16. Jahrgang Donnerstag, S. November 1936 Nr. 257 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHER ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK IRSCHtINT MIT AUSNAHMI DIS MONTAG TXOUCH FRÜH. Redaktion und Verwaltung prao xii.,fochova«r. telefon am, HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. KARL KERN, PRAG. Ehualpral« 70 Halln (einschließlich 5 Holler Porto) RekordsiegRoosevelts In 46 von 48 Unionsstaaten Große demokratische Mehrheit In beiden Kammern New Bork. Nach de» letzten Wahlresultaten fallen Roosevelt'S Staaten oder 523 Wahlstimmen zu.■ Sogar in dem Neuengland-Staat Newhampshire siegte Roosevelt, wenn auch nur sehr knapp. Den Republikanern verbleiben nur Maine und Vermont. Rach dem bis 15 Ahr m. e. Z. bekannt gewordenen Ergebniffen erhielt Roosevett 18,444.409 Stimmen, Landon 11,452.944 Stimmen. Damit sind erst «und zwei Drittel erfaßt. Bei den letzten Wahlen im Jahre 1932 siegte Roosevett mit insgesamt 22,8 gegen 15 Millionen Stimmen. Soweit bisher bekannt ist, wurden in das Unterhaus 2S7 Demokraten und 58 Republikaner gewählt; 112 Ergebniffe stehen noch aus. Im Senat, besten Drittel durch die Wahlen erneuert wurde, werden nach den bisherigen Meldungen 68 Demokraten und 14 Republikaner vertreten sein. 14 Ergebniffe sind«och unbekannt. Die Demokraten haben somtt in beiden gesetzgebende« Körperschaften eine starke Majorität. DaS Wahlergebnis übertrifft sogar die Erwartungen der zuversichtlichsten Demokraten. Den großen Unterschied zwischen dem Wahlausgang und den von der Presse durchgeführten Probeabstimmnngen versuchen die Jei- tungen damit zu erklären, daß in de« letzten drei Wochen «in Stimmungsumschwung zugunsten RoosevettS stattgefunden habe. Roosevelts Persönlichkeit Franklin Dclano Roosevelt wurde am 80. Jänner 1888 tu Hyde Part im Staate New York geboren. Er studierte an der Harvard-Ilniversity und wurde tm Jahre 1907 in den Verband der New Vor- ter Advokaten ausgenommen. 1910 wurde er in den Senat des Staates New Vork gewählt/ den' er im Jahre 1918 nach seiner Ernennung zum, Stellvertreter der Sekretär- im'Marineministerium verließ. Auf diesem Posten verblieb er während der Welt- Irieger. Bom Jänner bir Feber 1919 leitete er di« MMkMM^ARMlksirErNTEiMPST'M'Dlhrr 1980' wurde er von der Demokratischen Partei al» Stellvertreter de- Präsidenten'der Bereinigten Staaten nominiert, wurde aber bei den Wahlen geschlagen, 1988 wurde er zum Gouverneur de» Staate» New Vörl gewählt und' seit dieser Zeit kämpfte er für die Abschaffung der Prohibition. Im.Jahr« 1981 wurde er beim Baden plötzlich von Kinderlähmung befallen. Er war lange Zeit an da» Krankenbett gefesselt,- bevor er sich in einem Krankenstuhl oder auf Krücken- wieder bewegen konnte.- Seine Krankheit.bildete auch da» Haupts argument gegen seine Kandidatur auf den Gouverneurpasten des Staate» New-Vork, die ihn nach Ansicht seiner Gegner.für ein so verantwortungsvolle» Amt unfähig mach«. Mit den Folgeerscheinungen dieser Erkrankung,. einer teilweisen Lähmung der Oberschenkel, kämpft Rooseveft heute noch mit zäher Energie. Roosevelt zeichnet sich durch eine ftahlharte Energie au», durch die die Familie Roosevelt übrigen» schon immer hervorragte. Bereit» bei der Wahlkampagne im Jahre 1988/au» der er zum erstenmal al» Sieger und Präsident der.Bereinigten Staaten hervorgegangen ist, wurde sein feurige» Temperament bewundert, da» ihn. seine Krankheit überwinden und alle Anstrengungen der Wahlkampagne ertragen ließ. Roosevelt wurde am 9. November 1988 al» Kandidat der Demokratischen Partei mit 472 gegen 59 Stimmen der Wahlmänner gewählt. Die L9 Stimmen wurden für Hoover abgegeben. Noch vor Antritt'der Präsidentschaft wurde gegen ihn am 18. Feber 1988«in Revolverattentat verübt. Roosevelt kam heil davon, dagegen ist der beim Attentat schwerverletzte Bürgermeister von Chicago, Lermak, wie noch gut erinnerlich, birz darauf seinen Verletzungen erlegen. Am 4. März 1988 wurde Roosevelt in feierlicher Weise in da» Amt de» Präsidenten der Bereinigten Staaten«ingefiihrt. Noch vor'diesem Zeit» punkt, am 28. Feber,, hatte der Kongreß beschlossen, Roosevelt Im Zusammenhang mit der Bankenkrise in- finanziellen und administrativen Angelegenheiten diktatorische Vollmachten zu erteilen.. Die großen wirtschaftspolitischen Maßnahmen Roosevelt» in. der eben verflossenen Amtsperiode, di« sich in so einschneidender Weise im Leben Amerika» aurwirkten, sind noch in fpischer Erinnerung. ; Al l'i Landons GlüdcwuniA Tmnpeka(Kansas). Der geschlagene^Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Landon, sandte an Roosevelt ein Glückwunsch-Telegramm, in dem er u. a..sagt:»Die. Nation, hat gesprochen. Alle Amerikaner nehmen das Wahlergebnis an und werden im gemeinsamen Jntdresse und für da».Wohl des Landes arbeiten. Das, liegt im Sinne der, Detzwlrätie. Nehmen Sie meine hcrz- lichen Glückwünsche entgegen. Landon."• Daladler referiert Uber die tfeutschenBüstiinse^— Pari». Minister für Nationalverteidigung D a l a d. i r erstattete Mittwoch nachmittags im WehrauSschuß der Kammer ein Erpost über den Stand der Befestigungsarbeiten an der fran- zbsischen Grenze. Er sagte, daß bald auch an der belgisch-ftanzüstschen Grenze B e t o n b e fest i g u n g e n ähnlich dem BefestigungSsyftem an der mit Deutschland gemeinsamen elsüssifch- lothringische» Grenze werden errichtet werde». Der Minister informierte dann die Ausschußmitglieder über den Stand der deutschen Armee, welche seinen Nachrichten zufolge noch nicht genügend KadreS für dir riesige Trupprnrekrutierung habe, welch« nach der Einführung der zweijährigen Militärdienstzeit in Deutschland, vorgenommen wurde. Auch di« Zahl der anSgebildrten Offiziere werde erst frühe- Madrid. Dem amtlichen Berichte zusolge hak«» di« von Artillerie unterstützten Regierungsabteilungen pn Abschnitte G r e d» S die Aufständischen ein wenig zurückgodrängt. Drei Ausstän- dischen-KorpS griffen' die RegierungSstellungen südwestlich von Madrid an, brachten aber den RegierungStruppen nur leichte Verlust» bei. Slegirrungobreichte melden ferner, daß um Madrid heftige Käinpfe einsetzten. Die Aufständischen mußten Bald« More räumen. Regie- rungSabteilungen besetzte» auch einige Posttionen bei dem Dorfe P.a r l o. Di» Positionen der Aufständischen bei dem Dorfe Pinto sind isoliert. * Gibraltar.(Reuter.) Di» Aufständische» entsenden beschleunigt Brrstärknngen a» die Estoponafront(bei.Malaga), dir fir bereits»inen Monat besetzt halt«. Sie habe» biSH« jedoch noch nicht««wagt, eine» Angriff anf di» Stadt zu unternehmen, die, wie eS scheint, statt befestigt ist. An» vertrauenswürdiger Ouelle ist in Gibral. tar die Nachricht eingetroffen, daß die Regie- rungsmiliz aus Malaga die Offensive gegen die Aufständischen hei Estopona begonnen hat.. Die RrgiernngSattessnngen in Malaga erhielte» den letzten Nachrichten zufolge große'Verstärkungen. Heftige biegen,Üffe habe« die Arme« der.Aufständischen gezwungen, ander Estoponaftont zwei Meilen znrückzuwrichen" und dl« KampstStlgkei« der aufständischen Truppe» in diesem Abschnitte ist ernstlich gelähmt. :. Lis s a b o n.(Reuter.) Die Stadt und da» Aerodrom von Getafe, der Hauptflugplatz von Madrid, wurden Mittwoch nachmittag» von den ' stenSineinem Jahr dem Stand der unter den Waffen befindlichen Truppen rntspre- "^ch«k?'Dtt"MWsttt'etstättettaüchH'L'vkttrau- liches Referat über den Stand der Ausrüstung d»r deutschen Armee, namentlich der motorisierten Einheiten und über die strategischen BerkehrS- mtttel, Straßen«. S. Wen anerkennt «len Italienischen Kaiser Wien.(HavaS.) In Wiener italienischen Kreisen wird erklärt, daß die Anerkennung des italienischen Kaisertums Abessinien seitens Oester, reich» eine fertige Tatsache ist. In dem Beglaubigungsschreiben, das der neue österreichische Gesandte in Rom Berger-Waldenegg und in der Ansprache, mit der Bundespräsident Millas den neuen italienischen Gesandten in Wien Selata begrüßte, ist der italienische König auch als abessinischer Kaiser tituliert. Truppen de» Generals Barela besetzt. Generäl Barela erklärte den Pressevertretern:„Sie können die Welt dahin informieren» daß Madrid noch diese Woche von den Aufständischen besetzt sein wird." Madrid und seine Vororte Ein Sieg der Demokratie Obwohl noch nicht bekannt ist, welche Stimmenzahl Franklin D. Roosevelt bei den Wahlen, die Dienstag in den Vereinigten Staaten von Nordamerika stattfanden, erhalten hat, so ist doch anzunehnien, daß das bisherige Oberhaupt dieses großen und mächtigen Staates mit einer noch größeren Mehrheit zum Präsidenten gewählt wurde als 1982. Diese Wahl ist nicht so sehr für die Außenpolitik der Staaten bedeutsam— Amerika hat sich von den europäischen Angelegenheiten seit dem Kriegsende inuner mehr zurückgezogen, wohl aber wird in den nächsten vier Jahren die innere Politik der Staaten von der starken Persönlichkeit und den ausgeprägten politischen Auffassungen Roosevelts bestimmt werden. Die demokratische Partei hatte schon 1982 das Nennen gewonnen, weil die Republikaner abgewirtschaftet hatten. Die Ertoartungcn, welche man 1928 auf den Präsidenten Hoover gesetzt hatte, waren nicht eiiLgetroffen, statt der ewigen Prosperität, die der republikanische Präsident vorauSgcsagt hatte, war 1929 die schwerste Wirt- schastskrife, welche die USA je mitgcmacht hatten, gekommen. Immer mehr verfiel die Wirtschaft, immer größer wurde die Arbeitslosigkeit, immer schlechter ging es den Farmern. Hoover, der vor allem die Interessen des Großkapitals vertrat, bekundete wenig Initiative, wartete auf bessere Zeiten, aber der neue Ausschwung kam Nicht. Die enttäuschte Bevölkerung wandte sich 1982 von Hoover ab und wählte Roosevelt. Diejenigen, die vom neuen Präsidenten Taten verlangt hatten, kamen tatsächlich auf ihre Siechnung. Mit ungewöhillicher Energie packte Roosevelt die Wirtschaft-Probleme an, eine neue Zeit staatlicher Eingriffe in das Wirtschaftsleben begann, in einem Lande, in welchem die Automatik der fapitalistischen Wirsschaft als ein geheiligtes Gesetz galt. Es war der kühne Bruch mit einer zäh festgehaltenen Tradition, als die Vereinigten Staaten im April 1983 den Goldgehalt des Dollars aufgaben und seinen Wert um zlvei Fünftel senkten. Damit wollte Roosevelt'vor allem den Weizen- und Baumwollpreis heben und damit den Farmern helfen, de.ren Güter inimer mehr unter den Hammer kamen. Durch Anbaubeschränkungen suchte man den Weizenüberfluß zu besei- tigcn und die Preise zu halten, an 500 Millionen Dollar gab man den Farmern Subventionen. Ebenso kam Roosevelt den Arbeitern zu Hilfe. Er zwang die Unternehmer zu Lohnverträgen, zur Erhöhung der Löhne und zur Anerkennung der Gewerkfchaften, er war bereit, den Einfluß der Arbeiter auf das Wirsschaftsleben zu stärken und die Macht der Trustbeherrscher, der Stahl-, Petroleum- und Eisenbqhnkönige einzuschränken. Schließlich schritt er zur Planwirsschaft und orga- nssierte zunächst den Kohleitbergbau. Zuerst ließ man ihn gewähren, weil das Boll den Kampf gegen die Krise mit Leidenschaft verlangt«, dann aber reckte die großbürgerliche Opposition ihr Haupt empor und der Bundesgerichtshof erklärte die neuen Gesetze als verfassungswidrig, weil sie die Hoheitsrechte der einzelnen Bundesstaaten bedrohten. Der Präsident mußte vor der Auwrität des Bundesgerichtes einigermaßen zurückweichen, dennoch blieben viele Einrichtungen, die durch seine Gesetzgebung geschaffen worden waren, bestehen, so sehr hatte sich ihre Zweckmäßigkeit ergeben. In der Arbeiterschaft, die sich anfangs zur Wirsschaftspolitik Roosevelts zögernd> verhielt, dann aber rasch begriff, daß sie die ihr gebotene Chance auSnützen müsse, erwarb sich der Präsident viele, Anhänger, ein großer Teil der Giwer"- » schaftsverbände erklärte sich im heurigen Wahl- - kämpfe.für den Schöpfer der neuamerikanischen Planwirsschaft und Sozialpolitik und betrachtete die Auseinandersetzung zwischen dem denwkrati« scheu Freund des»kleinen Mannes" und dem republikanischen Vertreter des Großkapital» als wesentlicher denn die Aufstellung eine» eigenen Atbeiterkandidaten. Die'Zeit der großen Auseinandersetzung zwischen Kapitalismus und Sozialismus in den Bereinigten Staaten ist noch nicht gekommen./Aber die Arbeiterschaft hat zweifellos mächtig zum Siege Roosevelts beigetragen und so die Richtung der. Politik de«! Staate» in den nach-. Der Gegenstoß gewinnt Raum Erfolge bei Madrid und bei Malaga. Selle 2 Donnerstag, 5. November 1036 Nr. 257 ftcn vier Jahren entscheidend beeinflußt. In dem Lande der Mammutbetriebe und mächtigen Trusts tverdcn bis 1840 nicht die Morgan und Ford politisch entscheiden, lein GroßkapiMlisinu» und Faschismus, sondern eine Demokratie, welche dem l Prag. In der gestrigen Generaldebatte zum Staatsvoranschlag ergab sich Im BudgctauSschuß Gelegenheit zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit dem Sprecher der SdP Dr. Rosche. Abg. Rosche hatte vormittags in seiner sehr aktivistisch gestimmten Rede ununterbrochen die deutschen Regierungsparteien apostrophiert. Geradezu sensationell wirkte dann seine Schluhbe- merkung, e- sei ganz gleichgültig, ob aktivistische oder negativistische Politik betrieben werde, in ein«„historischen Situation" würde rS doch„nur Deutsche" geben. Genosse Falsch ging nachmittags zu Beginn seiner Ausführungen auf diese Rede Rosches eiir und stellte fest, daß der Sprecher der SdP mit dieser Ankündigung allen Gegner«» der nationalen Verständigung im tschechischen Lager e i n gefährliches Stichwort gegeben habe. Diese Vemerlnng hat vor allem unseren deutschen Staatsangestellten, die noch bei der Post, bei der Eisenbahn und In de» politischen Aemtern sind, «Inen schle ch tenDienst erwiesen. Unser Redner erinnert in diesem Zusammenhang daran, daß ohnedies Bestrebungen im Gange sind, im Namen angeblich wehrpolitischer Interessen die Zahl der deutschen StaatSangestellten im Grenzgebiet statt zu Vennehren, noch zu vermindern. Vom sudetendcutschen Standpunkt ist zu der Ankündigung Rosche» noch ein grundsätzliche» Wort zu sagen: Wir gebe» uns gar keinen Illusionen hin, daß etwa sudetendeutsche Sozialisten. Katholiken und Demokraten von einer JnvaflonSarmee m i l d e r behandelt würde«» al» die gleichgerichteten Schichten im bleiche drüben niiiten im Frieden behandelt werden. Di« Atmosphäre im Grenzgebiet, welche durch eine Reihe von Entführungsversuchen und politischen Morden charakterisiert wird, spricht gegen Dr. Rosche. Es ist nicht einmal anzunehmen, daß die Deutschen im Reiche in einein solchen«historischen Augenblick" alle geschloffen wären. Mit welchem Recht erwartet«nan von den Zehntausenden in den Konzentrationslagern und Zuchthäusern, von ihren Angehörigen und Freunden, daß sie ihre Haut für ein blegime zu Markte tragen, welche? alle aufrechten Gesinnungsmenschcn mit existenzieller und physischer Vernichtung bedroht? ES gibt niic eine Parallele mit der innenpolitischen Struktur Deutschland»: D a n z i gl Dort,gab e» bei der letzten, von dcn-Na- tionalsozialisten kontrollierten Wähl 40 Prozent oppositioneller Stimmen. Au» Angst vor tienen Wahlen, welche eine oppositionelle Mehrheit gebracht hätten, wurde di« sozialdemokratische Partei abgewürgt. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß er im Verlaufe einer Krieges zu einer fürchterlichen Zerfleischung unter den Deutschen selbst koinmen würde, wogegen Spanien noch ein Kinderspiel wäre. Hitler ist nicht da? letzte Wort der Geschichte und alle Deutschen, die ihm folgen, tverden irregehenk Ole„rassische Gefahr** Dr. Rosche hatte in seinen Ausführungen auch die«russische Gefahr" kräftig unterstrichen. Genoffe Falsch antwortete ihm»nit dem Hinwei» auf den ungeheueren Aufstieg der slawischen Völkenvelt nach dem Kriege, der sich a»«ch in der Sowjetunion manifestiert. Da» nioderne Rußland ist ein gewaltiger Industriestaat und ein« neue weltpolitische Potenz. Er ist ein schlechter Dienst an den Sudetendeutschen, ihnen einreden zu wollen, daß sie von der Sowjetunion bedroht werden. Da» neue Rußland kann vielmehr ein gewaltiger Markt für sudetendeutsche Exportartikel werden. Dr. Rosche sollte lieber an der Spitze einer Handel»dele. gation nach Rußland reisen, um dort zusätzliche Absatzmöglichkeiten für die sudetendeutsche Industrie scstznstellen. Bon« sudetcndeutscheu Standpunkte ist diejapani/scheKonkurrenz viel mehr zu fürchten, al» die«russische Gefahr". Zu dein Geschrei der SdP über den drohenden BolschetoiSinn» stellt Genosse Jaksch fest, daß die Koniuninisten bei nuS niemals weniger bedeutet haben als heute, llebrigcns beginne«» sie bereits Be. kcttntntffe zur Demokratie abzulegen. In der Zeit, al» wirklich«ine bolschewistische Bewegung durch da» Land ging, gab e» keinen Henlein. Der deutsche Sozialdemokrat Seliger war es, der als todkranker Mann auf dem historische«» Karlsbader Parteitag dafür gekäinpft hat, unsere Arbeiter einer demokratisch-sozialistischen Bewegung zu erhalteiu Aktivposten der deutschen Regierungsparteien Dr. Rosche hatte wieder in allen Tonarten die Erfolglosigkeit de» deutschen AktiviSmu» hcrvorgc- hoben. In einigen grundsätzlichen Bemerkungen über die Sendung de» deutschen AktiviSmu» sagte Genoffe Jaksch, Är. Rosche habe mit dem indirekten Vorwurf recht, daß die deutschen Regierungsparteien nicht zaubernkonnen. Eine historische Defensivsitnatlon laste sich nicht in«ine politische Offensivbewegung umtvandeln. Die Sude- tendeutschen sind nach dem Kriege Opfer der gescheiterten Habsburger-Politik und des unfruchtbaren Treiben» der Deutschradikalen geworden. Die weltwirtschaftliche Entwicklung lief gegen sie. Wir wollenruhig bekennen, daß der deutsche AktiviSmu» notgedrungen jahrelang«ine nationale Defensivpolitik gemacht hat. In seiner Bilanz sind aber auch wichtige Aktivposten aufzuweisen. Abgesehen von den Minderheitrschiilen können wir mit Stolz feststellen, daß wir unser blühender Schulwesen durch sechs furchtbar« Krisenjahre erhalten haben. ES gibt mit Ausnahme der Schweiz neben schaffenden Menschen in Industrie und Landwirtschaft helfen will. Mögen auch bei uns tschechische uNd deutsche Blätter davon schreiben,, die Ent» Wicklung gehe nach rechts, dl« Bereinigten Staaten haben ander» entschieden. unseren deutschen Hochschulen keine deutsch« Kni« versität mehr, wö eine Freiheit der Wissenschaft existiert.»ur die Waffe des moralischen Appel» an die tschechische Mehrheit einsetzen können. Die SdP hat Wien.t abeck nötig, um Licht in der Luft: reflektieren zu lassen. Zum großen Serger der Ingenieure muß man also den Reflektor wieder abmontieren, und die Weltausstellung von Johannesburg wird um eine Sensaüon ärmer feist. Liebesbriefe In Mode’ Auf der Autogramstchörseitn L o n d o n hat' man sestgestellt, daß in dieser Saison aus unbekannten Gründen gerade für LIebesbRefe berühmter Männer di« höchsten Preise bezahlt werden. Dieser Tage wurde ein LiebeSbRtzf Rapo, leon» an Josephine für die Rekordsunnne von 1900 Pfund Sterling gekauft." Ein ZsckheSbrief Beethoven» erzielte über 490 Pfund. Von gegenwärtig lebenden Persönlichkeiten steht Mussolini zur Zeit am höchsten im Kür-, für«ine einfache Unterschrift von ihm zahlt man 39 Schilling. Kit 257 Donnerstag, 5. November 1030 S'ite!l fudetendeuistfier Zeitspieget geben. Empörend aber ist, wenn der„VeLer" im Titel seines Artikels von„Seelenkauf für Staatsgelder" spricht. Es kann auch nicht der geringste Beweis dafür angeführt werden, cs gibt auch nicht den kleinsten Anhaltspunkt dafür, dah in Altrohlau irgendein Seelenkauf betrieben wurde. Jeder Bedürftige hat bekonnnen, die politische Ileberzeugung des Bewerbers hat in leinem Falle eine Rolle gespielt. Diese Behauptung des agrarischen Boulevardblattes isi ebenso falsch, wie alle Schlüsse, welche das Blatt aus diesem einzelnen Vorfall zieht und die nur das eine beweisen, daß die Restgutbesiher, die Im„VeLer" und„Venkov" den Ton angeben, Ihre Taschen füllen wollen und den Arbeitslosen und Orts« armen einer sudetendeutschen Jndustricgemeinde harten Herzens auch nicht einen Heller gönnen. Dieser Tag« wurde in B.-K amnitz ein gewisser Menzel Raben st einer aus B.- Kamnltz verhaftet und dem Kreisgerichte B.-Leipa eingtsiefert. Die Verhaftung erfolgte wegen Vergehen nach ff 22 des Schutzgesetzes. . Rabensteiner wird, wie wir in Erfahrung bringen konnten, folgender zur Last gelegt: Durch Vermittlung seines Sohnes, der zur Olympiade In Berlin war, trat Rabensteiner mit einer gewissen Berliner Stelle in Verbindung und verpflichtete sich, hier junge Leute für die SA und SS zu werben. Die geworbenen jungen Leute sollten dann nach Spanien zur Verstärkung der Aufständischen geschickt werden. In Nieder» sperrte Küchentür:.Du Gauner, das sind deine Hausherrenrecht«.' Das st«ht auch im Pachtvertrag? Da» war heut« da» letzte Mal, du wirst heut« unter meinen Fingern krepieren!". Kub« lauert« Wagner auf, den er mit einem Knüttel verhauen wollte: Wagner konnte aber recht, zeitig durch den Garten entschlüpfen. Infolge dieses Unter dem Verdacht des Doppelmordes verhaftet Der unter dem Verdacht der DoppclmordeS an dem Landwirt Franz Richter und an seine Ehefrau in Deutsch-Mlikojed gesuchte 18jährige Kutscher Josef I i r a n e k, der als gewalttätig geschildert wird, hatte noch in der Nacht nach der furchtbaren Bluttat in einer Herberge in Pokratih übernachtet und war morgens von dort fortgc- gangen. Auf Grund der Radiomeldung durch den Prager Sicherheitsfunk wurde Jiranek Dienstag nachmittags von der Gendarmerie in Radzan verhaftet. Durch Erhebungen lvurde festgestellt, dah sich im Hause der Ermordeten rund 8000 Kf befanden, die für den Verlauf von Vieh und Feldfrüchten gelöst waren. Trotzdem wurden in letzter Feit kein« Gelder bei den Kassen eingelegt. Die Nachforschungen gestalten sich äußerst schwierig, da im Hause der Ermordeten scheinbar alles in Ordnung ist und das erschlagene Ehepaar ganz allein wirtschaftete. NeichSarbeitsgemrinschaft für deutsche Berufsberatung. Die Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Berufsberatung in der Tschechoslowakei veranstaltet inSchreckenstein unter dem Titel „Der werktätige Jugendliche" eine Tagung, die gemeinsam mit dem Verein zur Förderung des deutschen Fortbildungswesens stattfindet. Auf der Tagung wird die geistige Welt de» werktätigen Jugendlichen, die Art seiner Betreuung in Schule und Lehre und der Uebergang aus der Schul« ins Leben behandelt. Da» glückliche Schreckenstein. Der Geba- »UngSabschluh der Stadt Schreckenstein für 1088 schließt mit einem Neberschuh von rund einer Million KC, da die Stadt an Umlagen um 080.000 KC mehr erhält al» erwartet wurde. Es ist dies eine erfreuliche Ueberraschung als Folge der wirtschaftlichen Besserung. Die Stadt wird den Ge- karungsüberschuh zur Durchführung von Stra- henausbesserungen verwenden, bei denen 180 Arbeitslose Beschäftigung finden. Der Budgetbedarf von 7.7 Millionen Ai für da» Jahr 1087 wird durch eine 128proz«ntige Umlage zu der Zinssteuer und einen 800proz«ntigen Zuschlag zu den übrigen Steuern zur Gänze gedeckt. Nciserlied vor Lügner. Vor einigen Tagen ging durch die Henleinpresse eine hämische Notiz, in der es hieh, dah die Bezirksbehövde in Falle n a u da» Absingen des ReiterliedcS aiiö „Wallensteins Lager" bei'einer Veranstaltung de» deutschvöUischen Turnvereines in Unterreichenau verboten habe. Eine amtlich« Berichtigung stellt nun fest, dah da» Absingen dieses Liedes schon deshalb nicht verboten werden konnte, weil dieses Lied in dem Programm der Veranstaltung gar nichtenthalten war. K a m n i tz suchte er einige junge Leute für die SA und SS zu gewinnen und einer davon fuhr tatsächlich nach Deutschland, wo er sich bei der be- jresfenden Stelle meldete. Bor einigen Tagen kain er von dort zurück und gab, von der Gendarmerie einvernommen, an, dah er zulange auf den nächsten Transport nach Spanien warten muhte, deshalb ungeduldig wurde und wieder nach Haufe fuhr. In seinem Besitze wurden verschiedene, ih- und Rabensteiner schwer belastende Dokumente gefunden. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. ES bedarf keiner tveiteren Betonung, dah Raben- sieiner ein wackerer„Kamerad" und„Volks- gemeinschafter" ist. Kardinal Faulhaber bei Hitler ■'s Berlin. Der Führer empfing am Mittwoch auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden Kardinal Faulhaber zu einem Besuch. Erfolgreiche Betriebsausschußwahl Vor vier Monaten: 187:175. heute 232:158 Bei der Firma Haas und Ezsssek in Cbodau hatten am 11. Juli d. I. di« Wahlen in den Betriebrausschuh stattgefunden, die über Einspruch der Deutschen Arbeitergewerkschaft von der Schiedskommission aufgehoben wurden. Die nunmehr neuerlich durchgeführten BetriebSauSschuh- Ivahlen hatten folgendes Ergebnis: Bon 390 abgegebenen gültige» Stimm« erhielt per frchgewerkfchaftkiche Verband der GÜeS- and keramarieiter 232 Stimm«, da» ist um 40 Stimm« mehr ak» bei der Wahl vom 11. Juki, die Deutsche Arbeibergewerk- schaft 108 Stimm«, da» ist nm 17 weni- g« r al» tri der erst« Wahl. Interessant ist, dah bei der daraufhin vorgenommenen Konstituierung deS BetriebSauS- schuffe» die tzenleinleute e» ablehnten, den Vorsitz zu übernehmen, und dies damit begründeten, sie seien nicht fähig, die Geschäfte. d«S Vorsitzenden zu führen. Hätten sie da» v o r der Wahl gesagt, dann wäre das Ergebnis sicher noch ganz anders aus« gefallen! Eifersüchtiger Gatte erschießt Im Streit den Nebenbuhler Der verheiratet« Landwirt und GasthauSpäch- ter Anton Kube au» Presei bei Aussig hat sich unter der Anklage de» Morde» vor dem Schwurgericht Leifmeritz zu verantworten, weil er am 17. Jugi 1086 den Landwirt und Gasthausbesitzer Heinrich Wagner durch mehrere Revolverschüss« tötet«. Kub« und seine Frau hatten von Wagner da» diesem gehörige Ggsthau» gepachtet. Wagner verkehrt« weiter al» Gast bei den Eheleuten und mittlerweile kam e» zu einem Liebesverhältnis mit der Frau, da» dem Ehemann nicht unbekannt blieb. Wiederholt kam.«» zu erregten Aufwitten zwischen! Hitlers Spanlen*ABentan In unserem Grenzgebiet! EmährungSkarten und Armenfllrsorge: Die teehechtadi-agTBrlsolie Piene nutzt\ .'in enveriüver Weise einen Einzel fall aus i Der agrarische„Beier" veröffentlicht«inen; Bericht über Mißbräuche in der Verteilung von• Ernährungskarten in Altrohlau bei Karlsbad. Dort hat die Gemeinde die ihr zur Verfiigung 1 gestellten EmährungSkarten nicht nur dazu ver-' wendet, sie an Arbeitslose abzugeben, sondem der' betreffende Funktionär hat davon auch ander«; Ausgaben der Gemeinde, allerdings nur zu Zweck« der Armenfvrsorge(so z. B. für da». Armenhaus) bestritten. ES ist klargestellt Word« — und nicht einmal da» durch seine arbeitslosen« 1 feindliche Haltung bekannte Blatt bestreitet diesen] Sachverhalt— daß niemand in der Gemeinde Altrohlau das Geld für sich behalten hat oder dah irgendein Heller veruntreut wurds. Da» in. Rede stehende Gemeindeorgan hat nur den Fehler begangen, sich nicht genau an die geltenden Vorschriften, welche die Verteilung der Ernährung»-, karten regeln, gehalten zu haben. ES, ist selbstverständlich, daß sich jeder, dec' ein« behördliche Funktion auSübt, an di« bestehen- den Gesetz« und Vorschriften halten Muh. Aber man versehe sich in die Läge de» Funktionäreiner Arbeitergemeinde, in welcher ein ansehn«■ sicher Teil der Bevölkerung arbeitslos ist, in der e» Arme gibt, für welche die Gemeinde nicht da» Notwendigste zur Fristung einer armseligen Existenz bcreitstellen kann! Ernährungskarten sind. übrig geblieben und die. hat«in Gemeindeorgan für die Armenfürsorge verwindet. Der Mann hat nicht da» geringste für sich behalten, alles sozialen Zwecken zugeführt, alle» Menschen gegeben, die entweder betteln oder zugrunde gehen mühten, wenn man ihnen nicht«jn paar Lebensmittel Und ein Dach über' dem jköpfe gäbe. 1 Aus diesem Vorfall' zieht nun da» agrarische Blatt Schlüsse, gegen die man sich mit aller Entschiedenheit wehren muh. Der„VeLer" ver- ällgemeinert den Altrohlauer Fall und meint, er sei bezeichnend für da» System der Arbeitslosen-. Unterstützung. Da» ist durchaus nicht der Fall. Jn hunderten von Gemeinden Werden das ganze Jahr hindurch Revisionen vorgenommen, ohne dah auch pur das geringste gefunden worden wäre, wa» Anlah zur Beanstandung gegeben hätte. Gerade diese. Revisionen sind«In Teil, de» System» der Verteilung der EmährungSkarten und wir haben uu» nie gegen die Vornahme von Revisionen ausgesprochen. Im Gegenteil! Wir haben dies«' Revisionen immer verlangt, damit ble- Staatsgelder zweckmässig und im Interesse der Arbeitslosen verwendet werden. Wenn-ein RevisionSoraanyüf ein« Unzukömmlichkeit kommt, müh sie eben beseitigt werd«»-' Ein Schulleiter als Goebbelsverehrer „Jn der Grenzgemeinde G. im Teplitzer Bezirke versieht der O b e r l« h r e r der deutschen Schule gleichzeitig di« Funktion des Ge- meindesekretärs. Die Kanzlei des Gemeindeamtes befindet sich in seiner Wohnung und auch die Versanunlungen der Gemeindevertretung finden dort statt. Vor kurzer Feit hat der Schulleiter die Mitglieder der Vertretung zu einer un« gewohnten Stunde in seine Wohnung geladen. An. Stelle der gewohnten Verhandlung hörten sich die Gcmeindevcrtrcter die Rundfunktundgebung des Reichspropagandamini st ers G o e b,b e l S an. An dem Beispiel des Saarge« biete», sollten sie sich darüber belehren, welche» Heil jene erwartet, die unter die Gewalt und Macht deS Hakenkreuzes gelangen. Bon dieser Tätigkeit de» Schulleiters und Sekretärs erfuhr die Gendarmerie, welche die Strafanzeige erstattete. Er redete sich aus, dah er die Aemeindesimktionäre nur darüber informieren wollte, wa» in'der Welt Neue» sei. Warum er die Kundgebung de» Goebbels für die paffendst« zur Information hielt, warum er die Gemeindevertretung gerade in der Zeit zusam« menricf, da Goebbels sprechen sollte und warum er so öffentlich fremd« politische Kundgebungen verbreitet«, von deren Unzülässigkeit er wisse« muhte, konnte er nicht erklären. Di« BezirkSbehörde verurteilte den Schul, leiter zu einer Strafe von Ai 8000.—." Das„Eeftö Slovo", dem wir diese Mitteilung entnehmen, verlangt die Suspendierung de» Schulleiters al» Gemeindesekretär und weitere Mahnahmen der Schulbehörden, da er nicht geeignet sei, die Kinder zur Liebe zum Staate zu erziehen.— Wir haben dies» Notiz.'wiedergegeben, die— falls ihr Inhalt den Tatsachen entsprechend sollt«— ein grelles Licht auf den Hit- lergeist in den Köpfen mancher Nazisten wirft, die aus unsere Kinder loögelasien werden. Vorfälle» entschloß sich Kube, da» Gastgeschäst aufzugeben. Nach acht Tagen zog Frau Kube von ihrem Mann weg nach Aussig. In den nächsten Tagen bereitete sich die Katastrophe vor. Anläßlich der llebecgabe von Material an einen neuen Pächter kam es zu emsten Differenzen zwischen den beiden Rivalen. Kube warf Wagner sein ehebrecherische» I Verhalten vor und spuckte ihn an. Als Wagner Kube beschimpfte und mit der flachen Hand in» Gesicht schlug, geriet dieser in große Erregung und drohte mit dem Revolver in de? Hand. Unter dem Ruf:.Tu Hund, jetzt verreckst du", zielte er gegen den Kopf Wagner» und tötete ihn durch einige Schüff«. Kube spuckte noch auf den toten Wagner und sagt«:„Du hast auSgeuollt." K u b e hat seine Tat vor der Gendarmerie und dem Untersuchungsrichter«ingestanden. Bor dem Untersuchungsrichter in Leitmeritz gab er an, daß er die Absicht hatte, Wagner zu töten. Er habe gegen Wagner gezielt und die Schöffe gegen Brust und Kopf abgefeuert. Er verantwortete sich mit der Aufregung und die gedrückte Lage infolge de» Ver- hältniffe» seiner Frau mit Wagner. Nach dem Gutachten der Aerzte waren die Schüsse unbedingt tödlich. Murn säst rechtsstehenden Haväs-Dlrektor ab Part». Das BerlvaltungSratsmitglied der Agentur HavaS Pierre G u i m t e r hat auf den Wunsch hin,. den Ministerpräsident Leon Blnm den übrigen Mitgliedern de» BerwaltungSrates gegenüber aussprach, auf seine Stelle als administrativer Direktor der Agentur Hava» verzichtet. Ministerpräsident Leon Blum hält«S für u n• vereinbar, daß Guimier gleichzeitig seine t jgg,,,, kestende Stellung in dem rechtsstehend«„Le den Eheleuten, wenn Kube seine Frau mit Wagner Journal" und in der HavaS-Agenttir, welche mit in verfänglicher Situation ertappte. Gelegentlich der Regierung sehr enge Beziehungen unterhalt, ein«» solchen Auftritte» am 8. Juni beobachtete Kube. beizubehalten. Ilm den guten Gang der Agen- durch da» Schlüsselloch der Küchentür, wie Wagner! tur Hava», ihr intemational-S Prestige und die feine Frau umarmte und küßte..Interessen der Aktionäre nicht zu gefährden, muht« In feiner Erregung rief Kube durch die ver-! Guimier feine Post« in der Agentur HavaS auf- Ich bin die Welt und wenn ich mich noch mehr aufblase, dann platze ich! Der römische Hof— Gast In Budapest? London. Der Budapester Korrespondent de» Reuterbüros meldet, daß Ministerpräsident Mussolini mit König Viktor Emanuel knapp vor Weihnachten ein« Staatsbesuch in Ungainr machen werde. Man rechne auch mit dem Besuch reuiger anderer hervorragender Persönlichkeit«. Dieser Besuch soll, wie der Reuberkorrespondrut hinzufügt, zu einer Kundgebung der Harmonie zwischen dm verschiedenen mit Italic» sympathisierenden Mächten werden. Es ist die» seit vielen Jahren der erste Besuch Mussolini» im AuSlaitde. — oder nur der Kronprinz? B» dapest. Wie die Blätter melden, wird der italienische Thronfolger Umberto den Besuch de» ungarischen ReichSverwcscrs Horthy in Rom in den erst« Dezembertageu in Budapest rrlvidern. Der Senat verabschiedete am Mitttvoch in einer kurzen Sitzung zivei Gesetzentwürfe, die die Stadt Brünn tangieren. Im ersten Gesetzentwurf wird die Zustimmung zum Abverkauf von staatlichen Baugrundstücken in Brünn an die Gemeinde ausgesprochen. Es handelt sich um den Bauplatz in der HuS-Strahe im Ausmaß von 2002 Quadratmetern, den der' Staat im Jahr«. 1028 von der Gcnieinde Brünn für den Neubau de» Obersten Gerichtshofes erworben hatte. Der Bau wurde jedoch ausgeschobcn und die Justizver- waliuug hält nunmehr den Neubau eine» Kreisstrafgerichtes für dringender. Inzwischen wurde als definitiver Bauplatz für das Oberste Gericht ein Grundstück ckus dem nördlichen Teil des Akademischen Platzes in Brünn ausgewählt. Da die Gemeinde Brünn den Bauplatz in der Hns« Strahe für ihre Aemtcr benötigt, wurde durch einen Vertrag der Austausch der entsprechenden Grundstücke durckigeführt, der nun, da es sich um die Veräuherung staatlicher Liegenschaften im Wert von fast 6 Millionen handelt, durch ein Gesetz genehmigt werden muh,— Der zweite Entwurf betrifft die Verleihung der Pupillarsicherheit stir die 4'^>prozentige JnvestitionSanleihe der Stadt Brünn vom Jahre 1080. Beide Vorlagen wurden ohne Debatte in beiden Lesungen genehmigt, worauf der Senat noch die Wahl von acht Mitgliedern deS Ständigen Ausschusses und ebensoviel Ersatzmännern vornahm. Von unserer Fraktion ist Genosse R e y z l Ersatzmann. Abg. Bene»— Generalsekretär der tschechischen Gewc-rbrpartei. Der bisherige Generalsekretär der tschechischen Gewerbepartei Svoboda hat vor einiger Zeit einen Krankenurlaub angetreten und dürfte auf seinen Posten nicht mehr zurückkehren. Auch der Sekretär des Prager GaneS Beran lvurde beurlaubt. Der Administralions- direktor des Zentralorgans der Partei„Närodni stked" wurde entlassen. Man spricht von einer Reorganisation deS Zentralsekretariates der Partei sowie des Parteiorgans„Närodni stked", und zwar wird als zukünftiger Generalsekretär Abg. Bene» genannt. Agrarische Gifttnischer an der Arbeit. Der „VeLer", die Nachmittagsausgaüe deS agrarischen Hauptblattes„Venkov", hat vor einigen Tagen gemeldet, dah am 11. November, dem Tage des Waffenstillstandes im Jahre 1018, in Prag tun Altstädter Ring eine Kundgebung stattfinde» werde, bei der Redner aller sozialistischen Parteien, auch der Koinmunistcn, sprechen werden. DaS agrarische Blatt hatte dies in durchsichtiger Weise als ein Zeichen dafür hingestellt? daß es auch in der Tschechoslowakei npch französischem Muster zn Kundgebungen der Volksfront kommen werde. Vom tschechisch-agrarischen Blatt hat es nun die„Deutsche Landpost" übernommen und deswegen ist es notwendig, diese Nachricht auf das richtige Mah zurückzuführen...'In Wirklichkeit handelt es sich nämlich dabei um ein« Veranstaltung des„Tschechoslowakischen Aktionsausschusses für Organisierung des Frieden» durch kollektive Sicherheit" und es werden dabei der Vertretet der Stadt Prag, die Vertreterin der Frauen^söwie Redner der Kriegsbeschädigten und Legionär« zu Worte gelangen. Seite 4 Donnerstag, K. November 1V3K Nr. SS? nungen je eine Matratze, ein Kopfkissen und; zwei Bettlaken abzuliefern Wien. Milizsoldaten Men, am Tag nach Veröffentlichung der Dekret», das in den Hausfluren bereitgestellte Bettzeug auf Last« kraftwagen und die Sammlung vollzog.sich ohne hen geringsten. Jlvischenfüll. Auch die Inhaber von anderen, in besonder» eleganten Stadtvierteln befindlichen Wohnungen werden im Lause der Zeit zur Ablieferung herangezogen werden. Die Bevölkerung, hat sich rasch In die neue Ordnung der Dinge gefunden; wer heute Barcelona zum erstenmal besucht, mag den Eindruck haben, als sei aller stets so gewesen, als könne er gar nicht, ander» sein. Am ehesten mag Ihm auffallen, daß man nur wenig junge Männer im Alter von achtzehn dir fünfundzwanzig Jahren sieht: die meisten sind an der Front in Aragon, gutgelaunt wie zuvor, obgleich die schönen Sonunertage vorüber sind und-Regen und Kälte eingesetzt haben, entschlossen wie zuvor, die Errungenschaften der sozialen Revolution zu verteidigen, und zuverläffig wie zuvor trotz der militärischen ueberlegenheit de» Gegner». Nr. 85942, 110161, 36989, 30207 29720, S4450, 24317, 93171, 61601, 23860, 48966, Tollwut in Ostschlesien. In Oldtichovice bei Tkinec(Ostschlesien).' hat ein tollwütiger Hund die dreigliedrige Familiedes ArbeitersS-ikor a gebissen/ Der staatliche Tierarzt auS Tschechssch- Teschen hat die betroffenenPersonen der ärztlichen Behandlung. zugeführt: uMden v kränken Hund beseitigen.lassest. Da in dem benachbarten polnischen Grenzgebiet 40 tollwütige Hunde festgestellt wurden, besteht die Gefahr, daßsich: die Krankheit auch auf, tschcchosloivakifchentGcbiete" der Bestie Publikum vorgeworfen wird, glaubt wahrscheinlich noch, daß er eine Heldentat geleistet habe. Denn wenn ein, arme» HUrchen von einem ehrenwerten Kaufmann, der sich ihrer bedient„noch 50 Schilling", verlangt und dabei bloß Ihren Bornamen richtig angibt, dann sind heilige Güter angetastet. Und im Namen der Gesellschaft der Ehrenwerten, vor denen er keinen Schutz gibt, muh sie verhaftet und dem Landgericht eingeliefert werden. Eine dreckige W e l tl Gewiß und eß scheint, daß sie am dreckigsten ist, wo sie braun oder schwarz lackiert wurde... Dr. 2. Michalowicz gestorben. In der Nacht von Mititvoch auf Donnerstag ist Dr. Georg Mtchaloluiez, Generalsekretär der Verbände» der Arbeitersportvereine Polens, 38jährig, gestorben. Im Jahre 1920 nahm er al» Freiwilliger des P. W. teil an den Unabhänglgkeitskämpfen Polens. Nach der Rückkehr aus dem Heer nahm er reget« Anteil am Organisationsleben der Jugend und der Partei, deren treues Mitglied er seit dem Jahre 1921 war. Im Jahre 1921 legte er zusammen mit anderen Genoßen die Grundsteine zur Arbeitersportbewegung und rief den Sportklub„Skra" ins Leben. Das von dem Verstorbenen vorgezeichnete Progrmnm beabsichtigte die Vereinigung aller Arbeitersportklubs auf dein Gebiete Polens und ihre Zusammenarbeit mjt den ausländischen Arbeitersportbewegungeit. Aber seine Arbeit beschränkte sich nicht nur auf da? Gebiet des Sportes, wo er Generalsekretär des Perbandes für Arbeitersportvereine war, er nahm auch, tätigen Anteil, an den Arbeiten der Partei, Im Jähre. 1932,wurde er in den Parteirat der P. P. S. gewählt und von dieser Zeit an widmete er sich besonders der Jugendarbeit. Tragisch ist sein Tod: Er starb auf seinem Posten, starb den Tod eines Arztes,. der ein Kind vom Scharlach rettete und der Krankheit selbst zum Opfer fiel. Lokomotive entgleist. Die Staatsbahndirek- tion in Käniggrätz verlautbart: Durch die Entgleisung einer Lokomotive bei der Verschiebung des Lastzuges 1248 in Okrouhliee bei Deutsch- Brod wurde Dienstag. abends der. Verkehr auf allen Geleisen unmöglich gentacht. Der Eilzug Nr. 37 wurde auf der Hilfsstrecke über Rofice- Pardubice abgefertigt. Die Ursache des' Faller wird untersuch). Furchtbarer Wohnungsbrand. Die Brüder Vojislav ,ind Milutln Markovii in der. Gemeinde Gorniä Badanja(Jugoslawien) wollten während der Nacht im. Zimmer Flachs trocknen, den sie zu diesem Zwecke um den im Zsinmer befindlichen eisernen Ofen auf dessen Herdplatte niederlegten. Indem betreffenden Zimmer schliefen sieben Personen. Als der Flachs genügend trocken war, begann er zu brennen, weil das Herdfeuer noch nicht ausgegangen war. Das Feuer verbreitete sich sehr rasch auf das Zimmer und sodann auf daö ganze Haus. Aus den Flammen wurden drei Personen tot und vier mit schweren Brand- wiinden, geborgen, so daß für ihr Aufkommen keine Hoffnung besteht. , Gattenmord. In bMrbach bet Graz wurde die 39 Jahre■ alte Geburlsassistentin Karoline Mayerhofen verhaftet, weil.sie(ihren öo'Äahre alten Ehemann vergiftet hatte. Zusammen mit ihr wurde der Geliebte der Maherhofer, ein 31- jähriger Knecht, verhaftet, der an diesem Mord mitschuldig erscheint. Der Mastn der Mayerhofev starb unter LähmungSerscheinüngen. Erst die Obduktion der Leiche MayerhoserS ergab, daß er vergiftet worden war. Die Reste de» Giftes"wurden' bei den beiden Verhafteten gefunden Und beschlagnahmt.'' ' Tas gefährliche Kino. Der katholische Bischof von Sarajevo, Sarlk, hak eisten Hirtenbrief einiger Zeit von ihm 80 Schilling aurgelichen. Al» o-wo*i-«m, sie dann wieder unter einem Vorwand von ihm herausgegeben, in dem er den Priestern, und noch 60 Schilling haben wollte, sei-ihm die! Mönchen sowie den Schullindern den! Besuch von SacheVerdächtig vorgekommeti. Er habe dann fest-1 KinrNtatographenIheatern ohne seiNe'borher- eingestellt, daß sie gar nicht Hilde von Brück heiße, j llehvlte Bewilligung verbietet.^. Aus diesem, Grunde habe er dann Sonntag, al» er ihr zufällig auf dem Kärntnerring begegnet sei, ihre Verhaftung verlangt... Hilde Raudasch wurde dem Landgericht eingeliefert." Das demokratische Schweizer Blatt, fügt folgende treffende Bemerkung-hinzu:-,- Und der Kaufmann, der natürlich nicht ge- - nannt Ist, während sogar Stand- und Wohttori de» beklagenswerten Vater» der kleinen Prelleritt bracht, bewaffnete Milizposten kontrollieren,die. Eintretenden. Dar am gleiche» Boulevard gelegene frühere Hotel Colon ist von der kommunistischen Zelle der P. S. it.— dec vereinigten, der III. Internationale angeschlossenen- sozialistisch-kommunistischen Partei— requiriert worden, und führt den Namen „Leniichau»". lind noch viele Häuser zeigen zwischen den Balkons oder.unter einer Fensterreihe breite Tuchstrelsen, auf denen mit roten Riesenlettern der Name de» FachverbandeS der U. G. T. zu lesen ist, der ein Stockwerk Ubernomme» hat. Auch in Barcelona sind Flüchtlinge aus dem KriegSgebiet angenommen; sie sind auf zwei im Hafen stilliegenden Ozeandampfern nntergebracht worden. Da jedoch Matratzen fehlten, wurde vor ein paar Tagen angeordnct, daß alle Inhaber von den an den beiden vornehmsten Boulevard»„Rambla Caialuna" und„Calle Balmer" gelegenen Woh- Dle Moral Im christlichen Ständestaat ist eilt Kapitel für sich. Die Aufhebung der Klassengegensätze etwa wirkt sich auch auf das| Familien- und Liebesleben aus, wostir der Fall einer Arbeiterin zeugt, die im neuen Oesterreich" von dem Unternehmer unter Androhung der Entlassung gezwungen wurde, ihm sexuell zu Willen zu sein. Sie ist verheiratet. In ihrer Gewissensnot wandte sie sich an die Re-1 daktion der verbreiteten„W o ch e n s ch a u". Diese erteilt, ihr folgende Anttvort: „Sie haben wirklich keinen Grund, traurig oder gar verzweifelt zu sein. I» Ihrer Lage konnten Sie ja nicht ander« handeln. Der Mann ist erwerbsunfähig. Um ihn zu schonen, mehr noch, um ihn am Leben zu erhalten, gehen Sie nun selbst in Arbeit. Dort lernten Sie einen Erpresser kennen, der Sie vor die Wahl stellte, entweder„abgebaut" zu werden oder aber da» Letzte zu opfern, wa» eine Frau opfern kann. So müssen Sie also die Erlaubnis, Weiterarbeiten und Gcldverdienen zu dürfen, mit der Preisgabe Ihre» fteicn Willen» erkaufen. Und seither ist in Ihnen alle Freude erstickt und das Gewissen quält Sie, und täglich, ftündlich ftagen Sie sich, ob sie nicht lieber auf und davon gehen sollten, nur, um sich dem Dkäch« . tigeren, dem Arbeitgeber entziehen zu können?— Arme Fran! Wir raten Ihnen, da» Leben zu Zehnten, wie e» ist. Auch im Leid kann man sich heldenhaft benehmen und Sie haben, im Gedanken an Ihren erwerbsunfähigen Dtann, doch.nicht» andere» als Opfernmt an den Tag gelegt. Sie brauchen sich also gar- keine Vorwürfe zu machen. Sie konnten, Sie dursten sich in Ihrer Lage nicht ander» verhalten. Sie sind nur Rechenschaft schuldig Ihrem eigenen Gewissen. Dieses ist aber blank wie ein Spiegel, Uebrigen», war man heutzu- t a g e u n t e r„E h e" v e r. st e h t, ist ein recht pröblematischer,Begriff... Mithin dürfen Sie nach wie vor von sich sagen, daß Sie eine brave Gattin sind. Harren Sie au», tapserund standhaft, auf dem undankbaren Platz, auf den darSchicksalSie gestellt hat. Denn wie gesagt: Man muß das Leben nehmen, wie es ist. Eine Interpretation des sechsten und des neunten Gebotes, die gewiß alle Anhänger des christlichen Glaubens ebenso wie die des christlichen Autoritätsstaates lebhaft interessiert wird! Doch nicht nur die Unternehmer, die ihre Arbeiterinnen sexuell ausnützen, auch die Schie- ber, die eine Prostituierte um den„Schandlohn" prellen und sie der Polizei auöliesern, haben im christlichen Staat ein Paradies gefunden, das sich Jesus wohl nicht träumen ließ, als er"die Zöllner und Huren gegen die Pharisäer in Schutz nahm. Da zitiert die Basler„National- Zeitung" aus.einem /.Originalbericht" des lichen.AutoritatsstaateS lebhaft interessieren wird! „Sonntag abends lourde in der inner» Stadt die 23jährige, bildhübsche, angebliche Kontoristin Hilde Raudasch, die Tochter eine» p e n s i o n i e r- ten E i s e n b a h n e r» i n L i n z, auf Grund einer Anzeige einer Kaufmannes verhaftet. Der Kaitfmann gab an, daß da» Mädchen sich ihm als Hilde von Brück vorgestellt habe. Er habe sie wiederholt getroffen und sie habe sich dann vor einiger Zeit von ihm 80 Schilling anSgclichen. Als Batcelöna, Etapoe des Bürgerkriegs (MTP.) Madrid und Barcelona, die beiden 1 HauSfront ist. ein riesige» Bild Karl. Marx' ange- Zentren de» Widerstande» de» republikanischen und'------- proletarischen Spanien gegen die Jiationalisten, bie ten heule ein voneinander gänzlich verschiedener Bild. Akadrid ist das Zentrum de» Kriegsgebiete» und er lebt die Zeit" mit allen Begleiterscheinungen, mit allen Enibehruugen und Anstrengungen, die der Krieg mit sich bringt. Barcelona-, von dem die nächste Front, di« Aragonesische, mehr al» zweihundert fünfzig Kilometer entfernt liegt, läßt in seinem äußeren Bild kaum.erkennen, daß e» einer der wich tigsten Pfeiler in dem Kampf, den da» republikanische Spanien führt, geworden ist. Der KricgSlärm der Front reicht nicht bi» zur Stadt; ihre Boinbärdierung, von der die gegnerische HeereSleiiung berichtet, hat nur in deren Phantasie stattgefunden; wa» die Stadt unmittelbar beschäftigt, find vielmehr organisaiorische Fragen: die Anwer bung von Freiwilligen, die soeben angeordnete Re gistrierung der Männer von achtzehn bi» vierzig Jahren für-die für später geplante allgemeine sßko- bilisierung aller KriegStüchtigen, die Organisation der Kriegsindustrie, die Ilmstellung von Metall warenfabriken auf Munitionsherstellung. So bleibt den revolutionären Führern und den Arbeiterkomitk» Zeit und Kraft, an der Gestaltung neuer Lebens formen, an der Durchführung der sozialen Ilmord nung zu arbeiten- So tief auch diese Maßnahmen in da» Leben einzelner einschneiden mögen— da» äußere Bild Barcelona» hat nicht darunter gelitten. In allen Straßen herrscht unbesorgte» Treiben; die Cafes sind lange über Mitternacht geöffnet, auch in Kinos und Theatern sinden die Borstellungev zu-den gewohnte» Stunden, bi» tief in die Nacht hinein statt. Neuerdings verkehren, auch wieder Taxi», wen» auch»och in geringer Anzahl; früher loaren sie gelb, heute sind sie rot und schwarz gestrichen, in den Far ben der Anarchisten, deren Gewerkschaft C. N. T. lCoqfederation National del Trabajo) den Miet- antoverkohr als Kollektivunternehnten und bei kaum erhöhten Preisen betreiben. In den Straßen sieht ntan nur noch wenig bewaffnete Milizsoldatcn; sie sind an der Front oder befinden sich militärisch diszipliniert in den Kasernen. Die Barrikaden, die, eine Mahnnng und Erinnerung an die Kampftage de» 19. und 20. Juli, noch lange an vielen Straßen kreuzungen aufrecht blieben, sind jetzt weggeräumt. Tie Autokontrollen, die früher an den belebtesten Punkten der Stadt durchgeführt wurden, bei denen die Funktionäre der ArbeiterkomitöS, Parteien, Ge werkschaften, Kollektivbetriebe und Regierungsstellen von den Konirolltommaudo» dieser Organisatione-I auf ihre Berechtigung die requirierten Privatkraft- wagen zu fahren, und auch darauf geprüft wurden, ob sie nicht verkappte Faschisten sind, haben ansge« hört. Nur selten findet noch eine dieser VerkehrS- kontrollen statt, Ivcuu ein„verdächtige»" Auto ge sehen worden sein soll». Zwei der Hauptverkehrsadern Barcelona», die" geschäftige Via Layetana und der elegante Paseo de Gracia, sind zn Hochburgen der C. R. T. und der U. G. T.(Union General de Trabajadore»), der anarchosyndikalistischen und kommuinstisch-sozialisti- schen Gewerkschaften geworden, die Politik und Wirt schaftsleben in Katalonien bestimmen. Auf dem rie sigen BürohauS de» flüchtigen Großindustriellen und Finanzmanne» Combo in der Via Layetana weht die schwarz-rote Fahne der Anarchisten, deren Zentral büro» hier unicrgebracht sind. Vor dem Eingang herrscht rege» Getriebe; vor dem Gebäude, gerade gegenüber dem Prunkbau der Bank von Spanien, parken zahllose Auto», bemalt mit den Buchstaben C. R. T., F. A. I.(Federation Anarquista Jberisa) und A. I. T., die„Asociacion" International de TrabajadoreS", der l. Internationale. Die ganze be lebte Geschäftsstraße entlang merkt man den vor herrschenden Einfluß der Anarchisten, ungeachtet des von ihrem Zcntralbüro nicht Iveit entfernten Poli zeipräsidiums, da» wie versteckt, ein bescheidenes Da sein zu fristen scheint, nachdem alle Akten auf offener Straße— und mit Einverständnis der katalanischen SIcgicrung— verbrannt wurde», in denen die Namen der Revolutionäre registriert waren, die nun von dem Odium der gefährlichen Ruhestörer befreit, an der Neuordnung der Gesellschaft in Negierung und ArbciterkomiiäS arbeiten. Auf dem Paseo de Gracia dagegen beherrschen die Buchstaben„II. G. T." das Straßcnbild. Im „Ciccolo Ecnestre", dem früheren„Klub der Mil lionäre", befindet sich die Zentrale der kommunistischsozialistischen Gewerkschaften; an der Mitte der Ziehung der Klassenlotterie Unverbindlich. Prag. Bei der Mittwoch-Ziehung der 3». tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 90.000»6 deut Los Nr. 70697. 80.000 K6 das Los Nr. 66216'. 70.000 1U das Los Nr. 39694. 10.000 K6 die Lose Nr. 72377, 64903, 102220, 112192, 48425, 76096, 60246, 46233. 6000 K6 die Lose 80104, 82867, 41327, 86808, 70693, 19389, 83896, 64060, 78301. 2000 K6 die Lose Nr. 75388, 66589, 53318, 72303, 52381, 10160, 59482, 5790, 92336, 78028, 30086, 3163,»1933, 12423, 96039, 61982, 103064, 37652, 100964, 107616, 94134, 9816, 10645, 76726, 52328, 20299, 106865, 41504, 47880, 48648, 89911, 100329, 24905, 1788, 99686, 44606, 91836, 82082, 103198,. 60647, 70619, 102885, 78274, 42848, 75796, 81602, 23805, 290, 96205, 100150, 48256, 37902, 58201, 47960, 7223, 108138, 44016, 5978, 37640, 23118, 90033, 84050, 17884, 110649, 21059, 84838, 18456, 65640, 86504, 46685, 57934, 74922. auSbreitet. Die Einwohnerschaft wurde aufgefordert, bedingungslos die behördlichen, Anweisungen "zuchö^olgen. DaS Rovemterheft de»„Kampf"(Sozialistische Revue) wird seines Inhalt» wegeu.aröß- tem JNteressz'begegnen. Aitssek' einent'Ärtlket über den spanischen Bürgerkrieg, bziv. dessen weltpollti- sche Bedeutung,, enthält-'es eist^bieihe. wirtschaftspolitischer Artikel vott^stäplsteb Altualitak, darunter Beiträge von Professor Josef M a c c k, dem bekannten-Wirtschaftsfachmann der tschechischen Sozialdemokratie, von Franz R e h w a l d, Emil Str au h, Otto Walle k, Willi W a n k ä, Aufsätze über die Zitckerprcise, die Lehren der landwirtschaftlichen Statistik, die Währung»- refotmen iisw. Bott Bedeutung ist aber vor allem auch eine qrundsätzli ch e Auseinander s e h u n g- des Genossen W e n.z e l I a I s ch mit den Polemiken, die im Laufe der letzten Monate gegen den sogenannten„B o l k.s- s o z i a I i S m u S" unternommen lvurden. Aakfch kommt auf die Angriffe zurück, die May Klinger im„Neuen Vorwärts", M. Deutsch im .Kampf" und Löwenthal in der„Zeitschrift für Sozialismus" gegen, ihn und E. Franze! erhoben haben, führt aber im Zuge seiner Edwiderüng auch wichtige grundsätzliche Klärungen herbei, Re Aufgabe eines lebendigen" Marxismus und Sozialismus scharf gegen eine dogmatische Erstarrung abgrenzend Und> die kommunistisch.' Demagogie gegen den„BolkSsozialiSmuS" mit Entschiedenheit zurücktveisend.(„Der Kampf" ist zu beziehest durch- alle Kolporteure, Organisationen, oder durch die Verwaltung, Prag II., Rekord-Jagdleistungett der rumänischen Gäste. Bei der Niederjagd im Mährischen, die. zu Ehren der rumänischen Gäste veranstaltet wurde, sinh von acht Teilnehmern rund 8200 Stück Wild erlegt worden, so daß auf den Kopf des Schützen etwa 400 Stück entsalleti. KönigCarolund Kronprinz Michael aber haben zufani- men allein 17 0 0"Fasanen erlegt. Damit scheinen auch die seinerzeit viel besprochenen Re- kordziffern überboten, die bei den Jagden des Erzherzog-Thronfolgers F r a n z.F e r d i n a n d erzielt wurden, dessen Jagdleidenschaft ebenso bekannt war wie seine Ausdauer im Schießen. Zibischen den damaligen und den heutigen Jagden liegt allerdings der W e l t k r i e g, der ja eine rasante Entwicklung der Schteßwasfe» her- beigcführt hat(so daß man in Anterika gelegentlich schon mit kleinen, mit Schrot geladenen Schnellfeuergeschützen auf Wasservögel gejagt bat). Die Staatsgüterdirektion hat beschlossen, die der Republik gehörende„Große Fasanerie" in Seelowitz, in deren Gehege die beiden rumänischen Gäste den reichen Jagdzug gehalten haben, zu Ehren des Besuches und zimi Andenken an die denkwürdige Rekordjagd in'„R u"tn ä n"i.-s ch‘e Fasaner i e" umzubencnnen.* „Richtschlafen gesünder al» Schlafen!".In London wurde Mr. Arthur Darby, ein Junggeselle und ehemaliger Friseur 70 Jahre alt. Daräit ist nicht» Besondere», dennoch waren zur Feier seines. Geburtstage» rund 80 englische Journalisten bet ihm, die ihn interviewten. Denn zugleich", mit.seinem Geburtstag feierte Darby sein 20jährige» Jubiläum' der vollkommenen Schlaflosigkeit. Er hatte um di« Zeit seines 50. Geburtstage» einen Nervenzusammenbruch durch lleberarbeitung und. hat seitdem, unter ständiger ärztlicher Aufsicht- stehend, tatsächlich nicht eine einzige Nacht geschlafen.. Er erklärte den Reportern, daß er meisten» in einem großen Lehnstuhl die Nacht verbringe und durch seinen großen Radioapparat Musik au» allen Ländern' höre- Er fühle-sich außerordentlich-Wohl'und so frisch wie vor 20 Jahren, al» er noch schlafen konnte:„Ich! möchte", so"sagte er,„solange ich lebe, nicht mehr! schlafen!"« Wetterlage nicht stabil. In unseren Gegenden hat sich da» Wetter unter dem Einfluß eine» Hochdruckgebietes, da» sich über den Karpathenländern ausgebildet hat, beruhigt, Der Himmel, hat sich vielfach ausgeheite'rt und die Temperatur ist Mittwoch nachmittag» stellenweise über'.10 Grad gestiegen. Trotzdem ist die allgemeine Wetterlage noch; nicht stabil. ES ist nicht ausgeschlossen, daß sich nach Mite tclcnropa der Einfluß ganz" unbedeutender Druckstörungen äuSbreiten wird, welche in der. letzten Nacht -und heute in Italien und in Dalmatien starke Regenfälle veranlaßt haben..— Wahrscheinliche» Wetter für Donn er» tag: Wechselnd bis vorwiegend" be- tvölkt, später wieder strichweise Regen, schwacher Windau» südöstlichen Richtungen.-— WetterqiiS- sichten'für Freitag: Wetterlage weiterhin" im» sicher, strichweise regnerisch. - Vom Rundfunk.'>. a«pfehle»o»erteo an» de» Programmen, Freitag: Prag I 7.00: Orchesterkonzert FOK,.10,05: Deutsche Presse, 11.85: Spejbl und Hurblnek auf Schallplatten, 12.10: Chansons, 12.85: Mittagskonzept, 18.10: Deutsche Sendung: Eger: Die Werke Timhofer»— Bekenntnis eine»- Arbeiterdichters, 18.20: Prof. Fürth: Die kosmische.Ultra-. strahlustg, 18.85: Aktuelle zehn Minuten,' 18.45: Deutsche Presse,.lg.20:':BoIkslieder.— Tender II: 7,80-Oitchestepkonzert FOK, 14.15: Deutsche Sen- dung: Dr. Schuster: Soll unser Junge jetzt schon fremde' Sprachen lemen? Albert:, ElbtallsÄer, 14.50: Deutsche Prcsse,18.20: Flötenkonzert, 18.85,:. Mandolinenkonzert.— Brünn 15: Rundfunkorchic-. sterkonzert, 17.40:. Deutsche Sendung:' Dr. Bret» "Holz:,Prozesse" uns- Zauberinnen in Mähren, 20.8Y:, Monstcrkonzcrt., Preßling 19.85: Harfensölo, 22.80: Tanzmusik.— Kascha«' 19.56: Blechmusik, 20.85: Leichte Musik.--- Mährlsch.Osträ« 18.10: Deutsche Sendung: Theaterfensterchen. Nr. 257 Donnerstag, 5. November 1036 c! und Jauchengruben in die Fiirsorgcaltion eingereiht wird. Nun sind die näheren Bestimmungen vom Fiirsorgeministcr hcrauSgcgeben worden, die unter anderem sestsetzcn, das; bei Errichtung von Düngerstätten und Jauchengruben, die zweckmäßig ausgeführt sein müssen, ei» StaatSbcitrag von k bis 7 KL pro Person und Tag gewährt werden, höchstens aber 2V Prozent vom gesamten Lohnbetrag, den der Bau erfordert. Der Mindestlohn pro Tag muß 16 KL betragen. Jene Landwirte, die diese Begünstigung zur Errichtung einer Dün- gerstäite oder Jauchengrube in Anspruch nehmen wollen, müssen dies beim Gemeindeamt« melden. Die Gemeindeämter haben dann die Beihilfe beim Fürsorgeministerium anzusprechcn. Die notwendigen Richtlinien und die dazu gehörigen Formulare für die Inanspruchnahme der Begünstigung der produktive» ArbcitSloscnsür- sorge für düngerwirtschaftliche Bauten find bei den Deutschen Sektionen der Landeskulturräte in Prag II.(Wenzclsplatz 54), in Brünn(Land- haus 2), und in Troppau(Landhausgasse 1) erhältlich. Die Mitglieder des Kleinbauernverbandes werden aufmerksam gemacht, sich an dieser Aktion, die einen bedeutsamen Erfolg der Tätigkeit des Verbandes darstellt, zu beteiligen. Die Verbesserung der Düngerwirtschast ist gerade für sie von eminenter Wichtigkeit, weil sie in der Zeit der Wirtschaftskrise und dcS VerdicnstentgangeS im Arbeitsberufe eiue Steigerung dcS Ertrages und der Einnahmen aus der Landivirtschaft verspricht. Vor den Wahlen In die Bergbaubetriebsräte Ende November werden die Wahle» iu die BergbaubctriebSrätc statt finden. Der gegenwärtige Stand der Betriebsräte' im Pttgbau der' Tschcchosloivakei(in den meisten Revieren erfolgten die letzten Wahlen in den Jahren 1032 und 1933) ist ungefähr folgender: Organisation Betriebsräte Union der Bergarbeiter,,. 249 Svaz horniku...»»« 245 Jndustrieverband..,». 238 Narödni sdrusseni..... 127 Deutschsozialistischer Verband. 80 Jednota horniku....» 60 Fachverein„Solidarität",, 14 Tsch. christl. Verband..», 10 Deutsch-christl. Verband.»» 1 Verschiedene Gruppen.» 6 Zusammen....... 1030 Seit den letzten Wahlen wurde der Deutschsozialistische Bcrgarbciterverbäud in Brüx behördlich aufgelöst und der Fachverein„Solidarität" in Falkenau hat sich mit den Gablonzern verschmolzen, Die Betriebsräte dieser Verbände fungieren aber noch. Sie haben sich znni Teil allerdings anderen Verbänden angcschlosscn. Dadurch erfahren die obigen Zahlen eine Korrektur. Von den 1030 Betriebsräten, die gcgcnwär- tig im Bergbau noch bestehen dürften, gehöre» 47.9 Prozent den koalierten Bergarbeiterverbänden Union und Svaz an, die Union der Brgarbeitcr allein besitzt 24.1 Prozent aller Betriebsräte. Die Clearingfpitze mit Oesterreich. Die „Reichspost" berichtet, daß die Clearingspihe im österreichisch-tschechoslowakischen Außenhandel'zugunsten Oesterreichs bis 81. Oktober l, K, auf 17 Millionen Schilling gesunken ist. Das Blatt glaubt, daß diese Spitze bis zum bevorstehenden Jahresende ausgeglichen sein wird. 1.5 Milliarden Umsatz der Holzindustrie. Der.Umsatz der tschsl. Holzindustrie erreichte im Jahre 1985 1.5 Milliarden KL gegen 2,5.Milliarden im Jahre 1930. DaS heurige Jahr brachte ztvar«ine zeitweise Belebung, doch wird die Erzeugungskapazität der Holzindustrie immer noch nur mÜ rund 50 Prozent ausgeniitzt. Die Auslandsnachfrage stieg nach Rundholz, jedoch unbedeutend nach Schnittholz,; Tschechoslowakei zweitbester Kund«, Jugoslawiens. IN den ersten neun Monaten 1986 verteilte sich die jugoslawische Ausfuhr in der.Höhe von 2837,9 Mill. Dinar auf folgende Länder: Deutschland 774 Mill, Dinar(26,3% der Ge» samtansfuhr), Tschechoslowakei. 495,9 Mill. (16.86%), Oesterreich 299,7 Mill,(10.2%), England 288.1 Mill.(9.8%) u. s. f. Der Antel Italiens: welches im Vorjahre größter Abnehmer jugoslawischer Produkts gewesen ist,' sank Heuer, auf unter 1%. Heftige Konflikte im Dritten Reich Ausland \*• konservativen Kreise fordern ein Vorgehen gegen VMsMktscKast und SoaialpfllUife Die Lehre von Fleißen dazu bei, die Erbitterung noch zu vermehren. Die Partei will einen Mißerfolg dieser Aktion unter allen Umständen verhindern, da dies beweisen würde, daß die MaffenbasiS der NSDAP bereits erschüttert, ihre Autorität im Schwinden begriffen ist. Daher werden die Beiträge zur Winterhilfe unter Aufbietung jeder nur erdenkbaren Form von Terror eingezogen. Ausdrücklich wird erklärt, daß jeder als Volksfeind angesehen und behandelt lvecde, der nicht zum WinterhilsSwerk spende. ES liegt auf der Hand, daß auf diese Weise die Stimmung nicht verbesiert wird. Dabei ist die DiSkusiion über die Abwertung und die Ausländsanleihe noch nicht verstummt. Man will wissen, daß für eine Anleihe der City nicht nur die Abwertung, sondern auch die Rückkehr nach Genf und eine Garantierung der Ostgrenze als Bedingung gestellt worden sei, daß die deutsche Industrie sich für Annahme dieser Bedingungen einsetzte, daß aber die maßgebenden Parteikreise, hiermit erneut in einem Gegensatz zur Wirtschaft geratend, sich schroff ablehnend verhalten, da sie alles auf die Karte des von mystischen Erwartungen begleiteten BierjahreSplan setzen, der vom Ausland, von der Weltfinanz torpediert werden solle, und da sie«ine weitere Einschränkung der Stellung der Partei befürchten. Gleichzeitig fordern diese Kräfte, um sich eine agitatorische Plattform zu verschaffen, die Beschlagnahme der AbwertungSgcwinne, die zahlreiche deutsche Unternehmungen durch die Devalvation von Franc und Gulden machten. Die Konflikte im Reich reißen also nicht ab, sie ändern nur ständig ihr Aussehen. berichtet,’ nicht der Partei angehört oder sich am Rande dor- ' selben befindet, insbesondere gegen die alten konservativen Beamten, die neuerdings ihrer Unzufriedenheit In weit weniger vorsichtiger Form Luft machen. Während man diese' Gegensätze Hitler nicht verschweigen kann und will— im Gegenteil, man sucht ihn sa hereinzuziehen, um sich seiner gegen die politischen Gegner bedienen zu können—, sucht man ihn von den sonstigen Schwierigkeiten wirtschaftlicher-, und innenpolitischer Natur möglichst sernzubalten. Hitler wünscht auch gar nicht zu wissen, Ivie das Volk auf den Lebensmittelmangel und die sonstigen Nöle reagiert, wie die Diskussio« nen über die steigenden Preise kein Ende nehmen und tvie die allgemeine Unzusriedenbeit derart anschwillt, daß ein Einschreiten der Staatsgewalt einfach unmöglich wird. Die Winterhilfe trägt Beschwerden? Menschenwürdige Behandlung und erträglichen Lohn verlangen? Bei wem? Durch wen? Es gibt keine Vertrauensmänner ttitb schon gar nicht einen Betriebsausschuß, in keinem der Fleißner Betriebe. Und es verdichtet sich schon das Gerücht, daß die übrigen Fabrikanten, ausgeschreckt durch das gemeinsame Handeln der Fleißner Arbeiter, lieber zu Lohnzuge- ständniffen bereit seien, wenn die Forderung an sie heranträte, nur um nicht auch die Wahl eines BetriebSauSschuffeS zugestehen zu muffen. Sie iglauben,-ihr«-Sklaven durch Lohnausbefferungen davon-abhalten zu können, den Weg zur-Gewerkschaft und durch sie zu geordneten Zuständen zu finden. Wenn die erste Erregung abgcklungen sein wird, können ja die Konzessionen schön Im^sam wieder rückgängig gemacht werden. Das ist es ja, was vor allem die Lehrmann- Arbeitcr erkennen müssen: Was die Firma jetzt zugesteht, wird nur Bestund haben und ausgebaut werden können, weiin sie sich angesichts der protzigen Fleißener Herrschaftsvillen bewußt weichen, daß es zwischen Unternehmern und Arbeitern keine Gemeinschaft geben kann, daß sie als Arbeiter zusammengehören und füreinander einstehen müffen. Nur dann, Ivenn sie sich wieder gewerkschaftlich vereinigen und der Gewerkschaft die Treue halten, werden die an die ärgste Sklaverei gemahnenden Zustände beseitigt und geordnete Verhältnisse geschaffen-werden. Und sie werden vor einem Rückfall in die Anarchie nur dann betvahrt werden, wenn ihre Kamerad.«» in den anderen Betrieben ihrem Beispiele folgen und sich gemeinsam den ihnen zustohenden Anteil am Ertrage ihrer Arbeit erkämpfen. Dann wird der mit so elementarer Kraft zum Durchbruch gekommene Wille der Lehrmann-Arbeiter dicht ick einem durch den Streik erzielten Augenblickserfolg erscheinen. Durch zehn Jahr« haben die Fleißener Arbeiter ein schlechtes Beispiel gegeben. Manches Stück Brot hätten sie sich mehr kaufen, manche freie Stunde hätten sie ihren Kindern widnieck können, wenn sie nicht einem Phantom nachgejagt wären und den Gewerkschaftsbeitrag als eins überflüssige Ausgabe angesehen hätten. Sie find sich, soweit sie bei Lehrmann beschäftigt sind, ihrer Kraft und Macht bewußt geworden und haben ein Fanal entzündet, das ihren Leidensgenoffen in den anderen Fabriken den Weg aus. der Finsternis zu den Höhen einer besseren Zukunft zeigt! Möge es überall gesehen werden! In dem Textilbetrieb Lehrmann in Fleißen ist ein Streik auSgebrochsn. lieber die besonders aufschlußreichen Umstände schreibt der Karlsbader »Volkwille": Geradezu als ein Schulbeispiel dafür, daß das Gerede von der Volksgemeinschaft nur eitel Geflunker ist und daß»wenn unerträglich wird die Last", di« sozialen Spannungen zur Explosion führen müffen, muß der spontane Streik der 1000 Fleißner Textilarbeiter angesehen werden. Seit etiva zehn Jahren haben die Fleißener den Gedanken der Gewerkschastsorgänisation pr'elsge» gebe», sind sic dem politischen JndifferentismuS verfallen, und die Ausstrahlungen der Propaganda' dcS hinter den letzten Häusern von Flei» ßen beginnenden Dritten Reiches haben Unternehmer und Arbeiter gleichgeschaltct. Kein»Hetzer, der sich von Arbeiterkreuzern mästet" trat ztvi» scheu Betriebsführer und Gefolgschaft und die wie ihre Arbeiter nieist im Lager der SdP stehenden, dick und dick verdienenden Unternehmer hätten ihren sozialen Gefühlen freien Laus lassen können. Aber nichts von alledem. Di« Fleißener Arbeiterschaft hat die Preisgabe der gewerkschaft- lichen Organisation und ihre Zersplitterung teuer bezahlen müssen, während sich die Fabrikanten auf Kosten der Arbeiter ungeheuer bereicher» konnten. Fast zur gleichen Stunde, in der sich der Groll der Lehrmannarbeiter entlud, wurde gemeldet, daß die Firmeninhqver aus tschechischen Händen das Restgut Katzengrün um 1,295.000 KL ersteigert,,also sozusagen eine nationale Tat vollbracht haben, während der Arbeiterschaft nicht unbekannt ist, daß auch Verhandlungen wegen des Gutes Neuhof laufe:» Wieviel die Lehrmannarbeiter zum Gutskauf beigetragen haben mögen, die wahrscheinlich weniger sparsamer sind als ihre christlichen Brotherren? Bei den Verhandlungen kam das blitzlichtartig zutage^ Wochenlähne von 80 und 90 KL sind die Regel; Vater, Mutter und Sohn verdienen zusammen 150 KL die Woche, verheiratete Männer haben Stundenlöhne von KL 1.90, KL 2.10 bis KL 2.85. So haben sie sich ihren Lohn wenigstens ausgerechnet, denn das Lohnsystem bei dieser Firma ist ganz undurchsichtig, geradezu ein« Geheimwiffenschaft. Es wird häufig ohne Ueberstundenbezahluug 70 Stunden in der Woche gearbeitet, was einen Stundenlohn von KL 1.80 bis KL. 1.90 ergibt. Än der Lohnliste, die die Vertrauensleute bei den Verhandlungen zu Gesicht bekmnen, war aber nur eine Arbeitsleistung von 48. Stunden verzeichnet» Ivas bei der gleiche» Ezchsumme einen Stundenlohn von KL 2.50 ausmacht. Und die Arbeitszeit ist keineswegs im vorhinein bestimmt. Der Arbeiter oder die Arbeiterin weiß. bei Betreten der Fabrik nie» wann die Schicht endet. Irgendeine der-zwischen den Fabrikanten und den Arbeitern stehenden Kreatu- Kelne Bewilligung einer jugoilawlichen sozlallrtltchen Partei Vor einiger'Zeit hat der in der Sozialistischen Internationale bekannte Dr. Zivko Topa- I o v i L-Belgrad mit 255 seiner Gesinnungsfreunde m: die jugoslmvische Regierung das An Emigranten oder SA? Das Deutsche Nach richtenbüro'meldet: Der spanische Geschäftsträger Rovira wurde Dienstag abends, als er sein Haus betreten wollte, von zwei spanischen Emigranten überfallen und in dem entstehenden Handgemenge verletzt. Die beiden Spanier entkäme n unter Mitnahme der Aktentasche des Ueberfallenen. Dem Geschäftsträger wurde seitens des Auswär tigen Amtes das Bedauern über den feigen Ueber- sall auSgcsprochcn. Irland will voll« Souveränität. Dem Dubli ner Parlament wurden die Vorschläge zur Ver- sassungöänderung»ach,, einem,. Projekt. vorgelegt,. das d« Balerä äüSgearbeitet hat. Das. Amt. eines. Generalgouverneurs, als formaler Vertreter der britischen Krone, soll aufgehoben werden, um so di« größte Abkehr von deck Einflüssen der briti schen Politik zu erreichen. Der Irische Freistaat wird, gemäß den gültigen irisch-britischen Ver trägen, in den Fragen der außenpolitischen Ad ministrative gemeinsam mit Großbritannien auf treten, es wird aber die absolute Unabhängigkeii Irlands in den Fragen der Außenpolitik genau: -respektiert werden. Die neue Verfassung verleiht auch den Vertretern'der sechs Ulster-Grafschaften, di« bisher dem Irischen Freistaat nicht einver leibt.wurden, das Recht der Teilnahme an den Sitzungen des Parlamentes(Dail) in Dublin. DaS irische Parlament wird auch'darüber entschei den, ob die künftige Bertretungskörperschaft aus zwei öder einer Kantmer bestehen wird. Weil de Valera im gegentvärtigen Parlament die über- wicgcnde Mehrheit besitzt, wird di« neue Verfas sung unztveifelhaft, gemäß dem Wimsche de Va» leraS, angenommen werden. Die Schlußentschei- dung über die neue Verfassung fällt dem irischen Volk« zu, dem das Projekt der neuen Verfassung bei den nächsten Wahlen vorgelegt werden wird. Die Neuwahlen Iverden Mitte des nächsten Jah res ausgeschrieben werden. Ein LanitätSfluszeng für Spanien, Dar Inter- nationale Koordination»- und JnformationSkomitee für die Unterstützung des republikanischen Spanien teilt mit: Dar international« Komitee sendet eia .Sanitätsflugzeug nach Spanien, dar«Inen Arzt, einen Krankenpfleger und. drei Pflegerinnen, alle> ! aus Holland, sowie reichdr Sanitätsmaterial mit- j führt. Dieses Sanitätsflugzeug wird auf.Grund von Sammlungen in Holland, die vom holländischen Spanien-Hilfskomitee und durch holländische anti faschistische Organisationen durchgeführt wurde, au»- gerüstet und vom internationalen Komitee der spa nischen Regierung zur VerfÜgüng gestellt. Dar Flug zeug wird,In Barcelona landey und sqfort dem.spani- schcn Röten Kreuz zur Verfügung gestellt werden. Zu Stalins Justiz. Angesicht» de- bevorstehenden zweiten Prozesse» In Moskau haben zahlreich« fran zösische Intellektuelle einen Aufruf unterzeichnet, der än den Methoden der ersten Prozesse» Kritik übt, eine...... internationale Untersuchungskommission fordert und> rcn schreit einfach um 7 Uhr abends in den Saal die Erforschst»» der reinen Wahrheit verlangt. Zu den!»Htüw wird bis 10 Uhr gearbeitett" und nie- 'Unterzeichnern gehören u. a. Madeleine Paz, Paul I mand darf wagen, dagegen aufzumucken. Und da Riveh Allain, George» Dumoulin, FKicien lkhallaye, j in zwei Schichten gearbeitet wird— die Firma Andr« Breton, Victor' M a r g u e r i t't e, Gaston' will gern eine dritte Schicht einlegen'— ist den B e r g e r y, George» Hoog und Mare S q»gute r. i Arbeitsschluss bei den 1 einzelnen Kategorien die« — Die fest Anfang dlese» Jahr«! ist Amerika lebende scs Riesenbetriebes ganz uneinheitlich. Dazu Schwester'.de»'in Murkliu Hingerichteten Bermann- kommen noch die Belästigungen, denen besonders Jurin(alias HaN» Stauer) gibt an, daß ihr Brude: junge hübsche Arbeiterinnen durch die Spitzel und zu der, Im Pttjiß angegebeneck Zeit nicht-In Köpen/ Züträger ausgesetzt sind, und die sie sich gefallen bogen gewesen sein könne, da er damals jeden Tag lassen.müssen, wenn der Arbeitsplatz nicht zur bei ihr zu Mittag gegessen habe. t Hülle werden soll: AP. In den letzten Tagen sind eine Anzahl von leitenden Beamten de» Auswärtigen Amte» und des Reichskriegöministerium» nach Berchtesgaden zitiert worden. Der Vorfall ist symptomatisch, denn Hitler ist außerordentlich nervös und beunruhigt-wegen der zahlreichen Konferenzen, die in diesen Wochen, nicht ohne Zusammenhang suchen gerichtet,' die Gründung"einer politische» 1 mit dem spanischen Bürgerkrieg sowie mit der Partei unter dem Namen»Sozialistischer Ver-! Sloitation gegen die USSR, zwischen beiden Res», band des arbeitenden Volkes" zu bewilligen. Die- fsorts stattgefuuden und in nationalsozialistischen. seS Gesuch wurde jedoch von der jugoslmvischen Parieikreisen großes Aufsehen erregt haben. Sehe Regierung bzw. in ihrem Auftrag vom Innen- viel stürmt in diesen Wochen auf Hitler ein. Die Minister Dr. K o r o» e e abgelehnt.", Diese Ablehnung stellt keinen glückliche» die Abenteurerpolitik der Radikalen, und die Ra- Schritt der jugoslmvischen Regierung dar. Ist, dikalen schüren wiederum Hitlers Mißtrauen dem Programm, welches- Topalovii vorgelcgt gegen die^Reaktion, zu dcr alles gezählt wird, was hat, werden, wie da»»Prävo Lidu" l ßWW'‘ nichts mehr als gerade die minimalsten Forderun gen der Arbeiter, Kleinbauern und überhaupt- kleinen Leute aufgezählt. Von politischen Forderungen wird die Rückkehr zur politischen Freiheit aufgestellt.. Die jugoslmvische Regierung hatte also«chsolut leinen Grund mit einer Nichtbewilligung de» Gesuches vorzugehen und ihre Ent scheidung muß um so mehr überraschen, als in der letzten Zeit mehrere Minister in ihren Reden er- kiärt-haben, daß sich jeder politisch organisieren. könne, wie er wolle. Ministerpräsident S t o j a« dinoviL hat damit zum Ausdruck gebracht, daß er in den Fragen der politischen Freiheit nicht-anders handle als die früheren Regierun gen UzunoviL und JeftiL. Die Hoffnung, daß in Jügoflawien ein freierer Wind wehen und daß das Land allmählich zur Demokratie zurückkeh ren wird, scheint sich also nicht erfiillen zu wol len. Auch viele aufrichtige Freunde Jugoslawiens werden nicht glaichen, daß die Ablehnung des Gesuches des Genossen Dr. Topalovii ein glücklicher Schritt der jugoslawischen Regierung war, deren Aufgabe«S doch wäre, alle ausbauwilligen Kräfte JugoflawienS, und dazu gehört die Sozialdemokratie, zu fördern. Erweiterung der produktiven ÄrbeltslosenfOrsorge Einbeziehung des Baues von DUnger- Stätten und Jauchengruben in die produktive Arbeitslosen! Ursdrge Boni Zentralverband der deutschen Kleinbauern und Häusler geht uckS nachstehende Mitteilung, zu. Jahrelang haben wir in unseren Bersamm» lungcn und Konserenzen das Verlangen nach dieser Regelung gestellt. Nach Ueberwindung vieler Schwierigkeiten ist eS endlich, gelungen,«inen, wenn auch nur teilweisen, Erfolg zu erreichen. Der Ministerrat hat am 8. Juli sein« Zustimmung gegeben, daß der Bau von Düngerstätteu Zdenik Stiptnek Träger des staatlichen FilmpreiseS für den Film „Rciierpatrouille" Seite 6 .Sozialdemokrat' Donnerstag, 5. November 1033. Nr. 257 Kanal und Wlasen Der Schneider im Schloß wurde gestern Belohnung, wie sie der Klient Dr. Frieds forderte,! Donnerstag 8 Uhr: Di« Freier.—. Freieinfach als unmöglich anzusehen sei.! tag halb 8: Die Reiterpatrouille, Freitag, den 6. November, im Großen Saal des Handwerkervereins• Partelmltglleder-Versammlung Im Rahmen unseres BildungSprogrammS spricht Gen. AlexanderStein zmn Thema „Die Sowjet-Anion und der Sozialismus". Beginn 20 Uhr. Zutrittnur für Partei« und SJ- Mitglieder! Der Schneider im Schloß wurde gestern im Deutschen Theater erstmal- vorgeführt. Angeblich ist das ein Lustspiel, angeblich sind seine Berfasser, Paul Armont und Leopold Marchand, lvaschechte Franzosen— ich würde dar erst glauben, bis ich Geburtsscheine und Pässe gesehen hätte— angeblich ist dar Musik, war«in Herr Alexander Steinbrecher dazu komponierte und angeblich haben andere Bühnen mit diesem Stück Erfolg. Ich aber vermag nur anzugeben,, daß Ich dieser»Lustspiel" zu den banal« stcn und schalsten zähle, die ich je gesehen habe und daß Ich die in Film und Theater tausende Male zu Tode getretene»Idee" von dem Schneider, Chauffeur oder Kellner, in den sich Gräfinnen und'Marquisen verliebe», selten so geistmörderisch behandeln sah, wie c» in diesem Stück geschieht. Nicht anzugeben allerdings vermag ich, wie weit Inszenierung und Darstellung anderswo nicht doch aus dem Nichts ein nettes Etwas zu machen vermochten. Wahrheitsgemäß muß aber festgestellt werden, daß in der Prager Aufführung unter den Trägern der Hauptrollen mit Ausnahme etwa des Herrn Dudek, der immerhin einen Menschen auf die Bühne stellte und durch einen schonungslos angewendeten Sprechtrich dar lachhungrige Publikum einigermaßen zu befriedigen verstand, daß also mit Ausnahme des Herrn Duhek und den Darstellern einiger kleiner Rollen es sich um das unpersönlichste Theater handelte, dar Man stch denken kann. In diesem Sinne die Führung hatten— doch wozu so viele Worte.über, ein« Sache, die dar Amusiertheater noch bedeutungsloser macht, als 18 in unserer Zeit ohnehin ist? Mit vielen anderen verließ ich nach zwei Stunden dar HauS, gewissenlos genug, anzunehmen, daß kein etwa Noch so guter Schlußakt die Ode der ersten beiden vergessen machen könnte.- I. g. Arbeitervorstcllung»Reiterpatrouille" von Fe Langer,«in Stück, welcher glänzende Beurteilung durch die gesamte Presse fand, am Sonntag, den 8. November, um halb 8 Uhr nachmittag- im Reuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8 bis 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Die Genossen sollten nicht, versäumen, sich dieses Stück aiizusehen. Wochensplelplan del Reue» Deutschen Theater-. Heute, Donnerstag,.halb 8 Uhr: Cavalleria rusticana. Der Bajazzo, Gastspiel Jarmila Köirovä, C 2.— Freitag 8: Schneider im S ch l o ft, D.— SamStag halb 8: B o r i- Godunow, C 1.— Sonntag halb 8: Die Reite r p a t r o u i l l e, Arbeitervorstellung, halb 8:. Die Fledermaus, volkstümliche.Vorstellung. Wochensplelplan der Kleine» Bühne. Heute, tzencktssaat Prager Anwalt angeklagt nach demGeldfdlschungsgesetz Prag.—rb— Der ungewohnte Fall, daß ein Rechtsanwalt nach dem GeldfälschungSgesetz angeklagt ist. ereignete sich im Verlaufe de- gestrigen BerhandlungStageS. Bor dem Strafsenat des GR. Dr. Trost erschien unter solcher Anklage der hiesige Advokat Dr. WalterFried. Im Vorjahre wurden gewiffe Gebiete unseres Staate» von falschen Zehnkronenstücken überschwemmt, die so meisterhaft hergestelli waren, daß man sie von echten Münzen auch bei genauerer Prüfung kaum unterscheiden konnte. Dies« Falsifikate waren nicht, wie er meist der Fall zu sein pflegt, gegosien, sondern regelrecht geprägt und unterschieden sich auch nicht im Gewicht von echten Geldstücken. Alle» deutete also auf eine ungewöhnlich großzügig arbeitende und mit den besten technischen Hilfsmitteln ausgerüstete Falschmvnzerwcrkstatt hin und als die Falschgeldzentrale der Prager Polizeidirektion feststellte, daß die Falschmünzen regelmäßig in den slowakischen Grenzgebieten im Umlauf gesetzt worden waren, bestand kein Zweifel, daß diese Fälscherzentrale in B u d a p e st zu suchen sei. Gleichzeitig wurden auch in Rumänien und Polen falsche Lei und Zlotymünzen höheren Werter in großer Menge in Umlauf gesetzt und. di« nach Prag entsandten Sachverständigen dieser Staaten waren mit dem Prager Revierinspektor K k i ä e k, der die Untersuchung auf unserem Staatsgebiet leitete, einig in der Meinung, daß die Falsifikate aus Budapest stammen mußten. Der Vertreter der polnischen Sicherheitsbehörden Dr. P e n k a l a begab sich in die ungarische Hauptstadt, um sich an den Erhebungen zu beteiligen. Run begab er sich, daß eine- Tage» bei dem Oberdirektor der Nationalbank Jo sefKrejza der angeklagte Advokat erschien und ihm mitteilte, er sei von einem Klienten mit dem Auftrag betraut worden, die tschechoslowakischen Behörden auf die Svur jener Geldfälscher zu bringen, über die jener Klient eingehend informiert sei. Zum Beweis seiner Mitteilung legte Dr. Fried zwei trefflich gelungene Falschmünzen vor. Im Laufe der weiteren Unier- «edung zeigte sich allerding», daß jener unbekannte Gewährsmann sein Geheimnis, keineswegs.,!» uneigennütziger Sorge um da» Gemeinwohl preis>u. geben geneigt war, sondern dafür rund und nett die Kleinigkeit von ei n h und e rttau- send Xi verlangt«. Die Polizei war indesien mit dickem Geschäft nicht eiliverstanden, sondern verlangt«' die Nennung der Auftraggeber-.' Da nun der Advokat erklärte, keine näheren Angaben über den Mandanten machen zu können und diesen für einen Anwalt sicher sehr außergewöhnlichen Auftrag bloß auf Grund eines Briefes übernommen zu haben, geriet er in den Verdacht, von dieser Affäre mehr zu.wissen, als nach dem Strafgesetz zulässig erscheint. Dieser Verdacht verdichtete sich schließlich zu einer Anklage nach 8 6 dcS Gesetze» über Geldfälschung, die bei der gestrigen Perhandlung von Staatsanwalt Dr. S t i b r a l vertreten wurde. Der angeklagt« Anwalt verteidigte sich damit, er habe lediglsch den brieflichen Auftrag der unbekannten Klienten übernommen und auSge» führt, ohne irgendwelche Kenntnis von den in Frage stehenden Tätern zu haben. Revierinspektor Krisek als sachverständiger Zeuge sagte aus, daß eine solche $twr jeitunq Wieder ein Toter Im Riegerpark. In der Nacht auf gestern wurde ei» etwa Löjähriger Mann mit einer Schußwunde in der Brust im Riegerpark gefunden; der abgcfeuert« Trommelrevolver lag neben ihm. Die RettungSgcscllschaft brachte ihn sofort ins allgemeine KranfenhauS, doch erlag er auf dem Wege seiner Perletzung. Außer einer weiblichen Photographie, auf deren Rückseite mit Bleistift die Worte „AneM Pätkovä, Friseurin, Prag, Koblmarkt Nr. 1" ausgeschrieben waren, hatte er keine Dokument« be' sich, und konnte daher ursprünglich nicht identifiziert werden: die Leiche wurde in» Institut für gerichtliche Medizin gebracht. Im Verlaufe der gestrigen Tage» erschien jedoch' ein Mann ans der Polizei, der der Beschreibung nach im llnbekanntcn seinen Zimmerkollegen erkannt zu haben glaubte; als ihm sodann die Kleider des Toten vorgelegt wurden, identifizierte er ihn mit Sicherheit als den 2 liährigen Zimmermaler Jaroslav Horiiika aus Königgrätz,'»letzt ZiZkov, SavliLckgasse 1. Rach einem seiner Hausfrau hinterlaßenen Brief hat er aus Not seine Tat begangen. Bodendieb erwischt. Gestern vormittag- ver- luchie ein unbekannter Mann auf den Dachboden der HauscS Nr. 9 in der HieronvmnSgasse in Ziskov zu dringen, wo zu dieser Zeit eine größere Menge Wäsche zum Trocknen aufgchängt war. Eine Mieterin wurde jedoch auf das verdächtige Geräusch auf dein Boden aufmerksam, ließ die Polizei holen, die den Mann verhaftete. ES handelt sich um den 44jäb- rigen ehemaligen Goldschmiedegehilfen Karl Novotny, derzeit arbeitS- und wohnungSioS, der erst vor einigen Tagen aus der Zwangsarbeitsanstalt in.Pardubitz entlassen worde» war. Der Rachschlüffcl, mit dem er die Bodentür geöffnet hatte, wurde bei ihm gefunden. Er ist geständig und wurde nach Pankratz eingeliefert. Zwei Kinder überfahren. Der Bäcker Milostav Klokoinik aus Chodov bei Prag, der gestern nachmittag» in seinem Automobil Brot von Kri nach Prag brachte, überfuhr auf der Landstraße den 11jährigen Schüler Jaroslav Kylian. Ein vorbeifahrende» Aut» brachte den Jungen in» tschechische Kinderspital, wo er mit zwei rechten Rippenbrüchen und einer Rißtvunde am Kopf in Behandlung blieb. — Dem Pächter Josef Kräl au» Neuhof lief gestern, al» er mit seinem Personenauto<5—9803 durch die Podibraderstraße in Hloubiti» fuhr, die 10jährige Schülerin Libuöa Pokornä in den Weg. Da zwei Lastwagen die Straße versperrten, konnte der Chauffeur nicht mehr ausweichen, so daß da» Mädchen unter den Schutzrahmen geriet und mit einem Bruch des linken Fuße» in» tschechische Kinderspital gebracht werden mußte. Der Chauffeur ist, nach Aussage der Zeugen, am Unfall nicht schuld. Kraftfahrer gegen die Verkehrsampeln,(u) Von den Kraftfahrern werden gegen die Verkehrsampeln Einwendungen erhoben, obzwar gerade von dieser Seit« die Einführung von Verkehrsampeln seinerzeit stark befürwortet wurde. Nach Ansicht. der Kraftsahrerkreile zeigt e» sich jetzt, daß der Äer- kehrrpolizist tascher bitt Verkehr an Sltaßenrreü- zungen regelt al» der beste Automat. Je schwieriger die Straßenkreuzung, desw größer der Zeitunter schied zwischen der Verkehrsregelung durch die automatischen Berkehrrsignale und durch Verkehrspolizisten. Dte Prager Verkehrswachmänner zeichnen sich durch besonder- geschickte und rasche Lösung der verzwicktesten VcrkehrSsistiationen au». Oft verstehen sie eS, gleichzeitig drei Fahrzeuge verschiedener Fahrtrichtung abzufertigen, wogegen die Verkehrsampel In einem solchen Fall« schwerfällig und zeitraubend die Situation klärt. Die Geldfälscherbande ist inzwischen— allerdings ohne Zutun de» Klienten der Angeklagten— ausgeforscht worden und wird sich vor dem Schwurgericht zu verantworten haben. E» handelt stch um eine achtköpfige Bande, die von zwei Leuten ngmen» Ignaz GotteSmann und David Großmann geführt wurde. Der Enthüller, der seine Mitwisserschaft durch Vermittlung de» Herrn Dr. Fried zu verwerten gedachte, unterschrieb sW al» Josef Kraus aus Czernowitz. Das Urteil lautete auf Freispruch des angestagten Advokaten, da der Gerichtshof nicht zu der Ueberzeugung gelangte, daß dieser stch des ein« geklagten Tatbestandes schuldig gemacht habe. Bezirksorganisation Prag Anläßlich des dreißigjährigen Bestand«» der BezirkSorganifation findet am S a m S t a g, den 14. November' 1936, imGroßenRadiofaal, Weinberge, Föchova, um 20 Uhr ein Festaben«! statt. Reichhaltige- Festprogramm mit Festrede des Partelvorsitzenden Dr. Ludwig ll z e ch.. Alle Parteimitglieder' haben die Pflicht, bei dieser seltenen»nd erhebenden Feier anwesend zu sein. Eintritt einschließlich der fast 100 Seiten»m* fassenden Festschrift Kd 6.—. Kaflireiner/ Ds ^XV^steialzzucher. reiner Höst ♦ Malz-Zucher ist der köstliche Inhalt jedes Börnchens Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Verkauf.—SamStag 8 Uhr: Gefallen« Engel, Erstaufführung.•— Sonntag 8: Ünent- schuldigteStunde, halb 8: Dt« Hofloge. Der Dim Unter dunklen Tannen Ein Wald, und Schneefilm, wie man schon viel« gesehen hat. Drei Männer umwerben eine jung« Aushilfslehrerin, di« mitten im Winter in ein kleine» Bergdorf kommt. Natürlich kriegt sie der Violinvirtuose und Dirigent, während der Dorftolrt und sein Sohn voll edlen Schmerze» zurückbleiben. Dazwischen Weihnachtsstimmung, Skifahrt im Sturm, Silvesteoglocken und etwas Dorfromantik. Ein Lustspiel mit viel Sentimentalität und Tränen, oft ganz gut im Bild, aber ohne jeden Einfall. Maria Andergast ist recht sympathisch und auch Fritz KancherS ist em Dorfwirt und Bürgermeister wie«r im Buch steht. Han» Söhnker weift den Dirigenten weniger glaubhaft zu gestalten. jk. 8port- 8plek- Xörperpjkege Die Frage ter Austösung deS DFC B.-Budweis wurde bis zur ordentlichen Generalversammlung im Jänner 1987 vertagt. Die stattgefundene außerordentliche Versammlung konstatierte u. a., daß der DFV trotz Versprechens keinen Vertreter entsendete und den Verein vollkommen in Stiche lasse., Einigung im dentschbürgerlichen Radfahrsport. Wie verlautet, werden sich der Verband deutscher Radfahrer(Sandau) und der Bund deutscher Rad» sahrer(Reichenberg) vereinigen. Diese beiden Verbände waren bis vor wenigen Monaten nicht gut aufeinander zu sprechen. Jetzt wurde da» beiderseitige'Startverbot aufgehoben und glaubt, damit dem Zusammenschluß etwa» näher gekommen zu sein. Beide Verbände sollen insgesamt 10.000 Mitglieder besitzen.•— In diesem Zusammenhänge weisen wir darauf hin, daß dem„Aruk"(Arbeiter-Rad» und Kraftfahrerverband) die doppelte Anzahl an Mitgliedern angehören und somit als der größte Verband im sudetendeutschen Gebiete gilt. Ein FußballverbnndSteam der Türkei trug'in Sowjetrußland fünf Spiele aus, die einen Gesamtsieg von.19:8 der Russen ergaben. Da» letzte Match fand In Odessa statt und endete mit einer 2:1« Niederlage der Türken. Ctua der Partei - Bezirksorganisation Prag. Dienstag, den 10. November, abends 8 Uhr, Sitzung der Bezirk-Vertretung im Parteiheim, Prag II., Smeöky. JCindut freunde Ortsgruppe Prag. M o n t a g, den 9. November, abends 8 Uhr, Elternabend. Er spricht Gen. Erich Ollenhauer Wer Erziehung zum sozialistischen Aufbau., Naturwissenschaftliche Kurzberichte Von E. Aldt Brunsterregende Wirkstoffe im Moor Hormone, die Produkte der Drüsen mit innerer Sekretion, find bekanntlich Stoffe von auslösender und anregender Wirkung, von deren ungestörter Zu« sannnenarbeit die Harmonie de» physiologischen Geschehens im Organirnnis iveitgehend abhängt. Man hat im Laufe de» letzten Jahrzehntes eine große Reihe solcher„Wirkstoffe" de», tierischen und menschlichen Organismus kennengelernt. Nun werden in letzter Zeit Angaben über da» Vorkommen von Substanzen ähnlicher Wirkung in Planzen, ja sogar>in der unbelebten Natur immer häufiger. Besondere Aufmerksamkeit hat in letzter Zeit eine Gruppe von Verbindungen erregt, die als weibliche Sexualhor« nione die einheitliche Wirkung haben, bei kastrierten weiblichen Tieren, speziell bei Nagetieren, wieder Brnnsterschenungen zu erzeugen, und zwar auch gewisse, damit verbundene, anatomische Veränderungen der Genitatorgane. Man Verivendet diese Reaktion zum direkten blachweis für da» Vorhandensein der betreffenden Wirkstoffe und' bezeichnet jene kleinste Menge derselben, die, wenn sie kastrierten Mäusen eingespritzt wird, Brunst hervorzurnfen imstande ist, als eine„Mäuse-Einheit". Nach Mäuseein- hciten dosiert man auch die für Versuche oder für Heilzwecke in Anwendung gebrachten Mengen der verschiedc'nen Präparate. Im menschlichen Organismus haben diese Hormone wichtige Funktionen zu erfüllen, indem sie regelnd in den rhythmischen Ablauf der Reifungsvorgänge eingreifen. Man kennt heute genau den chemischen Molekülbau einer ganzen Reihe derartiger Wirkstoffe, ja,«S ist sogar bereits gelungen, einige Stoffe gleicher Wirkung künstlich herzustellen. Wo brunsterregende Wirkstoffe in Pflanzen gefunden wurden, handelt eS sich meist um die weiblichen Blütenteile, also um Fruchtknoten, Griffel und Narbe einer Blüte. Aber auch au» Samen, so z. B. aus Sonnenblumenkernen, konnte man durch Extraktion mit Alkohol und Aether«inen Stoff gewinnen, 'der die kastrierte Mau» wieder in den Zustand der Bninst verseht. Man fand entsprechende Wirkstoffe im Torf, also einem au» Pflanzenresten entstandenen Naturprodukt, ebenso im Moorboden, in Braunkohle, Steinkohle, Erdöl, Asphalt. In allen'diesen Fällendürfte eS sich wohl um Wirkstoffe pflanzlichen Ursprungs handeln.' Erstaunlich erscheint dabei ihr hohes Alter, durch das sie nicht an Wirksamkeit verdien zu haben Weinen; Man befaßt sich jetzt eingehend mit' der Frage, inwiefern die Heilwirkungen von Moorbädern mit dem Gehalt an diesen Stoffen zusammenhängen, Für das Franzensbader Moor z. B. ist ein beträchtlicher Gewalt, an weiblichem. Hormon. nachgewiesen worden. Es frägjt stch nun, ob eine Hormonwirkung, durch, die Haut hindurch überhaupt möglich ist. Bei Tieren, die maß mit Moorextralien oder direkt mit Hormonpräparaten pinselte, konnte die entsprechende Wirkung wahrgenonunen werden. Für den Menschen ist schon vor einigen Jahren nachgewiesen worden, daß eine Aufnahme durch die Haut möglich ist, ja man hat sogar schon eine Hormonsalbe in Aiüvendung gebracht, als Heilmittel gegen eine sehr unangenehme Hauterkrankung, das sogenannte'„Altersjucken", sowie gegen den häufig auftretenden Akne-Ausschlag junger Mädchen. Für die. günstigen Wirkungen der Moorbäder bei verschiedenen Leiden hätte man, so allgemein diese Wirkungen auch anerkannt wurden, bislang keine rechte Erklärung. E» scheint nun, al» gehe die Frage nach den Ursachen einer baldigen Lösung entgegen. Bahn oder Henne?• Wenn die Bauersfrau«Ine. Bruthenne auf den Eiern sitzen, hat, dann wünscht sie wohl im stillen, daß möglichst viel weibliche Küken ausschlüpfen mögen. Stehen diese doch etwa doppelt so hoch jm Wert wie die Hähnchen. E i» Hahn genügt ja für den Hühnerhof und so müssen die. Hähnchen Meist' im zarten Mer de» Brat« oder gär Backhuhne» ihr Leben lassen. Nun berichten zwei Schweizer Forscher, daß ausschließlich weibliche/ Küken au» Eiern schlüpfen, denen man zuvor eiye Injektion.von weiblichem Geschlechtshormon tzegeben hat. Wen»«ine entsprechende Beeinflussung, bei Anwendung von männlichem Hormon bisher noch nicht gelungen ist, so soll die» darän liegen, daß. die zur Verfügung stehenden Präparate de» aus männlichen Keimdrüsen .gewonnenen HormoneS noch zu unvollkommen sind. Vorläufig haben diese Versuche rein theoretisches Interesse. Sollt« es wirklich in'Zukunft einmal mög-' lich sein, da» Geschlecht der Hühner willkürlich zu' bestimmen, so würde das vielleicht die Wirkung haben, daß Eier zwar wohlfeiler, da» Brathuhn aber ein noch schwerer zu erschwingender. Leckerbissen würde. . Bin neues Mittel gegen den. Keuchhusten Wa» war doch der Keuchhusten mit seinen quälenden Anfällen und seiner monatelangen Dauer bisher für eine Plage für die armen KInderl N»n kommt au» Rußland die Nachricht, daß ejn rasch wirkende» Mittel gefunden wurde, da» die Kinder in wenigen Tagen dop den beängstigenden Anfällen befreit. Diese neue Behandlung, über die E. G u r- w i t s ch Mitteilung macht, besteht In Injektionen von A e t h e r. Die Aethermenge richtet sich hiebei nach dem Mer de». Kinde». Selbst'bei ganz kleinen Kindern unter ein«! Jahr« ist'die Methode schon anwendbar., Steigende Dosen von«inem Aether werden in bestimmte Mutkelpartien eingespritzt. Zuweilen genügen schon. zwei solcher Injektionen, in anderen Fällen müssen die.Einspritzungen an'8 bis ö aufeinander; folgenden Tagen wiederholt werden, um zur Heilung zu führen: Nur in vcreülzelteu.Fällen versagte bisher dienen«, vielversprechende Be- . Handlungsmethode, durch die. e» heute gelingt, die lästig« Krankheit in wenigen /Tagen sm überwinden. B e z u g» b e d i n g u n g n: Bei Zustellung ins HauS oder bet Bezug durch die Post monatlich KL 16.—. vierteljährlich KL 48.—, halbjährig Kfi 96.— ganzjährig KL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Äctourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post» und Tele- qraphcndirektion mit Erlaß Nr..1S.8Ü0/V1I/198Ü bewilligt.— Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlag-, und Zeitungs-A.-G. Prag.