellten des Innsbrucker Elektrizitätswerkes, eine Bergtour auf den nördlich von Innsbruck gelegenen Berg. Sünderkops und kehrten nicht mehr zurück. Montag früh wurden alle drei unter der Südwand des genannten BergeS tot aufgefunden. Bier Menschenleben vernichtet. In, Lunau bei DIrschau fuhr Samstag ein Transitzug von Deutschland nach Ostpreußen auf einem Bahnübergang in einen Leiterwagen, auf däm eine Mutter mit, ihren drei Kindern sah. Alle, vier wurden auf der Stelle getütet. Erdbeben in Venedig. Sonntag um 22 Uhr wurde in den Provinzen Udine undBelluno ein Erdbeben verspürt. Der Bevölkerung bemächtigte sich Panik. In der Provinz Belluno find 150 Häuser eingestürzt. Drei Dörfer wurden verwüstet. Bei dem Erdbeben in Obcritalien sind 22 Menschen ums Leben gekommen. Am Sonntag abends kurz nach zehn Uhr und am Montagvormittag gegen V Uhr wurden Nachbeben verspürt, die die Bevölkerung von neuem alarmierten, aber keinen ernsten.Schaden angerichtet haben. Man befürchtet,, daß noch einige weitere Opfer' unter den Trümmern begraben liegen. Sturm.iiber Nord- und Ostsee. Sonntag ivurde im norddeutschen Küstengebiet durchschnittlich Windstärke 11 bis 12 gemessen. Die See.war tief aufgewühlt. Die Schiffahrt ruhte vollständig. Allein in- der Elbemünduiig beim Feuerschiff „Elbe drei" lagen abends runK 40 Fahrzeuge, die besseres Wetter abwarten wollen: Hier stießen der schwedische Dampfer„Groeveland" mit dem deutschen Dampfer„Hansa" zusammen. Ersterer ivurde nur unerheblich beschädigt. Der-1766 Bruttoregistortonnen große- Dämpfer„Lübeck" wurde vom Stürm gegen den Bug-eines holländischen Schiffes getrieben und erheblich beschädigt. Der Holländer hat, anscheinend.keinen Schaden genommen.— Auf'RUgen warf der Stürm den Kleinbahnzug Bergen-Altenkirchen.' um..Zwei Personenwagen, zwei Güterwagen und der Packwagen ivurden von der Gewalt des Sturmes ans den Schienen-geworfen. Sieben Personen sind dabei leicht verletzt worden.— In Altenbruch südöstlich von Cuxhaven ivurde ein Landwirt das Opfer der.großen Ueberslutüngeu. Er Ziehung der Klassenlotterle' . ll nverbi»blich. Präg. Bei der Montag, Ziehung her V. Klaffe der 86. tschechoslowakischen Klaffenlotterie wurden nachstehende Getoinste gezogen: 20.000 Kd Los Nr. 80.888. 10.000 KO die Lose Nr. 88.897, 82980, 98038. 5000 K5 die Lose Nr. 379, 1085«, 282S4, 33244, 87097, 4482«, 50084, 60908, 72595, 79797, 10814«, 107781. 2000 K« die Lose Nr. 2763, 3089, 4014, 5110, 5653. 6972, 8061, 12467, 14087, 17373, 20236, 20245, 23754, 32504, 83184, 33638, 34394, 35811, 36097, 39591, 40472, 41501, 46840. 48718, 50345, 54794, 57156, 62179, 65637, 69020, 72558, 77728, 78288, 83116, 84266. 85933, 87603, 93697, 93804, 97376, 98898, 103773, 111760 usw. wurde beim Abtreiben der Tiere von der Wiejs von einer Flutwelle erfaßt und davongctrageü. Bei Hamburg ivurde ein 68jährigcr Landivirt auf der Jagd vom Hochivasser überrascht und sand den Tod in den Wellen. In achtzehneinhalb Tagen um die Welt. Auf dem New Aorker Flugplatz landete Montagum 15.46 Uhr der Nein Aorker Journalist H. R. Ekin'S, der seinen Flug mn die Welt in 18 Tagen, 11 Stunden und 13 Minuten vollendete.- Ekins verwendete nur reguläre Flug-, bziv. Dampflinicn, darunter auch den Zeppelin-Luftverkehr. Räch den Regengüssen ist daS Wasser des Skutari-See» und aller seine Zuflüsse gestiegen und in Skutari eingedrungen, Di« Verbindung mit Titana ist unterbrochen. Der schwere Sturm, der seit SmnSIag über Dänemark tobt, hat mehrere Unfälle verursacht. Bei Stege auf der Insel Moen stürzte ein Hau»«in. An der nordschleSwigschen. Westküste wurde erheblicher Schaden an den Deichen angerichtet. In Hoejer steht der Hafenplatz unter Wasser. Bei Bal- Ium brach ein Deich und die tiefer gelegene Kü« stenstrecke stand im Nu unter Waffer. Aus vielen Teilen des Landes werden Schäden an Gebäuden sowie an Telegraphen- und Telephonleiwngen gemeldet.' Fartenphotographie ohne Borsatzgeräte? Vor der Berliner Tages- und Fachpresse zeigte die I. G. Farben-Industrie mn Samstag ein neues sarbenphotographisches Verfahren, das auf einem rein chemisch en Prozeß beruht und kein■ Vorsatzgerät erforderlich macht. Das Verfahrenist jedoch noch nicht so weit entwickelt, daß cs bereits für Kinovorführungöftlme angewendet werden könnte. Fliegmd« Schlafwagen. Der Präsident der Panamcrican Airways, der zur Zeit in Honolulu weilt, gab Pressevertretern«ine Erklärung ab, iü der er davon Mitteilung machte, daß geplant sei, in etwa zwei Jahren Clipper-Flugzeug« mit Schlafkabinen in den Dienst Über den Stillen Ozean zu stellen. Sechs Maschinen seien bereit» in Auftrag gegeben. Aus'anderer Quelle verlautet hiezu, daß die.neuen Clipper-Flugzeuge doppelt so groß wie' die jetzigen seien, eine Spannweite von 56 Metern hätten und 850 Kilometer per Stunde erreichen würden. Gasrohrbruch— drei Tote. In der. Nacht zum Sonntag fanden durch einen Gasrohrbruch drei Per», sonen im Wiener IV. Bezirk, und zwar ein Installateur, seine Schwester und der.achtjährige Sohn des Installateur» den Tod. . Die- Groß« Medizinische Enzyklopödie,-deren. Herausgabe in- der Sowjetunion, vor neun Jahren, in Angriff genommen wurde, ist nunmehr, zum Abschluß gelangt.-Die Enzyklopädie besteht au» 85 Bänden, in denen 6896 Aufsätze, über 96 medizinische und mit der Medizin verwandte Fachgebiet« enthalten sind. Bei der Zusammenstellung und Red!»- gierung des Werkes wirkten 20 Akademiker, 692 Professoren und 1006 Wissenschaftler der Sowjet»' Union mit. Fußballer im Autobus verunglückt: In'der Nähe der Sjadt Münchtngrätz ereignete sich Sonntag um 14 Uhr ein Automobilunglück. Der' Autobus Jaroslav Tomsas aus Turnau brachte 16 Angehörige eines Sportklubs aus Turnau nach Jnngbunzlau, welche nachmittags einen Fußbällwettkampf' mit einem Jungbunzlauer Fußballklub absolvieren-sollten. Vor der Stadt.kam der Autobus auf der Straße in» Schleudern, fuhr auf die linke Straßenseite in den Straßengraben, wo er sich auf die Seit« legte. Von den- Passagieren wurden-drei Personen ernster verletzt/- Sie' wurden mit einem vorüberfahrenden Automobil in das Krankenhau» nach Turnau Übet- sührt-Dio.ührigen Insassen des Autobusse» erlitten Verletzungen leichteren Charakters, leisteten sich selbst die erste Hilfe und kehrten nach Hause zurück.' Der Fußballwettkampf fand nicht, statt.' -Telegraphisch« Bilder- U«b«rmittlung. in der Tschechoslowakei. Vom 20. Oktober I; I. ab künden Photo-Telegramme(d. s. Photographien, Bilder, Pläne, schriftliche Mitteilungen-mit der Dlaschine oder, handgeschrieben, Stenogramme usw.) auch im. Verkehr mit Belgien und Oesterreich befördert.wer-, den.(Bisher-bestand nur der Verkehr mit,,Frank-. reich, Deutschland und Großbritanien). Photo- Telegramme werden- in der Telegramm-Aufgaben«, stelle der Telcgraphen-Hauptstniion in Prag ll.,- Jindtiiska 14(Hauptpost) ausgegeben. Wahrscheinlich«» Wetter h«ut«: Unbeständig und vorwiegend.bewölkt, zeitweise Niederschläge. Nächt» meist eüvä» wärmer, später-vom-Notdibeften- -her erneut Abkühlung. WctteräU»sichten für Mittwoch: Veräbdärlich„Schnüer,. mäßig.-kühl) frischer' Aordwtsiwind..'.'' ?'• Neue englische Rleeenflugboote für den FlottenstUfcpunkt Singapöre-/ Der für das britische Weltreich-wichtige Flottenstützpunkt Singapöreauf der Malaiischen Halbinsel Won-Hinterindieii-^vird' vor äslem:gegen eventuelle japanische Vorstößebeschleunigt-a iiSgebant und verstärkt:-Zum.weiteren Schutz der. britischen JUtörcssen-wurden..jetzt'.dort-fiM- ganz neue Ricscnflugboote-der englischen Streitkräfte eingesetzt:-Hier sieht man zwei der große»- Maschinen bei ihrer Ankunft in.Plymouth, '' von w o'der Atlantikslug nach Singapöre seinen Ausgang-nahm.------v Nr. 244 Ticustag, 20. Oktober 1930 C.'it’.' 5 IMfcawirtecMt lM äoÄahwiM Unter den Clearinaländern, welche über die Hälfte der Ausfuhr in die europäischen Staaten auf« »nehmen, find Deutschland und Oesterreich die bedeutendsten. Der Export in diese beiden Länder ist ne« genüber dem Vorjahr zurückgegangen, während unsere Einfuhr aus Deutschland die Ausfuhr heuer übersteigt. Der Verkehr mit Jugoslawien, der in der gleichen Vorjahrszeit pasiiv war, ist jedt ausgeglichen, da- Aktibum mit Rumänien hat sich bei erhöhter Ausfuhr durch stärkere Importe verringert. Die Handelsbilanz mit Ungarn hat sich verbessert. Unter den früheren Goldblockländern sind die Beziehungen mit Frankreich, welcher immer mehr Waren einführt, ohne wesentlich mehr zu beziehest, unbefriedigend. Am schwersten hat unser Handel mit der Schweiz gelittem^ welche-ihr vorjähriges Paliivum gegenüber der Tschechosiotvekei'abbaut. Von den übrigen Staaten ist besonder» die Verdichtung der Handelsbeziehungen, zu England und dann zu Schweden bemerkenswert, die auf der Aursuhrseite«ine bedeutend grössere Steigerung aufweist als auf der Einfuhrseite. Dasselbe trifft auf den Sandel mit Russ- land zu, dessen Umfang stark gewachsen ist. Von den überseeischen Staaten Ist die ÜSA der wichtigste Abnehmer. Der Exportsteigerung steht allerdings eine weit gröbere Einfuhrvermehrung gegenüber, welche die Bilanz ungünstiger werden lässt als sie im Vorjahr war. Der Handel mit den übrigen Uebersee- staoten zeigt fast durchweg» grössere tschechoslowakische Importe, der Export in dies« überwiegend dem' Pfundblock angeschlossenen Länder ist jedoch uneinheitlich. Außenhandel nach Ländern Der Ausweis über deck tschechoslowakischen Aussenhandel nach Ländern für die Zeit vom Jänner bis September zeigt folgendes Bild (in Millio- nen Ki) r Einfuhr Ausfuhr 1986 1985 1986 1985 Clearing-Länder: Deutschland 956.0 820.8 850.1 859.7 Oesterreich 249.1 220.8 495.8 527.2 Ungarn- 99.8 81.5 111,2 94.8 Rumänien 288.6 151.7 294.4 256.0 Jugoslawien 228.4 258.9’ 228.6 218.8 Bulgarien 85.2 89.8 47.1 61.1 Griechenland 47.6 81.2 22.5 45.2 Türkei 48.1 . 52.8 90.0 62.5 Ehem. Gokdblock: Frankreich 819.5 254.0 228.0 214.4 Holland 208.7 184.7 216.8 200.6 Schweiz 225.2 185.8 254.7 459.8 Pfundblock: ., England 818.7 254.7 492.9 874.6 Dänemark 81.2 86.2 80.9 48.2 Norivegen 48.7 26.6 71.6 58.0 Schweden 122.4 104.5 159.6 127.2 Uebrige europ. Staaten: Polen 147.2 147.8 118.4 187.6 Belgien 152.7 118.6 116.8 104.8 SSSR 60.4 84.8 151.1 59,0 Ueberfee: USA 808.5 251.7 491.2 446.1 Argentinien 115.1 88.5 60.6 71.8 Südastika 18.0 8.8 59.0 42.0 Brittsch-Jndien 214.8 202.4 54.4 61.1 Aegypten 107.7 81.4 45.0 88.2 China 25.6 19.9 47.8 62.4 Brasilien 58.8 42.7 82.1 84.5 Ole Arbeitslosigkeit Im deutschen und Im tschechischen Gebiet Nach den„Mitteilungen des Deutschen Hauptverbandes der Industrie" waren von 1000 Einwohnern zu Ende September l. I. in der ganzen Republik 82.4, in den deutschen Gebieten 70.2 und in den tschechischen Gebietest 22.0, von 1000 Berufstätigen in der ganzen Republik 78.1, in den deutschen Gebieten 188.4 und in den tschechischen Gebieten 62.9 arbeitslos. 100 Arbeitslosen in den tschechischen Gebietest entsprachen im Juli l. I. 808 Arbeitslose in den deutschen Gebieten, im August 810 Arbeitslose'In den deutschen Gebieten und im September (nach den vorliegenden Ziffern) 811 Arbeitslose in dm deutschen Gebieten. Es ist also noch immer— trotz des Sinkens der Arbeitslosigkeit im Staatsdurchschnitte— in den deutschen Gebieten gegenüber den tschechischen eine Verschlechterung auf dem AvbeitSnmrkte zu beobachten. Der Wirtschaftsrat der Kleinen Entente Bukarest. Nach achttägiger Verhandlungsdauer wurde die Bukarester Tagung des Wirt« schastSrateS der Kleinen Entente abgeschlossen, lieber die Arbeiten wurde ein Kommuniquee ausgegeben, welches u. a. sagt: Zwischen Rumänien und Jugoslawien auf der einen Seite und der Tschechoslowakischen Republik auf der anderen Seite sind zwei Abkommen abgeschlossen worden betreffend die Aufhebung der Passvisa. Die Abkommen treten am 1. Jänner 1987 tn Kraft. Detaillierte und konkrete Arbeitspläne sind ausgearbeitet worden: 1. auf dem Gebiete der Zusanmienarbeit der Exportindustrie, 2. auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Unterrichtes und der landwirtschaftlichen Propaganda, 3. auf dem Gebiete der Normalisierung, 4. auf dem Gebiete der Zusammenarbeit der Eisenbahnen und schlich» sich 5,.auf dem Gebiete der sozialen Medizin und Hygiene. Auf dem Gebiete des Post-, Telcgraphen- und Telephonverkehrs sowie der Touristik sind die folgenden Resultate erzielt worden: Schaffung einer Post-, Telegraphen- und Telephon-Union zwischen den Staaten der Kleinen Entente, Griechenlands und der Türkei; baldige Herabsetzung der Telegraphcntaxen; Ausgabe von Marken in jedem der drei'Länder mit einem Spezialembltm der Kleinen Entente. Die Emission soll gegen den 1. März 1987 erfolgen. Auf dem Gebiete der Touristik ist die Durchführung des von der vergangenen Arbeitstagung aufgestesiten Planes der Zusammenarbeit mit Hilfe von Broschiiren, Plakaten, Preffeartikeln, Radio und Film festzu- ftjilleu. ,i>-... ‘ Am 29. September 1986 ist zwischen der Tschechoslowakischen Republik und Jugoslawien in Prag ein Vertrag betreffend die Sozialversicherung abgeschlossen worden. Nationalisierungserfolge hei der Tabakregie. Oülvohl die Tabakregie Maschinen nur dort verwendet, Ivo dies unbedingt erforderlich erscheint und verschiedene Arbeitsprozesse, deren maschinelle Besorgung billiger käme, den Arbeitern überlässt, hat sich der Stand der Tabakregie bei fast gleichbleibender Produktion von 19.000 Arbeitskräften im Jahre 1920 auf 10.000 im Jahre 1986 bermlndert. Zum Teil ist der Rückgang der Arbeiterzahl auch auf den Rückgang des Zigarrenkonsums zurückzuführen, da die Erzeugung der Zigarren im Gegenteil zur Zigarettenerzeugung auch heut« noch mit der Hand geschieht. MrtschaftSbelebung in Mähren-Schlesien. Neben der Schwerindustrie macht sich die Wirt- schaftÄelebung in Mähren-Schlesien auch in verschiedenen kleineren Industriezweigen bemerkbar. So ist z. B. die Korbmachcrindustrie in der Gegend von Morkowitz vollauf beschäftigt, und zwar' hauptsächlich mit Lieferungen für USA. Hier mussten in letzter Zeit sogar Arbeiter von auswärts ausgenommen werden. In Nordmähren wurden in letzter Zeit auch verschiedene kleinere Fabriken errichtet. Der Konzern der Staatsgüter. Die staatliche Güterverwaltung besitzt 40 Sägen, eine Torffabrik, drei Zuckerfabriken, eine Trockenanstalt für Kartoffelflocken, vier Molkereien, acht Brauereien, zwölf SpirituSbrennereien, vier Mühlen und Bäckereien, eine Spiritusraffinerie, -Ine Oelfabrik, zwei Steinbrüche, ein Elektrizitätswerk, eine Kistenfabrik, elf Ziegeleien und «ine Glasfabrik. Die Staatsgüter sind weiter an zahlreichen anderen Unternehmen beteiligt, und zwar mit einem Kapital von insgesamt 64 Millionen KL. Jndustrieverhandlnngen mit Rumänien. Dio Verhandlungen tschechoslowakischer Industrie- und Bankkreise über die Beteiligung von tschechoslowakischem Kapital an dem Ausbau der rumänischen Rohswfsörderung und Jndustrieerzeugung werden in Bukarest weitergeführt. ltas Nasslbu gestorben In einem Sanatorium zu Davos starb der abessinische Heerführer Ras Nassibn, der während des italienisch-abessinischen Krieges die Streitkräfte im Süden des Landes hefehligtc. Er hatte zusammen mit dem NeguS das Land verlassen, vorübergehend in London geweilt und dann in Davos Heilung von einem Lungenleide» gesucht, dem er erlag. Achtung auf„bohchewittitche“ Aktionen! Dunkle Pllne der Hltler-Flllalen Aus Wien wird berichtet, daß sich die östernelchlschen Natwnalsozialisten eine neue Taktik zurechtgelegt haben. Sie versuchen nicht mehr die sozialistischen Arbeiter mit radikalen Schlagworten zu ködern, sondern stellen nun den Bolschewistenschreck heraus. Die Tschechoflowakei wird von der braunen Propaganda kräftig verunglimpft. Sie verbreitet auch die Behauptung, daß in Oeftorveich ein bolschewistischer Putsch bevorstehe und daß hiezu aus der Tschechoslowakei die Waffen geliefert werden solle». Das läßt di« Vermutung zu, daß die Autstro-RaziS irgendeine„kommunistische Revolte" inszenieren wollen, um dann zur„Abwehr des Bolschewismus" ihren eigenen Putsch zu machen. Es ist allerdings fest damit zu rechnen, daß kein österreichischer Arbeiter auf diesen halsbrecherischen Schwindel hineinfallen wird. Interessant ist nun, daß wir auch anö unseren deutschböhmischen Grenzgebieten ähnlich lautende Berichte erhalten. ES ist doch mehr als Gute Aussichten der Labour Party. In etwa vierzehn Tagen werden in England Gemeindewahlen.sein, Die Labour Party hat für diese, WählHii'''gtöh« Eksölgsässssichken.'Augenblicklich' verfügt sie in 42 Gemeinderäien' über eine Mehrheit. 1931—1932 waren nur 16 rote Diehrhei- ten, 1929—1081 waren cS 23. Die Vorwärtsentwicklung der Arbeiterpartei ist seit 1929 sehr ansehnlich. 1929 hatte die Partei in Wales einen Rekordgewinn von im galten 219 Mandaten. 1930 verlor sie 73 Mandats und bei den Panikwahlen von 1031 gingen nochmals 288 Mandate für die Partei verloren. Der totale Verlust in diesen beiden Jahren betrug 811 Mandate. Diese Verluste waren aber nur vorübergehender Art! 1982 war wieder ein Gewinn von 22 Mandaten aufzuweisen, 1933 wurde sogar der Rekord von 1929 durch einen Gewinn von 286 Mandaten geschlagen. Darauf folgte 1084 ein neuev Rekord: Der Gewinn betrug In« ganzen 305 Mandate. Im letzten Jahr wurden wiederum 30 neue Mandate erobert. So glich die Partei nicht nur den Verlust von 1031 aus, sondern weist in den letzten vier Jahren einen totalen Mandaisgewinn von 508 auf. Diese Ziffern sind für die koinmen- den Wahlen ein gutes Vorzeichen. auffallend, daß die SdP in« vorigen Winter Arbeitslosen-Demonstrationen arrangierte, während sie Heuer das NvtstandSproblem kaum erwähnt. Dafür wurde auf der Teplitzer Tagung die Mär verbreitet, Henlein hab« die„Bolschewisierung" der sudetendeutschen Gebiete verhindert. Das sollte gewissen tschechischen Kreisen di« politischen Gendarmendlenste der SdP gegen etwaige soziale Unruhen im Grenzgebiete offeriere». Wie wir auS mehreren Gebieten unterrichtet werden, wollen die Henlein-Leute in diesem Winter Arbeitslosen-Krawalle unter konnnunistischer Flagge inszenieren. DaS würde ihnen innenpolitisch nützen und außenpolitisch die Hetze gegen die ,,bol-' schewisterte" Tschechoslowakei unterstreichen. Wir warnen die Arbeitslosen aller Richtung en vor Provo- kateuren, die im Dien st e einer fremden Macht stehen! Nazifizierung DanzigS. Nach einer Meldung auS Danzig hat das dortige Arbeitsamt iir der letz- ,test' Zeit jd'en polnischen''Firmeck ststf'tstni Gebiete der Freistadt Danzig nicht gestattet, polnische An-, gestellte und Arbeiter I» ihren Betrieben zu beschäf-' tigen, sondern eS zwang diese Unternehmungen zur Einstellung deutscher Beamter und Arbeiter, welche Mitglieder der nationalsozialistischen Partei sind. Der Generalkommissär der polnische» Regierung Minister Pappö hat beim Senat der Freistadt Dan-, zig gegen dieses Borgehen des Arbeitsamtes Protest erhoben, weil diese» deck Gesetzen widerspreche und die Interesse»'Polens verletze.■. Würdige Feier. Wie engsische Blätter melden, überfielen Danziger Nazis unmittelbar nach Bekanntgabe des Verbots der Sozialistische» Partei eine ZentrmnSversammlung und schlugen 15 Katholiken mit erheblichen Verletzungen nieder. Fünf von ihnen liegen in lebensgefährlichem Zustand im. Krankenhaus und mit ihnen auch einer der. 20 Juden, die zugleich auf den Strassen in dem bekann-, ten Sinne der aufbaueuden Volksgemeinschaft be-■ handelt worden sind. Eine Zuflucht für deutsche Kultur Eine amerikanische Gilde für deutsche , kulturelle Freiheit m. w. Ein Plan, der in den Frühlingstagen dieses Jahres in New gork seine erste Gestalt be-1 kommen hat, beginnt nun Im Herbst in Kalifor-1 nien zu reifen. Dieser Plan ist, zum Schutze der deutschen kulturellen Freiheit eine amerikanische G!lde< zu begründen. Das soll der Rahmen sein,. aber die eigentliche Stätte der lebendigen Wirksamkeit soll in eine»Deutsch« Akademie f ü r K u n st und Literatur" verlegt werdest: Ihr ist da» zweifache Ziel gesetzt,„der jüngeren Generation der deutschen Intellektuellen zu helfen, ihr Werk auch im Exil fortsehen zu können und die älteren, international' anerkannte» Intellektuellen mit den neuen Pfadfindern in enger Fühlung z'u halten". So formuliert es das Programm, das Prinz Hubertus Löwenstein, der ehemalige Ju- gendführcr des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, unter Mitwirkung des' langjährigen Feuilletonisten des„Berliner- Tageblattes" Dr. Arnold Höllriegel" entworfen' hat. ‘v„Obgleich sich", so führt das Programm weiter au»,„die zivilisierte Welf in Masse zusqmwen- gefunden hat, die Flüchtlinge aus Deutschland zu unterstützen: so ist«» doch wohl bekannti dass noch niemand an«ine gleiche Methode gedacht h a t, K ü n st l e r n, Schriftstellern und schöpferischen' Intellektuellen im allgemeinen zu helfen. Die schöpferi- schen Intellektuellen waren feit je die Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft, für die es immer am schwersten war, vorzusorgen; doppelt schwer wird das, wenn sie entwurzelte, heimatlose Männer und FrckUen find, wie dit deutschen Exilierten." Der Keim dieser Idee, war in dem Buch Löwenstein»„Nach Hitlers Fall" niedergelegt. Schon dort rief dieser tapfere Kämpfer gegen den Faschismus alle-grellnde der Kultur auf,„die geistigen Schätze der Deutschen zu sammeln, allüberall in der Welt, und In dieser Aktion alle jene zusammenzuführen, die geistige oder. Familienband« mit den Schöpfern dieser Kultur vereinige»".'^' So wird also diese Akademie, die Hehersiefe- rungen der freien.germanischen Kultur pflegen und im besonderen ein Medium schassen,. dank dessen Wirksamkeit sich deutsche Schriftsteller,^ Künstler und Gelehrte auf. allen Gebieten werden' frei ausdrücken können/ wie eS immer in Deutschland.'war,„unbehindert von politischer Zensur und von Unterdrückung", Diesen Msttel- , punkt soll die auserlesene Schar von Künstlern, ! Gelehrten, Schriftstellern und Musikern, bilden, ; die Mitglieder der Akademie.„Das Ziel soll nicht , nur sein, den Exilierten materielle Hilfe zu brin- | gen, sondern auch die Gleichheit einer Kultur in ! der bestick, lleberlieferung«ine» Volk» von Dichtern und Deickern.so unberührt wie möglich aus- rechtzuerhalten." . Die Gilde wurde schon, im April„incorpo- j riert", d. h. nach dem amerikanischen Vereinsgesetz -gebildet. In dieser amtlichen Urkunde ist die Gilde al» ein Instrument bezeichnet, da» Schrift« i stcller und Künstler wieder befähigen soll, frei zu schaffen,„nicht gebunden an eine Lehre, die dem wahren Geist Deutschlands entgegengesetzt i st, wie ihn Schriftsteller Ivie Lessing, Kant, Goethe und Schiller ver- körpern". Dieses Dokument ist von den Gründern unterzeichnet, dem Prinzen Löwenstein, dem Schriftsteller Emil L e n g y e l, den Professoren der Columbia-Universität in New gork, James T. Shotlvell und Robert Mc. Jver, den Professoren Alvin Johnson und Dr. Horace M. Kallen vom sozialen Forschungsinstitut von New Nork, von Thomas Ma n n, von dem Herausgeber des„Gemeinwohl"(The Eommonweal) und von dem früheren Herausgeber der hochangesehenen amerikanischen Zeitschrift„The Nation" Oswald G. Billard.- Diese Herren bilden auch den HaupiauS- schuss für Amerika. Sie decken mit ihrem Namen diese» zukunftsreiche und Amerika'.so sehr ehrende Untirnehmen; andere haben ihre Unterstützung zugesagt, wie zum Beispiel der grosse Geiger Bronisläw H u b e r m a'n'n. Auf seine Propa- gändafährt durch Amerika kam Prinz Löwenstein auch nach Kalifornien. Hier konnte er in LoS Angeles den katholischen Erzbischof Cant well, den«vangelischen Dekan. B e a n von der. St. PaulS-Kathedrale und den Mrenden Rabbiner Edgar Magnin für seine Idee gewinnen, den Präsidenten der Universität Dr. Rufus von Kl« in sm i d und neben dielen andern bedeutenden Persönlichkeiten auch den grossen Filmregis- scur Ernst Lubitsch. Ihren Geburtstag beging die Gilde in Los' Angele» mit eine.m Konzert de» Symphonieorchester», geführt von Otto K l e m p e r e r, der mit dein ganzen Schwung seiner Dirigentenkunst t Mozarts Ouvertüre zur„Zaubcrflötc" und Beet-. Hovens Dritte Symphonie, die„Eroica", dem. atemlos lauschenden Auditorium vorführte. Das Konzert zog auch viele andere Freunde der neuen Rettungsgesellschaft für die deutsche Kultur an, wie die Künstler Max Reinhardt, Fredcric March und Paul M u n ch. Zwischen, die beiden unsterblichen Werke waren Tonschäpsungen führender Meister unserer Tage geschoben, die erste amerikanische Aufführung der Vertonung Von Rainer Maria Rilkes„Du, Nachbar Gott..." für Orchester und Bariton von Ernst Toch, auch eines der vielen Mitglieder der hiesigen Künstlerkolonie. Dieser Geburtstag der„Deutschen Akademie fiir Kunst und Wissenschaft in Amerika" Ist«in vielversprechender. Anfang.' Auch der finanziell« Ertrag dürfte ansehnlich sein." Erstes Ziel ist, 25.000 Dollar zu erreichen,'.. Damitkapwdas Wert praktisch begonnen werden. Zu seiner. Vollendung sind«ine'Viertelmillion/Dollar vorgesehen. Die Hoffnung, dass dieses Ziel auch iuirk- lich erreicht wird, ist eine berechtigte» denn hinter dem Werl steht die Jugendtatkraft des Prinzen Löwenstein, in dessen Arbeitsraum die. gerettete Flagge des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold stolz von der Wand grUsst. Es sind nicht wenige deutsche Künstler,-Gelehrte und. Schriftsteller, hie sich von diesem'Kstl- turwerk, das ick Parih, Zondön, Neiv Nörk und Präg ihre Haiiptstellen'haben''soll',''Mik Recht ideell«.und späterhin wohl auch materielle Förderung versprechen können. Es sind ja leider Legionen Jiitelleltueller, die der Faschismus entwurzelt hat und die eine neue kulturelle Heimat suchen und... brauchen. Seite S „Sozialdemokrat Dienstag, 30. Oktober 1030, Nr. 244 Vortrago Kunst und Mssen KuL der Sudel VereinsnucHdden 8port-8plek-KöGerpfkege Derlunoet überall MnHM I verabredet»nb tatsächlich- befinden sich unter dem Beweismaterial eine Serie solcher Darstellungen, des tschechischbiirgerlichen HazeiiaverbandeS ein Spiel aus, dessen Neingelvinn den Arbeitslosen zufällt. Xn„ an einem Bannt ein unbekannter Mann er« hängt aufgeftlnden. Er ist zirka 70 Jahre alt. erber bei de» ls' Löhne und Kollektivverträge Ist daS Thema einer Vortrages, dem Josef B i l I n a mn Donnerstag, den 22. Oktober, abends halb 8 Uhr im Winter- Saale des FürsorgeministeriumS in tschechischer Sprache halten wird. Eintritt ist frei. mastnahme der Angeklagten bandelt. I ar o s l a v Peer Ist des Verbrechens dec Geldverfälschung angeklagt, ein Delikt, das bei Rückfall sehr schwer bestraft wird; sein Bruder Emanuel Deer des Versuches der Anstiftung zur Mittäterschaft an diesem Verbrechen. Den Vorsitz führt OGR Dr. Svoboda, die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. TrZickh. In den Rachmittagsstunden wurde die Verhandlung. auf heute vertagt. Gerdtemelsterschaften des Prager DTJ-Krelses In der Turnhalle der DTJ ZiZkov wurden anr Sonntag die Gerätemeisterschasten des Prager DTJ-Krelses ausgetragen, zu welchen fünf Bezirke 84 Turner entsendeten. In der Unter- und Mittelstufe traten fe sechs Sechser-Mannschaften an, die als die Besten aus ben Ausscheidungskämpfen der Bezirke hervorgegangen waren. E» wurden ganz achtbare Leistungen geboten und- verschiedentlich auch Hebungen. mit neuen Kombinationen. Schöne Ergebnisse zeitigte dar Turnen der Oberstufe, die einen Zehnkampf mit Hebungen am Reck, Barren, Pferd, Ringen, Pferdüberspringen und im Schießen zu bewältigen hatte. Als Sieger ging hier Pastrüäk(Karlin) mit 181.50 Punkten hervor. gefolgt von Doch(Russe) 182.75, Prajma (Prag III—IV) 180.85, Houdek(Holleschowitz) 155.25. Vrbenikp(Dejwitz) 150.75 Punkte. In der Mittelstufe blieb die Mannschaft des 1. Bezirkes.(Prag) mit 478 Punkten erfolgreich,' sodann- folgen 84.. Bezirk(Kramp), 15. Bezirk (Prag VII).. Der beste Einzelwettkämsfer war Herberger(DTJ. Zijjkov), welcher 80 Punkte eh er, und so mußten statt seiner«twsage die seinerzeit g;,,, Huzeua-AuSwahlmannschnst de» Prager lin 4:4. w t ihm aufgenommenen Protokolle verlesen werden.\ DTJ-Kreise« trägt am 28. Oktober mit einem Team> Elnaesendet. Ein bedeutungsvoller Besuch in Proftijov. Am Mittwoch, den 14. Oktober, kam in Proftijov der Einlaufschef des größten Kleiderkonzebn» Hollands, Herr Arts, an. Beinahe den ganzen Tag verbrachte er in der Fabrik für Kleidung, Marke Sbor, wo er, grobe'Bestellungen für, die Wintir- und Frühjahrssaison tätigte. DieS ist der beste' Beweis, dab sich die Erzeugnisse Marke Sbor wegen, ihres erstklassigen Schnittes und Material» und wegen ihrer billigen Preise auch im Ausland grober, Beliebtheft erfreuen. Die Fabrik für Kleidung Marke S b o'r exportiert schon viele Jahre lang beinahe 80 fo des ,;’'^WU^.„■“ja'Ä(, l. ' sächlich in den nördlichen und westlichen Staaten Europas für die Verbreitung des guten Rufe» der Protznitzer Konfektion. Laut unseren Informationen ist die Fabrik für Kleidung Marke Sbor für 8 bis 8 Monate mit guten Rohmaterialien eingedeckt. Sie hat noch zu einer Zeit eingekauft, als fie die Möglichkeit hatte, sehr billige Preise beim Einkauf rein wollener Waren zu erzielen. Diese Borteile- überträgt sie natürlich ohne jede Spekulation auf die fertigen Erzeugnisse, mit denen sie-auch fn Zukunft i zum Vorteile der Kunden, ihre 180 Verkaufsstellen in der§SR.^ wird verseh?»-können. Die Fabrik für- 'Kleidung. Marke Sbor hatte und wird auch weiter das Interesse de» Verbraucher» im kluge haben und/ garantiert nicht nur, zu nicht erhöhen Preisen zu verkaufen, sondern sie wird auch weiterhin den Wei-- ten Kreis ihrer zufriedenen Kunden die Möglichkeit geben, gute Wollwaren billigst einzukaufen.- 8787 Kinderfrennde, Prag. Heute um 8 Ahr abends im Parteiheim Smeikh 22, w i ch t i g e AurschußfitzUng. Die Generalvetsämulluiig beS Ariel- ter-Turn- und Sportvereine», Prag, findet am Mittwoch, den 4. November. um 8 Uhr abends im Hotel »„Monopol" mit der üblichen TageS- prag ordnung statt. Diese Generalversammlung ist verbunden mit einem j Vortrag unseres Kreissekretärs Genossen Kunig (Aussig) über„Die Jugend im AiuS".— AuSschuss» sitznng am Mittwoch, den 21. Oktober, um 8 Uhr abends im Bildungsverein deutscher Arbeiter. Deutsche BolkSfinggemeinde Prag. Dienstag um 7 Uhr Frauen- und halb 8 Uhr Männerprobe. ES werden neue Chöre einstudiert. DerAuSsch u st. Zeit tvar. Verschiedene kleine Händler, Trafikanten u. dgl. kamen auf diese Weise zu Schaden. Eine Anzeige au» der Zwangsarbeitsanstalt war e», die die Detektive auf den einsiedlerischen Bewohner de» Hotel» Morstein aufmerksam machte, der sich als B o h u m i l K o p e c k y gemeldet hatte, in welchem aber der wegen Äeldfälschung vorbe strafte Jaroslav Peer festgestellt wurde. Der.... Anzeiger ist ein Insasse der ZwangSarbeitSanstalt, stellungen, aber nur bis 1. November. Preisermä- namen» Krupiäka, der dort mit dem älteren Bruder Peer», Emanuel, beisammen war und der erklärte, dieser habe ihn zur Mitarbeit bei der Anbringung falscher Fünfzigkronennoten gewinnen wollen, al» deren Erzeuger er unter Anführung zahlreicher Einzelheiten seinen Bruder Jaroslav ae- nannt habe, der„ein richtiger Künstler" sei. Für seine Mitarbeit habe er ihm einen 50prozentIgen Gewinnanteil zugesichert. Die Haussuchung bei Jarossav Peer förderte schwer belastende Indizien zutage. Dian fand größere Papiervorräte gleicher -Qualität, Ivie daS Material der Falsifikate, man fand Papierabschnitzel, derenLänge mit der der Falsch noten genau übereinstimmte und Farbensiecke tru gen, die anscheinend von der gleichen Farbe herrührten, mit der einzelne Falsifikate bedruckt waren. Dazu bemerkte allerdings der al» sachver ständiger Zeuge vernommene Jng. Cern och von,... der Notendruckerei der Nationalbank, daß ein hun-, s ch o I I_e, volkstümliche Vorstellung, dertprozentiger Identitätsnachweis auf keine Weise zn erbringen fei. Was den verdächtigten Jarossav Peer betrifft. so leugnete dieser von Anfang an jede Schuld und erklärte, er habe sich lediglich auf Herstellung pornographischer Bilder verlegen wollen, weil er auf diese Weise bei seinem Zeichentalent viel Geld zu verdienen hoffte. Bei dieser Aussage vermochte er allerdings verschiedene Unklarheiten und Widersprüche nicht aufzuklären. Nachzutragen wäre»och, daß die Empfänger der Falschnoten meist erst am nächsten Tag auf den. Be trug kanien und, soweit sie sich überhaupt des Er legers der falschen Note erinnerten, nur aussagen konnten, eS habe sich um einen jungen Bur schen' gehandelt, der den Hut tief ins Gesicht ge zogen hatte, so daß sein Gesicht nicht zu erkennen war. Bei dieser Sachlage fiel die Aussage de» wähnten Krupiöka schwer in» Gewicht, mehrfach die erstattete Anzeige bekräftigt und polizeilicher Konfrontation mit dem Bruder Hauptbeschuldigten, seinem Zwangarbeitsanstalt». kollegen Emanuel Peer, aufS bestimmteste wiederholt hatte. Dieser Emanuel Peer, ein alter Dieb, legte damals schließlich ein Geständnis ab, da» sich im wesentlichen mit der Aussage KrupiikaS deckte. DaS war freilich nur beim Polizeiverhör der Fall. Später widerrief Emanuel Peer die seinen Bruder belastende Aussage und bei der Hauptver- handlung erklärte er, er sei bei der Polizei ge waltsam zu dem Geständnis genötigt worden.- - Der Kronzeuge Krnpiöka aber überraschte die Geschworenen damit, dass er auf keine Frag» antwortete. Erst auf vieles Zureden erklärte er bloß, er"„sei line, Gesang und Rezitation. Tschechische Theatersorge«. Auf der Generalversammlung de» tschechischen Theaters in Olmüh wurde festgestellt, daß die Theaterschulden vier Millionen Xi erreicht haben. Da» Vorjahr schloß mit einem Defizit von 801.000 Xi. Da» Abonnement 1936—37 im Deutschen Theater hat tzegonnenl Boller Ersatz der gespielten Vor- stigung bis zu 65 Prozent! Es stellt sich pro Borstellung: Ein Viertel Parkett auf Xi 14.80, ein Viertel-Galerie auf Xi 5.80, ein Achtel-Parkett auf 15.40, ein Achtel-Galerie auf Xi 6.50. Dagegen normale Kassenpreise: Parkett Xi 87.—, Galerie Xi 17.—. 50prozentige BonS für die Kleine Bühne etc. Zahlreiche hervorragende Gastspiele im Abonnements Spielplan de» Reum Dentschm Theater». Dienstag, 7sh: JakobSfahrt, Al.—Mittwoch, TM: Die Reiterpatrou ille, B8.— Donnerstag, 7%: Die neugierigen Frauen, C2. — Freitag, 8: Sie Hofloge, D.— Samstag, 7*6:EineNachtinBenedig: volkstümliche Vorstellung, Abonn. aufgehoben.— Sonntag, 2;b:LaBoheme;7^b:DieFledermauS, Gastspiel Erna Sack, C 2. Spielplan der Kleine« Bühne. Dienstag, 8 Uhr abends: Menfchenauf der Eis- I' 7“;■" 7'.I Mitt woch, 8:DaSHerz.— Donnerstag, 8: Dr. m e d. Hiob PrätoriuS, volkstümliche Vorstellung.— Freitag. 7sh: DaS Herz, Theatergemeinde der Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag, 8: DieFreier, Erstaufführung.— Sonntag, 8: Mein Sohn— der Minister; 8: Die Katze läßt daS^iausen,nicht.. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder bn Bezug durch die Post monatlich Xi 16.—, vierteljährlich Xi 48-—.halbjährig XL 96.—. ganzjährig Xi 193.—.— Inseratewerden- saut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschältungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung.der Retourmarken.— Die ZcitungSfrankatur wurde von der Post- und Tele- ..: graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.80Ü/VII/198Ü bewilligt,— Hruckerei:,„Orbis", Druck-, Verlags- und Zeitu»gS-A.-G. Prag. RW Prag Donnerstag, den 22. Oktober, um 8 Uhr abends im Parteiheim Pflichtabend Da» Erscheinen aller Genossen, auch der in die Reserve eingereihten, ist unbedingt erforderlich. ES werden ivichtige Dinge über den Reichsaufmarsch‘ und über die nächste Arbeit zur Sprache gebracht werden., Heute, Dienstag, um 6 Uhr Schwimmalend in der Klimentska. DFV-Dlvislon In Prag standen sich D F C und W a r n s- dorfer FK gegenüber. Die Prager gewannen da» Spiel mit 5:0(1:0). Daß die WarnSdorfer auch diesmal verloren, war nach ihrer Saazer Nie derlage vorauSzusehe». Die Mannschaft bietet nicht viel de» Guten, so daß sich weitere Erwägungen er übrigen. Wie aber der DFC diesmal^spielte", ist immerhin erwähnenswert. So-ein stümperhaftes Spiel, wie es in der erste» Halbzeit vorgeführt-■. ,••>„...--„--. wurde, war nicht zu überbieten. Auch nach der Pause, i«»samten Kontmgents für Kleidung und sorgt Haupt, obwohl in dieser Periode die meisten Tore fielen,' war nicht viel vom Können zu sehen. Die WarnS dorfer waren in diesem Abschnitt mit ihren Kräften zu Ende und die restlichen Tore deS DFC wären auch von nicht so bekannten Spielern zu erzielen ge wesen. Kurzum, das Niveau, das durch einige RoheiiSakte noch mehr gedrückt wurde, war nicht da zu angetan,.. diese Diviflonsspiele sehenswert zu machen. Schiedsrichter war der Karlsbader Pfvtzner, dessen besseren Tage anscheinend auch vorüber sind. Der Teplitzcr FK-besiegte daheim den S.aazer DSV mit 8:0(1:0). Die ersten Punkte holten sich die Prager Sportbrüder in Gablonz, da sie den DSK mit 8:8(8:0) schlagen konnten. Eine weitere Ueberraschung bildet der 8:1(l:1)»Sieg des Karlsbader FK in. Reich ende rg über den RFK. Einen harten Kampf gab es in K o m o t.a u, wo der dortige D F K mjt der SpVg Bodenbach 8:8(1:1) spielte. Sportbrüder Schreckenstein verloren daheim gegen B S K G ablonz mit 1:4(0:1).— In der mährisch-schlesi sehen Gruppe wurde der SK M.-Schönberg--mit 0:4(0:8) vom DSB Oderberg, besiegt. In Brünn schlug der DSB bei,großer Ueberlegenheit den-DSV Trovpau nur mit 1:0(1:0). DFC Jglau gewann gegen Jäger.ndorfer SB mit 4:2 (2:1) und der DSK Tesch en gegen DSB Witk-witz mit 8:12(1:1): zielte. AuSgetragen wurde ein Fünfkampf, der Reck,! In der tschechischen Division Mittelböhmen ae« Barren, Pferd, Pferdübersprung und Schießen um- langte nur ein Spiel zum Austrag, und zwar schlug .ja jtolin mit 1:0 den SK.Altbunzlaü.— In der Division Böhmen-Land besiegte Hokovice mir 5:1 ! Vielleicht spielen bei dem unerklärlichen Schmollen des alten Kriminalbrudcrs KrupiikaS enttäuschte Hoffnungen eine Rolle, die er an seine Anzeige geknüpft haben mag. U. a. bestätigte übrigen» ein Zeuge, er habe mit Jarossav Peer die gemeinsaine Herstellung und ,. Sonstige Fnssballergebnisse. Prag: DoheMlanS gegen CAFC 8:8, Viktoria Zijskov gegen Cechie Kar- 7'.. 7.7.— Nacho d: SK gegen SK Pardubitz 4:0. — Pilsen: SK gegen Viktoria 8:2.— K arls» bad: DFC GraSlitz geg. Sparta 4:8.— Brü nn: ZIdenice gegen Gau-Team 5:8, Mor. Slavia gegen Brünner S.K 10:0.— Prostnitz: Hana-Gau geg. sckilesischen Gau(tschechisch) 6:4.— Pre stbura: KiSpcst Budapest gegen CSK 4:8(1:1).— W i e n: Vienna gegen Rapid 2:8(1:1), Austria gegen Flo« ridsdorfer AC 1:0, Admira gegen FC Wien 1:1 (0:0), Sportklub gegen Wacker 2:0, Hakoah gegen Fav. ÄC 8:0, Postsport gegen Liberia» 1:1(1:1). — Budapest: ESE Neuhäusl gegen Budafok 4:8.— Amsterdam: Südholland gegen Luxem« bürg 4:4. Zwei Misserfolg» de» Nazi-Fussball». Nach dem Erfol- gegen den tschechoslowakischen Fustballverband traten vergangene Woche die Nazi-Fußballer'des Dritten Reiche» mit großen Hoffnungen in Glasgow gegen Schottland an und verloren 0:2 und Samstag gab e» gar eine kräftige Abfuhr von 2:5 im Spiel mit Irland. faßte. Der-gleiche Fünfkampf' wickelte sich auch in der Unfterstufeab.' Auch hier ging die Mann-... M,..,.. schäft des 1. Bezirkes.(Prag), mit 507.50 Punkten, den SK Königgrätz.—.In Brünn wurde im,.Hivi- als Sieger hervor, gefolgt vom 18. Bezirk(Smichov) sionsspiel Waka Zlkn von MoraViä mit'2:4 ge- «. 479, 15. Bezirk(Prag VII) 476.75 Punkten. Die.schlagen.'„,..... Ter Verkehr auf der neuen Strecke der elek- heute kein freier M en sch und werde erst spre- beste Eiuzelleistung erzielte Socha(DTJ Jinonitz). ... chen, wenn/er im Jahre 1988 au» der Zwangs« mit 88 75 Punkte» arbeitsanstalt entlassen sein werde". Dabei'blieb, er und so mußten statt seiner Aussage die seinerzeit ■ Hedektssaak M Geldfälscher oder Hersteller von Pornographien? Zweitägiger ungewöhnlicher Indiden- prozeß— Ein Kronzeuge, der jede Aussage ablehnt Prag,(rb.) Vor drei Jahren wurde der heute 28jährige HandelSgchilse Jaroslav Peer von dem hiesigen Schwurgericht wegen des Verbrechens der Geldfälschuiig zu zwei Je en schweren Kerker» Ucrurteiit. Ec hatte damals Hmidertkronennote» fgbriziett— auf recht primitivem Wege, nämlich durch photographische Vervielfältigung, die er dann mit Farbstiften kolorierte. Immerhin gelang es ihm, in schlecht erleuchteten Geschäften einige der Falsifikate in Umlauf zn setzen, ehe man ihn er wischte. Nach Verbüßung von zivei Dritteln der Strafzeit wurde er bedingt aus der Strafe entlas sen und unter Polizeiaufsicht gestellt, der er sich je doch zu entziehen wußte, indem er sich in dem kleinen Hotel Ntorstein in Gbell unter falschem Namen ein mietete und dort ein derart zurückgezogene» Lebe» führte, daß er allgemein ansfiel. Er gestattete nie mandem Zutritt zu seinem Zimmer, räumte selbst auf und ging nur zur Dämmerstunde au», um Einkäufe zu besorgen. In der gleichen Zeit wurde eine ganze Reihe falscher Fünfzigkronennoten in Um« lauf gesetzt, und zwar stets bei schlecht beleuchteten,-...... Tr.. Verkaufsständen oder in Läden, wo starker Andrang, 92. Oktober, um 20 Uhr im Saale des LhzeumS. herrschte, so daß zur Prüfung der Geldscheine keine- Am Programm Werke für Obeo, Klarinette, Bio- -.l.tl Imam O! J.t.S,.... If.!.«. I litt» lUsiAHA IIHn W Erst» Arbeitervorstellung der neuen Spielzeit war am Sonntag nachmittags Jenbachs und Wilhelm Grüns Operette einer Tänzerin „Gabh". Da über de» Wert uikd Unwert dieser Operette an dieser Stelle bereit» gelegentlich ihrer Erstaufsühriing das NoNveudige geschrieben wurde, können wir un» heute darauf beschränken, zu berichten. I dab die Aufführung de» Werke» unter der nicht allzu irhhthmischen musikalischen. Leitung Herbert Pop- ! P e r» anständige» künstlerisches Niveau hatte und j den Beifall des sehr zahlreich erschienenen und > freundlich gestimmten Publikums fand. Als durch- ! an» zutreffende Neubesetzung ist jene der Rujena !mit Frau Carpentier zu erwähnen, die auch dieser unbedeuteliden Partie ihre Bedeutung gab üpd damit wahre» Künstlertum zeigte. Die künstlerischen Leistungen der übrigen, durchweg» passioniert ihren Aufgabe» dienenden Mitwirkende» wurden hier ebenfalls bereits gewürdigt. E. I. Deutsch» Akademie für Musik und darstellend» Kunst in Prag. Interner Abend, DomierLtag, den irische» Strassenbahn Straiiniee—Zäbkhlice-Gar- tcnstadt tvnrde am Sonntag vormittags nm 10 lihr in feierlicher Weise eröffnet. Der Vorsitzende deS Verwaltungsrates der elektrischen Unterneh mungen Jng. M ö I z e r erklärte u. a., daß mit dein heutigen Tage'der Stadtrat eine weitere . Etappe seines Programmes beendet habe, in dem er auch tveiierhin fortschreiten werde. Seine ' tveitere Sorg» lei Hoftivar, die Straße nach ,»>».,>>-»..»» v--.—->» Ceti«) Kostelee und die Verbindung mit Zäbih-! den Verschleiß von pornographischen Darstellungen '.,-„.', Beweismaterial eine Serie solcher Darstellungen, -'m Rtegerpark. Sonntag, den 18. Okto- mobei freilich nicht erwiesen ist. ob e» sich nicht um bcr 1086 nm 19 Uhr wurde im Riegerparkm Prag, e,,ie;,n vorhinein klug anSgedachte Sicherung». fakkokkoslovvaksl gegen Ungarn 5:2(2:2) Budapest gegen Prag 5:1(1:0) Nach den letzten internationalen Mißerfolgen kann nach dem sonntägigen Erfolge im Svehla-Cup der bürgerliche Fustballsport hierzulande wieder aufatmen. Allerdings hat e» erst der Lehre des verlorenen Spiels mit dem Team aus Hitler-Deutsch-, land bedurft um z» erkennen, daß Namen und Star» noch keine Auswahlmannschaft darstellen. Von dieser Seite betrachtet, ist der Erfolg des tschechoslowakischen Verbandsteam ein ansehnlicher, auch in seiner Auswirkung. Aber— e» war kein Fußball,! der schön wirkte. Sr wurde in der Mehrzahl der Kampfphasen shstemlos von beiden Seiten der Ball, hin- und hergeschübst und nach der Pause nahm da» ganze Gespiele Formen an, die alles andere als Freude erwecken konnten.„AuSerwählte" sollen auch beweisen, daß sie tvürdige Vertreter ihres Verbandes in spielerischer Hinsicht wie auch Anstand und Benehmen sind. Offen gesagt in dieser Beziehung haben alle diese 22 Spieler versagt. WaS die Ungarn sich an osfenen Fouls leisteten! war arg. aber eS waren die„Nnseren" auch keine Waserln und zahlten alles in heimtückischer Art und Weise wieder ab. Daß dabei die„Unseren" bei dem englischen SchiedSrich-> ter Lewingion besser abschnitten al» die„Gäste", ist so leicht erklärlich. Und daS„liebe" Publikum— c» waren nur etwa 20.000 mif dem Spartaplatze— zeigte so deutlich, wie es dem bürgerlichen Sport bedenkenlos verfallen ist. Einmal randalierte es gegen den Schiedsrichter, weil es wahrscheinlich der Meinung war, daß die heimischen Linienrichter, besser als dieser die Situation„verftanben"; das ändere Mal gegen die UnfairniS der Ungarn— doch versagte die Stimme des Volkes, wenn einer ihrer „Lieblinge" dasselbe tat. Objektivität ist ei» schöner Zug, aber sie must in jedem Falle bewiesen werden. Oder glaubte jener Zuschauer, der sein leeres Bterkrügel ins Spielfeld nmrf, daß er damit„Objektivität" bekundete?! 'Beide Mannschaften konnten in spielerischer Hinsicht nicht befriedigen. Bei den„Unseren" tvar die rechte Sturniseite nicht so gut wie die linke. Das Half wirkte uneinheitlich und in der Verteidigung wirkte nach her Pause bei gefährlichen Momenten dar rücksichtslose„Hincinsteigen" nur abstostend. Der Tormann hatte seine schlechten und' guten Seiten. Von den Ungarn war man, als Gesamtheit genommen, sehr enttäuscht. Gefallen konnten lediglich der linke Flügel und der Tormann. Obwohl jeder Spieler technisch gut beschlagen war, kam kein einheitlicher Spiel zustande— nicht» war zu sehen von, Taktik und Kopfspiel, wie auch die Kondition einzelner Leute sehr blamabel wirkte. Der Sieg der„Unseren" war verdient— aber er bildet keinen Grund zu der Annahme, daß der bürgerliche Fustballsport besser geworden wäre. DaS technische MinnS wurde nur durch mierhörte Härte i und Kampfgeist ausgewogen oder brmichten die Spieler dringend die ausgesetzte Siegesprämie? Vermerken wir noch, daß es im Gegensatz zum Nazi-Match keine Begrüßung und kein Spielen der National- hhmnen gab, so ergibt sich daraus, daß die„Völkerverständigung durch Sport". bei den Bürgerlichen wahrscheinlich zweierlei Bedeutung hat. * Da» Städtespsel sn Budapest brachte beinahe das gleiche Ergebnis Ivie das Verbandsspiel- in Prag. Angeblich soll die Niederlage der Prager durch Mithilfe des Wiener Schiedsrichter Frankenstein so hoch ausgefallen sein. Bei den Pragern versagte Braine vollkommen, der«lehr zusah als spielte, und ist deshalb auf ihn nicht gut sprechen.: