i Dienstag, 27. Oktober 1936 Nr. 25V 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Hellei (einschließlich 5 Heller Porto) TENTRAIORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME OES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und verwaitung präg xii.,fochova a. Telefon 5X77, HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. KARL KERN, FRAG. König Carol unterwegs Bukarest. Montag abends find König Carol und Kronprinz Michael do» Sinaja nach Prag, abgerrist, um den Besuch des Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Dr. Benes im Sommer dieses Jahres zu erwidern. Im Gefolge deS Königs befinden sich u. a. der rumänisch« Außenminister AntoneSeu und der tschechoslowakische Gesandte in Bukarest E e b a. Zur Verabschiedung batte sich auf dem Bahnhof in Sinasa die gesamte Regierung unter Führung deS Ministerpräsidenten Ttttarescu eingefundrir. Statt„Marsch auf Brüssel“ — Aufenthalt Im Polizeigefängnis Brüssel. Der faschistische»Marsch auf Brüssel" wurde am Sonntag von Polizei und Gendarmerie Im Keim erstickt. Der»Führer* Degrelle wurde verhaftet und erst Montag früh freigelassen.. Sonntag sammelten sich die Rexisten in eindr übrigens nicht allzugroßen Zahl in verschiedenen Straßen und ans den Boulevards und zogen ins Zentrum der Stadt zur St--Gudula-Kirche unter dem Rufe»Rex wird siegeni" Unterwegs trafen sie mit sozialistischen und kommunistischen Manifestanten zusammen. Beide Parteien schrien einander zu, doch lanr eS - nur vereinzelt zu Gewalttätigkeiten. Auf dem Platz vor der St.-Gudula-Kirche betrat ein bkexistcpsührer den Balkon eines Hauses und hielt an seine'Parteigenossen eine Änsprachrr ErTonntr nur einige Sätze Vorbringen, in denen er die Regierung angriff, und musste seine Kundgebung rasch schliessen, denn die Polizei und be- . ritten« Gendarmerie begannen bereits den Platz zu räumen. Als Degrelle sein Haus verlieh, wurde er von der Polizei verhaftet und auf die Polizei- dircliion gebracht. Nach längeren Bemühungen gelang es der Polizei, den ganzen Platz zu räumen.' Degrelle ist Montag um 1 Uhr früh wieder freigeläffen worden. Die Gesamtzahl der bei den Ausschreitungen Verhafteten betrug ungefähr 800, davon elf Parlamentsmitglieder. Fast alle wurden in der Nacht gleichzeitig mit Degrelle entlassen. Die Zahl der Verletzte» beträgt 78, darunter zwei Schwerverletzte.- Staatssekretär Schmidt. In Budapest Budapest. Der österreichische Staatssekretär deS Aeusseven Guido Schmidt ist Montag mittags im Flugzeug zu einem offiziellen Besuch Lei der ungarischen Regierung erirgetroffen. Dir Beratungen gelten in erster Linie der Borbevei- titng der für Mitt« Noveinber nach Wien einte* rufen«» Dreierkonferenz der Römischen Protokollmächte. Strelkgefahr. In Polen Warschau. Wie aus Kattowitz gemeldet wird, Wurden dort die jim 22. Oktober begonnenen Besprechungen zivischen den Vertretern der Bergarbeiterorganisationen und des Verbandes der Kohlenindustriellen in der Angelegenheit der von den Bergarbeiterorganisationen geforderten Kürzung der Arbeitszeit(von'acht aus sechs Stunden täglich bei unveränderten Löhnen) fortgesetzt.' Nach ganztägiger Verhandlung sind„die Verhandlungen d e f i n i t i v g e sch eiter t, da die Koh- lenindustriellen unter keinen Bedingungen auf eine., Kürzung, der Arbeitszeit eingehen wollen. Entgegen,den Vorstellungen der Bergarbeiter.« organisationen vertraten die' Kohlenindustriellen den Standpunkt, dass eine Mrzung der.Arbeitszeit/isst,Bergbau. einerseits die.,anhaltende,.Arbeitslosigkeit.ifri. Bergbau, noch mehr steigern-lind eine derartige. Verteuerung her Gestehungskosten verursache» würde,.dassvon! einem.Kohlenexport, kaum mehr die Rede sein.könnte..Infolge des Scheiterns der direkten Verhandlungen-ist, mit einer Intervention Regierung zu rechnen. Die Bei/garbeiterorganisationen'haben bekanntlich^ den Beschluss gefasst, für den Fgll einer/ Ablehnung ihrer'Forderunsidn nach K^pzung des Arbeitstages im Kohlenbergbau im November einen Ge ne- '.r'a'i/st r e i k,! in, der,KvhIenindüm!e-s.zm. pro«, llaimereni,-?' HaImean Sozialdemokratischer Kongreß DCIglCn gegen Neutralität und für Genf der kollektiven Sicherheit treu Brüssel. Der Kongress der sozialistischen Partei nahm eine Tagesordnung an, in der. er die.Richtlinien der Aussenpolitik der sozialistischen Partei festlegte. Er konstatiert, dass die Frage der Rückkehr Belgiens zur Neutralität niemals gestellt wurde, auch nicht die Frage, dass Belgien sein» sich aus dem Locarno ergebenden Verpflichtungen gelöst habe. Die Aussenpolitik Belgiens müsse sich auf den Bölkerbund mit Ausschluss jedwedes Militärbündnisses mit welchem Staat.immer stütze». Di« Kougressresolution verlangt, dass Bel gien de» passiven Standpunkt nicht betbehalte» sondern weiterhin aktiv im Bölkerbund an der Festigung deö BölkerbundpakteS, des SustemS der kollektiven Sicherheit und der gegenseitigen Hilfe mitarbeite. ; Das Mitglied der sozialistischen Partei Aussenminister Spaak erklärte, erbleibeder k o k l e k t i v e n S i ch e r h e i t treu, wolle aber nicht, dass die Sicherheit Belgiens n ü«.durch dieses System gewährleistet werde. Er erklärte nachdrücklich, dass Belgien nicht daran denke, den Völkerbund zu verlassen. gussBVIlGhGNG Sensationen Mageres Kommunique Ober Clarios Besprechungen Rom Die Agenzia Stefan! meldet auö München! Rach Beendigung der politischen Besprechungen, dl« der italienisch« Außenminister Graf, C i a n o in Deutschland hatte, wurde fok- gendes amtliches Kommnniquoe auSgegeben: »Während deS Besuches, den der italienische Aussenminister Graf ll i a n o dem Führer und ReichSkctnzler abgestaltet hat, und während der Besprechungen, die er Mit dem Leiter der deut» scheu Politik hatte, wurden die wichtigsten aktuellen Fragen politischen» wirtschaftlichen, und sozialen Charakters und insbesondere die Fragen geprüft, die sich enger auf di« beiden Länder beziehen. Die Unterredungen wurden in einer Atmosphäre freundschaftlicher Herzlichkeit geführt und«S wurde mit gegenseitiger Genug- tnmig die Ueberelnstimmung der Gesichtspunkt» und Absichten der beiden Negierungen konstatiert, eine gemeinsam» Aktion zugunsten des allgetiici- nen Friedenswerkes und der Rekonstruktion zu entfalten. Bride Regierungen haben beschlossen, zweck» Erreichung dies« Ziele in Borbtndung zu bleiben. ,A» dem Kommunique, das Graf Eiano in München den Pressevertretern vorlas, heißt cs u. a., die beiden Regierungen würden wie in der Vergangenheit auch weiterhin in enger und freundschaftlicher Fühlung bleiben, was die Situation in Donau-Europa betreffen. Beide Regierungen würden die mit dem Donaubecken zusammenhängenden Probleme im Geiste freundschaftlicher Zusammenarbeit behandeln. Die beiden Regierung erkennen weiters an, daß die nationale Regierung des Generals HxMy_^plNl.tzMi,Kst«LHMn-tzer.kpzu Beginn dieser Woche durchgeführten Operation dar, deren Ziel die Cinnähnie von AlleScaö war. Das Ergebnis dieser Operation könnte das Schicksal der, Hauptstadt Madrid im Laufe eines Tages entscheiden. Auf Aranjuez wurde kein Angriff ünterNommin. Die Stadt Aranjuez ist auf Felsen aufgebaut, was seine Verteidigung sehr erleichtert, sö daß zu.ihrer Einnahme sehr viel Menschenmatsrial und große Anstrengungen erforderlich wäre». Mit beiden sparen die Aufständischen. Sie operieren deshalb.im Norden dqr'Stadt und haben bereits alle Verbindungen Aranjuez' mit Madrid abgeschnitten. Die Re« gierungsartillerie.entfaltete, sine große Tätigkeit, flts der Ebene hör'Madrid wurden Aufständischen- Tanks!, in großem, Ausmaß- eingesetzt,' die die Tätigkeit' der Kavallerie mit großem, Erfolg .unterstützen.'.■ !■-.. j-•*..'. ., P a r i S. Eine-halbamtliche Rote dementiert- mit aller Entschiedenheit die in der- ausländischen Presse verbreiteten. Nachrichten, dass die Sowjet- chigierüng Frankreich,' namentlich da»- Aussen* Ministerium, um frei« Disposition für sowjetrussische Schisse in de» französische» Häfen ersucht habe, damit die sowjctrussische Flotte der Regierung in Spanien Hilfe leisten könne. llanrlgs Vergewaltigung „ Warschau. Wie die Polnische Tclepra» Phen-Agentiir meldet, ist der Äencraltomin'iffär Polens In Danzig, M i»i st e r Paps,-nach mehrtägigen Aufenthalte In Warschau nach Danzig mit neuen Instruktionen der polnischen Re- gierung zurückgekehrt. Der üllinister wird in Verbindung mit dem vom Bölkerbundrat Pole» erteilten Mandat dem Senat der Freiftadt Danzig- den Standpunkt der polnischen Regierung gegenüber den letzten Ereignissen ans dem Gebiete der Freistadt Danzig mitteilen und gleichzeitig beim Senat zwecks Beseitigung der durch diese Ereignisse verursachten Schwierigkeiten in Tanzig intervenieren. Ans dieser amtlichen Meldung geht hervor, dass sich Minister Beck entschlossen hat, in Erledigung der ihm vom Bölkerbund anvertrauten Mission beim Danziger Senate betreffend die Einhaltung der Bestimmungen der vom Bölkerbund garantierten Verfassung der Frei- stadt Danzig sowie wahrscheinlich auch wegen der Repressalien gegenüber den oppositionellen Parteien und schliesslich wegen der Ignorierung des Bölkerbundkommissars zu intervenieren. ,* Der Artikel unseres Berichierstatters ist geschrieben worden, ehe die vom Samsiag datierte Warschauer Meldung auSgegeben lvurde. Ma» wird die Fragen, mit denen der Artikel schließt, nunmehr also— mit einiger Vorsicht frellich— dahin beantworten können, daß Polen doch intervenieren oder doch eine Intervention versuchen "''dürfte. —ui. Danzig, im Oktober. Bei den letzten Wahlen In der Freien Stadt Danzig im April 1988 erreichten die Nationalsozialisten mit Hilfe der ganzen, riesigen Pro- pagandainaschine der Reichsregierung, der ihnen zur Verfügung gestellt tvurde, und mit Hilfe des Danziger Polizei- und Verwaltungsappärates, der damals schon in ihrer Hand war, eine knappe Mehrheit. Die Ztveidrittelmajorität, die zllr Aenderung der demokratischen Verfassung notwendig lväre, erhielten sie nicht. Kurz nach de» Wahlen führten sie eine WährungSänderung allein auf Kosten der arbeitenden Klasse durch. Ein Teil ihrer Anhänger fiel daraufhin offen von ihnen ab, und seither bildeten die Anbeter deS Hakenkreuzes nur noch eine Minder h e i t in der Freien Stadt. Wiederholt stellten die Oppositionsparteien Anträge auf Neuwahlen, welche die Nationalsozialisten immer wieder ablehnien. Die Gewaltmahnahmen der letzten Wochen und Monate, welche mit der Beleidigung und Bohkottiermig des VölkerbundkommiffarS begannen'und mit der Auflösung und Unterdrückung der Sozialdeipolraiischen Partei noch nicht ihr Ende gefunden haben, sollen der Mehrheit der Danziger Bevölkerung gegen ihren Willen die restlose Gleichschaltung mit d e m D r i t t e n Reich a n f z w i n g e n. Dieser Versuch Ijnt nicht nur örtliche Bedeutimg, und sein Gelingen würde nicht nur einige hundert- tausend Einwohner der Freien Stadt um ihre Recht» bringen. Es ist zugleich ein Schla g gegen d e n V ö l k e r b n n d, der da unternommen tvird, denn der Genfer Rat ist völkerrechtlich Bürge der Dßnziger Verfassung. Es ist ferner ein SchIa' ggegen Polen, das nach dem Friedensvertrag die Außenpolitik Danzigs zu führen hat, während die. Danziger Nationalsozialisten ihre Politik natürlich gänzlich den Weisungen Hitlers unterordnen. Ihre- Führer sprechen bereits öffentlich von der.„wiedergeivönne- n«n Souveränität" der Freien Stadt und' geloben tm gleichen Atemzug bedingungslosen Gehorsam gegenüber' den». deutschen Reichskanzler. Die.'scheinbar nur Innerpolitischen Maßnahmen in, Danzig kommen also, praktisch einer Annexion durch da» Dritte Reich gleich. ...Im.einzelnen werden gegen die drei Mehrheitsparteien Danzigs> verschiedene. Methoden imgejvandtt die.ihrem sozialen Aufbau angepaßt sind. Die bürgerlichen Deutschnationalen sucht man durch individuellen Terror mürbe zu machen, Ihr Vorsitzender- wurde zum Verzicht auf jede politische /Tätigkeit gezwungen, indem man alle Akten seines Anwaltsbüros beschlagnahmte, ihm nahestehende Personen verhaftete und ihn selbst mit polizeilichen-und gerichtlichen. Strafen, be- Seite 2 DIenStag, 27. Oktober 103« Nr. 250 Scharfe Note Madrids an England; Es seht um dleDemdkratle Britannien deckt Portugal SSiiS Europas! Madrid,(tschfl. P.-B.) Der spanische Außenminister Asvarez del V a st o hat dem Leiter der britischen Gesandtschaft in Madrid eine Note übergeben, in welcher die Mitteilung der englischen Regierung betreffend die kn Madrid eingekerlerten Personen beantwortet wird. In der. Note heißt es: Ihre Mitteilungen beziehen sich auf die politischen Geiseln, die angeblich Repressalien ausgesetzt sind. Ich konstatierte zunächst, daß es heute in Madrid keine einzige Person gior, auf welche diese Definition zutrifst. Tatsächlich hefindet sich eine gewisse Zahl politischer Persönlichkeiten in Hast, die in Hast genommen wurden, weil sie sich an dem Ausstande gegen die Republik direkt beteiligten. Six derzeit in Freiheit zu setzen, würde ein« Unterstützung der Bewegung der Aufständischen bedeuten. Das spanische Volk ist erbittert darüber, daß die A u f st ä n d i s ch e n aus dem Auslande Wafsenhilfe erhalten und es scheint ihm, daß das spanische Volk verurteilt ist zu dulden, daß sich die Aufständischen seit der gelt der Unterzeichung deS NichteinmischUngSabkommenS um so mehr der Hilfe des Auslandes erfreuen, als die spanische Regierung isoliert und entgegen allen Richtlinien des internationalen Rechtes aller Hilfsmittel beraubt ist, so daß die spanische Regierung auf diese Weise nicht das Recht hat, sich die Waffen zube- schaffcn, mit deren Hilfe sie der AufstandSbewe- gung begegnen könnte." Gestatten Sie mir, die Ueberzeugung meiner Regierung auszusprechen, daß das Bereinigte Königreich der Menschlichkeit einen.unermeßlichen Dienst erweisen könnte, wenn es seinen ganzen Einfluß dahin geltend machen könnte, da dieser bedauernswerte Zustand auf höre.— Diese politische Realität tangiert nicht nur die Lage in Spanien Und ich bedauere bestätigen zu müssen, daß auch di« Zukunft des Friedens und der Demokratie in Europa, welche mit dieser Angelegenheit eng verknüpft ist, von der Entscheidung der demokratischen W e st>mächte in dieser Angelegenheit a b h ä n g t. Die Rote der britischen Delegation an den Richt-EinmifchungS-AuSschuh bat allgemeines Befremden erregt. Nicht nur, daß sie eine Reihe sehr fragwürdiger Fakten als Beweis für russische Waffenlieferungen anführt(«S handelt sich um Zahlen, die einsach im Widerspruch mit den tatsächlich in Spanien vorhandenen Waffen stehen z. B. daß 83 Panzerwagen gelandet worden seien ete. Waffenmengrn, über die Madrid leider nie verfügt hatl) und daß nur ein« kleinere italienische Neutralität-Verletzung zugestanden wird, abzr kehre deutsch«, behaupten dir Britrn vor allem, daß Portugal sich keinerleiRcn, tralitätsvrrketzung schuldig g«macht habe. Damit bestätigt sich die seit langem in weiten Kreisen gehegte Bermutung, daß Portugal, das ja seit Jahrzhenten rin« Art Tributärstaat von Großbritannien ist, unter e n g l i- scherDeikung sieht. In demokratischen Kreisen ist man besonders empört darüber, daß London di« spanische Note mit einer neuerlichen Nachfrage nach de» angeblichen Geiseln beantworten will, während eS in der Frage der flagranten Neutralität-Verletzungen untätig bleibt, bzw. die Borkepnngrn zu decken scheint. Kongreß von Biarritz regierungstreu mit einigen Bedingungen Biarritz. Nach der einmütigen Annahme der vermittelnden Tagesordnung,• feit der Par- teivorsttzende, Minister für Nationalverteidigung Daladier oorgclegt hatte, schloß Sonntag der Kongreß der radikalsozialistischen Partei seine vier- tägigeTagung mit derAnnqbme einer programmatischen Erklärung der Partei. Diese Erklärung bringt die prinzipiellen Doktrinen der radikalso- »ialistifchen Partei in Erinnerung, di«, wie es in. der Erklärung heißt, r e p u b l i k a n i s ch, f ort s ch ri t t l i ch, trio tna' sozial ist. Ferner werden"in der Erklärung di« Prinzipien aufgezählt, nach denen sich die.Politik der Partei und ihrer Vertreter in der Regierung und im Parlament riehten müssen: U n- antastbarkeit deS Privateigentums, Verurteilung der gewalti kamen Besetzung von Betrieben, Geschäften, Autsbesitzen ete. durch streikende Arbeiter, Notwendigkeit deS Budgetgleichgewichtes, Währung st abilität, erhöhter " Schutz der Landwirtschaft und Nichteinmischung fremder Staaten in die inner» Angelegenheiten . Frankreichs. Die Radikalsozialistr» seien gleich- | zeitig Gegner des Bürgerkriege- und deS auswärtigen Krieges. (Rn.) Der Kongreß der Radikalsozialisten, der soeben mit dem Siege der Anhänger der „Volksfront" abgeschlossen wurde, hat doch bewiesen, daß es innerhalb der Partei viel größere Spannung gibt, als man es anfangs angenommen hatte. Es kam nicht nur zu scharfen Demonstrationen von rechts und links, sondern sogar auf einer Jugendversammlung zu einem richtigen Handgemenge zwischen der linkSgerichte» '"test Delegation des SeincvcrbandeSdsr Radikal-" sozialisten"' und"' itiilgest/ rechtSorientiDest' Ju- gendgenossen aus der Provinz. Die rechtes anti- kommunistifche Gruppe der Partei, geleitet durch Albert M i l l a u d, den Herausgeber der einflußreichen, Herriot nahestehenden Tageszeitung „Ere Nouvelle", und Emile Roche vo» der „Mpublique". hat auf dem Kongreß eine wohlorganisierte Fraktion gebildet. Zuletzt ist es dem Parteizentrum unter ThautemPS gelungen, den Kongreß aus eine Kompromißlinie zu bringen. Einen mäßigenden Einfluß hat auch H er- r i v t auSgeübt, dessen groß« außenpolitische Rehe mit großem Beifall ausgenommen würde. Herriot hat unter anderem seinen Parteifreunden"empfohlen, aufmersam hinzuhören, wenn eS sich um Wünsche und Befürchtungen der Frankreich befreundeten Nationen v o n, legte, die seine Existenz vernichten mußten. S«in Nachfolger in der Fraltionsführung wurde, einfach in„Schutzhaft" genommen, die er erst wieder verlassen soll, wenn er gleichfalls, weiter« oppositionelle Politik abschwört. Die katholische ZcntrumSpartet sucht man durch nationalsozialistische Uebcrfälle auf ihre Versammlungen einzuschüchtern, bei denen eS zahlreiche Verletzte gab, während die nationalsozialistisch geleitete Polizei tatenlos zusieht. Gegen die sozialdemokratisch e» Arbeiter würden solche Mittel nichts ausrlch- ten, da sie die braunen SA-Leute bereits mehrfach mit blutigen Köpfen nach Hause geschickt haben. So wird der. schärfste Druck des Staatsapparates gegen sie eingesetzt. Schon vor mehr al» Jahresfrist wurde allen Sozialdemokraten die Erlaubnis zum Waffenbesitz entzogen, so daß ihre wenigen Jagd- und Schutzwafsen abgcliesert werden muhten. Trotzdem„fand" die politische Polizei, die von einem reichsdeutschen Be- austragten der Berliner Gestapo geleitet wird, bei Haussuchungen in sozialdemokratischen Büros jetzt alle möglichen Mordinstrumente— nachdem sie diese nämlich vorher selbst dorthin gebracht hatte. Bezeichnenderweise gelangen.solche „Funde" nur, wo die Durchsuchung in Abwesenheit aller Zeugen stattsand I Daraufhin ist dann die Sozialdemokratische Partei aufgelöst worden, ebenso der Arbeiter-Turn- und Sport- verbänd und andere proletarisch« Organisationen; di«,Freien Gewerkschaften waren schon vorher Unterdrückt worden. Die Funktionäre der Arbeiterbewegung müssen sich teilweise verborgen halten, aber die Stimmung in den Masten ist dadurch nur noch erbitterter geworden. Der Völkerbund hat die Verhöhnung seines Tauziger KommistärS bekanntlich nur damit beantwortet, daß er diesen auf einen neuen Posten nach Gens beförderte, ohne noch einen Nachfolger für ihn zu bestimmen. Im übrigen hat er Polen den Auftrag zur Untersuchung dec Rechtslage in der Freien Stadt gegeben. Die Blicke der DanzigcrBevölkerung richten sich jetzt also nach Warschau. Wird Polen feinen Auftrag nur benützen, um sich selbst kleine wirtschaftliche Vorteile herauszuholen? Das iväre recht kurzsichtig; denn sobald einmal die Diktatur des Hakenkreuzes in Danzig ungehindert schalten und ivalten darf, wäre auch die polnische Minderheit in der Freien Stadt Gnade und Ungnade den Beauftragten Hitler> ausgeliefert. Diese haben dann auch die polnischen Wirtschaftseinrichtungen praktisch in ihrer Hand. Ein bürgerliches deutsches Blatt, das in Polnisch-Schlesien erscheint, sagt mit Recht, daß diesmal für Polen mehr auf dem Spiele stehe als seip örtliches Wirtschaftsintereste, nämlich seine -Grohmachtstellung. Nur wenn die. Warschauer ^Regierung die Mission erfüllt, lvelche sie in Genf übernahm, und als Anwalt des Rechts auftritt, wird sie auch ihr« eigenen Ansprüche gegen den mächtigen Nachbar durchzusehen vermögen. Politischer Nord In China 6«uer»I lujgiW erschossen SHanaHai.(Reuter) General I a n j u n- t a j, der Gouverneur der Provinz Hopei, wurde Stznntag nachmittags in der Stadt Haneu durch vier Revolv«rschüste ermordet. Der Mörder ist ein jugendlicher Mann aus Dzochuan. Zwei andere verdächtige Chinesen wurden in der französischen Niederlassung verhaftet. General Junjantai war ein vertraulicher Mitarbeiter des Marschalls Tschankaischek. . ö fimplMo JTorelle von Jtfnasio if Hone Copyright by Verlag Oprecht* Halbling, Zürich „Wir müssen mit ihm sprechen! e.. Wir müssen unbedingt mit ihm sprechen!..." wiederholte Carrito. Das Auftreten des Simplicio wiederholte sich. Er erschien vielen, bald hier, bald dort, vor allem in der Nacht, aber nie denen, die mit ihn? sprechen, die sich seiner Führerschast unterstellen wollten. „Man sollte ihn vor allem mit Lebensmitteln versorgen," schlug Sabbatino vor.„Wenn eS ihm daran fehlt, muß ex sich bewohnten Gegenden nähern und dann werden ihn die Karabinier! doch noch fassen..." „Wer wie soll man ihn verproviantieren," wenn man nicht weiß, wo er steckt?" gaben die Burschen zurück. „WaGsoll das heißen ,wo er steckt'? Glaubt ihr, ein Brigant"hat eine Wohnung..." antwortete Sabbatino.„Ein Brigant bleibt keine zwei Stunden am gleichen Ort... Ein Brigant hat eine bestimmte Anzahl.von Schlupfwinkeln und Schleichwegen, die er jede Woche, je nach den Streifzügen der Karabinieri, wechselt.-.. Daher ist es sinnlos, zu suchen, wo er steckt. Man mutz suchen, wo er durchkommt und wo er durchkommen könnte..." Ueber all dem Beratschlagen wisicden alte Geschichten aufgewärmt vom Briganten Viola, von Marco Sciarra und von Sciobolone, dem Briganten der Santa Fede. Die meisten Vermutungen bezogen sich aüf eine Höhl«, an der Straße zwischen PeScina und PeScaser- roli. Da Simplicio eines Nachts das Allerheiligste der Madonna von Venere besucht hatte, schien eS mehr als wahrscheinlich, daß die berühmte Höhle, die an der gleichen Straße lag, einer seiner Stützpunkte war. Auf alle Fäll« brauchte man ja nur einen Versuch zu machen. Antonio Tarrito bot. sich zur Durchführung an. Er verließ eines.Nachts das Purgntorium mit einem Korb voller Lebensmittel und schlug die Straße nach Pesraserroli ein. An der ihm bezeichneten Stelle fand er auch die große Felsspalte, die durch den Berg geht. Er verließ die Fahrstraße, erklomm einen schmalen Felspfad und drang bis zu einem Hausen Kieselsteine, in der Mitte der Felsspalte, vor. Die Kiesel verdeckten dem auf der Straße Stehenden den Eingang zu einer tiefen Höhle. Es war dies die berühmte Brigantenhöhle. Niemand war darinnen, aber verkohlte Holzreste bewiesen, daß kürzlich Jemand dagewesen sein mußte. Antonio Tarrito stellte den Korb mit Lebensmitteln am Eingang der Höhle ab. Er enthielt ein Maisbrot, dazu Zwiebel und Aepfel und einen Zettel, aus dem mit Bleistift geschrieben stand:. „Brauchst du uns?" Nach zwei Tagen ging Antonio Tarrito wft« der zur Höhle, um nachzusehen. Brot, Zwiebel und Aepfel waren verschwunden! Unter. einem Stein lag ein Stück Papier mit folgenden Worten: „Danke, aber Zwirbel mag ich nicht." Das war die erst« Mitteilung, die Simplicio den Tafoni seines Dorfes machte. Nicht ein Wort/ ob er Hilfe brauchte. Das Stück Papier ging wie eine Reliquie von Hand zu Hand. Jeher war betroffen über die Bemerkung von den Zwiebeln., „Die Zwiebel!,.. Wir haben einem Mann« Wie Simplicio Zwiebel geschickt!... I Einem Manne, der in den Bergen haust üstd auf der nstck- ten Srde schläft, haben wir Zwiebel geschickt!;..." sagten di« Jungen, '„Simplicio.weiß, daß wir nicht rtich sind!" trösteten die" Frauen.■; Trotzdem kamen einige Lire zusammen, Soldo um Soldo, ustd" Antostio Tarrito. erstand eine.Salami. In der folgenden Nacht wurde an den Eingang zur Höhle die Wurst mit einem Korb Aepfel und einem Laib Maisbrot gebracht. Ein.Zettel wurde daneben gelegt. „Entschuldige die Zwiebel. Hast du uns vielleicht nötig?". Das„Uns" war dreimal unterstrichen. Nach zwei Tagen kam Antonio Tarrito zurück, um nachzuschauen. Die Lebensmittel, waren wieder weg. Ulster dem gleichen Stein fand er einen Zettel: .„Könnte ich nicht statt Maisbrot ein Weißbrot haben? Neuerdings ein Vorwurf! „Maisbrot!" sagten die Burschen.„An einen Mann wie Simplicio schickt man MaiS- brot!." „Simplicio-hat wühl vergessen, daß wir nicht reich sind?"- fragten sich die Frauen. Trotzdem kqm das Geld für das Weißbrot, für"eine neue" Salami und.einen, neuen"Korb Aepfel zusammen/ Soldo um Soldo. Antonio Tarrito trug alles an den Eingang der Höhle und legte einen Zettel daneben: '„Wann kommst du ins Dorf herimter?" Zwei Tage später kam Antonio Carrito zurück. Die Lebensmittel waren wieder weg. Unter dem gleichen Stein fand er"die Antwort:«AM Tag des San Luigi." Simplicio würde also ant Tag des San Luigi im Dorf erscheinen. . Diese Nachricht versetzte di« Tafoni in die größte Erregung. „Jetzt müssen wir" aber den Lohn, für.dir kommenden Erntearbeiten festsetzen!" sägte Sab- batino.«Fetzt.sollest die Herren sofort mit jhkest Absichten herauSrÜckest und stscht fvieder, bis zum Wen Tage wärtestf.,, Es fühlte nicht mehr viel bis zur Ernte und nläst wußte stoch sticht einmal, ob^die Löbsie sich gleich geblieben, ob sie gestiegen, oder" gefallen wären. Di« Erregung, di« durch die Nachricht von Zeirtral- und Osteuropa handelt. Die Verteidigung der.kleinen Nationen gehöre zu den alten sränzösischen Ueberlieferun- gen. Herriot trat auch entschieden für di« Allianz mit Rußland eist." Das sei die einzige Möglichkeit eine eventuelle Verbindung der russischen und deutschen Kräfte gegen Frankreich zu verhindernd Ebenso notwendig sei jedoch auch eine enge Zusammenarbeit nsttEngl a n d. Herriot schloß seine Rede mit dem Hinweis, daß er auch gegen/eine Verständigung mit D e u tsch- l a n d Nichts'einzuwenden habe. Eine solche Ber- ständigung sei keineswegs unmöglich.« ch Auch die Gruppe Boncoun für die Volksfront Ranev. Der Kongreß der Partei der sozialistischen Einigung beendete Sonntag abends seine Tagung durch Annahme einer Resolution, worin Pie Treue zur Volksfront und der Regierung bestätigt und die Auslandspolitik der Regierung- gebilligt wird. Auf die schließliche Vereinheitlichung der Ansichtest hatte vor der Abstimmung der Parteivorsitzende Senator Paul Boncour ziemlichen Einfluß. Die Notlage des Landes Mähren-Schlesien Brünn.(Eigenbericht.) Im Sitzungssaal der mährisch-schlesischen Landespertretung traten Sonntag die in den mährisch-schlesischen Wahlkreis gewählten Parlamentarier zu einer gemeinsamen Beratung mit den Funktionären der LandeSverwaltüng zusammen. Gegenstand der Verhandlungen war die finanzielle Notlage des Landes Mähren-Schlesien, die es der Landesverwaltung auf die Dauer unmöglich macht allen Anforderungen, die in erhöhtem Maße an sie gestellt sind, gerecht zu werden. Der Vorsitzende der Sitzung, der tschechische BolkSparteiler Dr. D o- l a N s k y unterstrich in seiner Eröffnungsansprache den rein informativen Charakter der Beratungen, deren Ergebnis erst die weiteren Schritte bestimmen könnten. Die notwendigen Angaben Uber den finanziellen Notstand des Landes unterbreitete der Finanzreferent Prof. DrobnY, dessen Ausführungen im einzelnen von den zuständigen Referenten sowie dem Vertreter deS mährisch-schlesischen StraßenrateS ergänzt wurden. Der Tenor sämtlicher Reden war die katastrophale Finanzlage sowie die Zurücksetzung des Landes Mähren-Schlesien gegenüber anderen Ländern des Staates, wobei noch das Land Mähren-Schlesien eine ganze Reihe von Aufgaben auf kulturellem, sanitärem und kommunikatorischem Gebiete zu erfüllen hat, die in anderen Ländern vom Staat übernommen und durchgefiihrt werden. Namens der PqrlamenWierlbfr kqalierten Parteien beantragte hierauf Genosse Abgeordneter T y m e 6 die Einsetzung einer neungliedrigen parlamentarischen Delegation, die nach Prüfung der Sachlage beim Ministerpräsidenten und den Ressortministern in Prag vorsprechen und Abhilft verlangen soll. Dieser Kommission gehört« für unsere Partei Genosse Senator Wella» an. Dem Vertrage wurde von den zahlreich er- schienenen Parlamentariern zugestimmt" Her spastische Geschäftsträger beim Präsidenten. Der Präsident her Republik empfing am Montag den spastischen Chaxgt d'AffaireS Professor JiMenez deÄsua und ferner das Mitglied der Schwedischen Akademie Professor" Frcderik Book aus Stockholm. Simplicio^ baldigem Erscheinen entstanden-war, bot den Casosti eine gute Gelegenheit, gleichzeitig den Erntelohn zu besprechen. So begaben sich Sabbatisto, l'Ortonese, Donato FraScone und einige andere ältere Tafoni am Abend des 20. Juni," dem Vorabend des Festes von San Luigi, in die Häuser mehrerer Grundbesitzer, um zu fragen, welche Löhne sie bei der konunenden Ernte zu bezahlen gedächten. Alle gaben die gleiche Antwort: „Heuer hängt es von der Korporation ab!.... Nicht wir Besitzer bestimmen heuer dir Löhne, sondern- das Haupt der Korporation!— Geht bei d«t Korporation danach fragen!" Die Tafoni begriffen Überhaupt nichts: „Was'ist das.Korporation'" fragten sie,.. .„Wie?— Seit so vielen Jahren spricht man davon, und Ihr wißt eS noch immer nicht?" antworteten die Grundherrsn. Es war keine flar« Auskunft; die Tafoni wärest im Gründe froh, zu hören, daß"die Löhste sticht von den Herren bestimmt wurden. --„Das Verdanken r wir Simplicio!" wiederholte Sabbatino Immer wieder... Dies mochte sich um die Stunde des Ave Maria ereignet habest. Kurz darauf verbreitet« sich das Gerücht, daß tstän die Erntelöhste angeschlagen hatte. Eist Wettlauf der Tafoni zum Hauptplah begann. An der Tür« der Präfektur, also gegenüber der Kaftrne, sowie ast der Tür deS LadenS»Salz und Tabak" war eine kleine Bekanntmachung der Korporation astgeschlagen, des Inhalts, daß die Löhne für die kommende Ernte, „auf Grund eines gemeinsamen Beschlusses zwischen Tafoni. Grundbesitzern.-und Obrigkeit- und im Interesse der nationalen Wirtschaft" Nist drei Lire gesenkt worden, waten, von jeder Be-> kanntmachung bildtfecksich Gruppest,, die"mit lauter Stimmt protestiertes■ »Wieder weniger Lohn? Wollen di« uns einfach verhungerst lassen?"- sagten einige unter ihnen..(Fortsetzung folgt.)/ Nr. 250 DlenStag, 27. Oktober 1036 Seite 3 Judetendeutsdiei! Zcitspiegcf SdP'Ueberfall auf die Arbeiterschaft in Hermannshüt e Ein Schwerverwundeter, Seit längerer Zeit riefen Plakate der SdP für Sonntag, den 28. Oktober für 2 Uhr nachmittags zu einer öffentlichen DemonstrationSver« fammlung in HermännShütte auf, zu der die SdP ihre Mitgliedschaft und Ordner aus der engeren iind weiteren" Umgebung in Autobussen Heranbrachte. Die gesamte Arbeiterschaft von Her« mannShütte wollte an dieser Versammlung teilnehmen, um einmal eine geistige Auseinandersetzung mit den Henleinanhängern durchzuführen. Zu diesem Zwecke fand sich die Arbeiterschaft um halb ein Uhr beim Versammlungslokale im Wil- kischen Gasthaus Petermann zahlreich ein. Als die Arbeiter das Versammlungslokal betreten wollten, fanden sie es abgesperrt und wurden nicht hineingelassen. Im Saale, selbst waren bereits etwa 200 SdP-Ordner und«Anhänger versammelt. Die Arbeiterschaft wartete nun vor dem Lokale, bis es geöffnet würde. Indessen kam ein Autobus, voll besetzt mit SdP-Ordnern, aus Staab angefahren. Die Arbeiterschaft, die in voller Ruhe vor dem Saale wartete, wurde nun von de« aussteigenden und von den . aus dem Saal herausstürmenden Aenleinrowdies mit Meffern, Schlagringen, Knüppeln übersatten. Del dieser Messerstecherei der Henltinleute wurde der Obmann des Betriebsausschusses der Belegschaft der Glasfabrik in Hermannshütte Emmerich R ö h r e r, durch einen R ü ck e n st i ch an der Leber und Niere schwer verletzt. Der Täter, ein allseits bekannter Raufbold, namens Killian Franz wurde später von der Gendarmerie verhaftet und nach Mies ins Bezirksgericht eingeliefert. Das Kommando bei Vieser Rauferei hatte der Angestellte der Firma Siölzle, Franz G ö r n e r, der mit dem Rufe „Los l" die Tür des Lokals aufriß und daS Signal zur Messerstecherei gab. Bei dieser wütenden Messerstecherei verletzten die Henleinleute in blinder Wut auch etliche von Ihren eigenen Anhängern, die sie persönlich nicht kannten, denn die SdP-Leute waren ja aus allen, Windrichtungen zusaniltiWWtmunelt.-'■ Es ist begreiflich, dass die angegriffene Arbeiterschaft über diesen Ueberfall maßlos empört war, sie konnte sich aber nur mit den b I a n k e n Fäusten energisch zur Wehr sehen, da sie auf einen derartigen Ueberfall nicht vorbereitet war und nur mit einer friedlichen Auseinandersetzung gerechnet hatte. ES wurde« außer dem einen Schwerverletzten noch vier Arbeiter ans dem Glasbetriebe Hermanns- Hütte durch Schlagringe und Messer > leichter verletzt. Für die Absicht, bei dieser Versammlung die Arbeiterschaft tätlich änzugreifen, spricht unter anderem auch die Tatsache, daß der S o h n d e S SdP-Senators Pfrogner aus Mies schon einige Tage vorher in Mies am Marktplatze zu seinen Studienkameraden gesagt hatte, daß man bei dieser Versammlung nicht lange herumfackel'n soll, sondern sofort energisch dreinhauen müsse. Ferner war bereits am 28, August l. I. von der SdP ein Flugblatt mit der Ankündigung verbreitet worden:' »Sage« Marxisten und Juden, die aus der Republik ausgeräumt werden «süsse« und wen« daS Blut v o mMesserspritzt." Nach dem Ueberfall haben Teilnehmer aus,MieS und von and^swo sich geäußert, daß sie fürchterlich in die tzermannShütter Arbeiterschaft dreingeschlagen haben..."/;/ Ein« eigentümliche Rolle spielte dje G e n- darmeriebereitschaftSabteilung aus Mies,die zehn Minuten später auf dem Tatorte eintraf. Anstatt die angegriffene Arbeiterschaft gegen die Messerstecher zuschUhen, dräitgte sie dir Arbeit e r s ch a ft mit g e f ä l l t e m B a- 0er Staatspräsident nach Westböhmen Einlösung den Versprechens an die . Nendeker Kinder Af» Donnerstag sprach der Egerer Bürgermeister P ro ti s ch beim Staatspräsidenten Dr. Benes twr, Bel dieser Gelegenheit erklärte der Prä- fideist, daß er. einen Besuch ipt cheftbähmischrn Notstandsgebiet beabsichtige. Er werd» trachten, auch Eger eisten Besuch abjuftstttest^Mr aVem aber denk« er an Neudek. Dr. Benes will also das Bersprechen, da« er den Nendeker Kindern bei ihrem Prager Aufenthalt gegeben Hat,«ähr"machest. Darüber freuen sich nicht nur die Kinder ReudekS, sondern alle aufrichtige« Demokraten WesttöhmenS. vier Verlötete jonett auS dem Orte hinaus, während sie die H e nle inanh ang e r un- ge s ch o r« nim Versammlungslokale ließen. Ja die Gendarmen gingen soweit,, daß ste einen Henleinanhänger, der von. den Vertrauensleuten als Messerstecher"bezeichnet wurde,,laufest ließen, den Vertrauensleuten aber androhten, daß st«, wen« di« Arbeiter nicht fortgingen, Mit den Gummiknütteln dreinschlagen würden. ES ist noch zu sagen, daß schon im August, als obiges Flugblatt verbreitet wurde, die Be- zirkshauptmannfchaft von den Vertrauensleuten aufmerksam gemacht wurde, daß es in HermannS- hütte unbedingt einmal zu Tätlichkeiten kommen dürfte, wenn den SdP-Anhästgern daS Handwerk nicht gelegt wird. Fünf vorläufige Maßregelungen Die Arbeiterschaft der Glasfabrik Her- mannshütte war entschlossen, sofort in den GrUnwalder Arbeiterdemonstrationen Segen. rprenungi veriuche der tivnobank Montag nachmittags fand auf der Bastei in Gablonz eine von Tausenden besuchte Kundgebung für die'Grünwalder Arbeiter statt. Na- nienS aller an dem Streik beteUigten Orgo n- sationen begrüßte Genosse Max K o u t n i k die Kundgebung, namenS aller Organisationen referierte Senator Wender lich deutsch und der Sekretär unseres Brünner BruderverbandeS, Genosse Moravek, tschechisch. Für alle Gemeinden sprach der christlichsoztat» Bizebürgermeister D i e m a n n aus Gablonz. Alle Redner ver- urteilten das Borgehen d«S ZivnokonzernS und forderten die Negierung auf, gegen diese« Konzern mit den schärfsten Mitteln vorzugehen. In der einmütig gefaßten Resolution wird die Wiederaufnahme des Betriebes In der allernächsten Zeit, di: Einhaltung der im Äerchrstherger'Bttwjtg festgel:Jtpu Lohnsätze^'die WiedernDellüng aller vor deni Streik beschäftigten Arbeiter und di« Sicherstellung der vor der Betriebseinstellung erworbenen Rechte verlangt. Die mächtige Kundgebung verlief in voller Einigkeit. Die Hochschulkrawalle und Ihre Untersuchung Wie wir bereits,kurz gemeldet haben, hat der Rektor der Deutschen Universität eine Untersuchung veranlaßt, welche die für die Störung der Kelsen-Vorlesungen und die Terrorisierung der freiheitlichon-Studenten Verantwortlichen feststellen soll. Die jüridische Fakultät hat mit der Durchführung dieser Untersuchung Prof. Sch r a- n i l betraut, der mit der E i n v e r n a h m« d e r Zeugen bereits begonnen hat. ' Die Vertreter der s ozi ali sti s ch en Studenten sprachen neuerlich beim Dekan der juridischen Fakultät Prof. Dr. F o l t i n vor. Sie verlangten die Wiederaufnahme der Vorlesungen, da es einerseits nicht angeht, daß unter den Ausschreitungen der Henleinstuden« ten alle Hörer leiden, und andererseits die Universität ausreichende Möglichkeiten hat, für die Ordnung und den störungsfreien Gang des Lehrbetriebs zu sorgen. Es hängt durchaus von den akademischen Behörden ab, ob sie alle Möglichfeiten anwcnden, bevor sie an die weitestgehende, die Sperrung der Fakultät, schreiten. Die Studentenvertreter schlugen dem Dekan vor, den Ordnungsdienst durch Mitglieder jener studentischen Verbände besorgen,zu lassen/ die sich von den Radaumachern durch die bekannten Erklärustgen distän-j ziert höben. Die' sozialistischen Studenten wenden sich gegen die Berrauung Prof. Schra-" nils mit der Funktion des untersuchenden Organs. Wir ,hasten" diese Einivände für berechtigt? Prof. S ch r a n i l ist bekanntlich eines der politisch am stärssten exponierten Mitglieder des Pro»" fefforenkollegiumS— er ist Vertreter der SdP'im' Wahlgericht und er hat auch in politische Kämpfe unter den Studenten bereits eingcgriffen,? indem er sich an die. Seite der"HenIeiNstudenten" stellte, als diese die liberale?zLesehalle" erobertest." An den letzten beiden.stürmischen Tagen war" Prof. Schränll-nicht im Fakultätsgebäude. Was ihn darnst hinderte, sich ebenso wie z. B. Prof. Neuner.fÜrdie Ruhss än der Fakultät und die Sicherheit dir bedrohten, Hörer einzusehen, wissen wir nicht. Da die Störer, Ivie heut« feststeht, aus .den Kreisen der ihm"nahestehenden Henleinstudest- ten kommen, wäre er damals"am Platze gewesen? Zu dem Gefühl'der Beruhigung, welche» die^EinIeitung der Untersuchung a n s t ch"her- S t r e i k zu trewn/und gab bekannt, daß ste so lang« streiken wolle, bis die Schuldtragenden aus dem Betrieb entfernt würden. Daraufhin wurden gestern früh f'ü n f Haupkrädelsfüh- r e r vorläufig von der Arbeit im Betrieb suspendier t: Franz Görne r, Adolf Petermann, Julius P i n dl e r, Franz Bender und Rudolf Geige l. Nachdem diese Maßnahme getroffen war, erklärte die Belegschaft, die Arbeit aufnehmen zu wollen. Ein Augenzeuge der Vorfälle macht uns darauf aufmerksam, daß für die Ausrüstung der Hen« lein»„Ordner offenbar besondere Weisungen ergangen sind. Biele vgst ihnen traten zum erstenmal in Pumphosen, Rindslederkoppel und Schaftstiefeln in Aktion. Einige, vermutlich die Führer, trugen Heithöfen und elegant« Offiziersreitstiefel nach dem Muster btx S A und S S. Di« bekannt« Flüsterpropaganda hatte für .die Versammlung mit dem Hinweis geworben, daß man bei der Kundgebung„mst dem Marxismus und dem Russobolfchewisinuö Abrechnung halton" werde und jeder Parteimann deshalb zur Stelle fein müsse. voryrst, trägt die Wahl des Untersuchenden nicht bei. Zur Frage der Hoc schu’autonomle äußert sich ZdenU Smetäiek im Leitartikel der „Lidovö Noviny" von Montag, dem 26. Oktober wie folgt:.■ „Soll die Hochschulautonomie überhaupt einen Sinn haben, dann vor allem den, Schüt- zerin, Schirmerin und Garaytin der Freiheit der Wissenschaft sein... Aber im Falle Kelsen sind wir Zeugen einer paradoxen Erscheinung: nicht die politischen Aemter, nicht die Negierung, nicht die.Gasse, sondern die Universität selbst, genauer gesagt, ein Teil von ihr, die Studenten, gefährden die Freiheit der wissenschaftlichen Kundgebung eines Professors, der ordnungsgemäß beantragt und ernannt ist und der daher zweifellos das gesetzliche Recht hat dn der Universität frei vorzutragen. Sicher kann kein Student gxzwungcn werden in diese Vorlesungen zu gehen, wenn es ihm nicht gefällt.. In einem solchen Fall« hat aber "de^cStudent ein einziges Recht uäd das ist die Abwesenheit. Aber niemals darf der-Student denken, er kenne dem Professor in der Leistung von dessen wissenschaftlicher Freiheit wehren." Darüber, daß die deutsche Universität nicht imstande war, den Krawallen zu begegnen, äußern sich di«„Lidovs Noviny" gleichfalls treffend: „Der Kern der Sache ist der: wenn die "Universität selbst nicht in der Lage ist, ihrem Professor die Freiheit seiner wissenschaftlichen Kundgebung zu gewährleisten, solvie seinen Hörern die Freiheit zu garantieren, die Vorlesungen ohne Gefahr, geprügelt zu werden, anzuhören, müssen der Universität darin die politischen und polizeilichen Behörden helfen. Der akademische Boden darf nicht die Heimstätte politischen Rowdytums werden, welche wir weder im öffentlichen noch im privaten Leben sonst wo dulden. Man versuche nur seinen politischen Gegner irgendwo auf der Gasse durchzuprügeln l Gleich wird die Polizei da sein" und radikal Ordnung, machen. Ahr volljährige und steuerzahlende Bürger— und- au» eueren Steuern wird auch die Universität erhalten — habet nicht das Privileg, politische Gegensätze mit der Faust auSzutragen, aber es haben dies die Milchgesichter von Studenten, weil noch immer der alte Zopf des akademischen Bodens sorgfältig gepflegt wirb. Es scheint, Zeit zu sein, daß dieser Zopf abgeschnitten wird. DaS ist nicht gegen bie wissenschaftliche Autonomie der Hochschulen und gegen die Freiheit der Wissenschaft gerichtet, sondern im Gegenteil, in ihrem Interesse I" Vie mit der frechen Stirn ■■iiIn der„Zeit" publiziert die SdP eine Er- llärung des Inhalts, daß sie den Hochschulkrawal- len.fernstehe? Die SdP habe„nicht den geringsten. Einfluß auf die Hochschülerschaft genommen." /Solche Verdächtigungen erscheinen nur als neues Glied in der Kette/jenes Verleumdungsfeldzuges, Heütellehung ■•.der „ ArbelterffUrsorge“- Lotterie Die Arbeiter- Wintersportolympiade, die von: 18. b iS 21. Feber 1037 in John n n i s b a d ini Ricscngebirge stattfindet, wird, wenn die Propaganda jetzt von den diversen Olympiade-Ausschüssen in die Wege geleitet wird, eine Veranstaltung von AuSina- ßen werden, wie wir sic bisher auf dein Gebiete unseres Wintersportes noch nicht beobachtet habe». In diesen Tagen geht ein Werbeprospekt mit einem kurzen Ausruf zur Teilnahme an der Wintersport-Olympiade in Johannisbad hinan», der in drei Sprachen über die wichtigsten Fragen der Olympiade orientiert und weiter durch eine Reihe herrlicher Aufnahmen für den Besuch deS Riesengebirges werbe» soll. Die in einigen Städten und Gebieten eingesetzten Werbe- undPropagandaaus- s ch ü s s e haben sich zum Teil bereits konstituiert und werden jetzt schon mit ihrer Arbeit beginnen. Für die einzelnen Gebiete der Olympiade in JohanniSbad sind Leiter bestimmt war- "den, die jederzeit gerne Auskünfte erteilen. Für das Pressewesen sungiert Senator Genosse H. M ü l l e r, Aussig, den technischen Teil der Wintcrsportolympiade BundeLtcchniker M y k u r a, Falkenau, für alle lokalen Angelc- gcnheiten Alois D o l c n s k y, Trautcnau, und das Kassawesen Genosse Josef H a k, Trautenau. den verschiedene Prager Zeitungen gegen die sudetendeutsche Einheitsbewegung siihren". Höher konnte die Deniagogie wirklich nicht getrieben werden! Nicht einmal in dieser Erklärung findet die SdP ein Wort der Verurteilung der Krawalle, sodaß sie auch dieser „N e i n w a s ch u n g s v c r s u ch" belastotl Aber in der ersten Meldung über die Hochschul» krawalle hat sie das Vorgehen der Studenten direkt gebilligt! Ihre ga:',e Haltung und ihre Einflußnahme auf die sudetendeutsche Jugend lassen erkennen, daß die SdP nicht allein mitschuldig an den Vorfällen an ber Universität ist, sondern sogar als deren geistige Urheberin bezeichnet werden muß. Die SdP-Studenten brauchen gar keinen direkte:! Befehl von ihrer Parteileitung: sie brauchen sich nur nach dem zu richten, was in der„Zeit" ständig zu lesen ist und haben dann die parteiamtliche Rechtfertigung kür ihr Tun. Gerichtliche Brandmarkung des Reichenberger SdP-Theaterterrors Im SdP-Blatt„D e r Kiamerad" war am 17. Oktober eine vom Senator Friedrich Wellner und" vom'Abgeordneten Gustav O b r I i k gezeichnete„Erklärung" zur Reichenberger Theaterfrage erschienen. Ein Teil dieser Erklärung wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Diese Beschlagnahme wurde nun auf Grund des Terrorgesetzes vom Gericht bestätigt. DaS Gericht erklärt: In den beschlaanahmten Artikelstellen ter genannten Druckschrift wird öffentlich... den darin genannten Personen c'jt Nachteil an Ehr« und Erwerb zugefügt, bzw. mtt einem solchen Nachteil gedroht und wissentlich eine unmittelbar drohende Notlage derselben ausgenüht, um widerrechtlich von dielen eine Leistung, Unterlassung »der Duldmig zu erzwingen. Hier haben es die SdP-Leute also schwarz auf Iveiß, wie das Gericht(und daS NechtS- empfinden) ihr unerhörtes Vorgehen gegen den Reichenberger Theaterdirektor beurteilen. Wo ist der Egerer Ortslciter der SdP? Ter Karlsbader„BolkSwille" macht daranf aufmcrk- sam, daß der Egerer OrtSleiter der SdP., Wagner, seit dem Abeyd verschwunden sei, an dem in Eger die Versammlung des Abg. Wollner durch Kommunisten gesprengt wurde. Wagner, gegen den einige Verfahren nach dem Schnhgeseh laufen sollen, soll nach Deutschland geflüchtet sein. Deutsche Gewerbe- und Fachschulen. Nach dem vor kurzem veröffentlichten AuStveise deS Statistischen Staatsamtes über das Fachschulwesen gab es im Schuljahr 1684/38 auf sudetendeutscher Seite 7 Gewerbeschulen, 6 Texlilfach- schulen, 8 Fachschule« für Holzbearbeitung, 1 Fachschule für Metallbearbeitung, 13 Fachschulen für andere Industriezweige, eine Bergschule, eine Schule und Lehrwerkstätte für Korbflechterei, 17 Spitzen- und Posamentierkurse und 86 Fachschulen für Frauenberufe. Die Anzahl der Klaffen an allen diesen Schulen betrug 864. Besucht wurden sie von 11.214 Schülern, bzw. Schülerinnen. Sozialdemokratische Intervention sichert deutschen Arbeitern den Arbeitsplatz^. Zur Zeit wird auf dem Gelände des Mariepbader Bahnhofes, und zwar beim Heizhaus, ein kleines Gebäude aufgefllhrt, in dem die Kanzleien des Bahnmeisters, Magazine für Bahnerhaltungsmaterial und mehrere Werkstätten, darunter ein» Schlosserei, eine Schmede und eine Tischlerei untergebracht werden. Die Ausführung des Baues erhielt Jng, Prokop aus Pilsen als billigster Offerent zugeiviesen. Der deutsche sozialdemokratische Stadtrat Suttner in Marienbad intervenierte bei der Baufirma dahin, beim Bau nur deutsche Arbeiter aus Marienbad beschäftigen zu wollen. Bei Aufnahme des Baues wurde der Intervention des Stadtrates Suttner Rechnung getragen. '-< Seite 4 Ticnötag, 27. Oktober 1930. EineIwr.verbrelteisten Erfindungen-wird in diesen,Tagen»7ösJahre-alti dIe°des Fernsprechers/ Am 2ll.'Öktober'18vl.füyrte PH isipp We'ij» sein von Mm.,„Telephon".benanntes Gerät iw einer noch recht chüfachen, aber schon betriebsfähigen: Form. einem. gröheren- Kreis. vor.. Unser Bild zeigt seinen ersten Versuch mit' dew Fernsprecher. Er spricht-von seinein Ärbeits»- -raum.auS mittseiner Wohnung.-.. Das Dritte Reich fürchtet einen Sozialdemokraten Reichsverweisung des Gen. Bruckdorfer, Eisenstein— Ein Beitrag tum Kapitel „ Volksgeineln schäft'* Unser Genosse Hermann Bruckdorfer auS Markt-Eisenstein trat Uber Anregung des Direktors der. Poschinger'schen Glasfabrik-in F r a u e n a u in Bauern nach sechsjähriger Pause nm 1. September 1980 wieder die Arbeit in der Glasbranche au. Da er-in. den sechs Jahren im ganzen nur ein Jahr in Arbeit stand, Nahm er das Angebot an und arbeitete in- der genannten Fabrik als GlaSanfänger. Schon nach der ersten Woche, als Bruckdorfer am Samstag lvieder nach Markt-Eisenstein heimkehrte, ging die Flüsterpro- paganda durch den Ort, das-, er in Bayern nicht lange arbeiten werde. Dian lverde schon dafür sorgen. dah ein Marxist in Deutschland keine Arbeit erhalte. Und richtig, die„Volksgemeinschaft" arbeitete prompt. Am 10. Oktober d. I. erhielt Genosse Bruckdorfer vom Bez i.rkSamt in Regen nachstehenden Bescheid:' „Nr. H/w B 285. Betress! RrichSvrrwkisung des tschechoslowakischen Staatsangehörigen Hermann Bruckdorfer auS Bshm.-Eisenstein. An oben gatomttet Lache erlös,t das Be- ' zirkbamt Regen folgenden Brschl» h: Der tschechoslowakische Staatsangehörige Hermann Bruckdorfer»ns Böhm.-Eisenftein, zur Zeit Arbeiter in der. Poschtngerschen Glasfabrik in Franrnau wird des Reiches»erwiesen. Gründer. Bruckdorfer. ist fest etwa drei Wochen In der Poschingerschen Glasfabrik iofchöftigt. Er ist Grenzgänger und in Böhmisch-Eifeotftei» wohnhaft. Dort ist er Mitglied der kommunist>» schon Partei. Wie dem Bezirksamt bekannt ist, ist er ein sehr aktives Diitglied derselben. Ein A u s 1 ü n d-er m i.t-.d-e-r art i g e r Einst o l l u n ghat in einem dentscheu Betrieb.und i m. De u.t s che n Reich keinen A n s d r u ch a u s G a st r echt. Seine Tätigkeit ist dazu angetan, sich gegen dieSichorheitdesReich e S z u richten. Bruckdorfer war daher gem. st S, ZIff. 8 des RelchSuerweisungSgesehes vom 28.. März 1981 (RGBl. S. 218) des Reiches zu verweisen. Seine etwaige Rückkehr ins Reichsgebiet ver» stötzt gegen die gesetzlichen Borschristen und wird strenge bestraft. Regen, den 2. Oktober 1980. Bezirksamt: I. B. Unterschrift unleserlich." Es steht, fest, dah sich die Bolksgemeinschaft- Ici mit dem Fall Bruckdorfer in einer eigenen Sitzung beschäftigten. Sie depunzierten ihn als Kommunisten, um seine Ausweisung früher zu erreiche». In Wirklichkeit hat Genosse Bruckdorfer mit der kommunistischen Partei nichts zu tun. Interessant ist jedenfalls, dah aus der Begründung zu dem Ausweisungsbescheid"des Bezirksamtes Regen hervorgeht, dah das Dritte Reich um-seine Sicherheit fürchtet, wenn Bruchdörfer weiter drüben arbeiten sollte. Wir.hätten wahrlich gedacht, dah so eine Kleinigkeit dem Hitler-Reich, nichts«»haben kann. Wie mögen da unsere Henleinlente, die alle Tage auf de» Einmarsch Hitlers warten, enttäuscht worden sein. Wenn mä» sich' von einem.einzigen sozialdemokratischen Arbeiter sürchiet, wo soll das Dritte Reich dann den Mut hernehmen, um den Ankündigungen der Flüsterpropaganda über die Befreiung der Sudetendeutschen gerecht zu werden?! Der Braut die Kohle durchgeschnitten. In T a s ch- w i tz, einem kleinen Ort in'der Nähe von Karlsbad, kam es Montag vormittags zu einer grauenhafte» Bluttat. Bei der Gendarmerie wurde die Anzeige erstattet, daß im Hanse Nr. 50 in Taschwitz aus der versperrten Tür einer Wohupartei Blut fliehe. Die Gendarmerie begab sich sofort in das Hags und nach, dem gewaltsamen Oefsnen der Wohnungstür bpt sich de» Eintretenden, ei» furchtbarer Anblick: ein Märchen und ein junger Bursch lagen mit durch- schuitlenem Hals, in ihrem Blute.- Sie waren beide bereits tot. Es handelt sich um den lüjäh- rigeu Fleischergehilfen Mauritius Wen i ch und die 22jährigeKellnerin Panin Kra US. Wenisch, der uttgenlein eifersüchtig Ivar, hätte.im Verlaufe eines Streites am Bormittag seiner Prallt, mit einem sclmrfen Mester den Hals. durchtxeunt und daraufhin auch sich selbst auf"die. gleiche Weise! entleibt..'... Erneuerung der Flußporlmuschol-Zucht in Slidböhmen. Das LaudwirischastSmiiiistertum hat sein E-iuuerskändnis zu einer Aktion kuudgetan, nach der. in Südbühinen Bersuche. zur Erneuerung der Zucht von F l.uL Per l'M u'.ch'.e. IM,gemacht werden sollen.« Die Perlmuschel hat sich in'srü» hereit. Zeiten, im' Böhmcrwalh'in... den- Flüsten Malisch, Moldau, Blanitz und dereu^Zjtslüssen gezeigt,.JetztMird sie unir in Hörgzdoiyjtz. üpd. bei der Mühle..Poedvory bei'Hmsjüetz gezüchtet.. Mit de» Bedingungen über die.'Möglichkeiten.'einer rationellen Zucht, der Perlmuschel. besaht sich..in. letzter Zeit Dr. V. Noväk.vöu'der. Hyd.robjologi- schen Station in Grohmeseritsch.- Er ist zur. Ansicht gelangt, dah es in-Südböhmeii.eine.Reihe von! geeigneten und wohlaeschützten Orten.gebe, lvo an die erfolgreich« Zucht. der Perlmuschel,' die eine grohe volkswirtschaftliche Bedeutung hät, bedacht- werden-kann. Amtsschimmels Salopp .-rb- Dieser'Tage erhob. das.„Ä-Zet". berechtigte-. ttlägeit über den.Schneckengang, des bürokratischen Tempos gewisser Abteilungen.der Laudesbehörde, unter besonderem Hinweis aus die AbtekltlNg 13b,- die-als.zweite Instanz in Stritten uin die Pensionsversicherüng zu fungieren hat. Mit Recht wies daSi Blatt' darauf hin, dah. infolge Mangels an Referenteü, w/e auch an Kanzleipersonal-die- Akten, in-, dieser Abteilifng.nicht-nur mongtr-. sondern j a h r-e.» l a n g liegen bleibeiu Wir möchten ihinzufügen,. dah die Äertzältmsse in diesem Ressort nicht- nur- bei der Landesbehörde ganz- Lesolät-sind/s-sön-, dern ebenso auch öei der zuständigen Seikti'oit" des WrsötgetstiiiisteriümS,^ die'' als' driW Zn- stanz- in solchen Angelegenheiten Fingiert. Die verantwortlichen Stellen sollten sich.einmal" die Frage vorlegc'n, ob. diese stiefmütterliche Be- Handlung einessRessortS, bei' welchem, Ex i- ste«7-,-f-ra g en von Arbeitnehmern zur Entscheidung stehen, geeignet ists daS dringend.nötiges Vertrauen, zum staatlichen Berwat. tuugsapparat zu heben. Ob der Bürger,, dessen- Sache d r e i, v i e r u n d f ü n fJahre in den Registraturen,. sämtlicher.'Instanzen'- liegen bleibt, nicht, rejf, gemacht wird für' demagogische Becinslussungssn?!.-'•; - Es scheint aber, dah auch die B e z i r k S-. behorchen, die. mit-der Erhebung-solcher Fälle, betraut werden, sich den Gmndsatz deS arabischen! Sprichwortes, dah alle Eile des Teul' fels.Werk'sei, sich in mehr als-erlaubter Weise zd,eigen gemacht haben. Bor uns liegt eine ein-' ciyhalb Jahre alte Berufung(Zahl 4811/35), die em Angestellter gegen den Bescheid der Pen- sionsanstalr, der.ihm die'Zugehörigkeit zur Pensionsversicherung verweigerte, eingebracht, hat.. Die Abteilung 13h schickte,-nach Verlauf einiger Monate, hie-Sache zur näheren Erhe-' bung an die zuständige BeziWbehörde. Lei- d e:t, a n e i n e f ä l s ch e.'Eine solche, durch gle.ichlautciide. Ortsnamen' verursachte Fehler- petzition.ist entschuldbar. Ilnentschuldbar ist, dah dcx-falsch' expedierte-Akt bei-Leis unzuständlgen BczirkMhörde." Piers Mosiate liegen b lsi e.b.ehejer zürückgeschicktwurde/Jni Jänper 193.6. wurde endlich der Akt an die richtige Stelle dirigiert-^7,eS!war-.'dieB-,e'zir-k O eh.o,r'd e P,r.ach-.ä'ti tz.—.njp-.er i ,o6erihoI8- gründlichst ählagerte.- Auf-.vielfache- Urgenze» erteilte die Abteilung 13b-.tM.HtzsADtzyf-'dNWWKKe, dtzn'st'rikten Auftrag'- 7dm-' Akt-oi-'s"-l a'n, g^'. sttzn-H.IÜ.'-J-UinÄiM^leMHrrDMMWg- dep-'Atz.gllicklich'aM-77-'7-^'O'kit o b e-r. endlich/ der' Abteilung-zuging, und, vom Reserenten in Arbeit^gen'oinmrn-irserl>i!n'konnte.'s r, -"/Die.-.it.nMeichetid,e Persohalbchehlnfg- J enty schuldigt vieles,-atzetz-bei. weitem nicht alles. - Rumänische Journalisten in Pratz.sMoutagi früh.-'-'trgf/stn- Präg- eine./Grupperutstfintschev' Journalisten ein, die. während des Aufenthaltes derWstigr-'CärolM?4.nder'Tschfchoslowakischj!n'- Repübljk«M> ihre Blätter die.Berichterstattung beforgen.'.ichd'?!Htrnü.sverddni'Msichzeiiig'- träfen' inPrqg- der Direktor der riiniänifchen-lTcleg'rjr-, phen-Ageniur A. Hurtig und deren Chefredakteur I. Panattesch ein. Der.rumänische R.u n d fuu k ist in Prag durch-den Generaldirektor der rumänischen Ründftmkgesellschaft.Ingi. Carnu-Mün- teauu und. Direktor.Al- Hodos vertreten..'. Motorradfahrer von Auto getötet. Sonntag äbends stich auf der.Strahe'FÄedländ—-Arnsdorf das Auto des Gutsbesitzers P ari z c k. aus- Bullendorf upd das Motorrad, des. Julius Lecke« aus Obcrt-Berzdorf bei- Reicheiwerg, zusammen. Der Zusammenstoh war'so heftig, dah B ecke r t mit, einem-Bruch der Schädelbasis' liegen blieb und an Ort, und Stelle' verschied. Der Mitfahrer erlitt leichte Verletzungen.. Das Auto würde beschädigt. Der Kraftivagenlenker" lverde verhaftet ündfdem.Bezirksgerichte eifnscliefcrt.,''. . Den.Schwiegersohn-niedergestochen. In. die Wohniintz des KSjährigen Zimipermälers Heinrich K.a l i stä In Bojkov- bei" Pilsen drang- dessen Schwiegervater Josef. B.a l en t a ein:/stürzte sich nach kurzem Wortwechsel auf-den, Schwiegersohn 'upd, begann ihn zu» würgen. Kälista' zog-den Schwiegervater aus der Wohnung Heräust-Diestr- -sctzte.-.die Schjnipfereic'n fort, zog-dann-plötzlich ein-Mester heraus,und versetzte seinem Schtvic- gersohii mehrere- tjefe Stiche in die Brust,-Kalista -brach blutüberströmt zusammen. und wurde.lebensgefährlich verletzt.ins.Krankenhaus nach Pil- g,- denn-kurz, vor sei« i new-Tode sagte er: ,»Jch Ivar es.uicht'7' j,. f; r'• -'"Die Untersuchung des Eisendahnzusammen- . stsßes. In Reratovic« am 28. ds.-ist zwar noch nicht -zür'.Gänze abgeschlossen, doch Innn man nach..den bisherigen.Ergebnisten der Untersuchung annchmen, dah'.'den. Häüptschuldigen': der/ B e r s-ch.i e b a üsf» sehe.r-darstellti.Di«ser hatte stch-nicht'slchex-davon tshe'rz'eugti.'.oh.der-. Ve^chteder.,d'en^'Waschinenführer.' der'verschiebenden. Gar'nÜür, richtig verständig't-hatte, dah er nur bis zum Markicrpfähl des.Geleises fahren dürfe,'auf dem er stand..Schuldig ist ferner der -H.'ie tz e.r,'- der'verschiebenden- LokomoÜve,'- der von ssoimpn,'Standplatz uicht. rechtzeitig beobachtetet..dah. das.'Absahrtistgnal-aüf- sreieBahnzcigte', uud-dah 'der,Wechsel"-sürMine,-Ftchrt-üürichsig-,-gestellt..seit Mitschuldig'.''ist"'-auch/derW'^i.ch.euaiU.fseh,er, weiltert.obwohl^r.-.für'.d.«»sZügP04idi«-.-McIduMs „-Freie Bahn", erstattete und das Abfahrtssignal aus freie Bahn stellte, nicht sicher daftir sorgte, dah die Berschiebttngeingestclltwerde.DieseGcnanntcnWur- gttzoftMN.' Alle, sind:alter«/ erprobte-.ünd pjits den. Ortsverhäi7p5, 25.790, 47:Öil, 50.628, 53.703, 82.027, 87.134, 95.803.'.1 5.000 Kf die Lose Nr. 2.153, 3.177, 9.137, 19.742, 21.261, 22.941,-23.793, 30.966, 5M74, 66.873, 87.070, 94.207., f. 2.000 K5 die Lose Nr. 863, 3.206,11.659,11,713, 12.700, 20.069; 20.680, 20.775, 25.408, 29.308, 31.068, 31.940, 32.404, 34.035, 34.367, 35.183, 36.093, 38.384, 39.975,-. 47.820, 50.764, 54,142, 54.341,. 57.024, 63.227, 64.242, 65.074, 67.030, 70.348, 70.678, 81.409, 83.967, 85.150, 86.791, 87.223, 87.532, 87.897, 91.542, 95,568,. 88.642, 104.549, 107.246 usiv. übrige beteiligte Personal ttägt an- dem Unglück.l'eiiie Schuld, weshalb alle weitereii Mutmahungcn und Auslegungen bctrcffeiü) die' Ursachen des Unglücks grundlos und unrichtig sind.. Folgenschwerer Berkrhrinnfall.- In- der.-Nacht auf gestern fuhr der 41jährige Leopold'L'a'n-g laus Czernoivitz bei Brünn mit seinem Motor-Sidccar, auf. dem noch der-66jährige Fr. Weber lind- der Fuhrmann Johann S a i d a- sahen,- bei iPohrlitz- in ein Auto..- Die Folgen des.ZusammenstoheSjwären schrecklich.. Saida wurde- llom'Taudem geschleudert und blieb mit zertrümmertem Schädel wt liegen.- Das Motorrad fuhr. in. den Graben-und stürzte auf Laug und Weber, die bcrletzt.wurden.: DI« im Auto-sitzenden Personen wurden gleichfalls verletzt.-Nach-,dem Zusammeustoh-käm ein- Auto, das votn GeschäftS- tuann V, V a l a ch aus Brünn gelenkt würde..Dieser sah das zertrümmert« Auto nicht und fuhr mit,seinem Wagen, hinein. Die'mit.'ihm fahrende' Bemntin Anna Hertl wurde so schtver verletzt,- dah' si«.in'.'die Brünner Landeskrankenanstalt gebracht' weichen muhte. Furchtbaiie Eisenbahnkatastrophe.-Sonntag ist- in. Schanghai die Meldüng cingetroffen,.dah sich am Donnerstag- ein. grohes Eisenbahnunglück bei Tentschiatan in Süd-Hunan auf der Strecke von Kanton nach Hankeu ereignet hat. Bei- dem Zusammenstoh zweier Züge sind 60-Menschen ums Leben gekommen, darunter-58 SvldMen. Neue Regenwelle in Sicht.- Nach den. Regenschauern, welche Montag in den. böhmischen Länder» und in der Slowakei auftra'ten, hat sich der Himmel vielfach ausgeheitert.-Der Luftdruck beginnt.'jedoch wiederum zu sinken, im Zusammenhang mit dem Heranrücken einer neuen Regenwelle, welche bereits ganz> Westeuropa ersaht hat‘ und von stürmischem Winde begleitet- ist. Vom Atlantischen Ozean dringen andauernd neue Tiefdnlcktvirbel gegeit den Erdteil vor, so- dah- für,-di« nächsten- Tage sehr unimhlges Wetter uiit starken TemperatUränoeruÜxseis-.'zu'er- wärten ist,'Wahrscheinliches Wetter Dienstag: Boin Westen her neuerliche Verschlechterung/.zeitweise Regen, windig, in-den höheren-Lägen Stunn. Später fortschreitende,Erwär>nüng. WcttcrauSsichten für .Mittwoch; Veränderlich itlüd-d'ühig,- Wesuoind, später'wieder- etwas- kühler.--- Vom Rundfunk EmPfehleWN»«!«»«m» de» Programmen»> Mittwoch Prag lr 8.20 Dvokak: Slowakische Tänze.!9.00 Nachrichten znm Bcsnch'-Käiiig Carols. 9.40 Orche« stcrkonzert FOK. 10.55 Säligerkonzert. 12.0Ü lleber- tragung aus dem Parlanient:. MilitKraufüfärsch. 18.10 Mittagskonzert.-18.40 FOK»Koüzert: 10.00 28. Oktober: Im tschechischen Norden,-Rundfunkszenen äuS dem.Arbeiterlebe» von Kupkai-15.00-bis 18:00.Feier des Nationalfeiertages.. 18.00''Deutsche Sendung: Aus der-Urania: Festprogramm-züm StaatSfeieriag:- Volkslieder. 20.05 llcbertragung aus.dem Smetanasaal:. Feierliches..Konzert-der Tschechischen Philharmonie.— Prag'Nr-14.00 Deutsche Sendung: Kein,schöner'Land Brünn: 18.00 Deutsche Sendung:' Uebertpagung^auS dem Deutschen HauS: Feier zum StaatSseieriää.'-. Wie«In jugo,lawlsch«r Künstler..- tziesen,H>oethokopfWeWfsen> Deutsch-jugoslawische- Handelsabkommen. Ministerpräsident Dr. Swjgnoviö gab"Erklärungen über das Ergebnis der Verhandlungen der jugoslawisch-deutschen. Wirtschastslvmmisswn. ab- TaS Verhandluiigsergebnis bedeutet.für Lugo» ftawien in erster Reih« die Erzielung eine» Gleichgewichte- des Zahlungsvcrkehres.- Was"die Ausführ' betrifft, sind Jugoslawien weitere Begünsti« gungen für den Export von Agrar» ussd tieri» schtn Produkten gesichert. Der Wert aller erzielten Begünstigungen wird jährlich rund.eine. Milliarde. Dinars betragen. .’- V Putzen beseitigt Oft schon nach einmaligem Putzenbäseitiat.V'-S,' den. mißfarbigen Zahnbelag und üblen Mundgeruch Thaimann Im KZ Prozeß aufgegeben? . Wie dem«Daily Herald" bekanntgeworden ist, wurde Ernst ThäÜnann,"der seit Anfang März-1988 verhaftete- Vorsitzende, der KPD' in ein sächsisches-Konzentrationslager gebracht, wo er nach-der Gestapoberfügung„ans Leb e n S- zeit" bleiben still. Der Prozess gegen ihn, der die Krönung all der Justizäktionen, aber natürlich nicht ihr Ende sein sollte, ist aufgegeben, da sich die Anklage wegen Vorbereitung zum Hochverrat an der— Weimarer Republik alsunbeweisbar erwiesen hat. Der„Daily Herald" erinnert bei dieser Gelegenheit an die Verkündung Hitlers bald nach vollzogenem Reichstagsbrand, die Welt werde erschauern, wenn die bereits gesicherten Beweise für die teuflischen Pläne der KPD und ihrer Leitung der Oeffentlichkeit übergeben würden. Die Ersetzung des Thälmannprozeffes durch die administrative Verschickung ins KZ beweist, dass jene„Beweise" d a S sind, wofür die Kultur- menschheit sie von allem Anfang an gehalten hat. Millionen Dreipfelle , In den Straßen Wiens Am 18. Oktober hielt Schuschnigg die grosse Parade der Vaterländischen Front ab. Ueber die Aktionen, die von den Sozialisten au» diesem Anlass unternommen wurden, berichtet die„Arbeiter-Zeiwng": Viele Wiener Straßen waren am 17. d. M. abends überschwemmt von roten Streuzetteln: der Gruss der RS. an die zum Appell der VF. kommandierten Arbeiter und Angestellten. Die Polizei war in höchster Alarmbereitschaft, Kriminalbeamte und Polizisten in Zivil machten auf ^er Strasse Dienst, unausgesetzt, durchfuhren Kon- rröNautos7 dcp.VF. und, die-lloberfallöauws der Polizei die- Arbeiterbezirke»- und, doch gelang,-die Streuaktion der RS. hundertprozentig. So wurden im Laufe des Samstagabends allein in F a» voriten 400.000 Zettel mit den Dreipfeilen und Parolen der RS. gestreut. Nicht weniger als 30 Lichtaktionen gab es in diesem Bezirk, und zwar rote Raketen, die vor Gemeindebauten, dem Amälienbad und öffentlichen Gebäuden des Bezirkes abgebrannt wurden. Sonntag früh wurde überdies, der in diesem Bezirk gelegene O stund Südbahnhof mit vielen tausenden Sweuzetteln belegt. Auch der Aspangbahn- Hof,,.der Nordbahnhof undderWest- b a h n h o f waren mit unseren Streuzetteln belegt. Auch alle anderen Wiener Bezirke hatten I am Vorabend des Appells ausgiebig gestreut. Auch die Freie Gewerkschaftstugend führte mehrere Aktionen durch. Samstag wurden tausende Streuzettel mit den freigewerkschaftlichen Parolen auf dem Gürtel, vor allem bei allen Stadtbahnstationen und vor dem Landesgericht II gestreut. Das Interesse für die | Streuzettel war überall sehr gross. Sie wurden aufgehüben und gelesen.-Samstag mittags wurden von einem Stadtbahnzug in eine zur Thalia- , strasse marschierende Jungvolkgruppe Streuzettel geworfen. Die Jungen blieben stehen, versuchten» die Streuz'ettel" aufzufangen und lasen sie. Während der Kundgebung auf der Schm e l z wurden von Jugendlichen. Streuzettel verbreitet. . Am Abend der Sonntags, führten Jugendliche Strestaktionen im B u.r g t h e a t e r und sn der O p er.durch. Im Burgtheater wurde in den Foyers gestreut, so dass die Polizei die Wandelgänge besetzte.- In der Staatsoper wurden während einer Pause zuerst" legale" Zettel von der Galerie geworfen.-Diese. Gelegenheit wurde benützt, um freigewerkschaftliche Streuzettel zu werfessi.'■\.. Neues Triumvirat in der Sowjetunion? (Ru) Wie der Pariser„Matin" sich aus Moskau melden lässt, bcsinde sich die tatsächliche Macht gegenwärtig in den Händen eines Triumvirats, das aus Stalin, dem Parteidiktator, den» Oberbefehlshaber der. Roten Armee, Marschall W o r o s ch i l o f"f, und. dem Chef der politischen Polizei, dem neuernannten VolkSkom- miffär des Inneren, I e s ch o f f, bestehe. Dieses Triumvirat habe nun beschlossen, entschewende Schritte auf dem Wege zur völlige» ZcntMIisie- rung der ganzen Verwaltung zu tun. DI« Befugnisse der Vorsitzenden der. Exekutivkomitees der einzelnen Bundesrepubliken, also der lokalen „Präsidenten", sollen noch mehr, beschränkt werden und im Zusammenhänge damit sollen einige von, diesen-Präsidenten abgesägt und durch ergebene Helfer des Triumvirats ersetzt werden. Man spricht sogar davon, dass der jetzig«„Bundespräsident", Michael K a l i n i n, durch eine andere. Persönlichkeit, etwa durch Molotosf oder Akuloff, ersetzt werden, soll.— Man erwartet auch, wie- di« Londoner Presse meldet, in kurzer Zeit eine entscheidend«Wendung in der Moskauer An h e n p o l i t i k. Es sei nicht ausgeschlossen, meldet.. der Moskauer Mitarbeiter der Londoner„Ebening News", dass die Sowjetregierung mit dem System der kollektiven Sicherheit breche und sich zum selbständigen Vorgehen gegen einzelne faschistische Staaten "entschliesse. Im Zusammenhänge damit stehe auch die neuerliche,Sendung in der spanischen Politik, EjKÜmC«.-.'h--7--.Mo 19 Die Folgen der deutsch-italienischen Entente: (Ru.) Der bekannte rechtsstehende französische Publizist Philippe B a r r b S versucht im»Matin" über die wahrscheinlichen Folgen der deutschitalienischen Annäherung klar zu werden. Biel wichtiger als die Frage, ob es zu einem formellen Vertragsabschluss zwischen Berlin und Rom"gekommen sei, sei jene tatsächliche Situation, die sich auS den Verhandlungen in Berlin ergeb«. Die italienische Politik-verfolge den Zweck, auf den Trümmern des Europa doch 1918/19 eine neue i n t e.rn a ti o n ale Si tuati on zu schaffen. In gleicher Richtung gehen jedoch auch die Berliner Bestrebungen. Eine Berliner Zeitung habe unlängst darauf hingewiesen, dass die Schwächung dersi>iplomatischen"Position Frankreichs infolge der deutsch-italienischen Annäherung über kurz oder lang zu einer entsprechenden Entwicklung in der Politik der Kleinen Entente führen müsse. Für die Stimmung in einigen radikalen Pariser Kreisen ist sehr bemerkenswert, dass die gemässigt radikale»Et« Nouvelle" es für notwendig hält, zu unterstreichen, da» Land sei besonders heute seinem Aussenminister dafür dankbar, dass er die Initiative zu der Politik der Nichteinmischung in spanische Angelegenheiten- ergriffen habe. Da? I rechtsgerichtete„Echo de Paris"-wirft aber offen die Frage der A n e r k en u» u, N,i> e r N c-g i c- tu.n g F x gnc o /auf?"""Die Interessen Frgnk- tzeichs fordcrn^gebieterisch! nach"einer Persvhnnng mit den Siegern.. Die Zeitung weist daraus hin,- dass Franco.zweifellos Frankreich gegenüber freundlich gesinnt sei. Es sei.übrigens, bekannt, daß der Vorsitzende der Burgos-Regierung Caba- . stcllaS,. ebenso>vic General Mola, F r c i yt> u- rer seien. Wahrscheinlich siche auch die Familie Franco den Logen nahe. AuS diesem Grunde -allein können, meint die Zeitung, die Burgos- Lente""Frankreichs, dem Zentrum des Frci- .maureriumS, nicht feindlich gesinnt sein. Jetzt biete" sich Frankreich noch die letzte Möglichkeit, de» gltcn französischen Einfluss in Spanien, der durch grobe Fehler der Pariser Diplomatie verscherzt wurde, wiederherzustellen. , Vom Mädchen, das ein Filmstar werden wollte Prag.—rb— Di« 22jährige Marie hatte sich, in den Kopf gesetzt,"ein" Filmstar zu werde». Da sie wusste, dass sie zu dieser Karriere Protektion nötig haben würde, wandte sie sich an den Hilfsregisseur Josef Z., der als Protektor hübscher. Anfängerinnen bekannt ist. Da Marie tatsächlich ein hübsches Mädchen ist, liess sich der Hilfsregisseur denn auch herbei, ihre Fähigkeiten, einer näheren Prüfung Jju unterziehen. DaS Ende vom Liede war, dass Marie zwar nicht einmal als Statistin ange- noinmen wurde, dafür aber zu ihrem Schrecken feststellen mutzte, dass ihr Umgang mit dem Hilfsregisseur nicht ohne Folgen geblieben war. Al» sie sich in ihrer Not an ihn wandte, zuckte er die Achsel» und ersuchte Marie, ihn in Hinkunft nicht mehr zu belästigen. Er hatte vermutlich mit lueiteren Adep- tinnen dxr Filmkunst hinreichend zu tun. Marie ist ein armes Mädel und da sie für das Erwartete Kind wenigsten» notdürftig Vorsorgen "wollte: beantragte ihr Rechtsvertreter bei dem Bezirksgericht Präg-Süd eine einst weiligeVer- -fügung gegen den Hilfsregisseur, in welcher er verlangte, dass diesen für die im Juli d. I. erwartete Geburt des Kinde» einstweilen 8000 K£ erlegen solle. Der Hilfsregisseur erhob Einspruch und bestritt,, der Kindesvater zu sein. Das Kind kam zur Welt und Marie war genötigt, den VaterschgftS- prozetz anzustrengen. Die Kindcsmutter erklärte, den Zeitpunkt der Empfängnis genau angcben zu können, Im Oktober v. I.-habe" sie in Gesellschaft ihre»„Protektors" sowie ihrer Freundin Ludmilla(gleichfalls einer- Filmelevin)- und deren Freund einen fjhelen Abend verlebt, der in einem Weinberger Stundenhotel endete. Sie berief, sich auf die Zeugenschaft jenes anderen Pärchen».. Während aber der geklagte Hilfsregisseur- diplomatisch die Achseln zuckte und erklärte, er könne sich nicht an alle diese kleine». Affären. erinnern, bezeugte die Freundin Lü8m'illa und deren Freund Wen- "z'er Pl' äer-'ist glrlchwll»>"aü»" bet Fllssibtanche), dass diese Aussage unwahr'fei'ünd-"die"beidcn'Pärchen niemals- gemeinsam jene» verwanzte Liebesasyl ausgesucht hätten. Die Sachen standen demnach schlecht für die arme Marie. Eines"Tages ober geschah das Unwahrscheinliche: Di« Freundin Ludmilla erschien bei Marie, brach in. Träne» ans und bat sie nm Verzeihung, daß sie vor- Gericht zu ihren Ungunsten falsch auSg«sagt habe. Sie versprach, diesen Fehler gutzumachen. Obwohl Marie sich keine großen Hoffnungen machte, teilte sie dieses Geständnis Ihrer Freundin doch dem Gericht mit und Ludmilla erklärte tatsächlich bei neuerlicher Einvernahme mit großer Selbstverleugnung, sie habe bei ihrer ersten Vernehmung falsch anSgesagtf und zwar deshalb, weil sie fürchtete, dass ihre Eltern auf diese Weise von ihrem Verhältnis mit dem Kameramann Wenzel. erfahren würden. Später habe sie sich aber schwere Selbstvorwürfe gemacht, als sie die hoffnungslose Not ihrer Freundin sah und bekenne deshalb ihre Schuld. Diese Ludmilla ist sicher ein braves. Mädel, wa» auch allseitig anerkannt wurde. Nichtsdestoweniger musste da» Gericht die Angelegenheit"der Staatsanwaltschaft abtreten, die gegen Ludmilla und ihren Freund Wenzel die. An klage wegen falscher Zeugenaussage erhob. Der Strafsenat P e r n t verurteilte die reumütige Ludmilla zu zwei Monaten, ihren Freund zu drei Monaten Kerle.r— beide bedingt auf drei Jahre. SQltenoewelire 1915 * Die Regierung des"tschechoslowakischen Staate» hat sich genötigt gesehen, sich gegen die Behauptung de? Deutschen Nachrichtenbüros zu wehren, dass in den Kämpfen um Oviedo von spanischen Regierungstruppen mit Waffen tschecho. ftowakischer Herkunft gekämpft worden, sei. Sie lässt in einer Verlautbarung de» Tschechoslowakische» PressbÜroS feststellen, dass während des Bürgerkrieges in Spanien" von der spanischen Regierung Waffen und Ausrüstungsgegenstände in der - Tschechoslowakei weder bestellt noch au? der Tsche- s choslöwakei nach Spanien geliefert worden sind, j Es wird wenig nützen; die tschechoslowakische - llfegierung wird sich wahrscheinlich-noch wiederholt gegen diese Behauptung wehren-müssen, wie sie sich immer wieder auch gegen die Lüge von den „sowjetrussischen Flugplätzen- in. der Tschechoslo- wgkei" wehren muss. Die Lüge taucht trotzdem \ immer wieder auf, da- eben gewisse Mächte aus -ihrem propagandistischen Betrieb längst, auch die Mahrheit als-„veraltete»- System" ausge^ttet -ihckbeN...... ' Diese Tend.enzgeschichte-,v«n- den.„tschecho- slöwakischen Waffen" erinnert mich lebhaft ani'ein Erlebnis im Weltkriege. Es"war 1918 in Grodno im damaligen Russisch-.Poleni/'Die. Festung war gefallen;.über-die Pontonbrücke, die die Pioniere -noch im feindlichen Feuer über den- Njemen neben der von den Russen- gesprengten grossen Strassen brücke geschlagen hatten, zogen die deutschen Truppen fn-die Stadt. Die russische Front war weit zutückgewichen und auch die Rückzugsgefechte in der jenseitigen Vorstadt waren erloschen. Dort lagen".noch die Toten, unbestattet an"den steilen Uferhängen. Russische Infanteristen. Zwischen -den-Bretterstapeln eines Sägewerkes und in den Gurkenpflanzungest eines Gutshofe? am Stadtrand« lagen besonders viele. Die Waffen der Tote»- wurden gesammelt. Und diese gefallenen Russen hätten Seitengewehre, die unseren'Artilleristen"besonders"gefielen, weil sie schlank und leichthin schmaler Scheids waren und gewissermassen Delegant" ausfahen; dass sie auf deutsche Gewehre nicht aufgepflanzt" werden konnten, spielte für Artilleristen keine Rolle. Sie. ver- -tauschten gerne ihre breiten„Plempen" mit den Seitengewehren der toten Russen. Auch ich babe ein solches russisches Seitengewehr getragen bis zum,Kriegsende und erst bei der Entwaffnung in denRevolution» tagen in-der Heimat ist" es mir abMdjn.inen worden: Ich hätte es gerst behalten"—nicht als KriegStröphäe, sondern äls geradezu satirisches-Symbol eines Widersinn?. Diese r u s s I s ch e n- Seitengewehre trugen nämlich auf der Klinge eingestempest eist japanisches Schriftzeichen— wahrscheinlich waren sie von, den Ruffensm.Russisch-japanischen-Kriege erbeutet oder"Während des Weltkrieges von Japan: von den-^Preussen des Ostens" an Russland geliefertworden,:/ Aber die Symbolik war noch schlüssiger: unter dem japanischen Schriftzeichen stand deutlich und unauslöschbar eingeprägt der Name Krupp— es waren deutsche Waffen, von der Firma Krupp zu irgendeiner Zeit an Japan verkauft. Krupp Ivar ja nicht nur die„Waffenschmiede des Deutschen"Reiches", ein vaterländisches Unternehmen, sondern es-war"ein noch besseres Geschäft; mehr als einmal-ist im Reichstage des kaiserlichen Deutschen Reiches festgestellt Ivorden, dass-Krupp die Schiffspanzerplatten an da? Ausland, auch an das dann feindliche, um Hunderte von Mark, pro Tonne billiger verkaufte als-an das deutsch«„Vaterland"? Und nun kehrten sich diese Krupp-Waffen, deutsche Waffen -In den Händen. russischer Soldaten gegen uns, gegen D e u t s ch ei Das war die handgreifliche Symbolik dieser Seitengewehre von 1918. Wa» wäre wohl einem deutschen Soldaten geschehen, der damals," vor die Front seiner Kameraden tretend üyd auf" diese Seitengewehr«' weisend, hinausgeschrien hätte, Krupp habe Deutschlands Feinde gegen Deutschland bewafsiiet?' Ein Ankläger Krupp» hätte sich nicht einmal auf einen Nichteinmischungs-Pakt berufest können, den jetzt die-deutschen Propagandisten zitieren, wenn sie- andere ,tendenziös und-der Wahrheit zuwider beschuldigen,"! den sie aber schweigend ignorieren, wenn festgestellt wird, dass Flugzeuge deutscher Herkunft Madrid bombardieren..'------ Seite a »Sozialdemokrat Dienstag, 27. Oktober 1980. Nr. 250 lea-erMMK Dlt Staatsfeier In der Urania Die am Mittwoch, den 28. Oktober, nm 17 Uhr SV in der„Urania" stattfindende Staat»feier hat folgendes Programm: Ansprache: Minister Erwin Zajikek. Volkslieder: gesungen vom Neichenberger Volksliederchor unter Leitung von Prof. Hugo Wagner. Dr. Paul Eisner:„Heimische Landschaft in zwei Schrlsttümern".„Böhmerwald", mit Rezita- - tionen(Han» Multerer). Präludium Mr Klavier von Fidelio F. Finke, gespielt von Pros. Franz Langer. Gedichte von Emil Merker», gesprochen von Prof. Karl Birk. Staatshymne. Eintritt freit Die Feier wird vom Rundfunk übertragen. Erweiterung deS Prager FrauenhrimS. !(R. F.) Soeben ist der ErlveitcrungSbau des „Zenslh domov" in Emicho» vollendet worden. DaS Smichover Frauenheim bildet nun zusammen mit dem im Jahre 1932 fertiggestellten Bau einen mächtigen, fünfstöckigen Komplex zwischen der Radlickä, DiviSova, Vinohradskä und Tylova, also nördlich des Smichover Bahnhofs. Damit ist für 120» ledige, erwerbstätige Frauen eine billige und in jeder Hinsicht einwandfreie Heimstätte entstanden. Die Monatsmiete in den vierbettigen Zimmern beträgt 90 bis 10g Kl, in den zwei- bettigen 16V KL usw. Ein eigenes Zimmer mit Bad, Borrauin und Ballon kostet 260 Kl monatlich. Alle 860 Zimmer sind modern möbliert und haben Wandschränke, Zentralheizung, fliehendes warmes Wasser, Badebenützung und eleltrische Kocher.. Zu,den Einrichtungen des Hauses gehören ferner ein kleines Spital mit diplomierten Pflegerinnen, Lese- und Turnsäle, Dachterrassen, Gesellschaftszimmer und ein Kaffeehaus. Nur diese beiden letzteren Räumlichkeiten werden auch Männern zugänglich sein. DaS Frauenheim, daS von dem„Kuratorium für-die Verbesserung der Woh-' nungsverhältnisse in Prag und. Umgebung" er-' richtet lvurde, ist bereits voll besetzt. Vielleicht denkt das Kuratorium nun daran, ein ähnliches Heim fiir ledige Männer zu errichten.. Wer die Untermietenverhältnisse in Prag kennt, wird sicher nicht erst davon überzeugt werden müssen, wie dringend eine Abhilfe auch auf diesem.Gebiete ist. Der Prager Primator Dr. Lara ist in der vergangenen Woche an einer Grippe erkrankt und muh seither, dar Bett hüten. Er steht In Behandlung des Prof. Dr. Libenskh. Nach der Mitteilung deS behandelnden Arztes bessert sich die Krankheit bereits langsam. Dreijähriges Kind in den Liftschacht gefallen. Frau Anna. Steinwaldt aus Prag-Weinberge ging gestern vor.mttagS zu ihrer Schneiderin im Hause. Nr. 10 auf dem Graben, wobei sie, da die Schneiderin im dritten Stock wohnt, den'Auszug benützen wollte und ihre dreieinhalbjährige Enkelin vorangehen lieh. Doch befand sich die Kabine, in diesem Augenblick, gerade oben, so dsttz daS Kind etwa 6 Pieter tief in den Liftschacht stürzte. ES erlitt«ine Gehirnerschütterung und einen Bruch des rechten Armes und wurde ins tschechische Kinderspital«ingeliefert. . Neunjähriges Kind unter dem Schutzrahmei». Vorgestern ngKnittagS stieg eine Gruppe Schulkinder auf dem. Republikplatz in Prag II aus einem Straßenbahnwagen der Ser-Lini«. Als di« neunjährige Likina Jiräskovä au» Sobin gerade, aus dem Schteppwagen stiege setzte sich der. Wagen wieder in Bewegung, so dah da» Mädchen unter den Schutzrahmen ueriet. und etwa 2 Meter weit geschleift wurde. Sie wurde von einem Jahrgast befreit und von der Rettungsgesellschaft in» tschechische Kinderspital gebracht, wo ein Bruch de» rechten FusseSfest- gesttllt wurde.. Hundefänger. Gestern nachmittag» wurde.' dtp Polizei en Koschirsch mitgrteilt, dost au» der Wohnung'de» Adolf Schied, Smichow Nr. 280, Hunde-' geheul zu hören sei, und dah dort wahrscheinlich ein Hund erschlagen werd«. Tatsächlich ertappte die Polizei den Äloi» Schied' mit. einem anderen Manne, namens I. Suchan au» Koschirsch dabei, wie sie einem bereiM getöteten Hund eben da» Fell abzo- gen. Es wurde festgestellt, daß der Hund— eine Kreuzung von Wolfshund und Dobermann— der übrigen» auch al» Polizeihund abgerichtet war, vor einigen Tagen au» einer Billa in Koschirsch entwendet worden war. Sein Wert beträgt ftö 8800.—. Da eine Hausdurchsuchung noch andere Ueberreste gestohlener Hunde— Maulkörbe, Marlen etc.— zutage förderte, die vier, verschiedenen Hunden gehört haben müssen, werden die Besitzer, mifgefordert, sich bei der Polizei zu müden. Die beiden Männer wurden verhaftet. Sie leugnen und behaupten,"die Hunde gekauft zu haben. Stier gegen Fleischer. Der Fleischer Wenzel Safrata aus Stkijskov bracht« Samstag nachmittag» seinen Etter zum Schlachten in die Prager Zentralschlachthalle in Holleschowitz. Al» er ihm die Scheuklappen anlegen wollte, stieb der Stier nach ihm und drückte ihn gegen die Wand. Mit einem Bruch dreier Rippen und inneren Verletzungen wurde er ins allgemeine Krankenhaus gebracht, aber trotz seiner ernsten Verwundungen auf eigenen Wunsch nach Hause entlassen. Bogelfänger. Samstag nachmittag» wurde von der Polizei in Koschirsch der beschäftigungslose I. B. au» MMol angehalten, der einen Keinen Käfig unter dem Rock trug, in dem er vier Zeisige hatte, die er kurz vorher mit Leimruten gefangen hatte. Er wurde auf die Wachsttibe gebracht, leugnete zwar, wurde aber durch eine bei ihm vorgenommene Hausdurchsuchung überführt, die eine Dose Bogelleim und frisch angesertigte Ruten zutage' förderte. Die Geräte wurden beschlagnahmt und die Tierchen in Freiheit gesetzt. Die Strafanzeige wurde erstattet. Die türkische Gesandtschaft und ihre Konsular- aAeilung sind nach Bubenek, Na Zätoree 12, übersiedelt. Telephon 78678. Nmst und Wissen. Höhenrekord auf der OperettenbUhne Für Sonntag abends war im Deutschen Theater Erna Sack in der„Fledermaus" als Adele und mit Gesangseinlagen angekündigt. Stundenlang vor Beginn der Vorstellung war die Stehplatzkasse von Hunderten umlagert, die felbswerständlich nur zu einem, geringen. Teil Karten«chatten konnten: Erna Sack ist Sudetendeutsche,'der Rundfunk hat sie al» Stimmphänömen popularisiert und ausserdem:' die SdP-Presse ist von ihr hingerissen, Henlein samt Gemahlin und Stab hat kürzlich einem Sack-Konzert in Asch die. enttprechende Ehre erwiesen— Gründe genug, um ihr erste» Prager Austreten zu einer Sensation zu machen. Erna Sack.ist physiologisch.'oder anatomisch tatsächlich eine Sensation: über die oberste Grenze selbst ungewöhnlich hoherOstraii gegen Prager Team 8:4(4:2) Auf seine» Reis» nach Pllsen trug da» Mähr.« Ostrauer Hazena-KreiSteam am SamStag in P r a g ein Freundschaftsspiel mit jenem der Prager aus und gewann verdient mit obigem Endergebnis. Da» Hazena-Match Präser DTJ-Krei» gegen ein tschechischbürgerliches BerbandS- team, da» für den 28. Oktober in Prag vorgesehen war, findet nicht statt. Knappe Ergebnisse in der Liga Die sonntägigen Spiele waren mitunter recht hart umkämpft. In manchen Fällen versagten wie-, der die Schiedsrichter, welcher Umstayd, ebenfalls nicht zur Hebung de» Spielniveaus beitrug. In Prag ttafen Sparta uitd Protznitz aufeinander. Tage vorher wurden in der Preffe allerhand Märchen über Verletzungen.und. Erkrankungen angeblich wichtiger Spartaspteler ,in Umlauf gesetzt— und zum Spiele ttaten dann bi» auf Burger alle gesund und nmnter an. Zu solchen Mitteln muss wahrscheinlich schon gegriffen werden, um daS „Interesse" der Zuschauer wachzuhalten. Protznitz hatte-in diesem Kampfe wohl mehr vom Spiel al» die Sparta, aber ihr Angriff hätte kein Glück, während bei Sparta nur Braine den„Sturm" darstellte und auch beide Tore(«ine» durch Elfmeter) schotz. Die Prager gewannen 2:0(1:0). Da» hatte Spiel bedingte, dass die Prager schon von der ersten Halbzeit an ohne ihren Mittelläufer auskommen mutzten.. Ein sehr harter Kampf fand in Nach o d statt,, wo der dortige SK mit der Slavia 8:3(8:1) spiette.' Die Nachoder hatten die bessere Männ- schäft im Gegensatz zu jener, der Prager. Trotzdem war ihnen nur«in Unentschieden geblieben, da sie nach der Pause den Borsprung nicht taktisch zu ver« leidigen wußten. Außerdem wurden-sie durch den Schiedsrichter geschädigt, welcher Kleinigkeiten ab- pfisf, aber grobe Foul» ungeahndet ließ. In Kladno gab es den zweiten unentschiedenen Kampf, den sich SK und Mo'r. Slavia mit 1:1(0:0) lieferten.> Bei Kladno war Kloe— seit dem Sieg über Ungarn ein Abgott des bürgerlichen Fußballs— ein Versager. Da» Ergebnis gibt aber den Spielverlauf richtig'wieder.. Der SK Pilsen schlug auf eigenem Platz sicher, wenn auch nicht überzeugend Rufs Ujhoroo Mit 8:1(1:1). Zidenice gewann.daheim über die Pilsener Viktoria nur mit 2:1(1:0). Ein Un- entschieden hätte dem Spielverlauf eher entsprochen. Der SchiedSttchter versagte.- Rach der Pause artete der Kampf auS, statt, mit dem Ball wurde öfter mit den Beinen de» Gegner» gespielt.., Einen glücklichen. Sieg von 2:0(0:0). errang der ESK Preß bürg auf eigenem'Platz über Viktoria Zijjkov:"!■ , Die Spiele der DFV-Ölvlslon . Die P rager Sporihrüder konnttn den Erfolg.vom Borsonntag auf eigenem.Platz nicht wiederholen, denn sie''wurden' vom R eichenberger Sfer tMeMäe trkagsckrür Ist zue ÄezoMun^ dee zu mrndenl Ulet im JUcUtomk WeUt, sMäigt dw Soctel und ctrren Iress» Die Verwaltung FK mit 1:4•(0:0) geschlagen. In Bodenbach gewann der D F C Prag durch seine technische Ueberlegenheit über die Sportvereinigung mit 4:2(1:0) und übernahm damit infolge de» besseren Torverhälttiiffe» die Führung in der Tabelle. In Saaz blieb der DSV Über den DSK Gablonz mit 6:2(8:2) erfolgreich. Eine Aeberra- schung gab es in Komotau, wo VfB Teplitz Über den DFK mit 6:0(2:0) triumphierte und damit seine ersten Punkte erzielt«. Der Karlsbader FK siegte daheim über die Sport brü- der Sch recke ii st«! n mit 4:2(2:2). Die zweite Ueberraschung wäre die Niederlage de» Teplitzer FK in Warnsdorf gewesen. Da» harte Spiel sah die Warn»dorfcr bis kurz vor Schluss mit 8:2(2:1) in Führung, dann erfolgte Abbruch infolge Dunkelheit. Da» Match wird wahrscheinlich wiederholt werden.— In der mährisch- schle« fischen Gruppe siegt« DFC Jglau über DSV Wittowltz mit 6:4(8:2) und DSK Teschen verlor gegen DSV. Brünn mit 2:4(1:1). Nach Schluss de» letzteren Spiele» wollten die Zuschauer den Schiedsrichter al» Sündenbock der Niederlage der Heimischen verprügeln. Au» de» tschechischen Divisionen. Mittelböhmen: A FK Kolin gegen Libeü 0:8(!), Eechie Karlin gegen Slavoj VIII 8:1, Sparta KoSIk gegen Rapid 1:0, Nuselsky SK gegen Union Zijkov 4:4 (1:1), Bohemian» gegen Altbunzlau 6:1, Viktoria Russe gegen Mettor VIII 2:0, Sparta Kladno gegen SK Russe 2:1.— Böhmen-Land: SK Pardubitz gegen Kopisty 8:1, Polaban Nimburg gegen Explosia Semtin 8:8.(2:1). GSK B.-Budwei» gegen Slavia Karlsbad 6:0, Königinhof gegen Hokovice 11:0, Königgrätz gegen Petkin 9:2, Ra« konitzgegen Jungbunzlauer SK 2:1.— Mähren- Schlesien: Hussowitz gegen Prcrau 2:1, Zabo« vkesky gegen Moravia Brünn 2:1, Königsfeld^gegen Bata Zlin 1:6, Polonia Karwin gegen Schles.» Ostrau 1:7, Slovan M.-Ostrau gegen Olmütz 8:0, Osttauer Slavia gegen Han. Slavia 1:8. Sonstige Fussballergebnisse. B.- B u b w e i B: DFC gegen Slavia 10:8.— Reudek: DSK gegen Sparta Karlsbad 6:4.— Brüx: Sportbrüder geg. DFK Bilin 4:2.— Gablonz: BSK gegen ESK Bodenbach 14:2.— Wien: Admira gegen FAE 7:2. Austria gegen Vienna 1:1(0:1), Rapid gegen Wacker 6:1, FE Wien gegen Postsport 1:0, Hakoah gegen Liberia» 0:0, Fav. AC gegen Sportklub 2:0. »— Budapest: Hungaria gegen Sorolsar 10:0, tkerenevaro» gegen Szeged 1:1, Ujpcst gegen Hala- do» 7:1, Phöbu» gegen Budai 2:1.— Mailand: Italien gegen Schweiz 4:2(2:1), Europapokal.— Luzern: JtalienB gegen SchwcizB 8:1(1:0). Der Vorstand de» DFL hat wieder in Prag ein« Sitzung abgehalten, die fast den ganzen Tag in Anspruch nahm. Von Interesse wäre aber nur zu berichten, dass Verhandlungen, die der DFV-Jugendspiellttter mit der Deutschen Türner schäft.geführt hat,'als gescheitert zu be- trachten' seien.- Sportsklaventum. Wie die bürgerlichen Blätter zu berichten wissen, kauft der französische Fussballklub FE Roubaix in der Tschechoslowakei und Oesterreich ein. Bon SK Protznitz sollen die Franzosen den Stürmer Eulik um etwa 40.000 Franc» und von Admira Wien den Verteidiger Pawlitschek für 60.000 Franc»„erworben" haben. Neuer Weltrekord im Frauenschwimmen. Bei -einem Meeting in Düsseldorf stellte die holländische Schwimmerin Nida Senff über 100 Meter Rücken mit 1:18.6 Min. eimK neuen Weltrekord äuf. Der alte Rekord-stand auf 1:16.8 Min. und-würde von! der Holländettn Mastenbroek erzielt.. Der Tischtennis-Wettkampf Tschechoslowakei- Deutschland, der in München swttfand, wurde von den tschechoslowakischen Spielern mit S:1 gewonnen. Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Generalversammlung am. Dienstag, den 8. November, um 20 Uhr. im neuen Patteiheim (Prag II., Ve Smekkäch 22). O Deutsch« Bolksflnggemeinde, Prag. Dienstag um 7 Uhr abends Frauen- und um halb 8 Uhr. Männerprobe in der„Typogr. Beseda", Smeöky, 4. Stock. Erscheinen aller SangeSgenoffen erwünscht, da neue Ehöre geübt werdest. Mtttellungen au» dem Publikum -Glücklich ist, wer vergißt, wa» der' Tag'an Mühe und Arbeit gebracht hat. Hierzu bedarf es aber der behaglichen Stitstmung und de» AuSruhens für den Körper. Zu diesem Zwecke trägt man im Heim' die unsagbarbeqüemen Bata-Hausschiihe. Mollig im Material, ansprechend- im Aussehen und besonder»' preiswert.'' 98 DMWWMM B e z u g» b ed i n g u n a t n: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Poft monatlich l