Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TAGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077, HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: KARL KERN, PRAG. 16. Jahrgang Freitag, 23. Oktober 1936 Krofta: Kein Grund zur Aenderung Hasardspiel Belgien für uns kein Vorbild Gegen jede Blockpolitik unserer Außenpolitik Ergänzung des Kleinen- Entente- Paktes, falls ein Vertragspartner angegriffen wird Bemerkenswert war die offene Feststellung, daß eine gewisse Sorte von feindseliger Propaganda gegen unseren Staat auf das Verhältnis zu Deutschland ihre Schatten werke. Der Minister hat auch nicht ermangelt, die Märchen von der ,, B of chewisierung" der Tsche Den deutsch- österreichischen Vertrag vom 11. Juli Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 247 mit deutschem Kulturgut An der deutschen Universität in Prag ist es gestern wieder einmal zu jenen wüsten Prügelizenen gekommen, die nachgerade eine europäische Berühmtheit erlangt haben. Den Anlaß zu den Strawallen bot die Antrittsvorlesung des Profes sors Hans Nelsen. Dieser Gelehrte ist vont Das Exposé, das Außenminister Dr. 1 gegangen find, richtete der Minister die dringende und ihre gegenseitigen Verpflichtungen für den Fall Präsidenten der Republik zum ordentlichen ProKrofta am Donnerstag in den Außenaus- Aufforderung, nicht die Interessen des Staates zu der Gefährdung ihrer Sicherheit genauer prä= fessor des Völkerrechts an der deutschen Universi schüssen der beiden Kammern erstattete, wurde schädigen. Er habe in der Diskussion nichts ent- 3ifieren. tät ernannt worden und soll die Nachfolge des namentlich auch in innenpolitischen Kreifen mit decken können, was ihm eine Aenderung der bisProfessors Rauchberg antreten. Professor Kelsen großer Spannung erwartet, da ja bekanntlich herigen Außenpolitik in ihren Grundlinien hätte ist ein Völkerrechtler von Weltruf. Seine wissengerade in der letzten Zeit jener Flügel der tsche- plausibel machen können. Das ist gewiß deut= schaftlichen Arbeiten, aber auch seine praktische chifchen Agrarier, der den Venkov" be- lich genug. Andererseits kann man dem Mi- bezeichnet der Minister als einen erfreulichen Be- Betätigung er war der Schöpfer der Verfas= herrscht, an der Grundlinie der tschechoslowaki- nister beipflichten, wenn er sagt, daß unsere weis dafür, daß die Ueberzeugung von der Fähig- fung der österreichischen Republik seine Lehrschen Außenpolitik allerhand scharfe Kritik übf Außenpolitik nicht in geistiger Starrheit die Ver- keit des heutigen Desterreich zu einem selbständigen tätigkeit in Wien, wo Kelsen durch viele Jahre und eine Neuorientierung im Sinne einer stär- änderungen im Leben der Staaten und Völker Leben Boden gewinne. Die Tragweite der Ver- einer der meist gehörten und meistbeachteten Vorferen Anlehnung an den großen faschistischen übersehen darf". pflichtung Desterreichs, sich in seiner Politik von Nachbarn und einer Lockerung des Bündnisses der Tatsache leiten zu lassen, daß es sich als einen tragenden war, qualifizieren ihn ohne Zweifel für deutschen Staat erachtet". werde auch dadurch die höchsten akademischen Stellen und es war gemit Rußland verlangt. Das Vorgehen Bel= giens, das sich aufchickt, sich auf einen völligen start eingeschränkt, daß Oesterreich in allem Freiheit radezu als ein Glücksfall für die Prager UniverNeutralitätsstandpunkt zurückzuziehen, wurde in gegeben wird, was mit ſeiner Beteiligung am Röſität zu bezeichnen, daß Kelsen, der einige Jahre mischen Bloc zusammenhängt. In dem Ver- zuvor von Wien nach Köln gegangen war und diesem Zusammenhang vielfach auch als Vorbild trag halten sich die Einflüsse zweier Großmächte, als Demokrat und Jude das Reich der Streicher Deutschlands und Italiens, das Gleichgewicht; sie und Rosenberg verlassen mußte, so als Nachfolger haben offensichtlich das Bestreben, Desterreich Rauchbergs zu gewinnen war, für den unter an Darauf hat nun der Außenminister ganz eindeutig erklärt, daß wir dem Beispiel Belgiens choslowakei, die von gewiffer Seite immer noch in seiner derzeitigen Gestalt zu er deren Umständen ja nur schwer ein würdiger und nicht folgen können, da uns kaum ein halten und seinen Untergang nicht zuzulaffen. Staat in Europa gegen einen Angreifer beiDurch ihn find wenigstens temporär zwei Haupt- bollwertiger Nachfolger hätte gefunden werden Anschluß und Restauration fönnen. stehen würde, wenn wir uns nicht auch umgekehrt quellen der Unruhe verpflichteten, bem au tommen, falls er angegriffen wird. In dem konfe= quenten Ausbau unserer Bünd nispolitik sieht der Minister darum eine wichtige Aufgabe. Höchst bemerkenswert ist daher auch seine Ankündigung, daß eine Ergänzung des Pattes der Kleinen Entente für den Fall eines Angriffes auf irgendeinen der drei Staaten in Vorbereitung sei. für die Tschechoslowakei angeführt. verbreitet werden, auf das entſchiedenste zurückzuweisen. Hoffentlich werden gewiffe leichtgläubige Stellen im Ausland diese Feststellung endlich einmal zur Kenntnis nehmen. Die Aussprache über das Exposé wurde in beiden Ausschüssen auf die nächste Situng, vor aussichtlich auf den 29. Oktober, verschoben. Hoffentlich werden bis dahin die Bemühungen des Ministerpräsidenten, in Besprechungen mit den Koalitionsführern gewiffe bestehende Differenzen zu überbrücken, schon ihre Früchte getragen haben, damit die Debatte das Bild einer gerade in An diejenigen Faktoren, die in der Presse- anßenpolitischen Fragen gefchloffen hinter der polemik vielfach weit über die gezogenen Grenzen| Regierung stehenden Koalition ergebe. beten Staat außnüben könnten oder wollten. Ebenzum Versiegen gebracht. Diese Beruhigung ist Es muß nun gerade nach den würdelosen amný für uns ein Gewinn. Prügeleien und standalösen hakenkreuzlerischen Man brauche aber gar nicht die Befürchtungen Demonstrationen der Studenten betont werden, zu widerlegen, daß die Staaten, die fich einander daß sich schon das Professorenkolle= durch das Abkommen genähert haben, ihr Freiwer- gium der deutschen Universität höchst merkwürden auf der einen Seite zu einem Angriff auf dig und unsachlich benommen hat, als die Frage unseren Staat oder einen mit und befreunder Berufung Kelsens an die Herren herantrat. fo könne man die Gerüchte zurückweisen, als ob nun Statt die gebotene Gelegenheit, eine Weltkapazifchon vor unseren Blicken ein mächtiger und ein- tät zu gewinnen, mit Freuden zu ergreifen, machheitlicher Block von Staaten, die uns ober ten die Hüter, der deutschen Kultur Ausflüchte den uns nahestehenden Staaten grundfählich feind über Ausflüchte, Schwierigkeiten über Schwierig= lich gegenüberständen, entstehen und daraus die Ge- keiten und nur der entschiedene Wille des Schulfahr eines völligen Umsturzes der mitteleuropäischen ministeriums, den berühmten Gelehrten für Prag Verhältnisse drohen würde. Einleitend verweist der Minister darauf hin, I tives Abgehen Belgiens von seinen Bündnisverträdaß er während einer unsicheren und unaufgeklärten gen, vom Völkerbund und als formelle Erklärung der land und Italien den Aufbau einer mittel- Vorschlag aufzunehmen. Die Intriguen, die da= Eher könnte die Annäherung zwischen Deutsch Universität schließlich bewogen, Kelsen in den zu gewinnen, hat die Herren von der deutschen Situation zu einer Darlegung über unsere Außen- Neutralität Belgiens ausgelegt wurde. hat später europäischen Wirtschaftsorganisa=| mals endlos gesponnen wurden, sind natürlich bepolitit schreite. Der Horizont ist durch den Bür eine ruhigere Anschauung über die Beden- tion erleichtern. gertrieg in Spanien und durch die Un- tung und Reichweite der Erklärungen des Königs sicherheit über das Geschick der geplanten Beratun- überwogen, in welchem angeblich eher nur Richt Die feindliche Propaganda gen über die internationale Sicherheit getrübt. Iinien als eine definitive Entscheidung zu erblikZu dem abessinischen Konflitt gibt fen sind. Daraus würde hervorgehen, daß Belgien ist bereits längere Zeit bemüht, der öffentlichen der Miniſter eine chronologische Darstellung der Gr- weiterhin durch alle seine Verträge gebunden ist, daß Weltmeinung eine ungünstige Meinung über die eignisse feit Ende Mai. Sehr ausführlich befaßte es jedoch eine solche Abänderung derselben an Tschechoslowakei einzuimpfen, zum Beispiel dura sich der Miniſter dann mit der Reform des streben werde, um in Zukunft selbst nicht zur Meldungen, daß wir einen militärischen Angriff Kulturintereſſen ſchädigende Raufszene, die von Völkerbundes. Die Herbsttagung des Völker- Hilfeleistung für einen angegriffenen Staat ver- gegen Nachbarstaaten vorbereiten, daß wir eine den Henleinstudenten gestern aufgeführt wurde, bundes bot Gelegenheit, die Ansichten der Miniſter öflichtet au sein, selbst aber die Silfe der Luftbasis für die Sowjetluftflotte ausbauen und soll nicht beschönigt, Die Berantwortlichtete, Eden, Delbos und Litwinow zu hören. Dr. Krofta anderen garantiert zu haben für den überhaupt ein Sprungbrett für die bolschewistischen studentischen Rädelsführer und Rowdies nicht verWehrkräfte" bilden. Diese Kampagne sei avar geschickt und ihre Tendenz sehr durch= stände, unter denen fie geltend gemacht werden folTen". Diese Erklärung Edens sei keine geringe Ge nugtuung für unsere langjährigen Bestrebungen nach Geltendmachung des Gedantens der Regionalpatte. Keine Revisionsdebatten! Belgien kein Vorbild fannt geworden. Wen wundert es, daß die nazistischen Studenten sich ermuntert fühlten, die Stampagne ihrer nazistischen Lehrer mit stärteren Waffen fortzusetzen? Die kulturlose, blamable und die deutschen Stärkung der gemeinsamen Sicherheit den Ab= aweifellos eine wesentliche Aenderung des bisherigen schluß von Regional patten empfahl, deren Verteidigungssystems von Locarno bedeuten. Doktori tig, aber wenn sie längere Zeit hindurch Verantwortung der Professo= immer dieselben Schlagworte wiederhole, so könne ren festzustellen, derselben Herren, die eben eingroßer Vorteil darin liege, daß ihre Bestimmun- Strofta erklärte hiezu wörtlich: gen bereits vorher ebenso bekannt sind, wie die Umsie ihren Auswirkungen für uns nicht ungefährlich stimmig die Regierungsvorlage des neuen Hochfein. schulgesetes abgelehnt haben, weil sie in die Als Gegenbeweis für die Unsinnigkeit Autonomie der Universität( lies: Alleinherrschaft Es iſt, wie ich glaube, nicht notwendig dar- der Behauptung, als ob die Tschechoslowakei einer der Professorenzirfel!) eingreift und die durch zulegen, warum wir dem Beispiele Belgiens nicht Ansteckung durch den Bolschewismus unterliegen ihre praktische Arbeit immer wieder die Unhalttönnte, zitiert Dr. Krofta die Rede des Staatsprä- barkeit der jetzigen Verhältnisse an den Hochschu= folgen tönnen und nicht folgen wer= ben. Infere geographische Bofition ist sicherlich fidenten in Reichenberg, daß die Tschechoslowakei uneine ganz andere als die Position Belgiens. nachgiebig zwischen der äußersten Linten und der len unter Beweis stellen. Zu Edens Ausführungen über Artikel 19 des Wir haben nicht nur teine Sicherheit, sondern auch äußersten Rechten eine mittlere Ent= Paltes betreffend die Möglichkeit der Regar teine befondere Soffnung, daß sich unfer irgend- wilungslinie einhalten werde, und die Professoren, hat sich in erster Linie der Dekan Auch während der Krawalle haben sich die vision undurchführbarer Bestimmungen der Fries ein Staat Europas militärisch ernsthaft gegen Aeußerung des Ministerpräsidenten vor den Aus- Professor Foltin, sonderbar genug benommen. densverträge erklärt Dr. Krofta, es sei der Kleinen irgendeinen Angreifer annehmen würde, wenn wir landsjournalisten: es gebe nicht 3 Lächerli Entente bekannt und bestätigt worden, daß diese uns feine pilfe nicht vorher durch die Berpflichtung de re 3, als wenn iemand im Ausland über die Nachdem man vorher schon mit den Naziſtudenten Darlegung Edens eine Gebietsrevision sichern würden, daß auch wir ihm nach unseren Tschechoslowakei wie über ein„ bolschewisiertes behandel t" hatte, statt ihnen die geplanten im Sinne habe. Die Kleine Entente habe niemals Seräften eine ähnliche Hilfe bieten werben, wenn er Land" ſpreche. Endlich nimmt der Miniſter auch die Demonstrationen kategorisch zu untersagen und die Anschauung vertreten, daß die durch die Frie angegriffen würde. Deshalb müffen wir nicht nur Gelegenheit wahr. darzustellen, daß unser Gesetz Mittel zur Abwehr vorzukehren, begnügte man densverträge geschaffene Rechtsordnung absolut voll auf unseren bisherigen Bündnis über die Staatsverteidigung kein sich während der Prügelei, im Professorenzimmer tommen, fachlich und unabänderlich wäre; sie fönne berträgen beharren, sondern müffen uns dar- Ausnahmsgesez sei, sondern daß auch andere Staa- zu beraten", wie man die Herren Raufbolde jedoch nicht zulaffen, daß sich die Völlerbundver- über hinaus um deren Festigung und Erweiteten ähnliche Vorschriften kennen nur mit dem besänftigen könne. Der Dekan redete ihnen fammlung auf Grund des Artikels 19 das Recht rung bemühen. Und wir müssen auch nicht nur Unterschied, daß diefe Materie bei ihnen durch bloßze schließlich gut zu und, da ein Opfer der Streicher= anmaße, die territoriale Integrität unserer aus ideellen und moralischen Gründen, sondern Verordnungen, häufig geheimer Natur, geregelt ist, schen Helden ohnmächtig geschlagen auf dem BoStaaten, wenn auch nur durch theoretische Diskus- hauptsächlich mit Rüdficht auf unser eigenes Lebens. während dies bei uns durch ein parlamentarises den lag, raffte er sich sogar zu der vernichtenden fionen, anzutasten. intereffe fener Bolitik die Treue halten, beren her- Gesetz erfolgte. Die Verhandlungen der Weſtmächte mit Deutsch- vorragender Ausdruck der Völkerbundpakt ist. Stritit auf, diese Kampfmethoden seien unafaUnsere Beziehungen Iand über ein neues Locarno find über einen vor Der Bericht über die Kleine Entente umfaßt demisch"( wobei es einen nicht wundern dürfte, bereitenden Austausch der Anschauungen nicht hin- die Tagungen in Preßburg und Genf. Viele Leute, zu den einzelnen Staaten wenn in den Kneipen der Prager Peripherie ausgekommen. In der leßten Zeit schien es, daß fagte der Minister, können oder wollen nicht beweitere Verschiebungen der geplanten Konferenz der greifen, daß die Kleine Entente ein aus beſtimmten ten nicht nur vollständig forrekt, sondern auch nach- rohes Benehmen werden sollte). Statt Ordnung Die Beziehungen zu Deutschland fönn akademisch" bald ein Ausdruck für besonders Locarno- Mächte nicht mehr möglich sein werden, da politischen Tatsachen entstandenes politisches Gebilde barlich freundschaftlich" sein, wenn es nicht die Schatzu schaffen und staatliche Ordnungsorgane herbeiDie Zusammenarbeit der Westmächte durch eine foli- ist und daß die Kleine Entente solange beſtehen wird. ten gäbe, die im Gefolge der oben besprochenen Bro- zurufen, beschönigte Dekan Foltin auch dem Minibarische Währungspolitit, die auch eine wichtige als eine reale Grundlage für ihre Eriſtena vaganda darauf fallen. Verschiedene unwesentliche sterium gegenüber die tatsächliche Situation, politiidje Seite aufweist, neue Impulse erhal vorhanden ist. Die Staaten der Kleinen Entente Mißverständnisse" werden in der Regel ruhig aus- stellte den Terror der Studenten in seinen Aeuße= ten het. Die Situation hat sich allerdings durch die haben sich entschloſſen ſelbſt einen weiteren Schritt getragen, aus die Regelung der Wirtschaftsbezie- rungen zur Deffentlichkeit als eine verhältnisErklärungen des belgischen Königs vom 14. Oktober auf dem Wege der Organisation der Sicherheit da hungen pflegt glatt zu erfolgen. ziemlich bedeutend geändert. Während diese Er- durch zu unternehmen, daß sie ihre Kräftel mäßig harmlose Demonstration dar und gab, ohne tlärung anfangs zumeist als vollständiges und definis enger und tatkräftiger verbinden ( Fortsetzung auf Seite 2.). . daß er dafür, wie es scheint, Beweise hätte, dem Seite 2. Freitag, 23. Oktober 1936 Ministerium bekannt, die Sache sei bereits liqui-| nüchternen realpolitischen Erwä-| Staaten ergeben und naturgemäß nicht von uns abdiert. Auch wenn sie es soweit wäre, daß heute gung zugänglich, ob sie mit ihrem Benehmen hängen, das bo II e Gelingen dieses Bestrebens nicht wieder krawalliert wird, so wäre sie es doch nicht dazu beitragen, beim tschechischen Volk und vereitelt haben und vereiteln. noch lange nicht für die demokratische Mehrheit bei der Regierung den Eindruck von der Unhaltder Bevölkerung, die eine Untersuchung und barkeit einer Hochschulautonomie zu bestätigen, die strenge Bestrafung der Schuldigen, sich immer wieder als Vorwand für die Knüppelaber auch ernste Maßnahmen zur Verhinderung herrschaft von Barbaren erweist. Vielleicht bedenvon Wiederholungen fordern dürfte! Wir wollen nicht zuur humortſtenmale feſt- sar nicht zu verbergerber, wohlwollenden Dulten auch die Herren Profeſſoren, daß sie mit der stellen, daß die nach Streicher'schem Muster und bung des Streicher- Geistes an der Hochschule ein auf Nürnberger Parolen hin veranstalteten Nü- politisches Entmündigung 3= pelszenen das Ansehen der Sudeten verfahren gegen sich geradezu provozieren. deutschen, den Ruf der Univer Wir stellen jedenfalls heute schon fest, daß sität vol ends untergraben müssen. die volle Verantwortung für jeden Solange sich die Streicherjungen in Prag durch Schaden, der deutschem Kulturgut das große Beispiel im braunen Reich moralisch aus der freiwilligen Preisgabe deutscher Kulturgedeckt fühlen, wird bei ihnen kein Appell an ihr gesinnung durch Studenten und Professoren entKulturbewußtsein und ihre nationale Würde stehen sollte, eben diese Professoren und fruchten. Vielleicht sind sie aber doch noch der Studenten trifft! Das Exposé des Außenministers: ( Fortsetzung von Seite 1.) 2 m st än den das gleiche sein könnte oder müßte. Zu Oesterreich sind unsere freund- Unsere Anßenpolitik durfte und darf nicht in schaftlichen Beziehungen bekannt", wenn hier auch geistloser Starrheit die Veränderungen im Leben der nicht unerwähnt bleiben könne, daß die Kleine En Staaten und Völker fowie in ihren gegenseitigen tente das Bedauern über die Verletzung der Mili- Verhältnissen übersehen. Dies bedeute jedoch nicht, tärklauseln des Vertrages von St.- Germain ausge- daß sie einer Wetterfahne aleid sprochen habe. In unseren Beziehungen zu Un= ohne Ueberlegung jedem internationalen Windhauch garn ist in der letzten Zeit keine Störung ein- nachgehen sollte. getreten." Man könne vielleicht die Hoffnung he= au Keine Blockpolitik Freitag, 23. Oftober 1936. Nr. 247 unsere bisherige Politik von der ganzen Regierung und von allen Regierungsparteien gutgeheißen worden ist und daß daher von diesen Faktoren für diese Politit die allgemeine Verantwortung in dem eben dargelegten Sinne übernommen worden ist. Für die Vergangenheit ist diese Frage damit erledigt. Für die Butunft habe ich unsere Richtlinien socben an Ich erfäre mit aller Entschiedenheit, daß unsere ganze Außenpolitik früher und auch heute konfe- gedeutet: hältnis zu anderen Staaten nach ihrem innerbolt- brei bent hier gremben treu quent und grundfäulich es abgelehnt hat, unfer Ber. Wir stehen hinter unseren Verbindlichkeiten und tischen Regime zu gestalten, und daß sie dies auch in wobei wir die heutige Entwicklung sorgfältig verBukunft fonsequent ablehnen wird. Unsere Außen- folgen, um zu fehen, inwieweit es diese Entwicklung politik ist sich in dieser Richtung mit den Staaten erheischt, uns ihr in dieser oder in jener Frage unseder Kleinen Entente völlig einig. Deshalb lehnt sie rer allgemeinen Politik anzupassen. Da nicht es ab, fich in irgendeine antifaschistische oder anti- verlangt wird, daß wir auf irgendeine der bisherigen bolfchewiftische Front zu stellen. Garantien unserer Sicherheit verzichten oder unsere bisherigen Bündnisverträge lösen follten, darf ich gewiß wiederholen, daß die bisherigen Richtlinien unserer Außenpolitik richtig sind und daß es nicht notwendig ist, von ihnen abzuweichen. Mit größter Entschiedenheit lehnen wir die da oder dort vorgebrachte Meinung ab, als ob unser Staat und unsere Politik das Instrument irgendwelcher anderer Staaten wären. Man hat jahrelang von uns gesagt, wir seien Vasallen Frankreichs und ein Instrument seiner Politit. Jetzt hat sich die Mode geändert und man deutet an, wir wären ein Instrument des Sowjetverbandes. Diese Redereien hatten und haben keine fachliche Grundlage. Unser Staat hat immer nur eine tschechoslowakische und keine andere Politik betrieben. Er wird fie auch in Zukunft betreiben. Ein Instrument ir gendeines anderen Staates, sei es Frankreichs, sei es des Sowjetsverbands oder Deutschlands oder Italiens, ist er nicht und wird er nicht sein. Dazu ist er viel zu stark und viel zu sto 1 3. Schließlich mache ich darauf aufmerksam, daß Und ich füge aus voller Ueberzeugung hinzu, daß ich, soweit die Urgenz einer Aenderung unserer Außenpolitik aus der Vorstellung einer gefähr lichen Verschlimmerung unserer internationalen Stellung oder gar einer Gefährdung unferer Sicherheit entsprungen ist, diese Vorstellung als gänzlich irrig und durch nichts begründet erachte. Wir fürchten nicht um die Zukunft unseres Staates und glauben fest daran, daß er die zahlreichen gefährlichen Klippen der heutigen internationalen Situation glücklich pasfieren und eine weitere glückliche Entfaltung erleben wird! gen, daß die ungarische Megierung nicht eine Festigung der Bündnisse Rebellen besetzen Naval- Carnero eigenmächtigen Lösung der Frage der Wiederaufrüstung greifen werde. Unserer bisherigen Außenpolitik wird vor allem In den Beziehungen zu Po I en hält die vorgehalten, daß sie die Bedeutung des Völkerbunds Besserung nicht nur an, sondern sie festigt sich all- für die Sicherheit unseres Staates überschätzt har mählich. Die eingetretene Klärung des bisher ge- und überschätzt; unsere bisherigen Bündnisverträge trübten französisch- polnischen Verhältnisses tönne bei mit der Kleinen Entente, mit Frankreich und der uns gewiß nur begrüßt werden. Wir sind entschlos- gegenseitige Hilfeleistungspakt mit der USSR. sen, uns um die Lockerung der vorübergehenden werden als praktisch wenig wertvoll und als ungeSpannung Polen gegenüber zu bemühen. Das Ver- nügend erklärt. hältnis Ita I i ens hat sich uns gegenüber in der letzten Zeit durchaus günstig" entwickelt und auch den übrigen Staaten der Kleinen Entente gegenüber sich ansehnlich gebessert". In dem tragischen Konflikt, welcher Spanien der zeit zerrütte, achte die Tschechoslowakei streng den Standpunkt der Nichteinmischung. Wichtiger Schlüsselpunkt in Francos Hand Naval Carnero. Der Sonderkrre-| jedoch zurückgeschlagen wurden. Die Regierungsspondent des Havasbüros meldet: Die Vor- truppen kämpfen tapfer, um einen heftigen Anpatrouillen der Aufständischen sind Mittwoch um griff der Aufständischen im Abschnitt Si= 16 Uhr von Süden und Westen in Naval Carnero guenza abzuschlagen. Die Aufständischen grifUnsere Außenpolitik hat sich, trotzdem sie be. eingedrungen und rückten während des Tages im fen auch in der Zone Torre Sabinan- Mirabueno müht war, die Sicherheit unseres Staates durch ganzen um 12 Kilometer vor. Die Aufständischen an, aber die Regierungstruppen schlugen sie in Bündnisverträge sicherzustellen, nie ma I 8 blind sind jetzt 25 Kilometer vor den Toren Madrids. heftigem Gegenangriff zurück und erbeuteten und ausschließlich auf diese Verträge verlassen. Auch Die Abteilungen, die von Valmojado aus ihren Striegsmaterial. ihr ist es nicht entgangen, daß der praktische Wert Angriff vortrugen, stießen vor Naval Carnero unserer hauptsächlichsten Bündnisverträge mit auf ein ausgezeichnet organisiertes und von den Toulouse. Frau Azaña, die Gemahlin de Frankreich und mit der Kleinen Entente besten Regierungstruppen verteidigtes Defensiv- Präsidenten der spanischen Republik, ist im Flugrch die schrittweise Aufrü- system. Trotzdem brachen die Aufständischen zeug aus Alicante hier eingetroffen und nach PaKritik darf nicht Schaden stiften it ng Deutschland8 bedeutend Truppen nach zehnstündigem Kampf jeden Widerris weitergeflogen. Im Schlußkapitel ging der Minister auf die in finken würde, wenn sie nicht durch eine gestand. Die Eroberung Naval Carneros und der lebten Zeit lauigewordenen Stimmen über die na nere mfchreibung unferer Illescasas ermöglicht die Aufrichtung der Front angebliche Notwendigkeit einer Revision oder gegenseitigen Verbindlichkeiten und schließt die Phase der Vorbereitungen zum direkten Aenderung der Haupt- oder auch durch gegenseitige Hilfeleistungsverträge grundsäße unserer Außenpolitit mit anderen Staaten gehörig ergänzt würdent. Des- Angriff auf Madrid ab. halb haben wir den Abschluß des sogenannten st pattes und Donaupattes angefterbt und sozusagen als teilweisen Ersatz den gegenseitigen Hilfeleistungsvertrag mit der UbSSN abgefchloffen. ein. Eine Diskussion über die Außenpolitik könne man keineswegs von vornherein verurteilen, doch dürfe sie nicht unfruchtbar oder direkt schädlich sein und dürfe nicht vergessen, daß übereilte Urteile Teicht unsere Stellung bei den ernſten diplomatischen Anknüpfend daran wurde jedoch sogleich auch Verhandlungen schwächen und damit, wenn auch un- mit der Vorbereitung der Ergänzung unserer Bünd gewollt, unserem gemeinsamen Staats- und Volks- nisverpflichtungen mit der Kleinen Entente für den interesse schweren Schaden zufügen könnten. E3 Fall des Angriffes auf irgendeinen Staat diefer wäre sehr bedenklich, wenn das Ausland Kleinen Entente begonnen. Diese gerade in einem aus der Diskussion Schlußfolgerungen über gewisse Reitpunkte, wo soviel vom Zerfalle der Kleinen tiefe Differenzen in außenpolitischen Grundfragen Entente gesprochen wird, vorbereitete estigung ableiten fönnte. Leider sei die Diskussion in letzter des Bündnisfc8 diefer Entente Zeit nicht allen diesen Klippen glücklich ausgewissielt in feiner Weise gegen irgendeinen Staat as, chen. Der Minister habe die Diskussion sorgfältig sowie er nicht Angriffsabfichten gegen einen von uns verfolgt: Ich zögere jedoch nicht, sagte er, zu erklären, daß ich nichts gefunden habe, was mich davon überzeugt hätte, daß unsere bisherige Außenpolitik nicht richtig wäre und daß die Notwendigkeit bestünde, ihre Grundlinien in irgendeiner Weise abzuändern. hegt. Wir wünschen uns im Gegenteile alle, daß unsere Beziehungen au a II en unseren Nachbarn die besten sein mögen. Dies gilt auch von unserem Verhältnis zu Deutschland, Polen und Italien. Unsere Außenpolitik hat in dieser Rich Ich möchte allerdings nicht wünschen, daß daraus tung mehr als einen Erfolg erzielt der Schluß gezogen werde, unfere Außenpolitik würde und man fann ihr gerechterweise nicht zum Vorihre Aufgabe so auffassen, als ob ihr Vorgehen, ihr wurfe machen, daß verschiedene Ursachen, die sich aus Verhältnis zu allen Staaten unter allen der äußeren und inneren Gesamtpolitik dieser 2 Simplicio Norelle von 3gnazio Silone Copyright by Verlag Oprecht& Helbling, Zürich Das Feuer griff auf den zweiten Stock über, wo das Grundbuch lag. Jetzt gibt es kein Heideland mehr!" bemerkte l'Ortonese. Jetzt gibt es keine Verge mehr. ihr Kataster verbrennt. Was machen da die Schafe?..." Als das Feuer auf den ersten Stock übersprang, wo das Steueramt war, wurden die Cafoni geradezu sentimental: ,, Was tun wir, wenn wir keine Steuern mehr bezahlen können?..." ,, Wie sollen wir weiterleben, wenn wir am Ende des Monats die gewohnten Steuerscheine nicht mehr bekommen?..." begann die alte Continenza zu schluchzen und sich dabei die Haare zu raufen. ,, Gerade heute Abend wollte ich meine Rück stände zahlen", beteuerte der alte Geremia und ivendete die leeren Taschen um. ,, Gerade heute Abend... Und jetzt brennt das Steueramt nie: der! Was habe ich verbrochen, daß mich der Herr so hart bestraft?..." Jeder sagte etwas anderes und die Kinder hegleiteten das Gejammer mit einem Sprechchor: ,, Wir Armen!... Wir Armen!... Wir Armen!..." mußte Sabbatino doch hinzufügen. Alle waren sich darüber einig, darum war alles Reden überflüssig. Als Anfang, ist es ein glänzender Anfang!" wiederholte Sabbatino. Gewiß!... Gewiß!..." nickte die Menge, sie fand es nicht nötig, das auszusprechen. Ich will nur sagen," rechtfertigte sich Sabbatino, Anfangen ist gut, Weitermachen ist besser!..." Gewiß!... Gewiß!..." beschwichtigte ihn die Menge. Sie fand, daß auch dies nicht ausgesprochen werden mußte. Meinst du eigentlich, daß Simplicio deine Ratschläge braucht?..." Sabbatino iniete nieder, neigte das bärtige Gesicht zur Erde, tüßte sie und sagte dann: Der himmlische Vater möge ihm bei stehen..." Simplicio entzog sich allen Nachstellungen der Carabinieri, allem Suchen der Cafoni. Die Carabinieri hatten den Auftrag, ihn niederzuschießen, falls sie ihn entdeckten und er aufgefordert sich zu ergeben- Miene machen sollte zu entfliehen. Die Cafoni dagegen versuchten mit ihm in Fühlung zu kommen, um ihm Lebensmittel und Munition zuzustecken. ,, Wenn er angefangen hat, macht er auch weiter," sagten sie zueinander. Die einzige Geschichtskenntnis, die die Cafoni haben, ist die Briganten- Geschichte. Ihre einzige politische Erfahrung ist ihre BrigantenErfahrung. Schließlich als alles zu Ende war Teerte sich, wie nach einer Vorstellung, der Aus= Der Besitz des kleinsten Fleckchens Wiese sichtspunkt ganz schnell. oder Rebgeländes genügte häufig, jede Gemein,, Gesegnete Nachtrube!.. Schlaft gut!..." schaft unter ihnen zu sprengen. Die Schikanen wünschten sich die Auseinandergehenden mit und Ungerechtigkeiten der Herren wurden fast einem vielsagenden Lächeln auf den Lippen. Mehr war nicht nötig. ,, Als Anfang, ist es ein guter Anfang!" immer als persönliche Unannehmlichkeiten ange= sehen, denen man, wenn man den Wut dazu besaß, persönlich entgegenzutreten hatte. So beRegierungserfolg bei Huesca Barcelona. Die Nachrichten von der Aragonienfront melden, daß der heftige An= griff der Regierungstruppen bei Huesca erfolgreich war. Nördlich von Huesca find die Regierungstruppen auf die Code Chizilla vorgerückt. Im Westen eroberten sie Alerre und rückten im Osten auf die von Barbastro nach Huesca führende Straße vor. Im Abschnitt bei Cardienta versuchten die Aufständifchen einen heftigen Angriff, wurden jedoch zurückgeschlagen. Die Aufständischen mußten bis 12 Kilometer nördlich von Saragossa weichen. Weitere Angriffe abgeschlagen Madrid. In einem amtlichen Bericht teilt die Megierung mit, daß die Aufständischen einen Angriff auf Les Navas begonnen haben, richten die Räubergeschichten, die der Casoni schon in der Wiege hört, immer vom Schicksal eines Verfolgten, der um der Gerechtigkeit willen ein Unrecht begehen mußte. Er hat, um einer unverdienten Gefängnisstrafe zu entgehen, oftmals den Weg in die Berge genommen. Um sich gegen die Fahndungen der Carabinieri zu sichern, um sich für Angebereien falscher Freunde zu rächen, um sich Lebensmittel zu verschaffen, ist er auch genötigt, andere Afte der Gerechtigkeit" zu vollbringen. So geht es weiter, bis seine Vergehen so zahlreich werden, daß keine Aussöhnung zwischen ihm und der Gesellschaft mehr möglich ist. Das weiß ein jeder und vergißt niemals den ersten Anlaß, der den Cafone zum Briganten gemacht und ihn angestachelt hat, sich selbst ,, Gerechtigkeit zu verschaffen". Wenn es der einzige Ausweg war, galt das, was der Mann außerhalb des Gefeßes angestellt hatte, nicht für verwerflich, sondern es wurde sogar als Heldentum beiundert. Aus dieser Tradition heraus waren die Cafoni bereit, Simplicio zu helfen. ,, Vor dem Losschlagen," sagten sie sich, ,, vird Simplicio seinen Plan gemacht haben... Der erste Schlag für die Gerechtigkeit ist gefallen, die andern werden folgen!... Die Cafoni kannten viele Brigantengeschich= ten, aber das, was ihre besondere Bewunderung erregte, war die Nuhe, mit der Simplicio feine revolutionären Absichten stets geheim gehalten hatte. Aus diesem Grunde hatten ihm auch die Carabinieri immer mißtraut. In seiner Jugend war Simplicio nämlich Anarchist gewesen, hatte sich Bart und Haare wachsen lassen und von der Gleichheit aller Kreatur geträumt. Der Mensch ist gut," hatte er den Cafoni gepredigt. Der Mensch braucht keine Carabinieri!!!" Simplicio war gut, er brauchte keine Carabinieri. Aber die Carabinieri brauchten ihn. Die Carabinieri waren zur Verteidigung des Staates! Avila Sierra de * MANZANARES RIO JARAMA Cebreros El Escorial Chapineria MADRID Aldea del Fresno Navalcarnero S.Martin de Valdeiglesias Escalona Mentrida Maqueda Alberche FI. Bargas Toledo Aranjuez Karte zu dem nationalistischen Angriff auf Madrid( Navalcarnero ist südwestlich von Madrid gelegen) da und gegen wen sollten sie diesen verteidigen, wenn es teine Feinde seiner Einrichtungen gab? Simplicio war daher in die Liste der Staatsfeinde eingetragen und, um etwaige Komplotte zu verhindern und Unordnung zu vermeiden, am Vorabend der vaterländischen Feiern regelmäßig ins Gefängnis gesteckt worden. Nach dem Fest wurde er wieder in Freiheit gesetzt, und die liberalen Einrichtungen des Staates wären gerettet. Das Amt der Carabinieri ist vorzugreifen, um nicht eingreifen zu müssen!" hatte der Ser= geant der Carabinieri am Vorabend aller vaterländischen Veranstaltungen wiederholt, wenn er sich in Simplicios Schreinerwerkstatt einfand, um ihm den Haftbefehl zu überbringen. ..Der Mensch ist gut!" hatte ihm Simplicio zur Antwort gegeben und nicht hinzuzufügen ge= wagt, daß er zum Gutsein und Gutbleiben die Carabinieri nicht brauche. Der Sergeant hätte das als Beleidigung empfinden können. Das war in jenen Zeiten gewesen, in denen die Cafoni noch austwanderten und in Argentinien oder in Brasilien ihr Glück hatten versuchen können. Darum hatten sie auch nicht auf Simplicio gehört. ,, Wenn es keine Carabinieri gäbe, von wem bekämen wir dann den Paß zum Auswandern?" hatten die Cafoni dem Simplicio eingewandt. ,, Der Mensch ist gut", hat Simplicio ge antwortet und zum Reisen braucht er feinen Paß... Ohne Paß kommt man ins Loch!" haben die Cafoni erwidert. Auch Simplicio wäre damals brennend gern über das große Wasser gefahren, aber er hatte darauf verzichtet, um von den Carabinieri keinen Paß verlangen zu müssen. Außerdem war er der einzige Anarchist der Gegend gewesen, der einzige bekannte Staatsfeind, und die Carabinieri, die die Aufgabe hatten, den Staat zu verteidigen, hätten ihn schwerlich reisen lassen. Er war gut, er hatte die Carabinieri nicht nötig. ( Fortseßung folgt). 2247 Freitag, 23. Oktober 1936 Sudetendeutscher Zeitspiegel Krawalle an der deutschen Universität Völkische Studenten verhindern die Vorlesung Kelsens Viele Hörer verprügelt Am Donnerstag kam es auf der juridi- chen und waren über die Stiegen in den ersten schen Fakultät der Deutschen Universität in Prag Stock gestürmt. Dort ordneten sie sich dem zu wüsten Ausschreitungen nationalistischer Stu- Kommando zweier Leute unter, die die ganze denten; dabei wurden der Linken angehörende Aktion dirigierten. Ein Student wurde so geschla und jüdische Universitätshörer verprügelt. Der gen, daß er ohnmächtig wurde. Die Täter Anlaß dieser Ausschreitungen war die Antrittswurden der Polizei bekanntgegeben. vorlesung des Staatsrechtslehrers Kelsen, der vor einiger Zeit zum ordentlichen Professor der Deutschen Universität bestellt worden ist. Die Vorlesung sollte um zehn Uhr vormit tags beginnen. Obwohl dem Defanat bekannt war, daß Demonstrationen gegen Kelsen geplant sind, war nichts weiter vorgefehrt worden als Legitimationszwang, der von eine m Funktionär des Rektorats durchgeführt wurde. Merkwürdigerweise hatte man von der sonst üblichen Veranstaltung einer feierlichen An= tritts vorlesung Abstand genommen. Wäre sie durchgeführt worden, so wären im VorTesungssaal sämtliche Professoren der Fakultät Die Kartoffelaktion Ccite 3 für Arbeitslose Das Fürsorgeministerium teilt mit, daß die. heurige Kartoffelaktion für Arbeitslose nach Beendigung aller notwendigen Vorbereitungsarbei Die Ereignisse beweisen, daß die Führer der ten seit dem 19. d. M. in Gang ist. Auf Antrag völkischen Studenten während der Budget- des Ministeriums hat die Regierung die erforderberatungen und der Debatte über das Hoch- lichen Mittel bewilligt und sämtliche Bezirksbeschulgeset, in einer Situation also, wo es nötig hörden wurden über die Einzelheiten der Durchwäre, alle studentischen Kräfte für den Universi- führung dieser Aktion genau informiert. Aufratätsneubau und für ausreichende Stipendien ein- gen über die Aktion können daher bei den Bezirksauseßen, nichts besseres wissen, als die deutschen Hochbehörden sofort beantwortet werden. Das Minischüler gegen einem Gelehrten von Weltruf aufzuhet fterium hat alles getan, damit die Kartoffeln in zen. Unfähig, für die Verwirklichung der studenti- guter Qualität und ohne Mängel geliefert werden. schen Forderungen zu arbeiten, untergraben sie Sollten trotzdem Beschwerden sein, so sind diese durch unqualifizierbare and rechtzeitig, noch vor Uebernahme der Iungen unser Ansehen in der Deffentlichkeit. Lieferung, der zuständigen Bezirksbehörde zu met. Der Eindruck, den die Tumulte erweckt haben, den, welche nach den ihr erteilten Weisungen Abrufen, dort berichtete er, daß die Lehrtätigkeit ist falsch. Nicht einmal alle völkisch gesinnten Stu- hilfe zu schaffen hat. Prof. Kelsens garantiert sei. Wenn dies nicht denten stehen in ihrer Gesamtheit hinter den Dezutreffen sollte, wird das Schulministerium ein- monſtrationen. Ein erheblicher Teil hat sich nicht greifen. beteiligt, und damit gezeigt, daß er es satt hat, antisemitischer Demagogie zu folgen. Den wenigen Drahtziehern müßte das Handwerk gelegt werden. Nicht durch Prügeleien, sondern auf dem Wege zäher Arbeit unter den Studenten, die sich heute noch passiv verhalten. Der Dekan wurde ins Schulministerium beDie völkischen Studenten räumten um etwa 11 Uhr das Karolinum, als feststand, daß die Vorlesung Kelsens abgesagt und also der Zweck der Demonstrationen erfüllt ist. Die Antrittsvorlesung Stelsens findet heute um 11 Uhr vormittags statt. Auch bürgerlich- demokratische Studenten gegen die Radaubrüder und ein Vertreter des Schulministeriums verVom Vorsitzenden des vorbereitenden Ausschussammelt gewesen. Es ist anzunehmen, daß schon aus diesem Grunde das Dekanat den beabsichtig- ses des„ Freiheitsbundes deutscher Hochschüler" erten Demonstrationen mit größerer Energie enthalten wir folgende Buſchrift: gegengetreten wäre, noch wahrscheinlicher aber ist, daß die SdP- Studenten ihre freche und alberne Demonstration gar nicht erst unternommen hätten. Der Kotau vor den nationalistischen ,, Prag, 22. Oftober 1986. Die freiheitlichen und fortschrittlichen deutschen Hochschüler verurteilen aufs schärfste die heutigen Ausschreitungen bei der Antrittsvorlesung Profesfor Kelsens. Es gibt nichts, was im gegebenen deutschen Studenten verderblicher wäre. Die bedauerlichen Vorgänge hätten sich zweifellos verhindern lassen. Nötig gewesen wäre ein inniger Zusammenschluß aller freiheitlichen studentischen Kräfte in einer einheitlichen Organisation. Der Freiheitsbund deutscher Hochschüler", dessen Statuten bereits dem Landesamt zur Genehmigung vorliegen, stellt sich diese Aufgabe. Er wird seine Aufgabe erfüllen, wenn es ihm gelingt, unsere deutschen Hochschulen wieder zu Stätten geistiger Freiheit zu machen. Und es wird ihm gelingen! Ein Fall Kelsen" darf sich nicht wiederholen. Für den vorbereitenden Ausschuß des Studenten, der in dem Verzicht auf die feierliche Augenblick für die deutschen Hochschulen und die heitsbundes deutscher Hochschüler. Antrittsvorlesung bestand, wurde von diesen nicht honoriert. Im Hörsal zwei fand vor der geplanten Antrittsvorlesung Kelsens eine andere Vorlesung Gleichschaltung des Kulturverbandes statt. Währenddem hatten sich Studenten, die ber Antrittsvorlesung Kelsens beiwohnen wollten, vor der Tür des Hörsaals im ersten Stock versammelt. Plötzlich drang eine Haufen von SdP- Studenten Die bürgerlichen Blätter berichten über eine ein, von denen die meisten gar nicht auf der juri- gemeinsame Sibung der Leitungen des Deutschen dischen Fakultät inskribiert sind. Sie besetzten die Kulturverbandes und des Bundes der Deutschen, Stiegen und den Gang, bildeten dann, indem sie welche am Mittwoch, den 21. Oktober, in Prag einander an den Händen hielten, von der Tür des im Deutschen Haus" stattgefunden hat. Den Hörsaals bis zu den Stiegen ein Spalier. Mitt- Verjiß dabei führten der Obmann des KulturverTerweile war die andere Vorlesung beendet. Die bandes Prof. Geßner und der Führer" des Sdp- Studenten besetzten den Hörsaal. Auf den B. d. D. Pfarrer Wehrenfennig. In den Stiegen ertönten Sprechchöre:„ Juden und Marxisten hinaus!"," Saujuden!" Den nichtvölkischen Studenten wurde freier Abzug" angeboten. Wer trotzdem bleiben wollte, ivurde verprügelt und durch das Spalier hinausgefroßen. Kelsen wurde, als er den Hörsaal be= trat. mit Schweigen empfangen.„ Gestatten Sie", sagte er, daß ich meine Vorlesung über Völkerrecht mit einigen grundsätzlichen wissenschaftlichen Feststellungen beginne!" Das war für die wissensdurstigen Völkischen das Signal zum Verlassen des Saales. Sie nötigten unter Gewaltandrohung auch jene Hörer zur Räumung des Saales, die die Vorlesung anhören wollten. Prof. Kelsen verließ daraufhin die Fakultät. Während der Krawalle tagte das Professorenkollegium, um zu beraten, was zu ge= schehen hat. Der Dekan, Prof. Foltin, ver= suchte die Studenten zu beruhigen. Er soll dabei gesagt haben, daß er die Erregung der Studenten ALPA Franzbranntwein schützt vor Verkühlung und Folgekrankheiten der völkischen nämlich! wohl verstehe, daß Neden der beiden kam der beiderseitige Wille zur aber an der Tatsache von Kelsens Ernennung Zusammenarbeit zum Ausdruck. In der zur Annichts zu ändern sei. Zwei Führer der völkischen nahme gelangten Entschließung heißt es u. a.: Studenten wurden ins Professorenzimmer geru In der Erkenntnis, daß alle Schuzarbeit fen, dort gaben sie die Versicherung ab, daß sich Dienst an Volt und Heimat sein muß und daß die die Demonstrationen gegen Kelsen nicht wieder- Lage des Sudetendeutschtums engstes Zusammenholen würden. Prof. Foltin kam dann wieder auf wirken aller Kräfte erfordert, sind die Verbandsden Gang, um das Ergebnis der Beratung mit- führungen des Deutschen Kulturverbandes und des zuteilen, währenddem aber wurden die anders- Bundes der Deutschen entschlossen, alles vorzulehdenkenden Studenten weiter verprügelt. Ein ener- ren, um die Zusammenarbeit ihrer gisches Einschreiten gegen diese Gewalttaten beiben Verbändein Bukunft wurde unterlassen. immerinniger zu gestalten. Erst gegen elf Uhr schritt die Polizei gegen die Studenten- Ansammlungen vor dem Karolinum ein. Der Dekan gab die Versicherung ab, daß alles geschehen werde, um eine Wiederholung der Demonstrationen zu verhindern. Die Zahl der Ausschreitenden betrug etwa 400. Sie hatten die Sperre beim Eingang, bei der die Legitimationen geprüft wurden, durchbro= 167.000 Arbeiter mehr beschäftigt Im September waren bei den 296 Krankenversicherungsanstalten, welche der Aufsicht der Zentralfozialversicherungsanstalt unterstehen, gegen Krankheit versichert: a) nach dem Gesetz 221/24( Arbeiter) Männer Frauen. 837.323 zusammen 2,223.483 gegenüber dem August 1936 mehr um 13.536. gegenüber dem Septemb. 1935 mehr um 167.222, b) nach dem Gesetz 117/26( Pensionsversicherung) Männer Frauen • 1,386.160 123.696 53.140 176.836 Sie haben diesen ihren Willen in einer am 21. Oftober 1936 au Prag abgehaltenen Tagung den in beiden Verbänden hauptamtlich tätigen Voltstumsarbeitern kundgetan und fordern hiemit auch ihre Untergliederungen und alle Mitglieder auf, stets nur das Gemeinsame in der Arbeit der beiden Verbände zu sehen und alles zu tun, was geeignet ist, die Busammenarbeit zwischen dem Bunde der Deutschen und dem Deutschen Kulturverband zu festigen. Daraus geht also hervor, daß der Kulturberband ſich enger an den Bund der Deutschen anschließen wird. Ob das im Interesse des Kulturverbandes und vor allem im Interesse des deutschen Schulwesens ist, bezweifeln wir. Ist doch der Bund der Deutschen eine Vereinigung aus schließlich deutschbürgerlicher Elemente, also eine politisch einseitig eingestellte Organisation, in der bie Sudetendeutsche Partei sieh Winterhilfe den Ton angibt. Dagegen wurde der Kulturberband bisher als überparteiliche Organisation betrachtet, die nichts anderem dienen will als der deutschen Schule. Welchen Grund hat nun der Kulturverband, zu einer politisch in bestimmter Weise eingestellten Vereinigung in intime Beziehungen zu treten? Man hatte bisher Herrn Prof. Geßner als den Mann betrachtet, der die organisatorische und ideologische Selbständigkeit gegenüber dem August 1936 mehr um 3780, des Kulturverbandes aufrechterhalten will, man gegenüber dem September 1936 mehr um 7730. wird nun das Gegenteil annehmen müssen. Herr zusammen. Am 29. Oktober Eröffnung der Herbstsession Der Präsident der Republik hat durch ein Handschreiben an den Vorsitzenden der Regierung die Tagung der beiden Kammern der Nationalversammlung mit dem 22. Oktober für beendet erklärt und beide Kammern zur Eröffnung der Herbstsession für den 29. Oktober nach Prag einberufen. Böhmisches Landesbudget angenommen Nach einer Session von elf Sibunastaaen wurde Donnerstag das Budget des Landes Wöhmen für 1937 angenommen. In der Debatte sprachen 141 Redner, die 170 Bujabanträge and Frei- Resolutionen einbrachten. Sämtliche von den deutschen sozialdemokratischen Mitgliedern einge brachten Anträge, über die wir fortlaufend berich= tet haben, wurden geschäftsordnungsgemäß den Kommissionen, dem Landesausschuß oder als Appelle dem Landespräsidenten zugewiesen. Nach Annahme des Voranschlages behandelte die Landesvertretung noch eine Reihe von Berichten des Landesausschusses, die antragsgemäß erledigt wurden. Ing.- Cand. Richard Weck." Prof. Geßner hat die schiefe Ebene betreten, an deren Ende die Gleichschaltung des Kulturverbandes an die SdP liegt was mit dem Schulgut geschehen wird, welches der Kulturverband zu betreuen hat, diese Frage hätte er sich stellen sollen. Ein nach allen Seiten unpolitischer Kulturverband ist die beste Gewähr für die Erreichung jener kulturellen Ziele, die sich der Kulturverband stellt; eine Politisierung des Verbandes gefährdet diese Ziele. Herr Prof. Geßner trägt die Verantwortung hiefür und für alles, was dem Kulturverband aus diesem bedenklichen Schritt an Schaden erwachsen kann. Schauspieler- Protest gegen Reichenberger SdP- Uebergriffe Wir erhielten folgende Erklärung: ,, Marsch auf Brüssel" verboten Brüssel.( Tsch. P.-B.) Der Ministerrat hat in seiner Nachtsitzung beschlossen, die für Sonntag festgesette Manifestation der Registen zu verbieten. Bekanntlich hatte der Führer der Registen- Bewegung für Sonntag einen Marich von 200.000 Mitgliedern dieser Organisation auf Brüssel angekündigt. Zu dem Verbot veröffentlicht die Leitung der Registenorganisation cine Erklärung, worin es heißt, daß es sich bei der in Aussicht genomIn Reichenberg kam es zu Vorfällen, die man menen Versammlung um eine ,, streng private" nicht mit Schweigen übergehen kann, denn ihre Veranstaltung auf privatem Eigentum handle, Auswirkung geht über die lokale Bedeutung weit zu der nur persönliche schriftliche Vorladungen hinaus und interessiert die gesamte tschechoslowa- ergangen seien. Infolgedessen unterwerfe sich tische Oeffentlichkeit. Direktor Paul Barnay, der Registenführer dieser„ illegalen und willein Theatermann von internationalem Ruf, dem kürlichen Entscheidung" ni ch t. Die Versammim Juni d. J. von der Stadtgemeinde die Leitung Die Berliner Konferenzen des Reichenberger Stadttheaters übertragen lung werde stattfinden. wurde und dem es bereits gelang, die Zahl der Abonnenten zu verdoppeln, ist Gegenstand von politischen Angriffen geworden, welche in unserem Paris. Die übereinstimmenden Meldun Staate ein bedenkliches Novum darstellen. Vertreter der Reichenberger Orts- und Kreisgruppen gen der Berliner Berichterstatter der Pariser der SdP haben in einer am 17. d. M. stattfin- Presse besagen, daß sich beide Staaten neben der denden Versammlung Direktor Barnay den Kampf offiziellen Anerkennung des italienischen Impeangesagt, weil sein Programm den Richtlinien riums darüber geeinigt haben, daß Rom und Vernicht entspreche, die in Henleins großer Kultur- lin sogleich nach dem Falle Madrids die Regierede im Prager Deutschen Haus" festgelegt worden waren. Die Vertreter der SdP erklärten gleichzeitig, sie seien bereit, das Theater zu übernehmen. Die Verhandlungen endeten mit dem Beschluß, über die frühere künstlerische Tätigkeit Barnays in Deutschland und seine Fähigkeiten Gutachten bei der zuständigen reichsdeutschen Amtstelle, der Reichskulturkammer in Berlin, und bei Gewährsmännern in Breslau einzuholen. " Die deutschen und tschechischen Bühnenangehörigen, die eine ihrer Hauptaufgaben in der Verteidigung und Sicherung der Freiheit der Kunst erblicken, stellen fest: 1. Es liegt hier der versuchte Eingriff einer politischen Partei in die verfassungsrechtlich gewährleisteten Freiheiten einer tschechoslowakischen deutschen Bühne vor. 2. Ein Theater in unserem Staate, das der gesamten Bevölkerung ohne Unterschied der Pareizugehörigkeit offen zu stehen hat, darf nicht der Institutionen unterstellt werden. Begutachtung seitens ausländischer Aemter und 8. Versuche dieser Art, unsere deutschen Bühnen durch auswärtige Direktiven weltanschaulich zu uniformieren, sind aufs energischeste abzuwehren. Klub tschechischer und deutscher Bühnenangehörigen: V. Vydra F. Falk Svaz čsl. herectva: 3. Munclingr A. Mazač Bühnenbund in der Tschechoslowakischen Republik: 2. Kopta A. Fuchs rung Franco in Spanien anerkennen werden. Die Frage Desterreichs werde dem Korrespondenten des Petit Journal" zufolge anläßlich der Unterredungen Gianos mit Reichskanzler Hitler in Berchtesgaden definitiv bereinigt werden. Das gleiche Blatt meldet, daß Italien von dem antiholschewistischen Kreuzzuge Deutschlands nicht begeistert sei und versuchen solle, Deutschland daran zu hindern, daß es als die unerläßliche Bedingung seiner Beteiligung an einem neuen Locarno die Lösung des französischen Beistandsabkommens mit Rußland verlange. Deutschland hefte andererseits den Blick auf London und bemühe sich, in den deutsch- italienischen Unterredungen alles zu vermeiden, was den Anschein von gegen England gerichteten Intrigen wecken könnte. Das Neutersche Bureau erfährt aus Berlin, daß die jetzigen deutsch- italienischen Verhandlungen anfangs November in Wien anläßlich der Tagung der Donaukonferenz werden fortgesetzt werden. Beck nach London eingeladen London. Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten bestätigt die Nachricht, daß der polnische Außenminister Beck die Einladung, als Gast der britischen Regierung nach London zu tommen, angenommen habe. Dieser Besuch wird am 8. oder 12. November stattfinden. Man er= innert hiebei daran, daß Minister Eden sich be= tanntlich im Jahre 1935 besuchsweise in Warschau aufgehalten hat. Seite 4 Jagesneuigkeiten Das ,, Nonplusultra der Ueberfrauen" jubiliert Im Hafen von New York, auf Liberty Island, erhebt sich ein riesenhaftes Monument: das fast hundert Meter hohe Standbild der Freiheit, das sich den Blicken derer, die sich vom Meer her der Metropole der Union nähern, schon von weitem darbietet. Die gewaltigen Ausmaße dieser gigantischen, über zweihunderttausend Kilogramm schweren Bildsäule sind echt ameri. tanisches Format, obwohl die Statue selbst ein Wert europäischer Meister ist. Sie ist ein Geschenk Frankreichs an die Vereinigten Staaten zu deren hundertstem Geburtstag. Vor fünfzig Jahren, am 28. Oktober 1886, wurde die Freiheitsstatue auf Liberty Island feierlichst enthüllt. Ehe sie jedoch nach Amerika verladen wurde, wurde sie in Frankreich auf originelle Weise eingeweiht: Man veranstaltete ein Festmahl, zu dem vierzig Personen sich an einer reich gedeckten Tafel versammelten, und der Speisesaal, in dem dieses Festessen stattfand. war der Kopf der Statue. Ein Spaß vogel würdigte diese seltsame Einweihung, indem er humorvoll bemerkte, daß die Veranstaltung den klaren Beweis liefere, daß selbst das Nonplusultra aller Ueberfrauen mitunter nichts anderes im Kopfe habe, als Männer. Im übrigen ist in Amerika für den 28. Oftober eine Wiederholung der Original- Enthüllungsfeierlichkeiten auf Liberty Island vorgesehen. Wahrscheinlich wird an diesem Tag das ,, Nonplusultra aller Ueberfrauen" wiederum „ den Kopf voll Männern" haben. Und vielleicht wird unter diesen auch einer oder der anFreitag, 23. Oktober 1936 Sein Kind getötet, um sich an der Mutter zu rächen DFC- Kantineur Semerák vor den Geschworenen Nr. 247 An unsere Abonnenten un 1 Kolporteure! Aus Anlaß des Staatsfeiertages am Mittwoch, den 28. Oktober, ent fällt die Donnerstagausgabe vom 29. Oktober unseres Blattes. Die Verwaltung. Prag. rb Donnerstag verhandelte das Gheaufgebot eingeleitet wurde, reifte in Semerát Prager Schwurgericht unter Vorsiß des GR. Trost der Vorsatz zur Mordtat. Er faufte sich einen alten die Antlage gegen den 39jährigen gewesenen Pächter Trommelrevolver und begab sich in den Abendstunder Kantine auf dem DFC- Play, Franz Seden des 10. August zu seiner frühren Gefährtin, der mer à f, der am 10. Auguft sein vierjähriges Töcher erklärte, er werde verreisen und sei gekommen, sich terchen& va erschossen hat. Die Frage, was diesen seine Wäsche abzuholen. Dieses Gespräch verlief Vater dazu bewogen hat, die tödliche Waffe gegen ruhig und Angela Reil kochie sogar dem Angeklagsein unschuldiges Kind zu richten, findet in dem Be- ten Kaffee. Gegen 9 Uhr abends läuiete die Türglocke. weisverfahren keine schlüssige Antwort, denn das Während die Mest öffnen ging, begab sich Semerát erscheint jedem menschlichen Empfinden unfaßbar. chen schlief, zon den Revolver und schoß das Kind von dem geſtändigen Angeklagten angegebene Motiv ins Nebenzimmer, wo die kleine Eva in ihrem BettSemerát erklärt, die ständigen Zerwürfnisse mit au 3 nächster Entfernung in den geht der Bau des ersten völlig aus Glas hergestellseiner Lebensgefährtin und Mutter des getöteten stop f. Der Bräutigam der Reit, Franz Rehanit Kindes, die darin gipfelten, daß sie ihn zu verlassen denn dieser war der Besucher, warf sich auf Semegedachte, hätten ihn zur Verzweiflung getrieben und rák und entriß ihm nach längerem Kampf die Waffe, dem Entschluß gebracht, das Kind zu töten. Dieſen wobei noch zwei weitere Schüsse losgingen, ohne aber gräßlichen Entschluß führte er nach eigener Angabe jemanden zu verletzen. nach mehrtägiger Erwägung durch. 1 Das gläserne Haus. Auf der Fifth Avenue ten Hauses seinem Ende entgegen. Die Wände be= stehen aus einer neuen Art von Glasziegeln, die von außen eine glänzende Fläche haben, aber nicht durchsichtig sind. Sie sollen troß erheblicher Dicke 70 Prozent des Tageslichtes durchlassen können. Prozessual lag der Sachverhalt sehr einfach, da der Angeklagte keinen Versuch machte, zu leugnen. Das Haus wird völlig fensterlos ſein, lediglich im Als Zeuge war bloß Rehaust und die Mutter des Erdgeschoß befinden sich Läden mit den üblichen ermordeien Stindes geladen, das übrigens erit nach densterscheiben. Da diese Glasziegel nicht porös dreiwöchigem Leiden vom Tod erlöst wurde. Wie die find, mußte eine besondere Ventilation eingebaut weinende Mutter erzählte, war das letzte Wort des werden, um die notwendige Durchlüftung des HauMindes: Dich hab' ich fo gern, Mutti, fes ſicherzustellen. Stimmwandel am Telephon. Im Laborato= aber den Vater nicht...!" Semerát Semerák lebte ſeit 1928 mit der Angela Reil in Lebensgemeinschaft. 1932 wurde ein Töchterchen geboren. Das Zusammenleben gestaltete sich indeſſen unglüdlich, denn Semerát begann au trinken und allerlei Bekanntschaften zu machen, bernach lässigte den Haushalt und weigerte sich. Geld für ihn herzugeben. Die Berwürfniſſe ſteigerten sich bis zur Mißhandlung seiner Gefährtin, die schließlich die ſes unterträgliche Leben satt bekam und beschloß, sich beschränkte sich auf die Beteuerung, er habe sich nach rium der großen Telephonfirma Bell werden zur von Semerát zu trennen und dessen ehemaligen Ka- her ſelbſt töten wollen und sein Kind mit hinüber Zeit aus rein wissenschaftlichen Gründen Vermeraben Me ý a ni I zu heiraten. Semerát ſuchte, nehmen wollen. suche angestellt, die, wenn sie sich technisch durch= fie mehrfach auf und redete ihr zu, wieder mit ihm Die Geschworenen erkannten den Angeklagten führen lassen, ungeahnte Folgen für den Teleauſammenzuleben, wobei er bemerkte, er habe sonst mit elf Stimmen des Meuchel- phonverkehr haben können. Es handelt sich nämlich für den winter tein Quartier mordez schuldig. Das Urteil lautete auf darum, auf fünstlichem Wege den Klang der StimAls ihn seine Gefährtin abwies und schließlich das zwanzig Jahre schweren und verschärften Kerkers. Schon damals betrug die Zeit für das Ueberfüh Trauungsringe in Sowjetrußland. Es ist ein ren der Eisenbahnwagen auf die Trajektdampfer auffallendes Zeichen der immer weitergreifender insgesamt nur 20 Minuten. Der neue Dienst wird Verbürgerlichung des sowjetrussischen Lebens, daß zunächst mit drei Booten von je 3500 Tonnen seit neuestem in den Auslagen der Juwelierläden Verdrängung und 110 Meter Länge bewältigt, die wieder Trauungsringe erschienen sind. Diese Symdie Namen Twickenham- Ferry, Hampton- Ferry bole bürgerlicher Ehe waren seit der Revolution und Shepperton- Ferry tragen und eine Geschwvindigkeit von 16. Snoten erreichen. Die französische Eisenbahnverwaltung ihrerseits hat für diesen dere sein, der mit dazu beigetragen hat, daß Dienst nene Wagen bereitgestellt, die den englidas die größte Freiheitsstatue der Welt besivende schen Verkehrsverhältnissen besser entsprechen. ,, Land der Freiheit" erst kürzlich den Beweis Insbesondere sind die Schlafwagen für den Nacht erbringen konnte, daß es kein zweites Land auf dienſt mit allen technischen Neuerungen und mit Erden gibt, in dem es dem Bürger gleich schwer großem Lurus ausgestattet. gemacht wird, seine Freiheit zu bewahren und sich nicht in den Maschen der 1,156.644 bestenenden Gesetze und Verordnungen zu verfangen. ( E. M.) Ein Greis als Mörder feiner Tochter. Das Geschworenengericht in Pisek befaßte sich am Mittwoch mit dem Fall des 78jährigen Witwers Johann Pošta, Privatiers aus Strakonice, der des Verbrechens des gemeinen Mordes angeflagt war, den er an seiner mit ihm in gemeinsamem Haus halt lebenden Tochter, der 51jährigen Marie Pošta, begangen hat. Der Vater hatte mit der Tochter eine Auseinandersetzung wegen Vermögensangelegenheiten, wobei er sie in einem Wutanfall mit einem Knüttel erschlug. Den Leich nam versteckte er in der Senfgrube am Hof. Der Angeklagte bekannte sich vor den Geschworenen zu seiner Tat und erklärte, daß er sie nicht berene. Die Gerichtssachverständigen stellten fest, daß Pošta vollkommen normal sei. Auf Grund des Berdikts der Geschworenen fällte das Gericht unter Vorsitz des Gerichtsrates Strnad in den späten Nachtstunden des Mittwoch das Urteil. Der Angeslagte erhielt sechs Jahre schweren Kerkers. men am Telephon vollkommen zu verändern, so daß sie von niemandem erkannt werden können. Es ist gelungen, einen Tenor vor dem Mikrophon als Bariton mit dem Kopfhörer zu vernehmen, ohne daß dabei die Deutlichkeit im geringsten ge= litten hätte. Wer in Hollywood populär ist. Anderwärts veranstaltet man Umfragen über die Popularität Hollywood hat vor geradezu verpönt, und niemand, der als Kommunist der Hollywooder Filmstars hätte gelten wollen, hätte bis vor kurzem gewagt, furzem eine solche Umfrage über die populärsten sie zu tragen. Aber seitdem Ehe- und Abtreibungs- Männer der Welt, wie sie die Filmstadt sieht, durchgefeße viel strenger geworden sind, erleben auch die geführt. Es ergab sich, daß die Palme von Hollyalten Formen eine Wiederauferstehung. Uebrigens wood König Eduard VIII. gebührt, hinter dem machen die Juweliere nicht nur in Trauringen gute die Stimmen für Roosevelt weit zurückbleiben. An Geschäfte. In den Jahren nach der Revolution dritter Stelle folgt Muſſolini und dann Bernard fonnte man Schmuck überhaupt nicht in Läden, son- Shaw. Einen einzigen Mann scheint Hollywood dern nur auf den schwarzen Börsen von Mitgliedern überhaupt nicht zu kennen: Hitler befam feine einund die heute bestehenden 96 Juwelierläden in der bürgerlichen Klasse kaufen. Heute ist das anders, zige Stimme. Moskau können dem Bedarf nicht mehr genügen, so daß bald zehn neue eröffnet werden sollen. Warm und feucht. Im Zusammenhang mit zahlreichen Störungen, die vom Ozean gegen die Ostsee vorrücken, ist in Mitteleuropa eine verhältProzeß um einen erdachten Namen. Der befannte französische Schriftsteller Maurice Rostand ist in einen eigenartigen Prozeßz verwickelt, dessen Anlaß in dem Namen liegt, den Rostand dem Helden einer seiner Dramen gegeben hat. Vor zivei Jahren schrieb Rostand ein Stück, das sich mit der Der fliegende Bischof. Archibald Flemington, nismäßig warme, jedoch ziemlich feuchte LuftſtröRüstungsindustrie beschäftigt und mit großem Er- der fliegende Bischof von Kanada", ist soeben in mung eingedrungen. Der Zufluß warmer Luft folge im Pigalle- Theater aufgeführt wurde. Im London eingetroffen. Er ist einer der populärsten vom Westen her wird wahrscheinlich noch andauern. Mittelpunkte des Stückes steht ein Männer von Kanada, und sein Wirken, das sich Zahlreiche Stationen auf den britischen Inseln melvändler mit tricesinde ein rüſichtsloser völlig nördlich vom Polarfreis vollzieht, rechtfertigt deten Donnerstag nachmittags Temperaturen von Vaterland gibt und der alle Gesetze mit Füßen diese Popularität. Allein in diesem Jahr hat er 14 bis 17 Grad. Deshalb fann bei uns noch feine tritt, wenn es sich um seinen Profit handelt. auf seinen seelsorgerischen Wegen" 8000 Stilo wesentliche Besserung erwartet werden. WahrscheinDieser wenig sympathischen Figur gab der Dichter meter zurüdgelegt. Allerdings, weder zu Fuß noch liches Wetter Freitag: Größtenteils bewölkt, Neiden Namen de Varerel. Er hatte vorher in: zu Pferd. Denn um durch seine ungeheure Diözese gung zu Niederschlägen, mäßig warm, frischer WestAdreßzbüchern nachgesucht, aber nirgends diesen nur einigermaßen durchzukommen, muß er das Flug- wind. Wetteraussichten für Samstag: Ohne wesentNamen gefunden: denn er wußte selbstverständ- zeug benutzen. Dafür besucht er aber regelmäßig| liche Aenderungen. lich, daß ein eventueller Träger dieses Namens die von aller Welt abgeschnittenen Siedlungen im ihn wegen moralischer Schädigung belangen kann. äußersten Norden von Kanada, und hielt sich lange Was er vorsichtig vermeiden wollte, hatte sich je- in Aflavit, einem der nördlichten von Menschen bedoch trotzdem ereignet. Denn vierzehn Tage nach wohnten Orte der Erde, auf, wo er eben erst den Empfehlenswertes aus den Programmen: der Premiere meldete sich eine Madame de Varerel Grundstein zu einem neuen Hospital gelegt hat. und verlangte Schadenersaz. Rostand veränderte Er wirkt bereits seit 27 Jahren ununterbrochen in sofort den Namen des Helden, aber Madame de dieſen Breiten. Varerel verklagte ihn trotzdem auf Zahlung von 200.000 Francs. Da sie formal im Recht ist, andererseits aber dem Dichter die Gutgläubigkeit nicht abgesprochen werden kann, steht das Gericht vor einer schweren Entscheidung. = Der Trajekt- Dienst über den Kanal. Vergangenen Montag wurde der direkte Eisenbahnverfehr zwischen Paris und London mit Hilfe von Trajeftschiffen in Betrieb genommen. Wäh- Der regelmäßige Transpazific- Paffagierrend in sehr vielen Ländern und im internationa- Flugdienst wurde am Mittwoch nach fünfjährigen len Verkehre sowohl Europas wie Amerikas seit Vorbereitungen eröffnet. Das Großflugzeug langem Trajetischiffe im Dienst stehen, litt die„ Hawaii Slipper" startete um 21 Uhr mittelaußerordentlich wichtige Verbindung zwischen der europäischer Zeit mit sieben Passagieren zu seifranzösischen und der englischen Hauptstadt noch immer darunter, daß man den Knanal auf beson- nem ersten fahrplanmäßigen Flug nach Manila. deren Schiffen überqueren mußte und durch das Umsteigen viel Zeit verloren wurde. Dabei ist der Vorschlag, Trajektschiffe auf dem Kanal einzusetzen, genau hundert Jahre alt. Der französische Ingenieur Thomé de Gamond faßte im Jahre 1837 diesen Plan, zu einer Zeit, als die Eisenbahn gerade erst in Betrieb genommen wurde; selbstverständlich wurde dieser Plan von den Zeitgenossen als reine Phantasie angesehen. Uebrigens gab es auch schon im Kriege einen Trajektverkehr über den Kanal, mit dem die Engländer Truppentransporte von Richborough nach Calais, Dieppe und Dunkerque durchführten. Ziebung der Klassenlotterie Das Brillen- Racket.( mb.) In Washington sind siebzehn Mitglieder eines Rackets" festge= nommen worden, die alten, kurzsichtigen Leuten wertlose Brillen verkauft hatten. Man schäßt, daß das Racket bisher durch diese Tätigkeit mehr als eine Million Dollars verdient hat. Die Gauner hatten sich auf Leute von siebzig Jahren und mehr spezialisiert. Zunächst verkaufte einer den alten Leute eine Brille im Werte von drei bis vier Dollars um 100 bis 150. Nach einiger Zeit kam dann, auf seiner Reise durchs Land, ein Augenspezialist", der berühmte" Doktor oder Professor Soundso, in den Ort. Er war von einer ,, Assistentin" begleitet und hatte unter anderem eine Liste derjenigen bei sich, an die sein Komplice früher schon eine Brille abgesetzt hatte. Er nahm kostenlose Augenuntersuchungen vor, und wenn eines der Opfer seines Spießgesellen tam, empörte er sich heftig über den Schwindler, der die wertlose Brille geliefert hatte. Dann wurden die Augen ,, fachmännisch" untersucht; der Herr Professor erschrat: wenn sein Patient nicht sofort operiert würde, hätte er nur noch wenige Tage u leben. Er sprißte ihm ein paar Tropfen einer Medizin ins Auge und produzierte triumphierend ein Häutchen, das er von dem franten Auge entfernt hatte.( Ein Gummihäutchen, das er natürlich selbst bereitgehalten hatte.) Daraufhin 2000 Kč die Lose Nr. 4159 4665 7063, 7512 durfte der Kranke durch eine ausgezeichnete 6991 10967 13746 15763 23068 23630 29254 30027 Brille sehen und war ganz glücklich über die plöß242650 47506 49218 53038 57000 58551. 59595 60281 liche Schärfe seiner Augen. Er kaufte die Brille, 61441 70744 74720 75426 77757 79824 80108 hefam aber natürlich irgendeine weit schlechtere. 80334 84039 95009 96864 97673 103575 105358 ür diese Operation haben manche Leute 8000 305572 106798 107342 111675 112094 122131. bis 9000 Dollar bezahlt. In verbindlich. Prag. Bei der Donnerstag= Ziehung der V. Klasse der 35. tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 40.000 Kč Los Nr. 94.562. 20.000 Kč die Lose Nr. 1343 13893 40111 90497 95955. 10.000 Kč die Lose Nr. 13554 17180 42905 75738. 5000 Kč die Lose Nr. 2534 8015 14617 16477 24427 25962 31150 46008 46331 54513 60110 63985 70335 85384 98753 100138. 38804 38833 41630 42152 44515 44961 Der typographische Selbstmord. Auf eine höchst finngemäße Weise hat der Druckerlehrling Szabo aus Liebeskummer Selbstmord verübt. Er setzte fein säuberlich den aus fünfzehn Buchstaben bestehenVom Rundfunk Samstag Prag I: 10.05 Deutsche Presse. 10.15 Deutsche Sendung: Für die Frau. 10.30 Schallplattenfonzert. 12.10 Chansons auf Schallplatten. 16.05 Militärmusif. 17.55 Deutsche Sendung: Sportvorschau 18.00 Orcheſterfonzert. 18.45 Deutsche Presse. 19.15 Uebertragung aus der Pardubißer Musikschule. 22.15 | Tanzmusik. Prag II: 7.30 Populäres Konzert. den Namen seiner Angebeteten zusammen, machte 14.10 Deutsche Sendung: 20 Jahre Jazz, Hörfolge. Brünn: 12.35 Mitdavon einen tadellosen Abdruck, schrieb auf der Rüd- 18.15 Slowakische Lieder, seite des Papiers seinen Abschiedsbrief und ver- tagskonzert. 17.40 Deutsche Sendung: Bu Nansens 75 Geburtstag. schluckte danach den ganzen Satz. Mit einer schwe= ren Bleivergiftung wurde der erst 17jährige junge funforchesterkonzert. Lieder: Staff Breßburg: 21.15 Glowatiſche 12.05 Chansons. 21,30 RundWiann in Hoffnungslosem Zustande ins Budapester funforchesterkonzert. 18.00 Lieder aus der Ukraine. Mähr. Oftrau: 15.00.RundStrankenhaus gebracht. 18.30 Schallplatten. Lebrun begrüßt Elsässerinnen in Straßburg Der französische Staatspräsident Lebrun weihte in Straßburg ein Denkmal für die Gefallenen ein. Vei dem Empfang im Rathaus begrüßte Lebrun auch junge Elsässerinnen, die in ihrer Landestracht erschienen waren. Nr. 247 Der Kongreß des Mittelstandes Die Radikalsozialisten tagen in Biarrit Freitag, 23. Oktober 1936 Paris.( MTP.) Die radikale Partei ist| fennt. Die Leute, die in Biarriß zusammenströ radikal für den goldenen Mittelweg", hat men, haben das Gefühl, sich zu einem großen Edouard Daladier einmal erklärt. In diesem Familienfest zu begeben. Gaz steckt alles, was über diese größte bürgerliche Partei Frankreichs zu sagen ist. Und er wird sich auch auf diesem Kongreß in Biarritz, wo die Partei vor ein schweres Dilemma: hie Links, Front Populaire, dort Rechts, Front National, gestellt ist, bewähren. Nur keine Extreme! Nur keine Experimente! Immer die Waage zwischen rechts und links halten, die Gegensätze auszugleichen versuchen, Ruhe um jeden Preis und viele schöne Worte. Diese Haltung hat die Partei nicht immer gehabt. Sie gleicht einem Mann, der in seiner Jugend recht stürmische Leidenschaften gehabt hat, dann immer behäbiger wird und dessen Haupteigenschaft kluge Vorsicht ist. In ihren Anfängen war die Partei wirklich radikal. Ihre Gründung geht noch auf die Zeit von Gambetta zurück, und ihre Radikalität bezog sich auf die entschiedene Bekämpfung der Kirche. Nachdem im Manifest von Montmartre Clemenceau schon 1881 soziale Forderungen in das Programm der Partei aufnahm, wurde 1893 der heutige Name ,, radikalsozialistisch" für die neue Partei angez nommen, die nach ihrer Wiedervereinigung mit ihren ursprünglichen Gründern im Programm von Nanch 1907,, Radikale und Radikalsozialistische Partei" genannt wurde. In der Gestaltung der politischen Schicksale der Dritten Republik hat die Partei oft eine entscheidende Rolle gespielt. Im Grunde ist es ihren Anhängern zu verdanken, daß der Boulan gismus 1889 geschlagen wurde: es ist der erste Sieg der demokratischen großen Mittelstandspartei gegenüber diftatorischen Gelüsten. Ihre Glanzzeit aber erlebte die Partei zehn Jahre später im Kampf um die Dreyfus Affäre. Hier erhob sie sich zu einer geistigen und moralischen Höhe, die weit über die Grenzen Frankreichs beispielgebend wirkte. War der Radifalsozialismus in der Dreyfus- Affäre der schärfste Gegner der Nationalisten und des Militärklüngels, so war er wieder ein Jahrzehnt später Gegner des Pazifism u s. Die Partei bekämpfte zwischen 1910 und 1914 Jaurès. Diese, einer extremen Auffassung entgegengesepte Haltung, bewahrte die Partei auch nach dem Kriege. Man hat ihr oft Schwankungen vorgeworfen, und tatsächlich betrieb sie eine Schaufelpolitik, die sehr bezeichnend ist. 1924 ging sie ins Linkstartell und bekämpfte Poincaré, als es sich darum handelte, aus der Sackgasse der Ruhrbesetzung herauszukommen. Aber schon 1926 ging sie mit Poincarè gegen die Linke, als der Franc stabilisiert werden sollte. Und zehn Jahre später geht sie heute und vorläufig wieder mit der Linken, aber sie leidet unter der Belastung durch die Kommunisten, die zur Front Populaire gehören. Dieser historische Abriß zeigt besonders deutlich, worin der Radikalismus des französischen Kleinbürgers, der die Wählermassen der Partei stellt, besteht. Achtsam darauf bedacht, als höchstes politisches Gut Freiheit der Gesinnung und Sandlung zu bewahren, ist die ganze Politik der Radikalsozialisten auf die Herstellung und Wahrung eines Gleichgewichtes der Kräfte gerichtet. Der Kongreß der radikalsozialistischen Partei bietet ein sehr pittoreskes Bild und ist keineswegs mit einer politischen Versammlung zu verwechseln, wie man sie heute in anderen Ländern und bei anderen Parteien auch in Frankreich Zu den Gemeindewahlen In Jugoslawlen In Zeitungen, die der Partei nahestehen, konnte man in den letzten 14 Tagen vor dem Kongreß folgende Anzeigen lesen: ,, 248 Francs Gesamtpreis für eine Reise nach Biarritz, Fahrkarte dritter Klasse hin und zurüd. Volle Pension für die Gesamtdauer des Raditalsozialistischen Kongresses( vier Tage und drei Nächte), drei Mahlzeiten und Wein inbegriffen. Keine Trinkgelder. Herrliche Autoausflüge in die Umgebung." Dies ist keine Anzeige eines Reisebüros. Es ist eine Verlautbarung des Organisationsso mi tees deskongresses, und Bürger Dupont liest sie gern und findet, daß für 248 Francs entschieden viel geboten wird. Er zieht seinen besten Anzug und einen steifen Sragen an, sest einen möglichst breitkrempigen ut auf und begibt sich zum Kongreß, wie sich andere auf eine viertägige Ferienreise begeben. Er braucht nämlich nicht delegiert zu sein. Denn grundsäßlich hat jedes Parteimitglied das Recht, dem Kongresse beizuwohnen. Und wer es nur irgend kann, tut es auch: die Kongresse sind immer überfüllt. Die Sitzungen find nicht das wichtigste, und der Inhalt der Reden spielt nur für die zünftigen Politiker der Partei und für die Presse eine Nolle. Für besagten Herrn Dupont dagegen ist es wichtig, im Kreise seiner Gesinnungsfreunde ganz ebenso familiär gut zu essen und zu trinken wie am Stammtisch seines Heimatortes. Für ihn ist es wichtig, sich einmal nach Herzenslust auszusprechen, über Gott und die Welt, über Textilpreise und Schweinezucht, über Steuern und Kommunisten und über alles, was man ja doch nicht ändern kann. Seite 5 Beleuchtungs- Rezept Nr. 7 Deine Schon ugen durch OSRAM besseres Licht 220V 40m39WE 40 Dlm 40 Dlm 400Lm 400lm OSRAM 00 650 650m 400Lm Das beste Licht durch Lampen von unübertroffener Güte ist zur Schonung der Augen gerade gut genug. Verwenden Sie darum OSRAMD- Lampen mit der Doppelwendell Die gasgefüllten Typen der OSRAM- D- Lampen geben bis zu 20% mehr Licht. Man nehme für die Krone 40 und 65 DLm- Lampen. n OSRAM D Lampen geben gutes und billiges Licht Volkswirtschaft und Sozialpolitik Vor diesem Gremium treten allerdings auf die Tribüne des Kongresses Persönlichkeiten sehr großen Manges. Die stürmischen Ovationen, die namentlich erriot bereitet werden, gehen Die Entwicklung weniger darauf zurück, daß die Anwesenden sein seinsinniges Buch über Beethoven gelesen haben, fondern darauf, daß man zu ihm einfach ein herzliches Verhältnis hat, und daß er seine Pfeife raucht. der Textilproduktion und im Verlaufe dieses Jahres ihren Aufschwung Unter den Industrien, die im vorigen Jahre Darum hat es der heutige Parteivorsibende in raschem Tempo fortgesetzt haben, steht die Edouard Daladier auch schwerer. Er ist Textilindustrie an hervorragender Stelle. Nach ein autoritärer Charakter, impulsiv und heftig. dem Statistischen Bulletin des Völkerbundes hat Den braven Bürgern liegt dies Temperament nicht, aber sie geben ihm ihr Vertrauen, weil sie sich der Inder der Textilproduktion( 1929 ist glauben, daß er es schon schaffen wird. Der dritte gleich 100) in den einzelnen Ländern wie folgt große Mann der Partei heute, Camille Chauverändert: temps, imponiert ihnen als ausgezeichneter Kopf und Advokat, und außerdem wissen sie, daß niemand so wie er dazu berufen ist. Kompromisse zu schließen, und das begrüßen sie alle. In diesem Jahr allerdings kommt noch etwas besonderes hinzu: denn Biarriz liegt ganz nah an der spanischen Grenze. Hier hat man den Kanonendonner von Irun gehört, hierher kamen die Flüchtlinge. Und bei Wein und gutem Effen und zwischen hervorragenden oratorischen Leistungen werden die in Biarriß zum Kongreß versammelten Bürger Frankreichs schaudernd von den Schrecken des Bürgerkrieges sprechen und gewiß den Schwur tun, mit allen Kräften daran zu arbeiten, daß in Frankreich die Gegenfäße nicht in solchen Formen ausgetragen werden. Wobei sich nur fragt, ob diese Erwägung die kleinen Leute der Mitte nach rechts oder nach links führen wird. Tschechoslowakei Deutschland Desterreich Belgien. Kanada Chile Dänemark USA Frankreich Ungarn Polen Jänner 1935 Juli 1936 64.8 85.9 · . 100.8 .. 126.7 104.8 125.8 59.9 60.8 81.5 109.4 · 205.8 296.1 144,6 89.6 66.3 . • 121.5 • · 78.6 98.0 169.4 100.0 68.0 149.5 72.8 101.3 Großbritannien A.-G., die Prager Mustermesse- A.- G., die Brünner Ausstellung- A.- G., die Dubrovniker Bäder= und Hotel- A.- G., die Kaschau- Oderberger BahnA.-G., die Anglo- Prago- Bank, die Tatra- Bant, und Industriebank usiv. Die Beteiligung von die Böhm. Industrialbank, die Deutsche AgrarStaatsbetrieben an Privatunternehmungen steht mit etwa 134 Millionen Kč in der Bilanz. Geringere Arbeitslosigkeit in der Metallindustrie. Der Metallarbeiterverband verzeichnet ein Sinken der Arbeitslosigkeit unter seinen Mitgliedern. An unterstützten Arbeitslosen während des Monates September der letzten Jahre wurden gezählt: 1931-6126, 1932-8437, 193313.891, 1934-10.567, 1935-9056, 1936 5531. Der Monat September 1936 ist also seit sechs Jahren der günstigste, was die ArbeitsTosigkeit betrifft. Ein Streit gegen das Bebeaux- System. In der Weberei der Firma Geiringer in Mistek brach Dienstag ein Streit gegen das dort ebenfalls eingeführte Vedeauy- System aus, den die Arbeiter schaft nach dem französischen Vorbild durchführte. 145 Arbeiter und Arbeiterinnen übernachteten in der Fabrik. Durch Verhandlungen konnte aber Von den Ländern mit alter Textilindustrie bereits Mittwoch mittag ein Abbruch des Streifs weist demnach die Tschechoslowakei im Juli 1986 erzielt werden und um 13 Uhr wurde die Arbeit die stärkste Erhöhung des Inder gegenüber dem wieder aufgenommen, nachdem den Arbeitern Jänner 1935 aus. Nur in den Ländern, die in eine günstige Liquidierung der Lohnstreitigkeiten den letzten Jahren erst eine eigene Textilindustrie bis spätestens 2. November zugesichert worden aufgebaut, beziehungsweise sie erweitert haben, war. Erhöhung der Holzproduktion. Von Vertre die Einführung von Maschinenkarten angeordnet ist die Textilproduktion stärker gestiegen. Zu diewird. Für jede in der Industrie verwendete ser Ländergruppe gehören insbesondere Ungarn, tern der Holzproduktion wurde dem LandwirtMaschine soll zur Ermöglichung der vollständigen Dänemark, Chile. Frankreich und Desterreich schaftsminister ein Ansuchen nach einer Erhöhung Man schreibt uns aus Jugoslawien: Ueberwachung eine derartige Karte angelegt haben im Juli 1936 sogar einen niedrigeren Pro- der Holzproduktion vorgelegt. Das LandwirtNach dreijähriger Periode sind heuer in werden. Auf der Starte sollen die einmaligen An- buttionsindex für die Textilindustrie als zu Be- schaftsministerium soll bei Bewilligungen größerer Schlägereien benevolent vorgehen und praktisch Jugoslawien Gemeindewahlen fällig. In zwei schaffungskosten, der laufende Betriebsaufwand, ginn des vorigen Jahres. Banschaften wurden sie bereits durchgeführt, die die hauptsächlichen Reparaturausgaben, die Leieine Erhöhung der Holzproduktion bis zu 100 Diese günstige Entwicklung der Textilpro- Prozent zulassen. Gleichzeitig sollen die Gebühren übrigen Banschaften folgen in kurzen Abständen. ſtungs- und Verwendungsfähigkeit der Maschine duktion in der Tschechoslowakei hat zwar die Ar- für die Mehrschlägerung beträchtlich herabgeſetzt Wie zu erwarten gewesen, siegt" in diesem hervorgehen. Es handelt sich bei dieser Anord- beitslosigkeit herabgedrückt. Von den erhöhten werden, wobei aber auf eine Refundierung beim Wahlkampf die Regierungspartei, die Jugoslawi- nung des Reichswirtſchaftsministeriums um eine Gewinnen, die damit für die Textilindustriellen Export verzichtet würde. sche radikale Gemeinschaft( Jugoslovansta radi- Maßnahme, die erst ihre volle Bedeutung ge- verbunden sind, hat die Arbeiterschaft freilich talna zajednica), genau so, wie vor drei Jahren winnt, wenn man sie im Zusammenhang mit ber nichts erhalten. Die Löhne sind durchwegs noch die Jugoslawische nationale Partei gejiegt" hat, Striegsaufrüstung betrachtet. So wie das Arbeits- auf dem Stand des Krisentiefs. Es wäre an der die damals in Belgrad am Ruder war. buch, das für die Arbeiterschaft neu zur Einfüh- Zeit, daß die Textilindustriellen, statt dauernd zu Die Wahlabstimmung ist öffent rung gekommen ist, die Registrierung jedes einI ich, wie sie vor drei Jahren zur Zeit der Dit zelnen Arbeiters vervollständigt und dadurch seis lagen, wie schlecht es ihnen geht, sich dazu vertatur gewesen ist. Die vom Regime des Doktor nen Einsatz durch die Behörden zu dem gegebe- der Arbeiterschaft entgegenzukommen. Die durchs stehen würden, den berechtigten Lohnforderungen Stojadinović versprochene Wahlreform, haupt- nen Zeitpunkt ermöglicht, so soll die Maschinen aus die kapitalistischen Interessen wahrende Beitſächlich Einführung der geheimen Abstimmung, far farte bei der Lösung dieser Aufgabe für die wurde bisher nicht verwirklicht, sondern unter Maschine eine wesentliche Hilfe sein. Die völlige schrift Die Wirtschaft" fagt in ihrer Nummer allerhand Ausflüchten aufgeschoben. Das Regime Ausrichtung der deutschen Wirtschaft auf die so- 40, daß die Textilindustriellen wieder Geld verſagt, die öffentliche Abstimmung verhindere nicht, genannte Wehrwirtschaft bedingt, daß der dienen, auch wenn sie das Gegenteil behaupten, daß der Wahlgang frei sei. oberste Generalstab" mit der Zeit eine genaue benn es hat noch nie einen Textilindustriellen kennzeichnet deutlich die Anleitung des Zentral- Verwendungsmöglichkeit des gesamten deutschen Unternehmer, von einer kapitalistischen WirtWie die Atmosphäre dieses Wahlkampfes ist. Uebersicht über die Leistungsfähigkeit und die gegeben, der jemals zugegeben hätte, daß seine Geschäfte gut gingen". Diese Kennzeichnung der preßbureaus an die Zensurstellen: Maschinenparts hat. Erst dadurch wird es mögs In den Gemeinden, in denen die Liste der lich, den in Nürnberg verkündeten zweiten Bier- schaftszeitung getroffen, gilt nicht nur für die Jugoslawischen Gemeinschaft in der Minderheit ge= blieben ist, darf nur das Resultat gebracht werden, jahresplan und die gesamte Kriegsrüstung über- Industriellen der Textilindustrie, sondern für die haupt mit weniger Reibungen, die sich aus der Industriellen überhaupt. für die Wirtschaft notwendigen Umstellung ers geben, durchzuführen. Ob aber trop Arbeitsbuch und Maschinenkarte die Rechnung der deutschen Diktatoren am Ende sich doch nicht als falsch erweisen dürfte? ohne jeden Kommentar." Und weiter: Der Presse ist nicht gestattet, zu schreiben, daß ez den Staatsangeſtellten und den Angestellten der übrigen öffentlichen Dienststellen freisteht, Opposi tionslisten zu wählen oder sich gegebenenfalls zu abstinieren. Auch die Agitation in diesem Sinne ist berboten." Kriegspaß für Maschinen. Das deutsche Verwendet nur..Boltszünder"! Reichswirtschaftsministerium hat an die Reichsgruppe Industrie ein Schreiben gerichtet, in dem Die Beteiligung des Staates an der Privatwirtschaft. Die Beteiligung des tschechoslowatischen Staates an der Privatwirtschaft wird, sotveit sie unter eigener Verwaltung steht, mit 655 Millionen Kŏ angegeben. In diese Gruppe gehö ren die Drbis" Druds, Verlags- und ZeitungsA.-G., die Tschechoslowakische Waffentverte- A.- G. in Brünn, die Elbe-, Donaus und Oberschiff= fahrts- Gesellschaft, die Deffentliche LagerhausBita Kabátová und Eva Gerová in dem Film ,, Ghe auf Kredit" Geite 6 Prager Zeitung Schwurgerichtsbilanz ,, Sozialdemokrat" Nr. 247 trenait geprüfte Musiker angehören werden. Ihre Mitteilungen aus dem Publikum. 4 bis au Bahl ist vorläufig mit 62 jährlich bezahlten Instrumentalisten festgesetzt, die aber bei großen KonzertBei rauhem, kühlem und veränderlichem Wetter anlässen noch entsprechend vermehrt werden sollen. entsteht den Rheumatikern große Pein. Durch Diese Belgische Philharmonie wird ihre Tätigkeit offiziell am 25. Oktober in Brüssel beginnen. Noch Maſſage mit Alpa- Franzbranntwein erreichen Sis in dieser Konzertsaison sollen u. a. aufgeführt wer- große Erleichterung. Der Blutkreislauf wird äußerst liegen) der heißeste Sommer mit einem fast neun den: die Missa solemnis" Beethovens, Bachs..Mat- iebhaft, gewährt eine entsprechende Körperernäh Monate Tangen, sehr rauhen Winter, und tropische thäus- Passion, Liszts Faust"-Symphonie, die rung, wodurch Muskelstärkung und günstige Nerven-rb Die gestern abgeschlossene vierte Schwur- leppigkeit findet sich nur in Andalusien( Sevilla, Alceste" Glucks. beeinflussung erzielt wird. Beraten Sie sich mit gerichtsperiode umfaßte insgesamt neunzehn Pro- Granada), während der Südosten( von Valencia bis Sonntag Erna Sack als Adele in ,, Fledermans" Ihrem Arzie über die Art der Massage. zesse, die einundzwanzig Verhandlungstage ausfüll- Carthagena) Wüstentlima hat und nur durch künstten. Das stärkste Kontingent stellten Anklagen wegen liche Bewässerung fruchtbar zu machen ist. Die noch Im Abonnement!( 2). Erna Sad wird folgende Billig war die elektrische Beleuchtung schon Sittlichkeitsverbrechen, deren se ch& verhandelt heute bestehenden sprachlichen Unterschiede zwischen Einlagen zu Gehör bringen: Frühlingsstimmenwurden und durchwegs sexuellen Mißbrauch von Kin- den Kastiliern, Katalanen, Basken und den( portu- walzer" von Johann Strauß; La Folletta"( Volks- immer, wenn sie durch die hochwertigen Odramdern betrafen. Nur in zwei der verhandelten Schwur- giesisch sprechenden) Galiciern zeigen, daß die unter lied) und„ Draußen in Siebering" aus Fanny Lampen geschah. Verwenden Sie aber die gas. gerichtsprozesse wurde ein Freispruch gefällt. Ins- der Regierung fabellas( um 1500) erzielte Eini- Elsler" von Strauß- Staller. Kč 16.- bis 69.- gefüllten Typen der neuen Osram- D- Lampen, so Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. wird Ihre Beleuchtung noch billiger oder kann bei gesamt verhängte das Schwurgericht Sterferstrafen in Aung Spaniens immer nur äußerlich geblieben ist. Als einen in der Geschichte immer wieder hervor- Freitag. 8 Uhr: Die Sofloge, D.- Sams- gleichbleibenden Kosten reichlicher sein, denn diese der Dauer von 84 Jahren und 5 Monaten. tretenden Charakterzug der Spanier nannte der Vor- tag, 7%: Eine Nacht in Venedig: volkstüm tragende ihren wilden Fanatismus, der sich bei der liche Vorstellung. Abonn. aufgehoben. Sonntag. Lampen geben für jedes verbrauchte Watt noch mehr Verteidigung gegen die kulturell überlegenen Römer 2: La Boheme; 7: Die Fledermaus, Licht als die bisherigen Osram- Lampen 20% mehr- je nach der Lampengröße. Erreiche und Mauren ebenso wie bei der Eroberung Ameri- Gastspiel Erna Sad, C 2. fas, der Unterdrückung der Niederlande und dann beim Widerstand gegen die Armeen Napoleons ge- Falb 8 Uhr: Das Herz, Theatergemeinde des patentierten Leuchtdraht, der nicht einfach, sondern Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag, wird das bei den gasgefüllten Typen durch einen zeigt habe. Dem religiösen Fanatismus, der sich Kulturverbandes und freier Verkauf. in der Zeit der Inquisition deutlich gezeigt hat, sei 8: Die Freier, Erstaufführung. Samstag, doppelt gewendelt ist. Jede Osram- D- Lampe enthält feit dem 18. Jahrhundert, als die Aufklärung von Mein Sohn der Minister; 8: Die Dekalumen( DLm) und des geringen Wattverbrau - Sonntag, 3: auf ihrem Sockel die Angabe der Lichtleistung in Frankreich her nach Spanien fam, auch ein antireli- aße läßt das Mausen nicht. aiöser Fanatismus gegenübergetreten. Schon damals ches( W). Sie garantiert damit dem Käufer und sei es zur Auflehnung des Jesuitenordens in SpaBenußer viel Licht für wenig Geld. 2479/20 nien gekommen, und der Vortragende verschwieg nicht, daß die katholische Kirche in der spanischen Geſchichte eine wenig glückliche Rolle gespielt hat. Von den sonstigen interessanten Einzelheiten des Vortrags sei noch der Hinweis des Medners auf die arabische Herkunft des Wortes Raise" vermerkt, das ursprünglich ein Stück Vieh bezeichnet habe und - wie viele andere Worte durch die Mauren in die spanische Sprache gekommen sei. ―cisDeutsche Staatsfeier am 28. Oktober. Mittwoch). den 28. Oftober, um 46 1hr abends im Bühnensaal der Il ra ni a. Die Feier wird mit einer Ansprache des Ministers 3 ai i čet eröffnet, hierauf fingt der Reichenberger Volksliederchor unter der Leitung von Professor Hugo Wag ner sude tendeutsche und tschechische Volkslieder. Dann fola: ein Vortrag von Dr. Paul Ei 3 n er über bei mische Landschaft in zwei Schrifttümern" mit Rezitationen. Zum Schluß Vorlesung aus Werfen Emil Merter 3, gesprochen von Hans Multerer, und Lieder von Fidelio F. Finke, gesungen von Prof. Elſe Brömse- Schünemann, am Klavier Prof. Franz Langer. Vorträge Löhne und Kollektivverträge Im Sozialen Institut hielt Donnerstag Ge Parteibildungsausschuß. f. Kunst und Wissen noſſe J. Bélina einen Vortrag über Löhne und Sowjet- Union- Reisebericht Lohnregelung als eine der wichtigsten Vorausseßun- des Genoffen Karl Deutsch mit Lichtbildern: gen der wirtschaftlichen Erneuerung. Er erklärte die Bedeutung der Löhne als Fattor nicht nur für Freitag abends um 8 Uhr im Parteiheim. die Kalkulation, sondern auch für den Ab= say. Das Bestreben der Gewerkschaften ist es, dem Arbeiter einen angemessenen Anteil an dem Wet des Produkts, einen entsprechenden Lohn zu sichern. Dies wird in der Regel durch Abschluß von Kollettivverträgen erzielt. Die Grundform der Lohnrege= Tung ist die Festsetzung von Minimal- Stundenlöhnen, die jedoch schon längst nicht mehr maßgebend für den tatsächlichen Verdienst des Arbeiters sind. Das Lohnsystem insbesondere der Nachkriegszeit ist sehr Eine Bruckner- Feier, die zweite innerhalb viermannigfaltig und fennt sowohl Stunden zehn Tagen, fand vorgestern im Festsaal des DeutIöhne als auch Attorblöhne, Prämien- fchen Hauses statt. Sie gipfelte in einer& e strede systeme und die Sonderhonorierung des Wiener Hofrates Mar von Milenkovich, von Beiteriparni 3. Der Vortragende zer der unter dem Künstlernamen Mar Mor old nicht gliederte die einzelnen Arten und die Versuche der nur vielfach künstlerisch tätig ist, sondern auch gerade Arbeiter, Garantien für die Erhaltung für Bruckner musikschriftstellerisch eingetreten ist. ihres Lebensniveaus zu gewinnen. Seine fleine Biographie Bruckners in der Samm Sport- Spiel- Körperpflege Außerordentliche Besprechung des SASJ- Präsidiums Wir finden bei manchen modernen Steptilern eine gewisse Neigung dazu. Vom Wissenschaftler aber ist zu fordern: Glaube an die Möglichkeit weiteren Vordringens der Forschung und Zweifel an allen Forschungsergebnissen ebenso wie an allen Glau benslehren. -fbIn Prag fand dieser Tage eine außerordent liche Besprechung des Präsidiums der SASI unter ,, Medizin, Kranke und Aerzte" heißt eine im dem Vorsive Dr. J. Deutsch statt und sich u. a. mit Verlage des Reichsverbandes der deutschen Aerzteder Durchführung der Beschlüsse des Antwerpener vereine in der Tschechoslowakei. Aussig, Tepliger Kongresses befaßte. Behufs Bildung der internatio- Straße 41, erschienene Schrift, deren Verfasser Med. nalen Stommiffion zur Beratung der Fragen des Ar- Dr. Gottlieb Bid iſt.( Preis broſch. 25 Kč.) beitersports wurden die Verbände Norwegen, Frank- Ein von der Höhe des Lebens auf seinen und den reich und RSI verständigt. Außer einer Anfrage Weg der medizinischen Wiſſenſchaft zurückschauender aus Frankreich ist jedoch von den zitierten Verbän- Arzt spricht ernst und Klug, dabei ganz allgemeinden noch keine Namhaftmachung der Mitglieder er- verständlich. über die Entwicklung der Heilkunde, folgt. Die erſte Gibung, dieſer hommiiton for die manniafachen Wandlungen, der mediziniſchen Ende November stattfinden. Zur Wintersport- Wissenschaft, über das Verhältnis zwischen Aerzten Olympiade in Johannisbad wurden Sowjetrußland, und Kranten, aber auch über soziale Probleme, die Frankreich, Schweden und Norwegen eingeladen. er freilich weder als Politiker noch als NationalRüdäußerungen find noch nicht erfolgt. Die Vor- ökonom beurteilt, sondern ausschließlich als Mediarbeiten zur Wintersport- Olympiade sind in der Tez- ziner. Aber der Mediziner, der nicht die Augen ten Sigung des großen Ausschusses abgeschlossen vor den Tatsachen verschließt, muß zur Erkenntnis worden. Simet berichtete über die fortschreitenden der ungeheueren Widersprüche zwischen medizinis technischen Vorbereitungen. Ueber die Verhältnisse schen Möglichkeiten und sozialen Tatsachen, zwischen in den einzelnen Ländern berichteten Deutsch und der reichlichen Versorgung aller ermöglichenden HochSilaba. Ueberall ist ein gutes Fortschreiten der entwicklung der Technik und dem Hungertod von Arbeiten zu verzeichnen. Die Organisierung der amerikanischen Olympiade- Teilnahme wurde ausschließlich der Workers Sport- League in New York übertragen. Vereinsnachrichten Millionen fommen. Viel Kluges, auch viel Schönes wird in Picks Buch gesagt. Es ist auch für den Nichtmediziner lesenswert. Ziemlich breiten Raum nehmen Betrachtungen über die Krankenversicherung ein. Dr. Pick sieht ihre Notwendigkeit ein, muß sie deshalb bejahen, fann ihrer aber, vom wirtschaftwerden und sieht doch die Weiterentwicklung so, daß lichen Standpunkt der Aerzte aus, nicht recht froh in Zukunft der beamtete Arst überwiegen wird. Unsere Arbeiterschaft hat den Beitattord lung Kleiner Musikerbiographien des weltberühmten Schwimmsport. Bei einem Pariſer Meeting verNeue Bestleistung im franzöfifchen Arbeiterabgelehnt, weil es in ihm ein Syſtem aur plant, Biel Berbreitung gefunden, då fie burd) bolig beſſerte Bargas( 1150 Paris) über 50 Meter Freis mäßigen Steigerung der Arbeitskapazität jah. Für da boltstüm ftil mit 30.1 Set, die FSGT- Bestleistung, welche Die Serienerzeugung wird die Methode der Grup- liche Klarheit ausgezeichnet ist. Durchaus voltstim- auf 30.8 Set. ftand. penarbeit benüßt. Die Kollettivlohnfäße sind lich war auch Mar von Milenkovichs vorgestriger Im Fallen- Verlag Erich Sider, Berlin- Schil in der Regel so niedrig. daß sich der Arbeiter mit Bruckner- Festvortrag, der nur biographisch gehalten dow, erscheinen billige volkstümliche Werte über Ge ihnen in der Zeit wirtschaftlicher Konjunktur nicht war, also den Menschen und Künstler Brudner selbst sundheitsfrage, die zwar den Standpunkt der Naturzufrieden gäbe. Dann strebt die Arbeiterschaft eine und feine Umwelt behandelte, aber auf des Meisters heilkunde betonen, aber doch im allgemeinen empfoh= bessere Bewertung ihrer Arbeitskraft an in der Werk leider weder würdigend noth erklärend ein len werden können, weil sie nicht einseitig sind, weil Wirtschaftsfrise geht diese Verbesserung verloren. Aing. Er war auch durch interessante Lichtbilde: fie vor allem auf allgemeine Lebensgrundsäße aufJe größer die Spanne zwischen dem Vertragsmini- unterſtüßt. Den geschmadlosen Ausfall gegen die mum und dem tatsächlichen Verdienst ist, desto grö- moderne Musik zum Schlusse seiner Ausführungen Ortsgruppe Prag. Sonntag, den merksam machen, deren Einhaltung unbedingt wünschenswert ist. Wir nennen die Bücher ,, Nicht mehr here Möglichkeiten ergeben sich in der Strise und in hätte der Herr Hofrat als Festredner nicht machen 25. Oftober, Zusammenkunft um halb herzkrant!" von Dr. Keller- Hoerschel Zeiten des Arbeitsmangels für eine Herabdrückung dürfen. Den Rahmen der Festrede bildeten von 8 Uhr früh am Smichower Bahnhof. mann und Nervosität! Jedermanns Krankheit!" des Lohnniveaus. So betrachtet schiene der Ver- einem Bläserchor des Theaterorche= Fahrt nach Všenorh. Wanderung über von Dr. Wilh. Niederland. Was in diesen tragsschutz des Lohnes eher als soziale als eine ſters gespielte Fanfaren über Themen Brudnerz die Stalta zur Hütte. Fahrpreis 7 Kč. Schriften Erklärendes über die Krankheiten gesagt wirtschaftliche Vorkehrung zu sein. Einer wirt- und feine beiden bekannten Männerchöre Mitter Führer: Schal. Außerdem je den Samstag schaftlichen Geſundung kommen wir nur dadurch nacht“ und„ Germanenzug", die von den vereinig- Führung zur Hütte durch den jeweiligen Hütten- wird, soll jedermann wiffen. Was zu ihrer Befämpfung empfohlen wird. vermag die Bemühunnäher, daß wir uns mehr mit der Frage einer ten Sängern des Smich over Deutſchen Män- dienſt. Wir empfehlen, fich für die Nächtigung im gen des Arates nur zu unterstüben. Was beiden mer in der Geschäftsstelle anzumelden. Unsere Ge- Schriften gemeinsam ist: sie haben eine optimistische Sträftigung unseres Inlandsmarktes beschäftigen als nergesangvereins, halb 8 Uhr in den Räumen des Vereines deutscher Fällen ein Kranker sein dürfte, neue Soffnung, neuen Arbeiter in Prag II.. Smečka 27, zweiter Stock, Sebensmut, neue Zuversicht. Das ist gerade bei HerzTelephon Nr. 27727. W mit übertriebenen Hoffnungen auf eine Erhöhung Volksgesangvereine schäftsstelle amtiert nun jeden Freitag von 6 bis Grundhaltung, erwecken im Leser, der ja in vielen und Literatur franten und bei Nervösen wichtig. Wenn also diese Bücher auch den Arzt nicht entbehrlich machen das sollen und wollen sie auch keinestvegs fo helfen fie doch dem Arzte sehr wesentlich. Diese Bücher find richt teuer. Nervosität" von Dr. Niederland kostet Wt. 2.20. Nicht mehr herzfrank!" von Dr. KellerIm selben VerHoerschelmann fostet Mt. 2.40. lage erschien auch„ Gefundes Liebesleben. Ein Buch für junge Menschen". Von Dr. Gerhard Otel. Es sagt alles Wissenswerte und wissensnottvendige, da aber von einem religiösen Ausgangspunkte ausgegangen wird, vermögen wir das Buch nicht zu empfehlen. Es gibt ja gerade auf diesem Gebiete teinen Mangel an guten wertvollen. Schriften. des Erports. Der Weg zur nationalen und inter- Sängerbundes Holleschowiß gesungen nationalen Wohlfahrt tann nicht über die Verar- wurden. Muſikaliſcher Leiter des Bläser und mung der einzelnen und des Voltsganzen führen. Sängerchores war Prof. Rudolf Kraus. als BeDie Ausgeglichenheit der Nationaleinfommen ist aleiterin am Klavier wirfte Frl. Dorothea Ru= E. J. auch ein Zeichen für den Stand der Zivilisation aitschka mit. in den einzelnen Staaten. Mit Dank muß das Be- Miloslav Holý, der gegenwärtig in der mühen des Fürsorgeministeriums um die Nichtkünd- Galerie Dr. Feigl ausstellt, findet seine barkeit der Stollektivverträge und ihre Verbindlich- Motive voriviegend in der Elbelandschaft um Podě= feitserklärung anerkannt werden. Die demokratische brad und Nymburg. Doch von der ruhevollen GeOrdnung darf sich nicht damit begnügen, den Bür- lassenheit, der filbriggrünen Milde dieser Landschaft Der Prager Arzt Dr. Arthur heller, seit gern das gleiche Wahlrecht zu geben, sie muß ihnen ist nichts in seinen Bildern. In spürbarer Unraft, oft Jahren auch bekannt als Schriftsteller, macht in dem auch die ordentliche Eristenzmöglichkeit sichern. Es mit der nur ungefähren Impression sich begnügend, Buche Glauben und Wiffen"( erschienen im Verist daher auch Pflicht der Gesellschaft, für die Eri- find sie hingewirbelt, in manchmal harten Farben, lag Theodor Groß& Co., Prag) den„ Versuch einer stenz der Arbeitslosen zu sorgen. Die Lohnfrage ist in anilinstichigem Grün, dünn lasierend, ladblant kritischen Betrachtung der Unzulänglichkeit des seit langem aus der Sphäre des Sozialpolitischen glänzend hingestrichen, und es stört den Maler gar menschlichen Erkenntnisvermögens". Die Selbst in die wirtschaftliche eingetreten. Die Möglichkeit zu nicht, wenn die Farben in Ninnfalen ausfließen. Es ſicherheit der Wiſſenſchaft iſt ja längst dahin, gerade einer Normalisierung der Löhne in einer Weise, die macht oft den Eindruck, als sei der Künstler stärker der ernste Wissenschaftler steht, ohne dadurch in seiunserer wirtschaftlichen Potenz und unserer fultus als mit dem Wesen der Landschaft, die er malt, mit ner Arbeit beirrt zu werden, der Wissenschaft kritisch rellen Reife entspricht, ist gegeben in der Gesetzwer- Problemen des malerischen Ausdrucks und der Bild- gegenüber, und auch die strenge Abgrenzung gegen- ,, Wie mache ich's richtig?" Von Christa dung von Minimallöhnen, welche nach den wirt- festaltung beschäftigt, mit Problemen, die ihn beun- über jenem weiten Gebiete, das als„ offult" be- Kernhofer. Frau- und Mutter- Verlag. Wien schaftlichen Verhältnissen abgestuft wären, und von ruhigen und die er auch noch nicht gelöst hat. Daraus zeichnet wird, wurde aufgegeben. Freilich handelt 18/2, Pößleinsdorferstraße 76. 820 Geiten, Preis allgemein gültigen Lohn- und Arbeits- Stollektivver- mag es zu erklären sein, daß mitunter in einem es sich dabei nicht um Anerkennung von„ Geheim- geb. Kč 26.- Allerlei Winte und Ratschläge, von trägen, deren Wirkung alle Gebiete und alle Pro- Bilde geglückte Partien neben noch ganz unfertigen ten", sondern um das Eingeständnis, daß an all die- fituierten beachtet werden können. Was die Brautwissenschaften" und um Resignation vor dem„ Otful denen mancher von jedermann, viele nur von Beffers duktionszweige umfassen müßte. stehen. Und vielleicht findet Holh die Lösung eines Lages ganz anderswo als vor den Ufern und Bäu- sen Problemen, die früher turzerhand abgelehnt eltern gebräuchlicher Weise des Lochter mitzugeben Gestalt und Geschichte Spaniens men dieser groß und schlicht in sich ruhenden Strom- wurden, doch etwas dran" ist, daß sie aber nicht als haben, diese Angabe wird proletarischen Eltern wenig unerforschlich, sondern nur als vorderhand noch nicht nüben, ja taum der Mehrzahl des tleinen MittelDr. Oberhummer, ehemals, GeographieprofesWas über das Benehmen, die Rücksicht erforscht zu gelten haben. Dr. Heller spricht über standes. Die Neue Städtebundbühne“. Vom Bund der alle bekannten Erscheinungen aus den Grenzgebie- Inahme auf den anderen Menschen gesagt wird, was for der Wiener Universität, hielt am Mittwoch in Bühnenangestellten in Brünn wurde( aum Ersatz für ten zwischen Wissen und Nichtwissen: Hypnose und an Lebenserfahrungen weitervermittelt wird, ist ges der„ llrania" einen Lichtbildervortrag über Spanien. iene Theater, die mit der vergangenen Spielzeit au Suggestion, Selliehen, Psychographologie, Spiritis- wiß in keinem Falle schlecht, aber es ſetzt doch geords Der Vortragende vermied es, über die gegenwärti en Ereignisje politische Urteile abzugeben. Seinen hieren aufhörten) eine neue Städtebundbühne“ muz. Od- Lehre, Charakterologie( die Aufzählung iſt nete ſoziale Verhältniffe und durchschnittlich- normale, Reichichtigen lleberblid über die dramatischen Schick- ich eben gerufen, beren Stern zunächst ein aus fünf hier sehr willfürlich), er zeigt, wieviel davon schon efunde Menschen voraus. Und weil dieie Borauszehn Personen beſtehendes Schauspieler- Enſemble menschlicher Erkenntnis erschlossen ist, wie viel mehr febungen so sehr oft nicht vorhanden sind, müssen so fale des erst von den Karthagern, dann von den bildet. Diese Bühne eröffnet die Reihe ihrer Gast- aber noch im Dunkeln liegt. Ein steptisches und ge- sehr oft viele diefer Ratschläge danebenfallen. NatürRömern und später acht Jahrhunderte Tang Domeen mauren beherrschten Landes, das durch die biele am Samstag, den 24. Oktober, in Boden rade deshalb wertvolles Buch. Weffen Jugend noch lich werden andere brauchbar bleiben. bach mit einer Aufführung der Unentschuldigten die letzten Ausläufer der Wirksamkeit des naturEnidedung und Eroberung Ameritas zum Mittel Stunde" in der Inszenierung Emil Feldmars. Rum wissenschaftlich- philosophischen Naturalismus tannte, eines( unter den Habsburgern nach Karl V. bald wieder verfallenden) Weltreiches wurde, führte feichfalls, in Bobenbad Vilém 28thers mabibiet ber erfennt bei der Sefire eines folden Buches ben er nur bis zur Zeit Napoleons. Er beleuchtete die Werners Schauspiel Fortschritt vom überheblichen Glauben der WissenUneinheitlichkeit des Landes, das geographisch und Menfchen auf der i fcho lle" fchaft an sich selber zum Zweifel und zur Stritit om fich selber. Nur: es darf solcher Zweifel, der ja ethnologisch die größten Gegenfäße aufweist. WähEin belgisches National- Orchester. Erst febt ist just Ergebnis wissenschaftlicher Objektivität ist, nicht rend das Klima der atlantischen Küstengebiete( Gas Uciea, Asturien) gemäßigt ist, wechselt in der taftili- ee in Belgien aur Gründung eines für das Land zur Resignation und zur Flucht vor( dem Geiste, fen Hochebene( auf der Burgos und Madrid, mit repräsentativen Instrumentalförpers, eines belgischen dem Wesen der Wissenschaft widersprechenden) 700 etern die höchstgelegene Hauptstadt Europas, National Orchesters gekommen, dem nur erstklassige. Wissenschaftsdogmen au religiösen Dogmen führen. Inserate werden laut Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kč 16.-, vierteljährlich Kč 48.-, halbjährig Kč 96.- ganzjährig Kč 192.—. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Posts und Teles Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/ VII/ 1980 bewilligt. Druckerei:„ Drbis“. Drud-, Verlags- und Zeitungs- A.- G. Prag. landschaft. Hermus. Ib. Urania- Kino, Klimentská 4. Fernsprecher 61623. Der GassenJunge Freitag bis Sonntag Einlage: Hermann Leopoldi singt in Prag noch nie Aehörte Lieber.