Sonntag, 1. November 1936 Nr. 254 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Heilei (einschließlich 5 Heller Porto) IE NTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und WRWAITUNO MAO»I., fochova a. teison am, HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi KAM. KERN, MAO. Der schlafende Riese Amerikas WO sic auftauchten, Panik und Tod verbreitend H, * vag da d.- Das Irakische Parlament wurde aufgelöst und eS wurden Neuwahlen aus» geschrieben. die Revolte gegen die zurlickgetretene Regierung und durch dir Negterungsänderung an den Bezie- hungen deS Irak zu Großbritannien nichts geändert habe. Wiewohl der Umsturz im Irak n i ch t in 'direktem Zusammenhang mit den Unruhen in Palästina gebracht wird, glaubt man In"Londoner politischen Kreisen, in den Ereignissen in Bagdad dennoch Symptome einer Gärung sehr» zu können, die den ganzen mittleren Orient umfaßt. Rach anderen Meldungen solle« dte Ursache» des Umsturzes in Meinungsverschiedenheiten bei der Assentierung von Angehörigen der irakischen Stämme gewesen sei«. Bereits längere Zeit waren bei einer Reih« schiitischer Stämme am mittleren Euphrat Aufstandögrlüstr»n erkennen. Sidky Bei, der dies« Stämme zur Ralfen bringen wollte, hatte eine, stärkere Armee angefordert, die nur durch Rekrutierungen hätte zustandegebracht werden könne«. Die Regierung nahm jedoch einen gemäßigteren Standpunkt rin. Man nimmt daher an, daß der erste Schritt der neuen Regierung die Einführung»«« allgemeine"» Militär d t e n st» p s l ich t sein werde. Mr diese« Fall kann man mit dem Ausbruch von Unruhen rechne«, da dir Stämme»ege« di« Assentierungen Stellung nehme«. ES stellt sich heraus, daß der Putsch der kurdischen Fliegeroffizierr im Irak hauptsächlich «egen die britische Orientierung der bisherigen Politik deS Irak"(Mesopotamiens) gerichtet ist. Ein Abschwenke» deS Irak könnt« für Großbritannien wegen seiner Oelselder und Oeltrans» Portlinien, ater auch sür sein« Stellung im Persischen Golf und im. Jndiameer verhängnisvolle Folgest haben. Angesichts dieser möglichen AuS- Wirkungen taucht auch die Vermutung auf, daß ebenso wie in Palästina, in Spantet und in Aegypten so auch, im Zwischenstromland die eng- lanpfoindlichen Mächte, vor allem Italien, die Hände im Spiel haben könnte. Mussolini bereitet stch auf seine" General-AuSetnandersetzung mit England vor und sein« Taktik scheint«S zu sein, einem offenen Krieg auSzuwrichen, vielmehr da» Gebäude d«S Empire systematisch"an den gefährlichste» Punkten zu unterminiere», um England im. entscheidenden Augenblick sei.«S, wie schon 1035/36 friedlich, fei«S kriegerisch auf die Knie g« zwingen. Die Lage ist ater heute ander» alt vor einem Jahre. Die englische Aufrüstung schreitet rapid sert und England wird es an Gegen« zügen nicht sehle». lasse». Bagdad. Reuter.) Die neue Regierung meldet, daß der ehemalige. Ministerprästdent Säst» Pascha, dessen Regierung vorgrstarn gestürzt worden ift, das Land verlasse» hat. DaS Land habe» gleichfalls" verlassen trzw." ausgewicfcn wurden Nuri Pascha, der Minister des Aeußern war, und Slgeilani, der ehemalige Minister des Stznern. Ma« glaubt, daß alle drei nach Syrien ab,rreist sind. Kairo. Wie a»S Bagdad gemeldet wird, haben die Truppen Freitag abends die Stadt besetzt, Ma« rrchnrt damit, daß da» Parlament aus- gelöst werden wird. Während d«S. Putsche» soll Geymal Dschafar Paschal el ESkari, Kriegsminister tm^letztz» Kabinett, erschossen worden Hollywood, Ende Oktober. Augenblicklich stehen die Wetten Roosevelt — Landon in Amerika 8:8, in England 7:8; die Kandidaten sind auf Reise» und auch ihre Wahlmacher; die Zeitungen des Kontinents, die tausenden von Radiostationen bombardieren Lag um Tag, ja Stunde um Stunde, in Wort und Bild, in gesprochenem und gesungenem Wort die Wähler, Oeffentliche Umzüge,„Paraden", heißen sie hier, versteckte und offen« Wahlpropaganda in den zehntausenden Kinos, öffentliche Interviews vor dem Mikrophon der Radiostationen, alle in Las Kleid höchster Unparteilichkeit gehüllt und darum umso gefährlicher zur Verwirrung der Geister, überall ein besonders stark betontes Werben um die Stimmen der Arbeiter.,. das ist das Bild, das sich dem europäischen Beobachter äußerlich zeigt. Bei den Wetten ist Rooseveli entschieden im Borsprung und alle, die eS Amerika wohlmeinen,‘ wünschen, daß Roosevelt noch einmal auf vier- Jahre im Weißen HauS der Nation als oberster Beamter diene und-den begonnenen Versuch fortsehen könne, an dem überheizten Kessel der kapts> talistischcn Wirtschaftsordnung Sicherheitsventile, die Sicherheitsventile sozialpolitischer Maßnäh», men anzubringen. Geht Amerika diesen Weg, dann kann man hoffen, daß die amerikanisch« Arbeiterklasse- die eben erst erlöschend, sich noch di« Augen reibt, um klarer sehen zu können, bi», 'gär- nmhstkn''Wähl-HS>l"SMl"Tchon-eiir wirklich mltentscheidender"Faktor bet'den Wahlen geworden"ist. Wird Roosevelt gewählt, dann gewinnt die Arbeiterklasse vier Jahre Zeit, das lange Versäumte nachzuholen, die eben erst gegründete LabourPartyauSzubauen. Wird das Liebkind der New Aorker Hochfinanz, wird Landon gewählt, dann ist«S mehr als wahrscheinlich, daß auch in Amerika die erstarkende Reaktion der Arbeiterklasse schwere Abwchrkämpfe aufzwinge» wird. Diese Kämpfe würden, man weiß das von Europa her, ihre ganze Energie aufbrauchen. Die Gefahr ist groß, daß dann der Ausbau einer fest- gefügien Organisation wieder zu kurz kommt. . Die Unternehmerklasse in Amerika, ist in großem Vorteil gegen die Arbeiter. Di« Unternehmer sind organisiert. Hinter ihnen steht" die Hearstpress«, die auf die Bildung der öffentlichen Meinung in Amerika einen unheimlich großen Einfluß hat. Mehr als hundert"große Tagesblätter mit Riesenauslagen, die bei vielen in die Hunderttausend« gehen, werden von einem einheitlichen politischen Willen geleitet. Und diese Presse ist sehr skrupellos. Was hatwie Arbeiterklasse Amerikas dieser Macht"entgegenzusetzen? Die Arbeiter sind nichteinheitlich organisiert und die kleinen Splitterorganisationen erfassen nur einen verschwindend kleinen Teil der Arbeiter. Sie haben nicht ein einzige8 englisch geschriebeness oziali st ischesTagblatt. Di« jüdischen Arbeiter haben den hebräisch ge» schrieben«»„Vorwärts" und die italienischen Arbeiter haben auch ein kleines Tagblatt, dann gibt es noch an politischen Blättern da» Wochenblatt der neugegründeten Labour Party, den New Leader, das deutsche Wochenblatt„Neue Volkszeitung" in New Uork, jetzt von GerhartSe- g e r sehr gut geleitet, einige kommunistische Wochenblätter, englisch und deutsch, und das ist alles. Zu der englischen Kapitalistenpresse kommen noch, um den deutschen Arbeiter zu bcinflussen mehr al» hundert deutsche Wochen, und Tagesblätter, die zumeist, mehr oder minder offen, hinter Hitler stehen. Die Inserate der deutschen Schiffahrtsgesellschaften, deS Zeppe- lindiensteS und der mehr oder weniger geschickt getarnten. Schrittmacherorganisationen Hitlers" beeinflussen"sichtbar die Färbung,! Aufmachung und den Gegenstand der Aufsätze Alle diese Druckerschwärze wird aufgewendet, um den Arbeiter zu hindern,"seine wirkliche Lage zu erkennen. Amerika hat wenigstens 80 Millionen Erwachsene, die ihrer Klaffenlage nach sozialistisch seim ",.?» n d o n. Die britische'Regierung erhielt von dempeuen MinisterprSsisentrn Irak», Hik- lUnf Jahre Kerker für eine Spanien-Sammlung! ' Graz. Da» Schwurgericht I« Leoben hat...., den 28jährigen arbeitslosen Chauffeur Engelbert wählen müßten, legte man europäische Maßstäbe Hirzentergan» Donawitz wegen Hochverrate» zu an. Bor der Spaltung hatte die fozialistische Par- fünf Jahren schweren Kerker» verurteilt, weil er tei Amerika»'26,000 eingeschriebene Parteimit- kmnmunifttsche Flugblätter, verbreitet und Geld-. glieder. Diese 26.000 amerikanischen Sozialisten" beiträge, für die spanische Lolksstient gesammelt I sind nun in die Linkssozialisten unter Führung hat.|pon Norman Thomas gespalten und ja Lis Gegner lleß. seine Toten auf dem Kampfplatz zurück und verlor auch viel Kriegsmaterial. Ein Schifft der Aufständischen" hat die Ortschaft Rosa» beschossen. Die Einwohnerschaft sammelte sich rasch, htm jeden Versuch vyn Truppenlandungen zü Verhindern. Cs lvurden alle erforderlichen" Maßnahmen getroffen und e» besteht kein Grund zu Befürchtungen, Fliegerbomben auf Madrid Vie Opfer— zum größten Teil Kinder! Madrid. Flugzeuge der Aufständischen warfen über Madrid Bomben ab, durch die zahlreiche Menschen getötet oder verlebt wurden. Die Angaben über die Zahl der Toten gehen auseinander," doch stimmen" alle Berichte darin überein, daß der Bombardierung nur Zivilisten und vor allem Kinder zum Opfer gefallen sind. So berichtet der Korrespondent des Reuter-BUroS:„Ich sah einen Bater, der sein Söhnchen in den Armen trüg, dem der Rücken zerschmettert worden war, ich sah eine Mutter mit ihrem kaum zweijährig«» Töchterchen, dem ein Sprengstück die untere Ge» sichtShälfte zerrissen hatte..Ich sah ferner Elter», die unter den Trünnneim nach dest zerfetzten .Leibern ihrer Kinder suchten." Aufständischen-Kreuzer durchsucht russischen Dampfer MvSkau. Da» Sowjet-Pressebüro teilt «ttr Der Sowjetdampfer„D n j t st e r", der m» ebuer Fracht an» Hamburg«ach Votum unter- weg^st, nNrrtze'äm 36.Dftöberbe^be?'Ekäfabrt' in die Straße von Gibraltar von dem Kreuzer der spanischen Aufständischen„Almirante Ser- Vera" an gehalten und durchsuchst.. Der-Kapitän der„Dnjester" war gezwungen, der Gewalt uach- zugeben. Die harwäckigstk« Kämpf« spielte« stch in Rue llämpo Man«» at,. wir di« Aufständischen»um Rückzug gezwungen wurde«.. Auf der andere» Sette erreichte» Regierungsabteilängen dir Tore der Stadt Grado. Im nördlich« Teil der Pro», vinz Leon marschiere» zwei RegierungSkolonnen von pmiroso»nd Deeexga nach Puerto Brntana und eroberten diese Stadt. Die Eroberung Puerto Bentanas sichert den RegierungStruppcn die ver- bindnng zwischen der Provinz Asturien«nd Leon «nd verwehrt außerdem de» Aufständischen die Pgrpslegung ihrer Abteilungen in Asturien. Erfolg der, Flieger Madrid. Die RetzierungSflugzeuae bombar, vierten zweimal dois Flugfeld in Sevilla. Durch diese Angriffe.wurden vier. Hangar» und andere militärische Objekte zerstört.. Aufständische in Katalanlen varrelona. Der amtliche I M die katalanische Artillerie in der Sierra Alcubiere den Gegner erfolgreich beschossen, ihm groß« Verluste beigebracht und zur Flucht gezwungen habe. Auch im Abschnitt Almudevar bat die kaialanisch« Artillerie die Feinde zur Flucht gezwungen. Der Der Putsch im Irak- ein neuer Schlag gegen das British Empire! Im Hintergrund wieder Mussolini! Madrider Gegenstoß | weiterhin erfolgreich Durchschlagende Aktionen der Tank* und der Fliegerabteilungen < Madrid. Die Milizionäre setzten ihr« Aktion fort und befestigten ihre Positionen, wo- bettsie auf die Linie» der Aufständischen einen starken Druck auSüben. Sm Abschnitt Seseäa spielte» die neu«» Tank» der republikanische» Armee eine Rolle erster Ordnung. Die Salve» ihrer Geschütze und Maschinengewehre forderte» auf Seite der Aufständischen größte Opfer an Tote« und verwundeten. Rach den Schilderungen von Augenzeugen.fuhren die Tank» in die Gemeinde Seseäa, vernichtete» dort eine Batterie der Aufstäirdifchen und fuhren sodann in der Richtung auf ESquivias weiter, wo sie fünf Geschütze de« Aukständischen vernichteten«nd in der klmgebung der Ortschaft zwei Eskadronen maroftanischer Reiterei dezimierten^ schließlich kehrten sie»ach Seseäa zurück, wo sie noch— überall, i MW''" MW die Ubikatione» dar Aufständische» zerstörte«. Vormarsch In Asturien Au» Valencia wird berichtet,"daß die Milizio- näre von T er nm l nurmehr zwei Kilomet«««nt- ftrnt find. Dirsen Erfolg erzielte» sie durch«in«» «aE der Kavallerie, dem sogleich«In solcher hör- Infanterie- folgte. Sm westlichen Teil der Prvvür» T«nwlhaben sie di««roße Festung Alta- r«t»)i w«lche v»«!Atttllungen der Zivilgarde und spanischer Phalaur vertridigt" ward«, erobert. Ans fetten.»« Aufständische» find«ehr al» 200 Mil Thorez das Kabinett Blum stutzen? Eine hinterhältige Rede Während die Kommunisten hierzulande noch mit der Propaganda für die schablonenhafte Nach ahmung der französischen Volksfront hausiere» gehen und jeden als Faschisten bezeichnen, der sich dieser Doktrin nicht einfach fügen will, hat der Führer der französischen Kommunisten, Mau rice Thorez, in einer Rede, di« er Freitag in Paris hielt, in. sehr scharfen Worte» erklärt, die Kommunisten seien mit der Entwicklung der BbllSfront nicht einverstanden. Thorez polemi sierte gegen die Abwertung deS Franc— die doch Von den Kommunisten unter voller Berantwor- tung mitbewilligt wurde,— gegen daS Budget fik 1087 und endlich gegen die Politik der Nicht» Intervention. Damit a r b e i t e B l u m dem F ä s ch i S m u.S i n d i e H ä n d e und verletze die französischen Interessen. Thorez erfindet"also bereits«ine Dolch stoßlegende gegen dick französischen Sozia listen. und bereitet,-wie«S scheint, den Sturz der BolkSfrontregierung vor. Das Infame an dieser Politik ist aber die Tatsache, daß die Kommunisten ihre Kritik nicht etwa gegen"die bürgerlichen Radikalen richten, die doch, di« Verantwortlichen- für; die.NeutralitätS» pölitif waren und" sind, sondern g e g« n B l u m, der durch die" Koalition mit den istadikalen ebenso. gebunden ist wie die Kömmüniswn. Derselbe Herr Jshorez,. der vor dem Biarrttzer Parteitag an" Daladier einen geradezu speichelleckerischen Brief geschrieben hat, indem-er-bekanntlich die Versiche rung abgab, daß sie Kommunisten für die Erhal tung deS PrivateigentüysS,^ für.,,Ruhe.uUd? Ord nung" und gegen jede Umwälzung feien, wagt es, Blum gegenüber de» pievolutionär- zu spielen. Innerhalb der Bolls front die bürgerlichen Part» Nerumschmeicheln,- die- Sozialisten aber.anklagen und" verantwortlich machen— das ist ejne.so ab gefeimt« Taktik, daß man doch wieder feststellen muß, daß sich an den Grundsätze» der Moskauer Spaltung»- und Skatasttophenpolitik wenig geän dert hat. Die Rede Thorez signalisiert.für die französische Linke,jedenfalls ein« gefährliche poli tische Phase in deß' nächsten Woche».. M..............„ Nonateni;". met Sulejumn, di« Berficherun», daß sich durch Stile Sonntag, 1. November 1030 Nr. 354 „VoUspartei"(Peoples Party), die ihren Sih in Net»?)ork hat und ettva den allen europäischen sozialdcutokraiischen Parteien entspricht. Hin dieselbe-Zeit spalteten sich die Äewerlschaften. Die alte Federation of Labour repräsentierte unter Führung William G r e e n 1? bii alte in Europa schon iibertvundene Form vieler einzelner Dran« chenverbände, während. das von den bisherigen Vizepräsidenten geführte„Jndustrie-ToMmite" eine Zusannnenfassung nach Jndustricverbänden anstrebt. Hinter Lohn L. Lelvi S und David Dubinsky stehen 1.2 ü>!illionen, hinter Green 2.8 Millionen Mitglieder. Beide Gewerk- schaftSgruppen— darin sind sie einig — setzensich für die Wiederwahl Roosevelts ein. Ein Z e h n t e l der amerikanischen Arbeiter also ist g e w e r ks ch a ftl i ch erfaßt; ein Drittel modern, zwei Drittel altes Shsteni. Ein Tausendstel ist politisch erfasst und dieses teilt sich in Sozialdemokraten, Radikale Sozialisten und Kommunisten. Die Ra- dilalen haben in Norman Thomas, die Kommunisten in Earl B r o w d e i eigene Kandidaten aufgestellt. Die Sozialdeniokraten treten für -Roosevelt ein, lvaS von der Hearstpresse benützt wird, nm Roosevelt als»red"(rot) vor der Wählerschaft zu denunzieren.„Denunzieren", denn„red" heißt im politischen amerikanischen Jargon so viel als in Europa vor vierzig Jahren etwa das Wort:„Petroleur" bedeutet hat. Bom- benschmeißer, Brandstifter. Bon den spanischen Freiheitslämpfern redet die Hearstpresse in- der Regel als von. Mob und so nennt sie auch die Am„Beker" vom 8V. Oktober wird unter der Spitzmarke„Der nationale und soziale Verrat der Sozialisten" zu den Wahlen in die Ber- tranensmännerauSschüsse, in die Krankenkasse und die linsallversorgung der tschechoslowakischen Staatsbahnen in unerhörter Weise Stellung genommen. Die sozialistischen Organisationen werden dort für die Mängel"der Regierungsverordnung Nr. 18(1027 verantwortlich gemacht, dagegen die agrarische Eisenbahnerorgantsation, aber auch die Vertreter der tschechisch-agrarischen Partei, als die tvirklichen Verteidiger der Interessen' der Staatsangestellten hingestellt. Weiter Wird aber in dem Berichte an die antibolschewistischen u>ld nationalistischen In- stinkte appelliert, wobei bewußte Univ ahrhei.test angewendet werden. In dem Artikel heißt es wörtlich: Sie*) haben die« auch wirklich mit allen, auch mit den gehisstgsten Mitteln gemacht. Sie find bereit, sich ganz den Kommunisten zu verkaufen, mir um irgendeine^seser zweifelhaften Stimmen zu he< kommen, jstuoch mrhr: sie treiben unsere tschechosl«-' walischvn Eisenbühner, die fett jeher—• schon unter diesem deutschen Oesterreich— national hoch bewußt waren und die einen Wall gegen die Germanisterung aus den Bahnen und in allen Gebieten überhaupt bildeten, in die Arme der Deutschen, waS die Tatsache bestätigt, daß mif dm Kandidatenlisten deS „Verbandes", des. Bundesgenosse« der tschechischen Sozialdemokraten und der Skationalsoziallstm8. bis 0. November die Kandidaten. der Wahlgruppe„Demokratische Arbeitsgemeinschaft'" zu wählen. Verordnung über Äe AssttvertÄdlgungrvscke In der Sammlung der Gesetze und Verord- nungen erschien Samstag die Regierungsverordnung über. die.Staatsverteidigungswache. Die Berovdnung, welche sofort in Kraft tritt, enthält u. a, folgende Bestimmungen:.•'. Aufgabe dieser Wache ist der Schuh der Un- verletzbarkeit der' Staatsgrenzen und' der'Unantastbarkeit des Staatsgebietes sowie das Mitwirken beim Schuhe der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit. Diese' Wache kann auch mit der Durchführung anderer Aufgaben, beispielsweise auf dem Bereich der-Zollverwaltung' betraut werden. Die StaatSverteidigungSlvuche seht sich zusammen aus Angehörigen der Gendarmerie, der Polizeiwachkorps, der Gemeinde-Sicherheits« wache und aus Militärpersonen, zweitens aus Angehörigen der Finanzwache oder aus Personen, welche einen anderen öffentlichen Wachdienst besorgen, dann auS anderen Angestellten des Staates, seiner Anstalten, Betriebe und Fonds sowie aus Angestellten öffentlichvechtlicher Korporationen, soweit sie überhaupt nach ihrem Dienstverhältnis zu Wachdienst-, Polizeidienstoder ähnlichen Dienstleistungen bestimmt sind. Die Gesamtzahl der Angehörigen dieser neuen Wache setzt das Innenministerium im Einvernehmen mit dem BerteidigungS- und Finanzministerium fest. Personen, die nicht in Staats-; Landes- oder Bezirksdiensten stehen, können zum Dienst in der Staatsverteidigungswache nur mit ihrer eigenen Zustimmung berufen werden. Die Prag. Nach Abschluß des Besuches König Carols II. in Prag wurde folgendes Kommu- niquk ausgegeben: „Die politischen Besprechungen zwischen König Carol II. und dem Präsidenten der Republik Dr. Benes unter Teilnahme des Vorsitzenden der Regierung Dr. Hodja und der beiden-, Minister für auSivärtige Angelegenheiten AntoneSeu und Dr.Kro f t a, wurden während des Aufenthaltes Seiner Majestät in Prag am 20., 80. und 81. Oktober 1036 fortgesetzt. ES wurde die Haltung der drei Staaten- der Kleinen. Entente wahrend der letzten Jahre und der letzten Monate zu den verschiedenen Fragen der auswärtigen Politik der drei Staaten durchbesprochen und von neuem die Notwendigkeit be- tont, in Zukunft in vollem Einvernehmen mit d e r B e l g r a d e r R e g i e« rustgdie Linie der gemein- samen aIlge m e inen Politik wie. biSher mit dem Ziele weiter- zu verfolgen, die Ein- Iheit der drei Staaten noch mehr Bezirksbehörde kann die Mitglieder dieser Wache jederzeit ihrer Fustktton entheben."" Die Stagtsperfeidigungswache ist in'DIen- steSangelegenheiten der politischen,; bzw. Staatspolizeibehörde-und» iw AysbildungS-,-Schul-, Diszipltnar-Angelegenheiten und der Dienstkontrolle, ihren Kommandanten und in' allen, diesen Hinsichten dem Jnnestminiswrium üntersttüt. Die Wache ist" militärisch organisiert und ausgebildet. Ihre Angehörigen siäd bei der Dienstleistung den militärischen Strafgesetzen und'Gerichten-unterstellt, es gilt pft sie. das militärische Dienst- reglement. Die Angehörigen- dieser Wache besitzen in Sachen der Dienstleistung die gesetzlich festgcleg- ten Rechte der Zivils und Militärwache. König(arvl.. nach Möhren abgereist Pxag. Nach der Rezeption auf der rumänischen Gesandschäft fuhr König Carol II. mit dem Kronprinzen und feinet Sui je Samstag um 1 Uhr früh im Sonderzug vom-Dejwiher Bahnhof nach Rajhräd jn Mähren, tust sich' vojr dort zur Jagd nach dem Schloß Zidlochovice zu begeben. In Rajhrad meldete sich der Landespräsident von Mähren-Schlesien-Cerny und der Lan- desgendarmerielommandant General Mladek. In der sogtnannten„Großen Fasanerie"' bei- Zidlochovice begrüßte den König Landwirtschaftsminister Dr. Zadina und stellte ihm den..Generaldirektor der staatlichen Forste, und Güter Jng. Dr. Siman, dessen Stellvertreter Jng. Cermak und den Jagdleiter Jng. Zlatuska vor. Sodann wurde die.Jagd auf Fasane, Hasen.und Kaninchen eröffnet. Soweit die' Begleiter des Königs nicht an der Jagd teilnahmen, besichtigten'. sie Samstag vormittags die Brünner Waffenfabrik. Präsident Dr. Benes fuhr Samstag nachmittags vom Wilsonbahnhof über Brünn nach Hrusov'any, von wo er sich ebenfälls nach Zidlochovice begibt. Den Präsidenten begleitete ü. a. der Vorsitzende der Oiegierung Dr. Hodja und der rumänische Gesandte Emändk...' zu v er tiefe n. Im einzelnen wurde danst das Vorgehen in jeder der aktuellen Fragen der europäischen Politik präzisiert. Alle-diese Frägen werden auch mit dem Prinzen Paul unv dem jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr.'Stojadi- noviä geprüft werden. . Eine Reihe von Fragen betreffend die tUmänisch-tscht'choslowäkischenBeziih^stgen wurde 'geprüft; geregelt-ünv zur Lösütig-botvkreiwt. ES wurden die Gefühle der aufrichtigen und vollen Befriedigung über die Resultate der Resse, über das gegenseitige Verständnis, über die totale Uebereinstimmung der Interessen der drei Staaten der Kleinen'Entente-gegenüber den Aende- rustgen in Europa in der letzten Zeit und insoweit es sich UM die Ziele handelt,'die sich die Politik der drei Staaten der'Kleinen Entente für-die nächste Zukunft gestellt hat, zum Ausdruck gebracht. Im Hinblick auf den gegenwärtigen Zustand der allgemeinen Politik in Europa wird der enge und intime Kontakt zwischen den Repräsentanten der dreiLänder ständig äufrecht- fWfen werden.■'. Unerhörter Angriff auf untere Ehenbahner Totale Uebereinstimmung Einig auch in den Zielen der Kleinen Entente 'fimplicio Morclle von Itfnoxio f Hone .Copyright by Verlag Oprecht& Helbllng. Zürich (Bis heute— fuhr der Kapuziner fort— habt ihr den Berführungen des Teufels gehorcht, seid ihr allen Versuchungen der Sinne erlegen, wäret ihr allen Sünde» des Gaumeiw verfallen, der Unbescheidenheit, der Unzucht. Nun aber spricht San Luigi zu euch: ,.-.) Unterdessen zogen die von Cicerchia alarmierten Cafont wieder die Werkzeuge hervor, die sie in ihren Hosen oder Jacken versteckt hielten. Earrito und Niccodemo ließen auf sich tvarten und Sabbatino wurde schon ungeduldig. („Die Freuden des Körpers sind eitel und leer", fuhr der Prediger fort.„Sagt, tvas bleibt euch von den gehabten Genüssen, von den Festen, von- den Gastmählern? Was bleibt euch von dem ganzen Kleidertand, den ihr so heiß begehrt?...") ' Carrito und Niccodemo kehrten zurück: „Es ist ein Bettler aus Celano!" sagten sie.' „Ein Bettler, der während der Prozession Almosen sammeln möchte..." Cicerchia machte neuerdings seinen Rundgang, um allen das Zeichen zu geben: „Es war ein blinder Alarm!..." („Das Fleisch, das ist der Feind!" schloß der Kapuziner.) „Recht hat er," nickte Sabbatino,„der Metzger ist ein Dieb!..." Die Predigt ging zu Ende, die Messe fing wieder an.-Zum Schluß, wurde die Statue, des San Luigi vom Altar gehoben. Die große Kirchentüre öffnete sich, die Prozession begann:'. Allen voran schritt ein Knabe mit dem Kreuz; dahinter schlossen sich, immer zwei-und zwei,-die Luigini an; dann die Marientöchter; dann. die Statue des San Luigi von vier Burschen getragen; hinter dem Heiligen kam der Priester mit dem Sakristan; zum Schluß die ungeordnete Menge der Frauen und Männer. Als die Prozession auf den Platz hinaustrat, war er schon; an allen Ecken von starken Carabinierl-Gruppen besetzt. Die hohen Stimmen der Luigini stimmten das Lied des Heiligen an: Luigi, San Luigi' - sieh auf mich nieder Ich werfe zu Füßen mich Dir und allen Heiligest. Aus dem Innern der. Kirche antworteten.mit wildem Gedröhn die Cafont: Mit deiner Seele Reinheit, Luigi, San Luigi.. erfülle auch mich. Die Märientöchter wimmerten: In Schönheit reich ich dir duftendes Blumeägewtnd die Lilie und die Rose auch, beide dein.Ebenbild.. Aus dem Innern der Kirche.antwortete-eist, tierisches Geheul: Mit der Welt Verachtung- Luigi, San Luigi erfülle auch mich. Die Prozession schlängelte-sich durch die Straßen des Neudorfs und näherte sich ohne Zwischenfall dem Purgawrium. Bon der Anhöhe hatte man eine weite Sicht und konnte dadurch die Carabinieri beobachten'; wie sie sichtlich die' Gegend absuchten, um Simplicio schon vor seinem Eintritt in den Ort zu verhaften. Man sah auch viele Knallen, die aller Wahrscheinlichkeit nach'den'Auftrag hattew für Sabbatino zu kundschaften. E» wär anzunehmen,' daß Simplicio; im Falle seiner Verhaftung, selbst auf dem Weg bis zur Kaserne Noch Widerstand leisstin würde. In diesem Zeitpunkt wollten die Cafoni eingreifen. Darum war es wesentlich, sofort zur Stelle zu sein. Die Prozession durchquerte das Pürgatorium und begann in das Neudorf hinunterzusteigen. Der Priester stimmte die Heiligen-Litaneien an und- nach jedem Namen eines Heiligen fiesen die Frauen ein:„Oro pro nobis." Die im Zug gehenden Cafoni spähten unruhig und ungeduldig nach allen Seiten; weder nah noch fern-entdeckten sic ettvas, das auf SimplicioS Anwesenheit' hätte schließen lassen. Die Prozession zog langsam. wieder in den steuen Teil des Dorfes ein und landete bei ihrem Ausgangspunkte. In diesem Augenblick machte der Sohn des Donato FraScone, der als Wache auf dem Kirchturm geblieben war, heftige Zeichen. Im Hintergrund des Platzes, lag die- Kirche und rechts,davon die Kaserne, der Carabinieri. Die Cafoni am Schluß des ZugeS sahen vorläufig nur diese Ge« bände. Außerdem noch den Sohn des FraScone, der weiter-wie ein Verrückter herumfuchtelte. Der Kreuzträger, an der Spitze' der Prozession, und die Luigini! waren bereits wieder in der Kirche angelangt, als auf der großen Straße, die neben dem Kirchturm Mündete,' ein Manne ein Bettler,, auf einem Esel antrottete. Da stob die Prozession wie im Nu auseinander. „'Simplicio!'.' Simplicio! i.. Hier! .';. Hier!..." schrien die Cafoni von der andern Seite des Platzes herüber, Zerrten die versteckten Waffen aus Hofen und Jacken und schwangen sie ist der Luft. Die Marientöchter' flüchteten stich- in wildent Lauf in die Kirche, wie Hühner -beim Losbrechen eines Unwetters. Die Figur des Säst Luigi,'von den'vier' Burschen, die sie mif- den- Schulterst getragen, plötzlich sich- selbst -überlassen, wankte-zuerst bin und her,' stürzte !dann zur Seite und schlug mit ihrem Gipskopf auf' 'ein Schild- der Metzgerei des Ltberato Boccella Dä schrien der Diener Gottes und die Betschwestern laut auf.: »Salrilegium!.». Gotteslästerung!.. Den Mann auf dem Esel hätten die Carabinieri unterdessen umringt und mitsamt feistem Tier in den zwei Schritt entfernten Kasernenhos hinciugczcrrt.' Anstatt dem Simplicio sofort zn Hilfe zu tztlen, stürzten'sich Sabbatino und sein: Begleiter auf dis Figur des San Luigi, dtp i>n Fallen nicht nur ihren Kopf, sondern auch, ihre Lilie verloren hatte, rissen ihr das'Gewand herunter ustd zogen aus dent Papier-machi-Leib des Heiligen vier große Pistolen und'ein Jagdgewehr hervor. Beim Anblick der Waffen flohen Priester und Betschwestern entsetzt in' die Kirche und schlossen die Tür rasch hinter sich zu. Auf dem Platz stastden nur noch Sabbatino und- an die hundert Männer aus dem„Fegefeuer". „Wer Angst hat, der mache sich aus, dem Staube!" rief Sabbathw den Seinen zu. Niemand rührte sich. Da wandte er sich, das Jagdgewehr in der Hand, der Kaserne zu; In kleinem Abstand hinter ihm, die Meng? der Cafoni. Sabbatisto marschierte bis zu-dem Gebäude,-donnerte mit-dem Gewehrkolben an das Tor und schrie: „Heraus mit dem Mann!.. Das Tor ging'sofort auf und der Mann mit dem Esel kam heraus. Der Mann war nicht Simplicio, ES war ein Blinder, der Blinde von Tra« sacco. Er hatte nur während der Prozession betteln wollen. So zog er langsam den zerlumpten Filzhyt vom Kopf und bati „Um der Liebe de» heiligen Luigi willen.„.- gebt mir ein Almosen!..." „Ins.Purgawrium!" befahl da Sqbbatino seinen Cafoni. „In» Purgawrium,«he die andern Carabinieri eintreffen!" So verließen die Cafoni in-Vollem Lästf das Neudorf und flüchteten sich, ist da» Aetptnkel dgr kleinen Hütten und Ställe, au» denen iht Pur«, gawrium bestand.'. .(Fortsetzung fotzt.)' /* Seite 3 Sonntan, 1.November1936 • Nr. 254 iudetendeuhdier Zeitspie&et [""ignfi^SasSnskT^ in flG. OAU^HKI den. Angefangen vom Programm, der Streckenbeschreibung und den Zureisebedingungen bis zur vollständigen, mit Bildern unterstützten Veschrei- hervorragendev politischer Politiker und Führer der sozialistischen Partei, starb heute in Bhstra in .Südpolen im Alter von 70 Jahren, grösterenAuSmasieanKun st fett gewöhnt ist, als die» bei der tschechischen Bevölkerung In landwirtschaftlichen Kreisen der Fall war. Als der Prohibitivo Zollschutz noch nicht so eingeführt war, wie es heute der Fall ist, wurden grohe Mengen Knnstfett guter Qualität ans Deutschland in die deutschen Gebiete Böhmens cingeführt— und vielleicht noch gröhere Mengen gepascht. Die Zollorgane haben durch strenges Borgehen das Paschen eingestellt, aber gleichzeitig hat auch die tschechoslowakische Regierung die Erzeugung billiger Kunstfette eingeschränkt. Eshandeltsichalsoi» diesem Fallen 1 cht um deutsches Que» rulantentum, sondern«m eine verfehlte Staatspolitik, welche in der Margarinefrage ganz un» w k l l k ü't l i'ih zu H e st l it'i'st S B e r'• bündetenwird. Der„Obchod", das Organ deS Zen« tralräteS der Kaufmannschaft, schreibt: Die egoistische Agrarpolitik gefährdet der Kunstfett-Frage zweifellos auch die Staatsinteressen. Während Herr Henlein in Genf und in der Welt überhaupt die Republik in schlechten Ruf bringt, das! sie die arbeitslosen deutschen Arbeiter in Nordböhmen hungern lägt, ermöglicht die Agrarpartei diese Agitation, indem sie die Erzeugung billigerer Mar- garinesorten drosselt. Die deutschen Konsumver- •eiitc und verschiedene Korporationen haben dieser Tage ganzseitige Anklagen und Drohungen in der Presse veröffentlicht. Diese Anklagen erfolgten aus Gründen deS K n n st f e 11 m a n g e l s, der in Rordböhmen sehr bedenkliche Formen annimmt.'. ,;. ES darf nicht vergesse«« werden, dass m Grenzgebieten s e i t j e h e r die Bevölkerung i m Bis 15. Dezember haben alle Verbände eine Vormeldung einzusenden, besondere Meldebogen werden durch die Leitung der Wintersport- Olympiade zlveisprachig an alle, wintersportirei- benden Verbände des Inlandes ackSgegeben. Die namentliche Meldung der Olympia-Wettkämpfer muh bis 81. Jänner an die Olympia-Kanzlei, Trautenau, Kreuzplah 2, eingeschickt sein. In einigen Städten wird bereits in den nächsten Tagen die Werbe- und Propagandaarbeit einsetzen. So meldet Bodenbach, dah alle Funktionäre zu den diesbezüglichen Beratungen bestellt ivurden. Es Ist zu erwarten, dah die anderen Städte daS gleiche tun.'. Die Strecken sind bereits festgelegt, di- Streckenskizzen sowie die Profilslizzen der Sprungschanze und der Strecken sind bereits in Arbeit gegeben.' 10.000 Plakate und Einladungsprospekte werden in den nächsten Tagen In alle Länder verschickt. Dem Vorplakat, welches bereits Im Winter 1935/88 In.vielen lausenden Verkehrslokalen der Arbeiterschaft für die Winter-Olympiade warb, folgt nun ein schöner, farbenprächtiges Hauptplakat. Der Festort JohanniSbad'mit der bis zu 1400 Meter ansteigenden Seilbahn im, Hintergrund bildet-mit einer symbolischen Fahne'nkette die Grundlage des Plakates. Sehr gelungen kann weiter das im Tiefdruck gefertigte Werbeprospekt bezeichnet wer- Dle inländischen Verbände wird besonders interessieren, dah neben den rlynipischen Konkurrenzen ein Lauf für Jugendsportler und ein solcher für Ju'gendsportlerinnen stattfindet. Diese Läuse sind unbeschränkt offen, die jugendlichen Wettkämpfer bedürfen nur einer Startbewilligung ihres eigenen Verbandes. Es werden die Jugendsportler zehn Kilometer und die, Jstgendsportlerinnen vier Kilometer laufen; beide Läufe finden Freitag, den 19. Feber 1937, vormittags, statt. DaS Startgeld., für Jugendliche wurde mit 5 KL festgesetzt.'' Die Alten horchen aus: Daszynski! Erinnerungen än eine grosse Zeit weckt dieser Name. Erinnerungen an die Zeit des Werdens; des .raschen AnfstiegeS, des kühnen VorstiirmenS der Sozialdemokratie werde«« wach. Daszynsti: daS war einer der Herolde des Sozialismus im alten Oesterreich, einer der erste«« und beredtesten Wortführer der Arbeiterklasse im österreichischen Reichsrat. „Blut ist geflossen!" Als nach einem Zu- sammenstoh zwischen Arbeitern und Ordnungshütern, der Arbelterleben zerstört hatte, Daszyn- ski mit diesen in die Feierlichkeit deS Parlamentssaales geschleuderten Worten eine Anklagerede beganii, horchte die Versammlung auf, gepackt - von diesen nie gehörten Tönen, von dem Klang dieser Stimme, von dem heiligen sittlichen Ernst dieser Rede. Dieses altehrwürdige und auch schon etwas altersschwache Parlament wurde iminer wieder gepackt, erschüttert, weNn Daszynsii sprach. Dieser polnische Sozialistenführer sprach ein herrliches Deutsch, dessen Zauber durch den fremd- yrfigen'Klang nur gesteigert wurde. Dieser polnische Sozialistenführer war in dem Jahrzehnt zwischen 1897 und 1907 der beste Redner des österreichischen Parlamentes.. Als Daszynski als Vertreter der fünften, der allgemeinen Wählerkurie, von den proletarischen u«ch kleinbäuerlichen Massen^ in den RekchSrat. entsandt'.wurde,'war, er emunddreißig Jahre alt, Eine schlanke, geschmeidige Gestalt, klug und ge- tvandt auch das Wort der ih«n doch nicht alltäg- lichcn deutschen. Sprache gebrauchend, so steht er, der grohe Redner, der viele Male auch zu deutsche«« Arbeitern gesprochen,, vor dem Gedächtnis der Alten. Und als der grohe leidenschaftliche Redner, der. heftige Ankläger, der Todfeind der polnischen Schlacht«, der Künder des Sozialismus,— so lebt Daszynski in der österreichischen pylitischen Geschichte, die ja auch— soweit sie Geschichte der Tätigkeit Daszynski«, ist— Geschichte unserer. Arbeiterbewegung ist. Daszynski, Kind eines Staatsbeamten, der früh starb, und einer Mutter adeliger Abstammung, kam am 28. Oktober 1888 in Zbaraz in Galizien zur Welt. Nach des Vaters Tod über- I siedelte die Mutter nach Stanislau, wo.Daszynski das Gymnasium besuchte. Er Ivar der beste Schü- ' ler der- Anstalt, wurde aber doch als Vierzehnjähriger wegen„politischer Umtriebe" ausgeschlossen. In Lemberg vollendete er das Mittelschulstudium, in Krakau studierte er an der Universität'Rechtswissenschaft und Philosophie. Wer er vollendete seine Studien nicht, wandte sich mit besonderem Eifer der Politik zu, er war einer der Mitbegründer der polnischen sozialistischen Partei und wurde Redakteur, ihres Blattes„Naprzod" („Vorwärts"). , Daszynsli hat später, viel später, im neuen Role««,, wichtige. Staatsämter innegehabt. Seine grohe Zeit aber,, seine wahrhaft grohe Zeit war die seiner politischen Wirksanikeit im alten Oesterreich. Damals wuchs er empor zu einer der grossen Gestalten'des europäischen Vorkriegssozialis- mus..'. Während des Krieges wandte er sich— ungefähr seit 1917■— gegen Oesterreich, kämpfte erfstir die Unabhängigkeit Polens. Als im Jahre 1918, an« 7. NoveMher,'in Lublin die erste pol« iiische Negierung'gebildet'wurde, war Daszynski ihr Vorsitzender und ihr Aussenminister. Später war er mehrere Jahre lang Präsident des polnischen Parlamentes. > Die^ letztest'Jahre seines Lebens verbrachte er,- schwer leidend, in dein kleinen Orte Bystra bei Biala,'- ■ Es war still um ihn geivotden, Schatten per- düsterten sein Leben. Ep, der polnische Patriot, der -Liebe' zur Nation mir der zum Internationalismus vereinigt hatte,'war gerade nicht snit Dank belohnt worden für. sein Mitwirken cun'Neuäüf» bau Polens, Aberi' lr.'nN er ist diesen letztens Jähren'seines Lebens' zurückschaute,«nochie er poch sich oft stolzer Tage, Tage.ersolgreichster Arbeit eristnilm, der Tage, da er Erwicker des politischen Proletariats, KäniPfer'fürdie.Arbeite^aller Na« tionen war!' Als dieser, grosse. Kämpfer wird Ignaz Daszynski auch in unserer Erinnerung sortleben l bung des Riesengebirges enthält diese gelungene Einladung alles WissenSlverte. Die sportlichen Veranstalimigen in JohanniS- bad werden volle vier Tage in Anspruch nehmen. Donnerstag, den 18. Feber, mn 10 Uhr vormittags findet bereits die feierliche Eröffnung auf dem Kurplatz in Johannisbad statt. Nachmittags beginnen die Skilangläufe in Johannisbad und die E i S w e t t l ä u f e(Hok- keyspiele) in Trautenau. Freitag ist der Tag der Inge nd und der M a n n s ch a s t S lä u f e. Samstag bringt die AbfahrtSInnse vom Schwarzenberg, viele Kilometer und 700 Meter Höhennnterschied werden die Läufer und Länfe- rinnen mit der Seilbahn hinauf und ans den Bret- tern hinuntersausen. Der g r ö h t e Lauf, der 80-KIlometerlaus, muh Samstag nachmittags bezwungen werden. Als besondel'e Ueberraschung wird von den Riesengebirglern ein Fackellau.f vor dem grohen Festabend organisiert. Höhen- feuer werden weit über das Riesengebirge vom Dasein des Arbeitersports Kunde geben. Tie Konkurrenzen des Sonntags nehmen besonders auf die Zuschauer Rücksicht; Slalom und Skisptingen werden alle Freunde de» Arbeiterivintersports begeistern, um so«nehr, als höchstes Können gezeigt wird. Werbet und rüstet für den Winterurlaub 1037^ inS Rielengebirge I Vie Untersuchung der Hochschul-Exzesse Schnlministerlom wird. Uber die Wiedereröffnung der Vorlesungen entscheiden Der Akademische. Senat der Deutschen Universität hielt* SamStäg' eine zweistündige Sitzung ab, mich welcher das Rektorat mitteilte: Der Akademische Seiiat hat bereits in seiner Kundgebung vom 27. Oktober seine feste Absicht ausgesprochen! die bereits einsteleitete Anter« suchultg über die Vorfälle-vom 22. und 28. Oktober streng durchzitführen und die als schuldig Ertviesenen. einer gerechten Strafe! zuzuführen. Die'bisherige Untersuchung, in ihrem Gang er- Wvert durch die Abwesenheit eines grohen Teiles der. Studentenschaft, hat, noch nicht, die.rechtliche Grüttdlasie für ein abschliessendes Urteil gegeben. Die..in den einzelnen Blättern.veröffentlichten Angaben Über^Bestrafungen sind' verfrüht, und geeigyeti dest Fortgang des Verfahrens zu er« schlyeren.,. K. Bezüglich des Eröffnungstermins der Vor« lesungen an der juristischen Fakultät hat sich da« Miliistdriufn di? Entscheidung Vorbehalten.! Von der Margarine zu Henlein Eine vernichtende tschechische Stimme Erlichte der SdP-Erzlehung In per Egerer SdP wurde vor einigen Tagen die Parole ausgegeben, dass zur nächsten Parteiversammlung alle Frauen komme«« müssten. Dazu'wurde von Frau zu Frau mit dem Argument agitiert, dass imHolitikchen Kam p f oftmals die Frau den Mann e r s e t'- zen,müsse. Die Propaganda Hatte tatsächlich die Wirkung, dass in der Freitag abends abgehal- tenen Versammlung die Frmien nahezu die Hälfte bildeten. Der Hauptredner Abg. K. H. Frank ivusste die Anwesenden mit seiner Rede auszupeitschen und wurde dabei so ausfällig, dass er zweimal von« Regierungsvertreter Verlvarnt wurde. Er sprach jedoch in derselben Weise wei- ter und man konnte sich des Eindri«cks nicht er- Ivehren, pah er provozieren lvolle. Bei einer besonders ausfälligen. Redelvendung beauftragte der RegiernngSvertreter den Vorsitzeirden, dem Referenten das Wort zn entziehen und l ö st e schliesslich die Versammln n g a u f. Als die Menge begriff, was los sei, brach ein.ohrenbetäubender Lärm aus und ein Durcheinander von Beschimpfungen ging auf den Regiernngsverjirete:: nieder. Dabei brüllten die Frauen,an« lautesten. Man hörte Rufe„Schmeiht ihn raus, den Tschu- schenl",„Haut ihm eine in die Goschen!" ui'd andere. Plötzlich stürmten die Frauen gegen den Tisch des Präsidiums vor, offenbar in der Msicht, ihre Drohungei« wahrzumachen. Die Situation sah kritisch aus. Abg. Wollner muhte den Regierungsvertreter decken und drängte die Frauen zurück. Gendarmerie räumte den Saal und dann die , Die zahlreichen Anfragen aus dein Auslande beweisen, dah, so wie in der Tschechoslowakei, ii« allen demokratischen Ländern die Wintersportler alle Vorkehrungen für ein gutes Gelingen treffen. F i n n l a n d hat schon Bilder und Streckenskizzen in der musterhaft ausgestatteten Verbandszeitung„Tul" veröffentlicht. Ganze Bilderseiten brachte der„Tul" mit entsprechenden Beschreibungen über den Ort der Veranstaltung(Johannisbad in der Tschechoslotvakei). Wie wir der Schweizer Verbandszeitung„SatuSsport" entnehmen, hat der schweizerische Arbeiter-Turn« und Sportverband die WettkämpferauStvahl qe« meinsam mit dem Arbeiterskiverband getroffen. Bisher gehören folgende Wettkämpfer der Auswahlmannschaft ai«: Werner Schwaar, Bern-Ost (Schweizermeister 1988), Hans Märki und Hans Neuster(Wabern), weiter: Findschi(Biel), Körner(Baar), Rüedi und Albiez(Bern). Neben Springen und 30-Kilometerlauf werden die Ab- fahrts- und Slälomläufe von den schweizerischen Spezialisten besetzt sein. Die. ersten Trainingsläufe haben bereits in bei« Hochalpen stattgefunden, über Neujahr werden die Wettkämpfer in Prös d'Orvin zu einem Trainingskurs zusammenkommen. Der polnische Arbeitersportverband teilt Mit, dah an der Olympiade in Johannisbad nicht nur eine starke Wettkämpferdelegation teilnimmt, sondern dah er auch aktiv an der Ausgestaltung der Festabende Mitwirken wird. Dieser Verband entsendet die Warschauer Rhythmiktänzerinnen, die nicht nur im Jnlande, sondern wiederholt im AuSlande mit grossem Erfolge aufgetreten sind. Es werden also neben' den'.sportlichen Wettt- kämpfen dieser Delegation auch deren weitere' Darbietungen grosses Interesse finden. ger Deutschen Theaters eine nationale Aufgabe erblickt wird, so übernimmt dieselbe' damit auch die Berantwortung für den eventuellen Zusammenbruch einer Kultur- und Kunststätte von Rang um eines Schlagwortes willen. Unser Stadltheater verdient die Werktätige Förderung durch alle, die es verstehen, ein Kulturgut höher zu stellen als zerstörende Parteipolitik. Die gesamte deinokratische Bevölkerung nicht nur Reichenberns, sondern der ganzen Republik und dies ohne Unterschied der Nation, wird diese eindeutige Erklärung der Reichenberger Stadtvertretung niit Genugtuung aufnehmen. Es ist zu hoffen, dass durch diesen Schritt der Reichenberger Stadtvertretung den verantwortuiigS- losen Hetzern der Boden abgegraben ist. Reichenberger Stadtvertreturig gegen die SdP-Theater-Hetze Die Reichenberger Stgdtvertretung beschloss in einer Sitzung am Freitag abends folgende E r klärung, die in Reichenberg und seiner Um gebung plakatiert wird. An die Bevölkerung von Reichenberg und Um gebung: Der Kampf um das Reichenberger Stadttheater hat in den letzten Tagen derartige Formen ange nommen, dah der Stadtrat als veranstvortlicher Er halter der Theaters nicht«nehr dazu schiveigen kann. Es ist richtig, dass in dem selbstverständlichen Bestre be», unser. Theater auf eine möglichst breite Grund lage zu stellen, auch mit den Vertretern aller Be» völkerungSgruppen und den Vertretern aller Par teien, darunter auch der SdP über den neuen Theaterleiter im Wege der Theatergemeinde verhan delt Ivurde. Richtig Ist ferner, dast erst nach vor behaltloser Zustimmung von allen Seilen des SiadiverordnetenkollegiumS der Antrag unterbreitet wurde, Herrn Paul Barnay mit der Leitung des Theaters zu betrauen. Dah die damaligen Mandatare der SdP von der gleiche«« Pgrtei in der gleichen Frage heute desavouiert wer den,, ist etüe Angelegenheit, die die genannten Her ren mit ihren Anhängern zu bereinigen haben. Im übrigen sind die Forderungen, die in den letz ten Tagen gestellt worden sind, indiskutabel. So wie wir unser Stadttheater nicht einer politischen Partel überantworten können und zu einem Partei theater hinabsinken lassen können, da seine Pforten den Anhängern,aller Parteien in gleicher Weise offen stehen,»'. so müssen wft e«. auch ablehnen, dah Gutachten einer ausländis«hen Stelle, auch wenn diese amt lichen Charakter hätte, als für uns richtunggebend anzuerfemienj Füv UNS kann lediglich der.Beschluss des Reichenber- ger Stadtverordnetenkollegiums, vom 25. Juni 1938 in Betracht koinmen, durch.den Herrn Paul Barnay die: Leitung des Stadttheaters übertragen wurde. Was gegen die Person desselben in hetzerischen Z« i t U n g S a r t i k e l n und dergleichen in den letzten Wochen vorgebracht wurde, r i ch t e t s ich st. n• b'e n Augen a l l e r U n.vor e i n« genomm e n e n von selber. Was die sachliche Seite anbelangt, ergibt dar.ieinmütige: Urteil jener Vielen, die in: den letzten Wochen unser Theater besucht hlcken,,hiekgeststellnnll', däb> Reichenberg seit Jahren... kein Theater von so hohem''.künstlerischem NiveauiStrasse. Es ist dies zum drittenmal, dass hatte,, wie in der laufenden Spielzeit. Wenn von di« Versammlung der Egerer SdP wegen ähn- «iner gewissen Seite im B o y l o 11 des Reichender- licher Vorfälle aufgelöst weichen musste.. Die SASI-Wintersport-O’ympiade wird mit großem Eifer vorbereitet Seife 4 Sonntag 1. November 1030. Nr. 254 Neue Beschuldigung Degrelles Rexisten-Versammlungen verboten Brüssel. Die Negierung hat sechs öffentliche Versammlungen untersagt, welche die Partei der Rexisten für Sonntag einberuseü hatte. Das Blatt„Midi Journal" hat dieser Tage in einer Berliner Meldung den Führer der Rexi- sten Leon Degresse beschuldigt, daß er während seiner AüfenhalteS in der deutschen ReichShaupt- sradt eine lange Unterredung mit deni Propagandaminister Dr. Goebbels gehabt habe, der ihm zu einer tveiteren Tätigkeit aneifert und ihn ein Kuvert überreicht habe. Leon Degresse dementiert diese Beschuldigung und erklärte, daß zu der Feit, als er in Berlin gewesen sei, Minister Dr. Goebbels in Athen geiveilt habe.„Midi Journal" erneuert nun diese Beschuldigungen und behauptet, daß Degresse ani 27. September nach Berlin gefahren sei, während Goebbels bereits am 23. September mittels Flugzeuges von Athen in Berlin eingetroffen sei. Das Blatt stellt die Frage:„Hat mit Ihnen, Herr Degresse, Minister Goebbels am Sonntag, den 27. September, etwa um halb 12 Uhr vormittags gesprochen oder nicht? Das können Sie doch nicht bestreiten?" Nach Göring auch Goebbels Freitag abends hielt Goebbels eine seiner berüchtigten Reden, wobei er in der gleichen Tonart wie kürzlich Göring die Nohstoffnot Deutschlands behandelte. Er betonte, dass Deutschland K a n o n e it habe und das sei wichtiger als Butter und Schweinefleisch. Sehr energisch forderte er Kolonien, wobei er wieder gegen England ausfällig wurde. Es scheint also, daß die Nazi im Sinne der italie- nisckjru Allianz nunmehr einen scharf antibritischen Kurs nahmen wollen. Endlich drohte Goeb- bklS den Inden, falls sie„wieder frech" würden, mit neuen mid schärferen AuSnahms- gesehen. Generalstreik der Seeleute an der amerikanischen OstkUste? New Bork. DaS Komitee zum Schutz der Interessen der" Seeleute hat die Forderung gebilligt, aus Sympathie mit den streikenden Seeleuten auf den Dampfern am Stillen Ozean den Generalstreik an der atlantischen Küste zu erklären. Diese Aufforde- rung wird unverzüglich der Konferenz der offiziellen Vertreter des internationalen ShndilatS der Seeleute vorgelegt lverden. Der Streik an der Paeifie-Küste breitet sich stündlich aus. Mehr als 150 Schiffe sind aus dem. Verkehr auKgeschaltet. Kleinere Streiks der Hafenarbeiter und Seeleute werden auch aus den Häfen im Mexikanischen Golf gemeldet/ Ziehung der Klassenlotterie Unverbindlich. Prag. Bei de^ SamStag- Ziehung der 35. tschechoslowakische» Klaffenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 80.000 Ke das Los Nr. 08.313. 20.000 KS das Lor Nr. 08.054. 10.000 Kö die Lose Nr. 10.151, 04.014. 5000 KL die Lose Nr. 4528, 10.227, 10.555, 10.580, 11.425, 12.804, 81.188, 82.453, 67.838 81.004, 105.808, 106.008, 100.084, 100.750. 2000 KL die Lose Nr. 5000, 7018, 10.009, 10.420, 18.882, 20.405, 21.007, 21.041, 28.787, 24.888, 24.981, 25.574, 27.077, 80.784, 82.018, 83.878, 85.014, 85.288, 85.810, 42.080, 44.821, 40.842, 50.888, 54.582, 57.886, 58.218, 58.590, 59.288,.59.752, 50.780, 61.505, 62.889, 68.156. 66.602, 67.527, 70.188, 72.800, 72.908, 76.045, 78.003, 81.040, 01.668, 04.824, 106.747, 100.215, 112.410 ustv. auf dein jugoslawischen Astronomen. Vier Eisenbahner getötet. Unweit deS kroatischen Änin entgleisten acht Waggons eines Zuges der Holzgesellschaft Sipad, die mit 800 Tonnen Steinen beladen lvaren. Dieser Unfall ereignete sich in unmittelbarer Nähe der Station Drvar während eines heftigen Unwetters klitschigen Schienen, tvobei die Eisenbahnstrecke auf großen Serpentinen einen ziemlichen Höhenunterschied zu überwinden hat. Die losgerissenen Waggons stürzten um und fielen eine hohe Böschung hinab. Dabei wurden vier Eisenbahnangestellte getütet und weitere, zwei schwer verletzt. Explosion auf einem Petro.eumdampfer. An Bord deS griechische» PetrolemstschiffeS„Pc- tralis NomikoS", der in Schiedam bei Rotterdam in Reparatur ist, entstand eine Explosion. 17 Personen verbrannten bei lebendigem Leib, 15 erlitten Brandwunden. Einige weitere Personen werden vermißt. Durch die Explosion ergoß sich das Petroleum Wer das ganze Schiff und bildete einen Feuerball. Deutsche Radiosendungen aus Madrid. Diei Radiostation der UGT, des Verbandes der spanischen freien Gewerkschaften, sendet auf der Kurzwelle 81.85 Meter(10 Kilowatt) und 40 Meter (200 Watt) in deutscher Sprache um 12 Uhr 50 und um 21 Uhr 30 mitteleuropäischer Zeit Kurzberichte über djp letzten militärischen, politischeu und gewerkschaftlichen Ereignisse in Spanien. Streikende Gastwirte. Die Blätter melden aus Lille, daß dort die Cafetiers, Restaurateure und Verkäufer von Getränken Donnerstag abends beschlössen haben, in den Ausschankstreik für Bier zu treten, weil die nordfranzösischen Bierbrauer eine 25prozentige Verteuerung beschlossen haben. Selbstniord eines Gegenkandidaten Hindenburgs. Durch Selbstmord Im Gefängnis endete Freitag nachts ein Mann, der vor wenigen Jahren noch als Kandidat fiir die höchste Stelle im dentschen Staate, nämlich als Gegenkandidat Hindenburgs ettva 100.000 Stimmen erhalten hatte.. Es handelt sich um den 54 Jahre alten Betriebsanwalt Gustav Winter, bekannt unter dem Namen„Tausendmarkschein-WInter", gegen den vor kurzem von einem Sondergericht in Hasse ein Prozeß eröffnet worden war, bei dem er sich wegen Fortführung seiner Partei, der sogenannten Winter-Bewegung, zu verantworten hatte. „Ich muß bestätigen, daß ich auf der Strecke Madrid—Cordoba, das heißt während ungefähr 400 Kilometer, keine einzige verbrannte oder zerstörte Kirche gesehen habe." Sonderkorresp. des„Petit Parisien", * „Was wird England tun? Schon der kleinste Sohn der Wölfin kann die Antwort geben: Zurückweichen." „Jl Travers» delle Idee", Rom. vss Gesicht Europas „Unser Tanger-Korrespondent berichtet auS Larsiche, daß zwischen seinem RcgierungSkrcu- zer und Rebellen-Artillerie Schüsse gewechselt wurden. CS Ist kein S ch a d e n entstanden. Nur eine Frau wurde getötet." „The Times", London. „Der BürgerrechtS-AuSschuß des Washing- toner Senats stellte auf Grund von Buchrevi- sionen fest, daß die amerikanischen Fabriken im Laufe der letzten drei Krisenjahre für 466.000 Dollar' Tränengas gegen Strei- k e n d e verbraucht haben." „Magyaroszag", Budapest. „Ministerpräsident Tatarescu war lOvmal Trauzeuge." „Mocgenzeitung", Mährisch-Ostrau. „Besucher der letzten Rennen in Lang- champö konnten seststellen, daß der s p o n i- scheBürgerkrieg einen entschie- denen Einfluß auf dieDamen- m o d e genommen hat, die viel strenger und militärischer istals zu erwarten war: Einer be- sonderen Beliebtheit erfreuen sich Kopsbedeckungen, die genau den Mützen der aufständischen Truppen nachgebildet sind und in der A«i der Schottenmühen schräg ausgesetzt werden." „Pester Lloyd", Budapest. „Dieser Herr Pfemfert gibt sich in Karls- bad als unschuldiger, jeder politischen Tätigkeit fernstehender Emigrant. Für die aktiven Freunde des Gestapoagenten und Terroristenführers Trotzki kann eS k e i n Asyl geben in der Tschechoslowakei. Für Leute,.die einer Or-i ganisation angehören, die Morde an Staatsmännern organisiert, darf es kein en Platz geben in der Tschechoslowakischen Republik. Hinaus mit dem Trotzki-Agenten Pfemfert aus der Tschechosiowakeil" Kommunistische„Rote Fahne", Prag. Der Präsident ehrt die Tradition. Der Präsident der Republik Dr. Benes ließ in der Gruft der böhmischen Könige im St. BeitSdom.auf der Burg'einen Kranz Niederlessefi. Bekanntlich ist im Bestsdom' eine Reihe böhmischer Könige des pkemyslldlschen,' luxemburgischen und‘ habsburgischen Hauses bestattet. Der Postbeutelraub von Tschernäschin. Kurz nach dem Postbeutelrauh iit Knoden, der vor einigen Wochen zur Ausschreibung-einer beträchtlichen Belohnung fiir die Eruierung der Täter geführt hat, wurde der Diebstahl eines PostsackeS mit einem Betrage von 7500 KL gemeldet, der' während der Fahrt zwischen Tschernoschin und Plan aus einem Koffer des Postautobusses entwendet wurde. In diesem Zusammenhänge sind nunmehr in Tschernoschin sechs Burschen durch die Gendarmerie verhaftet und dem .Bezirksgericht eingeliefert worden. Frecher Einbruch. In der Nacht auf Samstag Ivurde In die Planer landwirtschaftliche Bezirkskrankenkasse eingebrocheu. Die eiserne Kasse wurde in fachmännischer Weise angebohrt und ein Betrag von 4000 Kronen geraubt. Bon den Tätern fehlt bisher jede Spur. Die Krankenkasse befindet sich im Gebäude neben der Gendarmeriestation. Entdeckung am Sternenhimmel. In der Nacht auf den 16. Oktober entdeckte der junge Bel- '.Kein Mensch denkt daran, den christlichen! grader Astronom Milodar P r o t i L auf der Glauben und die Christen selbst mit AusdrückeniBelgrader Sternwarte in der sogenannten aus der Tierwelt zu belegen. Mit Schafe n! Asteroldenzone zwischen den Bahnen des Mars vergleichen sich die Christen allerdings selbst. Da!!?" beS U'tcr neues Planetoid Einige h;,,/' js." Stunden spater entdeckte dieses Planetoid auch ein französischer Astronom In Nizza. Der Vorrang L /knüll' kann, auch wenn, hinsichtlich dieser Entdeckung gebührt demnach christ diesen Vergleich anwcndet, keine Beleidigung darin erblickt werden." Ludendorffs„Am heiligen Quell deutscher Kraft". „Neudeiltsche Heidin wünscht Gedankenaustausch mit gebildete m,. gemütvollem Heiden." Anzeige in„Am heiligen Quell deutscher Kraft". Das Grab lif der rcroc Mutter Kraus vermag nicht zu beten. Sie schleicht ivie eine Fremde vorbei an den Hügeln, die die Toten der Heimat bergen. Ihr fehlt das Grab ihres Kindes, an dem sie hinknien könnte, um nlleii Schmerz hinabzuweinen zu dem ewig Schlafenden.. Sie möchte Ziviesprache halten mit ihrem Buben, der so früh und so Welt weg von seiner Mutter sterben mußte. Sie möchte auf sein Grab große starke Tan- nenkränze legen, geflochten aus dem Gezweig jenes Grenzivaldes, in dem ihr Bub Kindheit und Jugend und Liebe erlebt. Sie möchte Allerseelen mit ihrem toten Buben feiern, so, ivie es die Heimat mit ihren Toten zu tun Pflegt seit Jahrhunderten. Aber das ist nicht möglich... Allerseelen 1915... Inmitten des Friedhofes ragt«in massives Steinlreuz, daran eine große ChristuSgestait aus Blech befestigt ist. Weit hinweg über die bittende Mutter schaut das ChristuSantlitz, hinauf zum Walde. Bon dorther kommt ein Sturm geflogen, das die. blecherne Figur klappernd an das Steinkreuz schlägt. Das sieht und hört Mutter Kraus nicht. Sie sieht-nur den gekreuzigten Erlöser, der alles Gute ftnd Schlechte merkt und hem entsprechend seine Hilfe angedeihen lassen oder aber verweigern wird. Sie sieht in seine iveit in die Ferne gerichteten Augen hinauf und bittet, er solle Ihr Kraft, Gesundheit und Ersparnis schenken, damit sie einmal in ihrem Leben an das Grab ihres Kindes kann, einmal Allerseelen in dex Fxemde bei ihren großen Buben verbringen, den Im Duklapaß eine russische Granate getötet hat. Wie ein Schivur klingt eS zu der ChristuSgestalt hinauf: „Einmal muß ich hin, einmal zu Allerseelen bei meinem Kitioe sein!" Wie sie aus dem Friedhof schreitet, wachsen in ihr wunderliche Bilder jener Fremde, die das Wort„Duklapaß" bezeichnet. Als sie hinabschreitet zu ihrem Dorfe, blickt sie nach Osten über den Zoppelwald hin und sucht hinter den Linien des Horizonts das fremde Dorf im fremden Duklapaß... Und Allerseelen 1015 vergeht. Ringsum wächst das Leid taüfendfach. Der große Krieg gebiert immer wieder Leid und Weh. Die Heimat seufzt, liegt auf dem Boden vor ihrem Gotte.und wimmert" um Gnade. .Immer neue Todesbotschaften kommen! heute aus Galizien, morgen aus Italien, aus Albanien— übermorgen aus irgend einem Hinterlandsspital, auS de'r Kriegsgefangenschaft. Immer jünger, immer älter ist die Reserve, die auS dem Grenzlande einrückt zu den dezimierten HäuSregimentern. 'Für Mutter Kraus aber gab es nur ein einziges Sterben: daS ihres Kindes im fernen fremden Duklapaß... ... Kann.ist.her Krieg.vorbei. Immer noch kann Mutter KraüS"nicht zu-ihrem toten Buben' kommen. Fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig Allerseelen sind vergangen,— ihr Schwur von 1915 ist nicht währ geworden., . Mutter Kraus ist furchtbar arm geblieben, trotz ihrer vielen und vielen Arbeit. Niemals lag in ihren verarbeiteten Händen jene Summe, die ihr die weite Reise ermöglicht hätte.> Zwanzigmal hat sie immer wieder gehofft auf Allerseelen in.der Fremde, bis sie dann, zusammengesunken in sich selbst, rin Bündel Mitleid und stummer Klage, mit einem letzten Sehnsuchtsseufzer nach ihrem großen Buben auf den Lippen starb. Wieder Allerseelen in der Grenzheimat, in deren Erde Mutter Kraus nun ruht. Allerseelen auch im Duklapaß. -Ein schiefes Grabkreuz über dem Hügel der Mütter. Ackerland, über den Gebeinen des Sohnes. Drohend ttinden die, Geschehnisse der Zeit einen schivarzen Allerseelentag her Menschheit, an. Sosef Egerer, Zum Fest der Toten Ein Hunderjähriger ermordet! In Philli» popel wurde dec mazedonische Flüchtling Kirow ermordet, der über 100 Jahre alt war. Die Mörder raubten.aus seiner Wohnung-Geld und Wertpapiere im Werte von rund 150.000 Lewa. Daszynsti in Nordböhmen. Im September 1909 tagte der Parteitag der deutschen Sozialdeuwkratie Oesterreichs in Reichenberg. Als Vertreter der P. P. S. kam Daszynfti hin. Viele Genoffen im Jsergebirge forderten damals die Redaktion des dmnals noch bestehenden PartciblattcS„Gebirgsbote" in Gablonz auf, ihnen doch die Gelegenheit zu verschaffen, den großartigen Redner, den sie bisher nur aus der Preffe kannten, selbst zu höre». So wurde Daszynfti eingeladen und, da gerade viel vom Panslawismus geredet wurde als Thema, „Panslawismus, Zarismus und europäische Demokratie" vorgeschlagen. Daszynski nahm mi. Die Versammlung war in Grünwald, wo der große Saal her Ungerschen Gasthauses als Versammlungslokal gemietet war, der gleiche,, in dem Viktor Adler 1898 jene Rede gehalten hatte, die ihn vor die Reichenberger Geschworenen brachte. ES waren Wohl an die 2500 Menschen dichtgedrängt Im Saal. Hermann Hladi k führte den- Vorsitz.-■ Daszynfti, 1 der' angeblich nationalistische Pole, ging in. der schärfsten Weise gegen den reaktionären PanstalviSmuS los, der sich dem Zarismus gesellte. In tiefer Anteilnahme Wär die große Menge der meisterhaften Rede gefolgt. Ein Genosse, der damals amvesenh war, erzählt: Als die Beifallsstürme verrauscht waren und wir dem Ausgang zuschritten, hörte ich einen Man» halblaut die Worte aussprechen, die mir unvergeßlich geblieben sind:„DoS'ch dos noch ho d'rläbü kunnt!"- Wahrscheinliches Wetter Sonntag: Ziemlich be- wöllt, ohne wesentliche Niederschläge, Temperaturen wenig geändert, Siidwestwlnd. Wetteraussichten fiir Montag: Unbeständig, Neigung zu Schauern, Abkühlung. Nordwestwind.- Vom Rundfunk kkmvlehlenoaerte» au» den Programmen Montag, Prag: 7.00 Salonorchesterkonzert. 11.05 Populäres Konzert. 12.10 Schassplatten. 15.00 Prager Blechqulntett. 18.10 Deutsche Sendung: Dr. Cohn, Lektor der deutschen Universität: Was der Sehende vom Blinden wissen muß. 18.25 Allerseelenanthologie. 18.45 Deuffche Presse. 19.10 Rundfnnkorche» sterkonzert. 20.00.Schauspiel aus dem Studio: Ma« dach: Tragödie des Menschen. 22.15 Tanzmusik.— Sender II: 7.80 Salonorchesterkonzert. 14.20 Deutsche Sendung: Stimmen und Gestalten, Schall» plattenbörfolgc. 18.10 Violoneellokonzert. 19.10: Klavierkonzert.— Brünn: 12.85 MittagSlonzert, 17.10 Kinderstunde. 17.25 Bücherneuheiten. 17.40 Deutsche Sendung; Der Ackermann und der Tod.— Preßbnrg: 16.10 Konzert. 17.25 Russische Romanzen gelungen.— Kascha«: 12.05 Tanzmusik. 18.80 Unterhaltungskonzert.— Mähr. Ostrau: 17.85 BrahmS: Bier ernste Gesänge. 18.10 Deuffche Sendung: Arbeiters» nkr Hauptmann: Zum 70. Geburtstag des sozialistischen Politikers Ferdinand Hanusch. Dienstag Prag: ,10.15 Deutsche Sendung: Für die Frau. .10.80 Schallplatte». 11.05 Rundfunk fiir deuffche Schulen, höhere Stufen. 12:10'Unterhaltungskonzert. 14.50 Soziale Informationen.. 17.80 Mähler: Pil- ger-Liedet. 18.10 Deutsche Sendung: Horner; Wirtschaftliches Relief.. 18.20 Halali, Hörfolge. 18,45 Deuffche Presse. 18.55 Deutscher Kulturbericht. 19.80 Aus dem Nationallheaier: Smetana: Der Kuß.— Sender II: 7.80 Populäres Konzert. 14.15 Deuffche Sendung: Gartenarbeiten im Herbst: 14,45 Primarius Riedl: Die' Seele des Kranken. 18.00 Schrammelkonzert.—' Brünn: 15.00 Rundfunk« orchesterkünzert..17.40 Deutsche Sendung: Arteiter- sunk: Soziale Informationen, Jurda: Problem der Arbeitslosenfürsorge. 18.85 Arbeitsmarkt.— Preßburg: 17,40 Koloratur-Atlen. 20.25. Sängerkonzert. — Kascha«: 11.05 Populäres Konzert. 12.35 Rundfunkorchesterkonzert. *. ' Die heutige Arbeitersantnmgim Präger Rundfunk beginntj wie unS gestern mitgeteilt wurde, ausnahmsweise schon um 14.00 Uhr, Internationale Sparbewegung Durchschnittliche Spareinlage zivar ouusznn-ki»'suc xoeiAeu r» hsurvpa rnr. uuuun. ijui m c/wijunmiHuw» w».«‘vi, eine Tendenz zur Vergrößerung zeigen, während I delsindexin Gold im August 1985 88.6, Dar Sparkapital erscheint als ein wesent- kicher Bestandteil deS VolkSvermögenS. Die Spar- kasseneinlägen gehören zugleich zu jenen Posten des nationalen Vermögens, die am leichtesten mobili- fiert und verschiedenen produktiven Zwecken zugeführt werden können. Aber auch vom Standpunkt der staatlichen Wirtschaft sind die Geldreserven, über die die Sparkassen verfügen, von großer Wichtigkeit. Es genügt darauf hinznwei« sen, das; zum Beispiel'di« tschcchoslowa» sch e n Sparkassen mit 660 Millionen Xö, also mit fast 8 Prozent ihres Einlagestandes, an der Zeichnung, für die nationale Verteidigungsanleihe teilgenommen haben. Der Stand der Sparkasseneinlagen kann somit, iip gewissen Sinne, als ein Gradmesser des Volkswohlstandes angesehen werden. Es handelt sich.dabei um Millionenwerte, die durch die Ersparnisse der„kleinen"Leute" zu- sammengctragen sind: in der Tschechoslowakei beträgt die durchschnittliche Spareinlage bei den Sparlassen im Mai 1986 6074 XL. Wir haben in der nächstfolgenden Tabelle die Bewegung der Sparkasseneinlagen nach' den neuesten Angaben des Internationalen Institute» für das Sparwesen(Mailand) für fünfzehn Länder zu- sammengestellt. gänzlichen Mangel an anderen Anhaltspunkten für die Beurteilung des relativen Wohlstandes der Nationen, nicht ohne Wichtigkeit ist. Als interessante Schlußfolgerung aus diesem Vergleich (siehe letzte Spalte) kann man auf die Tatsache Hinweisen, daß die durchschnittliche'Spareinlage in der Tschechoslowakei sozusagen,eine Mittelstellung einniinint zwischen den Spareinlagen der sogenannten„reichen" Länder/ wie etwa Amerika, England, Holland, Frankreich, und jenen der .arinen" Länder, Ivie etwa Bulgarien oder Griechenland. Eher kann man sogar die Tschechoslowakei, nach der Grösse ihrer durchschnittlichen Spareinlage, in die Gruppe der„reichen" Länder rechnen. Man' kann daraus entnehmen, dah die bauflächen' für Welzen ist Europa im allgemeinen o> a- II Ö.St 12.7 18.8 16.1 18.4 18.4 18.2 An der dortigen Wcizengebictc von Trockenheit spräche», habe» die Anfwnrtstendcnzcn selbstverständlich verstärlt. Auch die Preise für Bau»t- tu olle haben eine Befestigung erfahre», obgleich daö Angebot der Furnier diesmal starker ist als soust»»: diese Jahreszeit. Die festere Haltung ist auch deswegen bemerkenswert, weil nach der in der vorigen Woche veröffcnllichieu neuen amtlichen Erntefchatzung der Banmtvollcrlrag in USA nun doch um citva eine halbe Million Ballen höher angenommen wird als vor einem Monat'. Es wird aber allgemein angcnonnnen, dah der Weltbedarf an amerilanifcher Baumwolle 1036/37 nur durch Heranziehung von Ilebcr- fchnhrefcrven aus früheren Ernten gedeckt werden kann. ES tverden also bei einer Ernte von etwa 11 Millionen Ballen samt den alten Vorräten cttva 18 Millionen Ballen für das laufende Jahr zur Verfügung stehe» gegenüber 10% Millionen Ballen im Vorjahre. DaS ist nach Feststellung des amerikanischen Landwirt- schastsministerinmS der niedrigste Versorgungsstand seit 1024/25. Da aber der Baumwollver- brauch in USA, der 1034 und 1035 nach der 1033 cingetrctcnc» Erholung eine rückläufige Enttvicktung erfuhr, im laufenden Jahre tviedcr kräftig gestiegen ist, so kann man eine weitere Befestigung dec Preise vorauSschcn. Auf den Mc- tallmärkten, besonders beim Kupfer, Blei und Zink ist gleichfalls eine weitere Preiserhöhung fcstznstellen, Ivas besonders beim Kupfer auffallend ist, da dort eine neue starte Produk- tionSvcrmchrung zu verzeichnen ist. Aber diese ProduktionSerhöhung tvird volllommen wettgc- macht durch de» fortschreitenden Bedarf der Rü- stinigSindnstrie in Deutschland. England und Amerila, sotvie durch die zunehmende Elektrifizierung der englischen Industrie. Weltproduktion und Weltverbrauch von Kautschuk Der Kautschuk gehört zu' den wichtigsten industriellen Rohstoffen. Besonders wichtig ist der Kautschuk für die A u t o m o b i l i n d u- st r i e, die ohne ihn überhaupt unmöglich ist, sowie für eine Reihe anderer Industrien. Heute konzentriert sich die Produktion des Rohkautschuk im wesentlichen auf den Plantagen der britischen Malaja-Staaten und von Niederländisch-Jndien, auf die fast drei Viertel der gesamten Weltproduktion an Rohkautschuk entfallen. Die Weltpro- dnktion von Rohkantschuk ist durch ein internationales Abkommen über die Produktion und Ausfuhr von Rohkaiitschuk, das zuletzt im Mai 1034 abgeschlostcn wurde, geregelt. An diesem internationalen Abkommen nehmen die ivichtigsten Produktionsgebiete der Welt teil, auf die etiva sieben Achtel der gesamten Weltproduktion entfallen. An dem internationalen Abkommen voin Mai 1034 nahmen folgende ProduktionSgcbiete teil: Britische Malaja-SIaaten, Niederländisch-Jndien, Echlon, Britisch-Jndien, Burma, Borneo, Sarawak, Siam und Französisch-Jndochina. In allen diesen Gebieten sind im Jahre 1035 insgesamt 858.501 Tonnen Ruhkautschuk gewonnen worden, bei einer Weltproduktion von 872.722 Tonnen. Außerhalb der eben genannten Gebiete, die alle in Hinterindicn und im südlichen Pazifik (Jnsiilinde) liegen, wird Rohkaiitschuk noch auf den Philippinnen, in Afrika und Südamerika gewonnen. Aber alle diese Produktionsgebiete, die früher noch vor dem Weltkrieg, eine große Rolle spielten, besonders Brasilien, treten heute völlig in den Hintergrund. Im Jahre 1035 sind nach säintkichen Ver« brauchsländcrn der Welt 031.278 Tonneir Rohkautschuk eingeführt worden. Als wichtigstes Berbrauchsgcbiet erscheinen die Vereinigten Staaten von Amerika, auf die im Lahre 1985 etwa die Hälfte der Welteinsuhr von Rohkautschuk— 455.757 Tonnen— entfiel. Als zweitwichtigstes Gebiet erscheint Großbritannien mit einer Einfuhr von 128.829 Tonne»' Rohkaut- schuk. Die Tschechoslowakei hat im Jahre 1935 11.225 Tonnen Rohkautschuk eingeführt, Frankreich 52.322, Deutschland( 62.901 und Rußland 87.576 Tonnen. Der Verbrauch von Kautschuk ist in der ganzen Welt im letzten Jahrzehnt gewaltig gewachsen. Im Lahre 1926 sind nach der Tschechoslowakei 1800 Tonnen Rohkautschuk eingeführt worden, 1935 11.225 Tonnen. Das ist eine Steigerung um mehr als sechsmal. Die Steigerung der Einfuhr nach Rußland ist zwischen 1926 und 1985 mehr als eine fünffache gewesen. •) Für Italien beziehen sich die Angeben in der zweiten Spalte nur auf die Sparkaffen, und für Dezember 1085. Die Entwicklung ist ganz klar: der Aufsticq der Konjunktur hat überall zu einer Steigerung der Spareinlagen geführt. Besonders deutlich kann man djese Entwicklung in den Bereinigten Staaten von Amerika beobachten. Wir haben hier wie bei allen anderen Staaten, die Einlage» bei,den gewöhnlichen-Sparkassen.mit jenen bei den Postsparkassen zusammengelegt. Für Vergleichszwecke zeigt es sich an, die Einlagen bei den amerikanischen Postsparkaffen beiseite zu las sen. Im Laufe des ersten Halbjahres 1986 haben die Einlagen bei den Sparkassen in USA. eine Zunahme von rund 102 Millionen Dollars er fahren, d. h. doppelt s,o viel, als im Lause des zweiten Halbjahres 1935. Die Summe der Spar einlagen reicht zum 1. Juli 1936 fast an die Re- , kordzisser des Jahres 1082 heran. Die Zahl der Einleger hat mehr als 14 Millionen erreicht. Die durchschnittlichen Zinsen, die die amerikanischen Sparkaffen an ihre Einleger zahlten, betragen 2.58 Prozent,'aber fast die Hälfte der Kaffen hat am 1. Juli d. I. 3 Prozent und mehr auSgezahlt. Die bedeutende Zunahme der Einlagen sowie de: Zahl der Einleger in Amerika beweist, daß dec Konjunkturäufstleg dort, bis zu einem gewiffen Grade, auch den weiteren BolkSkreisen eine Er höhung des Wohlstandes gebracht hat. Denn auch in Amerika sind es meistens die„kleinen Leute", die ihren Spargroschen zur Kaffe tragen: die durchschnittliche Spareinlage hat dort im Mai 1936 bloß 700 Dollar betragen, eine für die ame rikanischen Verhältnisse sehr bescheidene Summe. Ein einziges Land zeigt eine Abnahme der Spareinlagen— Italien. Es ist dabei be merkenswert, daß die Angaben über die Einlagen bei de» Sparkassen, die in Italien eine größere Roll« snielen als die gewöhnlichen Sparkassen, be reits seit August 1085 nicht mehr veröffentlicht ' tverden. Seit demselben Zeitpunkt fehlen auch regelmäßige Angaben über die Bewegung der Spareinlagen überhaupt. Die letzte Ziffer über' den Stand der Einlagen in Italien bezieht sich auf Dezember 1085. Hier haben Wir eS zweifellos mit einem Eingriff des Staate» in die Bestände der Sparkassen zu tu», einem Eingriff, zu dem die italienische Regierung durch die gewaltigen An sprüche gezwungen wurde, die der abessinische Feldzug an die Finanzen des Staates gestellt hat. In ,den beiden letzten Spalten haben-wir versucht, auf Grund eigener Berechnungen, die durchschnittliche Größe der Sparein lage in den verschiedenen Ländern festzustellen, und auf Grund einer Umrechnung des Werte» der durchschnittlichen Spareinlage auf den G o l d- w e r t,.d, h. den Wert des Schweizer Franken, eine Bergleichpgrundlage der Größe wer durch» schnistsichen Spareinlage» zu schaffen. Man müß bes der Betrachtung dieser letzten Spalte nicht vetgessen, daß die Sparkasse Im-'wirtschaftlichen Leben der Nationen eine verschiedene Rolle' spielt. man kann deshalb-nicht ohne weitere» aus dem Vergleich- der durchschnittlichen Spareinlagen aus den relativen Wöhtstand der sterkchietztnen' Völker schließen. Aber einen gewisseii Anhalt kann eiii. solcher Vergleich doch, liefern/ Ivas bei dem fast die Ergiebigkeit de» Bodens keineSIvegS eine ein-1 August 1036 58.4 betragen. Ln Frankreich ist die heitliche Entwicklung aufweist. Demnach wechselt Steigerung noch viel größer gewesen: August auch die Größe der Weizenernte von Lahr zu. 1085— 07.0, August 1030— 81.4. Tic W e i- Jahr erheblich, ohne daß man irgendivclche direkte zen preise haben sich in den letzten Wochen Abhängigkeit von der Konjunktur seststcllen kann. I überall ziemlich geradlinig nach oben bewegt. Die Sin allgemeinen kann man jedoch fcststellen, daß' Meldungen uns Australien, die für einen Teil in einer Reihe der europäischen Agrarstaaten in~~ den allerletzten Jahren eher eine Tendenz zur Steigerung der WeizeNerntcn zu beobachten ist. Das gilt auch für einige europäsjche Industrie staaten. Dagegen läßt sich in den meisten über seeischen Weizenländern eine deutliche Ten denz zur Verkleiiicrung der Anbauflächen und der Ernten feststellen. Das gilt insbesondere für die Vereinigten Staaten von Ame rika. Dort wird die diesjährige Wcizcnernte ge genwärtig auf 172 Mill. Doppelzentner geschätzt. Damit werden die Ernten der beiden letzten Jahre allerdings übertroffen, der Durchschnitts ertrag von 1020/88— 218 Mill. Doppelzentner — jedoch bei weitem no chnicht erreicht. Zusam men mit den aus dem letzten Erntcjahr übernom mene» Vorräte» von 47 Mill. Doppelzentner wird der diesjährige Ertrag, in den USA nicht ausreichen, um den heimischen Bedarf zu decken. Auch in Kanada bleibt die diesjährige Wcizcnernte weit hinter jener des Vorjahres zu rück: Schätzung für 1030 54 Mill. Doppelzent ner, Weizenernte 1935 75 Mill. Doppelzentner, Wcizcnernte im Jahresdurchschnitt 1020/33 00 Mill. Doppelzentner. Die diesjährige kanadische Weizcncrnte ist überhaupt eine der niedrigsten in den letzte» zlvanzig Jahren. Die gesamte Weizen ernte der nördlichen Halbkugel veranschlagt da» Jilternationale Landwirtschaftliche Institut ge genwärtig auf 820 bis 830 Mitt. Doppelzentner (ohne die Solvjetunion). Da» Ergebnis bleibt also hinter der Vorstrhresernte von 805 Mill. Doppelzentner und dem Jahresdurchschnitt 1020 bis 1083 von 802 Mill. Doppelzentnern erheb lich zurück. Ein gewisser Ausgleich dürfte vor aussichtlich durch die Ernte» ans der südli chen Halbkugel geschaffen werden, wo die Aussichten weit beffer sind und die Erträge der Vorjahr» übertroffen,werden dürsten. J>n gan zen ergibt sich jedoch für die Weizenversorgung im laufenden Erntejahr kein g ü n st i g e S Bild. Die Weizcnvorräte haben am 1. August 1036 mit 105 Mill. Doppelzentner eine» seit 1028 nicht verzeichneten Tiefstand erreicht. Auch bei den übrigenGetrcideern- t e n läßt sich gegenüber dem Vorjahre und dem DnrchschnittScrtrag 1030/34 ein beträchtlicher R ü ck g a n g der Ernten seststcllen. Das gilt insbesondere, für Hafer und M a i S, bei denen die überseeischen lleberschußgebiete immer eine hervorragende Rolle gespielt haben. Dagegen läßt sich bei R o g g e n u» d G e r st e, wo der Hauptanteil bei der Belieferung der Weitmärkte auf Europa entsjillt, kein solcher Rückgang fest stellen. Lm allgemeinen kann man die Feststellung treffen, daß die Getreidcbelieferung der Welt märkte knapp auSrcicht, nm zusainmcn mit den vorhandenen sichtbaren Wcltvorräten den Welt verbrauch zu sichern. Dabei soll man nicht ver gessen, daß insbesondere beim Weizen der Ver brauch seit 1983 in jedem Erntcjahr größer ge wesen ist als die Produktion. Dabei sind die W e l t v o r r ä t e für Weizen, Roggen und Mais sthr stark znsammengcschrumpft. Sie be tragen Ende Lull 1986 für Weizen 8.2 Mill. Tonnen(Juli 1085: 10.5 Millionen Tonnen), für Roggen 0.6 Millionen Tonnen(Juli 1085: 1.8 Mill. Tonnen), fiir Mais 1.2 Mill. Ton nen(Juli 1085: 1.5 Mill. Tonnen). Man muß also erloarten, daß unter diesen Umständen die Gestaltung der Preise auf den Welt märkten eine Tendenz zur Auflvärtsentttzicklung ' zeigt. Spareinlagen In fünfzehn Ländern 1933 und 1936(in Millionen der Währung des betreffenden Landes) In Millionen der Landeswährung Lestaltunz der Weltmarktpreise DI« Gesamtlage an den internationalen Rohstoffmärkten bar sich nicht wesentlich verändert,, der Preisanstieg setzt sich langsam fort. Da man in allcn'Ländern mit einem steigenden Bedarf für Rohstoffe rechnet und auch von der Abwertung^eine Belebung-der internationale». Umsätze erwartet, so hängt die Preisentwicklung vor allem von der' sogenannten statistischen Lage ab, d, h. von den Schätzungen der verschiedenen Ernten und von den Voraussagen über den Umfang der Pswduktion der wichtigsten Jndustrierohstoffe. Wenn, man die Indexziffern(in Gold) der Großhandelspreise.einiger wichtiger Länder im August 1085 und August 1936 mit einander vergleicht/so kann man’ht den meisten Fällen eine wesentliche Steigerung. des Preisniveaus beob- . ächten. So hat in Großbritannien der Großhan» Stand der Getreideernten In der Welt Wir haben in diesen Spalten bereits mehrmals darauf hingcwiesen, welche Bedeutung für die Gestaltung der Weltkonjunktur und, darüber hinaus für die Entwicklung der gesamten Weltwirtschaft, das Verhältnis zwischen der Industrie- und der Agrarproduktion hat. D i e K a u f k r a f t d e r B a u e r n undder F a r m e r in der ganzen Welt ist einer der entscheidenden Faktoren für die Wirtschaft. Deshalb ist cs für uns so wichtig, den Stand der Ernten und der Getreidepreise in der ganzen Welt zu verfolgen., Was zunächst die Weizenernte in Europa änbetrifft, so wird sie vom Internationalen Landwirtschaftsinstitut(Rom) gegenwärtig auf etiva 408 Mill. Doppelzentner geschätzt gegenüber der Schätzung vom Anfang Juli d. I., die auf 416 Mill. Doppelzentner kam. Diese europäische Weizenernte ist die niedrigste der letzten fünf Lahre und.entspricht etwa der Ernte von 1932. Soivohl die Anbaufläche» als die Ernten sowie der Ertrag'je Hektar haben beim europäischen Weizen in den letzten zwölf Jahren eine sehr wechselreiche'Ent Wicklung durchgemacht, die aus folgender Tabelle ersichtlich ist. Welzenernten und Welzenanbauflächen In Europa>• Dezember Mat iunahme(4-) Mai 108(1 pro Kopf des Einlegers Länder 1983 1036 lbnahme(— IwLänderwähning in Schwei,. F US«...... 10.808 11.284 + 481 700 Dollar 2100 Großbritannien 1.110' 1.211 + 101 70 Pfund .. 1078 Holland., 016 080 + 28 403 holländische Gulden' 80Y Belgien., 0.064 10.765 + 701' 1055 belgische Franken 106.6 Frankreich, 61.584 62.821 + 1287 3518 Franken 708.6 Italien")- p 17.611 18.074 —687 8031 Lire 606.2 Deutschland. 11.057 14.046 + 2080 422 Mark 506.4 Oesterreich, 0 ' 1.642 1.871 + 220 862 österreichische Schilling ' 517.2 Ungarn.. B 75 100 + 84 254 Pengä 228.6 Rumänien. B 1.815 2.812 + 007 4446 Lei. 133.4 Griechenland. . 1.787 2.601 + 884 6001 Drachmen 160 Bulgarien. B 1.706 2.840 + 648 4187 Lewa 167.6 Jugoslawien. 684 ß06 + 882 2207 Dinar 180.8 Polen... • 1.076 1.270 + 208. 918 81°»)' 547.8 Tschechoslowakei 20.780 21.640 + 860 5074 K£ 659.6 .j! a» Z e? >|rg Id' SS Z iefo Hs wK W.L. ZK 1926 28.200 882 18.6 1931 801700 891 1926 28.800 881' 11.7 1982 80.500 405 1927 28.&00 847 12.0 1998 81.600 476 1928 28.900 884 18.8 1984 81.400 421 1929 28.400 895 18.9 1085 81.800 428 1980 29.800 870 12.4 1986 80.900 408 Seife 6 Sonntag,. 1. November 1936 Der Husumer Deldi durchbrochen Die neue Sturmslütkaiastrophe richtete an der schleswig-holsteiinschen Küste wieder schweren Schaden an. Unser Bild zeigt den Augenblick, in dem die vom Sturm gepeitschten Fluten der Nordsee den Seedeich bei Husum durchbrechen. nische Abhandlung eines gewissen Johannes Hein» rich Cohansen aus Münster darf-die im Jahre 1763 erschien. In dieser damals sehr verbreiteten Schrift wird u. a. apSgesührt, das; jeder Mensch sein Dasein-bis auf das lllb. Lebensjahr mühelos verlängern könne; wenn man.sich nach bestimmten Methoden von jungen Mädchen „anhaischen". lasse.-.-, Eines außergewöhnlichen Zulaufs erfreuten sich die beiden van Helmonts, Baptist van Heimo n t, um,16.7T4n- Brüssel geboren, war ursprünglich Arzt. biS er auf-die Idee kam, der Mensch könne:»seine' eigene Seele besichtigens. Als er nach'Lüjährigem'Grübeln öffentlich verkündete, es sei ihm-nnqmehr geglückt/durch eine Türspnlte. die eigene Seele zu- beobachten, verschaffte ihm- diese, Tollheit eine riesige Anzahl von»Seelenzuschauern",, die-für dieses. Schauspiel kräftig-in dje Börse greifen mußten.-Außerdem vertrieb van Hclmont-ein„nnfehlbgr^sMit- tel" gegen die Pest und behauptetejeinebenso sicheres Rezept zu. besitzen,-um--all« Metalle. iÜ Gold zu Vertvandefn. Rebe»-seiner„Seelenbeob- achtung" jvervreitpte':« eine neue,^Seelenlehre", die feine Anhänger-vor Krankheit- und Tod bewahren sollte, Er selbst starb aöer 1644 an„Seitenstechen", das er nicht imstande gewesen war zu heilen. Doch, wesentlich größeren Zuspruchs er« reute sich sein Sohn M e r k uri ü s v a n H e l» Mont,-Er bekannt« sich als-erbitterter Gegner aller Wissenschaften,, trieb- Alchemie und. dichtete, eine höchst merkwürdige„Schöpfungsgeschichte" und ist in der mondänen Welt LoydonS ebenso berühmt und beliebt wie in der von Paris, Berlin oder Rom. Aus Jamaica stammend,- begann er ganz klein in New Uork und eröffnete dann vor Jahren ein Paar sehr gutgehende, elegante Lokale in Paris und Biarritz.- In Berlin war er Gast Marie von Hindenburgs, der Schwester der ehemaligen Reichspräsidenten,. hie sich Abende lang an seinen Step« ! tanzen und EhansonS delektierte, in Nom war er monatelang Gast der höchsten aristokratischen Familien, ebenso in Budapest. Ein blendend aussehender Kerl, unauffällig elegant, und er spricht nicht weniger als neun Sprachen vollkommen fließend.. Seine .Chansons schrxibt er selbst. In Paris b.ot.ihm. di« Mistinguette große Summen, wenn er mit ihr zusammen aufträte, aber er lehnte ab. Er heiratete auch eine Französin, von der er sich jedoch sehr bald trennte. Sie blieb in Paris zurück, er ging nach London und-eröffnete hier vor ungefähr einem Iahe sein Etablissement„Frisco", das vierzehn Tage später bereits da» Zentrum des Londoner Nachtlebens wurde und er bis heute geblieben ist. ES ist nie ein Platz dort zu bekommen, obgleich die Preise außergewöhnlich hoch'sind, und es dürfte von Mr. Anthony Eden aiigcfangen bis zum Herzog von Norfolk kaum einen- Wh den Oberen Zehntausend in London geben, der nicht mindestens schon einmal eme Nacht im„Frisco" verbracht Und JoSlin Binghäm begeistert zugeklatscht hätte.- . JoSlin selbst erzählte mir ein paar recht interessante-Ding« aus seinem Leben: ■„Gegen fünf Uhr morgens schließt der Klub, bis nach sechs Uhr rechne ich mit dem Personal ab. um sieben bin ich zu Hanse und schlafe bis mittags. So'- halte ich es seit zwölf Jahren. Mittag- übe ich. dann eine Stunde an der Rüdcrmaschme, um den Dunst von der vergangenen Nacht aus dem Gehirn zu bekommen, und schicke ich hie Schecks zur Bank,. zusammen, die von- seiner Gemeinde begeistert qufgenommen,upd gekauft wurde/Danach sollte es„sieben. Welfen'' geben, von denen, jede 7000 Jahre dauern würde, bis endlich das Jahrtausend des Sabbats käme und damit.die. Erlöfung aller lebenden und toten. Seelen. Für das Lahr 1777 stellte'«r di«.Bekehrung aller.Heiden„und Juden zu seiner Peligion in Aussicht..Hitze Und'Kälte bezeichnete Van Helmont als„Geister"— mit der tiefsinnigen'Begründung: da die Asche des ver- hrannten Holzes weniger sei als das ursprüngliche Holz, müsse" der„Rest" als„Geist" wegge- flogen sein. Rächdept. er predigend zu Fuß ganz Europa durchwandert hatte, starb"er 81jährig in Berlin.''" Die letzte kuriose Erscheinung, die hier ge- zcigt.werden' soll, ist der abenteuerliche Chemiker N u. d o I f G lau b e r, um 1605 in Karlstadt in Franken geboren. Zunächst trieb Glauber sichln"alchemistischen Laboratorien umher, trat an fürstlichen Höfen als„Gostnnacher" aUf und behauptete,,den„Metallgeist" entdeckt zu. haben.'In Amsterdam, ließ er sich als Chemiker nieder, braute Nniversalmedizinen," veröffentlichte eine aufsehenerregende Schrift:„Tic Wohlfahrt DeütsckjländS", worin-er sich" höchst wissenschaftlichgebärdete und u. a. behauptete, es sei ihm ge- lungeni Salpeter aus tzo.lz zu' siede»'und Gold aus Salz-'und Seewässer zu schmelzen; außerdem-empfahl- er in prahlerischer Weise aller Welt sein-selbsterfundenes.„Gla>ibersalz", von dem er angab, daß es die Fähigkeit"hätte alle festen Kör- Wundermänrer wandern durch die Weltgeschichte. Kleiner Spaziergang durch die Geschichte des menschlichen'Aberglaubens Von Friedrich Steiner Der Chronist, der einmal die Geschichte des 20. Jahrhunderts anfzuzeichnen hat, tyird als besonderes Charakteristikum unserer gegenlvärtigen ' Epoche die sogenannte Sachlichkeit und den ausgeprägten Tatsachdnsinn betonen müssen. Wenn aber das Spiegelbild unseres Zeitalters ein voll- lonnneneS sein soll, dann dürfen auch jene Erscheinungen unseres öffentlichen Lebens-nicht fehlen, die durch ihre Lehren, aber noch stärker durch ihr„Wirken" in größtem Widerspruch zu unserm modernen Geistesleben und zu den exakten Wissenschaften stehen, lim willkürlich Nur einige dieser„Außenseiter" als Beispiele anzuführen, sei an jenen Mann namens Tausend erinnert, der vorgab, das unfehlbare Rezept zum„Goldmachen" entdeckt zu haben— und damit ein glänzendes Geschäft auf Kosten seiner Anhänger machte. In diesem Zusammenhang must auch Josef Weißenberg genannt werden, der Führer jener ausgebreltctcn Sekte, der durch Handauf- legen und Streichungen mit Weihkäke angeblich Wundcrkuren vollbringt— die Seelen Verstorbener„zitiert" und angibt, in ständiger Ver- bindung mit Gott zu stehen. Nicht vergessen werden"darf der viclnmjtrittene Zeile iS auS Gallspach, der vermeint, mit Hilfe seiner„Wun- dcrröhrc" alle Ktankheiten entdecken und heilen zu können; miteinbezogen gehören auch jene zahlreichen„Hellseher", die plötzlich in allen Teilen Europas aufgetaucht sind und sich anmaßen, die Wege des Welten- und Einzelschicksals Voraussagen zu können. Freilich mag eS zunächst verwunderlich erscheinen, daß in unserm wissenschaftlich fundierten Zeitalter solche Charlatane eine ost recht große Zahl von Anhängern finden. Doch ein Rückblick in vergangene Jahrhunderte belehrt uns, daß zil allen Zeiten ein ähnliches Phänomen zu beobachten Ivar: GcisteSsührer, die gegen Aberglauben nnd Mystizismus der Vernunft zum Siege verhalfen— nnd Wundermänner, die, spekulierend ans das naive Gemüt ihrer Zeitgenossen, mit Hilfe eines mehr oder weniger geschickten HokuS- pokuS sich ihr« Existenz aufbauteu. Manchen glückten ihre Spekulationen, sie brachten ihnen Reichtum nnd Ansehen ein; viele aber erlitten schweren Schaden nnd sanden ein klägliches Ende. Die nachfolgenden Beispiele aus dem 18. Jahrhundert— dem„Ausklärungszeitalter"— illustrieren einige dieser kuriose» Erscheinungen auf treffliche Weise. Die große Periode menschlichen Aberglaubens stand im Zeichen der sogenannten Pseudowissenschaften:'der Astrologie(Stern- - deutekunst)-"— der Alcheinic(Goldmacherkunst) -— der Chiromantie(Handlesekunst)— der Kranioskopie(tierischer Magnetismus) und der Kabbala(der mystischen Gcheimlehre des Talmuds>. Der Geschmack des Menschen an diesen „Künsten" wechselte im Laufe der Jahrhunderte: bald begeisterte er sich mehr für die Schicksalsdeutung aus den Sternen, bqld trieb es ihn, das Geheimnis der„Goldmacherkunst" zu erfahren oder er lvollte mit Hilfe der„Geheiinwiffenschaf- ten" den„Stein der Weisen" entdecken. Diese abergläubischen Neigungen der Menschheit wurde» ost richtige„Modcstrümungen"-— wobei das entscheidende Stichwort meist irgendein plötzlich aufgetauchiec„Wundertäter." ausgab.... Etwa um die Mitte des 18. Jahrhunderts verkündete der Franzose D u ch a t a« in aller Oeffentlichkeit, daß er nach langem Suchen, endlich den Weg gefunden habe, um des„Steins der Weisen" habhaft zu werdeni Er ließ sich nackt in ein Zimmer sperre», beschloß 40 Tage auf Speise und Trank zu verzichten, nahm lediglich seinen iirin zu sich, um, gemäß der Lehre, der Kabbala, das„Untere niit dem Oberen zu verbinden". Schon am zivciten Tage unterbrach Du- rtzateau seine seltsame Kur. AIS er sie dann neuerdings ausnahm, starb er am 16. Tage an Entkräftung. Tausende hatten tage- nnd nächtelang vor dem Hanse dieses„Heilsbringers" gewartet, nm endlich den„Stein der Weifen" fehen zu können. Der Wunsch, in den Besitz dieses geheimnisvollen Steines zu gelangen, brachte den.Schwei- zer Etienne Chavihres auf folgende Idee: er präsentierte der Oeffentlichkeit nachstehendes groteskes Rezept, das zu dem gelvünschten Resultat führen sollte: Ei» reiner Jüngling und eine reine Jungfrau, müßten unter besonderer Konstellation miteinander verheiratet werden. Das erste Kind ans dieser Verbindung(eS mutz«in Knabe sein) lvird in eine Retorte gesteckt, um nach einem besonders komplizierte» Prozeß„am Feuer zu calciniercn". Daraus sollte nicht nur der „Stein der Weisen" entstehen, sondern auch ein tiuiversalmiitel gegen alle Krankheiten gewonnen werden. Eine fürstliche Persönlichkeit erklärte sich bereit, die gelvünschten Personen zu diesem Experiment zu stellen. Doch die AuSsührung unterblieb,. da Chaviires inzwischen in einem Anfall geistiger Umnachtung sich erhängt hatte. Im Jähre 1608 erregt« ein gewisser Christian Franz P a u l"l i n i in Frankfurt al M. großes Aussehen durch sein kurioses Werk„Fla- gellum salutis", worin er den„wissenschaftlichen Nachweis" erbringen lvollte, daß man sämtliche Krankheiten(sogar Melancholie und Impotenz) durch Schläge, die nach" besonderem Rezept verabreicht werden müßten, heilen könnte. Eine ähnliche Kuriosität stellte die physikalisch-medizi- Dai Hartem von Europa Ein Streifzug durch das Londoner Nachtleben Louden.(MTP) ES istgar nicht üblich,-vom VergnügungSstraßen sehen ganz genau so auS wie Londoner Nachtleben zu-sprechen,- im allgemeinen Harlcm in New Aork: man sieht fast nur Schwarze, gilt die Hauptstadt Englands als eine nüchterne Ge«" auch- auf den Straßen, und. hier und da ein paar fchäftScity, in der man viel und Mit gutem Erfolg neugierige,in Frack und Abendkleid gehüllte Weiße, zu arbeiten pflegt und in der man abends höchsten» Der unbestrittene König des Londoner Nachtinr Theater, Kino oder in. seinen geschlossenen Klub lebens ist selbstverständlich auch.ein Neger. Er geht, wenn man überhaupt sein„Home" verläßt, s heißt JoSlin Bingham, besitzt ein eigenes, So mag eS in der Tat einmal gewesen sein, in den phantasttsch" hergerichteter Lokal nanicnS„Frisco" letzten Jahren jedoch hat London'«in Nachtleben ent wickelt," das dem von New görk kaum Nachsicht und dar von Paris, von anderen europäischen Haupt städten ganz zu schweigen, sogar bei weitem über trifft. Da»- hat sei»« wohlberechtigten wirtschaft lichen Ursachen: seit der Abwertung de» Pfunde» im Jahre 1061 ist London eine verhältnismäßig recht billige Stadt geworden,-viel billiger-beispielsweise als Paris, und zahlreiche-Unternehmer'von Bars! und sonstigen Tanz- und Vergnügungsstätten, fiedel ten in den letzten Jahren-'- vpn der Seine dn- die Themse über, um- hier ihre sehr mondänen Zelte aufzuschlagcn..... AuS denselben wirtschaftlichen'.Gründen ist auch' der Fremdenverkehr in London erheblich gestiegen, für' di«'Krönüngsfeierlichkeiten-erwartet man min desten- eine Million Besucher,', und'tatsächlich— dies sei zur Ehre der-Londoner, gesagt— sind cs zu 75 Prozent die Fremden, die da» Nachtleben Lon don» in- einem so.unerhörten Mäße in Schwüng ge bracht-haben.-. An diesem Faktum wär« noch nichts beson dere», denn London ist schließlich hie bei-weitem größte Stadt der Welt, und er ist nur selbstver ständlich, daß- dort allabendlich ein paar hundert Vergnügungsstätten ihre Pforten-öffnen, und einige zehntausend Dtenschen die-Nächt« verbummeln. Da» Besondere an dem Nachtleben London» ist jedoch die Tatsache, daß da» Nachtleben London» seit-ungefähr einem Jahr in stet» steigendem Maße von den Regern. beherrscht wird. Im allgemeinen heißen die nächt lichen Vergnügungsstätten. London»«Right Clubs". Run, zu Beginn der-diesjährigen-Saison.öffneten allein im Westen der Stadt,-in Soho, und in der Nähe von. Bond. Street,.nicht weniger al» 2760- Night-Club» ihren Betrieb, von.denen über-wer Drittel Negern gehören, Negerbedienung besitzen und‘ schwarze Künstler, auftreten lassem Manche dieser■; Nr. 254- mit denen der größte Teil meiner Gäste in der Nacht vorher die-Zeche bezahlt hat." „Gute Schecks, njcht wahr, da können Sie stn-' besorgt sein?"' JoSlin pfeift d'urch die Zähne:„By Jove, ich Lbextreibe nicht, aber durchschnittlich 20 Prozem aller Schecks, die ich zur Bank schicke, pflegen am nächsten Tag zurückzukommen,- mit dem Vermerk „nicht gedeckt".. Wenn Ich Ihnen aber verraten würde, von wem diese Scheck» stammen und wenn Sie' diese Namen gar veröffentlichen würden, so könnte ich morgen meinen Laden zümachen." Die Oberen Zehntausend und die Fremden sind als» höchst zufrieden mit dem„schwarzen" Nachtleben von London, von den Negern selbst ganz zu schwelgen, von denen die Mehrzahl ganz ausgezeichnete Geschäfte macht. Weniger entzückt ist die Polizei, denn nicht alle Neger benehmen-sich so untadelig wie JoSlin Bingham, eine.Reihe von Neger» Vachtklnb» existieren illegal, zahlreiche farbige Artisten haben keine Aufenthalt»- und ArbeitSerlaub« nis. Das üblichste Mittel, um der Polizei«inen Streich zu spielen, ist folgender: Der Neger hat-einen Teil seiner Garderobe bei einem mit ihm befreundeten Mädchen untergebracht, den anderen Teil in seiner Ppjvatwohnung. Wird er festgenommen, so behauptet er entweder, je nachdem, wo man ihn gefunden hat, er sei der Gatte des Mädchens oder er habe mit dem Mädchen überhaupt nichts zu tun.. So also blüht und gedeiht das Nachtleben von London unter Führung schwarzer Night-Club- Bcsihcr, schwarzer Artisten, schwarzer Kellner und — weißer Besucher. Ernest Worth. Kleine Nachrichten Gedenkmünze für die erste Amerikanerin. Soeben ist eine Gedenkmünze zum göüfährige» Geburtstag der„ersten' Amerikanerin" aurgegeben worden. Al» solche gilt die im Jahre 1687 im heutigen North-Carolina geborene Virginia Dare. Sie war da» erste Kind der. englischen Kolonisten in North- Carolina und starb bald nach ihrer Geburt. Tas 50-Cent-Stück, das ihr zu Ehren geprägt ist, trägt da» Bildnis von Sir Walter Raleigh, der die Kolonisation von North-Carolina im 16. Jahrhundert leitete. Auf der Rückseite befindet'sich em Bild einer Hrau mit einem Säugling. Da» erste Exemplar der neuen Münze ist an König Eduard VIII. als Geschenk geschickt worden. Im nächsten Jahre werden große Festlichkeiten. zu Ehren der„ersten Amerikanerin" stattfinden, zu denen eine englische.Delegation entsandt werden wird. Man baut nach alten Schiff-planen zwei Karavellen wie jene, auf denen die ersten englischen Auswanderer nach Amerika gekommen sind. Der Elefant-al» Taschendieb. Bei einer Vorführung im Pariser Cirque d'HIver kam es zu einem grotesken Zwischenfall, der mehr Lachstürme erregte al», alle Clowns zusgyjmeiKJLdem Programm ist auch dai Auftreten dressiirter Elefanten vorgesehen. Diese gehen im Paradeschritt an der Rampe vorbei und, wie dag auch sonst üblich ist, werden sie. vom Publikum gefüttert. Dabei griff einer der Elefanten mit seinem Rüssel in die innere Rocktasche des Hoteliers Jean Blanc und zog ihm kunstgerecht die Brieftasche heraus. Da Blanc dagegen protestierte und darauf himvies,. daß' in der Brieftasche 860 Francs enthalten waren, stürzten sich die Wärter auf da» Tier. Dieses hatte aber schneller als der Blitz die Beute bereits verschlungen. Jetzt bleibt es Monsieur Blanc überlaste», Klage gegen den diebischen Elefanten zu erheben., Fromme Legende,(mb.).Die'„United Preß" verbreitet folgende rührende Geschichte von der Insel Guernsey(einer englischen Insel im Golf von St. Malo, dicht vor der französischen Nordküste): .Vierzig Jahre lang hat ein.Mönch hier, an her kleinsten Kirche der Welt gebaut. Er ist jetzt mehr al» siebzig Jahre alt, und die Kirche ist beinahe fertig. Sie faßt sechs Personen." Wie der Mann so eins» Riesenbau nur fertigbringen konnte— in der kurzen Zeit von vierzig JahrenI.Ein anderer könnte das »lcht; auch wenn er kein Maurer wäre, wäre er schon seit mindesten» neununddreißig Jahren arbeiislo». per aufzulösen und verbranntes Holz wieder grün zu machen. Glauber wurde von feinen Zeitgenossen als„Genie" verehrt und tatkräftig von ihnen unterstützt, sogar die Professoren der zünftigen Wissenschaften hielten mit" ihm hffentliche Diskussionen ab. Doch seine sämtlichen Erfindungen und Entdeckungen erwiesen sich bei ernsthafter Prüfung als Scharlatanerie.- Glauber, dessen Geist und-Gesundheit durch die dauernden Experimente. schweren Schaden gelitten hatten, starb 1670— völlig verarmt, lahni und halbblind, in einem Armenwinkel von Amsterdam, von keiner Seele beachtet und betrauert. Die Galerie dieser„Wundermänner" läßt sich noch" weiter fortsehen. Immer wieder tauchen neue Gesichter und neue Schlagworte aus deni Dunkel des 18. Jahrhunderts. Immer-wieder -bilden sich Gruppen von Gläubigen und Opfern um diese Scharlatane, ob ffie nun Gräf Saint- Germain, Cagliostro. oder Rosenkreutzer Schrep- fer heißen; ob die„neue Lehre" sich abwechselnd TiermagnetjSmus, Okkultismus," Hell« oder Schwarzsehen nannte— Anhänger strömten stets herbei,-bereit, den" letzten Groschen für das„Unbekannte" zu opfern. Denn der Hang des Menschen zum„Wunderbaren" begünstigt,-ustd züchtet derarttge Erscheinungen; wie die? nicht npr -die gezeigten Beispiele aus der Vergangenheit beweisen, sondern sogar unser^.sachliches" Zeitalter, das wahrlich, keinen- Mangel an„Wunderniän- nern" hat, die leider oft dies, zu spät" als Volksschädlinge entlarvt iverden.-■, lr. 254 Sonntag, 1. Novemlior 1936 Seite 7 logal luUt rasch bei Schmerlen in den Gelenken und Gliedern, Kopf, schmerzen und bei ErkMItun- gen. Haben Sie Vertrauen zu Togal Ein Versuch überzeugt Viele Ante* gutachten. In allen Apoth. Kd TZ- Wenig bekannt, daß ihr Führer Mustafa Ibn Aahia ein selbständiges marokkanisches Bataillon aufstelltc, daS auf feiten der Regierung kämpft und bereits zahlreiche Marokkaner zum llebcrlau- -fen auf die Seite der Regierung veranlagte. Roofeoelt wirbt nm die Neger,(mb) Präsident Roosevelt hat bei der Einweihung eine» neuen Gebäudes der Howard llniversity in Washington, einer Negeruniversität, eine Rede gehalten. DaS wird als Zeichen dafür gedeutet, daß er für die Wahl um die Stimmen der Reger wirbt. In den acht Staaten New flock, New Zersetz, Pcnnstzlvania, Ohio, Indiana, Illinois, Missouri und Michigan können die Regerwiihler unter Umständen ausschlaggebende Bedeutung gewinnen. Ob sich nach einem Wahlsieg Roosevelts in der Behandlung der schwarzen Stiefkinder Amerikas Wesentliches ändern wird, bleibt freilich abzuwarten. Man darf skeptisch sein. imäKoÄatMM Die Lohnverhältnisse . In den JahreN 1031 bis 1988 ist die außer, ordentlich ungünstige wirtschaftliche Lage von dem Unternehmertum dazu benutzt worden, die Ahne und Gehälter der Arbeiter und Angestellten in starkem Maße abzubauen. DaS Teinpo des Lohnabbaues war in unserem Lände für zahlreiche Arbeiterkategorien stärker als in manchem anderen Staate. ES konnte darum gar kein Zweifel daran fein, daß bei einer Besserung der Wirt» schastSkoniunkinr auch die Löhne und Gehälter eine Wiedererhöhung erfahren mußten. Aber der Widerstand des Unternehmertums gegen diese Selbstverständlichkeit war so hartnäckig, daß, ob wohl die PeffcrungstendeNzen schon. im- Jahre 1888 auf den verschiedenen Gehiete» der Wirtschaft in Erscheinung traten, eine gllnstige Rückwirkung auf die Lohnverhältniffe zunächst"nicht zu verzeichnen war. Erst im laufenden Jahr ist eine Wendung ztt beobachten. Allerdings hält sie sich, für das erste Halbjahr 1988 noch in recht bescheidenen Grenzen, wie auS der Statistik über die Versichertenbewegung bei den der Zentralsozialversicherungs- anstalt angeschloffcneN Krankenkassen Hervorgeht. Im ersten Halbjahr entfielen von 10.000 versicherten Arbeitern auf die einzelnen Klassen: Klaffe Täglicher Arbeitsverdienst 1936 1935 1930 I bis Kö 8.— 1287 1212 941 kl über ice 8.— vis XL 10.— 2807 2461 1608 in „ 10.— 14.— 1687 ." 1772. .1463 IV „ 14.— 18.— 1243 1193 1124 V „ 18.— 22.— 094 038 1127 VI ,, „ 22.— ft ,, 28.80 829 818 861 VII ;, 28.80 28.60' 800 878 661 VIII „ 28.60 81.80 800 812 471 IX „ 81.60 84.60 260 286 428 X „ 84.80 - 884 868 1450 Auf stände in Spanisch-Marokko i■ AP..Der augenblickliche Stand in Spanisch- Marokko ist der,'daß«ine Reihe von Kabylenstgm- men, darunter' dle Ändjern,"zu den Waffen gegriffen haben und gegen, die Truppen des Generals Franco einen erbitterten Meinkrieg führen. Den Anstoß gäb die Verhängung einer■ KriegS- sondersteuev von 280 bis 880 Pesetas, die außerordentlich viel böseS-Blut machte.Diese Erhebung, die von einem Teil der Presse totgeschwiegen wird, ist die Ursache dafür, daß.ein große» Teil per in Spanisch-Marokko stehenden Truppen feskgehalten wird,. also, für die Verwendung im Bürgerkrieg auSsäilt. Dip Slciier hatnabernoch- 4INe andere Folge. Eiste,Reihe von Stämmen.griff ztvar nicht zu den Waffen,, aber sie wandert aus, nachdem sie ihre Herden verkauft haben. Der Auswanderer- strbm, der ziemlich beträchtlich ist, ergießt sich so- wohl'-ick die Tangerzdne, teils nach FräNzösisch- Marokko. So ist z. B. der Bezirk von flebala, dec ein Fünftel der spanischen Zone aüsmachk, nahezu entvölkert In Spanien haben sich zahlreiche dort lebend» Marokkaner für die Regierung erklärt. Es ist Der Erfolg der gewerkschaftlichen Lohnaktionen vor. dem Ausbruch, der Wirtschaftskrise kommt in dem günstigen Anteil der hohen Lohnklassen an dem Gesamtversichertenstand im Jahre 1930 zum Ausdruck. Nahezu ein Viertel aller Versicherten, genau 28.8 Prozent, gehörten im ersten Halbjahr 1930 den drei oberen Lohnklass en mit einem Tagesverdienst von mehr als 28.80 Kronen an. Die erste bis dritte-Klasse mit einem Tagesverdienst bis zu 14 Kronen umfaßte zur gleichen Zeit 40 Prozent, so daß auf die mittleren Klaffen 88.8 Prozent entfallen. Im ersten Halbjahr 1988 kommen die schlechten Lohnverhältniffe in der Versicherten- Statistik insofern znm Ausdruck, als in den drei hohen. Lohnklaffen nur noch 14.18 Prozent, in den drei«nlerften dagegen 84.88 ■ Prozent, und in de» mittleren 31.19 Prozent versichert sind. Demgegenüber ist nun km ersten Halbjahr 1988 eine leichte Erhöhung des perzentuellen Anteils der in den drei obersten Lohnklaffen Versicherten Angestellten-Mehrarbelt ; in der Vorweihnachtszelt Die Vorarbeiten für den auch in"der Krisenzeit größeren Geschäftsandrang in den Bor» Weihnachtswochen, die vermehrte Geschäftstätigkeit in dieser Zeit selbst und die darauf folgende» Inventur- und.Bilanzarbeiten bringen. in' den meiften Zweigen des Handels und der Industrie eine Erhöhung upd Vermehrung der Arbeitsleistungen von Angestellten mit sich. Der A l l ge- - m e 1 n,e An gestellten»Verband R e i ch e n b e r g hat sich an die verschiedenen Unternehmer-Organisationen mit der Anregung gewendet, diese Mehrarbeiten nicht in Ueberstun- den von den bereits beschäftigten Angestellten erledigen zu kaffen, sondern dafür deqeit stellenlose Ange st eilte aufzu nehmen. Diesen wird dadurch eine Berdienstmöglichkeit geboten und damit der Einlauf mancher"lange entbehrter Bedarfsgegenstände ermöglicht, so daß nicht nur vielen stellenlosen Angestellten geholfen, sondern auch ein vermehrter Warenabsatz erzielt werden kann. Es ist zu hoffen, daß Slese Aktion des Allgemeinen Angestellten-VerbandeS Reichenberg, der geeignete stellenlose Angestellte durch seine gut äuSgebäute Stelle nvermitt- l.u.n g-. nachweist, bei dem Arbeitgeberorganisationen und den einzelnen Arbeitgebern Verständnis und Berücksichtigung finden wird. vle gemeinsame Landeszentrale urglert AntlteuerungsmaBnahmen Der Zentralrat der gemeinsamen LandeS- ,zentrale der freien Gewerkschaften hielt am 29. Okjober eine Sitzung ab, in welcher über die Maßnahmen gegen unbegründete Verteuerung, und insbesondere über die Errichtung der Beiräte verhandelt wurde. Wenn diese eine entsprechende Bedeutung haben sollen, müssen sie so bald wie möglich eingesetzt^und auch»mit einer genügenden Kompetenz auSJestattet werden. Die gemeinsame Landeszentrale verlangt, daß die Gewerkschaften dort gebührend vertreten seien. ." Der Zentralrat nahm ferner den Bericht des Genoffen Tayerle über die Borstandssitzung des Internationalen Gewerkschaftsbundes zur Kenntnis. Aus diesem Bericht ist besonders hcrvorzuhe- ben, daß die Vertretung der kanadischen Gewerk- schastSzentrole im JGB verstärkt wurde und daß Hoffnung besteht, daß sich die amerikanisch« Föderation der Arbeit» dem JGB t'ieder anschließen wird. Der Zentralrat befaßt«, sich eingehend mit den Ereignissen in Spanien. Aufgaben unserer Sozialpolitik widmet das samstägige„Närodnt osvobozeni" einen Leitgrti- kel, in welchem vor allem festgestellt wird. datz das Nichtverständnis für die Selb st ä n d i g en- Versicherung in den letzten Jähren— bei Ole neue Macht im Osten Die Türkei und'die asiatische Politik Kemal Atatürks sestzustellen. Die Zunahme beträgt allerdings nur 0.07 Prozent. In den mittleren Lohnklassen ist die Zunahme mit 1.47 Prozent stärker. Den drei mitecste» Kläfft» gehören im ersten" Halbjahr 1988 noch 62.91 Prozent aller Versicherten an, das sind 1.44 Prozent weniger als in der gleichen Vorjahrszeit. Noch nahezu 88 Prozent aller Versicherten beziehen demnach einen Wochenlohn, der weniger als 84 Kronen betragt! Also mehr als die Hälfte aller Arbeiter und Arbeiterinnen werden mit einem Lohn abgefundc», der nicht viel mehr als die Hälfte deffen beträgt, was als Eristenz- minimum anerkannt ist! Das und die.Tatsache, daß den übrigen Lohnklassen im ersten Halbjahr rund 14 Prozent weniger Versicherte angehören als vor sechs Jahren, beweisen die Berechtigung und Dringlichkeit der Forderungen auf Erhöhung der Löhne. Die Entwicklung der wirtschaftlichen Kon« sunktur, vor allem die Rentabilität der Produktion ermöglicht eS durchaus, daS Lohnniveau entsprechend heraufzusehen. den Gewerbetreibenden mehr, bei den Agrariern .tvenigec-— gewichen ist. Als großen Mangel unserer Sozialpolitik bezeichnet'das Bkät'f das'Fehlen einer Arbeitslosen Versicherung. Der Autor H. Hkivna weist mit Recht darauf hin, daß in. der Tschechoslowakei zwar der Arbeitnehmer und dec Staat die Last des Genter Systems tragen, daß jedoch die Unternehmer nicht herangezogen werden, wie dies in einer. Reihe anderer Staaten geschieht. Als drittes großes Problem, welches bald angegangen werden muß, behandelt der Artikel die Frage der dauernden. Arbeits- l o s i g k e i t und der älteren Arbeiter und Angestellten, die keine Arbeit finden können, aber noch leinen Anspruchs auf eine Alters-, PensionS- oder eine andere Rente haben. Diese Lücke in unserer" Sozialgesetzgebung müffe durch die Einführung einer Sozialrente beseitigt werden. Im Handel mit Rumänien nimmt die Tschechoslowakei in den ersten drei Vierteljahren 1988 als Ljieferant die dritte Stelle ein. Rumä- nie», hat in dieser Zeit für 8,8 Milliarden Lei Waren aus der Tschechoslowakei eingesührt. In der gleichen Zeit führte"«S für 18,4 Milliarden Lei nach der Tschechoslowakei auS. Ankara, Ende Oktober. Am 29. Oktober sintz es 18 Jahre her gewesen, daß der Sieger(Ghazi) Mustapha Kemal Pascha, heute Kemal Atatürk, zum erstenmal zum Präsidenten der türkischen Republik gewählt wurde. Dreimal wiedergewählt, hat Kemal aus dem„kranken Mann", um deffen Bett sich das Borkriegseuropa scharte, um beizeiten die Erbschaft anzutreten, einen„Türken" ld. h. einen Starken)"geschaffen,-aus dem Objekt der Politik der Großmächte ein tatkräftiges politisches Subjekt. Schon rein territorial schritt Kemal von Sieg zu Sieg: im März 1921 wurden den: Lande Kars, Ardahan und das" sogenannte tiirkische Armenien angegliedert; es folgte Cilicien; Ost- Thrazien, West-, und Mittel-Kleinasien, die in SivreS preisgegeben wurden, verblieben dem türkischen Staate. Die strategisch hochwichtigen Inseln an dem Dardanellen-Eingang— JmbroS und TenedoS— im Jahre 1920 griechisch— wurden 1928 türkisch und erhielten eine Autonomie unter et,.em Raimakam(türlischcn Gouverneur). lind eben erst erfocht Kemal in' Moutreu^ ÄkS Krönung"^de'S Gänze» die" Bewilligung zu^ Remilitarisierung der Dardanellen I Die Türkei umfaßt" 763.000 Ouadratkilo- metcr Fläche und hat etwa 18 Millionen Einwohner. Doch wirkt sich der türkische Einfluß im ganzen nahen und mittleren Orient aus— sowohl durch den Staatenblock Türkei— Persien — Irak— Afghan i st a n, wie äuch durch Einflüsse in Aegypten, Arabien, Nordafrika und Blutsverwandtschaft der türkischen Stämme in Jnnerasien. Bekennen sich doch in Ankara die Pantürken zu einer„Nation von 80 Millionen Seelen". Und dies— sagen sie mit Recht— ist eine Großmacht! * . Eine Reihe bedeutender Politiker hat mit sicherer Witterung die Nolle der neuentstehendea Großmacht eingeschätzt. Unter diesen wäre vor allem der Kaukasier Dr. Mir?) a k u b zu nennen, ein Mann aus Aserbeidschan, der sich selbst für einen Türken hält und an der Spitze der kaukasischen Emigration, im Auslände wirkt. Dr. Mir flakub ist Verfasser einer soeben in Paris in rus sischer Sprache erschienenen Broschüre, die sich mit Europa und der politischen Lage in Asien befaßt. Es ist kein Zufall, daß sie in türkischen Kreiset» großes Aufsehen erregt hat. Dr. flakub verweist vor allem auf. die große Annäherung zwisckien Ankara und Tokio. Er sieht dahinter das Wirken einer anderen Großmacht: England. Die Balkanreise, die der junge engliiche König int Sommer unternahm, hat den Entschluß des Foreign Office bekräftigt," den türkischen Trumpf in der nächsten Zeit in Asien anSzuspie- lcn. England, das seinen Einfluß in Ankara mit feinstem diplomatischen Takt in großaugelegler Weise durchsetzte, hat den Schlüffe! zu den Dardanellen in Montreux den Türken zurückgegeben. Die Freundschaft zwischen Moskau und Ankara hat sich— wenigstens von türkischer Seite— als zielbewußte BecnnnftSehe mit ScheidungSmögli 1- keiten entpuppt. Kemal Atatürk, ist vor allem türkischer Patriot; seine internationale Politik ist allein von türkischen Jntcrcffcn diktiert. Und cs scheint, daß die führenden Politiker und Militär? von, Ankara eine Lösung gefunden haben, die,ein Zusammenwirken von Briten und Türken auf dem asiatischen Kontinent auf lange Sicht ermöglicht Damit tritt Eden in die Fußstapfen von DiS- raeki und Gladstone zurück, die beide oft und ehrlich für die Türkei eingetreien sind. Großbritannien sieht in der Zusammenarbeit mit den Türken die beste Möglichkeit, Indien und Bagdad (Jraköll) zu sichern, die Türken ihrerseits dm Sicherheit, ans dem Weg zur Hegemonie im Vorderen Orient weiterznschreiten. Die Türkei spielt schon heute In dem asiatischen Krästefeld eine wichtige Rolle. Wenn Japan bei seinem Borgehen gegen Rußland in der Mongolei nicht mit England kollidieren würde, könnten die Verhältniffe zwischen London und Tokio gut sein. Das gleiche gilt von Rußland, wenn es sich nicht zn sehr dem Iran(Persien), Afghanistan und— selbstverständlich— Indien nähert. Die Türkei würde, zwischen Moskau und London gestellt, heute zweifelsohne die Engländer wäh- lcn; und die Russen wissen dieöl " Andererseits ist Großbritannien imstande, die großtürkische Idee als Hinderung gegm iapa- nisches Vordringen in Zentralasien tatkräftig zu unterstützen. Und hier wiederum gilt, daß die Türken zwar die Japaner bewundern nnd ihre Ent- wickluna kopieren, aber mit den Briten im entscheidenden Fall auf seiner Seite stehen würden. Seit 1932 arbeiten die Stäbe der türkischen und persischen Armee zusammen. Die Vorkriegstürkei"wurde abwechselnd von französischen und deutschen Offizieren instruiert und vvn der Rüstungsindustrie beider Länder bewaffnet. Heute kommen äks militärische Berater und kriegsindustrielle Verkäufer vor allem Engländer in Frage. Die beiden türkischen Marschälle— Kemal, der Diktator, und sein Generalstabschek F e w z i, gehören zu den besten Militärs der Welt. Die Armee— mit starken Cadres, deren Auffüllung nur«ine finanzielle Frage ist— bildet bereits heute ein ganz hervorragendes Instrument in der Hand tzieser erfahrenen Generäle. Die um sich greifende mystische alltürkische Propaganda bildet dabei eine moralische Waffe ersten Ranger für den Osten. 1 So kann die Machtverteilung in Asten durch das Zusammengehen von London und Ankara geradezu entscheidend beeinflußt werden- Antara ist übrinenS der einzige Ort, wo Persien und Afghanistan Botschafter unterhalten. Die angeblich„traditionslose" Türkei knüvft an ihre mitrel« alterlichen Traditionen an. die im Abendland unbekannt— in Asien aber vis zu den japanischen Inseln bi» noch Immer wirksam sindl Kemal, der „graue Wolf" führt die. türkischen Seelen in die Steppe zurück!-- i Im Namen der„Religion“ I;\\. In Bombay kam eS erneut"zu schweren Zusammenstößen zwischen Hindus-und.Mohammedanern, bei denen in-den ersten Tagen nicht weniger als 80 Personen getötet und 800 verletzt wurden. Britisches Militär wurde eingesetzt, um-dis Ruhe wiedepherzustellen. Hier steht man - Eingeboretle bei der Plünderung eines Ladens in Kalbadevi bei Bombay.- MStzi-x. BI: « iw* dl W Lr» i 1 F!./ ? i K i W F j?. lÄ w A ' 1 * k-va Teile 8 „Sozialdemokrat* Sonntaft, 1. November 1036. Nr. 264V VeremsiraeKklMen, Spart- Spiel- Juirperpf lege Freie Verelilmi sozialistischer Iteienillier MtKLilMtM der»Urania« Maria Andergast In«Maria Walelvska". Deutsche BolkSflnggemeinde Prag. P r o b e> für Frauen D i e n» t a n um 7 Uhr und"Männer um'%8 Uhr abends.* Holl sowie AllaiS und Berthet lFrankreich).— Die bürgerliche Presse nimmt nun in scharfer Form gegen ihre ehemaliften^Lieblinge" Stellung, obwohl sie diese.Verirrung" in breiter Weise.sensationell" verwertet. (die durch überlegene Technik Uber den lebten Diktator siegt) und die Probleme des Fortschritts im 21. Jahrhundert— das sind Dinge, die auf der Leinwand im Rahmen einer Zwcistundcn-Filin» nur angcdeutet werden konnten und deshalb oft so naiv ivirkcu, wie wir uns die Welt in 1 hundert Fahre» nicht vorftellcn. Auch für schauspielerische Leistungen ist in diesem von. Technik und Weltgeschichte überfüllte» Film wenig Raum, so daß man allenfalls Nahmond Mafsch Tee 4:28.8 Mim: drei Meilen. D. G. Edgar 15:05,1 Min,;, zehn Meilen: R. S- Nichols 57:08 Min.; zehn Meilen Gehen: V. Stone 1:10:14 Std.; Hoch- sprjing:,F. E. Norman 1.58 Meter; Weitsprung:'F. E. Norman 6.87 Meter.— Fr'au en: 100 AardS: D- I. Watson 11.8 Sek.; 220 Aard»: D.' Street 27.h"Sck. „Skisport" im Restaurant.> Einige bürgerliche Skisportler versuchen"derzeit ihr Könne» auf recht .bezeichnende Weise zu" Verwerteft. In Paris wurde ein R e stau ran t'mit einemkünftli chen Skifcld und einer kleinen. Sprungschanze versehen, auf denen" diese bürgerlichen Matadore de» Wintersport» ihre«Künste" und Mätzchen vorführen, währönd'die" Gäste'ihre Mahlzeit usw? einnehmen. Unter den. beteiligten bürgerlichen Sportlern befinden"sich n,""a," der FiS-Sieger"von 1085 R" Romin- ger'(Schweiz)"die" Oefterrdicher'Bradl", Reindl" und ' Nationalisten Prag.—rb— Tie beiden Herren, die vor dem\ Prager Bezirksgericht einen hitzigen Ehrenbeleidi- gungsstrstt ansfochtcn, sind beide Anhänger des Herrn Stkibrnh und im„Närodni Sjednoccni" organisiert und einer von ihnen, nämlich der Geklagte, bekleidet sogar Parteisnnktionen und ist Mitglied des OrtSschiilanSschusses. Die beiden Jünger deS „integralen Nationalismus" gerieten sich indessen heftig in die Haare, als eines Tage» der Parteifunktionär zu seinem Entsetzen seststellen mußic, daß sein Parteifreund ungeachtet{eines überkochenden Nationalbc>vnßt"einr seine Kinder in die deutsche M i n d e r h e i t S f ch u I e schicke. Und mehr als das— der vom guten Wege abgeirrte Nationalist war verstockt genug, auf die entrüsteten Vorhaltungen deS" Funktionärs zu erklären, er lege eben Wert darauf, daß seine Kinder die deutsche Sprach« ordentlich erlernen und lasse sich in diesem Punkte keine Vorschriften machen. Nun ist diese Praxi» freilich nicht neu. Ließen doch z. B. schon vor dem Kriege gerade die Hauptinitiatoren des blöden Agitation»« schlagwortcS:„Laßt euere Kinder nicht deutsch lernen, demsch ist di« Sprache unsere» ErbfcindeSl", ihre eigenen Sprößlinge an deutschen Lehranstalten erziehen und schickte» sie an deutsche Hochschulen. Ter Funktionär stellte sich gleichwohl nick den rigorosesten Standpunkt und erklärte" öffentlich das Verhalten seiner Parteifreunde» al»„n a-i i o n a l e n V e r• r n t". Ter solcher Art Angeprangertc brachte die Ehrenbeleidigungskiage ein. Ter BczirkSrichter ließ sich auf keine Debatten init dem Geklagten ei», cr- lannte zu Recht, daß ein solcher Vorwurf als herab- fetzendc und ehrenrührige Aeußeruug" zu betrachten fei und verdonnerte den Geklagten. u 200 Xö Geldstrafe. Generalversammlung Dienstag, den 8. November,. 20 Uhr, im. Parteiheim(Prag II., Be Smeikäch 22). R«f oral«.von. Genossen Dr. N. Wiener:. Student und Politik und Genossen. INC. G. Kkeöek: Die vor,äuge an der Universität. N e u w a h.l de» Vorstandes pnd Festlegung des Tätigkeitsprogrammes. ' Bitte, pünktlich und vollzähljgl BxiNsst bekannte Genossen mit, die noch nicht Mitglieder"der Per-;'"' elftigung- sinhi' i!^.. der , den Die Generalversammlung findet am Mittwoch, den 4. November, im Hotel „Mönopol" statt. Es ist Pflicht der Mitglieder, an dieser Generalver» "ammlüiig tcilzuuebmcu. TagcSokd- mmg:"Protokoll, Berichte der Funktionäre, Bericht der Kontrolle, Vor trag des KreissekretärS Genossen K u n i g, Jugendaktion, Wahl des Ausschusses, Verschiedene». Beginn hünktlich um 8 Uhr. Hallo! Große Atus-Nikoloveranstaltung am Samstag, de» 5. Dezember, im Bühnensaal der „Urania". Tanz, Vorträge. Bescherung. Sorlaldemokratlsdte Frauenorganisation Prag Montag, den 2. November, acht Uhr abends, im Parteiheim, Prag II., Smeika 22, Frauenabend Vorlesungen au» Werken zcitgcnösstschcr Autoren. Den einleitenden Vortrag hält Genossin Ida Fürnberg. Wieviel« sudetendentsch« Bühnen gibt eS? Rach einer im Jahre 1084 durchgeführten Erhebung des KnlturverbandeS gibt cS a u ß c r denBerufS» theatern im sudeien- und karpathcndeutschcn SiedluiwSgebicte rund 8 0 0 0 B L h n e n. Der Großteil dieser Bühnen gehört den Schuhvereinen, den Dilcttantcuvcrcinen oder den Schulen. Durch schnittlich tvird auf jeder dieser Bühnen fünfmal im Kahre gespielt, das ergibt 16.500 Vorstellungen. Hoffmanns Erzählungen. In der gestrigen Ausführung der O f f c n b a ch s ch e n Oper sang Kurt Erich P r e g e r zum erstenmal« den Hoffmann. Dieser stimmgesegncte. musikalische und hochintelli- gcnte Opercticnteuor, der schon wiederholt und im mer mit bcmcrlcnswertem Erfolg in Opcrnparticn ausgeirclen ist, hat auch als Hossmann einen anßer- vrdcntlichcn Erfolg errungen. Vor allein seine schön« und große Stimme kam in dieser melodisch reich ansgestattctcn lvrischcn Tenorpartie eindrucks voll zur Geltung, und auch sein ausdrucksvolles und lebendiges Spiel machte stärksten Eindruck. ES soll kein Tadel, sondern nur ein ivohlmeinender Rat sei», wenn wir dem Sänger nahrlegen, noch mehr auf die weiche und lhrische Gebundenheit des Ge sanges und weniger auf übertriebene Artikulation des Wortes zu sehen. Als Ginlietta sah und hörte nian zum crftenmale Fr. M e d a k. Wenn sie auch gesanglich nicht so blendend ist, tvie man dies gerade von dieser Partie verlangt, und tvenn sic auch dar stellerisch nicht die richtige verführerische Conrtisane ist, so machte sie doch guten Eindruck. Die drei Partien des Coppelius, Tapcrtutto und Doktor Mirakel gab Theodor S ch c i d I. dessen persönlich» keitsstarkc Schauspielkunst diese» dänionischcn Aus gaben sehr zugute kam. Spalanzani, der Phhsikcr, war Herr H e n, der durch übertriebene Gesten und Gebärden ersetzte, was ihm au Stinnne fehlt.- Die nicht immer ganz glatte Ansführnng der Oper, in der auch die mangelhafte Besetzung zweier kleinerer Rollen empfindlich störte, wurde musikalisch von Kapellmeister H. 0). Schick geleitet. E. I. Ein sonderbarer„Zeit"-genosse. Wir lese» im „Neuen Morgen": In einer Ausführung von Front. Langers„Rcitcrpatronille" in> Prager Tcutichen Tbeater spielte die Rolle des jimgen Gefangenen Alois Gerhard Schreiber, der in vergangenen Jahren an der„Sudctenbiihne" tätig war. Alois Gerhard Schreiber ist derzeit Mitarbeiter des Zentralorgans der SdP„Die Z c i t", er schreibt dort unter dem Namen Erhard Schauspiellri- t! l e n über das P r a g e r Deutsche T h c a t er und EssahS über die dramatische. Produk tion. In einem von diesen hat er kürzlich da» Deutsche Theater tvcgen der Austvahl der t s ch c ch i- scheu Autoren angegriffen und u. a. Werners „Menschen ans der Eisscholle" als zersetzend bezeich net. In einem andern Essah forderte er Ausführung natioualsozialistsscher Autoren am Prager Deutschen Theater.— So weit der„Neue Morgen". Nun haben die„Zeit", der Herr A. G. Schreiber und das Prager Deutsche Theater das Wort. Arbeiicrvorftellung„Reitrrtzatronille von Fr. griechisch-klassischen Nciisachlichkeit getvandeten Langer, ein Stuck, welche» glanzende Beurteilung!-- durch die gesamte Presse sand, am Sonntag, den 8. November, nm halb 8 llhr nachmittag» im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8 bis 2 und 4 bis 6 Uhr. bei Optiker Deutsch, Korunä. Die Genossen sollten nicht versäumen, sich dieses Stück anzusehen. Wochenspielpla» de» Renen Deutschen Theater», Sonntag, nachmittags halb 8 Uhr: Salzburg n u s v e r k a u f t, 7: F an st I. und II. Teil, B 2.— Montag 8: Der Bettelst» deut, volkstümliche Vorstellung. Abonnement aufgehoben. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» öder bei, Bezug durch die Poft monatlich Xi 16.—",dlertelfähxlich5XL 48.--", halbjährig sie 06.— ganzjährig ÄältzL.—.— Inserate werden laut," Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß:- Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung/der Relourmarkcn,— Die ZeitungSsrankatur wurde von der Post» und Tele» graphendirektlon mit Eriaß" Nr. 18;800/VI 1/1080 bewilligt.— Druckerei:„Orbis"; Druck»;Verlags-'und ZeitüftgS-A;-G. Prag.•"•*.*,‘• Bezirksorganisation Präs Anläßlich des 80jährigen Bestand«» der Bezirksorganisation findet am D a m»t a g, den 14. November 1086, im großen Radio-Saal, Weinberge, Fochovä, um 20 Uhr«In Festabend statt. Wir bitten, den Termin vorzumerken. Eintritt einschließlich Feftschrist 6 Uö.— Alle Parteimitglie- sollen zu dieser Feier kommen.— Karten bei Vertrauensmännern. I- Festschrift anläßlich de» 80jährigen Bestände» der Prager Bczirksorganisation. Die von der Bezirksorganisation herauSgegcbene F e st s ch r i f t zeigt die Entwicklung der deutschen sozialistischen Bewegung Prag» der letzten Jahrzehnte auf. Außerdem enthält sie Beiträge von Gründern der Bczirksorganisation und fiihrcndcr Genossen. Preis Kä 8.60 oder mit Eintrittskarte zum Festabend liö 6.—. Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania-King: Greta Garbo spricht deutsch in der Premiere«Wie du mich willst" nach Piran- dclto. Täglich" halb 6;',40. SaMStag, 4; 6, viertel 0, Sonntag 2, 4, 6, f4.0 Uhr.— Adria:«Stürm über dem Chinesischen Meer." Berrft, Gable. A.— Alfa:«Die Welt in"100 Jahren." Nach H. G. Wells. A.— Avion: Plastischer Tonfilm;«Eins, zwei, drei." A.— Beranek:«Charlie Chan im Zirkus." A.—Finix:«Der Gefangene der Haifischinsel." A.— Flora:«linier dunklen Tannen." D. — Gaumont:„Postillion von Lonjumeau." D.— Hollinvood:„Postillion von Lonsumcau." D.— Hvizda:„Die Spielhölle an der Goldküste." A.— Juli»:«Dar Gaffenmädel." Tsch.'— Kinenia: Journale, Grotesken. Reportagen.— Koruna: Aktualitäten. Journale, Grotesken.— Kotva:„Du bist mein Glück." B. Gigli.— Lurerno:„Ter Gefangene der Laifischinsel." A.— Metro:«Eine launenhafte Frau." A.— Passage:«Das Frauenparadies." D.— Praha:«Unter duiiklen Tannen." D. — Radio:„Flucht an die Adria." Tsch.— Staut:■ „Charlie Chan im Zirkus." A.—. Svitozor:„Tas Gassenmädel." Tsch.— Alma:„Tas hohe C." Nino Martini. A.— Baikal:„Geschichte zweier Städte." Rach Dickens. A:— Belvedere:"«Das Gäßchen zum Paradies." Tsch.— Bcscda:„Drei Männer im Schnee." Tsch.— Carlton:„Dec kleine, Lord Fäütitlcroh:" A.— Illusion:„Wie Frauen lieben." Silvi« Sydneh. A.— Lido II:„Die Maitresse des Gouverneurs." A.— Louvre:,«Flucht an die Adria." Tsch.— Maceöka:„Ein toller Einfall." T — Oltzmpie:„Ein toller Einfall." D.— Pertthn: «Der Chef des Geheimdienstes." Engl,— Roxh:" „Flucht an d'e Adria." Tsth.— ll Vejvodu:«Mer grüne Domino." D.— Baldek:«Die Flucht an die Adria." Tsch.— Beletrhtz:„Flucht an die Adria.". Tsch.: Die Spielhöllen an der Goldküste Das amerikanische Bühnenstück, nach dem dieser Hollfttvood-Film(unter dem Namen„Barbaren- ! Küste") gedreht wurde, scheint größere Anleihen bei j Jack London gemacht zu haben: das abenteuerliche Milieu der Goldgräberzcit in Kalifornien, die Gestalt des Bösewichts, der den ehrlichen Goldgräbern ! ihre Schätze beim Roulette abnimmt, und der schließ» lichc Sieg des vlechtes über die Schurken und der Liebe über die Goldgier, erinnern an die Romane ! Londons, die aber dem Kampf mit der Wildnis und 1 dem Heldentum auf sich selbst gestellter Männer mehr ! Aiismerksamkeir widmeten al» dieser Film, dem die Liebesgeschichte-da» Wichtigste ist. Im Mitieivunkt ! steht ein Mädchen, das als erste lveiße Frau nach dem i damals nockt wildtvcstlichen San Francisco kommt. I ans Goldgier die Braut und Helferin des Spiel» i höllenbesitzers wird, am Ende aber mit einem jungen, i iöcicht-cdlc» Goldgräber glücklich wird, gerade als ! sich die Wächter des Gesetzes und der Ordnung daran \ machen, die Gauner und Mörder aufzuhängen, die !bis dahin die Stadt) beherrscht hatten. jfuweileii ist cs dem ßiegiffeur Holvard H a w k S gelungen, Jack-London-Szenen zustandezubringen. Die stärkste Wirkung geht aber von den beide» Hauptdarstellern aus: von Edward G. Robinson, der durch de» Film„Die ganze Stadt Kiricht davon" bekannt wurde, und der hier den Spielhöllcn-Köuig mit teuflischer Eleganz darstellt, und von Miriam Hopkin», die den Weißen„Schwan" der Spielhölle mit Zartheit und Leidenschaft spielt.—eis—