16. Jahrgang Samstag, 7. November 1936 Nr. 259 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DBS MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg x»., fochova a. telefon am, HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. KARL KERN, PRAG. Einzelpreis 70 Hellei (einschließlich 5 Heller Porto) Ä Ein neuer Aunpruch:«... auch dieTrchechotlowakei r, KUllllC Id nicht dar letzte Wort In der Geichlch te" zerschlägt Henlein-Porzellan Die Kulturhetze der SdP Prag. Die, SdP hatte bekanntlich, dieser Tage int Budgetausschuß ihren Partci-Bicdcr- mann Dr. Rosche vorgeschickt, um zur Abwechs« lung mal wieder die aktivistis ch e Flöte blasen zu lassen. Im Augenblicke legt ja die Partei Henleins großen Wert darauf, eilten möglichst mististrablen Eindruck zu erwecken. Aber sie hatte nicht mit dem Temperament dieses bewährten Eingängers gerechnet. Nach stundenlangen Loya» litätS-Beteuerungen verwischte Dr. Rosche, wie wir bereits berichteten, in seiner Mittwochrede wieder alle Spuren'"seines neuerwachten„Alt!« viSmuS", indem er.im rednerischen Eifer all« guten Borsätze seiner Chefs vergaß und mit folgender Ankündigung herausplatzte: »Im Momente der Gefahr, im Momente des Krieges gibt eS für Sie auch nur . Deutsche, Da werden Sie nicht unterscheiden, können zwischen RegirrungSpaoteien«nd Oppositionsparteien. Sie- werden gar kein e Zeit d az u h ab en." Diese ungewollte Selbstentlarvung wirkte auch auf den Bänken der tschechischen Agrarier und Rationaldfmokrqten, an denen vorher Dr. Rosche sein heißes Liebeswerben.Lerschwendet hatte,.wie. eine Bombe. Abgeordneter SpaLek erklärte in seiner darauffolgenden Rede wörtlich:■ '„Abgeordneter Dr. Rosche hat uns heute einen sehr wertvollen Dienst erwiesen, indem er gesagt hat, daß im historischen Augenblick alle Deutschen nur Deutsche sein werdend DaS sind aufrichtige Worte, die für uns verpflichtend sind, denn wir gelangen damit zu den Grundlagen unserer Staatlichkeit und Selbständigkeit." Bon einer Bereitschaft, mit solchen Partnern, ein« antimarxistische Rechtskoalition zu bilden, War in der weiteren Debatte von tschechischer Seite keine Spur mehr zu. entdecken. Im Hauptquartier der'SdP scheint die Ungeschicklichkeit Dr. Rosches schwereBestürz ung hervorgerufen zu habeh, denn in dem-Bericht der„Zeit" wurde die ominöse Stelle einfach mit'verlegenem Schwelgen übergangen. »' In der Freitagsitzung des Budgetausschusses hätteDc. Rosche offenbar den Auftrag, die' peinliche Affäre irgendwie zu bereinigen. Er versuchte. dies mit vielem Gepolter, wobei er insbesondere gegen den Genossen Dr. Helle r> der Rosches Ausspruch im/Senat erörtert hatte-.die unqualifizierbärsten persönlichen Angriffe richtete. In der Sache selbst wollte sich-er SdP- Fahrlkänt mit.der Behauptung saldieren, e r g tau b e a n k e ine n Kr i e g. Aber'dieser Glaube scheint aus schwachen Füßen zu ruhen. Demokratische Eisenbahner siegen In den Wahlen ' Die Ergebnisse der Wahle» kn die Angestellten^>Institutionen deS Eisenbahnpersonals ersahen nach den bisher durchgefllhrten Skrutinien: Insgesamt'wurden bisher 10.842 Stimmen ab- gegeben/Hievon erhielt' die Kandidatenliste Nr. 1' der demokratische» Arbeitsgemeinschaft der Eisen- bahngrwerkschastS-Organisationen(darunter deS „Berbandes der Eisenbahner") 8311 Stimmen und 148 Mandate, die Kandidatenliste Rr. 3'— Bloch 208g. Stimmest und 31 Mästdate. Dir. Kandidatenliste: Rr.«3— Berein der Handwer-- ker-—449 Stimmen und 4 Mandate. Die Wah- len werden noch'chHyjd',O>D»,->ntdj»»chGs,';!Aer „Block" ist bekanntlich die Bereinigung aller mög- lichen bürgerlichen Listen von den Henlein-Leuten bis znchen.tsche^ischen Agrariern.''/-'i denn Rosche hielt eS für nottvendig, es als Pflicht der Tschechen zu bezeichnen, einen angeblich von Hitler angebotenen Nichtangriffs-Pakt anzunehmen. Wozil braucht man einen'Nichtangriffspakt, wenn keine Kriegsgefahr besteht? Wieder aber machte Dr. Rosche jeden geringsten Eindruck seiner donnernden Loyalitäts- Beteuerungen mit einem Schlag« zunichte, indem er— wiederum aus der staatsmännischen Rolle fallend— nach dem stenographischen Protokoll der Sitzung wörtlich erklärter' «Wenn Iaksch behauptet hat, Hitler ist nicht das letzte Wort in der Geschichte Deutschlands, so sage ich IhUen, auch die T schechoslo- wakei ist nicht das letzte W ort in.der Geschichte." Ob He« Dr. Rosche dem Herrn Stoupal und- dem Hauptquartier der.SdP-mit^dieser ganz eindeutigen Acuhcrung eine besondere Frende gemacht ,.hat, lassen wnr gerne dahingtsteltt. Den' Freundm der Henleinpartei Im'tschechischen Lckger"hikk"Dr"Rosche urlf'liMk Fall wieder einen schwarzen Tag bereitet... DaS Tschechoslowakische Presse-Büro meldett Die Flugzeuge der Ausstävdischen wählten für die Angriffe auf Madrid Stunden, in denen die Straßen der. Hauptstadt überfüllt zu sein pflegen. Die Angriffe werden meistens aus einet Höhe von etwa 209 Meter unternommen. Durch die abgeworfenen Bomben, welche im Zentrum der Stadt ebenso wie in den entfernteren Stadtvierteln.Panik verbreiten, wurde bisher eine nicht festgestellte Zahl dort Personen getötet.. Die Madrider Blättey verzeichnen diese Luftangriffe mit kurzen Worten und wenden der moralischen Seite dieser Angriffe der Aufständischen mehr Aufmerksamkeit zu.. Dieser Tage haben die Flugzeuge, der Aufständischen bei ihren Angriffen auch Maschinengewehre benützt. Es gelang ihnen, sich hinter. Wolken.cherborgen, der Hauptstadt zu nähern■ und sehr niedrig über, das Madrider Arbeiterviertel niederzugehen. Die'Zahl der Toten übersteigt Jcherlich. bereits 200, trotzdem die Bevölkerung die Instruktionen.'für den' Alarmfall streng einhält. Die'Madrider Presse bestätigt,, daß dke Hauptstadt in' Gefahr. ist und'richtet an die .Parteien.und das ganze Bolk ununterbrochen die Aufforderung,, in der Verteidigung auszuharren. Naval Camera zurückerobert? M a d r i d. Rach den Kämpfen, am Donnerstag und. ist der Rocht- ans Freitag herrschte Freitag vormittags verhältnismäßig Ruhr.- iDie Flugzeuge iher-Aufständischen hatten sich zprüösgeDigen,Ueber /Madrid-.kreisten.-14- Flugzeuge' der Regierungsmiliz, Nachmittags wupd^n-itst Seffor Alconcon Carabanchel die Kämpfe-wkedev aufgenommen. Die, in unmittelbarer'Nähe'der. tzäutztstadt aufgestellten Artil- ^erie-Wteilungen/der Regierung halten die Po- Es ist geraume Zeit her, seitdem Herr Henlein seine Prager Kulturredc hielt, deren„Berühmtheit" von ihrer Erfolglosigkeit grandios in den Schatten gestellt wurde. Womit aber beileibe nicht gesagt sei, daß die Henleins auf dem Gebiete der Kultur etwa nichts täten. Gerade in der jüngsten Zelt'wird vom Pferd im Turnsaal wie- der kräftig auf den Pegasus, umgesattclt.— wenn man nämlich mit diesem Bilde überhaupt, die Attacken bezeichnen darf, die die'SdP gegen die Kultur reitet. Es gibt im dcniokratischen Kulturleben der Sudctendeutschcn fast keine Erscheinung und Einrichtung mehr, gegen die die SdP nicht mit Vehemenz losgingc. Wir haben getreulich verzeichnet, was sie sich in den letzten Wochen um tmd gegen das Reichenberger Stadttheater leistete, wobei sie keinen Zweifel darüber aufkommen ließ, daß sie auch bei diesem Ritt der Wind aus Deutschland trug, einschließlich des Hauches der Rassenpest, die von den Henleins mit Bedacht und Vorliebe über die Grenzen getragen wird. Wie aber verlief diese Reichenberger„Kultur"- Phase? Nun, sie endete mit einer völligen Niederlage der Partei Henleins, die es auf öffentlichen. Plakaten in Reichenberg von der Stadtvertretung bescheinigt bekam, daß hierzulande Nürnberger Hetzen in Hornberger Schießen sich verwandeln. Aber.die Reichenberger Bolksgemeinschastler . waren noch mitten drin in der nunmehr verlor«- TOf Schlacht, als ihre journalistischen Freunde' von der„Zeit" zu einem Rennen gegen die sitionen der Ausständischen unter heftigem Feuer und die ängreisenden Milizionär« gewinnen wieder an Boden. ES wird gemeldet, daß die RegierungSmiliz Naval Carnero zurückerobert hat. Die RegierungSmiliz hat Freitag auch an der Front bei Estrepona in Südspanien einen Angriff, unternommen. Wie Reuter.berichtet, war den ganzen Tag über in Gibraltar der Kanonen» donner zu. hören. In der Stadt La Linea ist eine Panik ausgebrochen,. Argentinischer Kreuzer von Francos Fliegern beschossen Teneriffa. Der Radioklub meldet, daß die Tanks, welche gestern in die Kämpfe bei Madrid eingriffen, IStünnige starke Panzerwagen sind, die..mit-40 Millimeter Geschützen, Maschinengewehren, optische^ und Radio-Einrichtungen versehensind. Alle dies« Wagen sollen Zeichen ihrer russischen Herkunft aufweisen. Die'Abteilung deS Obersten Vagu besetzte nunmehr die.ganze Vorstadt Carabanch'l-und befindet.sich nur noch einen Kilometer vom Flugplatz Tuatrovientos entfernt.. . Aus Alicante wird gemeldet, daß zwei Auf« ständischen-Flugzeuge vor'eintretender Morgen- dämm'erung Alicante.bombardierten. Sie warfen große'.Biomben. äb'.chstd.'beschäbizten.'insbesondere ven,KöhIenhäfen.., Zwei'sBomben. fielen, knapp/ nehen'7dem'./argentin.isch^t Kreuzer' j„25 de- Mayo" nieder,.der gezwungen war.-zur'Verja- gung der Flugzeuge von seinen Flugzeugabwehr- geschü.-n. Gebrauch zu machen. Es,' verlautet' daß 'NM die'deutschen und ,die/?italienischen Schiffe vor.PDnn des'/FlugzeugangriffeS. ihre. Lichter nicht abblendeten. deutsche Staatspreis-Jury Anlauf nahmen. Dreist beschuldigten sie die Männer der Jury vorweg der Parteilichkeit und bereiteten also das Henlein-Lager„schonend" darauf vor, daß die zu erwartende Entscheidung der Preisrichter selbstverständlich dein Empfinden und Wollen der Patentsudetendcutschen ins Gesicht schlagen werde. Und' dann kam der Spruch der Jury— und die in der„Zeit" mußten zugeben, daß sie sich g e i r r t hatten... Das hinderte sie aber nicht, gleich darauf wieder die neue S t ä d t e b ü h n e anzugreifen, die der Bühnenbund ins Leben gerufen hat, um theaterlosen sudctcndcutschen Städt.cn ein Schauspiel und arbeitslosen Schauspielern Beschäftigung zu geben. Mit ihren eigenen zwei Theatern sind die Henleins elend verkracht und so sind sie darauf bedacht, alles zu tut, nm kul- turcllc Versuche auf diesem Gebiet, die ohne ihr Zutun unternommen und jedenfalls besser abschneiden werden, umznbringen. Sofort wurde, gegen den Leiter dieser Bühne eine„antiiuarxi- stische" und rassische Hetze veranstaltet— wiederum unter Vorantritt der„Zeit". Mit dem Ergebnis? Daß dieses Blatt nun auch in diesem Fall zugeben muß, sich g c i r r t zu haben. Aber der Born ist unerschöpflich. In derselben Nummer der„Zeit", in der der Irrtum in puncto des genannten Theaters eingestauden werden muß, findet sich ein Pamphlet gegen den Prager deutschen Rundfunk im ÄllgemMetCund gegen die d e u t s ch e A r b e i- tersendung im besonderen. WaS tun die Henleins, um dem deutschen Rundfunk— mit dessen Ausmaßen vor allem wir selber doch nicht im mindesten zufrieden sind— aus die Beine zu helfen? Sie diskreditieren und verleuntden ihn! Das Prager Mikrophon, so schreiben sie,„bleibt dem überwiegenden Teil des Sudetendeutschtums verschlossen" und wollen so wohl den Eindruck er- Ivecken, als ob die vielen, die tagciu, tagaus, in der Prager Deutschen Sendung sprechen, Wohl„Zugereiste", nicht„Bodenständige" seien, während in Wahrheit nur festzustellen wäre, daß es erfreulicherweise für das Prager Radiojournal keine Empfehlung ist, wenn ein Vortragender den SdP» Stempel auf dem Rücken hat. Na und daß dcr „Zeit" die Arbeiter sendungen nicht behagen und nichtgefallen, das wundert uns nicht, ja das fteut uns! Wenn je Mißbilligung durch den Gegner uns in der Ueberzeügung bestärkte, daß wir auf dem richtigen Wege seien, so derartige Angriffe der SdP gegen unser kulturpolitisches Wirken. Jeder Mensch weiß auch, was und wen dis„Zeit" meint, wenn sie.über„haßerfüllte unsachliche Epistel gegen die Nachbarstaaten" schreibt und in dieser Hinsicht die Arbeitersendun- gen zu disqualifizieren bemüht ist; die von der SdP könnten sich von vielen Tausenden Arbeitern und Angestellten sagen lassen, wie sehr diese die Objektivität, die Sachlichkeit, den Ernst, die demokratische Prinzipicntreue der Arbeitersendnn- gen, schätzen, welch letztere freilich-niemals bemüht sein werden, Konzessionen an jene„Loyalität"'zu machen, die von der„Zeit" und ihresgleichen gegenüber allen Verderbnissen in Hit» lerdeutschland geübt wird. Systematisch und skrupellos werden die Leser der SdP-Pcesse irrege- führt und angeführt, indem'man'ihnen erzählt, die Vortragenden In der deutschen Sendung hätten„die in Prag vorgeschricbencn oder bestellten Texte herunterzulesen",.- durch welche Verleumdung doch der Eindruck'erzielt werden soll, als würde irgendein RcgierungsaMt den Sprechern die Themen und deren. Durchführung vorschreibest.^Solche beleidigende..'und., verdächtigende, presserechtlsch kaum faßbare und anderseits Loch überdeutliche Entstelsüngest zeigen am deutlichsten,,' wie es den SdP-Leu'ten doch, nur Inzmer wieder darauf ankommti-alle' demokratischen Einrichtungen in diesem Staate zu denunzieren und M Liebkind zu.machen-/bei'- den- Herren' /jener Reichssenduugen, über deren-beispiellos hetzerische Ärbeit gegen- die ESP die.„Zeit" nichts schreibt, weil, sie es,/ihrem Gefühle folgend, doch nicht anders, als mit begeisterter, Zustimmung tun konnte.. Grotesk, daher,.wenn, diese', selbe„Zeit" ihre Forderungen an die deutsche Scndustg bei der Verfasstj'ng,dieses unseres Staates anmeldet,/auf'die/sie'Im selben Atem vorbildlich Rücksicht.nimmt, indem sie durch-Beschimpfung derer, Med der Bombardierung Madrids gegen die Tötung von Kindern und Frauen Stellenweise Raumgewinn der Verteidiger London.(Reuter.) DeH britische Botschafter in Madrid, der soeben in Hendaye weilt, erhielt de« Auftrag, dem Bertreter der Aufständischen Merry del Bal daS Bedauern der britischen Regierung über die-Tötung von Kindern und Frauen bei der Beschießung der Hauptstadt auszusprechen, WaS dir Sympathien der britischen öffentlichen Meinung ernst gefährden könne. ES ist bekannt, dass am Freitag bei dem Bombardement der aufständischen Flieger 00 Kinder getötet wurden. ES wurde auch auf LebenSmittel wartende Fronten der Bevölkerung geschossen. Englischer Protest Seite 2 SamStag, 7. November 1936 Nr. 259 Abschluß der Generaldebatte macht, Ihre llnkulturattacken einzustellen. Uns Ist das gar nicht so unlieb.- Denn auf diese Weise enthülst diese Partei auf Gebieten, aus denen mit JanuSköpfen herumzugehen nicht gut möglich ist, ihre» Wesens Kern und gibt uns die Mög« lichtest, sie Tag für Tag neu zu entlarven. die Bedingung gestellt worden sei», das; wir. auf unsere Bündnisverträge verzichten müssen, so war dieses Angebot für uns unannehmbar. Die Forderung nach Autonomie erklärt Svaiek für'unmöglich. Die Tschechen seien bereit, alle, berechtigten Forderungen der Deutschen in politischer,'kultureller und sozialer Hinsicht zu erfüllen, falls sie in Uebereinstimmung mit der geltenden Verfassung und moralisch begründet seien. Gerade deshalb mühten diese Forderungen genau konkretisiert werden. Schon einmal hätten di« Deutschen ihre Forderungen in der bekannten Pfingstdeklaration formuliert, die bis zur Ausrottung der Tschechen ging. Hodina tSdP) will den Tschechen die„Psychose" auSreden, als ob auf deutscher ld. h. SdP») Seite Aehnliche» geschehe, wie es die.Tschechen seit 1912 im alten Oesterreich getan hätten. Dr. Brdllk lAgr.) geht auf den wirtschaftlichen Teil der Rede Dr. Rosche» ein, wobei ihm namentlich daran liegt, von einem deutschen Industriellen eine klare Stellunguahmt'zum Kunsifettproblem. dem Stechenpferd BrdlikS, zu erhalten. Dr. Rosche repliziert noch, womit die Generaldebatte nach viertägiger Dauer abgeschlossen ist.: England und die europäische Politik Abschluß der Unterhatisdebatte• Entente der demökratischen-Westmächte als„Achse" der Politik die sich angeblich von„jüdlfch-IitteNektnellen' Clique»" leiten iassen, den Rässehetzern Nahrung gibt. Doch dies nur nebenbei. Als wesentlich, ist sestzustellcn, daß die SdP, trotz' der Blamagen, die sie sich in der letzten Zeit holte, kein« Miene Prag. Zu den agrarischen Rednern, die sich in den letzte» Tagen auf parlamentarischem Boden offiziell zur Zusammenarbeit mit den übrigen Koalitionspartnern bekannten und damit gelvisse lötftmischereien des„Benkov" verurteilten, gesellte sich am Freitag im Budgetausschuß auch der Abgeordnete H r u ü y. Er erklärte, die verantwortlichen Politiker mühten daS Gleichgewicht nicht nur im Staatshaushalt, sondern auch in der Politik suchen. Wenn wir nicht weiter mit politischen'Defiziten arbeiten wollen, auf die wir alle draufzahlen, uiüsie man das politische Gleichgewicht finden. Seine Partei glaube an die Zusammenarbeit in der Koalition nicht nur al» Notwendigkeit, sondern auch als einzige Möglichkeit, die Demokratie zur Geltung zu bringen. Lever(Komm.) besaht sich mit der SdP und erklärt, ihrem demokratischen Bekenntnis könne man nur insoweit glauben, soweit eS ihr die Demokratie erlaube, ihre faschistische Politik unter dem Schub der Legalität durchzuführen. .Die politische Ideologie der SdP ist der HitleriS» muS, ihre ganze Phraseologie ist dem Arsenal de» Nationalsozialismus entnommen. Der SdP geht eS nicht um die Lösung der deutschen Frage, sie lebt geradezu davon, daß diese Frage nicht gelöst wird. Dr. Marek lSoz.-Dem.) erklärt, die unglückselige DeflationSpolitid habe bei Tschechen wie bei Deutschen die Ueberzeugung hervorgerufen: Wenn der Tscheche arbeiten und verdienen solle, müsse der Deutsche beschäftigungslos fein und hungern, und umgekehrt. Wer immer unsere gemeinsame Not nach diesem Rezept lösen will/ der ruft Zersetzung im Staat hervor. Die tschechoslowakische DeflattonSvoli» iik habe den deutschen AktiviSmu» schwer geschädigt. Nian dürfe die Unzufriedenheit auf deutscher Seite nicht allgemein mit einer Handbctvegung dem Jrre- denttSmu» gleichstellen und auch nicht alle Mitglieder'der SdP in einen und denselben irredentistischen Topf werfen. Ein groher Teil der Deutschen habe ebenso Gnind zur Unzufriedenheit mit der Deflationspolitik wie die Tschechen und Slowaken. Die richtige Politik müsse daher die Deflationspolitik auch in ihren allerletzten Resten bekämpfe» und A r- b e i t S g c l e g e nh e i t für alle Arbeitsfähigen und Arbeitswilligen ohne Unterschied der Nationalität schaffen.. Da» könne man au» laufenden Einnahmen heut« nicht bestreiten und deshalb müsse man Schulden machen, die man in Zeiten einer besseren Konjunktur wieder zurückzahlen kann. DI« Politik der Arbeitsbeschaffung müsse ein e n e r g i- s ch e S T-e m p o einschlagen, weil kleine Arznei- nreugen dem schwer kranken Patienten kaum helfen würden, er.vielmehr vorher sterben, würde... Dr. Gtrtnskh erklärt in einer Replik auf die' Ausführungen des Agrarier» Dr. Brdllk, die von ihm verlangt« Zusammenarbeit der Koalition»fübr«r wäre unmöglich, wenn einer von ihnen gegen die andern dauernd in seiner Presse solche Angriffe unternehmen ließe, wie sie des öfteren im ,,B«u- k o v" stehen. lieber Dr. RoscheS Sehnsucht nach einem Nichtangriffspakt mit Deutschland, den Hitler angeblich bereits auf 2ö Jahre angeboten habe, und über, seine zweite große Entgleisung, die ihm ausgerechnet in dem Moment passierte, als er sich mit Mühe und Not von der erste» reinwaschen wollt«, berichten wir an anderer Stelle. Spatelmtag, den.8. ds.^ in Wien ein, um in.Bertr^ti'tngMusso- linis den Besuch des äskerrelchifchen' am nächsten Tag au» vollem Herzen über dst Spurendes nächtlichen Kampfes, über de» primitiven' Verband ihrer Wunden gemeinsam gelacht. Sie'chat-i ten.auf dem Rücken, gelegen und. smst'-Muen Himmel emporgestärrt in den Feriest üstd sichren Kopf darüber zerbrochen,'stus welchem-llästd die! Wolken kämest,-die vo'rüberzogen', und'm welches Land sie flogen. Sie hätten'Traüwschlösse'v-gebaut und von der i Befreiung ällec'SklaVen^ge- schwännt, in den.Bergwerken und auf-en Plan- tagen, vor den Schtfstkesseln und vor yem lstu- fenden Band; sie-wollten den ESkimoS. die-Wärme der Sahara bringen und-den Bewohnern.Tibets .die Fruchtbarkeit- der Felder- Kalifornien»^'Ein weiter Regenbogen des Glücks sollst- die! Welt umspannen, von Kamtschatka bi» Feüerland; ,und gerädert) gevierteilt, verbrännt werden,- wer sich ihren- Plänen mit..Worten' oder- Waffen- widersetzt«. Die Träume zerbröckelten zu Staub ünh das Leben lief weiter,.in seiner alten. Bähst. Der ewige' Klang' der'Sphären schmolz zusammen zu der armseligen Melodie'«ine» Schlagerliedes und die Hand/ die'zum-heiligen Griff in daS Räder- we.rk de» Schicksal» aasgestreckt wär,' holte nur «in paar schale. Formeln, Buchstaben Md Ziffern, Gebilde ohne Phantasie msd Größe, in den Alltag herunter;, ".(Nprtte bumr. t SamStag, 7. November 1030 Ähtlbolschewlstlscher Feldzug In der Schweiz ' Generalvollmachten für die Polizei Bern.(EDA) Der Dezenibersessiön bei Bundesversammlung wird der Entwurf eines Beschlusses Oder den.Schutz der öffentlichen Ordnung und Sicherheit mit strafrechtlichen und administrativen Borschriften zugehen. Vorläufig hat der Bundesrat einige administrative Bestimmungen zur Abwehr kommunistischer.Umtriebe in der Schweiz und Weisungen betreffend die Teilnahme von ausländischen Rednern an politischen Ver- sanunlungen in der Schweiz erlassen. Die aus dem Auslande in die. Schweiz eingeführten kommunistischen, anarchistischen, antimilitaristischcn und roligionSfeindlichen Presseorgane, Schriften und anderes Propägandainaterial dieser Art werden beschlagnahmt. Das gleiche gilt für Durchschriften, die In der Schweiz heräusgcgeben werden, welche die.innere und äuhere Sicherheit des Landes oder die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährden. Der H'rgänisgtioil„Rose Hilfe'', Schweiz, Sektion der .Internationalen./.Roten Hilfe" wird jede politische Tätigkeit untersagt. Schulungskurse, die der konlmuiiistischcn Propaganda oder Taktik dienen, sind Mriböten. Die Polizeiorgane haben kommunistische Versammlungen oder' Kundgebungen zu verbieten,, wenn anzunehmen ist, dah die Veranstaltung zu einer Störung der öffentlichen Ordnung oder einer^Gefährdung, der Sicherheit, des LäNdeS.'führt.■.> Paris. In der Fabrik Panhard Levassor wurden-einige.hundert.Arbeiter entlassen. Eine Abordnung von Arbeitern.intervenierte, deshalb bei der Fabrikverwaltung..Da ihre Forderungen jedoch abgelehnt wurden, beschloh die Arbeiterschaft den Streik und besetzte die.Fabrik.- - Lbttden. Die für die Fragen der Waffenerzeu- gung und des Kriegsmaterial», sowie de» Handels damit' eingesetzte" königliche Kommission veröffentlicht eiüen Bericht, in dem die Ansicht ausgesprochen wird, daß es unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht wünschenswert sei, dass die private Rüstungsindustrie- in- das Staatsmonopol übergeführt werde. RADION l RADION wäscht allein ... so würde er Radian schon deshalb nehmen, weil es rasch und billig wfischt. Wenn sogar Männer das schon wissen, wie erst die kluge Hausfrau, die mit jedem Heller rechnet und daher immer Radien verwendet, das ganz allein alle Wascharbeit leistet I Troppauer Nazis nach Deutschland geflüchtet Gegen drei gewesene Mitglieder der aufgelösten Deutschen nationalsozialistischen Arbeiterpartei,' und' zwar- gegen de«'gewesenen-Partei-' sekreiär''Ottü' V i e w' e'g tz ir;' den' Philofophie- kandidaten Karl Z o u b e k und den Seher Heinrich' Herudek sollte dieser Tage vor dem Troppauer' Kreisgericht ein P-rozeh dürchgeführt werden. Am zweiten Prozehtage waren die Angeklagten nicht mehr erschienen, Rur Karl Herudek harte seinen Eltern gesagt, dah er zu seinem Regiment nach SabiNov einrüden werde. Eine telegraphische Rückfrage ergab die Richtigkeit dieser Mitteilung. Die beiden anderen Angeklagten blieben verschwunden. Man nimmt an, dah sie nach D.eutfchland geflüchtet-sind. Vieweger war auch in-der SdP tätig. Anton Jahn, der früher« Sekretär der Deutschen Arbeitergewerkschast in Trovpau, ist ebenfalls nach-Deutschland geflüchtet..' Jahn war auch Stadtrat der aufgelüsten Deutschen nationalsozialistischen Arbeiterpartei in Troppaü.und mit dem- geflüchteten Abgeordneten Jung eng befreundet. Zületztwär Jähn Sekretär der „Trowa"(Troppauer-ArbeitS, und Wirtschaftsausstellung). Er sollte eine Polizeistrafe abbühen. Jahn-hofft wahrscheinlich, durch die Vermittlung seines Freundes, Jung, in Berlin einen Posten zu finden. Da im heutigen Deutschland unfähige Leute di« glühten Aussichten haben, kätin man auch'dem'Jähn eine gute Karriere Voraussagen. Henlein— Breslauer Ehrendoktor I Wie das"„Prager Tagblatt" meldet, wurden von-. der- Universität Breslau-zu Ehrendoktoren erstaunt:. Konrad Henlein-und. die Professoren der Prager deutschen Universität Grosser- und Swoboda.''*",-: Die Meldung sagt nichts über di« Begründung. Doch-die-Tatsache allein-'genügt'und, bitefe kann Nicht anders-aufgefaht werden, als«ine Demonstration, deren Sinn klar-ist.. Das Dritte Reich-koistmt mit der Rnstdfunk-Propägända für Hantelst anscheinend nicht inehr/äus und. sucht nach Neuen»Beweisen der Wertschätzung. Pa»Henlein für den Reichstag nichtrin Betracht.kommt— wie Jung Und Krebs früher-einmal--^--ist-ein Ehrest- doltorti-tel so^zienllich.das Maxiinum. der- Anerkennung,'tpe.lcheS, man zeigen, kann.. S Abschluß des Disziplinarverfahrens ander DeutschenUntversHit? ' Die„Bohemia" meldet über das'-Verfahren- gegen dieRädelSfÜhter- bei- den- Kelsen-Krawallen:-Der Disziplinarausschuh der Dentscheu Unibersität in Prag ist Freitag zusammengetreten und' hat seine" Vorschläge, füt;- die Bestrafung der an den Ddntönstratioyen-. gegen»Prof. Hans Wsen hauptbeteiligten Studenten^ ausgearbei- tet. Die Beratung war'naturgemäh-geheisN- Rn- schlichend» trat'der Akademische Senat! zusammen, um- auf-Grund der. Vorschläge-der- Disziplinärkommission die Strafmahnahmen zu Leschliehen. Den Hörern Göbel und E r l b e ck wurde aufgetragen, sich vor dem. Sitzungssaal einzufinden und die Entscheidung des Akademischen Senats abzuwarten. Die- Sitzung zog sich jedoch auherorde n-tlich lange h in, -sv-dass ist- einer VerhättdlunWpausi dtr'-Leiter der' Uütersüchung Prof. S ch r a n i l den Sitzungssaal verlieh und den zwei wartenden Studenten inoffiziell die vorläusigeil Beschlüsse des Akademischen Senats über ihre Bestrafung.(Relegierung). mitieilte. Göbels und Erlbeck verliehen hierauf das Karolinum. Die Sitzung schloh um 8 Uhr. Die Beschlüsse deS Senats wurden vorläufig sämtlich für geheim erklärt, bis sie dem Schulministerium vorgelegi sein werden. Erst dann erfolgt die offizielle Bekanntgabe an Presse und Oessentlichkeit. Wer Informiert die agrarische presse? In'unserem Blatte wurde bereits zu der unsachlichen Ausschlachtung der in' Altrohla» konstatierten Verwendung von Ernährungskarten für andere Fürsorge Stellung genommen. Die Sache erfordert jedoch eine Beleuchtung auch aus einem anderen'Gesichtspunkte. Vor einigen Tagen hat der„Benkov" Lärm geschlagen, tveil das„Nä- rodni-Osvobozeni" ihm einen vor einigen Jahren geschriebenen Artikel, der mit seiner heutigen Haltung im Widerspruch steht, vorgehalten hatte. Der„Venkov", in' dessen Redaktion man so tut, als könne man sich die Existenz von Zeitungsarchiven nicht vorstellen, beschuldigte eine» Beamten des Auhcnministeriums, dem„N. O." Informationen gegen eine Regierungspartei gegeben zu haben. Minister K'röfta hat seine Beamten gegen solche-Verdächtigungen mit Recht in Schutz gejiommey. Wie steht cs aber im Falle Altrohlau? Ist es in Ordnung, dah die agrarische Presse— und nur sie.-— über Amtshandlungen informiert wird,' die dann solche.Informationen zu gehässigen Angriffen nicht nur. ans Regierungsparteien,.sondern auch aüf die sozialeti Einrichtungen' a'nöniiht? Wir wünschen, dah hier volle Klarheit geschaffen wird:'.Entweder informieren die Behörden die Presse, dann aber allgemein and in.offizieller Form, welche die Objektivität verbürgt, oder cs Ivird nicht berichtet und »dann'darf es auch, für'die agrarische Presse kein. Privilegium geben:.''/■** Betriebseinstellung' Die Dittersdorfer- Filz- und Kratzcntnch- sabrik will Ihren Betrieb In S ä a z gänzlich einstellen.'(Der Haüptsitz dieser Firma ist in der Tschechoslowakischen' Republik, sie hat aber auch Betriebe in-Deutschland.) Durch diese Betriebseinstellung würde wieder eine Reihe Arbeiter und Arbeiterinnen arbeitslos»tverden und so das grohe Heer der'-Arbeitslosen-vermehren. Die„Union der Textilarbeiter", deren Mitglieder die Arbeiter-der Filzfabrik in Saaz sind, hat alle notiven- digen Schritte bei den Behörden und Regierungsstellen eingelcitct, um die drohende Gefahr der vollständigen Betriebsstillegung hintanzuhaltcn. Wie uns mitgeteilt wird, soll cs an Bestellungen wohl nicht mangeln, aber die Firnia will Aufträge, tvelche für Deutschland bestimmt sind, in den in Deutschland befindlichen Betrieben verfcr- cktgen"lassen,'was mit der Devisenfrage eng» verbunden-ist. Dieses Beispiel zeigt, dah es der„Volksgemeinschaft" hüben und drüben gleichgültig ist, was unsere deutschen Arbeiter machen-werden, wenn sie keine Arbeit mehr haben; das Prositinteresse des Kapitalismus ist mahgebend— die Arbeiter mögen sehen, ivo sie bleiben... Der illückgang der Arbeirslosigkeit. Wie uns aus G r a s l i tz berichtet Ivird, ist im dortigen Bezirke ein weiterer Rückgang der Arboitslosig- keit zu verzeichnen, dessen Ursache in der in den letzten Wochen zu verzeichnenden Belebung der Heimarbeit liegt. Gegenüber dem Stand der Arbeitslosen des Bezirkes Ende September Iveist die Statistik einen Rückgang von annähernd 300 Personen auf. Gestapo-Ageüt im Egerland verhaftet. Vergangenen Sonntag verhaftete und entlarvte die Gendarmerie in- Rossbach bei Asch einen Gestapo- Agenten, der aus dcni benachbarten Vogtland stammt. Der Betreffende, ein gewisser Kurt Ehrhardt, tvurde dem Krcisgericht in Eger eingelic- fert. Er gestand, dah er die Absicht hatte, aus tschechoslotvakischem Boden zu„arbeiten" und sich nicht nur mit Menschenraub zu beschäftigen, sondern sich„für alles und für alle zu interessieren". Wie gefährlich dieses Subjekt ist, erweist sich daraus, dah er in den Stock eingenäht ein Rezept zur Herstellung von C h l o ros o r m bei sich trug. «Der Kampf“ Sozialistische Revue Heft. 11, November 1936 hat folgenden Inhalt: - Paul Mansch: Weltkrieg In Spanien,-'s Wenzel Jaksch: Konservativer MärriSmuS? ' Josef Macek: Die Grundlinie der neue» Geld- '. Politik. Emil Strauß: Devalvation und PrciSeNtwick- " lung. Franz Rehwald:- Handelspolitik und Deval- . vätion.- Otto Wallek: Die nordböhmische Glasindustrie. Willi Wank«: Das schwedische WirtschaftS- -wunder. S». T.: Die Zuckeispreise.. A. Sch.: War die landwirtschaftliche Statistik -.lehrt. Weltpolitik— Bücherschau— Büchereinlauf. PrriS deS Heftes 5 KC, JahreSbczngSpreiS 60 AL. Redaktion und Verwaltung: Prag II., Lützowovä SV. Brief an den Zeilspienel Ein junger Genosse schreibt uns: „Ich habe seit meiner Entlassung aus der Schule, das war im Jahre 1931, jetzt das erstemal eine regelmäßige Arbeit erhalten. Niemand kann verstehen, was man dabei fühlt und erlebt. ■ Wundersames Gefühl, das Bewußtsein in sich zu tragen, kein nutzloses Glied der Gesellschaft mehr zu sein, nicht mehr darauf warten zu müssen, ob die Eltern so lieb sind und einem das bißchen Essen geben, sein eigener Herr sein und über verdientes Einkommen selbst verfügen zu können! Arbeit! Man darf die Hände regen zu nützlichem Dienste. Das Leben ist Wieder lebenswert geworden, hat Inhalt und Zweck bekommen, ist ausgefüllt mit Pflichten und Rechten. Die Welt sieht ganz anders aus. Jahrelange Verbitterung, die die Gedanken gefangen hielt, löst sich. Der Blick, der früher stumpf über alle Gegenstände hinwegglitt, wird klar und sichtbar tritt das Leben mit seiner Vielfalt vor die Augen. Es ganz zu erfassen, zu verstehen und zu begreifen ist das dauernde Bestreben. Noch etwas anderes ist es, das mich bewegt! Früher immer darauf angewiesen, Hilfe anderer Menschen für mich zu suchen, kann ich nun selbst hie und da einmal in die Qual anderer lindernd eingreifen, kann Freude und Zuversicht verbreiten, weil im eigenen Herzen wieder Ruhe und Frohsein eingekehrt sind. So hat die Arbeit vermocht, mein Leben von Grund auf zu ändern, es schöner und lebenswerter zu gestalten, mit Hoffnung und Zuversicht zu erfüllen. Wenn es auch Dienst am Kapitalismus ist, es ist auch Dienst an mir selbst. Manchmal meine ich, die Welt sähe mich jetzt mit ganz anderen Augen an und doch ist es so, daß nur mir die Welt schöner und besser erscheint, obwohl sie sich um kein Haar verändert hat. Und die Ursache: Mein Leben ist erfüllt mit Arbeit!" Ein freigesprodiener und ein geständiger Mörder Der Gastwirtschaftspächter Anton Gaube in P r e s e i, der beschuldigt war, am 17. Juni den Geliebten seiner Frau nuS Eifersucht ernior- dct zu haben, tvurde von: Schwurgericht Leitnic- ritz in de» Abendstunden an» Donnerstag, sreigc- sprochc». Die Geschworenen verneinten die Frage hinsichtlich des Mordes, die Frage des Totschlages wurde mit 7 gegen ö Stimmen verneint. Der Staatsanwalt' meldete, di«. Nichtigkeitsbe- schwerde an, weshalb der Angesthitldigte weiter in Haft bleibt.— Der Doppel mörder von M l i k o j e d gesteht die beiden Raubmorde ein. Nach der Einlieferung in das Krcisgericht Lcit- meritz wurde der verhaftete Doppelmördcr, der Knecht I i r a n c l sofort vom Untersuchungsrichter verhört. Der Mörder gestand seine Taten ein und erklärte, dah er mit dem Gclde der Richters sortkommen wollte. Er Ivnhtc, dah das Ehepaar mindestens 8000 AL für einen verkauften Ochsen liegen hatte. In der Eile vor der Flucht fand Jiranck das Gold nicht. Die 3000 AL wnr- dcn später von der Untersuchungsspinmissioil gefunden und sichcrgcstcllt. Mit dem Geldc wollte Jiranek über Deutschland nach Frankreich flüchten. Die grausige Tat hat der Mörder zwischen 0 und 7 lihr früh begangen. Zuerst hat er die Frau, als sie im Stalle die Kühe molk, rücklings mit der Hacke erschlagen, die Leiche in eine Ecke gelegt und niit Stroh zugedeckt. Den Ehemann Richter lvill er mit der Holzhacke erschlagen haben, als Richter auf der Suche nach seiner Ehefrau aus der Kellertreppe stand. Der Doppelmör- der» ivird sich im Mai vor den Geschlvorencn zu verantworten haben. Ein geriebener Schwindler in Oesterreich verhaftet. In den österreichischen Bundesländern hat sich in den letcn Jahren der ans Pcrlsberg bei Riarienbad stammende Georg K r a u s der sich zuletzt Eugen Josef Hofsmann nannte, hcr- umgetrieben und hat unter den verschiedensten Namen Betrügereien verübt. So hatte ec seinerzeit in Wels in Oberöstcrrcich einem dort ansässigen Direktor, einem Egerländer, unter der Vorgabe, er sei ein bekannter sudetendcntscher Schriftsteller, geprellt, nachdem er ebenfalls unter dem Namen eines Egerländer Schriftstellers in Graz Schwindeleien begangen hatte. Der Zufall wollte cs, dah der betreffende Schriftsteller, dessen Name sich' Kraus zugelegt hatte, auf einer Oesterreichfahrt Wels passierte; er wurde dort im Hotel verhaftet und zur Polizeidirektion gebracht, woselbst sich allerdings der Irrtum der Kriminalorgane alsbald herausstellte. Seither ist Kraus in den verschiedensten i österreiKischm Städten ausgetaucht, bis er nunmehr endlich in Tulln, wo er sich gleichfalls unter falschem Namen aufhielt, ausgehoben und verhaftet'werden konnte. Bon der Deutschen Technischen Hochschule in Prag. Das feierliche Gelöbnis der im heurigen Studienjahre neu' immatrikulierte» Hörer und Hörerinnen findet Donnerstag, den 20. November 1880, um 12 Ilhr im Hörsaal XX der Deutschen Technischen Hochschule in Prag I., HnSgasse 6, statt. — DieStaarsprüfung für Vers i ch e- rüngS.technik findet sn der Zeit vom IS. bis 17. Dezember statt. Seite 4 Nr. SS» Samstag, 7. November 1936 seiner Gedichte bis zur Luxusausgabe des Gesamtwerts ist alles vertreten. Die Nachfrage nach de» Werten ist heute schon so groß, daß man nicht glaubt, sie mit noch weiteren 3 Millionen voll befriedigen zu können. Der russische Forsch« KreiSberg wellt in Turkmenistan zur Cchlangenjagd. Hiebei wurde er von einer Giftschlange im Kuschka-Gebirge gebissen. Sein Zustand ist fast hoffnungslos. Der Mnmlenkult. In London kursiert ein neuer Spleen, diesmal religiöser Natur. Er nennt sich der Mumienkult und wird, wenn man so sagen darf, im Britischen Museum zelebriert. Die Anhänger des neuen Kulte» sind anscheinend nur Frauen. Man kann tagtäglich di« folgende Szene dort beobachten: Damen, di« sicherlich den„obersten" Geschichten der Gesellschaft angchören, kommen an, meisten» mit Blmnen, die ihnen sehr schnell abgenommen werden, denn es ist nicht gestattet, Blumen in da»' useum zu bringen, und postieren sich vor den Mumien ägyptischer Könige und hoher Würdenträger. Sie scheinen in Meditation zu versinken,«um könnte sogar glauben, sie beten. Bi» jetzt sind Männer noch nicht bei der Ausübung dieser sehr sonderbaren und unverständlichen„Riten" beobachtet worden. Eden al» Briefmarke. Der englische Außen- mlnsster Anthony Eden, dessen Popularität im britischen Imperium in der letzten Zeit erheblich gelitten hat, darf die Genugtuung erleben, hast die ägyptische Regierung zur Feier de» englisch-ägyptischen Bündnisverträge», der in der Tat da» Werk des Foreign Office ist, eine Serie von neuen Briefmarken heransgibt, auf der der Locarno-Raum de» Foreign Office abgebildet und ganz im Vordergrund die Figur Anthony Epen» abgcbildet find. Damir geht Eden in di« Unsterblichkeit zumindest der Briefmarkenalben ein. Di« letzten Tramway» in London. Nach einem genau auSgcarbeiteten Plan sollen im Laufe von fünf Jahren auch die restlichen elektrischen Straßenbahnlinien auS dem Londoner Stadtbilde verschwinden und überall durch neue und schnellere Trolleybusse ersetzt.werden. Die Erweiterung de» Trolley- buSnetzeS und die Entfernung der letzten 6g Tramwaylinien tvird einen Kostenaufwand von 1.8 Milliarden Kt erfordern. Cawpb praktlck^ch Mkafft— Zeitschrift der praktischen Aerzte. Unter Leitung de» bekannten Schriftsteller» und Arztes Dr. Arthur Heller und der redakttonellen Mitarbeit einer ganzen Reihe bekannter Prager Aerzte erschien, eben die erste Nummer dieser neuen Zeitschrift. Ohne Anspruch auf wissenschaftliche Originalität zu erheben, will sie den fachlichen Ansprüchen der ärztlichen Praktiker dienen, was ihr— soweit eine einzige Folge schon ein Urteil gestattet— weitestgehend gelingen dürfte. Die Beiträge sind teils in tschechischer, teil» in deutscher Sprache abgefatzt und da auch Abdrucke in slowakischer und ungarischer Sprache geplant sind, dürsten der Zeitschrift bei ihrer Verbreitung unter der gesamten tschechoslowakischen Aerzteschaft, di« man ihr in größtem Umfang wünschen darf, keine Sprachgrenzen gezogen sein.'— Die Zeitschrift erscheint monaüich und kostet im Jahresabonnement Kt 80.—. Redaktion: Prag X., Krälovskä 61; Verwalwng: Prag H., Ra .Potiei 31. Europa und die Minderheiten Sträflingsmeuterei. Zwei zu lebensläng lichem Zuchthaus verurteilte Sträflinge der gegriffen, zur Forderung, die ganze" Volksgemeinschaft auf einem Terriwrium zu einen, womit natürlich die Unterdrückung der anderen, auf diesem Territorium lebenden, Nationen verbunden wär«. Die Forderung der-Revision wird erhoben. Aber der Redner stellt die Frage, welcher Art diese Revision lein solle. Soll sie die Grenzen nach nationalen Gesichtspunkten berichtigen und die geopolitischen Notwendigkeiten außer Acht lassen? Dieser Weg ist bei der Verteilung der Nationen in Europa nicht möglich, und auch die Umsiedlung der Minderheiten nach griechisch-türkischem Muster würde Europa in ein wirtschaftliche» Chaos stürzen. Der einzige gangbare Weg ist das Welterbestchen der geopolitischen bedingten Staatsgrenzen, aber eineeuropätscheKon- ventio» über die kulturelle A u to n o m i e der Minderheiten. Die Revision, die der Rationalismus wolle, würde Europa in einen dauernden- Kriegsschauplatz verwandeln, und der Krieg sei ja tatsächlich die Konsequenz der nationalen Staatscheorie sowie der NafionaliSinuS die schwerste Gefahr für den Bestand der abendländischen Kultur ist, die nicht von außen, sondern nur durch inneren Krieg vernichtet werden kann. Der Redner bekannte sich zu einem abendländischen Idealismus, dessen höchster Ziel die Verteidigung der abendländischen SittengesetzeS. ist. Er wies darauf hin, daß Europa den Bolschewismus einmütig abge» lehnt hat, weil er sich außerhalb dieser SittengesetzeS stellte, er fragte aber, ob ein Europa, in dem der Nationalismus und die Verherrlichung der Gewalt herrschen, noch das Recht habe, sich auf dieses Sittengesetz zu berufen. 81TB die wirksamste Waffe gegen den Nationalismus bezeichnete er die Trennung von Volkstum und Staat, den Verzicht auf die Idee des Nationalstaates und die Anerkennung der kulturel- len Autonomie und der Gleichberechtigung aller Volksgemeinschaften, ob sie nun Mehrheit oder Minderheit sind, und er erklärte; daß diese Lösung nicht nur dem nationalen Frieden, sondern auch der Stärkung der Staaten dienen werde(wie einst die Trennung von Kirche und Staat). Und als die geeignetste Instanz zum Abschluß einer europäischen Konventton über die Trennung von Volkstum und Staat bezeichnete er einen europäischen Völkerbund, der den Frieden und die Kultur Europa» besser al» der alte Völkerbund werde wahren können.. triimmerten die Maschinen. An der Flucht wurden sie aber durch Maschinengewehrfeuer der Wächter gehindert. Triumphaler Einzug in Washington. Eine riesige Menschenmenge veranstaltete Freitag dem Präsidenten Roosevelt in Washington einen triumphalen Willkomm. Zwanzig Musikkapellen begleiteten den Präsidenten auf seiner Fahrt vom Bahnhofe zum Weißen Hause. Schwere» Eisenbahnunglück. In der Nähe von Warschau ereignete sich Freitag früh ein schwere» Eisenbahnunglück, bei dem nach den bisherigen Meldungen fünf Personen getötet; ettva 40 bis 80 Personen schwer und eine Anzahl leicht verletzt wurden. In der Nähe der Station Szo- zensliwice fuhr im Nebel ein elektrischer Vorortezug auf eine» haltenden Schnellzug. Der letzte Wagen des Schnellzuges wurde in die Höhe gehoben und umgeworfen. Die letzten drei Wagen tvurdcn zertrümmert. Unter den Reisenden befanden sich außerordentlich viele Schüler und Studenten. Ergänzend wird gemeldet: Das Unglück ereignete sich in dem Warschauer Vororte Szczen- sliwice auf einer elektrifizierten Vorstadt-Bahnstrecke. Es handelt sich um den Zusammenstoß zweier Personenzüge. Bei dem Zusammenstoß wurde ein Schulknabe an Ort und Stelle getötet. Zwei andere Opfer der Katastrophe starben nach der Uebersührung in» Krankenhaus. Ferner erlitten 88 Passagiere Verletzungen, darunter 20 ziemlich schwerer Art. Der Unfall wurde durch den dichten Rebel, der zu dieser Zeit über der Gegend lag, verursacht. Kirchcnbrand während deS Gottesdienste». In der Ortschaft Krajkow im Posener Gebiet brach während eines Gottesdienstes in der dortigen Pfarrkirche ein Brand aus, der sich mit Blitzesschnelle ausbreitete und das ganze Gebäude einäscherte. Unter den Andächtigen entstand durch den Ausbruch dcS Feuers eine große Panik. Mehrere Personen erlitten schwere Brandverletzungen. Der„Marsch der Pharaonen". Vor einigen Tagen übertrug die British Broadcassing Corporation im Rahmen ihres Konzcrlprogramms«Inen Marsch, der der älteste der Welt sein würde, wenn er nur echt tväre. Dieser Marsch soll als Trauermarsch bei der Totenfeier von Amenophis III., da» heißt vor 8000 Jahren, gespielt ivorden sein. Leider hat diese historische Musiksensation einen Haken: es existiert nämlich"kein Papyrus, auf dem ein solcher Marsch niedergeschrieben worden wäre. Dagegen ist er bei einer spiritistischen.Sitzung von der„London Society of Psychological Research" registriert worden. Das Medium behauptete, sich in den Priester verwandelt zu haben, der die Trauerfeier für den Wharao zelebrierte. Es schrieb die Roten zu dem Auf Einladung der Freien Schul« der polifischen Wissenschaften in Prag sprach Freitag im Karotinmn vor einer zahlreichen Zichörerschaft. der ehemalige Chefredakteur der„Rigaschen Rbndschau" und deutsche Abgeordnete im lettischen Landtag Dr. Paul Schiemann in außerordentlich interessanter Weise über da» Thema„Volkstum und Staat". Er ging von der Entwicklung des Nationalgedankens in Europa au», der anfangs ein einigender, von kulturellen Zielen bestimmter Gedanke Ivar, nach der Einigung Italiens(die eine Jrredenta zu« rücklicß) und der kleindeutschen Konstruktion Bismarcks aber zu einem zersetzenden Element in Mitteleuropa wurde. Der echte Nafionalgedanke, der Gedanke der Volksgemeinschaft, wurde von der bürgerlichen Klaffe zugunsten eines Patrotismus und Nationalismus geopfert, in dessen Namen fremdes Volkstum entnationalisiert und der Staat mit der Nation idcniifiziert werden soMe. Der Redner erinnerte an da» Rationalitätenprogramm der österreichischen Sozialdemokratie, dar or al» dir erste konstruktive Idee zur Bertindimg de» StaatSgedanken« mit dem Gedanken der Volksgemeinschaft bezeichnete. In dem Verzicht der Volksgemeinschaften auf territoriale Einheit bei gleichzeitigem Anspruch auf kulturelle Einheit war der Weg zur Lösung de» Nafionalitätenproblem» gewiesen, und der Weltkrieg kam, weil dieser Weg nicht beschritte» wurde. Aber der Weltkrieg bewies nur, daß die Gleichsetzung staatlicher und nationaler Grenzen in Europa nicht möglich ist, und die deutsche Minderheitenbewegung, die am schwersten di« Unmöglichkeit dieser Lösung empfand, knüpfte nach dem Kriege wieder an die vornationalrstische Idee. der Volksgemeinschaft an, wie sie einst die österreichische Soziasdemokratte zum Programm erhoben hatte, an die Ide« also,. daß den Volksgemeinschaften kulturelle Autonomie zu gewähren sei, sie politisch aber in dem Staat« aufgohen sollen, in dem sie leben. Die Demokratie war die gegebene Grundlage für die Verwirklichung dieser Idee und daniit für die Lösung d«S MinderheitenproblemS, die anttdemokra- tisch« Bewegung, die in Europa(unter Berufung auf den BolschcwiSmn») erstarkte, ist zum größten Hindernis dieser Lösung geworden. Um den Massen ein Schlagwort zu geben, hat diese antidemokratische Bewegung wieder zur Parole deS Nationalstaates Strafanstalt in Montgomery.(Alabama)' dran-! Aiarsch im Trancezustand nieder, gen in daS Büro de» Overingenieurs und zwan- Millionen-Auflagen von Puschkin. Rußland gen ihn mit vorgehaltenen Revolvern, die| bereitet sich zu der Jahrhundertfeier von Pusch- Schlüssel des Kraftwerkes auszuliefern. Die kj» im Feber 1037 vor. Hierzu gehört auch die Sträflinge durchschnitten hierauf sämtliche Licht- Jubiläumsausgabe der Werke des großen ruffi- lritungsdrähte und Telephonkabel, so daß das sch«« Dichters, die planmäßig eine Auflage"von Zuchthaus in völlige Dunkelheit getaucht wurde, über 12 Millionen Exemplaren erreichen soll. .Ungefähr zehn Sträflinge entkamen. Die in. der Bis jetzt hat der Gosisdat(der ruffische Staats- dcm Zuchthaus angeschloffenen Baumwollspin- Verlag) bereits 8,000.000 Bände von Puschkin z>erei arbeitenden Sträflinge meuterten. Sie zer-l herausgebracht. Bon den einfachsten Ausgaben Nochmals: Amtsschimmels Galopp —rb— Wir haben unlängst an dieser Stelle auf die ausreizend langwierige Amtie- rung der mit Fragen der PenstonSversicherung befaßten Stellen und Behörden hingetviesen. Al» lveitere Illustration zu diesen! Thema geht uns aus Leserkreisen ein Brief zu, den wir aus- zngöwcis« wiedergeben: Eine Verkäuferin, die bet der Sozialversicherungsanstalt bereits vom 1. Juli 1926 bis 31. Dezember 1st3v versichert gewesen war, wurde mit 1. Jänner 1931 bei der Amtsstelle A der P c n s i o n s- Versicherungsan st alt angemeldet. Drei Monate später(per 31. März) endete indessen daS Dienstverhältnis infolge Auflassung des Geschäftes und die Versicherte meldete sich zur freiwilligen Fortsetzung der Versicherung an und bezahlte die entfallenden Beiträge. Jin Juli des gleichen JahreS wurden ihr indessen diese Beiträge zurückgcstellt mit dein Benicrken, das; sie nicht die erforderliche 30- monatige BeitragSzcit(inklusive der Ueber. iveisungSbeträge) Nachweisen könne. Vergeblich verwies sie daraus, daß sie in der gleichen Stellung seit 1. Juli 1926 tätig getvesen sei und bereit sei, die entfallenden Beiträge aus eigenem zu traaen. Stach mehrfachen Eingaben erfolgte schließlich ini Oktober 1933 ein Bescheid dcü P.-V.-A., der dahin lautete, daß. die Durchführungsverordnung bezüglich der Beitragsüberweisungen zwischen Sozial- und Pensionsanstalt noch nicht ergangen sei und int gegebenen Zeitpunkte automatisch eine Erledigung der Sache der Ein- schreiterin erfolgen werde. Im Juni 1934 wandte sich die Verkäuferin schließlich andieSozialversiche- r u n g s a n st a l t mit der Bitte, diese möge der Pensionsanstalt die Höhe der Ueberweisungs- beträge bekanntgeben, damit die freiwillige Versicherung fortgesetzt werden könne. Die ZSVA. kam diesem Wunsche prompt nach und teilte der Pensionsanstalt die beiläufige Höhe der Uebcriveisungsbeiträge nach der vorbereiteten Regierungsverordnung mit. Daraufhin eröffnete die Pensionsanstalt der Arbeitnehmerin im August 1934, daß vor- läufig nicht einmal annähernd die Anzahl der durch die Neber- tueisungsbeträge anzurechnenden Monate berechnet werden könne. Im März 1935 wandte sich die Arbeitnehmerin mit einer Beschwerde an den Prä- sidcnten der Pension San st alt, worauf ihr die verheißungsvolle Erledigung zuging, daß„über die Fortsetzung der freiwilligen Versicherung in der u ä ch st e n Zeit, d. h. nach Durchführung d er» otwendig cn Berechnungen entschiede n w i r d". Im August des gleichen JahreS erging tatsächlich der Bescheid, der nun aber iiicdcrschmettprndcriveise dahin lautete, daß das ganze(vom 1. Jänner bis 31. Vfärz 1931) be- standene PcnsionSversicherungSberhäünis ü b e r- Haupt aufgehoben werde, weil nachträglich(nach viereinhalb Jahren!) festgcstcllt worden sei, daß die Einschreiter!» vorwiegend mit Arbeiten befaßt gewesen sei, die derPensionsversicherungsPslicht n ich t unter l iegenll Gegen diesen Bescheid brachte die Betroffene iin August 1936 eine ausführliche Aerusung ein. Vierzehn Monate später(ini Oktober 1936) wurde die Be- schwerdeführcri» von der mit den Erhebungen von der Landesbehörde betrauten Bezirksbehörde vorgclade», wo nian ihr erklärte, ihre Berufung habe keine Aussichten und sie solle sie lieber zu- rückziehen. Ungewohnt dcS Verkehrs nist Behörden unterschrieb die Beschwerdeführerin in ihrer Verwirrung tatsächlich das ihr vorgelegte tschechische Protokoll, von dessen deutscher Uebersctzung sie kaum viel verstanden haben disrste und>mhm sich auf diese Weise selbst die Möglichkeit, ihre sich durch fünfeinhalb Jahre hinschleppende Sache weiter zu verfolgen. Der neue Ministerpräsident des Irak Sehid Hikmet Suleiman wurde nach dem Staatsstreich des Generals Bekr Sidky Nachfolger des bisherigen Ministerpräsidenten General Aasin el Hashimi. Suleiman war an dem Staatsstreich führend beteiligt. Gegm den Wucher. Da» Polizei-Strafgericht in Koöice verurteilte den Vertreter der Schokolade-Fabrik in Goding wegen unbegründeter Verteuerung der Schokolade zu drei Monaten Gefängnis und 80.000 KC Geldstrafe. Die Schokolade-Vorräte wurden zugunsten des Staates beschlagnahmt. Todesurteil im Leobecher Mordprozess. Der Prozeß gegen den Studenten Karl Straffer vor dem Kriegsgericht Leoben endete mit dem Todesurteil gegen den Angeklagten, Straffer hatte im September vorigen JahreS die Gattin de» rumänischen Obersten Pareasanu im D-Zug Bukarest— Paris dadurch ermordet, daß er sie durch das Fenster des Zuges warf. Bluttat ein«» Tobsüchtigen. Unweit von Bala hat der 65 Jahre alte Stefan Szchbo in einem TobsuchiSanfall seine 60 Jahre alt« Frau und seine zwei Enkelkinder mit einer Axt er» schlagen, worauf er sich durch einen Schuß selbst entleibte.. Neues Gebäude der Prager Staatltahn- direktion? Man hört, daß die Errichtung eines Zentralgebäudes der Prager Staatsbahndirektion in Aussicht genommen ist. Dadurch soll die Zusammenfassung der in ganz Prag verstreuten Aemter dieser Direktion erreicht werden. Da» neue Gebäude soll hinter dem Bau der Pensionsanstalt in Zijkov errichtet werden. Mordverdacht. Der 81jährige Kaufmann Moritz Goießmann au» der Gemeinde Kuzmino, Bezirk Mukoöevo, der schon einigemal unter dem Verdacht verhaftet worden war, den Bürgermeister der Gemeinde Ruskä Kuiovä, David Fellmann, erschossen zu haben, ist nun von der Gendarmerie in Kalnik neuerlich in Haft genommen worden. David Feldman war im Jahre 1088 bei der Rückkehr vom Markte in Mukaievo in der Näh« der Mühle bei Niedvkdovce au» einem Militärgewehr erschossen worden. Goteßman mußte bisher wegen Mangel aü Beweisen immer wieder au» der Haft entlassen werden. Der herrschend« Witterungscharakter dürfte auch heute noch andauern, während für Sonntag bereits mit einer fortschreitenden Verschlechterung gerechnet werden muß. Wahrscheinlicher Wetter Samstag: Größere lokale Wetterunterschiede. Vor- . wiegend noch bewölkt und mild. Nur vereinzelt etwas Regen. Etwas auffrischender Wind aus südlichen Richtungen. WetterauSsichten für Sonntag: Allmähliche Wetterverschlechterung nicht ausgeschlossen. Ziehung der Klassenlotterie Unverbindlich. Prag. Bei der Freitag-Ziehung der 85. tschechoslowakischen Klaffenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 80.000 K6 das Los Nr. 68.992.' 20.000 K« das Los Nr. 21.165. 10.000 W die Lose Nr. 22.392, 39.035, 93.567. 5.000 K8 die Lose Nr. 16.197, 28.750, 27.748, 33.693, 36.257, 39.613, 39.646, 42.469, 644185, 67.368, 75.785. 2.000 K5 die Lose Nr. 2.425. 4.773, 6.911, 8.668, 12.791, 19.782, 21.521, 22.298, 22.352, 28,014, 28.861, 28.966, 88.800, 38.095, 38.756, 89.485, 42.549, 48.854, 45.983, 46.911, 47.454, 48.171, 49.491, 51.102, 55.884, 56.228, 56.861, 56.481. 56.984, 57.284, 61.432, 63.978, 67.505, 68.121, 69:625, 70.711, 72.486, 74.886, 77.546, 78.087, 79.791, 80.789, 80.920, 84.455, 85.759, 87.292, 87.898, 88.049, 92.121, 97.688, 97.698, 97.785, 98.568,101.821,102.697, 108.452,105.011,106.164, 106.391, 106.780, 108.250, 109.165, 112.193 uew. Vom Rundfunk ■MMMMMnrtM am UM PmnnMNMHM Prag I: 7.80: Konzert au» Karlsbad., 9.40: Englisch-Kur». 11.25: Dvokäk: Öuintett A-dur. 17.85: Deutsche Sendung: Rundfunkübersicht. 17.45: Schiller: FieSco. 18,50: Deutsche Presse.— Sender II> 14.80: Deutsche Sendung: Arbeiters««!: Malle»: Warum der Norde« demokratisch ist.’ 14.46: Konzert.— Brünn: 10.00: Au» italienischen Liedern. 10.15: Salon-Trio. 15.55: Konzert. 16.40: O.rchesterkonzert. 17.85: Deutsche Sendung: Unterhaltungskonzert.— Kascha«: 12.20: Äundfunk- orchesterkonzert. 18.50: Operngesäng«. Nr. 250 SnmStag, 7. November 1936 Seite 5 schwach, dann Franck hinein. Darum .zum Gelraldakaffee erst rächt Aecht- Franck, am basten Karo-Franck. In Karin i ■ Wien. Die„Wiener Leitung" veröffentlicht die Ernennung lieg ehemaligen österreichischen Handels» Minister» Stockinger zum Präsidenten der Oesterreichischen Bundesbahnen, Wien. dort für st« stimmten. Im Sinne der von der kgl. Banalverwaltung . erhaltenen Anleitungen mache ich alle untergeordneten Angestellten darauf aufmerksam, dah die kgl. Banatverwaltuna solche» Vorgehen al» eine, falsche Auffassung über, den Standpunkt de» Staatsangestellten gegenüber der jetzigen politischen Ordnung im Staate betrachtet. Der StaatS- ängestellte muh die bestehende politische Ordnung immer und überall unterstützen, nicht aber gegen sie arbeiten. E» wird'daher erwartet, dah sich.die eipganfl» erwähnten Fäll« nicht mehr wiederholen "werden.,’ Dem gesamten Personal zur Kenntni»ncchme und Darnachhaltung. Direktor: Dr.i8a b«r..e. h. NMsEtsekast und Somtpofttife Uehermenschliche Gewerkschaftsarbeit Zum Verbandstag der Glas- und Keramarbelter . Vor uns liegt ein Buch von 316 Seiten, gespickt mit Zahlen, Tabellen, Diagrammen, dessen Durchblättern schon Achtung vor der immensen Arbeit abnötjgt, die hier zusammengetragen ist. DaS Werk nennt sich bescheiden:„Bericht über die Tätigkeit von 1983—1936 an den Ver« baudstag-in Turn-Teplih am.7. und 8. November 1980"^ An-Wirklichkeit ist es ein S t a n» dardwerküber den Lebenskampf eined: der wichtigsten Export- ind.u-st-rien unseres Staates. Wenn jemals der wirtschaftspolitische Wert der Gewerk- schaftsbewegung deutlich ins Rampenlicht der Oesfcntlichkeit trat, dann durch diesen Bericht, den her Vorstand des Verbandes der GlaS- und Keramarbejtcr seinem zweiten Vcrbandötag vorlegt,' Aber auch von der Ausdehnung der Gewerkschaftsarbeit auf Gebietes die man früher kaum dem Namen nach kannte, zeugt diese Arbeit. In. der Einleitung wird hierauf mit folgenden Worten hingcwiesen. -„Die Wirtschaftskrise mit ihren Folgeerscheinungen hat auch eine ganze Reihe neuer Probleme in de» TageSkampf der Gewerkschaften gestellt, deren Lösung im Jntereffe der ar- bcitSloscn Menschen gesucht werden muh: Nu» meruü rlausuS für Industrien,. ZwangSshndi- katc, Exportförderung, EzportauSweitung, Plangestaltung der Wirtschaft und manch«» andere sind heute zu Tagesfragen unserer Ae- workschaften geworden." Die Unmenge von Arbeit, die in dem Be» Ächt zur Beleuchtung der Kcisenwirkungen in der 2ur Raohendeeinfektion STOMAFORM HALSPASTILLEN GlaS- und Porzellanindüstrie niedergelegt-ist, wollen wir an dieser Stelle übergehen. ES genügt darauf zu verweisen, dah diese Industrie zu den bedeutendsten des Staates und namentlich der deutschen Gebiete gehört. ES ist. für die Wirtschaft , unseres Landes nicht unwesentlich,- wenn die GlaS-, Porzellan» und Steingütindustrie in den scchS Krisenjahren von 1980 bis 1935,'an der Beschäftigung von 1929 gemessen einen Lohnverlust. von einer Milliarde 341 Millionen Kd zu verzeichnen hatten. Die Devi» - srnverluste für unfore Gesamtwirtschaft stellen , sich bei'diesen'drei Exportindnftrken auf fünf , Milliarden Kfi. Die Gewerlschastsorganisatlon hatte nun die K r ls e N w i r k ü tt g e n auf dem Ge- hiete der Arbeitslosenfürsorge zu betvältigen. Die Arbeitslosigkeit ging in der BcrichtSzcit von 1988 bis 1986 auf 8 9 P r 0» ..z-entder Mitgliedschaft hinauf. Auch Heute«och beträgt sie 68 Prozent der Mitglieder. »Die Belastung der Organisation durch die Anforderungen an Unterstützungen ging so weit, dah die Einnahmen dafür nicht ausreichten, sondern» o ch I>ieM^efervc'n herangezogen werden mußten!-, t Die dunchschniitlicheZahl der UiUerstützungS- ’ tage pro ArbeitSlofcnfall.schnellt» 1984- auf . 128 und die Durchschnittssumme des Unter» ' stützmigSi'etrageS auf 1831 KS hinauf. Die S t i l I e g nng d er B e t r i e be ist erst in ^euerer Zeit zum Stehen gekommem Die g e- tp a l t i g e Belastung des Verbände s d u r'ch d i e A r b e i t s l o s i g k e i t ist i n de r Gew e r k s ch a f t S Welt oh n e Beispiel. Von Mitte.1930 bi« 81. August 1936 würde di« Riesensumm« von. f. 108', Millionen an Arbeitslosenunterstützung, . davon aüS BerbandSmltteln 26.2 Million«» KL zur Auszählung gebracht, Mit Recht kann im Geschäftsbericht erklärt Iverden:„Unser Verband hat vpn allen Gewerkschaften die verhältnismäßig stärkste und-andauerndste Arbeitslosigkeit der Mit- gliedschaft aufzuweiscn." Und weiter:.«Die AuS-' zahlung der gewerkschaftlichen Arbeitslosenunter- stühung jwhält,in' unserem Verband den besonderen Charakter ausgeprägter Solidarität, weil seit , 1980 in unserem Verbände für U nt e r st ü t- zungen mehr ausgezahlt worden ist, als an orden tlichen Mitglieder b.citräg.en aufgebracht w u r d e." Der Kampf um die Unterstützungssätze bei den Behörden und die Hcrauschaffung der noi- lveudigen Mittel, bildet ein besonderes Kapitel aufreibendster Tätigkeit und praktischer Solidarität. Die Rationalisier ungindcrJn- d u st r i e wurde von: Verbaudsvorstand besonders verfolgt und dieser Teil des Berichts bietet eine lehrreiche Darstellung des harten Bemühen, die Belange der Mitgliedschaft insgesamt und in einzelnen Fällen zu wahren. Di« Glasindustrie war die erste Industrie, wo mittels organisatorischer Eingriffe«ine plan- mähige Regelung der Produktion versucht wurde. Es wurde hier gewissermaßen ein Exempel statuiert, wonach sich in der Folgezeit ähnlich« Eingriffe richten sollten. Die R e g i e r u n g S Verordnung über«Organisatorische und sonstige Maßnahmen.in der GlaScrzeugung", die den Numerus clausus, die Bildung von Zwangssyndikaten, die Verbindlichkeit' der Kollektivverträge, das Verbot der Betriebsstillegungen uslv. brachte und diese Fragen gesetzlich regelte, wird ausführlich behandelt und bildet dieser Teil des Berichtes eine der aufschlußreichsten Umschreibungen neuartiger Tätigkeitsgebiet« für die Gewerkschaften. Auf 180 Seiten gibt der Bericht«inen A n- s ch a u.u n gS unterricht über die praktische Verbandstätigkeit. In den drei Jahren der BtrichtSzeit fluteten in die Zentrale rund 65.999 Postsachen und eine ebenso große Zahl verließ das HauS Wattstraße 1859 in Teplitz-Schönau. 740 mal mußten' Verbandsvertreter bei Behörden und 264 mal bei Unternehmern intervenieren, 438 Lohnverhand- l u n g e n waren notwendig, um den Lebensstandard der Glas- und Porzellanarbeiter einigermaßen zu halten. Der kommunistischen Wiihl- STOMAFORM sohützt vor Infektion arbeit wurde scharf entgegengetreten und damit die Einheit des Verbandes gewahrt. 111 Lohnbewegungen mit 50.625 Beteiligten, außordein 39 Streiks mit 8082 Beteiligten wurden dnrchgeführt, die zum Abschluß von 48 Verträgen mit 25.822 Beteiligten führwn. Die Milgliederbewegung des Berbandes wurde in der Berichtszeit von den starken Krisenwirkungen sehr beeinflußt. Der Verband hatte 17 Ortsgruppen mit nicht weniger als 8900 Mitgliedern in Orten zu verzeichnen, wo die Betrieeb schon jahrelang gütlich stillgelegt, ja abgetragen sind. Die Mitgliederzahl betrug Ende 1985.18.429. WaS über Bi!» d u n g s a r b e i t, internationale Verbindungen, Fachpresse usw..gesagt wird, zeigt eine gesunde und zielbewußte Organisationsführung, die kein Gebiet der Interessenvertretung der Mitglieder außer, acht läßt., Die finanziell« Gebarung de» Verbandes gehört natürlich zu einem nicht unwichtigen Teile de» Berichts. Vom 1. Jänner 1988 bis Ende 1985.betrugen die Einnahmen in der Verbandskassa 18,917.677 KL und in der ArbeitSlosenkasie 8,580,678 EL, also zusammen 21,598.850 KL. Die gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstützung beansprucht« davon allein 75.29 und die Unterstützungen insgesamt 77 Prozent der Einnahmen. E» war ein hartes Bemühen, di« Finanzen inOrd- nung zu halten. Ein stark« Beitragserhöhung nahmen die Mitglieder auf sich, weil sie wußten, daß nur so die beispiellose prattische Solidarität vollbracht werden konnte, wenn. 80. Prozent der Mitglieder arbeitslos sind. Die Aufgabe« des verbandstages liegen, nun' darin,, die Arbeit der letzten Jahre zu überprüfen und Wege für die" Zukunft zu weisen. Eine.Härte aber interessante Epoche in der Geschichte der Organisgtion ist vorüber. Der An die Firma RadloHch.o, P ro, Hrod.bnl 3. Ich ar- auch« um kostenlose Einsendung eines Prospektes. Genaue Adresse:.... . Eö lwniigt, wenn wir noch evlvähnen, daß es der Presse verboten ist, andere als amtliche Berichte über die Wahlresultate zu bringen. Im Interesse Jugoslawiens, seines Ansehens und seiner Stärkung ist«S notwendig, daß das ^.and, jo schneller desto besser auf den Weg der wahren, nnversälschton Demokratie einbiegt. Die Vorbedingung dazu ist die Einführung des gleichen, geheimen und proportioncllcn Wahlrechtes in alle öffentlichen Körperschaften und die Pressefreiheit. Freunde Jugoslawiens sind«S, die diesen Wunsch und Rat Vorbringen, möge er daher nichr unerhört verhallen. Bem Partisanenkrieg znm Grohkrieg.(Ru.) Am Pariser recht Sradilalcn„Journal" werden interessante Briefe des Madrider KriogSkorre- spondentcn der Zeitung veröffentlicht, die einigen Auffchlutz über die gegenwärtige Phase des Bürgerkrieges geben. Der Partisanenkrieg sei danach («endet, jetzt beginne der richtige moderne Großkrieg. BiS jetzt habe cs keine ununterbrochene Front gegeben. Die Gefechte fanden ausschließlich auf de» großen Straßen statt. Keiner von den Gegnern wagte cs, sich von der Straße zu entfernen. Die Gefechte trugen de» Charakter von kurzen Vorstößen. Man soll sogar Frühstückspausen von 12 bis 2 eingelegt haben! Nächtliche Angriffe seien eine Seltenheit gewesen. Nun habe sich alles gründlich verändert. Die ruffische Hilfe(?) habe der. Madrider Kriegsführung ganz neue Kraft verliehen. An Madrid und an der Front sollen ausgezeichnete russische ' Offiziere.sotvio technische Fachleute anwesend sein. ES gibt jetzt von beiden Seiten ununterbrochene Fronten, an denen Tag und Nacht gekämpft wixd: Die großen ruffische» dreimotorigen Bomber, von denen ein jeder 29 Bomben ä 109' Kilogramm nitführc, sollen eine Geschwindigkeit entwickeln,- die jene der deutschen Jnttkeröflugzcuge wesentlich übertreffe, angeblich um 89 Stundenkilometer. Die Bomben, die die russischen Flugzeuge mitführen, besitzen eine außerordentliche Explosivkraft. Sie sollen nicht besonders tief einschlagen, aber ihre Wirkung erstreckt sich auf den Radius Von 80 Metern vom EinschlagSzentrum. Die Madrider Anfanierie werde jetzt— alles Anformaiionen des„Fournal"-MitarbeiterS— von den großen SotvjettankS unterstützt, die sowohl ihrer Größe als ihrer Bewaffnung nach die kleineren italienischen Tanks, die auf der Gegenseite kämpfen, überragen. Außerdem sollen die Regierungstruppen angeblich in der letzten Zeit auch Gase gebrauchen, die nicht spanischer Provenienz seien. Soll das nun alles bedeuten, fragt zum Schluß der Mitarbeiter des„Aournal", daß die Aufständischen, nachdem sie sich Madrid auf Kanonenschuß genähert haben, nunmehr den Krieg verloren haben? Keineswegs, aber eS bedeute, daß'der/Krieg den Guerillächarakter abgestreist habe und in die Phase eineß modernen Groß- krfegeS'elngetreien sei. z Teile 6 „Sozialdemokrat*. m Vi m m m W VI Der Dim- AeneKtssaat VeremsaaeimMen. 38.3 .>W Kirnst uod MsE WW 47/y SamStag, 7. Rovemher 1030. Nr. SSV W GIBiAM& Co., Prag II.. StfplnsU 32. S«nd«n 81« mir«In SUNDSTRAND• Prospekt H«m«i Frau oder Sctreliiriit Heißt ein amerikanischer Film, der nicht einmal so viel enthält wie sein Titel, da der Geschäftsmann, der im Mittelpunkt des Films steht, aus geschäftlichem Uebereifer gar- nicht in die Lage kommt, Mischen Frau oder Sekretärin su Ivählen. Die Fra» Ist dennoch«Ine Weile eifersüchtig, bis die Sekretärin sie davon Überzeugt, daß kein Anlaß zur Eifersucht besteht— und damit löst sich aller in Wohlgefallen auf. Uebrig- bleibt also nur ein«ntsprechend auSgestatteteS Gesell« schaftSlustspiel, psti dem ein hervorragender Schau« spieler, Clark G a bl«, den Ehemann und die-war nicht feinste, aber sicherlich beste jüngere Schauspielerin von Hollvwood, Jean H a r l o w, die Sekretärin spielt, während die Ehefrau von Ävrna L o v süß-naiv und herzlich unbedeutend dargestellt wird. ■—eii— Reichenberger Sparkasse a«m«lnda- u. Bexlrksaparkass« Gegründet Im Jahre 1854- Poatsparkaason-Konto Nr. 8323,25035,83591- Fernsprecher Kelchen berg 3041 Hahptanatült: R^lchenberg. SchloBgasse9"Zweiganstalt: Reichenberg, Altstädter PI. 28- Zweiganstalt: Reichenberg, Am Kranich. Hanicher Straße 12 Zweiganstalt: Georgswalde. Fernsprecher Nr. 18 . Postsparkossen-Konto Nr. 89.020 Unbeschränkte Haftung der Stadtgemeinde und des Bezirkes Reichenberg BezirkSorganisatioi» Prag. Dienstag, den,10. November, abends 8 ljhr, Sitzung der Bezitksvtr« tretung im Parteiheim, Prag II., Smeöky. Frrtze Bereinigung sozialistischer Akademiker. Dienstag, den 10. November. 20 Uhr, im sozialdemokratischen Parteiheim, Smeikh 22, Bortrag der Genossen K. W. D e u t s ch über die Sowjetunion.- ' Eins Festschrift'der Prager Bezirkeorganisation erscheint dieser Tage. Die BezlrkSvertrctnng gibt anläßlich de» dreißigjährigen Jubiläum» der deutschen sozialdemokratischen BczirkSorganisation Prag ein.fast hundert Seiten starkes Büchlein heran», da» nicht nur eine dreißig Seiten umfassende Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung Prag» enthält, deren Berfasser Genosse Dr. Emil Strauß ist, sondern eine Reihe von Beiträgen zu dieser Geschichte von den Genossen Senator Dr. Karl Heller, Dr. Ernst Lieben(Turn), Josef Karg!(Tcplih), Josef Pankratz(Neuern) und Wenzel Falsch(Prag), ferner Aufsätze, die sich auf die besonderen Verhältnisse der deutsche» Sozialdemokratie, in Prag beziehen von Dr. Emil Franzcl, Leopold Goldschmidt, Dr. Egon Schivclb und Dr. Franz Ehrlich und auf organisatorische Fragen, die von Eriist Paul und Richard Schiinfeldcr behandelt werden. Den Abschluß bildet eine Ucbersicht über die Tätigkeit der .Kulturorganisationen, cingeleitct wird die Schrift durch, ein Festgedicht Josef Hofbauers. Die wertvolle Festschrift kostet nur Kt 8.80, einschließlich Eintrittskarte! zum- Festabend am 14. November lki 6.—.;>.<•.< ," Generalversammlung der Freien Vereinigung sozialistischer Akademiker Dienstag versammelten sich die sozialistische» Studenten, um sich über ihre Tätigkeit im verflossenen Semester Rechenschaft zu geben und um die Richtlinien ihrer Arbeit für das nächste festznlegen. Nach einem Tätigkeitsbericht des abtrcteiidcn Ausschusses sprach Gen. Kieiek über die Vorfälle "JB («.).—«aldeki Beletrhh;„ZirkuS."(Russ.) Die Grenze(Dramatische Studie in einem Akt von'Peter Nickel.) Mehr Tote al» die Schlacht bei Tannenberg hat bereits' das rasend« Tempo. der deutschen Aufrüstung gefordert. Hier«ine Katastrophe von vielen,' die die Oesfentlichkeit nicht erfährt. Im Grenzabschnitt.„E" liegen 80 Arbeiter verschüttet, drei und.ein Ingenieur habenln«inen Stollen flüchten können. Zwischen Hoffnung und Todesangst fallen endlich die Grenzen zwischen den Menschen und«» zeigt sich der vergewaltigt« Mensch, der den Krieg haßt und bereit ist, für den Frieden zu kämpfen. 8828 Eltern! Gebt ein gute» Beispiel und erzieht Eure Kinder zu regelmäßiger Zahnpflege, mit Chlorodont, der bewährten'' Qualitäts-Zahnpast«, kostet nicht viel und erhält die Zähne, gesund^und widerstandsfähig. Gesunde'Zähne al» VorauSsepung für eine gute Verdauung sind wehr wert al» ein Vermögen, rückgestellt iverden. Einen Teil der Schmucksachen hatte sie auch schon verkauft. Sie wurde nach Pankratz eingeliefert. Uebersahren. Der 82jährige Arbeiter Emil Slezäk wurde gestern um 11 Uhr vormittag» bei»! Nationaltheater von einem Straßenbahnwagen der Zweier-Linie von seinem Made gestoßen und blieb bewußtlos und stark blutend liegen. Die Rettungsgesellschaft bracht« ihn mit einer Gehirncrschvt-. tcrung und zwei tiefen Rißwunden in» Allcgemeine Krankcnhair». Das Verfahren wurde eingeleitet. Arbeitervorstellung„Reiterpatrouille", am Sonntag, den 8. November, um halb 8 Uhr nachm., im Neuen Deutschen Thcatex' Karten bei Optiker Deutsch, Koruna. WochenspielPlM des Neuen Deutschen Theaters. Samstag halb 8: BoriS G o d u n o w, C 1.— Sonntag halb 8: Die Reiterpatrouille, Arbeitervor- ftellung, halb 8: DieFlede tut a« S, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Montag halb 8: DieFreier, Theatergemeinde dec Jugend, 1. Serie und freier Verkauf, Monn, aufgch.— Dienstag halb 8: Boris G odunow, A 2.— Mittwoch halb 8: Fröhlich drehen wirunSim Kreife. BI.— Donnerstag,%8: Schneider im Schlo ß, C 1.— Freitag 7 llhr: Die Z a u b e r f l ö t e, D.— SamStag halb 8: Fröhlich drehe nwiruns im Kreise, A 2.— Sonntag 8 Uhr: Die Hofloge, halb 8: D i c lustigen Weibervon Windsor, C.2, neuinszeniert. Todessturz ans der Straße. Gestern nachmittags' brachte die RettungSgesellschaft die 80jähr. Frau Pausa des KohlcnträgerS Daniclek ans Nusle ins allgemeine Krankenhaus, die kurz vorher auf der Straße Na Slupi auSgcglitten und bewußtlos liegen geblieben war. Auf der Klinik Schlosser wurde seftgestcllt, daß sic einen Schädelbrnch,«ine Gehirnerschütterung und eine tiefe Rißwunde am Scheitel erlitten hatte. Sie starb kurz nach der Einlieferung. Beim'überschreiten der Geleise des Wilson- bahnhoses wurde gestern um 8 Uhr früh der 81- sährige HilsSarbeitcr Franz Charvät aus Zdic von einer elektrischen Maschine erfaßt und SO Schritte weit geschleift. Er erlitt außer einigen Qnctschun- gcn und. Häutabschiirfnngen einen Bruch des linken Armes und Fußes und wurde auf die Klinik Schlosser gebracht, wo er in Pflege blieb. Juwelenschwindlertn, Dieser Tage wurde die GoldschmiedSgättin F. K. aus Zijskov verhaftet, die durch allerlei betrügerische Vorspiegelungen bei ver« . schicdcnen Prager Juwelieren Gold- und Silbergegenstände im Werte von über 18.000 KC. her« anSgrlockt hatte. Die X., die bereits seit längerer Zeit getrennt von ihrem Mann« lebt, hatte zur. Zeit'ihres gemeisamen Haushaltes verschiedene seiner Arbeiten bei Prager Jnwelierfirmen abgegeben und benützte da» so erworbene Vertrauen. Sie lockte den Juwelieren, unter dem Borwand, Käufer zu haben, eine Reihe von Schmucksachen heraus/ die sie dann versetzte. Di« Bcrsatzzettel wurden zum Teil bestand natürlich in Erlegung einer Binnen zwei Monaten raffte auf solche Art mehrals 60.000 z»s a ui m e n, ehe der Schtviudcl ausslog und Gauner in Haft genommen wurde. Dabei stellte heran»,- daß Bojtöchovslh eigentlich„Groß- n n d b e s i tz e r" war, denn er hatte sich da» über den Schornstein verschuldete Gut Rebuleli und zwar für den lächerlichen Preis von Laienspieler, Achtungi NEUERSCHEINUNG „GRENZE“ Ein Schauspiel von Peter Nickel Bestellungen nur durch Volks-BUhnen-Bund, Frag II,, Iiütsovov« 4 Siehe auch Kritik unter Mitteilungen aus dem Publikum aus der juridischen Fakultät. Er stellte fest, daß die teil» schwankende, teils ablehnende Haltung de» akadeniischen Senats gegenüber Kelsen die völkischen Studenten ermutigt hat, gegen Prof. Kelsen zu 'demonstrieren. Ter Referent beschrieb den Verlauf der Krawalle, berichtete über die fruchtlosen Interventionen der fortschrittlichen Studentengruppcn. über den Wortbruch der Henlein-Studenten und unterzog auch das Verhalten der fortschrittlichen Studenten einer freimütigen Kritik. Die sozialistischen Studenten verlangen, daß die Sicherung der Ruhe und Ordnung an der pnivcrsität denjenigen Studen- tengnippcn übergeben werde, die durch ihr Verhalten während der Demonstrationen bewiesen haben, daß sie bereit seien, sie aufrcchtzuerhalten. Im Anschluß an diesen Bericht sprach Genosse Dr. Wiener zum Thema„Student und Politik". Die Studenten hätten die Möglichkeit, wissenschaftlich zu arbeiten und die Wissenschaft müsse dw Grundlage jeder Wcltanschanung sein. Die wissenschaftliche Fundicrthcit sei sogar das.Kriterium einer Ideologie und deshalb sei der Faschismus a priori keine Ideologie, da er keiner wissenschaftlichen Kontrolle standhalte. Diese Kontrolle auSzu- üben, sei mit eine Ausgabe der Studenten. Anschließend berichtete Genosse Glaser, der Vertreter der FBSA in der Studentenfürsorge, über die Erfolge der Freien Vereinigung im Kampfe um die sozialftndentischen Forderungen: Im Juni wurde eine Nachtragszahlung von 150.000 XL für bedürf- tiae deutsche Studenten erwirkt, 14.000 Xi wurden erstmalig anErholungSstipendicn. 80.000Xi anWoh» nungSstipendien, 60.000 Xi für die Studeiitensür- forge ansgezablt. In diesem Jahre entfallen 480.000 Xi auf Stipendien für deutsche Studenten. Dieser Betrag wird erstmal» dem nationalen Schlüssel gerecht. Während früher nur 8 Prozent der iinterstütznngen ans deutsche Studenten entfielen, erhalten sie diesmal 25 Prozent. Nach diese» Referaten erfolgte die Wahl des neuen. Ausschusses: zum Vorsitzenden wurde die Genossin Aili Dörfler gewählt.- F. T. wesentlich herabzudrücken. Ein klassische» Beispiel ist hiefür die Heuer eingeführte Neuheit, die Sparschaltung. Dank dieser Sparschaltung ist er gelungen, den Stromverbrauch heim Dreirohrgerät Rekord Trial(Shstem Telefunken)' auf ein niedrigerer Maß, als bei den gewöhnliche» Zweirohrapparaten, herab» zusetzen. Rekord Trial kostet bloß Xi 1820.— und gehört überall dorthin, wo die Stromrechnung eine wichtige Rolle spielt. R. T. 8789 M mhini AnSschnßsibnng de» BezirkSvereine»„Arbeiterfürsorge" am Montag,' den 9. November, um 147 Uhr im BereinSheim: Prag II., Smcika 22. Tagesordnung: Unsere Winterhilfraktion. Wir ersuchen um bestimmter und pünktlicher Erscheinen aller Aurschußmitglieder, da die.zur Verband-, lung stehende Frage äußerst dringend und wichtig ist. — ÄczirkLverein Prag Arbeiters» rsorge". Di« Nikolofeier de» Atu» am Samstag, den ö. Dezember, im Bühnensaal der Urania, Klimentska, soll niemand versäumen. Die Vorbereitungen, die getroffen werden, lassen wirNich einen, gemütlichen Abend, erwarten. PRAG Programm: Tanz, Borträge, Bescherung. Eintritt Xi 5.—- Bezirksorganisation Prag Anläßlich des dreißigjährigen Bestände» der Bezirksorganisation findet am S a m S t a g, de» 14. November 1936, imGroßenRadiosaal, Weinberge, Fochova, um 20 Uhr«in Festabend statt. Reichhaltiges Festprogramm mit Festrede de» Parteworfitzende» Dr. Ludwig E zech. Alle Parteimitglieder habe»- die Pflicht, bei dieser seltene» und erhebenden Feier anwesend zu sein. Eintritt einschließlich der fast 100 Selten umfassenden Festschrift Xi 6.—. B e z u gSbe d i n g u ng« n: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich Xi 16.—, vierteljährlich Xi 48.—, halbjährig Xi 96.—. ganzsährig Xi192.—.'— Jnsiräte werdest lntit Tarif biUjgst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.'Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Di« Zeitungsftankatur wurde von der Post- und Trle- graphendirektion mit.Erlaß Nr. 18.8llü/VII/198ü bewilligt.— Druckerei:.^OrbtS", Druck-,. Verlags- und LeitungS-8.-G. Prag...... i; »mar. ll Tatiin m W Hine In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino: Deutsche Premiere„Das Gäst-, chen zum Paradies". Mit Han» Moser. Fugendsrei. I Täglich halb 6, viertel 9, SamStag 4, 6, viertel 9, Sonntag 11, 2, 4, viertel 9 Uhr.,— Adria:„Der geheimnisvolle Mr. O'Hara.(A.— Gary Cooper.) — Alsa:„Die Welt in 100 Jahren."(Engl.•— Nach H. G. Wells.)— Avion: Plastischer Tonfilm ..Eins, zwei, drei".(A.)— Beranek:„Der Gefangene der Haifischinsel."(2t.)—Fenix:„Frau oder Sekretärin."(A.— Gable, Harlow.)— Flora: „Die letzte Rose'."(D.— Nach Flotows„Mäktho!".) Gaumont:„Ehe auf Kredit."(Tsch.)— Hollywood! „Ehe auf,Kredit,"(Tsch.)— Hvkzda:„Die Spidl« Hölle äni GöldUftt."(A.— Robinson.)— Julis: ..Wolgaschiffer."(Fr.)—KInemar Journale, Grotesken, Reportagen.(V42 bis 7 Uhr.)— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.(2 bis 10 Uhr.) — Kotva:„Du bist mein Glück."(D.-— GIgli.)— Lucerna:„Frau oder Sekretärin."(A.)—- Metro: „Eine launenhafte Frau."(A.)— Passage,„Moral und Liebe."(D.— Grete Mosheim.)— Praha: „Die letzte Rose."(D.)— Radio:„Unsere XI." (Tsch.)— Skautr„Wolgaschiffcr."(Fr.)— Svi- tozor:„Wolgaschiffer."(Fr.)—Alma:„Die Maitresse des Gouverneurs."(A.)— Baikal:„Der große Ziegfeld."(A.)— Belvedere:„Das Komödiantenschiff,"(A.— Robeson.)—Peseln»:„Der große Ziegfeld.":(A.)—- Carlton:.:„Zirku»." (Russ.)— Illusion:„Dar Komödiantenschisf," .(A.)Lido II:„Charlie Chan im Zirkus."(Ai) — Louvre:„Der große Ziegfeld."(A.)—.,Marvil»:„Der große Ziegfeld."(A.)— Olhmpie:| „Geheimagentin Helene."(D.)— Perithn:„Das Kömodiantenschiff."— Roztz:„Dar Komödianten-! schiff."(A.) U Bejvodu:„Frauen am Scheideweg/' (A.)— Valdek:„Der große Ziegfeld."(A.)-.— lilli-Eltiiilir Versicherungs- Aktien- geselischaft in Wien Direk tion tar die C. 8. R. In Prag Gen era I- Äg e nt a eh a( t Relebenberg empfiehlt steh'zürn' Abschluß von Feuer-,- UmalK Haftpflicht-,Einbruch-, Auto-,Tran»-, port-, Glas-, Zeitkarten-, Reisegepäck und Wetterversioherungen zu kulanten Preisen Ba'rgarantiemittel In der ÖSR. 68 Millionen. BUros: Prag, Ndrodnl tf. l7,' Reichenberg, ßehtltzeog. Nr. 21.'. BrOnn, Theatergasse Nr. 6. Mitteilungen aus dem Publikum« Wievlel Rundfunkhörer gibt e» auf der ganzen Welt? Nach den letzten Schätzungen sind auf dec ganzen Welt etwa 56 Millionen Rmidfunkhörer. .Wenn wir annehmen, daß auf jeden Empfänger .4 Personen entfallen, können wir voraussehen, daß ca. 224. Millionen Menschen- d. s. rund 10 Prozent aller Bewohner-der Erde, Mundfunk-hören. Er ist interessant, daß diese Empfänger im Jahre 1986 ungefähr 8 Milliarden kW elektrischer Energie ver- ■ ,,, SS brauchten. Dieses groß« Ouäntum elektrischen Stro- äüsplündcrten. Zuerst habe er die entliehenen Bc-l meS beweist, wie wichtig der Stromverbrauch'heim träge ans seiner unbedeutenden Penstoii ersetzt, aber| Empfänger ist. Wurde aber diese Energie auch tat- sclne spät erwachte Leidenschaft für das weibliche sgchjich wirtschaftlich ausgenüht? War man nirgend» Geschlecht habe ihn schließlich zu Ausgaben verleitet. verschwenderisch? ES hat sich h-tauSg-stellt, daß e» L'pfe'N^'-°r7t'7s ä>°>> WftP?-»°?nz Mit möglich ist- ohne die Leistung de» Ge- Mannes und habe in einer Art Li-bcswah» gehan-^°teS^,n^-einträchtigen—^^Stromverbrauch beit..<““*" Das Gericht nahm indessen auf die Verteidigung keine Rücksicht, sondern verurteilte den Angeklagten zu zehn Monaten Kerker, aber bedingt aus v i e r I a h r e, 4p welcher Zeit cp den Schaden nach Wtöglichkeit gutzumachen hat. '! Wochenspielplan der Klein« Bühne. Samrtag '£ J L.. 8 Uhr: Gefallen«En g e l, Erstaufführung. W17I T|| M A—Sonntag. 8: Unentschuldigt« Stunde, /1IGV ML« VU halb 8: Die H 0 fl 0 ge.— Montag 8 Uhr:' ! Schneider im S ch l 0 ß, Bankbeamte 1 und. “! freier Verkauf.— Dienstag 8: Mensche naus noch bei ihr gefunden, und konnten den Firmen zu-' 8 J L° I fallen« E n g e l.— Freitag 8: Salzburg tausverkauft, volkstümliche Vorstellung.— SamStag 8: Gefallene Engel.— Sonntag 8: Da» H e r z, 8: S ch n e i d e r tni Schloß. Wieder ein„Filmunternehmer*' Prag,(rb.) E» scheint, daß Hochstapler und Betrüger aller Art sich bei ihren Geschäften mit besonderer Vorliebe al» Angehörige der Filmbranche ausgebe», wie zahlreiche Kriminalsällc beweisen. Auch der 46jährige A n t o n V o j t k ch o v s k I), der gestern wegen schweren KautionSschwindcl» angeklagt war, nab sich als Filmunternehmer an». Nachdem er — natürlich auf. Kredit— ein Grundstück für da» „künftige Aieliere" in Radlitz gemietet hatte, begann er allerlei Persoiml aufzunehmcn, vor allem Zeichner und Techniker. Die einzige Ausgabe dieser„Aufgc- nommenen" Kaution. e r Xi der sich a r bi» zugelegt WW NL., 10.000 Xi(die er natürlich auch schuldig blieb). Bei der gestrigen Haupwerhandluna vor dem Senat Kaplan zeigte sich übrigen», daß dieser .Großgrundbesitzer" und„Filmunternehmer" bereit» mit sechs und fünf Monaten Kerker bor- bcstrast ist, daß aber, offenbar infolge-gerichtlichen Versehens, beide Strafen bedingt ausgesprochen wurden. Diese elf Monate wird der hartgesottene Schwindler nun abzubüßen haben, weshalb der Gerichtshof nur eine Zusatz st rafevon vier Monaten aussprach, Man kann getrost darauf wetten, daß er nach Haftentlassung seelenruhig irgendeine weitere„sozial gehobene? Stellung wird einnchmcn können. Denn da» Odium der Vorbestraftheit, das manchem armen Teufel die Rückkehr zu einem anständigen Leben versperrt, ist ersah- rungsgeniäß kein Hindernis zur Entfaltung irgendeiner großzügigen Unternehmertätigkeit. Ein„Hann In den kritischen lehren“ Prag.(cb.) Der 42sährigc ZdcnekKon» d e l k a ist pensionierter Bankbeamter und dies veranlaßte seinen Onkel Franz Vächa vor mehreren Jahren ihm die Benoaltung seines Vermögens,an- znvertraucn, das in guten Wertpapieren angelegt war, die einen Wert von mehr als 100.000 Xä be- j deuteten. Bis zum Tode dieses Onkels im Jahre 11081 verwaltete Kvndella das auvertraute Ver« ! mögen vollkommen tadellos. Von diesem Jahre an be- ! gann er indessen aus dem Depot eigenmächtig Wertpapiere zuerst mit kleineren, dann immer größeren Beträgen zu belehnen, bis er schließlich bis zur Grenze der möglichen belehnten Papiere verkaufte. Als die Gattin des verstorbenen Onkels nach sahre- ! langem vergeblichen Urgieren nicht in den Besitz des vom Gatten vererbten Vermögens gelangen konnte, erstattete sie Strafanzeige und nun zeigte sich, daß so ziemlich das ganze Kapital versägounden war. Vor dem Strafsenat Mareiiek war Kondelka geständig und gab auch zu, da» veruntreute Geld hauptsächlich für erotische Abenteuer verwendet zu haben. Als sexuell wenig erfahrener Mann habe er sich an Bardamen gehalten, die ihn ordentlich