Mittwoch. 4. November 1936 Nr. 256 16. Jahrgang IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHQSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME MS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii.. pochova«. telepon am, HERAUSGEBER) SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR) KARL KERN, PRAG. Einzelpreis 70 Hellei (•IruchlleBllch S Holler Porto) Fester Kurs der Aussenpolitik Gemeinsame Erklärung aller Koalitionsparteien/ Krofta Uber die Mussollnl-Rede Prag. Jin AutzeimuSschutz des Abgeordnetenhauses wurde am DienStag dl« außenpolitische Debatte durch ein« gemeinsame ErllLruug der Koalitionsparteien, die der Agrarier Jng. Z i l k a abgab, sowie durch ein Schlußwort des Außenministers abgeschlossen. J!. Satzungen des Völkerbundes iibereinstimmt, ist gegen kein en Staat gerichtet, sondern lr- miitzt sich im Gegenteil eine für die Erhaltung des Friedens zwischen den Völkern und innerhalb der Völker günstige Atmosphäre zu schassen. Die Außenpolitik ist«ine Angelegenheit des ganzen Volkes und aller Bewohner des Staates, der nach unserer gemeinsamen Aeberzeugung Im Geiste seiner nationalen Tradition und der Zusammensetzung seiner Bevölkerung nur demokratisch verwaltet werde« kann. Wir stimm« mit der’ Erklärung des Herrn Ministers überein,:daß„unsere Außenpolitik' Nicht in'geistloser Starrheit die Aenberungen im Leben der Staat« und Völker sostibe in ihm» gegenseitig« Beziehung« außer Acht lass« durfte und darf." Indem fie di« Autzonpolltlk der Regierung billig«,-erklär« di« koaliert« Partei« ihr« einträchtigen Wille», ste mit all« Kräften durch den Ausbau der Verteidigung des Staates und die Bervollkommnung der wirtschaftlichen und moralischen Kraft der Republik zu unterstützen. lang«. Die Benicrlmig des Ministers, daß die Diskussion über unsere Außenpolitik nicht immer glücklich alle Klippen umschifft habe, habe sich n i ch t auf die Rede Zilka», sondern auf einige Presseartikel bezogen. Er müsse sein Ressort»«« Beschuldigungen, als ob es aus Staatsgeldern die Propaganda gegen gewisse Regierungsparteien unterstütze, zurückweisen. Die weitere Forderung Zilkas, daß die Leute für unseren Außendienst sorgfältig' ausgesucht werden, könne er nur unterschreiben. Gewiß betvähren sich nicht alle Beamte des AußenreffortS gleich gut. aber WWWWWIWWWWW Vorsprung auch Im Staate des Gegners Rew A o r k.(Reuter.) Di« Präsidentenwahlen vom DIenStag brachten, wie auS d« bisher vorliegenden Meldungen ersichtlich ist,- eine Rekordbeteiligung. Die Südstaaten stimmten sozusagen kollektiv für R o o s e« et t, nnd zwar, wie eS heißt,mit einem Verhältnis von 8 zu 1. In der Stadt New Bork fand sich bis 12 Ahr mittaiS etwa die Hälfte der eingetragenen Wähler bei der Wahlurne ein. Im Staate Kansas, wo der republikanische Kandidat Landon Gouver- neuer ist, hat Roosevelt bisher gleichfalls einen großen B o r f p r u n g. Zwei Zwischenfälle werden gemeldet: In der Stadt Boonville im Staate Indiana wurde ein Reger erschlagen' und ein anderer verletzt und in der Stadt WhiteSburg im Staate Kentucky wurde ein Wahlbeamter durch einen Revolverschuß verletzt. In der Erklärung heißt eS: Die koaliert« Parteien haben daS Esposk des Außenministers zur Kenntnis genommen, das den Standpuntt der»e- kamten Regierung zu den heutig« Frag« der Außenpolitik zum Ausdruck gebracht hat, wie auch der Ministerpräsident Dr. Hodja es in seiner Kund- gebimg vor den AuSlandSjournaliften betonte. Die LoaNlionSpartei« stimm« mit dem Borgeh« der Außenpolitik, die-sich in erster Reibe auf die eig«e Kraft der Republik, auf ihre wirtschaftliche, Bertel- digungs- und moralische Kraft stützt und verbündete Beziehung« mit den Staat« aufrecht erhält, mit den« unS Fr«ndschaftSverttäge verbind«, wobei ste stch bemüht, daß auch unser« Verbindung« mit allen ander« Staat« bester Art sei«, überein. Wir stimm« insbesondere mit dem Bemüh« de» Außen- uiinisterS überein,' möglich st guteBeziehun- genzu den Nachbarstaaten nnd zu alwn Staaten ru erziel«, di» territorial in daS Donaugebiet und nach Mitteleuropa reich«, Staa- f«. mtt d«en wir. viele gemeinsame WirtfchaftS- interrssm hab«. Diese unsere PolUIk, die mit d« Krottss Schlußwort Im Schlußwort nahm Außenminister Doktor Krofta u. o. auch zu der letzten Rede Mussolinis in Mailand Stellung,'wobei er allerdings einschränkend betonte, daß der genaue Text der Rede noch nicht bekannt und auch deren Auslegung bisher nicht einheitlich sei. Die Kundgebung enthalte immerhin. viele Dinge, die f<* von unserem Standpunkt sehr unterscheiden oder eine direkt umgekehrte Richtung verfolgen. ES ist die» namentlich die Einleitung über den Völkerbund, über die Abrüstung und über die kollektive Sicherheit. '..Direkt berührt«uS di««tschiedme Kundgebung zugunsten des ungarisch« SievifioniSmuS. Aber kein« derartige Kundgebung kann«ns dazu verhol- ten, irgendetwas an unserer bisherig« Politik zu ändern, die d« Revisionismus ans da» entschiedenste ablehnt. Der Hinweis, daß Italien sich Jugoslawien annähert nnd mtt ihm gemeinsam arbeit« könne, werde zum Teil so anSgelegt, als ob es um die Spaltung der Kleinen Entente ginge. Aber unsere rumänisch« und sugossawisch« Verbündet« wissen gut, daß jede Reviston, die auf Kost« eines von uns durchgeführt würde, früher »der später ihre Fottsetzmig in einer Revision auf Kostenderübrigenzwei find« würde. Ein durch ein« Revston auf Kost« der Tschechoslowakei «rstarttcS Nngam würde sicher Nicht an d« Grenz« Rumänien» oder Jugoslawien» Halt mach« und würde auch«ine Revision auf der«. Kost« betreib«. Die.Tatsache, daß Mussolini die Tschechoslowakei und Rumänien nicht erwähnt hat. wiü> an einig« Stellen so auSgelegt, daß Italien nicht.be- reit k«i. mit diesen Staaten über die Regelung der 'Mitteleuropäischen WirtschaftSvcrhältnisse zu verhan- jdelg. Rach dem, wa» wir von amtlich« ttaN«isch« Falter« wissen, könn« wir jedoch annehmen, daß Mali« tatsächlich die Absicht hat, zu einem Einver- ««hm« über die Regelung der WirtschaftSvertält- nisse in MItt«l«r»pa beizutrag«. Der Minister tvie» dann auf die groß« Bedeu-' tung de» Besuche» de» rumänischen König» hin und unierstrich, daß in den Beratungen auf» neuefeier- lich und entschied« die-Einheit d er Kleiaen En tcnte bestätigt und dadurch die Unwahrheit aller Tcndenznachrichtcn über ihren Zerfall' dgrgdtan würde. Die Unterredungen hätten aufs neue hewie- sen, daß wir unter allen U mstände ne iahe i tlsch Vorgehen- wollen-und daß'e» nicht die geringste Differenz, zwischen uns gibt. Potemlk mH tllka ' j Zu Beginn seiner Ride beschäftigte stch' der ApßenMinister mit-der Kundgebung de» Agrarier» Ziijl k a und nahm dessen!,Konstatieruisg,^.,daß die Agrarpartei mit dcnr-Erposä vollkommen überein«' stimiM'/nüt Befriedigung, zur/Kenntnjs.' Dadurch - sei«,allerhand Gerüchte zerstreut' worden, al» ob' die .Agrarpartei'oder wenigstens«ein Teil vpn ihr.efntj grundlegende Acnderting- unserer Außenpolitik ver- Rew Bork. Präsident Rooseve l t und Gouverneur Landon haben ihre. Wahlkampagne beendet, und jeder von ihnen hat im Rundfunk eine Rede gehalten,.die 15 Minuten dauerte und aus'ihrer Privatwohnung übertragen wurde. Roosevelt erklärte u. a.:^Stimmet ohne Bitterkeit und Haß ab,' nur geleitet von deut Wunsche, den Wohlstand der.Bereinigten Staaten zu erhöhen. In einigen Teilen der Welt scheint es, daß die MeereSflut gegen die Demokratie anstürmt, wir aber glauben hier an die.Demokratie.". Land o n erklärter.»iGebt. Euere,Stim-' men'wie Wähler ab, diekeineanderc Autorität als iHv eigenes Gewissen anerkennen. Die Welt braucht ein freies Amerika. Wir verteidigen die Fronten der Weltdemokratie." Außer den Präsidenten-, Vizepräsidenten- und Gouverucrswahlen wird das gesamte Abgeordnetenhaus und ein Drittel des Senates neu gewählt,. Die.Neuwahl der Abgeordneten.findet alle zwei Jahre statt,, während die Senatoren auf sechs Jährt''gewählt' werden. Nelv Aork Verzeichnetei Dienstag früh, den ausgelassensten Wahltag seiner' Geschichte. Hunderttaüsenbe. von Menschen, alles .njit Ratsche Moskau«ine ernstere Realität und vor allem eine bessere Friedenssicherung ist. Und von diesem Gesichtspunkt aus hat jener Teil der Mussolini-Rede bewiesen, daß das Ab irren von dem bisherigen Wege der tschechischen Außenpolitik, der sich auf der Linie der Friedensbündnisse im Rahmen des Völlerbunds bewegt, ein Unglück siir unser Land und seine Sicherheit und eine Bedrohung seiner Existenz wär«. Nicht anders ist es mit den Revisionswünschen bestellt, deren erfolgreiche Abwehr nur im Rahmen des Völkerbundes und vor allein durch den Einigkeitswillen der unmittelbar betroffenen Länder, also der Kleinen Entente, möglich ist. Mussolini ist sich wohl selber darüber im Klaren, daß der Rus nach Revision eine gefährliche Waffe ist, die sich gegen den Rufer selbst kehren kann: die Revisionsforderung treibt den deutschen NevisionSbestrebungen, die auf eine Aenderung des Status in Mitteleuropa und im Osten gerichtet sind— von der Forderung nach Kolonien gar nicht zu reden— Wasser auf die Mühlen. Immerhin: Mussolini spielt den Freund Deutschlands! Und die vorläufig vorhandene politische Konzeption dieser beiden Staaten ist gegen die Interessen der Tschechoslowakei gerichtet. Die Umkleidung mit antibolschewistischen Redensarten entspricht zwar der Terminologie des„Vcnkov" und.seiner Hintermänner— obwohl Mussolini klug genug ist, zwischen der Solvjetunion und dem Bolschewismus klar zu unterscheiden— aber sie ist nichts weniger als eine Verlockung zum Einschwenken in die antirussische Front, die, nach den klaren Feststellungen unseres Ministerpräsidenten," auch eine antifranzösische Front wär«. Es ist erfreulich, daß die Drohrede.Mussolinis dazu beigetragen hat, den unerquicklichen Zustand zu beseitigen, der sich in unserer Innenpolitik durch die von dem.rechten Flügel, der tschechischen Agrarier vom Zaune gebrochene^außenpolitische Diskussion entwickelt hatte.' Niemand anderer als eben jener Jng. Z i I k a, der eine Revision unserer Außenpolitik gefordert hatte, gab gestern im Abgeordnetenhaus nach den Schlußbe- merkungen Dr. K r o f t a s die außenpolitisch^ Erklärung aller KoaliiionSparteirn ah, welche di« außenpolitische Linie BcncS-Krvsla gutheißt und also.- auch über die Extratouren der Leute oom „Benkov" den.Stab bricht. UnS dünkt, daß der Worte genug gewechselt sind und daß die tschechische Agrarpartei nunmehr die Pflicht hat,, aus den.Feststellungen ihrer führenden Männer im Parlament auch die Konsequenzen für die politische Alltagsarbeit zu ziehen. Das heißt,' daß ihr Kokettieren mit dem tschechischen und dem sudeiendcutschen Faschismus ein I Ende haben muß, denn diese beiden Gruppen sind Seite 2 Mittwoch, 4. November 1936 Rr. 836 Penimit mut im Budgetaunchuß Aba. Remei warnt vor übertriebenen Hoffnungen Prag. DIenSta, nachmittag- eröffnete der Budgetausschuß dcS Abgeordnetenhauses«fit dem Referat des Generals«richterstattert R eme- die Generaldebatte über, den Staatsvoripnschlag für 1937. Der Ausschuß hat diesmal fast drei Woche« Spielraum für seine Verhandlungen; außerdem hatten seine Mtglieder bis seht hinreichend Zeit, den Staatsvoranschlag in allen sei» nen Detail- gründlich zu studieren. Generalberichterstatter Reme! gab einleitend seiner Befrirdigung Ausdruck, daß der Voranschlag zeitgerecht vorgelegt Ivurde, und betonte dessen Bedeutung für jeden einzelnen Staatsbürger. Die Behauptung del Finanzminister», daß man mit Rücksicht auf die Tragfähigkeit der BolkSwIrtschaft und auf die Erhaltung de» finanziellen Gleichgewichtes de» Staate» nur die allernotwendig st en Bedürfnisse in da» Budget eingestellt habe, decke sich mit der Wahrheit. Die Verhandlungen de» Finanzministerium» mit den einzelnen Ressort» ztveck» Reduzierung der Teilbudget» seien sehr mühsam gewesen. Sötte man alle erhobenen Ansprüche anerkannt, so wäre da» Budget sicher um ein Drittel größer. Jetzt handle e» sich darum, ob da» formale Gleichgewicht, in dem sich da» Budget befindet, auch in den abschließenden Zisfern de» StaatSrechnungS- abschluffe» zum Ausdruck kommen wird. Diesmal sind die Verhältnisse doch etwa» besser: die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Produktion bebt sich, die Sandel»- und Zahlungsbilanz bessert sich und da» Defizit der Bahnen geht zurück. Auch au» der Ausarbeitung der Steuerrückstände wird die StaatS- kasse profitieren. Doch darf man au» einer nicht erheblichen Besserung noch keine überspannten Hoffnungen folgern. BI» Ende September diese» Aahres sind di» staatliche» Einnahmen um 826 Millionen gering»», di« Ausgabe» um 734 Millionen größer al» dem Voranschlag entspricht. Gegenüber den früheren Jahren ist da» Budget diesmal konsolidierter, da darin«Ine Reibe von Ausgaben enthalten ist, die'früher auf den Kredit weg verwiesen waren. E» sind die» 76 Millionen für di« Bruderladen, 40 Millianen für di« erneuerte Amortisierung der Baulos«, 88 Millionen an erhöhten Dotationen für verschiedene Fond», 77 Millionen für die Sanierung der Selbstverwaltung und 86 Millionen an erhöhten Zuweisungtn für die Lehrergehalte. Doch dürfe man nicht übersehen, daß diesmal die 818 Millionen für den Rüstungsfond» in Wegfall kommen. Die Ausgaben wurden gegenüber 1986 also nicht um 428. sonder« um 787 Millionen erhöht; dazu komme, daß da» politische Versprechen an die StaatSangestellten mit 186 Millionen in Rechnung zu stellen sei. Im Voranschlag für 1988 wird serner an die Amortisierung der Staatsanleihen gedacht werden müssen, di« Heuer fast ganz ruht. An Hand del Rechnungsabschlusses für 1988 führt Remeö an, daß der Steuerertrag weit Hinte r d e n Budgetschäbungen zurückgeblieben sei und lediglich die im Abzugiwege eingehobene Ein. lommensteuer der Festangestellten um einig« Millionen mehr eingetragen habe al» veranschlagt war. Angesamt blieben die Einnahmen für 1988 um 989 Millionen hinter dem Voranschlag zurück, während die Ausgaben um 876 Millionen größer waren. Rach Hinzurechnung der nichtpräliminierten Ausgaben steige da» Defizit für 1988 auf 8.168 Millionen. Insgesamt beträgt da» Defizit in den sechs Krisen» fahren 1986 bis 1988 8.614 Millionen. Der Referent ist'der Ansicht, daß unser BudgetoptimiSmu» auch für 1987 die Grenzen des Erreichbaren überschreitet. Vor Beginn der Ausschußsthung wurde im Sitzungssaal de» Budgetausschusses eine Gedenktafel für den vor einem Jahr verstorbenen Parlamentspräsidenten B r a d a t euhüllt, der von 1920 bis 1929 Vorsitzender des BudgetauSschus- seS war. An der schlichten Gedenkfeier beteiligten sich u. a. ParlamentSprasident Malnvetr, Ministerpräsident Dr. H o d Z a, die Minister Dr. K a l f u S und Dr. Spina und die Beamtenschaft de» Parlaments sowie Vertreter der einzelnen Ministerien. Englands König für den Völkerbund Ole Thronrede Eduards VIII. London.(AR) König Eduard VIH. eröffnete Dienstag das erste Parlament seiner Re- gierungszeit. Wegen des strömenden Regens war Heuer zum erstenmal nach vielen Jahren die feierliche Staatsprozesston vom Buckingham-Pasast nach Westminster abgesagt worden. Der König fuhr im geschloffenen Auto ins Parlament. Trotzdem waren die nach Westminster führenden Straßen von einem dichten Zuschauerspalier einge- säumt. In der Red« de» Königs an die Mitglieder der Oberhauses und des Unterhauses heißt e» unteranderem:< Die Beziehungen Großbritanniens»u den fremden Mächten stnd nach wie vor freundschaftlich. Di» Politik der britische» Regierung stützt sich auch weiterhin auf di« Mitgliedschaft Englands im Völkerbund. Di« Regierung I wünscht de» Völkerbund für sein« Arbeit zu stärken, die internatwnalen Streitigkeiten auf fried- I lichem Wege zu regeln. Sie hat k» Genf bereits ihre Vorschläge zur Erweiterung der Autorität des Völkerbundes ringcreicht. Die Regierung wird auch weiterhin mit den übrigem Regierungen in dem Ausschuß des Völkerbundes Zusammenarbeiten, der zur Prüfung der verschiedenen vorschläge zur Reform der Genfer Jnstktntion eingesetzt wurde. Di« Regierung wird alles in ihr« Macht SteMde' tun, um• die Befriedung J Europa» zu fördern. Mit diiesem Ziel vor Augen wird sie ihre Bemühungen fortsetzen, um«ine Zusammenkunft der fünf Unterzrichnerstaate» des Lorarnovrr- trages zustandezubringen. .Das Werl der Verstärkung der Nationalverteidigung wird mit allen Anstren« gungen fortgesetzt und hat bereit» groß« Fortschritte genmcht. Die Regierung ist überzeugt, daß die getroffenen Maßnahmen große Bedeutung für die Verteidigung de» Reiches haben und Großbritannien di« Mittel zur Erfüllung seiner internationalen Verpflichtungen bieten. Di« Regierung wird aber kein« Gelegenheit zur Förderung die heimischen Exponenten der außenpolitischen! Bestrebungen Hitlers und Mussolini», abgesehen von der Bedrohung der Demokratie durch das innenpolitische Programm und durch die ganze Ideologie dieser beiden faschistischen Gruppierungen. Wir haben in dieser schweren Zeit alle miteinander den Frieden zu verteidigen, der vor allem für di« kleinen Staaten durch die(von Mussolini so sehr geschmähte) kollektiv« Sicherheit verbürgt werden kann. Wenn ein Wunsch bleibt, so der, daß sich die Bestrebungen nach der Herstellung- der kollektiven Sicherheit w i r k s a- ni«r, daß sich die Tätigkeit des Völkerbundes aktiver gestalte, daß unsere Bündnisse fest und unerschütterlich bleiben! Kroftas Schlußwort (Fortsetzung von Seite 1.) polen und wir Sehr ausführlich beschäftigte sich der Minister mit der ülede de» slowakischen Äolksparteiler» S t- d o r Uber die Verzögerungen bei der Durchführung de» Modu» vivendi. Bezüglich Bolen» versicherte Krosta, daß die Tschechoslowakisch« Republik immer zu direkten Verhandlungen über die strittigen Tinge bereit sei, aber diese Verhandlungen müßten zwischen gleichberechtigten Vertragspartnern geführt werden und keineswegs so, daß wir uns den Befehlen von der anderen Seit« unterordnen. Er begrüßt die Anregung, diese innerpolitische Frage rein innerpolitisch mit den Vertretern unserer polnischen Minderheit z» lösen, weist jedoch entschieden die Behauptung zurück, daß di« Tschechoslowakei die polnische Minderheit unterdrücke und erllärt, daß die AuAoeistingcn. die seit 1984 erfolgt sind, auf unserer Seite immer sachlich voll begründet waren. Nie- m a l» sei jemand nur deshalb von uns ansgewiesen worden, weil er polnischer Staatsangehöriger war. (immer handelte es sich um Personen, di« sich konkret gegen dar Gesetz verganaen hatten. Wenn e» notwendig war, daß ein polnischer Staatsangehöriger bei un» seinen Arbeitsplatz einem tschechoflowa» fischen Staatsbürger räume, der oft nach vielen Jahren ohne besonderen Grund au»Polenau»« gewiesen wurde, so waren da» n u r v e r- ei»zelte Fälle. Erst vor kurzem wurden neuerding» Vorkehrungen getroffen, daß in keinem einzigen Falle ohne ernsten Grund ein polnischer Staatsbürger auSge- wiefen werde. Leider könne man nicht behaupten, daß sich die polnisch« AuSweisungSprazi» immer nach deniselden Grundsatz richte. Neuwlrth nicht sehr klar Die Red« de» SdP-Abgeordneten Dr. Neuwlrth bezeichnete Dr. Krofta al».nicht allzu klar". Wir wünschen aufrichtig; sagt« Krofta. auch auf dem Gebiete der Außenpolitik namentlich mit jenen unserem Staat aufrichtig ergebenen deutschen Mitbürgern zusammenzuarbeiten. welche nicht nu,r durch.Worte, sondern auch durch Taten beweisen, daß sie vorbehaltlo» zu unserem Staate stehen. Er setzte dann dem Abgeordneten Neuwlrth den Unterschied zwischen den Allianz- Snstemen der Vorkrieg»zeit und den Regionalpakten auseinander, deren Abschluß im Programm nicht nur der Kleinen Entente, sondern auch der Weltmächte gelegen Ist.' * Nach Abschluß der Aussprache wählte der Außenausschutz an Stelle des Abgeordneten Hruöovsly, dec kürzlich sein Mandat niedergelegt hat, zu seinem zweiten Vorsitzenden-Stellvertreter den NationalsozialistenDr.Stränskh. 11 fimplido JTorelle von Stnaiio Silan« Copyright by Verla« Oprecht ft Helblin«. Zürich „Hat er dir nicht erklärt, warum er den Weg in die Berge genommen hatte?", wurde der Schashirte gefragt. „Ich srug ihn! Was hast du angestellt, dah du fliehen muht? Hast du gestohlen? Hast du jemand umgebracht? Er gab mir zur Antwort: Ich war dabei, den Backtrog fiir die Färberin Rosa zu machen; ihre Tochter will heiraten; waS-wird sie jetzt ohne Backtrog tun? Ich fragte nicht weiter und dachte: morgen geht er ja doch wieder fort. Vom Husten gequält, schloß der Mann während der ganzen Nacht kein Auge..." >„Und tag» darauf, ging er da weg?" wollte die Obrigkeit wissen. „Tag» darauf schüttelt« ihn das Fieber noch stärker. Er war wie ein Bündel Stroh, an das man Feuer gelegt hatte. Ich wußte nicht, wa» ich mit ihm machen sollte. So rief ich di« anderen Hirten aus den anderen Pferchen herbei. Der Fremde hatte schon verstanden daß ich seinetwegen nichts riskieren wollte und sagte:„Laß mich noch bis morgen hier; morgen zieh ich weiter!" Ich gab ihm«In Stück Brot. Da kamen ihm die Tränen, er nahm meine Hand küßte sie und sagte: „Weiß du, der Mensch Ist wirllich gut!" Ich beratschlagt« mit den Nachbarhirten, was da zu tun sei.„Bestimmt ist er kein Dieb", sagte einer, „dafür sieht er zu dumm au»".„Sicher auch kein Mörder", sagte ein anderer,„dazu sieht er zu gutmütig au»".„AieUeicht hat er seine Frau umgebracht",, sagte«in' dritter. Da» war am wahrscheinlichsten. Ich ging also wieder zu ihm hin Und fragte ihn:„Sag die Wahrheit, hast du deine Frau nmgebracht?".Er schüttelte den Kopf und fügte dann hinzu:„Ich habe nie eine Frau gehabt." „Und tag» darauf, ging er da weg?" fragt« der Sergeant der Earabinieri. „Am dritten Tag", fuhr Tannine Massaro zu erzählen fort,„ging e». dem Manne noch schlechter. Da er aber versprochen hatte, aufzubrechen, erhob er sich, dankte mir, sagte mir Lebewohl und ging weg. Schon nach zehn Schritten fiel er jedoch zusammen. Ich sah ihm au» der Ferne zu, ob er wieder auf die Beine kommen würde, aber es gelang ihm nicht. Da ging ich zu ihm hin und sah, daß er Blut spuckte. Er sagte zu mir:„Laß mich neben deiner Hütte bleiben... Wenn ich nicht darinnen bin, hast du keine Verantwortung, denn die Berge gehören nicht dir, sondern allen." Ich half ihm, sich auszurichten und schleppte ihn in den Schatten meiner Hütte. „Mach was du willst, sagte ich,»chleib wen» du willst, geh wenn du willst, die Berge gehören ja allen". Er sagte:„Wenn ich geheilt und wieder in meiner Werkstatt bin, muß ich zuerst den Backtrog für die Färberin Rosa fertigmachen, denn ihre Tochter will heiraten und ohne Backtrog kann sie das nicht. Hinterher mach ich dir einen Tisch oder«In paar Stühle, oder ein Fenster, oder eine Truhe, oder was du ani nötigsten brauchst". Daraufhin fuhr ich fort, ihm jeden Morgen Brot und jeden Abend ein Glas Milch zu geben. Eines Tages kam es mir in den Sinn, ihn zu fragen: „Und wenn du nicht wieder gesund wirst?" Er verstand mich sofort und antwortete nach einigem Nachdenken:„Hast du hier keine Ateeit für mich? Ich hatte keine Frau und kann daher auch nähen." So gab'ich ihm meine Lumpen. zum Flicken. Nachdem ich sah, daß er die» mit viel Geschick machte, sagte ich es den ander» und so brachten ihm auch die andern Hirten ihre Sachen zum Ausbessern und gaben ihm dafür Brot und Misch als Bezahlung. Der Mann hatte andauernd hohes Fieber, aber da» hinderte ihn nicht ast der Arbeit und es verdarb ihm auch di« Laune sticht. Manchmal rief er mich, nahst» meine Hand üstd sagte:„Höre, der Mensch könnt« gut stiiil"' Diese Augeichlicke benutzte ich, um die Wahrheit zu erfahren:„Mir kannst du cs schon sagen". sagte ich zu ihm,„hast du deine Frau umge- bracht?" Aber er bewegte verneinend den Zeigefinger hin und her. „Du behauptest also", unterbrach der Sergeant,„daß jener Mensch sich vom Tag des San Agostino an niemals von deinem Pferch entfernt hat?"' Tannine Massaro kniete nieder, küßte die Erde, erhob sich wieder und sagte: „Niemals!" „Und wie erklärst du dann", forscht? der Hüter von Ruhe und Ordnung weiter,„daß er in den letzten Lägen in Lueo, in Trasaeco, in Be- nere, in Telano gesehen und gestern in seinem Dorf erwartet wurde?" „Dieser Mann hat sich seit dem Tag des San Agostino nicht von hier entfernt", wiederholte der Schafhirte. „Warum hast du die Obrigkeit nicht sofort benachrichtigt?" wurde der Hirt« noch einmal gefragt.„Wußtest du nicht, welche Verantwortung du auf dich nahmst, wenn du einem gefährlichen Anarchisten bei dir Unterschlupf gabst?" „Ich habe niemand Ustterschlupf gegeben",, wehrte sich Tarmine Massaro.^Während der ganzen Zeit blieb der Mann dort neben meiner Hütte, wo er noch ist. Er'liegt dort im Schutz des Felsens, er liegt dort am Abhang de» Berges und die Berge gehören allen, auch den Schreinern.. DI« übrigen anwesenden Hirten bestätigte« die Erzählung de» Tarmine Massaro. Dieser wurde trotzdem verhaftet und mußte zusammen mit den Hütern von Ruhe' und Ordnung nach Pescista hinunter/' Bei dun Leichnam, neben der Hütte, bliebe« nur vier Earabinieri, die Gewehre geschultert,. Sie sahen aus, als wollten steSimPlicio warnen: „Wenn d« zu entweichen versuchst! geben wir Feuer!" (Aber Simplicio war schon entwichen.) Ende.. einer allgemeinen Beruhigung der Internationa« len Verhältnisse und zur Begrenzung der Rü« stungSauSgaben auhcracht lassen, welche da» natürliche Ergebnis einer solchen Besserung der internationalen Beziehungen sei» wird. Sn dem der Snnonpolttlk gewidmete« Pas- suS erwähnt die Thronrede einige wichtige gesetzliche Maßnahmen. ES heißt darin u. a>, daß di« hmttigrn Gesetze so abgeändert werden müssen, daß gegen Personen»der Organisationen, welch« »u einer Störung der öffentlichen Ordnung ausfordern oder sie selbst verschulden, wirksamer eingeschritten werden kann. Dem Parlament wird ein Entwurf zur Verschärfung der Gesetze in dieser Richttmg vorgelegt werden, ohne daß dabei die gesetzliche Rede- und Versammlungsfreiheit berührt würde. lassen den Mosley- Faschismus Der englische Premierminister Baldwin, erklärt« im Unterhau», daß es sich bei dem Gesetzentwurf zur Sicherung der öffentlichen Ordnung um ein, dringende Angelegenheit Handl». Die Regierung werde niemals auch nur den geringste» politischen Druck dulden. Die vorbereiteten Maßnahmen würden einem jeden den Mut zur Wiederholung der jüngsten Ausschreitungen nehmen. Der Führer der Arbeiter-Opposition, Major A t t l e», kritisierte die Thronrede, über die rr sagte, daß sie an der Frage der Arbeitslosigkeit und der Unterernährung von Millionen vorübergeh«. ES sei höchst« Zelt, daß Schritte gegen di« Einführung ausländischer politischer Methoden unternommen würden. Stärkerer Hltlerkurs In Oesterreich? VmbUdung des Kabinette Bei Blattschluß wird«n» gemeldet, daß die österreichische Regierung im Laufe der gestrigen Abendstunden wiederum nmgcbildct wurde. ES wurden die zwei Hcimwehrexponenten B a a r- Baareufels(Vizekanzler) und D r a x- ler(Finanzminister) anSgeschifft. Vizekanzler wurde General Hülgerth, Finanzmiuister Obersenatsrat Reumeyer. Außerdem wurde der berüchtigte Handelsminister S t o k- k i« g r r durch Professor T a» ch e r au» Gra, ersetzt. Der bisherige Minister ohne Portofenille Gleise-Horstenan wurde zum Innenminister, der Budapester Gesandte Ren» st ädter- Stürmer zum Minister für Sicherheitswesen ernannt. 50.000 bei Daszynskls Begräbnis Krakau. Das Dienstag nachmittag» hier stattgefundene Leichenbegängnis des verstorbenen Arbeiterführers, ehemaligen Sejmmarschalls und langjährigen Abgeordneten Ignaz Daszyinski gestaltete sich zu einer imposanten Trauerkund- gebung der gesamten polnischen Arbeiterschaft, die mit tauseiwen von Fahnen ihrer Organisationen dem Sarge voranschritten. Dem Sarge folgten die V« r t r e t e r der Regierung, ferner der Bizemarschall des Sejm, zahlreiche Abgeordnete und Senatoren, zahlreiche Vertretungen von Bergarbeiterorganisationen aus ganz Poi len sowie«ine Delegation der polnischen Arbeiterschaft aus der Tschechoslowakei. Die Gewerkschaft»- Internationale sowie die tschechoflowakische sozialdemokratische Partei waren durch den Vorsitzenden de» Senate» Dr. S o u k u p vertreten. Die Zahl der Teilnehmer an dem Leichenbegängnis wird auf annährend 80.969 geschätzt. Streik auf zwei Ozeanen Re« Bork.(Reuter) Von dem Seemannstr«» sind bisher 278 Schift« und 89.099 Pers», neu betroffen. An der Westküste streiken in de» Sägewerken«nd in den Zimmermannswerkstätten 10.009 Arbeiter. Das Seemannstzndikat in San Franzisko hat die Ausdehnung de» Streik» auf alle Häfen in de» Bereinigte» Staate» ange- ordnet. Englischer Protest In Berlin Berlin.(Reuter.) ES verlautet» daß der britische Botschafter in Berlin beim ReichSausten- minister»egen einige Aussprüche der Minister Göring«nd Dr. Goebbels über die Frage der Kolonien bei ihre» kürzlichen Reden, durch dir sich Großbritannien betroffen fühlt«, Protest ringe, legt hat. Gemelndewahlen in England London.(Reuter.) Bei den Wahlen in hse Gemeindevertretungen, welche Montag in annähernd 490 größeren und kleineren englischen Städten durchgeführt wurden, sind nach den bisherigen keine großen Aenderüngen eingetreten hi» auf den Umstand, daß die Läbouxisten fast- überall kleine Verluste auszuweisen haben.■. London.• Um 1.48 Uhr früh warm fps« Sende Ergebnisse der Gemeindewahlen bekannt: onservative 79 Mandate(Verlust 88), Liberale 11(16), Arbeiterpartei 47(l28)?U«abhän- gige 67(26), «r. 256 Seite 3 Mittwoch, 4. November 1636 tfudetendcutscficr Zeitspie&el Gegen die unhaltbare Praxis bei der ErnShrungsaktlon Tiefe Erbitterung unter den arbeitslosen Menschen Wenig staatsmännische Klugheit Dis soziale Not ist trotz der etwas besseren Beschäftigung unserer Industrien tn unvermindertem Matze bestehen geblieben. Die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit machen sich in einem erschreckenden Verfall weiter BebölkerungSschichten bemerkbar. Von der drückenden Slot zermürbt und entmutigt, sind viele Menschen-willenlos geworden und lasten sich vom Leben treiben, bis sie nicht nähr weiter können und zerschellen. Im deutschen Randgebiete ist, gemesten an der Bevölkerungsdichte, die Zahl der Arbeitslosen stellenweise beängstigend groß. Dieser von schwerem Leid zerfurchte Boden ist für jede Art Demagogie eine günstige AuSbreitungSstätte. Daß es an Drahtziehern nicht fehlt, die das Krisenelend zur Entfaltung unsauberer Parteipropaganda betreiben, hat der 19. Mai 1938 hinreichend bewiesen. Dazu kommt aber,- datz wir Grenzgebiet sind und direkt an das D r i t t e Reich«»schließen. Von hier gehen Fäden bis in die internsten Stellen des Nazismus. Die Bevölkerung steht hüben und drüben vielfach in enger Berührung, pflegt Meinungsaustausch. Das bedenke man bei der Betrachtung der im folgenden geschilderten Er- scheinunaen. Bis vor wenigen Wochen war es noch möglich, jedem unserer Arbeitslosen eine Unterstützung entweder in der Form des„Genter Systems" oder der sogenannten„Czechaktion" zukommen zu lassen.' Gemeinde» und Bezirkssozialkommissionen handhabten die Richtlinien in sehr loyaler Art und ließen sich nicht so sehr von dem grauen Buchstaben der kautschukartigen Verordnungen, als vielmehr von den sozialen Bedürfnissen in den einzelnen Familien leiten, Dadurch wurde nicht nur eine Linderung der drückenden Notlage in vielen Familien, sondern auch eine im Staats« intereste gelegene Beruhigung in politischer Beziehung erreicht. Wenn es auch nicht viel war, was die Menschen an Unterstützung bekamen, es schützte sie doch vor den ärgsten Entbehrungen. Stit einiger Zeit hat auch das ein Ende gefunden. Organe der LandesbeHörde, denen das Leid unserer Grenzbewohner fremd ist, haben Kontrollaktionen über dir Durchführung der ErnährüngSaktion eingeleitet. Die-Ergebnisse dieser-Ueberprüfungin bedeuten für die Arbeitslosen der Grenzgebiete geradezu «ine Katastrophe. In Unkenntnis der wirklichen sozialen Lage unter den Menschen unseres Randgebietes ließ man die grauen Buchstaben der Richtlinien sprechen, die noch dazu in der rücksichtslosesten Form guSgelegt wurden. Vom Begriff der„sozialen Bedürftigkeit" scheinen die Beamten der Landerbehörde eine ganz eigene Auf- saffung zu haben, wie folgende Beispiele auS der derzeitigen Praxis der ErnährüngSaktion beweisen: Wenn in einer Familie der Vater und drei erwachsene Kinder arbeitslos sind, erhält der Familienerhalter, in unserem Fall also der Vater, zwei Ernährungskarten. Die übrigen Familienmitglieder gehen leer aus, weil eben schon ein Kartenbezieher vorhanden ist. Diese vier arbeitslosen Personen und dazu noch die schulpflichtigen Kinder samt der Mutter, unter Umständen also fünf oder sechs Ester, müssen von zwei ErnährnngSkarten, da- ist gleich 2d Ki, eine ganze Woche lebm. Eine Umgehung dieser Bestimmung Ist bisher trotz aller Bemühungen nicht gelungen. Die Beamten der Bezirksbehürden berufen sich bei Interventionen auf die Richtlinien, die von der Landesbehörde an sie ergangen sind. Wenn ein Arbeiter sich in Zeiten der wirtschaftlichen Prosperität ein kleines Häuschen gebaut hat, in dem eine Mietpartet wohnt, von der er Hauszins einnimmt, der mindestens 100. flö - per Monat ausmacht, bekommt er leiste Ernäh« i rungSkarten, ohne Rücksicht darauf, wieviel Kin- - der er zu erhalten hat. Bei-Interventionen wird von den Beamten der Bezirksbehörde gefragt,. ob auf dem betreffenden Anwesen Schuldend lasten. Sind Schulden da und der eingenommene Mietzins wird, war natürlich buchmäßig nachzuweisen ist, zur Zahlung von Zinsen und Amortisationen -verwendet, so erklärt man, daß ein Hausbesitzer,, der seinen Zahlungsverpflichtungen, nachzukom- . men vermag, finanziell nicht so schlecht gestellt sein kann, daß er der Unterstützung aus der Er- nähmngsaktton bedarf und, lehnt-seine Ansprüche ab. Sind Schulden vorhanden und der kleine Besitzer bezahlt von dem eingenommenen Mietzins, der-gewöhnlich einen Bagatellbetrag äuSmacht. Zinsen'und Amortisationen nicht, heißt es, daß er ja Iden MietzinS als Einkommen hat sind zur Bestreitung des LebenSunierhäfteS verwendet- also auf die Lebensmittelkarte nicht angewiesen ist.-i.- Bezieht ein gewerkschaftlich organisierter Familienerhalter seine Unterstützung nach, dem stien« ter System, so erhalten seine! erwachsenen arbeitslosen Kinder keine Zniveisnngesi aü- der"Er»äh- rungSaktion mit dcrBegründung, datz-der Lebens unterhalt der Familie nicht bedroht sistl/ Eine besondere Einrichtung hat man sich für die Saisonarbeiter, zu denen auch alle Bauarbeiter gezählt werdeit, geschaffen. Dian nimmt laut der zwischen der GewerkschastSorgani- sation und den Bauunternehinern abgeschlossenen Lohnverträge die Saison mit sechs Monaten an, beginnend mit dem 1, April und endend mit letztem September eines jeden Jahres. Falls nun ein Bauarbeiter im Verlaufe des heurigen Jahres 13 Wochen gearbeitet hat, also die angenommene halbe Saison beschäftigt war, erhält er bis 81. Dezember 1986 keine Unterstützung aus der ErnährüngSaktion mehr. Man führt zur Begründung der AstspruchSablehnung an, daß er sich in den drei Monaten, in denen er beschäftigt ist, so viel zurücklegen kann, datz er die übrige Zeit davon zu leben vermag. Mit 1. Jänner 1987 er- hält er dann wieder die Zuweisungen, weil man ja im vorhinein nicht wissen kann, wie lange er im kommenden Jahr Arbeit haben wird. Diese Maßnahme bedeutet also praktisch, daß der Saisonarbeiter vom September oder unter Umständen auch schon vom Juli bis Ende des Jahres ohne Unterstützung leben muß. Wenn diese Bestimmung schon für die Bauarbeiter zur Katastrophe wird, ist es für die Landarbeiter geradezu ein Verhängnis. Die Löhne der Landarbeiter sind bekanntlich unter jeder Kritik. Durch die Motorisierung der Landwirtschaft ist der früher voll beschäftigt gewesene Arbeiter zum Saisonarbeiter geworden, der nur während der Erntemonate und eventuell noch während des Anbaues eingestellt wird. Die praktische Folge: Landarbeiter können überhaupt keine Unterstützungen aus der ErnährüngSaktion mehr erhalten!* Die gleiche Vorgangsweise wird auch dann beibehalten, wenn in einer Familie irgendjemand in einem ArbeitsverhältniS steht. Ob nun eine Tochter arbeitet, ein Sohn oder der.Vater, ist dabei ganz gleichgültig. Jedenfalls muß dieser eine Verdiener, nach der Auffassung der Bürokra- tie, die ganze Familie erhalten! Ein Mädel beispielsweise, dar in einer Metallfabrik einen. S t u n d e»lohn von 1 Ki hat, istnachweiS- bar verhalten, das Brot.für die ganze,.Familie Bergarbeiter fordern Teuerungsaushilfe Die Bergarbeiter. Fachorganisationen de» nordwestböhmischen Kohlenrevier»„Union der Bergarbeiter",„Svaz hornikü keskoflovenskt reputliky" imd„Jednata hornikü" haben in einer am 2. November in Deplitz-Schönau stattgefundenen Sitzung den Beschluß gefaßt, an den Verein für bergbauliche Interessen im nordwestlichen Böhmen die Forderung auf Gewährung einer e i«maligen TenerungSauShilfe für die Bergarbeiter zu stellen. Die Forderung wird in einer Eingabe an den Verein für bergbauliche Interessen im nordwestlichen Böhmen eingehend begründet. « Die Mord-Drohung gegen Kelsen ■ Professor K elfe n hat dieser Tage einen anonymen Brief bekommen, in dem ihm gedroht wird, daß ihm dasselbe Schicksal erwarte, da» Professor Lessing in Marlenbad erlitt.(Dieser wurde bekanntlich von nationalistischen Mordbüben aus dem Hinterhalt erschossen). Professor Kelsen übergab den Brief dem Dekan Prof. F o l t i n, worauf die AnzeigeUrstattet wurde.'Der Brief an Kelsen wär mit„Heft Hitler"- und eistem Hakenkreuz unterzeichnet. Die Polizei veranstaltete an-.verschiedenen Stellen H a u 8 s u ch ungen und nahm: Schriftproben von den Schreibmaschinen, um fest- stellen zu können,, mit welcher Maschine jene: Drohbrief-geschrieben wubde, Ein Student wurde im Laufe de» Dienstag vorübergehend in Polizei^ gewahrsam genommen. Doppelraubmonl bei Leltmerltz - Montag abends bemerkten Nachharn des Landwirtes Franz Richter ,in Deutsch- Mlik oj e d, daß in der Wirtschaft etiva» borge-, fallen sein, müsse.- Der OrjSvopsteher und der S.chwager-Richters. kprengtewchier,Hoftür auf. Jtstj Hof fanden sie Blutspupen,: die zum Keller- führten.- Jn einer KellereckeMg vor pineylKartoffel-! Haufen.der Besitzet FrHz- Richter, j- Die.Leiche? hatte am Kopfe zwei schwere Wunden, der Schä-' del war durch einen Beilhiebgespglten. Neben der! Leiche fand man zwei große flext^ Nach dem Auf-, finden der Leiche'suchte- mast die Freist und den' Knecht. konnte sie jedoch lange nicht finden. Der Schwager de»' Erschlagenen-glnMin den Stalls NM das brüllende Vieh zu füttern: Als er bei! dieser Arbeit'mit einer Mistgabel ein Bund Stroh zu besorgen, weil man auf Grund ihres„Einkommens" den Vater aus der ErnährüngSaktion ausgeschieden hat. Wenn ein Vater ein verkürzt arbeitender Bergmann, Provisionist oder Sozial» Versicherungsrentner ist, bekommen seine Kinder keine Ernährungskarten, weil infolge dieses Einkommens, das oftmals kaum 100 Kö per Monat ausmacht,„der Lebensunterhalt der F a m i l ie" nicht bedroht ist. Diese Beispiele ließen sich in unendlicher Reihenfolge fortsetzen. Damit hat man erreicht, daß die Zahl der unterstützten Arbeitslosen auf die Hälfte herabgemindert worden ist. Der Staat erspart aus diese Weise, allerdings auf Kosten seiner ärmsten Inwohner, zweifellos viele Atil- lionen. Vergessen wird, welche Stimmung durch die gehandhabte Praxis in weiten BevölkerungSIrei- fen ztvangSlänfig entstehen muß. Menschen, die bisher allen Verlockungen trotzend, zum Staat und feinen demokratifch- fteiheitlichm Einrichtungen standen, beginnen In ihrer Ueberzeugung wankend zu werden, können diese unsozialen imd grausamen Maßnahmen ganz einfach nicht verstehen. Sie vermögen nicht zu begreifen, wie es ein Beamter dieses Staates zuwege bringen kann, einem Menschen kaltblütig die LebenSmöglichkeiten abzuschneiden, ihn bewußt samt seiner Familie dem Himger preibzugeten. Der Staat selbst öffnet der demagogischen Agitation der Henleinpartei Tür und Tor. Schließlich werden oft nur wenige Meter entfernt Arbeitslose des Dritten Reiches nach einem ganz anderen UnterstUtzungSsystem versorgt, so daß die unsoziale Tätigkeit unserer Kontrollorgane in noch brutalerem Licht erscheint.- Diese Praxis in der ErnährüngSaktion kann auf die Dauer nicht ertragen werden! ES schadet dem Gedanken der Demokratie und dem Staatsprestige,. wenn diese Methode fortgesetzt wird. WaS hier gesagt wird, geschah nicht aus Lust an der Kritik. ES geschah-auS berechtigter Sorge um das Schicksal tausender Arbeitsloser, im I n- teresse des Staates. Roch ist eS Zeit umzukehren! Noch kann die Regierung gut machen, waS die Bürokratie verbrochen hat! Noch ist die staatspolitische Gesinnung der notleidenden Bevölkerungskreise zu retten! Möge daher gehandelt werden, ehe eS zu spät ist! Mögen die verantwortlichen Politiker den WarnnngSruf der deutschen So- . z i a l d e m» k rat i e-hören! anstach, stieß er auf die Leiche der Frau Richter, die, unter dem Stroh zusammengekauert, mft mehreren schweren Wunden ebenfalls tot dalag. In der Kammer des Knechtes, der abwesend war, fand man eine blutbefleckte Hose und die Schuhe des Knechtes. Man nimmt an, daß zuerst die Frau und später der Mann ermordet wurde. Naue Arbeitsplätze Die„Neue Morgenpost" meldet: Die seit ungefähr sechs Jahren stillgeleate grotze Spinnerei der Firma Gebrüder Groh- m a n n in W i st e r s ch a n bei Teplitz bereitet sich auf die Wiederaufnahme des Betriebes in kleinem Umfang vor. Je nach der Zuteilung aus dem- Kontingent des Baumwollkartells dürsten 80 bis 120 Arbeiter- eingestellt werden. Ebenso wird der Betrieb der Spinnerei Nr. 8 der Firma P r e i d l in R a b st e i n wieder in Betrieb gesetzt werden. Dort werden 120 bis 150 Arbeiter, die seit der Stillegung des Betriebes im Jahre 1981 beschäftigungslos sind: wieder in den Arbeitsprozeß einbezogen werden. Der Textilarbei- terverband hat nach langen Verhandlungen beim Kartell Zuteilungen aus dem Kontingente für die Firma erlangt und damit die Betriebseröffnung für eine der drei Preidlschen Spinnereien in Räbstein durchgesetzt. Die dem Mautnerkonzern angehörigen Textilwerke der Mattausch A.» G, in Bensen-Neustadt treffen jetzt Anstalten, den alten Betrieb auf den» rechten Pvl- zenufer, der seit langem stillgelegt war, sowie die Mahlmühle mit neuen Maschinen anSzustatten und.den Betrieb aufzünehmen. Im Zusammenhänge damit wird ein BerbindungSsteg über den Polzenfluß errichtet. Die Mntterschulung der Deutschen Jugendfürsorge in Mähren.' Nachdem die Deutsche Lan- dcSkommission für Kinderschutz und Jugendfür- ,sorge imReiwenberg durch den großen Erfolg ihrer Mutterschulungen in Böhmen die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit dieser Maßnahme sichergestellt hat, hat sich.nun auch die Deutsche LandeSkommis- sion für Kinderschuh und Jugendfürsorge in Brünn entschlossen, für Mähren die Mutterschulung in engster Verbindung mit- der. Deutschen Landeskommission in Böhmen astfzunehmen. Desgleichen wird:die Deutsche Jugendfürsorge in der'Slv- Aa'k e i und wähl auch in Sich l e s i e-n mit der MüWschülu^g^n gleicher Weise beginsie». 'Herabsetzung der jlufbewahrungSgebühren in ta» Bahnsarderobm? Der B und der Ber- tl ete.ruÄ d Reise«de n, Fachgruppe. im Allgememöü? Angestellten-Verband R eich e n- b's,rg<,hatjim EiseubHnmiiiistdriüm die Srledi- gung seines Antrages auf Herabsetzung dec Auf- Hltlers Vierjahresplan bcwahrungSgebühren in den Bahugarderoben, wel- cher vor längerer Zeit durch Senator Ernst Grünzner im Zentraleisenbahnrai überreicht wurde, negiert und dabei feststellen können, daß sich das Eisenbahnministerium mit einer Nen- regelnng der AnfbewahrnngSgebühren befaßt. Bei den zuständigen Stellen herrscht die Ansicht vor, daß die gegentvärtige Form der Gepäckaufbewahrung für die Reisenden Nachteile bringt. DaS Eisenbahnministerium beabsichtigt daher gemäß dem Vorertvähnten Anträge die Herabsetzung der Tarife In solchen Fällen, in denen sich der Reisende mit einer Reisendenlegitimation- ausweist. Richtigstellung. In der vom Verbände der „Arbeitersürsorge" heransgegebenen ersten Ziehungsliste ist ein Druckfehler unterlaufen und eS soll bei den Treffern im Werte von KL 10.— richtig heißen: 248.251 bis 218.800, nicht 2-18.251 bis 251.800. Schuß gegen den fahrenden Zug. Vom Sia- tionSanit Sälesel wurde bei der Gendarmerieslaiion Lobositz die Anzeige erstattet, daß vor einigen Tagen gegen Vil Uhr unweit von Salesel gegen den fahrenden Schnellzug 04 ein Schub abgefeuert wurde. DaS Projektil schlug gegen das Fenster eines Abteils dritter Klasse, richtete jedoch keinen Schaden an, da es nur schwache Durchschlagskraft besaß. „Die neue Schule". Im Verlag„Neue Erziehung" in Aussig, erscheint dieser Tage eine umfangreiche Schrift„Die neue Schule", ein zeitgemäße-: Beitrag zur Ausgestaltung der sudetendeutschen Schule. Der King um Madrid noch enger Aus Talavera Wird von den Aufständischen gemeldet, daß die am weitesten vorge- fchobenlm Batterien FranroS die Bororte Madrids unter Feuer genommen haben, gleichzeitig unternehmen nationalistische Flugzeuge hestige Angriffe auf die Positionen der Regierungstruppen. Die Eroberung deö Flugplatzes G e t n f e durch die Aufständischen wurde nicht bestätigt. Die nationalistischen Flugzeuge warfen über Btadrid Flugzettel ab, in denen behauptet wird, daß jeder weitere Widerstand zwecklos sei. In der Stadt selbst herrscht jedoch Ruhe, die Bevölkerung ist zur Berteidigmig der Stadt nach wie vor entschlossen. lieber die Umbildung der spanischen Regierung wird der„Prager Presse" über Paris gemeldet: „Die Umbildung der spanischen Regierung ist, wie von syndikalistischer Seite mitgeteili wird, beschlossene Tatsache. Sie kann als Ergebnis der Reise angesehen werden, die Präsident Azaüa kürzlich nach Barcelona unternommen hatte. Es handelt sich um eine Erweiterung der Regierung vor allem in dem Sinne, daß Vertreter der Anarcho-syndikalistischen Gewerkschaftskonföderation zum ersten Male in der spanischen Geschichte in eine Regierung eintreten. Gleichzeitig lvird aber auch der gemäßigt bürgerliche Flügel der Regierung t rstärkt. Die Verteilung der Portefeuilles wird so vor sich gehen, daß je 5 Portefeuilles die Sozialisten und bürgerlichen Republikaner der Richtung Azaüa erhalte», die beiden Kommnnisten, die der Regierung bisher angehürten, verbleibe», und daß die Syndikalisten durch vier Vertreter repräsentiert sein werden. Weiters gehört dem Kabinett wie bisher ein baskischer Katholik an. Znm neuen Jndu- strie» und Handelsminister ist der syndikalistische Sekretär Peiro designiert worden, der aber als Milizionär an der aragoniscben Front kämpft."'' In Karies Budapest. Nach Informationen ans eingeweih» ten Kreisen ist ein in Rom abznstnttender Bestich des ReichSverwcserS Horthy geplant. Der Zeitpunkt hierfür ist noch nicht festgesetzt.. Berlin.«- ch y n k, Frau Anna-Bechyniovä,-Wiiwenach dem Inspektor der Staatsbahnen, statt. Anna Be. chyniovä starb'am 81: Oktober, im Alter von 88 Jahren.. An der Einäscherung nähmen äusser den Verwandte» Vertreter des EisenbähnmiNiske- rimns, der politischen Bezirksverwaltung,. der Eisonbahndienststelle und Arbeiterorganisationen teil.'Die Träuerkündgebung hielt Lehrer I a n d a'. Zugszusammenstoff.(Amtlich.).• Auf-«mer ungeschützten Uebersahrt der Strecke Krijova BeS —Spiöskä Bola(Slowakei)' stiess am 80. Oktober der Motör-Persvnei»zug Nr. 4820 mit einem Automobil der staatlichen Forstverwaltung auS Javorina zusammen,' wobei der Ingenieur) der Forstverwaltung Dejmuth schwer- und Ingenieur Rubel und Pföfer leicht verletzt wurden.' Der SchienrnautobuS entgleiste Mit beiden Achsen. KinoS mit Tränengas. Am Moptag abends explodierten neuerlich in fünf Lichtspieltheatern am Broadway zur gleichen Zeit Tränengasbomben, die durch«in Uhrwerk zur Entzündung gebracht worden waren. Sech- Personen wurden verletzt. In zwei. KinoS entstand unter den Zuschauern'«ine Panik. Die fünf Lichtspieltheater gehören sämtlich einer Gesellschaft! Maichnimmt daher an, dass eS sich bei den Anschlägen um einen Racheakt handelt.' Die See gibt Ihre Toten wieder,'.. An der Mittelmeerküste, etwa 100 Kilometer westlich von Alexandrien, wurden. 15 Leichen sowie Schiffstrümmer angeschwemmt. ES.handelt sich' um Ueberrest« des ägyptischen Küstendampfers„Abdel Latif", der seit einer Woche vermisst wird. Die Ursache des Unglücks ist vollkommen in Dunkel gehüllt, ha seit 14 Tagen ruhige See herrscht. Der Flnst trägt Leichen und Särge.* Die Ueberschwemmungen im Flussgebiet des Targa Jiu (Rumänien) gestalten sich immer drohender. Die betreffenden Gegenden, bieten den.Anblick'vollkommener. Vernichtung. Im Hochwasser sind, hie »md da nicht bloß'schwimmende Menschenleichen,, sondern auch Särge zu sehen, die von den Friedhöfen abgeschwenunt wurden. In Transsylvanien halten die Regengüsse an und«S besteht die Gefahr, datz die Ueberschwemmungen auf weitere Gebiete übergreifen. Doppelseltftmord. Im.'21.. Wiener Bezirk erschoß Dienstag nachmittags der 48jährige Kanz- leigehilfe Leopold W a I l^f ch seine Geliebte, die 39jährige Buchhalterin Anna B a v r a in Ihrer Wohnung und wandte sodann die Waffe gegen, sich selbst. Die Bavra wurde bereits tot aufgesundenj Walltch wie» eine tödliche Verletzung auf. Wallich, der geschieden war, hatte di« Tat im Einverständnis mit' der Bavradurchgefiihrt, da ihrer Ber- ehelichung unüberbrückbare Hindernisse entgegenstanden. Wo war daS Erdbeben? Di« selSinographi- schen Instrumente der Budapester Erdbebenwart: verzeichneten Montag um 16 Uhr 11 Minuten ein Fernbeben, aus einer Entfernung von 8700 Kilometern. Um 21 Uhr 29. Min. wurde aus.derselben Entfernung ein zweites stärkeres Beben mit einer Maximalschwingung von 22 Millimetern verzeichnet.' Ein Haarmann in Polen.. Dieser Tage wurde im Dorfe Bugaj, Gemeinde Wrzosowa, bei Tschenstochau, der. dortige Einwohner. Antoni G a p wegen Ermordung eines vori'chersahrenden LandmanneS verhaftet. Gap hatte'den Landmann in seine Wohnung gelockt, da'er glaubte,■ daß dieser eine grössere Summe Geldes bei sich haben wird/. Er ermordete den Ahnungslosen' und‘tieri grub die Leiche mit Hilfe'seiner Tochter'hinter der Scheune. Der Landmann hatte" nur vier Zloty bei sich, die sich Gap aneignete.'Außerdem verkaufte, er Pferd und Wagen des Ermordeten. Die'furchtbare Tat wurde aufgedeckt, und, nach Festnahme.des Gap kam noch ein weiteres Ber- ' brechen an den Tag. Und ztvar stellte es sich heraus,'.daß Gap im, vorige»» Winter, eiiw jyNge Frau,' mitt' dettÄ- zwei- Jähr«' zusammengelebt hatte;, und deren, vierjähriges Söhnchen ermordet hat!-Die Leiche der Frau wurde,Lisher^nicht gefunden'.'!. Man itiinmt<än, dass.' Güp noch andere Moiidtaten mif dem Gewissen hat.. Amerikanische Zeitungsnotiz.(mb) Die „New Aork Herald Tribüne"(Pariser Ausgabe)' meldet wörtlich:'„Atlantic City," am Oktober 24.-—Acrzte des Siädtisihen Spitals pon Atlantic City meldeten. heute-um die Mittagszeit, dass.die am'letzten. Samstag von Jerry Eonsofto, fünf Jähre alt, wohnhaft Atlantic Avenue 1925 verschluckt«' demokratische Wahlnadel glücklich seinen' Körper verlassen hat.' Die Wan» dcrung der Mädel' würde täglich' mit Hilfe von L-Strahlen beobachtet, und»uan beabsichtigte, soförtzu operieren, falls es nötig'tv'ürd'e. Der Knopf. trüg-däS Bild des. Senators William H. SMytherS, eines Kandidaten für den' Senat der Bereinigten.Staaten."-— Senator SMatherS und dje Demokratische Partei werden' sich über die. nette' Reklame gefreut/- haben. .„Undemokratisch« Demokratie."(>nb) Die Rechtspresse aller Länder macht viel Aufhebens davon,' daß die FrnhjahrSwahlcn in. Spanien der BolkSfrontdie Mehrheit', im Parlament gegeben haben, obgleich nicht die. Mehrheit der Wähler für,sie gestimmt'hatt«. Zweifellos ist ein Wähl- fhstem, daS' derartiges.Möglich macht, nicht»fehlerlos. Immerhin unterlassen, die gleichen Blätter» eS. taktvoll,.darauUyinzuw'eisen, daß»dieses System auch bei. den iWhkrn von 1988 in Gel« tung war, bei bene»'die dainäls geschlossen auftretende Rechte» siegte;' Ungerechtigkeiten.. ähnlicher' Art sind über'auch''außerhalb Spaniens möglich.» Die United Press verbreitet' zur Zeit einen Artikel, in dem dargelegt wird, daß nach dem WahlnwduS»- der-'Vereinigten- Staaten'— also eines prominenten demokratischen Landes.— 1 durchaus- die Möglichkeit besteht, daß'Roosevelt ödet Landon'»trotz geringerer Stimmenzahl in der-Präsidentenwahl'siegen werden.' AehnlicheS hat sich bereits zweimal ereignet: 1878 ist Hayes zum Präsidenten'gewählt worden;»-Sein Gegner Tilden hatte 200.000 Stimmen mehr'als er, 1888 siegte Cleveiand, obgleich er 100.000 Stimmen weniger bekam als sein Gegner Harrison;•'■ . Die Netter Spaniens. ,(»nb.) Bei einem an der.Front'von. Siguenza gefängengenonune.nen Rebellenossizier» fand- man.-folgende.Anweisungen:!«Um. das Hinterland'fest in'-der. Hand zu behaltens, muß man- dem.Feind Schrecke»» ein- jagen. Sofort nach Besetzung eiltet. Or^st^st. ist ettie"Ä»zM bekannter Einwohner samt Frauen und Kindern zu erschießen. Das- muß öffentlich und in eindrucksvoller Weise geschehen,.um darzutun, dass wir jeden.Augenblick bereitsind,,ähnliche Maßnähmen-gegen-all« zu- ergreifen,-denen«S einsallcn sollte, sich, gegen-unS zu erheben.' Man muß die- Moral des Gegners'»»zerstören,'-indem man jeden in der Kamptzone liegenden Ort wie ein Schlachtfeld behandelt. Es hat-sich gezeigt, datz zur Zerstörung-der'gegnerischen-Moral der Angriff auf Krankenhäuser und Lazarette' ein be- sonders wichtiges Mittel ist.. CS'ist wichttg,'sich an-diese Lehre auS dem Weltkrieg zu erinnern." — Die„Befreier Spaniens", hinter denen»nach einer gewissen Presse die grotze Mehrheit- des' Bockes. steht, wissen natürlich: reiht--gut' Bescheid'- um diewir k l ich e< Gesinnung ihrer Landsleute, sonst würden-sie» derarttge Mittel nicht' für Nötig' halten.. - DaS Serun» der Tuberkulöse». DaS»Blutserum- mancher..tuberkulös--erkrankten. Personen hat'die Eigenschaft,»däS Wachstum der Koch'scheu- Tuberkelbazillen-.'in'-den^ Kulturen-zu hemmen. riekung 6er ieis55enlo««rle U n v e r b> n d l i ch. Prag. Bei der D i e n S t a g» Ziehung-, der 85. tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden mach-, stehende Gewinste gezogen: 20.000 Ke das Los Nr.: 28692. 10.000 K5 die Lose Nr.: 19115 46558 83111 96034. 5000 Kö die Lose Nr.: 2973 9736 12978 21920 84907 35818 38607 42575 49847 60339 65832 80650 105406 108525. 2000 KO die Lose Nr.: 3676 8938 8484 8662 10749 14119.14250 26181 30941 82968 85755 86206 36851 37008 37780 88860 39859 46809 48390 51143 55859 55494 55552 57124 57821 59217 62096 62115 63115 64128 67894 68251 71441 72916 73552 73574 75057 75994 77521 79521 80465 83807 87995 91148 91865 101564, 102046 102089 102242 104869 110719. Diese Eigenschaft wird von Courmont und Gar- däre, hie sich feit Jahre»» n»it den einschlägigen Problemen befassen, nicht nur als Zcichen^iir ein« vorhandene ttiberkulöse Infektion angesehen und so diagnostisch verwertet, sondern auch als Beweis für den Grad der Widerstandskraft des Kranken gegen die Infektion«ingeschätzt. SensätionSprozest. Bor dem Schlvurgericht In Leoben begann DienSfag ein Mordprozetz, der weit über die Grenzen Oesterreichs Aufsehen erregt. Astge- klagt wegen Raubmorde» an der Gattin de» rumänischen Obersten Maria Parcasanu ist der 24 Jahre alte, in Ungarn-geborene Student Karl- Straffer. Am 20. September 1988 fand«in Streckenwärter neben den Geleisen der Eisenbahnlinie Wien—> Innsbruck in der Nähe der Statton Adinont die Leiche der Gattin des rumänischen Obersten' Par» easanu. Der Mörder— er hat ein Teilgeständnis abgelegt— hat höchstwahrscheinlich sein Opfer plötzlich überfallen und nach hartem Kampf durch das Abieilfenster auf den Bahndamm geschleudert. Er hatte- stch deS wertvollen Schmuckes feines Opfers be» mächttgen. wollen. In der Untersuchung ergab sich der Verdacht, datz Straffer im Aufttage der berüch» tigten bulgarischen Eisenbahnräubers Traßsn Teode- rescu gehandelt habe. Bisher konnte man aber dieses Mannes-nicht habhaft werden. Wieder schlechtere»' Wetter. In einem Hoch« dnickkeil, der vonSLdwesten her gegen Mitteleuropa reicht, hat«» sich teilweise ausgeheitert. Im Gebiet« der: Republik hörten die Niederschläge ganz auf uny die'Temperaturen stiegen auch stellenweise-über deä Normalstand. Die Besserung wird jedoch nur- vorübergehend sein. Voraussichtlich wird bei uns bereit» unter dem Einfluß einer Randstörung, dl'«' vom Westen her gegen da» Festland fortschrcitct, ein« neue Verschlechterung«intteten.— Wahrscheinliche» Wetter Mittwoch: Unbeständig, mit Neigung zu NiederschlSgöti, Erwärmung, Westwind.— Wet- terauSstchten für D o n n e r S t a g: Veränderlich, Schauer, Abkühlung, Nordwestwind, Vom Rundfunk Empfehle»«» erte» an« den Programmen» Donnerstag Prag I: 10:05 Deutsche Presse. 10:80 Schallplatten.. 12.10 Schallplattenkonzert. 17.45 Deutsche Sendung: Für die Jugend: Das tapfere Schneiderlein.-18.46 Deuttche Presse. 19.25 Mujiks Salonquartett. 20.00 Ucb'ertragung aus dem Smetana» saal:-Feier zu'Ehren MachaS, Tschechische Philhar« uwnie. 21.80 Orgelkonzert.— Prag II: 7:80 Po« puläreS Konzert. 14.15 Deutsche Sendung:Ober» landesrat Kubelka: Neuregelung der ösfenttichen Ar« beitSPermittlmig. 14.88 Schallplatte». 14.80 Deutsche Preffe. 18.00 Jazzmusik.— Brünn: 11.05 Sag lonorchester. 17.40 Deutsche Sendung: Wlasäk: Für den Frieden.' 19,25 Chorkonzert.—Pressburgt 16.1.m,- vorläufig sucht. die.belgische Polizei fieber» haft diesen anonymen Urheber der verbrechen der -Modistin. Ustd die'Einwohner der Stadt helfen der'Polizei. Dauernd'erscheinen Leute, die di« ividersprechendsten Angaben über seinen Aufenthalt machen. Mit seiner Verhaftung wird die Affäre in ein neues Stadium treten. Zwei Monate Gefängnis für deutschen Schreib- und Leseunterricht. Josefine Leiner au» villnöß bei Klausen in Südtirol wurde lürzlich wegen Erteilung deutschen Hau»unterrichtcs an mehrere deutsche Kinder zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Da die Beschuldigte mittellos ist, konnte die Geldstrafe nicht eingebracht werden, sie wurde daher in eine Mreststrafe in der Dauer von zwei Monaten verwandelt. Der Schauspieler Han» Brausewetter vom Berliner„Deutschen Theater" wurde von der Bühne herab verhaftet. Als offizieller Grund wurde angegeben, datz er homosexuellen Verkehr gehabt hat. Ein tiefer Griff. Der ehemalige japanische Eisenbahnminister Uschida wird unter der Beschnl- digting, sich zu Unrecht um 50 Millionen Den bereichert zu haben, unter Anllage gestellt werden. Stimmen für Doriot.(mb) Herr Jacque» D o« riot, Bürgermeister von St. Denis, ehemaliger Kommunist, heutiger Faschist und die Hoffnung der Unternehmerverbände, halle für die Wahlen zum GewerkschaftSauSschuß seiner Gemeinde eine eigene Liste mit den Vertretern seiner Pseudogewcrkschaft aufgestellt. Von den abgegebenen 5880 Stimmen erhielt die sozialistisch-kommunistische Einheitsgewerk- schaft 518s, die. faschistische PorfotMewerkschaft. 3 (in Dorten d r e il). Die übrigen Stimmzettel waren leer. Die klcMIinlen»Ur eile Subventionierung der tschecho* slowakischen Filmproduktion (R. F.)„Prävo Lidu" veröffentlichte kürzlich die Richtlinien, die von der FilmberatungSstelle auf Veranlassung deS Schulministerium» für die Gewährung von Subventionen aus dem Registrierungsfond» test gelegt worden sind: Subventionen werden nur für tschechoslowakische Filme bewilligt, d. h. für solche, deren Stoff, Drehbuch und Musik von tschecho« slowakischen Staatsangehörigen stammt, deren Produzent, Regisseur und übrige Mitarbeiter den gleichen Bedingungen entsprechen, und die in tschechoslowakischen Atelier» hergestellt wurden, von der letzten Bedingung sind Ausnahmen zulässig, soweit sie im Stoff de» Filmes begründet sind. Ausländer dürfen m solchen Filmen nur au? zwingenden Gründen auf Ansuchen de» Produzenten und nach Anhörung der FilmberatungSstelle beschäftigt werden. Die Subvention wird überdies nur dann gewährt, wenn der betreffende Film in seinem Stoff, seiner Tendenz und in seiner AuSführnng nichts enthält, wa» gegen da» öffentliche Interesse, und besonders gegen die Konzeption des demokratischen Zusammenlebens in unserem Staate, oder gegen die kulturellen und volk-erzieherischen Bestrebungen der Schulverwaltung verstößt. Außerdem kann die Filmberatungsstelle die Subventionen verweigern, wenn sie das Produktionsprogramm de» Film» au» irgendwelchen Gründen nicht zur Kenntnis nimmt. Die Entscheidung darüber kann erst nach der Vorführung des fertigen Films gefaßt werden. Die Subvention beträgt im Normalfall höchsten» 70.000 Ki. Dieser Betrag erhöht sich auf 140.000 KL, wenn das Thema des Films von der Beratungsstelle zur Verfilmung empfohlen worden ist. Eine weitere Sub- vention bi» zu 210.000 KL erhalten die Produzenten eine» Film», der hervorragende künstlerische Qualitäten besitzt, von denen ein Beitrag zue kulturellen, gesellschaftlichen und künstlerischen Weiterbildung der Staatsbürger zu erwarten ist, Im Zusammenhang mit der Hebung, des künst- leOschen und ideologischen Niveaus unserer Filmproduktion ist die Gründung der T s ch e ch o s l ch« waktschen Filmgesellschaft Herborzuheben. Vorsitzender dieser Körperschaft wurde der Schriftsteller Dr. vladiflav V a n i u r a. Die Gesellschaft will durch Interventionen bei den zuständigen Behörden, durch die Empfehlung und Durchsetzung ernster kultureller Themata und durch die Veranstaltung Von Borträgen und Diskussion»- abenden an der Hebung unseres Filmwesen» Mitarbeiten, if Seite 6 „Sozialdemokrat Mittwoch, 4. November 1936. Nr. 256 CORONA Adresse: —cis— Sped Spiel- Xorperpslege Im Jahre 1087 eine restlose Erfassung aller Ortsgruppe Prag. M o n t.a g, den 0. Novern- ber, abend»'8 Uhr, Elternabend. ES spricht Gen. Erich Ollenhauer über Erziehung zum sozialistischen Aufbau.. Die hohe Qualität der I AtuS-Bewegung, welche in der nächsten Zeit durch zahlreiche Vereins schau turn en unter Bc- | weis gestellt wird, soll Gemeingut aller Vereine werden. Mit gegenseitiger Hilfe soll es allen Atus» I Vereinen gelingen, im Jahre 1987 durchschlagende Werbeveranstaltungen durchzuführen. JCfadeca L. freunde Die mageren Jahre.(Tragikomödie von Nein! Aubert, Ständethcatcr.) Die mageren Jahre sino die Jahre der Krise, die nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse, sondern auch die Menschen zu ihrem Bilde uinmodelte. Der junge französische Autor hat in seiner Komödie— ähnl.ch Ivie Werner in seinen„Menschen auf der Eisstoolie"— den überlieferten Anschauungen von Fieiss, Sparsamkeit, guter Sitte, tüchtig den Garaus gemacht und wenn er auch nicht gänzlich zu dem leichten Lebensstil Ja und Amen sagt, findet er doch keinen anderen Ausweg aus dem Elend der Zeit, als zu nehmen, was sich bietet. Das Vorspiel zeigt eine kleinbürgerliche Hochzeit aus dem Jahre 1910 mir der poetisch angehauchten Braut und einem strebsamen, fleissigen und schon dmnalS geizig rechnenden Manne, der seinem Traume einer bürgerlich gesicherten .Existenz sein spätere» Leben, da» Glück der Familie und sede Freude opfert. Sein Bruder und sein Schwager schlvimmen mit dem Strom der wirtschaftlichen Wandlung auf und nieder, er steckt sein geizig zusammengesparteö Geld in die Firma, um im Jahre 1988 mit ihr bankerott z» werden. ES bleibt-nur eine Wahl— unterzugehen im Hunger oder nach dem Beispiele des Bruders und Schwagers nach dem Rettungsanker des schmutzigen politischen Emporkömmling» zu greifen. Die zwei jun- gen Menschen, die die auf den Platt tretende jüngste, Generation repräsentieren, teilen sich nach rechts und nach link».— Herr Karen hatte in der Hauptrolle einer knauserigen Karrieristen kleinen Formats und Hausitzrannen einen guten Typus de» französische» Kleinbourgeois gezeichnet, Herr Vhdra war ausgezeichnet in der Episodenrolle des Firmeninhabers, dagegen wusste Frau Paiovä mit ihrer sentimentalen Tony nichts anzufangen. Das Stück hätte auf Erfolg rechnen können, wenn sich der Vergleich mit Werners viel stärkerem Spiele nicht immer aufgodrängt hätte; doch gab es Beifall genug. nt. i. Wochenspielplan de« Renen Deutschen Theaters. Mittwoch 8: Schneider im Schloss, Erstaufführung, B 2.— Donnerstag halb 8: Cavalieri; rustieana. Der Bajazzo, Gastspiel Jarmila KSirovä, C 2.— Freitag 8: Schneider im Sch lo ss, D.— Samstag halb 8: B o r i s Godunow, C 1.— Sonntag halb 8: DieRei- terpatrouille, Arbeiiervorstellung, halb 8: Die Fledermaus, volkstümliche Vorstellung. Wochensplelplan der Kleine» Bühne. Heute, Mittwoch, halb 8 Uhr: Die Reiterpatrouille. Bankbeamte II und freier Verkauf.—Donnerstag 8: Die Freier,— Freitag halb 8: Die Reiterpatrouille, Theatergemeiude des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8 Uhr: Gefallene Engel, Erstausführung.— Sonntag 8: Uu en t- schuldigte Stunde, halb 8: Die Hofloge. krreugnlo der ältesten amer. Fabrik rar PORTABLE SCHREIBMASCHINEN ülBIAN& Co,, Präs fapfinskA 32. Sonnen Sto mir ein CORONA Prospekt Name: Ansetreten— zu neuer Arbeit! Die Bundesappelle in Westböhmen sind'vorüber; zwei glänzende Appelle im 2. Turnbezirk haben die Besucherzahl für den 6. Kreis auf 4 5 0 Funktionäre erhöht. Von den 180 Attts-Ver- einen des Kreises waren 90 bei den Appellen. Zehn Böhmerwaldvereine, welche durch die ungeheueren Entfernungen nicht e^asst werden konnten, bilden mit zehn Fussballvereinen und zehn untätigen Arbeiter-Turnvereinen die Gruppe der nichterfassten Vereine. Der neue Arbeitsplan wird dafür sorgen, Freitag, den 8. November, im Grossen Saal des Handwerkervereins Partelmltslleder-Versammluns Im Rahmen unseres BildungsprogrammS spricht Gen. A l e x a n d e r S t e i n zum Thema „Die Sowjet-Anion und der Sozialismus". Beginn 20 Uhr. Zutritt nur für Partei- und SJ- Mitgliederl Ebe launische Frau Das ist ein amerikanischer Lustspielfilm, den ein flotter Regisseur(Waller Lang) mit einer begabten Darstellerin(Carola Lombard)' nkkd einem rontinierten Ensemble von Komikern und Liebhabern inszeniert hat, ein Film, bei dem es manches zu lachen gibt und der nur dann bedenklich erscheint, wenn man die Frage stellt, worüber hier eigentlich gelacht wird. Der Kritiker hat die Pflicht, diese Frage zu stellen, und er muss sagen: es wird hier über die Launen einer Frau gelacht, die mit einem Angestellten, verlobt ist und dem, Chef ihrer Bräuti gams allerhand Schwierigkeiten macht, als er sie für sich erobern will., Er wird über die gutgelaunten Bemühungen des Chefs gelacht, der mit Juwelen. Schosshunden alkoholischen Getränken. Intrigen, Zu- dringsichkeiten und Grobheiten nicht spart, um sein Ziel zu erreichen. Und es wird darüber gelacht, dass er es erreicht und dass der Angestellte sich mit einer Gehaltserhöhung, und der abgelegten«Geliebten des Chefs tröste» muss. Was Beaumarchais tm 18. Jahrhundert zum Gegenstand des nicht nur amü sante», sondern auch rebellischen und umsturzkün» denden»Figaro"«LustspielS machte: das Gelüst des Herren nach der Braut des Knechte»,— das wird heute im Hollywood-Film zu einem quietschvergnüg ten Schwank auf Kosten derer, die mit den koftspie-, liaen BerfübrnngSkünsten der kapitalistischen Herren nicht wetteifern können.-Der alte Beaumarchais' war in technischer Hinsicht rin Tölpel im Vergleich kurie verseben werden, zu. diesem Film—in geistiger und moralischer Hin-——-— sicht aber ein Riese. Baumgarten allein * In den kahlen Bäume» hängt, der Dunst wie schwarzer Flor. Braunrotes Laub schlägt hindurch, als sei es Rost. Gefallenes Laub mugert die Wege, gebuchtete Blätter der Eiche, die kleinen Goldherzen der Btrten, dec weisse VlÜich der Silberpappel, die Zackensterne des Ahorns mit schwarzen Flecken, die den Samtaugen auf Schntetterlingsflügeln ähneln. Bucheulanb raschelt fasst llirrend, als seine die Blätter aus dünnem Kupferblech gestanzt. Laub bedeckt die Fläche des Wirtsgartens. Die fahle Sonne findet die Tische und Stühle nicht mehr, über die noch vor kurzem die Militärmnsik hinschinetierte; sie sind fortgerämnt. Ter Musikpavillon ist mit Brettern verschlagen und die tveissgestricheuen Kandelaber lassen schon an da» Weiss des Winters denken. Aus de» Teichspiegeln treiben welke Blätter, lauter Inselchen im Spiegelbilde der Weidensträhnen. Kinderstimmen Halle» fern, verdeckt von Stille und Dunst. Tie Luft schmeckt herb nach dem Atem der feuchten Erde, nach welkem Laub. In den Rasenfläche» rascheln und scharren die Amseln; überall tauchen die schtvarzen Figürchen auf Ivie huschende Männerchen. Ein Rotkehlchen- trippelt über den Weg. Schmuck ist das Körperchen, ollvgrau mit rostroter Brust. ES pickt mit reizenden Verbeugungen, äugt und trippelt weiter. Unverhofft raschelt es in der Nähe. Ein Buntspecht sitzt am Stamm. Mit halb gespreiteten Flügeln gleicht er einem riesigen Falter. Mit den Krallen ans der Rinde kritzelnd klettert er ein Stück, verschtvindet hinter dem Stmnm. lngt wie ei» Schatt um die Rundung, fliegt schwingend davon. Immer nur eine kurze Strecke von Stanun zu Stamm. Tatnr verschwindet er im dunstigen Geflecht der Minne, als habe der Park nur eines feiner reizenden Geheimnisse für ein Weilchen zeigen wollen, um es gleich tvieder in seiner Tiefe zu verbergen. Die Sträucher'tthcn schon fast kahl, leere Gerüste des Sommers. Schneebeeren und lackroke Berberitzen hängen in de» Ztoeige» als letzter Schmuck. Die weissen Beeren locken, sie zu pflücken und mit leichtem Tritt uitterm Schuh Platzen zn lassen. Ein Kinderspiel— wie lange Isis her. dass ein kleiner Trippetschritt danach verlangte, während dar Kin- derhändchen es dich siihlen liess: wieviel Vertrauen liegt in dieser kleinen Hand, die sich so warm in die deine schmiegt. Hinter dem Dunst der Bäume klingt Musik. Trauermusik— oben hielt vorhin der Leichenlvagen vor der kleinen Kirche. Durch den Jammerlaut der Glocke klang Gesang von drinnen und Kerzen schimmerten über dem blnmenbedeckten Sarge. Langsam sich entfernend schreitet die Musik einen letzten Weg ab. lind der herbstliche Park nimmt ihren verwehen« dcn. Hall in seine Stimmung auf. Blatt fällt für Blatt, taumelt sacht und lautlos hin, müde und verträumt. Tag für Tag rinnt dahin, Jahr um Jahr versinkt im Unendlichen. Und die Stunden sind wie die Regentropfen an den schwingenden Drähten, denen du vom.Fenster de» fahrenden Zuges aus pach- sfnnst. Blitzend glänzen sie, tpix silberne Roten einer Melodie in die Linie» der Drahte gesetzt. Langsam gleiten sie und am Ende rinnen zwei ineinander, werden schwer und stumpf für einen Augenblick und fallen lautlos und spurlos vor deinen Augen... , Die Generalversammlung findet,«» -Mittwoch, den 4. November,4m Hotel .^Monopol" statt., Es ist Pflicht der *'Mitglieder, an dieser Generalver«, d unmlung tcilznnehmcn. Tagesord- PRAG' nung: Protokoll, Berichte der Funktionäre; Bericht der'Kontrolle- Bbr« frag-des Kreissekretärs Genossen K u n i-g, Jugend« aktion, Wahl des Ausschusses,. VerschiedeneS..i?e» ginn piinktlichmmö Uhr.!-<'-V;;•■■’ J■\if Westböhmischer Arbelter-FuBball Wechsel in der Führung Der Kreismeister Graslitz erzielte Sonntag auf eigenem Platz den erwarteten Erfolg. Die Entscheidung fiel sedoch in Fischern. Der bisherige Spitzenführer ASB N c u d e t musste vom Atus Fischern eine knappe Niederlage in Kauf nehmen und damit die Führung abgeben. Atus Karlsbad hat in C h o d ä u mit einem unentschiedenen Spiel eilten Punkt gerettet; dies genügte jedoch nicht, um das in Franzensbad erfolgreiche Unter- reich enau am Vorrücken zu behindern. ASB Maierhöfen lieferte auf eigenem Platz nur ei» unentschiedenes Spiel gegen Drahowitz, der Anschluss an das Mittelfeld in der Tabelle ist damit noch nicht erreicht. Eine Ueberraschüng war der Sieg des FFK Falkenau in Sch an kau, denn bisher konnte der FFK dort nicht gewinnen. Die Tabelle der ersten Klaffe bietet noch immer ein Bild ausgeglichenster Spielstärke. Acht Mannschaften stehen in einer Punktespannung von vier Punkten Schulter an Schulter in der oberen Hälfte, die-verbleibenden vier Vereine weisen in letzter Zeit gute Zeichen wachsender Spielstärke auf. Die Spiele vom Sonntag: ÄSB Maierhöfen gegen Atus Drahowitz 1:1, ASV Graslitz gegen AiuS Aich 9:8, AiuS Fischern gegen ASB Ncudck 3:2, Rote Elf Chodaü gegen Atus Karlsbad 0:0, AtUS' B e z ti g S b e di n g u n g e n: Bei Zustellung ins Hau» oder bet Bezug durch die Post monatlich FL 16.—, vierteljährlich AL 48.—, halbjährig AL 96.— gänzjäbrGAL 192;—— Inserate werden iM Tarif billigst berechnet Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken/— Die ZeitungöfraNkalur nuirdc vonder Post-'und'Tele» graphendirektion mtt Erlass Nr. 18.800/VII/1080 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS", Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G. Prag.‘ Hmekissaal Militärischer Verrat Prag.(Tsch. P. B.) Vor dein Senat de» Kreis« strafgerichteS Prag für Angelegenheiten des militärischen Verrates wurde unter dem Vorsitz des Ge» richisrateS Dr. Bernäsek am 8. November d. I. der ungarische Staatsangehörige Johann Lätka, gebürtig aus Lipi. Sv. Miknlä» in der Slowakei, wegen des Verbrechens des Militärverrates und der Mitschitld am Militärverrat das Urteil gefällt. Der angeklagte Johann Lätka wurde dieses Verbrechen» schuldig erkannt und zi> schwerem Kerker in der Dauer von 18 Jahren, sotvie zu einer Geldstrafe von 6000 Ai mit entsprechender Verschärfung, zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und zur Ausweisung aus dem Gebiet der Tschechosloivakischen Republik nach Ber- FranzenSbad gegen Atus Unterreichenau 0:5, Echankau gegen FFK Falkenau 2:4. Die Tabelle » Nur die erste Gruppe der zweiten Klaf.se des ersten Fussballbezirkes spielt noch die Herbstserie. Zwei Sonntage laufen die Spiele noch, da neu» Mannschaften beteiligt sind. Der Spitzenführer S ittm v Sgrün hat sich Sonntag bei seinem letzten Spiel von der Maierhöfener Reserve schlagen lassen. Roch steht SittmeSgrün an der Tabellen« spitze, doch kommen Sportbrüder Elbenberg mit sieben und gar Altrohlau mit nur sechs Spielen in bedenkliche Nähe. Eibenbem hat wieder gewonnen, diesmal in Weheditz.. Auch ASV Altrohlau bleibt überlegen, die Sodauer mussten dies bemerken. Hoch hat sich Nenrohlau gegen Thierbach durchgefetzt, an der Tabelle konnte der Sieg jedoch nichts ändern.— Die Ergebnisse: Sportbrüder Elbenberg gegen AtuS Weheditz 4:0. ASB Altrohlau gegen Atus Sodau 8:8, Atus Neurohlau gegen ASB I Thierbach 10:1, ASB SittmeSgrün gegen Maier«, I Höfen Reserve 1:5. Du bist mein Glück Allmählich erschöpfen sich die möglichen Variationen, die da» abgenützte Thema Liebe eine» berühmten Tenor» zuiässt. Die Filme mit Benjmnino Gigli haben ihren Vorzug— die wunderbare Stimme de» Tenor» und seine einnehmende, von allen Sängerfaxen freie Persönlichkeit—, ihren Nachteil dass Gigli im deutschen Film mit kaum überwindlichen sprachlichen'Schwierigkeiten ringt, die seine schauspielerische Leistung ausserordentlich beschränken. Der Regisseur diese» Filme», Karlheinz Martin, hat Gigli eine nur kleine Sprachrolle zugewiesen und beschränkt sich darauf, des Sänger» Stimme glänzen zu lassen. In die Geschichte der Frau de» Tenor», die ihre Tochter au» erster Ehe sucht, die ihr erster Gatte ihr.vorenthält, ist ei» reiche» Konzertprogramm gestellt, da» Giglis zauberhaften Gesang— begleitet vom Orchester de» Münchener Nattonaltheäters— verschwenderisch geniessen lässt. Die al».italienische Marlene Dietrich" angepriesene Schauspielerin Miranda entspricht zwar keineswegs dieser Ankündigung, aber sie ist eine, seine und in.ihren Mittehr wählerische Darstellerin,' Als Neuerwerbung des deutschen Film» sieht uimi Josef Sieber, der den. vom Schicksal bitter verfol-- ien ersten'Gatten der Frau mit etwa» viel Aufwand, aber zuletzt doch ergreifend svielt. Da mag bei Sängerfilmen immer da». Schlimmste befürchten muss, ist dieser durchaus, zu den besseren zu zählen. ' wl WWWWWWWWWWWWWWW AtuS-Vereine platzgreift. Der zweite Bezirk stellte in zwei Appellen am 81. Oktober in A s ch und am 1. November in E g e t aus 17 Vereinen 145 Funktionäre; nur zwei Vereine fehlten. Die starke Anteilnahme beweist daS grosse Interesse- an der kommenden Aufbauarbeit. In beiden^Tagungen nahmen die Vereinsfunktio näre positiv. zur Zusammenschlussftage mit dem Aruk Stellung. Die Jugendaktion 1987, würde freudig ausgenommen /und e» kam zum Ausdruck, dass die Schulung von Jugendführern und Kinder- turnwarten von allen Vereinen gewünscht wird. Die Finänzaktion für da» grosse AtuS-Jugend-Zelilager wurde mit Eifer aüfgegriffen, um so mehr, als der zweite Bezirk bereits. eine Reihe.sehr aktiver Atus-. Jugendabteilungen aufweist. l-m» Der 6; Kreis ist angetreten zu neuer Arbeit." üvTvWlsflfttflvlCfHvft Im-Jahr der Vereine" sollenmicht nur die schwa chen Vereine, gestärkt werden, das Jahr 1987 soll auch eine'Anzahl neuer Vereine bringen. Schon am kommenden^Sonntag werden die Winter sportfunktionäre> in der Aatt/rsreundehütte in Neu-' Hammer zur ersten' ArbeK starten; der KreiSwinier- sportausschuss wird mit den Bezirk»- und deü Ver- einswintersportwarien die Winterarbeit fest legen. Die Kreis- und^BezirkSttirnwarte treffen-sich am 14., 15., 21. und 82; November in Falkenau zum Bunde»Kirnkürs. 80 Lehrer tverden dort mit dem Rüstzeug für die kommenden. Grühben- Ibüssung der Strafe verurteilt. Die Klage vertrat Staatsanwalt Dr. Zitek. Der Senat de» Kreisstrafgerichte» I» Prag für Angelegenheiten'der Militärverrate» führte vom 26. bis 20. Oktober 1086 unter dem Vorsitz des Gerichtsrates OtäLnkk die HMiptvechandlung gegen die An- geklapten Emil M a i e r, Matthias Mika und Rudolf Maier wegen des Verbrechens des Mili- tärvtzrrateS nach 8 0, Nr. 2, Abs. 1, des Gesetze 1 zum Schube der Republik durch. Nach dreitägiger geheimer Verhandlung wurde am 20. Oktober 1086 das ! Urteil gefällt, durch da» die Angeklagten nacki der vom Proknrntor-Stellvertreter Dr. Caslavskli vertretenen Anklage schuldig befunden und zn schweren Kerkerstrafen, und ztvar Eniil Maier in der Dauer, von 20 Jahren, Mathias Mika in der Dauer Von' 16 Jahren und Rudolf Maier in der Dauer von fünf Jahren, durchweg» mit entsvrecheiider Verschärfung und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt wurden. Die Freie Schule der politische» Wissenschaften in Prag veranstaltet am Freitag, den 6. November, um 17 Uhr im Karolinum eine» öffentlichen Vortrag, in welchem JUDr. PaulSchiemann über I das Thema„Volkstum und Staat" sprechen wird. Dr. Schiemann wurde im Jahre 1876 in.der russischen Stadt Müau(dem heutigen Delgawä in Letl- land) geboren, und widmete sich nach seinen Studien. auf reichsdeutschen Universitäten sowie nach Erreichung des juridischen Doktorgrades der Journalistik zunächst in der„Revalschen Zeitung" und spä-I ter in der„Rigaschen Rundschau", deren Chefredak« I iciic er im Jahre 1019 wurde. Er wurde zum Vorsitzenden der demokratischen Partei der Baltikum-> Deutschen und zum Abgeordneten in den lettischen Nationalrat und in die Landesparlamente gewählt. .Nach seiner Erkrankung im Jahre 1983 übersiedelt« er»ach Wien, wo er im Feber 1986 eine Konferenz der deutschen ausserhalb der nationalsozialistischen Ideologie stehenden Minderheiten veranstaltete. Er war Mitarbeiter der„Frankfurter Zeitung" und" lieferte Beiträge für die„Preussischen Jahrbücher". Ans seiner reichen literarischen Tätigkeit ging als bedeutsamstes Werk im'Jahre 1919„Das Fiasko der rnsslschen Demokratie" hervor. Er ist einer der hervorragendsten Schöpfer der Idee des Minder- heiienrechtS. t Tas V. Smetana-Museum in Prag wird während der Wintermonate regelmässig an Sonntagen, Mittwoch.und Samstag von 10 bis 15 Uhr geöffnet sein. Vom 8. bis 15. November wird das Museum anlässlich der Ausstellung„Prag in Bildern", die die Präger Zweigstelle der Arbeiter-Akademie Im Parterresaale-es Museums veranstaltet, ausnahmsweise von 10 bi» 16 Uhr zugänglich sein. ASB Graslitz.. . 8 5 K o 18 88:12 FFK Falkenau.. . 9 6 0 8 12 48:26 ASB Neudek... Atus Unterreichenau . 9 5 2 12 80:14 . 9 5 2 2 12 27:17 Atus Karlsbad. . 9 4 8 11 22:12 ASB Schankau., Rote Elf Chodau. . 0 4 2 8 10- 19:21 . 9 4 1 4 9 14:14 Attis Fischern., . 9 8 8 8 0 17:17 AiuS Drahowitz.. . 8 2 2 4 6 17:19 ASV Maierhöfen.. . 9 2 1 6 5 12:19 Atus Aich.., . 9 1 8 5 5 15:28 AiuS FranzenSbad. . 9 0 2 7 2 8:62