Mittwoch, 28» Oktober 1S36 Nr. 251 16. Jahrgang ElnzBlpral« 70 Halln (elnschliefilich S Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHQSIOWAKIfCHEN REPUBLIK : ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAO TÄGLICH FRÜH. Redaktion und VHWaltung MAO xii., fochova 62. TELEFON 0077. HERAUSGEBER, SIEGFXIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. KAIL KERN, MAO,' Telephonzentrale Bukarest Feiertag des Staates Auf tschechoslowakischem Boden ". Sralovo n. T. Dienstag nachmittags um 16 Mr 45 mitteleuropäischer Zeit fuhr beim Einbruch der Dunkelheit'und schwachem Regen in. der nach dem rumänischen Staatsmann benannten rumänischen Grenzstation»Nicolae TituleScu" (früher Halmei). der Sonderhofzug des Königs Carol, bestehend aus elf vier« bis sechsachsigen PÜllman-Wagen, ein. Auf dem Bahnhof wär« tete die tschechoslowakische Suite' unter Leitung des'Gesandten Jan Masaryk. Der tschechoslowakische Gesandte in Bukarest S e b a stellte die tsche» chdslowakische Suite dem'König und dem Kronprinzen. vor. Der Hofzug setzte sich^dann nach IP Uhr. zur Weiterfahrt in.Bewegung. Die Bevölkerung, welche sich Um den Bahnhof zahlreich versammelt hatte, bereitete dem König herzliche Ovationen.'' '* In Kralovo n. T. traf der Zug um 17.20 Uhr ein. Auf dem Bahnhof„begrüßte ihn der Gouverneur von. Kärpathörußland, Konstantin H'r a b a r; in russischer^'Sprache. Hierauf meldete sich dem König Eärol der LandeSpräsident von KarPathorußland Ant. Rosypal. Der Mnig schritt dann die! Ehrenkompagpie des Infanterie-Regimentes 45 ab. 6ee vofleuproblom I» österreichisch-ungarischer Beleuchtung - Budapest. Der österreichische Staatssekretär S ch m i d t!erklärt im ,,Mägyarorszäg", er halte für das' wichtigst? Problem' Mitteleuropas die Frage der Zusammenarbeit‘ der Donaustaaten. Das Donauproblem, könne nur^durchposttive und mühsame Arbeit gelöst werden. Es bedürfe-eister. Pio l sitii'k die'r T a t s a-ch'e n'ünd.iN'dke-- ser Kitisicht) seien'die'österreichischen'und! ungari-> fMn.ÄaatS>iNänn«t d- iwövon'er'sich bet feinen gegenwärtigen Verhandlungen überzeugen«nttte -4,vollkhMmtn' der-gleichen Auffassung.- Im LWp setner^Besprechüngen' sei! f(einet Ueberzeugung bekräftigt worden, daß Oesterreich. uWMgarttiMidteseknSinne eine-' e>r. sp ö--i'.e^ß»' lisch ie-Ziits a m mt-n arbeit^ WÄde»ent-!i halten können. Zum achtzehnten Male jährt sich heute der Tag, da die Tschechoslowakische Republik aus der Taufe gehoben wurde. Schon kommt eine Generation aus den Schulen, die das alt« Oesterreich nur vom Hörensagen kennt) und wir, die wir eS noch als denkende Menschen erlebten, empfinden eS nur noch als dunklen, blutigen Schatten. Krieg und Zusammenbruch haben den Schlußpunkt unter die Entwicklung eines Staatswesens gesetzt, das in den letzten Jahrzehnten seiner rühmlosen Existenz nur noch durch das Ausspie- len der Nationalitäten gegeneinander bestehen konnte. Aus den Trümmern des alten Kaiserstaates erhoben sich, jung, lebensfroh und lebenSwil- lig, die Nachfolgestaaten, unter'denen die Tschechoslowakische Republik dank der Stetigkeit in der Führung, dank den Führern, die sie hatte und dank der politischen Reife des tschechischen Volkes die geradlinigste und erfreulichste Entwicklung nahm, Die achtzehn Jahre, die seit der Gründung der Republik vergangen sind', waren wahrhaftig nicht solche, daß sich, das Boll auf den errungenen Freiheitslorbeeren hätte äusruhen können. In diesem Zeitabschnitt bewahrte sich das Wort: „Nur der verdient die Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern mußt" ES waren Jähre, in denen zunächst das neugebaute SauS Mühsam bHellkMioMöhnkIUUestt«hk-ib?rlitrtNTuW^un^ eS ward wohnlich auch-für die Rationen, die an der Schaffung der Republik keinen aktiven Anteil hatten. Jn einer gärenden Umwelt, die sich in der letztem Zeit izu einer gefahrdrohenden, feindlichen wandelte, galt es, dem jungen- Staats» wesen Sicherheit zu schaffen und die Kräfte zu bekämpfen, die seine demokratische Verfassung von innen und außen bedrohest. Diesen Aufgaben fft di« Staatsführung nach'bester Möglichkeit nachgekommen; und an ihrer Erfüllung haben auch die Deutschen und unter ihnen wieder vor allem die Arbeiter, hervorragenden Anteil, ,. Zum ersten Male seit 1929 können wir das Fest der Staatsgründung im Zeichen der Wirt- schaftsbefferung begehen. Kein schöneres Ge- burtSgeschenk hätte sich die Republik machen längen.ass die. Zurückführung tausender Menschen in den Arbeitsprozeß, die^. in, den letzten Monaten gelungen Ist und deren Fortsetzung und Steigerung durch di« eben In Angriff genommenen finanziellen Maßnahmen der Regierung in die Wege geleitet wurden. Die Bekämpfung der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit bleibt auch in der kommenden Zeit eine der wesentlichsten Aufgaben, um so mehr, als mit der Lösung dieser Aufgabe auch die Lösung vieler nationalen Probleme zusammenhängt.' Der achtzehnte Geburtstag der Rcpubik steht im Zeichen eines der wichtigsten Bündnisse, die sie zur Sicherung ihrer Existenz und des europäischen Friedens abgcschloffen hat: Im Zeichen des rumänischen Königsbesuches, im Zeichen der Kleinen Entente. Das erinnert zugleich eindringlich daran, daß die Außenpolitik der Tschcchofto« wakischen Republik, die sich in der ganzen Zeit ihrer Existenz so ausgezeichnet bewährt hat, in ihrer ganzen Konzeption beibehalten werden soll. Wird die Außenpolitik auch fernerhin im Zeichen dessen stehen, der sie begründet und der heute zum ersten Male den Geburtstag der Republik, deren Entstehen ohne sein Wirken kaum denkbar ist, als Staatspräsident feiert, wird sie im Geiste Dr. B e n e S S geführt werden, dann wird sie der Tschechoslowakischen Republik auch fernerhin ihre große geschichtliche Rolle-als Vorkämpferin der Demokratie und Mitgarantin. des europäischen Friedens sichern. Geht sie im Innern und im Aeußern von der Linie ab, die kein Liebäugeln mit dem Feind der europäischen und der Mensch- hestSkultur, mit dem Faschismus kennt, dann ist WhkMVM ErsMMg lhKr'großen'historischen Mission in Frage gestellt, sondern auch ihre Existenz bedroht.' Wir glauben aber, mt diesem Geburtstage der Republik sagen zu können, daß die Kraft der Arbeiter und der anderen Demokraten tschechischer, und deutscher Zunge stark, genug ist, die Weiterverfolgung der bisherigen politischen Linie durchzusehen. Di« Arbeiter tschechischer und deutscher Zunge, geeint durch den Willen, mit der Demokratie auch ihre, eigene Freiheit zu schützen und durch sie um die Befreiung der vom Faschismus unterdrückten Genoffen zu kämpfen, sehen in der-konsequenten Fortführung ihres politischen Wirkens das geeignete Mittel, die Republik zu einem Hort der sozialen und nationalen Gerechtigkeit zu gestalten. Sie bringen der Republik, zu. ihrem Geburtstag das Bekenntnis der unwandelbaren Treu« und demokratischen Opserbereitschaft dar, und das Bekenntnis zum Staatsoberhaupt, in dem sich di« demokratische und di« Friedenssendung der Republik sympo- lisiert.' Dar Frager iiradschin Frieden und Wohlfahrt Zum Besuch des rumänischen Staatsoberhauptes in Prag Der heurige Staatsfeiertag erhält seine besondere Bedeutung durch den Besuch, den König Carol von Rumänien der Hauptstadt der Tsche- choslotvalischenMüepublik abstattct. Der Form nach ist der Aufenthalt des Oberhauptes des mit uns befreundeten Staates in Prag ein Gegenbesuch, der Rumänenlönig stattet damit dem Präsidenten der Republik den Dank dafür ab, daß ihn Dr. Bcneö in Bukarest besucht hat. Die Gastfreundschaft und Ehrerbietung, welche man dem gewählten Staatsoberhaupt der Tschechoslowakei in Rumänien erwiesen hat, wcr- den auch wir gerne erwidern und der Repräsentant des rumänischen Staates wird mit Achtung und Herzlichkeit in den Mauern von Prag empfangen werden. Der Zweck des Besuches ist aber nätürlich nicht nur der, daß sich unser Präsident für die freundschaftliche Ausnahme, die er in Bukarest gefunden hat, revanchieren will, sondern um das freundschaftliche Berhältnis, das die Tschechoslowakei mit Rumänien verbindet, zu festigen und diesesÄcr.hältnis der gegenwärtigen europäischen Lage anzupassen. Das Bündnissystem der Tschechoslowakei besteht nicht um seiner selbst willen:7 cS foll daS Bestrhen des Staates sichern und zur Erhaltung d es europäischen Friede nS beitragen. i Das Bündnis mit Rmnänien, deffen Anfänge in der Zusammenarbeit MasarykSmit dem rumänischen Staatsmann Take IoneScu im Weltkriege liegen, ist am 28. April 1921 abgeschlossen worden,.kurz nachdem der ehemalige Kaiser Karl in Ungarn erschienen war,.um seine Thronansprüche geltend zu machen. Zweimal im Jahre 1921— im April und Oktober— schritten die drei Länder der Kleinen Entente gegen die Restaurationsversuche der Habsburger mit Erfolg ein, trotz Mobilisierung kam eS nicht zum Kriege. So hat sich schon seit dem Jahre ihres Entstehens die Kleine Entente als Werkzeug des Friedens erwiesen, als ein Instrument ein neuer.-. licheSCHaos inMitteleuropa zu verhindern. DaS tun die drei Staaten auch heute. Die'Kleine Entente ist ein Mittel der Konsolidierung, die In ihr vebeinigten Staaten haben keine Absicht irgend jemandem etwas weg- zunehmen. Wohl waren die Büiidnisverträge der drei Staaten im Zeichen der Abwehr der Restauration und des magyarischen Revisionismus entstanden, aber seit dem Anbeginn der Kleinen Entente hat insbesondere Dr. BeneS sich.nicht nur darauf beschränkt, in diesem Bündnis einen Schutz gegen irgendein magyarisches Abenteuer zu sehen, sondern er hat auch darin ein Mittel erblickt, zur Annäherung aller mitteleuropäischen Staaten zu gelangen, eine Keimzelle zur Wieder« Herstellung der politischen und Wirtschaf tl ich en Ordnung im Donau raum und damit ein Element des europäischen Aufbaues und Friedens zu schaffen. Allerdings haben sich die.Berhältniffe im Donauraum seither geändert. Neben die' Kleine Entente ist die Ländergruppe des sog. römischen Protokolls(1934), d. i. Italien, Oesterreich und Ungarn getreten. Die Tschechoftowakek und ihre beiden Verbündeten haben dies jedoch nicht als Feindseligkeit betrachtet,'und es war Ministerpräsident Dr. H od t a. der den Gedanken ausgesprochen hat, eS müßten die wirtschaftlichen -und politischen Beziehungen zwischen den beiden .Gruppen enger gestaltet werden.' Von derselben Auffassung, die.Kleine Entente müssewin Element der Ordnung und des'Friedens sein, ist Außenminister Krofta durchdrungen, dessen letztes Expose dis friedliebenden Absichten der-'Republik ins hellste Licht rückt.' Der Besuch des Königs von Rumänien wird — und das ist das Erfreulichste daran— den mitteleuropäischen Friedensblock stärken.' Er Ivj- derlegt'am besten jene Gerüchte, von denen man nach dem Rücktritt TituleScuS hörte, daß eine Schwenkung der rumänischen Außenpolitik bevor- Seite 2 Mittwoch. 28. Oktober 1036 Nr. 261 ffilttbe. Seltner htelft man, daß mich bet nette rumänische Außenminister Autoncscu die Linie der Politik seines Landes fortscht und in den, mehrmaligen ZusaumtenküNsien der. beiden Außenminister, zuletzt in Genf, imirde eine Völlig« Uetzereinftimmnng der Auffassungen in den großen Fragen der europäischen Politik festae« stellt. Ts ist freilich selbstverständlich, daß sich stet» neue" Situationen in Europa ergeben, die eine neue Aussprache, und eine neuerliche Der« ständiguufl- notwendig machens> Das muß im Geiste der bestehenden Verträge und angesichts der IUteressengentemschaft' der beiden Länder und JugöslatvienSvgeschehens Wir, brauchen R.u m ä n iennn D Ru in ft n i e n braucht n n ß. Dessen sind sich die beiden Staatsoberhäupter Und ihre Außenminister vewstht und diese Gemeinsamkeit der Lebeusiuteressen ustd des Interesses an der Erhaltung des Friedens wird sich auch in den künftigen Beziehungen der beiden Länder geltend machen,■,-'"■ Bukarest.»Adev«rnl" veröffentlicht eine der Meinen Entente gewidmete Sondernummer, an deren Spitze Botschaften, des Königs Carol, des Prinzregenten Paul und des Präsidenten Dr. Beueö stehen., König Carol sagt In seiner Botschaft u. a.r Diese Reise freut mich um Ja mehr, als sie eine Erneuerung der"»lösbaren Einheit der Kleinen.Entente ist, dieser Organismus, der immer, mächtiger werden muh und der In enger Zusammenarbeit mit der Balkan-Entent« eine entschiedene Politik der Friedens und der Verteidigung seiner Interessen durchführt. Prinzregent Paul von Jugoslawien sagt u, a.: Ergebene Anhänger des Friedens und der engen Zusammenarbeit mit Ihren Nachbarn, haben die Länder der Kleinen Entente seit Beendigung de- Kriege- immer wieder darnach gestrebt, daß diese Politik von allen Ländern Mitteleuropas tn ihrem wohlverstandenen gemeinsamen Interesse übernommen wird. Die segensreiche Aktion dieser Politik hat sich Im internationalen Leben fühlbar gemacht und fruchtbare Ergebnisse gezeitigt. Ich sehe mit Vertrauen in unsere Zukunst. In der Botschaft der Präsidenten Dr. Benes heißt eS: Air, haben das Ziel, In.Mitteleuropa,,"«st» Sustem der, Freuiidschaften, zu errichtest, welches unseren drei""Völkern und ihrtn Nachbarn Ruhe/ Frieden und wirtschaftliches Wohlergehen sichert. Wir sind allein stark genug, wir haben zu uns selbst Vertrauen und wir wünschen in der europäischen Politik Subjekte mit vollen Rechten zu sein. Die Kleine Entente war ein bedeutsamer und aktiver' Faktor der politischen und wirtschaftlichen Konsolidierung de» Donau-, raume», so daß auch die schärfsten Gegner sie heute nicht unterschätzen können. Tag für Tag entstehen neue Probleme. Wir sind durch brüderliche Bande vereint und wir werden, auch In Zukunft die Erwartiittgen unserer Völker und Europas nicht enttäuschen. Die Sondernummer enthält ferner Beiträge der Ministerpräsidenten Dr. Hodja und Stoja- WaS wir aber noch wünschen, das ist die Vertiefung der HandelSbe- zkehungcnbeider LS nd e r. In de» letzten Jqhren hat dir-Au»fuhr tschechoslowakischer Waren nach Rumänien gugenomtiien und der neugegründete„ceutre teonomique^ wird hoffentlich bald zu einer neuerlichen Verdichtung M Wirtschaftsverkehrs zwischen den Ländern des Kleinen Entente beitragen. So kann dis mitteleuropäische Bündnispolitik der Tschechoslowakei auch im Kampfe gegen Krise und Arbeitslosigkeit, wovon die sudeteudeutschen Arbeiter noch immer Hard betroffen sind, beitragen. Wenn also dec Besuch des rumänischen Herrscher» dazu beiträgt, uns wirtschaftlich zu helfen, und die Frieden»« bestrebungen in Misteleuropa zu- ftärsen, dann wird der Prager Aufenthalt König Carols et» Beitrag zu jener Politik der Tschechoslowakei seins deren letzte» ZIel Frt«de und Wohlfahrt f ür a ll e ist. dinovik sowie des rumänischen AntzenminiskerS AnioneSco. Dr. Hodja sagt u. a.r ES unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß die Kleine Entente al» bedeutsamster Faktor der politischen und wirtschaftlichen Konsolidierung der Donaustaaten angesehen werden kann. Ihre Politik ist konstruktive Politik im eigentlichen Sinne de» Worte». Sie widersetzt sich nicht nur nicht den Interessen der benachbarten Staaten, ' sie versucht" im Gegenteil die Annäherung an die Staaten zu fördern, welche ftch entsprechend den Bestimmungen de» Pakte» von Rom eine» Präferenztalregime» erfreuen. Bon dem guten Einvernehmen zwischen diesen beiden Lftndergruppen hängt die Rekonstruktion Mitteleuropa» ab, eine Rekonstruktion, welche für da» System de» Frieden» auf dem ganzen europäischen Kontinent von maßgebender , Bedeutung ist. Ministerpräsident Dr. Stojadinovik führt unter der Ueberschrift»Jugoslawische Außenpolitik" u. a. au»: Wir wünschen ehrlich und sind au» allen Kräften bestrebt, unserer Außenpolitik" den Charakter der Ruhe und Objektivität zu wahren. Der erste Grundsatz unserer Außenpolitik ist die E r« Haltung der herzlichsten Beziehun» -g.rn--mit unseron-verbündeten-und normaler Beziehungen mit uNserest Machbarn, Fn -" seiner Außenpolitik reicht da». Königreich JUgafla» wie» jedem guten Willen und jeder"ehrlichen Arbeit seine Hand. Der rumänische Außenminister Antone»co schreibt! Klein Nach dem bescheidenen Willen, ihrer Begründer, ist sie sdte Kleine Entestte) groß durch die Zahl der Solidarität, die arbeitsame und gesunde Jugend der Völker, au» denen, sie besteht, groß durch Ihre Reichtümer aller Art, groß schließlich durch die Ruhe und nach drück« licheEnergte, mit der sie ohne Unterbrechung die Erfüllung Ihrer Ideale zu verfolgen verstanden hat. Wenn wir sie unter Mißachtung Rue» beharrlichen Pessimismus so viele Beweise ungestörter Bttalttät geben sahen, kön nen.wir überzeugt"sein, daß sie, ohne Zögern morgen wie gestern de» geraden, langen, Hellen Weg -nehmen Mrd, den di« Weisheit'ihrer Führung ihr angezeigt hat,ü-,'.-c,v-,- A 1'. König Carol lt. der heute al» Gast der Republik-und ihre» Präsidenten in der Hauptstadt der Tschechoslowakei weist, ist der d ritte Köuig d e» selbständi« -gen Rumänien und stammt au» der Dynastie H o h e irz o l l e r n. Rumänien ist aus der. Bereinigung dec beiden sogenannten.»Donau,Fürstentümer", der Walachei und. der Moldau, entstanden, die zu Beginn de» vorigen Jahrhundert» au» dem Rahmest bei türkischen Reiche» gelöst wurden, ihm aber no checke Zeitlang tributpflichtig blieben. SBa(j> rend de» KrimkriegeS 180U-.Ü» waren st« von Oesterreich besetzt und Franz Joseph hatte damals eine Chance,"sie" gegen die italienischen Provinzen einzutäuschen. Oesterreich setzte sich aber zu seinem vethängnw in Rumänien ebenso wie in Jugoslawien, Italien und Deutschland den nationalen Freiheits» und Einheitsbestrebungen entgegen, wehrte sich gegen jede Revision der Verträge und gegen jede. Bereinigung der Fürstentümer. Al» Oesterreich 1866 in einen Atoelfrouwnkrteg geriet, benützten die Rumänen die Gelegenheit, einen-nationalen Einheitsstaat zu schaffen, zu dessen Fürsten sie den Prinzen Karl von Hohenzollern-Sigmartngen(aus der süd- deutsch-katholischen Linie der Hohenzollern) beriefen. Während de» russisch-türkischen Kriege» 1876—78, an dem sich Rumänien militärisch sehr rühmlich beteiligte, erlangte da» junge Fürstentum seine volle Unabhängigkeit und 1881 nahm Carol l. den Köiitgs- sitel an. 1918 griff Rumänien in den zweiten Balkankrieg ein und entschied ihn-durch den Vormarsch seiner Truppen bi» Sofia, Bulgarien Mußte den Rumänen nun einen breiten Streisen Lande» von der Donau bi» zum Schwarzen Meer mit Silistria und Tutrakan abtreten. Die Haltung Oesterreich» in diesem Konflikt entfremdete Rumänien weiter den Mittelmächten und al» der Weltkrieg. au»brach, hielt sich Rumänien nicht an die Militärkonvention mit Oesterreich, weil da» Land dem zum, Eingreifen bereiten König in diesem Krieg keine Gefolgschaft geleistet hätte. König Carol!. starb im Oktober 181» unter nicht ganz geklärten Umständen. Sein Nachfolger war seiy Reffe Ferdinand, unter dem Rumänien,, fast Immer von, den Liberalen regiert, tn den Welttrieg eintrat(1918). Nach schweren Niederlagen und dem verlustreichen, Rumänien diktierten, Frieden von Bukarest(1918), der aber nicht mehr ratifiziert wurde, bot der Zusammenbruch der Mittelmächte den Rumänen nicht nur Gelegenheit, thr Land wiederherzustellen, sondern e» auch um die ebetstalo. östesreichtjchen und ungarischen- PMsnzen. Siebenüiirgeni Bukowina.und Banats vötz,TcmeSvar", (Timisoara) sowie um da» ehedem russische Bessa-' rablen zu erweitern. So wuch» Rumänien zu der -stärksten Balkamnacht heran, einem wirtschaftlich und geographisch gut fundiertem Staatengebildt. König Ferdinand starb,1886. Ihm folgte zunächst Prinz Carol» Sohn Michael(der-jetzige Thronfolger). Al» aber Prinz Carol au» Pari» zu- rückkehrte und die Macht an sich nahm, fand er im Lande keinen Widerstand,-In die Aera Carol» lt. fallen große Reformen, wie die Abschaffung d«» A d e l"» unbble Bodenreform, aber auch«Ine tiefgreifende Umgruppierung de» rumänischen Partelensystem», die noch nicht abgeschlossen Ist. Außenpolitisch hat sich König Carol Ik. immer zu der traditionellen Freundschaft mit Frankreich und den Staaten der Kleinen Entente bekannt. Unstimmigkeiten auf dar tschechischen Rechten Während früher die Getverbepäriel stet» Im Schlepptau der tschechischen Agrarier gesegelt Ist, Ist,»» öei der'gegenwärtigen Kampagne-"'"des „Venkov" gegen die offiziell« Außenpoutlk bemerkenswert» daß. die Gewerbetreibenden nicht mittun. Aber nicht nur da», im„Närodni Stted" ist dieser Tag« ein Artikel de» gewerbepartetuchen Abgeordneten C h a l u p a erschienen, in dem sich dieser bei. Besprechung.der lüiiitigen Ausgaben des Parlament» gegen überflüssige Polemiken. ausspricht, welche in unser politisches Leben di« Störenfriede gebracht haben, die da» Hauptblatt, der Agrarpartei beherrschen. Mir brauchen Nicht,Unruhe, sondern ruhige.und umsichtige Arbeit. Richt minder interessant ist, daß es auch Unstimmigleiten zwischen den NatioNäldemokra- teu und den Agrariern gibt. Da» betrifft u. a. das Verhältnis zur Sudetendeutschen Partei. Ain Sonntag hat Dr. H o d ä ö tn Mähxisch-Ostrau ein« Red« gehalten, in der er anösührte, di« Hrn- leinbewegung sei genau so gefährlich wie. der Kommunismus. Jede Bewegung, die ans dein Ausland dirigiert wird, muß an den Grenzen unserer Republik haliinachen. Angesichts der Sympathien del rechten Flügels der Agrarier für Konrad Henlein werden die Ausführungen -des Dr. Hovää auf di« SdP wie eine kalte Dusche wirken..„. SdP gegen die staatliche Arbeitsvermittlung Aus Preßnttz wird uns gemeldet:: Obwohl die gesetzliche Arbeitsvermittlung am 1."Oktober in Kraft getreten ist und freiwcrdende Arbeitsstellen bei der zuständigen staatlichen Br- zirksanstalt für Arbeitsvermittlung gemeldet werden müssen, pfeift die SdP auf diese Verordnung. Sie hat im hiesigen Gebiet eine eigene Arbeitsvermittlung organisiert und veröffentlicht ganz ruhig Bekanntmachungen offener Stellest! ja sie ftrdert die Bewerber auf, sich nicht bei der zuständigen staatlichen Stelle, sondern in dbr Kanzlei der SdP zu"melden. E» wäre dringend notwendig, daß sich die Behörden darum küut- mern, ob diese» Vorgehen der SdP dein Gesetz entspricht. Der Staatspret» für Werke und Leistungen in deutscher Sprache wurde Emil Merker für sein lyrische» Schaffen verliehen. Auf tschechischer Seite wurde verliehen: der Staatrprei» für Literatur an Jaroflav Seifert, F. L.Saldo, Laco Rovomesky und Egon Hoftovfky, der StaatSprel» für dramatische,' Schauspiel- uiiü Regsekmist'Irantltek" L a-n g-e'ri.(hiinch-"driften« lNmf'Mtd'W F. Burian, dSt'GtMkspreis'für Musik der TschechischenPh I-l h ä A monle. Der Parlamentarische Spar- und Kontröll- auSschust beschäftigte sich am DieliStäg in Anwesenheit de» Ministers fick. össentlich« Arbeftüi Jng. D o st lk"k e k mit dec Frage des Baues einer Pölyklinik der Karlö-llnipcrjität., in Prag und mit de» Mängeln, die in der Verwaltung einiger staatlicher Gebäude aufgetreten sind.. Das betrifft vor allem die Becher-Villa in Karlsbad. Gegenstand der tveiieren Verhandlungen bildete die Normalisierung der Antomobilbestandteile und der Bau von Straßen, insbesondere ihre Bezeichnung, di« ein« dringende Forderung des gesamten Verkehr» ist.. Die unlösbare Einheit der Kleinen Entente 6 fimplido Itovetle mm 3"Una»io illona Copyright by Verlag Oprecht& Halbling« Zürich „Lieber lassen wir da» Korn auf den Feldern verfaulen, als daß wir eine neu» Lohnsenkung aimebinen l" sagten Andere. „Geschioätz ist Geschioätzl" bemerkte Antonio Carrick.„Sollen wir nicht lieber die iWelnnn.t von Simplicio abtvarten?" Siiuplicio» Name verbreitete wieder Ruhe und Zuversicht. „Aber Iva» Ist"denn diese.Korporation'?" wollte Sabbaiina trotzdem wissest. ,,Wa» ist die nationale Wirtschaft'?... Was hat ste denn mit de« Ernte zu schassen?<.." Bon Gcremin, von l'Ortonese, pon Fcaöcon« und anderen begleitet, ging Sabbattno auf di« Suche nach Peppinv Cicctchia, von dem man wußte, daß er einige Monate lang bet der fascht« stischen Miliz gewesen und Wege»„mangelnder nationaler Disziplin" entlassen worden war. „Weißt du, wa» das Ist di« Korporation und die nationale Wirtschaft?" wurde Cieerchia gefragt. „Das sind so neue Redensarten", antwortet« (kicerchia. „Wat sür neue Redensarten?" beharrt« Sabbatiuo wißbegierig. „Es ist eine neue Art, sich auszudrücken", versuchte der Andere zn erklären,„So wie manch« Leute statt ,addio'»ciao* sagen und e» doch da» Gleiche bleibt.,. Oder wie wenn einer"sagt! ,Man muß dir Gen Brotkorb höher hängen', statt zu-sagen«schnall dir den Gürtel enger'. ,.«"- „Kurzum,-, die Korporation ist ein neue» Wort!,.."--.... Das war keine befriedigende Erklärung. „Daß e» ein neue» Wort ist, wissen wir auch. Aber was- soll es bedeuten?..." bohrte Donato FraScone. „Gehen wir zu Riecodemol" schlug Cicer» chia vor.„Niccodemo war ja auch in der Miliz und ist auch«wegen absoluter verständnisköstgkelt für den korporativen Geist' herausgeslogcn, als» muß ec doch wissen,'was cs heißt..." Niccodemo fand- sich. „Erklär denen, was die Korporation ist'', verlangte Cicerchia. „Die Korporation ist: die Herren", war die Antwort. .„.Die Herren hat eS immer gegeben", be« merkte l'Ortonese,„während die Korporation etwa» Neue» Ist." „Die Korporation ist die Herren", beharrte Niccodemo verärgert.„Wenn es eine Schweinerei anzustellen gibt, machen ste die Herren fetzt nicht mehr In eigener Person. Der Einzelne tst mit dem alten Regime verschwunden. Heut« tun sich immer drei zu Schweinerein zusammen: Gin Herr für die Casont,«in anderer.Herr für tzi« ,übktz«den« Masien-siehende-Obrigkeit' lind ein dritter H«rr für die Herren, Alle drei zusammen sind bi« Korporation'..." „Also ist e» wie am Karfreitag im Dock von Pescina— meinte Äeremia,— wen» di« Passion gespielt wird. Ein Priester macht den Pilatus, einer den Kaipha», einer den Barabba», ein«« den Christus und einer dt« Stimmen de» Volke». Alle fünf« sind Pfaffen und wie di« Geschichte ausgeht, da» weiß man ja... „Gibt e» in der Korporation keinen Cäson«, picht einmal«inen von der Miliz?" wollt« Sab« batlno wissen. „Letzte» Jahr", erzählt« Niccodemo,„alr daS mit der Korporation anfing, war es Winter und ich wurde auch dazu abkommandiert.. Ich sollte während. der Sitzung den Ösen. besorgen und den Wein servieren« ,, „Was ist denn di»"nationale Wirtschaft?" fragt« Sabbaiino noch einmal, Niccodemo dacht« langt nach und antwortet« dann: „Wenn ich mich nicht irre, muß die nationale Wirtschaft dl« große Korbflasche sein. Al» nämlich die Korporative zusammentrat, wurde in ein Zimmer neben dem Versammlungsraum eine große Korbflasche mit Rotwein gestellt. Auf der Korbflasche stand geschrieben: Economia Corpo- rativia. Beim Heizen bekam ich natürlich mehr Durst als die Herren beim Reden und so griff ich immer wieder zur Flasche, die sich schnell leerte. Als di« drei von der Korporation das bemerkten, machten sie mir einen Teufelskrach. Der Hitzigste war der von der„Über-den-Klaffm-stehenden- Obrlgkett". Er gab mir einen Tritt in den Bauch, daß ich in ein« Ecke flog und mir Hören und Sehen verging.„Schuft", schrie mich die iiber- den-Klassen-stehende-Obrigkeit an.»Verräter! Wenn ich dich nicht umbring, ist es nur, weil du nicht einmal weiht, wa» du angestellt hastl Du, so«in armselige« Erdschaufler, so esn elender Casone, hast gewagt, die" korporative Wirtschaft zu trinken?" Ergebnis: Ich wurde,-wegen absoluter Verständnislosigkeit für denkocporativen Geist" au» der Miliz versagt..." „Mehr brauchen wir nicht l" schloß Sabbattno. Die" Ankündigung der Lohnsenkung für die Erntearbeiten rief Übrigen» auch In der Miliz große Unzufriedenheit hervor. Sie war zur Verstärkung der Karabintert einberusen worden, denn man erwartet« ja Simplicio für den nächsten Tag. Kaum zusammengetretem wurde die Abteilung hinter der Kasern« der Karabintert in Reih -und Mied aufgestellt; ObersÜhrerLoreto Cicuzzo stand an der Spitz«.- Dec Sergeant der Karabi- ilieri erschien, er wollte den Tagesbefehl verlesen und erklären. „Seit einigen Wochen beunruhigt ein ge meiner Brigant die ganze Bevölkerung," begann der Sergeant zu lesen... „Rur hie Herren i" unterbrach der Angehörig« der Miliz Gaudenzis del Pinto. „Ein verruchter Brigant," versucht«' dgr Sergeant weiterzusahren...-- «Sprich lieber Pon den Löhnen sür- die Ernte," unterbrach Gaudenzio von neuem.. „Ja,«ja, ja sprich von. der Ernte I" riefen auch ander« Milizen. „Wenn dem so ist," antwortete der Sergeant,„daun tst di« Einberusung.des. Zuge» zu- rillkgenommen... Geht nach Häusel Ich.werde das Vorgefallene sofort den Vorgesetzten mel- denl.,." Rach zwei Stunden kamen bereits uns Avcz- zano drei Lastwagen voll Karablnierl angefah- ren zur Unterstützung der Miliz.. Die Casoni verfolgten vom Purgaioriuist au» die Manöver der Karabintert tm Neudorf, rund um die Kaserne, die Präfektur und das eist« geäscherte Rathaus. Dies Hin und Her-über die Senkung der Erntelöhne» über die baldige?ist- tunfl des Simplicio, wie über den zu erwarlen« den Zusammenstoß-wischen diesem und den Km- rabinieri hinderten die Cafoni, sich niederzulegen-. In zahlreichen schwatzcndcu Gruppen standest-sie an verschiedenen Ecken de»„Fegefeuers" herum, von denen au» man übersehen konnte, was ist den übrigen Teilen de» Orte» vor sich ging. Auf deck engen Platz vor Simplicio» Werkstatt hockten dt« Meisten Leut« rund um Geremia, Sabbatintz, Donato FraScone, dir Färberin Rosa, Sablnir Und ander« herum. Man besprach, wa» am kommenden Tag am besten zu tun tväres darüber gingest die Ansichten auseinander,-Auf einmal schwiegen all«. Ein paar Karabinlert, die gegelt da» Burgatorium herauskamen, wurden gemeldet.' Al» dl« Karabiniers in Hörweite wären,'fragten sie die-Casoni! „Das macht ihr hier, um diese Stunde?'.»" .(-Fortsetzung folgt,»'. «r. 251 Mittwoch. 28. Oktober 1836 Seite 3 fudetcndeutstficr Xcitepie^ef „...wir schaffen das weiße Gold!“ . Von Martin Grill Wir graben die Kohle, wir weben da» Kleid! .. und frieren bei kargem Sold. Wir ernten den Herren das reife Getreid' und schaffen da» weihe Gold. Und sind unsre Hände auch schwielig und schwer,'• so sind unsre Taschen doch ewig leer, weil da» Geld zu den anderen rollt. Warum? . Weil das Gold zu den anderen rollt. Reich ist die böhmische Erde, überaus reich I Sie gibt dem Menschen nicht nur das Brot: Weizen und Rqggvn,— sie gibt ihm auch Hopfen und Gerste und Wein, dass er nicht allzu durstig durchs Leben gehe, fie- gibt ihm darüber hinaus noch■ manches Gute, das.ihm das Leben verschönern und versähen soll; und wenn es ihm heute trotzdem bitter erscheint, an Plage reich und an Freuden arm, ist denn'die Erde, die fruchtbare, schuld oder nicht vielmehr er selbst, da er es bis- heute nicht verstanden, den Reichtum deS Bodens allen zukommen zu lassen? i— Auch die Menschen sind reich, an Schaffenskraft, Schaffensfreude und — Phantasie. Wenn die Erde nicht die edelsten Früchte birgt und hervorbringt, so dichten sie eben den Schätzen minderen Wertes den Namen der kostbaren' Produkte an: Aus dem unansehnlichen Kohlenbrocken wird der„Schwarze Diamant", in den Berghütten des Jserländchens macht man aus farblosen Glassteinen einen' den„Gablonzer Brillanten", die feingemusterten Klöppelspitzen des Erzgebirges werden zum„Weiften Sicher", da wollen die Arbeiter der Zuckerfabriken und Raffinerien nicht nachstehen: Sie schaffen das „Weifte Gold".•. Goldg ritte.r nennen sich schon die'Hilfsarbeitvinnen bei der Zuckerrübenernte. In einer breiten-Schwarmlinie rücken sie über das Feld vor, ziehen die Rüben aus der Erd« und werfen sie, nachdem die Blätter abgeschnitten.—„geköpft"— wurden, zu Haufen zusammen. Mit ihren Namensvettern haben sie indes nur die Mühsal der Arbeit gemeinsam, es hat auf den Rübenfeldern noch niemand- einen Schatz ausge- graben, reich werden nur manche, die sich von de» lehmigen Feldern sernhalten und andere für sich arbeiten lassen... Immer tief zur Eode gebückt, gehen die Frauen Schritt für Schritt über das . Feld. Stunde für Stunde, den ganzen Tag lang, wenn-sie,„sich'stöhnend, gufrichten,.-,. ksinnou,; kaum gerade stehen, das Rückgrat scheint sich in' eine.gebogene Eisenstange verwandelt zu haben. Und trotzdem: Mit den Rübenblättern verschwindet da» letzte Grün von den Feldern, es ist die letzte Erntearbeit des Jahres, die einen mageren Lohn-abwirst. EineKrone erhalten'sie für die Arbeitsstunde. Wenn sie über Tag viele Zentner Zuckerrüben verladefertig gemacht haben und abend kvumm und müde nach Sause gehen, können sie für ihren Arbeitslohn nicht einmal zwei Kilo des fertigen Produktes, kaufen; denn Zucker istifür die Armen unerschwinglich teuer. Die Zuckerrübenarbeiterinnen süssen ihre dünne Malzbrühe überhaupt nicht oder nur mit dem billigeren Süßstoff, der Mer das Grenzgebirge hereinge- schmuggelt wird.' Die Rüben werden auf Schwerfuhrwerken in. dse Fabrik geschasst. Dort-werden sie gewaschen und zerschnitten, ein Teil der Schnitzel wird sofort verarbeitet, die übrigen werden getrocknet und vorläufig eingelagert.-Auf dem langen Weg des vielfältigen Arbeitsprozesses werden nun aus Süssstoff, Kalk und Wasser mit Hilfe von- DiffussionSbatterien, Pressen, Saturation, Filtern und Verdampfern schliesslich die weiften Zuckeihüte. Sie werden nicht dank den Besitzern der Fabrik, die diese vielfach nicht einmal noch gesehen haben, sondern dank der ununterbrochenen Wachsamkeit und Anspannung der Arbeiter, die in Dampf, betäubendem Dunst-und Hitze mn mageren Lohn das„Weifte Gold" schaffen. Draussen auf den' Feldern halten die Armen Nachlese. Die Kleinlandwirte schätzen die Rüben« blätter als Futtermittel und fahren das, was der Grossbauer davon übrig lässt, in Wagen nach Hause. Oft bleiben auch Rüben liegen, auch heuer hoben wir ja eine so„furchtbar" gute Ernte, dass sich. die Grossgrundbesitzer verzweifelt die Haare raufen und nicht wissen,.. wohin sie den Reichtum; geben sollen. Bon Lahr zu Lahr setzt man die Anbaufläche herstb und nun kommt die ^Katastrophe" der guten Ernte. Da lässt inan, nun viele RMeN liegen, die von den ArnreN aüf- gchoben werden- und'immer' noch gutestl- Sirup liefern, der in vielen Fällen den Zucker ersetzen muss, Woher rührt eigentlich diese Not der Zuckererzeuger?, Wollen di» Leute keinen Zucker kaufen, well, sie bitferen'Kaffee lieber trinken?. Da man den Zucker zu Vertustpreisen>ists Ausland verlausen(und sich dabei trotzdem gegen die Konkurrenz Nicht behaupten, kann), hält.inan.mit eiserner Hand dgn Inlandspreis hoch. So entsteht die groteske Tatsache, dass der böhmische Zucker, in Belgien ,'nur halb soieuer ist als, im Ursprungsland. Zuckerhandel: das ist ein' kapitalistisches Mysteriums das. der Arbeiter in der Zuckerkampagne- nie verstehen, wird;, er darf.in Doppelschicht arbeite.», die Appstrate bedienen und seine Lunge'vostDämpfen' zdrsreffest lassen'und Hat im übrigen das-Maul zu halten. Das Ein» dringen in das Mysterium der Zucker-Profitwirtschaft ist den mit Aktienpaketen bewaffneten Ver- waltungsräten Vorbehalten. Denn Zuckerkampagne, das ist vor allem ei»Geschäft I Die Tschechoslowakei verbraucht als eine» der grössten Zuckerproduktionsländer nur halb so viel pro Kopf der Bevölkerung wie Holland. Die Bewohnerschaft der Slowakei wieder kauft nur halb so viel wie die Bewohnerschaft Böhmens. Der Zuckerabsatz ist eine Frage der' wirtschaftlichen Kraft. Solange das Profitinteresse der Wenigen dön Preis diktiert, wird der Skandal in der Zuckerwirtschaft nicht aushören.- Z u ck e r k a m p a g n e, das bedeutet für viele harte Arbeit und geringen'Lohn, für die Besitzer der Aktienpakete keine Arbeit und ungeheure Gewinne. Denn sinkt auch die Produktion, die Gewinne der Unternehmer steigen!-Gewinne, die in. siebenstelligen-Zahlen ausgedrückt werden müssen.' Fünf bis zehn Prozent Dividende genügen nicht, um die-Millionen zu verteilen. In den letzten Jahren griff man vielfach zu dem Mittel, die Aktien aufzuwerten, so dass sich bci- I Der Verfall der SdP Statt dreißigtausend nur dreizehnhundert das war für alle Henleinanhänger das betrübende Resultat des sonntägigen Kameradschaftstreffens in A r n a u. Obzwar man mit Hilfe aller verfügbaren Verkehrsmittel von Gradlih bis Rochlitz— sogar von Jaromök hatte man Autobusse genommen— alles, was erreichbar war, nach Arnau gebracht hatte, waren im Zuge gutge- zähtte 1300 P e r s o n e n, zu denen nach Ueber- gäbe einer Fahne am Marktplatz in der üblichen -Goebbelsschen Art die Abgeordneten Kundt, Peschke und Frank im Turnhallengarten spräche». Nachdem wochenlang von einem Riesenausmarsch gesprochen worde» war und immer nur von „dreihigtausend" geredet-wurde, mag es für die meisten der Teilnehmer an der Kundgebung recht deprimierend gewesen sein, dass nun mit grosser Not und noch grösseren Kosten kaum anderthmbtausend auf- die Beine gebracht; wurden. Wäre nicht das Gros der Teilnehmer aus den Schichten'derer unter zwanzig Jahren gekommen, dann wäre auch die Stimmung noch flauer gewesen als sie, mit Rücksicht auf die mangelnde Urteilfähigkeit über'Reden, war. Jedenfalls haben wip in.Arnau schon grössere und wuchtigere Kundgebungen erleht und die SdP» Leute von Arnau auch.-> „Träutenauer Echo" Von untern Kinderfreunden Die schönste Feier Ist die Tat Aus allen Teilen unserer Republik erhalten wir Berichte über dieFeier. des 1 ö j ä h- rigen B e st e h e n s unseres Reichs- v e r e i n e s. Im Gau Mährisch-Schönberg gab es aus djesem Anlaft«in grosses Falkeytreffen- in Heinrichstal; die Sternberger Genossen berichten über eine besonders gut gelungene Vorführung des Falkenspieles.„Wir.im blauen„Hemd";- in Kamitz wurde gleichzeitig mit dem Jubiläum des Reichsvereines auch das der Kindersreundebewe- gung im Gau Aussig gefeiert. Wenn, wir aus der grossen Zahl Berichte gerade die der drei genannten Oxte herausgreifen, so deshalb, weil in ihnen das Jubeljahr, unserer. Organisation nicht nur durch ein schönes Festprogramm, sondern darüber hipausdurch Sch afsung von Ein r.i ch- t u n g e n.gefeiert wurde,, die gleichsam Denkmäler sind für.die.Zukunst. In Mäh rst sch- Schönberg ist i».diesen Tagen im Arbeiterheim ein grosses, Helles und gut eingerichtetes Falke n.8 i m m e r eröffnet'worden; die Ortsgruppe Sternberg Hat vor kurzem für ihr« Buden und Mädel ein schönes e igenes H e i m erbaut; im Gau Aussig sind in letzter Zeit z w« i neue K i n der f r e u n d e- h e i m e entstanden, das eine-in TUrmitz, das andere aus dem geräumig«N7Spielplatz des Gaues 'in Kamitz. Proletarische Feste sollen Feste. der Genteinschaft' seist; sie sollen sicheingliedern in unseren Kampf um- eine bessere Zukunft; sie solle» nachwirsen als schöne, anseuernde Erinnerungen.. Die Vereinigung, der. Feier des. 18- jährigen Bestehens Unseres Reichsvereines mit der Schaffung Neuer Stützpunkte für die weitere Arbeit erfüllt dipse Forderung in vorbildlicher iPeist. ,'. Wie die Einheitsfront entsteht Die„R o de' Fahn e" ist Meisterin im „Melden" von Einheitsfronten, die' nicht bestehen. Sie'm.ächt das z'. B. so.?''-'' ' Es' Md' gemeldet, in S t-e-rnP-et g habe eine Versammlung'stattgesünden,,'ist der neben dem kommunistischen Senator D r e sl auch sözial- demokratische und SdP-Arbeiter gesprochen.hätten. Auch. sei eine' Entschliessung astgenommen worden, stnd sogareinftimmig. Diese- Entschliessung wird spielStveise der Wert einer Aktie Mer Nacht von 180 XL auf 300 XL erhöhte. Das Vermögen der Aktionäre wurde mit einem Schlage verdoppelt. In einem Falle wurde 1034 der Aktienwert von 200 XL auf 1000 XL erhöht, die betreffende Gesellschaft hat chren Aktionären auf einmal fünfeinhalb Millionen Kronen in die Tasche geschahen. Und dieser Beispiele gibt eS mehr. Das alles geschieht in einer Zeit, da Hunderttausend« am Notwendigsten Mangel leiden, da Kinder vor Entkräftung zusammenstürzen und ihre Eltern eine Welt verfluchen, die eS nicht ver« stützt, dem grandiosen-Ausbeutungsfeldzug einer schmalen Schicht von Besitzern gegen das arme Volk abzustoppen. Zuckerkampagne l DaS Wort hat für viele einen bitteren Nachgeschmack. Einmal aber wird auch die fruchtbare böhinische Erde allen gehören I Dann ernten wir alle Schätze der Welt nicht mehr für die Reichen allein, dann werden in Hütten, in Werken,'am Feld wir selber die Herren sei»., -Und was un» geboren gemeinsame Kraft,- es sei für die Vielen im Lande geschafft. So wird uns die Arbeit befrei», Hoihoi Wird uns Re Arbeit besteinl dann in fetter Schrift den staunenden Lesern mitgeteilt. Kn Wirklichkeit bestand die Einheitsfrontversammlung in einer Zusammenkunft von zwanzig Leuten. Drefl veranlasste das Aufstellen von Forderungen, deren Erfüllung die Sozialdemokraten ohnehin schon veranlasst haben. S o sieht also die Einheitsfront aus, auf die die„Rote Fahne" so stolz istl Absewlesener Einspruch In einem bei der Franckhschen Verlagsbuchhandlung in Stuttgart erschienenen Knabenbuch: „Durch die weite Welt", war neben einer Anzahl landschaftlicher Illustrationen auch das bereits vor der Olynipiade in der Tschechoslowakei beanständete Plakat mit der Darstellung der Wege der Olympiafackelläufer von Saloniki bis Berlin- reproduziert worde». Wegen der Ausnahme dieser Reproduktion wurde das Buch vom staatlichen Polizeikommissariat in Aussig beschlagnahm t.. Gegen das-Erkenntnis deS,Kreisge-. lichtes in Leitmeritz vom 20. September 1933/ das die Verfügung der- Ausiiger Polizeibehörde' bestätigt, hatte der Vertreter des Stuttgarter Ver-' lages beim Kreisgericht den Einspruch angemeldet. Jetzt hat das Kreisgericht Leitmeritz in öffentlicher Sitzung den Einspruch zurück- g e w i e s e n. Der Vertreter des reichsdeutschen Verlages meldete die Beschwerde an das Prager Obergericht an.' „Kundt antwortet Hodla" Ist dieser Titel ast und für sich schon ausser- ordenttich anmaßend, so nbch bezeichnender, dass die Antwort, die nach der„Zeit" dem Ministerpräsidenten von Herrn Kundt erteilt worden sein soll,.ausgerechnet inArnau erteilt wurde. Noch dazu vor einem Forum, das nach der„Zeit" 4000 Menschen umfaht haben soll;, aber da auch die Teilnehmerzahl des Umzuges von wirklichen 1800 in der Zeit auf 2000 angewachsen ist, so weih jeder, daft auch diese Ziffer von 4000 um 100 Prozent hinaufgesetzt wurde,. Herr Kundt also vor einer recht ärmlichen Versammlung sprach. Diese Antwort bestand aufterdem lediglich in der Verteidigung der deutschen Unternehmer, war also mehr als einseitig und bestand in den üblichen Phrasen aus dem politischen Arsenal der SdP, Arnau war für die SdP eine Blamage, denn dreihigtausend waren angekündigt und 1300 kamen. Die Rede des Herrn Kundt aber war ein Versuch durch eine Polemik gegen den Ministerpräsidenten diese Blamage wettzumachen. Dabei aber. kam nichts heraus als eins schwulstige, von niemandem ernst genommene Rede, die den Geist derer um Henlein offenbarte, gleichzeitig aber auch die schwache Seite der SdP, die'Immer nur an eines denkt; nämlich an' die Verteidigung der Unternehmer, deren Sünden sonst kein anständiger Mensch verteidigen. und verdeckest würde. ’Die Kuratorien. deutscher Handelslehranstalten Am 17, Oktober fand in Aussig in Verbindung mit der 80-Jahrfeier der Aussiger Handelsakademie die Hauptversammlung des Verbandes der Kuratoriem deutscher Handelslehranstalten stast. Aus dem Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden, Bürgermeister P ö l z l-Aussig, ging hervor, daft der Verband wesentlichen Anteil gn hem Gelingen des Wirtschaftskurses und des Kongresses der Internationalen Gesellschaft für das kaufmännische Bildstngswesen hatte, die im August und Septem« ber?lÜ88 in unserem Staate abgehalten Wurden. Der Berb'and-trüg aus feisten FöndSmitteln'vorläufig' 50.000 XL bei. Ein Hauptziel des Ber- bandes' ist die- Verstaatlichung aller Lehrer an öffentlichen Handelslehranstalten, die auch tatsächlich' Fortschritte. macht. Der deutsche und der tschechisch« Kuratorienverband arbeiten-- gemeinsam- so auch an der SchaffUngeineSNormalorga« Alte Moschee Im Carol-Park, Bukarest nisationSstatutes und an der Vermehrung der systemisierten Lehrstellen, schliehlich auch bei der Ausschreibung von Auslandsstipcndien für Absolventen der Handelslehranstalten. Dem Bericht deS Stellvertreters des Kassiers(Direktor Sedlak» Marienbad) war zu entnehmen, daft die Mitgliedsbeiträge in der abgelaufcnen Drci-JahreS- srist 12.000 XL, die Fondsbeiträge 81.000 XL betrugen. Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Bürgermeister Pölz l-Aussig, sein Stellvertreter: Bürgermeister Ru s s Y-Teplitz, Kassier Bürgermeister Josef Turba-Marienbad, Schriftführer Dr. Menzel- Aussig;'Beisitzer: Stadtcat Lux-Reichcicherg, Direktor Laasch-KarlSbad, die Kuratorien' von Ol- mütz und Preftburg werden noch je einen Beisitzer bestimmen. Rechnungsprüfer: Bürgermeister Kehler-Bodenbach und Direktor Tallaschek-Trop- pau. Die Mitglicdsbeiträge werden in der alten Höhe, sl XL je Schüler und Jahr) belassen. Die Fündsbeiträge werden für 1987 mit 4, für 1938 und 1989 mit 3 XL(je Schüler und Jahr) festgesetzt. Der Postteuteldiebstahl bei TschcrnoschiN. Vor etwa vier Wochen wurde dem Autobusbesitzer Bilino in'Tschernoschin ein Postbeutel mit 8000 XL Inhalt gestohlen. Bilino hat auf die Ermittlung der Täter eine Belohnung von 800 XL ausgesetzt. Erst jetzt gelang es, die mutmasslichen Diebe sestzustellen. Es sind lauter- junge Leute aus Tschernoschin. Drei der Verhafteten wurden dem Bezirksgericht In Plan eingeliefert, drei weitere nach Mies. Bei den Festgenommenen handelt es sich wieder um st r a m m e S d P- L c u t e. Am die deutsche Bürgerschule in Schmöllnttz. Zu'Beginn des lausenden Schuljahres wurde in dem altberühniten deutschen Städtchen in der Un- terzips eine slowakische Bürgerschule eröffnet. Als vor ettva Jahresfrist die ersten Reden von der Möglichkeit der Errichtung dieser Schule austauchten, wurde im Ministerium für Schulwesen und Volkskultur in Prag bei einer Vorsprache das Versprechen gegeben, daft im Falle der Errichtung dieser slowakischen Bürgerschule auch sofort deutsche. Parallelklassen dazu eröffnet wür- dcn. Leider wurde dieses Versprechen sticht eingehalten. Die deutsche Bevölkerung von Schmüll- nitz neidet ihren slowakischen Mitbürgern keineswegs diese kulturelle Errungenschaft, im Gegenteil, sie heglückivünscht sie dazu vom Herzen. Es ist aber begreiflich, daft die deutschen Einwohner von Schmöllnttz darüber staunen,, dass'ihnen die Eröffnung. deutscher Parallelklassen nicht gc- währt wurde. In Schmöllnitz wohnen.nur 812 Slowaken, aber 1088 Deutsche. Es wäre nur recht und billig, auch der 72 Prozent betragenden deutschen Mehrheit des Ortes zu bewilligen, was der. 22 Prozent betragenden slowakischen Minderheit gewährt wird. Die Slowaken wollten das benachbarte slowakische Uhorna mit seinen 608 Einwohnern mit zum Sprengel für ihre Bürgerschule nehmen. Dagegen erhbben nber die Leute von Uhorna Protest, da sie sechs Kilometer von Schmöllnitz entfernt sind. Als Sprengel für die-Bürgerschule in Schmöllnttz kommen- also lediglich die Orte Schmöllnitz und Schmöllnitz» Hütte in Betracht. Aber auch in Schmüllnihhütte überwiegen die deutschen Bewohner mit 879 Volksangehörigen gegenüber 140'Slowaken. Insgesamt zählen also die Deutschen-in den beiden Orten Schmöll'.itz und Schmöllnitzhütte zu» i sammen 2864 Seelen,, die Slowaken nur 682, Seite 4 Mittwoch, 28. Oktober 1930 Nr. 251 Mächten nicht gewachsen sein werden. Unsere ganze auswärtige Politik ist der Versuch, zu beweisen, daß die Demokratien fähig fintu Widerstand zu leisten und daß ihr Friedenswille weder der Schwäche, noch der Machtlosigkeit entspricht. ' Ich bin überzeugt'davon, daß es uns gelingen wird, trotz aller Schwierigkeiten und Gefahren, weil wir im Sinne der historischen Ent, Wicklung arbeiten." Wir werden, wie das Anatole France einmal ausdrückte, recht behalten, .weil weil wir Recht haben.. Die "Menschen werden nicht endlos denen einen Vorsprung gewähren, die die Drohung ihres Komplotts gegen die bürgerlichen Freiheiten und die Drohung des Kriegsgeistes gegen den Welt» friedenStviUen ausspielen. Vertrauen in das arbeitend« Frankreich, Vertrauen in das friedliche Europa— das sind die beiden Formeln, die ! meine Ueberzeugung auSdrücken i Paris. Die Journalistin TabouiS schreibt i»,„O e» v r e"r Die Rachrichten auS Spanisch- Btarokk» und auS Katalonien sind««gewöhnlich beunruhigend. Der Oberkommandant der Auf- Demokratie nicht allein herrscht, weil der Krieg heute abhängen kann vom individuellen Wünschen, weil die Kriegsmöglichkeit im Geiste allmächtiger Menschen vorhanden ist, die Herren der Schicksale ihres Volkes sind, weil schließlich der Krieg entspricht einer Doktrin« des Kommandos, einem Bedürfnis des Prestiges, der Notwendigkeit, eine als histo- risch aufgefaßte Herrschaft zu bewahren. ES ist die Schicksalsfrage für das republikanische Frankreich, für Europa und die Welt, ob die Demokratien imstande sein werden, den Frieden zu erhalten oder ob sie den persönlichen marokkanischen Persönlichkeiten einberufen, denen er mitteilte, daß das Statut deö autonomen Spanisch-Marokko auSgenrbeitet sei. Niemand zweifle, schreibt Fra« TabouiS, daß dieses Ereignis ein Erpress»ngsvcrsuchan Frankreich ist, da dadurch alle nationale« Parteien O du mein Oesterreich... Wien mnB sieben Millionen Schilling für die Armee hergeben Wien. Die österreichische Regierung hat dop kurzem, wi« bekannt, ein Gesetz erlassen, welches den Städten, upd Gemeinden.in Oesterreich die Pflicht auferlegt, Beiträgt zü> den Kosten für den Ausbau der neuen.österreichischen Armee zu leisten,. Ein auSgiebigeS Opfer mutz in dieser Richtung die Stadt Dien bvisigiin« Hesterterhielt Wien auf Grund de» Finanzausgleiches zwischen den Gemeinden und dem Staate einen Steuer« änteil von 54.4 Millionen Schilling, Dieser Anteil wird im Jahre, 1937 um.sieben.Millionen Schilling steigend Die Stadt Wien jvlrd jedoch diese sieben Millionen, nicht erhälten. sondern sie niutz. diesen Betrag dem, österreichischen. Bündeh- staat als Beitrag!fÜr ,den Ausbau der neuen Armee überlasten. vier Monate«. Der Mann hat also für Flugzettel, die stch lediglich gegen die Nationalsozialisten gerichtet haben, ein« Strafe von nicht weniger als achtzehn Monaten erhalten. Und dennoch: Die Arbeiter beugen sich nicht! Der Präsident der Arbeiterkammer iy Klagenfurt, Herr Matt, sagte unlängst: „R7e den wtrunS nichts ein, datz es uns gelungen ist, sie Arbeiter gewonnen zu haben. Das ist uns an. Schmarrn gelungen. Die Arbeiter wollen voü uns nichts wissen und halten Nach wie vor zu ihren" alten Führern. Ob ich in eine Versammlung gehe oder einer von denen, die als Verräter zu uns gekommen sind, es ist immer das gleiche: entweder e» komme»die Arbeiter überhaupt nicht i n d i e Vers ämm- lung, oder wenn sie kommen, so lachen sie uns nur au S, Wenn wir nicht ein paar Unternehmer hätten, die die Arbeiter zwingen, datz sie uns den Beitrag zahlen, dann hätten wir überhaupt niemand in der Einheitsgewerkschaft." der«. Wir sind unS bewußt, daß stch hinter diesem Manöver General Francos ein Eingriff eine» großen Staates in den Rationalismus der Eingeborenen in«»seren Kolonien verbirgt. Angrlkk auf Barcelona? Aus einem zweiten Bericht geht hervor, datz der Angriff auf Katalonien, wie eS scheint, in den Kreisen General FraneoS mit fieberhafter Eile vorderettet wird, die auSgieLis von italienischen«ndsogarde« t s che n Kräften unterstützt werden. Am 19. Oktober abends passierten die Meerenge von Gibraltar ISdeutscheUntrrseeboote und am 23. Oktober traf di« Nachricht rin, datz fünf Bombardierung-, und Jagdflugzeug« sowie eine Gruppe Infanterie beseit sind, eine» überraschen, den Angrisf aus die Hmptftadt Kataloniens, BaretI»na, und auf.Hitz Provinz Tarragona zu eröffnen/-> Außerdem sind Meldungen ringrlangt, datz italienische Faschisten die Formationen der spanischen Phalanx aus Majorca befehligen und mit grotzer Eile ihre« Plan durchführen. Acht in Italien hergestellte Unterseeboot« liege:» bereit, unter spanischer Flagge nach dm Balearen auS- zulaufrn. Di« Besatzung besteht auS Maschinisten und Matrose«, die Mitglieder der spanische« faschistischen Partei Prim» de Rivera» sind, di« aber«nterdemS»mma«d»italieni- fcherOssiziere stehen. Di« Ausgabe der Nnterßeeboot« werde darsti bestehe«, unablässig in den Gewässer« zwischen den Balearen und der katalanischen Küste zu Krüzen, um allen Kriegsschiffen de« Zugang z« versperre». Tetuan. Der von der spanischen Aufständischenregierung zum Kommissär für Spanisch» Marokko ernannt« General Orgaz überreichte am Dienstag dem Kalifen sein Beglaubigungsschreiben. Der Kalif gab seiner Freude darüber Ausdruck und ernannte General Orgaz ehrenhalber zum Oberstleutnant eine» marokkanischen Regiments. Aragonien unabhängig? Parts. Der Sonderberichterstatter deö ,,Petit Paristen" meldet aus Perpignan, datz die Milizionäre an der arugonifchrn Front in Buja» laroS zusammengekommen und dieUnabhän- gigkeit AragonieuS proklaniierthabm. An der Spitze der provisorischen Regiernng steht der katalanische Anarchist Joachim AScac». Die neue. Regierung erklärt, sie fei mit allen republikanische» Elementen solidarisch, aber unabhängig von der katalanisch« Generalidad. Sie will mit alleq^Kräften gegen die Aufständischen kämpfen., '•Franco von Portugal anerkannt Land o n.(Reuter.) I», London wird die Nachricht bestätigt, daß Portugal daö Regime des General» Franco anerkannt hat. Llon Blum hielt dieser Tage in Toulouse vor vielen Tausenden eine mit ungewöhnlichem Beifall aufgenommene Rede, deren grundsätz- liche Gedanken über die Bedeutung des„Expe rimentes Blum", über die Demokratie und den Frieden, giveifelloS Interesse auch innerhalb der tschechoslowakischen Demokratie und Arbeiter schaft finden werden. Wir lassen deshalb einen Auszug dieser Rede folgen: Niemals vielleicht noch ist in irgendeinem Lande eine Regierung von so viel tätiger Sympa thie der Arbeiter und des Volkes umgeben wor den, wie die französische Volksfrontregierung, von der nmn als von einen»„Experiment Blum" spricht. Was ist der Sinn diese» Experimentes? Ob e» möglich ist oder nicht, in diesem Augenblick der Geschichte in Frankreich eine Regierung der aktiven Demokratie zu errichte», di«, zum ersten Male, auf der Koalition und auf der Zusammen arbeit aller Kräfte des Volkes bericht; ob es möglich ist oder nicht, im Frankreich von heute den sozialen Fortschritt zusammen mit wirtschaftlichem Gedeihen marschieren zu lassen und die soziale,_.MWWWWWWWWWW Gerechtigkeit mit bürgerlicher Eintracht zu ver- j ständischen General Franco hat am 21.,Ökto- cinen. Bleibt Frankreich und bleibt Europa eine per nach Tetmin ein«» Kongreß der führenden Chance für friedliche Demokratie oder müssen' schicksalSmätzig und endgültig diejenigen nieder geschlagen Iverden, di« im Innern di« Freiheit, die draußen den Frieden wollen? Da» ist die Frage, die un» gestellt ist, das ist der Sinn des Experi mente» Blum. Das ist der Grund, warum das ganze republikanische Frankreich ohne Reserve und Marokko» neuerlich ermuntert werden, ein glei- ohne Unterschied an den» Gelingen diese» Experi- cheS Abkommen auich mit unserem Lande zu sor- meniS sich interessiert erklären mutz. Döiin sein T*‘“ x"’ Scheitern würde in Frankreich und in Europa Folgen nach sich ziehen, deren Tragtveite alle Re publikaner kennen müssen. WaS mich anlangt, so bewahre ich mir dazu völliges Vertrauen. Trotz aller widrigen Erschei nungen glaube ich an den Sieg und an den Fort schritt der Demokratie in Frankreich und in der ganzen Welt. Vielleicht wird man darüber staunen, datz ich,, der Sozialist, ständig da» Wort von der Demo kratie im Munde führe. Ich könnte darauf ant worten, daß ich loährend dieser„neutralisierten" Periode meines Lebens nicht als Sozialist spreche, sondern als Regierungschef. Aber ich liebe diese Unterscheidung nicht und ich werde niemals diese beiden Eigenschaften in mir trennen. Nur So zialist, hätte ich das Recht und die Pflicht, genau so zu sprechen wie jetzt. Spielen die Natur der politischen Einrich tungen und die Form der Verfassungen eine be stimmende Rolle für die Entwicklung de» So zialismus? Braucht er eine Atmosphäre der Frei heit, um zu wachsen? Gedeiht er ebenso in einem Militärstaat wie in einer Volksrepublik oder wie in einer demokratischen Monarchie? Diese Frage ist von der Geschichte beantwortet. Der So zialismus kommt von der Demo- krattie und endet in die Demo kratie. Ein Regime der Freiheit ist eine der wesentlichen Bedingungen seiner Entwicklung; die ander?: der Frieden. Die vollständige De mokratie ist das Ziel des Sozialismus. Au» die sem Grunde war die Volksfront in Frankreich möglich. Der internationale Sozialismus ist von Natur aus demokratisch; andererseits ist in Frankreich die Republik revolutionär durch ihren Ursprung und ihren Gehalt. Dreimal wurde hier die 9i«publik auf den Barrikaden oder in großen Volksbewegungen geboren. Die französische Re publik ist gegründet vom Volk,. verteidigt vom Volk, lind der tiefe Sinn unseres Experimentes ist festzustellen, ob die RcgierungSkoalition der republikanischen und proletarische» Demokratie wirken kann, ohne die demokratischen Methoden zu verlassen und ohne den Prinzipien der Freiheit zu nahe zu treten. Wir haben in diesem Lande die Grundmauern einer neuen gesetzlichen und freien Ordnung aufgeftihrt. Wir haben die Untastbar- kcit der republikanischen Einrichtungen in ihrer Form und in ihrem Inhalt aufrechierhaltcn. Wir haben keine Vollmachten gefordert, weil wir eS verstanden, in» Bereiche der demokratischen Ein richtungen zu bleiben, die vom Volkslvillcn neu belebt wurden. Werden wir, ohne zu anderen Spielregeln zu greifen, die Widerstände überwin den können, die unS Egoismus und Unverstand, Ehrgeiz und Hatz entgegenstcllen? DäS ist das Problem. Ich bin überzeugt, datz es uns gelingen ivird, dank der tiefen politischen Weisheit des Volkes, dank der Klugheit und Voraussicht der Arbeiterorganisationen und proletarischen Par teien, dank der Klugheit oller Republikaner, die wissen, was gespielt wird, und was der Einsatz in diesem Spiele ist. Ich vertraue ebenso auf di« Rolle der Demo kratie in Europa. Wenn die Weltherrschaft des Sozialismus bestünde, wäre der Krieg unmöglich. unbegreiflich, ja praktisch nicht denkbar. Wo ist da» Volk, das, selbstentscheidend über sein Schicksal, nicht den Frieden als sein erstes Ziel betrachten würde? Es gibt keinen einzigen Franzosen, der an den Krieg anders dächte als an eine Verteidi gung verletzten heimatlichen Bodens oder als eine Beistandsvcrpflichtung, eben um den Frieden zu sichern. Die Vorstellung vom Krieg al» einem po litischen Mittel ist dem Wesen der Demokratie entgegengesetzt. Wenn die Kriegsgefahr Wer Europa verhängt bleibt, so deswegen, weil die Blum, der demokratische Sozialismus und der Frieden Autonomie für Spanisch-Marokko? Schachzug Francos gegen Frankreich Die wahre tage in Oesterreich Herr Schuschnigg sitzt auf^Bajonetten Aus der„Arbeiter-Zeitung" entnehm?» wir einige Taisachen-Berichte, die«in bezeichnendes Licht auf Labilität dcS Schuschnigg-RegimeS werfen. Da» demokratisch-sozialistische Europa wird die innere Entwicklung in Oesterreich mit ak tivem Interesse verfolgen müssen, wenn eS nicht eines Tage» vor unliebsamen Ueberraschungen stehen will. Die Pleste der Vaterländischen Front Die„Massenkundgebung" der B. F. vom 18. Oktober bestand zu 99 Prozent aus öffent lichen Bediensteten, Arbeitern und Angestellten, die unter schamloser Ausnützung ihres Abhängig- keitSverhältniffeS zur Teilnahme gepreßt wurden. Dennoch ist aber die Hälfte der erwarteten Pro- vtnzteilnehmer zu Hause gebliebem Trotz der Gratisfahrt sind auS der Provinz viel weniger Teilnehmer gekommen, als angesagt gewesen wa ren. Auf dem Franz-Josefs-Bahnhof und dem Bahnhof Heiligenstadt sollten 21 Sonderzüge mit 21.299 Teilnehmern, überdies mit fahrplan mäßigen Zügen 5899 Teilnehmer, zusammen also 27.999 Teilnehmer, ankonunen. Tatsächlich"sind aber nur 18.799 Teilnehmer angekommen. Die Hälfte ist ausgeblieben. Aehnlich war die Betei ligung auf den anderen Bahnhöfen. Angst vor den RSchern Walllsch's Am 2. Oktober wurden plötzlich Bahnhof und Schloßberg von B r u ck a. d. M u r mit einer MG.«Kompagnie der Gendarmerie beseht. Die Brücker Gendarmerie, die in letzter Zeit sehr ängstlich getvorden ist, hatte, wi« man hört, einen „Putsch von links" befürchtet. Die Mörder Koloman Wallisch's quält ihr Ge wissen; so geraten sie immer wiede rin Ängst. Klerofaschlstlsche Schandlustlz Der Wiener Genosse Karl Eisrnmor- g e n wurde jetzt wegen Streuen» von Flugzet- teln anläßlich des OlynwiafackelzugeS»um drit tenmal verurteil. Er erhielt, nachdem er vo« der Polizei«ine Strafe von acht Monate««nd vom Gericht eine Strafe von s e ch s M o n a t e n «halten,, hatte«. jetzt«och rin« Zusatzstrafr von kür die Freiheit Spaniern I Die Internationale gegen Nichtinterventionspakt P är t S. In der gemeinsame» Sitzung der Präsidien der Sozialistischen Arbeiter-Snterna- twnale und des Internationalen Gewerkschaftsbunde» wurde ebn« Resolution angenommen» in welcher eS heißt, daß nach dm Bestimmmigm de» internationalen Rechtes die legal« spanische Negierung die erforderlichen Mitt$t z n ihrer Verteidigung erhalten müsse. Die beidm Snternatimalm glaubm, daß daS RichtintervmtionSabkommm n i ch t die erwarteten internationalen Erfolge gezeiiigt habe» da eS verletzt wurde, und daß e» dir gemeinsam« Pflicht der Arbeiterklassm aller Staaten ist, die politisch und wirtschaftlich organisiert sind, durch ihre Tätigkeit und Einwirkung auf ihre Regierungen für die Freiheit Spanien» zu arbeiten «nd mit allen Möglichkeiten di« Versorgung der Aufständischen zu verhindern. Erhöhung der Einkommensteuer In Frankreich Paris. Unter den Steuerreformen, welche die französische Regierung vorzuschlagen beabsichtigt, befindet sich u. a. auch die Erhöhung der Einkommensteuer, beginnend mir Einkommen von 89.999 Franc». Diese Steuer wird stufenweise bi» zu 89 Prozent erhöht werden. Papen In Ungarn? Budapest. ES verlautet hier, daß in der ungarischen Gemeind« Eyulavar in der Nähe der rmnänischen Grenze der deutsche Gesandte in Wien Freiherr von Papen eingetroffen ist. Er soll zur Jagd nach Ungam gekommen sein. Daszynskls Geburtstag =m. Warschau. In dem polnisch-schlesischen Städtchen Bystra, wo er seit einer schweren Erkrankung sein Alter verbringt, vollendet Ig'naey Daszynski, der langjährige Führer der Polnischen Sozialistischen Partei, in diesen Tagen sein 79. Lebensjahr. Aus allen Teilen seines Heimatlandes und auch aus weiten Kreisen der Sozialistischen Arbeiter-Internationale sind dem greisen Kämpfer aus diesem Anlaß herzliche Kundgebungen zugegangen. Daszynski gehörte schon vor dem Weltkrieg zu den bekanntesten Vorkämpfern der sozialistischen Bewegung, die er in seiner engeren Heimat, dem damals österreichischen Galizien, als Agitator, Schriftsteller, und Organisator aufbaute und bald zü«i'ner der stärksten Gruppen der Sozialdemokratie' des alten'Oesterhc.ich^zü entwickeln vermochte. Nach der Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts wurde er in das Wiener Parlament' gewählt, unter dessen zahlreichen hervorragenden Sprechern er zeitweise wohl der glänzendste war. Mit dem Kampf für die Rechte der Arbeiterklasse verband er das Eintreten für die Unabhängigkeit Polen» vom Joche der drei Kaisermächte, die sich in sein Land geteilt hatten und di« dann der Weltkrieg alle, drei vernichtet«. Der spätere polnische Marschall Pilsudsti gehörte damals zu Daszynflts nächsten politischen Freunden und Mitarbeitern. Die Legionen, an deren Spitze Pilsudski in den Kampf gegen den Zaren zog, setzten sich größtenteils aus Sozialisten zusammen.-•. Im wiedererstandenen Polenstaat spielte Daszynski auch sofort eine führende politische Rolle. Während des Krieges von 1929 mit den Russen war er stellvertretender Ministerpräsident 'und später,' als der ehemalige Sozialist Pilsstdskk sich zum Diktator aufwarf, verteidigte Daszynski als Präsident des Parlaments(Sejmmärschall) die Rechte der Demokratie gegen die Militärherrschast. In den letzten sechs Jahren hinderten ihn .Lähmungserscheinungen an der weiteren aktiven Betätigung. Doch hat er den Kampf der polnischen Arbeiterbewegung und ihrer demokratischen Verbündeten durch gelegentliche Kundgebungen immer wieder wirkungsvoll ermutigt. In Kürze i Paris.(AP.) In diesen Tagen haben Beauftragte der spanischen Aufständischen auf den Diaman» tcnbürsen in Amsterdam, Brüssel, Antwerpen und Berlin Edelsteine verkauft, die au» den in den Kirchen geraubten Schätzen stammen I Moskau.(AP^) Da» sowjetrussisch« Mostenprogramm steht«men Gesamtbestand von. 147 U-Booten vor, von denen 127 bereit» fertig, bzw. im Bau sind. 49 bi» 50 sind für den Fernen. Osten vorgesehen. Moskau.(AP.). Zahlreiche politisch verdächtig-, Personen wurden in da» Innere der USER, geschickt. Bon dieser' Maßnahme wurden in Moskau 12.999, in Leningrad 29.999, in Charkow 11.999 und in-Kiew, wie verlautet,-22,909 Personen betroffen. ^elfingfer».(AP) Demnächst soll mit dem Bäu eine» großen Chemiewerke» für Chlorerzeugung begonnen cherven, das in her Nähe von Tämmerfvri ,errichfet wird-und dessen Proditktihn tut engsten Einvernehmen.mit. dem Krieg»ministeüü>y erfolgen soll.Di« JG-FqrLenindüstrie ist qn dem Projekt, daS ehenso wie der Bau de» Geschützwerk-'ein Teil he». großzügigen finnischen Aufrüstungsprogramm» M beteiligt.. Rr. 251 Mittwoch, 28. Oktober 1036 Seite 5 Tschechoslowakische Briefmarken Anläßlich der StaatSfeiertage» ist er angebracht, auch einmal die tschechoslowakischen Briefmarken al» die in alle Welt gehenden„Visitenkarten der Siaa« ter" eingehender zu betrachten. In den achtzehn Iahten de» Bestände» der Republik sind sie schon za einer ansehnlichen Reihe angewachsen. Sieht man von allen Vorläufern, wie den Marken der sibirischen Legion, den privaten Revolutionsprovisoriei und den Marken der Skautpost ab, so ergibt sich einschließlich aller Aufdruck-Provisorien auf österreichisch-ungarischen Marken(„Poöta Ceskoslovensiä 1010"), die allein 120 Werte umfassen, und auf tschechoslowakischen Marken, wie die Porto- und Ftugpostmarken-Provisorien und die Plebiszitmarken mit dem Aufdruck„D O 1920" eine Sammlung von fast L00 Werten, idle Auflageziffern sind bei den einzelnen Marken sehr verschieden. Die höchste Auflage hat birher, soweit dafür amtliche Angabe» vorliegen, di« 1928 au-gegebene grüne Fünfzigheller- Warke der Serie„Befreite Republik" mit rund 470 Millionen Stück gehabt; ihr folgen die rote Hundert- Heller-Marke der zweiten Ausgabe der Serie„Wirtschaft und Wissenschaft" von 1088 mit über 881 Millionen und die in steben Typen erschienene rot« Einkronen-Marke mit dem Bild« der Präsidenten Masarhk au» dem gleichen Jahr« mit 882 Millionen. Die niedrigste Auflage hatten die beiden Plebiszitmarken mit dem Bilde de» Präsidenten und dem Aufdruck„S O 1920" zu 800 und 1000 Heller mir je nur 8000 Stück; shrer Seltenheit entsprechend werden sie jetzt in den Katalogen mit 120 sind 180 Kronen bewertet. Die tschechoslowakischen Briefmarken kaffen sich nach drei Gesichtspunkten betrachten: nach ihrem Seltenheit-wert, nach ihren geschichtlichen Beziehungen und nach ihrem künstlerisch-graphischen Reiz. Der Seltenheitswert reicht natürlich noch bei keiner tschechosiowalischen Marke an die phantastischen Werte mancher philatelistischen Raritäten heran, aber wenn die tschechoslowakische Aufbrauchrau»gabe der altösterreichischen Bierkronen-Marke mit dem Austruck„Poüta Teskosiovenskä 1919"— auf Fasernpapier al» besondere Seltenheit— mit 20.000 Ai bewertet wird, so ist da» schon ganz respektabel. Auch einige andere Werte dieser Provisorien halten Katalogpreise von über 2000 bir 8000 Ai. Einen so hohen Preis erreicht nur noch die von der tsche« chosiowakischen Poswerwaltung in Omsk mit dem Aufdruck„Ceöskja poita" in kyrillischen Lettern versehene russische Zehnkronenmarke, die seht 2800 Ai kostet. Die blaue Zehnhellermarke der Skautpost mit dem Ausdruck„Ptijezd President« Masaryka" wir» mit 1800 Ai bewertet. Bon den eigentlichen tschechoslowakischen Marken ist. außer den beiden schon erwähnten.Plibiszitmarken die bisher, wertvollste die hellrotviolette, geschnittene Hradschin-Marke der IV. Type zu 80 Heller von 1920, die nur bei der Postverwaltung in Johannerbad verausgabt worden ist; sie kostet 180 Ai, während dieselbe Mark« gezähnt für 20 Heller zu haben ist. Die nur in Brünn und Troppau ausgegebene hellrote geschnitten« Hradschin- Marke der gleichen Type zu 20 Heller wird jetzt mst 78 Ai bezahlt. Doch da» sind Wertschätzungen, die schließlich nur den auf Seltenheiten erpichten Sammler beunruhigen. Jntereffanter ist die Betrachtung der tschechoslowakischen Briefmarken al». Keine Illustrationen zur tschechosiowalischen Geschichte. Eine» der wichtigsten Ereigniffe in der Beschichte der Republik, der Einzug de» Präsidenten Masarhk in Prag ist bislang nur in dem Aufdruck auf den beiden Skaut- marken festgehalten. Am ersten Jahrestag der staat- licheg Selbständigkeit erschienen die sechs Legionärmarken, die nur im Inland« Geltung hatten. An dafünfjährige Jubiläum der Republik erinnern vier Marken mit dem Bilde der Präsidenten Masarhk, an den zehnten Gedenktag die schöne Serie von Landschaft»- und Städtebildern, der auch eine Marke mit de,.; Portrait de» Präsidenten beigefügt ist. Al» Ehrung der Legionär« sind 1984 die vier figurenreichen Drujina-Marken am 20, Jahrertage der Gründung der„Ceskä Drujina" in Rußland und der„Rota Razdar" in Frankreich erschienen. Der Erinnerung an die Kämpfe der„Rota Razdar" in der Schlacht bei Arra» am 19. Mai 1018 sind die beiden Marken mit der Abbildung der von Jaroslav Hrubka geschaffenen Gefallenen-Denkmal» bei Arras gewidmet. Zwei aparte'Gedenkmarken nach der zarten Zeichnung„Heimat" von Josef Mäne»" gälten dem hunbertjährigen Jubiläum der Staatshymne ,Kde domov müj?" Schön und würdig beging das Postministerium den hundertsten Todestag des Dichters Karel Hynek Mächa durch die Ausgabe der beiden Marken mit der Abbildung de» Mächa-Denk- male» von Mysibeck am Prager Laurenziberg. An den vor tausend Jahren erlittenen Märtyrertod de» heiligen Wenzel erinnerten fünf sehr«dl«;,Marken nach Bildern von Mikulaö Aled, Felix Jenneweia und, Josef Mäne». Zwei anderen religiösen Gedenktagen, den Pribina-Gedenkfeiern in Ritra iyr Jahre 1988 ustb der Ehrung der'slawischen Apostel Tyrlll und Method im Jahr« 1988 verdanken die Sammler zwei geschmackvolle Markensähe; di« von Bohumils Heinz nach einer Lithographie von Jani Köhler gestochenen Thrill- und Mithod-Markest zählen in her sorgfältigen: Stecherarbeit und in ihren noblen Farben zu den schönsten- der tschechoslowakischen Briefmarken. .Den Gedenkmarken au» geschichtlichem Anlaß reihen sich di« Porträitmarken an. Am'zahlreichsten sind, selbstverständlich die Briesmarken-Bildntffe des Präsidenten M a.s a r h k, vön denen e» fünf Au»- Wüngen in dreißig verschiedenen Werten Mit einer Anzahl hon Varianten' gibt. Er sind zum TeilEc- innerungSmarken an den 70., 76., 80. und 86. Geburtstag de» Präsidenten. Ihnen schließt sich nun auch die grüne Fünfzigheller-Marke mit dem Bild- ni» de» Präsidenten Dr. Bene» an. Fünf Brief» marken tragen da» Portrait de» Sokol-Gründer» Miroslav Tyr», zwei da» Bildnis de» General» S t e f ä n i k», je einen die Portrait» S m« t a- na», Dvotäk» und K o m e n s k h». Di« Herausgabe einer Marke mit dem Bilde de» tschechischen Physiologen Purkyni ist für nächste» Iahe schon vorbereitet. Daß e» kein« Briefmarke mit dem Bilde von Hu» gibt, ist wohl der Rücksichmahme auf die katholischen Staatsbürger zuzuschreiben. Di« beiden Marken zu 80 und 90 Heller mit dem Bild« eine» den Kelch erhebenden Huffiten vom Jahre 1920 sind außer bei Samnckern kaum noch in Erinnerung. Schon mchrnml» hat unsere Betrachtung zu- Erwähnung von Künstlernamen geführt, und daleitet über zur Betrachtung der tschechoslowakischen Briefmarken al» graphisch« Miniaturen. Die Namen einer ganzen Reihe von heimischen Künstlern sind mit diesen kleinen Blättchen verbunden. Ale», Jenne- wein, Mäne» sind schon genannt worden. Josef Mäne» ist ein drittebmal aus Len zugunsten de» KinderhsifSwerke» 1980/ herauSgegebenen Wohlfahrtsmarken zu.gefälliger^ Geltung gekommen; die drei Marken, di-.'«inen Ertrag von 1,808.618 A>' al» Hilfsfonds für notleideäde Kinder erbracht haben, zeigen die innige Fawilienszene nach dem Bilde ,Hanum" von her. Altstädter RaihauSuhr, deren zwölf Monatsbilder.ME sich allesamt auf einer Markenserie wiedergegeben wünschen könnte. E» ist jedenfalm ein.guter Gedanke, den Kunstbesitz de» Lande», derart aitch bei.diesen Gelegenheiten mit« sprechen»» laffen. Die Briefmarken dürrsten Jahre stammen von verschiedenen Künstler». Alfon» Mucha hat die Hradschin-Marken, dl« nicht- mehr im Verkehr be- findlichen Eil- und Portomarken von 1919, die Huffitenmarkcn von 1920 und die nach geltenden 8eifttn-»tNMen mit dem fliegenden Fallen gezeichnet. Jakob O st'r o vs kh hat-die LegionärmarkeN von 1919 und, die Allegorie der Serie„Wirtschaft und Wiffenschast" von 1920 entworfen. Von Ja- roslav B en d« stammt die'. Zeichnung der Brief« taubürsers« von 1920, von V. H. B tunet dir der Serie'^Befreite Republik" äu» dem gleichen Jähre. A.'M u dr u ü k ä ist al»Zeichner der Sonderstempel für die Legionärmarken und de» Auf« druck» auf'den Marken für da» Rote Kreuz zu nen nen. Max Svabinskh ist der Auwr aller in den Jahre» 1920 bi» 1927 erschienenen Masarhk« Marken. Während die tschechosiowalischen Briefmarken bi» dahin noch ziemlich bescheidene Buchdruckerzeug- niffe waren, erscheinen 1928 am fünften Jahrertage der Republik mit den Jubiläumsmarken von Sva» binflh die ersten Marken in Tiefdruck von Stahlplatten. Und dann trist 1926 mit den ersten Land- schaftrmarken der Name KarlSeizinger auf, ein deutscher Name. Seizinger ist Graphiker, Kupferstecher, der nach Bildern anderer Maler oder nach phowgraphischen Vorbildern arbeitet. Nach Gemüllten und Zeichnungen von Kalvoda, Makäk, Simon, Stäfl, Baic, Bik hat er einen Teil der Land- schaftSmarlen, nach Photographien die übrigen, wie zum Beispiel die schönen Flugpostmarken gestochen Die St. Wenzelsmarken und die Gedenkmarken zum Jubiläum der Staatshymne, die Arra»- und Pri- bina-Marken, die Wappenseri«, die Tyri-Marken. eine davon nach einem Gemälde von Zenliek, die Druliisa-Serie nach Entwürfen von Wenzel Fiala. die Smetana-Marke und di« Masaryk-Bildniffe von 1988 und 1980 sind Stahlstiche von Karl Seizinger. An den Landschaft»- und Siädtebildern— da» sind bi» jetzt zusammen mit den Flugpostmarken 47 Marken— läßt sich seine ausgezeichnete Stecherarbeit besonder» gyt studieren. E» sind Keine graphische» Meisterwerk«. Man sehe sie sich daraufhin einmal unter einer starken Lupe genau an, zum Beispiel die' blaue Mark« zu Aä 8.60 mit der Ruine Strekno oder di« Zehnkronenmarke mit. der Ansicht von Bratislava, beide äu» der nach Bildern von,Karel Vik gestochenen Landschaftsserie von 1986, ebenso die Flugpostmarken. Welch«izvoll« landschaftliche Stimmung ist da in da» winzige Format hineingezaubert, welch erstaunlich saubere Stecher- arbeit ist da vollbracht. Reben Yen Miniaturen von Karl Seizinger liegen fest 198» ebenbürtig die lebensvollen Portriat- marken vor, dieBohumilHeinz gestochen hat. Bon ihm stammen die Briefymrken-Bkkdniffe de» Präsidenten Masarhk-(mst weichem Filzhut und mit Mütze)^bon 1988, die Portrait» Dvokäk», Ste- fänik», Kamensky» und de» Präsidenten Dr. Bene», ferner die Thrill- und Method-Marken. die Mächa- Gedendnarken und die Kinderwohlfahrtsmarken. Auch hier muß man die Lupe zu Hilfe nehmen, um die subtile Stecherarbeit, die fein«. Durchführung der Zeichnung genügend zu würdigen. Die beiden Mächa- Marken sind in'threx graphischen Zartheit wahre Bravourleistung«». Wie getreu-'ist auf der roten Einkxonenmarke mit dem Bild« Mäsaryk» da» Barthaar,'.die Spiegelung in den Brillengläser» wieder- PREISWERT r* ERHXIHICH IN DEN VERTEIUINOSSTELUN DER KONSUMGENOSSENSCHAFTEN UND IN DEN VERKAUFSSTELLENDER WARENHAUS-KOMMANDITGESELLSCHAFT ß. WARM-BEQUEM 35—42 Akll." 24-29 «49. 30-35 KC SS. 36-39 KC SS. 40-4« Ui 79. PRAKTISCH KE 59.-- Ziehungsergebnis der Arbelterfilrsorge*Lotterle Bei der Ziehung, die. am Dienstag, den 27. Oftober, um 6 Uhr abends im ZiehungSsaal der Direktion der Staatslotterien unter öffentlicher Aufsicht swttfand, wurden folgende Treffer ausgelost: Der Haupttreffer im Werte von 90.000 KE entfiel auf da» LoS Nr. 871.7S1. Weiter wurden gezogen: 10.000 KE: Lo» Nr. 80.675. 1000 KE: Lo» Nr. 40.418. 500 KE: Die Lose Nr. 26.817, 82.408, 15.846, 104.814. 200 KE: Die Lose Nr. 81.875, 140.984, 28.902, 204.059, 82.827. 100 KE:.Die Lose Nr. 84.879, 136.121, 188.926, 150.560, 174.985, 177.020, 205.003, 258.486, 274,291, 282.811. 50 KE(in Zehnerserien): Die Lose Nr. 57.711—20, 182.611—20, 159.531—40, 166.001—10; 168.351—60, 177.401—10, 184.461—70, 218.181—00, 263.751—60, 20 KE(in FUnfzigerserien): Die Lose Nr. 1501—1850, 88.501—38.550, 48.401 bi» 48.450, 48.051—40.000, 88.501—58.550, 64.201—64.250, 66.151—66.200, 69.451 bis 69.600, 88.151—83.200, 91.861—91.400, 105.401 bis-.105.450, 132.251 bis 132.300, 148.051 bis 148.100, 172.901 bis 172.980, 198.381 bis 198.400, 262.201 bis 262;250, 266.581 bi» 266.600, 274.251 bis 274.300, 281.001 bi» 281.050, 200.451 bis 290.500. Außerdem wurden 5000 Lose zu je 10 AE gezogen. In die Ziehungslisten kann ab Freitag, den 80. Oktober, bei den Vertrauensleuten der Organisationen Einsicht genommen werden. gegeben; diese Marke kommt vielen fast täglich zu Gesicht— man betrachte auch einmal ihren graphischen Reiz. Und man schaue sich daraufhin die blaue Vierzighellermarke mit dem von Heinz nach den» Gemälde von Brojik gestochenen Portrait Komenskts» an; sie darf al» eine der schönsten tschechosiowalischen Marken gelten. Bei dieser Betrachtung wird man auch da» Signum des Stechers entdecken, ein geradezu mikroskopisches HB oder auf der Komenskh-Marke den vollen Namen Heinz in der rechten unteren Eck« über dem Wertschildchen. Schwerer ist das Signum Seizingers zu finden. Entweder läßt er es überhaupt weg oder aber er versteckt nahezu unauffindbar ein winziges„8" irgendwo! im Laubwerk oder sonstwo in. der Landschaft, Aber es bedarf dec Signierung schon gar nicht mehr; man erkennt die Arbeit dieser beiden Stecher schon an der künstlerischen Sorgfalt, die sie auf diese Keinen Schöpfungen verwenden. Und zuletzt— auch dar gehört dazu— sei noch auf den farbigen Reiz der tschechosiowalischen Marken hingewiesen. Legt man die Landschaften der Ju« biläumrserie von 1928, die farbig besonder» aparten Wenzelrmarken, die Cyrill-Marken serienweise nebeneinander, um einmal nur da» Farbenspiel wirken zu laffen, so wird man auch daran seine Freude haben können. Sogar die einzeln kaum beachteten Zeitungsmarken in ihren einfachen hellen Buchdruckfarben sind al» Serie nebeneinandergelegt nicht ohne farbigen Reiz. Auch solchen Kleinigkeiten kommt Bedeutung zu, wenn man die Briefmarken als die „Visitenkarten de» Staate»" gelten läßt. Der Gedanke, einmal den künstlerischen Anteil an der Gestaltung der Briefmarke darzustellen, gab der Expositur de» Postministerium» in der dieser Tgge zu Ende gehenden Briefmarken-Au-stellung im „Mäne»" die besondere Note, die auch den„Laien" zu feffeln vermochte. Die Betrachtung der tschecho- flowakischen Briefmarken, die ohne Uebertreibung zu den schönsten der Welt gezählt werden dürfen, al» graphische Miniaturen führt leicht dazu, die Keinen Blättchen zu sammeln, wobei es auf den Seltenheitswert gar nicht ankommt; die tschechosiowakischen Briefmarken verführen zur Philatelie. Vielleicht er- Kärt sich daraus die auffallend große Anzahl von Briefmarkenhandlungen, die es in Prag gibt. Edgar Hahn^wald. Sondermarken zum Philatrlisten-Kongres» Zum elften internationalen PHIlatclisten-Kongretz, der in Luxemburg stattfand, wurden dort Sonocr- marken herausgegeben, auf denen das Gebäude . des Hauptpostamtes abgcbitdet ist.' Mittwoch, 28. VktoStt 1936 Nr. 251‘ Mit dem Auswandererschiff nach Kanäda Von Adolf Schmidt,■ V| Am 8. September bringt nnü der Tender in Cherbourg(Frankreich) hinan« zur Hafeneinfahrt, wo der 20.000 Tonnen-Dampfer„Duchcs of Rich- mond", gehörig der Canadian Pacific öiailway, die Kanadarcifenden aufnimmt, Schon äußerlich macht das Schiff eitlen refpeltablen Eindruck. Er verstärkt sich bei einer Besichtigung der inneren Einrichtung. Alles blitzblank sauber, ob dritter, Touristen- oder Kabinen-Klasse. Insgesamt fahren auf dem Schiff über 1809 Personen, davon sind etwa 900 Passa- 'giere, alles aiidere ist Bedienungsmannschaft/ Der Kapitän erklärt mir iicbcnswürdiäerweise alle Einrichtungen des Schiffes, die Meßgeräte für die Entfernung und die Mecreoiicfc, die RcttungSmögiich- keiten, wenn jemand unvorsichtigextocife ins Meer fallen sollte und manches andere. Der„DncheS of tilichmond" kann bis 40 Meilen in der Stunde zu» riicklegcn und etlva 1000 Personen untcrbringen. Das Schiff führt außer zahlreichen Touristen und Bcrgnügnngsreisenden auch mehrere hundert AuS- wanderer mit sich, darunter etwa zwanzig Personen aus der Tschechoslowakei. Sie alle suchen int'fernen Lande eine neue Existenz, eine neue Heimat. Sie freuen sich über meinen Besuch bei ihnen und äußern sich lobend über ihre Unterbringung. Sie schlafen in Kabinen zu zweit, zu driit oder zu' viert, getrennt nach Geschlechtern. Familie» haben eilte Kabine für sich. Tas KnStvandcrcrdeck früherer Zeiten existiert henic nicht mehr. Die Konkurrenz unter den Schiffs- oefellschaftcu und AuSIvandcrergcsetzcn der verschiedenen Staaten hat cS beseitigt. Heute reist auch der Auswanderer angenehm und nicnschlich. Mit der englischen Küche, die an und für sich vorzüglich ist, find sie nicht ganz zufrieden, Mancher meint, daß ihm ein tschechoslowakisches Geselchtes mit Kraut und Knödeln— aucki wenn es nicht aus Prag'tvärc— bester munden würde. Auch mit dem Weißgebäck können sich die an Schwarzbrot gewähnten Landlente nicht gut abfindcn. Aber die schönsten Wünsche nach heimatlichen Speisen werden schon am nächsten Tage illusorisch: In der Nähe der englischen Küste verstärken sich Wind und Wellengang, das Schiff verrät ein bedenkliches Schaukeln'.und gar bald gibt es die ersten Seekranken. Biele find ganz ahnungslos, fühlen sich stark— int Bedauern der anderen—, doch ehe sie's gedacht, kommen sie an die Lteihe. Und dann die größte Unklugheit: man legt sich in die Kabine, ohne sich zu rühren und selbstverständlich ohne genügend zu essen, in Furcht vor neuerlichem Erbreche», anstatt auf Teck in frischer Luft berumzulaufen, bis sich die Nervosität des Magens gelegt hat.— Er gibt Leute, die zehn Schiffahrten, hinter sich haben und immer wieder krank werden. Biel trägt oft die Furcht mit bei zur Erkrankung. Obendrein kommen die-Erkrankten'um den einzigartigen Gengß,hcr.Scereisc. Die Starken erfreuen sich am Peitschen der Wogen, an Sport und Spiel, wofür auf den verschiedenen Deck- reichlich gesorgt ist. Hier wird Deck-Tennis, Deck-Golf u. a. nach Herzenslust betrieben. Tägliche Kinovorstellungen und Konzerte, der Schiffskapelle sorgen für Unterhastun- gen der gesunden Passagiere aller Schiffsklassen. Die Kabinen-Klasse und die Touristenklasse, jede mit ihrem eigenen Deck, beherbergt das besser zahlende Publikum. Hier sind schwerreiche Amerikaner Und Kanadier, wie nach mehrmonätlichem Som- meraufcnthalt in Europa nach Hause eilen zu neuen Geschäften'zur Jagd nach dem Dollar. Die Aelpler- tracht einiger Damen zeigt an, daß sie in Oesterreich waren. Sie tragen ihre Tirolerhütchen wie'eine siegreiche Trophäe, die in' der Heimat des Dollarverkünden soll, daß sie halb Europa erobert haben. • Hier finden wir auch einen tschechoslowakischen Teilhaber eines Unternehmens, der auf seiner sechsten Kanadoreise■ wieder Absatz- für seine Waren suchst Sein österreichischer Kollege, ein. Textilwarenfabrikant, will seine erste Steife zur Eroberung der kanadische» Marktes benutze». Ein siebzehnjähriger Chinese von vornehme» Wesen und unglaublicher Intelligenz, fährt nach Bosten auf die Universität. Dec Vater lieferte vor vielen Jahren dem chinesischen Staate Lederpolstcrnngen für die Eisenbahn und wurde lvohlhabend. Am. Abend findet sich aller In schwarzer Dreß zum Essen und nachher in den GesellschustSräumen zum Tanz und sonstigen Unterhaltungen ein. Draußen peitschen die Wogen dar Schiff, er schlingert. Bon den„Läufern" an Deck, die Ihren Magen in Ordnung halten wolle», bleibt hin und wieder einer stehe», um sich zu erfreuen, wenn der Mond fiir- einc» Augenblick durch die Wolkenfctzen guckt und da» aufgewühlte Meer bestreicht. „Manchmal kann man auch Eisberge sehen", meinte jemand.» „Kennen Sie da» Schicksal der„Titanic"? Ich habe einen Film gesehen, der diese Szesten'wiedergegeben hat. ES war grauenhaft." „To etwas muß ja nicht gerade im» passieren." Bon drinnen klang der Rhythmus der Jazz- Musik. Wie im„Atla»tik"film dachte ich und ging miss der Beruhigung schlafen, daß uns„so etwa» nicht passieren wird." Motive der Auswanderung Mit dem Schiff fährt eine ts.lecknsche Familie nach Kanada, ein Ehepaar.mit einem zehnjährigen Mäderl, da», wie die meisten.Kinder, nicht seekrank wurde, während die Mutter zu den„Unglücklichen" zahlt nnd in der Kabine liegst. Der Pater, ein Bierziger, erzählt, weshalb er auswändcrt. Er Hatje in der Gegend von Tnrnau eine kleine Landwirtschaft, die viel Plage kostete nnd wenig eiiib'rachte. Hohe Steuer, kein Nebenverdienst und nur ein niiwt'ri« chcnder Ertrag.der kleinen Wirtschaft schufen ein beschwerliches Leben. Tie Sehnsucht nach einer aurxei-i chenden,Existenz/ nach einem besseren Ditsti'n bestimm» tcn ihn, die Heimat zu verlassen. Er Kaitbk/beide-" in Kätiadä^»'finden/und will dort ein'e gtotze Farm erwerben/•’uni' zwar /in dex.Nahe vöst'Tvr'onfoL Einen Teil'.seine- BesitztUmeS- /jedilch stticht.- alles,' Hai.'er''in^dir''Heimat'verkauft/' Ich- uiahyte>züv Borsicht, den» auch-in Kanada gebe es viele Menschen, die Nenanköinnillnge auSzustühen'und zu. betrügen ,'wiffen. Er lachte,„Ich'bin nicht„fo dumm," daß ich dem.Erstbesten hereinfalle." Und wenn män länger mit'ihm'spricht, fa gewinnt man-den Eindruck, daß mäst es mit einem urwüchsigen und klugen Menschen zu tim hat, der> flcheriich iw> der weiten Welt' sein. Fortkommen' findet und man bedauert, daß solche Menschen die Heimat verlassen' müssen. Aber der uralte Wandertrieb, der Immer wieder zur Suche nach dem besseren Futterplatz zwingt, ist eS, der gerade die Mutigsten und Tüchtigsten da»jWag- nis unternehmen läßt. Ich wünsche ihm vom Herzen viel Glück zu seinem Unternehmen. . Eine junge slowakische Frau sitzt im Gesell- schaftSraum und unterhält sich mit einer gleichaltrigen Deutsche». Sie stammt aus der Nähe von Rosenberg und fährt zu ihrem Mann, der bereits vor einem Jahre seine slowakische Heimat verließ. Istigeniigendc Bcrdienstmäglichkeiten zwangen ihn zitr Auswanderung nach Kattada. Dort fand er Be- ichäfttgung auf eittcr Farm. Bis er die landwirtschaftliche Betriebsweise in Wznada kennen gelernt bat, will er sich eine eigene Farm Erwerbe». Die junge Frau geht mit großen Hoffnungen in daS fremde Land, das ihre neue Heimat werden und eine bessere Existenz für fix und ihren Gatten bringen soll. Ihre deutsche Kollegin stammt an» dem GlaS- arbcitergebiet um Stcinschönau. Sie.wohnt mit der Slowakin in. einer Kabine. Die gemeinsame Reise, das gleich: Erlebnis, häpen sic zu Freundinnen gemacht, was dadurch erleichtert wurde, daß auch die Kollegin aus der Slowakei ciivas deutsch. spricht. Anfangs waren beide seekrank, nun endlich ist da» Meer etwas ruhiger getvordc» und der Magett wieder in da» Gleichgewicht gekommen. Di« frohe Lanne gewinnt die Oberhand und beide lachen und schäkern nach Herzenslust mit den jungen Männern int GesellschaftSraum. Unsere Steinschänauerin fährt nach Kanada in die Ehe. Bor Jahresfrist kam ein einstiger Auswandererin seine Heimat und verliebte sich in sie. Nun fährt sie, die beschäftkgungS- lose Arbeiterin aus Steinschönau, überS«Meer zu ihrem künftigen Gatten, der seit acht Jahren in Ka-' nada Üdi einem' der größten BahnunternehnMgen im Dienste isst Sie erzählt, daß er glänzeM bezahlt wird und erhofft/sich' etzi« gute. Zukunft im frem- dtn"Landel'’ Eine junge Slowakin sitzt'krautig und allein hei einem Tisch. Auch sie fährt mit ihrem Manne in.den fernen Westen, um dort als Farmer eine neue Existenz zu suchen. Sie hat" ein. wenig Heimweh, die Seekrankheit verleidet ihr' die Reise und bringt sie in unangenehme Stimmung., Auch hier wieder dasselbe Lied. In der Heimat ungeniig«td Grund und Boden, viel. Plage, wenig Lohn und dazu die vielen Briefe von Bekannten,' die bereit» in Kanada find. Sie erzählen von dem, schönen Lande, wo es genjigend Boden, ein schönes Farmereinkommen und dabei Lebensmittel in Hülle und Fülle gjbt. So entschlossen sie sich, dorthin zu gehen und verkauften ihren kleinen Besitz in der. Heimat, der nur ungenügende LebenSmöglichkeiten bot, um ihn für«Inen zehnmal gröberen im zukünftigen Lande cinzutauschcn. . Wer sich stundenlang mit Auswanderern unterhält, begreift die" Motive der Auswanderung: Ein sich' immer mehr verengendes Lebensraum in den europäischen Ländern, wo die Menschen förmlich aneinander gepreßt leben, zwingt, jene, die sich gegen den Untergang wehren, zur Suche nach mehr und besserer Nahrung in fernen Ländern. Der LebenS- rauin in Europa ist bei der heutigen WirtschastS- ordnuug zu eng geworden. Doch sehr spät kommen die Staaten zur Einsicht, daß.die jahrelange.Hemmung der Wanderung durch die Gesetzgebung die wirtschaftliche Depression ungeheuer verschärfst Und7 man wird erleben, wie ein Strom von Menschen sich in die nnermeßlich großen und weiten Gefilde Kanada».ergießen wird, sobald die Hemmungen in den Au»- und Einwauderung-ländern»achlaffen Midi statt dessen die Wanderung gefördert und. organisiert wird.,• Majestätisch zieht das Schiff seine Bahn/ob niederer oder hoher /Wellengang an seinen. Bug brechen mag, immer begleitet von zahllosen Möven, Sie raufen in» die Speisereste, di« der Schiffrkoch dem Meer überläßt. Jeden Tag überquerest, wir einen Längengrad. und müssen. unsere Uhren um eine Stunde znrückdrehcn, Am fünften Tag gibt eS gegen Abend endlich Land zu sehen: Die Halbinsel Labrador(rechts) und die'Insel Neufundland(links) sind In Sicht. Alle» rennt fpeudig erregt an' Bord/ beinahe wie Schiffbrüchige, denen nün Rettung winkt. Phötoapparate werden gezückt,/ um da» von der untergehc.nden.Sonne' bestrahlt«, Jtiselgebirge fest'« zuhaltchu^Wir sind,bereit» im Lorenzstrom,'der sich hier bei der. Mündung'in» Meer,einige, hundert Kilometer, aüswestct. Da» Wassir ist nun völlig rubitz. Seekranke gibt es nicht mehr,' die Speisesale, aller Klassen" sind, angefüllt mit Menschen, dienun au» ihren Kabinen hervorkrabbeln, wo sie. Vst tagelang gelegen sind..Sie,wolle» jetzt nachholen, wa» sie an Mahlzeiten versäumt haben.■ Am Abend gibt e» wieder ein große-" Ereignis: Da» Nordlicht, da» nun^piclc Europäer zum ersten Male sehen, dem Kanadier aber-nicht- Reite» ist, E» erscheint gegen den Nordpol'ein'breiter Lichiitreifen, aus dein hin' und wieder.fcurigc/Strahlen" hervor» ' schießen. Ein Kundiger erzählt, daß daS"Nordlicht, f» Kanada,- da» im Süden. cmf-«ürotzäifchen, Breite« graden liegt, deshalb zu sehen sei, weil der mague- ! tische Teil, des Nordpol» Kanada' am" nächsten ist.'' ''/ Der nächste.sonnige, Tag'.'hristgt üris-in"die Bwcht btij-der-Insel Anticosti. Hier' Himmeln sich mehrere Wal«/ihre Fö'ntänen glihern immec wieder ; iin-Sonnenlicht aüf.'dann Und wann siehst man ihre Mckin au» deck Wässer aüftaucheU.-Die Eifer'komme»: näher'und verschwinden wieder,- gegen Abend blinken zahlreich« Äeuchttürcke,> dien Schiffen Ihren Weg weisend: Mrt nächste. Morgen"bringt uns wieder näher ans Land.' Schmucke Dörfchen, einzelne Farmen, tauchen auf. Wir sind in derProvinz Ouebeck. Um' 10 Uhr gibt es endlich die'erste Landung in.Ouebeck, der Hauptstadt,. der, gleichnamigen Provinz, die vorwiegend von Fraitzosen besiedelt isst. Die Stydt zählt"etwa 150.000 Einwohner.. "Biele Ankömmlinge werden von" Berwandten jubilnd begrüßt,-unsere Steinschönäuerin ivird hier von ihrem Bräutigam erwartet) der'/ obwohl er erst ächt Jahre hier ist, oft mühsam nach'.einem deutschen Wort suchen muß. Um 12 Uhr nacht» landen wir in Montreal, unserem Reiseziel. DI« Nacht muß noch auf dem Schiffe verbracht werden, weil die Zollbehörden erst früh amtieren. Biele bedauern heim Berlassen de» Schiffe-, daß die schön« Reis« nun zit Ende ist. Man begreift die», wenn man die ausgezeichnete Betreuung der Reisenden auf den Schiffen der Canadian Pacific Railway kennen gelernt Hai, ganz gleich, in welcher Klasse sie fahren, ob BergniigungSreisende oder Auswanderer. E» gab nur ein Wort de-Lobes. , Die Betreuung der Auswanderer Für die Auswanderer wird die Betreuung auch auf dem Lande fortgesetzt, SI«j werden.sofort bei Betreten de» Lande»(Zollschwierigkeitcn gibt c» für Einwanderer nicht) von dem Vertreter der Jmmi- gralionSabtqilnng der C. P. Ri(Canadian Pacific Railway) empfangen. Diese Behörde steht unter strenger Kontrolle der kanadischen Regierung, bzw. handelt al» Beauftragte der Regierung. Sic. sorge für«ine entsprechende Unterbringung der Einwanderer und für die sofortige Anlage ihre» BarvermögenS in einer sicheren. Meldanstalt.(Die» ist Regierungsvorschrift, denn viele Einwanderer sind früher allerhand Schwindlern in die Hände gefallen und um ihr Geld^gekommen- Die» wird mm verhindert, nachdem jeder Einwanderer den vorgeschriebenen Betrag von 1000"Dollar bei einem Geldinstitut sicher anlegen muß. Diesen Betrag kann der Einwanderer beheben, wenn er die Farm und deren Zubehör kauft. Er wird ihm aber verweigert, wenn er statt einer Farm etwa» andere» kaufen, d. h. einem anderen Bcruf'nachgehen will, denn die kanadische Gesetzgebung-sieht vor," daß Einwanderet, wenn sie kein«.Spezialerlaubvj» haben, nur den Farmerberuf ergreifen dürfen: Schon am zweijen Tag"nach der Ankunft werden die Einwanderer, wenn sie sich in der Nähe von Montreal niederlaffen wollen, mittel» Auto wieder von dem Vertreter der Immigrations-Abteilung auf verschiedene Fckrmen geführt, wo sie sich nach Belieben eine au-suchen können. Leute, die in die Weizenprovinzen des Westen» wollen, können ohne weitere» dorthin fahren und sich in Manitoba, Saskatschwan oder illberta eine Farm kaufen. Man fährt von Montreal bi» Winnepeg(zwei Nächte und einen Tag) in au»gezeichneten Waggons der C. P. R., die mit Betten und Kochgelegenheiten für die Auswanderer aus» gestattet'sind. In Winnipeg werden.sie wieder von' dem Vertreter derÄnsiedlungSbehörde in Empfang genommen, der mit ihnen so-lange Farmen besichtigt, .bis sie glauben, daß sie-die beste und preiswerteste gefunden haben. Damit ist di« Fürsorge-für die Ein-" Wanderer nicht beendet. Der Vertreter der Sied- lungSbehörde sieht darauf, daß.der"Neuankömmling bei den; Kauf der Farm nicht über» Ohr gehauen wird. Sic drücken, und handeln den Preis dafür herunter, wobei ihnen zustatten kommt, daß sie in dem ihnen zugewiesenen Distrikt jede Farm genäu ken« Ueberall die gleichen Rüpel Marsch a n. Auf der Handelshochschule in" Warschau kam e» DienStag neuerlich z» antisemitischen Demonstrationen selten» der nationalistischen Studenten. Die Demonstrationen arteten in derart schwere Exzesse au», daß ein Eingreifen dct Polizei Uottvendiß wurde, nm eine vollständige Demolierung der Härfälr zu verhindert. Nicht nur jüdische," sondern auch sozialistische und demokratische Studenten wurden von den nationalistischen Hochschülrrn überfallen undinißhandelt. Ein Student mußte bewnsitlo» In» Kränkeuhau» iibrr- fiihrt werden. Die Ruhestörer machten bei Ihren AnSschreitnugen von Stink-', Nnd TränengaS- bomben Gebrauch. Eine Gruppe von^Exzedenten öffnete den Wasserhydraitten, um verschiedene Hörsäle unter.Wässer zu sehen. Erst In den Abend», sttmden gelaitg e» der Polizei, da» Gebäude voll» ständig zu räumen, da sich die nationalistischen Studenten in den Hörsälen verbarrikadiert hatte». Irottlcl wl’l sich rehabilitieren Oslo. Trotzki hat, Ivie behauptet wird, gegen zwei norwegische Blätter die.Klage wegen. Ehr», abschneidung eingebracht. Es.handelt sich um ein kommnitistlsches.und ein faschistische» Blatt, welche über den Prozeß gegen Sinowjew und Genossen die Rächrscht veröffentlicht hatten, daß Trotzki sich an der Organisation de» Attentate» gegen Kirow und andere führende Faktoren Sowjetrußland» beteiligt habe. neu, aber auch ihren Besitzer und dessen Mentalität, wa» für den-Farmkäuser bei den Kaufverhandlnn- gen von großem Nutzen ist. Diese DistriktSvertrciec werden von ihrer Behörde gut entlohnt.und sind gesetzlich verpflichtet, die Einwanderer bestmöglichst unterzubringen, Jedweder Mißbrauch würde von der Regierung streng bestraft. Alle Behödden in Kanada, ob von der Regierung oder private der C. P. R., haben nur das eine Bestreben, jeden Einwanderer al» Farmer gnt unterzubringen, denn sie haben dagrößte Interesse daran, daß c» dem Farmer gnr geht, damit-er dem Staate nicht zur Last fällt un0 bodenständig-wird. Deshalb auch die große Streng« gegen Mißbräuche, die dadurch zur Gänze beseitigt wurden.« - Aber die Betrenung geht noch weiter. Jeder Vertreter der Siedlungsbehörde steht-den neuen Farmern-auch in wirtschaftlicher Hinsicht zur Seite.. Sie beraten sie be! dem Ankauf von Vieh und Inventar und bei der Verwertung der Produkte, vielfach auch hinsichtlich der landwirtschaftlichen Arbeiten, die hier oft einen anderen Charakter haben als in der Heimat. Auch diese Beratung ist darauf gerichtet, den neuen Farmer- vor Ilebervorwilung-bei- MWeU- oder vor- Schädigung-' durch-eigene, unlluge Wirtschaftsmaßnahmen zu schützen. Wenn.man hier an Ort und Stelle diese strenge Systematik der Siedlungsmethode kennen gelernt hat, dann gibt«s. nur eine Feststellung: Sie ist einzig- arttg vorbildlich und dürfte kaum in irgendeinem Lanpe. ihresgleichen haben. Und doch gibt es hier uno da einen Farmer, der scheitert, aber immer nuc dann, wenn er die Ratschläge der Siedlungsbehörde- nicht befolgt, sich insgeheim(leider gar oft von eigenen Landsleuten) beschwatzen läßt und mit dem Kopf, durch.die Wand will, oder gar von dem Reichtum, alter ansässiger Farmer zu.allerhand Spekulationen sich-verleiten.läßt und es dann manchmal mit seiner Existenz,--manchmal auch, nur mit" einer, vorübergehenden Schädigung bezahlt. . Ich konnte mich in Gesprächen mit Hunderten von Farmern immer wieder davon, überzeugen, daß jeder Farmer, Wenn er den Ratschlägen der Behörde folgt, und eine auch iiur halbwegs kluge Wirtschaftsweise mif seiner europäischen ArbcitStiichtigkeii verbindet/, oft. schon nach fünf, bis zehn Jahren in Kanada, zu einer Wohlhabenheit gelangt, di« der europäische Bauer seit Jahrzehnten nicht mehr kennt, lieber die Grundlagen dieses Wohlstände» soll später noch berschtet-werden.... ■i Turm„Tepes" im Carol-Park, Bukarest «r. 261 Mittwoch. 28. Oktaler 1036 Seite 7 AgesneuigLeiten. Das Gesicht Europas „DaS moderne Leben macht die Hunde neurotisch. Die Hunde sind heutzutage neu. rotischer als ihre Ahnen vor zwanzig Jahren. Schuld daran sind die Veränderungen der Nahrung, die großen Einschränkungen der Freihett, der Lärm und der Betrieb..»Wenn die Hunde rationell geftittert würden und. einen ordentlichen Schlafplatz hätten, auch Gelegenheit zu aus- reichender Betätigung vorhanden wäre, so würde.die Hysterie verschwinden." Tierarzt H. Raynor Heveston in„Daily Mail", London. „Heute nachmittags beginnen die ersten Spiele der neuen Fußballsaison. Für viele Men» scheu ist der Sommer nur eine Prosaische Unter, brechunig zwischen zwei Fußball-SeasonS, und so beginnt heute ein neues Leben." „Daily Mall". London. M „In Ottakring wurde heute in einer von FnveiUar fast leeren Wohnung der Strumpfwirker Schmidt mit seiner Frau und zwei Kindern mit Leuchtgas vergiftet aufgesunden. Es handelt sich um eine Tragödie der Not." .„Der Tag", Wien. „Bürgerkrieg in Spanien, gespannte Lage in Europa,—man kann sich nicht wundern, wenn die Menschen vorzeitig aüern, nervös wer- den, an Schlaflosigkeit und Hysterie leiden und auch impotentwerden. BehebtNervosttät, Neurasthenie und hauptsächlich Impotenz durch dar Präparat Roga-Hormonl" Inserat im»Prag« Mittag". * /.Professor Georg MarianuScu aus Buka- rest, Spezialist für Nervenkrankheiten, hat einen Apparat erfunden, der den Grad der Zuneigung einer Person fjjr eine andere mit Präzision an- geben soll." „Pcster Lloyd", Budapest, „General v. Geeckt hat auf einem Meeting gesagt»,MyuMk Krieg sei unvermeidlich.„ Er hoffe aber," daß bie lleberlebenden nachher imstande seien, in dem gleichen brüderlichen und harmonischen Geist zusammenkommen zu können, wie eS die Ueberlebenten des letzten Krieges hier demonstrieren." „Netv York Times". #■ "„Es ist bemerkenswert, daß die deutschen Berufsdiplomäten, die Industriellen und die Führer der Armee der Bisnmrckschen Tradition der freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland treu bleiben und damit rechnen, daß diese, einst verwirklicht werden kann." „Agenee HavaS", Paris. Schadenersatz aus direktem Weg. Die Gendarmerie in Takevo verhaftete' Ignaz Bettovii aus BySni Studena, der den Verlust einer Aktentasche mit einem Betrag von 6600 Kä vorgetäuscht hatte, welche ihm bei dem Eisenbahnunglück auf dem Bahnhof In Takevo entwendet worden sei. Berkovik wurde leicht verletzt und verlangte den Ersatz des verlorenen Betrages. Durch die Untersuchung wurde festgestellt, daß Berko» vik nur 60 Kc bei sich hatte.' Rach der Rückkehr in die Heimat. Bor vier Monaten lehrte Anna Meyerbuchler von einem langjährigen Aufenthalte in Amerika nach ihrer Heiniatgemelnde Horni Dubovany bei. PieSkany zurück. Sie brachte auch ihre Ersparnisse mit, die sie bei sich zu Hause aufbewahrte, da sie sie vorläufig nicht den Geldinstituten anvertrauen wollte. In der Nacht zum 21. Oktober drangen in ihre Wohnung unbekannte Täter ein und raubten 2000 Dollar und 8000 KS Bargeld, eine Uhr, Ringe und andere Schmnckgegenstände. Di« Vorgefundenen Wertpapiere im Werte von rund 0000 Ak verstreuten dir Einbrecher auf dem Hofe. Die Gendarmeriefahndungsstelle in PieSkany verhaftete nunmehr zwei verdächtig« Männer und liefert« sie in oie GeÄchtShaft ein. Ein Kutter wagt die Ost-West-Passage. Einbesondere Leistung, hat der kleine, russische Kutter .Kapitän Pospielow" fertig gebrächt, dn ebep In Wladiwostok eingelaufen ist. DaS Schiff hat am 26. Juli Murmansk verlassen und Kurtz.mich. Osten genommen. Die West-Ost«Passage,die ja überhaupt erst.vor kurzem.russischen. Eisbrechern geglückt ist, ist noch Vie einem'.einfachen. Dampfer gelungen. Der„Kapitän Pospielow" hat sich, unerschrocken durchgearbeitet.' Fast 60 Tage hat er. sich durch das Eis hindurchgearbeitet. Solange eS sich um Treibeis handelte,, war d!« Aufgabe relativ leicht. Aber der" kleine Kutter hat auch weite Strecken geschlossene Eisfelder überwunden. Die Mannschaft mußte geitttfelfe-.mit Aexten und Eisenstangen die Eisdecke vor dem Buggzectrüm» »em, damit dal Schiss wieder in Fahrt kam. Elektrisch« Signalgeber bei der englischen Eisenbahn Bei der englischen Eisenbahngesellschast„Southern Railway" ist nunmehr ein neuartiger elektrischer Signalgeber in Gebrauchtzenommen worden, wie er ähnlich schon lange bei der Deutschen Reichsbahn benutzt wird. Durch farbige Lampen wird auf einem Plan die Fahrt der Züge genau angegeben, so daß der Eisenbahnbeamte jederzeit eine Kontrolle hat. 27 Stationen sind an dieser Strecke mit Telephonen und Lautsprechern verbunden, so daß von "hier aus die ganze Streckenführung vom Waterloo- Bahnhof bis Surbiton kontrolliert werden kann. Knut Hamsun, der norwegische Dichter,, ist der faschistischen Organisation„NaSjonal Sämling" beigetreten und hat in deren Blatt „Fritt Folk"«in Bekenntnis zu dem Faschisten« 'sichrer Quisling abgelegt. Sowjetruhland zitiert Admiral Nelson. Die Devise Sowjetrußlands, die auf allen staatlichen Emblemen um Hammer und Sichel hemm angebracht war, lautete bis vor kurzem bekanntlich: „Proletarier aller Länder, vereinigt euchl" Sie ist jetzt abgeändert worden, und die neue In- schrift lautet:„Der Sozialismus rechnet damit, daß jeder seine Pflicht tut!" Es ist nicht bekannt, ob die Leiter der Geschicke Rußlands sich bei der Wahl dieses Satzes bewußt waren, daß sie«in berühmtes Wort abwandelten/ Sie haben niemand anderen zittert als Nelson, der vor der Schlacht bei Trafalgar(1806) das Signal hißte: „England rechnet damit, daß jeder.seine Pflicht tütl"‘ iinlorini s>rt Hartwig Siemens" in schwerer Seenot. Bei Ter- schelling ist das dänische Schiss„ESbjerg" durch beit Sturm leckgeschlagen worden und befindet sich" ebenfalls in schwerer Not. Einem holländischen Fischdampfer, der in den Hasen von Umui- den cinlicf, wurden durch eine Sturzsee die Dcck- aufbanteu sorigerissen. Vier Mitglieder der Besatzung, ertranken. Das Schiff sank. Bei dem über der Nordsee herrschenden schweren Südweststurm ist der schwedische Dampfer„Singoala", etwa 52 Meilen von Borkum entfernt, in Seenot geraten. Das Borkumer Rettungsboot ist zur Hilfeleistung ausgefahren. Auch bei Norddeich soll sich ein Fahrzeug, dessen Ladung über Bord gespielt wurde, in Seenot befinden. Auf der Insel Norderney wurde groher Schaden angerichtet. Elbe*Feuersch1ff mit 15 Mann gesunken Cuxhaven. Das Feuerschiff„Elbe I" ist Dienstag nachmittags bei dem heftigen Orkan gekentert. Nach dem Bericht eines Augenzeugen, des Kapitäns eines englischen Dampfers, wurde die„Elbe l" von einer Grundsee ersaht und kenterte um 18.49 Uhr. An Bord des Feuerschiffes befanden sich 15 Mann Besatzung, mit deren Tod nian rechnen mußi Der Bergungsdampfer„Hermes",, der von Cuxhaven auslief, muhte unverrichteter Dinge umkchren, da er gegen die grobe, See nichts ausrichten konnte. Lundenburg—Brünn zweigeleisig. Dienstag vormittags wurde auf dem zweiten Geleise oer Strecke Lundenburg—Brünn im Sektor Brünn— Vranovicc, einem der wichtigsten und frequentier- testen Streckcnteil in der Republik, in feierlicher Weise der Betrieb eröffnet.■ Die Arbeiten am Abschnitt Lundenburg—Brünn, der 60 Kilometer lang ist, wurden im Jahre 1928 begonnen. Der ersteAbschnitt bis Vranovice wurde im Jahre 1934, der übrige Teil von Vranovice nach Brünn ani Dienstag eröffnet. Der ganze Abschnitt Lun- dcnburg—Brünn hat einen Kostenaufwand von rund 88 Millionen KL erfordert. Hievon entfielen rund 15 Millionen Kö auf Arbeiterlöhne. Für den Bau Ivaren rund 850.090 Waggons Aus- tvursmaterial nottvendig. ES wurden 45 Ueber- und Uuterfahrten anher 50 anderen kleineren Objekten errichtet. Die Schienen auf dieser Strecke sind die schwersten, die bei den tschechoslowakischen Staatsbahnen heilte benützt werden. Die Strecke tvird mit einer Stundenqeschwindigkeit von 110 Kilometer» befahren werden,— Um 12 Uhr bestiegen die Festteilnehmer den Sonderzug und befuhren das fertiggcstcllte Geleise von Brünn nach Vranovice, womit auf diesem Abschnitt der ijffent- liche Betrieb eröffnet war. Wieder Kalenderreform. Der Gesandte von Uruguay, Dr. Alfredo de Castro, hat die Absicht, dem Ausschuß für Kalenderreform beim Völker« bund einen neuen Rcformplan einzureichen, der sich„Weltkalcnder" nennt. Dieser Kalender würde vier Trimester enthalten, von denen jedes 18 Wochen enthalten würde. Die Monate würden demnach 31 und zweimal 80 Tage haben. Der 865. Tag soll als überzähliger Tag zivischen Ultimo Dezember und dem 1. Januar eingeschaltet werde». der Schalttag alle vier Jahre zwischen Ultimo Juni und dem 1. Juli. Dem Ausschuß liegt noch ein weiterer Plan vor, der viel einfacher ist: Danach soll" das Jahr in 18 Monate zu je 28 Tagen eingekeilt werden. Der 365. Tag wird als Neujahrestag eingeschaltet; bei Schaltjahren gibt es zwei Neujahrstage. Ein dritter Plan, der von Georges Mossö vorgeschlagen wird, ist besonders verführerisch. Danach sollen die Monale vier Wochen zu sieben Tagen haben. Dazu kämen jeden Monat zwei Feiertage, der Monatsanfang und das Monatsende, die nicht mitgezählt werden. Der letzte Tag jedes Vierteljahres ist wiederum ein Festtag, ebenso wie ein weiterer Festtag am Iah- reSschluh bei Schaltjahren eingeschaltet wird: Dieser Kalender ist ein wahrer Festkalender! Japanische Unverfrorenheit. Die japanischen Militärbehörden haben den städtischen Behörden von Peking mitgctejlt,• daß während der letzten zwei Tage der Manöver des japanischen Militärs die Uebnngen der japanischen Truppenabteilungen Direkt in Peipin g stattfinden werden. lUksMktsckast und Die Wahlen bei den Staatsbahnen Zwei Fronten— zwei Kandidatenlisten: „Demokratische Arbeitsgemeinschaft** gegen„Block** In den ersten Novembertagen finden"die Wahlen in die VertrauenSmännerauSschüffe und die autonomen Körperschaften der Krankenkassa und Unsallversorgung der tschechoslowakischen Staatsbahnen statt. Die bloße Tatsache, daß rund ein« Viertelmillion zur Wahlurne geht, stempelt diese Wahlen zu den wichtigsten’ seit dem Mai 1985. Und wenn heute.nicht jede Wahl, auch eine solche von"anscheinend rein wirtschaftlichem Charakter, eine politische Note besäße, so genügte die Tatsache, daß die den Wahlkampf führenden gewerkschaftlichen Organisationen mit politischen Parteien zusammenarbeiten müssen, wenn sie die Fordeningen ihrer Mtglieder erfolgreich vertreten wollen, um die politische Bedeutung dieser Wahlen aufzuzeigen. ES fehlt nicht an Versuchen, gewisser Verbände, die sich selbst neutral nennen, diese Verhältnisse zu verschleiern, doch ist hinlänglich bekannt, daß diese zur Schau getragene Neutralität nur dazu dienen soll, einen Teil der Wählerschaft für die eigenen selbstsüchtigen Zwecke dieser Neutralen zu ködern. DieSinal stehen sich zwei große Wahlgruppen gegenüber. Die Wahlgruppe„Demokratische Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahner-GewerkschaftS- organisationen" und die Wahlgruppe„Block". Die erstgenannte Wahlgruppe wird von folgenden Organisationen gebildet:„Unie", Verband der Eisenbahner,„Jednota", Föderation der Lokomotivführer und Beamtenverein der Mittelschüler. Außerdem hat sich noch der Heizerverein »dieser Wahlgruppe angeschlossen. Im„Block" dürften alle anderen Organisationen und Vereine zusammengeschlossen sein. DeW Wahlgruppe „Block" gehören somit Organisationen an, deren Grundanschauungen, auf denen sie aufgebaut sind, teilweise große Gegensätze aufweisen. Gemeinsam ist ihnen nur das eine Merkmal, daß sie den sozialistischen Organisationen und Parteien ablehnend gegenüberstehen und noch keinen Beweis«Tracht haben, daß sie ein volles Verständnis für. die Forderungen der breiten Massen des Personales ausgebracht hätten. Ihm ist auch di« von der tschechischen Agrarpartei neugegründete Eisenbahnerorganisation angeschlossen. Die„Unie", der. Verband der Eisenbahner und die Föderation der Lokomotivführer bildeten schon in- den letzten Wahlen in die Institutionen der tschechoftowakischen Staatsbahnen eine gemeinsame Wahlgruppe. Wenn diese Gruppe durch die„Jednota" und den. Verein der Mittelschüler erweitert wurde, so liegt die» im Interesse der breiten Massen der Bediensteten und der großen Zahl der Ruheständler. Bon den in der Wahlgruppe„Demokratische Arbeitsgemeinschaft"der Eisenbahner- Gewerkschaftsorganisationen" vereinigten Organisationen wurden durch deren Vertreter hauptsächlich in dem ZBA die Forderungen der Bediensteten nach besten Kräften vertreten. . Die organisatorische Zersplitterung der Eisenbahnbediensteten in der Tschechoflowa- kischentRepublik hat sich im allgemeinen für da» Personal ungünstig. aüSgewirkt. Noch schlimmer sind die Auswirkungen jeder organisatorischen Zersplitterung für die Bediensteten und Ruheständler deutscher Volkszugehörigkeit. Der Verband der Eisenbahner hat seit der Gründung der Tschechoftowakischen Republik in mühevoller und aufopfernder Arbeit stets die Interessen der Bediensteten deutscher Volkszugehörigkeit vertreten. Nicht ohne Erfolg. Die Arbeit hätte noch erfolgreicher sein können, wenn ein Teil der Bediensteten und Ruheständler sich nicht abseits gestellt hätte. Besonders bei den Wahlen bei den Staatsbahnen wirkte sich die» schädlich au». Ohne selbst ein« eigene Vertretung in genügender Weise zu erhalten, kamen dies« Stimmen Organisationen zum Vorteil, die auch in sozialer Beziehung andere Zielrichtungen hatten. Die Wahlen werden aber auch ein, Bekenntnis der Eisenbahner und Ruheständler für die Demokratie, den Frieden und die Völkerverständigung sein müssen. Alle. diejenigen, welchen dies« Ziele und die sozialen Forderungen der Eisenbahnbediensteten und Ruheständler nicht gleichgültig sind, werden daher nicht nur ihre Stimme, fiir die Liste der„Demokratischen Arbeitsgemeinschaft" abgeben, sondern für ihren Erfolg auch werben, und um so intensiver werben, je schwerer und wichtiger heute der Kampf ist. unsere» Expor te r. Der Vortragende erklärt« zunächst, daß.auch die zweite-Abwertung unserer Krone den Unterschied zwischen den bisher Höheren Preisen unserer Exportindustrie und denen de» Auslandes nicht ganz"beseitigt habe. Auf-einer ganzen Reih« von Auslandsmärkten seien därupl die. tschechoftowakischen Erzeugnisse noch immer zu teuer, wenn auch nicht mehr so teuer wie früher. Diese Tatsacht lasse sich mit" den Mitteln der Währungspolitik allein nicht au» der Welt schassen. Allerdings sei bisher auf dem Gebiete der. Währung»- und Finanzpolitik noch nicht alles geschehen, wa» geschehen könnte. Zur Senkung der Gestehungskosten fehle e» uns vor allem In genügendem Ausmaß an billigem Geld, wie e» den Ländern de» Sterling- und Dollarblock» mit so. gutem Erfolg zur Verfügung stehe. Man müßt« vor allem da» Beispiel dieser Länder nachahmen.- Pistoriu» hält e» Wester für unerläßlich, gewisse Frachttarif« herabzusetzen, die in konkurrierenden Exportstaaten niedriger sind. In der gleichen Weise wäre mit den Frachttarifen zu verfahren, die sich auf«ingeführte Rohstoss«, Halbfabrikate und Zusatzstoffe beziehen. Steuern und Abgabon, die die Ausfuhr belasten, müßten, soweit sie im Ausland« niedriger sind, angemessen gesenkt, soweit sie dort Überhaupt nicht, bestehen, glatt beseitigt werden. Unbedingt verhindern müsse man, daß di« Kartelle ihr« Erzeugnisse (Halbfabrikate, Zusatzstoffe ustv.) heimischen Fabriken nur zu höhere» Preisen al» ausländischen liefern. Der von der- Abwertung bewirkten— wirtWaftlich höchst unerwünschten— Erscheinung einer Erhöhung de» Zollschuhe», Iväre durch Ermäßigung der Zollsätze, durch Beseitigung der Devisenwirtschaft für unseren Außenhandel und-durch Abschaffung de» B e w i l l i g u n g» v e r f a b» r e n» entgegenzuwirken. Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten Aussig« chemischer Verein kauft Äraunkohlenwerk. Der Äussiger chemische Verein hat die Aktienmehrheit der' Handlovaer Kohlengruben« A.-G. in Preßburg zum Preise von rund 80 Millionen Kronen erworben. Die Aktien befanden sich bisher in dem Besitz einer ungarischen Gesell« schäft, hinter der ein holländisch-belgisches Konsortium steht. Die Handlovaer"Kohlengruben besitzen ein reichhaltiges Kohlenflöz; Sie beschäftigen rund 2000 Arbeiter und fördern jährlich etwa eine halbe Million Tonnen. Der Fleischverbrauch sinkt weiter.- Der Fleischverbrauch im gesamten Staatsgebiet ist weiter. zurückgegangen. Betrug der Monatsverbrauch im Durchschnitt des Jahres 1035 je Kopf der Be- völlerung 2.27 Kilogramm, so im Juli 1986 1.94 Kilogramm und im August nur 1.85 Kilogramm. Der Fetwerbrauch betrug, im Monatsdurchschnitt 1985 0.44 Kilogramm, im, August Kundgebungen der Privatangestellten Der Allgemeine Angestellten« Verband, Reichen berg, veranstaltete am 25. Oktober in seinem Kreisgebiet Ost bäh« men vier große Kundgebungen, an denen sich mehr als 1000 Privatangestellte beteiligten. Die Kundgebungen fanden in Trauten«», A r n a u, G u t t e n b r.u n n bei Königinhof und Braunau statt. Die Referenten dieser Kundgebungen(BerbandSobmann Franz Kirchhof, Verbandssekretär Ernst G r ü n z n e r, HanS Wagner und Ladiftaus A l l i g e r) befaßten sich mit der augenblicklichen wirtschaftlichen und sozialen Lage der Angestellten und begründeten unter stürmischem Beifall der Versammelten«Ine Reihe von Forderungen wirtschaftlicher und sozialpolitischer Natur, die in einer einstimmig angenommenen Entschließung zufammengefaßt wurden, in der«S heißt:- Angesicht» der durch die Kro.nenabwer« t u n g geschaffenen Lage müssest die Regierung und die übrigen in Betracht kommenden Stellen alle Mittel anwenden, um die drohende Gefahr, einer weiteren Verteuerung der LebenShalwng der breiten Verbraucherschichten abzuwehren. Durch die ständigen Lohnkürzungen ist da» Einkommen der Privatangestellten derart tief herabgedrückt, daß eine Teuerung einfach untragbar ist." Gegen diese- Gefahr stellen sich die organisierten Privatangestellten um so mehr, al» die jetzigen Einkommensverhältnisse-der seit Monaten feststehenden WirffchaftSbelebung in keiner Weise angepaßt werden. Die Anpassung der Löhne und Gehälter an die gebesserte Wirtschaftslage ist«Ine mehr al» berechtigte Forderung, deren Stättgebung auch im allgemeinen WirffchaftSiniereffe liegt. Di« wirksamste Art der. Erhaltung der Arbeit»« Plätze, sieht die freigewerkschaftlich« Angestelltenschaft in.einer intensiven Exportförderung. Die Regierung und alle Wirtschaftsorganisationen müssen mit ihrer ganzen Kraft bei der Stützung der Ausfuhr jene Maßnahmen beschleunigen, die zur schnellsten. Refundlerung.der- Handelssteuern, zur Durchorganisierung leistungsfähiger Auslandsvertrewn» gen, zu einem allen" Anforderungen entsprechenden Exportinstitut /und. zur Ueberwindung besonder»., begünstigter Auslandskonkurrenz. führen. Al», besonder» dringend«rächtet die organisiert« Angestelltenschaft ihre soziale-Sicherung. Im besonderen yerlangt sie,in, dieser itzinsicht ,die Aenderung einiger Bcstimmnngen des PensionSVersicherungS- gesetze». Für die HanhelSangestellten" ist endlich, die volle Durchsetzung der Sonntagsruhe gerade in: hiesige» Gebiet««ine Forderung, gegen. deren Verwirklichung kein Hindernis mehr bestehen kann. zvutal auch di« Geschäftsinhaber selbst die Sonntagsruhe wünschen. Besonder» entschieden und einmütig wenden sich di« Angestellten gegen die unsozialeAu»- legung bestehender arbeitirechtlicher Bestimmungen durch eine Reihe von Arbeitgebern. Sie fördern die,»fündigen Stellen(Gewerbeinspektorate u. a.) auf, ein Augenmerk auf diesen Umstand zu richten. Die Notwendigkeit unseres Exportes Vortrag de» Direktors des Exportinstitut» . Gen. Pistorins Prag. In einem vom Einheitsverband der Pri» vatangestellten veranstalteten Vortrag sprach der Direktor de» Tschechoftowakischen Exportinstitutes Pistoriu» über die Lage und die Notwendigkeiten Der„Daily Telegraph" berichtet au» gut unterrichteter Quell«, daß Deutschlands Marineministerium Vie 86 Unterseeboote, über die«» verfügt, gegenwärtig mit neuen Motoren ausstattet. Diese neuen Motoren sind aber geradezu sensationell, und ihre- Hauptbesonderheit besteht darin, daß sie an Stelle eine» Brennmaterial» destillierte» Wasser benötigen. Da» alt« System Gewöhnlich wurden dl« Unterseeboote bisher mit zwei Motoren, ausgestattet: einem Dieselmotor, der da» Boot Wer Wasser, bewegte, und einem elektrischen, der e» unter Wasser, foribrachte. Diese» Sästem ist indes tust etzier Reihe von Beschwerlich, keiten verknüpft: man muh große Brcnnswffmengen mit sich führens viele Akkumulatoren usw. Die Folge ist, daß der Aktionsradius der Unterseeboote im Vergleich zu den Aufgaben! die ihnen im Kriegsfall« gestellt werden könnten, relativ gering ist. Knallga» Aus den. deutschen" Uiiwrsecbooten ist jetzt mit diesem System ter Zweimotorigleit Schluß gemacht worden. Jede» Boot wird"von nun an" nur mir einem einzigen" Motor äuSgerüstet-'sein.. Indessen wird- dieser Motor sticht wie bisher.durch. schwere Oele in Bckvegum gesetzt werden, sondern durch die Mischung zweier Gase; de» Sauerstoff»- und de» Äirsserswff». .,"Bekanntlich,".nennt.- man-diese». Gasgemisch ^Knavgg»",,'und ebenso bekannt ist es, daß diese» Knallga» Wer."einechedesttönde" Explosivkraft verfügt. Versuche, seist« Kraft für Motore auSzunützen," slüd bereits wiederholt, gemacht worden, aber di« Ingenieure, haben bisher nicht vermocht, diesich ihnen ent- gegenstellenden Schwierigkeiten restlo» zu Werwin- 1986 0.48> Kilogramm. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Belebung ist das Anhalten- des- Ber- brauchsrückgangs besonders auffällig. Seine Er« klärung findet es freilich in der fortschreitenden Fleischverteuerung. Verhandlungen mit Jugoslawien. Vom 20. bis 24. Oktober sanden In Belgrad Verhandlungen über einige Fragen. statt, die sich in letzter Zeit mit Bezug aus den gegenseitigen Zahlungsverkehr zwischen Jugoflawien und der Tschecho- slowakei ergeben" haben. In allen Fragen; die Gegenstand der Verhandlungen waren,, wurde ein Einvernehmen erzielt, und es wurden die beiderseitigen Interessen und Bestrebungen nach! einer weiteren, ungestörten Entwicklung der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen befriedigt." den. Die Deuffchen, behauptet der„Daily Telegraph" nun, haben diese Aufgabe gelöst.. Und sie sind sogar noch viel tvcitergekommen: da» Unterseeboot brauche nicht riesige Reservoir«, mit Wasserstoff und Sauerstoff mit sich zu führen '>-Däzu7ommt noch,'datz auch die Netriik»» r egie bei vermehrter Produktwn stark g e sun- k en ist. Einige Ziffern beweisen da». Im Jahre 1022 zahlte die Firma an allgemeiner Erwerbsteuer in Trautenau 528.700 KC,*1m.Jahre 1027 826.041 KC und im Jahre 1020-. gar nur 27.006 KL. Ebenso sanken die HauSzinssteuern, von den Grundsteuern gar'nicht zu reden, weil sie nicht einmal 1000 KC im Jahre betragen. An W a r e n u m s a tzst t u e r n wurden 1022— 717,801 K,C bezahlt, 1027 bei dreifacher Produktion 200.505 K c. Für die Unfallversicherung mutzte die Firma 1822— 02.514 KC aufweuden, 1080 nur 87.000 KC. Die Krankenversicherungsbeiträge machten 1821 — 354.880 KC aus, 1827— 235.076 KC. Ed vermindert sich also mit der Lohnsumme auch die Regie, während der Erzeugungswert antvächst. Denn selbst dann, wenn die Preise der Rohmaterialien nicht in gleichem Matze wie die Garnpreise selbst gesunken wären, ergibt sich immerhin noch ein bedeutendes PluS für den Flachsspinner, weil der Preis der Rohmaterialien nur einen Teil des AesamtpreiseS des Garnes ausmacht. Dieses eine, mit Ziffern, die unumstützlich sind, belegte Beispiel zeigt auf, dah die Betriebs- und Lohnpolitik der Unternehmer, die einzig und allein eine möglichst hohe Profitrate zmn Ziel hat» auf der einen Seit« durch rücksichtslose RatlonalisiernngSmahnahmen die Arbeiter aus dem Betriebe drängt, sie also brotlos macht, währenddem der noch Im Betrieb« verbleibende Teil der Arbeiterschaft mahloS auSgenüht, durch Lohndroffelunge« feiner Kaufkraft beraubt wird. Beide» aber ist für die Westerentwtcklung unserer Industrie gleich schädlich. , Diese Methoden der Ausnützung der Be« I triebe und der nienschliche» Arbeitskräfte werden' in alle». Textilbetrieben des Aupatales mehr oder weniger.—. meistens mehr— angewendet.- Wir haben für die anderen Textilbetriebe nicht das Ziffernmaterial wie vom Betriebe FaltiS, aber die Tendenz ist, wie wir gleich nachweisen werden,*. dieselbe.■■•'•<>■■■•■ Die Firma Haase in Trautenau hatte Ist den ersten NachkriegSjahren' einen Arbeiterstand von 600 bis 700, sie beschäftigt jetzt noch 440 bi» 460 Arbeiter, während die Erzeugungs- guote fast gleich geblieben ist. Man braucht nur zu wissen, daß beispielsweise früher bei zehn DpiuumaschMe» 45 Arbeiterinnen, jetzt 26 beschäftigt sind. Dabei müssen diese 20 Spinnerinnen eine gröhere Leistung vollbringen als früher die 45. In der Vorkriegszeit arbeiteten an siebzehn Paar Hechclmaschinen 58 Arbeiter, jetzt an vier Antomaten 6 Mann. Trotz dieser großen Ersparnis von Arbeitern hat Man in diesem Betriebe die Löhne seit 1021 um mehr als 40 Prozent abgebaüt. Also auch hier Arbeiter überflüssig gemacht oder ihnen durch Lohnabbau die Kauskrast ge» nommen. Aber alle diese Unternehmer und ihre Stützen sindFärdererder SdP und freuen sich, wenn von den 17 Unglücksjahren in der Tschechoslowakischen Republik die Red« ist, weil mit dieser Phrase die Aufmerksamkeit von den eigentlichen Urhebern der Massennot oder wenigstens von den Schrittmachern derselben, abgeleickt wird. Wie ist es bei der Firma Walzelin Parschnitz? Richt anders! Am Beginn der zwanziger Jahre war noch bei jeder Spinnmaschine eine Spinnerin, eine Aushilfe und noch rin Lehrmädchen. Jetzt»ur noch ausnahmsweise eine Aushilfe, nie aber ein Lehrmädchen niehr. Also bei jeder Spinnerin hat man zum mindesten» eine Arbeitskraft weggcnommen. Dabei ist auch hier— abgesehen von der gestiegenen Leistung— ein Mehr an Arbeit durch die Spinnerin selbst zu verrichien, denn währenddem früher der Wechsel der Garnpfeifen von einer Aushilfskraft vorgenommen wurde, mutz das jetzt die'Spinnerin selbst besorgen. Sie kommt keinen Augenblick mehr zur Ruhe. Der Lohn der Spinnerinnen aber ist beträchilich herabgesetzt Ivorde». Vor zehn Jahren noch verdiente eine Spinnerin 180 bis 140 KC, heute nur. noch 05 bis 105 KC. Dabei aber die höchste Ausnützung der Menschen, die abends oft ohne zu essen vor Müdigkeit auf ihr '-"Lager sinken und trotzdem, weil dje»Wunden.gn ihren Händen zu sehr brennen, nicht einschlafen können? >, Und nun noch einen.Jutebetrieb: Die Kommanditgesellschaft EtrichinJungÜnch. In dieser Firma ragen sozusagen die Besten und Erstell der SdP hinein^ Ist es hier besser? Die alte Spinnmaschine hat 72 Spindeln Und erzeugt« bei achtstündiger Arbeitszeit 100 Kilogramm Garn. Die neuen Patentmaschinen— wie sie genannt werden-— haben 100 Spindeln .ind erzeugen in der gleichen Zeit 300 Kilogramm Garn. Bis zum Jahre 1028 Uesen 81 Feinspinnmaschinen, denen fünf Abziehkolonnen zngcteilt waren. Eine Kolonne bestand aus vier Abziehmädchen, vier Anspiimerinnen. Durch die Anschäftung der neuen Spimunaschiuen sind diese Kolonne» vollständig beseitigt worden, 45 Menschen wurden hier trotz erhöhter Leistung brotlos. Früher war eine Spinnerin fiir eine Seite der Maschine bestimmt und erhielt einen Lohn von 140 KC pro Woche, jetzt ist bei einer um 28 Spindeln gröberen Seit« eine Spinnerin und auf der zweiten Maschinenseite eine Aushilfsspinnerin, wobei die Spinnerin 140 KC und di« Aushilfe etwa 70 KC pro Woche erhält. Also die Leistung stieg pro Maschine um 22V Kilo pro Woche, de« Lohn sank um 70 Kk. In der Weberei wurden zwar keine neuen Maschinen angeschaftt, aber trotzdem rationalisiert wie nicht gleich ivo anders. Man hat bei allen Webstühlen da» Zwoistuhlsystem . euigefnhrt, d. h. also, datz heute ein Weber die Arbeit verrichten mub die früher von zwei Arbeitern geleistet wurde, und e» gibt anher dem Betriebe Strich In Jnngbuch keinen Jutebetrieb, in dem so wie und ruhende Fabriken hier auf allen Stuhlbreitcn auf zivci Stühlen gegrbeitet würde. Es laufen jetzt 218 Wcbstühle, an denen 100 Weber beschäftigt sind. 1028 waren eS noch 218. Bei diesen 218 Wcbstühlen liefen ftüher 61 Spinnseiten, nm das notwendige Garn für die Weberei hcrzustcllen. Bei diesen 61 Spinnseiten tvarcn 115 Arbeiter beschäftigt. Bei derselben Anzahl von Webstühlen lausen jetzt 26 Spinnseiten mit 43 Arbeitern. Zu diesen 61 Feinspimmmschinen kamen noch acht Vorspinnmaschinen mit 64 Arbeitern. Heute bestreiten. fünf Vorspinnmaschinen mit 28 Arbeitern die gleiche Leistung. Wir ersehen aus diesen wenigen Beispielen: es -st überall dasselbe. Kürzung der Arbciterzahl, nicht allein wegen schlechtem Absatz, sondern wegen den in den Betrieben eingesührten Ratio- nalisierungSmaftnahmen und Verkürzung der Löhne bei erhöhter Leistung. Man braucht nun kein Bolkswirtschaftler zu sein, um zu erkennen, dafj ständige Verringerung der Ar b«i t e r zi s s s.r bet vermehrter L e i st u n g in Kn Betriebe», geringere Löhne bei gröherrm Kraftverbrauch,»tritt nur glaub an der Volksgesundheit, sondern auch Vernicht» n g der Kaufkraft bedeutet. Wenn z» dieser unglückseligen Betrtrbspolitik noch esti«'Verminderung de» Absätze» durch die Weltwirtschaftskrise und nicht zuletzt dnreh eine Umstellung des Ber- bramhes bestimmte». Waren selbst.kommt, dann muh in einer solchen Industrie Alassenelend herrschen, dann muh die deutsche Arbeiterschaft zugrunde gehen, dann müssen sich zu ben schon still- gelegten Betrieben noch wettere gesellen, dann entsteht«in Jndustriefriedhof, derabernicht von der Republik, n i ch t v»» d e r Demokratie, nicht von der„jozl.a- liftischen" Regierung, sondern in der Hauptsache von der Volk» fremdHelt, d e r P r o f it gi er und der verkehrten Jndnstrirpolitik verjlhuldetwurde.Das den Menschen, die heute wie noch zu keiner ande. ren Zett beschwindelt und belogen werdm, auf» »»zeige n, i st P fli ch t j e d e» D e m o- krate» und jedes um dir Zukunft unserer deutsch« n Arbeiter besorgten M e n s ch e n in dies«» Staat»! Seite 10 Mittwoch. 28. Oktober 1080 Nr.»»1 ifteitüng begrenzt. Einer der besten' en'Militärkritiker,-General Düval,! Pari-,(MTP) Die belgische Neutralitätserklärung hat für die französische LändeSverteidi- gung neue Probleme geschaffen. Seit dem'' Waf- fenftillstandvon 1918 arbeiteten die Äeneralstäbe von Frankreich und Belgien eng miteinander, und seit dein Oktober 1928(Locarno) wurde die Zusammenarbeit noch intensiver; die belgische Fe- stungskette im Osten wurde zu einer natürlichen Verlängerung der französischen„Maginot- P a i n l ö v c-L i n i e". Als der Chef des belgischen GeneralstabS mit General Weygand, und General Gamelin nicht mehr übereinstimmte und zu der Vorkriegskonzeption neigte, die Antiverpen als„Festung Flanderns" und als belgische Rück- zugSlinie in den Vordergrund stellen wollte, ztvang der damalige belgische Verteidigungsminister Devize den Ches des belgischen GeneralstabS, seinen Abschied zu nehmen. Die französische Verteidigungslinie im Osten, die, eine konsequente Realisierung des Defensiv-StatuS der Armee, der 1928 angenommen wurde, bedeutete, setzt sich aus drei Hauptauüschnittcn zusammen: 1. der Rheinfront, die sich etwa 109 Kilometer lang von Basel— wo eine Lücke infolge jahrhundertelanger Neutralitätsgesetze klasft•— am Rhein- Nhone-Kanal entlang bei Straßburg bis Lauterbürg hinzieht; 2. der Nordvoges e n-S a a r- L i n i c, etwa 1 l'- Von Oberstleutnant Dumont »Glückliche" Saar. Eine Kruppe oppositio- iieller Katholiken des Saargebietes verbreitete ein illegales' Flugblatt, in dem festgestellt wird, daß eS jetzt' mehr Arbeitslose an der Saar gibt als vor der Saarabstimmung, daß die Arbeitslosen- unterstühnng geringer getvorden sei, daß es dreimal so viel„Bonzen" gebe als früher.daß die Korniption nicht geringer, sondern größer geworden sei, daß Älcinindustrie und Handwerk- vernichtet seien und nur die Großindustrie, nämlich durch die Riistungsaufträge, verdiene, daß die ; Löhne niedriger, die Preise höher seien,. Armenien,und Sowjetrußsand,,(MTP) Der Präsident der armenischen Sowjetrepuhlik und Mi'tbegriinder der kommunistischen'Partei Ar-' menieus, CyriUos K l a n d j i a n, hat— wie di« ! Sowjetpresse offiziell mitteilt— in seiner Wohnung Selbstmord verübt, als die Beamten der G. P. U. gerade im Begriff ivaren, ihn zu verhaften. Armenische Flüchtlinge,-die in diesen Tagen die türkische Grenze überschritten, berichten jedoch, der Präsident sei in seiner Wohnung getötet worden. Sowie diese ioie jene Fassung ist geeignet, stärkstes Aufsehen zu erregen, denn der tote armenische Politiker, der allerdings in letzter Zeit— vor allem seit dem Sinowjew-Prozeß — zu dem offiziellen Moskauev Kurs in scharfer Opposition stand, war ein langjähriger persönlicher Freund Stalins, den er bereits nahestand, als jener noch der unbedeutende Verschwörer und Rcbellcnfllhrer Joseph Dugaschivilli war. Er be» - kleidete das Amt des armenischen Staatsoberhauptes ununterbrochen seit 1920, als die Truppen des Generals Hecker die Republiken Georgien und Armenien in Rätestaaten umwandelten, die sich dann am 12. März 1922 mit den neugeschaffenen Staaten Aserbeidschan, Nachitschewan und Abchasien- zum„Bund transkaukasischer sozialisti« Dte große Nummer Von Gerus Prag steht gegenwärtig, wie man so zu sagen Pflegt—„im Zeichen" der„Großen Nummer". Was ist das? Nun: eine„große Nummer" ist ein Ausdruck aus dem Jargon der Artisten, und er wird für jene Nummer» des Variete- oder 1 Zirkusprögramms gebraucht, die im Mittelpunkt stehen und-den Blickfang bilden.-So-eine„große Nummer", kann- ebenso gut ein- Clown sei» (Grock,'die-Fratellinis) wie ein Jongleur(Na-, stellt) oder'eine Tierschau oder sonst irgendeine Nummer-des Varietö- oder Zirkusprogramms,! die sich' in der letzten Zeit— wenn man von den großen'Manegennummern und Pantomimen ab- steht-7 immer mehr,und' mehr ähneln.'. Gibt eS viele„große Nummern"? Nun muß. gleich gesagt werden, daß die „gryßenNuMmern" eine Seltenheit sind. Es geht dem. VärietL und-dem Zirkus nicht- anders als allen,,anderen-Betätigungsfeldern-des Menschen tu der'Welt: Spiheunmnmern sind höchst rar, auch' weuu es viel guten Durchschnitt gibt. Und zur'„großen Nummer" gehört nicht nur ein« ungeiÄhnliche Leistung: sie muß außerdem und sogar vor allen.Dingen eiue Art von linikum sein, etwaS'Einmaligech.etwas noch nicht Tagewesenes briiigcn.i.Dic Folge ist,' daß alle-Direktionen sich nicht'allein-um. di«, bereits bekannten„großen NunstNern!'"'reißen und Verträge mit ihnen auf lange^-Sicht- abschließen, so daß.z.H.Hie, großen. BarietiS bereits jetzt genau wissen, wer bei ihnen als„große Nummer" z. B. im' Oktober 1988 auftreten wird, sondern auch, daß die Agenten und Manager ständig auf einer regelrechten Jagd nach neuen„großen Nummern" sind. DaS Werden der„großen Nummer"' „Kein Meister fällt vom Himmel.".Das gilt auch für die Artisten. Und ein Artist, sei er noch so begabt, so tollkühn, so gut und sehenswert, hängt in seiner Laufbahn fast von denselben Dingen ab, von denen jeder, der Erfolg haben, will, abhängig ist. Zunächst-also ist selbstverständlich etwas, Glück, notwendig. Dann: die.nötige Reklame und der dazu gehörige„Trommler".(Das ist meist der Manager oder der Agent, der„seinen" Artisten nach Möglichkeit und im eigenen Interesse fördert.) Und schließlich kömmt es bei jeder Zirkus- oder Varietönummer mehr als sonst wo in der Welt auf die sogenannte„Aufmachung" an. Der Artist.muß imstande sein, seine Nummer— wie der Fachausdruck lautet-—gut„zu verkaufen", d. h.: Kostüme, Entree und die ganze Art, in der die Höhepunkte der Nummer„gebracht", also dargevoten werden, müssen eben richtig gewählt und dürchgeführt werden,-Man kann z. B. als Jongleur sehr wohl im Frack auftreten, und man kann seine Kunst auch— wie Rastelli es tat—' in der uralten Tracht deS Bajazzo zeigen. Man kann im Trikot„arbeiten" oder— wie Charley River«s tüt— in der .Maske Chaplins auftreton. Alles hat für den Enderfolg große Bedeutung und alles muß i richtig auseinander abgestimmt fein, ES ist daher in der Geschichte des BariettS und des Zirkus nichts Ungewöhnliches, daß eine Nummer, deren äußeren Rahmen man zweckmäßig änderte, die man also, um fachmännisch zu sprechen,„besser verkaufte", fast über Nacht zu einer«großen Nummer" wurde. Agenten und Manager kennen diese Möglichkeiten genau und sind stets bemüht,' Artisten, die ihnen Erfolg versprechen, nach dieser Richtung hin. zu beeinflussen und zu beraten.' Die Jagd nach der„großen.Nummer"" Die bereits entdeckten„großen Nummern", sind alle in„festen Händen", hgben langjährige und bindende Verträge mit Managern.und großen Artistenagenturen. Da aber auch sie natürlich nicht ewig sind, altern, stmchen-.usto.,,-muß der tüchtige Agent stets allf. der Suche nach' einem entsprechenden Nachwuchs sein; Zu diesem'Zwecke unterhalten, große Agenturen besondere„Num- mern-Jäger". DaS sind Fachkenqer, deren Aufgabe es ist, außerhalb der Fachkreise nach Menschen zu suchen, deren Könnest. gezeigt werden, deren Kunst zu einer„großen Nummer" reichen könnte. Diese„Nummern-Jäger" müssen sehr er», fahren sein und vorallemjeneS„etwas" besitzen, da» sie befähigt,''mit dem geistigen Augeauch-di«/ unscheinbarste. Lesstustg, auf! ihre Wirkungim Scheinwerferlicht Kfl ein großstädtischPublikum, zu prüfen. '■ Bekannt ist z. B. der Fall, eines amerikanischen„Nummern-JägerS", der.'stuf einer- Reise durch die USA über eiste Brücke aütslte und-ZIötz- sich unten einen... jungen" Flößer«ttoaS seinen Kameraden zurusen hörte; Der.Läger" fuhr dem Dar kleine Forscher terschlupf." Dar war der Anfang. Dann setzte ein. Zustrom anderer russischer Weißgardisten aus Oesterreich, Griechenland und Deutschland ein.„Die OffizierS-Kader der spanischen Fremdenlegion bestehen fast ausschließlich und jedenfalls in entschei-. d'ender Weise auS ehemaligen russischen Weißgardisten", berichtet„Kurier poranny". WaS Wunder, daß dies« Legion eine wesentliche und äußerst blutige Rolle bei der Unterdrückung der Aufstandes der Bergarbeiter in Asturien im Jahre 1984 spielte. Dieselbe Rolle der Henker hat diese Clique auch jetzt wieder übernommen.- So leben sie, so leben ste... Der Sturmführer der SA in Hagen-Altstadts Helpach, wurde verhaftet. Er hatte eS fertiggebracht, in einem halben Jahre 12.000 Mark Saufschulden zu machen- Man nimmt an, daß die Schulden in Wirklichkeit erheblich höhev sind, da einige Wirte aus irgendeinem Grupde fürchten, ihre Forderung anzumelden. Der Mann Helpach hat in unglaublicher Weise gehaust. Er lud' nicht selten das ganze Gastzimmer ein,-auf seine Rechnung zu trinken. Seine Rede gegenüber den Wirten war:„Der Sturm bezahlt alles, schicken Sie die Rechnung dorthin." Das Geld ist natürlich verloren.. Man wundert sich nur darüber,-daß die Sache' ein halbes Jähr, so gehest konnte,^(FI,.■; Akigaoen.hgk.de» GänamtSleiter der'„Deutschen Arbeitsfront" Köln bei'einer Revision ein Defizit von 60.000 Mark gehabt. Den Betrag hat'er für feine eigenen Zwecke verwendet. Der Mann hat eine belastete Vergangenheit. Ende August 1981 wurde«r wegen Betrugs zu einem Jahr, zwei Meinten'Gl-. fängnis verurteilt.. Nachdem er die Strafe verbüßt hatte, wurde er von den Nazis-wieder in-Amt-und' Würden gebracht- Resultat:, siehe oben! In der Stadt und in den Nazikreisen geht das Gerücht,, die unterschlagene Summe sei in Wirklichkeit noch viel höher Aus der Umgebung des Gauamtsleiters sind gleich ihm Einige Leute in Untersuchungshaft gebrächt worden. Amtlich wird als Grund:„Politische Unzuverlässigkeit" angegeben.(F. K.) Die neue irländische Konstitution,(f) Die neue Konstitution des Freistaates Irlands die de Balera in allerkürzester Zeit, spätestens Anfang November, dem Seim in Dublin vorlegen wird, enthält weder i den Namen des Königs noch die Erwähnung seiner Person.*Der-„Freistaat Irland" wird eine-völlig I- unabhängige Republik. Die Funktionen der Präsidenten übernimmt das„Staatsoberhaupt, das durch eine Volksabstimmung-gewählt wird".<-- 1 Flößer sofort nach. Noch qm selben Abend stnter- !zeichnete der. Bursche einen Vert'räß; Ilstd'heute-, ist er einer der bestbezahlten Varie'tisänger' der Staaten und Filmstar obendrein. Freilich verläuft die„Jagd, nach Nummern" nicht immer so einfach und glatt,-' wie die ohest- geschilderte.' Es, gibt Fälle,'da ein„Jägerf Tage) Wochen, ja Monate lang"umherreist, ohne eltvas zu entdecken, und-dann, kaum daß er etwas,..ge,, sunden.hat.'stuf sein„Wild" verzichten muß, weil dieses„Äild"^ nicht. die' geringste Lust hän- Variete- oder ZirkuSstad zu werden, ode'r,.wefl familiäre und andere. Bindungen zu stark sind.~ uameutlich, wenn es um Frauen- und Mädchen steht— ujiL^ie„größt Nummer" in spi'iüfölgr-. dessen gezwungen ist,' zu bleiben wo und was.sie- ist oder es, selber so will. Zum Ueberfluß kommt es mitunter auch noch vor, daß der„Jäger", der ja auch nur'«in Mensch, ist,, sich, irrt. Leicht-ist- jedenfalls,sseist. Beruf nicht. Die„große Nummer" Keineswegs leicht oder einfach ist abepauch daS Leben uyd der Beruf der„großen Nustynerki' seihst.,'Fast jeden.. M.onqt eine anderelMadti-eW andereS^'Kotel,;stie Ruhe,.y.ie Rast,.fststcaar keim persönliches Lebest, ständiges Training, ständiges Enflagöm..i^'ÄnMqM.: eist keinesäMststestMr-', i«S beim'Mäjstiiist.'öder.Hei' der" VyrstelÜistMustd-ä-^ alferdings^ viel"Licht und noch nwhx rWiuiS'f, . Ist,"der. Preis' dafür nb.'.ruiicht ßu-hoch.?/^'; I.) Wo, der.'Rechner aWngt," hört die'„grüße INumister" astf.?"jt.- -lr. Skt * Seite 11 K-serMm» 7 80 vS?8U^"^n^!'U»dmorg«tt Von a?n n«• 18«1” folgende AutübuS« Haltestellen: Deutsches Theater, Dominka Nä- s Lnaftheate Wivd auf die Smichover Seite der Most Leg», die (t«gen Angina sohützt S T.OM.A FORM gnttefteUe«orW n& ntf t t. gut für, ihren Gatten entscheidet, begeht der Schriftsteller«inen- Selbstmordversuch. Der zweite und dritte Akt spielen in d« Villa, de» Gatten in Udine. Lia» Toten»klärung soll aufgehoben werden und. sodann ihr Grundbesitz, statt ihrer Schwester, wieder.dem Gatten zufallen.. Aber die Räche des verlassenen Schriftsteller» verfolgt sie bi» dorthin. Er bringt'au» einem" Wien« Sanatorium eine Irrsinnige, begleitet- vom ÄststaltSarzt, und behauptet Beweise zu haben, dass'nicht die„Unbekannte", sondern dieses Geschöpf die Gattin de» Bruno, die Lia sei. Sie lallt immerfort.Lena", wa» zufällig auch- der Name der anwesenden alten Tante ist. Die Gewissheit de» Batten und aller Verwandten beginnt zu Wanken, ujn so mehr al» die„Unbekannte" sich de» materielles Grunde» bewusst wird und die Möglichkeit zugibts'nirht sie,-sondern die Irrsinnige wäre die Lia. Sie verlässt mit dem Schriftsteller die Villa und die Irrsinnige wird dort zurückgelassen. Anna Sedlükkovä, welche-al» -Gast-die Boll« der Unbekannten spielte, ertoies sich Üvieder al» grosse Künstlerin? deren Spiel mit spannender Aufmerksamkeit verfolgt wurde, Md lebhaften Beifall fand? JCl 1"" m. i.- k Die Ren« Städtebundtühne. Die. vom Bühnen« bund in der Tschechoslowakischen Republik ins Leben gerufene Neue SiädtebundbÜhne'.' veranstaltet' am 28. Oktober'lsti Bob'enbächer Stadttheater anlässlich del StaatSseiertage» eine Fe st Vorstellung unter dem Protektorat« de» StadträteS Bodenbach. Di«- Stadtgemeinde Bodenbach- hat-drei Viertel der Eintrittskarten-für diese-Festvorstellung »abgenommen,--Dje. Veranstaltung, wird'eingeleitet vom- Theaterorchester, durch"einen Prolog, gesprochen 'von Emil Feldmar, und dutzch!i«in« Ansprache de» Bodenbacher B.ü;r g e r m«i st e r». Dann.folgt ein« Aufführung der»Men sch« n au so e r Tis« scholle", Komödie von Vilöm Werner. WechenWielplan de» Renen Deutschen Theater». Heute/' Mittwoch,? nachmittag» halb 8. Uhr: Das Land-de»-L-ä ch>«-I N»;- 7;Dannhäuser, -Festvorftellung anlässlich de» StaatSseiertage», B 1. — Donnerstag halb 8:DieJakob»fahrt, C 1. Freitgg 8:.Di«neugierigen F r a ü e n, D.— Samsiäg halb 8: Hoffmannz E r z ä h l u n g e n, A 1.— Sonntag halb 8: Salzburg a u S V e r kauft, 7: Faust I. und II. T e i l, B 2. Wochenfpielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, 'NächM. 8 Uhr: Da» Herz, 8 Uhr: D i e F r cier, Bankbeamte II und. steier Verkauf.— Donnerstag: 8 Uhr: MenschenaufderEisscholl-e, volkstümlich« Vorstellung.— Freitag 8 Uhr: D i e Freier, Theatergemeinde de» Kulturverbandes Und freier Verkauf.— Samstag 8: Die Freier. — Sonntag halb 4: Dr. med. H.i o b P r ä t o- r in s, halb 8:DieHofloge. er elegante Herr- trägt UJ ä eche- mit d.er Glocken« marke Vorträge Freitag, den 89. Oktober, spricht zum Thema: ,,D« Faschismus in Deutschland«nd Italien»nd d« Sozialismus" Genosse B I« n st o ck im Parteiheim, Deutscher Handwcrkerverein, Smeöky, Beginn 29 Uhr. 8port-8pirk-XorgerpsiegL Westböhmens Atus für den Zusammenschluß In sieben Berbandsappellcn des AtuS nahmen 899 Vcreinsfunktionäre aus 70 Vereinen zur Frage des Zusammenschlusses Stellung. Nach den Referaten der Bundcsvertretcr—«S sprachen in Eibenberg bei Ncudek, Chodau und Karlsbad Genosse K u n i g(Aussig), in Graslitz und Falkenau Genosse Ullmann(Aussig) und in Tachau und Pilsen Genosse Mykura(Falkenau)— nahmen die Vereinsvertreter fast restlos Po s i t i v zu den bestehenden Vorschlägen Stellung. Die Vorschläge wurden von der Arbeitsgemeinschaft deS Arni und AtuS in zahlreichen Beratungen erarbeitet. Für die Turnvereine wird eS eine Reihe neuer Pflichten bringen, dennoch haben die Funktionäre in Anerkennung der Gemeinschaftsidee für den Zusammcn- STOMAFORM HALSFASTILLEN für Kö 3*— in Apotheken schluss gestimmt. In Neudek und Karlsbad nahmen auch Vertreter der Aruk-Bezirke teil. Die Appelle für Asch und Eger finden am 81. Oktober und 1. November statt. Der Arbeitsplan 1987 wurde al» zweite» Referat bei allen Appellen behandelt. Für 1987 .sicht der.Am» ein.Jahr der Vereine" vor. Alle' Arbeitrst' werdett. sich auf die Aktivierung der Bereiste und auf' die Belebung d« untätigen Ber- sterung ausgenommen. Eine besondere Finanzaktion wurde«Ingeleitet. Tausend jugendliche Atu»-Mit- glicder sollen in einer Zeltstadt für ihr« weiteren Aufgaben al» Kinderleiter und Jugendführer geschult werden. Der 6. Kreis hat sich da» Ziel gestellr, statt 5999 Kinder die doppelte Anzahl mit geschulten Kinderturnwarten zu versehen. Weiter soll in 189 Vereinen eine Gruppe uniformierter Jugendttirner geschaffen und,299 Turnwarte für die sportliche Beschäftigung der Jugend im AtuS ausgebildet werden. Westbtthmlscher ArbelterfuBball Nach acht Spielsonntagen ist di« Herbstserie der ersten Jussballklaffe WestböhmenS noch immer geschloffen. ASB Neudek hat sich durch seinen überzeugenden Sieg über Chodau"wieder einen Borsprung geholt. Selbstverständlich hat da» unentschiedene Ergebnis, welches Unterreichenau auf eigenem Platz, gegen den Kreismeister Ärao- litz erkämpfte, dazu beigetragen.. Sichtbar ins Auge fällt der Borsprung des FFK Falkenau, der Mit 18:9 gegen die mit nur acht Mann erschienenen Franzensbader«in billiges Schützenfest feiert«. Da» unentschieden« Spiel des AM» Karls bad gegen Schau kau verhalf Falkenau auf den dritten Platz, lleberraschcnd hat Atu» D r a h o- eine erstrecken. Bezirks- und KreiSseste sollen nicht stattfinden, dafür in allen Vereinen VcrcinSvecaii- staltungen. Zusammenliegende Vereine werden Arbeitsgruppen bilden und aus eigener Kraft Werbeveranstaltungen durchführen. Die im Rahmen der Ju g e n d w e r b c- aktion im nächsten Jahr stattfindendcn Kreislagerschulen wurden einstinmiig mit grosser Begei- Witz Fischern geschlagen und überspringt gleichzeitig mit A i ch den ASV Maierhöfen. Maierhöfen ist danstt an vorletzter Stelle angelangt und sein rapider Formrückgaug wirkt sich bei der allgemeinen Steigerung der Spiclftärke der ersten Klasse ganz katastrophal ans. Nur noch drei Spiel- sonntage dauert die Herbstserie nud wenn e» so weitergcht, kommen wir nicht au» den lleberraschun- gen heraus. Die Ergebnisse: ASV Neudek gegen Note Elf Chodau 7:1, Atus Drahowitz gegen Atus Fischern 2:1, AtnS Karlsbad gegen ASV Tchanka» 1:1, Atu» Aich gegen ASV Maierhöfen 1:9, Atu» Unterreichenau gegen ASN Graslitz 1:1, FFK Falkenau gegen Atu» Franzensbad 18:9, Stand der Ta belle ASB Neudek. 8 5 2 1 12 *8:11 ASV Graslitz. 7 4 8 9 11 24:9 FFK Falkenau, .1 8 5 9 8 '10* 49:24 Atus Karlsbad. 8 .4 2 2 10 AtuS Unterreichenau 8 4 2 2 10 22:17 ASB Schankan. 8 4 2 2 10 17:17 Rote Elf Chodau 8 4 0 4 s 14:14 Atus Fischern.. 8 2 8 8 7 14:15 AtnS Drahowitz. 7 2 1 4 6 16:18 AM» Aich... 8 1 8 4 .12:19 ASV Maierhöfen 8 g 0' 6 4 11:18 Atu» Franzensbad 8 9 2 6 2 ' 8:57 Ole Spiele der zweiten Klasse Die Mannschaften de» 2. und 8. Bezirkes, welche unter der Leitung de» 5. Spielbczirkes als Gruppe B die Serienspiele anStrugen, brachten den ASK Eger mit neun Punkten vor ASB Fleisscn mit sieben Punkten als Tabellenführer hervor. Der dorjährige Spitzenführer dec zweiten Klaffe'hat-sieben Punkt« erzielt. Nun ist. auch die A-Grußp« d'eö 5: Bezirkes sölvcit-strkkg,' Punktegleich stehen Neusattl la und Chodau Reserve an der Spitze, die Führung hat Neusattl mit besserem Torverhältnis.— Resultate: Neusattl Reserve gegen ASB Horn 8:1, Turner GraneSau gegen Chodau Reserve 9:4. In der zweiten Klasse de» 1. Bezirke» gab e» Sonntag nur glatte Siege der Spitzenvereine. ASB Altrohlau holte sich aus Maierhöfen die Punkte, Wehcditz blieb ans eigenem Platz gegen. Reurohlnu erfolgreich. Eine knappe Niederlage musste sich Sodau vom Spitzenführer SittmerSgrün gefallen lassen. Sportbrüder Eibcnberg Ware», spielfrei, bleiben"' aber noch an zweiter Stelle.— Die Ergebnisse: Maierhöfen 1b gegen ASB Altrohlan 1:6, Atn» Sodau gegen ASB Sittmersgrün 1:2, Atu» Weheditz gegen Atu» Neurohlau 4:2. Schlittschuhe, Skier, Hotkey I Alles für JedenSport kaufen Sie nur bei I WWMWW» PJHG..ybermkS 7»WB La Paslonarla Sie sät den Frieden und erntet den Kampf. Sie, sät das Leben und erntet den Tod. . Dolores Jbarruri wurde in einer kleinen Ortschaft Asturiens im Jahre 18Ü9 geboren. Asturien, die Provinz der Minen Spaniens. 1916 verheiratet sie sich' mit einem Bergarbeiter. Fünf Pesetas pro. Tag und zehn Sttmden Arbeitszeit. (Fünf Pesetas--- zehn Kronen Kaufkraft). Bergarbeiter sind„rot" l Sie schreibt sich in die- sozia- listische Partei ein. 1920 ist sie Mitglied der Jn- ternationale Communista.— In einer Nacht des Sommers 1921 steht sie Äffchen dest kleinen Häusern, des Bergarbei- terdorfes; ihre beiden Kinder' umklammern ihre Beine:'Sie schreitlll Sie,schreit, bis alle kom», men, Frauen und.Männer. Und dann entfacht sie' die Glut, die in! jedem ist, zu-einer Flamme. Es istein.Schrei des Schmerzes! Ihr eigener junger Mann, hat an diesem Abend zum ersten Mal Blut Pöspuckt. Das gab ihr die'Kraft, di« unbändige-Wut und den Fanatismus! Ist hartem, krachendem SihythmüS marschiert» eiichundert Mann. Das Gewehr über der .Schulter, den,.Retzolveran der Seitp, Munition ist'älltwLaschest.-Zerlumpte Hosen,'nackte Ober- körper. Verschmiert-von, Schweiß und Dreck. Das istdie^Leibgarde"'der'Wslonaria^' Sommernacht 1921 hallt heute noch, 1986, in der Seele' manchen'Spaniers; es war ein Aufruf zum Kampf, einem Kampfe, den sic nun schon fünfzehn Jahre lang führt. Und dieser Kampf hat ihr wenig Freunde und viel Feinde gemacht. Asturien ist kommunistisch, die einzige Provinz Spaniens, die überwiegend kommunistisch ist. Als sich die Freute Populär(Volksfront) bildet, tritt sie, die berühmte Kämpferin, in den Vordergrund. Vorher: Gefängnishaft, Festungshaft, Flucht'in Verkleidungen, Flucht, in abgee legene Verstecke, und wie oft wurde sie aus dem Lande gewiesen!— Manches Mal umgibt sie Jubel, öfter über Flüche) drohende Fäuste, Kugelregen. * Michel Gorel,--der französische Journalist, fragt sie:>,Pasivnaria,, Sie Fräst und Mutter, finden Sie diesen Bürgerkrieg nicht entsetzenerregend?" Sie sieht ihn ruhig an,-melancholisch, mitleidig, wie jemanden, der.sticht-bestreift:,. Ix'- „Wir wollen nicht löten— wir müssen bnS verteidigen—.— aber. auch den Tod muDiMa» Mf sich zu nehmest wissen!!"'- Astthrer Mitte schreitet sie.selbst. Ihr Leben reS Jbarruri fand.—„La 1 wird Tag und Nacht bewacht: der Schrei aus de r, mystischer, legendärerName! -'^La-Pasionaristk'— das ist: die Schmerzensreiche— aber auch: die leidenschaftlich KäMpfestdel Kein-Dichter hätte einen besseren. Namen findest.können als das Volk es für Dölo- >La Pasionaria'k— ei» Seite 12 Mittwoch, 28. Oktaler 1986 Nr. 251 N >W> das ideale Präservativ* Lteratue Verwendet mehr mehr MWWULW + „Meyerhold über da» Theater". Meyerhold, der Direktor des Moskauer Dtaatstheaters, spricht Dog- neritalt, 8 Uhr! Karten Urania, Wetzler,Andrö. „»«« ist«KennwISl^ SL-Marhsk Ä« ck. Donnerst ig, 8 Uhr. Mtteiämgea»Arania« Arbeiter-Ringerwettkampf Belgien«gen Ungarn. In Budapest sand vor kurzem bor 2000 Zuschauern der erste BerbandSwettkampf der Arbeiter-Ringer von Belgien und Ungarn statt. Die Begegnung brachte Kämpfe von hohem Niveau. Im griechisch- römischen Ringkampf siegte Ungarn iiber Belgien mit 8:2 und im Freistilringen mit 6:1. L. OrlovaundA. Stolarovmit dem ll einen Negerbuben, der in de« rnfsischen Ul«„Zie> kuö" de» Knoten der Handlnng schürzt •FLUIDOS-Qn ncwTtnnflDfi-oflD swtinD DAS Af 9TC-fUA Sl-E t. Verwendet Da* Frauenparadies Der Titel stammt von Emil Zola und der Schauplatz dieses Wiener Filmes ist Ivie in dem berühmten Roman ein Warenhaus. Da eS sich um eine. Filmoperette handelt, ist er ein vergnügte», tanzendes Warenhaus voller Girls, in dem die netten Verkäuferinnen keine sozialen Fragen kennen, aber dasllr van Liebesschmerzen geplagt werden. Zwi» In den U.S.A. werden jährlich pro Köpf der Bevölkerung ca. 71 kg, In Großbritannien ca. 80 kg, in Deutschland m. 27 kg, in der Tschechoslowakei aber nur ca. 16 kg Bleche verbraucht. Vie Verwendungsmöglichkeit Ist vielseitig: Geschirre, Konserven, Verpackungen, Apparate. Knöpfe, Baunrecke. Möbel. Behüter, Keasel etc ett,— Di* inländische Blechindustrie ist gerüstet, auch den höchstgestellten Ansprüchen nachsukonmen und scheut keine Mühe und kein Opfer, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, in der festen Überzeugung, daß' itaMbiechiai Material Mer lakaafl iii. Drahtzäun« ans Maschinendrahtgeslecht, la feuerverzinkt von der Fa. S. Semker— R. Hirsch. Pils«*, StzokatftL 1, Del. 29/ sind dar Ideal eines jeden, der ans praktische, billig? und schöne Einfriedung seine» Besitze» Anspruch erhebt. Wegen ihrer Dauerhastigkeit und Ihre» stet» netten Aussehens, sind solche Dcahtumzäumungen allen anderen, Ausführungen, wie Blauer» und Bretterzäunen, weichleicht beschädigt und beschmiert werden, also.astiger Reparatur benötigen, vorzuziehen. Verlangen Eie unverbindliche, kostenlose Voranschlägel 2. Seniler —«. Hirsch, Hllsru, Ltzrrkakskt 1. LS—55 AHgem. Genossenschaftsbank In Pni Exposltur Drünn.ll Solntce>8 (im.eigenen Hause) Telephon 17408. Postsparkassakonto BrünnNr. 100.757 Postsparkassakonto Prag Nr. 14434 Einlagen werden hBlaoled verzhnt •... MV.M. Mund und Rase sind die zugänglichst!nj.Win- trittspsorten des Körpers.für. krankheitserregende Keime, die sich nach Eindringen im Mund und Rache,, ansiedeln und mitunter gefährliche Entzündungen Hervorrufen. Deshalb Ist es notwendig, für eine zweckmäßige Mund-! und NnchendeSinfektipn. Sorge zu tragen. Die Erfahrung hat gezeigt, das, Hüls-, bzw. Mandelentzündungen<Änginat, rechtzeitig unv wirksam bekämpft werden Müssen, wenn man dft.ge- sährlichen Folgekrankhelten(Mittelohrentzündung, Nierenentzündung, GelenkSrheumatiSmu»,' Entzündung der inneren.Herzhaut und sogar Sepsis) sotvie eventuell dauenide Gesundheitsschäden vermeiden wM. Dar besorgt in idealer Weife Stomaform. Teil» im Speichel gelöst, teil» gasförmig dringt, e» in di« feinsten Falten der Schleimhaut ein und entfaltet hier, eine mächtige keimtötende und entzün- dungswidrtg« Wirkung. Stomaform-Pastillen find vollkommen unschädlich, wohlschmeckend und viel wlik» famcc al» Gurgelwässer. Erhältlich in Apotheken. Preis der Orig.-Packung zu 20 Pastillen iiä 8.—. scheu Modeschau und Pleite/ Rettung in letzter Stunde und Liebe auf den ersten Blick kommen zwei Ehen zustande, die auch die brennenden Ftnanzfra- gen befriedigend regeln. E» wird viel und hübsch gesungen, Wiener Weisen, von Robert Stolz schmissig verarbeitet, umrahmen da» Ganze. Ein junge» Mädchen mit Grübchen in den Wangen, Hortense, Rakh—< eine neue Errungenschaft de» Wiener Film» — führt sich in einer bittersüßen Rolle ein..Daneben sieht man den bewährten Georg Alexander mit glatt rasiertem Lächeln da» eigene Herz brechen, Iwan Petrovitsch ist der umschwärmte Chef des Warenhaus«» und Leo Slezak al» Kassier ringt voll guter Laune mit dem Pleitegeier. Leichte Wiener Filmküche, nach' alten Rezepten gebraut und mtt delikaten Zutaten: Musik, Tanz, schöne Kleider und hübsche Frauen, jk "i" 6ur wunder", Ferner erscheinen in einer Serie Da».gute billige Buch von Blckt Baum^Der Eingang.zur Bühne", Roman; von Lion Feuchtwanger..Die Geschwister Oppenheim", Roman; von Bruno Frank .Cervantes''. Roman;' von Leonhard Frank.Da» Ochsenfurcher Männerauartett", Roman; von Joseph Roth.Taraba», Ein Bast auf dieser Erde", Roman, und voll Ernst Toller.Eine Jugend in Deutschland".' I« Humanitai.Verlag(Zürich) werden vor Weihnachten einige interessante Neuerscheinungen herauskommen. Bon Georg Fink, dem Autor von „Mich hungert", erscheint ein ganz ergreifender Roman„Schmerzenskinder". Alfred Polgar bringt einen neuen Essayband„Sekundenzeiger". Konrad Illi, ein junger Schweizer, wird feinen Erstlingsroman;Wllea und. Ott" bringen..Der. Hu- manitaS-Berlag glaubt,.iii'Illi«in literarische» Talent von Bedeutung entdeckt zu haben.'— Auch die Juaendschrift will der Humanitas-Berlag in Zu« tunst pflegen und eröffnet diese» Spezialgebiet seiner Produktion mit einem fröhlichen Buch.„Die wormsenkinder" von Karin Mi ch a e I i S, der Autorin'.der beliebten Bibi-Bände. Emilie Locher Werktag schreibt über die Gormsenkitider: ..da» Ist so köstlich und herzerfreuend, daß man da»'liebe Buch jeder HauSlsthliothel einverleiben Vorgeschmack rur„cinhellsfront" i Ist der letzten außerordentlichen' Präsidialsitzung der EASJ wurden eine Anzahl kommstntstl« scher Zeitungen chisgelegt, au» welchen strstchtlich ist, daß speziell, in der Tschechoslowakei Hine'Neue Hetzkampagne gegen die Verbände der SÄSJ im.Gange ist..So wurde u. a. bei der Derichterstatkünß über den Kongreß in Antwerpen in äußerst'gehässiger Form berschtet und persönliche Angriffe gegen, süb- reiide Genossen unternommen. Besonder» unfair ist«».daß bei der Berichterstattung Über.die Starke der SÄSJ gleich über. 100.000 Angehörige abgezogen und weniger gemeldet wurden.: Auch. sonst ist die Berichterstattung über den Kongreß alle» andere als obsektiv.' In den kommunistischen Zeitungen veröffentlicht man auch oftene Briefe, an einzelne führend« Genoffen und macht je nach Bedarf den einen oder.anderen für die Beschlüsse von Antwerpen verantwortlich und'versucht, die.Mitglieder der Berbände gegen einzelne Genossen auszuputschen. Wenn dies auch nicht gelingt— denn die Praktiken gewtsfer kommunistischer führender Funktionär« auf diesem Gebiet« sind allzu bekannt—so werden doch die Verbindungen, die vorhanden sind, stack gefährdet. Wenn diese Art.der Berichterstattung nicht aufhört, wird auch die SASJ alle Bedenken fallen lassen und ihrerseits entsprechend in der Presse Stellung nehmen. Dar Präsidwm der SASJ hat hiezu vorläufig folgenden Beschluß gefaßt:»Die außerordentliche Prasidialsttzung der SASJ am IS. Oktober 1988 m Prag stellt fest, daß die Berichterstattung der kommunistischen Zeitungen über den V|I1. Kongreß der SASJ in Antwerpen und über die gemeinsamen Beratungen der SASJ mit der RSJ zum großen Teile falsch und tendenziös ist. Da» Präsidium sieht sich Sn seinem Bedauern, genötigt, auSzuspre» chen, daß dies« Art dec Berichterstattung nicht dazu beitragen kann, die' Einheitsbestrebungen der Arbeitersportler zu fördern.". filme In Prager Lichtspielhäusern Adria: Sturm über dem Chinesischen Meer". — A. Alsa: D a v I d Copp e r f t« I d. Nach CH. Dicken».— L. Avion: Plastischer Tonfilm und da» Lustspiel„Ein», zwei drei, mtt Laurel lind Hardy.— A. Betonet: Dar Gäßchen zum Paradies. Haas.— Tsch. Feniz: Der Gefangene der Haifischinsel. Flora: Di« Glückspuppe. Shirley Teniple.— A. Gaumont:„Lojziöka." Heimischer Film,. Hollywood: Lojzitika. Htzkzdar Die Glückspuppe. Shirley Temple.— kl. Julia: Das Gassen- mädel. Kinema B.-Th.r Journale, Grot. Reportage. Koruna; Aktualitäten-Theater:. Journ., Grot. Kawa: Ein außergewöhnliches Ereignis. Cooper. Lueerna: Der Gefangene der Haifischinsel. Meteor Marguerita. Grace Moore, A. Paflage: Da» Frauenparadies. Praha Charlie Chan im. Zirkus,— Radio: Schlußalkord." — D. Staat: Zirkus, russisch.—. Sviwzor: Das Gasfenmädel. R. I. Bene». Alma:. Ws« du, msch willst. Greta Garbo.—«. Baikal: Da» Gäßchen zum. Paradie». H. Haas.— Tsch. Belvedere» Das Gäßchen zum Paradier. Besedar Da» Gäßchen zum Paradies. Carlton: Rose Viarie. Illusion»"Der kleine Lord Fauntleroy. Lid» Ur Di« Strecke. Nach Jan Neruda.—' Tsch. Louvre: JungftaUenklüb. Nach Jacque». Deval. Maeetka: Zirkus.— R. Olympier Maltreff« de» Gouverneur».- Perötyu: Der unsichtbar« Strahl. Rozy: Da» Gäßchen. zwn Paradiei.— Tsch. ll Beivodu: Schwarze Äugen, H. Baur.— Fr. Baldek» Zirkus. Beletrhtz» Der kleine Lord Fauntleroy. sWMtm^ „And dennoch...". Margaret« Neu mann, die bereit» einen Namen innerhalb he» sudetendeutschen proletarischen Schrifttum» besitzt, hat jetzt bei Thum 4 Co. in Warnsdorf unter der Parole„And dennoch..einen neuen politischen Roman erscheinen lassen, dessen Schauplätze, Deutschland und vor allem Rußland, so viel zeitgenössische Aufmerksamkeit auf sich lenken, daß jeder Versuch ihrer epischen Behandlung Interesse finden kann, wenn st« von Darftellungsvermögen, Zeitverbundenheit, Gesinnung»md aufrichtigem starken Gefühl getragen ist. Da» ist nun bei Margaret« Neumann durchaus der Fall. Au» jeder Zeile ihre» Buches lodert leidenschaftliche sozialistische Ueberzeugung, fozialdeinokratisch« Gesinnung. Am deutlichsten exemplifiziert sich da» an den Gedanken, die in diesem Buche vor allem der Sowjetdiktatur gewidmet sind, an der furchtbaren Enttäuschung über die,Un- zulänglichkeit de» Sowjet-Apparate» und der Sowjet-Justiz. Schilderungen eine» Prozesse», der oppo« sttionellen Revolutionären gemacht wird,. Beleuchtung der Ursachen der Ermordung Kirow», Machen im Hinblick auf den Moskauer August-Prozeß und auf di« neue russische' Verhaftungswelle die Arbeit Margarete Neumann» gerade' jetzt hochaktuell.' SS scheint) dast die Verfasserin, die«d» paar fesselnd gez Zeichnete Menschen in den Vordergrund ihre» Buche» gestellt°h8t, im verlaufe des Erzählen» bewusst immer stärker in den Hintergrund der inneren Au»« einandersetzungen in Rußland und de» faschistischen Geschehen» in Deutschland sich vertiefte. Damit und mit der besonderen Liebe,., di«, di«.Verfasserin den politischen Debatten entgegenbringt,-gleitet, st« ein wenig au» der üblichen Äomanform ab; auch äußerlich, indem sie durch Großdruck und Unterstreichungen lebendigeren Eindruck mif eine Welse zu erzie« len bemüht ist, di« man gemeiniglich nur der Zet-> möchte. : Bezngibed t n g ü n g>.n: Bei Zustellung tnsHau» oder bei Bezug durch die Post monatlich Iii 16.—, vierteljährlich Xi Ä-, halbjährig I ganzjährig llö 1VL.—. Inserate werden tau» . Tarif billigst berechnet. Bei üsteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten«folgt nur bei Einsendung der Ketounnarken. Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und' TÄe»! graphendirektion mit Erlaß Nr. IS.öÜOfVUflSSÜ bewilligt.— Druckerei:»rück«, Verlag»« und Leitüpg»-A.-G. Prag. tu im, der Flugschrift, dem Plakat zugute hält. Die Beseitigung solcher Schönheitsfehler, übrigen» auch etlicher sprachlicher, würde dem Buche sehr von Nutzen sein, Damit fei aber nicht» gegen sein« Gesamtkonzeption gesagt; denn e» ist vielleicht sogar sehr wertvoll,, daß Leserkreise, die etwa durch dir sozialistische Zeitung nicht oder nicht ständig erfaßt werden, durch den politisihen Roman solcher Art mit den Problemen unserer Zeit in enger« geistig« Berührung kommen. Und vor allem von diesem G« sjchtSpunkt au» ist da» Buch Margaret« Neumann» zu begrüßen. L. G. Soeben erschienen im Queride-Berla», Amsterdam,«in« Schrift von Emil Ludwig"über den Fall Frankfurter/Guftloff unter dem Titel Der Mord in Davo» und«in'neuer Roman von Wilh. Speiyer Zweite Liebe."In Kürze erscheine» ein neuer Roman von Lion Feuchtwanger Der felsch, Reee, von Klau» Mann Mephisw, Roman einer Karriere, von-an» E. Priester.Da» Deutsche Wirtschaft»- DIcGIÜdcspuppe.........-., Auch dieser/jo h^i,xh«h. D em b^-F^.lm (der Wohl schon älteren Datuni» ist) zeigt daS Wunderkind wieder in der Rolle de» Engel», der die Erwachsenen zur Liebe zwingt und miteinander versöhnt. Aber diesmal sind die Erwachsenen besonderer und höchst amerikanischer Art: e» sind^race- racketcerS", also Pferderenn-Gangster, die mit. Wettschiebungen und Vergiftung der Favoriten arbeiten, —' eine Gaunergesellschaft, in deren Händen da» kleine Mädchen gerät, als e» durch den Selbstmord seine» durch Wetten ruinierten Vater» zur Waise geworden ist. ES taut da» Herz des Bankier» der Gaunerbande auf,«S weckt in einer Barsängerin mütterliche Gefühle, und er macht die beiden schließlich zum Paar. Dies« Läuterung vollzieht sich auf sehr merkwürdige Art: und die Szene) in der sich di« Gangster dem Kinde zuliebe als Ritter bei Königs Artus verkleiden, ist. ebenso grotesk wie die Rettung de» schwer verunglückten Kinde» durch einen aus. der Kirche entführten Arzt und einen m:t vorgehaltenem Revolver herbeigeschafften Blutspender. Di« hier angestrebte Mischung von Edelsinn und Drastil, von Rührung und grotesker Komik ist so amerikanisch, daß sie bei uns nicht ganz gewürdigt werden kann. Die Regie Alexander Hall» hat all« Absonderlichkeiten de» Film» dick ausgetragen, aber.eS ist ihr gelungen, der kleinen Shirley Temple mehr Varianten abzugewinnen als sonst. Und der nun schon ins ältere Fach herübergewcchselte Adolphe Menjou gibt dem Gangster, der geläutert wird, einprägsame Züge. MM .f-,.> . Nr 251 Mittwoch, 28. Oktober 1830 Seile 13 Rumänien und Tschechoslowake; Carol II. König von Rumänien Donaueurooa und Tschechoslowakei (GB.) Der Donauraum ist eine se l b» (händige Provinz derW e lt wirt• schäft. Damit soll nicht mehr und nicht weniger gesagt sein,-als dad dle fünf in Betracht kommenden Donaustaaten Jugoslawien, Oesterreich, Rumänien, Tschechoslowakei und Ungarn dürch historische, geographische und vor allem durch wirtschaftliche Momente miteinander eng verbunden sind, eine Schicksalsgemeinschaft bilden, deren, einzelne Glieder auseinander angewiesen find. Die Bedeutung des Donauraumes für die Weltwirtschaft wird am augenfälligsten durch die Warenströme gekennzeichnet, die außerhalb und innerhalb dieses wirtschaftlichen Großraumes fließen. Nach den Schätzungen des Völkerbundes haben die fünf genannten Donaustaaten in dem letzten Vorlristnjahr 1928, das man auch Mit einigem Recht als das letzte„Normaljahr" der Weltwirtschaft bezeichnet, im gegenseitigen auswärtigen Handel Waren im Wert« von 986 Millionen Dollar umgesetzt, während ihr Außenhandel mit der übrigen Welt 1878 Millionen Dollar betragen hat. Hier, in diesen Ziffern hüben wir das Ausmaß der wirtschaftlichen Verflechtung der Donauländer, untereinander; rund ein Drittel des- gesamten Außenhandels dieser Länder-entfällt somit auf den donäuländischen Binnenmarkt selbst, während zwei Drittel des Donau-Außenhandels den Weltmärkten zustreben. Während der Weltkrise, also vornehmlich in den Fahren 1988 bis 1988, konnte man- eine bestimmte'Lockerung der die Donauländer Unter» einander verknüpfenden Baiwe beobachten. Hand in Hand damit ging eine Zunahme der Verflech- tung des Donauraumes mit der Weltwirtschaft außerhalb der' donauländischen Wirtschaftsgemeinschaft.' Am besten läßt sich vielleicht'dieser Vorgang an- der-Entwicklung der Außenhandels ter TSR ist der fraglichen Periode nachweisen.:, .Außenhandel der- ESN mit Ddnaueuropa in vH. des-" Gesamtwertes- deS tschechoslowakischen Außenhandels; -■'■-1980 1981 1982 Einfuhr•-20.0 16.4 15.9 Ausfuhr.. 31.9 24.8 26.2 1988 14.2 22.5 Die sinkende Tendenz in der Bedeutung des Donauraumes für..den Außenhandel der LSR tritt hiermit genügender Klarheit hervor. Dieselbe Tendenz-kann jedoch, auch- in dem.Außenhandel-der' übrigen Donauswaten- festgestellt werden.. H' Der Außenhandel der TSR mit dem Donauraum-hat in den ersten ächt-Monaten 1836 für die Einfuhr 1,5.1 vH., für die Ausfuhr 21.6 vH. des Gesamtwertes des tschechoslowakischen Außenhandel? betragen, also sich relativ imgefähr auf hex Höhe deS Jahres 1988-gehalten.'Folgende Tabelle, stelst-den Außenhandel der TSR mit den hier/Donauländern in den ersten acht Monaten 1936'dar.., «Der Außenhandel der TSR mit Donaueuropa ' Jänners-August 1986^ G WM M"veherschuDer -.... Einfuhr Ausfuhr Ausfuhr über fajpü-M.' Uri:-.-, tmchrM, die..Eiufuhrr MMvien 19R8DV BWOlÄ" iy-strrreich. 217;7t9? 438.245 215.486 Rumänien. 210.817--, 2tzl.üü7^,- 51.090, 97i515 l.LlMSÄ« Lnsgesamt: 696.472 1,041.988 845.516 Wirtschaftliche Zusammenarbeit Von J. Sebs, Gesandter und bev. Noch während der Tätigkeit unserer heutigen Präsidenten Dr. E. Benes in seiner Funktion als Außenminister.wurde von der.tschechoslowakischen Seite immer dazu beigeträgen, daß die Klein« Entente sich nicht nur auf«ine politische, sondern auch auf«ine wirtschaftliche Basis stützen sollte. Die Gründung einer solchen wirtschaftlichen Kleinen Entente wurde nun Tatsache uni hat diese gerade in den letzten Wochen eine Konferenzen Bukarest abgehalten. Der heutige Außenminister Dr. Kamil Kro fta arbeitet mit der gleichen Intensität zur Festigung der wirtschaftlichen Beziehungen wie sein■ Vorgänger. In diesem Jahre wurden all» jährliche Zusammenkünfte der Chefs der Staaten der Kleinen Entente vereinbart, Ivelche wieder einen Schritt vorwärts bedeuten. Der ständige Kontakt zwischen den Außenministern und zwischen den Staatsoberhäuptern, der Kleinen Entente hat zur Folge, daß die polt«, tischen Beziehungen und politischen Fragen im engeren Sinne des Worte direkt zwischen diesen höchsten' Faktoren erledigt werden. Die tschechoslowakischen Gesandtschaften und Konsulat« Im Auslände sind daher etwas entlastet, und können sich von der rein politischen Arbeit etwas abwenden und sich mehr den wirtschaftlichen Problemen widmen. Aus meinen Erfahrungen kann'ich.als. Chef der tschechoslowakischen Gesandtschaft in Rumänien sagen, daß die Wirtschaftsangelegenheiten mehr als 60 Prozent der ganzen Agenda darstcllen. ' Die Handelsbeziehungen der Tfchechoflowakel mit Rumänien sind im ständigen Wachsen. Die statistischen Angaben ihrer Größe können nicht genau den Umfang wiedergeben, da der Export der Tschechoslowakei nach Rumänien auch solche Artikel umfaßt,' die der Statistik entgehen und welche einen großen Einfluß auf unsere Beschäftigung ausübcn. In der letzten Zeit war es gerade unsere Ma s ch i n e n i n d u st r i e, welche Proben ihrer Vollkommenheit in dem Bau von Petroleumraffinerien lieferte, die sogar von ausländischen Fachleuten bewundert werden. Die modernste europäische Petroleumraffineri« in Brazi bei Ploesti ist ost daS Ziel ausländischer Exkursionen, welche nach Rumänien veranstaltet werden. Tadelloser Arbeitsgang der Raffinerie, der von den Inhabern bestätigt wird, ist der beste Beweis des Könnens-und der Leistung unserer tfchechoflowaki« schtn--Ingenieure und Arbeiten'.'. Da» letzte Arrangement KalfuS— Badule Seo trug dazu bei, wie Ich hoffe, daß die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Tschechoslowakei, und Rumänien.weiter gefestigt -wurden. Mit diesem Arrangement wird die eingefroren«'El«aring spitze ab gebau.t und damit wird auch die Sperre beseitigt, welche dem normalen Austausch von Handelsgütern im Wege gestanden hat. In den letzten Jahren, in welchen Rumänien seine Ausrüstung vervollständigte, wurde die Einfuhr, einiger. Jndustrieariikel gehemmt, die geschädigt wurden zugunsten der Gegenstände, deren Einfuhr,, dringender, war. Mit der Deckung deS Bedürfe» wird wieder da» Ausmaß für die Ein-' fuhr derjenigen Gegenstände,, welche bisher etwa? benachteiligt wurden, freigegeben. Das Programm der zukünftigen. Arbeit erfordert Festlegung der notwendigen Grundlagen und ferner ist. es flüchtig, neue Woge zur. Vergrößerung des Umfanges der gegenseitigen Einfuhr zu suchen. Die wirtschaftliche und politische Struktur unseres Staates zeigt, oaß es Minister der CSR. in Bukarest schwer sein wird, die Vergrößerung de? Umfange? in denjenigen Produktionsgebieten zu suchen, wo wir selbstgenügsam sind und wo wir keine fremde Hilfe brauchen. E? ist deshalb z. B. undenkbar, daß die Einfuhr von Weizen und ähnlichen landwirtschaftlichen Produkten steter sein wird. Sehen wir un? aber, die Einfuhrliste der zu un? eingeführten Ueberseewaren an und vergleichen wir damit die klimatischen und pedologischen Ve'r» hältniffe in Rumänien, so finden wir, daß eine ganze Reihe Jndustriepflanzcn, die wir benötigen, sich in Rumänien züchten ließe und deren Einfuhr eine Ausdehnung de? Handelsumsange? zur Folge hätte und somit auch indirekt«ine Ausdehnung unseres Exportes mit sich bringen würde. In dieser Richtung müßen wir jedoch selbst die Initiative ergreifen, denn die rumänische Bauernwirtschaft ist noch nfcht so organisiert, daß sie sich von selbst helfen könnte. Dabei erfinden wir nichts Neues, sondern wir kopieren ganz einfach den Vorgang der anderen Staaten, z. B. Deutschlands. Deutschland führte im'letzten Jahre in Rumänien die Sojakultur ein, welche dem deutschen Export helfen soll und die Einfuhr dieser wertvollen Pflanz« au? dem fernen Osten sich daher erübrigt. HodsaS Idee der wirtschaftlichen Zusammenarbeit hat in dem realisierbaren Programm vorgesehen(bzw. er nimmt an), daß die praktische Ausführung dieses Entwurfes durchführbar ist. Der Reichtum Rumäniens zeigt viele Artikel auf, deren Exportorganisation dazu beitragen würde, daß der Güteraustausch einen größeren Ilmfang annehmcn würde, ohne daß die einheimische Produktion irgendwie geschädigt sein würde. Es ist nur die Initiative und praktische Realisation notwendig, gegebenenfalls auch in Keinem Ausmaße,' nur damit das Beispiel zur Nachahmung gegeben wird. DaS Anschneiden der RcvisionSfrage der Europäischen Donaukommission(TED) würde eventuell durch Herabsetzung der Tarife den Donautransport breiteren Masten zugänglicher machen. Die Erledigung dieser Fragen könnte unter Umständen weitgehende Folgen für die Belebung deS Bratislavaer Hafens haben in Verbindung mit dem AuSgang nach dem nahen und fernen Osten. Zusammenfastend kann man sagen, daß der Ausbau der wirtschaftlichen Kleinen Entente sich noch im Anfangsstadium befindet. Skeptiker, welche...sofort, greifbare. Erfolge sehen.möchten, -wnuen Micht zufrieden sein, da der in Aussicht genommene ArheitSplan eine ganze Reih« von Vorarbeiten bedingt, bevor di« gewünschten und merkbaren Resultate erzielt werden. Wenn wir nur z. B. bedenken, daß die Einführung einer bisher unbekannten Pflanzenkultur bei dem bekannten Konservatismus des rumänischen Bauern längere Zeit zu deren Verwirklichung beansprucht, so sehen wir einen Keinen Teil der Schwierigkeiten, welche uns im Wege stehen. Der rumänische Landwirt, welcher erst nach dem Kriege sein eigener Herr wurde, entwickelt sich jedoch in .seiner angeborenM Intelligenz sehr'schnell, so daß sein«.Anpassungsfähigkeit, und vor allen Dingen die der' jüngeren' Generation, gegenüber den gegebenen Verhältnissen immer mehr steigt. Die Aufgabe, die sich die wirtschaftliche Kleine Entente als Ziel gesetzt hat, ist nicht leicht Und erfordert eine zähe Ausdauer. Man kann sehr- langsam, Schritt für Schritt vorgehen, um diese Aufgabe zu bewältigen und haS Ziel zu erreichen, da» man vor den Augen hat. Die einleitenden Arbeiten werden daher mit, größter - Energie begonnen.... Außenhandel der,LSR mit dm-Donaustaaten in vH. de? Gesamtwertes des Außenhandels der TSR. Jänner—August 1936:. Einfuhr von: Ausfuhr nach: Jugoslawien 4.2 5.2 Oesterreich. . ,--,4.7- - 9.0 Rumänien, . 4.6 5.4 Ungarn, 1-6. 2.0'” 15.1 . 21.0 - Man muß feststellest, daß, trotz aller Hemmungen, die aus der Devisen- und Clearingwirt- schast entspringen" heute Donaueiiröpa' für die TSR bei weitem der beste Markt ist. Die tschechoslowakische Ausfuhr Nach Deutschland z. B., das stets ein sehr wichtiger Markt' für die ESR gewesen ist, hat in den ersten acht Monaten von 1986 bloß 15,8 Prozent-de» Gesamtwertes der Ausfuhr der TSR ausgemacht. Es ,ist interessant, den Anteil dieser beiden, für den tschechoslowakischen.Außenhandel, wichtigsten Gebiete, nämlich Deutschlands und des DonauraumeS, zu veMescheu, Anteil de» DonauraumeS-und Deutschland? am Außenhandel der öSR 1924—1931 und Jänner—August 1936(In vH. des Gesamtwertes des tschechoslowakifchen Außenhandels). —- Jänner—August 1924—1981 1936 ' Einflihr Ausfuhr.Einfuhr Ausjuhr LA-j® AM Mon: s'Ä'i-;', vhp:-nacht Donauraum. 8.M9.188.-1- 15.1- 21.6 .Deutschländ,...',, 26.5.’.20.0^ 18.Q 15.8 Deutschland'UstdDö-'"'"■-• nauraum zuj.r 45.6 52.1 88.1 86.4 Wir. haben bereis darauf hingewiesen, daß der Außenhandel der'ESR eine. Tendenz aufweist, sichallmählich aus der rein„nachbarschaftlichen" Orientierung loszulösen. Man kann, nun aus der letzten Tabelle ersehen, daß sich diese Tendenz micht bloß, auf, den. für dje ESR- erstwichtigsten Donaumarkt, sondern auch auf den zweitwichtig- Pen Markt, Deutschland, bezieht. Im Vergleich zu der Periode 1924—1981 spielen diese beiden großen Märkte heute für unseren Außenhandel eine geringere Rolle. Dabei muß jedoch festgestellt werden, daß-als Lieferant der TSR heute der Donaurqum Deutschland aus seiner Por» rangSstellungszu verdrängen beginnt.. Wahrscheinlich beruht die Lockerung der nachbarschaftlichen Bande/die die TSR mjt dem Do- nauraum'-verknüpfen,' darauf, daß bei der bisherigen Situation der Weltlvirtschaft die Donaustaaten sich vexanlaßt. sahen, ihre Positionen ohne RUcksicht Uuf die geographischen Faktoren überall, wq sich nur dazu die Möglichkeit geboten hat, auszubauen. Auf die Dauer wird sich aber die.Macht dieses geographischen und' vor-allem verkehrspolitischen Faktoren als stärker erweisen als der Einfluß-der mehr oder Minder vörübergehenden wirtschaftlichen Konjunkturen. Man sollte nie vergessen, daß«s sich- bei- dem D o-n a u r a u m (Staaten der' Kleinen Ententen Oesterreich, Ungarn) um ein gewaltiges Gebiet handelt, das .eiste Gesanutflächle von 861.0.0,0 Ona- -d rADckl am e t'e r btztseister B e b ö h'k epüjnP .von rund 65 M ill io n.e» umfaßt. Dabei er« gänzen sich die Donauländer wirtschaftlich auf. da» glüMchster-Koh'l'e ln der' L sch e ch ö>? slostra i ei, Er dö-lj nRumä fliest, E ist» Dr. Eduard Benes ■Präsident der Tschechoslowakischen Republik.. in Oe st erreich und Weizen inder Donautiefebene. Außerordentlich günstig, vom verkehrspolitischen Standpunkt, ist auch die Lage z w i s ch e n d e n z w e i M e e r e N, dem Schwarzen und dem Adriatischen, auf der,großen «urasiatischen Oueraxe Hamburg—Ba g- d a d. Die Donau selbst ist die dabei aber der billig st e undbequemsteBetkehr-S- w eg* ...... D.ie vexschiedenefl ,,Donaup,lä.ne", von dem«T a r d i e u- Plan" bis'zum ,,'H o d j a- Plan", gehen alle mehr oder weniger von dem Gedanken aus, daß die Donauländcr durch irgendein System von Präferenzzöllen auf regionaler Grundlage zunächst zusammengefaßt werden sollen. Aber diese engere Zollgemein- schaft zwischen den Donaustaaien soll keincSivegs einen schutzzöllnerischen- Charakter tragen: die Ueberzeugen Sie a ch in Ihrem eigenen Interesse von der Qualität der„Bergfreund” Erzeugnisse“ Berglreund-Käse, Berg freund eingedickte Rindsuppe nicht zum Donauraum gehörenden Staaten, vor allem die am meisten interessierten Großmächte Italien und Deutschland, sowie Polen, die an dem Präfer^nzsystcm nicht teilnehmen werden, sollen nicht durch die Aufrichtung einer hohen Zollmauer in ihrer Handelsfreiheit gegenüber Donaueuropa behindert werden. Ucber- haupt darf man eine solche„regionale" Regelung in keinem Falle als eine Lahmlegung der Ivclt- wirtschaftlichen Beziehungen der Donanländer verstehen. Die wirtschaftspolitische- Zusammenfassung von Donaueuropa wird nur dann ihren Zweck erreichen, wenn a^ Grund dieser. Zusain- mensassuug nicht nur die wirtschaftlichen Beziehungen innerhalb des DonauraumeS eine Belebung erfahren, sondern auch darüber hinaus die ganze Weltwirtschaft davon profitiert. MÖBEL VEREINIGTE UP-WERKE, A.-G- PBA<. H’Ah Bhf.. t A V A l l$|N OlMlIlI, r A B L U 8 1 i h u A_| i. A U| CHlhBIRG, MIRA, KUHZ SC.t'ONA M t:-:.?P>AU KOSlCt, iGl AU ».‘.Bi'.'4 A T' 2,' e I,-^11.-> BOI t$1 A V Z N A IM VERLANGEN SIL UNSEREN KATALOG! Sette 14 Mittwoch, 28. Oktaler 1836 Nr. 231 WWWWWWWlWD rriumpd-Llvbel-VorkLukmteUo G UnterstOtzt die LEDERFABRIK. KARBITZ Soziale Jugendfürsorge Sohlen* und Oberleder 8795 8275 Laufet PECEKER I ZUCKERRAFFINERIE A. 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Karlsbad ist vielmehr eine Heilstätte geworden, die die Wunderwäffer der Natur der gesamten Menschheit, ob ärm, ob'reich, zur Verfügung stellt. Die Preise für Unterkunft und sürgemäß« Verpflegung sind heutzutage in Karlsbad so gestaffelt, dah auch der wirtschaftlich Minderbemittelte sich ohne weiteres einen Kuraufenthalt leisten kann, zumal ja auch bis zu einer gewis« sen Einkommensgrenze weitgehende Ermäßigun- gen.auf Bäderpreise und Kurtaxe gewährt werden. ,' So braucht also keiner der vielen Kranken ustd, bildenden, denen Karlsbad sichere Gesundung öiter zumindest Linderung bedeutet, auf seine Kür zu verzichten.'Unendlich mantiigsaltig sind die Heilanzeigen für die Karlsbader Wässer. Gerade'ässe jene Leiden, die vorzeitiges Altern Und ,Verfallserscheinungen im Gefolge haben, werden Imrch sie geheilt. In diesem Sinne kann man mit Fug und Recht von Karlsbad als einem, Jungbrunnen der Menschheit sprechen. Die 18 Karlsbader Thermen wirken Hel: Erkrankungen des Magen», de» Darmes, der Leber und Gallenwege, Stoffwechsel-(Zucker-) und Tropenkranlheiten, Krankheiten. der Harn- und weiblichen Unterleibsorgane,"bei Rheuma, Ischias, Neuralgie, Hautkrankheiten, Erkrankungen der Luftwege usfl Die modernsten kurörtlichen Einrichtungen hält Karlsbad seinen Gästen zur Verfügung, sechs große Bäder, gutgepflegte Promenaden und Spazierwege in prachtvoller Umgebung(ein nicht zu unterschätzender Heilfaltorl),, vorbildliche Einstellung der gesamten Bevölkerung auf den leidenden Gast.- Der Karlsbader Kurbetrieb läuft ganzjährig, auch Im Winier sind. Bäder, Kurhäuser, Hotels und Krankenheime geöffnet. Auskünfte , aller Art, auch betr. kompletter Jnklusivkuren, erteilt die Kurverwaltung Karlsbad und sämtliche Reisebüros. Prospeltmaterial steht jedem Interessenten zur Verfügung. 3811 fpiAC~ teste LMmisM JwzeÄamndasWe U. JCarfM Alle Arten von Gebrauchsgeschlrren Fabrikniederlagen: Na PFikopS 20 Karlsbad, Haus„Börse** 5800 Bauunternehmung Kubicek& Baier 8788 Ingenieure und Baumeister im Konsumverein und im GEC-Warenhaus 'MMDV'M Licht bei Verwendung der guten 0SC- Batterien Erhältlich bei allen Kmhh:-VinImi-■, und GEC- Warenhäusern 8778 8860 z.. Racekft MW Prag I., u Prainft bräny 3 Erzeugung moderner Damen-, Backfisch- und Kindermäntel Probleme und Zielsetzungen der rumänischen Arbeiterbewegung Von Dr. Lotar Radoceanu, Sekretär der Sozialdemokratischen Partei Rumäniens. Wenn man in tschechoslowakischen Arbeiterkreisen von der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung Rumäniens spricht, so schwebt den meisten wohl nur das tragisch-fruchtlose Bild eines Häufleins von Unentwegten vor, die inmitten einer feindseligen Umwelt und trotz ständiger Verfolgung die Fahne des Sozialismus mehr symbolisch, als tatsächlich hochhalten. Ich kann sehr gut verstehen, dah eine solche Vorstellung im Ausland entstehen kann. ES ist aber nützlich, festzustellen, dah sie gerade in wesentlichen Punkten nicht der Wirklichkeit entspricht. Die rumänisch« Sozialdemokratie ist keine Sekte, die im platonischen Dienst an der Idee ihr« Tätigkeit erschöpft, sondern im Gegenteil seit ihren» Bestand ein realer Faktor im geistigen und politischen Leben Rumäniens. Bis um 1999, und darüber hinaus. In der ersten Periode ihrer Existenz, war die sozialistische Bewegung politisch infolge der numerischen Schwäche des Jndustrieproletariats und insolge des Klassenwahlrechtes wohl unfruchtbar, dafür aber eine der bedeutendsten Kulturbewegungen und von entscheidendem Einfluß auf die Entwicklung der jungen rumänischen Literatur und Kultur. Der Sozialismus hat Rumänien eine ganze Reihe hervorragender wissenschaftlicher und literarischer Talente geschenkt. Sein Theoretiker Constantin Dobrogeanu-Gherea war gleichzeitig einer der führenden Kultur- und Literaturkritiker der Zeit. Was an demokratischen und fortschrittlichen Traditionen, was an modernem Kulturleben in den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende geschaffen wurde, ist zum großen Telle das Werk der ersten, sogenannten„gene- rösen", vor allem von Intellektuellen getragenen Generation des rumänischen Sozialismus. Freilich hatte diese Bewegung keine Konsistenz. Sie brach an dem Mangel einer nennenswerten proletarischen Basis zusammen und die Intellektuellen, die ihr Glanz und Kraft gegeben hatten, zerstreuten sich in alle Winde. Das Jahr der ersten russischen Revolution, 1995, war auch das Jahr der Wiedergeburt des rumänischen So« zialismus, diesmal als ausgesprochener Arbeiterbewegung, nicht nur als Partei, sondern auch als Gewerkschaftsbewegung. Der Kampf der Sozialdemokratie, die‘ von Männern wie F r i m u, Marinescu, Rakovsy geführt wurde, um die Agrarreform, um das allgemeine Wahlrecht, um die Einbürgerung der Juden hat sich als fruchtbar erwiesen. Nach dem Krieae.sielen diele RefoMess ÄS reife Frucht'in den Schsthsd^ w-' manischen Gesellschaft. Leider haben Verantwortungslosigkeit und Hyperradikalismus der Kommunisten verhindert, dah nach dem Kriege die mächtige Arbeiterbewegung sich— wie es die Sozialdemokraten wollten— zu positiver Mitarbeit an dem Aufbau des neuen Staates orientierte, eines Staates, an dessen Schaffung unsere Partei durch die Genossen JonFlueraS und IosifIumanea, als Mitglieder der UebergangSregierung in Siebenbürgen, und GeorgeGrigorov ici, unserem gegenwärtigen Parteiobmann, tätigen Anteil hafte. Ein mihlungener Generalstreik und die Spaltung warfen die Partei 1929-21 um Jahrzehnte zurück. E» bedurfte langer Aufbauarbeit, bis die Sozialdemokratie 1928 wieder imstande war, aktiv in das politische Leben«inzugreifen und im Kampfbündnis Mit der'Bauernpartei (National-Zaranisten) die reaktionäre Regierung Bratianü zu stürzen und wieder im Parlamente sinzuziehen. Seither hat die Sozialdemokratie, gestützt vor allem auf die Gewerkschaftsverbände, aber auch auf einen immer mehr wachsenden Anhang in der Bauernschaft(mindestens 59 Prozent der sozialdemokratischen- Stimmen sind Bauernstinimen), ÄS geachtete PärlämentSpariei am polittschen Leben akftv und zum Teil erfolgreich teilgenommen. Erst 1938, als in den Wahlen. di« sozialdemokratischen Kandidaturen verhindert wurden und allgemeiner Terror herrschte, wurde die Partei au» der'Kammer ausgcschaltet. Im Sengt hat ste nur«inen Vertreten In den»letzten Jahren hat die Partei zweifellos unter der Rückwirkung der faschistischen Siege in Mitteleuropa und unter dem reaktionären Regime in Rumänien selbst gelitten. Heute kann aber dstese Krise als überwundenbet rächtet werden und wenn auch sicher der Ausfall der Parlamentstribune schmerzlich ist, so kommt der Sozialdemokratie in Rumänien doch eine große politische Rolle zu. Bor allem ist es der Kamps um die Demokratie, der für das heutige, von faschistischen Strömungen verseuchte Rumänien mehr als je eine politische Notwendigkeit erster Ordnung darstellt, und nur von der Arbeiterschaft aus einen entscheidenden Ansporn erhalten kann. Schon im Vorjahr hat die Sozialdemokratie angeregt, der liberalen NeaktionSregierung und dem von ihr r»CT z/ IM SOMMER gegen Insekten und Sonne, im Winter gegen Kälte und BMKRMk x'Zuglüf.r die unverwüstlichen Holzdraht rou Io aux, ■9_ Brettchen Jaious'en und ' Kgl Selbstrollvorhänge der F'rma J.&.E. GLÜCK /' Vere.nigte Rouleaux und Jalousienfabrik (\ Königsberg a. d. Eger. Offerte kosten os u. unter» blndllch. Rührige Vertreter werden jederzeit aufgenomir.en. geduldetem Faschismus eine gemeinsame Front der bäuerlichen und proletarischen Demokratie gegenüberzustellen, um so eine mächtige Massenbewegung zu entfachen, die allein die immer besorgniserregendere faschistische Verseuchung der Massen erfolgreich bekämpfen und den Weg zu einem demokratischen Regime öffnen könnte. Leider ist bisher eine Uebereinstimmung über diese Frage nicht erzielt worden, obwohl die Uneinigkeit der Demokratie ganz ofsenbar der stetig wachsenden Rechtsbewegung zugute kommt. Und doch wird eS sich erweisen, daß nur die von uns vertretene Politik einen Ausweg aus der gegenwärtigen gefahrenschwängeren Situation zeigt. Ich will hof- sen, daß diese Einsicht nicht— wie eS anderswo geschah— zu spät kommt. ES sst wichtig zu betonen, daß die rumä- msche Sozialdemokratie sich die Politik der demo- kratischiik Zusammenarbeit durchaus.demokratisch und realistisch vorstellt. Demokratisch, indem sie gleicherweise den Links- und den Rechts- extremismuS ablehnt. Realistisch, in dem sie sich darüber klar ist, daß gemäß der sozialen und politischen Struktur des Landes das Hauptgewicht gegenwärtig bei den Bauernparteien liegt. DaS schwierigste Problem, das sich unS stellt, ist aber die ganz falsche Auffassung, die in Rumänien noch über das Wesen der Sozialdemokra- tie herrscht. Die gänzlich veraltete Ansicht, daß wir eine Partei der Unordnung und der Zerstörung sind, eine Partei dir Staatsfeinde, ist in -manchen maßgebenden Kreisen nicht überwunden. Terror oder, bestenfalls, Schikanen sind die selbstverständliche Folge- solcher Auffassungen, die gerade einen der wertvollsten Bevölkerungsteili: die bewußte Arbeiterschaft, von der Mitwirkung an dem staatlichen Geschehen ausschliehen wollen und ihr höchstens das Recht auf eine magere Interessenvertretung zugestehen. Gewiß wird sich mit der Zeit eine andere, bessere Ansicht auch in Rumänien Bahn brechen müssen. Die Arbeiterschaft selbst wird dazu durch ihre Haltung entscheidend beizutragen haben. DaS Beispiel anderer Länder, in denen die Arbeiterschaft den ihr gebührenden Platz cinnimmt, wird mithelfen, aller Welt zu beweisen, daß die Sozialdemokratie einer der wichtigsten Faktoren des gesellschaftlichen Aufbaus auch in Rumänien ist und daß die Verfolgung der Arbeiterschaft sich bitter an deis Gesamiinteressen des Staates und Bolles rächen würde. MMSKKSW «787 Fisch- und GemllBekonservenfabrlk Lebenaml t tel-OroBhandel KARLSBAD-Donltz Verlanget und trinkt überall l die baltbekannten*- KUnlgsberger ELEKTRISCHE WALZENMÜHLE JULIUS SCHMIDT In AICH bei Karlsbad 37SS eStklaaBlaen Mahlprodukta RODERT HOPEMANN Elemente-.und Batteriefabrik Äsen in DShmen '-»■ fixniKO LUBL& CO Wirkwarenfabrik... §MMüM ASCH I Seile 10 Mittwoch, 28. Oktober 1030 Nr. 251 Adresse: Gl BI AN& Co., Prag II., Stfipänsk« 32, Sandsn.Sla mir«In CORO NA Prospekt. Namei•■ COBONA . Erzeugnis.der ältesten amor. Fabrik fUr PORTABLI SCHMIBMASCHININ Tannwalder Baumwollspinnfabrik Tannwald UHH LEDIRER& WOLF • Dörfel bei Reichenberg und Tannwald 1 GEGRÜNDET1885 T internationale Lehrmädchen,- Praktikanten, Volontäre, Jungangestellte, Schuler der Handelsakademie oder •schule, der Fach-, Gewerbe- oder technischen Hochschule ist der . mit seinen Geschäftsstellen in? Karlsbad, v gasse 17 Jägerndorf, Masarykplatz 21- Brünn, Bahnhofstraße 10- Trautenau- M. Schönberg am ,«» Allgemeine flngestellten-Verband Reichenberg, Tureerstrasse 27 aller Privatangestellten in Industrie, Handel und Verkehr sowie für kaufmännische Lehrlinge, 3376 Filialen und Annahmestellen in zahlreichen Städten der Republik Jftilf au M r... 8782 Nr. 231 MtttwoK, 28. Oktober 1936 Seite 17 I Oskar pusch y/n]^Vfhn«hinM* Bntthf-- . auuiuu uen-AUJiWÄUuuuauK»•---■»•■'•■■•• ftig; Mttupy OT; duuwi UuUHiehmei^beg^a» yyp« m konvaleszentennach Infektionskrankheiten vor und ,• ‘als wirksames Di&tetikum bei Magen-und Darmleiden. . Pilsner Urquell ist flüssiges Lrytz— igt die Quelle des. Lebens und der Gesundheit Pilsner Urauell schmeckt —■ nach Pilsner Urquell sohmeckt es. Daher immer nur Milliarden Lei im Jahre 1988 zurückgegangen. Von diesem schweren Rückschlag ist auch der tschez choslotvakisch-rumänische Außenhandel betroffen worden. ES betrug die tschechoslowakische Ausfuhr Einfuhr nach Runiänien‘ aüSRümäNien;■ in Millionen Kronen der wirtschaftlichen Beziehungen an die verschiedenartige Struktur der beiden Staaten. In diesem Sinne fördern auch die Arbeiter, Angestellten und Bauern di« wirtschaftliche Zu- sauuuenarbeit. beton keineswegs die einzigen im Lande erzeug, ien Straßenbaustoffe vorstellen. Ein großer und immer wachsender Teil der sogenannten Schwarzstraßen wird an§ dem einheimischen Straßen teer gebaut. Ter Strastenbau in unserem Staate steht vor der schweren und Verantwortlichen Aufgabe, den weitaus grössten Teil unserer Bezirks- und Landstrahen auf wirtschastlichste Weise und in kürzester" Zeit den Forderungen des Modernen Autoverkehrs anzupassen. Diese Straßen haben einen mittleren und leichten Verkehr zu tragen. ES ist eine Unmöglichkeit, diese Tausende von Kilometern in der nächsten Zukunft etwa mit Zementbeton oder Steinpftaster auszustatten. Die billigste. Art einer modernen Straßen. bau»«se^isk!di«5,!U'em-a4-ipt-e---S-ch ot t e r» str a'ste^deren Merfläche mit T e e r behandelt ist. Leider werden die Oberfiüchenteerungen bei uns noch immer nur als ein vorübergehender Straßenschutz behandelt. Ganz allgemein begegnet man der irrtümlichen Anschauung, daß die Obevflächenteerung alljährlich erneuert iver- den mub- ~ Es ist die Aufgabe dieses Aufsatzes, zu zeigen, das; auch eine Oberflächenbehandlung mit Spezialteer zil dauerhaften Decken führt. In England, dem klassischen Lände des Teerstraßen- baueS, werden nun Oberslächenteerungen derart ausgesührt, daß sie einem bis fünfjährigen regen Verkehr gewachsen waren und sich in tadellosem Zustande erhielten, Es sei in dieser Hinsicht besonders auf die letzten Aeußerungen des bekannten englischen StraßenbaupraktikerS W. I, HadsieldS verwiesen, der die glänzende» Erfolge der neuzeitlichen Oberflächenteerungen in England in der sorfälttgen Ausführung und be- sonders in der Verwendung sehr dickflüssiger Spezialteere erblickt. Es ist erivähnenSwert, daß, im Gegenteils zu unserer Praxis, in England auch besonders für die erste Teerung kein dünnflüssiger Teer, sondern gerade die Höchstviskosen Sorten den Spezialteere verwendet werden. In Wirtschaftlichkeit und billiger Aus- führung gliedert sich den Lberflächenteerimgeit das sogenannte Einstreu- oder Einschüttverfahren an, welche Bauart auch dem schwersten; Verkehr vollkommen gewachsen ist. Diese Bauweise, die durch die Firma„V i a t a r" bei uns eingeführt wurde, hat sich auf unseren Straßen: vorzüglich bewährt. Unsere Teerindustrie liefert für diese Bau-' weisen Spezialleere, die allen Anforderungen ge- wachsen sind. ES wäre wünschenswert, Lei; ein-., heimischen Spezialteeren, die mft großem erfinderischem Eifer zustande gebracht wurden und. den ausländischen einschlägigen Erzeugnissen an, mancher Hinsicht überlegen sind, zum Wohl; unserer Straßen und der gesamten Wirtschaft, einen größeren'BetätigungSrauift zu eröffnen.; Die WirtschaMchkeit im Straßenbau Unter den schilleren derzeitigen wirtschaft- lichen-Verhällnissen wird der.gegenseitige Warenaustausch zwischen den einzelnen Staaten durch Einfuhrbeschränkungen gehemmt. Es macht sich die Bestrebung geltend, die Einfuhr frenider Rohstoffe auf ein. Minimum einzuschränken und die freniden Erzeugnisse durch einheimische Ware zu ersetzen. Diese allgeineine Bewegung wirkt sich auch im Praktischen Straßenbau aus. In der Hitze des Gefechtes für eine ausschließliche Verwendung der einheimischen Straßenbaustoffe wird jedoch allzu häufig vergessen, daß Steinpflaster und Zement- menfällt, so drückt sich doch in ihr unstreitig der Erfolg der Bemühungen um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen der beiden Staaten aus. Aber die Möglichkeiten der ivirtschaftlichen Beziehungen beschränken sich, keineswegs auf den Austausch dieser Produkte. Rumänien ist ein an Bodenschätzen reiche» Land. E» verfügt über er. giebige Petroleumquellen. In den letzten Jahren ist die Tschechoslowakei ein guter Kunde der rumänischen Petroleumindustrie geworden. Die Einfuhr von Mineralölen aus Rumänien ist von 69.9 Millionen Kronen i'm Jahre 1984. auf 198 Millionen Kronen im Jahre 1988 gestiegen. Es ist möglich, bei dem Ivachsenden Bedürf an Petroleum und bei der geringen Produktion im eigenen Lande, die Oelbezüge aus Rumänien weiter zu steigern. Die Tschechoslowakei könnte bei ihrem Bundesgenossen auch zu einem erheblichen Teil ihren Bedarf an Eisenerzen und anderen Rohstoffen dös Schwerindustrie decken. Denn Rumänien verfügt über große Erzlager. Doch sind bisher diese Quellen wirtschaftlichen Reichtums nur völlig ungenügend erschlossen worden. jüngste»- Tagungs-^eo-sUed««» Entente in PkeßvuSgqvürde der AlMast derMÄ« schädlichen Zusammenarbeit gerade unter Berücksichtigung dieser Tatsache betont. Das Bestreben geht dahin, unter Beteiligung tschechoslowakischen Kapitals sowohl den Ausbau der Petroleum- iNdustrie als auch die Erschließung der ausgedehnten und reichen Erzlager.zu beschleunigen. Rumänien bedarf dieses finanziellen Beistandes, um feine eigene wirtschaftlich« Kraft zu erhöhen, die iviederum die Basis bildet, ohne die der Bestand der ivirtschaftlichen! und politischen Unabhängigkeit Rumäniens und seiner Partner in Gefahr kommen könnte... Dieses Aufeinmiderangeiviesenselu Rumäniens und der Tschechoslowakei in der wirtschaftlichen und politischen Sphäre findet in den Problemen, an deren Lösung der Wirtschaftsrat der Kleinen Entente ständig arbeitet, seinen Aus- dnick. Sind es auch nicht weithin strahlende Erfolge,, die dabei zustande kommen, so trägt doch jede Vereinbarung, jedes Nebereinkommen, das in den Fragen der Intensivierung des Eisenbahnverkehrs, der Schiffahrt, des LufwerkehrS getroffen, oder durch das ein Abbmi der Zollmauern und anderer Handelshemmnisse bewirkt wird, dazu bei, bestehende Gegensätze zu mildern und zu überbrücken. Allmählich entsteht so ein Absttmmen mif di« gegenseitigen Bedürfnisse und ein Angleichen ', Rumänien bringt vor allem Getreide, Mais, Vieh und Viehprodukte auf den Weltmarkt. Aber gerade in diesen Waren ist der Einfuhrbedars der Tschechosloivakei infolge der Autarkiebestrebuugen .ihrer Lanistvirtschaft erheblich, verringert, zun; Terl gnnA beseitigt worden. Die Komplizierungen, die sich daraus für di- wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Staaten ergeben, werden noch dadurch verschärft, daß Rumänien infolge des Aufbaues eigener Industrien einen verringerten Bedarf an jenen Erzeugnissen hat, die wiederum in erster Linie die Ausfuhrwaren der Tschechoslowa- kel bilden. Da» gilt in erster Linie für Textilien, für GlaS-, Ton und Porzellanwaren. Rumänien und dieTtchechotlowakei Ihre gegenseitigen wirtschaftlichen Beziehungen Die Tschechoslowakische Republik hat tm Siid- osten auf einer Strecke von. 209 Kilometer eine gemeinsame Grenze mit Rumänien. Seit mehr als 18 Jahren ist sie mit djesemnnintttelbaren Nach barstaat In' der Kleinen Entente in einem poli tischen Bündnis zusammengeschlossen. Daß dieser Bund nicht einem politischen TageSbedürsni» der beiden Staaten und des dritten Partners Jugo slawien dient, sondern daß er eine Art Lebensge meinschaft sein soll, das hat niemand anderes immer wieder so stark betont als der Staatsprä sident Dr. BeneS. Schon einige Jahre, bevor der ständige Wirtschaftsrat der Kleinen Entente begründet worden ist, hat Dr. BeneS als Außen minister unermüdlich daran gearbeitet, die wirt schaftlichen Verbindungen zu Rumänien enger zu knüpfen und die wirtschaftlichen Interessen nach Möglichkeit gegenseitig aufeinander abzustimmen. Diesen Bemühungen ist durch das Herein brechen der Weltwirtschaftskrise der volle Erfolg versagt geblichen. Die Wirtschaft Rumäniens, des sen Bevölkerung zu nahezu 80 Prozent umnittel« bar von der Landwirtschaft abhängig ist, hat unter den Schlägen der Krise schwer gelitten. Der Wert der landwirtschaftlichen Produktion erreichte im Jahve 1929 die Hohe von 85.7 Milliarden Lei. Bis zum Jahre 1988. war er bis auf 22 Milliar den zusanunengeschrumpst. In den folgenden zwei Jahren ist wieder eine erhebliche Zunahme einge treten, so daß im Jahre 1.985 bereits wieder der Wert der landwirtschaftlichen Produktimr mit 48.9 Milliarden Lei zu verzeichnen ist. Aber man muß dabei die inzwischen eingetretene starke Abwertung der runiänifchen Währung berücksichtigen. Dieser gewaltige Produktionsverlust in dem größten Sek tor der rumänischen Wirtschaft hat für die Bauern, die den Hauptteil der Bevölkerung bilden, schwere sozial« Erschütterungen gebracht. Bon die sen Erschütterungen sind auch die übrigen Bevöl- kerungSschichten erfaßt worden. Durch.den Aus fall von Steuern, Zöllen und anderen Einnah men hat auch der Staat mit ernsten finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Ist Rumänien auch noch immer in erster Linie ein Agrarland, so hat es einmal durch die Angliedening von Industriegebieten, die im frü heren Oesterreich-llngarn lagen, und durch die Entwicklung neuer Industrien, seiner industriellen Produktion in der Nachkriegszeit eine wachsende Bedeutung gegeben. Diese Entwicklung ist durch die Krise stark gehemmt-worden.'Bon 1998 bis 1982 ist der Wert der industriellen Produktion Rumäniens von 48.4 auf 82.8 Milliarden Lei gesunken. MS Konsument auf dem Weltmarkt wurde Rumänien infolge dieser Krisenschädigun- bessexenwad Schutz Einen bVlU<3eI Zh e Boul gegen gibt es WWW 1929 369.0 478.4 1980 890.4 602.4 1981 840.0 800.5 1982 801.8 884.4 1988 221.4 176.0 1984 . 270.0 185.7 1938 888.2 200.1 Seite IS Mittwoch. 28. Oktober 1086 i* Nr. 261 UlemenT A. Gi Anteil 6.1 Mi die Hefe Optiker // r 7v i'*'■ t‘■ 1 1««nchtbsarde, Mfjzp/ f+ Q/» /) Hautschäden' V L'C' l V Vf V zweckmäßig, f ffrqgll.; 3hLaisJG)M 8792 8771 Papier- Düten- Drucksachen PILSEN jKollirovia NA POPIÖI 4. 72.6 117.8 96.0 118:4 147.0 140.0, Bis zu 5 8— 10 10— 80 80—280 über 260 RICHARD KÖRPER PRAG II hybirnskA a Zahl der Gesamtmenne Prozent. Besitzuitgen 3,408.603 466.084 180.807 18.168 1.885 JOSEF INNWALD Rumänien ist vor allem ein Bauernland; rund 15 Millionen seiner etwa 19 Millionen Einwohner leben auf dem Lande von der Landwirtschaft und nur fünf Millionen'leben in der Stadt von der Industrie und dem Handel. Der gesamt« landwirtschaftlich kultivierte Boden befand sich vor dun Kriege fast ausschließlich in den Hänoen der Bojaren— Großgrundbesitzer. Der größte Teil der Landbevölkerung War ohne eigenen Landbesitz oder hatte doch so wenig eigenen Bodens, daß es ihm unmöglich war, sich darauf zu ernähren. Das erste mit sozialem Charakter für die Landwirtschaft erlassene Gesetz wurde im Jahre 1866 erlassen. Sechs Jahr« später wurde ein Gesetz erlaffen, welches für sich zu arbeiten weigernde Landarbeiter die Todesstrafe vorsah. Zehn Jahr« nach Erlaß dieses Gesetze», im Jahre 1882.wurde der Artikel über die Todesstrafe aus dem Gesetz entfernt. Ein« Hinrichtung aber scheint auf Grund dieses Gesetze» nicht vorgenommen worden zu sein, denn die letzte in Rumänien auf Grund eine» von einem Zivilgericht gefällten Urteile» vorgenommene Hinrichtung wurde vor etwa hundert Jahren vollzogen. Im Jahre 1808 wurde die Leibeigenschaft durch Gesetz aufgehoben und das Freiwillige ArbeitSveichälüiiS eingeführt. Di« Massen der Bauern aber, es waren meist Landarbeiter und kleine Pächter, waren mit dem ArbfitSver- hältnis weiter unzufrieden,-und so kam e» im Iah« 1907 zum Bauernaufstand, der niedergeschlagen wurde. Obwohl man den Bauernmassen nach dem Aufstand Land versprach, wurde ihnen kein Land zugeteilt oder die Landzuteilung war zmnindesten» sehr gering. Dies war di« Schuld der seinerzeit mächtigen, heute aber zur Bedeutungslosigkeit herabgesunkenen konservativen Partei. Die Aufteilung der großen Güter fand erst in der Nachkriegszeit statt. Die folgende Tabelle gibt die.Landverteilüng Rumänien» in der Vorkriegszeit wieder. Dem Kinde das Beste, zu billigen Preisen I Engi. Mädchen- Mantel Ke 139«- Rumäniens Landwirtschaft, Industrie und Arbeiterschaft Landverteilung brachte den Bauern zwar Land aber keinerlei landwirtschaftliche Geräte. Desgleichen blieben fie.ohne Saatgetreide-Um.sWsieideS zu besorgen, d. h. kaufen zu können, mußten sich die Bauern Geld leihen, welches sie aber nur zu Wucherzinsen erhalten konyten. Bezahlten die-Bo» jaren bei der Natjonalhank für den ihnen einge« räumten Kredit 8 bi» 10 Prozent Zinsen, so mußte, der Kleinbauer bei den Privatbanken 24 bis 88 Prozent an Zinsen bezahlen AuS der folgenden Tabelle ist die Verteilung des Landbesitze» der Gegenwart zu ersehen. Besitzgröße. Mitteilungen aü» dem Publikum. Wind und Wetter verhelfen zu einer gesunden Gesichtsfaibe^ können aber auch zu unerwünschten 'den Anlaß geben. E» ist- darum immer zweckmäßig, sich durch Hautpflege mit einer erprobten Creme vor allzu starker Austrocknung der Gesichts« chaut zu schützen. Nivea-Creme ist wegen ihre» Eurerit-Gehalte» hierzu besonder» zu empfehlen. Maitz- extraktk mit von Jndustrieprodukten kommen sie wenig in Krage. Bevor wir unser« Betrachtungen über di« Landwirtschaft abschließen, werfen wir noch einen kurzen Blick auf die sozial« Gliederung derselben. Von den landwirtschaftlichen Betrieben unter fünf Hektar haben etlva 660.000 nicht einmal die Größe eine» Hektar», 960.000 haben di« Größe von einem bi» drei Hektar, Diese 8.5 Millionen landwirtschaftlicher Besitzungen bl» zu fünf Hektar ernäh«n 6 Millionen Menschen. Die Armut der Bauern aber kann man am deutlichsten an ihrem Viehbestand ersehen. Betrachten wir den Viehbestand der Kleinbauern, so ergibt sich, daß 48 Prozent derselben kein oder nur«In Zugtier besitzen, 85.5 Prozent haben keine Kühe und kennen keine Butter, 48 Prozent haben kein« Schwein« und 46 Prozent keine Schafe. Wie einleitend bemerkt, ist Rumänien vor allem ein Bauernland und die Industrie ist" nur sehr schwach entwickelt. Au» den folgenden Zahlen ist di« industrielle Entwicklung und der gegenwärtige Stand der Industrie zu ersehen. - Im Jahre 1915 gab es. in-Altrumänien auf 1000 Einwohner 14.8 PS Motorenstärke; im Jahre 1984 betrug die Motorenstärke in Alt- Rumänien 27.5 und in Groß-Rumänien 80 PS auf 1000 Einwohner: Da in der Nachkriegszeit der Bedarf an Konsumartikeln gewaltig gestiegen ist, war die Konjunktur für die Entwicklung der inländischen Industrie günstig. Es war der jungen rumänischen Industrie aber unmöglich, sich gegen die alten Industrieländer des Westens zu behaupten.und so mußt« sie durch Zölle geschützt werden. Infolge hoher Zollschranken besitzt die rumänische Industrie auf dem Binnenmarkt eine Monopolstellung. Die folgende Tabelle zeigt-die Entwicklung der rumänischen Industrie seit dem Jahre 1924, hierbei ist für. das Jahr 1927 die Zahl hundert zugrunde gelegt. Jahr. Halb- und Kohlen-, Erz- und Fertigfabrikate. Erdölindustrie 58.8 189.7 166.8; 167.1 - 184.5 185.0 Makos-Mantel Ke 65*- 1924 1929 1982 1988 1984 1985*) Obige Tabelle zeigt un», daß di« rumänische Industrieproduktion seit dem Jähre 1924 um 100 Prozent gestiegen ist. Was die Zahl der rumänischen Industriearbeiter und deren Verhältnis zur Gesamtbevös- kerungszahl anbelangt, so hatte Altrumänien im Jahr« 1915 auf 1000 Einwohner 7.7 Industriearbeiter; im Jahre 1985 gab- e» auf 1000 Einwohner in Altrumänien 10 und in Groß-Rümä- Nien elf Industriearbeiter. Nach der folgenden Statistik des rumänischen Gewerkschaftsbundes betrug die Zahl der in der rumänischen Großindustrie-beschäftigten Arbeiter, hierbei sind unter Großbetriebe Betriebe mit mindestens 50 PS Motorenstärke und 25 beschäftigten Arbeitern gemeint: Zahl der beschäftigten Arbeiter 201.184 174.227 152.809 152.198 184.770 b» da da da da Bet der Beurteilung der rumänischen Landwirtschaft muß in Betracht gezogen werden, daß es im Lande an Verkehrsmitteln mangelt und aus diesem Grunde die Produkte nicht abtransportiert werden können, was zur Folge hat, daß nicht selten Im Umkreis von 50.Kilometer Preisunterschiede bis zu hundert Prozent vorzufinden sind. Wie aus der letzten Tabelle ersichtlich, befindet sich etwa die Hälfte des landwirtschaftlich genutzten BodenS in Händen von rund 8.5 Millionen Kleinbauern, deren Grundbesitz höchsten» fünf Hektar beträgt. Diese 8.5 Millionen Kleinbauern leben mit ihren Familien in tatsächlicher Selbstgenügsamkeit und erimhren sich fast ausschließlich vom Erträgnis ihrer-Landwirtschaft. Als Käufer Biiliiiische Union-Bank Zentrale: PRAG FILIALEN: Asch. Aussig, Bodenbach» Böhmisch-Bud weis, Bratislava. Braunau. Brünn, Brüx. Freiwaidau. Frtfdek-Mlstek, Gablonz a. N.. Graslltz, Hohenelbe, Iglau. JUgerndorf. Karlsbad. Königinhof a. E., Leitmeritz. Marlenbad. Mährisch Ostrau» Mährisch Schönberg. Neu-Titschein, 01- mütz, Pardubice, Pilsen, Prostfijov, Reichenberg, Rumburg, Saaz, Tepl itz- Schönau, Trautenau, Troppau, Warnsdorf, Zwittau Exposituren: Prag XII. und Prag VIII. ZuckeraMellungen In Prag, Bratislava, Olmlltz uud Troppau sara■ Lahr 1920 1980 1981 1982 1988 Für die Jahre 1984 und 1985 liegt Statistik des rumänischen GewerkschaftSbundeS noch nicht Hzr. - Für das Jahr 1984 aber liegt unS eine Statistik der bei den Arbeiterkammern eingetragenen Wähler vor. Auf Grund dieser Statistik waren, im genannten Jahre bei' den Arbeiteckammern 426.880 Industriearbeiter, der Groß- und Kleinindustrie, 151.199' Handwerker und 105.682 Privatangestellte als Wähler eingetragen. Das Wahlrecht zünden Arbeiterkammern hat. jeder das 21. Lebensjahr-vollendete Arbeiter. P. Th. *) Hier handelt es sich"um die vorläuMen Zahlen. Besitzgröße Zahl der Gesamter Besitz Besitzungen ' in Hektar Bis zu 2 ha 476.649 572.196 2— 5 ha 441.886 1,546.811 5— 10 ha 161.550 1,118.409 10— 25 ha 42.996 622.174 25— 50 ha 5.697 198.128 50—100 ha 1.554 107.182 100—500 ha 2.877 587.549 über 500 ha 1.046 .1.098.699 Die in der Nachkriegszeit vorgenomm« RAGLANS Ni 145'- IM.-, 240.-, 280.-, M’.-, 350.- bls 790.. f ür jede Figur Stränsky PRAG-HYBERNSKA RRnr. PORTALE IN EISEN, ANTICOROSTAHL UND DUOBRONZE STAHLROLLADEN, 8ONNEN- PLACHEN,SCHERENGITTER U. SÄMTLICHE EISENKON- 3206 STRUKTIONEN ERZEUGT SPEZIELL Ffiu BRQON, BRVNM ZEILE 107, TEL. 119-80,119-81 Kurei letsei Nächod I II Färberei 11 Druckerei || u. mech. Weberei Lieferant des Gec-Verbandes Erholungsheim ‘ der in Mähr. Altstadt unter dem Schneeberg. Hygienische Einrichtung. Seehöhe 586 Meter. Bequemlichkeit. «nnHOOrifl geöffnet. Tägliche Pension Ui 26.—. Luftkurort, Sommerfrische, Wintersportplah, Zentralheizung, ^elektr. Licht, Warm-«. Kaltwasser, Höhensonne, Diathermie,.Winter, und-.Sommerliegehalle.. Indikation: Rekonvaleszenz, Unterernährung, Erschöpfungszustände, Chlorose, Anämie, Neü- ' rästhenie, Schlaflosigkeit, Basedow, Herz- und Gefäßerkrankungen, nicht tuberkulöse Lungen- afscktionen usw. Auf'Wunsch Prospekte unentgeltlich: Anmeldungen und Anfragen erledigt die Bezirkskrankenversicherungsanstalt.- Mähr. Schönberg, Telephon 67. 8791 DfiOi;TG£FL€CHTE S.SEMLER-fl.ttlflSCtt P| ISEN** b<* Hlnch** l »wir, t Prag: VUUCnkoaiorawma. Tel 710-S1 optiFiÄ i Fabrik für Haus- und Küchengerät.» lug. Georg Glcttkr sie# BunzendoH Fort Ebersdorf bet Friedland LB.* KaUccnShica, BrolMtmeidenasdilaca.' Rr. 251 / Mittwoch. 28. Öktoker 1030 Seite 10 Stile 20 Mittwoch. SS. Oktober ISIS Nr. 251 RIUNIONE ADRIATIC A DI SICÜRTA IN TRIEST Aktienkapital und aonitlf e Garantiemlttel Ende 1995 über 1.000,000,000 Lire Gegründet IBM Direktion für die Cechoslovaklsche Republik in Prag II., im eigenen Palais, Ecke N&rodnf nnd Jungmannova tflda Telephon-Nr.: 30751 Serie, 24772, 31600, 31891, 89407, 89608 Versicherungen auf Leben, gegen Feuer und Hagetachlar, Versicherung von Transporten gegen Beschädigungen»Diebstahl,. Abhandenkommen, Einbruchdiebstahl und Glasbruch-Versicherungen, Versicherungen gegen Betriebsstillstand infolge Brand, Versicherungen gegen Maschinenbruch, Unfall'-, Haftpflicht- und Autoversicherungen. 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ES liegt im Interesse jede» einzelnen, alle noch außerhalb unserer Reihen stehenden öffentlichen Angestellten' für den Verband zu werben; Niemand schützt euch, wenn nicht die Organlsationl gia LIEFERN WIR AUS DEN MITGLIEDSFABRIKEN Königshof• Beroun . Ciikowitx. Lietavtkä Luöka- Laden Malomörice Stramberk,,'.<■ ,..,<.. Vttkovice ' Horn# Srnie, ,(... Stupava ( Radotfn.".‘' i\ G'libl Prag-Podolf. ■ Settenz•_ VERKAUFSTELLE DER ZEMENTFABRIKEN G. M. B. W.• PRAG il., VACLAVS!^ nAm. 60 U?H O N IX") TELEFON> 309- 41• TELEGRAMMADRESSE. gEMENTMODEJ VERBAND DER OLAS- UND KER AM ARBEITER^ARBEITERINNEN IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK 8774 Tepiitz-SchOnau, Waf(Straße Nr. isrs firmierte GGIeuderVetonroyre (Softem 2'. ,MiWWW Für Wasserleitungen, Kanalisationen, Meliorationen, gm Straßendurchläffe und Kabelkanäle 10 Bucher für Sie! MASARYK IH BILD P Bilder, die über den Präsident-Befreier mehr engen, ab ganza-Bücher. Mit einem Geleitwort von Karl Oapek. fi. Auflage. Gebd. 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