Nr. 252 Freitag, 3V. Oktober 1S36 16. Jahrgang Efnzafprwls 70 Hallet (elnichlleOlich 5 Heller Porto) 1ENTRALORGAN M PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und VERWALTUNG mag xn., eochova a. thron»077. HEtAUSGEBEIli SIEGFRIED TAUS. VERANTWORfllCHER REDAKTEUR!"KARL KERN.; FRAG. Kleine Entente fester denn je!; Der Besuch des rumänischen Königs und seine politische Bedeutung— Begeisterter Empfang In Prag Reden der beiden Staatsoberhäupter Prag. Der Besuch des rumänischen Königs in der tschechoslowakischen Hauptstadt bot nicht nur Gelegeutzeit zur Aeußerung der freundschaftlichen Gefühle, welche die beiden Völker füreinander empfing» und sich in der begeisterten Begrüßung des Königs durch die Prag« Bevölkerung offenbarten; dies« Besuch ist vielmehr von großer aktueller politisch er B e d e«tu n g. Er beweist die Festigkeit der Kleinen Entente und aus deu Reden, die von de» beiden Staatsoberhäuptern gewechselt wurden, geht hervor, daß das Bündnis der drei Staaten, das sich bisher bewährt hat, durch die politischen Ereignisse der letzten Zeit eh« g e st ä r k t denn geschwächt wurde. Es ist kein Zweifel, daß die intime« politischen Gesuräche, die in den Tischrede« der Staatsob«häopt« angekündigt wurden, dazu führen werden, die Einigkeit der Kleine« Entente-Staaten»och weit«.»« festigen. Führwahr! AuS vollem Herzen unlerfchreib« Ich, waS Sie über die U n e r l ä tz l i ch k»i t der Eristenz und über die Vitalität der Kleinen Entente sagen. Die heurigen Zusammenkünfte in Bukarest und Bratislava haben von neuem diese Solidarität, die für ünS und für daS internationale politisch» Leien unerläßlich ist,' bestätigt. Unsere Solidarität wurde weiters noch durch die Zusammenkünfte in Genf gestärkt, die durch die gleiche vertrauensvoll« und treu« Zusammenarbeit ausgezeichnet waren. BeneS:.» Die Kleine Entente eine Festung Bei dem F e st ess e n auf der Prager Burg, 'wechselten Staatspräsident Dr.'Benes und König Earolll, Trinksprüche. ,-i/ Präsident Dr.,Benes führ u. a. aus:' - ,,Die Tschechosiowalische Republik kann mit Recht'ihrer Freude ob der Ankunft des Herrschers «iNeS verbündete« Staates Ausdruck geben, der .Nütssolch'em.Verständnis unseren Nationalfeiertag zUÄnem Besuch« bei unS gewählt hat.' ES istdieS sicherlich eine Gelegenheit, da wir- k« erster Reihe die B e f r i e d i gun g über die Ergebnisse der gemeinsamen'Politik der letzten Monate zuM Ausdruck bringen und die politische Bedeutung der Bukarester Entrevue der drei Höch» Ostcu- staatlichen Repräsentanten in Bukarest, der jüngsten Konferenz der' Autzenminister in Brati» . slaba und ihrer weiteren Zusammenkünfte- in '. Genf bei der Tagung des Völkerbundes hervorheben können, die Gelegenheit zur Beratung aller aktuellen Probleme und zur Festsetzung der Richtlinien unserer- gemeinsamen Politik geboten haben.. Sicherlich wird eS nicht überraschen, wenn ichdiepolitischeBedentung deSBesuches Euer Majestät in Prag hervorhebe. Sein« Bedeutung liegt zunächst und vor allein in der dauernden; Freundschaft unserer beiden Länder - und gleichzeitig— da Jugoslawien, unser teurer Verbündeter und Freund, in unseren Gedanken immer bei. uns anwesend ist— in dem vollkommenen Zusammenhalt der drei Staate» der kleinen.Entente, ein Zusammenhalt, der schon durch seinen Bestand im RachkriegSeuropa ein« Äusnahinserscheinung ist. /!. Sie ist eine Festung, ohne ein Gefängnis zu ' sein, sie wurde.für; uns zu einem D o g m a, ein Dogma aber, das nicht das. Aufgeben' unserer Bern u.n f t heischt«Nd auch nicht die Ta- gcsnotwcndigkeiten des. politischen, wirtschaftlichen ügd soziale» Lebens aus..dem.Auge verliert.-Die Kleine Entente hat sich oft mehr als einer Kampagne gegenübergefehen und es erwarten sie sicherlich noch ander»,--Aber schließlich hat sie Schule gemacht, dässie sich' in Europa und in Genf ein« stärke, geachtete ustd'respektierte Position, geschaffen, hat. Worin liegt der'Grustd dafür?- • Weil wir eine pdüfische Doktrin repräsrn». Heren, welche«nftrtik wechselseitigen geopolitischen Situation entspricht, weil wir gerechte, vernünftige und legitime. Grundsätze vertrete»,«eil wir niemanden tedrohen, voy niemandem etwas verlangen' und nur unser Recht auf Freiheit und ^Heimat verteidigen.^ Weil, wir loyal, alle unsere» internationalen Verpflichtungen respektieren und weil wir der Welthewiefen bäten, daß wir uns«« Freiheit verdien» n, weil wir entschlossen find, sie gemeinsam Lutz um den Preis all« Opfer zu verteidigen. Dafür gewähre« wir:Ewropa> d«e Garantie ein« ruhigen«nd stHig fortschreitend«» politischen, soziale» und wirtschaftlichen Entwicklung in einem Teil d« Welt, in den uns das SchiifsiÜ geftdllt hcktr Dom» mrsere. drei Länd« sind und bleiben. Länd« der-Ordnung und d« sozialen Disziplin,.der pbsisischtn Freiheit und der Toleranz-im Rahmen der strikten, rechtlichen und verfassungsmäßigenLoyalität.>' Treü unseren Berbündeten, bereit,..unsere Zusammenarbeit allen anzubieten, die sie loyal erwidern', sind die Staaten der Kleinen Entente gewillt,— Hand in Hand und unauflöslich verbunden— auch in Hinkunft den gleichen Weg und in. dem gleichen Geiste fortzusehen, durch den sich bisher ihre gemeinsame Arbeit ausgezeichnet hat, in der Hoffnung, daß dem heutigen Chaos, trotz allem, bessere Zeiten und ein naher Frieden folgen, wird,'■; Carol II.: „Ein Feiertag—— der Kleinen Enteilte“; „Wir haben für die gletch« Sach« gekämpft und in dem gleichen Glauben gesiegt.- Dieser Glaube, wurde nach dem Kriege durch die Kleine Entente gestärkt und in ihr konkretisiert. In diesen Tagen, in denen- sich das internationale Leben so rapid entwickelt und so viele schwierige Probleme zur Lösung stellt, ist eö die Pflicht der Kleinen Entente, ihren Zusammenhalt von neuem zu bestäti- gen und ich bin heute glücklich, dies durch Meine Anwesenheit unter meinen teueren Verbündeten tun zu können. Wir sind eine Gemeinschaft, die auf ihr Recht und ihre Stärke vertraut, wir sind eine Garantie der Ordnung, wir sind zähe Hüter unserer Rechte und unserer Einheit im.-nationalen Rahmen unserer unverletzlichen. Grenzen und wir sind auch treue Hüter des Frie-' de«s und Freunde jeder loyalen Zusammenarbeit, Ich schließ««ich Ihnen, He« Präsident an, -daß' dies« Festtag e i n F e i e rta g der ganzen Kleinen Entente sei«nd daß unser« teuere» jugoslawische» Verbündete» mit Herz und Sin» unter unS seien. Wille zur Zusammenarbeit mit Rom und Berlin Die ersten 1 politischen Beratungen. „ Nach den Audienzen bei König Carol, di« am Nachmittags des 28. Otkober stattfanden, lud Präsident Dr. Benes den König und di« Minister'A n t tz n e S c"u und Dr.' Kraft a in seine Privatwohnung auf der Burg zu einem Tee esn, nach welchem eiN'e-'volitische Beratung stattfand,:-. welche 2% Stunden dauerte. Nach ihrem' Abschluß wurde folgendes Kommunique aUSgegebent'■ „Während des BeiucheS.. Seiner Maiestät König Carol II. in Prag fanden politische Besprechungen zwischen Seiner Majestät dem-König und dem Präsidenten der Republik Dr. Benes statt. Die beiden Minister für auswärtige Angelegenbeiten Antonescu und. Krofta nahmen an-diesen Besprechungen teil. Die erste Besprechung-fand-am 28. Oktober zwischen 17 und 19 Uhr am Hradschin statt. Es wurden, sämtliche. Fragen der Außenpolitik beider Staaten, sowie auch die Hauptprobleme, der Politik der Kleinen Entente und' der europäischen Politik durchberaten. Es' wurde eine voll- ko in m e neUeberei n st i m m u n g der 'Ansichten in allen geprüften Fragen. und das ab so lu te E i n v e r n e h m'e n festgestellt, was die Politik, die-in den nächsten Monaten von de» beiden Ländern im. engen und vollkommenen Einvernehmen'mit Jugoslawien verfolgt werden soll, anlaugt. Es wurde die Notwendigkeit betont, ün Einvernehmen mit allen Freunden und Ber- bündcten die po'..tische Linie fortzusetzen, die in KViilg Carol und der Präsident der Republik bei der Mllltärparade “tm Hintergrund die Regierung«nd das diplomatische Korps der letzten Zusammenkunft der Außonministcr der Kleinen Entente in Bratislava skizziert wurde, was die konunenden Verhandlungen der Westmächte anlangt; gleichzeitig wurde der gute Wille der drei Staaten zur Zusammenarbeit mit den Ländern des römischen Proto, k olles und mit Deutschland in den mitteleuropäischen Fragen betont. Der in Bratiflava gefaßte Beschluß der drei Staaten der Kleinen Entente, allen Versuchen nach Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten fernzubleiben und sich, an den Kämpfen zivischen den inneren Regimen der verschiedenen Länder und an den ideologischen Kämpfen überhaupt nicht zu beteiligen, wurde neuerlich bestätigt. Das Werk des systematischen Aufbaues des politischen und wirtschaftlichen Systems der Kleinen Entente wird ununterbrochen, aber in Ruhe und in der Absicht, die Interessen der Staaten der Kleinen Entente mit den Interessen des Friedens in Mitteleuropa und in Europa überhaupt entsprechend zu harmonisieren, fortgesetzt werden. Die politischen Besprechungen zivischen Seiner Majestät König Carol 11. und dem Präsidenten der Republik söwie zwischen den beiden Ministern für auswärtige Angelegenheiten, Ru- mäniens und.der Tschechoslowakei, werden in den weiteren Tagen während des-Besuches Seiner Majestät in Prag fortgesetzt werden. Vie Könissfahrt durch Prag Prag.(Eigenbericht.) Der Wilson- bahnhof war in mehrtägiger Arbeit ganz verändert worden. Die ersten drei Geleise wurden überdeckt und mit einem Juteteppich belegt, die eisernen Säulen, welche das Dach tragen, in Stoff- und Blumendekorationen gehüllt- und die Wände des Perrons mit Fahnen und Reisiggirlanden bedeckt. Der Eingang zum Salonwartesaal wurde mit tiefrotem Plüsch ausgeschlagen-und mit einem weißen Baldachin auSgestattet, zu beiden Seiten des Eingangs wurden zwei Met«.hohe Plastiken postiert, Äom Salon bis zum Bahnhofsausgang führte ebenfalls ein großer Baldachin. Um-9 Uhr kam in einem offenen Wagen der Präsident der Republik Dr. B e n e s in Begleitung des Ministerpräsidenten Dr. Hodßa an. Der Präsident wurde vor dem Bahnhof von dem Minister für national« Verteidigung M a ch n i k empfangen und begab sich, nachdem er die Meldungen entgegengenommen hatte, in den Wartesalon, wo er von-den Mitliedern der Regierung begrüßt wurde. Dann schritt er di« auf dem Perron postierte Ehrenrotte ab. Die Ankunft Als der rumänische Sonderzug in die Bahnhofshalle einfuhr, intonierte die Militärmusik die rumänische Staatshymne, während eine in der Nähe des Bahnhofs beim Riegcrpark aufgefahrene Batterie eine Ehrensalve von 21 Schüssen abgab. Auf dem Bahnsteig wurden de:. König und der. Kronprinz vom Präsidenten du Republik, von den Vorsitzenden der beiden Kammern der Nationalversammlung, dem Ministerpräsidenten und' den Ministern für- Aeüßeres und. für' nationale Verteidigung erwartet und empfangen. An deren Begleitung schritten dann die Gäste die Ehrenrotte abi Die beiden Staatsoberhäupter und. ihr Gefolge begaben sich dann in den Bahnhofssalon, wo Präsident Dr. Benei dem König alle dort. Versammelten vorstellte. Vor dem Wllspnbahnhof Um halb 10 Uhr Erschien- der König, geleitet vom Präsidenten der Republik, vor dem Gebäude, von lebhaften'Zurufen der dckrt Wartenden empfangen.- Der Bahnhofsplatz war.zir einem Ehrenhof ausgestaltet worden. . Die Spitze des ZugeS.der die Fahrt durchiPra» antrat, bildete ein« Abteilung.' berittener Sicher- heitswache, welcher das Auto des Polizeipräsihente-.r folgt« Unmittelbar vor dem offenen Auto de» Kö- nigs und-de»- Präsidenten ritt, in Viererreihen ein .-Zug-Dragoner, ein zweiter Zug. folgt« dem Wagen, m welchem der Kronprinz und- Ministerpräsident Dr. Hooiia Platz genommen hatten. Bei den Äuto- mobilen bildeten Dragoneroffizie.re'Ehreneskorten. ! In den StraAen Prags Auch derM e nz elSplatz war, wie alle übrigen Straßen/ durch die sich der Zug bewegte; festlich geschmückt, /Hier war-der Großteil der ausgerückten Seite 2 Freitag, 30. Oktober 1086 Nr. 252 Garnison versammelt, außerdem säumten viele Zehntansende Zuschauer den Platz, die den vorbeifahrenden König herzlich begrüßten. In der Nationalstraße waren die verschiedeMtMniformi^rten Vereine ausgestellt, den Masarpk-Kai bevölkerte die Prager Schuljugend, deren Begeisterung keine Grenzen kannte. Auch die deutsche Schuljugend war stark vertreten. Die Begrüßungen steigerten sich, noch, als nach der Borbeisahrt der königlichen Wagen dar Militär den Vorbeimarsch begann. Die Autor fuhren über die Karlsbriicke, würden noch von dest vor dem Landesmilitärkommando ausgestellten Vereinen begrüßt und langten um etwa% 10 Uhr auf der Burg ein. Hier wurde» die Gäste vom Gesandten S t r i m v l und General Bläha willkommen geheißen, Oberst Kvapil erstattete die militärische Meldung. In den Räumen der Burg wurden der König und der Kronprinz dann von Frau Hanna Beneöovä begrüßt worauf sie sich in ihre Wohnräume begaben. Auf der Burg wurde neben der Prässdentenstandarte die Standarte des Königs gehißt. Besuch auf dem Rathaus Dr. Hodjja konferierte sodann mit dem König, der Außenminister Dr. K r o f t a mit dem rumänischen Außenminister A n t o n e 5 c u„ Dan» fuhr der König, ihm zur Seite der Präsident, mit seiner Begleitung zum Altstädter Rathaus. Hier wurden die Gäste vom Primator Dr. B a r a begrüßt. Der König und der Präsident trugen sich in das Goldene Buch ein. Bei der Fahrt zum Rathaus bildete das Militär Spalier, vor dem Rathaus erwartete die Gäste eine Ehrenrotte. Auf dem Wege in den RathanSfaal passierte der König die Kapelle mit dem Grabe des linbekannten Soldaten, wo er einen Kranz niederlegte. Den rumänischen Gästen wurden auf dem Rathaus viele Ehrengeschenke Überreicht. Öle veklllerung Dom Rathaus fuhren der König und der Präsident mit Begleitung zum Parlament. Hier war vor dem Gebäude der juridischen Fakultät eine hohe Tribüne errichtet, auf der die Ehrengäste und viele Vertreter des öffentlichen Lebens Platz nahmen. Um 12.10 Uhr begann die Defilierung. Die Truppen wurden von General V i e st geführt. Er marschierten zunächst dar kombinierte Jnf.-Reg. Nr. 5. dann das Artillerieregiment 1 und 101 vorbei. dann folgten Kavalleristen und zwar dar kombinierte Dragonerregiment 6, die berittene Artillerieabteilung 81 und die Radfahrerrotte. Hinter diesen Abteilungen kamen dar kombinierte Fliegerabwehrregiment 151 und die motorisierten Einheiten, in denen Tanks, TankettS und Panzerwagen geführt wurden. Hier waren noch da» Artillerieregiment 51 und die Artillerieabteilung» 802 vertreten. Auf die Ehrenbezeugungen der Truppen antwortete der König mit dem Emporheben de» MarfchallstabS. Die Defilierung war kurz nach 18 Uhr beendet. Audienzen und Diners Am Nachmittag empfing der König verschiedene Persönlichkeiten de» politische» und geistigen Leben» in Audienz. Um 20 Uhr fg»S,ein zuEhryn-per Gäste vom Präsidenten der Republik und’ grau Hanna Beneiovä gegebener Diner statt, bei dem der Präsident und der König politische Trinksprüche wechselten, unt 22.80 Uhr wurde im Spanischen Saal eine Rezeption abgehalten, an der gegen 800 Personen teilnahmen. Besuch In Uny und Sagdausflufl Liinh. Donnerstag, den 21). Oktober, fuhr König Earol mit dem Kronprinzen Michael von der Prager Burg um 8 Uhr früh nach Läny. Den König begleitete Gesandter Jan Masaryk, den Prinzen Kanz« her Dr. Sämal. Nach der Ankunft in Länh machte der König mit dem Prinzen einen kurzen Besuch im Schloß beim Präsident-Befreier T. G. Masarhk. Nach die- 7 fimplido JToreUe von Vtnaiio filone Copyright by Verlag Oprecbt& Helbllng, Zürich „Morgen ist Feiertag," antwortete die Färberin,„wir sitzen hier und erzählen uns Geschichten..." Wieder ein lange» Schweigen, Die Cafoni warteten darauf, daß die Karabtnieri gehen würden; diese rührten sich nicht. „Erzähl die Geschuhte vom Briganten und der Königstochter!" bat da Giaeinto Barile die Färberin Rosa. „Es ist verboten von Briganten zu sprechen!" unterbrach ein Karabinier!. „Dann erzähl die Geschichte von der Königin und dem einfachen Mann!" bettelte Antinio Carrito. „Es ist verboten, vom einfachen Mann hu sprechen!" unterbrach der Mann des Gesetzes, der darin eine Anspielung auf Simplieio sah. /.Dann erzähl ich euch eine Geschichte, die heißt:»Nicht jede» Unglück ist ein Unglück," sagte Geremia. Die Karabinier! hatten nichts dagegen ein- znwenden. Eine große Stille entstand und der Alte begann: „Kommt der Postbot vorbei und sagt: In Rom ist das große Unglück' gescheh'»; auf dem Postamt sieht man ■ die Trauerfahne weh'n... Der arme Cafone glaubt das nicht, aber die Henn' auf dem Kirchturm f läutet die Glocken, die Maus am Schlüsselloch spielt die Flöten, der Esel im Stall sem Besuche nahm der König mit dem Prinzen an einer Jagoim Tiergarten von Läny auf Hochwild, Damhirsche und Mufflons teil, Die Jagd dauerte bis 14 Uhr/ Nach dein Elle» kehrte der König mst den übrigen Teilnehmern der Jagd und mit feiner Suite Nach Prag zurück. Um 18.48 Uhr hatten am dritten Burghof etwa 8800 Pfadfinder' und Pfadfinderinnen Ausstellung genommen, die den Gästen huldigten. Könige Earol dankte in seinem Namen und im Namen feine» Soh- ne« für die Begrüßungskundgebung. Die versammelten Skaut» quittierten die Worte des König» mit dem stürmischen Ruf„Nazdar" und verabschiedeten sich mit dem großen Skautgrüß unter dem Klange der Fanfaren aus der.Libuöe". Im TyrS-Haus Nach der Huldigung der Skaut» besuchten der Präsident der Republik Dr. Eduard Bene» mit König Earol und Kronprinzen.Michal da» Turö-Hau». Die Sökolschaft bewillkonichstete den; Präsidenten der Republik und den Repräsentanten de» befreundeten, rumänischen'Volke» und den Kronprinzen feierlich und würdig,/ Am Abend fand eine Festvorstellung im Na« tionaltheater statt, wobei der, erste Akt der neu«' inszenierten»verkauften Braut" und eine rumänische Oper gegeben wurden. Dragoner-Regiment„König Carol II.** Durch ein Dekret des Präsidenten der Republik vom 24. Oktober erhielt da» Dragoner-Regiment Rr. 11 in Preßburg den Namen Dragoner-Regiment Nr. 11»König Earol II. von Rumänien". Zustimmung zur Außenpolitik Genosse de Witte: Gute Innenpolitik muB die Außenpolitik unterstützen Prag. Donnerstag in den Abendstunden eröffnete der AutzenauSschuß deS Abgeordnetenhauses die mit Spannung erwartete Debatte über daS letzte Etzpoft des Außenminister». Die Gerüchte, daß sich die Koalition mit der Abgabe einer gemeinsamen Erklärung begnügen werde, bewahrheiteten sich nicht. Schon als zweiter Redner ergriff der außenpolitische Sprecher der tschechoslowakischen Bolköpartei Svitltk da» Wort. Später kam Genosse d e W i 11 e zu Worte, der nach einer klaren Zustimmung znr Außenpolitik unseres Staates einen sehr ernsten Appell an die Staatsnation richtete, in der Innenpolitik den Deutschen dieses Staate» gerecht zu werden. Genosse de Witte führte u. a. anS: Da» Expose de» Herrn Außenminister» wirkte wohltuend durch seine ruhige Sachlichkeit. Auf eine kurze Formel gebracht, läßt e» sich dahin zusammenfassen: Wir wollen dem Frieden dienen, unsere Verträge sollen Friedensinstrumente sein und wir nehmen sie ernst, und jede wahre Friedensarbeit wird unsere Unterstützung finden. Die Kritik an den Fehlern, Irrtümern und Unterlassungen anderer Stellen waren gebührend maßvoll und doch deutlich genug. Wer nicht nach gefährlichen Experimenten lüstern ist, wer selbst dem Frieden dienen will, wird Dr. Krofta zustimmen. Eine Erinnenmg aber drängt sich mir heute unabweisbar auf: Bor einigen Jahren habe ich hier zur Frage der Befriedima Europa» gesprochen. Damal» war Deutschland noch eine demokratische Republik und ich hat» an»nsrr» Auslandsvertreter die Bitte gerichtet, ihre gute» Beziehungen zu den westlichen Großmächten dahin nutztar zu machen, daß man der d e- , m akratischen Republik Deutschland recht z e i t i gnoch ent« e g e.u- .komm e. j Damal» hat die Zeitung der größten tscheche- slowakischen Partei geschrieben:„Den Abgeordneten d» Witte läßt die Sorge um da» Reich der Hohen- zollern nicht schlafen!" ES ist interessant, daß dieselbe Zeitung heut» nach, einer Rediston-im Sinne d»S heutigen Deutschland ruft, im Sinne iene» Deutschland, da» nur darum so werden konnte, weil di» Welt dem demokratischen Deutschland nicht da» genügende SerständniS entge- genbrachtel Was damal» Arbeit für den europäischen Frieden«ar, da» kann aber heute sehr .zur wetteren Gefährdung de» Frieden» beitragen! Bersäumte Gelegenheiten lassen sich nicht so | leicht wieder gut machen. Hätte mau dem dem»- k r a t i s ch» n Deutschland gegeben, was man dem I heutigen Deutschland gibt, man hätte M i l l i u r- ! d e n für Rüstungen erspart, Milliarden für de« Wiederaufbau der Wirtschaft gerettet und die europäische Kultur vor der dblligen Vemichinngsgefahr behütet! fi>- Da» zweite Schuldkapitel: Versagen de» Völkerbund«». Am folgenschwersten hatte sich da» in der Frage Abessinien» bewiesen, denn in schwachen, kleinen ober besonder» gefährdeten Staaten mußte die» da» Gefühl her Sch u tz- losigkeit erzeugen. Die These von der kollektiven Sicherheit wurde zu oft schon ad absurdum geführt. von der anderen: freie Bahn jedem Friedensbrecher. Erschütternd ist hier namentlich da» Spiel mft Spanien: Die in freier Volkswahl gewählte Regierung diese» Staate», die kein andere» Ziel erstrebt, al» die Erhaltung der Demokratie. al» die Einführung der spanischen Massen in da» Kulturleben, al» die Beseitigung der Massenarmut, sie wird von einer Rebellenmeute überfallen, und e» kommt dann zu der wunderbaren. Auffassung, daß man der überfallenen Regierung eine» dem Völkerbund angehörenden Staate» nicht einmal Waffen verkaufen dürfe! Der Nichteinmischungspakt wird von den faschisttschen Staaten durchbrochen, aber man lut, al» ob m'a n e» nicht sähe. Ist da» Dienst am"rieben? In dieser Weltsttnation ist di» Lage der Tsche- choslowakischen Republik natürlich außerordentlich schwer. Sir hat, wie alle Welt weiß, keine friedensgefährdenden Aspirationen, sie ist an der Erhaltung de» Friedens im höchsten Maße interessiert «nd Ihre Bündnisse haben sicher keinen anderen Zweck, al» den der Friedensvrrtridlgung. Mer wir sollen es ebenso i n d i e G e- Hirne der Menschen einhämmern, daß diese Bündnisse keinem anderen Zwecke dienen, wie die anderen e» fortwährend einhämmern, daß die Tschechoftowakei damit den„Bolschewisie- rnngSgelüsten Moskau»" nachkomme 'und war halt' dergleichen i Frevelhafte» Mehr.ist'Aii! dürfen also auch den gegenwärtigen rumänischen Besuch al» mehr denn einen bloßen HölflichkeitSakt nehmen. Wir haften, daß man ihn an den Stellen, die e» angeht, al» Demonstration, der Friedenrverteidigung verstehe. Im übrigen ist da» Gebot der Stunde: Unausgesetztes Bemühen, alle Planungen zur zweckmäßigen Refornt de» Völkerbunde» und zur wirtschaftlichen und politischen Regeneration Europa» zu fördern und gegen den Krieg zu rüsten- Heute'heißt Rüstung zur Verteidigung— letzte Maßnahme g e- g e n den Krieg; denn je schwächer die Rüstung de» Friedensliebenden, desto größer der Anreiz für den Ängriftswilligen. Rüstung heißt aber nicht nur Waffen«nd Festungen, sondern Erfüllung de» ganze«! Volke» mit dem.Wille« zurBer- teidigung. Hier hat«In« gute Innen- I spielt die Gitarre, der OchS im Verschlag spielt di« Baßgeig', und daS Schaf am Brunnen verspritzt eine» Stern. Der Postbot kommt zurück und sagt: „Was soll mir dieses Freudenfest? In Rom ist das große Unglück gescheh'», man. sieht auf dem Postamt die Trauerfahne weh'n..." Der arme Cafone glaubt das nicht, aber die Ziege auf der Spreu bläst die Trompet, der Hahn auf dem Dach spielt die Drehorgel, das Schwein begleitet ihn mit Grunzen und dem Dudelsack,.' . die Hunde im Tratturo'.-\■ wirbeln die Trommeln, und der Igel, im Korn lacht von, hinten'und. von boftt. Der Postbot kommt zurück und fragt: „Was soll mit!' diese» Freudenfest?.'.." „In Rom, ach lieber Postbot," anworten die'Tiere im Chor, „Kam endlich da» große Unglück hervor.." „Genug!" befahl einer der Karabinieri dem alten Geremta.„Was hat es übrigen» mit dem gtoßen Unglück auf sich?.. „Geschichte ist Geschichte," antwortete der Alte.„Wer verstehen kann» versteht schon..." „Erzähl uns doch die. Geschichte vom Wunder de» San Berardo!" bat ihn Pepptno Cieer- chia. „Es ist verboten von Wundern zu sprechen!" fuhr einer der Karabinieri däzivischen. „Kann ich die Geschichte erzählen.'; ,(Ein» und eins macht nicht immer zwei'?" fragte da Donato Fraseone die Männer in Uniform. „Wovon handelt sie?" erkundigten sich diese. Sie kannten, nämlich die Geschichte nicht. „Hier habt ihr, wovon sie handelt," sagte Fraseone und begann: „Eins zwei drei,. der Papst ist kein König, der König ist kein Papst, die Biene ist keine Wespe, die Wespe ist keine Biene, die Katze ist kein HaS, der Har ist keine Katz, der Schirm ist kein Stock, der Stpck ist kein Schirm, der Knecht ist kein Herr, der Herr ist. kein Knecht. Ein»-zwei drei/-- der Papst ist ein König setzt,. doch der König ist kein Papst» die Biene stichtiftie die Wespe,... -doch die Wespe macht keinen Honigdaraus, die Katze vertritt gar oft den Ha»,. doch der Hase niemals die Katz, ’ der Schirm wird aüch als Stock gehrmtcht, ' doch der Stock gibt keinen Schirm,. der Knecht kann wohl den Herrn machen, doch der Herr nie einen Knecht. Ein» und ein» macht nicht immer zwei, doch eintz ünd zwei machen immer drei." „Genug!" befahlen die Karabinieri.„Was hat es eigentlich mtt.dieser Geschichte,auf, sich?.." „Geschichte ist.Geschichte!" antwortete Fras- eone. Wer verstehen kann, versteht schvn ,. „Darf ich die Geschichte' erzählen iBon den drei Pfaffen, die auf! die Jagd gingen'?"-fragte die alte Sabina,•. ....„Wovon handelt sie?" erkundigten sich die Karabinieri. ,Hör nur!" sagte Sabina. Und begann unter allgemeistdm Schweigen: „Es waren drei/Psasfen,>-,' einer nackt, zwei au»gezogen, Politik den Austenministee und den verteidi- gungsminister zu unterstützen. Gerade hier,aber sind Fehler ohne Zahl wieder gutzumachen. Im Grenzgebiete lebe« Hunderttausende treu«, verläßliche Bürger der Republik. Bersteht unsere Berwektung, sie zu schätzen und zu schätze«? Sehen Sie sich die Zustände»ei der Eisenbahn Und bei der Pefh»ei»er Fimmzwach«.«nd in allen Staat»- betrieben a«! Lesen Sie die Ziffern über die öftent- lichen Investitionen und deren Austeilung nach! Sehe« Sie nach,'wie die Arbetten vergeben werde«! Sehen Sie sich an, wie di« Arbeiter bei Staatsbauten"eingestellt werden— und Sie«erde« dann finden, daß man«» leider bi» zur Stunde,«och sehr wenig verstanden hat» diesen treuen Bürgern psychologisch vernünftig entgegmzukommen.' ' Der deutsche" Aktivismu» hat soeben sein zehnjährige» Jubiläum gefeiert. Jede der deutschen aktivistischen Parteien hat für die Völkerverständigung und für den Dienst am Staate schwere Opser gebracht und nun stelle ich die Frage nach der tschechischen Seite: Halte« Sw e» nicht hoch an der Zett, der Berftändigung und Staawvorteidigung auch Irrtümer»ergangen« Jahm«ndltch«nd. endgültig»«opfern? Hunderttausende Deutsche sind bereit, die Staatsgrenzen zu verteidigen— halten Sie es nicht für unerläßlich, auch die Sprachengrenze zu respektieren? Die ideelle Verteidigungsstellung der Tschechoslowakischen Republik ist stärker, da.kein Eroberungswille sie schwächt— sie wird noch um viele»,'.stärker sein, wenn e» offenkundig sein wird,, daß anch jeder innere Eroberungswille fehlt. Die, Deutschen stellen ein Fünftel der Soldaten und nicht die' schlechtesten. In den Schützengräben würden sie ein Fünftel der Mannschaft stellen— aber ebenso sollte man sie finden auf. der Lokomotwe, am Postamt und in den staatlichen Bergwerken! Machen Sie die Prästdentenworte von den Gleichen unter Gleichen lebendig, achten Sie unser nationale» Eigenleben, wie wir den Staat achten— da» ersetzte zehntausende Gendarmen und Hunderte Kanonen! Nur einfältige Kinder im sudetendeutschen Gebiete können mit dem Gedanken de» Kriege» spielen. Alle vernünftigen Sudetendeutschen im Volte wissen, wa» für sie der Krieg bedeutete, und sie wollen nicht, daß ihre Heimat das Schicksal Galizien» oder Flandern» teile. Für mein« Partei kann ich sagen: si« kennt kein Doppelspiel. Sie steht'zur Arbeit am Frie- d e n»nd wo«nd wann immer eS sein muß, rest- losznr Staatsverteidigung mft allen ihren Konsequenzen. Sie billigt die gegen» wärttge Austvupolitik«nd sie wünschte nur, recht bald auch mit seiner Innenpolitik ebenso zufrieden sein z» können.- Svktlik hatte u. a. erklärt, daß unsere Außen- polisik weder eine Recht»- noch eine Linkspolitik sein könne und nicht auf die Staatsform und da» Regime in anderen Staaten Rücksicht nehmen dürfe, sondern ihre Verbündeten überall suchen müsse, sofern die anderen mit unseren Grundzielen übereinstimmen: der Erhaltung der Selbständigkeit unserer» Republik und der Erhaltung de» europäischen Friedest». Unsere Allianzpolitik mache allerdings Berbindungen mit Staaten« n m i g l i ch, die ihren imperialistische« Ziele» nachgehen«nd freiwillig unterschriebene Verträge zerreißen. Mit Italien müsse die Tschechoslowakei rechnen, dürfe sich aber nicht auf Italien verlassen., Auf einen bloßen bilateralen Vertrag• mit Deutschland konnten wir un» nicht einlassen. So dauert die Unsicherheit all, die un» zu Rüstungen zwingt und un» zur Allianz mit Rußland gebracht hat. Niemand will Deutschland angreifen und sofern Deutschland nicht un» angreisen will, braucht o» sich über unsere Allianzen nicht zn beunruhigen. Die Debatte wird Freitag früh fortgesetzt werden. sie gingen jagen ohne Gewehr und klopften an ein Haus ohne Tür: „Wir sind drei Pfaffen, ' einer nackt, zwei ausgezogen, wir jagten ohne Gewehr, wir fingen drei•' Qafett, zwei entwischten und einer entkam..."- „Nur herein, tretet ein," rief au» dem Hau» der Mann,, der drinnen nicht wohnte,'. „um eure drei Hasen zu braten, nehmt hier ein erloschene» Feuer, da habt ihr noch drei Töpfe dazu einer zerbrochen und zwei zerschlagen." Da begannen alle zu lachen. Da» allgemeine Gelächter weckte da» Mißtrauen der beiden Karabiniers, die wieder nichts verstanden hatten. „Schluß! Schluß damit!" fingen sie zu brüllen an.„Ihr macht euch über das Gesetz und Wer die Kirche lustig!^.. Jeder geht jetzt sofort nach Hause, sonst holen wir die Verstärkung!..." „Gar.nicht dummI" stimmte Sabbatino zu. i.Gehen wir schlafen!. Die schönsten Geschichten känsi man ja doch nicht erzählen., Am MvMen des San Luigi-Feste» befänden, sich alle Cafoni de» Purgatorium» auf'der Straße, die zur Kirche hinführt. Ss war da» erstemyl, daß sich in ihren-Herzen, eine so große Perehrung für diesen Heiligen regte. Es müh hier festgestellt werden, daß San LuigtGonzaga der Schutzheilige> der Keuschheit ist, und'däß sich die Cafoni sowohl Wer ihn seihst alS auch Wer seinen Schutz immer lustig gemacht hätten: Der Massenbesuch in der Kirche de» Neudorf» durch sämtlich» Bewohner des„Fegfeuers", die diesmal auch heim Fest de» San Luigi/dabei kein wollten, war von der Obrigkeit voräuSgesehen mordest und sie hatte daher strenge Maßnahmen ergriffen. Sie hätte ast dim Straßenecken Kära- bintert als Wache aufgestellt.', Fortsetzung folgt.) Nr. 252 Freitag, 30. Oktober 1980 Seite 3 fudetendeutsdier Zeitspielet und ten nur aus Stein, Fahnen und Licht. Die Klein» seitner Brückentürme, die erhabene Kuppel der NIkolaikirche blühen im Reichtum ihrer Gestaltung. Sie erheben sich au» schimmernden Gründen, die das Rot-Blau-Weiß und Blau-Gelb-Rot der Flaggen mit blumenhaftem Bunt erfüllt. Und darüber schwebt auf dunklem Bergsockel mächtig hingelagert und vom Licht in den Bereich einer reinen, weich leuchtenden Erscheinung erhoben die Burg mit dem zarten Filigran des VeitSdomeS hoch in der Nacht. Bom Nationaltheater aus betrachtet, erscheint die Kleinseite mit dem Hradschin als schimmerndes Lichtgestade, zu dem die KarlSbrück« aus Licht gewölbte Bögen hinüberschwingt. Und erschauernd nimmt die Moldau das feenhafte Leuchten in ihren Spiegel. Deutsche Schulfunkprogramm». Samstag, den 81. Oktober, 11.85—11.45 überträgt der Schulfunk eine Sendung zum Weltspartag unter dem Titel:»Erspart ist gewonnenl" von E. K. Berndt. Dienstag, den 8. November, 11.05 bis 11.45 werden die Kinder auf den Tierschutz hingewiesen. Dr. Oskar Schlvarz hält einen kurzen Bortcag:„Vergeßt die Tiere nicht!" Dann lvird ein« Reportage aus dem Tierasyl Prag VII. durchgeführt uird anschließend werden den Kindern zwei heitere Szenen nach Geschichten von Manfred Kyber geboten.— Mittwoch, den 4. November, 10.15—10.85 wird ebenfalls eine Tierschuhsendung au-geschickt. Im Mittelpunkte steht der treueste Hausgenosse des Menschen, das Pferd. Die Sendung wurde bearbeitet von Karl Bergmann, der mit Reichenberger Schülern die Durchführung übernommen hat.— Dienstag, den 10. November, 11.05—11.45, spricht Minister für auswärtige Angelegenheiten Dr. Kamil Krofta zu den deutschen Kindern über den Weltfrieden. Elngeleitet wird dieser Vortrag durch die Darstellung einiger Tekle aus Friedrich Schillers„Lied von der Glocke".— Mittwoch, den 11. November, 10.10—10.85, werden die kleinen Hörer des Schulfunks in eine Spielstube geführt, wo sie unter Anleitung ihrer Mutter Kindergedichte zü machen versuchen. Acht Personen unter Mordverdacht verhaftet. Im August dieses Jahres wurde die Landwirtin Anna S t e n g e l in Taschowitz bei Kol» -lautfchenfGerichtSbezirkNeugedetn^-meinem Waffetschaffel ertrunken aufgefunden. Die Gendarmerie nahm damals keine Verhaftung vor, da sie kein belastendes Material zur Verfügung hatte. Nun erfuhr ste dieser Tage, daß bereits vor dem Tode der Landwirtin in der Familie Das Abgeordnetenhaus genehmigte dann lediglich ein Zusatzprotokoll zum rumänischen HandelSver- trag über die Zollfreiheit des touristischen Propagandamaterials und vertagte sich dann auf unbestimmte Zeit, voraussichtlich bis zur Eröffnung der Budgetdebatte ini Plenum.— Der Senat erledigte ohne Debatte die unbefristete Verlängerung der mit Ende dieses Jahres ablaufenden GcrichtSentlastungL- novelle 251-84 und vertagte sich sodann ans den 4. November nachmittags 5 Uhr. Madrid. Amtlich wurde Mittwoch gemeldet: Den Regkenmgsabtetlungen gclrmg eS nach Kämpfen, di« mehrer« Stunden dauerten, PuertoNuevaz» besetzen. In der westlichen Fon» AstnrienS nehmen di« RegierungSttnppen erfolgreiche Opmationen gegen«ine aufständische Kolonne vor, di« welchen mutzte und tausend Mann verlor. Di« Regierungsabteilnngen besetzten im Abschnitt Peru«! eine strategisch sehr wichtige Stellung bei Beteta. An der Südfront gelang«S den SlegierungSabteilungen, Traga- l a c e t e und Billardel ll o s o zu besetzen. An der mittleren Front keine Aenderungc». Die Regierungsbatterien von Gmcharama beschießen dir feindlichen Positionen und dir Aufständischen erwidern daS Feuer ohne den Regierungstruppen Schaden zuzufügen. Dir Aufständischen greifen hesttg dir Stellungen der Regierungstruppen in der Zone Parka in der Provinz Madrid an; insbesondere groß ist ihre Fliegertätigkeit. Rrgir- rungSflieger bombardierten Talavrra del Tajo und fügten den Aufständischen auf ihrem Flugplätze ziemliche Schäden zu. e- Der amtliche Bericht der Regierung vom Donnerstag meldet, daß eine FlugzeugeSkadr« drr Regierung klareres, Granada und DevUla bombardiert hat, wo drei große dreimotorige Flug, zeug» der Aufständischen aigeschoffen wurden. Di« leisten von der Front elntrcffenden Nachrichten lauten immer noch unbestimmt. Die Offensive der RegierungStruppen schreitet in gleicher Heftigkeit vorwärts. Donuerstag nachmittags waren"Meldungen verbreitet, daß die RegierungStruppen die Eisenbahnstreck« Madrid —Aranjuez wieder erobert haben und daß die überraschten Aufständischen vor der Miliz, di« durch Flugzeuge und Tanks unterstützt wurde, die Flucht ergriffen haben. Zahlreiche Panzerautomobil« haben Angriffe auf di« Streck« Ciudad Real— Aranjuez unternommen. Es zirkulieren Gerüchte, daß die Offensive auch an anderen Frontabschnitte» eröffnet worden ist. Neue Reserven unter die Fahne Madrid.(HavaS.) Ministerpräsident Largo Caballero ließ sich im Ministerrat di« Verordnung genehmigen, durch die alle Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren mobilisiert werden. Ebenso witrde beschlossen, die Angeftelltrnschaft der Telephongesellschaft zu militarisieren. Die Minister haben zwei Bewohnor des Dorfes Do- storreö, di« sich als erste an dem Aufstand beteiligt haben, aber sich später den RegierungSabtei- lungen gegen das Versprechen ergaben, ihr Leben zu schonen, aninestiert. Es ist dies zum zweitenmal, daß unter diesen Bedingungen Gnad« geübt wird. Grausige Tat einer Nervenkranken Eine schreckliche Tat spielte sich am Mittwoch abend in Schlucken«» ab. Die 59 Jahre alte verheiratete Therese MUnzberg, die seit längerer Zeit schwer nervenleidend ist, schlug in der Zelt von 6 bis halb 7 Uhr abends, als ihr Gatte, der arbeitslos ist, einer Besorgung halber außer dem Hause weifte, mit einer Hacke auf ihre mit den Eheleuten im gemeinsamen Haushall lebende Mutier, die 79jährige Paula Fritsch, ein und bracht« dieser schwere Verletzungen am Kopfe bei." Der alten Frau wurde durch den Hieb auf beiden Seiten der Kopf gespalten. Ihrem zurückkehrenden Manne sagte die Frau, daß sie eben ihre Mutter erschlagen habe. Die Greisin war jedoch noch nicht tot und der entsetzte Mann ließ beide Frauen sofort ins Schluckenauer Krankenhaus schaffen. Aber" auch die ärztliche Kunst dürfte die alte Frau nicht mehr am Leben erhalten können. Der in dem Prozeß als Zeuge aufgettenete frü> her« SdP-Mann Felder wurde am Abend der 28. Oktober in den Wald am Galgenberg bei Neudek geleckt und dort von SdP-Leuten überfallen und verprügelt,"wobei er leichtere Verletzungen«litt. Nur durch das Dazwischentommen einer Passanten wurde Schliineres verhütet.. Die Täter wurden noch am selben Abend bzw. Donnerstag ftüh verhaftet. Wir erfahren, darüber folgende Einzelheiten:, Dienstag kam zu" Felder di« der SdP ange- ! hörende Antonia Mittelbach und lud ihn«in,"sie zwecks einer Aussprache am Abend Hel Staatrfeier- tages in tu Nähe der Neudeker Bahnhof» zu er» t warten. Felder tarn hin und die beiden gingen dann auf den sogenannten- Galgenberg. Ist ter Nähe der Jungwälder fragte die.Mittelbach.ten Felder, ob« einen Revolver bei sich hab«, waS-tr verneinte. Daraufhin faßt« die-Mittelbach ihren Begleiter bei den Schaltern und drehte ihn so, daß er. mit dem Rücken gegen den Walt zu stehen kam. Plötzlich wurde ihm fein Mantel von kückwärt» über den Kopf geworfen und kräftig«-Fäuste droschen auf ihn ein." Felder suchte" sich zu befreien und schrie up» Hilf«. Inzwischen,"war die Mittelbach verschwunden; in den Angreifern- konnte Felder seine ehemaligen-Kameraden Emil Widemann und Anton Vottuba. erkennen, die in dem erwähnten Prozess ebenfallss;eine Rolle spielen. Auf die Hilferufe kam ein städtischer Beamter herbei, worauf-.die, beiden von Felder" abließen" und" verschwanden." Die Mittelbach und Votruba wurden noch am Abendau» dem Kino weg verhaftet, während" Wiedemann"äm^" nächsten Morgen in Hast genommen wurde. All« drei gestanden die Tat«in; die Mittelbach gab ausdrücklich zu, daß sie im Auftrage der-beiden andern gehandelt habe. SdP-Leute entlarven, einander Im Gerichtsspa! Die Autogeschlchte von Bernau Am SamStag vor der Parlamentstvahl waren SdP-Leute in einem Lastauto von Neudek nach Bernau gekommen, um dort Schmähschriften gegen die Sozialdenwkraten anzubringen. Als das Auw auf einem Feldwege nicht tveitevskoniste, kam es zu einem Zusammenfwß zwischen den Henleinleutcn und den Ortsbewohnern, bei den» das Auw beschädigt wurde. Die Henleins flüchteten in den Wald, während das Vuid, in dem auch Stahlruten Gummiknüppelvorgefundenwurden, vom Gemeindevorsteher in Verwahrung genommen wurde. Dieser Vorfall führte dazu, daß gegen sieben Bern au er Eimvohncr Anklage erhoben lourde, Wer die vor dem Egerer Kreisgericht schon wiederholt verhandeü wurde. Bei der letzten Verhandlung'lan» Dienstag) kam es zu bösen Auftritten der SdP-Leute untereinander, so daß der Vorsitzende wiederholt ein- areifen und die Zeugen, die sich gegenseitig der Verleum dung und des Lügen» beschuldigten, zur Ordnung mahnen mußt«. Die Zeugen widersprachen einander. Besonders interessant, ist die Aussage des früheren SdP-ManneS Felder; als der Vorsitzende ihn fragte, ob ihm bekannt sek, daß Einfluß genommen werden sollte auszusagen, daß bestimmte Leute Steine geworfen haben, erwiderte Felder: . Bei der ersten Einvernahme beim Neudeker Be- zirkrgericht kam der Eisenwerksarbeiter Ludwig Wendler, der gar, nicht vorgeladen und nicht bei der Expedition war, zu den im Borziuuner wartenden SdP-Leuten und sagte Ihnen, er sei auch dabei gewesen und wolle«Ine„schwarze Frau" aus seiner Berwandischast angeben. Wen er darunter gemeint hat, vermag der Zeuge nicht aurzusagen, dagegen kann er sich erinnern, daß bei einer anderen Gelegenheit beim Neudeker Bezirksgericht ein gewisser Wiedemann sagte, man soll«, wenn«ine Frau kommt, die einen Ring am Fing« trägt, diese al» Tärerin angeben. Wiedemann bezeichnet das als Verleumdung uttd behauptet seinerseits, daß Felder gesagt hätte, wenn er-nach Eger komme, werde er-die Sache umswßen und verdrehen. Felder sagte dann weiter, daß Ludwig Wendler, wer gar nicht mehr Mitglied der SdP sei, eine Einladung zu einer Zusammenkunft erhallen habe, die vergangenen Sonntag stattgefunden habe und bei der alles„ausgekocht" worden sei. Dabei soll Wiedemann den Wendler haben veranlassen wollen, die beiden Zeugen Felder und Skala zu belast«»», um sie unglaubwürdig zu machen. Im weiteren Verlauf der Zeugeneinvernahme sagte der SdP-OrtSIeiter Baumann, daß Skala und Felder aus der SdP ausgeschlossen worden seien. Er habe ihnen„auf die Finger geschaut", außerdem seien Besprechungen abgehalten worden mit dem Ziel«, Baumann als Ortsleiter abzusetzen. Das sei ihm zu Ohren gekommen und er ist ihnen also mit dem Ausschluß zuvorgekommen, der mtt parteischädigendem Verhalten begründet wurde. Ueber den Ausgang des Prozesse» werden wir noch berichten. lem Lila springt und sprüht im dunkelsten Gartenwinkel. ES ist ein seltsam fremdartiger Eindruck, als sei der Garten für ein Gespensterfest zwielichtig durchschienen, der kühle Gartengrund aber in um so tieferes Dunkel gehüllt. Und die Menschen gehen nur leise sprechend, mit tastenden Füßen auf verborgenen Wegen. Die Salla terra aber ist von hohen fünfarmigen Stableuchtern in Weihes Licht getaucht, und hinter den Bögen und Säulen, die die Lichtquellen gegen den Garten hin verdecken, scheint es wieder, als leuchte die Materie des Steins von einen aus eignem Licht. Und plötzlich erhellt weißer Schein die nächtliche Höhe: Weiß und strahlend tritt der H r a d s ch i n aus der Nacht. Und geisterhafter noch.durchbleicht nun das fahle Licht den Garten, in dessen Schattenivinkeln verwitterte Plastiken hocken wie dunkle Schemen/vergange- ner Zeiten, als hier der Gegenspieler der Burg über unheillündenden Horoflopen grübelte. Fern, abseits der lichterfüllten Stadt ragt, vom^unsichtbaren Hügel getragen, ßon, blauem Licht bestrahlt, das P a n t h e o n auf dem ZiZ- kov. Entrückt, mattschinunernd, visionär wie ein unantastbares Heiligtum steht es erhoben in ein- samer Nacht über der Stadt, ein feierliches Memento der Geschichte des Staates, der seinen festlichen Gedenktag feiert. Hoch, aus der Tiefe bestrahlt, vom nächtlichen Winde belebt, weht die Staatsflagge"über dem Dunkel des Berges wie das Zeichen eines wachsamen Postens in der Nacht. Streitigkeiten herrschten und daß die Absicht bestand, die Frau gewaltsam aus der Welt zu schaffen. Sie nahm in der Nacht den Mann der Verstorbenen, die Eltern, deren Tochter, einen Onkel der Verswcbenen namens Meidl, den Knecht Stoidl, dessen Frau und ein Dienstmädchen in Hast und lieferte alle den» Gerichte ein. Tödlicher Autounfall in Schlaggemvald. Dienstag abends fuhr der Auwbus der Linie Schönfeld-Karlsbad über den Marktplatz in Schlaggenwald, als plötzlich der 15jährige Franz Weidel in den Autobus hineinlief. Er prallte auf den linken Kotflügel auf und wurde mit solcher Wucht zu Boden geschleildert, daß er einen doppelten Bruch de» Schlüsselbeines und«inen Bruch der Schädeldeck« erlitt.Im Elbogener Krankenhaus erlag der Knabe am Donnerstag früh seinen Verletzungen. Augenzeugen des Unfalls berichten daß. den Chauffeur lein« Schuld trifft. In einem drei"Jahre währenden Schnhge- setzprozeß wurde der Vizepräsident der Egerer Handels- und Gewerbekammer Ernst E ck e r t in Marienbad zu einem Monat strengen Arrests, verbunden mit einmaligem Fasten, unbedingt verurteilt. Der Anklage waren Aussprüche zugrunde gelegt, die Eckert am 4. März 1982 bei einer Märzgefallenen-Feier in Neudek al» Abgeordneter der deutschen Gewerbepartei getan hatte. Reaktivierung von Stefanau? Wie dem DND aus Olmütz berichtet wird, sind abermals Bemühungen im Gange, um die großen Eisen- lverke in Stefanau wenigsten» teilweise in Betrieb zu setzen. ES wird auch versucht, den Staat für ein« Wiederaufnahme der Arbeit in Stefanau zu interessieren, wobei darauf hingewiefen wird, daß der gegenwärtige Zeitpunkt mit Rücksicht auf die Konjunktur in der Eisenindustrie nicht ungün- stig wäre. Madrider Gegenangriffe teilweise erfolgreich Festsitzungen der beiden Kammern Prag. Beide Häuser der Nationalversammlung hielten am Donnerstag nachmittags kurze Sitzungen ab, mit denen vcrsaffungSgcmäß wie Hcrbstsession der Nationalversaininlung eröffnet wurde. Die Vorsitzenden hielten in Anwesenheit der Regierung feierliche Ansprachen, die sich auf den Besuch König Carols in der Tschcchoslolvalei bezogen. ParlamentSpräsident Malvpeir führte u. a. ans,"daß der Besuch erneut bestätige, daß die Bande, die die Staaten der Kleinen Entente verbinde», in den Herzen der Völler tief verwurzelt und nicht zu vernichten sind. Wir itrebe» nicht nach srein- dem Gut und schützen nur die LebenSinteressen unserer Völker. Wir haben»iemandeni gegenüber heimtückische oder feindliche Absichten und gern reichen>vic die Freundeshand allen, die aufrichtig für das friedfertige Znsannnctilebcn der Völker eintreten. Scnatspräsideut Dr. Soukup rühmte di« Schlagfertigkeit und Disziplin sowie den hohen Grad der technischen Ausrüstung unserer Armee, die der König gestern zu sehen Gelegenheit hatte, und versicherte, daß diese Armee niemanden angrcisen und niemandem ettvas nehmen wolle, daß sic aber alles, wgS unser Recht, uiisere Ordnung und unser Gebiet sei, bis in die äußersten Konsequenzen verteidigen werde. Die Kleine Entente verfolge dieselben politischen Ziele der Souveränität und Integrität ihrer Staaten und kämpfe mit allen Kräften für die Er- halwng und Festihung des Friedens. Tief unter der Burg begibt sich ein fast heimlicher Zauber. Ueber den dunklen Hof des Wallen st einpalais schreiten die Men» Den, als gingen sie zu verborgenem Tun. Unter künstlichen Tropfsteinen hinweg, führt die kleine Pforte" in den nächtlichen Tarten. Und diesmal ist«S ein wahrhafter Garten, aber auch er seltsam verzaubert. Ueber dem feuchten Dunkel der Erde strahlen verborgene Schalen warmgelbeS und geisterhaft blaugrüpeS Licht ins Gezweig der Hecken und Bäum«. Herbstlich« Blätter funkeln wie". Goldschinuck. Astwerk erscheint wie aus Kupfer gebogen.und von Grünspan patiniert. Kahles Gezweig""verästelt sich untern» Nachthimmel, wie von Rauhrtif behangen." Tine Fontäne in küh- W„an»"" Prag im licht * Der trübe Oktobertag verwandelt sich am Abend in ein Wunder. Prag in Festbeleuchtung — das ist immer von neuem ein berückender Anblick, und diesmal war der Lichtzauber reicher denn je. Zwischen Parlament und Nationaltheater trütt au» dem Dunkel die Erscheinung der Stadt, au» Licht- gehgut. Pulverttirm» Leynkirche und Rathyus, Salvatorkirche und" Brückenturin, Parlament und Theater gestalten da» Bild von der Kleiiiselte äu» gesehen. Ms zwielichtige SchattÄibahni-dunkel gegen die Blendung der ReWtor«n, rführt die Karl»brücke hinüber. Und dmMDeiWenströme, raunen in Bewunderung, pilgern W««;die Brücke ded.verzauberten Stadt enüwen. Perhaubert ist sie"; in«ine schimmernde Feerie sind die von tzahrhünderten geschwärzten Architekturen verwandelt. Steinerne Figuren stehen als zierliches SilhofletÜnwe^ vor Lichtfolien. Stein-scheint picht mehr Stein: Schwerelos, ihrem schickfafhasten. Alter entrissen, au» Licht geformt und wie vonsinnen'leüchtend erheben sich die Bawverke in di« kühle Nacht. Aus M»chlucken, hinter Sch-mfteinen' hervor, von Wksssten und'Froiuen.strahttn die siteflettoren ihr Licht';"das Werk der Installateure ist sichtbar, und doch tbleibt der Zauber,-der Stein in Licht verwandelt. . Und geht man Wer die KarlSbrück« zurück, -so ist es, als schritte man hängenden Gärten entgegen. Gärten ohne Baum und Blume— Gär« Seite-l Freitag, 30. Oktober IMS «r. 253 Schilf e im sturm Sozialistische Internationale fUr demokratisches Spanien Wir haben bereits kurz darüber berichtet, daß der Vorstand des Internationalen Gewerk« PliaftSbundeS und das Büro der Sozialistischen Arbeiter-Internationale am 26. Oktober 1686 in Paris eine gemeinsame Sitzung abhielten, die sich' mit der Frage der Politik der europäische» Mächte in_der spanischen Frage beschäftigte. Der Wortlaut der gefaßte«« Entschließung ist folgender: Der Vorstand des JAB und das Bür» der SAJ, in Parts an« 26. Oktober 1936 versammel«, bekräftigen ihrs früheren Erklärungen, daß, entsprechend den geltenden Bestimmimgen des internationale» Rechts, die recht- nnd gesetzmäßige Regierung Spaniens die notwendigen Mittel zu ihrer Verteidigung erhalten muß« stellen fest, daß das sogenannte Nicht- einmischungSabkommen die internq- tioiral erlvarteten Ergebnisse nicht gezeitigt hat, und zwar weil die f a s ch t st i s ch e n Mächte entschlossen waren, den Aufständischen zu helfen, und«veil eS unmöglich war, eine wirklich wirksame Kontrolle einzurichten; erklären, daß es die gemeinsame Pflicht der politisch«uid gewerkschästlich organisierten Arbeiterklasse aller Länder ist, durch ihre Aktion anf die öffentliche Meimmg und gleichzeitig auf die Regierung ihres Landes zu erreiche««, daß mittels eineS internationalen Abkoinmens, zu dem. die Regierungen Frankreichs und Englands die Initiative ergreife» sollen, die v»l l st ä n d i g e .Handelsfreiheit, für das republikanische Tpanie-n wiederhergestellt werde, dessen Verteidigung das oberste Interesse des Weltproletariats bildet: fordern alle Arbeiter- und Gewerkschaftsorganisationen auf, die in ihren« Wirkungskreis gelegene Aktion gen« einsam einzusetzen, nm nach Möglichkeit die Veliefernng der spanischen Aufständischen z>« verhindern. Dögrelles Berliner Reise Brüssel.(HavaS.) Der Antwerpener „Matin" und der Brüsseler„Midi" veröffentlichen Depeschen ihrer Berliner Berichterstatter, i>« denen bestätigt«vird, daß der Rexistenführer Degretle am 27. September in Berlin geweilt hat. DaS Ziel seiner Reise war, diesen Blätteri« zufolge, Instruktionen von der antibolschewistischen Zentrale einznholen. Degrelle sei von vier Persönlichkeiten, darunter v»«n Propagandaminister Dr. G o ebb e l S, empfangen worden. Wie der„Matin"-Korrespondent meldet/ gab Dr. Goebbels Dögrelle einen Rat, wie er aus die beste Weise im parlainentarischen Wege die Macht erlange» könne: Goebbels Anweisung habe gelautet: Trachten Sie die Menge zu fasziniere» und schildern Sie ihr in den schwärzesten Farben die Gefahr deS Bolschewismus. Goebbels habe ihm auch KuvertS mit einem Inhalt übergeben, der nicht bekannt ist. Digrelle habe in Berlin versichert, daß eine seiner erste«« Taten, wenn er zur Regierung komme, sein werde, das iinrecht wieder gntznmachen, daS Deutschland in der Frage von Eupen und Malmedp zugefügt worden ist. In Berlin werde vo>« der geheimen Staatspolizei eine Untersuchung d««rchgeführt, wer Degrelles Aufenthalt in Berlin verraten hat. Aufruf der Seeleute Madrid.(Havas.) Ein englischer Dampfer brachte eine große Ladung für Spaniel« und gleichzeitig eine große Anzahl voir Flugblättern, die die internationale Organisation der Seeleute ausgegeben hat. In diesen Flugblättern heisst es, die Generale Mola und Franco ivollen die groben Arbeiterorganisationen vernichten, ebenso wie Hitler und Mussolini. Die Arbeiter aller Länder tverden aufgefordert, die eigene Freiheit, die eigene» Rechte zu verteidigen und den spanischen Arbeitern, zu Hilfe zu eilen. In den« Flugblatt tverden die Arbeiter aller Länder weiter aufgefordert. alle ,,s!ir die faschistischen Volksunterdrücker" bestinuuteu Sendungen einzustellen und der spanischen Volksfront moralische Hilfe angedeihen zu lassen. Frankreich verlängert Maslnot-Llnle Paris. Nationalverteidiguligsminister Da- lädier hat Donnerstag in Begleitung des Generalstabschefs G a m e l i n das französischbelgische Grenzgebiet besucht,«in« dort eine Inspektion vorzunehinen«nid sich über die Befestigungsarbeiten' ist« Grenzgebiet zu informieren, welche dort nach der Proklamierung der belgischen Äentralität errichtet wevdeu müssen.• Trautenauer In Berlin — lebenslängliches Zuchthaus Berlin. Die Jiistizpressestelle Berlin teilt mit: Der 84jährige tschechoslowakische Staatsangehörige Vinzenz Karnitz aus Trautenau ist von« Volksgerichtshof zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt tvorden, weil er es unternommen hat, deutsche Staatsgeheimnisse auszuspähen und zu verraten.• An der Küste det Nordsee wütet ein heftiger Sturm, der zahlreiche Unfälle.auf. der See zur Folge hätte. Das'englische Zisternenschiff„L'ä u- reIWoo d" ist hei Brunsbüttel untergegangen. Einige Kriegsschiffe sind dem Dampfer zu Hilfe geeilt. Auf der Insel'Helmsand bei Husum wurden sieben Arbeiter'vollkommen von der Umwelt abgeschnitten und flüchteten in eine kleine Hütte auf Piloten. Ein kleiner Dampfer, der ihnen zu Hilfe eile«« wollte, mngte in den Hafen zurückkehren. An der Elbemündung ist ein Leuchtschiff untergegangen. Man glaubt, daß die fünfzehn« gliedrige Besatzung desselben umgekommen ist. An der Küste der Grafschaft Argyll■ in Westschottland scheiterte in der Nacht auf Mittwoch daS lettländische Frachtschiff„Helena F a u l b a u m" aus Riga. Von dei« 18 Mann der Besatzung wurden vier Personen gerettet. Die Zurück zur Natur I Unter den Grossstädtern, d. h. unter den besitzenden,«nacht sich plötzlich ein ausfallender Hang zur Natur geltend. Man scheint gelvisser Höchstleistungen moderner Zivilisation auf einmal überdrüssig zu werden. So berichtet die „Berner Tagwacht",' daß eine stärke Abwanderung gut situierter Kreise aus Berlin eingesetzt hat. Man kam«. in guten Vierteln überall Fünf'- bis. Sechszimmerwohnungei» schon für 70 Mark«nieten; aber niemand will sie haben. Die besseren Herrschaften verzichte«« auf den Ruhm, Bürger der Metropole zu sein und kehren mit rührender Schlichtheit ins Volk zurück, indem sie sich durch Verlegung ihres Wohnortes zu simplen' Provinzlern degradieren. Und in England sind offenbar. ähnliche Beobachtungen zu machen; «venigstens hat ein Londoner. Grundstücksmakler mitgeteilt, daß er mindestens hundert Börmer- kungen von Leuten habe, die'irgendwo- eine kleine, unbewohnte Insel,.ganz für sich allein, mieten wollen. Man ist ja ganz gern Grossstädter und Kul- turn«en sch; aber wenn es sich darum handelt, eventuell eines TageS die Spitzenleistungen der Kultur, m«f dem Gebiet deS.Bomben- und kNas- wesens zu geniesten, überläßt. man, diese Ehre lieber dem einfachen Volk, daS eh kein Geld hat, fortzureisen. Sudetendenlsche Sitten in Polen. Die. Erregung an den Warschauer Hochschulen, welche durch die schweren Exzesse auf der Handelshochschule und die energische Intervention der Polizei gegen die Exzedenten verursacht wurde, hielt auch.Mittwoch an und führte zu neuen.Demonstrationen der nationalistischen Hochschüler an der Warschauer Universität. In den Mittagsstunde» führten die nationalistischen Hochschüler eine Art Blockade des Universttätsgebäudeö durch, indem sie alle Ausgänge absperrten und dieim Gebäude befindlichen Studenten daran hinderten, die Universität nach Beendigung, der Vorlesungen zu verlassen..Erst nach einer energischen Intervention des Rektors, der die Einstellung der Vorlesungen androhte, verzichteten die nationalistischen Hochschüler auf weitere Krawalle, Von den Exzedenten wurden von der Polizei" etwa' 160 verhaftet, welche wegen Demolierung der Schuleinrichtungen zur gerichtlichen Verantwor- «ung gezogen'werden. Zdenka. Koubka auf den« Heimweg,(mü) Zdenka Koubka war, nach seiner operativen Behandlung nach den Vereinigte«« Staaten gegangen, um einige Kontrakte zu erfüllen.. Am 21. Oktober hat er nun mit dem Dampfer „Lasahette" die Heimreise angetreten. Leider sind, wie sein Manager erklärt,.„beunruhigende Shinptome" aufgetreten,, die es wahrscheinlich nötig machen, dast Koubka sich einer zweiten Operation unterzieht,'. damit er keinen Rückfall ii« sein früheres Geschlecht erleidet! Der arme Zdenka.ist nicht zu beneiden.. Eine technische üiekordleistung.. Anläßlich. deS Besuches König.Carols kl., in, Prag wurde zum ersten Male, das vom Tschechoslowakischen Pressebüro ausgenommene Photo-Bild durch daS belinographische System, voi« Prag nach Paris übertragen. DaS größte französische Blatt „Paris Soir" vermochte so. in seinen Ausgaben bereijs die Bilder über die Altkunst des Königs. Carol in Prag zu veröffentlichen.' DaS um 6,18 Uhr anfgeiiommene Bild wurde lurz darauf von der Hauptpost an. die direkte und, eigene belino-< graphische Station des genannte«« Blattes übertrage«». Die Transmission des gesamte«« BildeS im Ausmaste von 13 mal 18 Zentimetern wurde in 21 Minute««'durchgeführt, so daßdas Bildbc- reits um 10 Uhr. herum in Paris tvar. IN den NachmittagSststnden war nicht allein Paris im Besitze der Nachrichten rind'auch her Bilder über den Verlauf des Prager Festtages, sondern auch die übrige«« Zentren Frankreichs, wie-Marseiile- Lyon, Lille, Strastbourg, Bordeaux usw,' See hät fiikts-DiWn'änS'- Lästd-'- gesp'üll.'-'DnS' Schicksal.der übrigen Mitglieder der Besatzung ist ungewiß;-Das Schiff Mk-eine-Biertelscknd'enäch' dem A.usfahre«« auf eine Untiefe. . Der.ägyptische Dampfer ,,Ab d.e.latif L o u f t.h" ist 15 Meilen vouAlexatzdrisa. ent«, fernt,.gesunken. Die Schiffsbesätzililg- rind 50 Reisende werden vermißt, nur eine Person wurde gerettet., ' Die amerikanischen Küstenstationen fingen einen SOS-Rüf des nach. Montreal' unterwegs, befindliche«« englische«'« FrachtdainpserS„A f g Hani stau"(5000.Tonnen) auf.derür.schlverem Sturm, ungefähr.600 Meilen,iiördktch der ge- wöhnlichei« Schiffahrtslinsen,,ä«lf.der See treibt. Es besteht wenig Hoffnung für, sofortige Hilfe, da sich kein Schiff ji« unmittelbarer,.Nähe befiiidel... Tschechoslowakische Briefmarken. In dem so betitelten Aufsatz in der Nummer vom. 28. Oktober sind zwei Satzfehler'stehen geblieben, die der Richtigstellung bedürfen. Die v.on. der tschechoslowakischen Postverwaltung in Omsk mit Aufdruck herauSgegebeste russische Marke Ivar' nicht eine Zehnkronen-,.sondern eine Zehnk o p e I e»marke. Ferner: der Zeichner der Legionärmarken von 1616 und der Allegorie„Wirtschaft und-Wissen- schast" von 1620 heißt Jakob O b r o v s k>),. nicht Ostrovskh, wie eS falsch gedruckt sta«id.- Der diesjährige FilmstaatSpreiS wurde' dem Regisseur Mac Fr! i für den Film„JanoSik", dem Kameramann' Ferdinand PeLenka für den gleichen Mm«nid dem Schauspieler Zdenik S ti p ane l für.die Darstellung der Hauptrolle in der, Verfilmung von Frantisek Langers„Reiterpatrouille" verliehen. Der. Filmbeirat- hatte einen weiteren Preis auch kür-den Schauspieler Hugo' Haas vorgeschlagest.' Neuer deutscher Auszählreim. In M a,n n- heim tvar dieser Tage folgender Auszählreim zu hören:„Der Hitler hat keine Frau, der Dauer hat keine Sau, der Metzger hat kein Fleisch,'das nennt, sich nun das Dritte Reich." . Alpenpässe durch Schnee gesperrt. Infolge ungewöhnlich heftigen Schneegestöbers muhten der St. Bernhard- und der Simplon-Pah sür den gesamten Verkehr gesperrt werdest. Alles maschinell. Die. technischen Vorberei- iüngen für die Dstrchfühcung der amerikanischen PräsidenteMvahlen an« 3. November.sind abgeschlossen,und äuch in dieser Beziehung werden die Vereinigten Staaten die letzten. Errungenschaften der Technik verwerte». Die Wahlzellen.enthalten nämlich nicht Urnen,.in die man Wahlzettel' steckt, sondern Automaten. Diese Dtaschinenchäben.mehrere Knöpfe, auf denen die. Namen' der' Kandidaten stehest. Auch ein Knopf für„unentschieden" ist vorgesehen. Der Wähler' bdtritt die'Zelle, drückt den von ihm getvählten Knopfi herunter, und der Apparat registriert selbständlg^anf einer Papierrolle den gewählten Namen. Diese Rolle hat verschiedene spalten, die gleichen Näinen stehen untereinander,, und der Beamte, der am Schluß des Wahltages die Maschine' bedient^lann die Papierrolle nicht früher entfernen, hevor nicht die'Zahl in jedtzr SpalteCanto'matisch addiert isst Es ish ip« Grunde nichts anderes wie. eiste., der'bekannten amerikanischen Buchungsmaschinen. Durch s die Verwendung dieser BorrichtungwirdssederBetrug ausgeschlossen. Man kann' nicht ein'..Päckchen Wahlzettel' inKine Urne.werfen, undtzfsdeSnial, wenn.ein-Knopf herstniergetzrückt-,wird), flammt ein Lichtsignal ätlfp so. daß es unmöglich ist, das Manöver«»«beobachtet mehrmals zu wiederholen. Ziehung der klsssenlotterle, '/,",','.-M''ri.v e-r b-t n d.l t ch:- Präg. Bet'-Donnersiäg-ZIehiing' der' V. Klaffe'' der',-85, ffchechisiowakischen Klaffenlottetie Würden iiächstehende.' Gewinste" gezogen':'" 200.000«ls.das Loo Nr. 74.342. 20.000 AS' dlv time Nr.: 15.396,''105.321, 105.342, 10.000 KS die Lose Nr.: 41114,' 42.000, 53.210, 85.750, 06,8-6.''.. 5.000 KO die Lose Nr.: 16.073, 17.407, 21.355, 25.950, 34.159, 35.800, 53.593, 72.756, 108.780.", 2.000 K« dlo Lose Nr.:'6.187, 7.011, 11.380,1 17.228, 18.005, 19.082, 20.426, 20.670, 22.412, 24.234, 25.807, 32.017,- 32.119, 34.285, 39.389, 42.968, 44.507, 44.655, 46.256, 53.806, 56.596, 57.424, 59.140, 60.676; 61.696, 65.282;. 78.154, 87.601, 94.399, 95.782, 96.917; 100.098, 101.175, . Ein« zweiköpfige Schlange. Eine.Schlange, die zwei. Köpfe hat,, wird-von-, dem Direktor, des Ghm- l.asimns in Kocevjegehütct, der sie von einemBauern- ertriorben hat.' Es handelt sich um eine Sandviper,; ein sehr giftiger Tier, dessen beide Köpfe vollkom- «sten entwickelt und auch mit Giftzähnen versehen sind.-Die-Köpfe sind imstande; unabhängig voneinander und auch gleichzeitig Nahrung aüfzünehmen. Immerhin besteht' eilte gewisse Solidarität innerhalb, des. Janus-Geschöpses^ denn wenn man den einen Kopf mit einem. Strohhalm kitzelt, dann'schnappt auch der andere Kopf'zu;" Ein Prozeß nach 333 Jahren, entschieden. Die Gemeinden Beaufort und Chapelle stritten seit dem Jahre 1608 nm den: Besitz einer. Berges. ES gelang der Gemeinde Beaufort..im Laufe der drei Jahrhuiiderte, das für'die Gemeinde Chapelle günstige Urteil immer wieder zur Revision zu bringen. Jetzt ist der Streit auf.gütliche Weife beigelegt Worden, Indem. beide Gimeiudensichin den Besitz deS Berges teilen werden. Die Prozeßkösten hat auf Intervention' des Senators Borel dar zuständige Gericht übernommen.'■ Die Direktion der Staatslahnen in Piksen schreibt einen öffentlichen. Konkurs auf die. Lieferung von Achsen, Reifen ui«d Scheiben- für Lokomotivtender. und Wagen auS. Die vollständige Ausschreibung'ist im„Amtsblatt", und im Anzeiger für Eisenbahn und Schiffahrt enthalten.. Eingabefrist biö 12. November 12 Uhr.' Wahrscheinliches Wetter-Freitag« In.den böh- «nlschen Ländern vom Westen her allmähliche Wet- terbesseruitg, etlvaS verstärkte Temperattirschwan- kung ztvischen Tag und Nacht, am Morgen stellenweise etwas nebelig. Im Karpathengebiet noch vorwiegend bewölkt, unbeständig und-zeitweise Schauer, kühl, allmählich abslancndcc Wind. WetterauSsich» ten für Samrtäg: A.üch im Karpathengebiet langsame Wefferbesserung:---Strichweise-" leichter-Nacht- frost, im Westen der Staates wieder wärmer. VoinRuncllunk Empfehlenswerte» ans den Programmen« - SamStag Prag I:, 10.05-D'eisische Presse.-10.15 Deutsche Sendung: Für die Fran. 10.80 Schallplatten. 11.35 Außertourlicher deutscher Schnlründfunk. 12.10. Unte'rhalttmgSkonzert.. 15.00 Sinföniekoiizert.' 16.45 Theater für-die Jugend. 17.58 Deutsche Sendung: Politzer: Das- Fräulein Paradies,: Spiel in drei Akten. 18.'50'Wer-will ein-. Sparbuch? 10.15 Milt- tärmusik.— 20.05 Aus dem Smetänäsaal: Festton- zert' der KAPO..-21110. Jazzkompositiösten.. 22.15 Schallplatten.'.— Prag II: 7.30 Populäres Ko««-, zert. 14.-10 Deutsche Sendüim: Ferdinand. Gerhardt, per Nestor der-siidet'eüdoUtschen.Komponisten'. 14.50 Deuffche. Presse. 18,15 Salonorchester.-— Brünn: 17,40 Deutsche Sendung: Der Schatz, Rundfunk- spiel.—Kascha»: 12.05 Schallplattenkonzert. 16.05 Rnndfuiikorchestcrkouzert.—'Möhr.tOftra«! 18.00 Schrammelkonzert.>19.15 Salonorchesters.'' Brilnil im Z«Ich»n der Roxleten-Krawalle In« Anschluß an die Verhaftling deS' ReWenführerS Degrelle katn- es In BrüM zu-Künd- gebüngchi. Beritteiie Polizei,stvürde.geg'en die Aüxisten/eiügese^t und'izerstrcute die- Ansamm- WnaM Nr. 2»2 Freitag, SO, Oktober 1038 Vor der kntscheidung in Spanien «««Een die Linken siegen? Lin Sudetendeutscher, der bleie Jahre in Spanien gelebt hat und dar Land erst vor kurzem verlassen hat, schreibt Mr über den vermutlichen Nurgang der Kämpfe: Tausend Fragen, wer als Sieger aus dem Kampfe hervorrgehen werde, habe ich schon ertragen müssen, und mich anfangs sehr bemüht, die Anüvort zu umgehen. Denn woher sollte ich wissen, wer siegen wird? Woher die Berechtigung zu einer Voraussage nehmen? Konnte ist etwas Bestimmtes sagen, weil ich„Augenzeuge" war? Ich loar wohl Augenzeuge eines riesigen Sieges, aber doch nur des Sieges in einer Stadt, in Barcelona. Ich konnte also nichts prophezeien. Und doch wage ich jetzt etwas über den Ausgang des grotzen Ringens zu sagen. Ich überschaue die Situation— worunter nicht die augenblickliche Kampftage zu verstehen ist. Und nicht so sehr die Kampfwochen, die ich in Spanien mit-, erlebte, sondern die I a h r e, die ich v o r dem Bürgerkrieg in diesem Lande berbracht habe, berechtigen Mich zur Aussage. Sie wirb nicht„wohlbegründet" erscheinen, diese Aussage. Doch wird sie dem, der Spanien ein wenig genauer kennt, nicht als unwahrscheinlich, als phantastisch erscheinen>.. Immer wieder haben sich in Spanien revolutionäre Erhebungen an der Frage derAmne- st i e entzündet. Es kam zu Aufstanden, wenn die Amnestie berweigert wurde. Das„Murren im Volt", das eine Revolution einzuleiten Pflegt, wurde zumeist dann laut, wenn eine erwartete Amnestie ausblieb. Es ist alte Gepflogenheit in Spanien, den politischen Gegner zu lebenslänglichen Gefängnis zu verurteilen, doch gilt dies nur als„Formsache". Nach einigen Monaten werden die Verurteilten begnadigt. Und wehe, wenn die Begnadigung ausbleibtl'— Aber wenn dieser Bürgerkrieg erloschen sein wird— wo werden dann die Gegner sein? Es wird sie nicht geben, sie tverden erschossen sein. ES gibt also lein Zurück? Nicht bei den Spaniern! Der persönliche Mut dieser Menschen ist ohne Beispiel. Die Abenteuerlust gilt als xine der hervorragendsten Eigenschaften des Spaniers. Und dieser Kamps ist sein ehrenvollstes Abenteuer I O, auch der Spanier liebt das Leben! Aber er ist doch stets bereit, es in einem guten Kampfe einzusetzen. Und war gibt es Herrlicheres als den Kampf um die Freiheit? Es war in Deutschland doch manche? ganz anders. Nach dem Machtantritte des Faschismus sagte der fanatischeste Antifaschist: WaS wollt ihr — wir haben keine Waffen, wir können nichts mehr mache», nur noch illegal arbeiten. Welchen Sinn hätte es, wollte der einzelne sein Leben wa- gen? Dieses„das lieben wagen" ist dem Spanier ein erregendes Spiel. Ein Spiel, das zweimal wöchentlich offiziell vorgesührt wird: im Stierkampf. An einem Stierkampf ist das einzig Sehenswerte.die elegante Art, das Leben aufs Spiel, zu sehen. Wie viele Todesfälle kommen bei Stierkämpfen vor! Wie viele grauenhafte Todesfälle! Kein Grund, den nächsten Stierkamps zu versäumen! Wodurch aber wird der persönliche Mut Immer wieder angefacht, wird der Spanier immer wieder herauSgefordert, sich- in den Kampf zu stürzen, daS Leben aufs Spiel zu sehen? Durch die sozialen Verhältnisse, die in Spanien schon seit Ewigkeiten nach völliger Änderung schreien! Nirgends mehr in Europa gibt eö derartige ungeheurere Unterschiede zwischen arm und reich, nirgends steht immensem Reichtum eine so schreckliche Armut gegenüber. Und dieser klaffende Gegensatz wird immer wieder, auch wenn der Faschismus siegen sollte, zur Erhebung gegen die Parasiten führen. Ja, die Naturanlage ist da: der Mut, die Bereitschaft zum Kampf, die Neigung zum Abenteuer, das Draufgängerische— die sozialen Verhältnisse aber sorgen dafür, daß das Leben, wenn es schon aufs Spiel gesetzt wird, eingesetzt wird in dem einzig sinnvollen Kampf, dem Kamps um die soziale und politische Freiheits Volkswirtschaft und Sozialnolitik Kollektiv-Vertrag bei Batfa In Holland Die Schuhfabrik Vaka In Holland, die in der Stadt B e st errichtet ist, hat al» einzige der holländischen Schuhfabriken einen Kollektivbertrag mit dm Arbeitergewerkschasten abgeschlossen. „Het Balk", daS Blatt der holländischen'Sozialdemokratie, meldet darüber, dass dem Abschluß diese» Kollektivvertrages Auseinandersetzungen zwischen der Föderation der Schuhfabriken und Bata voranSgegangen sind. Bnka hat stch ursprünglich geweigert, die Gewerkschaften.anzuerkennen, die mit der Föderation einen Kollektivvertrag abgeschlossen hatten. Schließlich wollte die Firma Bata der Föderation als Mitglied beitreten- die inzwischm den Kollektivbertrag mit den Gewerkschaften gekündigt hat. Diese Anf- nahmSbewerbung Bata» wurde abgewiesm. Doch hat stch Bata unter dem Druck der Gewerkschaften aller Richtungen schließlich zum Abschluß de» Kol», lektibvertrage» bereit erklärt. Der Kollektivvertrag anerkennt die Gewerkschaften bei der Regelung der Arbeitsverhältnisse in der Fatrik al» gleichberechtigte Partei. So kam eS, daß Bata die einzige holländische Schuhfabrik ist, die einm Kollektiv-Vertrag abgeschlossen hat. Arbeiter der Strumpf* und Wirk- warenlnduttrle fordern Lohrivertrag In drei in der vergangenen Woche abgehaltenen Konferenzen und zlpei größeren Kundgebungen nahmen die Vertrauenspersonen und Mitglieder der in der Union der Textilarbeiter und im christlichen Textilarbeiterverband organisierten Arbeiter der Strumpf- und Wirkwarenindustrie zu dem von den beiden Organisationen geforderten Abschluß eines Lohnvertrage» Stellung. Die Konferenzen erfreuten sich eines guten Besuches. Die Vertreter der Arbeiterschaft brachten allgemein zum Ausdruck! daß die derzeit herrschenden Lohnverhältnisse in der Strumpf« und Wirkwärenindustrie nicht nur im Interesse der Arbeiterschaft, sondern auch der Industrie unerträglich sind und dringend einer Regelung durch Abschluß eines Lohnvertrages bedürfen. Die beiden genannten Organisationen wurden beauftragt, unverzüglich alle zweckdienlichen Schritte einzuleiten, damit der Abschluß eines Lohnver- trageS bald erreicht wird. Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten ; Ausfuhrverbot für. RindShäutr..Das. von. der Lederindustrie seit langem geforderte verbot der Ausfuhr von Rindshäuten ist erlassen worden. Der heimische Lederbedarf, insbesondere der der Militärverwaltung, ist so stark, daß seine Deckung bei dem Fortdauern der Ausfuhr in Frage gesteift worden' wäre. Erhöhte Weizenbestände. Die diesjährige Welzenernte brachte einen Ertrag von 181.888 Waggons. Die Bestände aus der vorjährigen Ernte betrugen am 1. August 88.668 Waggons, zu denen noch 16.886 Waggons Weizen aus Ju- goftawien kommen. Es ergibt sich somit ein Gesamtbestand von 228.686' Waggons, gegen nur 262.666 Waggons im Vorjahre. Keine Aenderung der Ausfuhrtarife. Da» Eisenbahnministerium teilt mit: In der letzten Zeit erscheinen in Fach- und TageSblättern Nachrichten,.daß eine. Revision der Ausfuhrtarife ge plant sei und eS werden die Umstände angeführt, unter welchen diese Revision erfolgen soll. Da diese Nachrichten imstande sind, Unruhe und Verwirrung in die Wirtschaftsverhältnisse hineinzutragen, Insbesondere was die Kalkulationsgrundlagen für den Abschluß von Geschäften anlangt, ist eS notwendig, zu erklären, daß sie vollkommen unrichtig sind. Die Umarbeitung der Ausfuhrtarife, insbesondere durch irgendeine plötzliche Regelung, ja sogar vielleicht ohne Teilnahme de» Eisezibqhnmjnisterlum». kommt derzeit überhaupt nscht.in.Erwägung!.... 1 Rubel--- 4.28 franz. Franc. Die Blatter bcrössentlichen eine Mitteilung des Volkskommissariats für die Finanzen und die Staatsbank der Sowjetunion, wonach in Ilebereinstimmung mit einer Entscheidung pes VolkSkommissarenrateS in Hinkunft alle valutarischen Transaktionen sowohl bei der Ein« und Ausfuhr, als auch bei allen sonstigen Valutageschäften auf der Basis: 1 Rubel----- 4,26 französ. Francs abgewickelt werden. Weitere Zollherabsehung in Lettland. Im Zusammenhang mit der Abwertung de» Lat hat das lettische Mlnisterkabinett gestern beschlossen! um jegliche Preiserhöhung auf dem Binnenmarkt zu verhindern, weitere Zollermäßigungen durchzu- ftihren, so u. a. für Baumwolle und Wolle. Für landwirtschaftliche Maschinen'ist der Zoll vollkommen gestrichen worden. FUr Gott, König und Vaterland Der folgende Bericht ist einer Darlegung de»„Het-Voll"-Korrespondenten entnommen, der an der' SIguenza-Front war. Eines Tageß erfolgte der Angriff der Auf- ftpnÄischen-auft Siguenza, dem Angriff ging'ein heftige» Boinbardeinent aus Flugzeugen voraus.. Die Milizen wurden aus der Stadt geworfen. Es bestblieben in Siguenza die 466 Kranken unb Verwundeten in der Kathedrale. Der Einmarsch der Aufständischen in die Stadt erfolgte in der Weise, daß die roöbemützten Carlisten ans Navarra hinter einer Grtlppe von Gendarmen marschierten. Voran wurde eine Fahne getragen mit dör Auffchrift:„Für Gott, König und Vaterland". Die Gendarmen hatten die Aufgabe, die Carlisten vor bösen Ueberraschungen zu sichern. Die Truppe marschierte gemessenen Schrittes bis zur Kathedrale. Dort mußte die Gendarmerie den Eingang freimachen. Sodann gingen die Gendarmen voran, UM' den mit Kranken und Vermuteten belegten Raum zu besetzen. Dann begannen die Carlisten ihr Werk. Der erste warf mit kräftigem Gebaren sein Gewehr von der Schulter und richtete das Bajonett gegen den im Bett liegenden Körper. Sodann schlug er die Decke zurück,.hob das Gewehr hoch in die Luft, das Haupt tapfer a'ufgerichtct und stieß das Bajonett tief in den Leib de» verwstndetcn Milizsoldaten. Die Carlisten, die nicht mehr nötig hatten, feige hinter de» Gendarmen zu marschieren, zeigten, daß sie„tapfere" Männer sind und töteten auf die gleiche Weise die 466 in der Kathedrale untergebrachten Milizsoldate». Den Gendarmen war die Ausgabe zugewiesen worden, die Türen zu besetzen, damit niemand entkomnie. Dimkelrot floß da» Blut auf den Boden der Kathedrale. Die Leichen wurden übereinander geworfen, dann hoben die Carlisten die Fahne hoch, nahmen das Barett von den Köpfen»nd beteten zu Gott für König und Vaterland. Der Sanitätsmann Manolo Quiräs Ivar der einzige, dein cs gelang, zu flüchten. Zwei Tage Streik In einem sächsischen Betrieb Obwohl bei der Firma E. G. Häntsch In Großschönau in Sachsen vor kurzem erst 142 Arbeiter entlassen wurden, wollte der Unternehmer den noch verbliebene» Arbeitern noch einen dreißigprozentigen Lohnabba u diktieren. Die Arbeiterschaft schritt zur Abwehr diese» AngrifseS auf ihr Lohneinkommen und trat am 21. Oktober d. I. geschlossen in den Streik. Auf die Dauer von zwei Tagen war der Betrieb vollkommen stillgelegt. Daraufhin griff der„Treuhänder der Arbeit" ein und teilte dar Arbeiterschaft mit, daß ein zehnprozen- tiger Abbau des Lohnes zur Kenntnis genommen werden m» tz. Als die Arbeiter auch diese» Vorschlag ablehnte», erklärte der Mann, daß jeder, der am 23. Oktober nicht an seinen: Arbeitsplatz stehe, mit der B e r h a f t u n g rechnen müsse. Der Arbeiterschaft blieb nichts übrig, als sich der Drohung dieses„Treuhänders" zu beugen. Kommentar zu dieser auö unbedingt verläßlicher Quelle stammenden Nachricht erübrigt sich: Triple-Entente- gegen den Kommunismus? (Nu.) Das halboffiziöse römische„G i o r n a l e b’J talia" will einige interessante Einzelheiten über die Umstände des Abschlusses des deutsch- rtalienischen Abkommens wissen. Danach'soll Japan sich bereit erklärt haben, sich der anti- kommunistischen Stellungnahme Deutschlands und Italiens anzuschließen, aber nur im Bereich de» Fernen Ostens, Japan erhält dabei von der faschistischen Zeitung den Ehrentitel des„Vorpostens der Zivilisation am Stillen Ozean". Wie der Warschau-r Mitarbeiter des„Daily Telegraph" melde., stehe auch die Anerkennung der Annexion Abessiniens seitens Polens bevor. In Londoner diplomatischen Kreisen spricht man in der letzten Zeit--davon, daß Graf Ciano die Einladung Polen»' zur Teilnahme"an''dem kam-'" menden„Westpakt" Vorschlägen werde. DaS neue belgische Wehrgesetz. Mittwoch abend» wurde in der belgischen Kammer der. Entwurf der neuen Militärgesetzes über die Miliz, die Assentierungen und die Dienstpflicht verteilt. Da» neue belgische Militärgesetz wurde von einer Sonderkommission ausgearbeitet und setzt die lömonatige Dienstzeit für die Infanterie, einen Teil der Arden- neniäger- und die Radfahrer-Regimenter, sowie fiir die Soldaten, die für die Ersatzkaders bestimmt sind, fest. Es wird ein besonderer Freiwilligendienst ge« fchaffen, um die Struktur gewisser unentbehrlicher Einheiten zu ergänzen, um den dauernden Schuh dec Grenzen sicherzustellen. Die übrigen militärischen Formationen werden 12 Monate dienen. Da» Normalkontingent der Rekruten beträgt 44.806 Mann und e» werden Maßnahmen zu dessen Einhaltung gettoffen werden. Die Kobalt-Königin von Kanada Lebensweg der Multimillionärin i Victoria Atklnson Die kleine Stadt Cobalt, nordwestlich vom Ontario-See, feiert in diesen. Tagen ihr dreißigjährige» Bestehen, fast gleichzeitig mit. dem V6, Geburtstage ihrer Begründerin Victoria Atklnson. Der Name dieser Frau'ist außerhalb Kanadas kgstm^ekanyt,.aber ihr Werdegang.«st.nicht, weniger merktvürdig älS die unmittelbar mit'ihm der« «knüpften Ereignisse, dte-iyr.Jahre,1966 zur Gründung der Stadt Cobalt, zur Grundsteinlegung des Miilionenvermllgen»' ihrer- Begründerin und zur Entstehung.vosikonimeu-neuerHsidDripn führtest. Als Achtzehnjährige, war dieWnin Victoria Madsen ihrery^jungvermählicht Gatten Frank At- kinson. in> das noch. völlig unerschlossene West« Ontariolästd gefolgt. Der.Grund.und Botzen wär damals sn dieses.Gegend'est nöWsiir eist Spottgeld zu, haben, denn Eisenbahnen oder''ändere Verkehrsmittel., wärest noch nichf.twrtzaflden, und die Farmer im, Jstnern, die nebesther. Jagd- und Pelzhaudcl betrieben, waren gaßz-apf, sich selber angewiefehi.'',Älss,' Ackerland speit dunlcolrotes Gestein Gestein zutage, in das glänzende Metallsplitter I eingesprengt waren, Victoria Atklnson, die an| einen Sibbererzfund glaubte, sandte einige der Fundstücke zwecks Analyse an ein.chensisches Laboratorium in Montreal. Die!i-tersuchung ergab in der Tat einen schwachen, Silvergehalt; als' man jedoch die Analyse fortsetzte und das pulverisierte Mineral zusammen mit Borax erhitzte,, färbte sich der letztere tiefdunkelblau, und es ergab sich,!daß die Proben aus einer Schwefelarsensterbindung des damals noch sehr seltenen Kobalt-Metalls bestandest, die bis dahin nur in Böhmen, Sachstn und. im australischen Neusüdwales gefunden wurde und im Handel als Crythrtt bezeichnet wird. Der Kobaltgehalt des untersuchten Material» betrüg-'sieben bis zehn' Prozent-und war.'somit wesentlich höher als-derjenige- der bisher- verwendeten Erze! - Kobalt würde-bis dahin ausschlietzftch In der GkaS« und Porzellanlndüstrie verwandt, da seine Salze und- OHtverbindungest,- allein oder' mit denjenigen' anderer Metalle berrnengt,- dem Glas, Porzellan undSmaille herrliche chlaüe Farbtönungen geben.. Eiste Mischung.'von Kobalt--und Zinksalzen ergibt'da» zu ähnlichem Zweck berwen- dete Risnan-Grün, während sich mit der sogenannten Kobalt-Bronze, bestehend-aUS einer Am« moniumphoSphatverbindung.de» Kobaltmetalls, sehr schöne und dauerhafte violette Färbungen' er* Siel« Wen^ih''’*“ deshalb die Grabungen fortsetzen, erwarb in aller Stille noch weitere Ländereien und benützte die Erwäge der Silber- und Arsensörderung, um in chemischen Versuchsanstalten auf ihre Kosten Experimente vornehmen zu läffen. ' Die Resultate waren günstig. ES ergab sich, daß Mischungen von Kobalt, Chrom und Molybdän, die Stellst genannt werden, dem Stahl nicht nur eine größere Härte und Elastizität geben, fondern ihn gleichzeitig auch unoxydierbar machen. Eine andre Kobalt-Stahl-Legierung, das sogenannte Permanit, weist die doppelte magnetische Anziehungskraft gewöhnlichen Magnetstahls auf. Andere Kobaltverbindungen erwiesen sich al» überaus wertvoll für die Galvanoplastik. Diese Entdeckungen wirkten sich unverzüglich au». Die Welt riß sich plötzlich um Kobalt; die Preise stiegen sprunghaft in die Höhe. Die bisherigen Rohstoffgebiete konnten die Nachfrage nicht mehr befriedigen. Da griff Victoria Atkin« soneinr 1. Dis Stadt des blauen Metalls... Die junge Farmerin. hatte bisher sorglich vermieden, mit ihren Funden vor die Oeffentlich« leit zu treten. Der Goldrun auf Klondyke stand ihr ÄS tarnende» Beispiel bot! Augen. Aber sie hatte in aller Stille gearbeitet... Unbedenklich nahm sie Gelder auf, erwarb weitere. Ländereien, Laute ein kleines Schmelzwerk,' engagierte Arbeiter und Techniker mit langfristigen Verträgen. Die Atkistsonsche Farm entwickelte sich zu einem Jnduswtestädtchen. Am,86. September 1666 gab die Provinzialregierungs von Ontario der neuen Gemeinde das Stadwecht und den Namen„Cobalts, nach dein bläuen Metall, dem sie ihren Ur», sprung verdankt. Die TemiSIaming-North- Ontario-Railwsy. baute die erste Eisenbahnverbindung zur Küste.- Victoria Atlinson war unermüdlich. Als man bei Casey, 24 Kilometer nördlich von Cobalt, im westlich benachbarten Distrikt Gowganda und an einigen Stellen nördlich der Canadian Pazific Railway, zwischen den Stationen Südbnry und Sault-Sainte-Marie, Kobaltborkommen entdeckte, erwarb sie auch dort Ländereien und Optionen. Ja, sie ließ sogar von South Lorrain aus ein unterseeisches Kobaltbergwerk unter den Ontario- See treiben. Der Weltkrieg gab ihrem Unternehmen gigantischen Aufschwung; der. Bedarf an Hartstahl stiea ins Grenzenlose, und da» Ende des großen BöfterringenS sah Victoria Atklnson als vielfache'Dollarmillionärin. Herrscherin eines Monstrekonzerns Die Weltkrise ist auch am Kobaltmarkt nicht vorübergegangen. Der Weltmarktpreis ist von fast drei Dollar pro Pfund auf etwas über zwei Dollar gefallen. Die durchschnittliche JahreSauS- fuhr Kanadas beträgt fast eine Million Pfund. Aber damit ist die Bedeutung der Canadian -Cobalt Co., wie sich der Trust bescheiden nennt, nicht erschöpft. Sie kontrolliert auch die Kupser- Blei-Bergwerke von Missouri, die Bergwerke am Nipigon-See und in-Britisch-Kolumbien und besitzt sogar maßgebenden Einfluß auf die Katanga- Minen in Belgisch-Kongo. Und außerdem befinden sich noch die Nattonal Trust Company of Toronto, die Dominion Jronand Steel Cö., die Bgnc of Montreal, die Baue of Ontario,. die- Canadian General Securities Ltd. und. eine Anzahl weiterer Wirtschaftsunternehmungen in ihrer Hand. Und über alledem steht eine Frau; die heute fünfzigjährige Victoria Atklnson, der einige Stück» rote» Gestein ein Millionenvermögen in den Schoß warfen und^pon der trotzdem in der großen Welt kaum gesprochen wird,..weil sie Reklame weder braucht noch liebt.' MTP ; Kleins Anfänge.«Ines Welttrustes . Die Bedesttnng der Funde" war also zunächst sticht ällzü erheblich.'^Aber die.lünM Vlctoriä Ät- kinson war eine tüchtige Geschäftsfrau.. Sie sagte sich, daß da» Metall Uni. so leichter abzstsetzen seist Wörde,'je Billiger': man e» auf den- Markt werfen An-einem' Maltage'1668 förderten ihre könne,'»nd. daß'sich-sicher auch noch weitere Ver- Leute beim Umpflügkn eines Ackers dunkelrotes i Wendungsmöglichkeiten finden Würden. Sie ließ Seite 6 »Sozialdemokrat* Freitag, 80. Oktober 1038. Nr. 252 $raw Adtufig Deutsche Staatsfeier in der Urania .Mitttvoch abends hielt im dicht gefüllten Bühnensaal der„Urania" bei der deutschen Feier des 28. Oktober Minister ZajiLeI eine Festansprache, in der er auf die europäische'Mission der Tschechoslowakei hinwies, die allerdings auch eine europäische Gesinnung voraussetze. Innenpolitisch glaubt der Minister, daß eine ehrliche Zusammenarbeit aller Völker deö Staates möglich sei, weit» tvir die Demokratie kompromißlos Hochhalten.' Die Deutschen dieses Staates müßten in gleicher Weise wie die Tschechen als Staats v al k angesehen werden; er glaube aus zahlreichen Anzeichen der letzten Zeit fest auf eine solche Entwicklung schließen zu dürfen.. Nach der Rede des Ministers sang der Reichenberger Bolksliederchor unter Leitung Professor WagnerS deutsche und tschechische Volkslieder. ES folgten im Rahmen einer Hörfolge Dr. Paul C i S n e r s„Heimische Landschaft in zwei Schrift- tümern" Rezitationen HanS Multerers von deutschen und tschechischen Dichtern deS Böhmer- Wälde» und nach einem Klaviervortrag Professor Franz L a n g e r S laS Professor Birk wertvolle Proben auö den Werken deö deutschen StaatS- preisträgers Emil Merker. Mit der Verlesung eines BegrüßungStelegrammeö an den Staatspräsidenten und dem Vortrag der Staatshhmne schloß die würdige Feier, bei der alle Schichten des Prager Deutschtums vertreten waren. „Klaffen» oder klaffenlose Gesellschaft?" ist daS Thema eines Borträges, veranstaltet von der Mafa- rykschen Soziologischen Gesellschaft am Freitag, den 80. Oktober, um halb 8 Uhr im Sitzungssaal des Ministeriums für soziale Fürsorge. Präg II., Pa- lacky-Platz 4. ES spricht Dr. I. L. Fischer, IlnIversttätSprofeffor in Brünne Eintritt frei. Sonntag 7 U h r„F a u st"(B 2). Nochmalige Gesamtaufführung beider Teilei Abonnenten C 1, für die seinerzeit nur.der erste Teil gegeben-wurde, erhalten"gegen Vorweisung der Abonnementskarte einen Platz ihrer Kategorie. Kartenkäufer der damaligen Vorstellung erhalten gegen Vorlage der Karte vom 17. September einen Platz mit 80 Prozent Nachlaß. Der zweite Teil beginnt um 9 einhalb Uhrl Arbeitervorstellung„Reiterpatronille» von Fr Langer, tzfn"Stück, welches glänzende Beurteilung durch die gesamte. Prelle,fand,-am Sonntag, den 8. November, um halb 8 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8 bis 2 und 4 bis 6 llhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Die Genossen sollten nicht versäumen, sich dieses Stück änzusehen.. DaS Raimund-Theater in W l en,, das dieser Tage den Betrieb einstellen mußte, weil die Schauspieler wegen Nichtbe z a h lungder G a- gen es ablehnten, zu spielen, hat dem Handelsgerichte in Äsen seine Insolvenz angemeldet. Ei» Bruckner-Festkonzert symphonischen Cha- rakterS beschloß vergangenen Dienstag im Festsaal der Deutschen" HauseS die von der Prager Deutschen Bruckner-Gemeinde ins Werk gesetzten Bruckner-Aufführungen als Werbekonzerte anläßlich des 40. Todestages des Meisters. Dieses letzte Konzert bedeutete einen wirkungsvollen Abschluß. Denn sein Programm enthielt als Haupwortragswerke Bruckners bekannteste Vierte oder Romantische Symphonie in ES-Dur und sein als Abschluß- sätz der Neunten Symphonie' bestimmtes ,T e den in" für Soli, Chor und Orchester. Eingeleitet wurde das Konzert durch ein Frühwerk des Meisters, die Ouvertüre in G-Moll, und durch ein H uldi gu ngs ged ich t„Anton Bruckner" von Hans W a tz l i k, gesprochen vom Dichter. Bei der künstlerischen Durchführung des Konzertes wurde an dem Grundsatz festgehalten, Bruckner aus eigener Kraft zu bienen. Nur die instrumentale reprodukttve Kunstleistung war dem deutschen Th eater- orchester als mithelfender fremder Kunstkörper- schaft übertragen worden, während die C h ö r e (Deutscher Volksgesangverein, Smichower Männergesangverein! Deutscher Katholischer Kirchengesangverein und Chor der Deutschen Musikakademie), die G e s a n g s o l i ft e n(Fr. Mayer, Fr. Longin, H. Michalka und H. Dr. Ehm) und dieD irigeu- i en(Dr. Nowak und Dr. Hiebsch) von den Veranstaltern selbst beigestellt worden waren. Der künstlerische Gesamteindruck dieses Bruckner-Festkonzer- res war überzeugend, obwohl in den technischen Einzelheiten nicht, alles so geriet, wie Bruckners schwierige Tonkunst, es erfordert hätte. So fehlte seiner Vierten Symphonie zwar nicht die Größe der Anlage, aber die Ueberjichllichkeit der Gliederung und die entsprechende Klarheit des Details." Im„Te deum"-überraschte die außerordentliche Geschlöffen- heii des Stiles, die Diszipliniertheit, des Chores (der nur noch sintonationSvollkommener werden muß) und die Lebendigkeit des Vortrages, während die Solisten künstlerisch ungleichmäßig wirkten (wirklich am Platze waren nur Sopran und Tenor). "Leider war der Besuch der Veranstaltung nicht'so zahlreich wie ihr Anlaß hätte erwarten lassen. E. I. Wochenspielplan de» Rene» Deutschen Theater». Donnerstag, halb 8: D i e Jakobsfahrt, C l."— Freitag 8: Die n e u g i e r i g e n Frauen, D.— Samstag halb 8: Hoffmann» Er zäh l un g en, Al.-—Sonntag halb 8: Salzburg a u 8 ver kauft, 7: Faust I. und II. T e i l, B 2., Spielplan dar Kleinen Bühne. Donnerstag, 8 Uhr: Menschen auf der Eisscholle, volkstümliche Vorstellung.—- Freitag 8 Uhr: Die Freier, Theatergemeinde de» Kulturverbander und freier Verkauf.— Samstag 8: Sie Freier. — Sonntag halb 4: Dr. med. HiobPräto» r ins, halb 8: Die.H o flog e. Vorträge Meyerhold Uber das Theater Der gestrige Vortrag de» berühmten russischen Reglsseurr Meyerhold, deö jetzigen Direktors der Moskauer Staatstheaters, fand in der„Urania" vor überfülltem Saale statt, und die Polizei, die erschienen war, weil man Aktionen jener Jüngling« befürchtete, denen zurzeit der akademische Kampfboden entzogen ist, fand erfreulicherweise nicht den geringsten Anlaß zum Einschreiten. Im Gegenteil: der russische Gast wurde mit stürmischem Beifall begrüßt. und seine Ausführungen, die er— mit Hilfe einer Ikebersetzerin— teilweise in deutscher Sprache machte, wurden mit allgemeinem Interesse gehört. Meyerhold begann mit dem Hinweis darauf, daß man. in der Gegenwart zwar viel für die Organisierung des Theaters tue, aber wenig für die Lösung der dramaturgischen Frage, war gespielt werden solle. Während der Film vor großen Massen vorgeführt wird, finden gerade die Vorkämpfer de» neuen, lebendigen Theaters wie PiioSff in Paris oder E. F. Burian in Prag nur kleine Bühnen und Auditorien. Dabei bleibt dar Theater dem Film durch das Auftreten lebendiger Menschen überlegen; und das Br» rufrtheater kann auch durch das Laienspiel nicht überflüssig gemacht werden, das Meyerhold nur. in bestimmten Grenzen gelten läßt. Um die dramaturgische Frage des Gegenwaristheaters zu beantworten, soll man sich an die großen Vorbilder der Vergangenheit erinnern: an das spanische Vollstheater der Lope de Bega und Calderon, an Shakespeare,, an Goethe und Puschkin, die an die Theater-Tradittone» Calderonr und Shakespeares anknüpften- Dar Theater muß wieder zur großen Volkskunst werden, wenn es seine Gegenwartsaufgaben erfüllen will. Metier« hold erklärte für die gemeinsame Aufgabe aller, die am Theater arbeiten: Die Propaganda des Frieden-, die Verteidigung aller überlieferten Kunst» schätze, und, auf ihnen fußend, die Weiter- und Höherentwicklung der. Kultur, die Annäherung der jinnst.an die Technik,.den Kämpf gegen' den Dilet- Freitag, den 30. Oktober, spricht zum Thema:* »Deck Faschismus in Deutschland und Stalle««nd Mer Sozialismus" Genosse Bienstock im Parkeiheim, Deutscher Handwerkerverein» Smeiky, Be- ginn 20 Uhr. tanttSmuS bei gleichzeittgem Streben nach BollS- rhmlichkeit und deshalb Befreiung von dem Einfluß des Expressionismus. Meyerhold wies auf Chaplin als einen Beweis dafür hin, daß es wahrer Volkskunst auch heute möglich ist, die Massen für sich zu gewinnen. Und er erörterte auch die architektonischen Forderungen, die an dar Vollstheater der Gegenwart zu stellen sind: ES muß die-soziale Hierarchie beseitigen, indem e» zum Amphitheater wird, das keine Rangunterschiede der Plätze kennt und nicht, wie es heute ist, einen Teil des Publikums nur die Nasenlöcher und einen, anderen nur die Haare der Schauspielers sehen läßt. DaS Vollstheater muß sich aber auch seiner erzieherischen Aufgaben bewußt sein, eS muß die Banalität, den Kitsch und die Pornographie bekämpfen, eS muß die großen Bewegungen der Massen gestalten in einem Stil der Einfachheit, der Spannung und des Heroismus, in einem realistischen Stil, der sich von der Genrekunst des Naturalismus ebenso fernhält wie vom Formalismus,— wobei Meyerhold den Realismus in Hauptmanns„Webern", den Naturalismus in„Bor Sonnenaufgang" und den Formalismus.in der „Versunkenen Glocke" auszeigte. Am Ende beschäftigte, sich Meyerhold mit dem tschechoslowakischen Theater: Mit HilarS ZiviliS» muS, den er zu abstrakt-idealistisch sand, mit den Einflüssen Reinhardts und JessnerS, die gefährlich waren, und schließlich mit E. F. Burian, dessen Kunst sich vor allem dadurch«mSzeichne, daß er ein Musiker sei— wie, nach Meyerhold, alle guten Regisseure— der aber wie so vielx andere Rachähmer Meyerholds Unfertiges und UnerprobteS vom Meyerhold-Theater loder genauer! Au» dem Meyerholds Laboratorium)-übernommen habe. Der-Vortragende schloß mit einem Ausblick auf die Zukunft de» Theaters; da» alle Künste in.sich-vereint und deshalb die Möglichkeit haben wird, über die Sprach« grenzen.hiyweg.international zu wirken.—eis— Zehn Jahre holländischer Arbeitersportbund In diesem Fahre-feiert der" holländische Arbeitersportbund där Fest de» zehnjährigen-Bestandes. Aus diesem- Anlaß hat der holländische Bund.eSauS- schuß beschlossen,.überall Jubiläumswettkämpfe in allen Sportarten sowie Festabende zu vergnstalten. Am Ist.. Dezember findet die; BundeS-Festversamm- Hortense Raky in„Frauenparadie»». lung statt und im Amsterdamer Coneertgebouw wird eine große Festakademie durchgeführt. . Rene ungarische Leichtathletik-Bestleistung. Im Speerwerfen der Frauen stellte die Genossin Margit LamoS mit 82.28 Metern eine neue Berbandrbest- leistung auf. SatuS Schweiz rüstet für die Winter»»nd Sammer-Olympiade der SASJ. Der Schweizer Arbeiter-Turn- und Sportverband hat feine Delegation für die Winttrolympiade in Johannisbad schon bestimmt. Nunmehr wird die Teilnahme für die Antwerpener Sommer-Olympiade organisiert, lieber 100 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen au» allen Sparten werden den Satti» in Antwerpen vertreten. Weiter gedenkt man einen Sonderzug nach Antwerpen! zu dem das Satussporthaus einen eigenen Prospekt herauSgibt, durchzuführen, der auch einen Besuch der Pariser Weltausstellung 1087 Vorsicht. Das einzige Ligaspiel-am StaatSfeieriag, das Sparta und SK Kladno in Prag anStrugen, gewann die Sparta unerwartet hoch mit 8!0(7:0). Sparta gelangt durch diesen Sieg wieder an die Tabellenspitze,.während die Kladnoer den fünften Platz ani Schluß der Tabelle einnehmen. In der DFB»Division fand in Gablonz die Begegnung BSK—Sportbrüder Prag statt. Obwohl die Gablonzer kein große» Spiel vorführten, verloren die Prager 4:0. " Sonstiger Fußball am Staat»feiertag. Prag: Slavia gegen Spartä MIchle 7:0 ÄohemiänS gegen Viktoria Zijkov 2:2(0:1). SK Russe gegen Cechie Karlin 8:2.—Pilsen: Westgau(tschechisch) geg. Viktoria Pilsen 2:0; der Pilsener Tormann mußte in» Spital überführt werden.— Kuttenberg: Respo geg. SK Äachod 8:2.—»Jungbunzlau: Städteniännschaft gegen Prag.4:1.— Karlsbad: KFK gegen Slavia 8:2, Sportbtüder Altrohlaugegen Sparta 8:2.— Teplitz: TFK gegen Hvkzda Turn 7:2.— Aussig: DSÄ Saaz gegen DFÄ 8:0.— Brüx: DSB gegen SK Kopisty 4:4 (8:1), SK Most gegen Schtvälbe 4:0.'— Dux: Slovan gegen DSK 8:1.— Brünn: Admira Wien gegen Zidenice 6:1(2:8),— Zlin: Städtespiel Zlin gegen Proßnitz 1:0.— Olmütz: SK gegen Moravia Brünn 8:0, Divisionsspiel.— Preßburg: Vienna Wien gegen CDK 8:2(1:1). Der internationale Marathonlauf der Tschechoslowakei sand am Mittwoch in K a s ch a u statt. Von 48 Läufern er richten nur 28 das Ziel. Sieger wurde überraschend Balaban(W".n) 2:41:08 vor Kiß(Ungarn) in 2:46:10 Std. Al» erster tschechoslowakischer Läufer kam Vena(Sparta Prag) iü 2:60:28 Std. ein. Nreiirsnacluiektea ■ ■ Die Generalversammlung findet am Mittwoch, den 4. November, im Hotel „Monopol" statt. ES ist Pflicht der Mitglieder, an dieser Generalver- 'ammlnng teilzunehmen. TageSord- l’RAG nung: Protokoll, Berichte der Funk» ttöndre, Bericht der Kontrolle, Bor- ttag de» Kreissekretärs Genossen Kunlg, Jugendaktion. Wahl des Ausschusses. Verschiedene». Beginn pünktlich um 8 Uhr. » Hallol Große AtuS-Nikoloveranstalttmg am Samstag, den 6. Dezember, im Bühnensaal der „Urania". Tänz, Borträge, Bescherung. ' Mitteilungen aus dem Publikum. i.- Ein Schnnpfendanrrt»Tage, sagt»tarn Welch' , unangenehme"; Zettl. Sie sind" mißmutig und verdrossen. Ihre Tagesarbeit leidet unter Ihrer körperlichen Indisposition.. Sehen Sie" sich solchen 'Unannehmlichkeiten nicht", au», Für Ihre Gesundheit äst Abhärtung geboten- durch. regelmäßige Körper- Massage mit dem Alpa-Franzbranntwein.. 6 Urania*Kino, Klltfuhttsna 4. I trernepreoher 81(03. "«eeta«arb».", Sozialdemokratische Frauenorganisation Prag Montag, den 2. November, a ch t lshr abends, im. Parteiheim, Präg II.» SineAa 22, Frauenabend Vorlesungen ans Werken zeitgenössischer Autoren. Den einleitenden Vortrag hält" Genossin" I d a Fürnberg... fiterotur Die Laienbeisitzer In der Arbeitsgerichtsbarkalt Dr. FrantlSek Kraus:„Laifiti pHsedici V pracovnfm soudnietvi". -rb- Im Verlag der MetallarbeiterveWande» ist kürzlich eine populäre Abhandlung des Genossen Dr. Frantiüek Kraus, de» bekannten rechtswissenschaftlichen und soziologischen-Publizisten-Über l das obige sehr aktuelle Thema erschienen,, die trotz ihre» geringen Umfanges von 40 Seiten nicht nur ein werwolles praktisches Hilfsmittel für alle Laienbeisitzer der arbeitsrechtlichen Gerichts» und Schiedsinstanzen bedeutet, sondern wegen der leicht faßlichen und- gründlichen Zergliederung des umstrittenen Problems der Laiengerichtsbarkeit überhaupt für jeden Soziologen von größtem Interesse ist. Genosse Kraus verweist einleitend darauf, daß der Widerstand der„Fachleute" gegen die Laienrichter überhaupt, wie er sich in zunehmendem Maße geltend machte(u. a. auch auf tschechischen und deutschen Juristentagen) und selbst im Motivenbericht zum Gesetz über die Arbeitsgerichte(1080—81) einen gewissen Niederschlag fand, in jenem ideellen Komplex der intellektuellen Mittelschichten wurzelt, der die Heranziehung des Laienelementes zur Besorgung der- öfienilichen Aufgaben als unerwünschte Bedrohung der Positionen prwilegierter Schichten betrachtet.(Als Parallele: die, von der„Herrenkoa- lition" beschlossene„Verwaltungsreform" u. ä.). Aehnliche fozialreakttonäre Tendenzen.reiften.anderswo zur faschistischen Ideologie aus. Aber gerade äü» dem wohlverstandenen. Begriff der Demokratie als „System der v ollkommensten Kontrolle" ergibt sich, daß die Teilnahme des Laien- elementes, vor allem auf dem Gebiete der Arbeitsgerichtsbarkeit, ein unveräußerliches Recht der Demokratie und deS Sozialismus ist. Denn.es geht beim Gerichtsverfahren darum, den abfttakten Nähmen-der Rechtsnorm mit lebendigem Inhalt zu füllen,, eine Aufgabe, der der juristische„Fachmann", der Be- russrichter, beim besten Willen nicht immer gewachsen" sein kann, well ihm die Möglichkeit fehlt, die zur Entscheidung stehenden Streitfragen aus ihren sojialen Voraussetzungen und Gegebenheiten heraus zu verstehen. Hier ergänzend einzugreifen, ist Aufgabe des Laienbeisitzers. Der landläufigen Einwendung gegenüber, daß es dem Laienrichter an Fachkenntnissen fehle, verweist Genosse Kraus auf die aus der Blütezeit der Liberalismus stammenden Börfenfchieds gelt ch t e, bei welchen Laien die schwierigsten Fragen zu entscheiden haben, ohne daß je ein grundsätzlicher Einwand erhoben wurde. Treffend bemerkt, der Autor, daß die Frage der absoluten richterlichen Unabhängigkeit, wie sie der Liberalismus des 18. Jahrhunderts fordert, in ihrer reinen Form nie verwirklicht worden ist. So sehr der Richter auch dem Einzelfall gegenüber MUbhängig und objek- ttv sein muß, so bestehen doch stet», wenn auch unbewußte, klassenmäßige Bindungen, denen er sich Lei Beurteilung einer Streitfrage.nicht entziehen kann. Aufgabe einer gedeihlichen Rechtientwicklüng muß sein, zwischen der angestrebten richterlichen Freiheit und den faktisch bestehenden Gebundenheiten ein GleichgewichtSsystem herzustellen.. Ein notwendige^ Rorrekttv. zur Herstellung dieses GlekchaewichtSzu- ftandeS ist eben die Einrichtung der Laienbeisitzer; Der praktische Teil des Büchleins macht den Leser in knappster und doch erstaunlich erschöpfender Form mit den- Grundzügen unseres Prozeßrechtes bekannt, und macht ihn vertraut mit den Obliegenheiten- eines Arbeitnehmervertreters im Arbeitsgerichtsverfahren, wobei der Autor da- Wesentliche in wenige knappe und llare Sätze zu kleiden und durch instruktive Beispiele zu illustrieren versteht. Ergänzt wird die Abhandlung durch Darstellung deS Verfahren» vor den verschiedenen' Versicherungsgerichten, vor den Schiedskommissionen der Betriebsausschüsse und durch eine kurze Erläuterung über daS Ärmenrecht. Bezug S be d i n g ung^n": Bei Zustellung in» Hau»" oder ber Bezug durch die Poft Monatlich XL 16.—,- Mertel jährlich(£6.48.—, halbjährig Ki 06.— ganzjährig K4192;—.'— Inserate werden laut; Tarif billigst berechnet, Bei öfteren Einschaltungen.Preisnachlaß.-— Rückstellnug von Manuskripten erfolgt, nur hei Einsendung, der; Rettmrmarken.-—. Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post«, und Tele»- graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.8Ü0/VIMV80 bewilligt.— Druckerei:„OrbiSlf Druck», Verlags» fisch Zeitung»-A.-G. Prag,.,.